Nr. 100. nDonnenentS'Bedingunsen: Hbomtemcrttä• Prei» sitaiunercr�o Sietteli&Iitl S,90 STit. mouofl. 1,30 M�, wllchenllia 80 Pig, trei ins öaui Sinzelü- SJummn b Viz. Soimlag�. numinet mit iHuftnenc:!-omULgS- Bellage.Die Neue Well" 10 Mg, Soll- ilbonnemeni: lÄiO Marl vro ERonot kinaetraaen m die Lokt-ZeUiuisS. VreiSIüre, Unter Kreuzband iur Deutichlan» und Oesterreich- Ungarn LL0 Marl, für das übrige Ausland t Marl pro Monat. Postadonnemenis nebnien an Belgien. Däneniarl, Hoüand. Italien. Luxemburg Porlugal, Kimidiucn, Schweden und die Schweis Qildeiii! ldgllch. Nevlinev Volksbltttt. 34. Jalsrgaug. v!e Inkertiogz-Lcbllkl betrügt iür die scckisgewallene Kalanel- leue oder deren Ralim OO Pig. für polluiche und acwcriichniiliche Lereiiis- und Lersmtnnliiiigs- Anzeigen 30 Big. .klicine.-liireigeri". das ietteediinlie fecrt 20 Big. lsuausig 2 ieiigedrurlie ISonel. jedes weitere SSovi]0 Pig. kicUengeiiiche Ui'd Sailaiitcllenan. zeigen das erste LZort 10 Big., jedes inmctc Jgotl B'Bfa. Worte über lö Blich- jlaben zählen iür zwei Worte. Inicraie jiir die uächue. KitiMitl« Ulüzscil bis b Uhr nachlnittags in der te jlchilicn »dgegeden werden. Die lrx! roitien ijt bis 7 Uhr abends gMuez, Dclcgre.niui-Adrclje: .ieiioÄcAcillä! Leri!!»". �entralorgan äer rozialdcmokratflcbcn Partei Deutfchlands. Kedoftion: SW. 6$, Linöenstraße 3. Z5er«livrecb?r: Amt Moribvla«, Rr. löl. SV— 151 97. Sonntag, den 23. April 1917. Cxpeüition; Ew. 68, Linöenstraße 3. Skeruwrecher: Aull Morisplatz. Nr. 131»»-ISIS?. Teeoefeebt im Kanal. Das Ringen au der Zlisne und in der Champagne— Vergebliche französische Angriffe am Brimont, an der Hurtebife Fe, bei Brahe, von Paiffy bis Craonne, zwischen Prosnes und Suippes— Wachsendes Feuer an der Arrasfront. Amtlich. Großes Hauptquartier, dcn"1. April Zvl7.(W. T. B.j Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprccht. Grluubuugsvorstös-e im Ipem-Bogeu brachten eine Anzahl Gcfanzcucr und Beute au Grabenwaffcu ei». Tic allmähliche Steigerung der Feuertätigkcit zwischen Loos und der Bahn Arras— Cambrai hält an. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Truppen aller deutschen Stämme bollfllhren auf dem ge« wältigen Schlachtfclde an der AiSne und in der Champagne im Kampf Mann gegen Mann wie in bis zum Tode getreuem AuS« harren bei schwerstem Feuer täglich und stündlich Hcldcntatcu! Ter Heeresbericht kann sie nicht einzeln nennen. Gestern vormittag wurde durch Stoßtrupps die ehemalige Zuckerfabrik südlich von Ccrny vom Feinde gesäubert; weiter östlich, au der Hurtebise Fe schlugen unsere Truppen französische Tcilangriffe ab. Am Brimont wurden franzofisch�russische Sturm- truppcn verlustreich zurückgewiesen. In de» Nachmittagostunden sehte an der ganzen Aisne- Front und in der Champagne wieder starker Artillerickampf ei». Heftige' Angriffe entwickelten sich bei Brahe, von der Hochfläche von Paiffy bis in die Senke östlich von Craonne und zwischen Prosnes und der Suippes-Niederung. Am Chcmin des Tamcs brach der feindliche Slm-m im Feuer, au einzelnen Stellen im Nahkampf zusammen, in der Champagne scheiterten die Angriffe vor unseren Stellungen.— Nördlich von Neims und in den Argonncn brache» uusereSwrm- trupps in die scindlichcu Linien und kehrten mit Gefangenen zurück. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Oestlich von St. Mihicl verlief ein Unternehmen nach Wunsch; auch bort blieben mehrere Franzosen gefangen in unserer Hand. Ungünstiges Wetter der letzten Tage schränkte die Flug- tätigkcit ein. seit dem 17. April sind in Luftkämpfcn 7, durch Abwehr» kanoiicu 3 feindliche Flugzeuge abgeschossen worden. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz und an der Mazedonischen �front ist bei meist geringer Gcfcchtstätigkeit die Lage unverändert. Der Erste Gencralqnartiermeistcr. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, amtlich, 21. April okieudS. Bei Arras starker Feuerkampf nördlich der Scarpe. An der AiSnc-Champagne- Schlachtfront im ganzen geringere Tätigkeit, die bei B r a y e, Hurtebise Fe und nordwestlich Aubcrive zeltiveilig zunahm. Im O st c u nichts Neues. Ter österreichische Bericht. Wien, 21. April 1vl7.(W. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Oestlichcr und siidöstlichcr Kriegsschauplatz. Keine besonderen Creigniffc. Italienischer Kriegsschauplatz. Die GckcchlStätigkcit erhob sich auch gestern nicht über das gewöhnliche Maß, doch setzte der Feind au der k» st e n l ä n d i- scheu Front beträchtliche Luftstreitkräfte zur Ausklärung unscrcr Stellungrn und der Räume dahinter ein. Die feindlichen Flieger warfen auf mehrere Orte hinter unscrcr Front Bombe» ab. Bei Laghi, nordwestlich von Arsicr», drangen nach kurzer Rrtillcricvorbcrcftung Abteilungen des Jlifantcric-Regimclits Ar. I I in die feindlichen Stellungen ein und brachten von dort einen Offizier und 39 Plann als Gr- fangcnc zurück. Ter Ttrllvertrctcr des Chefs dcS GeneralstabrS v. Hrefcr, Fcldmarfchallcntnant. Ereignisse zur See. Im Anschluß an einen feindlichen Luftschiffangriff auf die Umgebung von Trieft, der keine» nennenswerten Schade» brachte, belegte am 20. d. M. vor Tagesanbruch eine Gruppe unseicr Sccstugzcugc die»liUtärischen Anlagen von San Camziano mit Bomben und erzielte mehrere Treffer, die auch einen großen Brand hcrvorrirfc». Alle Flugzeuge sind nnvcrsehrt eingenickt. Flottcnkommando. Seegefecht im englischen Kanal. Beschießung von Vover unö Calais. Berlin, 21. April 1217. Amtlich, deichte deutsche Streitkräfte sind in der Nacht Vvm 20. zum 21. April in den östlichen Kanal und gegen die Themsemündmig vorgestosicn. Tie Festungen Dover und Calais wurden nnf nahe Entfernungen mit insgesamt 050 lscchshundertundfunfzig) Schnsi wirkungsvoll unter Feuer genommen. Calais war unbewacht; ein vor Dover angetroffenes Borpoftenfahrzeug wurde vcr- nichtet. Als auf dem Rückmarsch kein weiterer Gegner gesichtet wurde, machten Teile unterer Streitkräfte unter Führung dcö Korvettenkapitäns Gautierr kehrt und nahmen uochmals Kurs auf den Kanalausgang. Hierbei stießen sie östlich von Dover auf eine grösicrc Anzahl von englischen Zerstörern und Führcrschiffen. Es' kam zu scharfen Gefechten ans nächste Entfernungen; ein feindliches Führcrschifs wurde durch Torpcdoschnsi versenkt, mehrere andere durch Artillcrictresfer schwer beschädigt, wahrscheinlich ist von den letzteren cbensalls eines gesunken. Bon unseren Torpedo- booten sind„G 8 5" und„G 4 2" aus diesen Gefechten nickjt zurückgekehrt und müssen als verloren gelten: alle übri. gen Boote sind ohne Beschädigungen oder Verluste wieder eingelaufen..., Cin südlich der Thcmtcmündung vorgestotzener Teil unserer Streitkräfte traf keine Kricgssahrzeuge des Gegners an und konnte nur einige Gefangene von einem Handels- schisse einbringen.,.. Der Chef des Adnnralstabcs der Marine. Kabinettsrücktritt in Portugal. Das Kabinett A l m e i d a ist zurückgetreten. Nach Mel- dung der Agettce Havas erfolgte der Rücktritt, nachdem die Kammer mit 57 gegen 21 Stimmen eine Verordnung, die die E i n sc tz u n g c i n e s nationalen W i r t s ch a f t L- r a t c s vorsieht, für nichtig erklärt hatte. Der /lrbeiteröelegiertenrat gegen einen Sonöerfrieüen. Petersburg, 21. April. Rciitcrmcldung. Das Komitee der Arbeiter- und Soldatcnabgcordneten hat end- gültig bekanntgegeben, dasi esdicJderrincsSonder- sricdcns zurückweise. Obwohl bci allen Neutervicldungen aus Rußland der Verback! einer tendenziösen Färbung zuguusleu der Entente nicht von der Hand zu weisen ist, sprechen Gründe innerer Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit dieser Meldung. warum geht üer Krieg weiter! Tic Autwort Jowctts. Auf dem diesjährigen Kongreß der llnabhängigen Arbeiterpartei Englands sagte Fowett laut„Manchester Guardien" u. a. das Folgende:>' „Amerika erklärte, es.verfolge, keinen selbst, üchtigen Zweck, cS wünsche keine Eroberungen und keine Kolonien, es suche keine materielle Eutschädigung für die Opfer, die es Lerne bringen werde. Tie Entente beabsichtigt dagegen nicht, eine solche Erklärung abzugeben. Dabei geht der Krieg weiter, nicht etwa für Belgien oder für Frankreich, auch nicht etwa für cin freies Polen oder die Lösung der elsaß-lothringischen Frage, sondern lediglich, um die d e u t s ck e n K o l o n i e n in Afrika zu erwerben und um Oesterreich-llngarn und die Türkei zu zer- stückeln, damit die Entente auf Kosten dieser Staaten Eroberungen wachen kann." Klarer Entschluß! Ter Beschluß des P a r te ra u s schn ss es ist wie ein Sturmwind in alle Nebel gefahren, die auf uns drücken. Wir können nicht mehr in diesem Dämmern zwischen Licht und Dunkel dahinleben, wir brauchen reine Lnft und klare Bahn. Das Kompromiß ist die vorletzte und häufigste Weisheit der Politik, ihre letzte aber ist die k l a r e E n t s ch e i d u n g. Lavieren, pendeln, mittlere Linie ziehen, hierhin und dorl- hin hören, halb dem, halb jenem recht geben, damit mag herkömmliche Staatsmannskunst jahrelang ihr Auskonlmen finden, dann aber kommt einmal die Zeit, wo es heißt feste Entschlüsse fassen, und dann mit zusammengebissenen Zähnen: Durch! Diese Zeit ist da? Das Bedürfnis nach einer vollkommen eindeutigen Klarstellung der deutschen Politik ist auf bei- den Seiten vorhanden, rechts wie links. Menschlich ist die Aufregung nur allzu begreiflich, mit der die Presse der Rechten fragt, ivohin die Fahrt gehen soll. Die„Tägliche Rundschau" tadelt vom alldeutschen Stand- Punkt ans die Zaghaftigkeit der Regierung und fährt dann fort: „Einer solchen Zaghaftigkeit gegenüber bat die Schlau!':t eines Scheideman» leichtes Spiel. Er führt deiu: auch, wie mau sieht, seine Parteikolonnen, trotz ihrer starken Aichtmig durch die Haase und Lcdcbour(?) mit unbedingter iSegcszuvcrficht zum Sturm auf die Stellungen der Regierung; und er händeit nnd reder dabei nicht, wie cruni ein Ledebour, politische Hoii� wnrstiade ohne jeden realen.Hintergrund. Cr redet vielmehr als einer der iBcstünterrichtetc» pon de>i«i, hie heute. Mc. Fi WM. i» allen Dingen haben; er und sein Freund Eberl müssen also c i g e n t t i ch w i s s e n» w a s si c s i ch. z u t r a u c n.u n d w o- für sie sich vor ihren Freunden und Feinden stark machen können..... Die Sozialdemokratie fordert. Scheidemann fuhrt seine Ko- lonnen zum Angriff auf der ganzen Linie. Und die Regierung" Wir waren längst vor dem Kriege für ehrliche durchgreifende Reform. Wir sind es auch heule. Wsr halten aber mit so vielen Genossen Herrn Schcidemanns(?) die Kriegözeit für die ungeeignetste Zeit für dergleichen Geschäfte. Wenn aber die Regierung doch selber c S für recht h ä I t, i h r e n Burgfrieden stückweise zu zerstören und so dem D a in in zu unterwühlen, der nur; w e n n er ganz und lückenlos ist. die wünschenswerte Stauung sichern kann, so sind wir ijcurigt zu glauben, dafi Herr Schcidcmann sein„Gleich und Alles" nicht umsonst ruft." Tie„Kreuzzeikung" nennt den Beschluspein erneutes Bekenntnis zu den Zielen der Knterimtionalc nnd variiert das alte Thema von einem Frieden, der den gebrachten Opfern nicht entspricht. Tie„Deutsche Tageszeitung" malt die schrecklichsten Ge- fahren an die Wand fitr den Fall, daß die sozialdemokratischen Forderungen Erfüllung finden sollten, nnd glaubt— mit gewohnter Kunst der Verschiebung— die Fragestellung so formulieren zu können: „Hie Kaiser nnd Reich und deutsche Zukunft— Iiic Echeiec- manii und Genossen: uiic> scheint, die Entscheidung könnte nicht schwer sein; eine klare Entscheivung aber ist nötig, wen»»iiti« alles Lcrtrauen und alle Zuversicht im deutschen Balte ins Wanken gerate» soll." Klare Entscheidung fordern auch wir. Aber es bandelt sich nicht um„Kaiser und- Scheide manu", wie die„Tages- zeitung" plump-pfifsig unterstellt, sondern nin Klaffe n- Vorrecht oder gleiches Recht, B u r c a u k p a t i c oder entscheidenden Einfluß der Bolksver- t r c t n n g, Z e r s ch m c t t e r u n g s f r i c d c n oder B c r- st ä n d i g u n g s f r i e d e n! Von demselben Drang nach klarer Enlscheidimg sind auch die„Berliner ildeuesten Nachrichten" beseelt, die zum Schluß eines Leitaufsatzcs schreiben: „Wenn die Reichsregicrung auf diese anmaßende und her- auSfordernde Antwori der deutschen Sozialdemokratie an i ihre rufpschcn Freunde nicht sofort die rechte Antwort findet, dann wehe dem deutschen Balte! Tann„wehe dem dein- s che n Staatsmann, der die Zeichen der Zeit nicht richtig crtannt" bat.- Bon diesem Augenblick und von dem Entschluß-der den!- sckcn Regierung häng! vielleicht das Schicksal unseres Volkes ab.- Es ist aller allerhöchste Zeit, daß der Reichskanzler dem Führer der deutschen Sozialbemokralie ganz unzweideutig und vor aller Well endlich zuruft:„Nun nver Schluß!" So wird die Reichsleitirng von allen Seiten aufgefordert, Mut zu haben. Entweder sie muß den Mut haben, alle ihre bisherigen Erklärungen nach innen und außen und alle Zugeständnisse zu widerrufen, sie muß den Acut haben zu er- klären, daß ivährend des Krieges und nach dem Kriege alles beim alten bleiben soll, sie muß den Mut haben zu sagen, daß sie um Belgien, Nordfrankrcich, Kurland, Polen und x-Mil- kiardcn Kriegsentschädigung weiter Krieg führen will, und niöge es noch zehn Jahre dauern. Oder aber sie muß den Mut haben, j e tz t zu erfüllen, was sie versprochen hat und noch mehr ziz tun, sie muß deni SSolfe feilt S e I b st b e st t in m u n jg s r e ch t geben und sie muß an Stelle ihrer doch kaum noch verhüllenden �Andeutungen eine vollkommen klare � Er kl ä r u n g � i h r e s Friedenswillens abgeben, wie es die Sozialdcino- kratic und mit ihr sicherlich die ungeheure Mehrheit des Lölkes verlangt. Ev geht nicht weiter mit der Politik der Konzessiönchen und des diplomatischen Nersteckspielens. Die nervöse Erregung, die dieser Zustand der politischen Unde�inierbarkeit hervorruft/ durchdringt alle Schichten des Volves. So scharf in den meisten anderen Dingen die Mciitungen auseinandergehen: das Recht zu wissen, was nun eigentlich werden soll, möchten auch wir als allgemeines Menschenrecht proklamieren. Wie ist denn setzt der Zustand? Der preußische Landtag und mit ihm viele aiibere Leidensgenossen warten auf die ihnen angekündigte Operation. Tie konsec- vative Presse kündigt schreiend K o n.f l i k t e zwischen K r o n e it nd Reichstag an und ruft zum großen >!ai»pf zwischen„Kaiserfahne" und„Paülamentsfahne". Die Alldeutschen erregen die ihnen zugänglichen Kreise durch bunte Zlugschriftcn, in denen die Schrecken des gefürchteten„V e r- z i ch t f r t c 0 c n s" in Neuruppiirer Bikderbogenmanier ge- schildert sind.