Ar. 120. S4.I«hrs. kldonnnnnitz-ke�Inq»»««,: kbonnnnent». vrn» prSnumermld» vierteljährig S.90 27!!, Monat! U30 Sil. wöchenilicd 80 SBfg. fcn tnS Hau» einzelne Nummer i Stg. konmag«. nummer mit MuNrierier Eonmag«. Vellage»Die Neue Well' lO Pfg. Soft. Abonnement: 1,30 Marl pro Monat eingetragen in die Voll. Zeitung». Vreisliiie, Unter lireuzband tSi Deullchian» und Oesierreich. Ungarn 2�0 Marl, für da« übrige Ausland « Marl pro Monat. Vostabonnemenls nehmen an Belgien, Dänemart Holland, Italien. Luxemburg, Portugal «uuiämen. Schweden und die Schwei« Crfdielni tlallll Verliner VolksblÄkt. ( 5 Pfennig) Oif IntcrtlonS'Getflljr betragt für die sechSgelpaltene Slolonrt. teile oder deren Raum 60 Pfg„ für »olittlche und gewerlfchaftliche Verein«. and Versammlung«»Anzeigen 30 Pfg. »Kleine Hnztigen", da« lcltgedruckle Wort 20 Pfg.(zulässig 2 seltgedruckte Wortes, jede« weitere Wort 10 Pfg, klellengesuche und Schlafllcllenan» «eigen da« erste Wort 10 Pfg,, jede« vettere Wort ö Pfg. Worte über lö Buch. laben zählen für zwei Worte. Inserate lür die nächste Nummer müssen bis k Uhr nachmittags in der Expedition rbgcgcdcn werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Delegramm-Adrefs»: .Sdzlaldcaolirat Kerl!»- Zcntralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfcblands. Neöaktion: 68). 68. Linöenllraße 3. Fernsprecher: Amt Morinpla«. Rr. ISI SV— 1S1 S7. Donnerstag, den 3. Mai 1917. Expeöition: SM. 68, �inüenstraße 3. iserniprecher: Am» MortNPlan» Nr. lSl Sv- 1SI S7. feuerkampf und einzetoorftössc im Selten. Heftige Feuerkämpfe im Westen— Englische Vorstöße bei Leus, Monchy und Fontaine— Französische Vorstöße am Chemin- des- Damcs— Das Ziel der Champagneschlackit am letzten April— Ruffenangrifs an der Moldaugrenze. Amtlich. GroßeS Hauptquortier, den 2. Mai 1917. sW. T. B.» Westlicher Kriegsschaupl«»tz. Heeresgruppe Kronprinz Rnpprecht. Südlich von Apern nahm zeitweilig die Feuertätigkeit z». Aus dem Kawpffcld von Arras scheiterten vormittags englische Borstöße westlich von Lcns, bei Monchy und Fontaine. Bon Mittag an hat sich der Artillerickampf wieder gesteigert; rr blieb auch nachts stark. Heeresgruppe Dentscher Kronprinz. Heftigen Feuerwellen vor TageSgranen folgten gewaltfonee Erkundungen der Franzosrn bei Cerny und an der Aisne; der Feind wurde zurückgewiesen. Mittags sehte der Feucrkampf auf der ganze» Front wieder mit voller Kraft ein. Nächtliche Unternehmen unserer Stoßtrupp» nördlich der AiSne brachten Gewinn an Gcfangcuen und Maschinengewehre». Bei Säuberung eines Franzoscnncstes nordöstlich von Sillery wurden dem Feinde schwere Verluste zugefügt und über Sil Ge« fangcnc einbehalten., Eriicutc Borstöße der Franzosen amChe«w-deS-DamrS-?lücke» wurden im Nahkampf abgeschlagen. Bei den Kämpfen in der Champagne am 39. 4. find über 409 Gefangene in unserer Hand geblieben; ihre Aussagen er- geben, daß den neu eingesetzten Divisionen die Aufgabe gestellt war, um jeden Preis uns die Höhcnstellungen südlich von Nauroy und Moronvillicrs zu entreißen. Diese» Ziel der sranzöfischeu Führung ist an leiner Stelle erreicht worden. Heeresgruppe Herzog Aldrecht. Die Lage ist unverändert. In Luftkämpfeu verlor der Feind gestern 14 Flugzeug«. Leutnant Wolff schoß seine» 28. und 29., Leutnant Schiefer seinen 24 und 25. Gegner ad. Oestlicher Kriegsschauplatz. HeereSfront des Generalfeldmarschalld Prinz Leopold von Bayern. I» mehrere» Abschnitten war die russische Feuertitigkeit«nd entsprechend die unsere lebhafter als in letzter Zeit. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph. Im Grenzgebirge der Moldau griffen nach starke« Feuer mehrere russische Bataillone unsere Höhcnstellungen nördlich des Oitoz-Tales an. Sie wurden verlustreich abgewiesen. Heeresgruppe des G e n er« l f e ld m ar s ch a lls von Mackensen, Lewe»esondere« Ereignisse. Mazedonische Die lebhafte GefcchtStäligkeit im Eerna-Boge««nd auf de« Westufer des Barbar hält an. Eins unserer Fluggeschwader unter- nahm mit erkannt gutem Erfolge eine» Bombenangriff gegen Munitionslager bei Bac an der Cerna. Der Erste Generalqnartiermeister. Ludcndorff. Abendbericht. Serli«, amtlich, 2. Mai abends. An de« Kampffronte» im Westen wechselnd starker Fenerkampf. Im Osten nichts Besondere«. Der österreichische Bericht. Wie», 2. Mai 1917.n Austrage seiner Regierung mitgeteilt, daß die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland abgcbrochcit seien, und um seine Pässe gebeten. Die Vertretung der deutschen Interessen in Guatemala hat die spanische Regierung übernommen. Lloyö George nach Irankreich. Amsterdam, 2. Mai. Berichten aus England zufolge reiste Lloyd George am Dienstag abend nach Frankreich. In der Dicnstagsitzung des Unterhauses teilte Bonar Law mit, daß die angekündigte Regierungserklärung bezüglich Jr- lands bis zur nächsten Woche verschoben werden müsse, da Lloyd George von neuem nach dem Fcstlande gerufen wurde und zwar unter Umständen, die nicht vorauszusehen ivaren. Carson-Krife? Gerüchte vom Rücktritt Carsons von der Admiralität laufen seit Tagen um. Kürzlich wurde gesagt, sie hingen nicht mit Amtsfragen zusammen, sondern mit irischen Wünschen, Carson bei dem Kampf um Home Rule als Führer zur Seite zu haben. Das Gerücht wird jetzt durch die„Times" ver- stärkt. � Das Blatt glaubt zu wissen, daß Carson b a l d d i e Admiralität verlassen dürfte, und zwar infolge von Angriffen, die gegen ihn gerichtet wurden. Diese bezögen sich jedoch auf die politischen Streitigkeiten und keineswegs auf die Marine. Es beständen auch keine Meinungsverschiedcn- heiten zwischen Carson und seinen Mitarbeitern in der Admiralität. Die„Times" fügt hinzu, daß die Regierung wahrscheinlich die Veröffentlichung der Schiffs- Verluste in der gegenwärtigen Form auf- geben wird, da sie im Unterhause allgemeine Mißbilligung gefunden hat. Der frühere Zivillord Lambert kündigte eine Parka- m e n t s a n f r a g e an, ob der Ministerpräsident Personal- ändernngen in der Admiralität plane, die„außer Stande ist, die Handelsmarine gegen die zunehmenden Verluste durch Minen und Tauchboote zu schützen." Nach„Daily Mail" ist Lloyd George im Begriff, die Marineverwaltung umzuändern. Wichtige Aen- dcrungcn seien bereits in Kraft getreten. Und trotzdem soll Carson seinen Posten aus anderen als Marinegründen ver- lassen wollen?_ Die Rechte der rutschen Solüaten. Den„Basler Nachrichten" wird aus Petersburg gemeldet: Die Vorlage über die Hebung der Disziplin in der Armee, an der eine Kommission unter General Poliwanow arbeitet, ist fertig. Der Vorlage stimmten die Vertreter des Arbeiter- und Soldatenkomitees zu. Es werden aus S o l- baten und Offizieren bestehende Gerichte eingeführt werden, und zwar für jedes Komitee und jedes Regiment eins. Die Komiteegerichte werden vom Kriegs- minister gestellt werden, die Reginientsgcrichte von der pro- visorischen Regierung. Die Kommission erkannte die Rechte der Soldaten an, die ihnen durch den ersten Erlaß des Rates der Arbeiter und Soldaten von Petersburg eingeräumt wurden. Die Soldaten erhalten daniit alle bürger- lichen Rechte. Von derselben Kommission wird die Er- höhung des Soldes gefordert; diese wird nach dem Ein- vernehmen mit dem Finanzminister in der nächsten Zeit be- kanntgegeben werden._ Die Lage in Petersburg. Kundgebung gegen Nnbckannte.— Ter Arbeiterrat gegen Lenin. Petersburg, 1. Mai.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Der ausführende Rat der Arbeiter- und Soldatcnabgcordneten ließ heute in der Stadt folgende Kund- gebung anschlagen: „Gestern haben sidi mehrere bedauerliche Zwischenfälle in der Hauptstadt ereignet. Ein junger unbekannter Mann tötete den General Kaschtalinski. Auf eine Gruppe von Leuten, die im Stadtviertel Vaisili Ostrov p o l i i t i s ch e Kundgebungen veranstalteten, wurden Swüsse abgegeben und daselbst Bomben geworfen. Einige Personen, die sich als Mitglieder des ausführenden Ausschusses ausgaben, verhafteten den Besitzer eines Grundstückes. Andere Unbekannte rissen O f f i- zieren die Achselstücke ab. Einzig und allein Geistes- gestörte oder Feinde der nationalen Freiheit konnten diese auf- rührerischen Handlungen begehen, die geeignet sind, die russische Revolution bloßzustellen. Der ausführende Rat verurteilt sie streng und ruft alle Bürger auf, sie zu verhindern, denn derartige Handlungen erzeugen Anarchie und zerülten die revolutionären Kräfte." Petersburg, 1. Mai.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Da der Rat der Arbeiter- und Soldaten- abgeordneten das Auftreten des Revolutionärs Lenin als gefahrdrohend für die russische Freiheit erklärt hatte, erschien Lenin, um sich zu verantworten; aber nach Anhörung seiner Erklärungen hielt es der Rat nicht für nötig, seine Auffassung zu ändern. Ver Krieg auf öen Meeren. Die Vernichtung eines englischen Lustschiffes. Berlin, 2. Mai. Zu dem Abschuß des englischen Luftschiffes L! 17 am 21. April durch zwei unserer Kampseinsitzer erfahren wir durch Wolffs Bureau noch folgendes: Auf die Meldung, daß ein feindliches Luftschiff gesichtet sei, starteten zwei unserer See- K a m p s e i n s i tz e r. Der erste� griff das Luftschiff sofort aus gleicher Höhe an und begann auf 50 Meter Ent- sernung zu schießen, erhielt dabei Maschinengewehr- feuer und streute seinerseits Ballon und Gondeln mit vier- hundert Schuß ab. Als er auf etwa 20 Meter heran war, begann das Luftschiff achtern zu brennen. Der Flugzeug- führer wars seine Maschine nach recht« herum und als er das Luftschiff wiedersah, bäumte es sich auf und stürzte dann brennend ins Wasser. In 250 Meier Höbe verschwand die Gondel im Flammenmeer. Die Reste des Luftschiffes brannten noch etwa drei Minuten auf der Wasseroberfläche. Das zweite Flugzeug sichtete das Luftschiff in etwa 800 Meie Höhe und verfolgte es. sich in gleicher Höhe hallend. Kurz voi deni Angriff, der sich ebenso wie der des ersten Flugzeuges in äußerst kurzer Zeit abspielte, überstieg es das ank etwa 500 Meter heruntergegangene Lustschiff ein wenig und beswoß es aus aller- nächster Entfernung mit 150 Sck-uß. Nach einer Wendung sab dieser Flugzeugführer ebenfalls das Aufbäumen des Lunickiffes und den Absturz. Das Luflscbiff war etwa 10 000 Kubikmeter groß, vom Astra-Torres-Typ, die langgestreckten vierkantencn Gondeln hatten vorn und achlern je einen Vierflügeligen Zug« und Druck Propeller. Seesperre unü Versenkungen. Kopenhagen, 2. Mai. Das dänische Ministerium des Aeußern meldet, daß das dänische Segelschiff Havila<1121 To.) aus der Reise von Buenos Aires nach Dänemark mit Maisladung im Atlantischen Ozean versenkt worden ist. Madrid, 2. Mai. Wegen der Versenkung des spanischen Küstenfahrers Triana ist die spanische Regierung in B erlin vorstellig geworden. Die Kämpfe an der Westfront. Berlin, 2. Mai. W. T. B. Im Räume von A r r a s gestern nur an einige» Stellen aufflackernde örtliche Gefcchtstätig- k c i t. Am frühen Morgen setzte südlich der Scarpe bis in die Gegend von Bullcconrt erneut starkes Artilleriefeuer ein. Nach hcf- tiger Artillcrievorbercitung folgten zwei matte englische Angriffs- versuche an der alten Angriffsstelle östlich Monchtz und bei Fon- taine, die schon in unserem Sperrfeuer verlustreich zusammen- brachen. Auch östlich Loos und westlich Lens konnten sich englische Tcilangriffe in unserem Maschinengewehr- und Artillerirfeuer nicht entwickeln. Die Beute des 28. und 29. April hat sich um eine Anzahl Gcsangcnc und 27 Maschinengewehre erhöht. Bei klarem Wetter auf der Arrasfront sehr lebhafte Fliegrrtätigkeit. Der beiderseitig starke Artilleriekampf südlich Arras dauerte den ganzen Tag über an. Unsere Batterien beobachteten mehrfach nute Wirkung gegen die feindlichen Ziele. Tie ganze Nacht Über außerordentlich starkes Feuer. Auch im Räume von Reims standen die Kampftiandlungrn im Zeichen tiefer feindlicher Erschöpfung und gebrochrnen Angriffs- geistes. Im Aisncabschnitt scheitorte südlich Eernn ein feind- sicher Handstreich verlustreich für den Feind. Nach stärkster Ar- tillcricvorbereitung brachen abermalige feindliche Tcilangriffe an dieser Stelle, ebenso bei der Hurtcbise-Ferme trotz mehrfacher Wiederholung jedesmal vollkommen erfolglos und verlustreich für den Gegner im deutschen Sperrfeuer oder Nahkampf zusammen. Verschiedentlich wurden feindliche Bereitstellungen in den dickt- gefüllten Gräben wirkungsvoll von»nserdn Feucrwirbeln gefaßt. In der Gegend südlich Eraonne, zwischen Eraonne und Aisne, wo schon ganze Tankgcschwadcr vernichtet wurden, erkannten wir eine Anzahl von Panzerwagen und nahmen sie mit gutem Erfolg untcr Feuer. Unsere zahlreichen ErkinidungSvorstöfie im dortigen Ab- schnitt waren von Erfolg gekrönt. Unsere Spähcrtrupvs brachten zahlreiche Gefangene, darunter auch Offiziere, eine Anzahl von Maschinengewehren»nd andere Beute zurück. Nachmittags und abends schwoll das feindliche Feuer wieder bedeutend an. Auf dem Champagneflügel vermochte sich der Franzose nach seiner schweren Niederlage am 90. April bei den Höhen nörd- lich Prosncs zu neuen Angriffen nicht zu entschließen. Während das Feuer am Vormittage vorübergehend ermattete, schwoll es gegen Abend und in der Nacht zu großer Heftigkeit an. Tie Franzosen sammelten gegen Abend an verschiedenen Abschnitten