( 5 Pfennig) Die TnlertionS'Gebüljr tetrlgi für die sechsgcspaltene Kownel- teile oder deren R.nini Lll Pfg., inr poliiische und ge>ver!jmaillicde Verein«- und BersamnUungS- Anzeigen Sv P,'g. »kileine ü-ln�iyen-, da« letlgedruSl« kSort'20 Vlfl.(zuiäisig 2 iertgednnki« Woue!, jedes weüere Wort 10 Pia. ktcllengesllche und Echlassielleiian- teigen das enie Wort 1.0 Pjg., jede« «cuereWortSPfg. Worte über! S Auch- Ilaben zäbloii iür zwei WoNe. Fnicraie für die nächste Numiner mäiscil bis S Uhr uachmittagS in der Expedition »bjcgeben werden. Die Exvebitio» ijt bis Z Uhr abends geognel. Verlinev Vollrsblskk. äeu fo�ialäemokratifcken Partei VeutfcKianäs. rekegraunn-Adrelse: .Zbtjzieembiii'dl Kti»»". Neüattion: EW. HS, Linücnstraße Z. ' ihcrusvrecher: Amt Moritzplav, Nr. 151 90— 151 97. Dienstag, den 24. April 1917. »Expedition: EW. 08, LinSenstraße 2. 1 Skernivrecher: Amt Dloritzplatz, Nr. 15190— 15197. Zlr. Hl. 34. Jatzrs« k!vonnemenlZ-8eSingung:n: Ilbonnements. Bre'.s pränumerando' Lierteljäh:!. S.90 Mt. Monail. l�!0 Mt, wöchentlich BO Big. rem ms Haus. Einzelne Stummer ö Piz. KonniagS- nummcr nrit illultrierier Eonnlags. Beilage»Die Neue Welt" 10 Pscu Poll- «bonneinenl: 1.30 Mark pro Monat. Eingetragen in die Poil-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband sür Deutichland und Ocsterretch. Ungarn 2,30 Mar!, flir da- übrige Ausland » Marl pro Monat. Postabonnemems nehmen an Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxeniburg, Portugal, Aumwtien, Schweden und die Schweis üticheidl liigNch. Tentraiorgan M MM Sei AM MM MMWwAtl. Loos und Leus: Trommelfeuer und In- fanteriekämpfe— Artillerieschlacht an der Aisne und in der Champagne— Scheitern- der französischer Angriff bei La Ville- anx-Bois— Hundert Abschüsse der Jagd- stafsel Richthofon— Englischer Angriff am Dojran-See. Amtlich. Großes Hauptquartier, dcn2Z. AprtZ 1917.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht. Zwischen Laos und der Bahn Arras— Cambrai dauerte gcstcr» der Artillcrickampf au. Nordwestlich von Leus drangen englische Sturmtrupp? in 500 Meter Breite in unsere» vorderstcu Graben; sie wurden durch Gegenstoß zurückgeworfen. Auch nachts blieb das Feuer stark; heut früh habeu»ach Trommelfeuer in breiter Front die Jnfauterietämpse begonnen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Bormittags war mir nordostlich von Soissons die Feuer- titigkcit gesteigert. Bom Nachmittage au bekämpften sich längs der Aisne und in der Champagne die Artillerie» wieder mit zunehmender Heftigkeit. Handgranatenkämpfe spielten sich auf dem Chemin de? Dames- Rücken ab; ein starker französischer Angriff nordwestlich von La Bille-aux-Bois brach verlustreich zusammen. Zwischen ProsncS und Suippes-Nicdcrung brachten Borstöße dcni Feinde keinerlei Borteil. Wir machten am Höchberg südwestlich von Moronvillicrs und durch Eindringen in die französische Stcllniig südlich von Sic, Maric-a-Py über 50 Gefangene. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nichts NeueS. Neue Schlacht im Raum /lrras-Loss. Berlin, W. April.(W. T. B.) Während im Abschnitt Aisne-Champaqne sich das Bild einer in heftige Einzelkämpfe und teilweise starke Kanonaden zerfallenen Schlacht auch am gestrigen Tage nicht änderte, flammte die durch mehrtägiges gesteigertes Feuer vorbereitete und angekündigte Schlacht im Räume- Arras-Loos erneut auf. Der erste englische An- prall, der am 22. April vorniittags um 9 Uhr in der Gegend von Loos erfolgte, brach nach einem mit seltener Erbitterung geführten Kampfe unter schweren englischen Verlusten erfolglos znsamnien. Die Engländer konnten nicht einen Meter unserer Stellung behaupten. Nordwestlich von F a m p o u x in der Scarpe-Bach-Niederung wurden am 22. feindliche Truppenansammlungen, Kavallerie und ein Tankgeschwader unter konzentrisches Vernichtungsfeuer genommen. Am Vormittag des 23. entbrannte die Jnfantcrieschlacht nach sechstägigem Artilleriekampf auf breiter Front von neuem. Vorseldkämpfe im Abschnitt zwischen S c a r P e und S o m m e verliefen für uns günstig. Englische Patrouillen. die sich in Trescanld und Honnecourt festgesetzt hatten, wurden unter empfindlichen Verlusten für den Feind verjagt. DeS- gleichen gegen Ossus vorfühlende feindliche Patrouillen. Die Stadt S t. Q u e n t i n lag abermals unter Artillcriefeucr. der Gegend von Vauxaillon und Lcuilly wurden erkannte feindliche Truppenansammlungcn durch vernichtendes tSranat- und Schrapnellfeuer dezimiert. Ein feindlicher Angriff kam infolge dessen nicht zustande. Im Ranme Aisne-Champagne war besonders der i••• II lllir iüdlich C r a o n n e vorgetragene erbitterte feind- kchc Angriff für die Franzosen ausiergewöhnlich verlustreich. lluäliäglich wird gemeldet. daß' allein im Räume Berry-au-Bac bis Auberive in der Zeit vom 18. bis 19. April 30 Offiziere. 1472 Mann und 91 Maschinengewehre eingebracht wurden.__ das Zneöensprogramm öer üeutschen Sozialüemokratie. Ru'sisckic Blätter haben ein spezialisiertes FriedcnSProgramm veröffcnilichl. das sich mit allen Einzelfragen(Belgien, Kurland. Polen, Serbien usw.) ausführlich auseinandersetzt, und sie bc- hauptcn. dies sei da? Programm, mit dem die deutsche So- zialdernotratie zur Stockholmer Konferenz kommen wolle. Deutsche Blätter, wie das.Kölner Tageblatt' benützen diesen an- geblichen deutsch-sozialdemokratischen Vorschlag zu Angriffen auf unsere Partei. Unsere Flieger schösse» vier feindliche Fesselballone in, Brand und brachten in Lnftkämpfcn 11 Flugzeuge zum Absturz. Rittmeister Freiherr von Richthofca blieb zum 46. Male, Leutnant Wolf zum 20. Male Sieger. Die Jagdstaffel des Ritt- meisterS Freiherrn von Richthofen hat bis gestern 100 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Mehrfach lag lebhaftes Feuer der russischen Artillerie ans »nseren Linien; es wurde kräftig erwidert. Bombenabwurf russischer Flieger bei Lida wurde dmch Luft. angriff auf Molodeezno und Turcz(nordwestlich bezw. südwestlich von MinSk) vergolten. Mazedonische ft-ront. Am Tstufcr des Barbar und südwestlich des Dojran-SecS heftiges Artillcriefeucr, dem nur am Dojran-See ei« englischer Angriff folgte. Er wurde von de» bulgarischen Truppen abgc- wiesen; eins unserer Fliegergeschwader griff aus dcr Lnft in den Kamps ein. Der Erste Gcneralquartlcrmcister. Ludcndorff. Abendbericht. Berlin, amtlich, 23. April abend?. Auf dem Schlachtfeld von ArraS ist heute der neue englische Ansturm unter schwersten Verluste» ergebnislos zusammengebrochen. An der Aisne und in der Champagne zeit- wcilig starker Artilleriekampf. Im Osten nichts Wesentliches. Der österreichische Bericht. Wien, 23. April 1917.(W. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Ans allen drei KricgsschauPlSbcn nichts von Belang. Ter Stellvertreter des Chefs des Generalstabe« v. Hoefcr, Fcldmarschalleutnant. Wir stellen fest, daß die allgemeinen Grundsätze unseres Friedensprogramms in dem kürzlich veröffentlichten Beschluß deS ParteiauSschusieS niedergelegt sind und daß darüber hinaus ein spezialisierter Vorschlag nicht besteht und niemals bestanden hat. Maifeier und Zrieöenswille. Petersburg, 22. April.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Der Rat der Arbeiter- und Soldatcn-Dclegiertcn hat beschlossen, in ganz Ruß- land den 1. Mai neuen Stils, also den 18. April russischer Zeitrechnung zu feiern. Es sind für diesen Tag auch große Arbeitcrkundgcbungen, wie sie in Rußland noch nie erlebt worden sind, im ganzen Laude vorgesehen. Uni auch nicht einen Tag die Kriegsarbeit zu hemmen, haben die Arbeiter beschlossen, statt am 1. Mai am Sonntag, den 29. April, zu .feiern.__ /lntwort an Gompers. Im.Korrespondenzblatt' beschäftigt sich Genosse Legien mit dem bekannten Telegramm, da? der Vorfitzende der amerikanischen Ge- werlschaften, S. Gompers. kurz vor Kriegsausbruch an ihn gerichtet hatte. Genosse Legten hatte infolge Abbruchs des Kabclverkehrs keine Gelegenheit zur direkten Antivort gefunden. Im.Korrespondenz- blatt' weist er aber darauf hin. daß die Vereinigten Staaten das Recht hatten, ihren Verkehr mit Deutschland gegen die Völker- rechtswidrige Blockade Englands zu sichern. Dieses Ziel hätten sie, wenn es ihnen ernst darum geweien wäre, durch ein MunitionS- Aussuhrverboi erreichen können. ES bestehe in der Haltung Amerika- gegenüber Deuiichland und England ein Unterschied, der der Arbeilerschaft der Vereinigten Staaten und ihren OrganisationS- leitcrn zur Erkenntnis hätte kommen müssen. Das Telegramm von Gompers war übrigens schon, ehe Legien es erhielt, der französischen Presse bekannt, eS wurde vom.TempS' am 7. April ausführlich kommentiert. Zu diesem Kommentar bemerkt Genosse Legien: .Die Schlußfolgerungen des.Temps' sind unzutreffend, weil die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags die Verantwortung für die Anwendung de? U-Voot-KriegeS abgelehnt hat. Von Paris über Genf ist das Telegramm auch nach Deutsch- land gekommen... Es ist mir nicht recht verständlich, warum GomperS diesen Weg gewählt hat. wenn er ernstlich wünschte, daß ich in letzter Stunde noch einen Versuch machen sollte, die Regierung Deutschlands zu einer Verständigung mit den Vereinigten Staaten zu veranlassen.' Die rujflsche Demokratie unst öer Krieg. Von V i a t o r. ..Viator', dem wir die folgenden Ausfühenngen danken, ist einer der besten Kenner Nutzlands, der noch während des Krieges als Gefangener ein Jahr in Sibirien zubrachte. Red. des„Vorwärts'. Die Rcvclwiion hat in der russischen Presse das Schlag- wort von dem„neuen Nußlanb" geprägt, dorn Wnndcrlandc, das, von den Ketten des Zarismus befreit, die kühnsten Träume von Freiheit, Gleitßheit und Brüderlichkeit verwirklichen soll. Wir begegnen diesem Schlagwort in Verbindung mit den überschwenglichsten Tiraden häufiger in der russischen bürgerlichen Presse als in der Presse der Demokratie. Ist sich etwa die russische Demokratie bewußt, daß das Rußland von heute noch nicht das„neue Rußland" ist, daß es, s o lange der Krieg fortdauert, unlösbar mit dem alten Rußland verknichst ist? _ Als Nikolaus II. unter dem Drucke der Großfürsten- clique in den Weltkrieg steuerte, war er von zioei Beweg- gründen geleitet. Einesteils kam in den schicksalsschweren letzten Julitagen 1914 die Abeiiteuersucht dieses kleinen, un- ausgeglichenen, vom Gcfichl der Verantwortlichkeit so völlig freien Menschen wieder einmal zum Durchbruch, andernteüs kam die Erwägung zur Geltung, welche so häufig Despoten das Schwert in die Hand gedrückt hat, die Erwägung nämlich, daß ein Krieg die beste Ablenkung für ein geknechtetes, murrendes, nach Freiheit ringendes Volk. ist. Mehr als Ab- lenkung schien dieser Krieg zu versprechen. Im Bündnis mit Frankreich und England mußte es Rußland gelingen. Deutsch- land und Oesterreich nlederzuwerfen. Mußte dann nicht der Thron des siegreichen Zaren, des Ersüllers der„historischen Mission" Rußlands, für immer gefestigt dastehen? Mußte nicht die von den Niederlagen des japanischen Kriegs-rehabilitierte Armee ein gefügiges Werkzeug, wenn nötig, auch gegen den inneren Feind werden? In der russischen Bourgeoisie fand Nikolaus II. den Boden wohl vorbereitet. Der beste Kopf unter feinen Hand- langern, der verschlagene Stolypin, hatte schon lange vor dem Kriege der frondierenden Bourgeoisie den Nationalis- mus als Gegengift eingeimpft, ein Kunstgriff, der denselben Gesichtspunkten entsprang, wie das Agrargesetz vom Novem- ber 1919 zur Köderung der Bauernschaft Willig griffen daher die russische Bourgeoisie und der russische Liberalismus die großen Schlagworte von der„Befreiung der geknechteten stawischcn Brüder" auf. Dem Lande und der ganzen Welt konnte die Popularität des kommende ip Krieges vorgetäuscht werden. Zu Worte kam damals nur die im Fahrwasser des Zarismus segelnde Bourgeoisie,— die misera plebs, d. h. das Proletariat, hatte keine Stimme. Das Weltgericht hat sein Urteil über, den letzten Roma- now gesprochen: Rußland ist. aber noch nicht von ihm befreit, es sieht sich in seinen Untergang tragisch verstrickt. Ueber den Trümmern des zerschmetterten Thrones loht der Weltenbrand fort. Antlitz zu Antlitz steht nun dem werdenden Rußland in diesem Kriege, nicht mehr die stumme„misera plebs", fon- dern die russische Demokratie, die, allein ans sich gestellt, die Kraft gesunden hat, das Joch von Jahrhunderten abzuschütteln und damit das Anrecht auf Selbstbestimmung zu erkämpfen. Noch schwankt die russische Demokratie in ihrer Stellung- nähme zum Kriege. Die Wucht der Ereignisse im Innern' wirkt lähmend, das vom Zarismus um den Krieg gesponnene Gewebe von Lug und Trug hemmend aus die Erkenntnis; die Entscheidung wird bei den führenden Geistern Hintange- halten durch das Bewußtsein der ungeheuren Verantwortung. Andererseits aber drängt alles auf die Entscheidung hin, wenn nicht anders die russi'che Demokratie auf die Möglichkeit ver- zichten will, die mit so unendlich großen Opfern in fahr- zehntclangem, zähem, erbittertem Kampf errungene Position in schöpferischer Arbeit auszubauen, ja, wenn sie nicht Gc- fahr laufen will, das Gewonnene wieder zu verlieren. Der russischen Bourgeoisie ist in dem blutigen Drama der Revolution keine Hcldenrollc zugesallen. Tie Vertreter des progressiven Blocks haben es vor der Revolution an orato- rischen Manifestationen des Bürgermutes, allerdings nur im sicheren Gehege der Duma, nicht fehlen lassen. Geschoben von B u ch a n a n, dem englischen Gesandten, hat der Block den Konflikt mit dem Zaren heranreifen lassen, aber in der kriti- scheu Stunde nur mit Zittern und Zagen den Beschluß ge- faßt, den Vertagungsnkas des Zaren zu ignorieren. Erst als die Petersburger Regimenter nacheinander zu dem in Straßcnkämpfen gegen die Schergen des Zaren blutenden Proletariat übergetreten waren, drapierte sich Rodzianko mit der Toga des Volkstribuncn und verkündete.mit wieder- gefundener Beredsamkeit und edlem PathoZ den Ardeitern und Soldaten die Verdienste der Duma um die Sache der Freiheit. Zur gleichen Zeit waren seine Sendboten unter- Wegs, Nikolaus II. die Entsagungsurkunde zugunsten des Thronfolgers abzufordern. Denn so wollte es England, so wollte es auch die russische Bourgeoisie— d i e Dynastie sollte unter allen U in st ä n d e n erhalten bleiben. Der Verzicht Nikolaus II. für sich und für seinen kränk- licheit'Äoljn durchkreuzte diesen Plan. Wieder eilten Send- boten, diesmal zu dem Großfürsten Michael Alexandrowitsch. Der Bruder Nikolaus' bewies durch seine bedingte Annahme der Krone ein feineres Verständnis für den Volkswillen, als die bürgerlichen„SSorkämPfer der Freiheit" aus der Duma. denn unmittelbar darauf setzte ein Beschluß des Ar- bester- und Soldaten rats der Dynastie für immer ein Ende, und Herr Miljukow, der sich zu sehr beeilt hatte, der ganzen Welt die glückliche Durchführung der eng- Irschen Jnstruktionsn zu verkünden, mußte einen schmäh- lichen Rückzug antreten. Nach englischem Muster u ir d für englische Zwecke sollte Nußland neu gcnrodelt werden. Nikolaus II. mochte sein frevles Spiel verloren gegeben uird sich mit dem Gedanken getragen haben, durch einen, Sondersrieden zu retten, was zu retten war. Der Verdacht genügte für Englands Entschluß, ihn aus dem Wege zu räumen. Mit ihm durfte aber das alte Rußland, mit deni England paktiert hatte, nicht fallen: es mußte nur Platz geschaffen werden für die nr achthungrigen rrndehrgeizigen Männer, die nnterdemDeck- mantel des Liberalismus Englands Ge- s ch ä f t e b e s o r g t e n. Die russische Demokratie, das Proletariat, hat es vermocht, im entscheidenden Moment der drohenden Gefahr nur zum Teil zu