Nr. 115. 34. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Brets pranumerando Bierteljährl 3,90 Mt, monatl 1,30 ML möchentlich 30 Big ret ins Haus. Einzelne Nummer 6 Big. Sonntags nummer mit uitrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt 10 Big. Boit. Abonnement: 1,30 Mart pro Monat Eingetragen In die Bost Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Tut Deutichland und Deiterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Vostabonnements nehmen an Belgien. Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal Rumänien, Schweden und die Schmeis Ericheint täglid. NOSW Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 60 Pfg., für bolitische und gemerfichaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Vig.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erite Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch. taben zählen für zwei Worte. Jnierate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Ferniprecher: Ami Morisplas, Nr. 151 90-151 97. Sonnabend, den 28. April 1917. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3.' Ferniprecher: Amt Morigplas, Nr. 151 90-151 97. Der erste Mai 1917. Zum dritten Male begehen wir den ersten Mai im Welt- müssen auf das schärfste verurteilt werden. Wer eine solche friege. Der Tag, den die Arbeiterklasse aller Länder zu gemeinsamen Kundgebungen für Arbeiterschutz, für Volksfreiheit und für den Frieden bestimmt hatte, fann inmitten des mörderischsten aller Kriege fein Tag der Erhebung und der frohen Feier sein. Schmerz und Trauer beherrschen immer mehr die Menschheit, je länger dieses die gesamte europäische Kultur mit Vernichtung bedrohende Ringen dauert. Und trotzdem ist dem Wüten des Krieges noch kein Halt geboten. Ja, es sind Kämpfe entbrannt, die an Schwere alle bisherigen Schlachten übertreffen. gilt, aus dieser Lobpreisung die Folgerung zu ziehen, und zwar nicht erst nach Friedensschluß. Die volle Gleichberech tigung in Reich, Staat und Gemeinde muß für alle Volksgenossen durchgesezt werden. Das muß die Gabe sein, die für das ganze Volk bereit steht, wenn es die Waffen ablegt, um sich wieder im Frieden unter den schwierigsten wirtschaftlichen Verhältnissen der Arbeit zu widmen. Die Zeit des freien Wahlrechts ist aber nicht nur für unsere Kämpfer draußen, sondern auch für unsere Frauen gekommen. Sie haben in der Heimat, in schwerer Not und unter einem die Seele zermürbenden Bangen um das Schicksal ihrer Lieben draußen ausgehalten und damit allein den Weiterbestand der deutschen Volkswirtschaft ermöglicht. Wir fordern, daß den Frauen die gleichen Staatsbürgerrechte nicht länger vorenthalten werden. fordert, ladet schwere Schuld auf sich gegenüber den im Felde Stehenden, der Arbeiterschaft und den Frauen und Kindern in der Heimat, die einen baldigen Frieden ersehnen. Die Arbeiter werden unsere Mahnung beherzigen. Von unseren Partei- und Gewerkschaftsmitgliedern erwarten wir, daß sie in diesen schwersten Stunden, die unser Volk zu ertragen hat, die Organisationsdisziplin mehr denn je aufrechterhalten und jeder von unverantwortlicher Seite kommenden Aufforderung zu Arbeitseinstellungen Widerstand entgegenseßen werden. Wenn wir unter dem Zwange der von uns nicht geIm Westen machen die französischen und englischen wollten und nicht geschaffenen Verhältnisse am 1. Mai keine Truppen die größten Anstrengungen, um die Stellungen der besonderen Rundgebungen veranstalten, so gibt uns doch gedeutschen Heere zu durchbrechen. Was unsere Väter, Brüder rade dieser den Zukunftsforderungen des Proletariats geund Söhne, was die Gatten der deutschen Frauen in dem widmete Tag Anlaß, die Arbeiterklasse an die Verpflichtungen aus den Munitionswerkstätten der ganzen Welt gespeisten zu erinnern, die wir in der nächsten Zeit erfüllen müssen. Noch ist der Friede nicht da! Aber die Zeichen deuten Trommelfeuer auszuhalten haben, grenzt ans Uebermensch- Noch ist der Friede nicht da! Aber die Aufgaben, die er liche. Die dort mit ihren Leibern die deutschen Gaue vor uns bringt, erheischen heute schon die größte Aufmerksamkeit daß dieser grausamste der Kriege aller Zeiten endlich seinen feindlichen Einfällen schüßen, haben ein Recht darauf, daß wir aller Werftätigen. Schwer seufzen die breiten Massen des Höhepunkt überschreitet. In allen Ländern wird in den ihrer täglich gedenken. Gedenken nicht nur durch Worte, son- Volkes in allen Ländern unter der Lebensmittelnot. Hier breiten Massen in steigendem Maße die Friedenssehnsucht dern durch die Tat. Denn unsere Brüder im Artois und in gilt es, die Kraft der Arbeiterklasse einzusetzen für eine zum Friedenswillen. Wir erwarten, daß dieser Friedenswille der Champagne brauchen nicht nur Worte der Anerkennung, dauernde, gerechte, jede Bevorzugung ausschaltende Vertei- iezt so erstarkt, daß er die Kräfte niederzwingt, deren Politik sondern Waffen und Munition, damit sie dem Anprall ihrer lung der täglichen Nahrung. Es gilt weiter dafür einzu- geeignet ist, den Krieg sinnlos und zwecklos zu verlängern. Kriegsgegner Stand halten fönnen.seriadonaise su treten, daß die durch die Kriegsverhältnisse erzwungene über- Die Organisationen der deutschen Arbeiterklasse haben seit mäßige Arbeitszeit wieder herabgesetzt wird. Der unter- Kriegsbeginn ihren Friedenswillen betont. Sie waren unernährte Körper der Schwer- und Schwerstarbeiter und der ablässig bemüht, die Internationale der Arbeiter um das werftätigen Frauen erheischt eine längere Ruhezeit und er- Programm für einen Frieden zu sammeln, der die politische fordert dringend die Wiedereinführung und den weitgehend- Unabhängigkeit und wirtschaftliche Entwickelungsfreiheit der sten Ausbau der Arbeiterschutzgesetzgebung. Die Erhaltung Völker gewährleistet, der von Annerionen absieht, die den der menschlichen Rasse, ihre geistige und körperliche Entwicke- Reim zu neuen Kriegen legen würden, und der die Gewähr lung verlangt geradezu die gesetzmäßige Einführung des Acht- der Dauer in sich trägt, weil er kein Bolk demütigt. stundentages, für dessen Propagierung 1889 der internationale Sozialistenkongreß in Paris den 1. Mai bestimmte. Diese Mittel zur Berteidigung von Heim und Herd muß und wird ihnen die deutsche Arbeiterklasse liefern. Die deutschen Arbeiter werden deshalb auch in diesem Jahre, wie in den beiden vorherigen, auf die Arbeitsruhe am 1. Mai Verzicht leisten, ebenso wie es die englischen und französischen Arbeiter tun und wie auch die russischen Arbeiter nach Meldungen aus Petersburg beschlossen haben, von einer Arbeitsruhe am 1. Mai abzusehen. Leider wird durch Verbreitung von Flugblättern versucht, die Arbeiter zu einem politischen Demonstrationsstreif oder zu einem„ revolutionären Generalstreif" am 1. Mai zu veranlassen. Diese Flugblätter gehen nicht von der sozialdemokratischen Partei aus. Selbst der Abgeordnete Dittmann von den unabhängigen Sozialisten hat am 23. April dieses Jahres in dem Reichstagsausschuß für das Hilfsdienstgesetz und sein Fraktionskollege Ledebour am 24. April im Plenum des Reichstags jede Verantwortung für die durch die Flugblätter betriebene Aktion abgelehnt. Diese muß deshalb von Leuten ausgehen, die keine Gemeinschaft mit der Arbeiterbewegung haben. Arbeitseinstellungen zu politischen Demonstrationszweden sind gegenwärtig unverantwortlich und Berlin, den 27. April 1917. Noch ist der Frieden nicht da! Aber wir haben die zuverfichtliche Hoffnung, daß nach Abschluß der mörderischen - angesichts der Kämpfe im Westen der Tag des Friedens grausigen Opfer des Krieges zwar viel zu spät- doch kommen wird. Dann werden unsere Genossen wieder heimkehren und es gilt, für die Zeit der Uebergangswirtschaft für sie zu sorgen, Arbeits- und Verdienstlosigkeit von ihnen fernzuhalten. Es gilt, ihnen die Treue zu halten, indem wir ihre Rechte wahren. Und ihre Rechte mehren! Das deutsche Volt kämpft seit fast drei Jahren gegen zahllose Gegner um seine Existenz. Wegen seiner Leistungen ist es als ein Volf von Helden gepriesen worden. Es Die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands. Volle dreizehn Milliarden! Der Erfolg der sechsten Kriegsanleihe. Im Hauptausschuß des Reichstags machte vor Eintritt in die Tagesordnung der Nachmittagssigung der Staatssekretär des Reichsschazamtes, Graf von Roedern, folgende Angaben über die Ergebnisse der letzten Kriegsanleihe: Nachdem das russische Volf in bewundernswerter Weise den Zarismus weggefegt, nachdem die russische Arbeiterklasse gezeigt hat, daß sie nicht nur imstande ist, die Errungenschaften der Revolution zu sichern und zu festigen, sondern daß sie auch ihre Macht in die Wagschale des Friedens werfen will, dürfen wir erwarten, daß der Frieden siegt. Für einen baldigen Frieden zu arbeiten, ist jetzt die wichtigste Aufgabe. Wir werden um so erfolgreicher für ihn und für die gesamte Zukunft der Arbeiterklasse wirken tönnen, ie fester wir unsere Reihen schließen. Wir wollen am ersten Mai wie in vergangenen Jahren uns wieder in Partei und Gewerkschaft zusammenscharen, um mit vereinter Kraft für unsere Ideale zu wirken, bis wir die macht haben, sie durchzusetzen. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Ein Hauptfaktor des künftigen Friedens. wünschen übrig läßt, so beweist das keineswegs, daß fie in Die Konferenz in Savoyen. der Balkan- und Mittelmeerfrage besser vorhanden sein müsse. In der italienischen Kriegspresse ist plötzlich die StimIn St. Jean de Maurienne haben unlängst die führenden mung gegen Sonnino aus Wohlgefallen heftig in grauen Staatsmänner Frankreichs, Englands und Italiens eine Zu- Grimm umgeschlagen. Man fängt an, dem bisher Versammenkunft gehabt, die als Tatsache überraschte, über deren götterten zu mißtrauen. Dieser Stimmungswechsel ist zu besonderen Zweck aber bisher in der Oeffentlichkeit nichts ver- auffallend, als daß man nicht versucht wäre, ihn mit imperialautete. Die Annahme, daß die Konferenz mit der Friedens- listischen Aengsten um die Kriegsziele, für die man sich in den bewegung in Verbindung stehe, bestätigt sich jetzt insofern, als Krieg stürzte, in Beziehung zu setzen. Diese Aengste könnten aus einer italienischen Meldung bekannt wird, daß es sich nur aus einer Gefährdung des Anteils herrühren, auf den Das Zeichnungsergebnis hat sich bis heute erhöht auf um eine Vorbereitung zu den Friedensverhandlungen, die die Begehrlichkeit nach Vormachtsicherung zu Wasser und zu 12 978 940 700 M. Da die Frist für Feldzeichnungen noch Europas Völker drängend erwarten, handelte. Land im östlichen Mittelmeer fich gespitzt hat. bis Mitte Mai läuft, unterliegt es für mich keinem Zweifel, Nach„ Corriere della Sera" wurde auf der Konferenz in das bei der sechsten Kriegsanleihe die gewaltige Summe von Savoyen, wie die Meldung sagt, ein wichtiges Problem der 13 Milliarden erreicht werden wird. Interessenregelung zwischen den Alliierten, das bisher noch Was diese Summe angesichts der Tatsache, daß bereits nicht behandelt war, besprochen, nämlich die Regelung Kopenhagen, 27. April.( Meldung von Rigaus Bureau.). fünf Anleihen vorausgegangen sind, und daß die letzte der gegenseitigen Interessen im türkischen Die Petersburger Telegraphen- Agentur dementiert ihre 10 Milliarden- Anleihe nur sechs Monate hinter uns liegt. Orient und im Mittelmer, um das völlige Gleich- Mitteilung vom 25. April, wonach die provisorische russische bedeutet, das wird den Finanzkreisen des Inlandes, aber gewicht der Alliierten unter sich zu sichern, das für den Regierung eine Note an die Alliierten über die Kriegsziele doch wohl auch des Auslandes, klar sein. fünftigen Frieden einen Hauptfaktor bilden werde. Diese Nachricht wird als verfrüht beFür alle sechs Anleihen ergibt sich jetzt ein Gesamtzeichnungsergebnis von rund 60 195 200 000 m. Die Zeichnungen verteilen sich in runden Summen auf die Reichsbank mit 624 000 000, auf Banken und Bankiers mit 7 545 000 000, auf die Sparkassen mit 3 202 000 000, auf die Lebensversicherungsgesellschaften mit 386 000 000, auf die Kreditgenossenschaften mit 1 103 000 000 und auf die Postanstalten mit 116 000 000 m. Die Zahl der Zeichner fann ich heute noch nicht angeben, fie wird nach Schäßung der Reichsbank die Zahlen der Zeichner bei der letzten Anteige beträchtlich übersteigen. Keine neue russische Kriegszielnote. Daß die Besprechung zu einer Einigung über das vorbereite. zeichnet. Problem geführt habe, wird in der Meldung also nicht gesagt. Es ist auch schwer anzunehmen. Vielleicht bedeutet das Schleierlüften, das dem„ Corriere" in der Konferenz- Ein Unterseeboot beschießt den Gurayafache jetzt am Plage scheint, nur den Auftakt zu weiteren Aeußerungen, die sich an Hafen. die soeben vom„ Popolo d'Italia" angestimmte Melodie anschließen werden, daß Italien Amtlich. Berlin, 27. April. von den Verbündeten wie eine Macht zweiten boote hat am 21. April die für die Erzverschiffung Ranges behandelt werde. Dieser Zornruf hängt zwar mit aus Nordafrika wichtige Hafenanlage bei der Jagd um den Dollar zusammen, bei der Italien sich zu- Guraya westlich Algier wirkungsvoll beschossen. Eine rückgedrängt fühlt, aber wenn sich in diesem Finanzpunkte Erzladebrücke ist eingestürzt, eine zweite schwer beschädigt. zeigt, daß die Gemütlichkeit unter den Ententemächten zul Der Chef des Admiralstabes der Marine. Eines unserer Untersee Salfour in Amerika. Die Reise Balfours nach Wassiington hat den Stand der s�rage nicht verändert, ob die Vereinigten Staaten sich dem Londoner Abkommen anschließen werden, das bekanntlich den Abschluß von Sonderfrieden verhindern soll. Aus New Jork wird der„Franks. Ztg." genieldet: Unter den Problemen, die gelegentlich der Anwesenheit Balfours erörtert werden, steht obenan die Frage, ob die Vereinigten Staaten eine sörm- liche Allianz mit der Entente eingehen werden. Jetzt wird erklärt, daß Balfour selber dies für unnötig halte, da er über- zeugt sei, daß Amerika den Krieg auch ohne ausdrückliche Ver- cinbarung bis zu Ende mitmachen werde. Wie Reuter berichtet, erklärte Balfour in der Unter- redung, kein Vertrag könnte das unbegrenzte Vertrauen der Alliierten erhöhen, daß die Vereinigten Staaten, nachdem sie sich einmal' zur Teilnahme am Kriege entschlossen, ihn auch bis zu dem großen Ende, auf das alle hoffen, durchsetzen würden. Havas teilt dieselbe Erklärung in anderer, für Ententegemüter schmackhafter Form mit: danach habe Balfour erklärt, die Entente sei davon überzeugt, daß sich die Vereinigten Staaten ohne jeden Vorbehalt der gemeinsamen Aufgabe hingegeben haben, oen preußischen Militarismus zu zerstören. Die Entente ver- lange von den Vereinigten Staaten nicht, daß sie ihre traditionelle Politik verlassen solle. Die„Morning Post" weiß dazu mitzuteilen, Wilson habe Balfour die Versicherung gegeben, daß di� Vereinigten Staaten keinen Sondersrieden mit Deutschland schließen werden. Es bleibt also dabei, daß die Vereinigten Staaten sich ihre politische Selbständigkeit England gegenüber wahren, wie dies der wirtschaftlichen Machtverteilung entspricht. Im übrigen teilt Reuter mit, daß die Reise Balfours nicht ergebnislos geblieben sei. Zwischen Balfour und dem Schatzamtssekretär Mc Adoo sei eine volle Ver- ständigung über die allgemeinen Grund- s ä tz e betreffend Finanzen, Handel und Schiffahrt er- zielt worden. Ein Ausschuß werde die Einzelheiten ausarbeiten. Zu einer solchen vollen Verständigung würde als wichtigstes Ergebnis gehören, daß England den Ver- einigten Staaten die„Freiheit der Meere" zugestanden hätte. die es der Union während des Krieges so empfindlich bestritt und verkürzte, daß darob heftigste Noten aus Washington überS Meer ergingen. Mit uns ist öie tiefe Zrieüenssehnfucht � Troclstra über die Stockholmer Tagung. Genosse Troelstra hat sich auf der Fahrt nach Stockholm in Kopenhagen über Form, Ziel und Bedeutung der Sozialistenkonse- renz, die in der schwedischen Hauptstadt tagen soll, ausgesprochen. Der Kopenhagener„Sozialdemokraten" gibt den Inhalt der Unter- redung wieder. Nach dem Bericht der„Frankfurter Zeitung" sagte Troelstra: Der Berliner Besuch hatte den Zweck, zu veranlassen, daß auch die Minderheit der deutschen Sozialdemo- kratie auf der bevorstehenden Konferenz vertreten ist. Ich konstatierte mit Zufriedenheit, daß die Mehrzahl hiermit völlig ein- verstanden ist. Ich habe auch während des Gesprächs mit dem deutschen Minister des Aeußern beantragt, daß die Delegierten der Minderheit ohne die geringste Rücksicht auf ihre Anschauungen ihren Paß erhalten sollten. Ich bin überzeugt, daß dieser Wunsch erfüllt werden wird. Troelstra äußerte sich dann sehr optimistisch über die Kvnfe- renz. Die Situation sei so, daß die Konferenz unbedingt zu einem glücklichen Resultat führen müsse, selbst wenn vieles zu überwinden sein werde.«Mit uns," so erklärte er,„ist die tiefe Friedens- sehnsucht, die überall wie ein neuer Frühling vorbricht." Troelstra legte den letzten sozialistischen Parteiäutzerungen in Teutschland mit ihrer Forderung nach einer klaren, unzweideutigen Friedens- «rklärung die größte Wichtigkeit bei. „Ich habe Grund, anzunehmen," sagte Troelstra,„daß, wenn Friedensverhandlungen zustande kommen, Oesterreich bereit sein wird, Serbien vollständig freizugeben, und außerdem diesem Lande den langersehnten Zugang zum Meere verschaffen wird. Ich glaube auch, daß Deutschland, selbst wenn dies nicht klar ausgesprochen wurde, doch hinlänglich durchblicken ließ, daß es dem befreiten Belgien Genugtuung geben wird. Es ist die höchste Zeit, daß die beiden Regierungen öffentlich ihre Kriegsziele zu erkennen geben. Es ist aber andererseits Pflicht der Sozial- demokratie in den alliierten Ländern, ihre respek- tiven Regierungen zu einer verbesserten Fviedensformel zu bewegen. Auch verschiedene Aussprüche von Thomas liegen vor, die Hoff- nung hierauf geben. Sobald sich alle Mächte auf den Standpunkt der russischen Regierung stellen, ist kein Anlaß zur Fortsetzung des Krieges. Wohl wird augenblicklich militärisch sehr stark gekämpft, aber politisch zeigt sich immer größere Zurückhaltung. Di« engl!» scheu und französischen Parteien werden unter den vorliegenden Umständen unmöglich sich weigern können, an der Konferenz teil- zunehmen..Jede Partei, die dem internationalen Bureau ange- schloffen ist, muß sich bereits jetzt als zur Konferenz eingeladen betrachten, und ein gleiches ist der Fall mit den Minderheiten« die sich in den kriegführenden Ländern bildeten." „Bei meiner morgigen Ankunft in Stockholm— der Donnerstag ist gemeint— werde ich sofort mit Hilfe der ffandinavischen Parteigenossen die organisatorischen Vorbereitungen� treffen. Da der psychologische Augenblick nicht versäumt werden darf, kann alles formell nicht vorher so umfassend geordnet werden, wie eS sollte. ES wäre deshalb wünschenswert, wenn die Dele- gierten sich vorbereiten, einige Tage vor Eröffnung der Konferenz nach Stockholm zu kommen." Kopenhagen, 26. April. Wie„Politiken" erfährt, wird bei dem bevorstehenden internationalen sozialistischen Friedenskongreß in Stockholm die dänische Sozialdemokratie durch den Minister Stau- n i n g. den Folkethingsabgeordneten B o r g b j« r g und den Vor- sitzenden der Fachverbände Madsen vertreten sein. Skanüinavische Konferenz. Svenska Telegr.-Byran meldet: Als Folge der früheren Zusammenkünfte der StaatSminister und der Minister der aus- wältigen Angelegenheiten der drei skandinavischen Reiche werden sich die genannten Minister vom 9. bis 11. Mai in Stockholm aushalten. Die Meldung fügt hinzu: Die Zu- sammenkunft liefert einen neuen Beweis für die gut e n Beziehungen zwischen den drei Ländern und für ihren Wunsch, in ehrlicher, unparteiischer Neutra- li tät dauernd zusammenzuarbeiten für die A u f r e ch t e r h a l« tung ihrer Rechte und Interessen als neutrale Staaten, und sich gegenseitig zu unter st ützen durch Maßregeln wirtschaftlicher Natur. » Kristiania, 26. April, Ein Syndikat norwegischer Banken, die Zentralbank für Norwegen an der Spitze, ist im Begriff. «ine Anleihe in England im Betrage von 60 Millionen Kronen abzuschließen. Norwegen soll Kompensationen in Gestalt von«ohlenzusuhr erreicht haben. Wachsendes ArtiNeriefeuer bei ArraS, an der Aisne, in der Champagne— Kämpfe an der Straße Arras- Cambrai und am Chemin des Dames— Englische Vorstöße an der Dojranfront. Amtlich. Große? Hauptquartier, den 27. April 1917,(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Auf dem Schlachtfeld von Arras hat die Bekämpfung der Artillerien sich in breiter Front gestern abend wieder gesteigert; dabei wirkte die unsere westlich von Lcns auch gegen erkannte Bereitstellungen feindlicher Infanterie. Südlich der Scarpe griffen die Engländer rittlings der Straße Arras-Cambrai an; sie wurden durch Feuer und im Nah- kämpf verlustreich abgewiesen, Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Allmählich nimmt längs der Aisne und in der Champagne der Artilleriekampf wieder größere Heftigkeit an. Jmfanteriekämpfe am Chemin des Dames brachten uns Ge- winn an Boden und Gefangenen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nichts NeneS. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Mazedonische Frront. Südwestlich des Dojran-Sers setzten die Engländer ihre An- griffstätigkcit in Borstößen gegen die bulgarische Stellung ohne Erfolg fort. Der Kampf um Sie russische fsrmee. Bern, 27. April.