ihre Sturm- kolonncn in die Gräben, die durch unser Vernichtungsfeuer nieder- gehalten und dezimiert, indessen einen Vorstoß nicht wagten. Die Meldung des Eiffelturms, daß die Franzosen am 90. April bis zur Straße Naurod— M o r o n v i l l e r s, etwa 1 Kilometer nördlich vom Höchberg, vorgedrungen seien, ist durch die Ereignisse überbolt. Sic waren vorübergehend bis dorthin gelangt, wurden aber durch einen unmittelbar einsetzenden deutschen Gegenstoß sofort wieder unter blutigen Verlusten zurückgeworfen. feindliche Kriegsberichte. Französischer Heeres« b e r i ch t vom 1. Mai. nachmittags. Südlich der O i s e wiesen wir einen deutschen Angriffsversuch gegen einen unserer kleinen Posten in der Gegend von B a r i s i s und dem C h e m i n- d e S- D a m e S ab. Recht heftiger Artilleriekampf ini Abschnitt von Troyon. Bei H n r t c b i s e Kämpfe von Streifabteilungen. Oestlich von Hurtebise wurde eine deutsche Er- kundungsabteilung, die sich unseren Linien zu nähern versuchte durch unser Feuer abgewiesen. In der Chanipagne verhältnismäßig ruhige Nacht. In den angegriffenen Ab- schnitten richteten sich unsere Truppen in den eroberten Stellungen ein. Die Zahl der von uns bei den geslri- gen Unlernehmiingen gemachten Ge- sangenen, die bisher gezählt worden sind, beträgt über 400. Von der übrigen Front nichts zu melden. Vom 1. Mai, abends. Ziem- lich lebhaste Arlillerictäligkeil am Chemin-des-DameS, beson- ders m der Richtung auf Hurte- b i s e und C r a o n n e, ebenso in der Gegend von C o u r c v in der Champagne heftiger Artilleriekamps südlich von Moronvillers. In dieser Gegend machte der Feind zweimal starke Gegenangriffe auf Stellungen, die wir gestern erobert batten nördlich vom Hohen Berge. Unser Sperr- und Maschinengewehrseuer brach beide Male die Angriffswellen und fügte dem Feinde schwere Verluste zu. Die Zahl der von uns in den Kämpfen vom 30. April gemachten un- verwundeten Gefangenen beträgt 520, ferner erbeuteten wir 5 Ge- schütze. Zeitweilig lyüerbrochenes Geschützfcuer auf dem übrigen Teil der Front, Englischer Heeresbericht vom l. Mai. Letzte Nacht führten wir nördlich von D p e r n einen erfolgreichen Vorstoß auS und machten einige wenige Gefangene.- Während des Monats April nahmen wir im Lause unserer Angriffsunternehinungen 10 343 Deutsche gefangen, hiervon 303 Offiziere. Während des gleichen Zeitraumes erbeuteten wir ferner 257 Geschütze und Haubitzen, hier» von 08 Geschütze und Haubitzen schweren Kalibers, 227 Minen- Werfer, 470 Maschinengewehre. Äußer diesen von uns eroberten wurden noch zahlreiche feindliche Kanonen, Haubitzen und Minen- Werfer durch unser Artilleriefeuer zerstört. kleine Kriegsnachrichten. Schweizkrischcs Fürsvrgeamt. Dem Volkswirtschastüchen De- partement ist auf Bundesratsbeschluh eine besondere Abteilung, eitt F ü r s o r x, e a m t, angeschlossen worden, das die fürsorgende Tätig- keit des Bundes und der_ Kantone(insbesondere in bezug äuf Lebensmittelbeschaffung zu billigen Preisen usw.) zu überwachen und zu kontrollieren hat. Heimfahrt deutscher Kricgsinvaliden. Der letzte Zug deutscher und österreichisch-ungarischer invalider Kriegsgefangener ist aus Rußland in Norwegen eingetroffen-. lieber die Aufgabe Pe'tains schreiben die Päriser Blätter, daß er als technischer Berater der Oberste» Heeresleitung und dem Kriegs- minister beigegeben werde, und daß N i v e l l e nach wie vor in der Anordnung der militärischen Unternehmungen freie Hand haben solle. Desertionen an der russischen Front. Die„Nowoje SSrcnffa* tührt � in einer ihrer letzien Ausgaben bittere Klagen über die m a s s e n h a tt e n Desertionen an der russischen Front und führt dies auf deutsche Machenichaflen zurück. Zwischenfall in Korinth. Lhoner Blätter melden auS Athen: In Karin Ih kommen ständig Zwischenfälle zwischen französischen im Kanal vatrouillierenden Malrosen und griechischen Soldaten vor. Die Athener Behörden erklären, von Zwischenfällen nichts zu wissen. ffarranzas Amtsantritt.„Nouvelliste de Lyon"-meldet aus Mexiko: Carranza, der am I. März zum Präsidenten gewählt wurde, hat sein Amt angetreten. politische Ueberflcht. Reichstag. Reichs schatzamt und Pensionsfonds. Am Dienstag hat der Reichstag wieder einmal zu tagen begonnen. Zwar ist er nicht wie beim letzten Male schon nach einer Viertelstunde nach Hause gegangen, er will dieses Mal sogar volle zwei Wochen tagen. Nach einer Verein- barung im Aeltestenausschuß soll die Sommcrvertagung am Iis Mai eintreten. Da noch viel parlamentarische Arbeit zu leisten ist, so mutz dieser Beschlutz entweder umgcstohen wer- den, oder es setzt in diesen zwei Wochen wieder die übliche ebenso unwürdige wie sachlich unerträgliche Hetzarbeit ein, bei der die wichtigsten Dinge in fliegender Eile abgetan werden. Tie sozialdemokratische Fraktion wird sich mit aller Entschiedenheit dagegen wehren, zumal zu befürchten ist, datz in erster Linie die Arbeiten des Verfassungsaus- s ch u s s e s zu kurz konimen würden. Als Auftakt der Dienstagsitzung richtete der Präsident des Reichstags Dr. K a e m p f eine energische Antwort nach Amerika, an den Kongreß und an den Präsidenten Wilson. Mit besonderem Nachdruck betonte der Präsident, datz der Deut'che Reichstag die durch das f r e i e st e W a h l r e ch: der Welt zustande gekommene Vertretung eines Volkes sei. Freiheitliche Einrichtungen eines Landes im Innern haben im Kriege, besonders seit der russischen Revolution. auch autzcnpolitische Bedeutung gewonnen. Nur bedeutet dieses„sreieste" Wahlrecht solange nicht das, was es bedeuten könnte, solange ihm die 5tette des unfreiesten aller Wahlrechte, des preutzischen Dreiklassenwahlrechts, am Futze klirrt I Also fort mit ihr! Beim Reichsschatzamt brachte Genoffe Stücklen die Sparsamkeit zur Sprache, die bei Forderungen zugunsten der Mannschaften geübt wird, und stellte sie der offenen Hand des Reichsschatzamts beim Erwerb des Hotels Cumberland gegenüber. Genosse Keil wandte sich mit kurzen aber beut- lichen Worten gegen den Versuch des nationalliberalen Ab- geordneten Zimmermann, beim Reichsschatzamt eine Kriegs- zieldebatte, und zwar zugunsten einer Kriegsentschädigung, vom Zaun zu brechen. Zur Frage der Entschädigung der Kriegs- hinterblieben en sprach der Dezernent des.Kriegs- Ministeriums, der wohlwollende und warmherzige General v. Langermann erneut und nachdrücklich seinen Entschluß aus, alles zu tun, was möglich sei, um die Dankesschuld des Reiches an die Kriegsteilnehmer abzustatten. Genosse Hoch brachte eine Reibe sozialdemokratischer Wünsche zur Frage der Militärhinterbliebenen zur Sprache. Vom Postetat nahm der Reichstag noch die Bemerkungen des Berichterstatters entgegen. Abgeordnetenhaus. Die vertagte Wahlrechtsinterpellation. Das preußische Abgeordnetenhaus hat am Mittwoch der Verordnung über die Vertagung des Landtags bis zum 9. Oktober seine Zustimmung erteilt. Obwohl die Vertagung frühestens am 13. Mai eintreten darf, hat das Abgeordneten- haus doch schon jetzt seine Arbeiten eingestellt, es überläßt die Führung der parlamentarischen Geschäfte getrost der höheren Weisheit des Herrenhauses, das zunächst noch das Wobnungs- gesetz erledigen soll. Mit der Vertagung bis zum 9. Oktober ist übrigens nicht gesagt, datz der Landtag unter Uniständen nicht auch schon früher einberufen wird, denn der Minister des Innern hat sich ausdrücklich dazu bereit erklärt, falls der einmütige Wunsch der Parteisührcr dahin gehen sollte. Bevor das Haus die Vertagungsverordnung genehmigte, nahm es in allen drei Leslingen den Gesetzentwurf betreffend die Bereitstellung weiterer Staatsmittel für Wa s s er st ratzenbau t e n und in dritter Lesung den Wohnungsgesetzentwurf und das Bürgschaftssichcrungsgesetz an. Die Beratung des Wohnungsgcsetzentivurfs gab einigen Mitgliedern des Hauses, die dem Schutzverband für deutschen Grundbesitz angehören, Gelegenheit, sich aufs wärmste der Interessen der privaten Haus- und Grundbesitzer anzunehmen und gegen die Woh- uungsgesetzgebung zu wettern. Unterstützt wurden sie von den—„unabhängigen" Sozialdemokraten, die, wenn auch aus anderen Gründen, nichts von der Vorlage wissen wollen. So wurde von zwei Seiten gegen das Gesetz Sturm gelaufen, dessen Annahme aber trotzdem mit über- großer Mehrheit erfolgte: Den Schluß der Sitzung bildete eine stürmische Geschäfts- ordnungsdebattc. Die Fortschrittler hatten eine Wahl- rcchtsinterpellation eingebracht, zeigten sich aber geneigt, auf die Besprechung bis zum Herb st zu verzichten. Wegen dieser„Weisheit" wurden sie sowohl von den Sozialdemokraten angegriffen, die die sofortige Be- sprechung verlangten, als auch von den Parteien der Rechten und vom Zentrum, die darin einen Bruch des Burgfriedens erblickten und heftig gegen die Fortschrittler vom Leder zogen. Schließlich erreichte auch diese Debatte, die uns einen Vor- geschmack der späteren Wahlrechtsdebatten gibt, ihr Ende. Ob noch im Lause der nächsten Wochen oder erst im Herbst die nächste Sitzung stattfindet, wird vom Herrenhause abhängen. Die Wahlrechtsinterpcllation kommt jedenfalls— nicht zuletzt biirvch eigenes Verschulden der Interpellanten— erst im Herbst zur Besprechung. Ver Arbeitsplan des Reichstag?. Der Setiiorcükonvent des Reichstags befaßte sich am Mittwoch Niit dct Aufstellung eines Arbeitsplanes. Zu- nächst werden erledigt die Etats des Reichsschatzamts, des Rechnungshofes, des Pensionsfonds, der Reichs- Post- und Telegraphenverwaltung> der Reichsdruckerei, des Reichstags, der Verwaltung der ReichseisenbahnSn, der Reichsschuld, des Reichsheeres, der Marine Uttd der Kolonialetat. Zwischenhinein werden beraten der Gesetz- entwurf über Vereinfachung der Rechtspflege, die Verträge zwischen Deutschland und der Türkei, der Gebührentarif für den Kaiser-Wtlhelm-Kanal und endlich der Bericht des Aus- schusses für den Rcichshaushalt betreffend Schutzhaft und Be- lagerungszustand und außerdem der Bericht über die Er- ttährungsfragen. Man hofft, das ganze Arbeitspensum bis zum 16. Mai erledigen zu können, worauf die Vertagung des Reichstages eintreten soll._ Aus der sozialdemokratischen Reichstag sfraktion. Die Fraktion beschloß am Dienstag, zn Rednern für den Militäretat die Genossen Schöpflin, Davidsohn uud Stücklen zu bestimmen,- Ein Aufruf der fortschrittlichen Volkspartei. Die Fortschrittliche Volkspartei veröffentlicht einen Aufruf, der unterschrieben ist vom Zentralausschuß und dem geschäftsführenden Ausschutz der Partei, der fortschrittlichen Reichstagsfraktion und der Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses. Anknüpfend an die Osterbotschaft des Kaisers begrüßt der Aufruf die feierliche Aner- kennung des alten, durch den Krieg verstärkten Anspruchs un- sereS Volkes auf freiheitliche Ausgestaltung des Reiches und der Bundesstaaten. Weiter heißt es: Grundbedingung dieser Ilmbildung und der notwendigen Ein- heitlichkeit der politischen Leitung in Reich und Staat ist die un- gesäumte Einführung nicht nur des geheimen und unmittelbaren, sondern auch des gleichen Wahlrechts in Preußen, verbun- den mit einer den jetzigen Bevölkerungsverhält- nissen angepaßten Wahlkreiseintcilung. Nach den Leistungen der gesamten Nation in Kampf und Not darf fortan kein Deutscher minderen Rechtes sein. Zum Gelingen des Reformwerkes ist die Beseitigung der Hemmungen erforderlich, die durch das Herrenhaus er- wachsen. Das Staatswohl verlangt einen verstärkten Einfluß der Volksvertretung. Nur der organische Zusammenhang zwischen den Regierungen und den Parlamenten eröffnet allen Volksgenossen die Möglichkeit, sich an der Gesetzgebung wirksam zu beteiligen und durch ihre berufenen Vertreter Einfluß auf die Auswahl der verantwortlichen Leiter des Staates zu gewinnen. Der Aufruf fordert also für Preußen gleiches Wahlrecht und gerechte Wahlkreiscinteilung. Der letzte Absatz darf als ein deut- liches Bekennwis zum parlamentarischen System cnifge- faßt werden. Weniger klar ist die Stellung des Aufrufs gegenüber dem Herrenhaus; anstatt seiner Beseitigung fordert der Aufruf nur „Beseitigung der Hemmnisse", was vielerlei Auslegung zuläßt. Ver- gebens sucht man einen Hinweis auf die Rechte der Frauen.