Ur. 123. fifionncmcntS'Bedtngungfn: MwnnementS• SSroä vränuinkrmida SteacftäbtL 8,90 Ml, monail- 1.S0 Ml, möwemlid) 30 Pig, m« tnä öaiiS. tinjcine Wunimet ö Big. goraitayS. litmimet mit üluttnenei 6u:a«ag4. Ecilagc.Die Neue Weit" 10 Mg, jioit- fltonncmciu: 1,30'Marl vro Monat, inngetragen in die Loii-ZeimnaS. VreiSliize, Unter Kreuzband iu: ».utiWland und Oesterreich. Ungarn uob Marl, für da- übrige Au-Iane « Marl Uro Monat, Losiadonnement- nehmen an Belgisn, Dänentar!, Holland, Italien. IluxPtburg, Ponngch. kutuänien. Schweden und die Schweiz, McheUU Utgsich. Vevlinev Volksblskt. 34. IahrgaNg liie Inkertienz-Ledüdl teitögl iüt die sechsgesvaltene Kolotied «eile oder deren Saum 00 Mg, iüt dolitiichc und gewerlschastliche i>ere!».S> und Versanunlungs- Anzeigen 39 Mg, jWeinc Hnrcigcn". das icttgcbrurfte Bert 30 P'g.(Mläisiz 3 icugedrulk!« Berte), jedes wettere Wert 10 Mg. Stellengesuche und SchlasiteUenan. zeigen das erste Wort 10 Mg, leite- weiiere Wort S Mg, Worte über i ä Buchstaben jiihleu für zwei Worte.■ Inserate Kit die nächste Sinmtttct müsten bis l» Uhr nachmittags in der Crpeditron »dgegeben werden. Die Eseostto» stt bis 7 Uhr abend- geöiincl. srelegrantui-Adrellet .!«zi!ililewo>!i'sl kersto". �envralorgan äer toziaidemokr&tifshtn Partei Deutfchlands. Kcdoftien: SW. 6$, Linöenstrahe 3. Fernfvrecker: Dmi Morttzpiati- Dir. 15190—15197 Expedition; EW. PS, Linöenstraße 3. acrusbrecher t Amt Dtortvpln», Nr. 15190-15197. Nördlich der klisne tobt eine neue Schlacht. 5iämpfe bei Bullecourt, Leus, Fresnoy, St. Ouuentin— Artillerieschlacht an der Aisne-Front— Um den Wiuterberg bei (Lraonne wird gerungen— Französische Divisionen brechen zwischen Aisne und Brimont zusammen— Neuer Kampf nördlich Prosnes. Amtlich. Großes Hauptquartier, den ö. Mai 1317.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprccht. Nach dem blutigen Zusammeudruch der euglischcu Angriffe an der Arras-Front taut es gestern nur bei Bullccourt zu größere» Jnfautcrickämpfen. Beiderseits des Dorfes augrcifeude dichte englische Maffcn wurde» verlustreich abgewicseu. Schwächere Borstöße bei Leus uud Fresnoy schlugen fehl. Die Gcfangencn- zahl erhöhte sich ans 10 Offiziere Engländer. Mindestens '•>'} Maschiiicngciochrc sind erbeutet. An der siegreiche» Abwehr des vierte» citglischcu Turchbruch> Versuchs haben besonders hcrvorragcudcu Aitteil: Gardetruppen, Bayern, Württcmbcrgcr, Sachse» uud Bad euer sowie Regimenter der Provinze» Ostpreuße», Posen, Schlcsicu, Hannover und Rheinland. Nördlich von St. Qucntiu hatten Borfcldkämpfc für uns «günstigen Ausgang. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Au der Aisne-Front hält die Artillcricschlaüst unter größtem Munitiouscinsaß nu. Starke feindliche Erkunduugsvorstöße wurde» au mehreren Stellen abgewiesen. Um den Besitz des WintcrbcrgS twestlich von(5raonne> haben sich Kämpfe entwickelt, die noch nicht abzcschloffen find. Zwischen der AiSne uud dem Brimont brache» gestern mar- gen durch tagelanges ausgiebigstes Artillcricfcucr vorbereitete An- griffe von vier französischen Divisionen zusammen. Wie aus erbeutete» Papieren hervorgeht, lag das Ziel des Angriffs mehrere Kilometer hinter der vorderen Linie. Tank dem zähen Aushalten unserer Truppen ist eö dem Feind aber nur an einer vorspringenden Ecke gelungen, sich im ersten Graben festzusetzen. Oestlich von La Neuville wurden vorübergehend eingedrungene Franzosen unter Verlust von 51X1 Gefangenen und mehreren Maschinengewehren wieder zurückgeworfen. Südlich der Aisne in den Abendstunden erneuerte Angriffe konnten an der Niederlage nichts ändern. Nördlich von Prosnes mißglückten erneute französische Bcr- suche, sich mit mehrere» Divisionen in den Besitz unserer dortigen Höhcnstcllungcn zu setzen. Mit schwersten Bcrlusten rrkauftcu die Franzosen vorübergehend südöstlich von Nauroh geringen Grlindegcwiim. Gegenangriffe brachten unsere Infanterie wieder in den volle» Besitz ihrer bisherigen Linien. Ueber 100 Gefangene wurde» zurnckgesührt. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Außer beiderseitiger Erknndertätigkeit keine Ereignisse von Bedeutung, Der Feind verlor gestern 7 Flugzeuge und einen Fesselballon. Durch Fliegerangriff auf Ostcndc wurde eine größere Anzahl Belgier getötet und verwundet. Militärischer Schaden ist nicht angerichtet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Lebhaftes russisches Feuer zwischen Kowcl und Stanislan veranlasste entsprechendes Bergeltuiigsschtesteii. Mazedonische sz-rtrnt. Im Ccrna-Boge» westlich des Dojrnn-Sccs uud iu der Struma-Niedcning lebte die Artillcrietätigkeit zu einzelnen Tagesstunden auf. Der Erste Generalquartiermrister. Ludendorsf. Abendbericht. Berlin, amtlich, 5. Mai abends. Auf den Höhen nördlich der Aisne ist eine neue Schlacht im Gange� Ter österreichische Bericht. W i e n ,. 