(Wer aber schildert dse Schrecken eines sich endlos hinziehenden Krieges?) Auf der anderen Seite hat dir Regierung das Vertrauen der Vvlksmassen, auf das allein sie sich stützen kann, mit den bisherigen Mitteln nicht ge- Winnen können. Unmöglich ist es, nmn auf des Weges Mitte stehen zu bleiben! �' Beschämend muß für die Regierptng der Gedanke sein, daß das Geklapper der rechtsstehenden presse den Zweck haben könnte, sie wieder ein Schrittchen zurüchzudrängen. Mr einen lebenden Menschen, wie den Reichskanzler, ist es sicher nicht angenehm, wenn sich um ihn ein Kampf entspinnt wie uni die Leiche des Patrokloö. Immer mehr gerät die Regierung in die Gefahr, das Objekt der sie umgebenden Streitig- leiten zu werden, statt selbst mit kräftiger Hand das Ruder zu führen. Immer deutlicher wird das Bild des Herrn v. Bcthntann als eines Mannes, der zwar weiß, was er will, aber es doch nicht oder nicht ganz htt; weil er Nor Ein- schüchterungcn zurückschreckt. � Ist es wahr. Ivos der Reichskanzler in hundert schönen Reden von der fteicn Zukunft des deutschen Lölkes gesagt bat. dann ist es Zeit, diese Zukunft endlich einmal Gegenwart werden zu lassen. Und war der Kurs des Friedensangebots, der Tisza-Reden, des Czerniuschen Vorschlags, der Antwort aus die Petersburger Erklärung richtig, dann muß er durch- gesteuert werden bis zum Ziel! Bestünde aber die Meinung, zu einschneidenden Re- formen sei es zu früh, so hätte man nie durch ankündigende Reden die Erwartungen des Volkes spannen dürfen. Und wäre die Furcht vor„Zeichen der Schwäche", als die man bei einigem bösen Willen Friedensangebote immer auslegen kann, vorherrschend, dann hätte nichts von dem geschehen dürfen, was seit dem 12. Dezember geschehen ist. Es ist aber kein Zeichen der Sckßvächc zuzugeben, daß man. einer gegen zehn kämpfend, weder Eroberungen machen noch Kontributionen auferlegen kann, sondern daß man genug getan zu haben glaubt, weint nianchch mir erfolgreich seiner Haut gewehrt hat.- Ter Beschluß des Partchausschusses ist ein Schrei mackp Erlösung aus quälender Ungewißheit. Er fordert g l ei ch eck R ech t f ü r a l I e: alle Staatsbürger daheim, Ms. V ö l k e r.. daheim und draußen. Er fordert vor allem eine klare E n tfch e id n n g d c r deutschen Politik, und in dieser Forderung ist— das zeigen die gegnerischen Presse- summen am deutlichsten— das ganze Volk einig! »* ♦ Oie Zrieöensarbeit öer internationale» Ucbcc den Plan einet internatümalen Sozialistenkönf eren z in Stockholm bringt die Zriitgerfiche Presse täglich, lange Scn- sationStelegramme ihrer skandinavischen Korrespondenten. Diese Meldungen eilen den Tatsachen voranS und bringen fast durch- weg falsche Details. Hebet d i e Absichten des Exekutivkomitees des Internationalen Sozialistischen Bureaus meldet uns ein Privattelegramm aus Amsterdam: ..Die holländischen Mitglieder des Erekutivkomitocs reisen auf eigene Betantwortung nach Stockholm, um dort d i e Vorbereitungen für eine Internationale Soziallstenlou- serenz zu treffen. Sie konnten sich vorher mit den belgischen Mitgliedern des Komitees, die sich in okkupiertem Gebiet befinden, nicht berftändigen. Tie Zustimmung Vanderveldes, der noch immer auf französischem Boden als belgischer Staatsminister tätig ist. konnte gleichfalls nicht eingeholt werden. Auch die franzö- fisch c ii und englischen Mitglieder des Bureaus konnten von der Absicht des Exekutivkomitees nicht vorher verständigt werden. Tie Mehrheit der französischen und der englischen Sozialisten hat nach dem Siege der russischen Revolution noch nicht auf den„Krieg bis zum Ende" verzichtet. Die holländische Delegation glaubte die Initiative zur Vorbereitung einer internationalen Sozialisten- konfcrenz jetzt unverzüglich ergreifen zu müssen, weil bort verschiedenen Sozialistenparteicn Versuche gemacht wurden, in direkte Fühlung, mit den russischen Sozialisten zu kommen. Nach der Anlwort Kerenskis auf Guesdes Telegramm hält das Exekutiv- komitee die Vorbedingungen für eine Annäherung gegeben. Die holländischen Mitglieder des Komitees gehen nicht nach Stockholm in der Absicht, einen Sonderfrieden zu bewirken. TaS Zustandekommen eines Sonderfriedens könnte nur annehmbar sein, wenn er- das durch die Umstände gebotene Mittel zu einem allgc- meinen Frieden wäre.-.Ein Sonderfrieden, der die europäischen Gegensätze verewigen würde, wäre venverftich. Es ist an- zunehmen, daß auch die russischen Revolutionäre nicht für eine Abrüstung zu haben sind, solange nicht der Friedenszustand da ist. Die holländische Delegation ist der Auffassung, daß eine inter- nationale Sozialistenkonferenz ohne die Minderheitsparteien der einzelnen Länder nicht abgehalten werden sollte. Sie hält im übrigen eine erfolgreiche internationale Sozialistenkonfercnz für möglich, da das psychologische Moment für sie gekommen zu sein scheine., Stach Auffassung der holländischen Delegation würde auf einer Konferenz(über deren Tagesordnung übrigens noch nichts be- stimmt ist— Red. d.„Vorw."), voraussichtlich auch über das Verhältnis der einzelnen sozialistischen Par- teieu zu ihren Regierungen, über das R a t i o n a l i- tätenproblem und über die Schuld frage gesprochen werden. Bei Behandlung dieser Frage sei jedoch Mäßigung nötig, da eine Konferenz, welche sich in R e k r i m i n a t i o n e n über geschehene Dinge verlöre, die Jnternatio- nale nicht wiederbeleben, sondern zur Ohnmacht verdammen w ü r d c." * Tie„Necderlandsch Telegraaf Agentschaft" meldet,, daß be- autragt werden foll� dft Konferenz am 15. Mai abzuhalten. Zurzeit bcfiudeu'fich aber. die Miigtze8er des Exekutivkomitees noch auf der Reisck-- lieber den Zeitpunkt der Konferenz ist noch nichts be-. stimmt.... Inzwischen haben, die Gerüchte über die beabsichtigte Stock- holmer Konferenz in der„Human i ts"' vom IS. April Renaudel auf den Plan gebracht. Er geht von der Falsch- meldupg aus,.daß Vertreter, der deutschen und der österreichischen Sozialdemokratie bereits in- Stockholm gewesen wären, und ergeht sich, in gewohnter. Weiße in Denunziationen, dieser„Agenten der Kaiserlichen Regierung". Der„Agent der französischen Bourgeois- rcpublik" Renaudel will nur mit der deutschen Minderheit zu tun haben, von der er sich einbildet, daß sie die Geschäfte Poinrares und seiner Hintermänner besorgen würde. Im übrigen hofft Re- naudel, daß die russischen Sozialisten sich noch für den„Krieg bis zum Ende""begeistern werden.- Darin dürfte er sich täuschen. Schließlich haben die russischen Sozialiften nicht deswegen den Zarismus gestürzt, die Revolution durchgeführt und die russische Bourgeoisie zur Aufgabe ihrer imperialistischen Kricgsziele gtz- drängt, damit sich die russischen Arbeiter und Bauern noch zu Hunderttausende!! für die imperialistischen Kriegsziele der franzö- sischen und der englischen Bourgeoisie abschlachten lassen. Renaudel scheint den Ehrgeiz zu haben, der Letzte zu sein, der zur Ver- uunft kommt! Neue ßrieöensgerüchte. Köln, 21. April 1917. Ein Privattelegramm der„Költtt- schon. Zeitung" meldet: Der Kopenhagener Korrespondent des „Best jä LlöndS". berichtet, daß'die von„Socialdemokratcn" verbreiteten Gerüchte, die ganz bestimmte Formen annehmen, besagten, daß zwischen Deutschland und Eng- ck and über den Frieden verhandelt werde. ES sei � demgegenüber fcstznstcllcn, daß diese Gerüchte falsch sind. Spanien unö Deutschlanö. Milderungen der Seespcrrc. Lyoner Blätter melden aus Madrid:„Das Ergebnis der Unterhandlungen mit Deutschland gestattet, daß spanische Handelsschiffe, welche ausschließlich Fruchtladungen für Häfen der Neutralen oder Kriegführenden außerhalb der KriegSzone führen, von deutschen U-Booten unter folgenden Bedingungen respektiert werden: 1. Die spanische Regierung garantiert, daß jedes zum Fruchttransport dienende. Sckstff keine Ladung für die Feinde Deutschlands führt. 2. Daß die Schiffe eine vom deutschen Koitsuk unterzeichnete Erklärung besitzen, die be- scheinigt, daß die obige Bedingung beachtet wird. 3. Daß die Schiffe außerhalb der verbotenen Zone bleiben. So ist das Eingreifen der deutschen Konsuln bei Ladeoperationcn spanischer Schiffe unterdrückt, da die deutschen Behörden nunmehr auf Grund der Erklärungen der spanischen Regierung die unter Nr, 2 aufgeführte Erklärung ausstellen." .In der Tat sind in letzter Zeit pon den Zentralmöckstcn Maßnahmen getroffen worden, um die tnif dem U-Bootkrieg unvermeidlich verbundenen Bcschwentisse für Spanten zu mildern. Die„Norddeutsche Allg. Ztg." bestätigt diese Tat» sgche heute.inst einer Feststellung solgeitdett Inhalts:- Zur stmerstützung■ der s p a n i s ch e n FTn ck> ti u d u st r i c Hot Dsiltschtgntz. protze« Ankäufe von Apfelsinen und Bananen in den verslbiedwnten�Provinzen Spaniens vorgenominen. Spanischen Fruchischiffnr. i-die. außerhalb des Sperrgebiets nach dem Haftn von Eeite und. nach. Französisch'Marolko fahren, werden Geleitschiffe ausgestellt. In technischer Hinsicht ist hierbei den von der spanischen Regierung geäußerten Wünschen in weitestgehender Weise Rechnung getragen worden. Daneben haben zur Entwicklung des Fruchthandel Z zwischen Deutschland und Spanien H a m» bürget und B.r e nr e r Kaufleute in Verbindung mit Interessenten in Spanien unter Beteiligung zweier deutscher Großbanlen eine G e i e l l s ch a s r g e« gründet. Während der Dauer des Krieges laust diese Gesellschaft Fruchte ein und. läßt sie in einer in Valencia im Entstehen begriffenen Fabrik zu.Konserven verarbeiten. Außerdem ist Lcr Export äiiderec spanischer Rahrungs» mittel durch Schaffung eines ungehinderten AuSfuhrweges über Cette nach der Schweiz gefordert worden.. Daß durch die Erllärung der Sperrgebiete quch.Sp g u i c n s Handel>nis Am.eri kabeein- trächtigt werden lvnnte, wie unsere Gegner äuSstreuen, ciitbchrt selbstverständlich jeder llnierlage. Auf Wunsch der spanischen Regierung wurde den spanischen Fischern ein F r e i g e b i e t von beträchtlichen, Umfange zur Ausübung ihres Berufes im Sperrgebiete an der spanischen Nord- küste.zuge stand en. Um dem in Spanien herrschenden K o h l c n m a n g e l abzuhelfen, hatte die deutsch«.Regierung sich bereits vor geraumer Zeit erboten, deutsche Kohlen in neutralen Häfen zur Berfügüng zu stellen. Der spanischen Regierung ist ferner das Angebot gemacht wovden, daß die in englischen Häfen liegenden spanischen Schiffe am 1. Mai u n- gehindert austaufen und auf ihrer Rückreise nach Spanien das Sperrgebret sicher passieren können. Eirdlich erfolgten Anerbietungen über den Berkauf einiger in spanischen Häfen liegender deutscher Schiffe sowie über die Ein- richtung einer P a s s a g i e r l i n i e nach England. Ein Ein- vernehmen hierüber wurde jedoch' bisher leider nicht erzielt. Natürlich bildet die selbstverständliche Voraussetzung für die Abgabe von Schissen die nötige Sicherheit, daß nicht etwa spanische Tonnage in irgendeiner Form unseren Feinden zur Verfiigung gestellt wird.- Die Norddeutsche Allgemeine Zciiüng"- schließt diese Fest- stellungen mit den Worten: Die Zentralmächte werden auch weiterhin bemüht bleiben, innerhalb der durch die inilitärischen Notwendigkeiten ge- zogeneii Grenzen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Spa- Niens nach Kräften zu erleichtern. Inzwischen hat Spanicit auch mit England u n t e r- handelt. Eben jetzt veröffentlichen die Madrider Blätter eine Meldung des Reuterschen Bureaus aus London, wonach die nnt Marquis Cortin geführten Unterhandlungen einen befriedigenden Abschluß gefunden haben. Tie englische Regierung läßt den Import einer ange- jn essen en Menge Orangen zu und verpflichtet sich zur in o n a t l i ch eil Lieferung von 150 00U Tonnen K o h l e n a u f j e n e n S ch i f f e n, die M i n c r a l i c n nach England bringen. Das hierüber getroffene Ab- kam m e n ist bereits im englischen Auswärtigen Amt unterzeichnet._-* Kriegsäußerungen Amerikas. Gegen die Neutrale« Nordeuropas.— Tie Eroberung von Hobyken.— Gerard gegen Illusionen. Die Daumschraube für die nordeuropäischen Neutralen ist aus dem Kasten geholt. Man setzt: sie nicht- sofort mit einem rohen Anziehen an. sondern geht- gemessen vor. zeigt sie zu- nächst einmal, offiziell und macht begreiflich,.daß sie geölt und zum Gebrauch fertig ist. Aus Washington wird gemeldet: Wilson und das Kabinett haben die Regelung der Leben: mitteläusfuhr nach Nordcuropa, ohne' daß'solche Deutschland erreichen tönneit. besprochen. Eck soll der Ausfuhr nach neu Iralen Ländern nichts in' den Weg gelegt werden, solange diese Länder Deutschland nicht begünstigen.— Was unter Begünsrigung Kriegführender durch Neutrale zu verstehen ist. in.dieser Frage kennt Amerika sich allerdings gründlich an:-. Aber fein hundertmal betonter GercchtigkeitSeifor wird in diesem Falle durchaus nicht mit dem Maße messen/ das das einst neutrale Amerika als KnegSlieferant für sich selber in Anspruch zu nehmen beliebte. Daß im übrigen die Probefrist, die den Neutralen ge -währt werden soll, eine richtige Galgenfrist sein wird, geln aus einer Reutermeldung hervor, wonach der nieder l ä n d i s ch e Gesandte in Washington am Donnerstag wegen der Möglichkeit eines Ausfuhrverbots für Lebensmittcl nach neutralen Ländern bei Wilson vorsprach. Hinterher wurde-nämlich bekannt gemacht, daß die Alliierten zuerst mit Lebensmitteln versorgt und die Erfordernisse her N e u t r a I c n erst im z w c it c'r Linie in Betracht gezogen werden würden.' Sie sollen also halbwegs wie Verbündete der curo päischcn kriegführenden Mittelmächte behandelt werden. Wie. bereits gemeldet wurde, haben die amerikanischen Behörden die Landungsplätze in Hobokon vom Norddeutschen Lloyd und von der Hamburg— Amerika-Linie in Besitz g c n o mm c n.