„Petit Parisien" meldet aus Peters- bürg: Nachrichten, die aus dem Kohlenbecken des D o n e z eintreffen, sind weniger gut. Die Bergleute fordern eine große Lohnerhöhung, die in gewissen Fällen 100 Prozent erreichen soll. Ueber die Agitation in der Armee berichtet das gleiche Blatt, daß verschiedene Parteien die Armee für ihre Ideen zu gewinnen versuchen. Die Regierung übt einen Druck aufdieArmee aus, damit die Ordnung und die Disziplin gewahrt werden, während das Exekutivkomitee des Arbeiter- und Soldatenrats die Reorganisation in demokratischem Sinne betreibt, so daß die Haltung der Armee sich den von dem Arbeiter- und Soldatenrat ins Auge gefaßten Zielen und Wünschen nähert. Lenin und seine Freunde betrieben eine eifrige Werbetätigkeit bis in die Kasernen zugunsten des Kommunismus und des Friedens. Wie die Armee auf die verschiedenen Richtungen reagiere, wird weiter berichtet, könne man vorläufig aus der Haltung des Kongresses in Minsk schließen, aber der G e n e r a l k o n- greßderArmeen,deram8. MaiinPetersburg zusammentreten werde, könne erst Klarheit geben. Auf An- raten des Oberkommandos habe Gutschkow noch kürzlich 14 hohe Offiziere der Südwestarmee in den Ruhestand- ver- etzen müssen. Brussilow wünsche, daß die konstituierende Versammlung nach Moskau einberufen werde, die jedoch erst nach dem Kriege stattfinden solle, weil die Soldaten an den Wahlen teil- nehmen würden und der Wahlkamvf sehr rührig betrieben werden müsse, was während des Krieges schwierig sei. Die Ukraine will Selbsiregierung. Der Kiewer Berichterstatter des ukrainischen PreßburcauS in der Schweiz telegraphiert: Der ukrainische Nationalitätenkongreß, der soeben in Kiew tagt, hat beschlossen, sich als konstituierende Versammlung zu erklären, und eine Interims- rcgierung für die Ukraine zu wählen. Nach der Köngreßversammlung traten die Abgeordneten deS Soldaten- und Arbeiterrates mit den Kongreßleitern zusammen und beschlossen nach hitzigen Reden, die russische Re- gierung vorläufig' zu unter st ützen. Der Wunsch nach Griechenlanös Auflösung. Cent, 26. April..Maiin" meldet au« Athen: Die Lage Griechenlands ist niemals ernster gewesen. Es ist möglich, daß noch Ausschreitungen vorkommen werden, aber die A u fl ö s u n g wird die ganze verworrene griechische Frage regeln. Die Athener Regierung hat neue Beweise ihrer Unfähigkeit gegeben. Im Königs- palast verkehrt fortwährend Dusmanis, auch andere Generalstabs« offiziere mit Gunaris und PratoS werden häufig dort gesehen. In Athen sind irreguläre Banden, die mit den Albanern in der neutralen Zone Fühlung zu nehmen versuchen und zahlreiche Scharmützel mit den alliierten Truppen hatten. Ein Entente- general hat erklärt, man besitze Beweise, daß die Banden von Offizieren der regulären griechischen Arme« befehligt werden. Ueber 2S00 griechische Soldaten sind er« mächtig» worden, vom PeloponneS nach dem Festland auf 45 tägigen Urlaub zu gehen. Die Alliierten haben die sofortige Unterdrückung dieser Truppenbewegung gefordert. Daraufhin ist ein Dekret er- schienen, durch daS die Klasse 1914 mobilisiert wird. Der Krieg auf öen Meeren. Seefperre und Versenkungen. Der versenkte englische Schiffsraum. Kristiania, 27. April. Ein Londoner Soadertelegram« von „Aftenposten" meldet: Der versenkte englische Schiffs- räum ist in der letzten Woche fast doppelt so groß, wie in der vorigen und der größte seit Beginn des»nein- geschränkten Unterseebootkrieges, der daher jetzt eine größere Gefahr ür England zu werden droht wie je zuvor. Rotterdam, 26. April.„Nieuwe Rotterdnmsche Courant" meldet aus London: Lord Drvonport wies im Oberhause darauf hin, daß mit den Lebensmitteln mehr gespart werden müsse. Diese Warnung und die heute veröffentlichte Zahl der torpedierten Schiffe, die eine starke Steigerung ausweist, machten Eindruck. Hurd sagt im„Daily Telegraph": England habe für dringende Bcdürfniffe an Lebensmitteln und Rohstoffen ungefähr 1590 große Seeschiffe zur Verfügung. Davon seien seit dem 19. Februar 130 samt Ladung zerstört worden« Im Westen verloren die Gegner II Mugzeuge, davon 9 in Luftkämpfen und 2 Fesselballone. Leutnant Wolff blieb zum 21. Male Sieger im Luftkampf. Am 25. 4. wurden zwischen Barbar und Dojran-See von einem unserer Geschwader 2 englische Flugzeuge zum Absturz gebracht. Der Erste Generalguartiermrister. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, amtlich, 27. April abends. An der A r r a S- F r o n t hält in einzelnen Ab- schnitten das st a r k e Feuer an, ein erneuter eng- lischer Augriff an der Straße ArraS— Cam- brat ist verlu st reich gescheitert. Längs der A i S u e und in der Champagne wechselnd starker Artilleriekampf. Ter österreichische Bericht. Wien, 27. April 1917.(W. T. B.» Amtlich wird vcrlautbart: Bon keinem Kriegsschauplatz besondere Ereignisse zn melden. Ter Stellvertreter deS Chefs deS Generalstabes v. Hoefer, Fcldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Den unschädlichen Angriff eines feindlichen Luftschiffes auf die Umgebung Triests in der Nacht vom 25. auf 26. sofort bc- antwortend, belegten einige unserer Seeflugzeuge militärische Objekte von Ganziano und eine Batterie an der S d» b b a- Mündung mit Bomben und beobachteten mehrere Treffer und Brände. Alle Flugzeuge sind trotz heftigem Abwehrfeuer unbeschädigt eingerückt. Flottenkommando. Amsterdam, 27. April. Nach einer Reutermeldung ist der englische Dampfer K i l d a r e(3839 Br.-Reg.-To.) am 12. April bei Malta von einem Unterseeboot versenkt worden. Cadix, 27. April.(Meldung der Agence HavaS.j Der Dampfer T r i a n a traf hier ein mit der Leiche des Kockis und einem schwer- verletzten Matrosen. Der Dampfer wurde an der portugiesiicki en Küste von einem deutschen Unterseeboot aus Geichüyen beidbossen. Cadix, 26. April. Nach Meldungen auS Larrasch in Marokko sind dort die Schiffbrüchigen des englischen Dampfers P a t a« g o n i a angekommen, was bei der Bevölkerung, besonders bei den Arabern, größte Freude und Genugtuung über die Versenkung jenes Dampfers durch ein deutsches U-Boot hervorrief. Da die Ankunft der Ueberlebenden am Markttage erfolgte, ist die Nachricht gleich inS Innere des Landes gedrungen. Kopenhagen, 27. April.(Meldung don RitzauS Bureau.) Die in Kristiansand beheimatete Bark Metropolits (1811 To.), mit einer Ladung Oel von Philadelphia nach Havre unterwegs, ist am 24. April westlich der S c i l l y i n s e l n von einem deutschen Unterseeboot durch Bomben versenkt worden. Kopenhagen, 27. April. Nach einer Meldung von„BerlingSke Tidende" ist der norwegische Postdampfer Harald Haarfager, der gestern vormittag von Kopenhagen nach Kristiania mit Post und Reisenden an Bord abging, am 25. April am Skagerrak von einem deutseben KriegSschif aufgebracht und nach einem deutschen Hafen übergeführt worden. Eine neue Zreifrift für Sperrgebietsfahrten. Berlin, 26. April. Die dänische.Politiken' bringt am 14. April einen Aufsatz über die Verluste der dänischen Handelsflotte. Im Zusammenhange mit dieser Frage schreibt das Blatt:«Wenn d-« deutschen U-Boote dänische Schiffe versenken, die nach Dänemark unterwegs sind mit Waren, die schon lange in Amerika eingekauft waren und die nur schwer von England freizubekommen waren, so trifft uns Deutschland auf daß fühlbarste, ohne jedoch selbst den geringsten Vorteil für sich dadurch zu erreicken." In Erwiderung auf diesen Vorwurf wird von deutscher Seite die Schuld England zugewiesen: England war eS. das die dänischen Schiffe in seinen Häfen bei Beginn der Seesperre solange sestbielt, bis die von Deutschland gestellte Frist zu ungehindertem Auslauten verstrichen war. DaS Blatt möge sich also mit seinen Klagen an England wenden. Um ein übriges zu tun. hat Deutschland den neutralen Schiffen in englischen Häfen einen neuen Zeitpunkt zum ungehinderten Auslaufen und Passieren des Sperrgebiets gegeben, nämlich den 1. Mai d. I. Daß England den Neutralen diese Freifrist diesmal nicht hin- dern wird, geht aus folgender Meldung der Neederlandsch Tele- graaf Agentschap hervor: Das niederländisckie Ministerium de« Aeußern teilt mit, daß eine Anzahl niederländischer Schiffe mit Vieh- futter, Kunstdünger und Getreide, die jeyl noch m englischen Hüten liegen, am 1. Mai die Heimreise antreten werden. Die deutsche Re» gierung hat für die Uebersahrt, was die Gefabr von Zeiten der U-Boote betrifft, völlige Sicherheit garantiert. Die Schiffe müssen die Signalflagge führen und auf dem Schiffskörper und auf der Schiff-brücke mit verlikalen roten und weißen Streifen von 3 Meter Breite bemalt sein. Nach den aus England vorliegenden Nachrichten werden die Schiffe dort in die Lage versetzt werden, sich mit diesen Kennzeichen zu versehen, und eS wird alles getan werden, um die Abfahrt zur festgesetzten Zeit zu ermöglichen. Die Kämpfe an der Westfront. feindliche Kriegsberichte. Französischer Heeresbericht vom 26. April nach- mittags. Artilleriekampf mit Unterbrechungen auf den verschiede- nen Abschnitten. An den Ufern der Oise wurde eine deutsche Er- kundung, die sich unseren Gräben bei M o h zu nähern versuchte, leicht abgewiesen. Nördlich der AiSne erneuerte der Feind ver- geblich seine Anstrengungen, uns von der Hochfläche des Chemin des Dames zu vertreiben. Gestern abend setzte er nach heftiger Beschießung zweimal ohne jeden Erfolg auf einer Front von etwa 2 Kilometer westlich von C« r n y kräftige Angriffe an, die sich an unseren Linien mit sehr schweren Verlusten brachen. Ein anderer Angriffsversuch in der Gegend von Hurte bt se hatte ebensolchen Mißerfolg. In der Gegend von Juvincourt nahm unsere Ar- tillerie feindliche Arbeiter unter Feuer und zerstreute sie. In der Champagne bei La Pompelle, sowie gegen die Front von Navorin und Tahure versuchte der Feind mehrere Handstreiche, deren einziges Ergebnis war, daß wir Gefangene einbrachten. Vom 26. April abends. In Belgien lebhafte Tätigkeit beider Artillerien im Abschnitt von Westende. Südlich der A i l e t t e, in der Nähe von Vauxaillon, nahmen wir eine femd- liche Ansammlung unter Feuer und zerstreuten sie. Zwischen der Aisne und dem Chemin des Dames haben die Deusichen nach ihren gestrigen blutigen Mißerfolgen ihre Angriffe nicht er- neuert. In den Abschnitten von Cerny und Hurtebise fand ziemlich heftiger Artilleriekampf statt, ohne daß ihm irgendwelche Jnfanterietätigkeit folgte. Auf dem linken Maasufer wurde eine starke feindliche ErkundungSabteilung, welche unser« Linien im Wald von Avocourt anzugreifen«riuchte. durch Handgranaten abgewiesen. Auf dem übrigen Teil der psront zeit- weilig unterbrochene Artillerietätigkeit. Englischer Heeresbericht vom 2& April nachmittags. In den ersten Nachtstunden versuchte der Feind wieder, unsere neuen Stellungen in der Gegend von Gavrelle anzugreifen. Seine vorgehenden Truppen wurden vom Sperrfeuer unserer Ar- tillerie gefaßt und vollständig abgeschlagen. Ueberall sonst nichts Besonderes. Vom 26. April abends. Eine feindliche Streifabteilung, die einen Vorstoß gegen eine unserer Sprengtrichterwachen südöstlich von V p e r n versuchte, wurde mit Verlusten zurückgetrieben.'Die beiderseitige Artillerie war zwischen St. Q u e n t i n und A r r a s und nahe bei D p e r n tätig. Zwischen Varüa unü Dojransee. Sofia, 27. April. Amtlicher Bericht vom 26. April. M a z e- do nische Front. Ter Kampf zwischen dem Vardar und dem Dojran-See endete mit einem vollkommenen Fehl schlag des Feindes. Den ganzen Tag über lag unsere vorgeschobene Stellung bei Dojran unter heftigem Geschützfeuer. Kurz vor Mitternacht griffen die Engländer ohne Artillerievorbereitung mit beträchtlichen Kräften im Abschnitt zwischen dem See und dem Dorf D o l d z e l i an. Sie wurden überall blutig zurückgeschlagen, sowohl durch Sperrfeuer wie an einzelnen Stellen durch Bomben, Gewehr- und Maschinengewehrfeuer, nachdem sie schwer« Verluste «litten hatten. Der Feind zog sich in seine alten Stellungen zurück. Unsere Truppen halten sich überall fest in ihren Stellungen, nur an einem vorgeschobenen Punkt am Dorfe Doldzeli wird noch lebhaft gekämpft. Französischer Orientbericht vom 25. April. In der Nacht vom M. zum 25. April griffen englische Truppen westlich des Dojransees an, bemächtigten sich der feindlichen Gräben in einer Länge von KXX) Metern nördlich der Linie Krsatelli— Doldzeli und setzten sich dort fest, nachdem sie vier Gegenangriffe zurück- geschlagen und dem Feind blutige Verluste zugefügt hatten. An der Cerna wurden feindliche Erkundungsabteilungen abgewiesen. Lebhafter Artilleriekampf an der Front Cerna— Monastir. Ein feindlicher Flugapparat stürzte in der Gegend von Dojran in Flammen gehüllt ab._ Kleine Kriegsnachrichten. Tie Unruhen in Stockholm.„Politiken" meldet aus Stockholm: Die Stadt war gestern der Schauplatz förmlicher Straßen- kämpfe zwischen der Polizei und einer Anzahl unruhiger Ele- mente. Tie Unruhen dauerten von Ä Uhr abends bis Mitternacht. Der Straßenbahnverkchr mutzte eingestellt werden. Die Polizei versuchte lange, die Menge zu beruhigen und zum Auseinander- gehen zu betragen, jedoch erfolglos. Zuletzt wurde ein Polizei- beamter von einem Stein getroffen, was die Veranlassung zum Zu- sammcnstotz wurde. Die Polizei erhielt Verstärkungen und ver- suchte, die Strassen zu räumen, mutzte aber ihren Angriff gegen die Volksmenge wiederholen, bis diese schließlich zerstreut und die Ruhe wiederhergestellt wurde. Mehrere Personen wurden durch Säbelhiebe schwer verletzt. Kopenhagen, 27. April.„Politiken" meldet aus Malmö: AuS verschiedenen Städten Südschwedens sind Meldungen über Kundgebungen eingetroffen. Diese verliefen in ruhiger Weise, nur in Karlskrona kam es zu Unruhen. Gegen acht Uhr abends erschien eine größere Anzahl Marinesoldaten auf dem großen Markt, wo Admiral Lagercrantz eine Ansprache an sie hielt und eine Abordnung der Demonstranten aufforderte, ihr« Forde- rungen vorzubringen und ruhig zurückzukehren. Allmählich ver- schwanden die Marinesoldaten aus der Menge, die später unter Schreien und Rufen durch die Straßen zog. Gegen elf Uhr abends stellten Feuerwehr und Polizei gemeinsam die Ruhe wieder her. Ter Soldatenkongrctz in Minsk hat beschlossen, daß die Offi- ziere von Armeekomitees ernannt werden sollen. — Tie ersten vier Frauen sind in Rußland zum R i ch t e r a m t zugelassen worden. Für Chinas Teilnahme am Kriege. Reuter meldet aus Peking: Eine Konferenz der Militärgouverneure der Pro- v i n z e n, die unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten abgehalten wurde, erklärte sich einstimmig für Chinas Teilnahme am Krieg«. Tie überwiegende Mehrheit des Parlaments ist für eine Intervention. Ter Präsident ist noch unentschlossen. politische Uebersicht. Abgeordnetenhaus. Tie Freitagsitzung des Abgeordnetenhauses nahm trotz der umfangreichen Tagesordnung nur wenig Zeit in An- spruch. Eine Petition des Reichsverbandes deutscher Städte um Aufhebung des Gemeinde st euervorrechts der Beamten, Geistlichen und Lehrer wurde der Regierung als Material überwiesen, einige kleinere Vorlagen erledigte das Haus ohne Kommissionsberatung, und den fortschrittlichen Antrag betr. Schlichtungsstellen und Ange- stelltenausschüsseimSinnedesHilfsdienst. g e s e tz e s(Schaffung solcher Einrichtungen auch im Bereich der Eisenbahnverwaltung) überwies es der verstärkten Staats- haushaltskommission. Der einzige Gegenstand, der zu grund- sätzlichen Erörterungen hätte Anlaß geben können, der von konservativer, freikonservativer und Zentrumsseite gestellte Antrag betr. die Zuständigkeit des Reichs und der Bundes- staaten in Steuersachcn wurde vertagt. Vor Beginn der Sitzung war der Aeltestenausschuß ver- sammelt, um zu der Geschäftslage Stellung zu nehmen. Es entspann sich eine längere Debatte über die Frage, ob das F i d e i k o m m i ß g e s e tz bis zum Herbst vertagt oder schon in der nächsten Woche erledigt werden solle. Für die Ver- tagung sprach sich aus inner- und außerpolitischen Gründen der Vertreter der Fortschrittlichen Volkspartei aus, während die Vertreter der beiden konservativen Parteien und des Zentrums die sofortige Verabschiedung wünschten. Die Be- schlußfassung soll erst erfolgen, nachdem die Fraktionen dazu Stellung genommen haben. Die Nationalliberalen als Heinde deS Reichstag». Wahlrechts. Die nationallibersle Parteileitung hat der„Voss. Ztg." ein« Richtigstellung zugesandt, welche den Angaben einer Berliner Zeitung über angebliche Beschlüsse der nationalliberalen Land- tagSfraktion entgegentritt. Diese Richtigstellung lautet: Der sog. rechte Flügel hat keine Stellungnahme gegen die Reformströmungen in der Osterbotschaft verlangt, folglich kann auch von einer Isolierung der sog. Gruppe Hirsch mit acht Stimmen keine Rede sein. Unrichtig ist weiter, daß die Mehrheit beschlossen habe, mit der fortschritt- lichen Volk-partci zum Zwecke der Verständigung i n F ü h l u n g zu treten. Vielmehr ist der Fraktionsvorsitzenoe allgemein er- mächtigt worden, Fühlung zu nehmen oder Vorschläge entgegen- zunehmen, wie er es für zweckmäßig erachtet. Eine Basis für die Verständigung mit der fortschrittlichen Volkspartei sei nicht vorhanden, nachdem sich diese für Einführung drS Reichstags- Wahlrechts in Preußen ausgesprochen hat. Die„Voss. Ztg." bemerkt hierzu kurz:„Wir bedauern diese Erklärung." Uns wundert sie nicht. Nntertöne. In den Entrüstungsartikeln der rechtsstehenden Presse zu den Ausständen in der Munitionsindustrie kann man bei genauem Lesen Untertöne finden, die nicht allein auf Vater- ländische Besorgnis zurückzuführen sind. Während des ganzen Krieges hat es ja gewissen reaktionären Kreisen schwere Be- sorgnisse bereitet, daß großen Teilen der Bevölkerung, de'en wirtschaftliche Interessen sie durchaus nicht zu Gegnern der Sozialdemokratie stempeln, die aber bisher stets im Kampfe gegen die Sozialdemokratie den Ausschlag gegeben haben (Privatangestellte, Beamte, Intellektuelle, Handwerker, Kleingewerbetreibende usf.), durch die feste Stellung der Soziul- demokratie zur Landesverteidigung die überlieferte R o i- scheu genommen worden ist. An Versuchen, die alte Stil> mung neu zu beleben, hat es während dir ganzen Zeck nicht gefehlt: Man hat von rechts her mit Eifer darauf hinge- wiesen, daß die Sozialdemokratie an ihrem demokratischen und sozialistischen Programm unverbrüchlich festhält, man hat die Friedensbestrebungen der Partei zu verdächtigen gesucht: aber alle diese Mittelchen blieben völlig wirkungslos anqc- sichts der ehernen Tatsache, daß Millionen Sozialdemokncken mit voller Ueberzeugung ihr Leben für die Verteidigung des Landes in die Schanze schlagen. Jetzt aber soll der Streik in der Rüstungs- i n d u st r i e endlich den ersehnten Vorwand bieten, die Ar- beiterschaft wieder in die alte Ausnahmestellung zurllckzu- drängen. Als Symptom konnte es schon gelten, wenn un- längst die„Kreuzzeitung" unter Hinweis auf die vergangenen Ereignisse gegen die Aufhebung des 8 153 der Gewerbcord- nung agitierte. Viel deutlicher aber wird noch die„Ger- mania". ein Hauptblatt des Zentrums, das in seiner Freitag. abendausgabe folgendes schreibt: Mon darf wohl sagen, der 1. Mai bringt für Deutschland die Schicksalsstunde der Demokratie. Erweist sie sich nicht als fähig, in so entscheidungsschwerer Zeit die dringenden Notwendig- ketten des Vaterlandes sicher zu stellen, dann wird sie nimmer- mehr einen berechtigten Anspruch daraus erheben können, in wachsendem Maße an der Gestaltung unserer Zukunft mitzu- wirken. Hier wird schon ziemlich deutlich gefordert, die Tätigkeit einiger unverantwortlicher Agitatoren, die in bewußtem Gegensatz zu den maßgebenden Organisationen der Arbeiter- schaft handeln, als Vorwand zu nehmen, um mit der Neu- orientierung Schluß zu machen und der Arbeiterschaft wie vor dem Kriege eine Ausnahmestellung im Staate zuzuweisen. DaS Verlangen ist durchsichtig, und es kann nicht energisch genug dagegen protestiert werden, unter so plumpem Vor- wände die durch den Krieg abgetane Hetze geaen die„Vater- landslosen Gesellen", deren Blutopfer in Wirklichkeit das Vaterland gerettet hat, wieder aufleben zu lassen. Die Ar- beiterschaft aber soll sich derartige Stimmen als Warnung dafür dienen lassen, daß jeder einzelne, welcher der unverant- wortlichen Agitation der anonymen Flugblätter Folge leistet, letztenEndesden Gegnern der Arbeiterklasse einen inner- politischen Dienst leistet._ Daumen aus de» Beutel! Die Praxis der. National st iktung�. Die vor einiger Zeit ins Leben gerufene.Nalionalstiftung' hat den Zweck, mit ihren reichen Mitteln dort helfend ein. zugreifen, wo dem Reiche die Möglichkeit fehlt, ausreichend zu unterstützen. Um die.Nationalstiftung' besonders leistungsfähig zu machen, ist dem Reichstage ein Spezialgesetz zugegangen. da» der Erledigung harrt. Von der Tängkeit dieser Stiftung hat man bisher wenig gehört. Bei den Ver- Handlungen im Hauptausschutz des Reichstages empfahl nun Abg, GieSbertS. zum Zwecke reichlicher Unterstützungen die Mittel der. National st iftung' in Anspruch zu nehmen. Die Antwort des Generals v. Langermann wirkte ziemlich verblüffend. Sie Uetz nämlich erkennen, daß die.Nationalstiftung' zwar über grotze Mittel ver- iügt, aber nichts herausgibt. Die Hoffnung auf eine tatkräftige Hilfe von dieser Seite hat also stark entiäuscht. Diese Mitteilungen riefen natürlich erhebliches Auf- sehen hervor, und eS wird notwendig sein, diese Angelegenheit im Plenum deS Reichstages zu erörtern, schon um dafür zu sorgen, datz dem Reichstag das Recht eingeräumt wird, über die Verwendung der Gelder mitzubestimmen. Die Sozial- demolraten haben auch bereit» darauf abzielende Anträge gestellt._ Ein politisch gebildeter Mann. In einer nationalen alldeutschen Korrespondenz richtet Herr Admiral z. D. von Thomken eine Anzahl von Fragen an die Sozialdemokratie. Wir müssen es aber ablehnen, uns mit Herrn von Thomsen auf eine Diskussion einzulassen, da dieser Herr eine geradezu staunenswerte Unkenntnis der ein- fach st en politischen Dinge verrät, z. B. an zwei Stellen seines Artikels ganz ernsthaft behauptet, datz im französischen Parlament die Sozialdemokratie die Mehrheit be- sitze.(In Wirklichkeit hat die französische Sozialdemokratie noch nicht ein Fünftel der gesamten Kammersitze inne, im Senat liegt das Verhältnis noch weit ungünstiger I) Wir können eS nicht als unsere Aufgabe ansehen. Herrn Thomsen politischen Elementar- Unterricht zu erteilen, und empfehlen ihm dringend, sich zunächst einmal das Matz tatsächlicher politischer Kenntnisse anzueignen, das heute eigentlich überhaupt keinem Staatsbürger fehlen sollte, am allerwenigsten aber dem Mann, der sich berufen fühlt, seine Mit- menschen durch Wort und Schrift zu belehren. Ein Aufruf und seine Kritik. Nachdem der Aufruf des Generals Gröner im HauptauSschutz deS Reichstags seine kritische Würdigung gefunden hat, nehmen wir keinen Anstand, ihn nachträglich noch zu regiftriersn. Er lautet: An die RüstungSarbeitnr! Im Westen bei Arras, an der Aisne und in der Champagne stehen unsere feldgrauen Brüder in der schwersten und blutigsten Schlacht der Weliaeschühte. Unser Heer braucht Waffen und Munition! Habt Ihr nicht Hindcnburgs Brief gelesen?