5. Mai 1917.(W. T.».) Amtlich wird vcrlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. In der Gegend nördlich Z b o r o w führte der Feind eine mißlungene Miuensprengung durch. Au der übrigen Front keine besonderen Ereignisse. Italienischer uud südöstlicher Kriegsschauplatz. Tic Lage ist unverändert. Ter Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabcs v. Hoefcr, Fcldmarschallcutnant. Ereigllissc zur See. Am Abend des 5. Mai setzten unsere Sceflugzcugc den größten Teil des Lagers von S a g r a d o in Brand, der von Trieft aus noch eine Stunde nach dem Angriff sichtbar war. Feindliche im Räume von Trieft tälige Flieger erzielten keilte» Erfolg. Am l. Mai führten einige unserer Sccstugzcuge einen rrsolgrcichcn Angriff auf die Bahnhofsanlagen von PcScara, Eastcllamare und Ortona an der italienischen Ostküftc sowie auf die Wasserkrastanlagen des BiScara-Fluffes bei Piano d'Orlc aus. Bon beiden Aktionen lehrten unsere Flugzeuge ohne Bcr- luste zurück. Flottcnkommando. Kreislauf. Au einem Streit zwischen Oesterreich- und Nußland cnt- zündete sich vor drei Jahren dieser uneruiestliche Krieg. Durch Beiträge und Interessengemeinschaften an Oesterreich und Nnszlaiid gebunden, stürzten sich Teutschland und Frankreich .mit in den Abgrund, lind dann luard ein Volk tiach dein andern in den blutigen Tanz mit hineingcrisscn, aus Krieg entstand luieder Krieg, bis die ganze Erde in Flammen stand. An dein Brandherd selbst sehen»vir jetzt letzte Glitte« zusammensinken. O e st erreich und N n st l a n d wollen beide leidenschaftlich den Frieden. Während der deutsche Reichskanzler noch überlegt, welche Antwort er den Swzial- demokratcn auf ihre FriedvnSfragc geben soll, hat die öfter- reichisch-ungarische Regiernng längst ihr Einverständnis mit ihnen erklärt. In Rnstland aber haben die Sozialdemokraten der verschiedenen Nichtungen eineil Einfluß auf die Leitimg der auswärtigen Politik erlangt, der täglich zu lvachsen scheint. Wir haben gestern die neue Note M il j u k o w s an die auswärtigen Vertreter Rußlands wiedergegeben und auf den großen Abstand.zwischen dieser offiziellen Erklärung und früheren Reden des Kadettenführers hingewiesen. Will man den Entwicklungsgang Miljukvlvs an deutschen Vorstellungen anschaulich machen, so kann man sagen, er verwandle sich von einem russischen Dietrich Schäfer in der Richtung zu einem russischen Bethmann Holltveg. Indes hat er, wje die letzten?rachrichten zeigen,, das Mißtraue» der entschiedenen Friedensfreunde Rußlands durch diplomatisches Lavieren nicht zu beseitigen vermochte Mü- jukow ist eben, seiner ganzen Vergangenheit nach, ein Gegner des Friedens ohne Eroberungen und Entschädigungen, und die Friedensfreunde wollen ihm nicht Zeit lassen umzulernen, sondern verlangen seinen Sturz. Wenn er seinen Einflust nicht preisgeben will, so kann man ihm glauben, daß er dabei weniger an. seine Person denkt als an die Sache, die er ver- tritt. Er will den Bund mit den W c st m ä ch t c n unter allen Umständen aufrechterhalten, den er durch die radikale Friedcnsstroniung bedroht sieht. Das russische Volk will seinen Bundesgenossen nickck die Treue brechen, eL ist aber nicht einzusehen, wie die Einigkeit init ihnen hergestellt werden soll, wenn sie nicht auf das Pro- gramm der russischen Volksmassen einschwenken. Die wollen den raschen Frieden ohne Eroberungen und Entschädigungen. Die West- mächte aber halten anihren extensiven Kriegszielen immer noch fest; da sie aber lvissen, das; die Mittelmächte immer noch sehr weit davon entfernt sind, sich feindlichem Siegesdiktat willen- loS zu beugen, sind sie Gegner eines baldigen Friedens. Gelingt es nicht, diesen scharfen Gegensatz zwischen Ost und West zu überbrücken, dann ist das Bündnis gefährdet: genau so wie auch das Bündnis der Mittelmächte gefährdet schiene, wenn etwa Deutschland den Krieg bis zum „deutschen Frieden" der Fuhrmann und Dietrich Schäfer fort- zusetzen beabsichtigte. Die Russen, die auf alle Eroberungen verzichten, um den Krieg zu Ende zu bringen, werden ihn nicht fortsetzen wollen, um mit dem Einsatz ihres Bluts Elsaß-Lvthringen den Frau- zosen zu gewinnen. Und ebensowenig wird man den Oester- reichern zitmulen können, daß sie hungern und bluten sollen, damit Deutschland nach alldeutschen Rezepten