„Daily" Telegraph" teilt dazu mit:„Die großen Vorräte, die dort aufgestapelt waren, süo fortgeschafft worden und. Regierungsgütcr unter Bewachung amerikanischer Matrosen an ihre Stelle getreten. Hoboken -kann fast als eine deutsche Stadt- angesehen Warden, ibu- Wohlfahrt ist abhängig von' den deutschen Schiffen pn' Passagieren.. Jetzt darf kein Deutscher im Umkreise einer halben Meile vom Regierungsviertcl seine Geschäfte fyr! setzen, aber man hat die Erlaubnis gegeben, dem' deutscher. Teil her.Bevölkerung einen Monat Zeit zu gewähre: um sich über die Stimmung in Hiesen Kreisen zu ve: gewisser»." Die deutschen Kaufleute und Reeder werden die Maßregel nicht optimistisch deuten. Es-handelt sich um einen Akt kapitalistischeu Weltwettstrcits, der auf-Austretbung des Konkurrenten abzielt.'.>'/" Der frühere Berliner Botschafter Gcrard sprach in einer Versammlung in New"Jork und betonte dabei, dar. Deutschland weder infolgä einer Revolution im Innern noch durch Mangel an Lebensmitteln unterliegen werde- Mi den vorhandenen Lebenstnitteln Würden die Deutschen,, lporni auch mit. Schwierigkeiten, auskommen.~ Sic würden ,a u i eine h a r t c P r o b e gestellt werden, aber sie gehörten zu einer Gattung von Menschen, die die Probe besteh c/n würden.. Die. Möglichkeit einer deutschen Revolution tollten sich die Amerikaner nur. aus dem Sinne scklagen. Herr Geratck sagte auch eiu Wort, das die Ursache des Kriegckbeschluffes der Union betrifft. Er meinte: Wenn Amerika, nicht,. an der Seite der Wuerteu in den Kampf gezogen wäre, hätte es i ach d cm Friede n ,D. c u t s ch l a n d allein zu be kämpfen gehabt. Ter Botschafter.äußert da einen Gr danken, der WilsonL Wcltsricdenszicl niit einem grellen Lichtstrahl bedenkt. Nächste Woche wird im Kongreß wahrscheinlich eine Biit eingebracht werden, das Schiffahrtsamt�zu ermächtigen, d i e ü r das Ausland gebauten Schiffe zu über n.eh.mem.-. Es sollen- ungefähr 1200000 Tonnen für da- Ausland'im Bau sein. Dem Ziel /Amerikas,, für Krtegsschlusi eine. gewaltige Handelsflotte für den■Weltmarkt bereit zu halten, milffcn alle' Wege zum besten dienen. !.,.....-«— ♦—-- 7— /' ii.. Sruch öer Türke! mit Amerika. K o n st a n t i u o p e l, 21. April. Agence Milli meldet: Infolge der Erklärung des Kriegszustandes zwischen den Bei einigten Staaten und dem Deutscheu Reiche hat die oSmanischc Regierung der amerikauischen Botschaft in Konstantinopc! mu geteilt, daß sie'nach dem Beispiel der verbündeten- Oestrl reichisch-Ungarischen Monarchie die Beziehungen zu deu Lcr eiuigteil Staaten abgebrochen habe. Koiistantiiiopet, 21. April. Dir amevikaitische Botfchoti wurde gegen Abend von der Pforte amtlich vom Abbruche der Beziehungen in Kenntnis gesetzt. Der Botschafter Elkus wird, da er an Typhus erkrankt ist, noch einige Zeit in Kou stantinopel bleiben müssen. Sein Zustand soll sich seit gestern gebessert haben._ Das Ringen in öer Champagne. Berlin, Ll April. Trotz der heftigen Kqmpfc, die am gestrigen Tage im Raum Aisne— Ehaqipägne stättfattden und sich an manchen Stellen zu äußerster Wildheit steigerten, bot das gewaltige Ringen, wie schon in den letzten Tagen, nickt mehr daS Bild ctncr einheitlichen nach großen strategischen GesichtSpunttcn geleiteten Schlacht. Vielmehr löste sich die Schlacht in heftige vereinzelte Kampfhandlungen aus, die auf rein örtlich« Erfolge hin- zielten. Auch gestern erneuerten die Franzosen ihre verzweifelten Wer- üche, den Äufftieg aus der Aisneniederung zum Höhenzug des Ehemiu des Tames zu erzwingen. Ihre Angriffswellen brachen wie am gestrigen Tage im deutschen gener zusammen. Westlicn von Eraonnc gerieten die französischen Sturmhaufen in flau- k i e r e n d e s Artilleriefeuer, das sie reihenweise niederwarf. Im Gegensatz zu den erfolglosen Angriffen der Franzosen gelangen die deutschen Gegenstöße, die ihnen, wie süd- lich von Cerny, Geländegewinn einbrachten. Auch östlich von Era onne im Räume zwischen Eraonne und dem Bache Mictte scheiterte ein heftiger französischer Angriff, der nach starker Artillericvor- bereitung, die am Nachmittage zu rasen dein Trommel- f e u e r anwuchs, unter Unterstützung von Panzerwagen gegen 0 Uhr abends„erfolgte. Größtenteils wurde» die Angriffe noch unsere» Graben niedergeschmettert. An einzelnen Abschnitten kam es zu blutigen Nahkämpfen und heftigen Gegenstößen. Nach ad- stauendem Feuer in der Nackt lebte heute morgen stärkeres fein h» liches Artillcriefeucr auch schwerer Kaliber an einigen Stellen wieder, auf...... Ter Block Briinont. der Drehpunkt der Scklachtfront. wurde ebenfalls wieder angegriffen, abermals vergeblich, unter schweren ranzösischen und russischen Verlusten. Nördlich von dem wenige Kilometer, von Reims cittfernren Bethen y wurden feindliche Grabenteile vor unserer Front gesäubert und dabei zwei Unteroffiziere und vierzehn Mann gefangen genommen. Nordwestlick Auberive, am- westlichen Flügel der..Schlacktsront, aiidertc sich die Lage im allgemeinen wenig. Feindliche Angriffe' gegen die von uns gehaltenen Höhenstellungen wurdensblustg abgeschlagen. An einigen Stellen gewänne»-, iwst iin Gc�iangriff Raum. Festid- liche Teilangriffc, die gegen. Abcnd- c i i> setzten, wurden gleichfalls zurückgewiesen, feindliche Kriegsberichte. Französischer Heeres- b e c> ch l vom 2V. Arn! nach- mittags. Südlich von St. Ouen- lt ii war die feindliche Artillerie, der die unsere lcbhait anlloortele. ivährend der Nacht tätig. Gefechte von Slreifabtcilungen nördlich von Urvillers. Iii' der Gegend voir L a f f a u x cricichlen wir bc- li.ichtliche Fortschritte und utachieit etwa 40 Gefangene. Wir wiesen in diesem Abschnitt mehrere deutsche Gegenangriffe ab. Auf der Hochfläche von Lauclerc und südöstlich von C o u r c y nahinen wir int Handgranaten- lampf mehrere Grüben. Lestlich von L o i v r e brachte uns eine gut gesiihcte Unternehmung Gc- lände und l!ö0 Gefangene ein. In der C h a m v a g n e war die Nacht durch heftige Gcgcmvirkung des Feindes gekennzeichnet. Drei starte Gegenangriffe wurden nach Beschießung von den Deutschen iit der Gegend von M o r o it v i l l c r S unternommen. Sperr- und MasÄinengewehrfeuec machten diese Atigriffsversuche zunichte, die dem Gegner sehr starke Verluste kosteten. ÜO Gefangene blieben in nnscrcr Hand. Ueberall sonst ruhige Nacht. Seit dem lt!. April sind durch unsere Flieger in Luftläoipfen zehn deutsche Flugzeuge und drei Fesselballons abgeschossen worden. Vom 20. April, abends. Zwischen St. Quentin und der O i s c starke Tätigkeit der beiden Artillerien, besonders in der Gegend nördlich G r u g i c s. Ter Tag verlief ruhig südlich der Life. Nördlich der Aisue machten unsere den Feind bc- nnrubigenden Truppen weiter Forlschritie in der flitchtung auf den Che min des D a m c s Wir besetzten das Torf Sanch. Gegen 0 Uhr abends n rächten die Deutschen nach einer sehr heftigen Artillcrievorbereitung in der Gegend von A i l l c s und Hurte- b i s e einen Angriff mit starken Kräften, der durch Geschütz- und Abermals eine Schlacht bei Gaza. Tic Türken gewinnen die Schlacht. Konstantinopel, 20. April. Amilichcr Heeresbericht. S i n a i f r o n t: Nachdem noch in der Nacht vom 18. zum 10. an der Front Ruhe geherrscht hatte, cnibrannte gestern früh eine zweite Schlackt bei Gaza. Um 5 Uhr früh setzte hcfiigcS scindltchcs Ariillericfeucr auf die Stadt ein, und es wurden bald die ersten scindlichctt Eiiiwicklutigsbcwcgungcn erkennbar, wenn auch starker Nebel noch die Luftaufklärung verhinderte. Gegen 8 Uhr vormittags begann der feindliche Ittfaitlencattgriff. Beiderseits der Tiraße ttach Gaza griff eine feindliche Division an. Eine zweite Division wandte sich gegen unsere südöstlich Gaza stehende mittlere Gruppe. Die feindliche Kavallerie, die sich etwas zögernd benahm, ging gegen den rechten Flügel unserer linken Flügelgruppe vor. Während dieser Bewegung wurde ein feindliches Panzerauto von uns zerstört. Bis um Mittag war der Kampf auf der ganzen Linie in vollem Gange, dcsoitders gegen unsere beiden rechten Flügel- gruppcn. Trotz großer Verluste gelang es der feindlichen Infanterie nicht, näher als bis auf achthundert Meter heranzilkommen. Nachmittags um 3 Uhr hatte unsere mittelste Gruppe bereits zwei feindliche Angriffe bluiifl abgewiesen. Mit einem dritten Angriff mußte gerechnet werden, nachdem der Feind Verstärtungcn herangezogen hatte. Tie Lage war jetzt schon so günstig, daß Bewegungen zu einem Offensiv stoß gegen den feindlichen rechten Flügel eingeleitet werden konnten. Um 7 Uhr abends hatte unsere mittelste Gruppe auch den dritten feindlichen Angriff mit schweren Verlusten für die Gegner abgeschlagen; alle Ljeiluttgen waren fest in unserer Hand. Auf dem linken Flügel drängte unsere Kavallcriedivision erfolgreich gegen die feindliche Ks- vallerie vor, und cL machten sich allmählich RückzugSbcwegungen am feindlichen rechten Flügel bemerkbar. In den späteren Abcndftun- den ging auch der linke Flügel unserer Infanterie im Verein mit der itavallcriedivision zum Angriff auf den weichenden Gegner vor. In der Dunkelheit waren Anzeichen eines allgemeinen Nückzuges erkennbar. Tie zweite Schlacht bei Gaza war ge- Wonnen. Auf den übrigen Kriegsschauplätzen keine besonderen Ercig- niffc. EniS unserer U-Boote versenkte im östlichen Mittelmecr zwei Segelschiffe, sowie 40 Seemeilen westlich von Alexandrien einen englischen kleinen Kreuzer, wahrscheinlich von der For- glovc-Klasse. » Englischer Heeresbericht au? Aegypten vom 20. April. Wir nahmen die türkischen vorgeschobenen Stellungen nördlich Wadidhuzzi auf einer Front von 6)4 Meilen unter 'Beihilfe der Kriegsschiffe. Ter Kampf dauerte gestern abend noch fort. der Krieg auf öen Meeren. Seesperre unö Versenkungen. Panzerkreuzer Mackensen. Berlin, 21. April. Ein beute vom Stapel gelauscner großer Kreuzer hat auf Befehl des Kaisers den Namen Mackensen er- haltrn. * V-n der Schweizer Grenze, 21. April.(.Köln. Ztg.') Wie die Pariser Blätter melden, wurde am Mittwoch mittag auf der Höhe von Calais ei» großer citglischcr Tauipfer, dessen Name noch unbekanitt ist, von cinein deutschen U-Boot vcr- scnkl. Die Besatzung wurde gerettet. * Tie Versenkung des spanischen„Tont". Madrid, 20. April.(Funkspruch dcS Vertreters des Wiener K. K. Telegraphen-Korrospondenz-BureauS.).Imperial' meldet: Am vergangenen Sonnabend wurde der spanische Dampfer T o nt (2113 Tonnen), mit 6ö00. Toiinrn Eisenerz von Bilbao nach C a r d i s f unterwegs, in der Nähe von La Nochella von einem Unterseeboot verscnlt. Ter Dampfer fuhr im Geleit zuge mit 15 S ch i f f c ir der Ciiteute. Als das Herraiinahen des U-Boots gemeldet wurde, ergriffe» alle die Flucht. Ju demselben Augenblick erhielt der Dampjcr Tom eine» Torpedo und ging in wenig«» Mtmite» unter. Madrid, 20. Avril.(Fmikspruch des Vertreters des Wiener K. K. Telegraphen- Korrespondenz- Bureaus.) Tie Blätter bnitgett nähere Einzelheitett über den llntcrgaitg des spanischen DampierS Tom infolge einer Explosion. Der Dampfer ging vergangenen Donnerstag nachts von Bilbao im Konvoi mir eiitettt fpant- ichen, einem norwegischen und vier englischen Dainpfern ab. Die Dampfer liefen den französischen Hafen St.-Iean-de-Luz an, wo sich ihnen neue Handelsschiffe verschiedener Natwnalilätcit anschlössen. Sonnabend fiiih crsolgle 40 Secineilcn südlich Bordeaux auf dem Tom eine heftige Explosion und das Schiff ging in wenigen Minuten Maschinengewehrfeuer gebrochen und vollkommen abgeschlagen wurde. Der Ärtillcriekampf geht in dieser Gegend sehr lebhaft weiter. In der Champagne haben wir trotz des crbiticrien Wider- slandes des Feindes mehrere wichtige Stützpunkte am Massiv von Moronvillers genommen. Seit dem 16. April haben wir zwischen S c i s s o n s und Auberive über 10 000 Gefangene ge- macht. Tie Zahl der in der gleichen Zeit erbeuteten und gegen- wärtig gezählten Geschütze übersteigt 100. In den Argonnen sind unsere Abteilungen nach einem lebhaften Kampfe bis in den zwcilcn feindlichen Schützengraben vorgedrungen und haben dort zahlreiche Leichen gefunden. Von der übrigen Front ist nichts zu melden. Englischer Heeresbericht vom 20. April. In der Nacht gewannen wir in der Nachbarschaft von Villers Guts- lain Gelände. Außer gegenseitiger Artillerietätigkeit an zahl- reichen Stellen der Front ist nichts zu berichten. unter. Ein Teil der Mannschaft wurde durch Fischerdampser ge- rettet. Die Mamischaft berichiet, daß nicht festgestellt werden konnte, ob der Dampfer durch eine Mine oder einen Torpedo eincS Unter» jecbootcs versenkt wurde. Einer Meldung dcS.Jmparcial' zufolge hieß der kürzlich 30 Seemeilen von Tanger von einem Ilutersceboot versenkte britische Dampfer Odyssee II(2189 Tonnen). Madrid, 20. April.(Funkspruch des Vertreters des Wiener K. K. Tclegraphctt-Korrespondcnz-Bnreous.) Aus Tanger wird gc> meldet, daß der e tt g l i f ch c Dampfer P a t a g o n a(7000 Xtmitcit) ohne Warnung von eittetn Unterseeboot versenkt wurde. An der portugiesischen Süd- und Westküste wurden die g r i e ch i- s ch e n D a in p s c r D u S I a l i und A r i o l o von einem Uiitersce- boot versenkt, 50 Secineilcn vom Kap Spartcl wurden die eng- tischen Dampfer BrieS Rubert und Kurt torpediert. » Bewaffnung der japanischen Handelsschiffe. Lern, 20. April. Das in Marseille erscheinende«Echo de Ehine' meldet aus Tokio, daß die japanischen EckiffahrtSgesellschaften be- schlössen, lfie zwischen Europa, Amerika, Südafrika und Japan per- kehrenden Handelsschiffe zu bewaffnen. * ?)muidcn, 21. April.