( 5 Pfennig")( 5 Pfennig) |lr. 117. flbonnemtnts-Bcdlngnng«: Abonnements- Preis pränumerando: Viertcljährl. S.Sll Mk, monatl. 1,30 SDIL, wöchentlich 30 Pfg, frei ms Haus, Einzelne Nummer ö Pfg, Sonntags. nunimer mit illustrierter Sonntags» Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfa Post. Abonnement: 1,30 Marl pro Monat. Eingetragen in die Posl-ZeitungS- Pretslisle, Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn ZöO Marl, sür das übrige Ausland « Marl pro Monat. Poslabonnements nehmen an Belgien, Dänemark Holland, Italien. Luxemburg, Portugal, Rumümcn, Schweden und die Schweiz. celcheidl»»glich. 34. Jahrg. Vit Inlertlonz-Sebildf beträgt für die sechSgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 00 Pfg. für politische und gewerkichastlichc BercinS» und Beriammlnungs-Anzeigen 30 Psg. „Aleine Anreizen", das settgedruilte Wort 20 Psg, szulässtg 2 settgedruilte Worte), ledes weitere Wort 10 Vtg, Stellengesuche und Schlasslcllcnan» zeigen das erste Wo« 10 Pfg,, jedes wettere Wort ö Psg, Worte über 13 Luch- ftaben zählen für zwei Worte Inserate für die nächste Numnier müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ij» bis 7 Uhr abends geöfsne». Telegramm» Adresse: „SozlaldcDOkrai Rtrll«". Zentralorgan der rozlaldemokrattfcben Partei Deutfchlands. Neüaktlon: SW. öS, �inSenstraße 3. sserusprecher: Amt Moriftplay. Nr.»SI 90— ISI 97. Montag, den 30. April 1Sl7. ExpeSition: EW. öS, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morinplatz, Nr. 9V— l.!»I 97 vier englische kl»griffe bei Oppy gescheitert. Ter dritte englische Turchbrnchsversuch am Sonnabend.— Ter Znsammenprall in Arleux, Oppy, Gavrelle, Roeux.— Außergewöhnlich schwere seindlicheVerlnste Amtlich. Großes Hauptquartier, den 29. April 1917.>cllwcrden folgten der sprungweise vorverlegte« Wand von Stahl, Staub, Gas und Rauch die englischen Sturm- kolonncn in einer Front von etwa 89 Kilometer Breite. Die Wucht des feindlichen Stoßes nördlich der Srarpe richtete sich gegen unsere Stellungen von Achcville bis Roeux; dort entbrannte die Schlacht zu außerordentlicher Heftigkeit. Ter Engländer drang in das von uns als Borstcllung be« sehte Arleux, in Oppy, bei Grqpclle und Roeux ei»»; da traf ihn der Gegenangriff unserer Infanterie! In hartem Ringen Mann gegen Mann wurde der Feind geworfen, stellenweise über unsere alten Linien hinaus, die bis auf Arleux sämtlich wieder in unserer Hand sind. Südlich der Scarpc-Niederung tobte gleichfalls erbitterter Kampf. In den zerschossenen Stellungen trotzten unsere braven Truppen mehrmaligem Ansturm; auch dort sind alle englischen Angriffe gescheitert. Auf den Flügeln des Schlachtfeldes brachen dir frindlichr» Angriffswellen schon im Bcrnichtungsfcuer unserer Artillerie zusammen. Tie Bcrluste der Engländer sind wiederum außcrgewöhn- lich schwer. Ter 28. 4. ist ein neuer Ehrentag unserer Infanterie, die, kraftvoll geführt und trefflich unterstützt durch die Schwester» und HilfSwaffen, sich der Größe ihrer Aufgaben voll gewachsen zeigte. Bei den anderen Armeen der Westfront, auch an der Aisne und in der Champagne, sowie im Osten und auf dem Balkan ist die Gcsamtlage unverändert. Der Erste Gencralquarticrmeister Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. Berlin, 23. April abends. An der A r r a s-F r o n t bei starkem Artilleriefeuer nur Teilkämpfe bei Oppy, wo vier engl!» schc Angriffe verlustreich scheiterten. Längs der Aisne, des Aisne— Marne» Kanals und in der Champagne erhöhter Feuer- kämpf. Morgens mehrfach vorstostende Erkundungs- abtcilungcn der Franzosen wurden abgewiesen. Im Osten nichts Wesentliches. Der österreichische Bericht. Wien, 29. April. Amtlich wird Verlautbart: Ocstlicher Kriegsschauplay. An mehreren Frontabschnitte» lebhafteres Artillerie- und Minenwcrfcrfcucr. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Heute in den Morgenstunden überfielen unsere Sturmpatrouillcn einen Stützpunkt des Feindes in der Nähe des T o n a l e- P a s s e s, machten die Bc- fatzung nieder und kehrten mit 22 Gefangenen zurück. Südöstlicher Kriegsschauplay. Nicht? zu melden. Ereigniffe zur See. Am 28. d. M. früh haben unsere Secflugzeuge die mili- tärischcn Anlagen von San Eanziano erneut mit Erfolg angegriffen und sind wohlbehalten zurückgekehrt. Flottenkommand». die Schlußziffer öer U-Soot-Märzbente. Berlin, 29. April. Amtlich. Im Monat Ärz sind nach endgültiger Feststellung insgesamt 450 yanüelsschiffe mit 885000 S..-R..-C. durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte versenkt worden; davon sind fet übliche Schiffe mit 689 Ü3Ü B. R.-T. Von diesen sind 596 5U0 B.-R.T. englisch. Ferne wurden 6 Schiffe, dariinter!j feindliche, mit ins- gesamt 39 599 B.-R.-T. schwer� beschädigt, deren Handels- schisfsraum aus längere Zeit für den Handelsverkehr aus- fällt. ScitKriegsbcginn bis 31. März 1917 sind damit und unter Hinzurechnung der im Lause des lebten Viertel- iahrcs nachträglich bekanntgewordenen Kricgsvcrluste 57N 000 S.-N.-T. feindlichen Handelsschiffsraumcs verloren gegangen; davon lind 4 379 599 B.-R.-T. englisch; dies sind 23 Proz. der englischen G e s a m t t o n n a g c der Heimathandels» flotte zu Anfang des Krieges. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. .Neuorientierung" in Ungarn. Aber ohne gleiches Wahlrecht! Budapest, 29. April. Die ungarische Regierimg der» osfentlicht im Anschluß an eine Botschaft, die der König an den Grafen Tisza gerichtet hat, einen Konimentar mit programmatischen Erklärungen, worin sie es als ihre aller- nächste Aufgabe bezeichnet, Gesehentwiirfe einzubringen iiber die Fürsorge sür Kriegsbeschädigte, Kriegs- Witwen und- Waisen. Weitere Gesehesvorlagen sollen der Befriedigung kultureller und sanitärer Be- dürfnisse des Volkes dienen. Man will möglichst weiten Volksschichten gute Gelegenheit zum Bodenerwerb geben, Hand in Hand damit soll die Arbeiter der- sicherung reformiert werden und eine Anerkennung der Rechtsstellung der Gewerkschaften und eine Regelung der Verhältnisse der Staaatsbeamten durch- geführt werden. Bei dem Gesetz über das Wahlrecht soll nicht außer acht gelassen werden, daß vor vier Jahren eine weit- gehende Ausdehnung dieses Rechtes beschlossen