— Immerhin liegt der Ausschlag bei kommenden politischen Kämpfen nicht in programmatischen Erklärungen, sondern in dem t a t sä ch- lichen Verhalten der Parteien. Und da wünschen wir der Fortschrittlichen Volkspartei etwas mehr Entschlossenheit als sie in dem kleinen parlamentarischen Vorspiel der Abgeordnetenhausdebatte vom Mittwoch bewiesen hat. Andernfalls wird es mit der Durch- setzung ihrer Forderungen nichts werden. Neuorientierung austerhalb Preustens. Lübeck vor Preußen voran! Die Lübecker Bürgerschaft beschäftigte sich am Montag, den 30. April, mit zwei Anträgen, die eine Aenderung des dort be- stehenden Klasienwahlrechts zum Gegenstand hatten. Von der sozialdemokratischen Fraktion war die Einführung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts beantragt worden, während 48 bürgerliche Vertreter nur die Einsetzung einer gemeinsamen Kommission von Senat und Bürgerschaft in ihrem Antrag forderten, zum Zweck einer Wahlrechtsändcrung, ohne nähere Angaben darüber, wie die Wahlreform aussehen sollte. Der frühere liberale Reichstags- abgeordnete und jetzige Präsident der Bürgerschaft, Dr. Görtz, begründete diesen Antrag, hielt jedoch die Uebertragung des Reichs- tagswahlrechts auf Lübeck für ausgeschlossen und ließ sonst völlige Unklarheit darüber, wie er und seine Freunde sich die Wahlreform denken. Die Genossen Stelling und D ö w i g t traten mit aller Entschiedenheit für die staatsbürgerliche Gleichheit aller Wahl- berechtigten und für das Frauenwahlrecht ein; sie wiesen scharf die Anschauungen von Gr. Görtz zurück. Nachdem sich der Führer der Fortschrittlichen Volkspartei, A. Pape, und ein anderes Bürger- schaftsmitglied für das gleiche Wahlrecht ausgesprochen und Senator Dr. Eschenburg erklärt hatte, daß der Senat einer Wahlrechtsänderung freundlich gegenüberstehe, wurde der sozialdemokratische Antrag, der in den bürgerlichen Zeitungen ver- breitet war, angenommen. Damit hat die Bürgerschaft sich für die Einführung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts aus- gesprochen. Mit den weiteren Arbeiten wird eine gemeinsame Kom- Mission, bestehend aus Senats- und Bürgerschaftsmitgliedern, be- traut werden. Auf ihre Beschlüffe kommt es jetzt vor allem an. Sozialdemokratischer Wahlrcchtsantrag in Hessen. Die sozialdemokratische Fraktion des hessischen Land- tags hat folgenden Antrag eingebracht: „Wir beantragen, die Kaminer wolle beschließen, Großherzog- liche Regierung zu ersuchen, den Ständen alsbald Gesetzesvorlagen zu unterbreiten, durch welche sowohl das Landtags Wahl- recht als auch das Wahlrecht für Gemeinde-, Kreis- und Provinzialvertretungen im Sinne des allgemeinen, gleichen, ge- Heimen und direkten Wahlrechts aller großjährigen Hessen ohne Unterschied des Geschlechts im proportionalen Wahl- verfahren herbeigeführt wird." » Landtagsdcbattcn über Neliorienticrung in Baden. In der Haushaltskommission der Zweiten badischen Kammer be- gannen Ende voriger Woche die parteipolitischen Auseinandersetzun- gen in der Frage der Neuorientierung; diese Debatten wurden in dieser Woche Mtgesetzt. Genosse Kolh begründete in einstündigem Vortrag die Notwendigkeit der Neuorientierung. Staatsminister v. Dusch war nicht erbaut von der Behandlung solcher politischen Angelegenheiten im gegenwärtigen Stadium des Krieges, räumte aber ein, daß die Negierung sich einer Beantwortung nicht entziehen könne. Der Minister verteidigte den Fortbestand der jetzigen Staatsverfassung, die sich auch in diesem Kriege bewährt habe, gegen die demokratische Reform, wie solche von der sozial- demokratischen Fraktion gefordert wird. In einigen Punkten könnten Konzessionen gemacht werden. Die letzteren liegen auf dem Gebiet der inneren Verwaltung. Diese Reformen wurden vom Minister v. Bodman gekennzeichnet. Er beklagte die Ablehnung der K r i e g s e n t s ch ä d i g u n g c n im sozialdemo- kratischen Frlcdcnsprogramm, begrüßte aber die staatsfreundliche Haltung der Offenburger sozialdemokratischen Parteikonferenz. Der Finanzmini st er meinte, in der Finanzlage des Reichs und der Staaten sei die beantragte Neuorientierung nicht begründet. Eine bessere Besoldung der Beamten werde man in Aussicht nehmen, sobald es angängig sei. Der Kultusminister lehnte eS ab, dem Unterrichtswefen eine Grundlage zu geben, wie sie die Sozialdemokraten in der Einheitsschule verlangen. Einige Konzessionen könnte er machen.— Ehenso ablehnend äußerten sich die, Redner des Zentrums(Dr. Zehnter) und der nationalliberalen Partei(Rebmann), während Abg. Hummel für die Volkspartei den Meisten sozialdemokratischen Forderungen zustimmte. Rebmann forderte ein teilweises Frauenwahlrecht. Die Debatten werden fort- gesetzt. « Ein mecklenburgischer Notschrei. Unter der Ueberschrift:„Notschrei Mecklenburgs" richtet unser mecklenburgisches Parteihlatt, die„Volkszeitung", einen kräftigen Appell an den Reichstag, endlich, nachdem er sich bereits dreimal in aller Form grundsätzlich für rcichsgcsetzliche Regelung der mecklenburgischen Verfassungsfrage erklärt hat, Ernst zu machen und das Verfassungselend in Mecklenburg aus der Welt zu schaffen. Der Artikel schließt: „Reichstag, lasse das mecklenburgische Volk nicht im Stich. Höre den Notschrei! Setze zwingende Mußvorschriften für die Zusammensetzung des mecklenburgischen Landtags und für das Landtagswahlrccht durch. Latz keinen Raum, daß die mecklen- burgische Gcsetzesfabrikation auf ihre Art die Dinge zurecht- macht. Ueberantworte uns nicht der Landesgesetzgebung. Reichstag, erlöse uns durch die Reichsgesetzgebung von dem Uebel des Ver- fassungselends. Reichstag, das mecklenburgische Volk sieht sein Schicksal in deinen Händen!" Professor Dr. Laband für das isseiche Wahlrecht. In der„Deutschen Juristen-Zeitung" tritt der Staatsrechts- lchrcr Prof. Dr. Laband, ein Gelehrter von anerkanntem Ruf, für die Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen ein. Er sieht in der Bewährung des Reichstages für die weitaus wichtigeren Reichsangelegenheiten die Garantie dafür, daß ein aus gleichen Wahlen hervorgegangenes Landesparlament für die weniger bedeutenden Landesangelegenheiten ebenso tauglich sein werde. Auch von einer Ergänzung des Reichstagswahlrechts durch ein Plu- ralwahlrecht will Laband nichts wissen, was um so bemerkenswerter ist, als Laband durchaus auf dem gemäßigten Flügel des Libe- ralismus steht. Dieser bedeutende Wissenschaftler hat offenbar nicht die Befürchtung, daß beim gleichen Wahlrecht die Intelligenz zu kurz käme, eine Behauptung, die merkwürdigerweise immer von denen ausgesprochen wird, die noch nie besondere Proben ihrer In- telligenz gegeben haben._ Letzte Nackrichten. Ein Vorstoß der Annexionisten. Eine Reihe von Vereinen agrarischer, konservativer, schwerindustrieller, altdeutscher und ähnlicher Richtung erläßt als Antwort auf den Beschluß des sozialdemokra- tischen Parteiausschusses einen Aufruf, der nach einleitenden Redetvendungen folgendes besagt: Wie aber sollen wir in Zukunft durchhalten, wenn im«ige- nen Volk die Forderungen nach einem Frieden ohne Kriegsentschädigung und ohne Gebietse r w e i- t e r u n g unwidersprochen sich erheben? Niederdrückend, lähmend und beschämend zugleich müssen alle vaterlmrdisch ge- sinntcn Kreise solche Forderungen empfiirden. Wir brauchen Entschädigungen für die unge- Heuren Opfer unseres Volkes, um unser wirtschaftliches, kul- turelles und soziales Leben auch nach siegreichem Frieden wieder aufbauen und die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten_ und Hinterbliebenen unserer gefallenen Helden sicherstellen zu können. Es gilt, unsere Grenzen besser zu schützen, unsere See- g e l t u n g zu stärken und durch Erweiterung unserer Roh- stoffgewinnung unsere Industrie zu fördern und unsere Rüstung zur Verteidigung des Vaterlandes sicherzustellen. �Wir brauchen Siedlungsland für die Kräftigung unseres Volkes und für die Mchrerzeugung von Nahrungsmitteln. Ein Frieden unter Verzicht auf jede Forderung schafft unse- rem Volke keine Erleichterung seiner wirtschaftlichen Lage. Er verschärft vielmehr für lange Zeit die Ernährungsschwierig- leiten, in denen wir heute leben. Nur ein Frieden, der uns die Möglichkeit bietet, mit unserer Machterweiterung auch die Sicherung von Nabrungsmittel- und Robstofflicferungen zu fördern und durchzusetzen, vermag dem deutschen Volke die Wirt- schaftliche Erleichterung zu bringen, die es unmittelbar nach dem Frieden braucht. Nur ein Frieden mit Entschädigung, mit Machtzuwachs und Landcrwcrb kann unserem Volke sein natio- nales Dasein, sein« Stellung in der Welt uud seine Wirtschaft- liche Entwickclungsfreiheit dauernd sicherstellen. Den Weg zu diesem deutschen Frieden öffnet uns allein der deutsche Sieg. Der Kaiser und die Führer von Heer und Flotte verheißen ihn und verbürgen ihn uns. Es gilt, ihnen zu vertrauen und durchzuhalten, bis der Sieg den deutschen Frieden bringt. Unterzeichnet sind der Deutsche Landwirtschaftsrat, der Bund der Landwirte, Deutscher Bauernbund) Böhme), Zentral- verband deutscher Industrieller, Mittelstandsverband, Deutsch- nationaler Handlnngsgehilfenverband, Kirchlich-soziale Kon- ferenz, Ostmarkenvcrein, Alldeutscher Verband nebst allem, was drum und dran hängt, und andere Organisationen. Deutschland und Polen. Warschau. 2. Mai.(W. T. B.) In einer Berliner Zeitung ist die Notiz veröffentlicht worden, in Warschau habe eine V e r s a m m- lung sämtlicher politisch er Parteien stattgefunden, in der die folgenden Forderungen beschlossen worden feien: t. Abberufung des Generalgouverneurs Beseler, 2. Nebergang der Verwaltung auf die Polen, 3. datz die polnischen Legionen nicht gegen Deutschlands Feinde verwendet werden dürften, 4. falls diese Forderungen nicht bewilligt werden würden, ihre Durchsetzung durch die Tot anzustreben. Diese Nachricht ist dann noch in mehrere Blätter überge- gangen. Wir sind ermächtigt, zu erklären, daß es sich um Ausstreuungen handelt, die vollständig aus der Luft gegriffen sind und daß weder eine derartige Versammlung stattgefunden hat noch irgendwie derartige Entschließungen gefaßt worden sind. U-Boot-Rcchnung in der französischen Kammer. Bern, 2. Mai. Ter Abgeordnete Tissier legte in der französischen Kammer einen Bericht über die Tätig. keit der Il-Boote nieder, nach dem bis Ende 1916 9,5 Mil- lioncn Tonnen Schiffsraum versenkt wurde, darunter 2168000 Tonnen im Jahr 1916 und 1 228 000 Tonnen im Jahr 1915. Für 1917 sei mit einer Versenkung von 6 Millionen Tonnen zu rechnen. Dabei sei nicht berücksichtigt, daß seit dem Eintritt des guten Wetters die Tätigkeit der U-Boote sehr zugenommen habe.__ Starkes Fernbeben. Jugenheim, 2. Mai.(„Franks. Ztg.") Ungewöhnlich lang« wurden mn l. Mai abends die Seismographen durch ein Südsee- beben von katastrophalem Charakter in Bewegung ge- halten. Die Aufzeichnung begann abends 8?� Uhr Sommerzeit. Die stärkste Boden bcwegung war kurz vor 10 Uhr. Erst morgens 3 Uhr erlosch die Bewegung, die also gegen 0 Stunden dauerte. Der Erdbebenherd liegt schätzungsweise 16 000 Kilometer entfernt in der Nähe der Samoa-Jnsel». Gewerkschasisbetvegung Die Teuerungszulagen der Buchbinder. Für alle in Buchbindereien. Buchdruckereien und Eescbäftsbücherfabriken beschäftigten Mitglieder der Zahl- stelle Berlin des Buchbindcrverbandes fand am Freitag eine Branchen- Versammlung statt, die zahlreich besucht war. ES handelte sich um die Neugestaltung der Teuerungszulagen. Rüger führte dazu aus: Mit den organisierten Buchbindereibesitzern war wegen einer er- neuten Teuerungszulage von 10 Prozent auf alle Löhne der- bandelt worden, sowie über einige andere kleinere Forde- rungen. Die Unternehmer wollten aber nur die Ver- dieustgrenze sür die bestehenden Teuerungszulagen fallen lassen unter Bestehenblciben der früher getroffenen Abmachungen. Darauf beschlost eine Vertrouensmänner-Sitzimg gemeinsam mit der Branckenkommisfion, als Antwort auf die Stellung. nähme der Prinzipale sür alle Kollegen und Kolleginnen einen Zu- schlag von 2S Proz. auf alle gezahlten Löhne und Teuerungszulagen zu fordern. Dabei kam die Meinung zum Ausdruck, dast es zweck- mästig wäre, die Forderung auster in Berlin auch in Leipzig und Stuttgart, den anderen beiden unter den Dreistädtetarif fallenden Orten, zur Geltung zu bringen. Die Berliner Kollegen haben ein grostes Interesse daran, dast die Löhne in den andern beiden Tarif- städlen nicht zuweit hinter Berlin zurückbleiben. Vertrauensmänner- sitzungen in Stuttgart und Leipzig haben sich bereits mit der Forderung von 25 Proz. einverstanden erklärt. In der Angelegen- heit wird eine Tarifkonferenz stattfinden. Auch mit der Organisation der Berliner Buchdruckerei- besitzer und GeschäftSbuchfabriken ist wegen neuer Teuerungszulagen verhandelt worden. Diese Verhandlungen sind aber daduich hinfällig geworden, dast der Buchdruckerverband sür seine Mitglieder auch neue Forderungen gestellt hat; es soll abgewartet werden, was herauskommt. Erwartet wird, dast die Kollegen und Kolleginnen in Buchdruckereien und Geschäftsbuch- fabriken bei der Reuregelung ebenso bedacht werden, wie die in den Buchbindereien beschäftigten. Es müssen einheitliwe Bedingungen herbeigeführt werden, ob nun die Kollegen und Kolleginnen in Buchdruckereien und GeschäftSbuchfabriken arbeiten oder in Buch- bindereien. Folgende Resolution wurde nach kurzer Diskussion ein- stimmig angenommen: .Die Versammelten verlangen von ihren Vertretern, dast sie zwecks Gewährung neuer Teuerungszulagen erneut in Verhandlungen niit denr Buchbindereibefitzerverband und mit den Buchdruckerei« besitzern eintreten. 2b Prozent auf alle gezahlten Löhne und Teuerungszulagen, einschliestlich der Akkordarbeiten, sind unbedingt notwendig, um der Arbeiterschaft ein nur einigermasten auskömm- liches Existenzminimum zu schaffen. Andernfalls könnte als Folge der schlechten Einährung die intensive Arbeitsleistung nicht mehr vollbracht werden." 