(Meldung der Nedcrlandsch Telegraf Agent- schap.) Hier wrrde die aus 35 Mann bestehende Besatzung des norwegischen DantpffrZ K in g l i des belgischen Hilfskomitees gelandet, der gestern um 10 Uhr abends durch eine Mine oder durch Torpcdicrung zum Sinken gebracht wurde. Kleine Kriegsnachrichten. Zusammenkunft zwischen Ententeministern. AuS Paris Wied gemeldet: R i b o t und Llobd George haben sich gestern(Frei- tag) nach St. Jean de Maurice begeben, wo sie mit Bosellr und S o n n i n o eine Begegnung hatten. Heute sind sie nach Paris zurückgekehrt. Englische Mission nach den Bereinigten Staaten. Amtlich wird aus London gemeldet: Balfour ist heute an der Spitze einer außerordentlichen Mission nach den Vereinigten Staaten in Halifax cingctroffcn. politische Uebersicht. Kommt das Arbcitskammergcsctz? Die Erwartung, die ivir anläßlich der jüngsten Bundesrats- bqchlüsse aussprachen, daß die Regierung einige Gesetzentwürfe ausarbeite, die für die Arbcitersckmft materielles Int er- esse hätten, daruntcr namentlich das Arbeitskammer» gesetz, wird von anderer Seile bestätigt. Der Gesetzentwurf über die Arbeilskaniinern scheiterte im Jahre 1010 bekanntlich daran. daß die ReichSregicrung die Gcwerkschaftssekretäre nicht als Vertreter der Arbeiter in den ArbeitSkammern anerkennen wollte. 'Nach einer Mitteilung deS„B. T.' soll die Regierung ihre Sick- luitg zugunsten der Gewerlschasten geändert haben; tna» erwarte eine baldige Erklärung des Staatssekretärs Dr. Hclsferich in dieser Beziehung und eine Wiedcrcinbringung der Vorlage. Wir haben unscrn Standpunkt zu solchen Teilresorinen bereits dargelegt; ivir nehmen sie an, betrachten sie aber nicht als Er. füllung des Versprechens einer Neuorientierung von G r u nd auf. Ter Jvlnch der bösen Tat. Einen etwas grotesken Vorschlag titachl die„Kölnische Zeitung" zur Lösung der preußischen Wahlrccktsfrage. Sic geht davon aus, daß man von einem Parlament nickt verlangen könne, daß es den Ast absäge, aus d e nt es sitzt, und daß daher nicht zu erioartcn sei, daß daS preußische Abgcorditctenhauö sich durch An- nähme des gleichen Wahlrechts s e l b jt entleibe. Deshalb will die„Kölnische Zeitung" ein anderes neues Parlament Ivählen lassen, einzig zu dem Zwecke, das it e ti e Wahlgesetz zu schaffe u. Von dem bisherigen Dreiklassensystem soll bei der Neuwahl dieses Reformparlaments nur dadurch abgewichen lvcrdcn, daß jedem Kriegsteilnehmer ein fingier- tcr Steuersatz von 250 Mark zugerechnet ivird, wodurch die meisten KricgStcilnchmcr in eine höhere Klaffe ausrücken würden. IlnS erscheint der ganze Vorschlag indiskutabel. � Aber in einem hat die-.Kölnische Zeitung" recht, daß es sehr schwer, fast unmöglich ist, ein Privilegiciiparlarnrnt zur Abschaffung der Vorrechte zu bcivcgen, aus Grund derer, es gewählt ist. Das ist eben der Fluch der bösen Tat, daß ein Klassen- Wahlrecht, einmal eingeführt, nur unter größter S ch>v i e r i g k e i t loszutoerdcn ist, auch wenn es längst als schlecht und veraltet erkannt ist. Daran sollten namentlich die denken, die noch immer»iit dem Gedanken der Einführung eines P l u r as kla sse n w ahl r e ch l S in Preußen spielen. Pcrsoncnkultus. Tcr Sozialdemokratie wird von ihren Gegnern vorgeworfen, daß sie mit ihren Führern Personenkulius treibe. In Wirklichkeit ivird wohl Personcntultus gelriebcn— aber komischerweise von den Gegnern selber. Bei den Alldeutschen ist es z. B. reine Rarrenmodc geworden, alles, was irgendwie in der Sozialdemo- kratic gesagt oder geschrieben wird, mit dem Namen Scheidcmann zu belegen. Ein typisches Beispiel bietet die„Deutsche Tageszeitung", die in ihrer Morgemtuuniier vom Sonnabend gegen einen Artikel der „Internationalen Korrespondenz" polemisiert. Die„I. K." ist bekanntlich ein rein privates, kein parteiamtliches Unternehmen. dem Genosse Echcidcinann gänzlich fernsteht, und der bctrcfscndc Artikel ist nicht gezeichtiet. Trotzdqu schreibt die„Deutsche Tage»- zeitung" etwa nicht:„Tie I. K. schreibt", sondern dauernd:„Schci- demaiui schreibt",„Ter neueste Befehl Herrn Scheibemanns", „Scheidcmann besteht daraus",„Herr Schcidcmann hält den AugciW blick für gekommen",„Herr Scheidemann schlägt jetzt nachdrückliche BefchlSiönc an" usf., usf. Ter diesen PersoncnkultuS mit Scheide- mann treibt, ist kein anderer als Graf Rcventlow. In seinen monarchistischen Gedankengängen kann er es sich offenbar nicht anders vorstellen, daß es auch in einer demokratischen Partei rein monarchistisch zugehe. Nur halb aufgehoben. Anläßlich der Aufhebung des Icsnitcn« gesctzes verweisen Blätter, die dem evangelischen Bund nahestehen. daräns, daß nur das ReichSgcscd aufgehoben ist und damit wieder die cinzelstaatlichen Gesetze in Kraft treten, die den Jesuiten den Zutritt verwehren. Solche Gesetzesbestimmung bestehe beispielsweise. in Sachsen und in Württemberg. Ter würiiembergische„Staats-- anzeigcr" meist bereits in feinem amtlichen Teile darauf hin, daß trotz der Aufhebung des Reichsgesctzcs auf Grund des Artitels 15 des württcmbergischen LandeSgcsetzcS vom 30. Januar 1862 die Staatsgcivalt in keinem Falle ohne besondere Ermächtigung befugt ist. den Jesuitenorden oder ihm verwandte Orden im Lande zuzu- lassen.— In Sachsen setzt sich der Ausschluß der Jesuiten nach § 56 Absatz 2 der Verfassung. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Bayern und Baden, während sie in Preußen sehr unklar sind, da zwar in Preußen der Jesuitenorden durch Gesetz vom 31. Mai 1875 ausgeschlossen ist, aber daS Gesetz vom 29. April 1887 Orden zuläßt, die sich der Aushilfe in der Scclsorge widmen.— Welch Glück für daS Zentrum, es bleibt ihm noch AgitationSstoff. Parteinachrichten. Partei Nummer drei! Daß es mit der angeblichen„Einigung" der Opposition in Gotha nichts war, haben wir schon festgestellt. Jetzt erleben wir die Bildung abermals einer neuen Spaltungspartei, die zunächst getragen wird von den Bremer und Hamburger„Linlsradikalcn". Unser Bremer Parteiblalt, die„Bremer Bürgcrzeitung", ist in der Lage, ein Rundschreiben dcS Vorstandes der Bremer Link-,- radikalen zu vcrösscutlichen, das unterzeichnet ist von der vcr- antwortlichen Redakteurin der Bremer„Arbeitcrpolitik", Frau A h r e n S. Dieses Rundschreiben äußert sich über die in Gotha ncugcgründcte Spallungspartei wie folgt: „Woher sollen die Arbeiter das Vertrauen nehmen, daß die die jetzigen Führer, die durch ihr Zagen und Zaudern durch Monate hindurch die Ebert und Scheidemann gestärkt haben, ihre Interessen vertreten werden! Die neue Partei wird die Interessen des Proletariats ebenso verraten, wie es die alte tat. Sie wird in keiner Weise den Anforderungen gerecht werden, die die heutige schlvierige Lage der Arbeiterklasse an ihre wahre organisatorische Vertreterin stellt. Sie wird, wie die Sozialdemokratie, organisieren, Posten schaffen, eine wohl- dotierte Bureaukratie erstehen lasse», aber sie wird nicht kämpfen. Ihre Führer werden wie in der alten Partei viel reden; aber sie werden nicht handeln." Es wird dann daraus hingewicscn, daß die Hamburger Links» radikalen bereits den Beitritt„zu der Partei des Parlamentclns ablehnten und kurzerhand ihre eigene linkSradikalc Organisation gründeten". Dann heißt cS weiter: „Arbeiter und Arbeiterinnen! Bremen galt von iehcr als die Hochburg des Radikalismus. Zeigt, daß ihr euch nicht dazu hergeben wollt, eine neue Partei stärken zu belfen, die üben kurz oder lang dach ivieder auSeinanderfallen wirb. Am Frei- lag wird der Sozialdemokratische Verein sich zu entscheiden haben, ob er die Komödie von Gotha mitmachen will, oder ob er die Genossen im Lande stärken helfen will, die erkannt haben, daß die Zeit für die Gründung einer eigenen linkSradikaleu Organisation gekommen ist. Erscheint darum in der Vcrsamm- lung. Es darf keiner fehlen!" Da hätten wir nun Partei Nr. 3! Partei Nr. 4 wird vcr- mutlich bald folgen bzw. besteht schon durch Julian Borchardt und seine Gruppe«Internationale Sozialisten". Sollte sich nicht in dieser Zeit der Kriegsgründungcn bald der unternchmcnbe Herr finden, der Partei Nr. 5 und 6 gründet? So wuchert der von der Opposiiion entfesselte SpaltungSgcist in ihren eigenen Reihen weiter. Aus diesem Chaos der Grüppchcn und Sekten kann die deutsche Arbcilcrbeivegung nur eins retten: die Treue zur alten Partei. Nach BorchardtS Muster. Julian Borckardt bat der Welt gs- zeigt, wie man als überradilaler isozialist Geld verdienen kann, indem man zu einem Auch, daS den uneingeschränkten U-Boot-Krieg propagiert, ein Vorwort ichreibt. Die„Leipziger VoltSzeilung" kann noch mehr. Sie veröffentlicht im redaktionellen Teil einen Nachruf für den verstorbenen Kommerzienrat Bern- hard Meyer, den Begründer des mit der Abon- ncttienbcrsicheniitg liebsendc» Blättchenü«Nach Feierabend". ciitcs Uitlertiehtnen-?, das die Sozialdentokratie stets als arbeiter- schädlich bekämpft bat. Natürlich schreibt die«Leipz. VolkSztg." den Nachruf nicht des Geldes ivegcn. Nur der Zufall ivill, daß eine ganze I n f c r a t e n s e i l e derselben Nummer der«Leipziger VollSzeiittttg" mit N i e s e u- T o d e S o n z c i g e n für Herrn Meyer bedeckt ist. Nur die Inserate sind bezahlt, naturlich, der redallionclle Nachruf nichl. Kamt ja auch gar nicht sein, denn in dem Nachtus wctdcn Herrn Meyer auch einige Ilnsrcimdlichkeitcn nachgerufen. Freilich, der Verleger des Ecdmamischcu Buches halte nichlS dagegen, daß Julian in seinem Vorwott Angriffe gegen dieses selbe Buch erbob. Reklame blieb es trotzdem sür ihn, und er bezahlte das Vorwort gern. So trösten sich vielleickl auch jetzl Herrn Bernhard Meyers Gcschästs- nacksolger: der Nachruf snc Herrn Meher ist ja nicht durchweg günstig, aber die Tatsache. daß Herr Kommerzienrat Bernhard Meyer überhaupt einen redaliiouelleit Nachruf in der„unabhängig" (aitcti von dem Geld der Inserenten unabhängigeit) sozialdeiito» Iratischen„BolkSzeitung" bekommt, bedeutel doch für ihre hauptsächlich aus Arbeiterfamilien spekulierenden Unternehmungen eine ganz nette Retlame. Borckiardt hat es dumm angestellt: ihm konnte man nachweisen, daß sein Vorwort mit Geld bezahlt war. Aber iver will etwa bchanpien. daß der redaktionelle Nachruf der «Leipziger VotkSzeiiung" bei der Ausgabe der RiesentodeSinserato zur Bedingung gemacht ivorden sei? Ja, wer will daS? In Leipzig ist es zur Spaltung der deriigeit Sladtverordncten- fraktion gekommen. Sechs Siadlvcrordneie bleiben in der sozial- demolraiischeit Partei, nemt.Unabhängige" schufen sich eine eigene Frallion.-■■ Letzte Nachrichten. Tic norwegische Krise. Kopenhagen, Ll. April. Wie„Politiken" aus Kristiania meldet, dauerte die Geheimsitzung des Storthingt bis 121- llhr nachts, lieber das Ergebnis verlautet, daß die Regie- rung im Amte verbleibt. GMLrkschlMbeWGMV Verlin und Unigegenö. Lohnbewegung der Bauklempner. Seit dem 1. April ist der Tarifvertrag der Bauktempuer ab- gelaufen, weil nach der durch die Arbeiter ansgesprocheueu Kündigung eine Verständigung über den geforderten Lohnsatz von 1,50 M. für die Stunde nicht erzielt werden konnte. Kürzlich verhandelten die Vertreter der Vertragsparteien vor dem Einigung-amt des Ge- Werbegerichts. Der von den Arbeitern vertretenen Forderung von 1,50 M. setzten die Unternchnier das Angebot entgegen, den bis- herigen Tariflobn von 83 Pf. auf 1,20 M. zu erhöhen. Nach längeren Verhandlungen boten die Unternehmer 1,25 M. und die Arbeiter erklärten sich bereit, auf 1,35 M. zurückzugehen. Eine Ver- ständigung kanr vor dem EinigungSamt nicht zustande. Die Partsien gingen ohne Llesultat auseinander. In der am Donnerstag abgehaltenen Branchenversammlung der Bauklempner empfahl der Lranchenleiter namens der Kommission rind der Vertrauensmänner: U eberall einen Stunden- lobn von 1,10 M. z n fordern und dort, wo dieser Lohn nicht bewilligt wird, die Arbeit nieder- zulegen.— Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.___ Zur Frage des Siedenuhr-Ladenschluffes veranstaltet der Kauf männische Verband für weibliche Angestellte Montag. 23. April, abends 8 Uhr, in den Germania-Sälen, Chaussee- stratze HO, eine öffentliche Versammlung, in der Fräulein Marie Andres; und Fräulein Gertrud Israel sprechen werden. Auch der Verein zur Bekämpfung des Achtuhr- Ladenschlusses hält am Moutad, abends 8% Uhr, in der Vikloria-Brauerei, Lützowstraße, eine Versammlung ab. kluslanS. Tie Schweizer Bäcker für ei» Nachtbackvcrbot. Die Bäckergesellen des Kantons Neuenburg haben an den Ne- gicrungSrat eine Eingabe gemacht, in der die Aufhebung der Nacht- arbeit verlangt wird und ein Verbot der Sonntagsarbeit. Wachsende Unzufriedenheit der englischen Arbeiter. In England hat das Exekutivkomitez der Amalganmted Society os Enginecrs sich veranlagt gesehen, einen Aufruf an seine Mitglieder herauszugeben, der sich gegen die � zwei vorgekommenen Arbeitseinstellungen wendet, die er zugleich als Be- drohung der nationalen Interessen wie als Verletzung der Verbands- statuten und des vom Verband mit den Unternehmern geschlossenen Uebereinkommens bezeichnet. Er fügt hinzu:„In gewissen Kreisen des Verbandes zeigt sich eine wachsende Tendenz, die Antorirät der Verbandsverfasiung zu mitzachtcn. Das ist etwas sehr Ernstes und wenn dem Nebel nickt Einhalt getan und die Verbandsregetn streng beobachtet werden, ist das Unheil für den Verband unvermeidlich." Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Kapitaltransaktion im Loewe-Kouzern. Die Gcneralversalmnlung der Knorr-B rem se-Aktien-Ge seil- s ch a s t hat beschlossen, das Aktienkapital, das erst im Vorjahr von acht aus zebu Millionen Mark erhöbt worden ist, um Weilers fünf Millionen Mark ans 15 Millionen Mark zu erhöhen. Die neuen Aktien werden mit 25 Prozent eingezablt. Durch die neue Kapital- iransaktion erhöht sich die AktienheteiNgung der Loewe-Gesellschast an der Knorr-Bremie-Gesellschaft aus 8,27 Millionen Mark. Der Ueberschuß bcläust sich auf 1,22 Millionen Mark(1.81 Millionen). ES sollen 11 Proz. Dividende ausgeschüttet werden gegen 15 Proz. im Vorjahre. Treuhänder für das Bcrmögeu feiudlicher Staatsangehöriger. Auf Grund einer am t. Mai in Kraft tretenden Verordnung des Bundesrats wird die Ernennung eines Treuhänders für das feindliche Vermögen erfolgen. Der Treuhänder ist befugt, im In- land befindliche Vermögensstände von Feinden unter Verwaltung zu nehmen. Unternehmungen, Niederlajsungeir und Grundstücks jedoch nur mit Zustimmung der LandeSzeniralbehörde. Die Eni- scheidung des Treuhänders, fcast die Voraussetzungen für die Ueber- nähme der Verwaltung durch ihn vorliegen, kann nur im Aussichts- weg angefochten werden. Erhöhung dcs Tarlehens an die Rcedereitu? Wie der„Franff. Ztg." aus Berlin gemeldet wird, scheint es sich zu bestätigen, daß die Verhandlungen der Reedereien, das Wiederaufbau-Darleheir des Reiches ganz erheblich über die früher geplanten 30 Millionen Mark hinaus erhöbt zu erhalten, einen beträchtlichen Erfolg versprechen. Auch die Bedingungen dcs Dar- lchcns würden für die Reeder günstiger sein als früher geplant. Es ist zu beachten, daß inzwischen der Kriegszustand in Nordamerika und Brasilien eingetreten ist. Neue Steinsalzlager.