„Eine unsühnbare Schuld nimmt derjenige auf sich, der in der Heimat feiert, statt zu arbeiten. Für Eure Schuld müßten unsere Feld- grauen bluten!" Wer wagt es, dem Rufe Hindenburgs zu trotzen? Ein Hundsfott, wer streikt, so lange unsere Heere vor dem Feinde stehen! Hiermit ordne ich an, datz unver- züglich in den Rüstungsbetrieben aller Art hochgesinnte Arbeiter, mutige Männer und Frauen sich zusammentun und ihre Käme- raden aufklären, was die Not der Zeit und die Zukunft des Vater- landes von uns allen fordert: Arbeit und wiederum Arbeit bis zum glücklichen Ende des Krieges. Diese mutigen Arbeiter sollen rücksichtslos gegen alle diejenigen vorgehen, die hetzen und aufreizen, um dem Heeve die Waffen und die Munition zu entziehen. Leset Hindenburgs Brief immer wieder und Ihr werdet erkennen, wo unsere schlimmsten Feinds stecken. Nicht draußen bei ArraS, an de? AiSi««nd in der Champagne— mit diesen werden Eure feldgrauen Söhne und Brüder fertig. Nicht drüben in London! Mit diesen werden unsere Blaujacken auf den Unterseebooten gründliche Abrechnung halten. Die schlimmsten Feinde stecken mitten unter uns— das sind die Kleinmütigen und die noch viel schlimmeren, die zum Streik hetzen. Diese müssen gebrandmarkt werden vor dem ganzen' Volke, diese Verräter am Vaterlande und am Heere. Ein Feigling, wer auf Ihre Worte hört. Leset im Reichsstrafgesetzbuch, was ß 89 über den Landesverrat sagt. Wer wagt es, nicht zu ar- beiten, wenn Hindcnburg es befiehlt? Der Brief Hindenburgs und dieser Aufruf sind in allen Nüstungsbetrieben so anzuschlagen, datz jeder Arbeiter tagtäglich sie vor Augen hat als dauernde Mahnung zur Usberwindung des Kleinmuts, zur Er- füllung der Pflichten gegen unser geliebtes deutsches Vaterland. Wir sind nicht weit vom Ziel. Es geht ums Dasein unseres Volkes. Glückauf zur Arbeit! Berlin, im April 1917. Der Chef des Kriegsamts. Groener, Generalleutnant. An diesem Aufruf haben unsere Genossen Wels, Hoch und Bauer im Hauptausschutz Kritik geübt. Wir verweisen auf den Bericht. Er zeigt indirekt auch den Grund auf, warum wir von einem Abdruck zunächst A b st a n d nahmen. Rufe aus dem Schützengraben. Von der Front gehen uns jetzt täglich mit der Bitte um Abdruck zahlreiche Briefe von Parteigenossen zu. die an die Arbeiterschaft daheim die dringende Bitte richten, sie nicht im Stich zu lassen. Da der Abdruck dieser Briefe Seiten auf Seiten verschlingen würde, müssen wir leider allgemein auf ihn verzichten. Feststellen wollen wir, daß in all diesen Briefen, die zum Teil in den allcrschärssten Aus- drücken gehalten sind, derselbe Gedankengang wiederkehrt: Wir sind nicht zu unserem Vergnügen hier draußen und können nicht fortgehen, wenn es uns beliebt. Euer Los ist mit dem unseren nicht' zu vergleichen. Ihr habt es immer noch hundertmal besser als wir. Ihr dürft also Euer Be- streben. Eure Lage zu verbessern, nicht so weit treiben, daß Ihr die unsere verschlechtert. Ihr könnt noch weniger durch Befolgung törichter Ratschläge etwas zu unseren Gunsten tun. Ihr könntet dadurch höchstens unseren Unter- gang herbeiführen. Die so schreiben, sind alle Parteigenossen und Arbeiter.. Ihre Erbitterung zeigt, daß die Agitation der Unverantwort- lichen die Arbeiterbewegung nur noch tiefer zu zerreißen droht. Jahrelang ist uns gesagt worden:„Wenn die aus dem Schützengraben heimkommen, werden sie es euch schon zeigen!" Die Briefe, die wir jetzt täglich erhalten, lassen vermuten, daß sich die Stimmung der Heimkehrenden gegen ganz andere Leute kehren wird als gegen diejenigen, die das Gebot der Solidarität zwischen denen draußen und denen daheim immer gepredigt haben. Gleiche Ursachen, gleiche Wirkung. Ihrer Gewohnheit getreu, drei Zeilen des„Vorwärts" mit einem ausgewachsenen Arftkel zu beantworten, polemisiert die „Deutsche Tageszeitung" ausführlich gegen unsere Bemerkung, datz die Annexionspolitiker sich wohlweislich hüteten, das Mehr an Blutopfetn, Volkskraft und Volksvermögen zu illustrieren, welches die Erreichung ihrer Ziele verschlingen würde, falls diese über- hcmpt zu erreichen sind.— Nach Ansicht der„Deutschen Tages- zeitung" wirkt gerade die Bereitschaft zu einem für beide Teile ehrenvollen Frieden iriegsver- l ä n g e r n d, weil sie„die Hoffnung unser« Feinde auf baldige Zermürbung d« deutschen Widerstandskraft schwächt". Ist uns neu. In Deutschland haben gerade die wilden Er- oberungSziele unserer Gegner, so oft sie bekannt wurden, stets dazu beigetragen, die Entschlossenheit unseres Widerstandes zu stärken. Nach einem altbekannten Naturgesetz aber haben gleiche Ursachen gleiche Wirkung. Anfragen im Reichstage. Abg. Hoch(Soz.) hat im Reichstage eine Anfrage eingebracht, die sich auf die Beibehaltung des Siebenuhr-LadenschlusseS bezieht. Eine Anfrage des Abg. D a v i d s o h n(Scy.) betrifft den Wucher mit Möbeln. Die Bremische Verfassungsänderung. Mit der NiedNsetzung einer Deputation, die eine Revision der bremischen Berfas- sung vornehmen soll, ist der Senat e i n v e r st a n d e n.— In der Sitzung am 2. Mai wird sich die Bürgerschaft mit dem Antrag Hormann und dem Zusatzantvag der sozialdemokratischen Fraktion sowie mit den Steuergesetzen beschäftigen. Keine Entschuldigung gilt! Der preußische Staatskommissar für Volksernährung Michaelis hat zur Beschaffung des für er- höhte Fleischration erforderlichen Viehes einen Erlaß an die zu- stehenden Behörden gerichtet, worin es heißt:„Jeder Kommunal- verband ist zur Aufbringung der ihm auferlegten Menge unbe- dingt verpflichtet. Ich werde keine Entschuldi- gung gelten lassen."— Das gleiche denkt die städtische Be- völkerung. Letzte Nachrichten. Die russische Bauernmasse in Bewegung. Bern, 27. April. Der Petersburger Berichterstatter deS „TempS" meldet, eine Gefahr für Rutzland liege augenblicklich nicht in den Treibereien Lenins und der Sozialisten» sondern in U e b e r- raschungen, die die Masse der Bauern bereiten könne. Diese sei augenblicklich vollkommen im Banne der Frage der Aufteilung der Ländereien und zeige sich sogar in einigen Provinzen entschlossen, sie unverzüglich durchzu- führen. Die Agrarunruhen, die in einigen Gouvernements ausgebrochen sind, nehmen immer«»steten Charakter an, weil die Grundbesitzer angesichts der Möglichkeit der kommenden Enteig- nung ihrer Güter sich weigern, die Aussaat vornehmen zu lassen. Der Provinzialkongreß der Bauern in Penza hat die Sozialisierung der Ländereien beschlossen. Infolgedessen sind die Regierungskommissare heimgeschickt worden. Ehrenmänner. Stockholm, 27. April. Die Untersuchung der Akten der Geheim- Polizei ergab, datz 5 Personen, die sich als Anarchisten, 51, die sich als Sozialisten, 35, die sich als Sozial-Revolutionäre, 4, die sich als Kadetten bezeichneten und zwei Juden im Dienste der Ochrana standen. Auch in Moskau fand man in dem Verzeichnis der Agenten der Ochrana die Namen einer größeren Anzahl von Arbeitern, die noch in den letzten Wochen als Sozialisten und Revo- lutionäre aufgetreten waren, sowie einiger Miiarbciter liberaler Tageszeitungen. Gewerkschaftsbewegung Berlin und Umgegend. Der Zentralverband der Schuhmacher hielt am Mittwoch eine Generalversammlung ab. Den Geschäftsbericht über das erste Quartal erstattete Hamacher. Verschiedene Differenzen wegen Zahlung der Teuerungszulage in der Schuhindustrie wurden erledigt. Eine Differenz in einem Betriebe habe mehr prinzipielle Bedeutung gehabt. Es handelte sich um den Versuch der Firma Sänger u. Stockwald, bei Einführung des freien Sonnabendnachmittags die Arbeitszeit an den anderen Wochentagen zu verlängern, und zwar von 9 Stunden auf 9½ Stunden. Die Firma habe in einem Teil des Betriebes für die anderen Wochentage die Arbeitszeit auf 9 Stunden festgesetzt. In einem anderen Teil des Betriebes haben diese Regelung die organisierten Arbeiter abgelehnt, so daß dort 9 Stunden weiter gearbeitet wurde; auf diese Weise war der Arbeitsschluß im Betriebe ein verschiedener. Der Verband stehe auf dem auf Verbandstagen festgelegten prinzipiellen Standpunkt, daß auf keinen Fall die tägliche Arbeitszeit über 9 Stunden hinaus ausgedehnt werden dürfe wegen Einführung des freien Sonnabendnachmittags. Bei dieser Einführung fönnte es sich nur um eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit handeln, die in Berlin 53 Stunden betrage. Deshalb sei die Organisation im vor liegenden Falle eingeschritten. Die Firma habe denn auch im Gesamtbetriebe für die ersten fünf Wochentage die neunstündige Arbeitszeit wieder eingeführt, die wöchentliche Arbeitszeit 53 Stunden aber nicht verkürzt, also den freien Sonnabendnachvon mittag wieder abgeschafft. Interessanten Vortrag, in dem er speziell die Arbeitsvermittlung Tammer fol( natürlich zur Weiterbildung der 5 Bahin der städtischen Arbeiter, die bisher bei den bestehenden Einrichtungen noch ganz unerfahrenen Käufer und Käuferinnen) mit der Herauss sehr im argen gelegen habe, besprach. Es werde notwendig sein, gabe sogenannter Merkblätter die Abhaitung von Käuferkursen, in die Verhältnisse in der allgemeinen Abteilung, wozu die Vermitte- denen die wichtigsten volkswirtschaftlichen Kenntnisse, Warenkunde lung der städtischen Arbeiter gehöre, auf eine andere Höhe und Einführung in die häusliche Buchführung gelehrt werden, verzu bringen. Es werde die Arbeitsvermittlung für die mitteln. Gegen richtig Rechnen zu lernen, wird fein vernünftig ft ä d tischen Arbeiter am besten genau so als Facharbeits- denkender Mensch etwas einzuwenden haben. Aber fünftig sehen nachweis einzurichten sein, wie die der anderen Berufe, unter wir das Dienstmädchen in den Laden treten, mit sichtlicher FachBildung eines Kuratoriums, bestehend aus Vertretern der Stadt tennermiene 4 Pfund Limburger Käse zum Tages- Loko- Preis verBerlin und aus Vertretern der organisierten Gemeindearbeiter. Langend. Die Polizei im Laden!" Er nehme an, daß die Ortsverwaltung alles tun werde, den organi- Wir begreifen den Spott, hinter dem sich die Furcht verkriecht. satorischen Einfluß zu gewinnen, um zu erreichen, was andere Manchem Händler würde es allerdings schon lange sehr schlecht erOrganisationen auf dem Gebiete des paritätischen Arbeitsnach gangen sein, wenn überall das Maß von Fachkenntnis zum weises erreicht haben. Die Versammelten gaben durch ihren Bei- rationellen Einkauf vorhanden wäre. Dann wären die schönen Tage fall ihr Einverständnis mit diesen Richtlinien zu erkennen und der Lockartikel, der Zugaben und anderer Künste des händlerischen der Vorsitzende Müntner bestätigte, daß natürlich die Ortsver- Gimpelfangs vorüber. Darum wettert man aus Leibeskräften gegen waltung Anlaß nehmen werde, in der angedeuteten Richtung das den Gedanken, dem Verbraucher eine geießliche Interessenvertretung Interesse der Kollegen zu wahren. zu schaffen, und verlästert ihn als einen Versuch, den braven Händlern Unrecht zuzufügen: Ueber die Gestaltung der neueren Teuerungszulagen gab darauf Müntner eine Uebersicht. Wir haben darüber schon berichtet, soweit es sich um die Betriebe der Gaswerke, der Kanalisationswerke, der Markthallen und der Straßenreinigung handelt. „ Man will ihm die notwendigste aller Freiheiten, die Bes wegungsfreiheit fünftig nur noch mit Hindernissen geben. Man will dem Handel die Bürgerpolizei an die Ferien knoten, den Freiheitsweg mit Konfumgesellschaften befäen. Weil es so den Kriegszentralisierungs- Wütenden gefällt." Bei der Verwaltung der englischen Gaswerke waren Lohnforderungen gestellt worden, die zu einer Vereinbarung vor Troß dieses Angstgeschreis versichert der Verfasser, der Handel dem Kriegsausschuß führten. Die Angestellten, Handwerker und könne dem allen ruhig entgegensehen, wenn er zum- genossenArbeiter sollen in der gleichen Weise entlohnt werden, wie bei den schaftlichen Zusammenschluß schreite. Dann brauche er feinerlei Gaswerken der Stadt Berlin. Beihilfen für die alten Veteranen Konsumentenparagraphen zu fürchten." Die Aussicht auf limburgerAussicht. Die Höhe steht noch nicht fest. der städtischen Arbeiter, die ein Ruhegehalt beziehen, stehen in tässachverständige Zukunftsdienstmädchen richtet offenbar arge VerIn der Urlaub 3= heerungen in gewissen Köpfen an. frage hat der Magistrat zugestanden, daß im Etatsjahr 1917 von einer Beschränkung des im Frieden geltenden Urlaubs abgeiehen werden soll, sofern nicht die Arbeitsverhältnisse dem entgegenDer ans der Rippe geschaffene Daumen. stehen. Die Arbeiter der Gas- Revierinspektion hatten Im Eriaz von Gliedmaßen ist in diesem Kriege schon Hervor die Einführung des Achtstundentages beantragt. Die Verhand- ragendes geleistet worden. Neben der Schaffung von Prothesen er fungen mit der Direktion führten noch zu feinem Resultat, wohl obert dabei die künstliche Schöpfung natürlicher Ersatzglieder durch aber ist das Verständnis für die Einführung der achtstündigen Ar- chirurgische Eingriffe immer weitere Gebiete. Eines der glänzendſten beitszeit bei der Direktion gefördert worden, was gleichsam als Resultate auf dem Gebiete des Fingererſages erzielte der Ingols halber Erfolg gebucht werden kann. stadter Chirurg Dr. Neuhäuser an einem Metallarbeiter, der im Felde den Daumen der rechten Hand verlor. Zwar hatte schon vor zwei Jahrzehnten der italienische Arzt Dr. Nifaladoni einen Zehen als Daumenerfaz verwandt, doch glaubte Dr. Neuhäuser das Ziel auch ohne Amputation eines ganzen Gliedes erreichen zu können. Er verpflanzte ein Rippenstück des Patienten in eine Falte der Bauchbaut und vereinigte beides mit dem Daumenstumpf. Schon nach einer Woche war der dem Kriegsverletzten neu erſtandene Daumen gut angeheilt, und nach einem Vierteljahr konnte der Patient mit dem neuen Gliede bereits kräftig zufassen. Wie der Chirurg berichtet, ist der Arbeiter jegt, nachdem die Operation ein halbes Jahr zurückliegt, in der Lage, den Daumen vollwertig benutzen zu fönnen. In seiner Stellung und seinen Bewegungen zu den anderen Fingern unterscheidet er sich in nichts von einem" echten" Daumen. ( z) Hamacher behandelte im Anschluß an den Geschäftsbericht noch zwei für die Arbeiter der Schuhindustrie wichtige Angelegenheiten. Die eine betraf die nachträgliche Auszahlung eines weitern Sechſtels der Zuschüsse, die während der Dauer der verkürzten Arbeitszeit im verflossenen Jahre zu zahlen waren. Die Fabrikanten waren damals von der Lederkontrollstelle verpflichtet worden, zwei Sechſtel der von der Lederkontrollſtelle festgelegten und durch die Fabrikanten zur Auszahlung gelangten Zuschüsse selber zu tragen. Da Reich und Staat die Erstattung von fünf Sechsteln übernommen haben, so kommen angesichts jener Verpflichtung der Fabrikanten zur eigenen Leiſtung von zwei Sechſteln insgesamt sieben Sechstel heraus, so daß die Fabrikanten noch zur Nachzahlung eines Sechstels an die in Frage kommenden Arbeiter verpflichtet sind, um die Bedingungen der Lederkontrollstelle zu erfüllen. Die Auszahlung des sogenannten siebenten Sedyſtels ist bisher von den Fabrikanten noch nicht erfolgt. Hamacher regte an, daß die Arbeiterausschüsse zusammentreten und von den Fabrifanten die Auszahlung verlangen sollen. Falls die Auszahlung nicht bald erfolgt, wird beim Ueberwachungsausschuß der Schuh- Monat. industrie Beschwerde erhoben werden. Die Beschränkung und Zusammenlegung der Schuhwarenfabriken betraf die andere von Hamacher erörterte Angelegenheit. Hamacher legte die inzwischen ergangenen gesetzlichen Bestimmungen dar und hob dann die Vorschriften herbor, welche die Gestaltung der Arbeitsverhältnisse betreffen. Unter anderem ist vorgeschrieben: Die weiter arbeitenden Betriebe, also die nach der Beschränkung und Zusammenlegung verbleibenden Betriebe, haben bei Einstellung weiterer Arbeitskräfte in erster Linie die in den stillgelegten Betrieben des fraglichen Bezirks beschäftigt gewesenen Personen zu übernehmen. Die wöchentliche Arbeitszeit darf bis zum Erlaß anderer Bestimmungen im ganzen Reiche 54 Stunden nicht überschreiten, was für zurückgebliebene Orte und selbst für Zentren der Schuhwarenindustrie, wie Pirmasens, von Wichtigkeit ist, da dort noch 57 und 59 Stunden die Woche gearbeitet wird. Die von der Lederkontrollstelle bestimmten Lohnzuschüsse für eingeschränkte Arbeitszeit sind solange weiter zu zahlen, bis auch weiterhin die Arbetszeit gegenüber der normalen eingeschränkt werden muß. Ge folgte eine furze Diskussion, namentlich über berufliche Angelegenheiten. Die Arbeitsverhältnisse der Metalldreher. Aus dem Jahresbericht, den der Obmann der Metalldreher am Donnerstag in der Branchenversammlung erstattete, geht hervor, zeiten Armaturen und Beleuchtungsgegenstände herstellt, jetzt zum In der Diskussion wurde bedauert, daß die Arbeiter bei der Parkverwaltung, auf den Friedhöfen, den Stein pläßen, den Rieselfeldern bei der Teuerungszulage bisher leer ausgegangen seien. Ein Redner regte an, die Organisation möge dahin wirken, daß den städtischen Arbeitern der Urlaub nicht erst nach dreijähriger Tätigkeitsdauer, sondern schon nach enem halben Jahr gewährt werde, wie dem Bureaupersonal. Die Versammlung bewilligte schließlich noch den Angestellten der Ortsverwaltung eine Teuerungszulage von 20 M. für den Industrie und Handel. Die holländische Ausfuhrzentrale. Haag, 26. April. Die erste Kammer hat beschlossen, daß für die Errichtung einer Ausfuhrzentrale ein besonderes Gesetz not wendig ist. Die 80- Millionenvorlage zur Verteilung billiger Lebensmittel unter die Bevölkerung wurde angenommen. Soziales. Händlerpresse und Konsumenteninteressen. fönnen. Aus träge an Staatliche Arbeitslosenunterstützung in der Schweiz. In der Schweiz haben bis jetzt nur 6 von 25 Kantonen und verschiedene Stadtgemeinden Beiträge an die gewerkschaftliche Arbeitslosenunterſtüßung geleistet; die Kantone Genf und Baselstadt ganz nach dem Genter System, die andern vier Kantone und die Der Landwirtschaftsminister erklärte über die zu gründende verschiedenen Gemeinden nur zum Teil. Der Bund drückte sich Ausfuhrzentrale, man wolle damit nicht den Staat zu einem Unter- bisher vollständig von einer solchen Beitragsleistung, obwohl sie nehmen machen, das auf Kriegsgewinne ausgeht. Die Ausfuhr wiederholt von der Arbeiterschaft und ihren Vertretern in der zentrale werde sich mit ausländischen, inländischen und indischen Bundesversammlung gefordert worden ist. Vor Jahren wurde sie Erzeugnissen und vielleicht auch mit der Schiffahrt befassen, auch in einem vom Bundesrat selbst verlangten Gutachten des Zahlungsschwierigkeiten im Verkehr mit dem Ausland beheben und bürgerlichen Demokraten Dr. Hoffmann in Frauenfeld empfohlen, dafür sorgen, daß Rohmaterialien ins Land kommen, daß die Lasten und zwar nach dem Genter System, aber ebenfalls abgelehnt. Nur gleichmäßig auf die Produzenten verteilt werden und daß die in- zur finanziellen Unterstützung der kommunalen Arbeitsnachweise ließ ländische Lebensmittelversorgung bei entsprechenden Preisen ver- sich damals der Bund herbei, diese seitdem mit jährlich 40 000 Fr. bessert wird. Nur die Ausfuhrzentrale werde Ausfuhrbewilligungen bis 50 000 Fr. zu unterſtüßen. Jezt endlich will nun auch der erteilen können. Bund an die gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstützung etwas beisteuern, und zwar aus dem Ertrag der Kriegsgewinnsteuer, welcher Gedanke durchaus nicht übel ist. Von den Kriegsgewinnen wird eine Steuer bis zu 25 Proz. erhoben, und zwar schon für das Jahr 1915. Von der Kriegsgewinnsteuer aus diesem Jahre werden daß der hier in Frage kommende Industriezweig, der in Friedens- Grund der von ihr während des Krieges erkannten unzureichenden zur Schaffung eines Fonds für Arbeitslosenfürsorge genommen. Der Materialist" bespricht einen Artikel einer Frau, die auf nach dem bezüglichen Beschlusse des Bundesrats 3 Millionen Frank Für das Jahr 1916 wird zur Kriegsgewinnsteuer ein Zuschlag von größten Teil auf Kriegsarbeiten eingestellt ist. Demzufolge hat Berücksichtigung der Verbraucherinteressen zu der Forderung von 20 Proz. für jenen Zweck erhoben und es wird berechnet, daß so der Konsumentenkammern gelangt. Das Händlerblatt will davon die Frauenarbeit in der Metalldreherei ihren Einzug gehalten und fich im vergangenen Jahre stark vermehrt. Erleichtert ist die Be- natürlich nichts wissen; es ist überzeugt, daß dem Verbraucher Arbeitslosenfonds auf 10 Millionen Frank wird gebracht werden diesem Fonds gewährt der Bund während fchäftigung von Frauen dadurch, daß bei der Herstellung von Kriegs- schon alles zur Verfügung steht, was er zu seinem Schußze nötig hat: der Dauer des Krieges und der durch den Krieg vermaterial eine ziemlich weitgehende Teilarbeit eingeführt ist. In „ Ohne Erzeugung und Handel würde der abstrafte Geldes. Verhältnisse Beider Armaturenbranche herrschte bis vor kurzem die Teilarbeit nicht wert zu einer bedeutungslosen Sache werden. Andererseits erstehen ursachten außerordentlichen wirtschaftlichen die Kosten der Arbeitslosenfürsorge, das heißt vor und die Frauenarbeit hatte deshalb keinen Eingang gefunden. doch gerade einzig und allein mit der gesteigerten Erzeugung, Aber auch das hat sich neuerdings geändert. Jezt trifft man die mit dem ungehinderten freien Handel die Rechte der Kon- an die Leistungen, die von den Kantonen, Gemeinden oder„ gemeinsumenten, und der abstrakte Geldeswert wird zur positiven nügigen Unternehmungen" zur Milderung der Folgen unverschul Teilarbeit und als ihre Folgeerscheinung die Beschäftigung von Währung. Das Angebot regelt die Nachfrage." Diese fünf Worte deter Arbeitslosigkeit gemacht werden. Hoffentlich zählt der BundesFrauen nicht nur in den großen, sondern auch in den kleinen Berat auch die Gewerkschaften zu den gemeinnüßigen Unternehmungen, bilden die naturgefeßliche trieben an. Die Löhne der Frauen stehen, wie überall, so auch sind für ihn die individualistische Institution, die einer Kooperation, Vertretung der Konsumenten, sie die an ihre Arbeitslosenunterstützung Beiträge erhalten. Aus dem in der Metalldreherei weit zurück hinter den Löhnen der Männer. wie diese dem Produzenten durch die Landwirtschaftskammern, dem genannten Fonds können auch Beiträge für die Minderung des NotDa die Frauen sehr schwer für die Organisation zu gewinnen Handel durch die Handelskammern gegeben sind, vollgültig gleich- standes geleistet werden, auch wenn ein solcher nicht auf Arbeitsfind, so hatten die Bemühungen der Branchenleitung, die Löhne Bewußt- losigkeit der Dreherinnen zu verbessern, wenig Erfolg. Erschwert wird die fommen. Instinktiv suchen Handel und Erzeugung in dem Bewußt losigkeit zurückzuführen ist. Die Grundsäge für die Gewährung von Beiträgen sollen durch eine besondere Verordnung geregelt Organisierung der Frauen noch dadurch, daß sie häufig die Arbeits- fein, gegenüber den Konfumenten Lieferungspflichten, die sich nur stelle wechseln und namentlich aus den kleinen in die großen Be- unter dem Druck der Abhängigkeit elementarster Wirtschaftsgesetze, triebe abwandern, weil hier im allgemeinen etwas bessere Löhne elementarſter Konsumentenrechte formen, ausüben zu müssen, Schuz gezahlt werden als in den Kleinbetrieben. Da es an weiblichen in der Wertmessung dieser Pflichtleistungen durch die in diesem Falle berechtigten Kammern." Arbeitskräften nicht mangelt, so ist es den Unternehmern leicht möglich, die Frauenlöhne auf einer niedrigen Stufe zu halten. Die männlichen Arbeitsfräfte haben sich dagegen unter dem Druck der Teuerung veranlaßt gesehen, Lohnzulagen zu fordern, sie haben auch in vielen Fällen Erfolg gehabt. Den Teuerungsverhältnissen entspricht die Lohnhöhe allerdings nicht. Die Löhne und Affordpreise sind so verschieden, daß der Verdienst der männlichen Dreher zwischen 1,20 und 2,10 M. schwankt, während die Frauen in Afford auf 60-95 Pf. fommen und ihre Zeitlöhne bis auf 37 Pf. für die Stunde hinuntergeben. In den Betrieben, in denen nicht Schichtwechsel eingeführt ist, werden fast ohne Ausnahme täglich 1 bis 2 Ueberstunden gemacht. Vergebens hat sich die Branchenleitung bis jetzt bemüht, diesen Mißstand zu beseitigen. Sie wird aber fortfahren, dem Ueberstundenunwesen nach Möglichkeit zu steuern. Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter hatte am Donnerstag eine Generalversammlung. Nach dem Geschäftsbericht betrug die Mitgliederzahl am 31. März 4872, sie hat sich gegen das " werden. Die Gewerkschaften hatten Bundesbeiträge verlangt für die Beit seit Kriegsbeginn. Der erwähnte Dr. Hoffmann tam in einem Gutachten, das der Bundesrat von ihm verlangte, zu einem ab Den volkswirtschaftlichen Gehalt dieser Betrachtungen sollte sich lehnenden Vorschlag aus gesuchten Scheingründen, und der Bundesrat der Verfasser durch ein Patent sichern, obwohl sich so leicht keiner akzeptierte ihn. Dagegen bewilligte der Kanton Zürich an die in finden wird, der ihm die Leiſtung nachmacht. Es kommt aber noch 33 803 Fr. für 1914, 31 421 Fr. für 1915 und für das Jahr 1916 hat feinem Gebiet bestehenden Gewerkschaften Staatsbeiträge von besser: Der Handel möge feine Augen öffnen über dieses neueste er 35 000 Fr. ins Budget für 1917 aufgenommen. Es kommt also Produkt leichtfertiger Konsumentenentschließung. Die Form des nur auf den guten Willen der Machthaber an, ob an die gewerk vorliegenden Vorschlags ist an sich ungefährlich, es ist einstweilen schaftliche Arbeitslosenunterstüßung Staatsbeiträge geleistet werden eine leicht bingeworfene Bleistiftifizze, deren Werden vor dem oder nicht; an der Möglichkeit dazu fehlt es nicht. Daß die kaSchöpfer selbst noch unklar dasteht. Eine Konsumentenkammer ist pitalistischen Scharfmacher mit der Schweiz. Arbeitgeber- 3tg." an Es liegt der Spige die staatliche Unterſtügung der getverfichaftlichen Arbeitseine Phrase. Der Geber ist stärker, denn der Nehmer. aber andererseits die Vermutung nahe, daß das jetzt noch belosenkassen bekämpren, ist selbstverständlich. An diesen Klassenegoisdeutungslose Geschwäß doch noch einen wirkungsvolleren Klang mus darf sich aber eine Regierung, wenn sie nicht eine einseitige annehmen könnte, wenn die Anhänger der Konsumgesellschaften die Klaffen- und Parteiregierung sein will, nicht fehren, am wenigsten in der demokratischen Republik, die sonst zum Spottgebilde aller vorliegende Propaganda zu der ihrigen machen." Sozial- und Gerechtdenkenden wird. Verantwortl. j. Politik: Dr. Franz Diederich, Berl.- Friedenau; für d. übrigen Teil d. Blattes: Alfred Scholz, Neuköün; für Inſerate: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblatt. Man muß auch wohl diese Gabe still hinnehmen, in dem Gefühl, daß der unfreiwillige Humor des Gebers tatsächlich stärker ist als das kritische Bedürfnis des Nehmers. Wir beschränken uns deshalb darauf, noch folgenden Erguß ein wenig tiefer zu hängen: Ueber die Verstadtlichung des Arbeitsnach-„ Geradezu lächerlich ist das Programm der Verfasserin, das Die Konsumentenweises hielt dann der Stadtverordnete Adolf Ritter einen sie anscheinend leichtgläubigen Lesern mitteilt. vorhergehende Quartal um 108 vermehrt. Cigarren, Cigaretten, Kantabake Engros F. Ernst Borch, Elsasserstr. 21. Alkoholfr. Getränke FranzAbraham Bade- Anstalten Erscheint 2 mal wöchentlich. Otto Wolff, Treptow, Krällst. 16 Bezugsquellen- Verzeichnis. Zachau, Gr.- Lichterf., Chasseest. 85 August Holtz 15 DetailBandagen, Gummiw. Hamb. Messina- u. Römertrank- Kell. R. Bauke, Stralauer Str. 56. C.25 Bartelstr. 8a, Fernsp. Kgst.13708 E. Kraus, Kommandantenstr. 55. A. E. Lange, Brunnenstr. 166 Butter, Eler, Käse Wilhelm Göbel Neukölln Anzengruberstr. 25. Central- Bad Diana- Bad Koppenstr. 93 Diana- Badamtliche Bäder. Passage- Bad KottbuserDamm 79. Reform- Bad, Wiener Str. 65. Bäcker- u. Konditorelen 25 eigene Filialen. Gebrüder Manns 48 eigene Detailgeschäfte Oskar Hanke's Brotback. Schröter, R. 78 Geschäfte in allen Stadtteilen Berlins sowie in Neukölln u. Treptow Gegründet 1892. F. Kiesewetter, 8chivelboinerstr. 16. G. Meler, Grünerweg 27. 43 Derkaufsstellen 43 Geschäfte. Bierbrauerei., Blerhdandig. Brauerei Bötzow empfiehlt Qualitätsbiere C.Habels Brauerei * ersten Ranges. bell Habelbräu- dunkel. Münchener Brauhaus Berlin und Oranienburg Trinkt Wanninger Bier! Uhly& Wolfram Weissbier, C. Breithaupt, Drogen und Farben Werder- Drogerie, Britz. Rudowerst. 5a Essigfabriken Timmer- Essig überall erhältlloh! Fleisch- u. Wurstw. W. Beck Inh.: Herm. Gerbsch Eisen, Stahlw, Waffen, Werkz. Carl Jung, Stromstr. 31. Rühlmann, P., Müllerst.40b, E.Seest Mehlhandlungen Tukanerstraße Bethke, Georg, rale 44Neukölln, bestr. 33, Kaiser- Friedr. Str. 64, Weserstr. 189, Friedelstr. 28 Treptow. Grätz- Straße 64. Gaege, Otto Charlottenburg. Wrangelstr. 75 Cuvrystr. Fleisch- und Wurstwarenfabrik F. W. Sichter Ecko Curry Str. Willy Gericke, Petersburgerstr.31 Otto Kongel, Alte Jacobstr. 26. Nähmaschinen Herren- u.Knabengard. Bellmann, E., Gollnowstr. 26 J.Baer Badstr. 26, Ecke Prinzen- Allee. Leske& Slupecki, Schönk- Allee 7 Rosenthalerstr. 3. Eckhaus Linienstr Kolonialwaren Fabisch& Co. Palisadenstr. 97 TaLKgst, 2981, 2982 Adam Schmit, Schliemannstr.11. Untenstehende Geschäfte empfehlen sich b. Einkäuf. Hate, Mutzen, Pelzwaren Kottbuser-. Vester, E. Damm 18/19 Kurz-, Weiß-, Wollw., Trikotag. Hermann Meyer, Schivelbeiner St. 21. Photogr. Apparate SO. Kottbuserstr. 3. H. Albrecht auch Gelegenheitskt. Weine, Liköre, Fruchtsäfte Hugo Beling 60 Filialen in allen Stadteilen. Ges. Herm. Meyer& Co. Act.ca. 550Verkaufsstell. Gr:-Berl. Singer Underberg Nähmaschinen Meierei C. Bolle A.-G. Berlin N.W.21 Alt Moabit :: 98/103:: Altester und grösster Milchwirtschaftlicher Grossbetrieb==== Optiker. Mechaniker Schubert, Carl. Nklin. Bergstr.148 Schreibwaren O. Prochnow, Nkolla Hermannstr. 69 Uhren u. Goldwaren Lehmann, Alb., Frankf. Allee 40 Versicherungen Deutschland" Berlin Arbeiterversicherung Schützen Sterbekassenversicherg. straße 3. SEMPER IDEM Läden in allen Stadtteilen. Spandau Scheuerlein, Breitest.35, Flach-, Wrig Nr. 115+ 34. Jahrgang Der Beilage des Vorwärts Sonnabend, 28. April 1917 Grönersche Erlaß im Hauptausschußerest war, die Verpflegung gut zu gestalten, jei erfreulich jest nicht den Mut haben, bor Fälle nicht angemessenes Behandlung gabric ein. Daß Fehler vorkommen, sei nicht zu bestreiten. In die Frage der Mannschaftsbehandlung in and stolte fet, Der deutsche Arbeitsmarkt im März 1917 rechtes aus sei es bedauerlich, daß der Reichstag die Ausgaben der auffordern wollten. Wir halten diese Auffassung für ganz falf. Heeresverwaltung nicht vorher prüfen fönne. Sa man Richtig aber ist, daß die Unterzeichner diefes Schriftftüdes Internehmungent u Fortsehung der Militärdebatte. aber fommen immer häufiger tagen über die erpfic warnen, die sie selber file höchft bedentlich halten. Täten Abg. Gothein: Die Alagen über die Versorgung des Feld. gung. Gr empfehle, auch bei der Marineverwaltung et a gefie bas, fo würden auch fie in anonymnen Blugblättern befchimpft, heeres mit Besestoff fins berechtigt und es ist höchste Beit, bas, fommiffionen einzurichten. Die fie toürden fogat mit ber fozialdemokratischen Partet und den Ge Monopol des Verlegers gilfe im Bezirk Ober- Oft zu beseitigen. Redner bestätigt einen bereits vom Abg. Stilen vor der Mannschaften find nicht gerade fehzab Bieliachwerkichaften in einen Zopf geworfen werden, unb das wäre ja bas getragenen Fall, in dent bei einer aus deutschen Militärgefangenen handle es sich dabei um zu ihroffes Borachet bon te schlimmste, was ihnen passieren fönnte. Im steh selbst vor unzufammengeschten Arbeitstompagnie ein deutscher serbejceoffigieren. Auf diese Ausführigen bemerkt Bequemliciteiten zu schfiyen, versagen sie, wo das Interesse der Soldat einfach niedergestochen wurde. Hauptschuld an diesen Zu- Staatssekretär b. Capelle, daß man bei der Wearing schon im Arbeiterschaft eine offene Warnung auch von ihrer Seite gefordert ständen trägt der Major Stödel Frieden für eine Beteiligung der Mannschaften a ber Menage hätte. Striegsminister v. Stein geht auf eine Reihe Beschwerden fommission gesorgt habe. Er ging dann auf die angeschnittene adettenhäuser können Juden nicht aufgenom- daß von den zuständigen Borgeschten alles mögische getan werde, mten werden. Die deutschen Militärgefangenen müffen streng um begründeten Slagen abauhelfen. Im Lauf der Debatte behandelt werden. Die Vorwürfe gegen Major Etödel jeien nicht weist der Staatssetretär nochmals auf die Bedeutung der berechtigt. General v. Langermann behaupiet, daß die Straffa gerratichlacht hin und damit verbunden auf den Wert gefangenenlager scharf kontrolliert werden. Mängel waren vor der großen Kampffchiffe. Im Anfuß daran gab Vizehanden, sind aber zumeist beseitigt. Ein Bertreter des Seriegs- admiral Hebbinghaus einen Ueberblick über die Verwendung der ministeriums behauptet, die Militärverwaltung sei berechtigt, Leute deutschen Handelsflotte durch die prine im Ariege. zum Arbeitsdienst bei der Post usw. auszuheben. Abg. Studien bespricht die Verhältnisse auf der Bautverft in Oft Abg. Wels( Soz.): Die Verwendung von Santin engelense. Staatssetretär v. Capelle fagt eingehende Grfundigundern für die Zeichnung der Kriegsanleihe ist absolut gen einziehen ait wollen. Abg. Schörflin erörtert bie Bohn unzulässig. Redner behandelt dann den Streiferlaß des Generals verhältniffe auf der Danzige Werft und stellt fest, Gröner, der daß die dortigen Löhne durchaus ungen gend feien. Geheimrat Sarms behauptet bemgegenüber, daß die Löhne zwischen 10 und 12 D. pro Zag schwanken. Abg.. Wandes( Soz.) fommt dann auf die Ausstände ber leften Seit in der gewählten Form als völlig verfehlt Ueber die Lage des deutschen Arbeitsmarktes im März 1917 berichtet das vom Staiserlichen Statistischen Amte herausgegebene Reichs- Arbeitsblatt" in feinem Aprilheft, wie folgt: Reichs- Arbeitsblatt" in feinem Aprilheft, wie folgt: Die angespannte Beschäftigung bez riegsindustrie ist im März mit unverminbetter raft fortgeführt worden. Die schon im Vormonat in einzelnen Gewerbezweigen teilweise hervortretenden weiteren Steigerungen der Leistungen gegen Vorjahr wie Bormonat haben sich im Berichte. monat in noch ausgedehnterem Maße als bisher geltend gemacht. Im Bergbau und üttenwesen ist feine wesentliche bezeichnet werden muß. Damit habe der General nur bewiefen, eränderung dem Bormonat gegenüber zu verzeichnen. Auch in der Metallindustrie ist im großen und ganzen eine erheb wie wenig er sich auf die Psyche der Arbeiter verstehe. Su diesem Erlaß bestand nicht die mindeste Veranlassung, ganz abgesehen da. liche Wenderung der Arbeitsverhältnisse nicht festzustellen, doch wird non, daß auf diese Weise die Arbeiter erst recht beunruhigt werden, zu sprechen. Man dürfe nicht annehmen, daß die Greagung auf verschiebentlich von Eisengießereien, besonders von Stahl- und Die riegsbeschäbigten fürsorge läßt sehr viel zu augere Einflüsse zurüdzuführen fei. Die Reichsitellen berfagen alatvarten trie feitens der Röhren- und Drahtindustrie über wünschen übrig. Es ist hodite Reit, daß ein Beschluß des Reichs- meist, wenn die Arbeiterorganisationen mit Wünschen an sie heran. weitere Steigerungen ber Arbeitsleistung dem Vorjahr oder dem tages auf Schaffung einer 3entrale füz sosiale treten. Es ist auch schon vorgekommen, daß Organisationen bizett Bormonat gegenüber berichtet. Der Maschinen und Fürsorge zur Durchführung gelangt. Ohne Mitwirtung abgewiesen worden seien dedner trägt eine Reihe fagen pparatebau behauptete nicht nur die bisher erreichte Söhe, Ser Bertreter der Arbeiterschaft ist eine wirffante und Beschwerden aus den eingelren Werften bor. Staatssekretär fondern erzielte teilweise weitere Fortschritte. Für die elektrische Fürsorge für die Kriegsbeschädigten ganz unmöglich. v. Capelle erklärt. daß er den, Wünschen nach Möglichkeit nach Industrie machte sich im ganzen eine Zunahme der Beschäftigung saffen und Munitionsfabrif, die eine Hochburg angewiesen feien, mit den Vertretern der Ar Arbeitsträften als im Vormonat an sich gezogen. Die Industrie General Gröner bespricht die Bewegung in der Deutschen lommen werde und stellt ſelf. triß die Ober- Werftdirektoren bereits geltenb. Ebenso hat die chemische Industrie eine größere Zahl von Argeltenb. beiterorganisationen su berhandeln. der Agitation war. Die Militarisierung dieses Betriebes Abgeordnetenhaus. 87. Gigung. Freitag, den 27. april 1917, mittags 12 r. Am Ministertisch Dr. Sydow. maz eine Notwendigkeit, und der militärische Leiter genieße has Bestrauen der Arbeiter. Es sei eine Täuschung, daß die Gemerff aften mit dem Terrorismus fertig werben. Die Gewerkschaften müssen offen und ehrlich den Streifabsichten entgegentreten. Redner verliest ein unter der Arbeiterschaft verbreitetes Flugblatt, das dazu ermuntert, die Kämpfe fortzuführen und die noch arbeitenden Betriebe stillzulegen. Dem- Eine Betition betreffend auf bebung des Gemeindes gegenüber helfe fein Mundspiken mehr, es müsse gesteuervorrects der Beamten, Geistlichen und bfiffen werden. Oberst Marquardt versucht, die Anordnungen Lehrer wird der Regierung als Material überwiesen. der Generalfommandos zu rechtfertigen, wonach die reizügig- Es folgt die Beratung eines Gefeßentwurfs über die feit auf dem Lande aufgehoben und der Arbeitsawang für Frauen eingeführt worden ist. Nur auf diese Weise sei die Frühjahrsbestellung zu ermöglichen.- Abg. Weinhaufen(. 2.) bezeichnet den Inhalt des Flugblattes als ver brecherisch. Diesem Treiben könne nicht scharf genug entgegengetreten werden. Das Kriegsamt hätte bereits früher eingreifen sollen. Vor allen Dingen folle man faltblütig bleiben und sich von jeder Nervosität fernhalten. In den staatlichen Betrieben gründe sich die Unzufriedenheit hauptsächlich auf schlechte Behandlung und ungenügende Bezahlung. Gewerkschaftsfähigkeiten von Kalibergwerken in Hannover, dem das Herrenhaus fchon zugestimmt hat. der Holz und Schnisstoffe beharrte im allgemeinen bei der gleichen Lage wie im Bormonat. Die Nahrungs- und Genußmittelindustrie wies bagegen eine Abschwächung auf, während der Baumarkt gegen Ende des Berichte monats in einzelnen Gegenden eine Belcbung zeigte. Die Nachweisungen der Strantentajien ergeben für die am 1. April 1917 in Beschäftigung stehenden Mitglieder dem 1. März gegenüber insgesamt eine Zunahme um 98 245 Beschäftigte oder um 1,17 b..( gegenüber einer Zu nahme der Beschäftigtenzahl um 0,37 v.. im Vormonat). An der Zunahme der Beschäftigten sind sowohl die Männer als auch die Frauen und Mädchen beteiligt. Die Zunahme der männlichen Beschäftigung beträgt 43 501 oder 1,04 v..( gegenüber einer SteigeErhöhung der weiblichen Beschäftigungsziffer. Sie stellte sich am rung um 0,11 v.. im Monat zuvor). Noch etwas größer ist die 1. April auf 54 744 oder 1,30 v..( gegenüber einer Zunahme unt 0,64 v. 8. im Vormonat). Ein Teil der Zunahme der männlichen wie der weiblichen Beschäftigten geht hierbei auf den Eintritt der schulentlassenen Jugend ins Erwerbsleben zurüd. Es macht sich merkbar, sondern es stellte sich auch die Gesamtzunahme im Vernicht nur eine Steigerung der Zunahme gegen den Vormonat bes Notgefen. Das Fleichsgericht hat in einer Streitfache entschieden, Abg. Hausman( natl.): Es handelt sich gewiffermagen um ein daß ein groter Teil der Hannoverschen Kalibergiverle die Rechtsfähigkeit uit besitzt. werden. Eine usidhusberatung ist nicht notwendig. Diesem Rotstande muß jetzt abgeholfen werden. Eine Ausschußberatung ist nicht notwendig. Abg. Bareshorst( ft.) stimmt der Vorlage zu. Abg. Hue( Soz.): Auch wir fönnen der Vorlage, die eine nicht Striegsminister v. Stein bestreitet, daß aus den Magazinen wir stellen ber fest, daß die Wünsche der Zechenbefizer viel eber fehr wesentliche Regelung der Besitzverhältniffe enthält, zustimmen. stammende Lebensmittel in die Heimat gefchidt werden. Der erfüllt werden als viel ältere und bringen bere forbegleich zum Vorjahr um die gleiche Zeit größer. Im einzelnen ist Felbzeugmeister bespricht dann die Lohn- und Gehaltsver hältnisse in ben Betrieben der Seeresverwaltungen der Arbeiter. Bir halten feft an unserer Forderung allerdings die Zunahme, die am 1. April 1916 für die weiblichen tuna. Durch 8ulagen und Familienbeihilfen werde eines Reichs- Berggefeßes.( Beifall b. d. SDA.) Der Gejegentwurf wird hierauf in erster unb zweiter Lesung worben, dafür ist aber bet der jüngsten Feststellung fein Rüdgang Beschäftigten festgestellt wurde(+1,57 v..), nicht voll erreicht versucht, einen Ausgleich gegenüber der Verteuerung des Lebens. unverändert angenommen. unterhaltes herbeizuführen. Abg. Behrens bezeichnet bas lug= blatt an die Rüstungsarbeiter als andesberrat. Die UrEin Gesezentwurf über die Erledigung von Reichssteuerber männlichen Beschäftigung wie im Borjahr(-0,42 v. 8.), sonheber verdienen furzerhand an die Wand gestellt au werden. achen beim Oberverwaltungsgericht wird unverändert bern eine Zunahme um etwa 1 v.. hervorgetreten. Bu berüdMan müsse allerdings zugeben, daß der Aufruf des Generals sichtigen ist bei der Beurteilung der Bewegung ber männlichen Be Gröner nicht gerade glücklich abgefaßt sei. Man muß auch mit bes Strieges die Auflaffung fotoie die zur Bestellung oder Ueber- gebnissen der Kranfenfassenstatistik nicht einbegriffen ist. Abg. Bahrenhorst( ft.) begründet einen Antrag, nach dem während schäftigtenzahl auch, daß die Kriegsgefangenenarbeit in den Eraller Schärfe gegen jene Unternehmer auftreten, die den tragung eines Erbbaurechtes erforderliche Ginigung außer bor Nach den Feststellungen über die Arbeitslosigteit in ten, zu verfürgen, nicht zu vergessen die Landwirte, die heute dem Grundbuchamt auch vor einem anderen preußischen Amtsgericht 36 Fachverbänden, die für 813 015 Mitglieder berichteten, noch nicht gelernt haben, sich den Kriegs notwen oder vor einem preußischen Notar erklärt werben tann. digkeiten anzupassen. angenwnanent. Nach furzer Debatte wird der Antrag dem Haushaltsausschuß überwiesen. der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft Die Bollspartei beantragt, für die Kriegszeit innerhalb Schlichtungsstellen im Sinne des Hilfsdienstgesekes für Angestellte einzurichten, wie dies für die Arbeiter gescheben ist. Abg. Wallbaum( f.): Die Frage mus erst geklärt werben, daher usußberatung notwendig. ist wurden Ende März 11 039 Arbeitslose oder 1,4 v.. gegen 1,6 v.. im Bormonat ermittelt. Die Arbeitslosengiffer ist also abermals gefunten. Sie stellte sich im Berichtsmonat gegen den März in den drei vorhergehenden Jahren zum Teil wesentlich niedriger, da sie 1914 2,8, 1915 8,8 und 1916 2,2 v. H. betrug. Die Statistit der Arbeitsnachweise läßt im Berichtsmonat für das männliche wie für das weibliche Geschlecht ein Sinken des Anbrangs der Arbeitsuchenden erkennen. In März tamen auf je 100 offene Stellen bei den Männern 60 Arbeit. fuchende( gegen 62 im Vormonai), während bein weiblichen Gc. schlecht sich der Andrang von 112 auf 104 v. S. verminderte. Die Abgg. Schiedding( 3.), Gottschalt( natl.) und Graf Moltke( ft.) schließen sich dem Antrag auf Ausschußberatung an. daß unser Antrag wenigstens begründet wird. Abg. Delius( Bp.) erhebt Widerspruch. Wir legen Wert darauf, Die Berichte der Arbeitsnachweisverbände stellen für Westpreußen, Posen, Stönigreich Sachsen und Württemberg feinerlei Der Antrag wird gegen die Stimmen der Linken dem Hauswesentliche Veränderung der Lage fest. In Ostpreußen hat sich der haltsausiauß überwiesen. Arbeitsmarkt für Männer gegen den Vormonat nicht nennenspert wir waren ja noch gar nicht in die Verhandlung über den Antrag Abg. Leinert( Goz.): 3 balte biefes Berfahren für unzuläffig. verändert, während die Nachfrage nach weiblichen Arbeitskräften eingetreten. Die Begründung des Antrages hätte man wenigstens stärker zunahm als die Meldungen weiblicher Arbeitsuchender. In abwarten müssen. den thüringischen Staaten waren die Beschäftigungsverhältnisse verfahren ist. Präfident Graf Schwerin stellt fest, daß burchaus ordnungs- für die Arbeiterschaft im ganzen ebenso befriedigend wie im Vor Abg. Hoch( Soz.) kritisiert den Erlag des Generals Gröner. Die erhoffte gute Wirkung wird ausbleiben. So darf man au freien, denkenden Arbeitern nicht sprechen. Solange Mißst än de bestehen, fann man Streits nicht vermeiden, dort also ist der Hebel einzusehen. Oberst v. Braun gibt die Erklärung ab. Daß mit aller Strenge darauf geachtet wird, daß die Bezirkskommandos bei den Einberufungen ohne Unterschied der Per i ant verfahren. Abg. Bauer( Breslau): Das Verfahren der Nationalstiftung scheint darauf hinauszulaufen, große seapitalien anzufammeln, aber feine Unterstübungen au gewähren. Diese Stiftung hat ein Bermögen von etwa 80 Millionen Mark. Ale schönen Grmahzungen an die Arbeiterschaft müssen erfolglos bleiben, wenn die Ursachen der Unzufriedenheit nicht beseitigt werden. Vor allen Dingen müßte man in den Betrieben des Heeres und der Marine mit gutem Beispiel borangehen. Trob aller zusagen sind in den staatlichen Betrieben nod immer feine Arboileruusidhüife auf Grund des Silfsdienst aesezes errichtet. Die militärische Einziehung von Beuten zum Arbeitsdienst bei Bost und Eisenmäßig bahn bedeutet einen Verstoß gegen das Silfsdienstgesez, abgesehen von den Nachteilen, die den Betroffenen chiftehen. Der 3 wang für Kriegerfrauen, 2andarbeit zu verrichten, ist durchaus anfechtbar, Maßnahmen dieser Art müssen Aufregung in die Massen tragen. Bor Erlaß dieser Verfügung hat man Ata beitervertreter nicht gehört, sondern fich einfach den agratischen Wünschen gefügt. Redner übt dann eindrucksvolle Aritif an dem Erlag des Generals Gröner, für Befchle von einer militätischen Stelle aus haben die Arbeiter tein Verständ Das Schicksal des Fideikommißgesetes. Um Montagvormittag nis. Sie lachen über eine folde Sprache, damit kann man ihnen werden sich nach einer Meldung des W. Z. B. die einzelnen Frat nicht imponieren. Es scheint, daß dieser Aufruf, der wie aus der tionen des Abgeordnetenhauses darüber schlüssig machen, ob das Bistole gefchoffen tomme, bon rechts it chender politischer Fibeitommißgesetz ichon jest oder erst im Herbst erledigt Seite nicht unbeeinflußt sei. Die Regierung würde in ihrem werden foll. eigenen Intereffe handeln, wenn fie engen Kontakt mit der organi fierten Arbeiterschaft hielte, der aber in diesem Fall gefehlt habe. Vielleicht würde ein Gespräch genügt haben, derartige Entschlüsse zu verhindern. Auch über die Wirtung der„ Militarisierung" gebe man sich ganz falschen Auffassungen hin. Die Beratungen werden Sonnabend fortgesetzt. Der Marine- Etat vor der Haushaltskommission. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nächste Sizung Sonnabend 11 Uhr. Lagen, Anträge und Betitionen. Schluß gegen 2 Uhr. Kleinere Parlamentarisches. Parteinachrichten. Die Unabhängigen zum 1. Mai. monat. Auch in Bahern ist nach den Wahrnehmungen der gemeindlichen Arbeitsämter eine erhebliche Aenderung nicht eingetreten; Bordie Andrangsziffer ist dem Vormonat gegenüber gesunken. In Berlin Brandenburg wies die 2age des Arbeits. martis dem Februar gegenüber im allgemeinen cine wefentliche Besserung auf. Auch in Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Bremen bat ebenso wie in Schles mig- Holstein, Hamburg und Baden die Vermittlungstätigkeit eine Steigerung erfahren. Aus Schlesien, Sachsen- Anhalt, Hessen und Sessen- Nassau, Bestfalen und Rheinland wird über eine Steigerung des Angebots von Arbeitskräften berichtet. Das Hilfsdienstgesch machte, wie hervorgehoben wird, in steigendem Maße seinen Einfluß auf die Lage des Arbeitsmarkts geltend. Die beiden Fraftionen der Unabhängigen Sozialdemokraten des deutschen Reichstags und des preußischen Landtages haben in einer gemeinsamen Sigung am 24. April folgendes beschlossen: Mehr denn je ist die Bekundung internationaler Solidarität Pflicht der Arbeiterflasie, soll der grausige Weltkrieg feinem Ende nähergebracht werden. Dieses Bewußtsein wird ganz besonders am 1. Mai d. J. überall die Arbeiter und Arbeiterinnen durchbringen. Sie werden, wo es nur irgend möglich ist, ihre Stimme erheben für die Forderungen, die fie bis ins tiefste bewegen: für den Achtstundentag, für Weltfrieden, für die Völkerverbrüderung!" Gerichtszeitung. Ein politischer Prozeß vor dem Reichsmilitärgericht. Vor dem Reichsmilitärgericht wurde am 19. April die Beschwerde der nationalistischen Journalistin Frau Lore Röchling aus Straßburg i. Elf. wegen Ausweisung und Aufenthaltsbeschränkung verhandelt. Frau Röchling war Inhaberin der„ Reichsbehörden versorgten sie mit Informationen und umgekehrt. Zuländischen Korrespondenz" in Straßburg. Die Militär- und Zivilgleich war fie beauftragte Mitarbeiterin der elsaß- lothringischen Regierung bei einem offigiösen Organ einer füddeutschen Regierung und Mitarbeiterin der Blätter von der Art der Rheinischall Babern fam fie in Konflikt mit dem damaligen MiniStaatssekretär v. Capelle machie zunächst eine Reihe vertrau licher Mitteilungen und knüpft daran die Bemerkung daß die englische Regierung bemüht ist, alle uns günstigen Nachrichten zu unterbrüden. Man wagt nicht, die Erfolge unserer 11.Boote zu veröffentlichen. Auch daß nur sechs 11- Boote verloren, aber mehrfach ericht worden find. wird dem Publitum in pen feind. Es ist ein schwerer Mangel dieses Aufrufe, daß er an der Frage, lichen Staaten nicht mitgeteilt. Abg. Noste( Soz.) weist wie der erste Mai gefeiert werden foll, mit Schweigen vorüber- terium Bulach, da sie sich rückhaltlos auf die Seite des Milidarauf hin, daß die Besoldungsfrage einem getroffenen Abkommen gleitet. Diefes Schweigen wird von einem Teil der Presse dahin färs stellte. Um 2. Ottober 1915 wurde fie vom Gouverneur ber gemäß zurüdgestellt werden müsse. Vom Standpunkt des Etats- gedeutet, daß die Unabhängigen unter der Blume zu Masseuftreits Fejtung Straßburg zum ersten Male ausgewiesen. Dann weiter. 1― hin am 28. April 1916 und 30. Januar 1917. Als Aufenthaltsort hling im ganzen Umfange auf und erkannte, daß Behörden, die gebirge zum größten Teil niedergebrannt. Der angerichtete Schaden wurde ihr Ellrich am Harz angewiesen und außerdem Postkontrolle sich durch Eingaben belästigt fühlten, diese in den Papierkorb werfen ist sehr erheblich. Der Betrieb der Fabrik, die etwa 100 Arbeiter und tägliche Meldepflicht über fie verhängt. Begründet wurden fönnten, Beleidigungen zu fühnen seien aber die ordentlichen Gebeichäftigte, wurde eingestellt. Man vermutet, daß der Brand durch diese Maßnahmen mit Belästigung"," Beleidigung der Behörden" richte da. Der Anspruch auf Schadenersatz der Klägerin wurde an- das Heißlaufen eines Lagers verursacht wurde. und wiederholtes Nichtbefolgen von Befehlen". Die Belästigungen erfarent. sollten in der persönlichen Rückgabe von Schriftstücken gesehen Da die Existenz der Frau Röchling vernichtet, auch sonst noch Erdbeben in Italien. Aus Rom wird berichtet: Donnerstag werden, die sie irrtümlicherweise als Korrespondenzinhaberin er- erheche Ansprüche zu befriedigen sind, ist der zu leistende Ersatz mittag zwischen 11 und 212 Uhr wurde in den Provinzen halten hatte, aber für eine amtliche Korrespondenz bestimmt waren, sicher nicht unbedeutend. Die politischen Schlußfolgerungen aus Berusia und Arezzo Erdbeben wahrgenommen. In während sich. die amtlichen Stellen nicht belästigt fühlten, wenn dem Vorgehen der militärischen Stelle zu ziehen, die politischen Er- einigen Gemeinden der Provinz Arezzo wurde Sachschaden anFrau Röchling gewünschte Informationen überbrachte. Die Be- gebnisse festzuhalten, die sich aus dem Prozeß ergeben, ist heute gerichtet, jedoch ohne Menschenopfer. Nur die Gemeinde Monterchi leidigung wurde in dem Inhalt der von Frau Röchling zur Ab- leider nicht möglich. Aber für politisch Denkende ergeben sie sich hatte Menschenverluste zu beklagen. wehr gegen das Vorgehen der Behörden abgefaßten Schriftstüde ge- von selbst. Insbesondere zeigt er, daß die übernationalistischen Mailänder Blättern zufolge hat das Erdbeben allein in Monterchi sehen. Die Nichtbefolgung von Befehlen soll in der Entfernung Stürmer and Dränger unter Umständen amtlichen Stellen so un- mehr als vierzig Opfer gefordert. nach einem anderen, als dem angewiesenen Aufenthaltsort zu bequem werden können, daß sie zu solchen Maßnahmen greifen sehen sein. zu müssen glauben wie hier im Falle Röchling. Die Allgemeinheit ist aber doppelt geschädigt. Sie hat vorher und nachher die Kosten dieser Politit zu tragen. Aus aller Welt. Jugendveranstaltungen. In dem Termin vor dem Reichsmilitärgericht wurde Aufhebung der Anordnung des Gouverneurs von Straßburg angestrebt Turnverein Fichte", Berlin. Sonntag, 29. April, nachmittags und auch erreicht. Die Erklärungen des Reichsmili. 2 Uhr: Sportliche Wettkämpfe der Jugendabteilungen auf dem Fichte, taranwalts zu dieser Frage sind von allgemeiner Bedeutung. Sportplag an der Köpenickerr Landstraße. Zum Austrag gelangen HochEr führte aus, daß dem Gouverneur von Straßburg bereits eine springen, Beitspringen, Speerwerfen, Stugelstoßen, 100- Meter auf, StafettenEntscheidung zugegangen sei, wonach er nur befugt sei, Entschei= läufe über 4X100 und 10X100 Meter, außerdem ein 1000 Meter- Einzellauf. bungen innerhalb seines Befehlsbereichs für diesen und die BerDer Rittmeister von Luftig, der im Kranz- Prozeß eine große Für den Westbezirk Teltow- Beeskow( Drte: Schöneberg, Wilmerssonen, die sich in demselben aufhalten, zu treffen. Jede Entschei- Rolle gespielt hat, und gegen den bereits seit längerer Zeit eine dorf, Charlottenburg, Tempelhof, Steglit, Lankwis, Lichterfelde und bung darüber hinaus jedoch ein Eingriff in eine fremde Kom- Untersuchung im Gange war, ist nunmehr verhaftet und dem Nowawes) findet morgen Sonntag, den 29. April, vormittags 9, Uhr, im Bureau des Wahlvereins Teltow- Beeskow, Lindenstr. 3, 2. Hof mandogewalt sei. Die Aufenthaltsbeschränkung, Postfontrolle und Seeresdivisionsgericht eingeliefert worden. IV Tr., eine Bezirkskonferenz der Jugendausschüsse polizeiliche Meldepflicht außerhalb des Befehlsbereichs sei daher Brand einer Papierfabrik. In der Nacht zum Donnerstag ist statt, wozu alle Jugendausschußmitglieder und Funktionäre der Arbeiter unzulässig. Das Reichsmilitärgericht hob den Befehl gegen Frau die Engefche Bapuerfabrik in Petersdorf im Riefen- Jugend eingeladen sind. Jeder der angeführten Orte mug vertreten sein! Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Stollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Paul Berwaldt Uferstr. 1 am 26. April gestorben ist. Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 29. April, nachmittags 2, Uhr, von der Zeichenhalle des alten Pauls- Kirchhofes in der Seestraße aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Stollegen ferner zur Rachricht, daß unser Mitglied, der Drahtarbeiter Rudolf Randel Neukölln, Biethenstr. 14 gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Sonnabend den 28. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen. balle des neuen Thomas- Kirchhofes in Neukölln, HermannStraße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Johannes Schuder Wilmersdorf, Brabanter Platz 2 gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 174/6 Die Ortsverwaltung. Verband der Sattler und Portefeuiller. Ortsverwaltung Berlin. Sen Kollegen hiermit zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Bortefeuiller 159/20 Max Blau ( Werkstatt Julius Schloß) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 28. April, nachimittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstraße, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Am 26. April früh 3 Uhr ber. schied nach kurzem Leiden meine innigftgeliebte Frau Berta Baumann im 66. Lebensjahr. Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause, Königs Wusterhausen, Luckenwalder Str. 5, aus statt. Um stille Teilnahme bittet der trauernde Gatte Friedrich Baumann Parteispediteur, Königs- Wusterhausen. Am 24. April verstarb unser Mitarbeiter Oskar Köhler Lebensjahre infolge im 51. Nervenleidens. Wir werden dem Verstorbenen. ein ehrendes Andenken bewahren. Das Personal der Norddeutschen Buchdruckerei. Die Beerdigung findet am Sonnabend, 28. April, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Chriftus- Kirchhofs, Lichtenrader Weg, aus statt. Nachruf. Am Donnerstag, den 26. April, wurde uns unsere altbewährte Botenfrau unserer Ausgabestelle in Königs- Wusterhausen, Frau Berta Baumann durch den Tod entrisseu. Ihre langjährige, unermüdliche Tätigkeit und große Rechtschaffenheit sichern ihr ein dauerndes, ehrendolles Gedenken. 22595 Die Hauptexpedition des Vorwärts". " Am Dienstag, dem 24. April, entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unfere herzensgute Mutter, Schwieget und Großmutter Ernestine Ringel im 58. Lebensjahre. geb. Dies zeigen schmerzerfüllt an Karl Ringel als Gatte, Berta Greuel geb. Ningel als Tochter, Otto Greuel als Schwiegersohn, 8. 8. vermißt, Anna Krüger geb. Ringel als Tochter, Ludwig Krüger als Schwiegersohn, Mag Ringel als Sohn, s. 8. im Felde, und Lenchen Guez kowiak als Braut, Frida Ringel als Tochter, Paul Ringel als Sohn, z. B. in Garnison, nebst Enkelkindern. Die Beerdigung findet morgen Montag, nachmittags 1, Uhr, auf dem Neuköllner Friedhof, Mariendorfer Weg, statt. 34A Spezial- Arzt Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90 bireft am Stadtbahnhof Behandl. von Syphilis, Haut-, Harn-, Frauenieid., spez.chron. Fälle. Ehrlich- Hata- Sturen, schmerzloje, fürzeste Behandlung ohne Be rufsstörung. Blutuntersuchung. Mäß. Breise. Teilzahlung. Sprechstunden 10-1- und 5-8, Sonnt. 11-1. Abschluss der Deutschen Bank, Berlin Aktiven. 1. Nicht eingezahltes Aktienkapital 2. Kasse, fremde Geldsorten u insscheine) 3. Guthaben bei Noten- und AbrechnungsBanken 4 Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen a) Wechsel( mit Ausschluss von eu. d) a. unverzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Bundesstaaten 1 661 154 621 07 b) eigene Akzepte e) eigene Ziehungen Eigenwechsel der Kunden an die Order der Bank.. 5. Nostroguthaben b.Banken u. Bankfirman 6. Report- u. Lombard- Verschüsse gegen börseng ngige Wertpapiere 7. Verschüsse aut Waren und Warenversehiftungen davon am Abschlusstage gedeckt a) durch Waren, Fracht- oder Lagerseheine b) durch andere Sicherheiten.: 8. Eigene Wertpapiere a) Anleihen und verzinallehe Schatzanweisungen des Reichs und der Bundesstaaten b) sonstige bei der Reichsbank und anderen Zentralnotenbanken beleihbare Wertpapiere e) sonstige börsengängige Wertpapiere d) sonstige Wertpapiere 9. Konsortial beteligungen 10. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bank firmen 11. Schuldner in lautender Rechnung a) gedeckte b) ungedeckte. Ausserdem: Bürgschaftsschuldner. 12. Bankgebäude 13. Sonstiger Grundbesitz 14. Sonstige Aktiven. Ausgaben. am 31. Dezember 1916. 299 812 565 17 4989 60 1 661 159 610 67 196 368 342 92 522 809 096 33 207 804 573 54 156 323 040 75 27 626 063 06 1. Aktienkapital 2 Rücklagen 3. Gläubiger in laufender Rechnung a) Nostroverpflichtungen. M. 1 166 551 696.70 Passiven. 42 605 680 42 250 000 000 180 000 000 b) seitens der Kundsehaft bei Dritten benutzte Kredite e) Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen. d) Einlagen auf provisionsfreier Rechnung 1. innerhalb 7 Tagen fällig 2. darüber hinaus bis z. 3 Mon.fäll. 3. nach 3 Monaten fällig. c) sonstige Gläubiger 1. innerhalb 7 Ta575 567 678 98 16 308 197 09 230 422 808 86 272 699 087 59 2014 818 463 27 gen fällig.. M. 873 870 249 64 2. darüb.hinans bis z.3 Monat. fällig 3. nach 3 Monaten tällig. 4. Akzepte und Schecks a) Akzepte 92 612 038.19 233 247 972.03 1 199 230 259 86 3 503 385 409 50 b) noch nicht eingelöste Schecks Ausserdem: Bürgschaftsverpflichtungen Eigene Ziehungen davon für Rechnung Dritter Weiter begebene Eigenwechsel der Kunden an die Order der Bank 5. Sonstige Passiven Dr. Georg von Siemens- Fonds für die Beamten. Rückstellung für Zin- bogensteuer Uebergangsposten der Zentiale und der Filialen untereinander 8871 729 20 750 000 49 951 779 70 Summe der Passiven Mark 14 076 738 481139 Einnahmen. Unerhobene Dividende 152260 366 70 1688 081 62 6008 075 49 175 108 05 165 191 631 86 41 174 410 65 61 514 239 45 710 192 202 65 163 711 806 15 878 904 008 80 238 229 454 74 40 000 000 6. Reingewinn.. Summe der Aktiven Mark 4 076 738 481 39 Gewinn- und Verlust- Rechnung. Vortrag aus 1915. • • Gehälter, Weihnacht- Zuwendungen an die Beamten, feste Bezüge der Vorstandsmitglieder. Bezüge der Filialdirektionen und allgemeine Unkosten Kriegsfürsorge für die Beamten Wohlfahrtseinrichtungen für die Beamten ( Klub Kantinen und feiwillig übernommene Versicherung beiträge. Beiträge der Bank zum BeamtenfürsorgeVerein. Steuern und Abgaben Rückstellung für Linsbogensteuer Gewinnbeteiligung an den Vorstand u. s. w. in Berlin... Absehreibungen auf Einrichtung Bankgebäude, Sonderabschreibung auf Bankgebäude Zur Verteilung verbleibender Ueberschuss 25 848 906 94 7 544 018 35 492 158 56 1612 893 79 5 200 151 91 250 000 1 506 823 91 42 454 953 46 550 226 23 2 167 843 23 4000 000 6 718 669 46 Mark 49 951 779 70 99 124 802 62 Vorstehenden Abschluss, sowie die Gewinn- und Verlust- Rechnung naben wir geprüft und mit den Büchern der Deutsohen Bank übereinstimmend gefunden Berlin, den 2 April 1917 Der Revisions- Ausschuss des Aufsichthrats Berve Wallloh Zwilgmever. nFreien Stunden. Romane und Erzählungen für das arbeitende Bolt Bro Heft 15 Pf. Buchhandlung Borwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße& Fesche Kostüme! Mantelkleider! Seidenmäntel! Setagummin, gesetzlich geschützte Seidenentzückende Regenschutz, Farbenmäntel, stellungen, Hotte Formen. Glockenund Faltenschnitte 138- 110,- 94,- 79,- 56% Gummimäntel mit passender Kappe, einfache Ausführungen, Cloekenformen 65,- 50,- 42.- 26% Wander- Kostüme u. Mantelkleider!!! volle 76% Kammgarn, Tuch, Eolienne, Prachtstücke erster Meister, 258,- 209,- 157,- 107, Back flisch- Kostüme, Jugendformen, fesche Ausführungen 158,- 45,- 33,- 28Feinköper( Covertcoat), Sportformen mit neuem U- Boot- Kragen 105, 78, 58, Sportjacken 25, 90, Staubmantel, imprägniert, aus Friedensstoffen 42, Plüschmäntel Astrachan, Seidenplüsch, Mohär- Plüsob, 250, flotte Glockenformen 200,- 150,- 105, Modelle Seidenkleider 150, Auswahlsendungen nach außerhalb gegen Anzahlung. Pelzmäntel Persianer, Fohlen, Electric, Prachtfella. fesche Formen 1200,- 900,- 650.Einzel- Modelle 425,- 300, 42, 35,- 25, 18, Ulster Praktische Ulster, fesch auf. gemacht, mollige Stoffe 100.- 75,- 50, einfache Ulster 40,- 25, 100,- 75,- Seidenröcke, Wollrücke 50,- 25,- 18, Lodenpelerinen 27% Letzter Sonntag geöffnet 12-2 Ubr Nächsten Sonntag 8-10 geöffnet. Westmann 1, Geschält Mohrenst 27a Passendes für stärkste Figuren vorrätig. 11. Geschält: r trankfurter Str. 115. Rabattmarken der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Werkmeisters Ernst Metto M. 59 396 204 77 10 150 080 59 69 546 285 36 • • 238 229 454 74 . 4 989 60 • 960 846 13 272 431 63 23 855 006 83 12 164 553 93 598 496 11 566 057 93 abzüglich der 3. Rate des Wehr- Beitrages Gewinn auf Wechsel und Zinsen Sorten, Zinsscheine usw. Wertpapiere Konsort- Gesch Provision Der Gewinn über 4% Geldzinsen ist zu Abschreibg. verwendet aus Dauernden Beteiligungen 56 945 200 847 814 94 = 11 25 385 533 67 4 380 1968 87 558 744 69 99 124 802/62 Der Vorstand der Deutschen Bank Paul M. Herrmann G. Schröter A. v. Gwinner E. Heinemann P, Mankiewitz C. Michalowsky O. Schlitter E. G. v. Stauss O. Wassermann Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Drechsler ( Ersatzkasse). Sonntag, den 29. April 1917, vormittags 10% Uhr: Mitglieder- Versammlungen sage ich allen Verwandten und Be fannten, den Kollegen der Firma Lüben& Buhse, dem Reserve- Lazarett Neue Welt", insbesondere Herrn Pfarrer v. Borgh für die trostreichen Worte am Sarge des teueren Entschlafenen meinen herzlichsten Dant. 1. Geschäfliches. 2. Raffenbericht vom IV. Duartal 1916 und I. Quartal 1917. Die trauernde Gattin 3. Verschiedenes. Bezirk A. Gewerkschaftshaus, Saal 9, Engelufer 15, Bezirk B. Restaurant Ehlert, Kottbuser Straße 19, Bezirk C. Restaurant Saffe, Alte Jakobftraße 61( Ede Sebastianstraße), Bezirk D. Restaurant Altmann, Invalidenstraße 146. Tagesordnung: Emmy Metto, Neukölln, Leinestr. 2. 34A Elektrische Drähte isoliert, Start- und Schwachstrom, Liten fauft jeden Bosten 28/ 7* Trapp. Wittenbergplatz 3 Steinplag 4659. Kostüme aus prima Stoffen. Große Auswahl in allen Größen! Wasserdichte Mäntel, alle Farben und Größen. Kostümröcke in Wolle und Seide. Seiden Kostüme Kleider, Blusen, Mäntel, Jacketts Fabriklager. Verkauf an Private. ICHAELIS Mauerstraße auerstraße 80, I neb. Konzerthaus. Sonntags 12-2. Ziehung 9.- 11. Mai 1917. 41/1 Straßburger Palast Geld- Lotterie 9339 Geldgewinne Tägl. 72 Mark 250000 75000 Hauptgewinne: Am Zoo Sonnt. 3, u. 72 Nur noch 3 Tage: Gastspiel der berühmten Sent M'ahesa und letzte Tage d. April- Progr. 30000 Spezialarzt 20000 Lose M. 3. Porto u. Liste 3.30 Pig, extra. H. C. Hahn's Wwe., Berlin S 14, Alexandrinenstr. 70. Dr. med. Colemann für Haut-, Harn-, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke, Ehrlich- Hata- Kuren ( Dauer 12 Tage), Behandlung schnell, sicher und schmerzlos ohne Berufsstörung. Stadtbhf. Königstr.34-36, Alexanderpl. Spr. 10-1 u.5-8, Sonnt. 10-1. Nr. 115+ 34. Jahrgang Beilage des Vorwärts( Süden- Westen) Groß- Berlin ,, Wir lesen den Vorwärts" nicht, aber wir mißbilligen ihn!" 28. April 1917 arbeiten unter sehr erschwerten Umständen stattfinden, so daß haftet. Bu gleicher Zeit entdeďte die Kriminalpolizei in der auch mit einem normalen Verlauf der Ernte Ichon jetzt Aleyandrinenstraße ein Hehlernest, das für 50 000 M. nicht mehr tann. gerechnet werden Die Reichsstelle be- Seide, Tuche, Drogenwaren, Parfümerien, Lederwaren und vieles trachtet daher die von ihr veröffentlichten Richtpreise für andere aus Diebstählen in der letzten Zeit barg. Hier hatte eint Frühgemüse unter allen Umständen als Mindestpreise, und Händler eine Stube gemietet, von der aus er das Diebesgut weiter rechnet mit der Notwendigkeit, daß sie die Höchstpreise, deren Fest- verschieben wollte. Dieses Lager hängt zusammen mit dem, das fegung erfolgen foll, sobald dies irgend möglich ist, nicht unerheb- fürzlich in der Blumenstraße gefunden wurde und für 100 000 m. lich höher wird bemessen müssen. Die Reichsstelle wünscht, daß dies Seide enthielt. Andere Sachen aus diesen Einbrüchen, von denen Ein Leser schreibt uns: Rede vom„ Vorwärts", berufe dich auf tunlichst bald allgemein befannt wird, damit die Anbaufreudigkeit besonders das Konfektionsviertel betroffen wurde, fand man auch ihn, und es rümpfen sogar diejenigen Leute ihr Niechorgan, die fast in den Erzeugerkreisen unter den jezigen widrigen Bestellungs- noch in der Raumerstraße. Die geschädigten Geschäfte haben schon nur seinen Namen fennen.„ Der„ Vorwärts", ach nee, der ist ja berhältnissen nicht leidet. Aehnlich liegen die Verhältnisse in bezug zum größten Teil die ihnen gestohlenen Sachen, alles in allem ein gar nicht wiederzuerkennen, der Vorwärts" ist ein Regierungsblatt auf die zu erwartende Obsternte. paar Wagenladungen voll, wiedererkannt. geworden," lächelt einer ironisch, der Nase und Verstand im" LokalFür 10 000 Mark Waren erbeuteten Ladeneinbrecher in der Anzeiger" verborgen hält, dem Blatt, das sich freilich mühelos treu In Tempelhof und einigen westlichen Bororten ist legter Tage bleiben konnte. Wenn die Spießbürger und die sog.„ Intellektuellen" über die Zustellung des Vorwärts" an die Abonnenten etwas verspätet Brinzenstraße 93. Hier betreibt die Witwe Ball, die in dem den Borwärts" in erhabenem Zone fpötteln, so ist das lediglich erfolgt. Unsere Expedition fann zurzeit kein Benzol erhalten, hat gegenüberliegenden Hause wohnt, ein Giergeschäft, in dem sie auch amüsant. Betrübend aber ist es, Genoffen, grauhaarige Genossen, deshalb Privatfuhrwerk angenommen, konnte aber bei dem heutigen Freitagmorgen aufmachen wollte, fand sie ihren Laden ausgeräumt. allerlei Nahrungs- und Genußmittel anderer Art führt. Als sie in derselben oberflächlichen und gedankenlosen Art von ihm reden Zustand des Fuhrwesens doch nicht jede Störung vermeiden. Einbrecher hatten die Scheibe eingedrückt und das Warenlager gezu hören. Mit welcher Sachkenntnis hier oft verfahren wird, mag Unsere Abonnenten werden unter diesen Umständen uns Nachficht plündert. Es fielen ihnen fünf große Kisten Eier in die Hände, die folgende wahre Begebenheit illuſtrieren. gewähren. ferner vier Ballons Essenzen für Himbeer- und Zitronenfprudel, Es war an dem Tage, an dem der„ Vorwärts" die Friedensdrei Zentner Paraffinkerzen resolution der deutschen Sozialdemokratie veröffentlicht hat. in schwarzweißroter Pad ung, Keine schriftlichen Mitteilungen in Baketen an Kriegsgefangene! 3000 Schachteln farbige Sterzen, die Schachteln zu sechs Stüd Ich betrete einen Raum, darin die zwei Aeltesten des Hauses, organisierte Der Oberbefehlshaber in den Marken macht bekannt: Da trop gepact, 20 Flaschen Kognat, 50 Flaschen Rotwein, ein Bosten Leute arbeiten.