glücklich werde. Die Erklärung Oesterreichs, daß eS den Russen kein Gebiet wegnehmen wolle, ist b i n d c n d auch f ü r D e u t s ch l a n d. Die AnnexionSziele im Osten sind damit erledigt. Flandern und das Erzbecken von Longwy-Brieh ist Oesterreich nicht die Knochen eines einzigen kroatische« LandstürmerS wen! Die politische Aufgabe der deutschen Arbeiter ist unter diesen Umständen vollkommen klar. Sie müssen den stärksten Druck auf ihre Regierung ausüben, damit sie das iimvürdige Versteckspiel aufgibt und der Welt sagt, wie die Dinge wirklich liegen. Die entsprechende Aufgabe fällt auch der englischen und der französischen Arbeiterklasse gegenüber ihren Regie- rungen zu. Leider sind die Ansätze, die drüben um Lösung dieser Aufgabe gemacht werden, recht kümmerlich. Hier ist jedenfalls der Wille vorhanden, ter Erfolg steht noch aus! � Wir haben gestern die Bekenntnisse des braven Genossen Del ep ine von der französischen Minderheit gelesen, der schwer mit seinem Gewissen ringt, weit ihm sein Parteivor- stand verbieten will, nach Stockholm zu gehen. Möglich, meint er, daß die deutschen Sozialdemokraten dort„einen schlimmen Streich" vorhaben, aber müssen wir dann nicht erst recht hingehen, um ihn unschädlich zu machen, dürfen wir Franzosen fehlen, wo sich die Proletarier der übrigen Welt durch ihre Vertreter zusammenfinden? Während wir deutschen Sozialdemokraten daheim als „Landesverräter" bezeichnet werden, als Leute, die„Schulter TS Die vierte Schlacht bei Krras. Berlin, 5. Mai.(W. T. SB.) Die vierte Schlacht bei Arras am ,9. Mai dedcutet für die Engländer eine nach größere Niederlage als die Schlacht am L8. April. Abermals werden außerordentlich schwere englische Bcrluste von den deutschen Kampffroiitcii gemeldet. Am 4. Mai flaute die Schlacht auf dem Nordflügcl schon sichtlich ab, während sich der Schwcrpuntt der Kämpfe nach dem Südflügel ver- schob. Schon in der Nacht zum 4. hatten die Engländer drei ver- gcbliche Angriffe mit starken Kräfte» gegen Bullccourt unternommen. Fünf Uhr morgens sevtc der vierte und schwerste englische Angriff an dieser Stelle ein. Tic Engländer griffen inii äußerster Erbittcrung in dichten Massen und gedrängten Sturmhnufcn beiderseits des Torfes au. Ihre Stutmkolonncn wurden durch unser Sperr- und Maschinen- gcwchrfcucr zusammengeschossen und niedergemäht, aber rücksichts- los sülltc der Gegner immer wieder die Lücken mit neuen Meiischenmaffcn auf, die über die Haufen ihrer gefallenen Kameraden wieder und wieder vorstürmten in der Hoffnung, de» Turchbrnch diesmal erzwingen zu kömic». Aber auch dieser vicrte große Angriff brach vollständig zusammen und endete mit einer schweren englische» Niederlage. Nachmittags und abends wogten die Kämpfe nördlich von Bullccourt iu der Gegend von Ricncourt hin und her. In der Nacht zum 5. Mai steigerte sich nördlich der Scarpc das feindliche Feuer zeitweise zu größter Heftigkeit. Ein feindlicher stärkerer Borstoß in der Gegend von Fresnoy scheiterte. Weiter nördlich kam ein Angriff in der Gegend von A ch c v i l l e in unserem Bcrnichtungsfcucr nicht zur Durchführung, desgleichen scheiterten feindliche Patrouillenvorstöße westlich Lcns; auch südlich der Scarpe hielt das. starke feindliche Feuer an. Abermals 32500 Tonnen. Berlin, o. Mai. Amtlich. Rene U-Boots-Erfolge: 7 Dampfer und 5 Segler mit 32 500 Lrntto-Rcg.-Tonneu, davon 10 Schiffe im englischen Kanal. Unter den versenkten Schiffen befanden sich u. a. folgende: Englischer Dampfer Q u a n t o ck 14470 B.-R.-T.) mit Holzladung, die englische Drcimastcrbark Arcthusa mit Holz nach Grccnock, der Schuncr John W. P c a r n und der frühere deutsche Segler Eduard, der französische Drciuiastschuiicr La Manche, ei» großer grau gemalter Dampfer mit zwei Schornsteinen und zwei durchlauseuden Promenadendecks, ein nn bekannter, schwer belade ncr Dampfer, ein uu- bekannter, bewafsnetcr Frachtdanipfcr, der aus Gclcitzug herausgeschossen wurde, und ein unbckamitcr, abgeblendeter, nicht geleiteter Dampfer. lieber schon früher veröffentlichte U-Boots-Ersolge sind noch sol- gende Einzelheiten bekannt geworden: der englische Dampfer Aburi<9790 B-R.-T.j, L a» a<2469 B.-R.-T.>, der Taiitdampfer Tele na<4776 B.-R.