begegnen. Sie hat der- bindert, daß auch nur durch ein'«chatten-Zareutum in der äußeren Form der Zusammenhang mit dem alten Rußland erhalten blieb; sie hat aber den inneren Zusammenhang nicht verhindern können oder wollen, den Zusammenhang nämlich, der sich aus dem Beftand der provisorischen Regie- rung ergibt. HierliegtdregroßeGefahrfürdie russische Demokratie. Die Bourgeoisie hat verstanden, sich ini entscheidenden Moment in den Sattel zu schwingen und hat den Willen, sich darin zu behaupten. In der�rovisori scheu Regie- rung überwiegen die imperialistischen und plutokratischen Elemente, das demokratische Prin- zip steht in ihr auf zwei Augen: Kerenskys. Männer wie Miljukow und Gutschkow denken nicht an eine interimi- stische GeMftsfiihrung bis zur Einberufung � der konstituierenden Versammlung. Für ein solches Eintagsdasein haben sie nicht jahrelang nach der Macht gestrebt:� sie w o l l en a n d e r M a ch t b l e i b e n, ebenso die hinter ihnen stehenden Parteien. Für diese Ziele braucht die provisorische Regierung, brauchen die bürgerlichen, vom Imperialismus besessenen Parteien den Krieg, und zwar wiederum im Sinne der Ablenkung des Volkswillens und dcrVolkskraft von den Aufgaben einer der Bourgeoisie nicht genehmen Entwicklung und ebenso wie der Zarismus als Mittel zur Sicherung des Einflusses auf das Heer. Wird nun die russische Demokratie dieser Entwicklung der Dinge mit verschränkten Armen zusehen? Wird sie zu- lassen, daß ihr der Ausbau der gewonnenen Position durch den beständigen Hinweis auf die Erfordernisse des Krieges un- möglich gemacht wird? Zulassen, daß der Kriegsmoloch weitere Hekatomben verschlingt, daß das erschöpfte. Wirtschaft- lich schon am Rande des Abgrunds stehende Land bis zu einem Grade ruiniert wird, der eine Wiederaufrichtung illusorisch macht? Kann sie einen Krieg dulden, der dem Zarismus als Mittel zur endgültigen Niederwerfung der Demokratie selbst dienen sollte und nun um jeden Preis fortgeführt werden soll, weil auch die sich an die Macht klammernde Bourgeoisie in ihm das wirksam st e Mittel zur Zlbschüttelung der Demokratie siebt? Noch hat die Demokratie die Macht, von der provisorischen Regierung Aufklärung über die Entstehung des Krieges zu verlangen, Herrn M i l j u k o w zu zwingen, d i e G e h e i m- a r ch i v s des A u s w ä r t i g e n A m t s z u öffnen und die Reihenfolge der Ereignisse im Lichte der historischen Wahr- heit. frei von dem Wust heuchlerischer Entstellungen, chauvi- nistischer Sckstagworte und Phrasen, zu zeigen. Sie hat die Macht und die Pflicht, R e ch e n s ch o f t von der provisorischen Regierung darüber zu fordern, daß diese ohne Befragung des Volkes die zwischen dem Zarismus und den Westmächten gc- schlossenen Verträge als für Rußland bindend anerkannt bat. Verträge, deren Inhalt und Tragweite das Volk nicht kennt und die es kennen muß, bevor es darüber beschließt. Denn mir ihm steht der Beschluß darüber zu. Die russische Demokratie kann und muß schließlich von der provisorischen Regierung eine klare und bündige Antwort er- heischen, welche konkreten Ziele, entkleidet von allem Phrasengeklingel, durch die Fortführung des Krieges erreicht werden sollen, welche Opfer an Blut damit verbunden sind; muß fragen, ob die vom Zarismus begonnene Verschleude- rung und Verpfändung russischer Bodenschätze und Reich- tümer zur Sicherstelluna ausländischer Geldgeber andauern ■still oder ob eine Möglichkeit vorliegt. dasLandvonder Geißel des Kriegs zu befreien und unter welchen Bedingungen. Ist sich die russische Demokratie einer solchen Stellung- nahine zu dem Kriege bewußt? Die nächste Zukunft wird es erweisen. Der französische Durchbruchsplan Aus aufgefundenen französischen Befehlen, die durch Ge- fangenenaussagen ergänzt werden, ergibt sich, wie eine von Wölfls Bureau verbreitete Darlegung mitteilt, immer klarer der groß angelegte französische Durchbrnchsplan. Die deutsche Front sollte am 16. April durch den unwiderstehlichen Anprall der französischen Dwisionen an der Aisnc gesprengt werden. Das 32. 5torps sollte am 16. April zwölf Kilometer tief auf beiden Ufern der Aisne bisanfBrienneund P r o u V a i s durchstoßen. Die 37. Division sollte südlich an- schließend bis zur Suippe vorbrcchcn und dann scharf nach Osten abschwenken, während die 14. Division den Block des Brimont überrennen sollte. Die Absicht des strategischen Planes ging dahin, die deutschen Truppen im Räume südlich der Aisne durch wuchtigen Angriff in östlicher Richtung zurückzuwerfen, um sie den am 17. in der Champagne bei Auberive und Meron villers durchstoßenden französischen Truppensäulen in die Arme zu treiben. Auf den ö st l i ch R e i m s liegenden 26 Kilometer langen deutschen Frontabschnitt von Betheny bis P r u n ey war ein Angriff nicht angesetzt. Dieses Frontstuck sollte durch den Vorstoß von Brimont nach Osten und den Vorstoß bei Auberive nach Norden am 16. und 17. April eingekesselt werden. Diese Emkesselung konnte indessen nur gelingen, wenn die östlich Brimont vorstoßenden französischen Kampf- säulen schon im Lause des 16., also am ersten Angriffstage, die befohlenen Linien erreichten. Im engen Zusammenhang mit diesen Operationen süd- lich der Aisne standen die von der französischen Heeresleitung geplanten Operationen nördlich der Aisne auf der Linie Braye— Eerny—-Craonne. Hier sollten die Franzosen mit der Kerntruppe des 26. Armeekorps als Hauptstütze 12 Kilo- meter tief in das Hügel- und Waldgelände südöstlich von L a o n vordringen, um der n e u e n S i e g f r i e d st e l I u n g in den Rücken zu kommen. Durch die breiten Breschen der auf einer Breite von 86 Kilometer zertrümmerten deuflchen Front sollte die Armee cks poursuite verjagen. Die Sprew gnng des Frontabschnittes Aisne— Champagne und die fächer- förmige Aufrollung nach Osten und Norden stellen einen groß- zügigen und wohldurchdachten Plan dar, der aber nur Aussicht auf Erfolg hatte, wenn bereits am ersten, spätestens am zweiten Tage der Durchbruch in der befohlenen Tiefe glückte. Gelangen die Operationen nicht Schlag auf Schlag, so war der Plan zum Mißlingen verurteilt. Heute, nach einer Reihe blutiger Schlachttage, find die kühnen Operationen Nivelles bereits endgültig gescheitert. /lufruf an üie rusilschen Rüftungsarbeiter. Petersburg, 22. April.(Meldung der Petersburger Tele- graPhen-Agentür.) Ter Ministerpräsident Fürst L w o w und und Kriegsminister Gutschkow haben an die für die Armee tätigen Arbeiter einen Aufnif gerichtet, in dem sie er- klären:„Die letzte Stunde unserer Prüfungen ist gekommen und vielleicht die Schicks als stunde, die uns auf immer glücklich und frei machen wird oder uns unsere nationale Ehre rauben und uns in die alte Sklaverei zurückschleudern wird. Mehr als jemals werden wir unser Glück erzwingen, und das Schicksal der gewonnenen Frei- heften ist in unserer Hand." * Fn Minsk ist ein K o n g r e ß von Vertretern der Armeen der russischen We st front zusammen- getreten. Dumapräsident und Kriegsminister wohnen ihm bei. Der Vorsitzende der Minsker Sektion des Rats der Arheiter und Soldaten, Posener, präsidiert. Der Kongreß wird aus- genutzt, die Kriegsbegeisterung gegen Deutschland aufs neue anzufachen. Außer Rodzianko, Roditschew. Gurko sprachen in diesem Sinne auch ein französischer Oberst und ein englischer Major. Posener sagte in einer Ansprache, der Kongreß sei ein Sinnbild der engen Vereinigung der militä- rjschen und bürgerlichen Elemente des neuen Rußlands und der vollkommenen llebereinstimmung der Front und der Heimat. Zwei griechijche Noten an Frankreich. Bern, 21. April.(Franks. Ztg.) Der griechische Minister des Aeußern richtete, laut Schweizer Blättern, zwei Noten an den französischen Botschafter in Athen, in denen die griechische Regierung zunächst kategorisch bestreitet, an der O r- ganisation der Komitatschis irgendwie Anteil zu haben. Die griechische Regierung schlägt vor. daß ein höherer Offizier der Kontrollkommission Larissa sich mit dein Oberkommandant der ersten griechischen Division über die not- wendigen Kontrollmaßnahmen verständigen solle. In der zweiten Note lenkt die griechische Regierung die Aufmerksamkeit des französischen Botschafters auf die Ver- nichtung griechischer Fischerbarken durch die französischen Kreuzer, die, wie die Note sagt, von Willkürakten und Beleidigungen des Königs von Griechenland begleitet war. Tie griechische Regierung erwartet, daß der französische Vertreter die notwendigen Maßnahmen veranlassen werde. Der Ententeplau eines Staatsstreiches gegen Griechenland wird vom„Temps" in einem längeren Artikel zu- gegeben. * Kein Kabinettswechsel. Die letzter Tage aufgetauchte Nachricht von dem bevor- stehenden Rücktritt des Kabinetts Lambros bestätigt sich nach dem„Petit Parisien" nicht. In politischen Kreisen ver- sichere man, daß Lambros auf Ersuchen des Königs am Ruder bleiben werde. Z a i m i s, niit welchem der König Fühlung genommen hätte, habe für Uebernahme der Kaninettsbildung Bedingungen gestellt, die nicht hätten zugestanden werden können. Amerikas eigentümliches Kriegsüebut. Zu der angeregten Einstellung der amerikanischen Waren- ausfuhr nach den Deutschland begrenzenden neutralen Staa- ten äußert der Kopenhagener„Sozial-Demokraten" unter anderem: „Wir weigern uns, daran Zu glauben, daß Amerika eine solche wirtschaftliche Blockade gegen die kleinen skandinavischen Länder wirklich ein- eiten will. Eine solche Handlungsweise würde im schroffsten Gegensatz zu dem ganzen Austreten der Vereinigten Staaten vor dem Kriege stehen. Amerika hat vor seinem Eintritt in den Krieg ununterbrochen mit der einen der kriegführenden Parteien gehandelt, die es nicht nur mit Lebensmitteln, son- dern auch mit Bergen von Munition und anderer Konter- ade versehen hat. Es war als Wortführer für die„Freiheit der e e r e" und für die„Rechte der neutralen L ä n- d e r", daß Amerika in Konflikt mit Deuflchland kam und schließlich mit in den Krieg geriet. Es würde ein eigentüm- liches Kricgsdebut des Vorkämpfers der„Freiheit der Meere" sein, falls mit genau den gleichen Uebergriffen begonnen werden sollte, die Wilson im Interesse der neutralen Länder bekämpfen zu wollen behauptete." die Kämpfe im Westen. �feindliche Kriegsberichte. Französischer Heeresbericht vom 22. Ävril nach- mittag?. Südlich von St. Ouentin dauerte der Artilleriekampf während der Nacht ziemlich lebhaft an. Zwischen der AiSne und dem Cbemin-des-DameS machten die Franzosen neue Fortschritte nördlich von S a n c y und I o n y. Handgranatenkampf in der Gegend von H u r t e b i s e. In der Champagne Patrouillenschar- mützel und Kainpj mit Handgranaten westlich von Navarin. An der übrigen Front war die Nacht ruhig. Vom 22. April abends. Zwischen Somme und Oise war der Artilleriekampf während des Tages in der Gegend südlich von S t. Ouen tin und nördlich von UrvillerS sebr lcbhasr. Zwischen Soissons und Reims Artillerietäligkeit mit Unterbrechungen aus verschiedenen Abschnitten. Der Feind hat Reims heftig beschossen, besonders das Viertel der Kathedrale. In der Champagne war der Tag durch eine Reihe von Gegenwirkungen des Feindes gegen die Höhen, die wir im Gebirgsstock von Moronvillers besetzt halten. gekennzeichnet. Ein heftiger Angriff gegen Mont-Haut wurde nach lebhaftem Kampfe zunichte gemächt. Unsere Maschinengewehre und Gegenangriffe brachten dem Feind blutige Verluste bei. Ein deutsches Bataillon, dessen Anwesenheit um ö Uhr nachmittags nord- westlich von Mont-Hant gemeldet wurde, wurde von uns unter Feuer genommen und mit' Zunicklaffung von Tolen zerstreut. Ein weiterer Angriffsversuch gegen die Höhe weiter östlich wurde gleich- falls abgeschlagen. Von der übrigen Front nichts zu melden. Englischer Heeresberichi vom 22. April. Der Kampf dauert westlich und nordwestlich von L e n s zu unseren Gunsten fort; wir machten dort Fortschritte und brachten Gefangene und Maschinengewehre ein._ Jrakfront und Sinaiftont. Konstantinoprl, 23. April. Amtlicher Heeresberichi vom 22. April. Jrakfront. Auf dem rechten Tigrisufer haben neue Kämpfe begonnen, die noch nicht abgeschlossen sind. Auf dem linken Tigrisufer wurde eine von uns vorgeschobene Abteilung einige Kilometer zurückgenommen. S i n a i f r o n t. Der bei Gaza geschlagene Feind hat seinen rechten Flügel noch weiter zurückgenommen und arbeitet am Aus- bau seiner Verteidigungsstellungen. Zum Schutz seines rechten Flügels hat er eine Anzahl neue Stellungen angelegt. Nachträglich wird gemeldet,, daß bei Gaza hundert unverwundete Gefangene eingebracht wurden. Die verhältnismäßig geringe Zahl erklärt sich durch die Erbitterung, mit der auf beiden Seiten gekämpft wurde. Es wurden zahlreiche Gewehrs und einige automatische Gewehre erbeutet. Von den schweren Panzerwagen(Tanks), die der Geg- ner ins Feuer brachte, wurden drei zerstört. Auf den übrigen Fronten keine besonderen Ereignisse. Englischer Heeresbericht aus Aegypten vom 21. April. Die Truppen in Palästina befestigten das gewonnene Gelände. Sie sind jetzt in Fühlung mit der G a z a deckenden fcind- lichen Hauptstellung. Die Stellung erstreckt sich von der Meeres- küste bei Sckeik Hanat durch Ali Muntar bis östlich der Stadt, von dort in südöstlicher Ricktung nach Abu Hameira. Am 19. April wurden etwa 299 türkische Gefangene gemacht. Englischer Heeresbericht aus Mesopotamien vom 22. April. Die feindliche Streitmacht, die General Maude am 18. April schlug und so gut wie aufrieb, war die türkische Abtei- lung auf dem linken T i g r i s u f e r, die die Linie von Sckatt el Adhain hielt, nicht, wie früher telegraphiert, auf dem rechten Tigrisufer. Auf dem rechjeu Tigris ufer, gegenüber dem Nordflügel der feindlichen Stellung von Jftabulat, gingen wir in der Nacht vom 19. zum 29. eine Meile vor. Am 21. April nahmen wir einen Teil der Frontlinie von Jftabulat und machten 229 Gefangene._, der Krieg auf öen Meeren. Die Beschießung von Calais. Paris, 22. April.(Havasmcldung.)„TcmPS" erfährt folgende Einzelheiten über die Beschießung von Calais: In der Nanit vom Freitag auf Sonnabend wurde die Bevölkerung von Calais uu- gefahr«m 12 Uhr 30 Minuten durch ein furchtbares Donnern vom Mrcre her geweckt, das von einer sehr heftigen Beschießung herrührte, während Geschosse auf die Stadt niederfielen. ES handelte sich um feindliche Secstrcitkrüftc, denen es gelungen war, in den Pas de Calais einzudringen, und die in Hast auf die Stadt feuerten. Mehrere Häuser sind ernstlich beschädigt worden. Es gab einige Opfer unter der Zivilbevölkerung. Namentlich wird berichtet, daß eine Frau mit ihrer Tochter während dcS Schlafes durch ein Geschoß, das auf ihr Haus fiel, getötet worden sei. Die Beschießung dauerte zehn Minute», während deren die aufeinanderfolgenden Schüsse und die Detonationen ohne Unterlaß widerhallten. Dann hörte man neues Geschützfeuer: es fand in weiter Entfernung ein Treffen statt. Die Toten öes Gefechts im Kanal. London, 22. April.(Reutcrmcldung.) Die Sonntags- zeitungen melden, daß achtundzwanzig deutsche Seeleute, darunter einige Offiziere, in dem Gefecht im Kanal getötet worden seien; sie lägen in der Markthalle von Dover neben zweiundzwanzig gefallenen Eng- l ä n d e r n. Seefperre unö Versenkungen.