„ Na, was gibt's Neues?" rief mich der eine an. meiner Warnung vom 3. Januar d. J. sich die Fälle wiederholen, Lebensmittel verschiedener Art, 5000 Schachteln Schuherem und Gibt's nicht bald Frieden?" fragte der andere. In diefem Jahre in denen den Bateten an deutsche Kriegsgefangene 100 Stüde Lilienmilch- und Nahseife, alles in allem für 10 000 m. wohl noch wenn nicht alles trügt." Sie schüttelten die Köpfe fchriftliche Mitteilungen beigefügt werden, bestimme ich Die Bestohlene, die mit ihrem Warenbestande ihr ganzes Vermögen und lachten.„ Haben Sie schon die Friedensresolution der deutschen auf Grund des§ 9b des Geseges über den Belagerungszustand verliert, ist wahrscheinlich das Opfer eines Angestellten geworden, Sozialdemokratie geleien?" fragte ich nun. Nee, wo steht die?" vom 4. Juni 1851 für das Gebiet der Stadt Berlin und der Pro- der Aushelferdienste bei ihr annahm, um den Einbruch auszuIm„ Vorwärts" felbstverständlich." Den leien wir nicht. Haben vinz Brandenburg: Es ist verboten, den Postpaketen an die deut- fundschaften. Dieser Verdächtige läßt sich feit Freitag nicht mehr Sie ihn vielleicht da?"" Bei mir nicht. Unten habe ich ihn." fchen Kriegsgefangenen im Auslande schriftliche Mitteilungen beizu- fehen und auch seine Papiere fehlen. Der Einbruch ist wahrscheinlich Dann bringen Sie ihn doch hinauf. Oder schicken sie ihn mit fügen. Zuwiderhandlungen gegen vorstehendes Berbot werden mit in der frühen Morgenstunde von 4-5 Uhr ausgeführt worden. Die einem Jungen oben. Cie friegen ihn nach Tisch wieder." Gefängnis bis zu einem Jahre, bei Vorliegen mildernder Um Täter müssen einen Wagen benugt haben, um die Beute wegzuEinige Minuten später brachte ihnen ein Junge das Blatt.- Gleich stände mit Haft oder mit Geldstrafe bis zu 1500 m. bestraft. nach der Mittagspause erichien ich aber selber wieder, um es zurück- Diese Verordnung tritt mit dem 1. Mai d. J. in Kraft. zufordern. Ich war gespannt, zu hören, welch' einen Eindruck die Resolution auf die beiden Alten gemacht hatte. Na ja, das ist ja Kuba und Panama sind nunmehr den Vorschriften für feindliche Freisinger Straße 5 ausgehoben worden. In der Wohnung Die Angehörigen der Vereinigten Staaten von Nordamerika, von berger Kriminalpolizei in der Nacht zum Freitag in dem Hause Eine sogenannte fliegende Schantstätte ist durch die Schöne ganz schön", sagte der eine. Der andere aber schüttelte feinen kahlen Ausländer unterstellt worden. Die im Landespolizeibezirk Berlin der Modistin Gantowski wurde eine zahlreiche Gesellschaft bei einem Kopf und meinte:„ Es ist aber doch nicht mehr los mit dem Wohnenden dürfen diesen Bezirk ohne Genehmigung der hiesigen Settgelage überrascht, bei dem Wein in Strömen floß und sogar Der schreibt jetzt schon wie jedes andere Blatt." Kommandantur nicht verlassen, auch nicht vorübergehend. Ich lachte ihm ins Gesicht und widerlegte die törichte Behauptung. müssen sich auf ihrem Wohnungsrevier täglich einmal melden und Gelage wurden polizeilich festgestellt. Die Veranstalter der nächteine kleine Musikkapelle vorhanden war. Alle Teilnehmer an dem Ich weeß gar nicht." wunderte er sich, wie Sie ihn in Schuß sich von 10 Uhr abends bis 6 Uhr früh in ihrer Wohnung auflichen Feier und auch die Wohnungsinhaberin werden sich wegen nehmen können. Gleich auf der ersten Seite schreibt er doch: Jede halten. Stunde der Faulheit macht uns zu Mördern!" Wenn man das der Uebertretung der bestehenden gesetzlichen Bestimmungen zu ber liest, bleibt einem der Verstand stehen." Was?" schrie ich, das Zum Postvertrieb nach dem Generalgouvernement Warschau find antworten habeit. schreibt der Vorwärts"? Seid Ihr schon so vernagelt, daß Ihr fortan alle Tageszeitungen in deutscher oder fremder Sprache, alle nicht mehr richtig lefen könnt? Der Vorwärts" brudt hier ein Beitschriften in deutscher Sprache sowie eine beschränkte Auswahl Telegramm ab, das die englischen Genossen des Woolwich- Arsenals von fremdsprachigen Zeitschriften zugelassen worden. an die russischen Genossen der Petersburger Gewehrfabrik geschickt haben. Und in diesem Telegramm beißt es zum Schluß: Jede Stunde der Faulheit macht uns zu Mördern!" Vorwärts". " Sie schaffen. Charlottenburg. Lebensmittelnachrichten. In der Woche vont 30. April bis zum 6. Mai werden außer den einheitlich festgesetzten Zum Schutz aufsichtsloser Kinder. In dem gestrigen Bericht Lebensmitteln noch nachstehende Waren verteilt: Auf Abschnitt 68 über die Sigung des Kriegsausschusses zum Schuß aufsichtsloser der roten Nahrungsmittelfarte: Räucherwaren oder Fischmarinaden, Nun ging den beiden ein Licht auf, mir aber flammte die muß heißen: Kinder ist durch Ausfall einer Zeile der Sinn entstellt worden. Es Abschnitt 74: Kunsthonig, lose oder in Pateten( ½ Pfund). AbDie an das Oberkommando gerichtete Bitte, den schnitt 75: 4 Pfund Hafernährmittel, Abschnitt 76: 100 Gramut helle Zornesröte ins Geficht. Und als ich wieder draußen war, schlug Unternehmern die Beschäftigung von Müttern nur dann zu gestatten, Heringe, Abschnitt 77: ½ Pfund Rübenfauerkraut bis zum 30. ich die Hände zusammen und lachte ein grimmiges Stoßgebet zum wenn die Kinder in Krippen, Horten usw. untergebracht sind, ist ab- d. M. einschließlich, Abschnitt 78: 100 Gramm Suppenpulver oder Himmel empor. So leichtfertig bilden sich diese vom Oppositions- gewiesen worden. Wieviel Kinder in Berlin aufsichtslos find, will Würfel zum Preise von 13 Pf., vom 3. bis 12. Mai, Abschnitt 79: toller besessenen Eggenossen ihr Urteil über ihr altes Parteiblatt! der Ausschuß durch eine in den Schulen vorzunehmende Umfrage Pfund Weizengriez zum Pfundpreise von 28 Pf., ebenfalls von Die Ernährung der Stadtkinder auf dem Lande. ermitteln, die sich auch auf die noch nicht schulpflichtigen Geschwister 3. bis 12. Mai. Abschnitt 20 der Eierkarte vom 27. April bis der Schulkinder erstrecken soll." 5. Mai bringt atvei Eier zum Preise von 31 Pf. Die Anmeldung Der Staatskommissar für Volfsernährung hat im Einvernehmen für die neue Eierkundenliste muß unter Vorlage der roten mit dem Präsidenten des Kriegsernäbrungsamtes Bestimmungen er- Nochmals die mikhandelten grauen Erbsen". Zwei Leser Nahrungsmittel- und Cierkarten vom 30. April bis 3. Mai gelassen, die die Frage der Ernährung der auf das Land ge- schreiben uns: Die Nummer 113 enthält eine Anklage gegen die schehen. schiaten Stadtkinder regeln. Nach diesen Bestimmungen eitung der Massenspeisung, weil angeblich infolge falscher BeAnnahmestellen für getragene Kleidungsstücke. Die zwei werden den Landwirten ausreichende Mengen an Lebensmitteln handlung eine Menge wertvoller Nahrungsmittel hoffnungslos Annahmestellen für getragene Kleidungsstücke, die von 9 bis 1 Uhr zur fräftigen Ernährung der Stadtkinder belassen werden, verdorben fei". Als Effer in derselben Küche können wir nur feft- und 3 bis 7 Uhr werftäglich geöffnet find, befinden sich Bismardso daß, wie man uns schreibt, die Eltern die Gewigheit stellen, daß uns, und wie es schien- auch den anderen Gästen, straße 85 und Passauer Str. 40. haben können, daß es ihren Kindern an der so dringend gerade dieses Essen besonders gut geschmeät hat. Man soll nicht straße 85 und Passauer Str. 40. nötigen fräftigen Ernährung nicht fehlen wird. Sofern die Kinder ungerecht berdammen, wenn die Küche den liebgewohnten oftpreubei Selbstversorgern Aufnahme finden, was in der Regel der Fall Bischen süßsauren Geschmack nicht traf. sein wird, sind sie als zu deren Haushalt gehörig anzusehen und nach den für Selbstversorger geltenden Grundiäßen zu behandeln. Bei Inanspruchnahme von Getreide, Hülsenfrüchten und Kartoffeln ist den Landwirten zur Ernährung der Kinder die erforderliche Menge in gleicher Weise zu belassen, wie für Angehörige ihrer Wirtschaft. Für die Zuweisung genügt der Nachweis, daß der Landwirt sich verpflichtet hat, Stadtfinder in seinem Haushalt aufzunehmen. Der Fleischbedarf ist aus dem dem Selbstversorger aus Hausschlachtungen zur Verfügung stehenden Fleisch zu beden. Nötigenfalls kann die Erlaubnis zu weiteren Hausschlachtungen erteilt werden. Die Kinder sind vor ihrem Fortgang aufs Land recht zeitig abzumelden und ihnen die Lebensmitteltårten abzunehmen. Hierüber muß eine Bescheinigung erteilt werden, die bei der An- Jm Zirkus Schumann gelangt die Ausstattungspantomime meldung in dem Landaufenthaltsorte vorzulegen ist. Die Land- Die Seeräuber" nur noch während des April zur Aufführung. wirte erhalten für die Kinder, sowie sie nicht aus Selbstversorger- Auch die türkischen Jalustonisten beenden am 30. ihr Gastspiel; das borräten zu versorgen sind, Lebensmittelfarten, wie fie am ungelöste Rätsel Kismet" verläßt dann unwiderruflich Berlin. Der Landaufenthaltsorte üblich sind. Die Bestimmungen finden nur 1. Mat bringt ein aus Neuheiten bestehendes SpezialitätenAnwendung auf die Lebensmittelversorgung solcher Kinder, die von programm. der Butter- und Eiersammelstellen. Da sich über den Geschmad bekanntlich streiten läßt, so gewähren wir loyalerweise auch dieser Zuschrift Raum, ohne in der Debatte selber Partei ergreifen zu wollen. 14 Mart für ein Paar Sohlen! Daß das Befohlen von Schuhwerk jezt ganz außerordentlich teuer ist, hat wohl jeder selbst erfahren. Eine besonders trübe Erfahrung in dieser Beziehung mußte eine Familie in Lichterfelde machen, der ein dortiger Schuhmacher für das Besohlen eines Baar Stiefels nicht weniger als bierzehn Mart abforderte. Gegen den Biedermann ist Anzeige erstattet worden und er dürfte eine empfindliche Bestrafung zu gewärtigen haben. Schöneberg. Lebensmittelfürsorge. In der kommenden Woche gelangen an besonderen Nahrungsmitteln zur Ausgabe: Auf Abichnitt 14 100 Gramm Dörrgemüse, Abschnitt 15 400 Gramm Graupen, Abschnitt 16 Pfund Buder, Abschnitt 5 der Zuckerzusaglarte für Kinder/ Pfund Zucker, Abschnitt 17 der roten Lebensmittelfarte 1 Briefchen Süßstoff, Abschnitt 18 der grünen Lebensmittelfarte 200 Gramm Teigwaren( Anmeldung bis 1. Mai), Abschnitt 18 der roten Lebensmittelfarte 1/ 2- Pfund- Palet Gemüsesuppe( Anmeldung bis zum 1. Mai). Mr. 10 der neuen Zebensmittelfarte 2 Pfund frische Fluß- und Von Montag ab werden auf Abschnitt Nr. 73 der alten und Seefische( Flundern, Dorsche und Barsche) und ohne Karte Stinte in Gallert( Pfund 1,60 m. und 5 Pfund 8 M.) in den sechs bekannten Fischgeschäften verteilt. Für die zweite Hälfte der Woche ist eine Verteilung von Südfruchimarmelade, Kunsthonig und Sago in Aussicht genommen. Vom 28. April bis 3. Mai, mittags 12 Uhr, ist eine Neueintragung in die Eierfundenliste vorzunehmen. - Um die Jugendlichen von zwölf bis achtzehn Jahren für die leider fortgefallene Brotzulage zu entschädigen, Kommunalverbänden, gemeinnügigen Vereinen u. dgl. in größerer Mordversuch an einem Ehepaar. Einen raffinierten Mordverfuch gibt der Magistrat besondere Nährmitteltarten für Jugendliche Anzahl planmäßig auf dem Lande untergebracht werden. Die Ver- hat die 27 Jahre alte Arbeiterin Martha Reichert aus der Man- aus. Auf Grund diefer Nährmittelfarten wird vom 1. Mai ab in forgung von Kinder, die privat vorübergehend auf das Land ge- teuffelstraße 3 an dem Arbeiterehepaar Raunau, das im Hause Haferfabrikate, Sago oder Suppen berteilt werden. Außerdem der Regel wöchentlich 4 Pfund Nährmittel, wie Graupen, Griež, bracht werden, z. B. zu Verwandten, richtet sich lediglich nach den Elbinger Str. 12 im Erdgeschoß des Quergebäudes wohnt, berübt. werden zurzeit noch folgende besondere Zulagen gewährt: Für allgemeinen Grundsätzen. Sie besuchte die ihr persönlich befreundete Anna Raunau und verſteckte sich, nachdem sie sich von der Frau scheinbar verabschiedet schwangere Frauen in den letzten drei Monaten vor der Niederkunft:% Liter Milch täglich, 350 Gramm Brot wöchentlich Die Reichsstelle für Speisefette hat auf Anordnung des Prä- hatte, in einem dunklen Raum der Wohnung: Frau Raunau begab und 1 Pfund Haferfabrikate im Monat. Für Kinder im fidenten des Kriegsernährungsamtes eine Erhebung über die Zahl sich bald darauf zur Ruhe. In der Nacht gegen 4 Uhr erwachte sie ersten und zweiten Lebensjahr: 1 Liter Milch täglich in preußischen Landkreisen eingerichteten Sammel infolge starken Gasgeruchs. Sie weckte ihren Mann, schloß den stellen für Butter und den Umfang ihrer Tätigkeit, soweit vorher von ihr abgedrehten Hahn der Gaslampe und lüftete den und 1 Pfund Haferfabrikate monatlich. Daneben für Mütter, die diese auch die Sammlung von Milch und Eiern mitumfaßt, vorge Schlafraum. Nachdem sich der Mann frühmorgens zur Arbeit selbst stillen: weitere 2 Pfund Haferfabrikate im Monat. Der nommen. Obgleich die Antworten mehrerer Kreise noch ausstehen, begeben hatte, traf Frau Raunau zu ihrer großen lleberraschung in Nachweis des Stillens ist jeden Monat durch eine Bescheinigung der Säuglingsfürsorgestelle, Belziger Str. 13, oder durch ein ärzt so beträgt die bisher festgestellte Zahl der Buttersammelstellen über der Küche die Reichert an, die unter allerlei Ausflüchten angab, daß liches Attest zu erbringen. Diese Bescheinigung oder das Attest 18000, die sich aber nach dem zu erwartenden endgültigen Ergeb- fie fich habe einschließen laſſen. Sie entfernte sich nun schned. ist in der Krankenstelle, Neues Rathaus, Zimmer Nr. 343, umzu nis noch erhöhen wird. Die meisten Provinzen haben deren jede Bald nach ihrem Weggange entdeckte Frau Raunau, daß ihr zwei tauschen. Die Zustellung der Bezugscheine kann auch nach Gin1500 Sammelstellen und darüber. So zählt Ostpreußen mit 150 Geldbörsen, die in einem Jadett in der Küche steckten und 132,50 M. sendung der Bescheinigung oder des Attestes durch die Post erneu einzurichtenden Sammelstellen über 1700, Hannover und enthielten, fehlten. Es ist gewiß, daß die Reichert den Diebstahl folgen. Für Haushaltungen mit Kindern von 6 bis 10 Bosen bereits über 2000 und Schlesien annähernd 3000. Neben dem begangen und, um den Verdacht der Täterschaft von sich abzuwälzen, ahren: 1 Biter Magermilch wöchentlich. Für Kinder bis Sammeln von Butter haben diese Stellen vielfach auch noch die das Ehepaar zu vergiften versucht hat. zum 12. Lebensjahre: ½ Pfund Zucker monatlich. Für Aufgabe des Milch- und Eiersammelns. Ein ,, Revisor der Brottommission" treibt seit einiger Zeit fein eute über 60 Jahre: 1 Pfund Haferfabrikate im Monat. Giersammelstellen wurden insgesamt über 9000 ge- Unwesen. Ein junger Mann von 19-20 Jahren, der sehr gut gezählt. Es befassen sich also über die Hälfte der Buttersammel- leidet ist und gewandt auftritt, erscheint bei Hauswirten und erklärt Lichtenberg. Lebensmittelversorgung. Außer den für Großstellen gleichzeitig mit der Eiersammlung. Hiermit ist aber die ihnen, es sei bei einer Revision auf der Brotkommission festgestellt Berlin einheitlich festgesetzten Lebensmitteln werden in der Organisation der Giererfassung in Preußen bei weitem noch nicht worden, daß sie falsche Nahrungsmittelfarten erhalten hätten. Er nächsten Woche auf Lebensmittelfarten ohne Abtrennung von erschöpft. Die Haupttätigkeit liegt vielmehr hängig von Butter- und Milchsammlung und zwar unab- fei beauftragt, diese einzuziehen, und werde ihnen die richtigen zu- Marfen abgegeben: Salzblumenkohl und Salzrosentohl 40 Pf. pro richtungen. Im Berlauf der bisherigen Erhebung wurden unter stellen lassen. Auf diese Weise erhielt der Schwindler von den Pfund, Salzrotkohl( Pfund 45 Pf.), 5 Pfund Rübensauerkraut ahnungslosen Wirten Karten aller Art. Der falsche Revisor ist( Pfund 20 Pf.) und Fruchtkreude( Pfund 50 Pf.), gegen Abund annähernd weitere 1400 sollen demnächst eingerichtet werden. Die bartlojes Gesicht. der Hand über 1000 besondere Sammelstellen für Gier ermittelt 1,65 Meter groß und schlank und hat hellblondes Haar und ein trennung von Marken: Auf Abschnitt 11 100 Grammi Sago zum Preise von 75 Pf. für das Pfund, Abschnitt 12 S 1 Pfund HaferBahl dürfte sich aber infolge der am 28. Februar d. J. vom preugrüße oder Hafermehl, Abschnitt 12 G, K, J% Pfund Hafergrüße Bischen Landesamt für Nährmittel und Eier ergangenen Anord- Wieder zwei große Diebeslager entdeckt. Ein verdächtiger Handel oder Hafermehl, Abschnitt 12 E 4 Pfund Hafergrüße oder Hafernung noch weiterhin bedeutend erhöhen, wenngleich dem freien erregte Donnerstag in einer Schankwirtschaft die Aufmerksamkeit mehl zum Preise von 0,44 M. für das Pfund, Abschnitt 13 je Auflaufsystem, wo dieses sich bewährt, weitgehend Rechnung ge- eines Kriminalbeamten. Dort wurden allerhand Wert- und Schmuck 100 Gramm lose Suppen oder 2 Suppenwürfel zu verschiedenen tragen werden soll. fachen angeboten. Es kam jedoch nicht sofort zum Abschluß. Die Preisen, 0,85 bis 0,90 m. für das Pfund, je nach Art der Suppen, Da die Sammelstellen auch über den Umfang ihrer Tätigkeit Käufer bestanden darauf, erst die Waren zu besichtigen, und gingen die Cuppenwürfel 0,10 m. bzir. 0,15 M. der Würfel; außerdem berichten sollen, so wird es die Oeffentlichkeit freudig begrüßen, zu diesem Zweck mit den Verkäufern hinaus. Der Beamte folgte noch auf Abschnitte Süßstoff, Sardinen in Bouillon und Tomaten, wenn sie über die Menge der gesammelten Waren unterrichtet wird. ihnen heimlich und sah, wie sie sich in ein Haus der Naunyn Delsardinen, Räucherwaren zu billigsten Tagespreisen, Dorsch= straße hineinbegaben. Hier entdeckte man für 50 000 M. Gold- rogen, Heringe oder Rollmopje. Kabeljau, Dorsch, Schollen und Höchstpreise für Gemüse und Obst. waren, Belze usw., die aus der Pfandleihe von Goldmann in der sonstige Fluß- und Seefische zu billigsten Tagespreisen. Ohne Die Reichsstelle für Gemüse und Obst wird, wie sie mitteilt, Oranienstraße 58a gestohlen worden waren. Die Einbrecher Marfen werden abgegeben, gegen Vorlegung der Lebensmittelfarte: an ihrer Entschließung festhalten, Höchstpreise grundsätzlich dann batten dort aus der Tür einer Wohnung, die leer steht, die Füllung Muschelfleischwurst und Klippfisch. festzusetzen, wenn sich die Ernte einigermaßen übersehen läßt. Die herausgeschnitten, in einem Zimmer über der Pfandleihe ein Loch in die Alle Lebensmittelfartenabschnitte, auf welche in der laufenden von ihr für Frühgemüse veröffentlichten Preise sind keine Höchst Dede gebohrt und sich so Zutritt in die Geschäftsräume verschafft. In Woche Gemüsekonserven und Teigwaren noch nicht entnommen preise, sondern nur Richtpreise, die unter der Annahme einer nor- der Naunynstraße hatten sie sich vorher eine Küche gemietet, um die find, behalten in der kommenden Woche ihre Gültigkeit. malen Ernte festgesetzt worden sind. Infolge einer noch immer an- große Beute einstweilen unterzustellen. In diesem Schlupfwinkel wurden Alle Waren sind in den durch Aushang fenntlich gemachten haltenden ungewöhnlichen Kälteperiode werden die Bestellungs- gewerbsmäßige Einbrecher namens 8ippel und Schröder ver- Geschäften zu haben. bei den Sonderein Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirkstag der Groß- Berliner Organisation. Morgen, vormittags 10 Uhr, findet im Berliner e tertschaftshause( Saal IV), Engelufer 15, der Bezirkstag der Bezirfsorganisation Groß- Berlin( Sozialdemofratische Partei Deutschlands) statt. Spanbas. Stabtverordnetenuerfammlung. Die Sigung am Treptow. Lebensmittelverteilung. An Besonderen Lebensmitteln| Suppenwürfel zu 16 Bf. oder 60 Gramm Suppengemüse zu 9 f. Donnerstag beschäftigte sich zunächst mit der Frage ber n verteilt die Gemeinde in der nächsten Woche: Auf Abschnitt 28 der oder 60 Gram Dörrgemüse zu 22 f. Ebenfalls sollen in nächster stellung von Schulich western. Der Magistrat empfahl, Lebensmittelbegunstarte 200 Gramm Graupen oder Grüge für Beit Eier zur Berteilung fommen. verfuchsweise für die Alte und Neustadt eine Schulschwester angu- 12 f. Voranmeldung Montag und Dienstag. Auf Abschnitt 1 stellen, deren Aufgabe es sein solle, ein Zusammenarbeiten von der neuen Gierfarte 1 Gi fiic 36 7. Sm Ortsteil Banmichulenweg Schule und Haus zu ermöglichen und dafür Sorge zu tragen, daß und bei denjenigen Händlern. die bei der letzten Ver die schulärztlichen Anordnungen befolgt werden. Für diese um teilung nicht berüidjichtigt werden tonnten. Für werdende und stillende fangreiche Tätigteit wollte der Magistrat pro Jahr eine Vergütung Mütter gegen Borlegung der Bescheinigung eines Arztes ober einer von 600 W. zabien. Genoffe Pie per ging auf das Ungulängliche Bebamme 2 Stild frifche Inlandseier wöchentlich, das Stild 35 f., der Magistratsvorlage ein, da bei einer berartig geringen Ent- Ausgabe Zimmer 18 des Rathauses, außer Mittwoch und Donnerstag. schädigung fich faum fachkundige Frauen melden würden. Er be- Ohne Einfchräntung gegen Vorzeigung der Lebensmittelfarte antragte, drei Schufschwestern anzustellen mit einer Vergütung perben abgegeben: Mifegemlife fund 2.20 W., Stedrüben Bfund von 1000 m. pro Jahr. Es entspann sich eine längere Debatte, in 185 W., Gewürzaurten Pfund 1,00 M., Epeifeöl 50 Gramm 2 W., Der fich fast alle Rebner auf den Standpunkt des Genoffen Pieper Rübenfauertraut Bfund 20 f., Bouillantpfirfel Stild 4 Bf., Mal in stellten, nur die Magistratsvertreter und der Oberbürgermeister Gelee Bfunbbofe 4 M. Auf Abschnitt 11 der alten und Abschnitt 41 Tagesordnung: 1. Beratung der Statuten. 2. Wahl iraten für die Vorlage ein. Der Referent, Stadtv. Berlin, von der neuen Lebensmittelbezugsfarte Räucherwaren: Auf eine Starte der Bezirksleitung, des Bezirkssekretärs und Bestätigung der der Schuldeputation, erlaubte sich den recht bezeichnenden Aus- entfällt ein Büdling oder Pfund Sprottbüdlinge begiv. Sprotten. Kommissionsmitglieder. 3. Bortrag des Reichstagsabgeordneten drud, die Anstellung wäre nur notwendig, weil die Eltern der Auf biefelben Abschnitte auch noch Fischmarinaden. Flußfische obert Schmidt über Boltsinteressen Kinder zu nachlässig seien. Genoffe Bid frat ebenfalls varm für werden auf Abschnitt 12 der alten und Abschnitt 42 der neuen Arbeiterintereffen!" ben Antrag Pieper ein. Die Vorlage wurde darauf an die Echul- Bebensmittelbezugsfarte abgegeben. Huf eine Starte bis zu 1 Pfund, Sozialdemokratische Parteiorganisation Groß- Berlins. deputation zurückgewiesen, da eine Annahme aussichtslos war. auf einen Haushalt höchstens 4 Bfunt. Für die Durchführung der Vorarbeiten aum Neubau der Berliner Brüde wurden 20 000 2. bewilligt, ebenso 3000 m. für die Bücherei bes Boltsbildungsvereins. " J. A.: Eugen Ernst. 4. Kreis Röpenider Viertel. Mittwoch, den 2. Mai 1917, abends 8 Uhr, findet im Lotal von Fröhlich, Mustauer Str. 1, eine 2. Disluifiont. 