1 ernährungsfragen de« Beruf« behnndeRe dann Klar in einem Referat, in welchem er ausführte, dast alles getan werden müsi«, um die Schwerarbeiter des Buchbinderberufs, als welckie namentlich die Arbeiter und Arbeiterinnen an Maschinen in Frage kommen, den Arbeitern und Arbeiterinnen in der Rüstungs- industrie in bezug auf Beschaffung von Nahrungsmitteln gleich- zustellen. Der Verband der Berliner Buchbindereibesitzer hat zu diesem Zweck auf Drängen der Arbeiter ein auch vom Buchbinderverband unterzeichnetes dringendes Gesuch an das KriegsrnährungSamt gesandt. Ein gleiches Gesuch will auch die Vereinigung der Berliner Buchdruckereibesitzer gemein- sam mit dem Buchbinderverband an das Kriegsernährungsamt ab- senden. Nach längerer Diskussion wurde eine Resolution an- genommen, in der die Versammlung ihre Befriedigung darüber ans- spricht, dast die Unternehmerverbände gemeinsam mit dem Gehilfen- verbände sich in dieser Frage an das Kriegsernährungsamt wenden wollen. Die Brauerei- und Mühlcnarbeitcr nahmen in ihrer General- Versammlung am Sonntag den Geschäftsbericht sür das erste Quartal entgegen. Der Vorsitzende Hodapp, der den Bericht erstattete, führte u. a. aus, dast die Lage der Brauindustrie infolge der durch den Materialmangel bedingten Produktionseinichräukung ungünstig ist. Aber trotz dieser Einschränkung ist von Arbeitslosigkeit noch keine Rede. Es wird hier und da sogar noch Personal ver- langt. Doch der Ausblick in die Zukunft ist für die Brauerei- arbciter nicht verhcistungsvoll. Die ungünstige Lage im Gewerbe wirkt schon insofern auf die Verhältnisse der Arbeiter zurück, als ihnen eine durch die steigenden Lebensmittelpreise notwendig gewordene Erhöhung der Teuerungszulagen sehr erschwert wird. Im Januar hatte der Verein der Brauereien die Teuerungszulage auf 10 M. wöchentlich erhöht. Die Brauerei FriedrichShagen gewährt eine Teuerungszulage von 20 M. wöchentlich. Deshalb meinten die Arbeiter, was der einen Brauerei möglich ist, müstten auch die anderen gewähren können, und da das Verlangen nach einer Erhöhung der Teuerungszulage durchaus berechtigt ist, sollte die Organiiationsleitung einen Versuch in dieier Richtung machen. Das Vorgehen anderer Organisationen, die ebenfalls Mitglieder in den Brauereibetrieben haben, hat gezeigt, dast eine Lohnaufbesserung jetzt nicht zu erlangen ist. Der Verein der Brauereien weist auf die ungünstige Lage des Brau- gewerbcs hin und erklärt, dast mit Rücksicht darauf eine Erhöhung der Teuerungszulage zurzeit nicht gewährt werden könne. Die Ver- bandsleitung wird natürlich, wenn die Zeit dazu geeignet erscheint, mit neuen Anträgen auf Gewährung erhöhter Teuerungszulagen vorgehen. Einige Brauereien haben inzwischen schon die Zulage von 10 auf 12 beziehungsweise auf 15 Rt. erhöht.— Die Mühlen- orbeiter haben unter dem Einflust der in ihrem Gewerbe herrschenden günstigen Konjunktur Teuerungszulagen in befriedigendem Mäste erreicht.— Im Kassenbericht zeigt sich die Wirkung der Zeitverhält- nisse. Die Arbeitslosenunterstützung wird fast gar nicht in Anspruch genommen, dagegen sind die Ausgaben für Krankenunterstützung gestiegen._ Soziales. Eigentümliche Kriegsfürsorgebestrebungen. Mit recht gemischten Gefühlen lesen wir in dem jetzt er- schienenen Geschäftsbericht des Reichsversicherungsamts folgende zwei Sätze: „Ein anerkenn-enswertes Beispiel von Opferfrerrdigkeit haben. Rentenempfänger aus den Geschäftsbereichen der Meininger land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft gegeben, indem sie einem Ausruf des Vorstandes zur Verzichtleistung auf die Renten- bezüge zugunsten der Kriegsfürsorge entsprachen. Die hierdurch freigewordenen, nicht unerheblichen Deträge sind zur Linderung von Notstünden im Herzogtum Sachsen-Meiningen verwendet worden." Daß auf dem Gebiete der Kriegsfürsorge manche Not zu lindern ist, ist natürlich klar, dast dazu aber auf die kargen Renten der landwirtschaftlichen Unfallrentenempfänger reflektiert worden ist, ist ein arges Stück. Dieses auch dann, wenn man weiß, daß im Meininger Bezirk zirka 75 bis 80 Proz. der Rentenempfänger auf landwirtschaftliche Unternehmer oder ihre Angehörigen ent- fallen. In der Mehrzahl von ihnen handelt es sich dabei um die kleinen zwangsversicherten Eigentümer. Da rund 400 Unfälle jährlich im Meininger Bezirk entschädigt werden, kann die so auS der Entschädigung für verminderte Erwerbsfähigkeit zusammen» gebrachte Summe nicht allzu beträchtlich sein, zumal wenn man weiß, daß die Vollrente für die erwachsenen männlichen Renten» empfänger nur 400— 440 M. beträgt. Hatte der Vorstand der land» und forstwirtschaftlichen Berufs- genossenschaft für Meiningen das an sich ja recht löbliche Be- streben, für die Kriegsfürsorge ein Uebriges zu tun, so hätten die sehr geehrten Herren nur in den eigenen Säckel greifen sollen. Im allgemeinen sitzen die größten Grundbesitzer im Vorstand, und so schwer dürfte ihnen ein solcher Eingriff in die eigene Tasche bei den jetzigen Verdienstverhältniffen der Landwirtschaft doch nicht geworden sein. Wir wollen hoffen, daß der m Meiningen beschrfttene Weg, Mittel für die Kriegsfürsorge zu beschaffen, nicht weiter begangen wird. Die Not des einen soll nicht aus der des anderen, sondern aus dem Ueberfluß derer, die es haben, gelindert werden. VelautworN. f. Politik: Dr. Franz Dicderich,BcrI.-Friedenau: für d. übrigen Tell d. Blattes: Alfred Scholz, Neukölln: für Inserate: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltuugsblatt. A. WERTHEIM Porzellan Weiß Speiseteller flach......... 33 pj. Brotteller............. 28 Pf. Kompotteller........... 15 Pf. Bratenschüsseln oval, v. 38pf.bisl.15 Gemüseschüsseln mnd..... 33 pf. Kartoffelnäpfe mjt Deckel....1.25 Tunkeschalen........... 75 pf. Suppenschüsseln mit Deckel.. 1.95 Kompottschüsseln. von 22 bis 85 pf. Senfgefässe............. 18 pf. Kaffeekannen....... 55 75 pk. Milchtöpfe...... von 12bis35 Pf. Kuchenteller 18 pt Tassen 15 Pf, Tafel- u. Kaffeegeschirr Tafelgeschirr„Wally" Kaffeegeschirr Meißner, blaues Zwlebelmnster (nur Leipziger S/r.) Speiseteller... tief oder flach 85 Pf. Brotteller 75 pf. Kompotteller 70 Pf. Bratenschüsseln oval. v. 1.60 bis 10 m. Gemüseschüsseln.. von 2m. bis 7.50 Kompottschüsseln von 80 pf. bis 3.60 Tunkeschalen.... von 3.50 4.40 Kaffeekannen... von 2.30 bis 5.40 Teekannen..... von 2.20 bjs 5.50 Milchtöpfe..... von 70 Pk. bis 3.30 Zuckerdosen... von 1.40 bis 2.10 Tassen............... 85 Pf. feines Randmuster Speiseteller tief oder flach... 85 Pf. Brotteller............. 60 Pf. Kompotteller........... 45 Pf. Bratenschüsseln. von 1.20 bis 6.50 Gemüseschüsseln rund..... 3.75 KartOffelnäpfe mit Deckel.... 4m. Salatschüsseln.,. 1.75 2.40 2.90 Tunkeschalen........... 2.65 Suppenschüsseln m.Dechei 4�10 9 75 Beilagschalen........... 1.15 Salzgefäße............. 85 Pf. Senfgefäße............. 1.75 Glas waren Preßglas„Brüssel" Butterdosen............ 45 Pf. Käseglocken............ 95 Pf. Kuchenteller.......... 85 95 Pf. Zuckerschalen.......... 35 Pf. Salatschüsseln....von 18 bis 95 Pf. Blumen vasen..... von 35 bis 75 Pf. Bierbecher in verschiedenen Formen und Größen........ 15 Pf. Schieifglas Käseglocken........ 95 pf. 1.9S Sturzflaschen mit Glas... 85 Pf. Wasserflaschen......... 1.05 Wassergläser.......... 35 Pf. Likörgläser............ 30 pf, Mülfix-Kunstfleisch (nur Leipziger Straße) Dose 2*20 Steingut Besonders preisweit Einmachehafen. von 15 pf. bis 1.70 Geleegläser........ 10 13 20 pf, Honiggläser......... 10 12 pf. Honiagläser mit Schraubdeckel von 16 bis 60 Pf. Kristall-Rotweingläser.,.. 38pf. Becher................ 45 pl TrinkglasgarnHuren „Bremen1— geschliffen Rotweingläser.......... 80 pf. Rheinweingläser......... 85 pf. Süßweingläser.......... 70 pf. Likörgläser............ 65 Pf. Bowlengläser.......... 85 pf. Teegeschirr braun mit buntem Muster Teekannen............ 48 Pf. Zuckerdosen........... 28 Pf. Kakaokriige............ 60 Pf. Bu terdosen........ 48 Pf. 1.20 Brotkörbe............. 95 Pf. Brotteller............. 38 pf. Milchtöpfe.. 18 Pf. Tassen.. 48 pf. Majolika Fruchtschalen........... 1 30 Fruchtschalen auf Fuß.. 1.45 1.95 Obstkörbe..... von 48 Pf. bis 1.10 Brotkörbe.............. 1.95 Teller oval............. 80 r Obstteller...... von 18 bis 75 r. Blumentöpfe... von 28 r. bis 1.25 Blumenvasen..... von 35 48 R. Küchenschüsseln weiß 33 40 55 r. Küchenschüsseln flach 22 25 27 Pk. Küchenschüsseln bunt..... 15 R. Speiseteller bunt......... 33 r. Suppenschüsseln bunt.. 2.40 3.30 Suppenschüsseln weiß.. 1.90 2.45 Bols, Kumpen, Platten sehr p�iswert Waschgarnituren 4-tenig 2.15 s5°"e 5.40 Balkon- Blumenkästen aus Ton 1..65 1.75 Geleedosen bnnt bemalt 48 pl buntes Strenblumen-Mnster Kaffeekannen 95 r. 1.15 1.65 Teekannen... 1.15 1.25 1.65 WlilctttSpfe......... 20 45 pl Zuckerdosen.......... 85 r. Kuchenteller.......... 75 pl Tassen........ 25 45 55 r. Kaffeeservice 9-teiiig..... 5.75 Keksdosen bunt bemalt 55 pf. Milchtöpfe bunt bemalt von 1, 5 bis 5 5 Pf- Obstsätze 7 teilig 1.25 Leipziger Straße: Besonders preiswert Miinchener Garten Dekorationen aus Kunststein Bänke Brunnen• Urnen Blumenschalen Figuren Wetterfeste Terrakotten Blumenkrippen Töpfe. Blumenkasten Lebensmittel Donnerstag, soweit Vorrat: Gewürz u. Pfeffer- Gurken,.. Pfund 2.00 Rote Rüben..... Spinat......... Erdschoten...... Brunnenkresse.. 2 Radischen....... Petersilien-Wurzel. Waldmeister..... Schalen-Mandeln. Tafel-Feijfen.... Rund 48 R. Rund 35 R. Rund 45 R. Bund 10 R. Bund 28 R. Rund 48 Pf. Bund 12 Pf. , Pfund 2.80 , Pfund 3.75 Walnüsse........ Rund 2.25 Zitronen.... Sfück 10 u. 12 R. Klippfische....... Rund 3.00 Lutefische........ Pfundl.40 Rauchfisch im Ganzen Pfund 2.30 Rauchfisch ausgewog. i. St.Rd. 2.60 Brotaufstrich..... Rund 4.00 Kraftmuschelf eisch Pfund 2.40 Muscheln in Gelee... Pfund 1.20 Muscheln in pikant Tunke Rd. 1.20 Fischpudding 2-Pfund-Dose 6.2.S Flußfisch i.RotweintunkoDose 2.3t Stinte in Gelee 1- Pfund-Dose 1.60 Volkskost... l-Rund-Dose 2.45 Muschel-Herings-Salat Rd. 2.00 Frisclhs Sse-Fesche: Kabliau, Dorsche, Schellfische, Schollen, Rotzungen zu Tagespreisen, Flundern Pfund von 70 pf. an Stinte....... Pfund 65 Pf. Heringe in Brühe 2-Rund- Dos. 4.25 Aal in Gelee. l-Rund-Dose 5.00 jänse, Puten zu Tagespreisen Suppenhühner.. Rund 4,50 Brathühner....... Rund 3.50 Tauben, Kiebitzeier, Wasserhuhn er, S a atkr ähen z.T agespreisen Kaninchen oh, Fell Rd. 3.20 bis 3.50 Hr. 120 4 Z4. Jahrgang Seilage öes vorwärts donnerstag,?. MallOl? Reichstag. 38. Sitzung. Mittwoch, den 2. Mai ISN. nachmitagS Z Uhr. Am BundeSratZtisch: Dr. Helfferich, v. Noedern. K r a e t k e. Präsident Dr. Kaempf eieniiet die Sitzung nnt folgender Ansprache: Zu der Zahl unserer iveui&e hat sich ein neuer mächtiger Gegner gesellt. Der eiougretz der Icreiiiigteu Staaten von Amerita kmt erllärt, dag er sich Deutschland gegenüber als im Kriege befind- lich betrachtet. In seiner Botschaft an den Kongreß Uym 3. April versichert der Präsident Wilson, daß er gegen Deutschland Krieg iühre im Interesse der Menschheit und aus Gründeuder Menschlichkeit., d des R e i ch S s ch a tz a m t S.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Das ist Sparsamkeit am falschen Orte. Solche Beschlüsse des Reichstags erwecken doch draußen im Lande Hoffnungen, und der Reichstag sollte es sich nicht gefallen lassen, vom Reichsschatzamt als lästiger Bittsteller behandelt zu werden, den man mit einer Hand- bcweguug beiseite schiebt. Beim Ankauf des Hotel Cumbcrland für 7 Millionen hatte das Reichsschatzamt weder verlas sungS- rech iliche, noch finanzielle Bedenken.(Hört! hört!) Dabei bat einer der gerissensten Grund st ücksschieber in Berlin ein glänzendes Geschäft gemacht. DaS Hotel hat 300 Badezimmer, so daß eS sür eine Garnison- Warmbade- anstglt für Berlin geeignet gewesen wäre.(Heiterkeit.) Man sagt, ein anderes entsprechendes Gebäude sei billiger nicht zn haben gewesen. DaS liegt nur daran, daß mau den angeblichen Verdien st entgang mit entschädigen zu müsien glaub,?. (Hört! hört!) Das leere Zimmer in diesem Hotel tostet dem Reich 11000 M.(Hört! hört!) An den Erfabrungc» mit dem HauS in der B i l l o r, a st r a ß c hätte daS Reichsichaya», t doch lernen sollen, daß man solche Geschäfte nicht macht. Was soll übrigens mit diesen» HauS in der Vikioriastraße werden k Bei dem Kauf des Hotels Euinberland ist außerdem das Etatsrecht des ReichölagS verletzt worden. Man hätte das Projekt dem HauShaltSauSschuß, der bekanntlich jederzeit einberufen werden rönnle, vorlegen müsien. Der Ausschuß bat ja nachträglich dem ReichSschatzamt gewissermaßen Indemnität erteilt. Aber das darf nich, zur Regel werden. Der Reichstag muß sich ein solches Vorgehen entschieden verbitten.