• Kristiania, 21. April. Heute sind hier ein Oiffzier, ein Maat und ein Matrose eines deutschen U-Bootes nach Deutschland durchgereist, das in der Nordsee den norwegischen Dampfer SvanfoS angehalten, durchsucht und nach einem Kampf mit einem eng- Irschen N- Boot die Verbindung mit dem norwegischen Dampfer verloren hatte. Der Dampfer ist mit der deutschen Mannschaft in Hangesund eingelaufen, von wo die norwegischen Bc- Hörden die Heimreise gestatteten. Dmmden, 23. April. Die aus sieben Mann bestehende Besatzung des schwedischen Schoners Amanda, der am 16. April auf der Reise von Kristiania nach Westhartlepol mit Grubenholz an Bord auf der Höhe der Doggerbank von einem deutschen U-Boot mittels Brandbomben versenkt worden ist, wurde gelandet. Amsterdam, 23. April. Oestlich von Res sind sieben Minen an- gespült worden. Infolge des anhaltenden Nordwindes wurden ver- schiedene Waren an Land gespült, u. a. Butterfässer, Oel, Verbands- kästen usw. In K a l w y k e a niS e e ist gestern eine englische Mine angespült worden, die unter mitiiärische Bewachung ge- stellt wurde, Sonnabendmittag sind vier Minen, die dort in den letzten Tagen angespült wurden, zur Explosion gebracht worden. Die Jagd«ach Schiffsraum. Schnell fabrtfertiaen Schiffsraum brauch, England. Die Folgen zeigen sich deutlicki. Der Sckiffabrlskonlrolleur teilt mir. daß die Herstellung von Dampfern über!69 Brullo-Register-Tonnen in den sechs Monaten bis zum letzten Dezember geringer war. als die Schätzung des ehemaligen Präsidenten des HandelSamls. aber die voraussichtlickie Herstellung im März werde diese übersteigen, da sie über eine Million Tonnen jährlich betrage. Kein Schiff von 14 090 Tonnen sei bestellt worden, und man verfolge die Politik, sieben Schiffe zu je 209V Tonnen an Stelle eines Schiffes von 14 000 Tonnen zu bauen. Tie drei Klasien von Musterschiffen, die in Auftrog gegeben seien, hielten etwa 5000. 3000 und 2900 Brutto-Register-Tonnen. » London. 21. April. Wie die.Wcstminsier Gazette" meldet, hat der Abgeordnete Sir Charles Henry an die Regierung die Frage ge- richtet, wieviel Getreide, das für England bestimmt war, während der Monate Februar und März infolge des deutschen U-Boot-KriegeS verloren gegangen feien. Die Regierung gab eine ausweichende Antwort und teilte mit, daß eine Beantwortung dieser Frage mit den allgemeinen Jnleresieii dcS Landes nicht in Einklang zu bringen ist. Kleltw Kriegsnachrichten. Ei« Arbeiterpalast in Petersburg. Der alte Traum der rufst- schtn Arbeiter, einen Arbeiterpalast errichten zu können, scheint seiner Erfüllung nahe zu sein. Nach den Angaben des Blattes«Rutzkoja Volja" sind Matznahmen zur Verwirklichung dieses Wunsches bereits eingeleitet worden. In einer Delegierteiwersammlung der GeWerk- schasten wurde beschlossen, den Arbeiter- und Soldatenrat zu ersuchen, einen der beschlagnahmten Paläste den Gewerkschaften zur Ver- fügung zu stellen. Ter ukrainische Nationalkongrcß hat sich für eine russische föderative Republik sowie für die Autonomie der Ukraine ausgesprochen. Der Emir von Buchara hat eine Kundgebung veröffentlicht, in der er dem Lande innere Reformen verspricht. Ter finnländische Landtag erörterte die Gesetzentwürfe betreffend das Recht russischer Bürger, in Finnland ein Ge- werbe auszuüben, sowie betreffend der Kommunal- rechte für in Finnland wohnende russische Bürger. Die Gesetz- entwürfe wurden dem WirtschaftsauSschutz zur Prüfung überwiesen. Die russische Frcihcitsanleihe. Der VollziehungsauZschutz des Petersburger Rates der Arbeiter- und Soldaten- Delegierten hat mit 211 gegen 14 Stimmen beschlossen, die von der provisorischen Regierung ausgegebene sogenannte Freiheits- anleihe mit allen Kräften zu unterstützen. Ein Verband revolutionärer Offiziere ist in Rußland ge- gründet worden. Die Verbandsleitung besteht aus einem Ausschuh von 23 Personen, wovon der Verband 15 wählt, während die übrigen 10 von der sozialdemokratischen Partei ein- gesetzt werden. Die verschleppten Ostpreußen. Wie in der Provinzialkommission für ostpveutzische Kriegsgeschichte festgestellt wurde, ist die Zahl der aus Ostpreutzen Verschleppten wahrscheinlich noch höher, als bisher angenommen wurde, nämlich über 10 000. Das NnterstaatSsckretariat des französischen Munitions- Ministeriums wird sich, laut Lyoner Blättern, nunmehr aus'chlietz- lich mit Erfindungen und technischen Fragen für die Landesver- tcidigung zu befassen haben und den Titel Unterstaats sekre- tariat der Erfindungen, technischen Studien und Experimente führen. Amerikanische Reisantäufe. Aus Weltevreden wird gemeldet: ?lmerika kauft auf dem indischen Markte große Mengen Reis für direkte Lieferung nach San Francisco. Tan Salvadors Neutralität. Nach einem Telegramm der Agencia Americane hat die Regierung von San Salvador erklärt, daß sie mit der Haltung der Vereinigten Staaten sympathisiere, aber im Konflikt zwischen diesen und Deutchland ihre Neutralität bewahre. Tie cuglische LebeuSmittelkoutrolle. Die„London Gazette" bringt eine Verfügung, derzufolge der Schutzkontrolleur die Be- fugnis erhält, Fabrikbetrrebe oder andere Einrich- t u n g e n, in denen Nahrungsmittel hergestellt oder verkaufsfertig gemacht werden, unter seine Verwaltung zu nehmen. politische Ueberflcht. Ter Reichstag. Der Reichstag tritt heute zu einer kurzen Sitzung zu- sammen, um sich alsbald wieder bis zum 2. Mai zu vertagen. Es fehlt an vorbereitetem Peratungsstofi, weil der Haupt- ausschutz wegen dienstlicher Behinderung der militärischen Re- gierungsvertretcr nicht, wie er sollte, seine Arbeit am 17. ds. hatte aufnehmen können. Da die Absicht der Vertagung bekannt ist und die TageS- ordnuug nicht lockt, dürfte die Frequenz der heutigen Sitzung nicht allzugrotz werden. Es fragt sich sogar, ob die Kon- stituierung des Verfassungsausschusses heute schon vorgenommen werden k«nu oder ob auch sie bis zum 2. Mai i vertagt werden muß. Diese Aockung der Reichstagsarbeit, gerade in der gegen- wärtigen Zeit, ist im höchsten Maße bedauerlich. Die politische Lage hat sich derart gestaltet, daß eine Aussprache im Plenum über sie dringend erwünscht ist. Mütter-Meinmgen gegen Baffermaun. Auf der Tagung der liberalenArbeitsgemein- schaft Bayerns zu München(diese umfaßt bekanntlich Nationallrberale und Fortschrittler) hielt der fortschrittliche Abgeordnete Müller- Meiningen eine Rede, in der er unter anderem auch die Ausführungen B a s s e r m a n ns gegen das parlamentarische System widerlegte. Er sagte nach dem Bericht des„B. T.": Wenn wir den nötigen Einfluß haben, wird man auch führende Mitglieder der Parteien zur verant- wortlichen Mitarbeit beiziehen. Aber es ist meines Erachtmis unrichtig, was Bas s ermann und Friedberg sagen, daß unsere Parteiverhältnisse den Uebergang zum parlamentarischen Systo,n in diesem Sinüe unmöglich machen. Allerdings glaube ich, daß die bloße Berufung einiger Parlamentarier als Staatssekretäre oder Unterstaatssekretäre ohne gleichzeitigen Bruch mit dem bureau- kratifchen System völlig wertlos, ja politisch gefährlich wäre. Wir können nur große Parteien bekmtunen, wenn das Parlament mehr als ein kritisierender Diskutierklub wird. Nur dann wirb die Art unserer ganzen Parlamentsverhandhungcn eine verantwortungsvollere, wenn die Parteien ein verantwort- liches ReichSministerium bilden. Die bisherige HoffnungSlosig- kcit einer Teilnahme an der Regierung zeitigte gerade jenen Mangel an po l i t i s ch e n Persönlichkeiten, an dem wir heute in der inneren und noch mchr in der äußeren Politik kranken. Daher auch das völlige Fiasko nnsener rein bureaukra- Wchen Diplomatie und unserer Bureankratie überhaupt, die namentlich in der ErnährungSfvage versagt hat." Müller-Meirnnigen führte dann weitet aus, daß es unter dem parlamentarischen System viel leichter und rascher zu einer Einigung der beidenliberalen Parteien kommen würde als jetzt. Ein Trompctcnstost des„Unabhünzigen Ansfchvst". Zu den Leuten, die durch die jüngste Entschließung des sozialdemokratischen Parteiausschusscs furchtbar in Harnisch geraten sind, gesellt sich jetzt auch der„Unabhängige Ausschuß für einen deutschen Friede n".„Ein Friede ohne Machtgewinn und Kriegsentschädigungen"— sagt er—„ist gleich zu deuten mit der Bere.lendung und Unterdrückung, die der Führst der Sqzialdemo- kratie nach eigener Erklärung vom deutschen Volk fernhalten will." Das bestreiten wir energisch, wenn auch der„Unab- hängige Ausschuß" noch so viele Neuruppiner Bilderbogen herausgibt, mit bildlichen Verherrlichungen des Gewalt- friedens und abschreckenden Illustrationen der Folgen eines Versländigungsfriedens. Solche Vergleiche sind nichts als ein vlump-demagogischer Kniff, solange die Annexionspolitiker es unterlassen, auch das Mehr an Blutopfern, Volks- kraft und V o l ks V e r in ö g e n zu illustrieren, welches die Erreichung ihrer Ziele verschlingen würde, vorausgesetzt, daß diese überhsupt zu erreichen wären, Uebn'gens freuen wir Uns, wenigstens in einem Punkt mit dem„Unabhängigen Ausschuß" einig zu gehen, wenn dieser nämlich am Schluß seiner Erklärung„unerläßlich eine offene Stellungnahme unserer Regierung" fordert. Das halten auch wir für nötig. Nebenbei soll noch bemerkt werden, daß der„Unab- hängige Ausschuß" auch gegen die Neuorientie- rung während des Krieges protestiert und sich trotz aller scheinheiligen Gegcnbeteuerungen damit auch inner- politisch als das reaktionärste Gebilde erweist, für das wir ihn längst taxiert haben. Herr Fuhrmann— Ihre Nase! Landtagsabgeordneter Paul Fuhrmann, SchwernationaMbe- raler und Versammlungsreiscnder diverser englandtötender AuS- schösse, entrüstet sich über„die Sprache, die jetzt der„Vorwärts" gegenüber Herrn von Bethmann Holkweg zu führen wagt". Wenn sich gerade die alldeutsche Seite über Unehrerbietigkeit gegen den Reichskanzler beschwert, so wirkt das schlechthin zwerchfellerschüt- ternd. Sind w i r es etwa gewesen, die in Flugblättern drohten, „Bethmann an die Kehle zu springen", waren wir es, die auf Versammlungen riefen, man müsse Bethmann„niederknallen", haben wir in geheimen Schriften über„den verbrecherischen Eigensinn und die fluchwürdige Schwäche des Privatmanns Beth- mann Hollweg" geschimpft?!(Um nur gerade ein paar Muten aus der alldeutschen Agitation herauszulesen.) Möchte nicht Herr Fuhrmann also bei der Reformation der Sprache, die man gegen- über Herrn von Bethmann Hollweg zu führen wagt, im aMeutschen Lager beginnen und sich und seine Freunde zunächst einmal bei der eigenen Nase packen? parteinachrichten. Zusammenschluß im Wahlkreis Höchst-Homburg-Usiugeu. Nach- dem sich die letzte Generalversammlung des Wahlkreises Höchst- Homburg-Usingen mit Mehrheit auf den Boden der Arbeitsgemein- schaft gestellt hat, nahmen die Delegierten, die treu zur Partei halten wollen, sofort die Neugründung der Organisation vor. Am letzten Sonntag(22. April) tagte nun in Frankfurt a. M. eine außerordentliche Kreisgeneralversammlung, die verhältnismäßig sehr gut besucht war. Fast alle Orte, wo noch eine Organisation besteht, waren vertreten, so daß zu hoffen ist, daß die KreiSorgani- fation bald wieder in alter Stärke dasteht, lieber den Stand der Organisation berichtete Genosse Walter. Die große Mehrzahl der Genossen, 4000 bis 5000 Mitglieder, stehen im Feld. Die„Unab- hängigen" versuchen mit allen Mitteln, die Genossen auf ihre Seite zu gewinne» imd üben dabei einen großen Terrorismus aus. Eine größere Anzahl der Filialen steht treu zur Partei und ist zu hoffen, daß auch bald weitere folge. � Ueber den Parteikonflikt referierte der Abeordnete des Kreises. Gerwffe B r ü h n e. Er gab ein Bild der Entwicklung der Partewerhältniffe und präzisierte die Stellung der Fraktion zu den einzelnen Fragen. In einer einstiimniq beschlassenen Resolution er- klärte fich die Geneealversannnlung. ohne im einzelnen alle Maßnahmen der Fraktion und des Parteivorsiandes gutznheihen, mit der Halbing zur Frage der Landesverteidigung einverstanden. Zur Presse- frage wurde beschlosien, die Beziehungen zur Frankfurter„Volks- stimme' wieder aufzunehmen und sich'an der Verwaltung und an der Preßkommission der„VokkSstimme" zu beteiligen. Der ungewählte Beirat. Im ersten Bericht über die Zusammen- setzung des Vorstandes der SpalümgSpartei war auch der Metall- arbeiter Banse aus Halle a. S. als Mitglied des Bei- r a t s genannt worden. Die Meldung wurde dann als falsch be- zeichnet, und in einem von der neuen Partei veröffentlichten Auf- rufe ist F l e i ß n e r« Dresden an Stelle des Vorgenannten als Bei« rat angegeben. Der Austausch entbehrt nicht der Komik. Bei der Wahl waren auf Banse 70 Stimmen gefallen; er war damit tat- sächlich gewählt. Aber dadurch war Sachsen ganz aus- geschieden. Nach dem Rezept„viel hilft viel", hatten die sächsischen Vertreter gleich drei ihrer Londsleute auf die Kandidatenliste für den Beirat gesetzt, darunter Fleißner und Lipinski. Die Folge war gewesen, daß alle drei durchgefallen waren. Um die grirnweißen Märtyrer nicht ganz aus der Vertretung im Vorstande auszuschließen, wurde der Gewählte ersucht, im Jntereffe der guten Sache zurückzutreten. Das hat er jedoch nur unter der Bedingung getan, daß er b« der ersten entstehenden Vakanz m den Beftat be- rufen wird. So kann man in den Beirat einer neuen Partei ge» langen, ohne gewählt worden zu fein, und sogar einer Partei, die das sozialdemolratische Statut„in demokratischem Sinne" reformiert haben will.____ Gegen öen beabsichtigten Ichtuhr- Laöensihluß. Die durch die P reffe bekanntgewordene Absicht des Bundes- rats, während der Sommerzeit den Schluß der Ladengeschäfte von 7 auf 8 Uhr hinauszuschieben, hat unter den im HandelSge- werbe Angestellten lebhafte Beunruhigung hervorgerufen und eine Gegend ewegung veranlaßt, die öffentlich zum Ausdruck kam in einer Protestversammlung, welche der Zentralver- band der Handlungsgehilfen gestern abend im Lehrer- vereinShause am Alexanderplatz veranstaltete. Der Aichrang zu der Versammlung war unqcwöhnkich stark. Eine Kopf an Kopf gedrängt stehende Menge füllte den großen Saal samt Galerien und Nebenräumen. Eine große Zahl von Besuchern, die ausge- reicht hätte, allein eine stattliche Versammlung zu füllen, mußte bor den Türen des überfüllten Saales umkehren. Unter lebhaftem Beifall der Zuhörer führte die Referentin, Frau Regina Fried länder,«us, daß man den Handelsangestellten eine Verlängerung ihrer Arbeitszeit um eine Stunde nicht zu- muten dürfe. Auch die Geschäftsinhaber hätten von der Hinaus- schiebung des Ladenschlusses keinen Vorteil. Durch eine Umfrage sei festgestellt worden, daß früher, als die Läden noch bis 8 Uhr Heöftnet waren, in der letzten Stunde ein kaum nennenswerter Umsatz erzielt worden fei. Deshalb hätten sich auch 7000 Ge- fchäftsinhcckcr durch Unterschrift für die Beibehaltung des Sieben- uhr-Ladenschkuffes erklärt, der auch in der Lebensmittelbranche durchfühbar sei. Einstimmig wurde die nachstehende Resolution angenBM- men und eine Kommission ernannt, welche dieselbe am heurigen Dienstag dem Bundesrat überreichen und die darin aufgestellten Forderungen vertreten soll. Falls die Kommission vom Bundesrat abschlägig beschiedcn werden sollte, wird in den nächsten Tagen eine neue Versammlung zu der Angelegenheit Stellung nehmen. Die angenommene Resoiutton lautet: „Die am 23. April 1917 im LshrA-vereiushause tagende, bon 4000 Pvrfonen besuchte Bsrsannnlung von Ladsnangestellten protestiert gegen die Skbsicht des Bundesrats, den Achtuhr-Laden- schlutz wieder einzuführen. Die Angestellten verlangen, daß der Bundesrat in solchen Dingen vorher die Organisation befragt. Die Lc»t>en«ngestellten haben infolge des Mangels an Arbeits- kräftsn im Kriege ungeheure Arbeitsleistungen vvllbracht.... Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß schon aus diesen Gründen (der Versorgung mit den notwendigsten Lebensmitteln) auf keinen Fall eine Arbeitszeitvcrlängerung zugebilligt werden darf. Es liegt dazu auch nicht der geringste Grund vor. Durch den Sieben uhr-Schluß wollte man doch den Konsum einschränken. Der Bezugschein und der vorhandene Warenmangel auf allen Gebieten spricht schon allein dagegen. Die Konsumenten haben sich überraschend gut daran gewöhnt. Alle Angestellten und die meisten Prinzipale fordern die Beibehaltung des Siebenuhr- Schlusses. Da möchten die Versammelten den Bundesrat ein- mal befragen, von wem er sich hat beraten lassen. Die Ver- sammelten erklären, daß sie auf keinen Fall auf die eine Stunde Erholung am Abend verzichten, und fordern die gesetzliche Fest- legung des Siebenuhr-LadenschlusseS auch für die Lebensmittel- gefchäfte auch für die Zeit nach dem Kriege. Die Versammelten beauftragen deshalb den Zentralverband der Handlungsgehilfen, mit der in der Versammlung gewählten Kommission sofort beim Bundesrat vorstellig zu werden." Letzte Nachrichten. Erhebungen über Wohnwcisc der Kriegerfrauen. Berlin, 23. April. Das Oberkommando in den Marken hat, wie im vorigen Jahre, eine Aufnahsiie der leerstehenden Wohn- und Gewerberäume in Groß-Berlin angeordnet. Neu hinzugekommen sind Erhebungen über die Wohnweise der Kriegersrauen, die Kriegsunter st ützung beziehen. Näheres wird durch die Gemeinden bekanntgegeben werden. Freies Geleit für Tarnowsky Bern, 23. April.„Journal" meldet aus Washington: Tic amerikanische Regierung habe dem Botschafter Tar- n o w s k y einen Geleitbrief gewährt. Der Botschafter werde in der nächsten Woche abreisen. Brussiloff gegen Petersburg. Bern, 23. April.„Temps" meldet aus Petersburg: Die Spaltung zwischen der Frontannee und den Agitatoren im Taurischeu Palast hat sich täglich verschärft. Brussiloff richtete namens der Offiziere und Soldaten der Südwest- armee an die provisorische Regierung ein Telegramm, um gegen die Möglichkeit eines Zusammen- tritts der konstituierenden Versammlung in Petersburg Verwahrung einzulegen, in der die inter- nationalistischen Tlzeorien Verwirrung in die Geister der De- putierten bringen könnten. Die Südwcstarmee verlange, daß die konstituierendeVersannnlung in Moskau zusammentrete._ Ter Exzar soll vor Gericht. Basel, 23. April. Das ukrainische Pressebureau berichtet nach der„Ruhkaja Wolja": Ter Rat der Arbeiter und Soldaten in T i f l i S hat einstimmig beschlossen, den früheren Zaren Nikolaus Romanow vor Gericht laden zu lassen und abzuurteilen. Dieser Beschluß wurde sofort telegraphisch an den Arbcitcrrat in Petersburg übermittelt, damit dieser verhindere, daß der frühere Zar durch eine schleunige Flucht«ach England sich der Hand scincr Richter entziehe.___ Ter tausendste Kriegstag. Amsterdam, 23. April. Das„Handelsblad" schreibt: Tausendeinen Tag dauert nun der Krirg und so, wie wir über die berühmten Erzählungen aus Tausendundcine Nacht sprechen, wer- den spätere Geschlechter sprechen über die Torheit der ruropäischrn Völker, sich in einem Streit, der tausendeinen Tag und noch länger dauerte, gegenseitig zu ermorden. Mit Feuer und Schwert, zu Lande und zur See, in der Luft und unter dem Wasser um des törichten Standpunktes willen, wer die Macht haben wird, während Leben in Frieden und Freundschaft, alle freien und gleichen Völker nebeneinander, ohne einander zu beherrschen, das Ziel und der Grundsatz jeden Bölkcr-Zusammcnlcbcns fein müsse. Amerikanischer Kredit für Rußland. Basel, 23. April.(„Franks. Ztg.") Radio berichtet aus Washington: Die Vereinigten Staaten bewilligten Rußland einen sofortigen Vorschuß von 200 Millionen Dollar zur Ab- scndung von Kriegsmaterial.| Englische Finanzsvrge«. Bern, 23. April.(W. T. B.)� Ein Dokument schwerer Besorgnisse über die Finanzlage Englands bildet die von 33 Unterhausmitgliedern aller Parteien cingc- brachte Resolution, die die Einsetzung eines Aus- schuf s es ztir Prüfung der Staatsausgabcn mit der Befugnis, Staatsbeamte zu v e r n e h- m e n, fordert. In der Begründung wird ausgeführt, daß der Schatzsekretär bei der Einbringung des Budgets im April 1916 die bestimmte Hoffnung ausgesprochen habe, die ausge- worfenen für den Tag 5 Millionen Pfund Sterling betragen- den Staatsausgaben würden durch Ersparnisse verinin- dert werden können. Jetzt betrügen die Ausgaben täglich sieben Millionen Pfund Sterling und die Regierung denke nicht an Sparen. Die Finanzkontrolle des Unterhauses habe praktisch aufgehört._ Kriegsschäden der englischen Ostküstc. Bern, 23. April. Nach englischen Blättern weist die Abrcch- nung über den Staatshaushalt für 1015/16, die eine Gesamt- ausgäbe von 1384 Millionen Pfund ergibt, auch 239 710 Pfund als Entschädigung für die Schäden infolge der Beschießung von Hartlepool, Whitby und Scarborough aus. Erklärung des nmcn spanischen Ministeriums. Madrid, 23. April.(„Franks. Ztg.1') Das Ministerium Briete hat eine Note ausgegeben, in der cS heißt: In der internatio- nalrn Politik erklärt sich die Regierung vollständig in Uebereinstim- mung mit der Botschaft der Krone und der auf sie von den EorieS er- teilten Antwort. Demgemäß wird die Regierung gegenüber den Kriegführenden die gleiche strikte Neutralität aufrecht- erhaltcn und in der gleichen Linie der Politik beharre», die bisher von Spanicn befolgt wurde. Das neue Kabinett wird dem Lande von allen seinen internationalen Handlungen Rechenschaft ablegen. Wenn cö sich irgendeinem ernsten Ereignis gegenüber befinden sollte, daS die gegenwärtige Haltung ändern könnte, wird cs keine Ent- fcheidung treffen, ohne das Parlament zu befragen. Wahlen in Japan. L o» d o n, 23. April. Aus Tokio wird der„Times" aemcldrt: Tie Wahlen, welche am letzten Freitag stattfände«, verliefe« tnhjg. Man erwartet einen Sieg der Regierung» dir eine feste Stellung einnimmt. In de« letzten Wochen sind in Tokio vier Blätter verboten worden, weil sie ein Manifest eines sozialistischen Kandidaten veröffentlicht hatten, was als eine Gefahr für die öffentliche Ordnung angeschen wurde. Wiederum angespülte Minen. Amsterdam, 23. April. Aus Ameland wird gemeldet: Die An« zahl der in Ameland angespülten Minen betrug gestern 22. Der Militärkommandant ließ den Strand absperren. In der Nacht ist eine treibende Mine explodiert. Das Krachen der Explosion war iveithin vernehmbar. Aus Vleeland wird gemeldet: Auf dem Nord- strand sind Zwei Minen angespült Word«, Serlin und Umgegend. Lohnford ermigc» an die Beklsidungsämtsr. L>ie wir bereits bor einiger Zeit berichteten, hat der Schneider bcrband an die Bekleidunzsä-nter und da? Kriegsministerium bat Ersuchen gerichtet, die Löhne zeitgemäß aufzubessern. Am Mittwoch abend fand im großen Saale des Gewcrkschastshanses eine V e r« f a m m lung statt, in der Kunze über die Antwort der BeklcidungSämter und des Kriegs Ministeriums Bericht erstattete. Hiernach haben die BekleidnngSämter mit Rücksicht auf das vom Hauptvorstand des Verbandes an das Kriegsministerium gerichtete Ersuchen bisher keine Entscheidung getroffen. Sie wollen vielmehr, da eS sich um eine Angelegenheit von allgemeiner Bedeutung hendelt, die Ent- scheidung des Kriegsmmisteriums abwarten.(Das Kriegsministerium hat bisher nur den Eingang des Schreibens bestätigt.) Kunze bemerkte hierzu, daß eine Lohnaufbesserung für die Mikitärarbeitei! dringlich sei und keinen längeren Aufschub vertrage. Seit Ausbruch des KdriegeS sei keine Veränderung der Löhne ein- getreten. Von den Aemtern werde erklärt, daß sie bei Ausbruch des Krieges eine Lohnerhöhung von 25 Proz. gewährt hätten. Wenn mau damals eine Lohnerhöhung von LS Proz. als notwendig angesehen habe, so sei die geforderte Lohnerhöhung heute besonders notwendig. Bei Anfang des Krieges habe man nicht die großen Anforderungen an die Arbeiter gestellt wie heute. Daher fei der effektive Lohn heute medriger als bei Ausbruch des Krieges. Ziehe man aber einen Verzleich zwischAt den Lebensinittelpreifen von damals und beute, so könne von einen? angemessenen Verdienst überhaupt keuie Rede mehr sein. Infolge der geringen Verdienste sei eine erhebliche Abwanderung der Arbeitskräfte auS dem Schneidergewerbe nach anderen Gewerben- erfolgt, so daß heute für die vorhandene Arbeit nicht genügend Schneider und Schneiderinnen zu haben seien. ES fei daher auch notwendig, daß die Ler« ordtiung vom 4. April 1916, wodurch die Arbeitszeit im Schneidergewerbe ans 4t) Stunden und die ArbeilSmcnge auf'/io der früheren A r« bcitsmenge festgesetzt wurde, aufgehobeir werde. Wenn nickst eine schleunige Lohnaufbesserung erfolge, und zugleich die Verordnung vom 4. April 1916 aufgehoben werde, so stehe in der Tat zu befürchten, daß in krrrzer Zeit nicht mebr genügend Arbeitskräfte vorbanden feien, um die Arbeiten für die Bckleidungs- ümtcr ferliazuftellen. Die Löhne im Schneidergewerbe stünden auch in keinem Vcr- gleich zu den in anderen Industrien und Gewerben gczablteir. ES tönne daher auch verlangt werden, daß dem berechtigten Verlangen nach einer zeilgcmäßen Lohnerhöhung umgehend Rechnung getragen werde. Um eine schleunige Erledigung der Angelegenheit herbeiru- führen, empfahl er der Versammlung, soweit in den einzelnen Vc- lrieben bisher keine ArbeilerauSschüsse gewählt sind, solche ans Grund der Bestimmungen des Hilfsdienst- gc setze-3 z u wählen. In allen Betrieben soll dein Unter« nehnicr die Forderung nach Lohnerhöhung unterbreitet werden und, falls eine Einigung nicht erfolgt, die Angelegenheit gemäß§ 13 deS Hilfsdienftgefetzes vor den Kriegsausschuß gebracht werden. ES sei an sich richtig, daß die Unternehmer im Schneidergeioerbe ans Grund der vertraglichen Bestimmungen eine Lohnerhöhung nicht gewähren könnten, wenn nickn die BekleidnngSämter zuvor eine Erhöhung der Macherlöhne bewilligen. Da aber zu besürchtcn stehe, daß die Sache sich noch einige Zeil hinziehe, bevor eine Aufbesterung der Löhne erfolge, sei kein anderer Weg möglich, um die Lohnausbcfferung zu beschlcmngen. Auch für diejenigen Arbeiten, die nickt von Bellet- dungsämlern, sondern anderen behördlichen Stellen herausgegeben werden, sollten zur Abstellung der Besckwerden über zu niedrige Löhne Lohnfordcrungerr an-dte Uniernehmer-gestellt werden; wird eine Einigung nicht erzielt, so müßte ebenfalls die Emscheiduitg des Kriegsausschusses angerufen werden. Vom Gewerkverein der Schneider ergriff der Vor- sitzende Rekittke das Wort. Er stimmte den Ausführungen von Kunze in jeder Hinsicht zu. Auch er empfahl den von Kunze vor- geschlagene,! Weg zu beschreiten. Vori allen Diskussionsrednern wurde darauf hingewiesen, daß sowohl bei den neuen BekleidungSgegenständo«, wie bei den alte«, die umgeändert und ausgebessert werden, die Ansprüche an die Arbeitsleistung außerordentlich gestiegen sind und in keinem Ber- bäliniS mebr zu den gezahlten Löhne« steh»». DaS tatsächliche Ein- kommen der Arbeiter sei heute erheblich niedriger als im Jahre 1918/16, die Lebensmittelpreise aber rechtfertigten eine wesentliche Steigerimg der Löhne. Es sei daher erforderlich, eine recht baldige Lösung dieser Angelegenheit herbeiznführen. ES wurde dann ei« stimmig beschlossen, in allen Firmen, sowohl von Werkstatt- wie Heimarbeitern, eine mindestens LSprozentige Lohtlerhöhuilg sowie außerdem eine besondere Aufbesserung der Löhne für Drell-, Köper- und Khaki-BekleidungSgegenstände, eben falls für den EinheitSmantel und die GefangeueuaRjüge zu der- langen. Im Falle keine Einigung erzielt wird, fall die Sache dem Kriegsausschuß, Zimmerstr. 90—91, unterbreitet werden. Die Former und Berufsgeuossen besprachen am Sonnabend in einer Branchenversammlung die Gestaltung ihrer Verdienst Verhältnisse. Müller als Referent führte unter anderem aus: Die steigende Tenerang aller Lebensmittel und Bedarfsartikel hätte auch die Former gezivungen, aus die Erhöhung der im Frieden üblich geweseneu Äliordpreise und Löhne hinzuwirken. I« verschiedenen Betriebe« in Berlin sei dies auch geluNgeu, so daß einigermaßen ein Ausgleich erfolgte. Es gebe aber immer noch Betriebe, die rückständig seien. So kämen noch Wochen- Vordienste von 90 M.. 80'M., 76 M. und sogar darunter vor, obwohl unter den heutigen Verhältnissen mindestens 160 M. in der Woche verdient werden müßten, um eine Famitte mit mehreren Kindern durchzubringen. Deshalb sei man nach Werkstattfitzungen in den rückständigen Betrieben vorstellig geworbsir. Hier und da habe man auch Klemigkeitsn zum Akkordlohn zugelegt, oder es sei mal ein KriegSzuschuß gezahlt worden. ES sei aber nicht das gewesen, worauf man gerechnet hatte. Deshalb habe sich eine BerlranenS- männer-Versammbmg mit der Lohnsrage beschäftigt. Zu den Firmen, wo zu wenig verdient werde, gehöre die Firma Borsig in Tegel. Redner habe einen Lohnzetiel dieser Firma über einen Verdienst von nur 84M. in vierzehn Tagen gesehen. Man habe den Kollegen der Firma Borsig den Rat gegeben, durch eine Kommission bei den Meistern vorstellig zu werden; falls dies nicht? nutze, sollten sie sich an Herrn Borsig selber wenden. Hebet das Resultat sei dem Redner noch nichts mitgeteilt worden.— Die jetzige Bersaminluuz solle beuale«, liste den noch vorhandenen Mängeln abzul)elfstr sei. D« Referent gab dann noch einige Anweisimgen für die Anrufung de? KriegLausfchusses. Es komme zum Beispiel vor, daß Kollegen den Kriegsausschuß durch Vennittelnng der Organisation amurf«! kissien, bevor sie im Betriebe mit dem Meister oder Hnteruchmer Rücksprache wegen ihrer An- sprüche genommen hätten. In solchen Fällen vertage der Kriegs- auSschuß die Sache, weil erst durch Rücksprache im �Betriebe fest- zustellen wäre, ob nicht der Untsrnehmer auf die Wünsche eingehe. Es sei, um Zeit und Mühe zn sparen, dringend zu empfehlen, daß die Kollegen inmier erst ihre Anträge bei« Meister oder Unternehmer geltend tnachten, bevor der Kriegsausschuß augerufen werde. In der Diskussion wurden verschiedene Mißstände besprochen. AlS besonders schlecht bezeichnete mmi die Berhältnisse bei der Firma Salinger am Luisenufer, wo eS zu Differenzen gekommen ist. Die Akiordpreife kleiner Provinzstädte wären bester als die dort gc- zahlten. Wegen der Differenzen bei Sakinger wird eS zu einer Verhandlung vor dem KriegSanSschuß kommen. Die Lonammlung beauftragte die Branchenkomniisfion, sick mit den Lohnberhälimssen in den einzelnen Betrieben zu befassen, einen Weg zur Abhilfe zu suchen und eventuell Verhandlungen an- zubahnen. Für die Delegiertenwahl zur VerbandSgeneralversammlung in Köln beschloß die Versammlung die Kollegen Müller und Krüger als Kandidaten vorzuschlagen._ Lohnbewegung in der Luckcnwalder Textilindustrie. Da die Textilfabrikanten genügende Zugeständnisse nicht gemacht haben, hat eine stank besuchte Textilarbeiter-Versamm» lung am Sonnabend, den 21. April, beschlossen, i» allen Betrieben zu kündigen. Bei den niedrigen Löhnen, die in Luckenwalde gezahlt werden, ist der Beschlutz nicht überraschend. Busland. Ter 1. Mai in Skandinavien. Die für den 1. Mai in den skaudinabischen Ländern geplanten Demonstrationen dürften diesmal hauptsächlich gegen die Teuerung gerichtet sein. Besonders in Norwegen hat bereits eine energische Ägitaiion eingesetzt, um möglichst viele Frauen zur Teilnahme zu veranlassen._ Tie gewerkschaftliche Landeözentralc Finnlands. Zum Leiter des finnischen GewerkschaftSbuudes ist der Land- tagSabgeordnete Lumi-vuecko auSersehcn worden. Sein Vorgänger, Tokoi, ist Chef der neuen Regierung Firmlands geworden. Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die DeutschenWaffen-undMunitionSfaLrikcn waren nach ihrem Rech enschasisberi cht bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit beschäftigt. Sie erwarben im Geschäftsjahr 1916 die Waffe n werke Oberspree, Kornbusch u. Co. in Nieder- schöneweide. Der Bruttogewirm betrug 15109 673 M.