3. Erledigung wichtiger Fragen des Viertels. Bersammlung statt. Tagesordnung: 1. Bericht vom Bezirkstag. stehen, als Gäste willkommen. Genoffen, die auf dem Boden ber Politit des Parteivorstandes Herm. Meisner, Mariannenplatz 28 II. Tempelhof. Besondere Lebensmittelguteilung. Die Gemeinde verlei burch fämtliche einfchlägigen Geschäfte am Drt auf LebensEine redyt lebhafte Diskussion entspann sich um den Dring- mittelfarten folgende Waren auf den Kopf:% Pfund Graupen, lichfeilsanirag der liberalen Fraktion, eine gemischte Kommission oder/ Pfund Sprotten ober/ Bfund faure Seringe. Die Breife 1 Euppenwürfel, 1½ Pfund Brießlinge oder Pfund Bücklinge einzusehen zur Beschaffung von Noble und sots an betragen für 1 Pfund Graupen 30 Bf.. für 1 Cuppenwürfel 10 Bf., hiefige Einwohner. Alle Rebner sprachen fich für die Notwendig 1 Bfund Brieglinge 2 M., 1 Pfund Bildlinge 1,60 m, 1 Bfund feit der städtischen Kohlenversorgung aus, nur der Stadtv. 208 protten 2,30 D. unb 1 fund faure Heringe 1,50 W. Die Waren ertiärte in feinen ersten Ausführungen, daß die Spandauer Kohlen müssen bis Montag entnommen werben, anderenfalls das Bezugshändler fehr wohl in der Lage felen, die Einwohner selbst mit gerecht erliidat.& ür jebe aufgerufene Lebensmittellarte ist nach ber nügend Brennmaterial au versorgen. Der Antrag wurde ein ausbrüdlichen Erklärung der Gemeindeverwaltung Ware vorhanden, Arbeiter Samariterbund. Solonne Groß- Berlin. stimmig angenommen. Lehrstunde haben nächste Woche abends 8, Uhr: 1. bis 6. Abteilung Städtische Lebensmittel. Seute fommt in den Geschäften so daß ein Anstehen nicht notwendig ist. Montag, den 30 April, Stöpenider Straße 62. Bortrag. Nach demselben Sunithonig zum Verkauf, und givar je 250 Gramm zum Preise Friedrichshagen. Lebensmittelverteilung. Seute lommen auf brattijdje Berbandübungen. Gäste baben einmaligen freien Sutrill. nan 55 Bf. für das Pfund auf Feld 2 der Lebensmittelfarte. Abschnitt Eber Bebensmittelfarte pro Stopf zur Verteilung: Ein 13. A.: Guftav Dietrich, Borf., Berlin NW 23, Stlopftodite. 25. Sommer Paletots Sport- Paletots Loden Pelerinen: 2 Zeitgemäße Literatur über Rußland Su beziehen von der Buchhandlung Vorwärts, Berlin, Lindenstr. 3 21 Das Zarenreid. Inhalt: Gebiet und Bevölkerung. Soz. und wirtsch. Verhältnisse. Finanzivesen. Das zarische Regime. Die auswärtige Politit Rußlands. Die ruffische Kriegsmacht. Mf.75; V.-A. Wt. 0,30 Pathitnow, R. 3., Die Lage der arbeitenden Klasse in Nußland. Mt. 2,50; gebd. M. 3, Maklow, P., Die Agrarfrage in Rußland. Die bäuerl. Wirtfdjaftsform u. die ländl. Arbeiter.. 2,50; gebb. Mt. 8, Thun, A., Geschichte der revolutionären Bewegungen in Rußland. Trojky, N., Rußland in ber Revolution. wit. 7, ML. 6, Escherewanin, A., Das Proletariat und die ruffische Revolution. Vorwort von H. Roland Holst. Brosch. M.75; 2.-A. ML. 50 Deutsch, E., Sechzehn Jahre in Sibirien. Erinnerungen eines russischen Revolutionärs. Mit Illustrationen und Borträts. Mt. 8-; gebb. Mr. 3,50 Leo Deutsch, unter bent ruffifchen Revolutionären eine der be. Tanntesten Berfonen, zeigt hier in feffelnder, oft leidenschaftlicher Sprache die Leiben und Rümpfe des russischen Boltes um die Freiheit. Biermal entflohen. Mr. 1,50; gebd. Mt. 2, Im ersten Teil des Buches gibt der Verfasser eine Ergänzung feines früheren Wertes Sechzehn Jahre in Sibirien" und im schluß an diese schllbert er feine Flucht aus Sibirien, feinen Aufent halt im Ausland und feine Rüdfehr nach Rußland im Jahre 1905. Jm hohen Grabe spannend find die Schilderungen feiner Einfer ferung in verschiebenen Gefängniffen, der Leiben während seines Plufenthalts in der Peter- Bauls- Festung, der administrativen Ber bannung und des Transports nach dein schrecklichen Zuruchanst in Sibitlen. Der Pope Gapon und seine Rolle in der ruffischen Revolution. mt.-, 50; B.-A. Mt.-, 25 Gapon war es, ber am 22. Jangar Hunderttausende feiner Bands. feute bor bas Schloß bes Baren führte, deffen Stame eine geltlang bas Intereffe der ganzen Menschheit erregte und der nach furger Zeit als Berräter an der Sache des Boltes durch das Urteil eines Revolutionstribunals hingerichtet wurde.-Arapotkin, Fürst P., Memoiren eines russischen Revslutionärs. Mit einem Vorwort von G. Brandes. t. 11, Parvus, In der ruffischen Bastille während der Revolution. Gebb. M. 1,50; broschy. Mt. 1, Diederich, Dr. F., Die Zarengeißel. Sturmschreie aus hundert Jahren. Das Thema dieses Buches ist der Kampf gegen den Barismus, der Rußland blutig fnechtet und Europa barbarisch bedroht. Die Barengeißel ist ein Kampfbuch voll Unerbitterlichkeit. Aus dem Sturm des gegen märtigen Krieges ist es hervorgewachsen. Wt.-, 60 Karl Marx über den Ursprung der Borherrschaft Rußlands in Europa. Kritische Untersuchungen von. Biasanoff. Deutsch von A. Stein. Ergänzungsheft zur Neuen Zeit Mr. 5. .-, 50 BUNTE VORTRAGE Kabarett Tívolí Spielplan vom 16.- 30. April: Fritz Steidl Oskar Altani Emmy Werbke- Pauly Fritzi Becker. Großes Orchester: Julius Meyer. Anfang 7, Uhr. Sonntags 4%, Uhr. Cottbusser- Damm 99. Ferf Morityplats 14553 Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- afer 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von G. A. Hanewacker, Grimm& Triepel. Stets frisch zu den äußersten Engrospreisen. Amt Moritzpl. 3014. M.Schulmeister Kottbaser Tor Dresdener Straße 4 Sonntags von 12-2 Uhr geöffnet Sakko- Anzüge = Rock- Anzüge= Sonntage von 12-2 Uhr geöffnet Jünglings- Anzüge Maßanfertigung zu allerbilligsten Preisen. Buchhandlung Borwärts, Berlin, Lindenstr. 3 Solange der Vorrat reicht tönnen wir noch zu nachstehenden Preisen liefern: Gerstäcker, Fr. Reiferomane und Erzählungen Jeber Band ist einzeln zu haben und kostet gebunden flatt früher Mt. 3,60.. 1. Die Regulatoren in Arkansas. 2. Die Flußpiraten des Mis 3. Gold. Ein falifornisches Lebensbib. 5. Stad Amerita 1. 6. Nach Amerika II. 7. Zabiti. Roman aus ber Sübfee. 8. Die Rolomie. Brafillan, Lebensbito. 9. Eine Mutter. Roman. 10. Mississippi- Bilder. 11. Der Erbe. Roman. 12. Im Bujch. Heimliche und unheimliche Geschichten. 13. Die beiden Sträflinge. Auftral Roman 14. Bell und Dunkel. 15. Unter den Pehuenchen. Chilentscher Roman. 16. Blau Waffer. Matrosenleben. Aus Der See. 17. General Franco. Lebensbild aus Ecuador. 18. Sennor Aguila. Lebensbid. Peru. 19. Alus avel Weitteilen. Nord- und Subamerita. 20. Der Kunstreiter. Eine Gemsjagd in Sirol. 21. Reifen. Südamerika, Ralifornien, Die Sübfeelnfein. 22. Reifen. Australien, Java. jetzt nur Mt. 24. Jm Edfenster. Roman 25. 28ilde Belt. 1,80 26, 18 Monate in Südamerika 1. 27, 18 Monate in Südamerifa II. us meinem Tagebuch. 28. Die Blauen und die Gelben. Benes zuelanisches Lebensbild. 29. Reue Reifen burch bie Bereinigten Staaten. Megito, Ecuador, Weft 30, inter Palmen und Buchen. indien und Venezuela 31. Stizzen aus Ralifornien und Subamerita. Der deutschen Auswanderer Fahrten und Schicksale. 32. Buntes Treiben. 33. In Amerifa. Amerikanisches Lebens. vild. Im Anschluß an, Nach Amerita". 35. Kreuz und Quer. 34. Einheimisches und Frembes. 37. Die Miffionare. 36. Süben und drüben. 38. In Merito I. 39. In Merito II. 40. In den Red River Sümpfen. 41. Serfahrten. 42. Snfelivelt. 43. Berrn Wahißubers Reiseabenteuer. 23. Streif und Jagdzüge durch Nord- 44. Retfen um die Welt 1. amerita. 45. Retfen um die Welt II. Buchhandlung Vorwärts Paul Singer G.m. b. H., Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Bon dort marschierten fie Von Erich Kuffner Der Berfasser hat als Teilnehmer den Bormarsch einer Infanterie- Division nach Rußland bei der Borjährigen Offensive mitgemacht und schildert hier seine Erlebnisse. Preis 50 Pfennig Bestellungen werden von allen unseren Kolporteuren entgegengenommen. Bei Einsendung von 50 Pf. in Briefmarken wird die Broschüre auch allen im Felde stehendenSoldaten portofrei zugefandt BLUSEN! Fesch! Elegant! Große Auswahl! Alle Preislagen! Eigene Fabrikation! E. Schmidt, Blusenfabrik, Neukölln, Bergstraße 151, 1 Treppe( Passage). Kein Laden. Sonntag von 12-2 Uhr geöffnet. Das Recht während des Krieges und dem Gesetz über den Vaterländischen Hilfsdienst:: Preis 40 Pt. Ein Buch, das Auskunft gibt über Familienunterstützung, Wöchnerinnen unterstützung, Kaufverträge, Miete, Abzahlungs geschäfte, Arbeitsvertrag, Familienrecht, Arbeiterversicherung, Angestelltenversicherung, Zahlungsfristen u. v. a. Fragen, die das Rechtsverhältnis berühren Buchhandlung Vorwärts 17 Berlin, Lindenstr. 3 Haben Sie Bezugsquellen- Verzeichnis. Berlin- Norden Bei Einkäufen empfohlen. Drogen, Farben Neue Hochstr. 39 Benckendorf Inah.Scholzendorfst. Fletsoh- u. Wurstw. Getschmanns Centr. B Kolonialwaren AM. Saegebarth Strelitzer Str. 57 Möbelmagazine Wiese& Co. Tischlermeister Reinickendorfrat. 97 Bezugsquellen- Verzeichnis Bern- Osten Erscheint wöchentlich einmal. Bei Einkäuten empfohlen. Butter, Elor, Käse P. H. Ackermann,& Filialen Mehlhandlung Joh. Pietsch Königsberger Straße 26/27 Photograph. Atellers Inh.0.Zeschke, AndraaaTh. Wenzelatt. 28 B. Andreasplats Warenhäuser Hamburger Warenhaus Max Flemming Alt- Stralan 11, Vorw.- Les. erh. 5%) Kreuz und quer durch den Ballan Eine Reisebeschreibung von Ludwig Lessen- Mit Zeich nungen v.glseSchüße- Schur Gebunden Mt. 1,50 Buchhandlung Borwärts Berlin, Lindenstraße 3, Laden. Kranzu. Blumenspende schnell und billig. + Fußbeschwerden? Zurmitrake 56 Dabers Moabit 6134. H.Pfau, Bandagist Bertin Direksenstraße 20 wischen Bahnhof Alexanderplatz und empfehle nach Maß pajfent gearbeitete Stützeinlagen Bruchbandagen aller Art, Reibbinden, Stuforsetts uit. Artie zur Gesundheits- u. Strantenpflege. C.. Pollmann, Bandagift, Berlin N, Lothringer Str. 60, Lieferant für Krankenkassen. Bolizeipräsidium.- Umt Kst. 3208. Für Damen Frauen- Bedienung. Lieferant für alle Kranfenfaffen Nr. IIS— ,917 Unterhaltungsblatt öes vorwärts Sonnabenö, 25. flprü Heinrich Manns �Maöame Legros". Erstaufführung im Lessing-Theater. DaS neue Drama ist ein Werk, in dem fich denkende Ver- tiefung. Kübnheit und ernstes Ringeir offenbart. Freilich, das seelische Problem, an das der Dichter sich heranwagt, widerstrebt in seiner Komplikation und verschlossenen Innerlichkeit der Bühnen» form, den Zwang, den sie dem Dichter auferlegt, was er zu sagen hat im Dialoge und gedrängte Szenenfolge einzukleiden. Der Um» schlag der Hauptfigur ins Visionäre wirkt bei dem Fehlen jeder vor- bereitenden, die Keime einer solchen Gcistesrichtung schon im Ver« gangenen nachwertenden Entwicklung auf dem Döeater in hohem Grad befremdend, und dies Gefühl wird noch gesteigert durch die extreme Schroffheit, mit der das Drama den Schwärmersinn dem weltlichen Milieu durchgängig gegenüberstellt. Um dem Zuschauer eme solche Erscheinung wirklich glaubhaft zu machen, den Schein vpn innerer Notwendigkeit um sie zu breiten, dazu hätte es stärkster poetischer Intuition bedurft. So folgt man zögernd über» legend, mehr gespannt aus die Gedankenwendungen, zu denen Mann das Thema ausspinnt, als durch den Eindruck selbsteigenen Lebens der Figur, die in dem Durcheinanderschillern pathologischer und idealistischer Momente reibt unbestimmt und problematisch bleibt. Konstruktives, nicht eigentlich GeschauteS prägt so dem Werke seinen Stempel auf. Aber die Eigenart und Kühnheit in dem Konstruktiven. das Streben, zu letzten Konsequenzen fortzuschreiten, gibt darum doch dem Ganzen ein starkes Jntereffe, hebt es bedeutsam aus der Tagesproduktion hervor. Das Stück spielt an dem Vorabend der großen französischen Revolution, weckt durch den Hintergrund der Zeiten die Erinnerungen an SchmtzlerS meisterlichen.Grünen Kakadu". Dem Bild frivolen Dekadententreibens stellt sich bei Mann in der Gestalt der Heldin die Regung eines neuen, erst noch mystisch verhüllten Rechts- gefühls mahnend und drohend gegenüber. Nichts deutet im den ersten Szenen, wo man Frau LegroS im kleinen Laden ihres Mannes bei ihrer Arbeit steht, auf Un» gewöhnliches in ihrem Charakter. Auch die Totgeburt, die in dem weiteren Verlauf als eine Art von pathologischer Erklärung für das Exzentrische in ihrem Verhalten dienen soll, scheint hier ihr Gleichgewicht noch nicht in der Tiefe erschüttert zu haben. Von dem Gange, zu dem ihr Mann sie schickt, kehrt sie als eine völlig Umgewandelte herm. Ein von einem Gefangenen hoch oben vom Bastillenturm herabgeworfener Zettel, den sie aufgefangen, hat das zuwege gebracht. Da schreibt ein Mensch, schon vierzig Jahre schmachte er unschuldig im Kerker, und fleht den Finder an, ihm zu Helsen. Sie kann nicht loS davon. Daß dieses Unrecht nur ein Tropfen in dem weiten Meer des Unrechts ist, das unter der de- spollsch höfiswen Regierung sich über Frankreichs Lande wälzt— derartige Erwägungen tauchen in ihrem Frauensinn gar nicht auf. In der Vorstellung des unschuldig Eingekerkerten verdichtet sich für sie der Inbegriff des Unrechts überhaupt. Sie muß dem Rufe folgen. Nichts anderes hat mehr Raum in ihrer Seele. Ihr Mann kann sie nicht halten, sie stürmt hinaus, die Menge, aufzureizen. Nur die Verwendung einiger Aristokraten, deren neugierig spielerische SensalionSsucht, fich durch die Seltsam- keil des Falles angezogen fühlt, schützt sie vor der Verhaftung. Die Damen und Herren der Gesellschaft taxieren sie als eine listige Intrigantin, die in eigennütziger Berechnung Aufsehen erregen und Karriere machen möchte. Auch diesem hohnlächelnd kaltherzigen Zynismus gegenüber, der, allem Höheren abgestorben, nur an die schmählichsten Motive glaubt, wird sie nicht müde, ihre Predigt fort und fort zu wiederholen. Herumgezeigt als Wunder in den schön- geistigen Salons, selbst vor der Konigin Marie Antoinette. die hämisch überbebsamer noch als die andere» ihrer spottet, wirbt sie für ihre Sache. Und sie erreicht ihr Ziel. Es kitzelt der Eitelkeil der Königin, die Sehnsucht der Närrin zu erfüllen. Man soll den armen Gefangenen laufen lassen. Um die Sensation noch pikanter zu würzen, befiehlt die hohe Dame, daß die Akademie MadanwvLWroS mft dem Tugendpreise kröne. Eigenartiger noch als die Kontrastjerüng dieser beiden Welten' ist'die Wendung' des Schlußakts. Jetzt, da sie Erfolg gehabt, feiert das Volk, das sie verlachte, die Frau als Heilige. Aber die Kräfte, die sie bis zum Ziele getragen, find nun verbraucht. Aus der Ekstase strömt die weibliche Natur in die gewohnte Bahn zurück. Die alte Liebe zu dem Mann, den sie verlaffen, erwacht aus der Erstarrung. Sie degreift kaum, was sie von ihm fortgetrieben, sie will fortan nur wieder eme treue, gute Gattin sein. Andere stärkere Gewalten haben sich im Volke wider das berghoch gehäufte Unrecht erhoben, daS ihr allein in Gestalt des.Unschuldigen' erschien. Von der Straße her erschallt das Lärmen des BastillensturmS, der Klang der Marseillaise. Der Ueberzeugungsmut und die Seelenreinheit der, gleich die Schillersche Jungfrau von Orleans, vom Glauben an eine Mission getragenen Frau kam in dem Spiele Lina Lossens zu warm-lebendigem Ausdruck. Auch die Nebenrollen waren in Barnowskys Inszenierung im allgemeinen trefflich besetzt. So die simple Gestalt des Ehemanns durch Z i e n e r, die der puppen- haften Gräfin und des schließlich von der Güte der Frau LegroS bezwungenen HoikavalierS durch Traute Carlsen und Kurt Götz, Eine im engsten Rahmen doch glänzend auSgesührle Porträlskizze bot Jlka G r ü n i n g als alte ftomm gewordene Marquise. ckt. Deutsches Opernhaus: -Ieuersnot."—»Die glückliche Insel." Nach den mit seiner ersten Oper.Guntram' erlittenen Ent- täuschungen ging Richard Strauß an ein neues Bühnenwerk, die.Feuersnot'. Eine niederländische Sage hatte ihn dazu an- geregt, Ernst von Wol zogen schrieb das.Singgedichl'. Kaum jemand anderer hätte die Aufgabe bester lösen können. Re- solut stellte er das Grundmotiv der Sage auf den Boden All- Münchens und baute es zu einer Handlung in Versen aus. „Kunrad der Ebner', ein kunstadliger Geselle, wird in der Sonn- wendnacht von.Diemut', des Bürgermeisters Tochter, die er liebt, allgemeinem Spotte preisgegeben, indem sie ihn mittels eines Förder- korbeS halb zu sich hinaufziehen, ihn dann aber zwischen Erd und Himmel baumeln läßt. Als nun das Jungvolt vom Sonnwendfeuer- vergnügen wieder stadtein strömt, verlacht es den Genarrten, worauf er, ein Zaubermächliger, alles Feuer und Licht verlöscht. Erst, nach- dem er das Glück der Liebe Diemuts erfährt, flammen mit einem Schlage sämtliche Lichter, wie auch der Scheiterhaufen vor dem Tore bell wieder auf. Gewisse Symbolik ist aber dabei. Oben vom Balkon, wo hinauf sich Kunrad mittlerweile geschwungen, hält er den Münchnern eine Strafpredigt. Wie einst den Meister Reich- hart, einen.hehren Herrscher der Geister', hätten sie später Wagner verjagt und nun auch ihn(Strauß) wegen der Guntram- Oper verlacht. Ueber die Musik kann man nur einer Meinung sein. Strauß, dem von Wagner mit seinen Meistersingern gegebenen Beispiel folgend, schlug durchaus volkstümliche Elemente an. Abgesehen von humorvollen Motiven und Bezügen auf daS Münchener völkische Musilleben k, Bockmusiken' usw.), hören wir gleich eingangs Pracht- volle— nur freilich allzu schwere, daher auch diesmal nicht befriedigend gesungene— Kinderchöre. Alles in dieser Partitur sprüht und glüht und zeugt von heiligstem Künstlerernst. Das Motivische spielt eine gewisse, jedoch nicht lärmend sich vordrängende Rolle. Ganz einzig ist das Flammenmotiv in seiner Einfachheit und Schöne. Bei der Rede Kunrads schwillt die Musik zu feierlicher Wucht und Größe empor. Wäre dem nicht so, müßte Kürzungen daS Wort geredet werden. Die Aufführung war sorgfältig vorbereitet. Julius vom Scheidt als Kunrad und Lotte Stein(Diemut) beherrschten die beiden Haupt- Partien. Das Orchester, geführt von Eduard Mörike, spielte mit hinreißendem Schwung. Von der Sendlinger Gaste hätte aber die Regie schon mehr zeigen sollen, als bloß zwei Häuschen vor dem Tore. Das war ein gar zu ärmlich Bild I Den hierzu im schärfsten stilistischen Kontrast stehenden Beschluß machte ein Singspiel Offenbachischer Prägung. Oskar Blumen- t h a l schrieb die korrekt gebauten, rundllingenden, freilich nicht allzu tiefen GefangStexte. Die„Handlung', vermutlich nach Offenbachs Singspiel„Die Insel Fortunat' gestaltet, wäre ziemlich simpel, wenn nicht Julius Lieb an dem Herzog seinen ganzen erprobten Reichtum grotesk komischer Darstellung verliehe. So kommt— unbeschadet mancher Mutwilligkeit— Leben in die Bude. DaS garantiert den Lacherfolg. Daß Leopold Schmidt(nach Odysteus Heimkehr, dem ersten Versuch) abermals einem verschollenen Werkchen Offenbachs auf die Bühne verhilft, ist lobesam. Ostenbach hat eine große Anzahl von Singspielen und Parodien— Kinder des Gelderwerbs und echtschöpferischer Laune— hervorgebracht, ihrer jedoch, sobald sie Augenblickserfolgen genügt hatten, nicht weiter geachtet. Allenfalls nur insoweit, als er die werlvollsten Orchester- und Gesangsstücke andern seiner späteren Operetten ein- verleibte. Es sind wohl alles erstklassige.Schlager', die hier, wie neu, wieder erklingen: die Couplets, da» prachtvolle Menuett nebst anderen Marsch- und Tanzmusiken. Schmidt hat sie verständnisvoll zusammengestellt. Wieviel vom feinen, bornehmen Begleitsatz auf deS Herausgebers Konto einfällt, entzieht sich der Kontrolle. Unverkennbar ist das Streben nach Sauberkeit. Gleichwohl hätte etwas niehr an pikantem Aufputz dem Ganzen genutzt. Der Erfolg war ein wohlverdienter— auch der Aufführung. ek. Kostenlose§rühlingsgemüse. Die Zentral-Emkaufsgesellsckast in Berlin W 8 hat im Vorjahre ein kleines Flugichriftchen von Professor Winkel verbreitet. daS jetzt in verbesserter und erweiterter Form erscheint und auch in diesem Frühjahr ganz besondere Beachtung verdient. ES sind dort mehr als 8l) wildwachsende Kräuter namhaft gemacht, die zur Ver- Wertung in der Küche geeignet sind. Beigegebene Illustrationen er- leichtern das Einsammeln. Profestor Winkel, dem man seinerzeit entgegnete, das Sammeln lohne sich für Städter nicht, wie? in der nächsten Nachbarschaft Bauplätze nach, wo ein einziger während des ganzen Frühjahrs für fünfzig Familien wöchentlich ein Freigericht von schmackhaftem Gemüse zu liefern vermochte. Wie zahllos wuchern nun erst Nährpflanzen an Wegen, Waldrändern, Hecken, Gräben, Eisen- bahndämmen und dergleichen. Die Verwendung ist sehr vielseitig. Die jungen Wildpflanzen werden zu Suppen roh als Salat, gekocht als Gemüse verwendet, ferner zur Herstellung von Gemüjeklötzen, Gemüjekartoffelpuffer. Gemüseiülzen, süßen Gemüsespeisen(die schon lange auch in Holland aus Sauerampfer bereitet werden), zur Herstellung von Kräuterbuticr (einer sehr schmackhaften Streckung deS Brotaufstrichs) und von ver- schiedenen Tunken und Soßen. Näheres darüber ist in dem Flugschriftchen„Unsere Wildpflanzen in der Küche' enthalten, das die Zentral-Emkaussgefellschaft voriges Jahr gratis, die neue veränderte Auflage für 10 Pf. abgibt. Auch die Zentralstelle für Hausfrauenvereine Groß-BerlmS, Berlin W 62, Lützowplatz 9, hat ein Gratisflugblatt herausgegeben, in dem eine Anzahl Rezepte enthalten sind. Es werden da z. B. die Zutaten angegeben für ein Gericht Gemüse aus jungem Ginster oder von Löwenzahn und Melde für vier Personen, oder für Salat von Kerbel oder Vogelmiere. Auch werden dort Winke gegeben über die Herstellung von kalten und warmen Getränken aus Wildpflanzen. Da die Kräuter oft starken Eigengeschmack haben und bald bitter(Löwenzahn), bald scharf(Brennestel, Tripmadam, wilder Lauch u. a.), bald sauer(Sauerampfer, Sauerklee), bald würzig (Brunnenkresse, Schafgarbe), bald derb(junger Hopfen) schmecken, so wird die Mischung der Kräuter empfohlen, wodurch der Eigen- geschmack aufgehoben wird. Die meisten Wildgemüse, die stetS nur jung zu sammeln sind, erfordern ein längeres Kochen, wie Spinat. Bittere Kräuter, wie Löwenzahn, tut man erst in siedendes Salz- wasser, schreckt in kaltem Wasser ab nnd legt sie dann noch einen Tag in mehrmals erneutes kaltes Wasser. Mischgemüse empfiehlt sich auch für Gemüseklöße, Sülzen usw. Daß auch Wurzeln, Knospen, Blüten und Früchte verschiedener Wildpflanzen verwertbar sind, ist teilweise bekannt. Der Same von Manna(Gtycisria, fluitans), die Knollen von Johanniswedel(Lpirass, filipendula) und unsere Knötericharlen geben Suppenkorn und Grütze, Erdbeer-, Brombeer- und Stiefmütterchenblätler, Holunder- und Lindenblüten geben Tees. Die Blütenknospen des Holunders, der Sumpfdotterblume und des Ginsters dienen als Ersatz sür Kapern. Sie werden, nachdem sie einige Stunden m Salzwasser gelegen und darin aufgekocht sind, in Essig aufbewahrt. Rottze». — Die Große Berliner Kunstausstellung kann in diesem Jahre ihre gewohnte Stätte, den Ausstellungspalast am Lehrter Bahnhof, nicht beziehen. Die Ausstellung wird deshalb in diesem Jahre im Kunstpalast zu Düsseldorf veranstaltet. An der Ausstellung werden sich auch die beiden Gruppen der Berliner Sezession beteiligen. — Was ist nun mit Amerika? Das wurde uns dur� den Wortrag nicht klarer, den der Deutschamerikaner Dr. Darm- staedter in dem Englifch-Deutsch unserer Landsleute drüben hier in der.Urania' hielt. Hoffentlich hat er recht, daß sie auch zwischen Atlantie und Paeifie nicht so heiß essen, wie'Wöodrow-Janus Wilson kocht. Immerhin merkte man an etlichen Bemerkungen, daß der Amerikaner gewohnt ist, ohne die ängstliche Zurückhaltung zu reden, die uns im Blut steckt. Von dem Senator Penrose, der die Rothäute gegen uns mobilisieren will, hörte mau, daß er an einer großen Deckenfabrik beteiligt ist: und wenn der rote Mann auf den Kriegspfad geschickt wird, muß man ihm eine Decke liesern— für Penroses SOv 000 Indianer also 600 000 Decken für Mann und Musterung. Solche Kriegsbegeffterung kommt uns bekannt vor.