worden war, die aber bisher nicht voll durchgeführt worden ist. Außer denjenigen Personen, die durch diese Wahlreform Stimmrecht erhalten(der Entwurf sichert u. a. auch allen U n t e r- o f f i z i e r e vom Korporal aufwärts das Wahlrecht), wird die Regierung allen Inhabern von T a p f e r k e i t s- Medaillen, die im Kriege erworben wurden, sowie den Landwirten, sofern sie nicht Analphabeten sind und unter der Voraussetzung, daß sie über a ch t I o ch L a n d b e s i tz haben, das Wahlrecht verleihen. Endlich verschließt sich die Regierung nicht der Notwendigkeit einer weiteren Ausdeh- nung des Wahlrechts, insofern hierbei die leitende politische Stellung der Intelligenz gesichert bleibt. Das Wesentliche ist die Ablehnung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts und das Schweigen über das Recht der Nichtmagyaren. Bemerkt muß werden, daß in der ungari- scheu Regierungssprache alle die als„Analphabeten" gelten, die nicht magyarisch lesen und schreiben können. Guatemalas Gruch mit Deutschlanü. - Reuter meldet aus Washington:„Aus amtlichen Berichten der amerikanischen Gesandtschaft in Guatemala geht hervor, daß Pra- sident Estrada als G r u n d für den Abbruch der diplomatischen Be- Ziehungen zu Deutschland angegeben habe, es sei sein Wunsch, an der Seite der Vereinigten Staaten bei dem Kampfe für die Demokratie und für die Aufrechterhalt ung des Völkerrechtes zu stehen. Seine Räte hätten ihn angewiesen, sich dem Bunde der Nationen im Kampfe gegen die Autokratie anzuschließen." Wilson wird schmunzeln. Gin verfassungsausfchuß in Gremen. Bremen, 28. April. Der Senat der freien Hansestadt Bremen hat der Bürgerschaft die Mitteilung zugehen lassen, daß er die Einsetzung einer Verfassungs- devutation beschlossen habe, mit dem Auftrage. Vor- schläge zu machen, durch die die V e r f a s s u n g und ihre Aus- fiihrungsgesetze zeitgemäß zu ändern seien. Er er- sucht die Bürgerschaft um ihre Zustimmung. Um Herrschaft und um Zreiheit. Ein Helles Licht in das Tämmer unserer politischen Zu- stände wirft eine Entschließung, die der engere Vorstand der deutschkonservativen Partei angenommen hat und die die„Krcuzzeitung" in ihrer Sonntagsausgabe, wie folgt, veröffentlicht: Der engere Vorstand der konservativen Partei gibt den ernsten und schweren Bedenken Ausdruck, mit denen ihn das Verhalten und der anscheinend st eis wachsende Einfluß der Sozial- demokratie erfüllen. Der traurige Erfolg, daß deutsche Arbeiter während der blutig- sten und größten Entscheidungsschlacht der Weltgeschichte sich durch eine verbrecherische Hetze aus dem Lager der unobhän- g i g c n sozialdemokratischen Partei bewegen ließen, die Arbeit zur Herstellung des nötigen Rüstzeuges für unsere kämpfenden Brüder niederzulegen, hätte nicht erzielt werden können, wenn von anderer Seite für die nötige Aufklärung gesorgt und der Vorbereitung des Streiks mit der erforderlichen Entschiedenheit entgegengetreten wor- den wäre. Der Parteibeschluß der Sozialdemokraten, in dem verlangt wird, daß der Friede nach den Forderungen der so- zialdemokratischen Internationale ohne Erwerbungen und ohne Eni- schädigUng alsbald auf gemeinsamer Friedenskonferenz beschlossen werden soll, würde unser Vaterland, wenn er zur Durchführung ge- langte, dem Abgrunde zuführen. Er würde uns der Möglichkeit eines Friedens berauben, der den unermeßlichen Opfern und den glänzenden Waffentaten unserer über alles Lob erhabenen sieg- reichen Heere und unserer Flotte entspricht, die gedeihliche Entwick- lung unseres Vaterlandes unter einer starken Monarchie ge- währleistct und durch ausreichende Entschädigung uns die Möglich- keit gibt, die Wunden des Krieges zu heilen. Nur für einen solchen siegreichen deutschen Frieden können wir eintreten. Wir vermissen eine klare und entschiedene Stellungnahme der R e i ch s r eg i c r u n g gegen die Kundgebung der Sozialdemokratie. Die Ereignisie zeigen aufs neue, daß eine Politik fortgesetzten Nachgebens gegen unberechtigte sozialdemokratische Forderungen nicht die Einigkeit und Geschlossenheit des Siegcswillens in unserem Volke fördert. Wohl aber birgt sie die schwere Gefahr in sich, daß durch andauernde Schwächung unserer monarchischen Einrichtungen und durch völlige Demokratisierung unseres Staatswesens die Zukunft des Reiches im Innern schwer ge- schädigt wird. Um so dringender und unabweisbarer erscheint unS die Pflicht aller unserer Parteifreunde in Stadt und Land, fest und treu zu unseren bewährten Grundsätzen zu stehen, ihre ganze Kraft aber und ihren vollen Einfluß dafür einzusetzen, daß unser Volk in pflichttreuer Opferwilligkeit und m festem zuversichtlichem Sieges« willen sich des Heeres und der Flotte würdig erweist. Zunächst ein Wort nicht in eigener Sache. Es ist un- richtig, die Partei der„Unabhängigen" für die Generalstreik- Propaganda schlechthin verantwortlich zu machen. Die Lei- tung dieser jüngsten Partei Deutschlands besteht ausMännern, deren Politik wir für gründlich verfehlt halten, denen man aber zu allerletzt den Vorwurf jugendlicher Unbe- sonnenhcit machen kann. Diese Männer haben auf ihrem Gründungsparteitag in Gotha in Kampf mit einer kleinen Gruppe von Extremen gestanden, die selbst wieder als Ganzes für jene Agitation kaum verantlvortlich zu machen ist. Nicht eine Partei, sondern nur ein ganz kleines Häuflein ist es, die hier ihre Hand im Spiele hat. Die kon'ervative Entschließung vermißt bei der Regie- rung gegenüber der Streikbewegung dienötigeAufklä- r u n g und die erforderliche Entschiedenheit. Wir meinen, in einer unvcrbliiinten Darstellung der schwierigen Lage d�e s Landes liegt die beste Aufklärung, und in diesem Sinne haben wir stets gewirkt. Wir haben aber dabei das Gefühl gehabt, daß uns diejenigen entgegenarbeiten, die die Dinge so darstellen, als liege es im Belieben Deutschlands, nach Kriegsende ungemessene Länderstrecken einzuheimsen und endlose Züge mit Gold nach Berlin rollen zu lassen. Tie erforderliche Entschiedenheit haben wir aber stets vermißt, wo es galt, mit offenkundigen Mißstän- den aufzuräumen, die die Hauptquelle der vorhandenen Unzu- friodenheit bilden, und da haben wir wiederum— mochte es sich um Brot oder um politische Rechte