(13 753 441 Mark), der Reingewinn IL C65 370 Mk. gegen 13 735 441 M. im Jahre vorher). Dividenden werden 30 Proz. ausgeschüttet. Die Maschinenfabrik O b e r s ch ö n e w e i d e A. G. hat ttn Jahre 1916 an Reingetoinn 624 314 M. zu verzeichnen. Es werden wieder wie im Vorjahre 12 Proz. Dividende verteilt. Die Elektrizitätslicscrungsges ellschaft Berlin verteilt 10 Proz. Dividende. Die Akt.-Gcs. Hermann Meyer u. Eo. 20 Proz. gegen 12 Proz. im Jahre vorher. Gerichtszeitung. Fahrlässige Brandsäftung. Ein altes Mütterchen, die Wiiwe Flsrcnnne H., steht ganz ollein im Leben und bewohnt eine kleine Stube in der Jllnkerstraße in Potsdam. Als Heiz- und Kock- golcgenhcit befindet sich in dem Zimmer ein eiserner Ofen. Am 10. März heizte Frau H. den Ofen und ging den Vormittag über Schneefegen. Als sie� zurückkam, ivarcn Kohlen aus dem Ofen herausgefallen. Ein Schutzblech befand sich nicht ans den Dielen. Der Fußboden geriet in Brand imd das Feuer griff auch auf die Tapeten über. Das Potsdamer Schöffengericht verurteilte die Greisin wegen fahrlässiger Brandstiftung zu fünf Mark Geld- strafe. Vcaantwö'.ti'.ch t Hermanik Mülldk, Teiuvcchöf: für den übttgcn Till d. Blattes: Alfred Scholz, Neukölln; sür Inserate: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckern u. DerlagSanstalt Paul Singer ck Co Berlin S1V. Hierzu 1 Beilaqe und Unterbaltuuzsblatt. Theater für Dienstag, den 24. April. Deatsebes Opernbaus, Cbarlottcnb. 7 uhr: Boeeaeeio. Frledrich-Wilhelmstädf. Theater. 7'/, uhr; Das Dreimäderlliaus. Gebr. Ilerrnfeld-Theatcr. 7*/« uhr: EliB-ürlaub. Kleines Theater 7-/.u.- Bans im SeWeiiioii Komische Oper 20 Min.: � 0osö Sr. Majestät. Lustspielhaus 7'/, uhr: Die SüllM Kubamin. Metropol-Theater JoMin Die Czardasfürstin. Neues Operettenhaus Schikfbd.la. Kassentcl.: Nord. 281. u/.u.- Der Soldat der Marie. Residenz-Theater ■/jS uhr: Die Warsoil. Zitadelle. Schillcr-TUeatcr O 7-,. u.: HinleF Mauern. Schlllor-TIi. Churlottenb. ti, u.: Götz von Berlieliiip. Thal Ja-Tb eater 23L�n.:DasVaga!)ündenmädel. Theater nm lV'ollcndortpl. S'U Uhr: Die zärtlichen Verwandten. 7,/i u.: Die Gulaschkanone. Theater«Je» Westens 7-/.U.: Die Fahrt ins Glück. 3'lt Uhr: Ein Walxertraum. Trianon-Theater DrehfAD. alte Feinschmecker. Berliner Konzerthaus jßilS Heute-. Großes Konzert der Gruppe Korden des Groß- ISerliner Siinaerlmndes (400 Säuger). Chormeister Hans Micßr.er, kgl Hof- u. Domsänger, enm Besten ihrer im Felde stohendon Mitglieder unter Mitwirkung des Herl. Konzerthaas-Orcäieatcrs, Leiter: Frz. v. Kien. Anfang 7h, Uhr. Anfang 7V, Lhr. Karten i.Vorverk. 50 Pf. Abendkasse 75 Pf. Alle Vergünst. entgeh. "Voigt-Theater. ßanstr öfi. ßadstr. 5« Täglich i Die Maienköm'gm oder: Ein Qpfer der Falschheit. Erösjimng 6'/, Uhr. Ansang T/, Uhr. RosesTheater. 7% Uhr: Das Findelkind. Walhalla-Theater. 7-i.ua Der sidele Sauer. Zirkus i Sciiumanni Einlaß 7 Uhr. Anf. 71/, Uhr. Letzte Woche J Oeiaunn u. Benitas Illusion Sl IUI � Deiai i Die Wunderkiste- ■si tmd das übrige n - Große Prograium? HiTICUiL-THElTER. Köpenickcr Str. 68. Moritzpl. 8344. 8ti!!!eDteliliedcheu. Posse in 3 Akt. Musik v. W. Bramme. NB. Da das Theater lägt, ausverlaust ist, empfiehlt es sich. Billetts rechtzeitig zu besorgen.— Sonntag: 3st, Uhr: •Juxcud, Liebesdrama v. M. Haube. Mmirste-pLlAZt. Die Xoi ität großes phantastisches Ballett auf dorn Eise. 7", KCcho. Ja Ency Kieselbausen mit ihrem Ballett Neue Tänze! Paul Beckers mit neuen Vorträgen sowie der abwechslungsreiohe April-Splolplan! Reichshallen-Tiieater. Stetllner Sänger. Caharet„Feldgrau." Ansang 71/, Uhr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Vorstellung zu ermäßigten Ptesien! Verwaltungsstelis Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Geschäftszeit von 9—1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185. 1238, 1887, 8711. Mittwoch, den 25. April 1917, abends 8'/z Uhr, im(Ycwcrkschaftshaufc, Engelufcr 13: MitgUedef der Gold- und Silberarbeiter und verwandtenBerufsgenoffen. Tagesordnung: 1. Bericht über den Lcbensmittelstrcik. 2. Verbands- und Branchenangclegenheiten. 3. VettchiedcneS. Mitgliedsbuch legitimiert: 3lpolsc> paikoaiots-nz-AN• DER-aooisT» Allabendlich 7'/, Uhr: Das vlclseitisre Variete Programm! Die Kasse ist ab 10 Uhr geöflnei Sofort NaciieaSime senden. Ich zahle sür: Gr. Kanmchen, abgezvaen. Psd. 3.— Masthühner, sauber gerupft, 4.— Pute»,,. 4,50 Gänie- ober Enlcuichmalz, 14,— Grösicrc Ziegen, geschlachtet, 3,— Erohe Tauben.... Stück 2,— Tasche. Berlin, Planufer 81. Casino-Theater Lothringer Sir. 37. Täglich ist, Uhr. 7'l, Ubr: Das neue April-Progr. \egro. 4 llcniies. Er. Stcldl 81), Uhr: Allabendlich llürm.-Beifall. Großer HciterlcitSerfoig We. ll's itt ilüsterl we t. Sonntag 4 Ühr: Sein Puppchen. ckägl. 7'l, Sonnt. 31/, u. 71/, Vorletzter Tag! S'/j Gastspiel d.bornhmten 8'/, Senf M'ahesa. Dazu letzte Woche(L April-Pr. Berlin im Krieg. wasserflichtc Mäntel, Röcke. Wintermäntel, neueste Formen, beste Slosie, gibt an Private Tameumäntelfabrit »llsli«. Krailscnstrahc:t«. Dönhofipi. Sonntag 12— 2 geöffn. BW Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ermattet. Tonnerstag, den 2V. April 1917, abends 8 Uhr, im Lokal von Clement, Tophienstr.«: Mitglirder-Uersammlnng der Eleklromonteure und Helfer Groß-Serlins. Tagesordnung: 1. Bericht der Branchenkommission 2. Neuwahl der Branchcu- Vertreter u»d der Kommission. 3. Verschiedenes. - Ohne Mitgliedsbuch lein Zutrittl--- Zahlreiches und Pünktliches Erscheinen wird erwartet Tonncrstag, den JJ<». April 1917, abends 7 Uhr, im Gcwerkschaftshaus, Engelnfcr 15, Saal 5: Branchen-Versammlung der Metall-, Fasson- und Revolverdrehcr sowie Treherinnen. Tagesordnung: U Jahresbericht der Kommiiiion. 2. Ncuwah der Sranchco- komiutision. 3. Branchenangclcgcniieiten. - Obne Mitgliedsbuch kein Zutritt.„ �" xqjx- Zahlreiches und pünktliches Erscheine» wird erwarieL Donnerstag» den 29. April 1917, abends 8 Uhr, Branchen- Versammlung aller i. den Eisenkonstruktionswerkstätten beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen in den Sophiensälen, Sophienftr. 17/1�. Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Tie Arbriterichaft nach dem«rrege«. Rese. rent: Genosse Uax Groger. 2. Branchenaugelcgenhenen. 3. Verschiedenes. Ii, Anbetracht der wichtigen Branchenangelrgenbeiten ist da» pünktliche Erscheinen aller in den T�ctricoen Beschäftigten er- forderlich. 174/2 T V Die Ort»Verwaltung, Nr. III ❖ Z4. Jahrgang ijftüMaai'/'jsaB Dienstag, 24. tzilfsöienstaLsfthuß. Ja der Sitzung am Montag berickMte Ltbg. Bauer(Soz.) über Petitionen. Eine gcmz-e Reibe bon Textilbetrieben beschwert sich über Zurück- setzung bei der Zusairunenlegung von Betrieben, wobei ganze Ge- b-te übergangen und dadurch schwer benachteiligt worden seien. Tie Petitionen werden dem Kriegsamt als Material überwiesen.— Aus Anlaß der Beschwerde eines Zahnarztes wird erklärt, daß nur die approbierten Zahnärzte vom Hilfsdienst befreit sind.— Aiig. Sauer wünscht, daß auch die Zahntechniker von der Heranziehung zum Hilfsdienst befreit bleiben. Unterftaatssekretär blicht er erklärte dazu, daß nur von Fall zu Fall entschieden Werden könne. Abg. Bauer betont, daß bei den Kriegsamtsftellen als Sachverständige Zahnärzte verwendet werden, die natürlich jeden Zahntechniker für entbehrlich halten. Deshalb müssen bei Einziehung von Zahntechnikern auch deren Vertreter und die Krankenkassen gehört werden.— Das Kricgsamt sagt das zu.— Die< Gesellschaft für soziale Reformen, der Zentralverband der Handlungsgehilfen und andere kaufmännische Organisationen haben eine Anzahl Fordernngen überreicht; sie fordern u. a. eine Vertretung im ständigen Ausschuß für die Zusammenlegung der Beiriebe.— Auf Antrag des Referenten, Abg. Bauer, wird Heb e r!v e i s u n g zur Berücksichtigung beschlossen.— Weiter wird gefordert, Angestellte mit langen Kündi- g u n g s fr i st c n nicht einzuziehen. Vom Kriegsamt wird er- klärt, daß bei Einberufungen darauf Rücksicht genommen wird. — Zur Ausgestaltung des Arbeitsnachweises wird eine Vereinfachung gewünscht.— Abg. Giebel sSoz.) tritt für eine Berücksichtigung der Wünsche der Petenten ein.— Ein Vertreter dos Kriegsamts sichert zu, daß diese Wünsche berücksichtigt werden sollen.— Zur Regelung der Gchaltsfrage hebt die Petition licrvoc, daß im Hilfsdienst Höchstgehälter von 100 M. pro Monat bezahlt werden. Ilm diese Lohndrückeroi zu vermeiden, ist es nötig, daß die von den Augestellienverbänden aufgestellten Mindestsätze der Bezahlung zugrunde gelegt werdsn.— Abg. Giebel unterstützt diese Wünsche, In den Betrieben der Kriegsindustrie werden Gehälter bezahlt, die den heutigen Verhältnissen in keiner Weise ent- sprechen.— Das Kciegsamt erklärt, erst eingreifen zu können, wenn jemand auf Grund des Hilfsdienstgesetzes einem Betriebe überwiesen wird. Wer sich freiwillig meldet, muß beim Vertragsabschluß selbst auf auskömmliche Entschädi- 0 v ii g dringen. Bei Ueberweisunge» sind die jetzt am Ort üb- lichen Gehälter zu bezahlen.— Abg. Dittmann(Sog. Aobg.) übt gleichfalls Kritik an der Lohndrückerei.— In einer weiteren Petition werden M i n d e st l 0 h n s ä tz e für die Angestellten in den Betrieben der Heeresverwaltung verlangt.— Oberst v. Braun siihrt dazu aus, daß bereits eine Verständigung mit den i u F r a g c kommenden Organisationen erzielt sei. Das Kriegsamt hat weiter bewirkt, daß die Unternehmer mit den An- gestellrsnorganisationen tnegcn der Gehaltsfestsetzung in Verbindung getreten sind.— Die?lbgg. Giebel und Bauer weifen noch einmal auf die inedrigen GeHalter hin, die auch von b e h ö r d I r ch e n Betrieben den Angestellten geboten werden.— Oberst v. Marquardt versichert, daß die Heeresverwaltung gute Löhne cuicn Erlatz des preutzischcu HandelsNituisters, der den Mitgliedern der Arberterausschüssc das Recht beschränk t, sich chre Satzung selb st zu geben. Die Mehrheit des Aus- schuffcs ließ keinen Zlveifcl daran, daß sie mit diesem Verfahren nicht einverstanden ist. Jntercpant lvar eine Bemerkung des UnterstaatSsekretärs R i ck t c r, daß es nicht angängig sei, daß der ArbeitcrauSschuß allein berate und dann den Unter- nehmer lade, um ihn zu verhören. Ter Auffassung des Unter- staatssekretärs treten in der weiteren Diskussion verschiedene Red» ner entgegen. Abg. Legten(Soz.) bezeichnet sie als den alten überlebten Standpnnlt der Unternehmer, vom Herrn im Hause. Die sozialdemokratischen Redner stellten ausdrücklich fest, daß nach § 11 des Hilfsdicnstgesctzes die Landeszentralbehörden nicht bc- fugt sind, die Geschäftsordnung der Arbeiter- und Angestellten- ausschüsse und Borschriften über die Leitung und Einberufung von Sitzungen dieser Ausschüsse zu erlassen. Der Vorsitzende brachte dann eine in diesem Sinne gehaltene WillenSmcinung des Ausschusses in Vorschlag, die Annahme fand. Ein Bundcsratsvertreter erklärte dann, daß aus die Ge- meinden cingetvirkt werden soll, in ihren gewerblichen Be- trieben Arbeiterausschüsso zu errichten. Der Ausschuß stimmte dann folgendem Antrag Giebel zu: »Der Ausschuß ersucht das Kriegsamt, den in den Nicht- linien über die uinstcRung Hilfsdienstpflichtiger geforderten .ortsüblichen Lehn" für die Verhältnisse der kaufmännischen, technischen und Vureauangcstelltcn so zu erläutern, daß als .ortsübliches Gehalt nur ein den kriegszeitlichcn Berhältursien angemessenes Gehalt gelten kann." General Gröncr teilt dann mit, daß der Arbeitswechsel der Ncklainicrtcn zum 02 t i l l st a n i)_ gekommen ist. Es ist jetzt dafür gesorgt, daß jeder Reklamierte seinen Fähigkeiten ent- sprechend verwendet wird. Unter den Betrieben der Werften und der Eisenbahnen haben die Reklamierten eine gewisse Freizügigkeit.— Abg. Di t! m a nn trägt einige Fälle vor, in denen Reklamierte aus schikanösen Gründen wieder einge- zogen wurden.— General G Eon cr_ wandte sich dann scharf gegen Dittmann, indem«er von h c tz e r l> ch e r T ä t ig ke i t sprach, die zu den letzten Streiks geführt habe. Die Verwaltung sei entschlossen, m i t a l l e r R ü ck- s i cht s lo si g k e i t vorzugehen gegen alle Versuche, Unzufrieden- hcit unter die Arbeiterschaft zu tragen und die Arbeit in der R u st un gsindustrie zu stören.— Jpg. Graf Westarp (lont.) begrüßte diese Erklärung; die Militärverwaltung dürfe einem Druck stveickender Arbeiter nicht nachgeben.— Abg. Dittmann bestreitet, daß General Gröncr Anlaß hatte, gegen ihn heftig zu werden. Er stehe den Vorkommnissen in Spandau durchaus fern: die Schuld am Ausstande trage allein die Verwaltung. Er habe bloß auf das Ersuchen der Arbeiter hin vermittelnd eingegriffen.— Abg. Schiele(kons.) fragt, was Dittmann unternommen habe, um den Streik zum raschen Ende zu führen. Die in verschiedenen Betrieben verteilten ieine Sklaven. Es liegt direkt im Interesse der Landesverteidigung, den Wechsel der Arbeits- stellen zu gestatten. Tie konservativen Landwirte, die fortgesetzt nach höheren Proifen schreien, haben keinen An- laß, den Arbeitern Rtoral zu predigen. Von unverantwortlichen Stellen sind allerdings Flugblätter verbreitet worden, die Streiks aber find entstanden aus der Not der Zeit heraus. Der Beweis dafür ist, daß selbst Gelbe die Arbeit eingestellt haben. In letzter Linie ist es gerade die agrarische Politik, bfe die Arbeiter in den Streik getrieben hat. So sehr man diese Streits bedauern müsse, so wenig dürfe man behaupten, daß sie nur eine Folge der Verhetzung seien. Zu verurteilen sei aber sich nutzbar zu machen. Die Situation ist so ernst, daß alle verant- wortungSvollen Stellen die Wünsche der Arbeiter objektiv prüfen sollten.— Abg. Dittmann polemisiert scharf gegen die Konservativen und entrollt ein Bild von den Anstrengungen, die den Arbeitern zugemutet wurden.— Abg. Graf Westarp(k.) be- zweifelt, daß der Streik spontan entstanden sei; er ist sicher sorgfältig vorbereitet worden. Der Verdacht besteht, daß Vaterlandsfeinde und englisches Geld dabei im Spiele waren. Tie Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft steht diesen Dingen ohne Zweifel nicht fern. Die Haltung des Metall- arbeiterverbandes sei durchaus nicht zweifelsfrei gewesen. Die Angriffe auf Landwirte müsse er um so entschiedener zurückweisen, als die Lebens mittelnot nicht die Ursache dieser Streiks gewesen ist. Abg. Kcinath(natl.) macht der Sozialdemokratischen Arbeits- gemestischasi den Vorwurf, daß sie den Streik zu politischen Zwecken ausgenutzt habe.— Abg. Legten polemisiert gegen den Grafen Westarp. Spontan kann ein solcher Streik natürlich nicht entstehen. Der Streik ist aber ausgebrochen gegen den Willen der Gewerkschaften. Die Annahme des Grafen Westarp, dass englisches Geld im Spiele war, ist völlig unhaltbar; kein deutscher Arbeiter würde sich dazu gebrauche« lassen. Diese Insinuation kann nicht scharf getmg zurückgewiesen werden. Der Metall- Arbeiter verband hat sich ganz korrekt verhalten. Er hat den Streik nicht veranlasst, als der Streck aber ausgebrochen war, hat ihn der Metallarbenerverband in geordnete Bahnen gelenkt. Daß es hochgelohnte Arbeiter waren, die sich am Streik beteiligten, ist richtig. Das beweist aber nicht, daß die Ursache nicht in der Lebensmittelnot zu suchen wäre. Der Anstoß war die Kürzung der Brotration und die Befürchtung, daß die gegebenen Ver- sprechungen nicht eingehalten werden. Als dann die feste Zu- s i ch e r u n g gegeben war, wurde der Streik aufgehoben. Letzten Endes trifft die Verantwortung jene Landwirte, die durch hohe Bich- presse angereizt vas Getreide an das Vieh verfüttort haben, während es für die Munitionsarbeiter notwendig gewesen wäre.