-T.) mit Petroleum, ein u üb c k a n u t e r, wahrscheinlich englischer Frachtdampfer, anscheinend mit Stückgut, ii. a. Wollwarcn, und ein englischer voll bcladcncr Fracht- danipscr. Ter Chcf des Admiralstabcs der Marine. Holivia gegen deutschlanö. Berlin, 5. Mai. Da Bolivia zurzeit in Deutschland eine diplomatische Vertretung nicht besitzt, so hat der bolivianische Generalkonsul in Hamburg, der bereits seit einiger Zeit in der Schweiz weilt, dem Auswärtigen Amt mitgeteilt, daß nach einem Telegramm seiner Regierung die Beziehungen zu Deuts-ch l a n d ll b g e b r o ch e n seien. drf Schulte? mit bat Feinen stehet, fdilrt sicki also selbst ein französischer Miudersieitsso.sialist des duMen Verdachts nicht ganz erwetrren, wir ginnen nach Stockholm, uni den West- mächten eine Schlinge zu legen. So isst drüben das blöd- sinnige Schlagwort Non den„Sozialimperialisten". von den „Regicrnngt-sozialiftcn" in alle Köpfe gehämmert worden! In Wirklichkeit haben wir deutschen Sozialisten, um es zum tausendstemnal zu wiederholen, nie ettvas anderes ge- wollt, als dasi das Teutsche Reich unzertrüimnert und un» zersvickelt aus diesem KmnpfS chervorjVhe, und als das beste Mittel zu diesem Zweck habsir tvir che baldig« Wiederher- Hellimg des Friedens betrachtet, fiir che wir seit dem ersten Kriegstog ununterbrochen arbeiteten. S.stne uns wäre Teutschländ zuiammengebrochen� und das wallten wir eben, sowenig wie es die russischen Sozialisten für Rußland wollten, dix kleine Sekte der„Niederlaglex" ausgevourmen. Und wie es untere Pslickst und unser Stolz ist, unser Volk vor einer Niederlage zu bewahren, so ist es auch das Ziel unseres Ehr- aerzes, ihm bald zu einem frieden zu helfen, der ihm gestattet, als freies Volk in Freundschaft mit freien Völkern zu leben. Tas ist der lange und harte Weg, den wir bisher ge- gange» sind, weil wir weder unser eigenes Volk noch unsere internatioiralen Etrundsähe verraten wollten. Tie bitteren Urteile mancher Zeitgenossen ertragen wir in dem ruhigen Vewußtsei», daß uns das Volk mnd die Weltgeschichte Gerechtigkeit widerfahren lassen werden. Tie Wutausbrüche, mit denen der Chauvinismus aller Länder unsere Hand» langen begleitet, zeigt uns, daß wir auf dein richtigen Wege sind. Und das ist der Weg nicht zu einen' Sonderfrieden mit Rußland, sondern zu einem dauernden, auf gesicherten Grund- lagen ruhenden Frieden mit der ganzen Welt. Darum begrüßen wir auch jedes klare und offene Friedeusbekenntnis mit gleicher Wärme, mag es von einer gegnerischen oder von einer verbündeten Regierung ausgehen. Die deutsche So zialdcmokratiehatkeineSon der gesandt- schaften nach Wien geschickt, mm den Oester- reichern ihre Fricdensgedanken auszu» reden! Rein, uns ist es nur recht, wenn die Völker Oesterreich- Ungarns und Rußlands den übereinstimmenden Willen be- künden, dem Elend«in Ende zu machen. Mögen sie gemeinsam der Welt den Frieden diktieren, den Frieden ohne Eroberungen und ohne Entschädigungen! Mögen sie ihren Verbündeten jage», daß sie ihr Blut nicht fremder Eroberungslust opfern wollen. Solche Offenheit kann nicht schaden, weder in Eng- lanö und Frankreich, wo man noch immer in Racheplänen iefavillgt, noch auch in Teutschland, tvo man auS Scheu vor einem notwendigen Entschluß kostbare Zeit nutzlos verstreichen läßt!__ Miljukow-Sturm in Petersburg. Tote auf der Ttraste. Miljnkow bat den Anschluß an die radikale Linke nicht gefunden. Ter Arbeiter- und Soldatendelegicrtenrat, der die Idee eines Sonderfriedens verworfen hat, für die Erreichung eines Friedens ohne Annexionen aber den Miljukowschen „Endsieg" nicht für notwendig bält, verlangt, daß die Regie- «ung lchnell und kräftig dem allgemeinen Frieden zustrebe, aus diplomatisches Lavieren und feine Roßtäuscherknisse ver- zichts und eine offene, unzweideutige Sprache führe. lieber die Stellung des Arbeiter- und Soldatenrates zur �»«gisrung einerseits, zu den Demonstranten andererseits läßt sich kein klares Bild gewinnen, da die Drahtungen der Pe- tersburger Agentur knapp und wahrscheinlich gefärbt sind, wenn auch der offenbar enorme Einfluß des Arbeiter- und Soldatcndelegicrtenrats eine krasse Fälschung verhindern dürfte. Doch scheint der Arbeiter- und Soloatenrat d i e Rolle des Mittlers zwischen der Regierung und den sehr radikalen Elementen zu spielen, die zum Protest aus die Straße gegangen sind. Sehr beachtlich ist, daß die radikalen Friedensfreunde die Straße nicht souverän beherrschen, sondern auf Gegner stoßen. lieber das Zahlenverhältnis der beiden Parteien besteht keine Klarheit, besonders da hier, wo es sich nicht um Uebermitt. lung eindeutig bestimmter, klar abgegrenzter Tatsachen han- delt, die Petersburger Agentur ihre Depeschen fein und doch bedeutungsvoll abtönen kann. Zwischen Anhängern und Gegnern Miljukows ist es zu scharfen Zusammenstößen ge- kommen, wobei die Gewehre losgingen und Tote auf dem Pflaster blieben. Petersburg, L