handeln— bemerken müssen, daß die stärksten Hemmungen gegen eine als notwen- dig erkannte und beruhigend wirkende Besserung gerade von jener Seite ausgingew die sich jetzt über den Mangel an der „erforderlichen Entschiedenlieit" beklagt. Tie konservative Erklärung sieht einen„stets wachsen- den Einfluß der Sozialdemokratie" und als dessen Folge ver- kündet sie die„völlige Demokratisierung des Staatsleben s". Diese Demokratisierung wird kommen unter dem eisernen Zwang der Verhältnisse. Aber hätte die Sozialdemokratie den Einfluß, den sie im Interesse des Ganzen haben müßte, so wäre die Demokratisierung nicht erst auf dem Wege, sie wäre schon längst da. Weil bei den Konservativen der Wunsch besteht, die Re- gierung möge gegen die Sozialdemokratie aufs stärkste auf- trumpfen, versuchte sie diese zur Abgabe einer Erklärung zu verleiten, die die Friedensbestrebungen in Rußland und im übrigen feindlichen Ausland jäh ersticken und zugleich die Re- gierung selbst in Gegensatz nicht nur zu großen Massen des eigenen Volkes, sondern auch zu ihrem stärksten Bundes- genossen, O e st e r r e i ch- U n g a r n, bringen müßte. W i r meinen, die Regierung müßte endlich einen entscheidenden Schritt tun gegen eine Politik, die— nicht in ihrem Willen, aber in ihrer Wirkung— auf das Ergebnis hinaus läuft: Mehr Feindschaft, aber keine Geschlossenheit nach außen! Wenn es also ganz unmöglich ist, daß eine ihrer Ver- antwortlichkcit bewußte Regierung dem konservativen Drän- gen entgegenkommen könnte, so ist es nicht minder unmöglich, daß die Regierung in der gegenwärtigen unklaren und un- haltbaren Lage verharrt. Sie muß heraus aus dem Hell- dunkel, das offiziöse Erklärungen um sie verbreiten, in das helle Licht des Tages, sie darf sich durch keinerlei Einschüchte- rungsversuche abhalten lassen, auszusprechen, was ist. Sie muß sagen, daß ein freies Deutschland eine unbe- grenzte Verteidigungsfähigkeit besitzt, daß aber einem Volk, das fast gegen die ganze Welt kämpfen muß, die Pose des Eroberers nicht ansteht. Uns will es scheinen, als ob der konservative Vorstand— � natürlich unbewußt, wie das gewöhnlich ist— die Sorge um das Schicksal des Reiches mit der um die Zukunft seiner eigenen Partei verwechselt. Tie konservative Partei wird sich ober damit abfinden müssen, daß sie im künftigen Deutsch- land— leider gilt dies noch nicht vom heutigen— nur den Einfluß besitzen wird, der ihrem wirklichen Anhang im Volke entspricht. Sie wird in diesen„Abgrund" hineinspringen müssen, kein Gott kann ihr helfen, und die Regierung kann es erst recht nicht. Aus jeder Zeile des Aufrufs spricht die Sorge um die unaufhaltsam sinkende Macht einer ans Herrschen gewohnten Volksschicht. Wir, die wir die felsenfeste Ueberzeugung hegen, daß an diesem Punkt die Entscheidung über die Zukunft unseres Volkes liegt, können solche Sorge nur mit Gc- nugtuung begrüßen. Auch der konservative Aufruf eröffnet uns einen Blick in einen wichtigen Abschnitt des großen Welttheaters, Wo um der Menschheit große Gegenstände, Um Herrschaft und um Freiheit wird gerungen. »* * Die.Kreuzzeitung" schreibt zum Aufruf des Sozialdcmo- kratischen ParteiausschusseZ und zum Streik der Rüstungsarbeiter zusammenfassend: Beide Ereignisse zeigen, daß alle Nachgiebigkeit gegen sozialdemokratische Forderungen nicht geeignet ist, das Ziel der inneren Einigkeit des Verteidigungswillens zu för- dern, wie sie für diesen Zweck auch nicht als notwendig anerkannt werden kann; sie bestärken aber weite Kreise des Volkes in der Besorgnis, daß die Leitung der Reichs Politik mehr und mehr unter den maßgebenden Einfluß der Sozialdemokraten gerät.... Die Bezugnahme auf die früheren Erklärungen genügt deshalb nicht, weil eben diese Er- klärungen, wenn sie auch annehmbare Ziele formuliert haben, hin- sichtlich der Mittel und Wege dazu stets vieldeutig und Gegen st and der ver schieden st en Auslegungen ge- Wesen sind. Auch hier kommt man von dem Eindruck nicht los. daß man es nicht hat über sich gewinnen können, den Forde- rungen der sozialdemokratischen Führer einmal klar zu wider- sprechen. Die dritte englijche Niederlage an der firrasfront. Berlin, 29. April.(23. T. 53.) Am 28. April hat der Engländer seine dritte große blutige Niederlage an der Arrasfront erlitten. Nach den außerordentlich heftigen hin und her wogenden Kämpfen verblieb den Engländern als einziger Erfolg der mit un- geheuren Massen unternommenen dritten Durchbruchsschlacht das von den englischen Granaten zermalmte, in der deutschen Vor- stellung gelegene Dörfchen Arleux nördlich der Scarpe, dessen Trümmerstätte die Engländer mit Zlbertausenden von Toten und Verwundeten bezahlten. Alle anderen Vorteile, die die Eng- länder im Verlaufe der heißen Schlacht hatten erringen können, wurden ihnen durch unsere Gegenstöße im Nahkampfc wieder ab- genommen. Zum Teil verbesserte unsere Infanterie bei diesen wuchtig geführten Gegenstößen ihre alten Stellungen nach vorwärts. 12 Offiziere und über 400 Mann Gefangene sowie eine Anzahl Maschinengewehre sind bisher gezählt. Dem Angriff nördlich der Scarpe ging neben mehrstündigem rasenden Trommelfeuer eine starke Vergasung unserer Artillerie voraus. In der Gegend von A v i o n südlich L e n s wurden die englischen Bereitstellungen erkannt und sofort unter Vernichtungs- fever genommen. Der Angriff wurde an dieser Stelle im Keime erstickt. Ter in seine Sturm-Ausgangsgräben dicht massierte Feind erlitt schwerste Verluste. Südlich der Scarpe erfolgten starke feindliche Angriffe von der Scarpe an bis in die Gegend Fontaine. Beiderseits der Straße Ar ras— C a m b r a i, wo der Gegner schon in den ersten Schlachttagen ungezählte Opfer liegen ließ, brachen sämt- liche mit dichten Massen angesetzten Angriffe schon in unserem Ver- nichtungs- und Sperrfeuer zusammen. Auch weiter südlich wurden sie trotz wiederholtem Ansturm restlos durch Infanterie- und Ar- tillericfeuer abgewiesen. Ter schwere gewaltige Artillcriekampf hielt den ganzen Tag über an. Ilm späten Abend wurde in der Gegend von L o o s ein starkes Auffüllen der feindlichen Gräben erkannt. Ter geplante und durch heftiges feindliches Artilleriefcuer vorbereitete Angriff wurde durch unser Vernichtungsfeuer niedergehalten. Von westlich L e n s bis in die Gegend von O u ö a n t unterhielt der Feind die ganze Nacht hindurch sehr starkes Feuer. feindliche Heeresberichte. Französischer Heeresbericht vom 28. April, nach- mittags. Zwischen St. Oucntin und der Oise�war die Ar- tillerietätigkeit während der Nacht ziemlich heftig. Handgranaten- scharmützel in den vordersten Linien in der Gegend� südlich von St. Oucntin. Bei Laffaux versuchte der Feind erfolglos einen Handstreich gegen unsere vorgeschobenen Posten. In der Cham- pagne ziemlich lebhaste Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien. Ein nach vorausgegangener heftiger Beschießung gegen unsere Gräben östlich von Auberive unternommener deutscher Angriff wurde durch unser Maschinengewehr- und Sperrfeuer gebrochen.