� Die deutschen Solway-Werke«rbohrten nach einer Essener Meldung der.Frkf. Ztg." in Borth(Riedsrrhein) nach zehnjähriger Arbeit Steinsalzlager. Das Nheiuisch-Wcstfölischc Kohlcusyndikat beruft auf den 30. April eine Zechcnbesitzerversammlung ein, in der die Richtpreise für die Monate Mai, Juni und Juli sowie die Beteiligungsantcilc für Mai festgesetzt werden sollen. Soziales. Tic Berliner Handelskammer gegen den Achtuhrladenschluß. Im Einverständnis mit ihrem Kleinbandelsansschuß hat die Berliner Handelskammer an den Handelsmimster eine Eingabe gerichtet, in' der betont wird, daß ein wirtschaftliches Bedürfnis für die Verlängerung der Arbeitszeit der Berliner Ladengeschäfte unter den augenblicklichen Umständen nicht vorliegt und daß die Jnter- essen des kaufenden Publikums hinreichend dadurch geschützt sind, daß die Lebensmittelgeschäfte bis 8 Uhr geöffnet sind. Was in dem weitläufigen Berlin zutrifft, gilt natürlich erst recht für kleinere Orte. Es hat daher die Eingabe erhebliches Ec- wicht. Im Anschluß daran möchten wir bemerken, daß uns zahlreiche Einsendungen von Geschäftsleuten zugegangen sind, die sich durchaus aus den von unS am 20. d. M. cingenommenen Standpunkt stellen. Hervorheben möchten wir dabei, daß uns ans einem Vor- ort mitgeteilt wird, daß eine große Anzahl der dortigen Geschäfte sogar eine halbe Stunde früher schließt, weil Käufer nicht mehr zu kommen pflegen.__ Brandenburgische Krankenkaffen Konferenz. Eine Konferenz der Krankenkassen der Proninz Brandenburg fand dieser Tage in Brandenburg a. H. statt. Tie Versammlung beschäftigte sich in der Hauptsache mit Erörterungen über die Er- fahrungen der � Krankenkassen mit den Äriegsgcsctzem ihre, Ein- Wendung und Auslegung und über die Ausgaben-der Krankenkassen nach dem Kriege. Verwaltungsdirektor Daunefeld von der Allge- meinen Ortskrankcnkasse in'Berlin-Schöneberg. der hierüber rc- icrierte, fübrte aus, daß-den Krankenkassen ein großer Teil der Fürsorge für die Kriegsbeschädigten auferlegt sei. Ta uock der Spruchpraxis der Verwaltungsgerichtsbehörden kein Unterschied gein.rcht werde zwischen Krankheiten, die ein Unterstützungsberech- tigtcr infolge eine Kriegsdienstbeschädigung erleide oder gewöhn- lichen Erkrankungen, da ferner selbst jeder als gänzlich erwerbs-- unfähig entlassene Kri-egSteilnebnier innerhalb sechs Wochen nach der Rückkehr in die Heimat Iviedcr freiwilliges Kasjenmitplicd werden könne, so entstanden den Krankenkassen ganz außcrgcwöbn- lieh hohe Aufwendungen, für die ihnen jedoch die Einnahmen fehlten. ES sei daher der Gedanke erörtert worden, für diese Auf- Wendlingen, die eigentlich dem Reiche zukämen, Ersatzansprüche an das Reich geltend zu inachen. Ein diesbezüglicher Beschluß sei auch bereits aus der Tagung dcs Hauptverbandes deutscher Kranken- kassen am lt. Oktober 1915 in Frankfurt a. M. gefaßt worden.— Nach dem Kriegs ständen den Krankenkassen große Aufgaben be- vor, die haupffächlich den Ausbau der Wochenhilfe durch Errichtimg Vau Säuglingsfürsorgestellen, die Wohnungsfürsorge, die Be- kämpfung der Tuberkulose, des Alkobolismus und der Geschlechts- krnnkheiten beträfen. Die Kranken tassen seien berechtigt und be- rufen, die aus diesem Gebiete tätigen gemeiunützigcn Organisa- tianen durch Beitritt oder Zuwendungen von Mitteln zu unter, stützen.— Die Versammlung stimmte den Leiffätzen des Vortragen- den zu._ Ocffeutlich-rrchtlichc Lebcustiepsicikrrung auf Kosten der Steuerzahler! Unlängst wurde mitgeteilt, daß der Provinziallaiidtag der preußischen Provinz Sachsen gezivungen war. um die im Jahre 1911 erst gegründete Provinzialanstalt' des Kappschen Konzerns am Leben zu erhalten, einen Zuschuß von 260 000 M. zu bewilligen. Diese für die Steuerzahler der Provinz höchst unerquickliche Tat- lache bat sich nun in den Provinzen Brmrdcnburg und Bosen in ähnlicher Weise wiederholt. Ter Provinziallandtag von Branden- bürg mußte der öffentlich-rechtlichen Prouinzial-Lebensperficki:- rnngsanstalt zur Deckung des entstandenen Fehlbetrags 210 000 M. überweisen, und der Provinziallandtag von Posen hat der dortigen Anstalt eine weitere Stundung der Zinsen für das überwiesene Stammkapital nebst Einrichtungskosten gewährt. Die Großsprechereien der Agitatoren Kavps waren, wie diese Taffache zeigt, weniger am Platz, als es die Unterstellung der An- stalten unter die Aufficht des Kaiserlichen Auffichtsamts im Jntce- esse der Provinzen und der Versicherten gewesen wäre. Frauen-Leseabenüe. Reukölln. Morgen Montag, abends 8'/. Ilbr. bei H ents ch el, Hcrrjurtbstr. M. Vortrag des NeichtagSabg.«ö" Sonnenschirme Reine Seide mit Hülle, in verschiedenen__c Farben........................ o«' � Reine Seide mit Hülle, extra dünn, s n nr Malakkarohrgriff...................... Reine Seide tieft Form. m. goldfarbenem in cn Gestell....................... lu-->y Reine Seide tiefe Form, mit Paspel.. 14.25 Reine Seide moderne Bogenform, mit,.. 2 Rüschen..................... Wäschestoffe Hemdentuch etwa 80 cm breit, für Leib- und Bettwäsche Wäschetuch etwa 80 cm breit, für Damenwäsche passend Makotuch etwa 140 cm, feinfädige, geschmeidige Ware Wäsche-Batist etwa SO cm breit Leinen-Batist etwa 90 und liocm breit, für elegante Taschentücher Bettdamast etwa 130cm breit, großes Mustersortiment Bett-Inlett etwa so CM breit für Kissen Bett- Inlett etwa 150 CM breit für Oberbetten Bett- Inlett etwa 115 CM breit für Unterbetten Nr.1S9 ❖ Z4. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonntag, 22.�prU lHl7 GroßVerlln Tic L ebcnsmittelbes chaffung der Großbetriebe. Die unzureichende LcbcnZinittelbeschaffung der großstädtischen Veoölierung bar auch diejenigen Unternehmer, in deren Betrieben Konnimanstalten bis dahin nicht bestanden, veranlaßt, der Lebens- nnttelbeschaffung eine größere Aufmertsamkeit zuzuwenden. Eigene Einläufer wurden augestellt, um dieser Aufgabe besser geniigen zu können. Diese neuen Warenbezicher waren natürlich in erster Linie darauf bedacht, Waren hcrauzuschaffen, wobei fie nicht so sehr auf die Höhe der Preise sahen. To erschienen die Betriebseinkäufer noch neben den Gemeindeir auf dem Warenmarkt, und beide Gruppen trieben sich untereinander und gegeneinander durch immer höhere PreiSanerbicten die Ware ab. Für viele Pro- duzenteu entstand dadurch die Möglichkeit, ihre Produkte zu höheren als den gesetzlich festgelegten Preisen loszuschlagen: sie waren infolgedessen geneigt, ihre Waren an die von den Betriebseinkousern bevorzugten Handelsquellen statt an die öffentlichen Bewirtschastungs« stellen zu verkaufen. Da besonders nach Fett große Nachfrage ist, so stiegen die Preise damr bis zu enormer Höhe. Preise von 9 M. für das Pfund ssperk und 6 M. für das Pfund Schweinefleisch sind leine Seltenheit. Mit anderen Artikeln ist es nicht viel besser. Dieser Lebensmitielwucher Hai natürlich bei den Arbeitern ge- rechte Entrüstung hcrvorgerusen und kommt in vielen schriftlichen und mündlichen Beschwerden zum Ansdrink. Es wurde dabei auch verschiedentlich hervorgehoben, daß man die Betriebsleitungen zum Teil für diesen Wucher verantwortlich macht! man glaubt, daß der Arbeilgeber auch noch große Ueberschüisc dabei erzielt. Ter Verdacht, daß die Betricbsnntcrnehmer an diesern Wucher beteiligt seien, konnte aber nur dadurch entstehen, daß den Arbeitern in vielen Fällen lein skontrollrecht über die L e b e ii s m i t t e l b c i ch a s f n Ii g eingeräumt wurde. Dort, wo direkte Konsniuanstalteu in den einzelne» Be- trieben bestehen, haben ja die Arbeiicr ein bestimmtes Kontrollrecht, aber in den Betrieben, wo nur ein Einkäufer angestellt ist, wird den Arbeitern vielfach diese Kontrolle ver- weigert oder erschwert. Der Arbeiterschaft muß genaue slenntnis von den Antchastirngspreisen der Waren gegeben werden, lsollten dann bei vorsichtiger Kallulation der Preise für den Weiterverkauf an die Arbeiter trotzdem noch kleine lleberschüjse erzielt werden, so sollten auch diese der Arbeiterschaft zur Verfügung gestellt werden. Eine andere Klage bei dieser Warenverteilnng richtet sich gegen die Bevorzugung der Beamten und Angestellten, die nach Ansicht der Arbeiter hie und da mir der besseren Ware und der größeren Menge bedacht werden. Auch dieser Verdacht wird bei genügender Kontrolle durch die Arbeiterschaft ver- schivinden. Eigentlich müßten schon in jcdein Betriebe, wo Schwer- arbeiter vorhanden find, nach den Wünschen deSKriegsamtes derartige Ausschüsse bestehen, die die Autgabe haben, die Verteilung der den Schwerarbeitern zugedachten Ware» zu überwachen. Sollen die in der Lebensinittelbcschaffung eingerifienen Miß- stände beseitigt werden, so müssen zunächst behördliche Maßnahmen ergriffen werden, um den Einkauf der Betriebseinkäufer nach be- stimmten Grundsätzen zu regeln. Geschieht das nicht, so wird die jetzt bestehende Untctstütznng dcS Warcnwuchets neue Förderung er» fahren. Außerdem muß in allen Betrieben dafür gesorgt werden, daß der Arbeiterschaft bei der Preisfestsetzung sowie Warenverteilung ein weitgehendes ilontrollreckt eingeräumt wird. Auch in Unter- uehiuartrsifen begimu man das Unhaltbare der jetzigen planlosen Wirtschaft einzusehen. So sucht bereits ein großes in- dustrielles Unternehmen zur Versorgung der Arbeiterschaft mit Lebensmitteln bezw. zur Durchfübrung der behördlicherieiis ge- nehmigtcn Selbstveriorgimg mit Schlachtvieh ein in der Mark ge- legcncs GutzupaÄlen. Hier komnir also schon daS Bestreben zuin Ausdruck, fich vom Händler und Produzenten unabhängig zu machen und die Produktion von Lebeiismittel» für die Berriebsarbeiter selbst in die Hand zu nehmen. Ob noch andere Unternehmer diesem Beispiel folgen werden, bleibt abzuwarten. Jedenfalls zeigt die jetzige Beschaffung von Lebensmitteln durch die Großunternehincr, daß hier dringend Verbesserungen geschaffen werden muffen. Da. wie wir hören, eine einheitliche Lebens- in ittelbeschaffungS stelle für Groß- Berlin unter der Leitung staatlicher Organe errichtet werden soll, wäre es viel- leicht zweckmäßig, dieser Stelle auch die Lebensmittelbeschaffung der Großbetriebe zu übertragen. Berliner LcstcuSmittclnachrichten. Bei einem großen Teil der Berliner Schlächtermeister und der Bevölkerung sind Zweifel entstanden, welche Preise für die Fleisch- ulage zu verbilligten Preisen auf städtische Flcischlarte zu zahlen sind. T-a nun aus eine städtische Flei'chkcvrte(Vollkarte) schieres Fleisch oder R o h f e t t nicht in Mengen von% Pfund, sondern nur mit 299 Gramm abgegeben werden dürfen, stellen sich hiernach die Preise für 999 Gramm dieser Flcischsor- tcn tvic folgt: 1. Rindfleisch: Lende 72 Pf,, Schmorfleisch ohne eingewachsenen Knochen und ohne Knochcnbeilage(Keule und Bug) S2 Pf., Zunge mit Schlund 27 Ps., Zunge ohne Schlund, auch gepökelt 56 Pf., Gehacktes 52 Pf. 2. Kalbfleisch: Schieres Fleisch ohne Kiwchcn. auch Schnitzel, 36 Ps., Zunge mit Schlund S Ps.. Zunge ohne Schlund 24 Pf., Kalbsfett roh 56 Pf., Kalbsfett ausgelassen 96 Pf. 3. Hammelfleisch: Zunge mit oder ohne Schlund 8 Pf. 4. Schweinefleisch: Schnitzel und Filet 36 Pf., Rückcnfett, Liesen und Mickcr 32 Pf., Bauck lohne Knochen) 3 Pf.. Backe 8 Pf., Zunge mit oder ohne Schlund 8 Pf. Die Fleischer sind augewiesen, auf ihren Prcis-Ausbängen für die verbilligte Fleischz ulage die hiernach sich er- gebenden Abweichungen gegen die ü--Pfund-P reise noch besonders aufzuführen, so daß der Käufer in der Lage ist, gleich an Ort und Stelle den geforderten Preis nachprüfen zu können. -i- Auf die Kartoffelkarte können 5 Pfund Kartoffeln entnommen werden, Auf Abschnitt Nr. 66 der Lebensmittelkarte cnlfallen 399 Gramm Haferflocken oder Hafergrütze, und auf Abschnitt Nr. 67 199 Gramm Sägo. Die Ab- schnitte sind Montag, Dienstag»nd Mittwoch in den durch besondere Verkanfsschilder gekennzeichneten Kleinhandels- geschästen gegen Empfanysbeicheinigungen abzugeben. Die Ware wird dann nach Ablauf der üblichen Frist zur Verfügung stehen. Am Montag wird in den Berliner Äleinbandelsgeschäften der Verkauf dem Kaffee-Ersatz beginnen. Es muß-von vornherein zu einem sparsamen Gebrauch dringend geraten werden, da die nächste Zuteilung nach Ablauf von etiva 6 Wochen erst zu erwarten sein wird. Zum Beziige von Kaffee-Ersatz vom morgigen Tage ab in den in Berlin belegenen Geschäften sind nur diejenigen berechtigt, welche den Bestellabschnitt 2 ihrer Karte rechtzeitig abgegeben haben. Von einem beträchtlichen Teil des Publikums, namentlich solchen Personen, die vorzeitig den(bekanntlich für ungültig er- klärten) Abschnitt 1 ihrer Karle hatten abtrennen lassen, ist das trotz wiederholter Hinweise nicht geschehen. Für alle diese bat der Magistrat vom Montag bis Donnerstag abend eine N a ch a u m c l- d u u g zugelassen. Den Nacbanmeldenden entsteht jedoch der Nachteil, datz jie zum sofortigen Beziige von Kaffee-Ersatz nicht zugelassen werden können, da"die auf sie entfallende Menge erst wieder herangeschasft werden muß. ES ist dabcr angeordnet toordcn, daß die fraglichen Nachzügler vor dem 1. Mai zur Ent- nähme von Kaffee-Ersatz nicht berechtigt sind. Auch etwaige Schwierigkeiten i» der Belieferung über den t. Mai hinaus müssen hingenommen werden._ Unterstiitznng von Kricgcrfamilie». Tic Bestimmungen über die Unterstützuiig von Kricgerfamilien werden durch eine neue Verordnung des Bundesrates nach zwei Richtungen erweitert. Bisher war Pflegeeltern und Pflegekindern nur dann ein Anspruch ans Unterstützung gewährt, wenn da? uirentgelt- kicke PfTegevcrhältnis bereits vor Beginn des Krieges bestanden batte. Die neue Verordnung gewähr: auch den während dcS Krieges geborenen Pflegekindern den Unterstützungsanspruch und zugleich denen, die während deS Krieges elternlos geworden sind. Eine zweite Verbesserung betriisl die dauernde Festlegung der Sätze der F a m i l i e n u n t e r st ü tz u n g aus 2V M. für die Ehefrauen und auf 19 M. für die sonstigen Angehörigen von Kriegs- teilnehmern. Die Sätze bekiescn sich 1914 aus 9(bezw. 12) und 9 M., wurden dann Januar 1916 ans 15 und 7,59 M, und schließ- lich für die Zeit vom November 1916 bis April 1917 auf 29 M. und 19 M. heraufgesetzt. Die neue Verordnung gibt dicscn er- höhten Sätzen dauernde Geltung. Die„Atndemischen Uiiterrickitsturse für Arbeiter" verfolgen das Ziel, Männer und Frauen, die nickst mehr die Fortbildungsschule besüchcn können, in den elementaren Untcxrichtssächern aus» zubilden. Vor allem sollen die Hörer richtig schreiben, sprechen und rechnen lernen; doch sollen zur Erweitcruiig der Kenntnisse besondere Kurse in Literaiiir und Erdkunde sowie Vorträge und Führungen dienen. Ter Unterricht wird wie bisher von Studie- renden der Berliner Hochschulen erteilt.