— Heiter war es auch zu erfahren, wie viel die ameri- kanifchen Studenten nicht wissen. Wird das Volk der Republik mit dieser fröhlichen Unbekümmerlheit fich in den Niagara des Weltwahnsinns stürzen? Mbeiter. 2] Loil Stij n Streuvels. Berechtigte Uebertragung aus dem Flämischen von Georg Gärtner. .O. wenn ich nur weiß, was drin steht!' „Horch mall" Endlich kam es, ein Wort nach dem andern, heraus: „Libe frau Mansc. Wir sein fertig mit Schncideu wir sein auf dem weg nach unser Baterlant heute abend mit dem Zug und hosen sontag mit dem Zug am bahnhof anzukommen und Hofen euch alle zusameu Manse und alle die Buben gesunt wieder zn, sehen grüßt die Fcrfakes und die Rilants von Scf und Aluwics ade auf Widcrsehn mit Ivo Baikaan deinem Mann Sarel Zeinafe hat dies geschrieben weil ihr sollt wissen daß wir kommen. Gruß Sarel Zeinafe." Die Frau stieß einen Seufzer der Erleichterung aus. Es war für Natlie eine schwere Aufgabe gewesen, aus di'cscm Schreiben klug zu werden, aber für Mansc, die Wort für Wort langsam'hatte Heranskommen hören, hatte es keinerlei Schwierigkeiten.?llle ihre Angst war mit einem Male verschwunden. „Ha, die Dummköpfe!" rief sie.„Einen so zu er- schrecken!'s is reine Narrheit, diesen Brief zu schreiben. Sarel Seynaeve hatte seine Künste zeigen wollen; Ivo wär's niemals eingefallen, zu schreiben." „Nun, fetzt weißt du's," bemerkte Natlie, die die Bcdcu- tung ihrer Tat und die Größe ihrer Gelehrsamkeit zur Geltung bringen wollte. Sic faltete das Papier wieder zusammen und steckte es in den Umschlag zurück. „Da 1" „Sei bedankt Natlie, ich bin froh, daß ich Bescheid Hab', denn wenn man nich gelehrt is, jagen einem diese fremden Dinger immer Furcht ein." Auf dem Nachhauseweg fühlte Mause die Freude in sich aussteigen, weil sie nun ihren Manu wiedersehen sollte— weil sie jetzt wußte, was in dem Brief stand, und auch wegen des Briefes selbst— weil sie an sie gedacht hatten— dies schätzte sie besonders. Boll froher Erlvartung eilte sie nach Hause. Schon von lveitem liefen ihr die Buben entgegen und überhäuften sie mit Fragen. „Vattcr kommt heim!" rief sie. „Vatter kommt, morgen!" Mit einem Schlage fühlten die Jungen, daß sie sich freuen mußten— weil sie den Vater wiedersehen sollten— aber noch viel mehr: weil etwas im Werke war, etwas sich veränderte, über die Uebcrraschung und am allermeisten: weil er etwas mitbringen würde— weil sie nun alles bekommen würden, was die Mutter ihnen schon monatelang versprochen hatte. Alles, was sie ersehnt, alles, was sie gewünscht hatten, war stets abgewiesen oder bedingungsweise zugestanden worden mit den: ständigen Trostwort: „Wenn der Vater mit Geld zurückkommt, dann kaufen wir alles, was ihr wünscht." Kein Wunder also, daß die unerwartete Kunde große Aufregung erweckte, und abermals wurden alle Wünsche aus- gezählt. Für Manse selbst war diese Rückkehr von viel größerer Bedeutung; es war zunächst die Erlösung aus drückender Armut— alles, was sie drei Monate lang für den Haushalt nötig gehabt, mußte aus Borg geholt werden, und schon mit dem Ällernotwendigsten war die Schuld bereits so schrecklich hoch aufgelaufen, daß sie sich selber nicht mehr zu dem Krämer traute und die Kinder schickte, die in aller Einfalt den aus- wendig gelernten Spruch hersagten: „Die Mutter wird bezahlen, wenn der Vatter aus Frank- reich wiederkommt." Den genauen Betrag ihrer Schulden kannte sie nicht, aber sie hatte eine bange Ahnung, das nagende Bewußtsein, daß das, waS in zwei, drei Kramläden des Dorfes auf ihrem Konto stand, ständig anwuchs. Mit einem solchen Haufen Buben braucht man auch so viel, und wenn kein Geld ins Haus kommt, gehen die Schulden wacker in die Höhe. Die Heimkehr Ivos sollte nun ihre Ehre wieder herstellen bei dem Bäcker, dem Bauer und dem Krämer. Diese Heim» kehr würde alles wieder gut machen: Ivo würde Geld mit- bringen und sie würden wieder obenauf sein! Dazu kam noch etwas: daß ihr Manu zurückkehrte, daß Ivo heimkam, nichts weiter I Das pure Verlangen, ihn wiederzusehen, ihn wieder daheim zu haben; die festliche Stimmung beim Einzug, daS Abholen, der Empfang, morgen, am Sonntag! Und die darauf folgenden Tage, den ganzen Winter, würde sie ihn daheim haben, hier im und um das Haus; sein Gesicht sehen, seine Stimme hören, ihn mit den Buben sich abgeben, ihn in der Hcrdecke sitzen sehen; und mittags bei Tisch die Geselligkeit, der Respekt bei den Buben, abends Besuch, mit dem man schwatzen konnte, das Vertrauen in seine Macht und Meisterschaft, wenn sie nachts zusammen im Bett liegen würden— bei ihr, die sich allein so sehr fürchtete. Sie empfand es als die Befreiung aus ihrer Einsamkeit und aus ihrer weiblichen Wehrlosigkeit. Den ganzen Sommer hatte sie hier gelebt in ihrem Häuslein, das einsam und verlassen im Felde stand. Es war beinahe, wie wenn eine Witwe plötzlich ihren Mann wieder bekommt und sich an- schickt, ihr häusliches Glück in vollen Zügen von neuem zu genießen. Sie sehnte sich nach ihrem Mann, sie hatte ihn schwer entbehrt die ganze Zeit, dazu kam auch die Bewunde- rung, er stieg in ihrer Achtung noch mehr bei dem Gedanken. daß er drüben im Französischen so viele schwere Arbeit ge- leistet, um mit einem hohen Lohn nach Hause zurückzukehren. Sie nahm sich vor, ihn gut aufzunehmen und ihm das Leben angenehm zu machen— ihn tüchtig ausruhen zu lassen, den ganzen Winter durch. „Und du, mein Herzchen!" rief sie plötzlich begeistert und küßte das Kindlcin in der Wiege.„Du hast deinen Vater iroch gar nich gesehn! Wie er sich freuen wird! Morgen darfst du mit." „Wir auch— Ich auch, Mutter?" „Ja, alle zusammen!" Aber über viele Dinge, von denen ihr das Herz voll war, konnte sie mit den Buben nicht sprechen. Sie konnte ihr Gemüt nicht erleichtern, und es war ihr peinlich, ans ihre schmeichelnden Fragen antworten zn müssen, während sie von ihrer eigenen Rührung überwältigt war. Sie mußte ihre Freude mitteilen. Da"fiel ihr ein, daß in dem Briefe auch etwas stand von Vervaecke nnd Rylandt, und die Mutter mußte es doch auch erfahren. „Ha. der Schlaukopf!" dachte sie plötzlich.„Es geschah darum, daß ich es Emma sagen soll und daß sie morgen mit- kommen soll! Er hat sich nich getraut, an sie zu schreiben und nach Hause auch nich! Er ivußte, daß ich es ihr sagen werd'! Er hat nur nicht den Mut, sie zn nennen!" Manse dachte an die Liebschaft des jungen Sehnaeve mit Eulma, ihrer Schwester, die noch daheim bei der Mutter wohnte. (Forts, folgt.) Direktion Max Reinhardt. Deutsches Theater. 7 Uhr: Der Geizige. Sonntag: Der Geizige. Nachm. 2( kl. Pr.): DerWeibsteufel. Kammerspiele. 7% Uhr: Fasching. Sonntag: Fasching. Nachm. 2,( kl. Pr.): Das Konzert. Volksbühne. Theat. a. Bülowplatz. 7 Uhr: Volk in Not. Sonntag: Volk in Not. Lessing- Theater. 7, Ubr: Madame Legros. Zirkus A. Schumann Sonntag: Madame Legros. Montag: Liebe. Deutsch. Künstler- Theater. Allabendlich 7, Uhr: Der Kammersänger. Comtesse Mizzi. 1. Klasse. Taubenstr. 48/49. Nur noch 3 Tage. Das große Zirkusprogramm. Die türkischen Zulufionisten Delanne und Benita Eine Flucht mit Hindernissen und die Brunt- Pantomime Theater i. d. Königgrätzerstr. URANIA Tannst Die Seeräuber. Dir. C. Meinhard R., Bernauer. 7, Uhr: Erdgeist. Komödienhaus 4 Uhr( halbe Preise): Im U- Boot gegen den Feind. 8 Uhr: Dr. L. Darmstädter: Sonntag, 29. April 2 Borstell. 3 u. 7, 11: Borlegte Ausführung ber Seeräuber und das große T: Die verlorene Tochter. Die Deutsch- Amerikaner. 1 angeh. Send fr. Berliner Theater 720 Uhr: Die tolle Komteb. im Weltkrieg. Theater für Sonnabend, den 28. April. Deutsches Opernhaus, Charlottenb.[ Neues Operettenhaus Uhr: Tannhäuser. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 7% Uhr: Das Dreimäderlhaus. Schiffbd. 4a. Kassentel.: Nord. 281. 74, U.: Der Soldat der Marie. Sonntag 3 Uhr: Der Vogelhändler. Gebr. Herrnfeld- Theater. Residenz- Theater 7 Uhr: Ehe- Urlaub. Kleines Theater TU.: Hans im Schnakenloch. 7%, Uhr: Die Warsch. Zitadelle. Komische Oper 7 Uhr Die Dose Sr. Majestät. 20 Min.: Sonntag 3: Der Pußta- Kavalier. Lustspielhaus 7, Uhr: Die schöne Kubanerin, Schiller- Theater O 7% Uhr: Will und Wiebke. Schiller- Th. Charlottenb. 7 Uhr: Der Bibliothekar. Thalia- Theater 25 Min.: Das Vagabundenmädel. Theater am Nollendorfpl. 3 Uhr: Die zärtlichen Verwandten. U. Die Gulaschkanone. Sonntag 3 Uhr: Das Glücksmädel. Theater des Westens 7% U: Die Fahrt ins Glück. Metropol- Theater 7 Uhr. Die Czardasfürstin. 10 Min: Heute: Trianon- Theater 8 Uhr: D. alte Feinschmecker. Berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Großes Konzert des Berliner Konzerthaus Orchesters, Anfang 7, Uhr. Leiter: Komponist Frz. v. Blon. Eintritt 30 Pf. Anfang 7, Uhr. An allen Nachmittags- Konzert hei freiem Eintritt Wochentagen und voller Orchesterbesetzung. Teil weit unter Fabritationspreis 10 000 Sprechmaschinen, zum Verkäufe trichterlos und mit Trichter, von Leihhaus Rosentaler Tor, 9 Mart an, bis zur elegantesten Aus. Linienftraße 203/4, Ede Roientbdler fübrung, werben zu nie wieber ftrage, verlauft neue Herrengardes fehrenden Breifen angeboten. Musikroben, Pelzstolas, Muffen. Goldene, baus Münzstraße 18, dicht am filberne Herrenuhren, Damenuhren, Stetten, Schmudfachen, Brillanten Sluf Uhren dreijährigen Garantie. imein. Eigene Berlitutt. 181* Leihhaus Warschauerstraße 7. Ber leganderplay. 17812* Festspiele fär ble Marine Zirkus Busch Seute und folgende Tage Beginn 7, Uz Die Deutsche See Dramailsches Spiel von Georg Engel Mufit von Vaul Scheinpflug Inszenierung Friz Friedmann- Frederich Hermine Rörnir, 3fa Grüning Jdaüft, Marianne Affermann, Lore dert, Rinita Berber, Olga Desmond, Josefine Klein, Marianne Gonia, Theod. Loos, Abolf Klein, Oster Sabo, Abolf Klein, Rurt Frederic, Marcell Gavern, Artur Belli, Georg Blanvalet Das verfärlie Blüthner Drefter unter Leitung des Komponisten. 2000 Mitwirkende Preise M. 0.50 bis M. 10.00 Vorverlauf bei Wertheim, Bote& Bod, Invalidenbant, an den Birtust affen unb im Konzertbüro, Mobfte. 8, L. Walhalla- Theater. 7 Uhr: Der fidele Bauer. Leinölfirnis, Standöl bis 13,-, 1 Beißlade bis 6, Gebr. Borowsti, Gneisenaustraße 5. ( Rollendorf 2379.) WW Frühjahrs Neuheiten Paletoit verschieb. Art. zu tragen v. m. 29.75 Brunnenstr.56-57 12 12 Bortelhafte Ange bote in Roftümen aus Wolfe, Taft, Geibe etc., Röden, Blufen, impräg nierten Geiden. Manteln, Phanta fie und Koverfot Paletots in allen Farben u. Größen auch für ganz starte Damen Aur eigene Fabrifate, ohne jeben Zwischenhandel. Rostüm in aff. Farben v. m. 68.Auswahl unvergleichlich. Oskar Wollburg NORTH Lucy Kieselhausen mit ihrem Ballett Neue Tänze! Paul Beckers mit neuen Vorträgen sowie der abwechslungsreiche April- Spielplan! Meeründet 1996 Apollo FRIEDRICHSTR AN DER KOCHSTE Allabendlich 7, Uhr: Das vielseitige Varieté- Programm! Die Kasse ist ab 10 Uhr geöffnet Casino Theater Lothringer Str. 37. Säglich 7% 116. 74, Uhr: Das neue April Progr. Negro, 4 Remies. Fr. Steidl 8 Uhr: Allabendlich stürm. Beifall. Großer Heiterfeitserfolg NATIONAL- THEATER Wean's Meilüfterl weht. 31.8. Größter Lacherfolg. 18. Studentenliebchen. Posse mit Gesang u. Zanz in 8 ft. Musik von Walter Bromme. Sonntag 3 1hr: Jugend, Borverkauf ab 10 1hr ununterbrochen. Rose- Theater. 7%, : Das Findelkind. 8% Uhr: Die 7 Raben. mehrere, fofort auf| Sonntag 4 Uhr: Sein Puppchen. Admirals- Palast. Die Novität Abrakadabra großes phantastisches Ballett auf dem Eise. 7% Uhr. Vorzügl. Küche. Fahrstuhlführerinnen ge2038* Felches Mantelfieid v. Dr. 59, Brunnenstr.56-57 Voigt- Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Heute 7, Ubr: Die Maikönigin. Sonnt., 29.4., nadmt. 3: DerTanzteufel. Abends 7 Uhr: Die Malkönigin. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Cabaret ,, Feldgrau." Anfang 7% Uhr Sonntag letzte NachmittagsVorstellung zu ermäßigten Preisen! Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Pg. Schneider Fußbobenlade, Dellade, stopallade, Mingförbe gélucht. Zeldjért, zichtem funt gebungen in Wajdiferthaus Züchtige Schlosser faufen sofort berg. Withlisdjftraße 12/13.+112 A. Jandorf u. Co., Charlottenburg, und Schmiede Korbmacher auf Geschoßtörbe Wilmersdorferstraße 118/119. 2088* 243/ 4* berlangen. Schlesinger u. Co., Fahrstuhlführerinnen fofort ge- fofort bei bauernber Beschäftigung 7,60 Mart, Stetten, Ringe, Schmud Platinabfälle per Gramm bis Markusstraße 18. 43942 fucht. Meldungen im Maschinenhaus berlangt Schulz u. Holdeflets, Fennitr. 13. fachen, Bestede, Uhren, Tafelaufsäße, Handelsgesellschaft Deutscher Apo- furterstraße 113. Rontorbursche, 14 Jahre, verlangt. Jandorf 1. Co., Große Frank 31/5 Treffen, Film und Belluloidabfälle, iheter, Dortmunderstrage 12. 248/9 Kontoriftinnen, tüchtige, nicht photographische Rüdstände, Babiere fomie sämtliche edelmetallhaltigen Glaspacer verlangt Handels- unter 18 Jahren, mit guter Sand Meldungen auf leichte Damenpaletots im Abfälle, deren Rückstände und Ges sejeüfchaft Deutscher Apotheker, Dort schrift, fofort gesucht. fräge 2 c. faust Broh, Berlin, Köpe mumberstraße 12. 248/8 1-2 115: mittags ober 6-7 ühr ause verlangen niderstraße 29. Telephon Morizplaz Bureaudiener, jüngerer, fofort ge- allianceitraße 1/2. 3176. Gigene Samelze, dirette Verfucht. Nur solche Bewerber wollen wertung. Vertreterbefuch. 171 fich melben, die bereits einige Zeit 19302* Sparmetalle, und zwar Kupfer, als Diener in großen Bureaus tätig Kaufgesuche Tauf allerlei neuer Waren! Belz Schmucksachen, Brillanten, garnituren! Herrengarderobe! Beiten Berlen, Farbsteine, Stetten, Ringe, berkauf! Plüsch beden! Tüllgardinen! Uhrenverkauf Schmudjadjen! Aller- Bahngebiffe. Platina 7,60, Uhren fauft Ruwelier Fuß, Seydelstraße 32, Ede Spittelmarkt. billigste Breise! 1698* 31/11" Vogelfutter. befte Dualität. Evarmetalle: Kupfer! Meffing! Weidemann, Neuköln, SobrechtAntimon! Sinn! fauft für Striegsittage 28. lieferung der Striegsmetallgef.; außer Sühnerfutter. Weidemann, Neu- bem faufe Bahngebiffc! Platin lään, Sobrechtstraße 28. 31/11 abfälle 7,50. Silberschmelze Chriflionat, Kaninchen, billigit, zum Aus Stöpeniderstraße 20a( gegenüber Man suchen. Weidemann, Neuköln, teuffelstr.) 31/ 34* Staunende Breise für Möbelftüde, ganze Einrichtungen, Warenläger, Belzfachen, eberbetten, Teppiche und Nachläffe zabit Goldmann, Danziger ftrage 49. Stönigstadt 7631. obrechtstraße 28. Abessinier, Sprikpumpen, Erfah teile. Stöchlin, Alte Batobftrage 20/22 Tamentaschen, Geldtaschen usiv. megen Auflösung. Gelegenheitseinfauf für Private. Rebermarenfabrik Andree, Ritterstraße 106 II.+ 36* Bornehme Herrenanzüge, Baletots unb Ulster aus haltbarsten Stoffen 45-75 Mart, ebenso Hosen Bis 25 Mart. Versandhaus Germania, Unter den Rinben 21. Metallkontor Peters, Brenzlauer fraße 24. Stönigstadt 3885. Höchste Preise. 18852* Metallkontor Peters, Reinidendorferstraße 12. Norden 6479. Socfle 190s Preise. 18862+ Messing, Rotgus, Aluminium, Blei, waren und im Berlehr mit dem Sint und Sinnlegierungen fauft zur Publikum gewandt sind. Persönliche Erfüllung von Kriegslieferungen im Borstellung in der Zeit von 9-1 Auftrage ber Striegsmetall A.-G. 15r vormittags oder 5-7 Uhr nachBroh, Berlin, Köpeniderstraße 29. mittags. A. Janders u. Co., BelleTelephon Moritplat 3476. Bertreter allianceftraße 1/2. IV. Stod besuch. Backer und Hausbiener, mit guten Kaufe Schnellaufbohrer, Fräser, Empfehlungen ans der Branche, neue Spiralbohrer, Dießwertzeuge, finden sofort Anstellung. Barenhaus Waschinen. Schmidt, Große Frant. Joseph u. Co., Neukölln, Berliner 44042 ftraße 51/55. furterstraße 7. 17180* Mechanikerbank, Bohrmaschine, Schraubstöde, Feldschmiede, Ambos, Bertzeuge, gut erhalten fauft Schmidt, Große Frankfurterstraße 7. 44052 Unterricht Englischen Unterricht für An Herrenkleidung. Berfaute neue ctttorten, Weinforfen, Stunft- fänger und Fortgeschrittene, fowie Sadettanzüge, Sommerpaletot, Beften, forfen fauft. Nelfe, Stegliz, Berg- deutsche und französische Stunden er Beinkleider, größtenteils Maßgarde- straße( 4-7.) 18662* teilt G. Swienty, Charlottenburg, robe. Verleihe auf Tage GebrodStuttgarterplag 9, Gartenbaus IV anzüge, Smolinganzige, Fradanzüge. Leinölfirnis, Lade jeder Art, Beingarten, Bringenstraße 83. Schellad, Leim, Wachs, Ceresin, Läuferschweine, Legebühner, Ka Baraffin: fauft höchstgablend Bau Verschiedenes ninchen eigener Bucht verfauft Groß manu, Adalbertstraße 76, audieret Berlin Wilhelmsberg, links. Weißenfeer Weg Nr. 44. Straßenbahn RD, 161. 41082* Möbel Meine Herrschaften! Staufe Möbelstüde, Schlafzimmer, Herren Steller Höhensonne( tünstliche) gegen alle 30/ 11* Leim, Schellad tauft höchftzahlend, straße 149. Prospekt. Leiben Lichtheilanstalt Surfürsten 18922 Jaumann, Adalbertstraße 76, Steller linfs. 30/ 10* 2038* +34 Perfonal- Kontrollen. Für diese Abteilung suchen wir eine geeignete Dame. Meldungen um 11 Uhr bormittags und 6-7 Uhr abends. Kaufhaus des Westens, G. m. b. 5., Zantengienstraße 21/24. 2038 Bessere Hausreinigung vergibt Lichtenberg, Hirschbergerstraße 1. 20 außerm Saufe, viel liefern, verlangt Mamsels, Binterpaletots. Muds, Gleimstraße 18, I. Aufgang. Lehrfräulein für Wirtschaftsartifel berger Allee 125. usw. abends. A. Jandorf it. Co., Belle 20352* Spiken, Weißwaren, Glas und Pors Bertäuferinnen, tüchtige, für gelan, Wirtschaftsartikel und Emaille paren fofort gesucht. Meldungen 1-2 Uhr mittags oder 6-7 11hr abends., 2. Sandorf u. Co., Belle Alliancestraße 1/2. 2085* Botenfrauen verlangt Bernice, Steglis, Mommsenstraße 59,„ Vormärts" pebition. 19622* Epstein& Baruchsohn, Bernauer Str. 74. Zuverlässige Tischler auf feine Speise: u. Herrenzimmer Möbeltabrik Bolz, Frankfurter Allee 41. Selterabfüller, Zeitungsausträgerin sofort verlangt Borwärts" Spedition Pankow, felbständig arbeitend, verlangt Mühlenstraße 70. Zeitungsausträgerin sofort bera langt.„ Borwärts"-Spedition Schöne berg, Meiningerstraße 9, Laden. Grundierer Bronzepolierer Arbeitsburschen 31/20 Evers, Spandau, Lynarfir. 85. 31/19 Tüchtige AutomobilMotorenschlosser fofort gesucht. Uute Reparatur, Wilmersdorf. Landhausstraße 24. Tüchtige Arbeitsburschen Präzisionsdreher auf dauernde Arbeit verlangt Albert Spiesfcke, Goldleistenfabrik f. fucht William Grühn, Lands- 22525 berlangt 56372* いま Bergmannstr. 102. Maschinenfabrik Günther Hoffmann Erd-, Straßen- und Berlin SW 48, Friedrichstr. 16. Baufacharbeiter Arbeitera. Packer 48982 Rockarbeiterinnen unb Bu arbeiterinnen für ſeinfte Damenfostüme verlangt Trafatich, Holliefe in unbeschränkter Zahl sofort gesucht rant, Botsdamerfirage 21a. 43992 19682 Mamsells auf Kostümjaden, Ulfter Platinankauf, Gramm bis 7,60 Vermietungen erant Quijat, Brunnenstraße 152. Schmudsachen, 81/ 7* ( ebenfalls Anlauf alter Bahngebisse zimmer, Speisezimmer, Berserteppiche, Besteden, Ringe, Laubenkolonic verpachtet Bar. Mult- Borzellan, Nippessachen, eniter Ketten, Glübftrumbjaiche zu gefeh zellen. Räberes Restaurant Wittchow, dekorationen, Belzfachen, Schmudlichen Preisen. Metallontor John, Bahnhof Wittenau( Nordbahn), Endfach en, Antiquitäten. Höchstzahlender gegründet 1903, nur Alte Jakob haltestelle 28. Bestreich, Dragonerstr. 28. 44062* ftrage 138 und Stottbuserstraße 1 Möbel auf Kredit und bar liefert Mortyplay 12858, Kottbusertor). an jedermant, Stein, Dranten Firma genau beachten. ftraße 1. 19452* Speisezimmer, schwereichen, ele gante Form, Büfett, gana tunde Sorm, fomplett 1435,-, regulär 1700,- Möbelhaus Often, nur An Breasstraße 30. 166st Musikinstrumente Mieienlager, girta 5000 Mandolinen, Zithern, Lauten, Gitarren, Affordeon, Schüler und Orchester geigen tommen zu nie ipieber fehrenden Billigen Breifen zum Verkauf. Mufil baus Münzstrage 18, dicht ant 17829* Meganberblas. Zimmer Räberes bet Hopp& Hofmann, Freiburg t. B. verlangt. Gebrüder Kroner, Warschauer Straße 34/36. 44022* Arbeitsburschen Gürtler gesucht. 25886* Einfach möbliertes feparates Buchdruckerei Vorwärts, Lindenstr. 3, 4. Hof links part. 162* Flurzimmer Grünerweg 69, born Platinabfälle! Gramm bis 7,70! 1 Treppe rechts. Bayngebisse! Schmudsachen! Stetten! Ringe! Militärtreffen! Glühstrumpf aiche! Filmabfälle! höchstzahlend! Silberschmelzeret, Metall Einlaufsbureau, Weberftraße 31. Telephon 98* Alexander 4243. Borar, Leinölfirnis, Emaillelad, fämtliche Dellade, Terpentinerjab Bienenivachs, Baraffin, Serefin, Lenn fauft, höchste Breise zahlend, olter, baerstraße 6. 19129* Arbeitsmarkt Stellenangebote Lehrlinge im Alter von 14-15 Jahren, welche mindestens die erste Selasse ciner Gemeindeschule besucht haben, aus achtbaren Familien so fort gesucht. Meldungen in unserer Personal Berwaltung, III. Etg. Stauf baus des Westens, G. m. b. S., 1614* Elektrische Zeitungsdrähe und Zauenzienstr. 21/24. Materialien fauft Gleftrizitätsstätte Korbmacher auf 98er, 66er, halbe Norden, Brunnenstraße 193. 19662 21er, Ringtörbe und Nohr Drillinge Kaufe alles: Firnis, Zeim, Bienensucht Zoffenerstraße 4. gitarre 12, bejjere 22,-, Harmo wachs, Parafin, Stopal usw. Sable fofort gesucht. niums billigt. Engroslager, Dranienftraße 166 III. Große Frankfurterstraße 25. 31/15 dorf u. Co., Kottbuserdamm 1/2 Zielfelaute, Stonzertlaute 45,-, Bandermanboline 18,-, alteingespielte Geige 30,-, anber 22560 Werkzeugmacher und Werkzeugdreher verlangt Munitionsfabrik F. Gaebert, 18892* Lankwitz, Charlotteustr. 31. Laufmädchen im Alter von 14-17 Jahren sucht Berger to Go, amerfamit högte Breife. Road, bungen in Mafginenbaus San Hermann Tietz, Krausenstr. 51, Hausinspektion. Meldungen 9-10 und 4-5 Uhr. auf Armaturen verlangt Skaliser F. Groh, traie 44. Kartonzuschneider, 790 durchaus firm, mit Saffulation vera traut, ber bejabigt ist, mittierem Bea trieb vorzustehen, unbedingt militär frei, für dauernde Stellung, suchen Burgheim& Jungmann. Mühlenstr. 53. 44012* Arbeiterinnen auf leichte Damenpaletots im Hause perlangen 1963L* Epstein& Baruchsohn. Bernauer Strae 74. Fabrik- Arbeiterinnen D. Coundé, Rungestr. 21. 19132*