— Auf dem linken Maasufer drang eine unserer Abteilungen in die beut- schen Linien im Abschnitt der Höhe 304 ein und führte Gefangene zurück. Nach den letzten Meldungen beträgt die von den französischen Truppen im Laufe der am 16. April begonnenen Schlacht einge- brachte Beute 17ö schwere Feldgeschütze/412 Maschinengewehre und 119 Grabengeschützc. Die Gesamtziffer der von uns eingebrachten Gefangenen beträgt bis jetzt 20 780. Vom 2 8. April, abends. Auf dem größten Teil der Front Artilleriekampf mit Unterbrechungen, der zeitweilig in der Äisnegegend, in der Champagne und am Chemin des D a m e s heftig war. In der Gegend von O st e l machten wir Fortschritte und Gefangene. Sonst überall ruhiger Tag ohne In- fanteriekämpfc. Englischer Heeresbericht vom 2 8. April. Wir griffen heute früh auf einer Front von mehreren Meilen n ö r d- lich der Scarpe an. Unsere Truppen finden erheblichen Wider- stand, machen aber gute Fortschritte. Der Kampf dauert an. Die Kriegsmaßnahmen Amerikas. Die Volksvertretung der Vereinigten Staaten hat in der Hceresfrage, die der Anschluß an den Krieg alsbald an erste Stelle gerückt hat, schnellste Arbeit geleistet und der Präsident wird mit dem Ergebnis zufrieden sein. Der ganze Troß schleppender Schwierigkeiten, mit dem sich England abquälte, bleibt ihm erspart. Das Repräsentantenhaus lehnte mit 209 gegen 98 Stimmen den Zusatzantrag zur Regierungsvorlage ab, der das Freiwilligensystem forderte, während der Regie- rungsvorschlag die Einberufung einer Armee durch Dien st zwang mit Auswahl vorsieht. Wie Reuter meldet, haben Senat und Repräsentantenhaus die Wehrpflichtvorlage angenommen. Ohne alle Umwege schwenkt also die Union ab in das Lager, in dem der Militarismus organisiert und kommandiert. Herr Wilson wird schon zu geeigneter Zeit seinen Amerikanern plausibel machen, daß zwischen ihrem und dem deutschen Militarismus, den bekanntlich auch er mit zur Strecke bringen will, ein ge- waltigcr Unterschied besteht. Der Bruch Amerikas mit Oesterreich, der sich nur zögernd und nach längeren Verhandlungen vollzog, bedeutet für die zahlreichen Angehörigen des Tonaustaates, die jen- seits des großen Wassers ihre Arbeitskraft verdingen, ein Ab- gleiten in eine erhebliche Unsicherheit der Lebenslage. Es hat sich im Verlauf des Weltkrieges gezeigt, daß man diese Ein- gewanderten nicht entbehren kann: ein großer Teil— viele Ungarn vor allem— arbeitet in Rüstungsbetriebcn, und ge- legeutlich erging übers Meer von Staatsstelle aus der Hin- weis auf den Landesverratsparagraphcn, mit dem diese Ar- beit in schweren Konflikt bringen könne. Jetzt wird durch eine Meldung des Wiener Korrcspondenzbureaus bekannt, daß die amerikanische Regierung versucht, diese österreichisch- ungarischen Elemente zur Ruhe zu stinimcn. Staatssekretär Lansing gab namens der Regierung die Erklärung ab, daß der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Oester- reich-Ungarn und den Vereinigten Staaten in der B e h a n d- l u n g der ö st e r r e i ch i s ch- u n g a r i s ch e n Staats- ange hörigen in Amerika keinerlei Veränderung zur Folge habe.„Unsere Staatsangehörigen würden in den Ver- einigten Staaten auch weiterhin alle Rechte und Freiheiten wie bisher genießen, und außer bei Gesetzcsverletzungen weder interniert noch in ihrer Bewegungsfreiheit beschränkt wer- den." Ob besondere Vorgänge sich abgespielt haben, die diese Kundgebung ratsam machten, ist nicht bekannt geworden. Jedenfalls weiß man aber, daß die Gesetzgebung, die das Ver- halten der feindlichen Ausländer in den Vereinigten Staaten betrifft, gleich zu Beginn des Krieges drakonisch verschärft worden ist. Ueber den Fortgang der Tätigkeit der englischen diplo- matischen Mission in Washington verlautet nunmehr, daß die Frage der Behandlung der nordeuropäischen Neutralen in Angriff genommen worden ist. � Aus Washington verlautet am Sonntag:„Gestern fanden in der hiesigen englischen Botschaft of f i z i ö s e B e s p r e ch u n g e n der Regierung mit der britischen Kommission über die Han- delsangelegenheit statt. Eines der dringendsten Probleme war die Rationierung der Niederlande und Skandinaviens: diese müsse auf eine Weise vorge- nommen werden, daß jede Einfuhr nach Deutschland verhin- dert wird. Ferner wurden Maßnahmen in Erwägung ge- zogen, um durch eine Handelskontrolle in Südamerika die deutsche Propaganda zu verhindern." Worauf es bei den Maßnahmen, mit denen der Han- del Skandinaviens und der Niederlande bedacht werden soll, nach den Wünschen der Entente ankommt, erkennt man etwa aus den Aeußcrungen, die kürzlich im Pariser„Gaulois" zu lesen waren. Tort hieß es, es handle sich um eine„völlige Unterdrückung des Handels mit den Neutralen". Das haben sie sich mit ihrer Neutralität eingebrockt! jauchzt der„Gaulois". In der Tat. auch das Neutralitätsinteresse Wil'ons ist von jeher egoistisch gewesen. Es war schwer auf eine Formel zu bringen, wenn man es als neutrales Handeln rubrizieren wollte, und so ist es nur allzu wahrscheinlich, daß die Neu- tralen trotz ihrer Neutralität handelspolitisch behandelt wer- den. als ob sie erklärte Feinde wären. Aushungerungskrieg gegen Neutrale zählt nicht als Krieg. voreilige Zusage- Amerika verspricht Elsaft-Lothringen? Neben der englischen Mission unter BolfourS Führung weilen als Abgeordnete Frankreichs Viviani und Joffre seit einigen Taeen in 5?gashington, und Biviani bat begonnen, dem