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Erhöhung der MannschaitSlöhnung und die Gewährung eines zweiten PutzgeldeS hat der Reichstag jetzt erneut beschlossen. Ich bofse, daß das ReichSschatzamt nun seine passive Resistenz gegen diesen Wunsch deS Reichstag« aufgeben wird, j (Beifall bei den Sozialdemokraten.) i Abg. Schwcickhardt(Vp.) befürwortet einen Antrag auf Bor- legung eines GesetzeulwurfcS, durch den die Abwälzuug des W a r e n u in s a tz st e m p e l s vom Liefcrcr aus den Abnehmer verhindert werden soll. Reichsschatzsekrctär v. Roeders: Dem Wunsche wird hoffentlich in nächster Zeit entsprachen werden können. Dem Abg. Slückien gegenüber betone ick. daß nn Kalle des Hotel Cutnerland die materielle und formale Nachprüfung dem Reichstag durch einen Nachiragsetat ermöglicki worden ist. Das Habs in der Viktoriastratze wird vorläufig für?ie Reichs- s n t s ch ä d i g u n g S k o m in i s f i o n ausgebaut, ljfnf die anderen Fragen des Abg. Stücklcn, die nicht zum Etat des MeichSschatzamtS gehören, kann ich beute nicht eingehen. Abg. Keinath(natl.) begrüßt die Erklärung ivS Schatzsekretärs bezüglich des zu erwartenden Gesetzentwurfs zur �Verhinderung der Abwälzung des Warenumsakstcmpels. Abg. Dr. Arendt �Deutsche Fraktion) biiiat, daß der in Aussicht gestellte Gesetzentwurf recht schnell komn,� In bezug aus den Ankauf des Hotels Cumberland könne er demrllbg. Stücklei» nicht widersprechen, hier sei sicherlich sehr ungeschickt vorgegangen. Der Kleingetdnot sollte man versuchen, durch Ausgabe von Fünfzigpfennig-Scheinen zu stevern. Abg. Zimmermann(natl.) schließt sichp'der Anregung auf Ausgabe von Fünfzigpfennig-Scheinen an. außerdem sollten die kleine», Münzen in vermehrtem Umfange ausgeprägt werden. Daß unsere Feinde jetzt von Amerika sinanziell unterstützt werden, kann uns nur recht sein; um so eher weGei, wir imstande sein, von ihnen eine starte Kricgscnt�hädiguns zu erlangen. Daß wir eine Kriegsentschädigung erhalten, dafür sorgen unsere U-Loote und unsere tapferen Truppen.(Bravo! bei den Nationalliperalen.) Abg. Schiele st.) schließt sich den letzten Worten des Vorredners an und spricht sein EinverständliiS mit der Resolution über die Umsatzsteuer aus. Abg. Stückln«(Soz.) ersucht den Staatssekretär des RcichSschatz- amls nochmals dringend um Antwort auf seine Anfrage in bezug auf die WannschaftSlöhne unK> daS Putzgeld. Staatssekretär von Rächern: Ich bin gerne bereit, diese Ant- wort sowie die materielle Auskunft in der Frage des Cumberland- Hotels beim Etat des KiieaSmmisienuinS, wohin sie gehört, zu geben. Wir können beim ReichSschatzamt unmöglich den ganzen Reichsetat verhandeln. Erst muß der Reffortchcf, der seinen Etat berufen ist zu vertretet,, in diesem Falle der Kriegsminister. Stellung genommen haben. Tann will ich gerne erklären, welches meine Stellung ist. Abg. Keil(Soz.): Ter Abg. Zimmermann hat bei diesem Etat eine Debatte über U-Boote und Kriegsziele angefangen. Wir halten es demgegen- über für ein Gebot der Selbsterhaltung des deutschen Volkes, den, Bluwergiefie» dieses Krieges so rasch als möglich ein Ende zu machen. Es entspricht nicht der Stimmung des deutschen Volkes, daß die Opfer an'Gut und Blut, die wir bringen, durch törichte Redensarten in? Unbegrenzte vermehrt werden.(Vizepräsident Dr. Paasch?.: Ich darf annehmen, daß der Ausdruck„törichte Redensarten" sich nicht auf A g ii tz e r u ii g e n Ii i e r im Hause bezieht.— Heiterkeit.) Wir wären gewiß auch froh, wenn uns die Milliarden ersetzt würden, die uns der Krieg kostet, aber eö ist ein geradezu entsetzlicher Gedniike, den Versuch, eine Anzahl Milliarde» ersetzt zu bekommen,«jt dem Leben von hunderUausciideii deutscher Familienväter und Äjhne zu bezahle».(Sehr wahr! bei den Sazialdemo- kratcn.) Ach erinnere an das Wort: denisches Blut und fremdes Land läßt sich nicht in G l e i ch n n g b r i n g e n. Wir wünschen den baldigsten Frieden uiiler Wahrung unserer Selbstäiidigteit und Unabhängigkeit,(gellt wabr? bei den Sozialdemokraten.) Der Resolution zur Umlatzstcuer stimmen wir zu. Die Abwälzung auf die Verbraucher völlig zu verhindern, ist freilich steuertecknisch unmöglach. Man sollte besser solche unvernünftigen Stenern über- Haupt nicht machen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Zimmermann(natl.): Ich bin der letzte, der den Krieg der- längyrn mochte. EL ist von deutscher Seite aber alles getan, um den Krieg zu beendigen. Angesichts unserer großen Errungen- schalten können wir uns doch nicht einfach den Feinden zn Füßen werfen.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Das will niemand!) Damit schließt die Debatte. Ter Etat und die Resolution über die Umsatzsteuer wird angenommen. Beim Etat für den Rechnungshof des Deutschen Reiches weist Abg. Zimmermann(natl.) ans die Bedeutung hin, die dieser Rechnungshof in dieser Zeit erhalten habe und regt an. dieser Bc- deutung entsprechend den Sitz von Potsdam nach Berlin zu verlcgcn. Es folgt der Etat über den allzpmeinen Pensionsfonds. Die Kommission schlägt dazu eine Resolution vor. wonach der NcicbSkanzler veranlassen soll, daß bis zur Aenderung de? Militär- hinterbliebenengcsetzes vom 17. Mai 1907 Zuschläge zu den Militärhinterbliebenenrentc» für die Angehörigen der Mannschaften gewährt werden. Abg. Mcffer-Herford(natf.): Die Kriegkwohlsahrtspslege müßte einheitlich geregelt werden, deshalb sollte eine R e i ch s st e l l e für K r i c g S w o h l f a h r t S- pflege geschaffen werden. Der lürzlich gegründete„Verband von Kriegsbeschädigten" scheint n i ch t d e r r i m t i g e W e g, die wichtige Frage der Fürsorge für die Kriegsbeschädigten zn lösen. Nicht nur dir Renten der Hinterbliebenen der Gefallenen sind zu niedrig und sollten bis zur generellen Regelung, die später erfolgen wird, erhöht werden wie eS die Kommission wünscht, sondern auch die Militärreuten Erwerbsunfähiger«der im Erwerbe stark beschränkter lriegsbeschädigter Mannschaften sind zu niedrig und sollten Zu- schlüge in gleicher Weise erfahren. Wir haben daher den Antrag rtcstellt, in die. von der Kommission beantragte Resolution einen entsprechenden Satz aufzunehmen. Ferner sollten diejenigen cnt- lasse n e n M a n n f ch a f t e„, die das Recht zum Bezug von Rente nicht habe», ctioas länger unterstützt werden, denti sie können sehr vielfach nicht ohne weiteres Arbeit' finden. Es er- scheint weiter nicht berechtigt, einen großen Unterschied zu machen zwischen Dienstbeschädigung und K r i eg S d r e n st b e- s ch äd i g u n g, ich bitte um eine wohlwollende Nachprüfung der Fälle, in denen früher ein Anspruch wegen KriegSdienstbefchädi- gung zurückgewiesen ist, weil nur Dienstbeschädigung vorläge. Die Lohnfrage für die Kriegsbeschädigten bat das Kriegsamt in vorbildlicher Weise geregelt, sie richtet sich in den kriegsindustriellen Betrieben lediglich nach der Arbeitsleistung, ohne die Rente i r g e n d w i e in Betracht zu ziehen. Ebenso anerkennenswert ist der Erlaß des Ministers des Imicrn, daß i n den Staatsbetrieben in gleicher Weife verfahren werden soll und daß aiickj dm, Kommunalverbändeii nahezulegen ist, dasselbe zu tun. Slbließlicki bitte ich noch, daß in bezug auf die Steuern die übrigen Bundesstaaten dem BeispieleSachscnS folgen möchten, in Sachsen sind die gesetzlich gewährten Beihilfen an Kriegshinterbliebene steuerfrei.(Beifall bei den Nationallibe- ralcn.) General von Laugermanu: Fch habe in einem ausführlichen Erlaß aufs schärfste betont, daß die Hinterbliebenen der Gefallenen im schriftlichen und münd- lichen Verkehr mit dem größten Entgegenkommen zu bebandeln sind. Es ist stets mein Bestreben gewesen, das milUä- rijchc Versergungsweftn immer mehr und mehr in soziale Bahnen zu lenken und enge Fühlung mit den Fürsorgeorganisationen zu nehmen. Heber das Ojfizierpensionsgesctz, das Maiinschaftsversor- gungSgefetz und dos Miliiarhinterbliebenengesetz kann ich b e- stimmte Mitteilungen noch nicht machen. Ich bade mich aber bemüht, daß die Resolutionen, die das Haus zugunsten der Kriegsteilnehmer und der Kriegshinterbliebenen beschlossen hat, in dem Gesetz« Berücksichtigung finden und ick werde meine Kraft dafür einsetzen, daß diese Gesetze so ans- fallen, daß sie die Dankesschuld an die Kriegsteilnehmer und ihre Hinterbliebenen abstatten.(Bravo!) Abg. Hoch(Soz.): Tie Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und die Hinterbliebc- neu der Gefallenen ist eine so selbstverständliche Pflicht, daß wir uns allgemeiner wohlwollender Bemerkungen wohl enthalten können. In der Hauptsache kommt es auf die Taten an. Dia Fragen sind so schwierig, daß wir alle Einzelheiten im Plenum unmöglich erörtern ionncn. In der Kommission sind eine Reibe Einzelfälle angeführt worden, aus denen man hoffentlich die nötigen Lehren ziehe» ivird. Tie Frage der Bcschäfti- gung der Kriegsbeschädigten muß im Verein mit den Gewerkschaften geregelt werden.— Bedauerlich ist, daß eine endgültige Regelung der Frage der Entschädigung der Kriegsbeschädiftteii erst nach Beendigung des Kriege« erfolgen soll. Tie jetzigen Zu- stände sind unerträglich. Sebr viele Kriegsbeschädigte befinden sich schon jetzt in großer Not.(Sebr richtig! bei den Sozial- deurokraten.) Die Versorgung ist absolut ungenügend. Zuschläge werden heute nur dann gegeben, wenn der Vrrdienst des Mannes mehr als 1800 M. betragen hat. Das gebt nicht, denn bei den Persorgungssätzen müssen die Hinterbliebenen langsam verhungern. Aber auch die Zuschläge, die bei größerem Verdienst des Gefallenen bezahlt werden, entsprechen nicht im geringsten den Teuerung■>- Verhältnissen. Witwen der im Äuigec Gefallenen haben einen Anspruch darauf, daß ihre Existenz wenigstens einigermaßen gesichert wird. Eine llnterscheidnirg zwischen denen, die noch ctr- bciten können und den anderen ist praktisch undurchführbar. Ein solcher Unterschied wird ja auch sonst bei der Hinterbliebenen der- sorgung, z. B. der P f a r r er s w i t w e n, nicht gemacht.(Sebr wahr! bei den Soziatdeuiol raten n Die Millionen zur Versorgung der Hinterbliebenen der in diesem Kriege Gefallenen muß das Deutsche Reich irnbediugt aufbringen.(Sebr richtig! bei den So- zialdemokraten.) Wichtig wäre es, wenn die Militärverwaltung schon heute erklären lönnte, daß sie der Resolution der Kommission zustimmt. Das würde sebr beruhigend in'den beteiligten Kreisen wirken.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) General von Laimermann: Die Verhandlungen der zuständigen Stellen über die Resolution sind noch nicht abgeschlossen; ich bosse aber, daß das Hans mit ihrem Ergebnis zufrieden sein wird. Dem Vorredner gebe ich durchaus z u, daß die augenblickliche Lage der Kriegswitwen und-Waisen aus den ärmeren Volksschichten eine schwierige ist. Ich wünschte, mir stönden jährlich Millionen zur Versüglmg, ihnen zu helfen. Zurzeit stehen mir aber nur zur Verfügung die etatSniäßigen Fouds. einige mir sonst erfreulicher- iveise zur Verfügung gcstellie Fonds und die Nationalstiftung. (Bravo.) Abg. Sivkowich(Vp.) wünscht, daß den Hinterbliebenen der Gr- fallenen und den Kriegsbeschädigten gegenüber mit dem größten sozialen Verständnis entgc�engekouimen werde. Tie .Kriegswohlfahrtspflege müise anbererscitS sichergestellt werden gegen schamlose, geschäftliche Ausbeutung. Abg. von Winterscid(f.) hält es gleichfalls für erforderlich, daß die vom Reichstag beschlossene zentrale KriegSbeschädigtcnsürsorge- stelle baldigst errichtet werde. Daß die bisherigen Renten unzulänglich sind, muß ich leider zugeben. Ter Reichstag wird sicher im-, er bereit sein, Gesetzen zuzustimmen, die in dieser Frage wirklich Durchgreifendes vorschlagen. (Bravo!) Damit schließt die Debatte. Der Etat sowie die Resolution mit dem Autrag Ateher-Herford wird angenommen. Nachdem Mcyer-Herford(natl.) noch für die Kommission einen ausführlichen Bericht über den Postetat erstattet hat, wird die Be- ratung des Postetats auf Donnerstag 1 Uhr vertagt.(Außerdem: Etat des Reichstags, der ReichScisenbahnen.) Schluß: 7 Uhr.______ Mbgeorönetenhaus. I Mai 1017, Lentz e. S y d o w, 91. Sitzung Mittwoch, den mittags 13 U b r. Am Ministersisch: v. Breitenbach, v. L o e b e l l. Eine wafferwirtschastliche Borlage. Sluf der Tagesordnung steht zunächst ein Gesetzentwurf zur Bereitstellung weiterer StaatSinittel sür Wasserbauten. Zur Her- stelluug einer zweiten Mündung des Rhein-Herne- Kanals in den Rhein»ollen 13 Millionen 200 0V0 M. ausgeworfen werden. Eisenbahnmimster». Breitenbach: Die bisherige Mündung!- schleuss ist an der Grenz« ihrer Leistungsfähigkeit angekommen. Wandel kann nur durch Erbauung einer zweiten MündungSschlcusc geschaffen werden. Bei dieser Gelegenheit möchte ich sagen, daß der Betrieb der StaatSeisenbahne« Zurzeit als durchaus ordnungsmäßig bezeichnet werden kann und sich ganz gleichmäßig abwickelt. Dre StaatSeisenbahnen verfüge!» augenblicklich über einen reichliche» Betriebs- und Lokomotiv- park, der den derzeitigen großen Ansprüchen deS BerkebrS genügt. In noch höherem Maße gilt da« für den Güterwagerpark, der zurzeit nicht in dem Umfang« ausgenutzt wird, wie eS vielleicht nützlich und wünschenSlvert wäre.(Hört! hört!) Diese große VerkcbrSanstalt hat also trotz schwerster Anstrengungen die innere Kraft, sich immer wieder aufzurichten. Das gibt uuS die Zuversicht, daß sie bi- zum letzten Augenblick ihre Pflicht dem Baterlande gegenüber erfüllen wird. Den große» Berkehrsbetriebcn unserer Feinde sind wir im Kriege und. wie ich zuversichtlich hoffe. auch im folgenden Frieden auf diesem Gebiete erheblich über- legen.