Mai. Meldung der Petersburger Tele- giophcn-Agcntur. Ter Ausführend« Ausschutz des RateÄ der Ar- beitcr- und Toldatenabgcordneten trat von neuem zusammen, um über seine Haltung betreffend die Rate der vorläufigen Regierung an die Alliierten zu brschlietzcn. Während der Sitzung wurde der Ausfchutz benachrichtigt, das, zahlreiche Arbeiter einiger Aertstättru und Fabriken in de» Porstädtrn die Arbeit verlasse» und zum Mittelpuutt der Stadt marschierte» mit Banner», auf dcncn der Rücktritt der Regierung gefordert wurde. Fast sogleich bildete sich eine eindrucksvolle Gegeuk und gebung zugunste» "er vorläufigen Regierung und zog den der Regierung feindliche» Manifestanten entgegen. Tie Regierungsanhänger begannen die Gegenpartei, i» der sich einige Dutzend mit Gewehren bewaffnete Arbeiter befanden, zu ermahnen, die vorläuiige Regirrung zu unter- stützen. Während der Unterhandlungen schickte» sich einige drr un- genümftc» Regierungsanhänger an, die Fahnen mit de» Inschriften „Nieder die Regirrung!" herabzureihen, was seitens der erwähnte» bnvaffneten Arbeiter S ch ii s s e hervorrief, denen einige P e r f o» e» z» in Opfer fielen. Der Ausführende Ausfchutz schickte sofort seine Bertreter in die Stadt, um weiteren .'fusammenftösteu vorzubeugen und die Manisestantcn beider Par- ten auszufvrScrn, geduldig de» Busgang der Serhaudlungen zwischen der vorläufigen Regierung und dem Rat der Arbeiter- und Toldatenabgeordneten abzuwarten. lieber die Kundgebungen für die Regierung und die er- wähnte gemeinsame Sitzung der Regierung und des AuS- schusseS des Arbeiter- und Soldatendelegiertenrates berichtet die Petersburger Agentur weiter: Petersburg. 4. Mai Gestern um 10 Uhr abends begann nn Marien-Palast die gemeinsame Sitzung der Provisorische» Regierung und des Ausführende!' Ausschusses des Arbeiter- und Spldatenratcs, um die letzte Note des Kabinetts über die auswar- tige Politik zn besprechen. Während einer Pause der Sitzung lrat der Minister des Aeußeren Miljnkow auf den Söller des Palostes und hielt eine Ansprache au die Menge, die trotz der späten Stunde sich zahlreich auf dem Platze aufgestellt hatte. Miljukow sagte: Bürger! Als ich erfuhr, datz heut« früh Manifestantcn Fahne» mit der Inschrift aufzvgen»Nieder mit Mit- jukow!" fürchtet« ich nicht für Miljulow, sondern für Rußland. Ich itellte mir vor: Falls dies» Inschrift die Meinung der Mehrheit der Bürger darstellt, wie mutz dann die Lage Rußlands fein! Was werden die Gesandten unserer Alliierten sagen? Schon heute würden sie Telegramme an ihre Regierungen richten, datz Rußland seine Alliiert«, verrate und sich von der Liste der alliierten Mächte xestrichrn habe. Die»rpviforifche Reaiervnz kann sich Nicht aüs diesen Standpunkt stellen. Ich ver- sichere, daß die provisorische Regierung und ich als Minister des Acutzern e.ne solche Haltung einnehmen werde», datz niemand wagen tann, Rutzlond vorzuwerfen, daß es Verrat begangen habe. Nie- mols wird Rutzlond in einen Sonderfrieden willigen. Die pro- »isorische Regierung ist wie ein Segelschiff, da» nur mit Hilfe des Windes sich bewegen tann. Wir erwarten daher Euer Vertraue u, das de» Wind dar- stellt, der unser Schiff in Bewegung setzen wird. Ich hoffe, daß Ihr uns zu diesem Wind verhelfen werdet und datz Euer Vertrauen uns beistehen wird, Rußland auf den Weg d«c Freiheit und des Gedeihens zu bringen und die Würde unseres großen und freien BaterlandcS aufrecht zu erhalten.(Langdaurrn- der Beifall.) In den Kundgebungen für die Regierung scheint System und Organisation zu stecken. Ueber die Kundgebungen vor der gemeinsamen Sitzung berichtet die Petersburger Tele- graphenagentur: Petersburg, L. Mai. Bis spät am Abend fanden zahlreiche Kundgebungen zugunsten der provisorischen Regierung statt. Bor dem Palast des Ministerrats sprach eine Reihe von Rednern zu einer gewaltigen Volksmenge, insbesondere die Minister Miljukow und Schingarew sowie der Präsident der Duma Rodzianto. M i l- jukow crilärte: Miljukow, der mit Gutschkow einer der Vera»- stalter der Revolution gewesen ist, der Stürmer entlarvt hat, wird niemals Verräter an seinem Vaterlands fein und wird seinen Posten nur durch Gewalt verlassen. Die Rede fand warmen Lei- fall. Rodzianko sprach von dem Feinde, der da» frei« Vater- land bedrobe, und ermahnte das Volk, den Krieg bis zum siegreichen Ende zu führen, der des großen russischen Volkes würdig sei. Die Ermahnungen aller Redner wurden warm aufgenommen. Die Miljukoivsche Note stellt einen Fortschritt dar, indem sie nebelhafte Kriegsziele nicht