— Jeder Kurs findet ivöchentlich einmal in den Abendstunden von 8— 10 Uhr statt. Für den Besuch jedes Kurses ist eine ciumolige Gebühr von 50 Pf., sowie 39 Pf. für Lehrmittel zu entrichten. Die Anmeldungen iverden in den folgenden Unterrichtslokalen von 8— 10 Uhr abends entge>rcngcnolnmeil: 1. Im Zentrum: Fricdrich-Werdcrsche-Obcr- realschulc, Niederwallstr. 12, nahe dem Spittelmarkt, am Donners- tag, den 26. April. 2. Im Norden: Gcmcindcschule Gipsstr. 23a, nahe dem Bahnhof Börse, am Eoimabcnd, den 28. April. 3. Im Osten: FortbildiiiigSschiile Langestr. 81, am Schlesischen Bahnhof, am Dienstag, den 24. April.— Am Sonnabend, den 28. April, findet in der Aula, Gipsstr. 28a, um 8 Uhr eine allgemeine Hörer- Versammlung statt, in der über den Unterricht nähere Mitteilung gemacht wird. In dieser Versaunnliing werden auch noch Arnijel- düngen cnlgegeiigcnoiiimcn. Unterrichtsbeginn: 1. Mai, Unier- richtsschluß: Anfang August. Ein Aufruf des Brandenburgischen Provinz-AuSschuffcS der Nationalstiftung für die Hintcrbliebeucn der im Kriege Gefallenen liegt der heutigen Nummer des„Vorwärts" bei. Eine grösiere Gctrcideschicbung lourdc am Freitag in der Schwedter Straße aufgedeckt. Dort fuhr vor einigen Tagen ein Fuhrmann mit einem großen Möbelwagen eines Stettincr Möbclfuhrgcschäftcs auf. Ter Wagen blieb stehen, und am Freitag erschien ein Kaufmann Krznmit aus Kattowitz, der jetzt bicr in der Linien st raße wohnt nnd kleine Handels- und Speditionsgeschäfte betreibt, mit einem Rollwagen und öffnete den Möbctoagen. Zum Staunen der Zuschauer kamen aber nicht Möbel, sondern lauter volle Säcke heraus, die auf den Rollwagen übergeladen wurden. Man bolie die Polizei und diese stellte fest, daß der Möbelwagen 129 Zentner Getreide, Gerste, Erbsen, Mehl und Grütze geladen hatte. Krzuinit behauptet, er habe von einem Unbekannten lediglich den Auftrag erhalten, die Ware abzuholen und»ach dem Gendarm cnmarkt zu bringen. Dort solle er den ivciteren Basti inmungsort der Ladung erfahren. Wober die Ware komme, wisse cr nicht. Die Ladung wurde sichergestellt und Krzu- mit, der eine bedenkliche Pergangcnhcit hat, verhaftet. Er erklärt jetzt, sein Auftraggeber heiße Balzcr, er kenne ilm aber nickt ivciler. In einer Konditorei am Aleranderplatz habe dieser itzn gefragt, ob er nicht unter seinem Namen eine Sendung für ihn kaufen wolle, weil die Sache für ihn zu gefährlich sei. Eines Tages sei dann die Sendung gekommen, ein Spditeur habe sie al�zefahren und das„Uiiizugsgnt habe ein paar Tage gelagert, bis cr cS jetzt nach dem Ecndarmciimarkt brnigeu sollte. Mord und Selbstmord. Im Hanse Ehristburger Straße 49 hat der 45 Jahre alte Parfümier G. Mitülfti seine beiden Knaben im Alter von vier nnd zioei Jcchren und sich selbst zu töten versucht. Das jüngste Kind ist den Verletzungen erlegen, während der ältere Sohn und der Baler durch die Revolverschüsse schwer verletzt wur- den. Mikulfti war zu Anfang des Kriege? zum Heeresdienst ein- gezogen, später aber wieder entlassen worden. Er befand sich seit zwei Jahren wieder zu Hause und arbeitete als Aushelfer bei der Post. Mit feiner Frau lebte cr in schlechtem Einvernehmen. Vor einiger Zeit erhielt Mikulski neuerlich die Einberufung. Er sollte sich in Karlsruhe stellen, folgte aber der Aufforderung nicht, sondern schrieb eineil Brief, in dem er u ritteilte, daß cr kraul sei. Als feine Frau morgens gegen lh9 Uhr cinboltc, jagte er den Kindern und sich selbst Revolverkugeln in die Schläfe. Die Leiche des jung- stcir SohncZ wurde beschlagnahmt. Der Vater und der ältere Sohn find ins Krankenhaus gebracht worden. Ein großer Zuckcrdicbstcilil ist in der Nackt zum 29. April in Weiße nsee verübt ivvrden. Die Diebe drangen in den Lager- schuppen der Berliner Marmcladenfäbrik an der Ecke der Großen See- und Reimbahnstraße ein und stahlen 119 Säcke mit Kristall- zucker. Die Beute im Gesamtgewicht von zweihnndertzwanzig Zentnern hat einen Wert von 7999 M. Zur Fortschaffung des Zuckers haben sich die Spitzbuben eine» Fuhrwerks bedient und mindestens vier Fuhren gemacht, um die Beute fortzuschaffen. Der gestohlene Zucker dürste wahrscheinlich noch in Weißensce lagern. Von den Tätern fehlt noch jede Spur. Eine Beute im Werte von 14 999 M. machte ein Fuhrwerls- dieb in der Motzstraße. Ein Speditionsgeschäft sandte einen Kutscher und Mitfahrer mit einem Rollmagen au», um mehreren Kunden Wein zuzufahren. Während der Kutscher in der Motzstraße abtrug. verschwand., der Mitfahrer mit dem zweispännigen Rollwagen nnd der Ladung. Von ihrem Verbleib ist noch keine Spur gefunden. Mit einem neuen Kniff arbeitet ein Schwindler und Dieb. Eine Bcamtenwitwe in der Dortmunder Straße zählt zu ihren Bekannlen einen Leutnant d. R., der sich in ftanzöfischer Gefangenschaft be- findet. Bei ihr erschien ein etwa 35 Jahre alter Herr und erzählte ihr, daß er einer geschäftlichen Angelegenbeit wegen den Aufenthalt des Offiziers zu ermitteln bemüht sei. Er habe gehört, daß die Dame den Leutnant kenne, und wende sich an sie mit der Bitte um Auskunft. Während dieser Unterhaltung klingelte c» an der WohnungStür und ein Knabe fragte, ob vielleicht ein Herr Hartwig in der Wohnung fei. Gleich darauf empfahl sich auch der fremde Herr, der sich übrigens„Wernicke" genannt hatte. Die Frau ahnte keinen Zusammenhang zwischen ihm und dem Erscheinen des Knaben. Erst zivci Tage später entdeckte sie, daß dessen Anfrage nur bezweckt hatte, sie aus dem Zimmer zu locken, um dem Besucher Gelegenheit zu einem Diebstahl zu verschaffen.„Herr Wernicke" hatte ihr für 1599 M. goldene Ringe gestohlen, darunter einen Wappenring mit dem Zeichen 41. X. Ter Schwindler ist mittelgroß und schlank, hat schwarzes Haar und einen kleinen dunklen Schnurrbart, sieht voll und gesund aus und trug einen dunklen Ueberzichcr und einen schwarzen Filzhut. Er hatte eine große Aktentasche aus gelbem Leder bei sich. 73) Der polizeimeifter. Ein russischer Polizeiromau van Gabrhela ZavolSka. Iaiika ringt eine Weile mit sich selbst, schließlich rückt sie, cm ganzen Körper zitternd, von ihin fort. „Ianka! Sieh mich an! Komm zu dir!" Ihre Äugest rollen wie irre Kugeln, ein gellender Schrei entringt sich ihrem Halse: „Tagejew!".„, � Nun versucht Klißki nicht mehr, der Kraulen den Wahn auszureden. Er fürchtet, sie dadurch noch mehr zu reizen. In seiner Ohnmacht rennt er zum Portier, beauftragt ihn, einen Arzt zu holcit. und eilt wieder� nach Jankas Zimmer. Doch stürzt ihin schon aus dem Flur das Zimmermädchen mit einem furchtbaren Schrei entgegen: „Das gnädige Fräulein I DaS gnädige Fräulein.. Ohne sie anzuhören, eilt Klitzki in das Zimmer. Nahe der Tür liegt Ianka auf dem Boden. Aus ihrer Kehle strömt Blut. Ebenso von ihren Händen. Daneben blitzt das fortgeworfene, blutige Ziasiermesser, das Ianka unter Horökis Sachen gefunden haben mußte. Klitzki eilt auf die Ver- wundete zu, um sie aufzuheben, doch läßt cr sie mit einer nnwillkürlichen Bewegung des Entsetzens wieder los. Ianka hatte sich einen tiefen Schnitt in die' Kehle beigebracht, nach- dem sie sich zuvor die Pulsadern geöffnet hatte. Ihr heißes Blut besudelte Klitzki. Nun drangen Menschen zur Tür herein. Wüster Lärm erhob sich. Niemand wagte sicki der Verwundeten zu näher», die sich st, der Blutlache gräßlich ausnahm. Ihre Augen sind geschlossen, ihr Mund weit ge- öffnet, die Haare färben sich immer röter und bilden einen blutiaeii Glorienschein um ihren Kopf. Klitzki hört den Lärm, doch versteht er weder die Worte, noch die an ihn gerichteten Fragen. Er sieht nichts als die große Wunde, durch die ihr Leben und zugleich seine Hoff- nung und sein Lebensglück entflieheil. Plötzlich dringt ein Sonnenstrabl durchs Fenster und legt sich breit und wohlgefällig auf die Stirn der Toten. Horski zog den dunklen Vorhang zurück. Euie warme, dmltgettäukte Luft wehte herein. Sterne blinkten durch die Wipfel der Bäume. Ianka faß regungslos und blickte zum Fenster hinaus. ES schien, als horche sie auf etwas, auf ihrem Antlitz malte sich Sehnsucht und Verlangen, die träumerische Sehnsucht verliebter Mädchen. Klitzki gewahrte auS dem Nebenzimmer mit Freude diesen Ausdruck, der ihm die Verheißung ciucr besseren Zu- kuilft war. Ianka schien Lebenskraft und Lebenslust wiederzugewinnen. Sie begann sich für den Ort ihres jetzigen Äufeuthalts zit interessieren, blickte manchmal heimlich zum Fenster hinaus und bat den Vater, länger bei ihr zu bleiben. Nach Kazjo fragte sie aber nicht. Sie war zu der Einsicht gelangt, daß sie den Bruder durch ihren Leichtsinn zugrunde gerichtet hatte. Seitdem genügte es, seinen Namen zu nennen, um bei ihr einen Ncrvenanfall hervorzurufen. Aber man konnte vom Tage, da eine Besserung in ihrem Zustande eingetreten war. bemerken, daß Ianka noch ctwaS fragen wollte, es aber nicht wagte. Sic ließ den Vater rufen und sah ihn mit hochrotem Gesicht prüfend an: „Haben sie Kazjo fortgebracht?" „Nein, Ianka... Kazjo ist hier im Nebenzimmer. Willst du ihn sehen?" Sic sah den Vater lange Zeit erstaunt an, daß er so lügen konnte. „Kazjo... wurde fortgebracht?" fragte sie mit kräf- tigcrer Stimnie. Horski folgte dem ersten Impuls, ging zu der halb geöff- ncten Tür und rief: „Kazjo, komm herein!" Mit Kazjo eilte auch Klitzki herbei. Sie glaubteu, cS wäre etwas Schlimmes passiert. AlS Ianka sie plötzlich vor sich sah, sprang sie von ihrem Lager, richtete sich hoch auf und schrie: „Kazjo! Er!" Letzteres bezog sich auf Klitzki. Ihre Stimme klang freudig und gesund. Trotzdem wagten die beiden jungen Leute nicht, sich ihr zu nähern. Sie standen regungslos da und sahen sie mit erschrockenen Augen au. Der Vater eilte auf sie zu und nahm die fast Ohnmächtige in die Arme. Aber sie wandte den Bück nicht fort, ihre Augen weitete»� sich immer mehr, als wollten sie den Anblick der Menschen, die sie solange verloren wähnte, in sich aufnehmen. „Kommt zu mir I" sagte sie schließlich mit leiser, bittender Stimme. Kazjo trat zuerst zu ihr. Sie fuhr mit ihren mageren Händen langsam über sein Gesicht und Schultern, als wollte sie sich überzeugen, daß sie es nicht mit einer Vision zu tun hatte. „Bist du schon lange wieder frei?" fragte sie.„Haben sie dich sehr gequält?... Bist du mir sehr böse? Sei mir nicht böse I Ich war sehr unglücklich... ich dachte..." Sie bielt inne und wurde plötzlich blaß. Ihre Slien runzelte sich. Aber Kazjo begann schnell ihre Fragen zu be- antworten, daß er gar nicht verhaftet worden fei und recht- zeitig über die Grenze geflohen war. Aber sie schüttelte ungläubig den Kopf. Ihr Blick fiel auf Klitzki. Eine leichte Röte glitt über ihr Antlitz. Sie sagte kein Wort, streckte nur die Hand aus. Er küßte diese hagere, bleiche Hand und vermochte nur mit Mühe die Tränen zu unterdrücken. Doch sie bemerkte eS und sagte traurig: „Alle ivemen durch meine Schuld!" Man versicherte ihr, daß eS Freudentränen seien. Aber die Sorge wich nicht von ihrem Antlitz. Dennoch machte die Besserung ihres GesundheilszustandeZ rasche Fortschritte. Sie hatte keine Visionen mehr und be- gann in normaler Weise zu leben. Sie ließ sich überzeugen. daß sie nicht nur in Finsternis und Einsamkeit sicher sei, und daß sie sich fern von Tagejeiv imo seiner Bande befand. Klitzki gab sich die erdenklichste Mühe, Ianka zu zerstteuen und ihre alten Gespenster zu verscheuchen. Er leistete ihr jetzt den ganzen Tag Gesellschaft, führte sie in den Zimmern herum, lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die Passanten auf der Straße und ermutigte sie mit seiner starken, innigen Liebe. Horski räumte ihm seinen frühercu Posten ein, um so mehr, als er hoffte, daß die Liebe ihre Rechte geltend machte, und ein Wunder verrichten würde, das bisher unmöglich schien. Ianka begann zu lächeln, sich an den Blumeit zu erfreuen. nur die Sonne konnte fie noch nicht verfragen. (Schluß folgte EÜarloticiiiurg. Verteilung von Kolonialwaren. Der Ab schnitt 6S der roten LebenSmillellarte mutz zur Eintragung für die neue Kundenliste für Kolonialwaren bis Montagabend alö Kontroll- adichuitt abgetrennt werden. Abschnitt 1 der Näbrniittelzusatz- larte für Jugendliche bringt für die nächste Woche Graupen- oder Geratengrütze zum Pimrdpreise von M Pf., auf Abschnitt 2 dieser Karte werden Hasernährmittel Pfund) zum Pfundpreise von 4t Pf. geliefert. Schöneberg. Lebensmittelversorgung. Jir der kommenden Woche pclangcn zur Ausgabe: 500 Gramm Aleisw, ö Pfund Kartoffeln. 