(Lebhafter Beifall.) Abg. Schmcbding(Z.) begrüßt die Vorlage mit Freuden und erklärt sich mit ihrer Annahm« ohne AuS schnßbcratuug einverstanden. Abg. Graf». d. Groeben(k.) schließt sich dieser Erklärung an. Abg. Graf Bioltke(fk.) beantragt AuSlchußberatung. Abg. Schmcbding(Z.) schließt sich an. Abg. Waldsteln(Vp.): Sofortige Berabschiedmrg ist nötig, da» mit die günstige Bauzeit des Sommer! ausgenutzt wird. Wir bc- grüßen die erfreulichen Mitteilungen des Ministers über die Lage des Eisenbahnbetriebes. Hoffentlich bleibt UNS durch rechtzeitig« Transporte eine solche Kohlennot wie in diesem W i n l e r i m n a ch st e n e r s p a r t. Unter Ablehnung de« Antrags Moltke wird die Vorlage in erster und zweiter Lesung angenommen, nach einer Auseinandersetzung infolge Widerspruchs des Abgeordneten S ch a u b e(fk.) auch in dritter Lesung. Ein schleuniger Antrag des Ausschusses für BevölkerungSpolitik ersucht die SlaaiSregierung, den eingezogenen Beamten, Lehrern, aus Privaidienstvertrag Angestellten und A t- betten, die Kinderbeihilfe» auch dann zu gewähren, wenn sie UnterosfizierSlöhnung bezichen. Der Antrag wird auf die heutige Tagesordnung gestellt. es folgt die dritte Lesung des WohnungSgesekeS. Die Fortüürittliche Volkspartei hat ihre gestern abgelehnten Anträge zugunsten der Selbstverwaltung wieder ein- gebracht. Abg. Jtschert(Z.) beantragt noch einige Frist- und Instanz- ändcrungcn im RechtSveriabren. Abg. Tr. Brcdt(fk.) gibt nochmals seinen SSebcnfcn gegen die Kompromißfassung Ausdruck. Es besteht kein Wohnungs- elend. Abg. Graf TP« lZ.) widerspricht für s ei n e P e r so n den Be- stimmungen des Gesetzes für die gemeinnützigen Bau- genossenschaften vom Standpunkt des Haus- und Grund- bcsitzes und meint, daß das Herrenhaus sie abändern werde. Itnterstaatssekrctär Ebels van der Brügghen ersucht nm Ablehnung der noch vorliegenden Abändcrungscmträgc. Abg. Grundmann(1) kündigt an, daß seine Freunde für das Gesetz stimmen werden. Abg. Hirsch(Soz.): Obgleich wir das Wohnungsgesetz in der dritten Lesung ohne Debatte erledigen wollten, zwingen mich die Abgg. Dr. Bredt und Graf Spee zur Erwiderung. Dr. Brcdt bezweifelt das Vorhanden. sein eines Wohnungselends. Sämtliche literarische Er- s ch e i n u n g e n mit Ausnahme der Veröffentlichungen des Schutz- Verbandes für Haus- und Grundbesttz stellen das ungeheure Wohuungöeleud fest.(Sehr richtig! links.) Nach der letzten Statistik wohnte in Berlin ein Zehntel der Bevölkerung in ernräumiMu Wohnungen, und zwar nicht nur Junggesellen, sondern auch Familien bis zu sechs Köpfen. In Posen wohnten sogar 20 Prozent in nur einem Raum. b2 Prozent der Berliner Wohnungen sind von den Fach. leuten als unzulänglich erklärt. Noch dem Kriege werden wir mit einem immer steigenden Bedarf an Kleinwohnungen zu rechnen haben. Auch die Regierung rechnet damit, daß manche Familien gezwungen sein werden, sich in kleineren Wohnungen einzurichten als vorher. Dazu kommen die Eheschließungen und die wahrschein- liche Abwanderung vom Lande in oie großen Städte. Verschiedene Beschlüsse der Hausbesitzer beweisen, daß sie sehnlichst den Zeit- Punkt herbeiwünschen, wo sie die Mieten wieder steiger» können. Wollen Sie, daß zu dem Wohnunaselcnd noch Nietsteige- ru ngen r?inzukommen? Die Regierungsvorlage beschreitet den rich- tigen Weg. Wer der Allgemeinheit dienen und dem Wohnungs- elend steuern will, muß dem Gesetz trotz einzelner Bedenken zu. stimmen. Wenn ich noch einen Zweifel gehabt hätte von der Nütz- Iichkeit der Vorlage, so hätten mich die gegnerischen Ausführungen des Grafen lspee überzeugt, daß es die größte Dumm- beit wäre, die Borlage abzulehnen. Gerade was er an ihr mißbilligt, spricht für sie. Daß gemeinnützige Bau- Vereinigungen bessere und billigere Wohnungen herstellen als der private Hausbesitz, soweit es sich um Kleinwohnungen handelt, kann doch niemand bezweifeln. Heute kommt es darauf an, dem Wohnungselend zu steuern und der Allgemeinheit zu dienen. Wer das will,_muß trotz aller Bedenken für das Gesetz stimmen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Bredt(sk.): Das Gesetz läßt es an den nötigen Hand- haben für die Gememdeu fehlen, als daß sie wirksam die Woh. uungsverhältmsse bessern könnten. Abg. Adolf Hoffmann(llnabh. Sog.): DaS Gesetz ist Stückwerk. Da es vom preußischen Landtag geschaffen ist, kann ja gar nichts Gescheites herausionnnen. Wenn Abg. Hirsch es als eine Dummheit erklärt, gegen das Gesetz zu stimmen, so werden wir mal, nachdem seine Richtung schon so viele Dummheiten ge- macht hat, auch eine mache«(Zuruf: Nicht die erste?), auch nicht die lebte.(Große Heiterkeit und Zustimmung.� Wenn der Krieg noch lange fortgeht, wird es keine Männer mehr geben, die nach ihm noch heiraten könnten. Die Vorlage enthält krasse Ausnahmebe- stimurungen gegen Berlin und Potsdam. Wir müssensicab- lehnen. Abg. Cassel(Vp.): Die Staatöregierung müßte verhindern, daß Gemeinden durch Verträge mit Bmeunternebmern den Bau von Klein wohnungen in gewissen Bezirken un- möglich machen und dadurch die Zuwanderung von Minder- branttelten ausschließen. Abg. Hirsch-Berlin(Soz.): Dem Abg. Cassel erwidere ich, daß ich Berlin nur als Beispiel angeführt Hobe; gewiß ist hier in den letzten Jahren manches geschehen, und eine ganze Anzahl Groß- städte sind schlechter daran. Der Konkurrenz der Ge- mein den untereinander mügte ein Riegel bo�'-'�obcn werden. Ausnahm ebesiimorungen für Berlin find in der Vorlage nicht enthalten.(Adolf Hoffmann: Doch!) Nach weiterer unwesentlicher Debatte wird das Wohnungs- und BürgschaftSsicherungsgesetz unter Ablehnung der fortschritt- lichen Anträge angenommen. Eine Anzahl Petitionen werden abgesetzt, so auch eine Frauen- stimmrechtspetition. Dazu bemerkt Abg. Adolf Hoffman»(Unabh. Soz.): Sonst reden Sie so viel von den Frauen, jetzt verweigern Sie ihnen ihre Rechte. Damit erregen Sie das Volk nur sowie durch die.,Hundsfott"--Bekannt- machung und durch die 3000-Mark-Prämie für Denunzianten! Es folgt der Vertagungsantrag der Regierung, der für die Zeit vom Ib. Mai bis 9. Oktober 1917 lautet. Abg. Freiherr v. Zedlitz(fl.) wünscht, daß die Vertagnng nur b i s zum 1. August eintrete, damit unter Berücksichtigung der Ernte für eine bessere Regelung der Bolksernährung durch den Landtag gesorgt werden könne. Abg. Adolf Hoffmann(Unabh. Soz.): Bis zum 1. Angust ist auch schon reichlich lang. Die Volksernährung wird in den nächsten Wochen noch schlechter werden. Llbg. Dr. Fricdberg(natl.): Wir müssen bedenken, daß die Ministerien im Sommer vollauf beschäftigt sind mit der Vorbe- reitung unserer Herbsttagung. Minister des Innen: v. Locbell: Es können Umstände ein- treten, die ein früheres Zusammenarbeiten zwischen istaatsregie- rung und Larrdesvertretung wünschenswert erscheinen lassen. Die Staatsregierung wird dann Seiner Majestät eine frühere Einberufung des Landtages vorschlagen. Wg. Dr. v. Hcydebrand(k.): Nach dieser Erklärung können wir dem Antrag zustimmen, znmal man die Ernte ja doch erst im September beurteilen kann. Abg, Dr. Borsch(Z.) schließt sich an. Auf Aufforderung des Abg. Adolf Hoffmann erklärt Mi- nister v. Locbell nochmals, daß die Regierung einem Wunsch der Parteiführer, schon vor dem 9. Oktober den Landtag ein- zuberufen, vollste Beachtung entgegenbringen werde. Abg. Freiheir v. Zedlitz(fi.): Wenn nicht widersprochen wird, stelle ich hiermit fest, daß die Regierung einen solchen Beschluß der Parteiführer durchführen wird.(Heiterkeit.) Der Vertagungsantrag wird einstimmig angenommen. Nunmehr loird der schleunige Antrag der Kommission für Be- Völkerungspolitik über die Kinderbeihilfe an die einge- zogenen Staatsbeamten, Angestellten nnd Ar- heiter, auch an die Bezieher von Unteroffizicrslöhnung, von Abg. Dr. Gottschalk-Solingez:(natl.) begründet und ohne wci- terc Erörterungen c i u st i m m i g angenommen. Die Tagesordnung ist erschöpft; der Präsident ersucht um die Ermächtigung, im Falle der Abänderung des Wohnungs- gesetzes durch das Herrenhaus noch eine Sitzung vor dem Eintritt der Vertagung einzuberufen. In der herrschenden Unruhe hört man, daß der Präsident, ohne im einzelnen verständlich zu sein, die Einbringung einer Wahlrechtsinterpcllation mitteilt. Abg. Freiherr v. Zedlitz'(ff.)(Zur Geschäftsordnung): Wir hohen gestern beschlossen, das Fideikommißgesetz bis zum Kerbst auszusetzen, um keine inneren Rekbungen hervorzurufen, die Ausrollung der Wahlrcchtsfragc würde aber zu s o l- chen führen.(Zustimmung recht.) Die?lbgg. Hirsch-Berlin(Soz.) und Dr. Pachnicke(Dp.) weisen darauf hin, daß nach der Geschäftsordnung Interpellationen auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu stellen sind. Dr. Pach- nicke erklärt sich einverstanden, daß die Interpellation auf die Tages- ordnung derjenigen Sitzung gestellt wird, die einzuberufen der Prä- sident ermächtigt werden soll. Abg. Dr. Porsch(Z.): Wir hören jetzt zum ersten Male von dieser Interpellation und müssen uns vorbehalten, wenn die Wahl- rcchtöfrage erörtert werden soll, auch das Eintreten in die zweite Lesung des Fideikommißgesctzcs zu bean- tragen. Abg. Gras von der Groebea(k.) schließt sich dem Vorredner voll- kommen an. Abg. Hirsch-Berlin(Soz.): Konnnt das Wobnungsgesetz zurück, dann muß diese Interpellation auf die Tagesordnung der- selben Sitzung gestellt werden. Erklärt die Regierung dann, daß sie die Interpellation erst später beantloorten wolle, so wunden wir das bedauern und unsere Schlüsse daraus ziehen, ebenso wie wir es bedauern, daß die Interpellanten nicht aus m ö g- lichst baldiger Besprechung der Interpellation bestehen. Wg. Dr. Pachnicke(Vp.): Unsere Interpellation weist darauf hin. daß Seine Majestät der Kaiser und König in der O st e r b o t- schaft unverweilten Mschlutz der Vorbereitungen zur Wahlreform verlangt hat und wir ftagen, ob die Regierung bereit ist, nach er- folgtem Abschluß alsbald dem Landtag eine entsprechende Vorlage zu unterbreiten. Von heute aus morgen können diese Vorbereitungen nicht abgeschlossen sein und wir müssen der Regie- rung daher noch etwas Zeit lassen. Wg. Ad. Hoffmann(Unabh Soz.) wirst dem Wg. Dr. Pach- nicke vor, daß er die Unterzeichnung eines von den beiden sozial- demokratischen Parteien und den beiden Dänen beabsichtigten Wahl- rcchtsantragcS durch die Fortschrittler und nachher auch noch durch die Polen verhindert habe, weil die Zeit daz» nicht geeignet sei, ob- gleich auf Wunsch der Fortschrittler das 20. Lebensjahr, das Frauen- stimmrecht usw. aus dem Antrag entfernt worden seien. Wg. Dr. Friedberg(natl.) stellt fest, daß er von dieser Jnter- pellation eben erst etwas gehört hat.(Lebhaste Rufe rechts: Wir auch!) Es hat aber für mich einen anderen Wert wie für Sie, das zu konstatieren. Hätten wir gestern von dieser Wsicht gewußt, so hätte der Seniorenkonvent wohl einen anderen Verlauf genommen. Ueber die geschäftsordnungsmäßige Behandlung der Interpellation uns auszusprechen, haben wir erst einen Anlaß, bis wir den Wortlaut kennen.(Sehr gut! bei den Nationalliberalen.) Wg Dr. Pachnicke(Vp.): Keine Partei teilt ihre Aktionen vor- her mit, bevor sie ihre Beratungen darüber nicht zu Ende geführt hat. Die Unterzeichnung eines sozialdemokratifchen Wahlrechts- antrages habe ich vor Ostern abgelehnt, mit der� ausdrücklichen Be- gründung, daß wir uns vorbehalten, in dieser Sache s e l b st Stel- lung zu nehmen. ?lbg. Dr. Porsch(Z.): Im allgemeinen ist es richtig, daß über die Einbringung von Interpellationen nur die Interpellanten zu bestimmen haben. Wer nach der ganzen Verhandlung im Senioren- konvent war nicht anzunehmen, daß es zu einer solchen Der- Handlung kommen wird. Dr. Pachnicke hat nur erklärt, daß, wenn außerordentliche Umstände eintreten, das HauS noch Gelegenheit haben müsse, zusammenzukommen. Ich würde ihn sonst gefragt haben, ob seine Partei noch etwas in petto habe. Ich muß aber annehmen, Sie haben Ihre Worte damals so vorsichtig gewählt, damit wir nichts ahnen konnten.(Lebhafte Zustimmung rechts und im �Zentrum.— Zuruf Dr. Pachn-ickeo: Ist das loyal?) Er- laubcn Sie mal, üb« Verletzung der Loyalität haben hier nur wir das Recht zu sprechen.(Stürmische Zustimmung rechts und im Zentrum.! Ich verbitte es mir, daß an meiner Loyaliträt gezweifelt wird!> Bei fall rechts und �im Zentrum.) Abg. Adolf Hoffmanu(Unabh. Soz.): Unklare Worte habe ich am öftesten beim Zentrum gefunden!(Zustimmung links.) Dr. Pachnicke hat tatsächlich uns und den Polen gesagt, eS sei nickt die geeignete Zeit für einen Wablrechtsantrag. Vielleicht. hat die Osterbotschaft«leuchtend gewirkt. Das Zentrum ab«' müßte nach seinen Worten für die Erledigung der Wahlrechtsfrage eintreten, auf die das Volk und die an der Front warten.(Lachen rechts.) Beim Jesuitengesetz waren Sie so hartnäckig, bekennen Sie auch beim Wahlrecht Farbe— und hoffentlich ist es nicht Wied« die schwarze!(Heiterkeit.) D« Präsident berichtigt, daß im letzten Seniorenkonvent auch von ein« allfälligen Einbringung der Aufhebung des Enteignnngs- gesetzes die Rede war. Abg. Adolf Hoffmanu: Macken Sie«st ein vernünftiges Wahlgesetz, dann können wir auch üb« das Fideikommißgesetz reden. Abg, Dr. Pachnicke wiederholt seine Feststellung, daß« die Unterzeichnung des sozialdemokratischen WahlvechtsantrageS vor Ostern nur mit dem Vorbehalt abgelehnt habe, daß seine Partei selbst vorgehen wolle. Er appelliert weiter an die Deilnehmer des Senioronkonvents dafür, daß er Protest eingelegt hat, als d« Präsident erklärte, es würden weiter nur kleine Gegenstände behandelt werden; er, Dr. Pachnicke, habe gesagt: wenn irgendeiner Fraktion ein Gegenstand noch dringlicher erscheint,' müsse darüber noch verhandelt werden können.» Abg. Dr. Porsch(Z.) kann sich an eine solche Aeußcrung Dr. Pachnickes nicht erinnern. Abg. Frhr. v. Zedlitz(fk.): Im Seniorenkonvent hat Dr. Pach- nicke sehr nebensächlich nnd sehr leise etwas davon gesagt, daß vielleicht noch dringendere Sachen zu beraten sein würden, ich glaube als Beispiel nannte er eine Regierungsvorlage über die Aufhebung des Enteignungsgesetzes. Ich habe auch keine Ahnung gehabt, daß mit dies« nebensächlichen Aeußerung die Ab- ficht einer Interpellation verschleiert werden sollte. Em solches Mißverhältnis gegen Offenheit und Loyalität ist mir in meinen l0 parlamentarischen Jahren noch nicht vorgekommen. (Lebhafter Beifall rechts und im Zentrum.) Wg. Dr. Pachnicke(Vp.): Hier ist doch nicht darüb« zu reden, ob etwas laut od« leise, Haupt- od« nebensächlich aesaat wurde. Im Seniorenkonvent beschränkt sich jeder auf das Wesentliche. Ich habe angeführt, daß vorbehalten werden mutz, außergewöhnlichen Momenten Rechnung zu tragen.