erwähnt, osfenbar weil Mil- jukow selbst angesichts des Einflusses des Arbeiter- und Sol- datendelegicrtenrots ein Bekenntnis zu seinen früheren Kriegsziele» für unmöglich hielt. Sie entsprach dem ent- schiodencn und tatsreudigen Willen des Arbeiter- und Sol- datendelegiertenrots trotzdem nicht, weil Miljukvw lediglich die Treue Rußlands und seine willige Erfüllung übernomme- ner Verpflichtungen betonte, nicht aber die Forderung der russischen Demokratie nach einem Frieden ohne Annexionen den Verbündeten gegenüber vertrat. Der Arbeiter- und Sol- datenrat weiß genau, daß nur starker Druck und schärfste Kontrolle Miljukow von kriegerischen Wegen abzuhalten ver- mag. Ob sich Miljukow in diesem Konflikt zu halten ver- mag, ist noch ungewiß. Die„Daily Mail" läßt sich ein Ge- rücht von seinem baldigen Rücktritt drahten. * Amsterdam, ö. Mai.„Nieuws van den Tag" äußert sich zur Loge in Rußsand und zu den Tsuwnstrakionen gegen Miljukow. Am Schlüsse schreibt das Blatt, daß natürlich noch alles sehr verschwommen sei und man vor allem auS den Demonstrationen nicht den Schluß ziehen darf, daß die Gruppe Miljukow nun eins, zwei, drei aus der Regierung gejagt würde und eine neue Regierung Kerenski-Tscheidse direkt aus den Frieden zumarschieren werde. Die Lage sei zweifellos unendlich kompliziert und die Engläirder und Franzosen werden alles aufbieten, um den Strom von»euein in das gewünschte Bett zu leiten, denn eS hänge soviel für sie davon ab. „Fällt Rußland ab, dann verfällt auch die Isolierung Deutschlands, die Majorität der Entente st reitkr äste z u Lande, kurz dann läuft es auf den deutschen Frieden hinaus, wenigstens mit dasjenige, was man in England und Frankreich darunter versteht." Keine Opfer, keine Mühen werden also gescheut werden, uni Miljukow im Sattel zu halten. Aber das alles beweise nicht, daß die Entwiikelung der russischen Revolution wicderunr einen Schritt in der Richtung des Friedens durch Vergleich weiter gekommen sei und es könne nicht anders sein, als datz sich auch bei den anderen Ententeregicrungen die Abneigung gegen einen baldigen'Frieden vermindert._ Amerikas Strang für HollanA und Skandinavien. Wafhingtou, i. Mai.(Reutermeldung.j Ter Senat hat bei der Beratung der„Spionagebill" den Paragraphen über die Ausfuhrverbots so abgeändert, daß der Präsident er- mächtigt wird, ein Ausfuhrverbot zu erlassen, w e n u a m e r i k a n i s ch e Erzeugnisse den Feind erreichten._ Der Krieg auf öen Meeren. Deutsche Minen im Indischen(Dzean. Amsterdam, 5. Mai.„Haudclsblad" entnimmt den hier cingctroffrucu holliindisch-indischcn Zeitungen, datz nach einem Be- richt aus Batovia der Dampfer Perfeus von drr Ozeau-Lini« sechs Stunde» von Labang entfernt torpediert wurde. Räch einem anderen Bericht hat«in deutsches Schiff im Indischen Ozean und namentlich i» der Gegend von Evlvmbo Minen gestreut. TaS konnte«an auch daraus schließen, daß die Lichter in der Straße von Malakka und auf Mauritius ausgeläscht wurden. Tie holländischen Schiffe er- hielten aus Rücksicht auf die Minengefahr die Warnung, sich 12 Jeemcllr» von Tiamant-Punkt entfernt zu hakten. In der Nähe von Lho Seumaweh wurde eine oder mehrere Minen au- gespült. Englischer Zerstörer gesunken. London» 4. Mai. Die Admiralität teilt mit: Ein Zer- störrr alten Typs stieß am Mittwoch im Kanal auf eine Mine und fauk. Ein Offizier und VI Mann werden vermißt. Seesperre und Versenkungen. Frautfurt a. M.» ö. Mai. Di« spanischen Schiffe. welche seit Februar in England geblieben waren, kehren zurück. Sechs Schiffs mit 13000 Tonnen Kohlen sind in den spanischen Häsen vor Anker gegangen. Weitere Schiffe werde» erwartet. „NationaUidsiids" meldet aus Kristiania: Die Zahl der im April versenkten norwegischen Schiffe beträgt über 7t). Gegen hundert norwegische Seeleute sind umgelommen. Im März wurden 60 Schisie versenkt. Wen» der deutsche Unterseeboot- krieg i» der gleichen Weise wie bisher fortgesetzt wird, ist die nor- wegischz Handelsflotte sür AuSlandsfahrteir im Laufe von ändert- halb Jahre» vernichtet. Haag» L Mai. Das holländische Nieuws Bureau meldet aus London, daß die W o ch e n st a t i st i k über die verloreneil Schisie ungefähr dieselbe Zahl versenkter Schiffe wie i» den ver- gaiigeiien Woche» angibt.