1600 Gramm Brot, 50 Gramm Butter und ÜO Gramm Margarine. Tie Eierabschnilte Nr. 13— gültig für drei Eier— und Nr. 19 — gültig für ein Ei— können noch bis zum 23. April eingelöst werden. Daneben werden verteilt: Auf Abschnitt Nr. 8 der LebenS- niittelkarte 3lt Pfund Kriegömus. Auf Abschnitt Nr. 9 der roten Lebensmittelkarte 1 Doie kondensierte Milch oder 3 Flaschen sierili- sierte Milch. Auf Abschnitt 9 der grünen Lebensmittelkarte 1 Pfund Haferfabrikaie. Auf Abschnitt 18 der Lebensmittelkarte 200 Gramm isauerkraut. Auf Abschnitt 14 100 Gramm Dörrgemüse und auf Abschnitt 15 400 Gramm Graupen. Anmeldung für Ab- schnitt 14—15 von Montag bis Mittwoch. In der zweiten Hälfte der Woche kommen zur Verteilung: ' o Psuudvakct Gemüsesuppe auf die rote Lebensmittelkarte und 200 Grainm Teigwaren auf die grüne Lebensmittelkarte. Die Abschnitts- «Ummern werden noch bekannt gegeben. Wilmersdorf. Lebcnsmittelverteilung. In der nächsten Woche kommen zur Abgabe: 500 Grainm Fleisch, 5 Pfund Kartoffeln, ein Ei auf Abschnitt 19 der Eierkarte. Auf die rote Bezugskarte: 1 Pfund KriegsmuS auf Abschnitt G, 50 Gramm Dörrgemme auf Abschnitt W. Auf die grüne Bezugskarte: Va Pfund Salzheringe auf Abschnittt v.(Die Voranmeldung für die Heringe hat auf Ab- schnitt G zu erfolgen.) 90 Gramm Perlsago Abschnitt E, 100 Gramm Teigwaren Abschnitt F, 3 Stück Maggiwürfel oder 125 Gramm lose Suppen auf Abschnitt G. 1 Pfund«sirup auf Abschnitt 25 der Haushaltungskarte. 1 Flasche sterilisierte dänische Bollmilch für Kinder von 0— 15 Jahren. Lichtenberg. Lebensmittelvcrteilung. In der nächsten Woche dürfen 5 Pfund Kartoffeln entnommen werden. Auf die LebenS- mittelkarte dürfen abgegeben werden s) Ohne Abtrennung von Marken, ober gegen Vorlegung der Lichtcnbcrger Lebens- mittelkarte: Salzblumenkohl Pfund 40 Pf., Salzrosenkohl Pfund 40 Pf., Salzrotkohl Pfund 45 Pf., 5 Pfund Rübensauerkraut pro Psuitd 20 Pf., Fruchtkreude Pfund 50 Pf., außerdem auf den städtischen Märkten Möhren zu den jeweiligen Tagespreisen. b) Gegen Abtrennung von Marken: sh Pfund Kunst- bonig zum Preise von 65 bzw. 55 Pf. für das Pfund, je Ii Pfund Grütze zum Preise von 30 Pf. für das Pfund, Vi Pfund Törr- Autzerdcm noch auf die Abschnitte 4— 9 Sardinen, Oclsardinen, Räucherwaren, Dorschrogen,.Heringe oder Rollmöpse, Kabeljau, Dorsch, Schollen und sonstige Fluß- und Seefische. Obne Marken werden abgegeben nur gegen Vorlegung der Lichtcnbergcr Lebensmittelkarte Muschelfleischwurst und Klipp- s'sch. Alle Waren sind in den durch Ausbang kenntlich gemachten Geschäften zu haben. Zur Vermeidung des längeren Anstehens bor den Geschäften sind an Stelle der bisherigen Lebensmittelkarten Anmelde- und Bezugskarten eingeführt, welche in diesen Tagen zur Ausgabe gelangen. Diese Karten enthalten fortlaufende Nummern- abschnitte in drei nebeneinander laufenden Reihen. Tic Kunden haben in Reibe 2 ihren Namen einzutragen und sodann in dem- jenigcn Geschäft, in welchem sie die betreffende Ware kaufen wollen, die Karten vorzulegen. Wegen der Kürze der Zeit mutz in der nächsten Woche noch von der strengen Durchführung dieser neuen Handhabung abgesehen werden, und es ist daher notwendig, datz beim Kauf der Ware diesmal die Abschnitte aller drei Reihen gleichzeitig vom Verkäufer abgetrennt werden. Für die Woche vom 30. April ab, hat bereits die Vorbestellung zu erfolgen. Steglitz. LebcnSmittelnachrichten. Nutzer den Nahrungsmitteln, die allgemein ausgegeben werden, kommen noch folgende Waren in der nächsten Woche pro Perlon zur Verteilung: 150 Gramm Grouven, 200 Gramm Kunsthonig oder Marmelade, V, Pfd. Nudeln, Va Pfd. Suppenpräparate(Kartoffeln und Grietz) und 1 Ei. Treptow. LebcnSmittclzutcilung. In der nächsten Woche werden outzer den einheitlich gewäbrten Hauptnahrungsmitteln folgende Sondermengen verteilt: lli Pfund Sirup oder Kunsthonig auf Ab- schnitt 26 für 10 bezw. 14 Pf., daS Pftmd für 55 Pf.— Va Pfund Weitzkohliauerkraut auf Abschnitt 46 für 10 Pf.— 100 Gramm Dörrgemme auf Abschnitt 22 für 44 Pf.(Mischgemüse) oder 27 Pf. (Stectrüben).— Gewürzgurken, daS Pfund 1.90 M.. in den ein- schlägigen Geschäften in kleineren Mengen gegen Vorzeigung der Lebensmittelbezugskarie.— Bouillonwürfel, das Stück 10 Pf.— Rübensauerkrant, daS Pfund 20 Pf.— Aal in Gelee, die Pfund- dose 4 M.— Frische Jnlandseier für Schwangere und stillende Mürter gegen Vorlegung der Bescheinigung eines Arztes oder einer Hebamme: 2 Stück wöchentlich, das Stück 23 Pf. Ausgabe im Zimmer 13 des Rathauses in den wochentäglichen Diensistunden autzer Mittwochs und Donnerstags.— Räucherwaren und Fisch- marinaden auf Abschnitt 11 der Lebensmittelkarte. Flutzstfche auf Abschnitt 12 der Karte; beides voraussichtlich gegen Ende der Woche in den Geschäften, in denen die Einwohner zum Bezüge dieser Waren eingetragen find. Der Verkauf wird jedesmal durch Aushang in den betreffenden Geschäften bekanntgegeben. Britz. Lebensmittelversorgung. Zur Abgabe gelangen in der nächsten Woche in der Verkaufsstelle: Auf Abschnitt 55 Graupen G/4 Pfund je Person), auf Abschnitt 56 verschiedene Waren (Muschelflcisch in Tosen, Fischklötze, Klippfisch und Scholle in Aspik); Abschnitt 57 Kondensierte Milch(je Haushalt 1 Dose); Abschnitt 58 Sonderzuteilung. Ferner werden abgegeben: Pfeffer, Zwiebeln, Salz, Streich- Hölzer, Gurken und Salmiak-Waschinittcl. Zwiebäcke werden nach wie vor nur an Kranke und auf Sonderzuteilung abgegeben. Friedrichsfeldc. 170 Proz. Zuschlag. Die Gemeindevertretung beendete in ihrer letzten Sitzung nach kurzer allgemeiner Erörterung die Beratungen des Haushaltsvoranschlages für 1917. Der Zu- schlag zur Staatseinkommensteucr wurde wie bisher auf 170 Proz. festgesetzt; auch die übrigen Steuersätze bleiben unverändert. Gerichtszeitung. Wege» Preiswuchers war der Grotzfchlächtermeistcr R i t f ch k e in Berlin zu vier Geldstrafen in Gesamthöhe von 10 000 Mark verurteilt worden. Es handelte sich um die Ver- äutzerung von Kälbern an eine Hoffchlächterci und in zwei Fällen an die Firma Aschinger. Tie übermäßige Preissteigerung wurde darin gefunden, datz der Angellagle das Pfund Kalbfleisch mit 3,50 M. berechnete, während er für das Piund Lebendgewicht 1,70 M. gezahlt hatte. Das Landgericht hielt 2.65 M. für den an- gemessenen Preis. Das Kammerg cricht verwarf die Revision des Angeklagten als unbegründet. Dir Aussehen erregende Tötung eines Menschen, des Land- wirtS Wilhelm S ck ü l e r zu Markgrafpicske, beschäftigt seit län- gerer Zeit die Gerichte. Der Getötete hatte zusammen mit anderen Einwohnern zu Markgrafpieske das Recht, in der Spree bei Fürsten- walde zu fischen. Als er dieses Recht im Juni 1915 mit anderen zusammen ausübte, erschien der Furstcnwaldcr Polizeisergeant Kuhnert in Zivil mit einem Hunde auf der Bildfläche. Tiefer frag!« die Männer, ob sie zum Fischen berechtigt wären. Es kam zu einem Wortwechsel, infolge dessen der Polizeihund auf einen Gastwirt GraSnick lossprang und Kuhnert mit dem Tienftrevolver schoß. Ein Schutz traf Wilhelm Schüler in die Brust, so daß dieser sofort tot zusammenbrach. Der Erschossene hinterließ eine Frau und vier Kinder, von denen drei noch minderjäbrig sind, ein vierter Sohn aber im Felde steht. Kuhnert hat ständig behauptet, von den Fischern beschimpft und bedroht worden zu sei». Der seitens der Ehefrau gegen Kuhnert angestrengte Zivilprozetz hat zu einer interessanten Entscheidung geführt; das Landgericht hat die Klage abgewiesen, weil Kubnert im dienstlichen Auftrage zur Aufspürung von Wilddieben sich an Ort und Stelle begeben hätte Der Rechtsstreit schwebt beim Kammergericht, das den Erben des Schüler das Armcnreckt belvilligt hat. Außerdem bat die Witwe Schüler unter Beistand des Rechtsanwalts Bahn dos Strafverfahren gegen Kubnert betrieben. Da die Staatsanwalt- schoft die Erhebung der Anklage abgelehnt bat. wird nunmehr richterliche Entscheidung über das tragische Schicksal des Getöteten angerufen werden. Das in Frage kommende Fischereirecht besteht übrigens seit langer Zeit und unterliegt keinen Bedenken. Mus aller Welt. Lewivenuvglück. Bern, 21. April Im Stannital zwischen Aschenen und Hassen wurde eine beim Durchschneiden einer Lawine beschäftigte Arbeitergruppe von 26 Mann von einer neuen gc- wältigen Lawine überrannt. Rettungsarbettcn sind im Gange. Zwei Leichen wurden bis jetzt geborgen. Ter englische Dampfer Mesopotamic ist. wie aus Madrid ge- meldet wird, in der Nähe von Valencia g e st r a n d c t. Arbeiter-Samariterbund. Kolonne ctzrotz-Berlin. Bit- gliederveitammlung am Mittwoch, den 25, April, abends 8'/, Uhr, Köperncker Straße 62. Sehr wichtige Tagesordnung. Alle Mitglieder, welche wegen Arbeitsangelegenheit nicht verbindert sind, bitte dringend, zu erscheinen. Gustav Dietrich, Vors., Berlin d, W 23, Klovitockstr. 25, Hof links, partercc. Verkanck dar Jftaler, £ackierer, Unsfreleher Filiale 3evlin. nsro. Bureau: Melchiorstraße 28, Part. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. Arbeitsnachweis: Gormannstraße 13. Fernsprecher: Amt Norden 3791-97. Dienstag, de» Ä4. April 1S17, abends 8 Uhr: Mitglieder-Bersammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 13. Tagesordnung: 1. Tie Teuerungszulage im Malerberuf. 2. Stellungnahme zur„VorwärtS"frage. in Mitgliedsbuch legitimiert» Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung darf kein Kollege in der Versammlung fehlen. 137/12 f I>Ie Ortsrcrwaltnne. Jetzt ist es Zeit zur CsHtndons j des Eijicnheitnes; Guter Gartenboden zn Gemüsebau und Obstanlagen. Billigste Kaufgelegenheifc schönster Gartengrundstücke in i48L Biesdorf Station der Stadtbahn QKute LS M. an Kaulsdor! am Bahnhof beginnend QBute 18 M. an Kaulsdorl-Süd Station Sadovra QBute 15 II. an Petershagen Bahnhof Fredersdorf ("iBute lO JI. an. 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Da im KeschaftSberiiht«her die Auszahlung des ftedente« Sechstel» und die nun bcvorstchcnvc Schliesmng der gröfferen Zahl der Schnhfabrikcu die uöngrn Mitteilungen erfolgen, ersuchen wir um zahlreiche»eteilig«»«- Sektion I fHandelearfoelter). Handelshilssarbeiter uud-arbeiteriuuen der Kauf, uud Warenhäuser sowie alle in öffcutlichen Verkaufsstellen Beschäftigten Freitag, dcu 27. April 1917, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 14/1o l�aal 1): Oeffentlichc Versammlung. Tagesordnung! Der Bundesrat gegen den Sicbeuuhr-Ladeuschlu st Referent: RcichStagSabgcordnctcr Kollege Emil Stahl. Freie Aussprache. Kollegen und Solleginnrn k Wie die Tagcepresse meldet, beabfichtigt der Bundesrat, durch Scrorduung«ahrrud der Sommerzeit den Siebcnuhr-Ladcoschluß wieder aufzuheben. Dafür soll erst um 8 Uhr geschl-ffeu werden. DaS bedeutet für die HandclSarbriterschoft eine SerlSagcrung der täglichen Arbeitszeit um eine ganze Stunde. ES gilt, dagegen Stellung zu nehmen und de» Bundesrat zu ver- aulassen, von der Einführung des Achtuhr-Ladenschluffe» abznsehcn. Erfolg ist nur zu rrwarten, weu» die Kollegen uud Kollegtnncn zu dieser Bcrsammlung itt MdsstN erschciurn und cMMUttg Protest erheben. 4/12 vi« Sektion eleilon*. L. Fritz Wappler. Für Schuhmacher e es tanzte Fleeke lgeklebt). gemischt, in allen Großen Ovale Soblenechoner. gemischt, m drei Groben.. Ranele Schoner in 5- und lO.Ps.-G.otzen..... Bruto Scnräis, Leder-AbfUlf, Lcitzenscc�anghanSstr.öo. TcI.Weig.lSl 14«. Pfd. 5 M :i: « Verband der Maler, Lackierer etc. Filiale Berlin. Den Kollege» zur Nachricht, daß folgende Mitglieder auf de« Schlachtfelder» gefalle» sind: Am 13. März ISIS der Maler Artur Kleszcynskl cv-zk? n-rdm). Am 3. April 1917 der Maler ttsrl(Iezir! Achtenterg). Am 2. April 1217 der Maler Emil Maus(Bezirk T-«P-Ihoy. Ehre ihrem Andenke»! 137/11 VI««rtsvsrHvaeltMiis. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Tem Audcukcu unserer auf de« Kriegsschauplatz gefallene« Kollege»! Am 13. Februar 1917 starb wfolge Derwnudunz der Herren» konseltionsschiieider, Kollege W. Garoczinski,«ed. 11. s. S1. Am 9. Januar 1917 fiel der Herrenmablchnetder, Kollege Karl Ktritzel, s-b. 27. s. Ferner starb am 3. Februar 1917 wfolge Malariasteber, der Herrmmaßschneider, Kollege Eranz Dsida, g-b. s. 7b. 1. schmerxlos oh.Kerulsstör.i. Dr.llotueycr A. Co, hone. Labor, f. Blut- luiteis.. Laden im Harn usw. FriedPiehsir. 81, KßlligSlP. U-ll Ärichstr. Spr. 10— 1 n. 5—8, Sonnt. 10—1. Honorar mäBig, auch TciUahl. — Separates Oamenzimmsr.— Als Opier des Wcttlnegcs starb am 19. Mörz an den Folgen einer schweren Verwundung im Kriegs- lazarett unser lieber Sohn und Bruder, der Landsturnimann Otio Seele. Tie trauernden Hinterbliebenen Oskar Seele, als Vater. 3 Ernst Seele, Paul Seele, zurzeit im Felde, Berta Hosmann, Geschwister. geb. Seele, Anno Fren,g. Seele Martha Seele, Wilhelm Hosmanu.s Seemann Jtzrc»),! Schwager tto Starke,) Magst Du in fremder Erde Kur Ruh gebettet sein, Du wirst in unfern Herzen Doch nie vergessen sein. 2216S Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie Kolleginnen und Kollegen, die unserer unver- geßlichen Dahingeschiedeneu das letzte Geleit gegeben und durch reichen Blumeuschniuck ihre Anteil- nähme zum Ausdruck brachten, sagen wir unseren innigsten Dank. Auch sür die stille Teilnahme sowie die tröstenden Worte aus- richtiger Anteilnahme, die uns unseren herben Verlust leichter zu ertrage» Helsen sollten, herzlichsten Dank. ILA Im Ztzamr« der Hinter- blicbencn Albert Henke. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sage» vir hiermit allen Verwandten und Bekannten uuscmi herzlichen Dank. Mm tugusle Schasla 1321 und Kinder. 3 n�reien Stunden. Romane und Erzählungen sür daS arbettende Voll Pro Heft ISPs. Buchhandlung Vorwärts, Lcrti» LtiS.bS« Lwdwstrahrll. Ühwflitilllgüfltde Krrlin N 54, linifiiflr. 83-85. Geschäftszeit von 9—1 und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 183, 1239, 1967. 9714._ " Montag, de« SS. April 1917: KeÄrks- Versammlungen Für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgende» Lokalen: (forden VA»»»»«»!«. Müllerstr. HS, abends 8*/, Uhr. Karden' F«»tH»Iv' Schwcdter Straße 23, abend« (forden! Feanltc» FefctüUlc, Badstr. 19, abends 8'/, Uhr. Moabit I Sand« Fcats&l«, Bettsselstr. 