(Schlußrufe veckts.) Was wir vor hatten, brauchte ich Ihnen nicht darzulegen. Gegen den Vor- wnrf der Illoyalität verwahre ich mich aus das Entschiedenste. Sie würden genau so handeln!(Lebhafter Widerspruch rechts und im Zentrum.) Abg. Dr. Porsch(Z.): Freiherr v. Zedlitz hat die Aeußerung Dr. Pachnickes vollständig richtig mitgeteilt. Er sprach von un- erwarreten Umständen; dazu gehört ab« doch die Wahlrechtsftage nicht, die eine ganz alte Sache ist. Die Einbringung der Int«- pellation ist ein eigentümlicher Dank an die Staats- regierung dafür, daß sie auf die Verhandlungen des Fidei- kommißgesetzes im vaterländischen Interesse verzichtet hat.(Stür- Mischer Beifall rechts und im Zentrum.) Abg. Wolf Hoffmann bedauert, daß kein Regierungsvertreter anwesend ist und fordert das Zentrum auf, die Sache nicht auf ein Nebengleis zu schieben. Wg. Dr. Pachnicke(Vp.): Bei der Zurückstellung des Fidei- kommißgesetzes handelt es sich nicht um Dankbarkeit, sondern um Niitzlichkeitsgründc. Durch die Osterbotschaft des Kaisers ist all«- dings eine neue Sachlage geschaffen.(Zurufe rechts: Aber nicht unerwartet?) Wenn auch Sie in dieser schw«en Zeit dem deutschen Volk die Aussicht auf eine freiere Gestaltung des� Reiches und der Bundesstaaten«öffnen wollen, so unterstützen«i< uns und e r- möglichen Sie baldige Verhandlung der Sache! (Beifall links.) Abg. Dr. Porsch(Z.) lehnt den Appell Ad. Hofsmanns an die Zcntruinsfraktion dankend ab. Ueber die Wahlrechtsfrage werde schon noch verhandelt werden. Wenn man sie aber jetzt verhandelt, dann bestehe nicht der geringste' Grund, das Fideikommißgesetz nicht auch zu beraten.(Zustimmung rechts und im Zentrum.) Abg. W. Hoffmanu(Unabh. Soz.): Dabei handeÜ es sich um ine Interessen Einzelner, beim Wahlrecht aber um das gesamte Volk!(Heiterkeit rechts.) Abg! Dr. Porsch(Z.): Entscheidend ist, daß aufregende De- hatten im Interesse der Einheitlichkeit des Volkes jetzt vermieden werden sollen._ Abg. Ad. Hoffmann(Unabh. Soz.): Also das Zentrum ist gegen eine Wahlreform während des Krieges!(Sehr ricktig? im Zentrum.) Abg. Dr. Porsch(Z.): In voller Uebcreinstimmung mit der Osterbotschaft bin ich der Meinung, daß jetzt nicht die Zeit ist, nm die Wahlreform zu machen, denn durch temp«amentvolle Redner könnten vielleicht Debatten hervorgerufen werden, die für den inneren Frieden bedenklich sind. Abg. Ad. Hoffmann(Unabh. csoz.)(mit lebhaften Schlutzrnscn der Reckten empfangen): Bei and«en Dingen hat das Zentrum seinen Willen energisch durchgesetzt; wo aber das Volk Rechte erhalten soll, da gehen Sie ganz nach den Wünschen von oben! (Unruhe rechts und im Zentrum.) Damit ist diese Debatte beendet und der Präsident«hält die Ermächtigung, im Falle der Abänderung des Wohnungsgesetzes durch das Herrenhaus noch eine Sitzung vor der Vertagung ein- einzuberufen und sonst die erste Sitzung nach der Vertagung von sich aus zu bestimmen.. Schluß%5 Uhr. * Richtigstellung. In der am Dienstag gehaltenen Rede des Wg. Hirsch-B«lin(Soz.) soll es nickt heißen, die Regierung habe in allen Punkten, sondern in dem einen d« Wohnungsfrage ungelernt._ GroMerlln Die deutschen grauen an die rusfischeu. Der Berein für Frauen und Mädchen der Ar» L c t e r k l ass e hielt am 80. April eine Mitgliederversammlung ab. Das Thema lautete: Wir und die russischen Frauen I Die Genossinnen Klara Wehl, Gertrud Hanna, die Leiterin des gewerk« schastlichen Arbeiterinnensekretariats, Paula Thiede, die Vorsitzende des Verbandes der Buchdruckereihilfsarbeiter und»arbeiterinnen, und Wally Zepler beleuchteten in ihren Ansprachen die russischen Verbälmisse wie die Eigenart und die revolutionäre Provaganda der russischen Frauen nach verschiedenen Richtungen hin. Genossin Wehl wies darauf hin, daß die russischen Frauen, die sich von jeher mit Hingebung allen öffentlichen Arbeilen gewidmet haben, auch auf dem Gebiet der kommunalen Tätigkeit zu Babnbrechetmnen des Fortschritts werden und hier wie in der Politik neben dem männlichen den weiblichen Geist zum Ausdruck kommen lassen düliten. Gertrud Hanna und Paula Thiede begrüßten in der ruisiicken Revolution zugleich die Erneuerin der russischen Gewerkschaftsbewegung. Auch hier seien es mit die Frauen gewesen, die in der propagandssti- scheu Tätigkeit Großes geleistet hätten. Jetzt gelte es. das be» gonnene Werk zu voller Blüte zu bringen; denn mit der politischen Demokratisierung sei auch in Rußland der Kapitalismus noch nicht überwunden, und als sein mächtigstes Gegengewicht für die Besse» rung der wirtschaftlichen Lebenslage der Arbeiterschaft werde sich auch dort vor allem eine machtvolle Gewerkschaftsbewegung erweisen. Wally Zepler warf einen Rückblick auf die eminente Bedeutung der revolutionären Propagandaarbeil der russischen Frauen. Habe oberflächliches Literatentum in Deutschland das russische Volk als bar» barisch und zurückgeblieben gegenüber den westeuropäischen Kultur» Nationen hinstellen wollen, so wüßten Kenner dieses Volkes wie der wundervollen russischen Dichtung längst, daß in ihm eine seelische Kraft, eine im höchsten Sinn religiöse Opferbereitschast und Hingabe an außerpersönliche Ziele lebe. Diele Selbstaufopferung habe die russischen Revolutionäre zu Tausenden für die Sache der Freiheit und des Sozialismus in Elend, Wahnsinn und Tod geben lassen und neben ihnen in gleicher Größe, gleich erichllltternder LeidenSbereuschaft die revolutionären Frauen. Deshalb habe es in Rußland keine Emanzipationsfrage wie in den anderen modernen Ländern gegeben, die Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts sei dort von jeher eine Selbst- Verständlichkeit gewesen, man habe ihm jetzt ohne allen Kampf von seiner Seite das Wahlrecht zum konstituierenden Parlament wie zu allen Körperschaften verliehen; denn die russischen Frauen seien eben schon beute die Kameradinnen und Mitarbeiterinnen der Männer, sie besäßen dort schon die Hochschätzung, die sie sich hier erst langsam erringen müssen. Wir deutschen Frauen ehren darum in der russischen Revolutionärin nicht nur die politische Gesinnungsgenossin, sondern zugleich daS Ideal der Frau, die politische Denkerm und revolutionäre Ar» beitenn ist. Zum Schluß nahm die Vorsitzende des Vereins, Frau Stock, das Wort zu einer kurzen Ansprache: Die russische Revolution habe endlich die Hoffnung auf Frieden in der Arbeiterschaft neu aufflammen lassen. Es dränge die deutschen Sozialdemokratinnen ebenso wie ihre männlichen Genossen, den russischen Revo- lutionären und besonders den revolutionären Frauen ihre tiefste Sympathie auszusprechen, die Gleichheit»hrer politischen Ziele zu betonen und ihnen zu sagen, welchen Anteil sie an dem endlichen Sieg der RevolutionSbewegung nehmen. Sie schlage deshalb vor, in diesem Arbeiterinnenverein, der aus Anhängerinnen der sozial« demolratische» Minderheit wie der Mehrheit bestehe, folgende R e- s o l u t i o n anzunehmen und den russischen Genossinnen übermitteln zu lassen: »Der Verein der Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse, eine seit Jahrzehnten bestehende Organisation der Berliner Prole- tarierinnen, entsendet den russischen Klassengenossen seine wärmsten Glückwünsch« zum Sturz de§ Zarenregiments und dem Sieg der revolutionären Klassen. Die deutschen Frauen sahen in den heldenmütig kämpfenden russischen Revolutionärinnen stets das höchste Borbild selbstlos hin- gebenden OpsermutS für die Sache der Freiheit und des Fortschritts. Die deutschen Frauen wissen, daß in Rußland, mehr als in irgendeinem anderen Lande, den Revolutionärinnen der Dank de» Volkes gebührt, dem sie thr Leben weihten und die Freiheit erringen halfen. Die russische Revolution hat die Hoffnung auf das baldige Kommen des ersehnten Friedens neu aufleuchten laffen, eines Friedens, der endlich die Bahn für ein dauerndes Bündnis der Völker, unter voller Wahrung ihrer Selbständigkeit, frei macht, der keinem der kriegführenden Staaten ettvas von seinem Besitze entreißen, keinem Kriegsentschädigungen auferlegen will, der auch das geistig und wirtschaftlich aus engen Zusammenschluß angelegte russische und deutsche Volk für die Zukunft fest miteinander verknüpft. In dem glühenden Wunsch auf Erfüllung dieser Hoffnung grüßen die hier versammelten Genossinnen ihre russischen Schwestern." Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Tie Preise für ausländisches Gemüse. Die Reichsstelle für Ost und Gemüse schreibt: In diesen Tagen ist mehrfach davon die Rede gewesen, daß.der Gcmüscwucher von neuem beginne". Es ivurde erwähnt, daß die Reichsstelle für Gemüse und Obst in Holland günstige Abschlüsse erzielt habe, die es ermöglichen, reichliche Mengen von Früh- Gemüse auf den deutschen Markt zu bringen. Zugleich wurde aber über die hohen Preise des ans diesem Wege nach Berlin gelangen- den Spinats geklagt und dies darauf zurückgeführt, daß die Reichs- stelle für das ausländische Gemüse keine Höchstpreise, weder für ocn Großhandel, noch für den Kleinhandel festgesetzt, vielmehr die Preisregelung den Gemeinden vorbehalten habe. Hi«an wurden Vorschläge für die Belvirtschaftung des ausländischen Gemüses geknüpft. Die Berechtigung dieser Ausführungen und der daraus sprechenden ernsten Sorge wird von der zuständigen Stelle im all- gemeinen anerkannt. Die Reichsstellc für Gemüse und Obst hat jedoch leineswegs auf eine Regelung der Preise für das in Rede stehende ausländische Frühgemüse verzichtet. Sic setzt vielmehr hierfür Verkaufspreise fest, die der Grohbändler bei der Abgabe an den KleinüänMer ein zuhalten hat. Diese Preise werden in kurzen Zwischenräumen entsprechend den lebhaften Preisschwankungen auf dem ausländi schen Markt jeweils neu festgesetzt. Sie waren naturgemäß noch vor kurzer Zeit erheblich höher als gegenwärtig und haben sich neuerdings derart gestaltet, daß beispielsweise seit Sonnabend die deutschen Märkte angewiesen sind, im Großhandel den Spinat mit Mi Pf. für das Pfund zu berechnen. Die ReichZstelle hat lveiterhin Veranlassung genommen, eine - sachgemäße Ueberivachung der Preisbildung zu sichern, llebrigens kommen an holländischem Frühgemüse zurzeit außer Spinat auch Schlangengurken, Radiescben und Möhrchen in Frage. Für alle diese Waren sind Großhandelspreise in der schon angegebenen Weise vorgesehen. Falls das Wetter einigermaßen gunstig bleibt, kann mit Sicherheit darauf gerechnet werden, daß die Preise für die be- zeichneten Frühgsmüse einen weiteren Rückgang erfahren, da eine fortdauernde Steigerung der Zufuhr zu erwarten ist. Nachdem die Reichsftelle ihr Äugenmerk auf die Fratje.gerichtet hat, erscheint die Gefahr, daß sich ein Preiswucher mit ausländischem Früh- gcmüfe entwickeln könnte, im allgemeinen ausgeschlossen. Im übrigen ist zu betonen, daß in Sachen der Volksernährung von den vorhandenen Möglichkeiten der Selbsthilfe zu wenig Gebrauch ge- macht wird. Es empfiehlt sieb, in den Fällen, in denen unangemessen hohe Preise vorkommen, den Sach verhalt möglichst genau festzustellen und ihn de. z u st ä n d i g e n P r e i s p r ü f u n g s st e l l e s ch l e u n i g st mit- zuteilen, dieinjedcmFallcfüralsbaldigcUnter- suchung der Angelegenheit und gegebenenfalls für Abhilfe sorgen wird. Welche Preisprüfungsstelle im Einzelfalle zuständig ist, teilt auf Anfrage die zuständige Gemeinde Verwaltung mit._ Berliner Lebensmittelnachrichten. Auf Abschnitt Nr. 68 der Lebensmittelkarte enttallen 3 Suppen- tafeln, aus Abschnitt Nr. 69 1„Buchhändler- Börsenblatt" macht Kanonier Richard Ehrlich fesselnde Mitteilungen über die hcbräiiche Druckerei, die auch für das gesamte deutsche Buch- und Druckgewerbe wissenswert sind. Freilich läßt sich die hebräische Druckerei nicht ohne weiteres mit einer Druckerei vergleichen, die in deutscher Sprache druckt. Trotz des ehrwürdigen Alters der Firma ist die Druckerei durchaus modern eingerichtet; die in ihr Täligen sind alle Palriarchengestalteu, denen Geist und Jnlelligenz aus den Augen schauen. Ein Korrektor muß dort Talmudist und Schriftgelehrter sein; oberflächliches Wissen reicht für seine Tätigkeit nicht aus. Bis zum Kriegsbeginn beschäftigte die Druckerei mehrere Hundert Menschen, jetzt abeiten die Motoren nicht mehr, und rund 30 Angestellte erledigen die dringendsten Ar- heilen im Handbetriebe. Wie in einer großen Druckerei sieht es in dem modernen, fabrilähnlichen Neubau aus. vom Setzeriaal bis in die