— Abg. Dittmann erklärte, daß es sicki nur um eine Verabredung von Mund zu Mund gehnndelt hat, an dem Tage der Kürzung der Brotr«tion die Arbeit niederzulegen. Die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft ist von den Erei>znssien genau so überrascht worden Ivic andere auch. Die Behörden hätten den Streik ver- bindern können, wenn sie die Wünsche der Arbeiter erfüllt hätten. Die Hinden burgspende für Düsfeldorf z. B. habe zum Teil ihren Weg in Bcamtenküchen gefunden. Wird hier nicht Ab- Hilfe geschaffen, dann werden immer wieder solche Explosionen sich ereignen.— Abg. Carsten(Vp.) erklärt, bei dem Streck sei ohne Zweifel gehetzt worden. Der Belveis aber, daß Dittmann gehetzt hae, sei nicht erbracht. Man. müsse aber von Dittmann ver- langen, daß er sage, was er getan habe, um die Masse zu beruhigen. — Abg� Graf W e st a r p bedauerte, daß nicht festgestellt ist, wer diesen Streik angezettelt hat. Dem Ätetallarbeiterverband macht er insofern einen Vorwurf, als er nicbtS getan hat, den Streik zu ver- hindern.— Abg. Dittmann stellt fest, daß er den Arbeitern ver- sichert habe, ihre Beschwerden an maßgebender Stelle zu vertreten, das war die einzige Tätigkeit, die er habe entfalten könnnen. Diese Absicht sei gescheitert, weil das KriegSauit die Deputation nicht smpsangen hat.»- Abg. Legten: Der Metallarbeitervcrband hat alles getan, den Streik zu beheben. Als das nicht gelang, nahm er die Leitung in die Hände.— Abg. R i e ßer(natl.) findet, daß Dittmann nichts getan habe, um die Streikenden zur Rückkehr zur Arbeit zu veranlassen.— Abg. Graf Westarp nimmt nunmehr seinen Angriff gegen den Metallarbeiterverband zurück. Die letzte Sitzung findet Dienstag statt, unbedingt, daß politische Kreise versucht haben, diese Bewegung für j stelle», Grosi-Berlincr Vcrkchrsfragcn im Vcrbandsausschuh. Der VerbandSauSschutz Groß-Berlin trat Montagvormittag im Berliner Rathaus zu einer Sitzung zusammen, auf deren Tages- ordnung hauptsächlich Verlehrsfragen standen. Zunächst galt es, dem Vertrag, der zwischen dem Verband Eroß-Berlin, der Stadt Spandau und der Berlin-Charlottenburger Straßenbahn über die Herstellung durchgehender Straßenbahn verbind un- gen zwischen Spandau und Charlottenburg, sowie anderen Groß-Berliner Gemeinden vereinbart worden ist und der durch die letzlen Beschlüsse der Spandauer städtischen Behörden einige Aendernngcn erfahren hat, die Zustimmung zu erteilen. Die neue durchgehende Straßenbahnlinie nach Spandau soll Anfang Mai in Betrieb genommen werden. Ferner lagen dem Verbandsansschuß die bereits im Jahre 1914 gestellten und inzwischen weitergeführten Anträge der Groß-Berliner Siraßenbalm auf den Ausbau ihres LinieimetzeS, hauplsächtlich durck Schaffung von Ringlinien. vor. Es bandelt sich hierbei um insgesamt 12,5 Kilometer neue Strecken hauptsächlich aus Berliner Gebiet. Da hierbei auch die Bemessung des Tarifs mit in Betracht kommt, so wurde die Frage der Einrichtung von Ringlinien einer Kommission von 12 Mitgliedern überwiesen, die gleichzeitig die Wirkung der neuen Sleuergesetze auf die Tariffragen der Groß« Berliner VerkehrSunternehmungen priiien soll. Vorab soll eine An- zahl neuer Kurvenverbindungen, die in der oben erwähnten Ver- ständigung mit enthalten ist, durch die Kommission erledigt werden. Sodann wurden noch Bauordnungen und Fluchtlinienpläne beraten. Die neue Strassenbahnverbindung Neukölln— Eharlottenburg— Spandau. Der Fahrpreis beträgt 35 Psennig für die ganze Strecke Spandau, Triftstraße— Wildenbrnchplatz, Neukölln(Linie 1!) oder Neukölln, Ringbahtchof(Linie?). Die Fahrpreise der einzelnen Teilstrecken sind: Ä) Pfennig für die Teilstrecke Triftstraße— Kott- bnser Tor oder Nene Brücke, Stresowplatz— Endhaltestellen Neil» lölln; 23 Pfennig: Triftstraße— Lützowplatz oder Nene Brücke— Köthener Straße; 20 Pfennig: Triftstraße— Knie oder Neue Brücke— Lützowplatz oder Spandauer Bock— Endhaltestellen Neukölln; 15 Pfennig: Triftstraße— Spandau er Bock oder Neue Brücke— Knie oder Spandauer Bock— Potsdamer Brücke; lOPfennig: Triftstratze— Trabrennbahn oder Neue Brücke— Spandau er Bock oder Spandauer Bock— Lützowplatz. An die Abonnenten der„Arbeitcr-Jugend" in Grosi-Berlin. Wieder einmal wird in diesen Tagen versucht, für die Abbe- stellung der„Arbeiter-Jugend" zu agitieren. Man will Euch ein- reden, daß die„Arbeiter-Luaend" nicht mehr Euer Organ ist. Da- bei wißt Ihr selbst am besten, daß sie unermüdlich für Eure Jn:cr- essen und Rechte eintritt, daß sie seit mehr als acht Jahpen das Banner ist, um das irch die gesamte arbeitende Jugend Deutsch. lands geschloffen und ftrndig schart. Mit der„Arbeitcr-Jugend" wäre der fteien Jugendbewegung alles genommen, was sie zu einer starken, geschlossenen Bewegung macht: ihr Rückgrat, ihr« Stütze und ihr Sprachrohr, das geistige Band, das all ihre Anhänger in Nord und Süd, in Ost und West miteinander verbindet. Denn es gibt kein anderes Blatt in Deutschland, das so wie die„Arbeiter- Jugend" für die hunderttausende junger Arbeiter und Arbeite- rinnen geschrieben ss't und in gleich wirkungsvoller Weise für ihre Interessen eintritt. Darum gilt eS auch im Bezirk Greß-Berlm, an allen Orten unsere Bewegung aufrecht zu erhalten. Ueberall werden jetzt Funktionäre gebraucht, die für die„Arbeiter-Jugend" wirken. An alle jungen Arbeiter und Arbeiterinnen ergebt darum Aufforderung, sich zahlreich i» den Dienst unserer Sache zu die Für die Jugendaus scbüsse und alle Jugendfunltio- näre, die auf dem Boden der„Arbeiter-Jugend" stehen, findet am Sonntag, den 13. Mai, vormittags Lfi- Uhr, eine Konferenz statt, die zur gegenwärtigen Situation und zu den Vorschlägen über unsere weitere Jugendarbeit Stellung nehmen soll.� Wir bitten unsere Kollegen und Kolleginnen, sich diesen Tag freizuhalten. Es kommt jetzt darauf an, möglichst mit allen Orten in Ver- bindung zu treten. Wir bitten daher alle Genossen und Jugend- freunde, die für unsere Sache wirken wollen, ihre Adresse an Richard Wcimann, Berlin SW. 03, L i n d e n st r. 3, einzu- senden. Torthin wende man sich auch wegen etwaiger Auskünfte� Abgabe bon Agiiationsmaterial usw. L?!ckgen des Kkeinhandels. In Lichtenberg fand am Sonntag eine vom Verein der Obst- und Gemüsehändler einberufene Versammlung statt, die sich mit den Nahrung s'.Nittellieferungen der Gemeinde beschäftigte. Vertreter des Magistrats, die auf Ein- ladung erschienen waren, hörten die Beschwerden der Händler an und nahmen ihre Wünsche entgegen. Tie kleinen Geschäftsleute empfinden es als Zurücksetzung und Benachteiligung, daß der Magistrat ihnen die Waren zum Teil durch einen bestimmten Groß- Händler und durch die Konsumgenossenschast zuweisen läßt. General- sckretär Neubauer von der' Ortsgruppe Groß-Berlin des Reichs- Verbandes deutscher Olfft- und Gemüsehändler machte in seinem Referat dem Großhändler geradezu den Vorwurf einer„Pascha- Wirtschaft", die Unruhe und Erbitterung unter den kleinen Händlern hervorgerufen habe. Die Forderung deS Referenten, daß der Magistrat zur Mitwirkung bei der Warenvcrteilung auch die Or- ganisatiou der kleinen Händler heranziehen soll, wurde in der sehr ansgedehnüm Diskussion immer wieder bekräftigt.� Die Redner und Ltednerinmen brachten auch eine Reihe anderer Mängel zur Sprache, vor allem den manchmal nicht mehr einwandfreien Znstand der ge- lieferten Ware, die der kleine Händler auf seine Gefahr bis zu dem für den Verkauf festgesetzten Tage liegen lassen und vor dem Ver- derben schützen soll. Für den Magistrat antworteten Stadlrat Kloster und Dr. H i n tz e. die Gemeinde müsse eben nehmen, was ihr geliefert wird. Der Magistrat ist bereit, einen Beauf- tragten des Vereins als Betrat zu dem Nahrung s- mittelaus schuß der Stadt hinzuzuziehen. Aus drei Per« sonen, die der Verein nennen soll, will der Magistrat den ihm ge- eignet scheinenden Vertreter aussuchen. Die Versammelten gaben sich mit diesen Erklärungen im wesentlichen zufrieden und machten sofort die Vorschläge für die Bertrettmg im Nahrungsmittel- ausschuß._ Erüffnunq her ersten Zweigkaffe der Berliner Sparka-sse. Selbst in ruhigen Zeiten verursacht der Andrang auf den Sparkassen starke Verzögerungen b» der Abfertigung. Daher werden jetzt in allen Stadtteilen„Zweigjassen" eingerichtet werden— im ganzen 30 bis 40. Die Verwaltung wird von Angestellten der Sparkasse besorgt, Weichs im Wsfentiichen die gleichen Geschäfte wie die Sparkassen(Sparvcrkehr, bargeldloser Zahlungsverkehr usw.) er- lcdigen. Doch gilt bei ihnen volle„Freizügigkeit" aller Sparbücher, daS heißt, die Zweigkassen besorgen Ein- und Rück- zahluugsn auf Sparbücher, einerlei, von ivelcher �Berliner Kasse tiefe ausgestellt sind. Die erste dieser Zweigkasstn, Bülow- stra ß e 24(am Hoch bah nh o f Bülo w str aß e), hat jetzt den Geschäftsverkehr aufgenommen� In der nächsten Zeit worden noch sechs weitere hinzukommen, Schill straße 4(am Lützolv- platz), Schöneberger Ufer 23(an der Potsdamer Brücke), Brücken all ee 21, GroßbeereiGtraße 31, Schönhauser Allee 00 und D e m m i n e r Straße, Ecke Brunnen- straße. Weitere Zwcigkasscn befinden sich in der Einrichtung, die sich infolge der KriegSverhältmsse verzögert. Kinder von Neuiencmpfiingcrn aufs Land. Der Ausschuß der LandeSversichevungSanstalt Berlin hat, wie uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, die Summe von 130 000 M. zur Unter- bringung von Kindern auf dem Lande bewilligt.� Es sollen in erster Reihe Kinder von Rentenempfängern berücksichtigt werden. Ein aufregender Vorgang spielte sich Sonntag abend aust dem Ringbahnhof Schönhauser Allee ab. Dort warf sich ein junger Mann vor einem einfahrenden Ringbahnzug auf die Schienen. Er wurde überfahren und aur der Stelle getötet. Bei ihm fand man einen Brief, der aber vollständig zerfetzt war. Er ist„Holländer" unterschrieben und an einen_ Bruder des Selbstmörders gerichtet, der im Felde zu stehen scheint. Ein Zettel enl- hält außerdem mehrere Adressen, darunter W. Hiller, Palisaden- straße 41. Der Tote ist etwa 23 Jahre alt und seiner äußeren Erscheinung nach wohl Arbeiter geioesen. Zu der Fauiilicntragöde in der Christburger Straße wird mitgeteilt, daß der Postaushelfer Mikulski und sein vierjähriger Sohn Georg in der Charite ebenfalls gestorben sind. Zusamnicnstoh zweier Strastenbahnzüge. Montag früh GK- Uhr stießen an der Ecke der Danziger und GreifStvaldcr Straße zwei Straßenbahnzüge der Linie 02 der Großen Berliner und der ftädti- fchen Straßenbahn zusammen, wobei es. Ivie gewöhnlich, ohne zer- trümmerte Fenstersthciben und eingedrückte Plattformen, Beulen usw. nicht abging und der Verkehr längere Zeit nach beiden Rich- jungen gestört wurde. Auf offener Straße verhaftet wurde Sonntag eine Schwindlerin, die von der Neuköllner Kriminalpolizei schon lange gesucht wurde. Viele Konfektionsgeschäfte und Schneiden neister, die durch Anzeigen Arbeiterinnen suchten, wurden von einer angeblichen Näherin, die sich durch Mietverträge auf die Namen Richter, Schubert, Werner usw. auswies, um bedeutende Mengen Stoffe betrogen. Tis „Näherin" nahm alles, besonders Mantelstoffe, mit nach Hause, verarbeitete aber nichts, sondern machte die Stoffe für sich zu Geld. Sonntag gelang es, die Schlvindlerin auf der Straße fest- zunehmen._ Sie entpuppte sich als eine 51 Jahre alte Frau Margarete M., die auf einen solchen„Nebenerwerb" kessieswegs ange- wiesen war, weil ihr Mann, der von ihren Schwindeleien nichts wußte, ständig sehr gut lohnende Beschäftigung hat. Ein großes DicbeSlngcr, in welchem sich Seidenstoffe aller Art im Werte von über 100000 M. befanden, wurde von der Kriminalpolizei entdeckt. In der Mumenstraße war es aufgefallen, daß am Sonntag vormittag unbekannte Männer schwere Körbe und Pakate von einem Handwagen abluden und in leerstehende Fabrikräume brachten. Montag ftüh wurde bei der.Kriininalpolizei bekamit, daß in einem Seidenbaus an der Wallstraße in der Nackt zum Sonntag Einbrecher waren und große Beute gemacht hatten. Die sofort angestellten Nackforsckungen iührten in die Bliimenstraße. Eine llnteriuckung förderte die ganze Seide zutage. Von den Tätern fehlt bisher noch jede Spur. Ertappte Einbrecher. Ein Arbeiter Erwin Erich und ein Tischler Adolf Heil verkehrten in einer Schaukwirtichaft an der Bergstraße, lernten io die Verhältnisse der Wirtin kennen und erfuhren, daß sie in der Bärwaldstraße wohnt, den ganzen Tag über jedoch in der Wirtschaft beschäftigt und ihre Wohnung unterdessen mtbeaufsichtigt ist. Diese Kenntnis benutzten beide zu einem Einbruch. Sie schlössen mit einem Dietrich auf, öffneten die Behältnisse und waren schon dabei, alles zusammenzupacken, was sie für mittiehmenswcrt hielten, als die ll»terw»bner durch ihr Auf- und Abgehen ausmcrlsam wurden. Weil auch sie wußten, daß die Frau«cht zu Hause sein konnte, so berxxbrichtigten sie die Polizei. Ein Schutzmann deS 78. Reviers erwischte die Einbrecher noch im letzten Augenblick und nahm beide fest.__ Spandau. Lebensmittelversorgung. In der laufenden Woche auf die städtische Fleischkarte lbis 25. d. MlS. abzuholen) 230 Gramm Schlachtviehfleijch mit, oder 200 Gramm ohne Knochen. Auf die Reichsfleischiarte(vom 20. bis 29, w MtS. abzuholeu) 250 Gramm mit oder 160 Gramm o�ne Knochen entnommen werden. In den duriib SlusAana kenntlick yemal�ten Fleischver tauf- stellen außerdem aus Abicbnitt 9 der Vollkarts 60 Gr°nim Blut- oder Leberwurst. Au? ASsSnitt 1-10 der Vollkarte 000 Gramm Wildprer Au? s?eld 2 der Speisefettkarte ist noch ui einer Anzahl von Geickäften Butter zu haben, und out s?els 10 der �ebens- mittelkarte in einer weiteren Anzahl von Gesckasten noch Teigwaren. Aui Feld 10 der Gierkarte wird 1 Ei verabfolgt. Der den Ge- sthäften gelieferte Grieß dar? oeaen Abtrennung von Feld 14 der alten Lebensmittelkarte(je 123 Gramm üu 28 Pf. für /2 Kilogramm) verkauft werden, ebenso die gelieferten Graupen und Grütze geaen Abtrennung von ffcld 1 der neuen Lebensmittelkarte lje 250 Gramm zum Preise von 30 Pst für'/a Kilogramm). Solange der Vorrat reiibt. können auf Feld 4 der neuen Lebensmittelkarte 4 Pfund Kohlrüben entnommen werden. Pankow. LebenSmittelnachrichte». In der laufenden Woche ge- langen Kartoffeln und Fleisch in derselben Weise wie in ver- pangener Wocbe zur Verteilung.—»lerner wird Sardellen- Brot a u f st r i ih in Dosen von ungefähr 450 Gramm Inhalt zum Preise von 1.75 D?. auf je 3 Beuigs- und Ouittungsabscbnitte ?lr. 20 der Lebensmittelkarte abgegeben. lFür Hanshaltungen und Einzelpersonen, welche nicht im Besitz von drei Lebensmittelkarten sind, wird Bezugs- und Ointtungsabschnitt 20 in spätestens 14 Tagen nochmals aufgerufen.)— Gegen Vorlegung von zwei Lebensmittelkarten können 50 Gramm Bittermandeln zun, Preise von 1 M. entnommen werden.