amerikanischen ißundesgenossen in demokratisch aufgeputzten Reden zu huldigen. Nach einer Havasmeldung aus 23astüngton� dankte er bei einem Diner, das auf der französischen Borschaft stattfand, Ilmerika für seine Dienste und erwähnte, Frankreich wünsche noch den Besitz Elsaß-Lothringens. Der Senatspräsident Marshall er- widerte, daß E l sa h- L o th r i n g e n nach dem Kriege Frank- reich zurückgegeben werden müsse. . Die Dritish Socialist Partp gegen die Kriegspolitik. Geich der I. L. P. hat auch die B. S. P. in den Ostertagen ihren Parteitag abgehalten, der ebenfalls hauptsächlich durch die Debatte über die sozialistische Kriegspolitik und die Friedensfrage ausgefüllt war. Er fand in Salford statt und war von 74 Delegierten aus 37 Parteiabteilungen besucht. Die wichtigsten Beschlüsse sind: Ein Tadel gegen das Internationale Sozialistische Bureau wegen der Unterlassung der Einberufung eines internationalen Kongresses und der Nach- giebigkeit gegen die nationalistisch gesinnten Parteien in England und Frankreich; weiter eine Re- solution zugunsten einer internationalen Propaganda zur Ableh- nung aller Kriegskredite, Dienstwcigerung, Streik in Munittons- sabriken usw. Der Austritt aus der Arbeiterpartei wurde abge- lehnt ebenso die Verschmelzung mit der I. L. P-, mit der indes ein engeres Zusammenarbeiten gesucht werden soll. Die B. S. P. ist bekanntlich die, besonders seit dem Austritt der Hyndman und Genossen, bei weitem kleinere der beiden sozia- listifchen Parteien Eicglanös der Krieg auf öen Meeren. Seesperre und Versenkungen. Kopenhagen, 29. April. Nach Telegrammen aus Norwegen herrscht dort große Erregung über die neuerdings bekannt ge- wordenen weiteren Toepedicrungen, von denen zahlreiche Schiffe in den letzten Tagen ereilt worden sind. Bern, 29. April.„Progres de Lyon" meldet aus Nantes: Die Schiffe der Sardinenfischerei Providence de Dieu und I o l i e Brise wurden auf der Höhe von Audierne bei Minenoperationen von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Ein drittes Schiff konnte sich nur wegen des Hagelwetters retten. Kristiania, 28. April. Das Konsulat in Leith meldet, daß der Dampfer Ztidelven von Trondhjem gestern zehn Seemeilen nordöstlich von Coquetisland von einem vermutlich deutschen U-Boot versenkt wurde. Kleine Kriegsnachrichten. Schwere Kämpfe an der mazedonischen Front. Nach der „Vojenni Jsvestia" haben die Engländer in dem dreitätigen Kampf mit den Bulgaren, der sich südlich von Tojran abspielte, etiva 10000 Mann an Toten und Verwundeten verloren. Die Bulgaren verfolgen den Feind. Die russischen Staatsbeamten vor dem Gefche gleich. Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet: Die Regierung ver- öffentlichte eine Verordnung, welche die straf- und zivilrechtliche Verantwortlichkeit aller im Staatsdienst stehenden Beamten ohne Rücksicht auf die Stellung, die sie bekleiden, festsetzt. Ein Einwandcrungsgcsctz in Norwegen.„Nationaltidende" meldet aus Kristiania: Hier wird zurzeit eine strenge Kon- trolle aller zurci senden Fremden vorbereitet und ein provisorisches Einwanderungsgesetz ausgearbeitet. Außerdem ist ein Ausschuß eingesetzt, der die Mitwirkung der Polizei bei der Bekämpfung des Spionagewesens organi- sieren soll. Anatomie für die Rumänen in Bessarabien. In Kischinew bildete sich, nach einer Meldung der Petersburger T-legraphcn- Agentur, ein Bessarabisch-nationaler Rumänenverband um der rumänischen Bevölkerung in Bessarabien die Autonomie zu ver- schaffen. Ter Anfang einer spanischen U-Boot-Flotte. Das erste spanische U-Boot Isaak P c r a l ist in Carthagena in Begleitung des Kricgesschiffes Estremadura eingetroffen. politische Ueberflcht. Prof. Delbrück über Preusten. Prof. Hans Delbrück fetzt sich in seinen„Preußischen Jahrbüchern" mit der Wahlrechtsfrage auseinander. Er tritt für das gleiche Wahlrecht ein und weist über- zeugend nach, daß ein Wahlrecht, abgestuft nach Leistungen unmöglich sei. Wieviel Stimmen hätte dann z. B. Bismarck haben müssen. Gebe man jedem Millionär und jedem Guts- besitzer ein besonderes Wahlrecht, so sei das geradezu eine Verhöhnung jeder wahren Leistung. Niemals in der Weltgeschichte habe das Wahlrecht etwas mit Leistung und Gegenleistung zu tun gehabt. Die Hinausschiebung der Reform bis zum Frieden scheint Delbrück unratsam, und grundsätzlich ist er für das gleiche Wahlrecht sofort. Aber, um während des Krieges den Kampf bis aufs Messer zu vermeiden, erscheint es ihm ange- zeigt, vorläufig noch irgendeine Mittelstufe, etwa— ein Pluralwahlrecht(!) zu schaffen. Rufe die Regierung die Parteiführer zusammen, so sei es sicher, daß zwischen Frei- konservativen, dem Zentrum, den Nationalliberalen, den Frei- sinnigen und den Polen auf dieser oder einer ähnlichen Grund- läge schnell eine Vereinbarung getroffen und ohne vielen Kampf durchs Abgeordnetenhaus gebracht werden kann. Auch die Sozialdemokraten wären froh, statt der bloßen Ver- sprcchungen eine handfeste Tatsache für sich buchen zu können, und würden sich ihre weiteren Forderungen für später vor- behalten. Nach dem Kriege stehe alles ganz anders, und solche Vereinbarungen seien dann nicht mehr möglich. Also das Pluralwahlrecht ist Unsinn, aber vom Abge- ordnetenhaus ist nichts Besseres zu erwarten. Was folgt daraus? Für uns: Gleiches Wahlrecht durch das Reich! Sozialismus, Christentum und frieden. Durch die Zentrumspresse geht ein Artikel von Prof. Dr. Karl Hilgenreiter, in dem es heißt: Die Sozialisten veranstalten Kongresse, senden sich öffent- liche Erklärungen, die Mißverständnisse zwischen den feindlichen Staaten und Völkern aufflären sollen, vermitteln diese Zu- schristen durch die Minister neutraler Staaten, suchen persönliche Fühlung mit maßgebenden Parteianhängern in feindliwen Län- der», um Friedensfäden anzuspinnen. Und die lwmttschen Re- gierungen sehen dies nicht ungern. Soll und muß der Friede, den die Völker so sehr ersehnen, wirklich unter der roten Fahne in die Lande ziehen?... Darf der katholische Episkopat der Welt ab- seits stehen? Ertönt kein Friedenswort von Bischof zu Bischof, von Kardinal zu Kardinal? Dürfen nur Sozialdemokraten aller Reiche über Frieden reden und verhandeln? Tic Sozialisten würden es nur begrüßen, wenn die katho- lische Kirche ihren gesammelten Einfluß in die Wag- schale des Friedens werfen wollte, und wenn die Zentrums- presse statt für Eroberungspläne für den Frieden arbeitete. Pros. Hilgcnreiter könnte aber gerade aus der gegenwärtigen praktischen Arbeit der Sozialdemokratie erkennen, wie unrecht er mit seiner Behauptung hat, diese sei ein„Herold des gröb- sten Materialismus". Mit dem platten Materialismus eines Büchner hat der„historische Materialismus" von Marx nicht das allergeringste zu schaffen. Auf Grund dieses„Materia- lismus" läßt sich, wie das Beispiel zeigt, eine Politik des praktischen Christentums treiben, vor der eben jetzt Herr Prof. Hilgenreiter als guter Katholik mit der betrübten Frage steht: Und wir?