verschiedenen Maschinensäle, von den Buchbinderwerkstätten, bis in die bedeutendsten Lagerräume, in denen fertige Druck- bogen und gebundene Werke aufgestapelt sind. Wohlgeordnet finden sich hier tausende hebräische Geisteswerke; weiter sind eine eigene umfangreiche Bibliothek, große Papierlagerräume und— das Wichtigste— ein feuersicherer Bau vorhanden, in dem in Metallkasselten die Matrizen zu sämtlichen in der Druckerei her- gestellten Werken kartothekartig aufbewahrt werden. Die Druckerei ist so jederzeit in der Lage, jede einzelne Seite irgend eines Buches sofort nachdrucken zu können, während der Neusatz auf große Schwierigkeilen stoßen würde. Der erste Inhaber der Druckerei, deren erstes Werk, ein Kommentar zu den Psalmen von Jakob ben Chajim Cohen, im Jahre 1783 erschien, hatte vom Könige Stanislaus August Poniatowski die Erlaubnis erhallen, in der Königlichen Staatsdruckerei hebräische Drucke herzustellen; auf den meisten bis 1736 erschienenen Drucken steht der Polenkönig daher auch als Verleger verzeichnet. Das Stammhaus der Firma, das sich in Grodno befindet, mußte seine Osfizin schließen, als die russische Regierung im Jahre 1837 den Druck hebräischer Werke auf die beiden Städte Wilna und Kiew beschränkte. Notizen. — Theaterchronik, Im Kleinen Theater findet kommenden Sonntag nachmittag 3 Uhr die erste der mit dem Kriegsamt vereinbarten Vorstellungen für die K r i e g S a r b e i t e r- j ch a'f t statt. Zur Ausführung gelangt Schnitzlers„Liebelei". — Mokiere im Schiller-Theater. Moliöres immer »och starke Bühnenwirkung wurde bei Reinhardt eben erst wieder erprobt. Auch das Schiller-Theater O. hat dem Theaterdichter, der den Anforderungen der Bühne so gerecht wird wie den gesunden Tendenzen einer bürgerlich vernünftigen Moral, die Reverenz er- wiesen. Immer noch spürt man den Kämpfer, der im„Tartüff" der religiösen Heuchelei die Maske vom Gesicht reißt. Und ist sein einst heiß umstrittenes Stück auch nicht mehr da« Gebot der Stunde, wir ehren und fühlen in ihm doch den freien menschlichen Zug— und freuten uns neben der Satire auch am klugen Aufbau und der treff- sicheren Handhabung der Komödienmittel. Ganz auf drastische Situationskomik gestellt war das zweite Stück der„Sganarell". Es hat nicht bloß historischen Reiz, sondern unterhält auch heute noch. Aufführung und Ausstattung boten dem Publikum, das willig mitging. Genüge. Karl N o a ck, als Tartüff vortrefflich in Maske und Spiel, Olga Mahrs frische Marianne und Karl E l z e r s mit allerlei Einzelzügcn ausgestatteter Sgarancll sind besonders zu nennen. — r. — Kostenlose Schülervorstellungen werden— in Wien veranstaltet und zwar im Burgtheater. Die Mittel- und Hoch- schüler sind als Gäste des Kaisers dazu geladen. Die Verteilung an die Schüler erfolgt durch den Landesschulrat. konnte sie nicht viel sehen, wenn sie nur am Leibe hängen blieb und die Kinder Sonntags sauber daherkamen— alle Ausgaben mußten vermieden und aufgeschoben werden, bis der Vater zurückkehrte. Aber jetzt kehrte er zurück, und er würde Geld mitbringen, und nun würden sie alles kaufen, was sie so lange entbehrt hatten. Und damit war auch die Lust wieder da, alle diese verlockenden Dinge zu betrachten und zu begehren. Die beiden Frauen gerieten auch bald in Entzücken über den Reichtum dessen, was in den Schaufenstern zu sehen war. Sie machten sich gegenseitig darauf aufmerksam, äußerten laut ihre Bewunderung, wenn ihnen etwas besonders gefiel oder nach ihrer Meinung billig ausgezeichnet war. Die Buben ihrerseits versäumten nicht, ihre Wünsche und Begehren laut zu verkünden. Wo sie es wagten, einen Augenblick Halt zu machen und die Kleiderstoffe zu betasten, die vor der Tür an Ständern hingen, kam der Verkäufer schnell heraus, um seine Ware an- zuPreisen, aber dann drängte die ganze Gesellschaft auf dem Fußsteig weiter mit dem Versprechen;„Bei der Rückkehr konimen wir wieder vor." Selbst vor dem Laden des Goldschmieds blieben Mause und Emma stehen und warfen begehrliche Blicke auf die goldenen Ohrringe, und sie gerieten in Bewunderung vor den goldenen Ringen und Ketten. Ohne die geringste Aussicht. etwas davon zu bekommen oder kaufen zu können, teilten sie sich doch gegenseitig mit, was nach ihrem Geschmack war und welche Schmucksachen sie am schönsten fanden. In der Bahnhofstraßc trafen Manse und ihre Schwester mit den anderen Bekannten aus dem Dorfe zusammen, die später gekommen tvarcu. Da war Vcrvaeckes Weib und das Rylandts und Äisvers, und jedes hatte auch feine Buben dabei.>Lic schloffen sich zusammen, froh, einander getroffen zu haben in der fremden Gemeinde, tvo jedes allein sich nicht heinlisch fühlte; aber in Gesellschaft vergaßen sie bald dieses Unbehagen, und sie blieben mitten auf der Straße stehen, um laut über ihre Angelegenheiten zu sprechen. Als die Buben über Müdigkeit zu klagen begannen und die Kleinsten unruhig wurden, beschloß man, im Wartesaal des Bahnhofs auszuruhen. Dort konnte mau bequem sitzen und bis zur Ankunft des Zuges miteinander plaudern. (Fort!, tolat) Warnung! Eine STiijaSt von Z«iluu�ti> und ZeitsSrifle» bat in d-n litzlou Wochen folgend» Meldung gebracht:.Die cheiuiscke Untersuchung!s!elle bei einer Lrmee-ALteiluNg hat in bsrichiedenen Proben bau Epirituosen der Firma Woldemar Schmidt G. m. b.$. in Kreiden und Döhlen Lorhandenfeiu erheblicher Mengen Methizla'.'ohol festgestellt. Ein Todesfall infolge Lcr- Giftunj ist ßmttl vorgekonimcn. Lor den, Genich ist ja warnen." Diese Bitöffeiiilichung über dl» Firma Woldemar Schmidt(5. in. b. ß. in Dresden und Döhlen ist geeignet, den altbelanntin Ruf der Firma In schwerster Weise zu schädigen. Auch Privatpersonen daben augenscheinlich unter dem Eindruck dieser AeitungSmeldungeil Gerüchl« über diele Firma verbreitet, die völlig uubcrcchttgt und für sie schwer schädigend sind. Die Firma Woldemar Sckmid: stl. m. b. H. in Dresden und Döble» hat seit ihrem Bestehen niemals Mstbnlaltohol oder sonstige geiundhetrsschädliche Produkte verwandt. Ter Rat z« Dresden, WohlfahrtS poligeiamt, hat auch der Firma Woldeinar Schmidt G.m.b.H. in Dresden und Döhle» unter dem ö. Avril 1617 ausdrücklich bsicheiniai, dast sämtliche Tt m de» Fabrik- uns Lagerräumen der Firma und 0 aus den Bestände» der.stönigtlchru Proviantämter Dresden und Baunc» sttchvrobrnwcisc eniuommrnc Proben — bei rliilveiidmig eines BerfcibrcnS. da» selbst»ow bei lim0lo eine Reaktion gezeigt bälie— frei von Melbsitalkahol waren. Die Firnm Waldemar Schmidt G.m.b.H.>n Dresden und Döhlen lästr dabcr durch mich jedermani«»uarnc», die Bchauvtung weiter gu verbreite», die Firma Waldemar Schmidt Qi. m. b. H. in Dresden und Döhlen habe j» ihren Trinkbrannt- weinen Methiilallohol verwandt. Sie wird durch mich jeden, der derartig» Behauptungen verbreitet, gerichtlich belangen lassen, Tie bisher bekannt gewordenen Fälle sind durch»sich bereits gerichtlich anhängig gemacht worden. Ich bitle gleichzeitig, Bcrbreilcr derartiger Gcrüchle mir namhaft zu machen, u»r sie zur Rechenschaft ziehen zu können. Dresden, den 28. April 1017. Nechlsanlvall l)r Sala, Dresden, Marschallstraße 20, I für die Firm Woldemar Schmidt G. m. d. H. in Dresden lind Döhlen Likör-, Essig- und Spritfabrik, Cognac- und Kornbranntweinbrennerci. «Nearündet Gegründet Oirolriion: l a � lisrabarät. l�nutavti«» ~I'l, Liir; Xoblaa Hontachuh. i'roitag 71/, U.: Der ticiEife. Kammr rapide, TstjUhr: t'ouohing. !•' roitag: b'aachlnjt, VolkMbUhne.Thsat a BOI«wpl«U. rhr! Volk In Vot. I" roitag; Volk lu>ot. Theater i. d. Königgrätzerstr. Dir. C. Meinhard— R. Barnauer. 7'/, Uhr: Erdsetst. Komödienhaus T/j! Die verlorene Tochter. Berliner Theater 7-° Uhr; Nie tolle Komtell. Sessing-Theater. 7 Uhr: Peer Crfynt. Freitag; nadame Lecro». äonaabeiij: lladunie Lcgro«-. Seutscli.j{ünstler-Theater. Allabendlich 7st, Uhr: Der KammeraSnger. Camtesia Mlzzi. I. Klasse. URANIA Xaubenstrallo IB.'iO. 8 Uhr: Der Yierwaldstätter-See und der Gotthard. Theater für Donnerstag, den S. Mai. Deutsches Opernhaus, Cbarlottcob. v uhr: Jugend. Fricdrich-Wilhclmstädl. Theater. v'/.uhx: Das Dreimadsrlhaus. iiiebr. Herrnfcld-Thcatcr. 7*/« uhr: Ehe-Urlaub. Kleines Theater v/.ü.: Sans im SeWeniocli. Komische Oper 7 Uhr 20 Min Lustspielhaus 8 Ohr: 7ühr1. Die Dose Sr. Majeslät. Metropol-Theater üoMin: Die Czardasförstin. Neues Operettenhaus SchiBhd. ta. Kassentol.: Ford. 281. ?'/. u.: Wohllatigkeitsvorstellg. Residenz-Theater 7-/, uhr: Die Warsch. Zitadelle. Schlller-TTicater O j'/iU.; Cdtz yoo SsrlieliiBgeD. Schlllcr-Th. Charlottenb. tv. u.: Hinter Mauern. Thalia-Theater 25»in;: Das VagadondeMdel. Theater am Mollendorlpl. SV. Uhr: Die RUubcr, tv.u.s Die Gulaschkanone. Theater den Wcatena Tv-u.- stolze Thea. Trlanon-Theater tv, uhr: Jägerblut. Zirkus A. Schumann Tdglich abends 7*1, Uhr: Das vollständ. neue Programm. g£ Labero TS Das Rätsel der Weit!- und die übrigen großen Schlager. Augerdcm: Roch kurze Zeit UIvTovnLudvn Prunk-Pantoniime in t Akten. Clrcus M Busck Ab Sennebend, den 5. Mal, «glich TV. Uhr wieder Zirkus-Yorstellungen roit dem neuen Mai-Programm und zum Schluß; Rieten-Praoht-Wesser-Panlomime Korzca Gaeteplcl! Joseph Plaut dazu der Slil uzende Mai�Spielplan! Rose«Theater. VI, Uhr: Das Findelkind. NATIONAL-THEATER. Aöpenickcr Str. 68. Tägl. 0,',S HeiratsDeber. Posse mit Gesang u. Tanz in 3 Ast. Musik von Walter Bromin». lleue Ausstellung! Kaue Balletts! 2-oroerkaus ab IN— 3 u ab 6 Ufi: abdS. Casino- Theater Lathrlnger Str. 37. Täglich Tst, Uhr. VU Üb:: la« neue Mai Progr. hervorragende Sveziilttären. 8>', Uhr: Stürmischer Bestall. Grosirr HeitcrteitScrfoig Plfun'o Wniliisterl weht. äonntag 4 Ubr: Sei» Pnvvlbe». VvlKt-ThQatei'. Saöatr. S3. Bedsir. 58. Taglich 71!, Nhr: Walhalla-Theater. TV, Nhr: Der fidele Bauer. ifrötfnmig ö'/j Ubr. Anfang VU 116:. ■ Admirals-Palast. � Die Xovitht Abrakadabra grsfies phantastlscl:es Ballett aa( dem Elite. T'f, Ubr. VorrUfll. Küche, Reicbsballen-Theater. Sleltlner Sänger. Cabaret„Feldgrau." I Ansang 7'L llhr. Für Mmtarpers. a: an den Wochentagen volllomme» freien Eintritt ,u den Jteitiner Sängern. Verein der öerliner Zuendriielier und Sdirijtgiejier. Am Freitag, de» 4, Mai 1917, abends präzis c 8 Uhr, im fftvwvHT«vkaftsk»us? AuBerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung: Bericht«her Teuerungszulagen. Außer den Delegierten sind die Vertrauenmänner und Druckerei-- kassierer eingeladen. � Eintritt nur gegen Vorzeigung der Lcgitimationskarten. Tor Lorstand: Albert Zl»»»lnl. ANPea-KOOWT» Allnbendlioh Vi, Uhr: Da«, vlolzeltljre Variete-Programm! Pia Kaasa Ist ab 10 Uhr gaflktnet BgUsst XägL T'/i Sonnt. 8% u. 7�/z Gasupiei der Schlierseer mit, Xaver Terofal. „St. Georg, der Drachcntöter". Jlorgeji dieselbe Vorttollung. Sonntag. 6. Mai,.'1'/,: •Der Herrgott uc Ii nltzer- Jr Berliner Konzerthaus Maueiri.tr. SJ Kiiomerstr. OOj'Ol. ' wenlre T�e GrOßCS KOHZCrt des Berliner Konzcrthanz-Orcheztera, Leiter; Komponist Prr. v. Blon. Antang VI, Uhr. Eintritt 30 Pf.. Anfang T'/j Uhr. �eSe'nta� MMgZ' IlOWt ilBI fNiM Mtt- und JWT- voller Orchczterbezetzangr.-ML! Berliner Sehaeiiierei-GeinseliaH|E.Gj.b.fi,) gegründet rem organisierten Schnei dergehilfon Berlin N. 4 Branmslr. 185(am Maler Tori. Cnroße« Lager fertiger Es werde Liebt " Ö Ahte von Rieh Oswald und Lupu Pick. Mit Untarstillnung der 1 Deutschen Gesellsohclr zur Bakiirapfnng der Ge- aohlechtSKraukheiten.< Regio: Bich. Oswald, Hauptrolle: Bernd Aldor Vorh.: 0. vollst, neue, glänz.| Speziaiiteten-Progr. Bo»itin; u. S Uhr. m WMiI-Ml Sommer-Paletnts* Ulster Bozener Mäntel t» Pelerinen Joppen nnd Anzüge irbeiter-Serufskleidung aller Art. Elegante MaB=Anfertigung. Lieferant der Konsnm-Genossenschaft und der Ortsgruppe Berlin d. Arbalter-Radfahrer-Bnndes. Sonntag;» von 8-10 Uhr geöffnet. Telephon: Amt Korden 1531. 105/10*, n# Slllgemcinc Lrts-Kraukenkasse �(tlin�onkout. Montag, ben 11. Mai 1317. abcltii 8 Uhr. im Dicftauiant vo» Rorjtjiti, tireuzslr. d, t: Ordentliche Ausschuß-Silzung. Tagesordnung: 1. Verlesung deo Protokolls der letzten Sitzung. 2. ktbiiahnie der lÄbreZrschnUna silr lOlri und Bericht des Prüsungs- ausschule?. !i. Verschiedene Ka'/enangeiegrnheile::. Die Herren Vertrrier der Brbeit. geber und der Versicherten werben hierdurch höflich eingeladen, nii! der Bitte, pünktlich ericheiiieu gn wollen. (zin Ausweis wird de» Herren NC» zugesandt. 27chlv Dsr Vor-ztand. Cito Rikaiann. Vorsitzende'.'. Ällgemeine �rtskraukenkassc für Zehleudorf und ltmgegeud. Die Mitglieder bcS Ausschusses werden zu einer OrbeMcht» 5jjiu»g am stsreitag. den II. Zlstal, abend'. 6';., Ilhr, in der Anja der W'-- meiabeichule Hierselbst, Potsdamer Strasie 7, hierdurch ergcbeust cm- geladen Tagesordnung: i. Abnahme der Rechnung ues Vs:- jatzreS 2.'.�iachbelvilligung zum Voranschlag iür d.is laufende Vahr. ffehleiidors, den:v. April 1S!7. Der Vorsitzende. 276 lvi R. RJ�ch t e r. �rij tauf c'~-tiws Liiiu- Jclluloid Ad falle RorkhauS veneel�e flnvalide» Strafte l»7 (uade steltiner Bahndv!) von 12—5 Nhr-HBZR Ami Norden>>7.7 _ direkt Von der Fabrik ZM- iU Origiualproi. on-Wsgi IWZig. Kleinverkauf 1,8 Ptg. 5.70 1U0,. 3. 2.50 10Ü, 4.2. IV.'O 100,. 6,2.. I..0 > erfand nur gegen Z�achnahuzs von iOO Btiiek an. 7illlW»tin Pfhna Qualitüten, von iigarixu lös.- d.A