— Die HaushaltungSvorstände erhalten zu Beginn dieser Woche die neue Lebensmittel- karte, welche in 22 von 23—44 fortlaufend nummerierte Ab- schnitte geteilt und nur innerhalb des Haushalts übertragbar ist. Reinickendorf. LebenSmittelverteilunz. In der laufenden Woche beträgt die Wochenmenge an Kartoffeln 6 Pfund, an Butter 50 und an Margarine 30 Gramm. Auf Abschnitt 66 der Lebens- mittelkarte werden 76 Gramm Weizengrieß lViund 28 Pf.) und auf Abschnitt 37 230 Gramm KriegsmuS(Pfund 60 Pf.) ver- abiolgt. Die Anmeldung hat heute und morgen zu erfolgen. Ferner hat die Gemeinde Gelegenheit, gefrorene holländische Kaninchen (Pfund 3,60 M.) und Hühner(Pfund 4,70 M.) zu schaffen. Be- stellnngen hierauf nehmen Montags. Dienstags und Mittwoch? jeder Woche die amtlichen LebenSmittelverkaufSstellen und die durch Plakate kenntlich gemachten Geschäfte entgegen. Britz. Zuteilung von Saatkartoffcln. Die Anlieferung der Saatkartoffeln für die Gemeinde bat begonnen, so daß die Ver- teilung jetzt vor sich gehen kann. Jedem, der Kartoffeln bei der Gemeinde bestellt bat. wird eine Rechnung über die zugewiesene Menge durch die Post zugestellt. Der Betrag ist bei der Gemeinde- lasse einzuzahlen. Abholung hat sodann vom Lagerplatz der Ge- ineinde zu erfolgen. Benierkt wird noch, daß die Bestellungen nur in geringem' Maße Berücksichtigung finden können. Eine weitere Zuteilung ist nicht ausgeschlossen. Fricdrichshagen. Lebcnslilittclzutcilung. In der laufenden Woche kommen folgende Lebensmittel zur Verteilung: Pro Kopf 3 Pfund Kartoffeln, 1 Pfund Fleisch, 30 Gramm Butter und 30 Gramm Margarine. Ferner werden verabfolgt: Dörrqemüse, KriegsmuS, Suppenwürfel. Suppemnischung und eventuell Eier. Voraussichtlich kommen am Donnerstag Graupen und Sonnabend Dörr- gemüse, KriegsmuS und Suppenwürfel zur Verteilung. DaS Ouautum wird noch bekanntgegeben. WetterauSiichten kür das mittlere Norddentschland biS Mittwoch mittag. Etwas wärmer, zunächst trocken und vielfach heiter, sväter im Norden beginnende neue Trübung und im Küstengebiete geringe Niederschläge. Hroß-Serliner parteinachrichten. Ter für Sonntag, bcn 6. Mai, in Aussicht genommene Bezirkstag der Parteiorganisation für Groff-Bcrlin findet bereits am Sonntilg, den 29. April, statt. Das Nähere wird noch bekanntgegeben. Gcner«lversammlung des Sozialdemokratische« Vereins für Teltow-Beeskow-Storkotv-Charlottenburg. Am Sonntag tagte im GewerkschastShauS die außerordentliche Generalversammlung deS Kreises. Auf der Tagesordnung stand 1. Beratung und Beschlußfassung über die Statutenentwürfe der Bezirks- und Kreisorganiiation. 2. Wahlen. Vertreten waren 32 Ortsvereine mit 38 Delegierten. Nach einem Referat des Genoffen Pagels über da? Bezirks- und Kreisstatut wurde beiden Stalutenentwürfen unverändert zu- gestimmt. Genosse G r o g e r erstattete den Bericht über den Entwurf des Organisationsplanes. Anch dieser wurde nach ein- gehender Aussprache mit den vom Vorstand vorgeschlagenen Aende- rungen angenommen. Für die Delegationen zum Bezirkstag und zur Generalversammlung des Vereins hatte der Vorstand einen Verteilungsmaßstab vorgeschlagen, dem ebenfalls die Zustimmung erteilt wurde. Dem Bezirkstag sollen für die Bezirksorganisation folgende Ge- noffen zur Wahl vorgeschlagen werden: Vorfitzende: Eugen Ernst und Otlo W e l S; Kassierer: Theodor Fischer? Schriftführer: Hugo P o e tz s ch; Vertreterin der Frauen: Frau R y n e ck; Preß- kommisfion: W o i cf und Küter; Jugend: W e i m a n n? Bildungs- ausschuß: Frst Wachenheim; Revisor: Pagels; Vertreter des Vereins im Bezirksvorstand: Groger, Krüger, Fiedler (Neukölln) und Schmidt(Charlottenburg); als Ersatzmänner: Wenzel(Lichterfelde) und F r i tz s ch(Schöneberg). Zur Preßkommisfion war u. a. auch der Genoffe L e n s ch in Vorschlag gebracht. Seine Kandidatur wurde mit dem Hinweis bekämvfl, daß er zu weit.rechts"' stünde und die Gefahr nahe liegt, daß er als Mitglied der Preßkcmimission seinen Einfluß dazu be- nutzen wird, den.Vorwärts" nach„rechts" zu drängen. Gegen diesen Vorwurf verwahrte sich Genoffe Lensch. Er erklärte, daß seine Auffassung zu den verschiedenen Fragen, zu denen er sich äußerte, von seinen Kritikern durchaus verkannt wird. Er müste bestreiten, daß er»rechts' siehe oder gar die Partei oder den .Vorwärts' nach.rechts" drängen wolle. Für ihn komme es nur daraus an, wie unier den gegenwärtigen Umständen auf die sicherste und aussichtsreichste Weise für Preußen das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht erreicht werden könne. Und da sei nach seiner Meinung der von ihm im.Vorwärts" vorgeschlagene Weg zurzeit der einzig gangbare, der zum Ziele führe. Vom Genossen Lüdemann wurde noch beantragt ein Referat auf die Tagesordnung der tagenden Generalversammlung zu setzen, das einen Ueberblick über die Ursachen und den Ausgang ver- chiedener Vorlommnisie gibt, die sich in den letzten Tagen in Berlin ereignet haben. Ferner sollte den Genossen Gelegenheit geboten werden, ihre Ausfaffung zu diesen Vorkommnissen darzulegen. Es iei aber auch wichtig, über die politischen Vorgänge der Gegenwart eingehend zu sprechen, damit auch unter den Parteigenossen Groß- Berlins Klarheit geschaffen wird. Redner unterbreilete eine Reso- lution, die seine Ausfaffung über diese Fragen wiedergibt. Auf Antrag Groger wurde beschlofien, diese Angelegenbeit dem nächsten Bezirkstag zu überweisen. Der provisorische Bezirks- vorstand soll einen entsprechenden Referenten gewinnen und den Bezirkstag eine Woche früher wie in Aussicht genommen, nämlich am 29. April statt am 6. Mai, einberufen. Begründend führte Redner an, daß es nicht Sachi! einer Kreisorganisation sei, Maß- nahmen zu beschließen, die der Kompetenz der Bezirksorganisatioir unterliegen. Weiter wurde beschlossen, falls der provisorische Be- zirlsvorstand den Antrag ablehnt, dann zum 29. April eine außer- ordentliche Generalversammlung mit diesem Gegenstände der Tages- ordnung abzuhalten, damit wenigstens der Kreisorganisation Ge- legenheit gegeben wird, sich mit diesen wichtigen Fragen zu be- schäftigen. Im Schlußwort faßte der Vorsitzende Genosse T h u r o w das Ergebnis der Tagung dahin zusammen, daß die Organisation unö die Mitgliederzahl im Kreise sich in erfreulicher und durchaus hoff- uungsvoller Weise entwickelt. Die anfänglichen Schwierigleiien seien überwunden. Soziales. Prüft die Ji»valrdenkartell. Mit dem 1. Jammr 1917 sind die Beiträge zur Invaliden- Versicherung um 2 Pf. erhöht worden, demzufolge werden vom 1. Januar ab neue Marken verwendet. Doch können und müpcn eventuell für die frühere Zeit noch alte Marken verwendet werden. Das Recht auf Bezug von Rente erlischt, wenn der Versicherte nicht in zwei Jahren mindestens 20 Beitragsmarken geklebt hat. Für die weiter als ein Jahr zurückliegende Zeit dürfen Marlen nicht verwendet werden. Zurzeit gelangen noch alte Marken zur Ausgabe, die Ausgabe wird jedoch wahrscheinlich mit dem 1. Juli dieses Jahres eingestellt werden. Wer sich daher seine Ansprüche sichern will, prüfe, ob er in den letzten zwei zurückliegenden Jahren die notwendige Anzahl Marken geklebt hat; ist dieses nicht der Fall, so hole man das Versäumte schleunigst nach und gebe Obacht, daß für die vor dem 1. Januar liegende Zeit auch alte Marken geÜebt werden. Ist jemand im Zweifel, ob seine Karten in Ord- nnng, so wende er sich, bevor er weitere Schritte unternimmt, an das Arbeitersekretariat, Engelufer 13 I, Sprechstunden täglich. mit Ausnahme von Sonnabend nachmittags, vormittags von 11 bis 1 Uhr und nachmittags von W bis 7 Uhr. Mus alier Welt. Große Lawinengefahr herrscht, wie aus Bern gemeldet wird, im Kanton Üri und im Reußtal. Im Ersifeldtal wurde am Freitag ein Stall mit zehn Stück Großvieh zermalmt. Eine Hilfskolonne mußte unverrichteter Dinge umkehren und bemerlie. wie eine weitere Lawine ein Haus und einen Stall zerstörte. Ob die Bewohner am Leben geblieben sind, konnte noch nicht festgestellt werden. Am Sonnabend überschüttete eine Lawine südlich deS Bahnhofs Erstield die Brücke der Gotthardbahn, so daß der Betrieb eingleisig bewältigt werden muß. Gegenüber der Kirche von Waffen wurde ein Stall mit vier Kühen verschüttet. Am Sonntagmorgen ging eine Lawine beim Bahnhof von Gurtnellen in außerordentlicher Ausdehnung nieder. Auf dem Gurtnellerberg begrub eine andere Lawine ein HouS und tötete eine Frau, ein Kind und zwei Männer. Die Be- loohiter anderer verschütteter Häuser konnten gerettet werden. Ferner wurden sechs Ställe zertrümmert. Wegen der fortgesetzten Gefahr ist die ganze Gegend abgesperrt, die Häuser auf dem Gurt- nellerberg werden geräumt. ö?!efkasten üe? Neüaktion. F. M. 1879. Sie müssen sich an die Unterstützungsstelle oder an den Magistrat in Altona wenden; die Unterstützung wird von dort gezahlt.— T. 403. Ein Antrag aus(Sewähmng des Mietszufchusses hätte nur dann Aussicht aus Erfolg, wenn Sie den Mictsvertrag gelchlossen haben.— IfiPfB reichem Golddekor 95 1 teigamüuil 95 10 Güser- üDlersetzer mUMetaUrand J A. Dandorf&0 Beiie-älilsiics-Siicsss Gr. FranRUr Strasse Brunnen-Strasse Kottäuser Damm y/ilmersdorfer Strasse Verlangen Sie bei Einkäufen Rabattmarken PorzgUan 1 Kaffeekanne 95 n. znsammen 1 Milchkanne reich|AK 1 Zuckerdose dekonort j Uli 3 Kaffeetassen 95 4 MilChtÖpfe Golddekor*™ 95 4 AhendhrotteHer reei».. 95 Lt. M 95 n 4 Kaffeehecher KmSerbiM. 95 p,. 2 Kaffeetassen"ichÄTren 95 2 Kaffeebeoher dekoriert 95 Portiinieile 1 Flasche Bay-Rum...... 95 1 Flasche Franzbranntwein 95 1 Flasche Birkenwasser 95 pi. 1 Flasche Mundwasser■■ 95 pt. 5 Pakete Waschpulver 95 pt. 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Die Häuser de-Z Dorfes krochen in sich zusammen wie fröstelnd, und die Kinder, die aus der Schule kamen, hoben die Augen ins Freie und blinzelten fehmüchlig nach dem Himmel, der dunkelbewölkt die Sonne verbarg. Die Schneeglöckchen blühten in den noch winterlichen Gärten, Ivo Rosen, gekrümmt unter schützenden Tannenreisern, noch schliefen, und die feuchte Erde sehnsüchtig auf Wärme harrte. Es wollte nicht Frühling werden. Die Menschen gingen mit scheuen, zagen Blicken an einander vorüber, trugen Leid und trugen Hoffnung. Ungewissen Auges sahen sie in den grauen Tag, in das ewige Einerlei. Ueber den scrnen Bergen lasteten die schweren, grauen Wolken. Wird es regnen? Wird es schneien? Die Bäume standen kahl, und kein Vogel wagte ein Lied vom Frühling zu singen. Da und dort klopfte des Abends wohl eine Frau an die Türe ihrer Nachbarin, trat ein in den schmalen Kreis sparsam ge- dämpften LichteS und setzte sich. Und von den stummen Lippen flogen die stummen Fragen zu wiffendcn Herzen. Wird Frühling? Wird Frieden? Das Dorf seufzte unter der Ungewißheit. Die Tage gingen, kamen, grau in grau. Die Wolkenwände schoben sich immer dichter vor die Sonne, und der feine Regen rieselte unaufhörlich und nässend über das Land. Die Felder lagen unbestellt. Die Gärten blieben winterlich. Kein Star zwitscherte, keine Schwalbe schwang sich ms Blau, kein Ast grünte. Wie lange dauert der Winter? In einer quälenden Ruhe und Untätigkeit verstrich Woche auf Woche. Nachts gingen einmal die Sterne auf. Neber traumbangen Schläfern. Früh starrten sonnendurstige Augen in unermeßliches Grau. Die Bauern sprachen:.Wir können nicht düngen.".Voriges Jahr lagen schon die Kartoffeln in der Erde.".Dies Jahr find die Felder naß. Es ist nichts zu machen. Nichts." Da schien eines Tages plötzlich die Sonne. AuS über- cinandergeschichtetcn Wolkenbergen drangen Strahlen milder Wärme. Plötzlich waren Vögel da und sangen. � Lerchen warfen ihre wunderbaren Liederberzen in den sich klärenden Himnicl. Die Häuier erwachten und schienen froher und heller und flüsterten heimlich von den Menschen, die wieder zu lachen versuchten. Nun wird Frühling! Nun werden die Wege trocken, die Aecker gedüngt! Nun endlich kommt die Arbeit des LandmannS, das Pflügen, Eggen und Säen! D Sonne, wie dankbar sind dir die Menschen! Dos war ein Tag. Ein einziger Tag. Nachts stürmten schwarze Wolkenreirer die Milchstraße hinauf in die Gärten der Sterne und deckten mit dunklen Schildern grimmig die Lichtblüten zu. Ungeheure Sibneemaffen trieben sie vor ihren rasenden Rossen daher und stießen ihre unheimlichen Speere in die dicken Leiber der Wolken. Da fiel Schnee. Unendlicher Schnee. Am Morgen lag die Erde weiß. Die Aeste der Bäume bogen sich unter schwerer Last. Die Telegraphendrähte entlang den Schienensträngen schlugen klatschend zu Boden. Die Häuser der Dörfer wachten auf und sahen sich tief der« wundert an. Und sagten: Wie seltsam ist die Welt geworden. Wir kennen uns nicht mehr aus. Lotte' Lipp aber, die am End« de« Dorfe? wohnte und von der Höhe über die weile, weiße Welt Herabichauen konnte, fand die Welt wunderbar und tollte voller Freude ins Freie, machte aus dem nassen Schnee einen großen, schweren Ball und schleuderte ihn lochend an das Fenster ihres alten Schulmeisters, daß es einen lauten, dumpfen Knall gab. Dann rannte sie, frohlockend über den Schreck. den das alie Männlein wohl bekommen, fort und spritzte den Schnee mit den Fußspitzen hoch in die Luft. �. Aber die Sonne siegte über die dunklen WoUenrerter. über den Schnee. Strahlend und wärmend kam sie über die Berge, die ihre weißen Häupter schüttelten.. Die weißen Felder aber blendeten und ipruhten Llcht vre Mrllionen Kristalle, und um das Dorf lag ein großer Glanz. Trat einer von den Dorfleuten ins Freie, kmff er die Augen zu und blinzelte über die seltsame Erde. Abends war der Schnee sortgetaut, die weiße Herrlichkeit in Schrnutz verwandelt. Neben der Dorfftraße schoß der geschwollene Dorsbach gurgelnd und schäumend. Bon den Bergen kamen die Wasier in hurtigen Sprüngen zu Tal, und der Fluß, der träge Wellen monate« lang durch kahle Ufer schob, wälzte plötzlich brausende Mafien braunen, lehmigen Wassers in wilden Kreiseln und Wirbeln an den erstaunt aufhorchenden Häusern des Dorfes vorüber. Die hölzernen Brücken ächzten und die klagenden Weiden tauchten frierend ihre schlanken Glieder in die kalten, rasenden Fluten. Wird nun Frühling? Die Bauern fluchten über die Näfie. Die Wafier kehrten sich nicht daran, traten über die User und wandelten die Wiesen und Aecker in Seen. Die grünen Spitzen der Herbstsaat schauten grab noch aus dem glatten Spiegel der Wafier. Aber die Sonne schien. Wo das Wafier nach Tagen schwand, dampften die Schollen, dampften die Wege. Die Dächer der kleinen Häuier dmnpsten, und die Berge lagen wieder blau vor den blauen Festen des Himmels. Da und dort blitzten noch weiße Flächen auf schwarzem Grunde auf wie Silberbeschläge auf dunklen Ritter- rüstunjen. Sonne! jauchzten die Menschen, und in den Lüften, in den Bäumen und aus den Sträuchorn jubelten tausend Stimmen. Frühling wird! Lotte Lipp suchte an den feuchten Hängen Veilchen und brachte den ersten, duftenden Strauß dem alten Schulmeister. Der strich über ihr welliges Blondhaar und sah lange in ihre blauen Kinder- äugen. Sie lachte ihn an und stürmte ins Freie, in die Sonne, und hinter ihr her lief das Licht aus der niedrigen Stube des alten Mannes. Der spürte plötzlich die kalte Hand der Einsamkeit um seine runzligen Finger gekrallt und strich scheu und zag über die ersten Veilchen. Die Türen im Dorfe gingen geräuschvoller, und die Stimmen der Menschen wurden lauter und froher. Die Kinder sangen. Die Vögel jubilierten. Die Bauern fuhren auss Feld und pfiffen. Der Himmel war tiefblau und strahlend wie die Seele einer treuen, liebenden Frau und die Sonne rot und glühend wie ein selbstloses Herz. Die Luft ging warm und war voll Gesang und Duft der Aecker und kommender Blüten. Abends war ein Feuer im Westen entflammt wie zur Feier des Friedens der Erde. Die Menschen standen still und stumui, sahen hinein in den Abendhimmel und trugen tiefe Hoffnung, heißes Sehnen. Frühling? Friede? Heimkehr? Die Nächte sangen Sternenlieder. Traum und Ruh spendeten Kraft zur Arbeit des Tages. Die Menschen schritten stark in den bellen Morgen, nur die Schultern etwas gebeugt von dem schweren Leid. Die Kühe brüllten in den Ställen und die Pferde stampften den Boden und zogen den Pflug, der die braunen Schollen zerriß. Weiße Wolken segelten durch das blaue HimmelZmeer. Die kahlen Weiden an den Flußufern trugen plötzlich weiße Kätzchen. Bunte Schmetterlinge flogen an die hellen Häuser der Dörfler, strichen sich die kostbaren Flügel und taumelten in die Luft, frühlings- trunken. In allen Mciischenherzen ward eine Sehnsucht nach Glück groß. Trotz aller Arbcitsfreudigkeit. trotz der sonnigen Pracht des Früh- lings schlugen alle Herzen bange in den singenden Stunden: Wird Frieden? Heimkehr? Tannhäuser an üer Westfront. I» der»Jugend" lesen wir: Kino!