_ Tie Revolution gegen Körsten l In der Berliner Arbeiterbevölkerung wird ein Flugblatt ver- breitet, von dem man nichts anderes oder wenigstens nichts Mil- dercs sagen kann, als daß es eine Predigt des vollständigen Un- sinns ist. Die Arbeiter werden darin aufgefovdert, das russische Beispiel nachzuahmen und zu diesem Zweck— man höre und staune— zunächst einmal gegen die Leitung der frei- gewerkschaftlichen Organisationen, vor allem gegen die Genossen Körsten, Siering und Cohen ganz gehörig los- zugehen. Diese Genossen werden mit einer Flut sinnloser Ver- leumdungen Übergossen, als„sattsam bekannte und berüchtigte Individuen", als„Agenten des Berliner Polizeipräsidiums", als „Judasse" usw. beschimpft. Erster Zweck der angekündigten„Bewegung soll sein, die Gewerkschaftsvertreter aus der ständigen Kommission zur Ueberwachung der Lebensmittelverteilung wieder hinaus- zuschmeißen. Das Erreichte soll also damit wieder rückgängig ge- macht werden! Jeder verstän-dige Arbeiter, jede verständige Arbeiterin muß sich sagen, daß aus den Worten jenes Flugblattes die absolute Torheit spricht. Ganz abgesehen davon, daß Deutschland nicht Nutzland ist— auf welche Weise ist denn der Erfolg der russischen Revolution erreicht worden? Doch nur dadurch, daß im entschci- denden Augenblick die gesamte Arbeiterschaft einig war, und auch dies hätte wahrscheinlich nicht genügt, hätten nicht auch die Ver- treter des Bürgertums bis zu den Miljukow und Rodzjanko sowie ein großer Teil der Offiziere mit der Revolution gemeinsame Sache gemacht. Nur durch Einigkeit kann Großes erreicht werden. Wer nicht einigen, sondern spalten und zersplittern will, wer den wüstesten Kampf der Leidenschaften in die Reihen der Arbeiter selb st trägt und dann versucht, seinen ver- blendeten Anhang in unmögliche Unternehmungen hineinzureißen, ist gewissenlos und handelt gegen die Interessen der Arbeiter, Dummköpfe müssen es sein, die sich seiner Führung anvertrauen. Es wäre eine Schande, wenn sich auch nur ein Teil der Ber- liner Arbeiterbevölkerung von den sinnlosen Phrasen dieses Flugblattes imponieren ließe. Die Arbeiter wissen doch aus Er- fahrung, daß nur durch Einigkeit, nur durch Organisation etwas zu erreichen ist, und daß jedem Unternehmen, das diesen Grund- fatz mißachtet, der schmerzlichste Mißerfolg gewiß ist. Wer den Ratschlägen jenes Flugblattes folgt, kann damit nur sich selber schweres Leid zufügen, ohne jede Aussicht, durch seine Opfer irgend etwas Nützliches zu erreichen. Tie ostpreuftischen Landräte bedauern. In Nr. 95 der„Goldaper Allgemeinen Zeitung", dem Publi- kationsorgan für Stadt und Kreis Goldap, vom 25. April 1917 finden wir folgende amtliche Bekanntmachung: Eierprcise. Auf Bestimmung der Provinzialcierstelle sieht sich die Kreisverwaltung zu ihrem Bedauern genötigt, den Einkaufs- preis für Eier von sofort ab auf 29 Pf. pro Stück bzw. 3 Mk. für die Mandel herabzusetzen. Die Eierankaufsstellen erhalten fortan eine Vergütung von 1 Pft pro Stück bzw. 15 Pf. pro Mandel. Ich hoffe zuversichtlich, daß die Herabsetzung der Eierpreise ein Nachlassen des Angebots nicht zur Folge haben wird und daß auch die Eierankaufsstellen in ihrer Sammeltätigkeit nicht nach- lassen. Daß fortan in der wärmeren Jahreszeit nur frische Eier zur Ablieferung gelangen dürfen, rst selbstverständlich. Der Landrat. Eine gleiche amtliche Bekanntmachung bringt nach der Mit- leilung unseres Königsberger Parteiorgans auch die im Kreis Jnsterburg erscheinende„Ostdeutsche Volkszeitung". Es scheint danach unter den ostpreutzischen Landräten Gepflogenheit zu sein. die Herabsetzung von Lebensmittelpreisen nur mit dem Aus- druck des Bedauerns zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Die verbrauchende Bevölkerung wird jedenfalls durch solche land- rätlichen Gefühlskundgebungen sehr eigentümlich berührt. Ter Anti-Torlog Raab und sein �riedenspastor. Die Bemerkungen, die wir an den Vortrag des PastorS Soulier im Niederländischen„Anti-Oorlog Rad" knüpften, haben diese Friedensgesellschaft zu einer Entgegnung veranlaßt. Dem Vorwurf, daß wir unser„leichtfertiges Urteil" über die Versamm- lung auf„Zeitungsberichte" stützten, widersprechen wir nicht: wir haben uns nämlich auf den Zeitungsbericht Nr. 212 verlassen, her- ausgegeben— vom„Niederländischen Anti-Oorlog R a a d. Um diese Leichtfertigkeit nicht ein zweites Mal zu begehen, gehen wir nicht weiter auf das ein, was Zeitungsbericht Nr. 214 auf unseren Angriff hin ergänzend von der VersamuUung mit- teilt, es ist ohnehin belanglos. Daß die niederländischen Friedens- freunde dem annektionistischen Programme des Pastor Soulier nicht rückhaltlos beigetreten sind, haben wir unseren Lesern nicht verschwiegen, auf Wunsch des„Anti-Oorlog Raad sei hier be- sonders notiert, daß ihnen namentlich Herrn Souliers Forderung des gesamten linken Rheinufers(aber auch Elsaß-Loth- ringens allein?) für Frankreich zu weit ging. Doch darum handelt es sich gar nicht, der„Anti-Oorlog Raad" übersieht das wesentliche oder will es nicht sehen. Hier die Situation: In einer Versammlung angeblicher Pazifisten erscheint ein Franzose, angeblich gleichfalls Pazifist, um einen Vortrag zu halten. Dieser entpuppt sich von A bis Z als ein Abklatsch der Kriegspolirik eines Briand oder Lloyd George, er idealisiert die Wilsonnote der Entente, fordert das linke Rhein» ufer, die Zerschmetterung Teutschlands, Aufteilung Oesterreichs— natürlich alles unter dem Teckmantel öliger Menschheits. und Friedensphrasen, kurz und gut, er ist in Inhalt und Form nichts, aber auch gar nichts anderes als dutzendmal abgeleiertes Heuchel- spiel der erbittertsten Ententckriegspolitiker. Und die Antwort der Friedensfreunde— Entrüstung, leidenschaftlicher Protest?