(Nämlich 20 gegen 61 Schisie, darunU» gegen 40 große.) Amsterdam» t. Mai. Während im März 1012 der Stein- kohlen- und Koksexport aus drm Hafen von S w a n f e a noch 382 003 Tonneu betrug, ist er im Jahre 1916 auf 221 994 To. vermindert; im März 1917 betrug er nur 129 694 Tonnen. In de» ersten drei Monate» der Jahrs 1916 und 1917 ist der Export von 1000 212 Tonne» auf 767120 bezw. auf 437222 Tennen zurück- gegangen. Die Schlacht bei Reims. Berlin, 2. Mai. Im Räume von Reims tobl die Artillerie- schlacht ununterbrochen mit größter Heftigkeit. Vorübergebcnö steigerte sich das Feuer in de» Hauptkampfabschlüssen zu stärkstem Trommelfeuer. Auf dem Aiöneflügcl wurden anscheinend geplante feindliche Angriffe durch Vernichtungsfeuer niedergehalten und Be- reitstellunzen in den feindlichen Gräben wirkungsvoll beschossen. Am Abend und i» der Rackit griff der Feind mit starken Erkun- dungsabteilungen nach schwerster Artillerievorbereitung bci L a f f a u x, westlich Brahe und südöstlich C e r n y an. Er wurde überall abgewiesen und erlitt schwere Verluste. Die Angriffs auf den Winterberg wurden durch stundenlanges schwerstes Feuer eingeleitet. Auch nördlich Earonelle erfolgte ein starker Teil- angriff des Feindes, der ihn vorübergehend in unsere vordersten Gräben gelangen ließ, aus denen er jedoch sofort wieder durch Gegenstoß hinausgeworfen wurde. Ter gemeldete starke Angriff von vier Divisionen im Raum« zwischen A i s n e und dem B r i m o n t hatte, wie aus erbeuteten Befehlen ersichtlich ist, die Bahnlinie Bermericourt, Aguileourt zum Ziele. Nachdem der Hauptangrisf blutig zurückgeworfen worden war, versuchten die Franzosen gegen Abend noch mehrere Teil- angriffe, die sämtlich abgewiesen wurden. Zweimal versuchten sie U-berraschungsvorstöße ohne Artillerievorbereitung, mdeffen brache, i die Angriffswellen zum größten Teil schon im Sperrfeuer zu- sammen. An anderen Stellen wurden sie im Nahkampfe vernichtet. Die lebhaste GefechtStätigkeik dauerte die ganze Nacht über an. Üluch in der Gegend von Reims steigerte sich das Artilleriefeucr merklich. Ter gemeldete Angriff nördlich Prosnss wurde nach hei- tigstcm Artillerie, und Minenfeuer von starken Kräften, die auf einer Breite von 2 Kilometer vorgingen, um 7 Uhr abends unter- nommen. Tie französischen Verluste sind an dieser Stelle bc- sonders schwer. Rur an einer Stelle brach der Feind vorüber- gehend auf etiva 1 Kilometer Breite ein, wurde aber sofort im Gegenstoß wieder zurückgeworfen. Ein nach 16 Uhr abends er- folgter zweiter Angriff wurde im Gegenstoß gleichfalls wieder ab- gewiesen. Ueber 106 Gefangene blieben in unserer Hand. Schleswigs. Mecklenburger, Posener, Rheinländer und Lothringer bereiteten hier in den zahlreichen harten Kämpfen den Franzosen bci ihren Angriffen blutige Niederlagen.(W.T.B.) feindliche Kriegsberichte. Französischer Heeresbericht vom 4. Mai. nackmit- tags Tie Nacht zeichnete sich durch lebhafte Artillerietätigkeit in der Gegend nordwestlich von Reims auS. In der C h a m v a g n e machten die Franzosen neue Fortschritte. Im Walde westlich vom Moni Eornillet wiesen sie einen deutschen Angriff gegen einen istrec kleinen Posten mit Handgranaten ab. Zeitweilige Artillerietätig- keit südlich von Moronvilliers. Auf dem linken Maas- ufcr gestatteten zwei Handstreichs gegen die feindlichen Linien gegenüber dem Toten Mann und dem Walde von Avocourt den Franzosen, Gefangene einzubringen. Westlich vom Toten Mann hielte-: die Faai.zosen einen deastchcu Angrsiszoersuch glatt am. In Lothringen Zusainmcnftöße von ErkundirngSabteilunge» bei Ember- menil und Domevre. In der übrigen Front war die Nacht ruhig. Vom 4» Mai, abends. Am Tage bat uns eine gut gelungene Unternehmung zu Herren des Dorfes Eraonne und mehrerer Stützpunkte östlich und nördlich davon gemacht. Tie Zahl der von uns eingebrachten und bisher gezählten Gefangenen beträgt 159. In der Gegend nordwestlich von R e i m s haben wir am Morgen nach lebhafter Artillerieoorbereitirng einen Angriff angesetzt, bei dem die Truppen die ersten deutschen Linien auf einer Front von etwa 4 Kilometer genommen und 600 Gefangene, darunter 8 Offizier«, gemacht haben. In der Champagne war der Kampf den ganzen Tag über in der Gegend südlich und südwestlich von Mo- ronvilliers heftig. Von der übrigen Front nichts zu melden. Englischer� Heeresbericht vom 4. Mai. Das Dorf ,F r s? n o y und die Stellung, die wir nördlich und südlich davon erobert haben, waren gestern abend das Ziel hartnäckiger fein dli wer Gegenangriff«. Alle Stellungen wurden gebalten, der Feind wurde zurückgeschlagen. Heftige Kämpfe in der Nähe von Bullecouri. Oestlich vom Torfe unternahm der Feind gestern abend einen starken Gegenangriff auf den Abschnitt der Hindenburglinie, der gestern morgen von uns genommen worden war. Ter Versuch mißglückte völlig, der Feind hatte schwere Verluste. Auch in der Nacht wurde in der Nähe von C h e r i s h und auf beiden Seiten der Straße Arras— C a m b r a i gekämpft. Unsere Truppen waren hier ge- nötigt, aus der vorgeschobenen Stellung, die sie im Laufe des Tages gewonnen hatten, zurückzugehen. Wir macbten weitere Fortschritte nordwestlich von St. Quentin und nordöstlich von Hagicourt. Ivo wir das Gehöft Malukoff eroberten.