— Eine klein« Scheune in einem halbzerschofienen Dorf. An den Wänden Bilder. Eine Hundekälte. Keine Mustk. Dafür aber die trockenen Randbemerkungen der Landser. Köstlich!— Programm: Großes Drama von Tannhäuser. Zunächst stellen sich die Damen vor. Lebhaftes.Ah'-Rufen und Gejohle. Wieder mal ein Weib; wie das elektrisiert! Die Schauspteler werden als.Papser" und»Unabkömmliche" wenig bo achtet. Da? Drama beginnt. Sängerwettstreit. Großer Hofstaat. Viele reichgekleidete Weiber.»Die brauchen keine Kleiderkarte! Ein würdiger Priester mit Imrgwallendem Bollbart war auch unter der bunten Menge.»Laß Dich nur nicht von unserem Spieß Feld- webel erwischen, da geht Dein Bart flöten!" ruft einer ans der Ecke. Unterdeffen treten die einzelnen Sänger auf. Schon wird der Preis Wolfram zuerkannt, da erscheint Tannhäuser..Jeden falls ein Kriegsfreiwilliger." Er flngt und gewinnt Elisabeths Liebe. Wider Willen verlobt sich Elisabeth mit Wolfram. Tannhäuser entflieht. Zögernd steigt er die Burgtrepp« hinab. Un- schlüssig— wohin? Er blickt nach oben..Fliegerdeckung,' ruft ihm ein Landser zu.-- Tannhäuser kehrt aus dem Vemtsberg zurück. Im Wartburg- saale kommt es zum Zweikampf zwischen ihm und Wolfram.»Ist denn kein Sanitäter da?" Um seine Schuld zu sühnen, wandert er mrt den Mönchen nach Rom. Ziemlich hastig schreiten die Knttenmänner dahin. Da ruft einer:»Kurz treten I Bordermann I" Als dann Tamihäuser nicht die erhoffte Vergebung für seine Schuld erlangt, entflieht er zerknirscht in die Waldeinsamkeit.»Seht! Er hat seine eiserne Portion aufgegessen, nun hat er sich verdrückt. sagt ein ganz Schlauer. Als Elisabeth hört, daß Tannhäuser nicht entsühnt ist. stirbt sie vor Gram. Neben der Bahre brennen große Ächter..Solch« müßten wir im Unterstand haben." Unterdefien hat Tannbäuser doch noch die ersehnte Vergebung seiner Sünden erlangt. Er eilt zur Wartburg. Zu spät! Tot sinkt er an der Seiche seiner Geliebten um.»Hier ist jedenfalls unvermutet ein Gasangriff gemacht worden!" verömöerungen auf unserem Nachbarplaneten Mars. Im Frühling der nördlichen MarShalbkugcl zeigt der Mars« nordpol einen mattweißen Schimmer, der nach Lage und Farbe veränderlich ist. Alsdann wird, wie der dänische Astronom Lau nach der„Umschau" in den„Astronom. Nachrichten" in einer kriti- scheu Zusammenstellung der besten und neuesten Marsbeobachtungen zeigt, die nördliche Marshalbkugel von einer großen Nebelwelle überflutet, die im Laufe des Sommers noch zunimmt. Nach dem Sommersolstitium läßt diese Dampfbildung erheblich nach, Iveil alsdann der ganze nördliche Polarfleck verschwunden oder geschmolzen ist. Die Luft wird nunmehr über der ganzen Nord- halbkugel unseres Nachbarplaneten durchsichtiger. Mit dem Eintritt des Herbstes wurden bei zunehmender Kälte die arktischen Regionen auf dem Mars wieder verschleiert und der Polarfleck nimmt zum Winter erheblich zu. Wesentlich beständiger und massiver als der helle Fleck am Nordpol scheint der südliche Polarfleck auf dem Mars zu sein. Mit dem Eintritt des dortigen Frühlings erinnern die am antarkliichen Marspole beobachteten Vorgänge deutlich an das Abilbmelzen großer Schnee- oder Eismafien, ohne Neben- bildung. Offenbar liegt der Südpol von Wassermassen umgeben, während der Nordpol unseres Nachbarplaneten inmitten einer weiten Hochebene gelagert zu sein scheint. Am Südpol ist vielleicht Wafier genug vorbanden, um reguläre Eiszonen zu bilden, während der nördliche Polarfleck ivegcn seiner höheren, gebirgigen Lage mehr ans Reif zu bestehen scheint. Die älteste Urtunöe zur Geschichte öes Suchörucks. Der Typrndruck ist eine chinesische Erfindung. Wahrscheinlich ist er im Jahre 1041 von dem Schmied Pi Scheng erfunden worden. Infolge der Eigentümlichleiten der chinesischen Schrift konnte aber der Typendruck in Ehina nicht durchdringen. Anders dagegen in Korea. Professor Dr. R. Stube zeigt nun in der.Papier-Zcitung", wie sehr man sich in jkorea der Enltvickelung dieser Erfindung annahm. Ein kaiserlicher Erlaß vom Dezember 1403 oder Januar 1404 verfügte die Einführung des Typendrucks an Stelle der bisher üblichen Holzplatten.»Darum ist Unser Wille," so heißt es in dem Erlaß,„daß Lettern aus Kupfer gc- fertigt werden zum Zusammensetzen." Der kaiserliche Erlaß gibt dann Hinweise auf die Form der Typen und weist auch aus die Aufgabe des Buchdrucks hin, die literarische Bildung jedermann zugänglich zu machen. Damit aber dem Volke keine neuen Stenern auferlegt werden, übernimmt der Kaiser die Kosten für die Ein- richtung einer Druckerei. Es dürfte dies, wie Stiibe ausführt, die älteste Urkunde zur Geschichte des modernen Buchdrucks sein. Notize». — Unser Roman ist bei der Zusammenstellung des Satzes in der 72. und 73. Fortsetzung in eine erhebliche Konfussion ge- raten. Wir wiederholen ihn daher noch einmal vom 18. Kapitel an und bitten unsere Leser, die ihren Scharfsinn an der richtigen Anordnung erprobt haben, um Nachsicht. — Musikchronik. Am 7. Mai findet auf Vcranlafiung der Kommandantur im Zirkus Schumann eine große Musikaufiührung unter der Leitung Leo Blechs statt. Es wirken u. a. mit im Frithjoi: Michael Bohnen, Klara Duz, in Aida: Jadlowker, Barbara Kcmp, Jos. Schwarz. Als Chöre wirken der Königl. Opernchor. Berliner Lehrer- Gesangverein, Berliner Liedertafel,"Scheinpflngscher Chor, Chorschule Profefior Rüdel, Berliner Lehrcrinnen-Gesaiigverein. Bruno Kittelicher Chor, Berliner Liederkranz. Männergesangvercin Beethoven-Quartett, Oratorienverein Neukölln. — Billige Musik für? Feld liefert die Edilion Schott, von der jede Nummer 25 Pf. kostet. Die Sammlung von über 0000 Nummern bietet alles an guter, ernster und unterhaltender Musik, was von den Klassikern, der Oper, den Meistern des leich- teren Stils und der Volksmusik fester Besitz des deutschen Volkes ge- worden ist. Neuerdings wurden nahezu 300 Nummern des Altmeisters Franz Liszt aufgenommen. Katalog von B. Schott? Söhnen in Mainz kostenlos. — Berufskeider für Arbeiterinnen wurden in Köln vom Verein für neue Frauenkleidung und Frauenkultur ans- gestellt. Die vielfach neuartige Beschäftigung der Frauen hat das Bedürfnis nach zweckentsprechender Kleidung wachgerufen. Besonders gelungen scheint eine waschbare Schürzenhose auS einem Stück. Wie die„Kölnische Zeitung" berichtet, waren weiter ausgestellt: Ein Stallkleid auS dunkelm Leinen mit hochknöpfbarem Rock, ebenso ein FeldarbeitSkleid für kalte Tage aus Kniehosen, Wickel- gamaschcn und Oberkleid aus Loden. Die ausgestellten Trachten der Schaffnerinncn und Bahnbeamtinnen werden in manchen Städten schon in der Praxis getragen. Für die Postbeamtinncn ist eine sehr kleidsame einteilige Tracht in dunkelblau mit roten Biesen ans- gestellt. Die passende Kleidung der Fensterputzerin besteht eben- falls aus der Hosentracht bei der Arbeit, mit einem abnehmbaren Rock darüber. Auch für Bureaubeamtinnen, für die sonst nur die häßlichen Schrcibärmel und die Dutzendschürze in Frage kamen, ist Schutzkleidung in ästhetisch wirkenden Formen angefertigt. 74] Der PoliMmeifter. Ein russischer Polizeiroman von Gabryela Zapolska. xvm. ttaicka erlangt das Bewußtsein.— L-mgs-une Gesundung.— Di- Abreise nach Wien.- Beummh-g-n��ch�unnge��-. Ei» Tobfuchtsansall.- Fast Plötzlich trat in JankaS Gesundheitszustand eine Besserung ein. Es war, als hatte das Schicksal mit seinen Opfern Mitleid....„, Sie unterhielt sich länger mit dem Vater, atz mehr, starrte nicht mehr auf die Wand und begann sich für allerlei alltäg- liche Dinge zu interessieren. Auch schlief sie besser und ihr ganzes Nervensystem schien sich zu beruhigen. Als Klitzki davon hörte, gewann er neuen Mut und be- obachtete mit dem Vater des Mädchens die leiseste Regung der Kranken. Er hielt sich gewöhnlich im Nebenzimmer auf, hcnn noch wagte er es nicht. Janka gegenüberzutreten. Es freute ihn aber unendlich, sie wenigstens sehen� zu dürfen. Seit einigen Tagen begab sie sich, von den Tönen eines Leierkastens angezogen, mit leisen Schritten zum Fenster. Es schien, als weckten die einfachen Melodien liebe Erinnerungen aus ihrer Kindheit. Zlls Klitzki eines Abends kam, brachte er einen Jasmin- zweig init. Draußen blühte und duftete alles im lungen Frühling. Horski begrüßte ihn freudig an der Schwelle. „Wissen Sie. Janka ist heute nicht nur ganz ruhig, sondern sie hat mich zärtlich begrützt. Auch mit dem Arzt hat sie eine Weile gesprochen, ohne ihn wie früher für Tagejew zu halten... Wir hoffen..." Dieses Wort ertönte wie ein Glöckchen, das an einem Maimorgen über grünen Wiesen erklingt. „Der Arzt meinte, daß sie in eine Wasserheilanstalt ge- bracht werden müsse... Vielleicht nach Kaltcnleut geben, bei Wien.. Klitzki lächelte erfreut. „Geben Sie ihr diese Blinne", sagte er und übergab Horski den Jasminzweig. Horski ging mit dem Weißen Mütenzweig m Jankas Zimmer. Das Mädchen saß nicht mehr zusammengchockt, sondern aufgerichtet da, als erwarte sie etwas. „Janka!" sagte der Dater,»hier hast du einen JaSmin- zweig." Er legte die Blumen auf ihre zarten, auf dem Schoß ruhenden Hände. Das Mädchen berührte sie leicht mit den Fingern, schließlich hob sie den Zweig zum Gesicht. „Jasmin," sagte sie leise und fügte sofort hinzu:»Wer hat das gebracht?" Horski zögerte. Er fürchtete, ob Klitzkis Name Janka nicht wieder an die Heimatstadt und zugleich an Tagejew und all die erfahrenen Schrecknisse erinnern würde. Janka wiederholte die Frage nicht. Doch sagte sie zu HorSkis Erstaunen: „Könnte man das Fenster nicht offnen.. Horski zog den dunklen Vorhang zurück. Eine warme, duftgetränkte Luft wehte herein. Sterne blinkten durch die Wipfel der Bäume. Janka saß regungslos und blickte zum Fenster hinaus. Es schien, als horche sie auf etwas, auf ihrem Antlitz malte sich Sehnsucht und Verlangen, die träumerische Sehnsucht verliebter Mädchen. Klitzki gewahrte aus dem Nebenzimmer mit Freude diesen Ausdruck, der ihm die Verheißung einer befferen Zu- kunft war. Janka schien Lebenskraft und Lebenslust wiederzugewinnen. Sie begann sich für den Ort ihres jetzigen Aufenthalts zu interessieren, blickte manchmal heimlich zum Fenster hinaus und bat den Vater, länger bei ihr zu bleiben. Nach Kazjo fragte sie aber nicht. Sie war zu der Einsicht gelangt, daß sie den Bruder durch ihren Leichtsinn zugrunde gerichtet hatte. Seitdem genügte es, seinen Namen zu nennen, um bei ihr einen Nervenanfall hervorzurufen. Aber man konnte vom Tage, da eine Besserung in ihrem Zustande eingetreten tvar, bemerken, daß Janka noch etwas fragen wollte, es aber nicht wagte. Sie ließ den Vater rufen und sah ihn mit hochrotem Gesicht prüfend an: „Haben sie Kazjo fortgebracht?" „Nein, Janka... Kazjo ist hier im Nebenzimmer. Willst du ihn sehen?" Sie sah den Vater lange Zeit erstaunt an, daß er so lügen konnte. „Kazjo... wurde fortgebracht?" fragte sie mit kräftigerer Stimme. Horski folgte dem ersten Impuls, ging zu der halb gcöff- neten Tür und rief: „Kazjo, komm herein!" Mit Kazjo eilte auch Klitzki herbei. Sie glaubten, es wäre etwas Schlimmes passiert. Als Janka sie plötzlich vor sich sah, sprang sie von ihrem Lager, richtete sich hoch auf und schrie: „Kazjo! Er!" Letzteres bezog sich auf Klitzki. Ihre Stimme klang freudig und gesund. Trotzdem wagten die beiden jungen Leute nicht, sich ihr zu nähern. Sie standen regungslos da und sahen sie mit erschrockenen Augen an. Der Vater eilte auf sie zu und nahm die fast Ohnmächtige in die Arme. Aber sie wandte den Blick nicht fort, ihre Augen weiteten sich immer mehr, als wollten sie den Anblick der Menschen. die sie solange verloren wähnte, in sich aufnehmen. „Kommt zu mir!" sagte sie schließlich mit leiser, bittender Sttnime. Kazjo trat zuerst zu ihr. Sie fuhr mit ihren mageren Händen langsam über sein�Gesicht und Schultern, als wollte sie sich überzeugen, daß sie es nicht mit einer Vision zu tun hatte. „Bist du schon lange wieder frei?" fragte sie.„Haben sie dich sehr gequält?... Bist du mir sehr böse? Sei mir nicht böse! Ich war sehr unglücklich... ich dachte..." (Forts, folgt.) jZeniralyefliänd ilerletierarliEiteF iund-ArbeitfiPiiaien DeiitscManis. Filiale Berlii» I. Nachruf. $cit Kollegen zur Nachricht, !daz unser Nügiicd, der Hand- Schuhmacher Karl Grundig fnm 19. Sttril 1Ü17 üit 77. LcbcnZ- fjabrc gestorben ist. Ehre seinem Nndenken! Tie Beerdigung hat am Mon. l!ag, den Li!. Avril, ans dem > Himmelsabrts-Kirchhoj Nordend I staitgesunden. 1 19U/18 Die Ortsvcrtvaltung. Deutscber EaDariioitEF- Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Mariendorf. Slm 19. April starb ünscr Mit- giied, der Hills arbeiter �uiius Zckiinlcs. Ehre seine»« Zlndcnkcn! Tic Beerdigung findet am Miltivoch, nachmittags 1 Uhr, auf den« Gcmeindcfriedhof, Flieden- sttastc, statt. Um rege Beteiligung ersucht Il3;j) Der Borstand. ßentSEber Tfansportarbeiier-Verband. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Nachrufe. Ten Mitgliedern zur Nachricht, dai! unser Kollege, der Bier- sabrcc Ujikeim 8e's?ejde? am 19. April im Alter von 50 Jahren verstorben ist. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dast unser Kollege, der Kohlcnlulschcr Max Wurl am 1H. April im Aller von •JS Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenke» l 1/lll Bio Bezirksverwalwng. l-enlzrlier ßncbbinllemrband. (Zahlsielle Berlirt.) D-n Mitgliedern zur Nachricht, das unser Mitglied Max Schäfer am 13. April er. in einem Ncservc- itazarclt verstorben ist. Ehre seinem Aitdcnken! Tic Beerdigung findet heute Dienstag, de» 2-L April, nach- lnsttag? i Uhr, von der Leichen- Halle deS Georgen-Kirchhofes,! Weiszenjec, Rölckestraßc, aus statt. 25/19 Tie Ortsverlvnltnng. .�ST Hierdurch die traurige MaVÄ Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Sohn, Bruder, echiangct und Onkel, der Werkmeister Ernst Metlo im Alter von 08 Jahren insolge seiner erlittenen Erkrankung im Felde im Reserve-Lazarett.Neue Welt" verstorben ist. . In tiefstem Schmerz Ernniy Metlo««mn. Oskar Metto 1 Luise Hello| a CI,trn Geschwister, Zchwastcr und Lchwäiserinueu. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 25. April, nach- mittags 3 Nhr, aus dem Garnison. sciedhoj, Hasenheide, statt. 31A Für die iiicle» Beweise herzlicher Teiinalune beim Hinscheiden«mseres Ubben Baters und Schwiegervaters sagen wir hiermit allen Verwandten. Bekannten und Freunden nnsern herzlichste» Tank. Insbesondere danken wir dem Vor- stand und dem Personal der All- aemeinen Ortskrankenkasse Berlin- Maricndorf, den Kollegen der Firma Tairrrler, den Genossen des Wahl- Vereins Bcrlin-Mariendorf und den Kollegen der Firma Müller u. Tau für die zablrcichen Kranzspenden. .lietn? XiChmann nebst X'ran geb. Kitzing. 100A Ollo Liehmana zur;, im Felde. Danksagung. Für die vielen Beweise vcrzlichcr Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines imvergest- iichen Mannes und PapaS sagen wir hsermit allen Verwandten imd Bc- lärmten, insbesondere den Kollegen »nd Kolleginnen der Firma A. E.®. Abi. Gf."II l und Gs. II Miseren innigsten Tank. �oA Ww. �nna Leister und Tochter Elisabeth. Bornemannstr. 12. LpeZlisl-ArÄ Dr. med. Hasche, Friedrichstr. SO ÄÄ Behaudl. von Syphilis, Haut-, Harn-.Franenäeiil�spez.chroit. Fälle. Ehrlich-Hata-Kuren, schmerzlose, kürzeste Behandlung ohne Vc- russstörung. Blntnntersuchung. Mag. Preise. Teilzahlung. Sprechswnden 19— 1 und 5—8,«omtt. 11— 1. 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