— Ach wo, man begießt den Redner mit Limonade, erlaubt sich zwar einige schück-terne Einwendungen, am Schlüsse aber dankt der Vorsitzende dem Redner wärmslcns und betont, daß man über das Ziel voll- kommen mit ihm einig sei. nur nicht über die dahinführenden Wege. Hier gab es für jeden wirklichen Pazifisten nur eine Möglichkeit, nämlich zu erklären: das eben Gehörte ist das Gegenteil wirklicher Fricdcnszicle, es ist brutale Kriegspolitik und unterscheidet sich vom Pazifismus wie Wasser und Feuer. Und weil niemand— zum mindestens der offizielle Bericht nicht— den Mut dieser Auf- richtigkeit fand, deshalb ist die Vereinigung für ehrliche Pazi» fisten wertlos._ Teutsche Gesellschaft für Völkerrecht und Zentralstelle Völkerrecht. Man schreibt uns: Die beiden Gesellschaften, die in ihrem Namen sich so ähnlich sind, daß sie leicht verwechselt werden können, haben tatsächlich nichts miteinander zu tun. Die am 24. März d. I. gegründete .Deutsche Gesellschafr für Völkerrecht" trägt den Charakter einer vorwiegend Forschungszwecken dienenden wissen- ichaftlichen Gesellschaft. Mitglieder sind in erster Linie Völker- rechtslehrer. daneben auch Männer der völkerrechtlichen Praxis. In der Gründungsversammlung waren die Zentralbehörden des Reiches und Preußens, einschließlich der militärischen, vertreten. Daraus ergibt sich für den Verein schon eine gewisse Reserve, so- weit es sich um die Fortbildung des Völkerechts handelt. Vor- sitzender ist Geh. Rat Prof. Nie meyer(Kiel), stellvertretender Vorsitzender Geh. Rat Prof. M e u r e r(Würzburg).— Die auch erst im vorigen Jahre entstandene und am 2. Dezember in Frank- sim a. M. vereinsmäßig konstituierte„Zentral st elle Völkerrecht" dagegen, die auch den Untertiiel„Deutsche Zentrale für dauernden Frieden und Völker- Verständigung" führt, ist eine Propagandagesellschaft pazi- fistischer Richtung. Sie will für das neue Völkerrecht, das nach dem Kriege die Völker in einer zwischenstaatlichen Organisation vereinigen soll. Anhänger werben und will die damit zusammen- hängenden Probleme klären helfen. Vorsitzender ist Prof. Hein» rich Rößler(Frankfurt a. M.), Vorsitzender der Geschäftsleitung Hellmut v. Gerlach(Berlin), Geschäftsleiter Landtags- abgeordneter Dr. Ludwig Q u i d d e(München). Sitz der Ge- sellschaft ist Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 159, Gh. Einigung im öaugewerbe. Ueber die gestern von uns angekündigte Einigung im Baugewerbe wird folgender Bericht des Wolffschen Tele- graphcn-Bureaus ausgegeben: In den letzten Tagen sind im Rcichsamt des Innern VerHand- lungen über die erneute Teuerungszulage der Arbeiter im Bau- gewerbe zu erfolgreichem Abschlüsse gebracht worden. Bekanntlich war am 31. März 1913 der im Jahre 1913 abge- schlossene Reichstarifvertrag für das deutsche Baugewerbe abge- laufen. Unter der Leitung des Direktors im Reichsamte des In- nern, Dr. Caspar, wurde am 3. und 4. Mai 1913 über eine Ver- längerung des Vertrags und über die Gewährung von Teuerungs- Zulagen verhandelt. Es wurde damals vereinbart, daß der Tarif- vertrag zunächst bis 31. März 1917 weiterlaufen sollte; darüber hinaus sollte er als um ein weiteres Jahr, also bis zum 31. März 1918 verlängert gelten, wenn am 31. Dezember 1913 noch nicht mit allen europäischen Großmächten Friede geschlossen wäre. Gleich- zeitig wurden Teuerungszulagen zu den Tariflöhnen festgesetzt, die in Tariforten mit weniger als 5903 Einwohnern allgemein 7 Pf., in allen übrigen Tarifgebieten bei mehr als neunstündiger täglicher Arbeitszeit 19 Pf., bei neunstündiger täglicher Arbeitszeit 11 Pf. für die Arbeitsstunde betrugen. Da der Krieg Ende 1913 noch fortdauerte, waren beide Ver- tragsteile— Arbeitgeber wie Arbeitnehmer— bis zum 31. März 1918 an den Tarif und seine Sätze sowie an die Zulagen der Ver- einbarung vom 3./4. Mai 1913 gebunden. Die Arbeiterorganisa- tionen erkannten diese Rechtslage an, wandten sich aber unter Be- rufung auf die zunehmende Teuerung aller Gegenstände des Lebensbedarfs an das Reichsamt des Innern, um durch dessen Ver- Mittelung neue oder erhöhte Zulagen zu erlangen. Die VerHand- lungen, die am 28. und 27. April wieder unter Vorsitz des Direktors Dr. Caspar stattfanden, haben zu einer Einigung geführt. Tie neue (zweite) Teuerungszulage, die durch den soeben abgeschlossenen Ver- trag festgelegt wird, ist für alle Tarifgebiete und unab- hängig von der Lage der täglichen Arbeitszeit einheitlich auf 15 Pf. für die Arbeitsstunde bemessen. Wo schon bisher über die erste, vertragsmäßige Zulage hinaus Zulagen gewährt wurden, kommen diese auf die neue Zu- läge in Anrechnung; sie werden also lediglich, sofern sie sich auf weniger als 15 Pf. für die Arbeitsstunde belausen haben, aus diesen Betrag ergänzt. Betrugen sie mehr als 15 Pf., war also die tatsächliche Entlohnung höher als der Tariflohn zuzüglich der ersten und der neuen(zweiten) Zulage, so sollen sie u n- verändert weitergezahlt werden. Auf tariffreien Ar- beitsstellen, für die während des Krieges besondere Platzverträge oder Lohnvereinbarungen abgeschlossen sind, soll der Lohn durch entsprechende Zuschläge dem Tariflohn des nächstliegenden Tarifgebiets zuzüglich beider Zulagen— der vom Mai 1913 und der gegenwärtigen— angeglichen werden; auch bier sollen bisher ge- zahlte höhere Löhne nicht gekürzt werden. Indes findet bei den auf Grund von Verträgen dieser Art Beschäftigten eine Anrech- nung der sogenannten Auslösung statt, soweit sie mehr als 2 M. für den Kalendertag(also 14 M. für die Wocbe) beträgt. Tie Arbeitgeber haben sich verpflichtet, die neue Zulage rück- wirkend vom 27. April 1917 ab zu gewähren; dabei ist vorausgesetzt, daß, bevor die Zahlung beginnt, die Frage der Rückerstattung durch das Reich bzw. die Bundesstaaten geregelt ist. An dem neuen Vertrage sind, wie bei dem erwähnten Reichs- tarifvertrag aus der Vereinbarung vom 3./4. Mai 1918, der Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugeu>erbe