9, abends 81/, Uhr. Cltarlollenburg: SS- Westen, Schöneberg uudSieglilz: grtsrÄS!": Rhrinstrasic 63, abends 81/, Uhr. Osten uoil Nordosten: SnüstSSSJÄ�SS Ii«» Reuwahl der Bezirksleitung. Uedlenberg und Llralau-Kummelsburg: Bin im», Ait-Boxhagc» 36. abends 8 Uhr. We!�e!l8ee' B«»«»»»««!?ln»eli«> Berliner ZtUee S3l, SlldenbeMv:<£n*tluftt 15'£aai Neukölln!|dcal-re»Uttle, Weichselstrasie 8, abends 7'/, Uhr. Tegel! Lchnhardt, Tegel, vcrlincr Strasie 81. abends 6 Uhr. Vberaeböneveide. Nieder5edöuevejde, dolianviZ- klisl II Hmn• Restaurant IVarncckc, Cbcrsdionciveidr, lllfll U« UlillJ.. Wilheluiiuenhofstr. 18, abends 81/-»hr- Bert«' 8'/, Uhr. Kaiserin» Slugiistc- Tagesordnung in allen B e r sa mm lun g e n: Aufstellung der Kandidaten-;um Verbandstasl Spandau' �ei-t-'Boatnnrnnt, Spandau, Rurftr. Sl, abend» Köpenick und Friedrichsbagen: Kaß,'er" Viktoria Siraste 29, abends 8 Uhr. Ohue Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Metallarbeiter- Notizkalender. Preis 60 Pf., find noch im Bureau und bei den Bczirkskassiercrn zu haben.— Da»(fiesetz über den vaterländischen Hilfsdienst mit den istussübrungsbefttinniunaen, RechiSdclehrungen und Bestimmungen über die Wahl der Atbetlctauslchi:'w ist im Billcau, ZiUM« 2, zu habcu. Preis 25 Pf: 171/1... �- vle OrtivcfWttItBUiu HERMANN UETZ LEIPZIGER STRASSE ÄLEXANDERPLÄTZ FRANKFURTER ALLEE - Porzellan- Steingut . Aeßglksgarnitur„Vulkan" Komponieren...)2,2ö>-i»73Pf- Ksmpottsjler........... 14??- KudjcnteEör............ 60�f- ZRckerfchsZeir........... 22 Pf. Käseglocken............ 65?f. DuLterdosen............ 59?f. TsilettsgernUur'Zteilig.... 1'� Bosen„Lüttich"........ I25 Kompotteller? gcprcht, foriiert.. lO'-Pf* Sturzslaschen �eprkht....... 33Pf WafferZläser........ 12, 14 Pf. Li�örserviee geprcht, Goldrand. 2� Biökges Neiße« VorzsLan SpSiseieller-............ f S?f. AbendbrottoAer......... 18Pf. KompotteAer........... ISPf. Terrine».............. I95 Tunkeschüffeln.......... 4L Pf Dratenschüffeln... 35, 50?f- l25 Gsmllseschüffeln........ 75 Pf. Komyottschalen......... lO�f- « TCaffeegefdjirr, neues modernes Hofenmufter Tadriäat der TorzefTanfadrik„Traureutd Kuchenteller............. I75 Tröhstückteller......... 70 Pf Butterdosen............. 250 Brotkörbe............... 375 Untersetzer............... I15 Kaffeek-nnen.... 19° 218�425 Teekannen...... 19S 27# 4e0 Milchgießer...... 60, 80�1 35 Zuckerdosen..... I25 l50 250 Tassen................ 70Pf Kaffeeservice Teller bunl. Porz-ü-n....... 28 Pf. 5 teilig l85 Sfciftg 395 lSk-llg 8'° MilchtöpfS............. 28 Pf Marmeladendofe»....... 65Pf Kaffeebecher........... 12Pf. Butterdosen.........;.. 53 Pk Tassen................ 28 Pf Besonders preiswert: Teekanne« braun........ I28 Leuchter MaZollba........ I35 �Tabletts bunt........... 05 Pf. MilchtSyfe............ 55 W Gelcegläser..... 12, 14, 18m Einmachehafeu 18, 20 Pf- bis 350 3 Wcnggon Sfelnlöpfe reSc£�t\allIg sorliert Tafelgeschirr, Feßon-Ssldrand Speiseteller............ 60 Pf Abendbrotteller......... 45Pf- Kompotteller........... 35 m. Terrinen............. 650 725 Kartoffelschüffeln......... 395 Tunkenschüsseln....... 13° l89 Bratenplatten. 80 Pf.. I05 bi. 340 Salatschüsseln. 50 60 Pf. b!- 215 Kaffeegeschirr, konisch Sold Kaffeekannen. 75 90 Pf. bis Milchkannen.. 18 22 Pf. bi- 1»° Zuckerdosen 75 Pf. Tassen 36Pf. Waschgarniwren,«od. Dekor Fürth 4 teilig............ 275 Perkes Steilig, Goldrand...... 410 Golf S teilig, bunt......... 823 Käthe Steilig............ 132# Balkonkästen aus Ton ea 45 65 80 cra |95 225 300 350 ßiu Posten Weingläser... 25 Pf\ ßin Posten Likörgläser.... 18 rn\ Ein Waggon BluMenMel Kochgefchi rre «sraalterl feusritfl zu billigen preis«» Wirtscl&nfts �Artilcel Reibemaschwen........ 275 425 Fleischmaschinen..... 1425 1825 Wandkaffeemühlen........ 800 Spiritusplätten.... 5°° 5S0 7°° Eervisrbretter........ I85 225 Kaffeebretter mit Einlage.. 2°° 228 Borratsbüchseu Aech.... 18° 223 Beotdosen............... 320 Gebäckkäste«............. 225 Picknickkoffee............ l10 Springformen......... 2°° 223 Königsk«chenformen75.85Pf l25 Blechoersanddose»...... 33 Pf Emailleversanddasen..... 55 Pf- Becsandflaschen..... 22, 30 Pf Wandervogelkocher.... 235 27S Militärbecher.......... 28 Pf Pfannen backe, brate ohne Fett.... 239 Teegläser........... 85 m l10 Bestecke niit vernick. Griffen Paar 9 5 Pf. Dessertbestecke m"«m1-*- Po-i 8 5 Pf- Tischmesser mit Aluminiumgriff. 8 5 Pf. Deffertmeffer mitWuminiumgriss 75 Pf. Kartoffelschäler......... 10 Pf. MmenMen n-u M 40 cm c». 60™««.«om «SPf. 1.15 1.55 tfl5|u)t.uillC gcschiezen.»der tril Sla» euzzclezt, in verschledenen SrStzen und Vreisen Stechmeffer......... 55 75 Pf.| 8 ä El =3 m SartengerNe Blumenkübel g-iin,.ik!cheu 1°° Schlauchwagen..... 1050 2250 Spaten.............. 350425 650 Harken euer.... 1°8 1�° Kinderschaufel»..... 12 20 30 Kinderhacken»-«e-uu. 50 w- kmaikierte Geschirre Schlafzimmereimer.......... 290 Mülleimer.................. 525 Eimer........... 289 298 Schaum-Schöpflöffel... 30, 65Pf. Deckelhalter................ I30 2llannen.................... 2 98 Schmortöpse..... l10 l85 Wasserkessel..... 3" 400 Kasserollen....... 90?? I10 Schüsseln......... 1°° l10 Kaffeeflaschen.... I10 Einkochkeffel..... 475 575 Bürsten 225 Roßhaarbesen......... 400 5°° 475 Roßhaarhandfeger.... 228 275 iss Möbelbürsten......... l75 275 ps Kleiderbürsten........ 75m.l50 125 Kopsbürsten.......... 75m. I35 7C0 Borstenbese»......... I60 Ein Posten Emaille mit kleinen Fehlern, darunter Sckmortöpfe, Kß.sserollen, Pfannen, Milchtöpfe. IIMWWMMIIIVilUMMIIIIIMIMIMI!»» MMiiKiiniGi!!:;»�� IIS Ortskrankenkaffe der Gürtler zu Berlin Oranienstr. 138. Zil der am Montag, 30. April, abendsr. med. llaMehe, friedrichslr, 90 ÄS,, Bcbandl. van Syphilis. Hunt-, Hurn-.Francnleld.-flJcz.chron. yälle. Ehrlich-Hata-Kurcn, schmerz. Io>e, lürzesle Behandlung ohne Be. rusostorung. Blutunterjnchnng. Mag. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10—1 und 5— 8. Sonnt. 11— 1. Okstps�oUs an üer Ltotd. Vororädadn. baureit, ca. 200 r i;., 130 6— 7jähr., sehr tragreiclie Obstbäumö u. Soiimior- bauiolien, billig zu vext- Geleggji- beitokaul Xä.b. Af n nrPTiin i'-l.nr 'Tlilcr, Böntgental d. kNrlSWA Jnvaliden- Nnterstntzllngskasse der Gürtler z« Berlin. Montag, den 30. April 1917, abends 6 Uhr, im(SewcrkschaftS- Haufe, Engelufer 15, Saal III: vrNontliclio KesielsI-VelZWliiImg. Zutritt haben nur Mitglieder! Tagesordnung: Jahresbericht und Bericht der Ncvisorc tr, Diskussion. 291/3 Verschiedenes. In Anbelracht der wichtigen Tages. ordnunz ist es notwendig, dag die Mitglieder zahlreich ericheinen. Hei- Vonrtand. M. Mahuz, Vorsitzender. 1. 3. Zelluloid- � Zill»- und Hartgnmmi-Abfülle kauit L r d o w e r, Ocorgenkirch- siragc 50. beim Alcrandcrpiatz, 3—12. 22/4« 2—6 Uhr. Bau- n. Gartenland W-LandSberg Süd, 20 Min. vom Bhf. Fredersdorf, ca. 5 Morgen in Par- zellcn an gepflaft. Straßen. Wasser- leitung, eleklr. Licht, besond. geeignet für Kriegsbrichädigte, vertaust preisw. der Besitzer Paul t>deidholdt> Berlin» Hatenjee, Nejtorjlvatze 1. 2S/s Ortskrankenkafse der Lcdlosser und vrrtvaudtell Geiverbt zu Kerlm. Montag, den 39. April d. I., abends 8 Uhr, findet im Rosenthaler Hof. Ber- im C, Rosenthaler Str. 11/12, eine Ordentliche Ansschuß-Ntrsammlnny mit folgender Tagesordnung statt: 1. Abnahme der Rechnung deS Lahres 1316(Bericht des Rech- nungsausschusses, Entlastung deS Rechnungslegers). 2. Bericht des 1. Vorsitzenden Herrn 81 Polzin über den Itranken- lasscntag der Freien Vereini« gung der Krankenkassen der Provinz Brandenburg. 3. Bericht des 2. Vorsitzenden Herrn H. Fuchs über die vom Gcwerls- frankenverein jür die Mitglieder geplanten Iteueinnchtungen. 4. Verschiedenes. 276/6 Die Herren Vertreter im AuSschnh werden ersucht, zahlreich, zu er- scheinen. Die zugesandte Legitimation ist am Eingang vorzuzeigen. Der Ztorstaiib. I. A.: A. Polzio, Vorsitzender. i. Baer, Badstf.Sßpri�ne. Herren- und Knaben- Moden. Berufskleidung Einsegnungs-Anzüge., Joppen. Gr. Stofflager elag.MaEanfertigung. Billigste, feste Preise. Inings-Meiite(er Mler-lnDong zu BA. Bekanntmachung. Aus Antrag deS Vorstandes der JimungS- Krankenkasse der Tischler- Jmiung zu Berlin vom 16. Januar 1317 dal das Versicherungsamt am 26. März 1917 gemäß§ i Absatz 2 des Gesetzes voni 4. August 1914 be- treffend Sicherung der LciiiungS- sähigkeit der Krankenkassen folgendes beschlossen: „Die Dauer derKrankenöilse. 8 11 letzter Absah der Satzung, wird nach Maßgabe des z 26 Absatz 2 der Satzung aus 33 bezw. 52 Wochen verlängert. 276/11 Jedoch sollen die Bestimmungen des Z 26 Absatz 2 dahin geändert werden, daß der Anspruch aus die Dauer der Krankcnbilse vcn 39 Wochen nach einer Warlezeit von 3 Monaten, der Anspruch auf die Dauer dcrKrantenhilse von 52 Wochen nach einer Wartezeit ron 6 Monaten nach Beginn der Mitgliedschast ein- tritt. Die V.'ehr.'cistung tritt mit dem Tage der Zustellung deS Beschlupes (am 3. Zlpril 1917) in Kraft.- v«? Voriütanel. Otto Gronau. Vorsitzender. SpczialarzT* l für alle Geschlechtskrankheit., Syphilis, Harn-. Frauenleiden, 1 Blutuntersuch., Ehrlich-Ha(a-Kur. Sclmälle, sicher. schiEerzlosa I Behandl..obne Benxfsstörnng. Glänz. Erfolge. Müs ig. Honorar. Sanilätsrat Dr. Müller. Friedrichslr. 190,"'...Sf,!' | SprechsL,!, 11-1,5-7, StKs. 11-1. Allgemeine Ortskrankenkafse fliedttbarniin. Äekanntmachung. Die nächste.. � O r d c n t l l ch c Ausschuß-Sitzung Findet am Sonntag, de» Lg. April dieses Japrcs. vormrtiags 11 Ilbr. im«rcishauje zu Berlin, Fried- rick-Karl-User S(KreistagssitzungS. saal) statt. 276/10» Tagesordnung: 1. Geschäjtsbericht 1916. 2. Abnahme der Jahresrechnung 1316. Di- Herren Ausschußmitglieder werden zur Teilnahme an dieser Sitzung ergeben,'t eingeladen. Anträge zur Ausschußsitzung find spätestens ö Tage vor dem Sitzungstage bei dem Unierzeichnetc» eiirzureichen. Berlin, den 17. April 1917. Allgemeine Ortskraukenkasse Nirderbarnim. «Silin, Vorsitzender. Lpezislsrzt vr-.>V«>ckrez»kliH, Priedrichstr. 125(Oranienb. Tor), für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 10 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sicher« schmerzlose Heilung ohne Beruis- 215/10*] Störung. Teilzahlung. Sprechstonaen: 11— 1 und 6—8. Kranzspenden sowie sämtliche• Blumenarrangements icscrt schnell und billig K»»ol firostf, Undenstr. 69, ZtÜXfL mt Nr. 7� 4 A4. Sahegaag Sonntag, 22. Hpril7H17 GrZCfitänt** W«**»' X/> v.,< \" ,"♦ ,*« ? / -Z W H iv�v,,; Slegavter Cxwmefuumto «US Hm jetzt s» begehrten, lachten, sabenariigea und imprägnierten Sevebea. Neuartiger Miedergurt mit hübscher Nosette wch Schleife derziat 75,. i" f/ » 0>> W V» � i'�i Sonntags geichlossm? ��ÜUfseestf. ll3 - 2tzu Bahnhof M«l»,h«»p>s tz Vsim S«ctti«r Bahrchot O. .i�soU Cv N W? r.'.vvi-c, jrjf ÄM .fiij '«H Ä!» T .i.jH »«i«: Wt IN�i „M Ortr WH Si-VPI-ck- tetew � � � bequemen schönen Glocken jv�ndkch wirkend 39.50 b6.so Bekanntmachung. Haferflocken»i>« Hafergrütze »«d Sago. GemZtz K 5 in Brrnrdnmig über Lcbensmirtcltaiten vom 18. Oktober IZlL wird für den(Aememdedezirl dir Stadt Berlin bestimmt: I. Auf Abschnitt Nr. 66 der Lebensmittelkarte entfallen 300 Gramm idaienloikcn oder Haiergrutze. Auf Abschnitt Nr. 67 der Lcbensmittellarte entfallen 100 Gramm Sago Sie Zlbschnitte Nr. 66 und 67 find nur in den durch ein Aus. hängefchtld »Verkauf vou Grautzen aus Lebensmittelkarten der Stadt Berlin' gelennzeichneten Geschäften gegen EmpsangSbescheimgungen abzuliefern, und ,n>ar»m Montag, de« LZ» TicuStag, den L4.. und Mittwoch, de» 2S. Avril ISl7. Nachträgliche«»nabmo findet nicht statt. Tie Aletnhandelsgcschäfie haben die von ihnen angenom. wenen Äartenabschnitte-in der bisher vorgeschriebenen Weise an ihren Großhändler abzuliefern, und zwar am TonnerStag, den 26., und Freitag, den»7. April IS17. V. Die Ware wird in der üblichen Frist nach Abliesernng der Abschnitte Nt. 66 und 67 in de» Kfrwhandelsacschäiten gegen Rückgabe der Empiangsbefchemigungcn zur Verfügung stehen. VX Es ist unzulässig, die Äartenabschnitt« in Geschäften abzugeben. in denen nicht das vom Maglstrat ausgegebene Aushängeschild (siehe zu.1.11) angebracht tiL CJcfchdften, die mcht im vefitze de» Aushängeschildes find, ist die Annahme' der Kartenabschmlte lmtetfagk. v-rlin, den 21. April 1317. Magistrat der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Abteilung für Brotversorgung. Tgb. Nr. IlZ vr. 5"' Bekanntmachung. Gemäß§ 3 der Verordnung vom 3. Auli 1016 betreffend Regelung i Verbrauches und Absatzes von«arlosfeli, wird hiermit für Berlin be, nnl, daß in der Woche vom 23. bis SS. April auf die 10?lbschnit dann unverzüglich der Berte stungsstelle der Deutschen Kasfeeerfatzindustrie, Berlin W 35, Lützowstraße 102/101, einzureichen. Artikel IV. Die in Artikel I bezeichneten Personen sind zum Bezüge von Kaffee- Ersatz nicht vor dem 1. Mai 1917 berechtigt. Berlin, den 23. April 1017. 1322 Magistrat der Königlichen Haupt- und Residenzstadt. Verlag für Sozialwissenschafl G. in. b. H. Berlin STV«8. LlndeniitraBe 114. In den nächsten Tagen erscheint in unsere« Verlag die hoch- alwolle Broschüre die soziale Silanz öes Krieges Aon ParvuS. Preis 25 Psennig. In der von ihm getvohnlen meisterhaften Darstellung zeigt der bekannte sozialdemokratische Politiker die furchtbaren Folgen des Welt- krieaeS sür alle Beteiligten. Man saßt sich an den Kops, wenn man mit ihm nachrechnet, welche Kutturiortschrttte der Krieg verhindert hat, welche Arbeit bätte geleistet werden können mit den unerhörten Kriegs- kosten und wie sehr sich die Urheber des Krieges verrechn« haben. ParvuS fordert dann mit Nachdruck energischere Mitarbeit der Arbeiter- Kaijc ouj allen Gebieten des öffentlichen LebenS, die sich uie und nirgendwo mehr übergehen, an die Wand drücken lassen darf. Seme Broschüre wirkt bei allem bitteren Inhalt ermutigend für unsere fcrtictc Arbeit und sollte daher von jedem Arbeiter gelesen werden. Bestell itnifcn— besonders von Wiedervcrkänferu für de« 1. 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