auf der einen, der Deutsche Bauarbeiterverband, der Zentralverband der Zimmerer und ver- wandten Berufsgenossen Deutschlands und der Zentralverband christlicher Bauarbeiter Deutschlands auf der anderen Seite be- teiligt. Es darf gehofft werden, daß durch dieses neue Abkommen der ungestörte Fortgang der kriegswichtigen Bauten sichergestellt wird. Sozialdemokratischer öezirkstag Groß-öerlin. Am gestrigen Sonntag wurde im großen Saal des Ge- werkschaftshauses die Bezirksorganisation der Sozialdemo'- kratischen Partei Teutschlands unter starker Beteiligung neu konstituiert. Genosse Eugen E r n st stellte in seiner Eröff- uungsrede fest, daß hinter der Organisation mehr als 6000 Mitglieder stehen. Ueber„Volksinteressen— Arbeiterinteressen" sprach Genosse Rob. Schmidt. Hierauf kam folgende von ihm empfohlene Entschließung zur Annahme: Die Bezirksorganisation für Groß-Bcrlin erklärt nachträglich ihr Einverständnis mit dem Beschluß des Parteiausschusses vom 18. Januar 1917, wonach die Zugehörigkeit zur Sonderorganisation der damaligen Opposition(den heutigen„Unabhängigen") unver- einbar ist mit der Mitgliedschaft zur Gesamtpartei. Die Bezirksorganisation befindet sich in Uebereinstimmung mit den Beschlüssen des Partciausschusses vom 18. und 19. April, sie be- kündet ihre Zustimmung zu der Kritik unserer Nahrungsmittelver- sorgung, deren Mängel nur beseitigt werden können, wenn ohne Rücksichtnahme auf Sondcrintcressen die wichtigsten Nahrungsmittel in öffentliche Bewirtschaftung genommen und die Verteilung unter scharfer Kontrolle und unter Ausschaltung des Schleichhandels ge- ordnet wird. Wir verkennen nicht die Schwierigkeiten der Nah- rungsmittelversorgung, aber durch zögernde und verfehlte Matz- nahmen sind leider der Bevölkerung größere Entbehrungen auf- erlegt, als die mangelnde Zufuhr und die feindliche Absperrung es bedingten. Die BezirkSorgonisation erwartet von den Vertretern der sozialdemokratischen Partei in Reich, Staat und Gemeinde, daß sie alle Kräfte einsetzen, um in Deutschland schon jetzt die politische Gleichberechtigung herbeizuführen, die der demokratischen Entwicke- lung die Bahn freimacht. Mit tiefem Sckmerz gedenken wir der Volksgenossen, die in dem schweren Kampf für die Verteidigung und die Unabhängigkeit unseres Vaterlandes ihr Leben und ihre Gesundheit geopfert haben. Wir gedenken voll Mitgefühl auch derjenigen, die gegenwärtig an der Westfront den gewaltigen Anprall der feindlichen Heere aus- halten müssen, um unsere Heimat vor feindlicher Invasion zu schützen. Unser Friedcnsverlangen steht unerschütterlich fest, wir unter- stützen die Forderungen des Parteiausschusses zur Herbeiführung eines baldigen Friedens, und wir appellieren an unsere Partei- genossen im Ausland, daß sie gleich uns alle kriegshetzerischen Trci- bereien im Lande zurückiveisen und den Weg zur Verständigung für die Beendigung des Krieges beschreiten. Unter Betonung ihrer Stellungnahme für die Landesverteidi- gung kann die Bezirksorganisation Bestrebungen nicht gutheißen, die durch aussichtslose Arbeitseinstellungen die Zwecke einer politi- schen Sonderorganisation zu fördern versucht. Diese Arbcitsein- stellungcn können nur zur Folge haben, unsere Widerstandskraft zu schädigen. Planlose Aktionen, für die keine Organisation die Ver- antwortung übernehmen kann, gereichen der deutschen Arbeiter- bewegung nur zum Schaden, denn di« Erfolglosigkeit solcher Unter- nehmungen ist nicht geeignet, die Willenskraft und Energie der deutschen Arbeiter zu heben. Die sozialdemokratische Partei muß ihre Macht in der Organi- sation zum einmütigen, zweckmäßigen Handeln benutzen, sie wird die gegenwärtigen und die kommenden politischen Aufgaben nur dann erfüllen können, wenn ihre Grundlage fest und sicher gestaltet bleibt. Nicht in innerer Zerrissenheit, sondern einig und geschlossen muß der Kampf geführt werden. Deshalb darf sich kein Partei- genösse der Mitarbeit entziehen. Niemand darf der Organisation der Gesamtpartci fernbleiben! Zur Annahme gelangte ferner nach lebhafter Debatte folgende Resolution Lüdemann und Genossen: Der Bezirkstag von Groß-Berlin begrüßt die entschlossene Stellungnahme des Partciausschusses, besonders wegen der cnt- schiedenen Betonung der Notwendigkeit sofortiger innerpolitischer Reformen. Gegenüber der Osterbotschaft mit ihrer versteckten Ankündigung eines neuen Klassenwahlrechts für Preußen bedarf es der deutlichen Hervorhebung, daß nur das gleiche Wahlrecht zu allen Vertretungskörperschaften in Staat und Gemeinde, die Ncucinteilung der Reichstagswahlkrcise und die Einführung verantwortlicher Ministerien für Reich und Bundes st aaten als genügende Ausführung der oft angekündigten Neuorientierung angesehen werden kann. Da zudem die freiheitliche Ausgestaltung des deutschen Ver- fassungslebens die baldige Einleitung von Friedensverhandlungen erleichtern wird, fordert der Bezirkstag den Partcivorstand auf. mit gesteigerter Entschiedenheit dahin zu wirken, daß die Politik der Versprechungen und der kleinen Zugeständnisse end- lich durch eine durchgreifende Demokratisierung des Deutschen Reiches abgelöst wird. Daneben erscheint die schleunige Herbeiführung eines vorbehaltlosen V e r z i r ch t s der Regierung auf jegliche Er- o b e r u n g s p o l i t i k als das wichtigste Ziel der kommenden par- lamentarischen Arbeit. Die Wahlen hatten folgendes Ergebnis: Vorsitzende Eugen E r n st und Wels, Kassierer Th. Fischer, Schrift- führer Hugo P o e tz s ch, Revisoren Gustav Schmidt, Hcrm. Meißner, Alex. P a g e l s, Emil Böskc, Mctzanke, Vertreterinnen der Frauen die Genossinnen Ryneck und S ch m i tz, Bezirkssekrctär Th. Fische r.(Ein Bericht über die Verhandlungen folgt. Red. d.„Vorw.".) Industrie und Handel. Auflösung des österreichischen Eiscnkartells. Die gesamle Industrie in Oesterreich war jahrzehntelang von dem EisenkarW 75000 Zweiter Hauptgewinn Nark: 30000 LosezuM.3,-S>p?ebu-Ijisto außerdem. Hämorrhoiden? Verlangen Sie Gratisprospekt von Apoth. Lauenstein!« Versand, Spremberg L 44. Uhren-Qoldwaren IMItz A I.inden-itr. lOfl. H.& P. Uder, Kerlin SO. 16, 6ngcl-Qfcr 5. 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