— Zweiter Bericht vom 4. Mai. Gestern wurden über 000 deutsche Gefangene, darunter 23 Offiziere, eingebracht. Heute verstärkten wir eine eroberte. Stet- lung in einem Abschnitt der Hindenbupglinie. Gestern gingen wir Weiler ostwärts vor, längs der felndlichen Gräben. Dabei töteten wir viele Deutsche und nähme einige gefangen. Die Tapferen von?irras. Telegramm unseres Kriegsberichterstatters. Westfront, den 2. Mai 1917. Aus der Riesenschlacht vor Arras werden erst jetzt viele Einzet- Helten bekannt, die von der bitteren Schwere der Kampfe und dem furchtlosen Angriffsgeist der deutschen Soldaten leuchtende Kunde geben. Nachdem die Engländer unsere, seit Jahren vom Minenlrieg durchwühlten Höhenstellungen zwischen Souchez und Arras am Oswrinoiitag überrannt hatten, war jede Verbindung nach hinten abgeschnitten. Von unseren mittags in die Schlacht geivorfcnen norddeutschen Reserven mutzten Osfizierspatrouilleu vorgeschickt werden, um die Äampflage zu erkunden. Alle diese Patrouillen bestanden ans Freiwilligen, die sich in drei- und mehr- focher Zahl meldeten. Fast niemand von ihnen ist unverletzt zu- rückgekehrt. Nördlich Fampoux wurde in den Nachmiitagsstunden des kalten, stürmischen zweiten Ostertages die deutsche Linie stundenlang durch ein Paar Offiziere mit Ordonanzen gehalten, so lange, vis die Kampsbataillone zur Stelle waren. Als die Englander im ersten Angriff unsere vorderen Stellun- gen durchbrochen hatten, gerieten unsere Batterien in feiudli'chcs Infantcriefeuer. Alle schösse» bis zum letzten Augenblick. Zwei Abteilungskommandeure sind am Geschütz gefallen. Mehrere Geschütze wurden unter Lebensgefahr gesprengt. Gegen diejenigen, die dem Feinde zunächst in die Hände fielen. wurden sofort wütende Gegenangriffe gemacht. Der größte Teil von ihnen wurde mit Haiidgranat«» aus den feindlichen Linien wieder herausgehauen. Noch am dritten Ostertage gelang es meh- rere» Munitionskolonnen, die mit Handgranaten in den Wald von Farbus eindränge», zwei Batterien zurückzuholen. Neben den Männern an, Geschiitz haben vorn im Graben liegende Beobachter heldenhaft ausgehalten. Von einem einzigen Regiment sind in der Gegend von Plouvain allein zwei Offiziere und fünf Unteroffiziere als Beobachter mit ihren Kameraden von der Infanten« verschüttet oder gefallen. Aber aus ihren nie aussetzenden Meldungen, deren Ucbermittelung die tapferen Strlppenflicker immer wieder ermöglichte», beruhte ein großer Teil des Erfolges. Diq im Heeresbericht vom 13. April gemeldet« planmäßige Zurückverlegung unseres'Mittelfrontstückes geschah vom Engländer unbemerkt. Tagelang nachher hielten sich schwache deutsche Siche- runaen auf der Höhe östlich Lievi», jeden Angriff abschlagend. Aus den schweren Kämpfen uni Gavrelle leuchtet der manövrr- mäßig exolte Angriff eines.rheinischen Reserve- r c g; m e n( S Bertibi*. Es war am 2Z. Zsprik. Tat Ge-z'>sir War morgens früh weit über Gavrellc binausgedrangen. Alle deutschen Unterstände am Ostrand, daneben der am südlichen Ausgang ein� sanr liegende �riedbaf, sowie der seitlich an den Jriedbos anstoßende Hohlweg waren mit englische» Maschinengewehren gelpickt. Gegen dies Hchnellgewebricuer, das durch lüugclmiiien auS dem westlichen Gavrellc unterstützt ward, rannten 10.30 Uhr vormittags über die Mienen Wiesen beiderseiis der Landstraße FresneS.Gavrellc die Abeinlönder an.� Es gelang ibnen, die Stellung bis zweihundert Meter vor der Stadt zurückzuerobern. Am nächsten Morgen grisk links und rechts von ibiu ein anderes Rescrvercgimcnt an. Trotz bollischen Feuers aus dem Friedbos rückte das südliche Bataillon am Kellichten Tage bis 50 Meter an die Stadt beran. Gleichzeitig stieß das nordliche Bataillon wuchtig bis zur Äirche in Govrclle vor. Diese bartnäckige,, Gegenangrisfc ciiwr lleinen Minderheit haben immer wieder die Ansangserfolge der Engländer zerkleinert, ihren Angriffsgeist zermürbt. Ueber die Aktionen von Verbänden ragen hinaus die Taten Einzelner. Am 23. April schlich aus dem vordersten Graben nprdlich Jampour ein holsteinischer Unterossizier zehnmal hinter- einander gegen die gedeckt liegenden Engländer vor, und hielt sie jedesmal mit vier Handgranaten in Schach. Beim elften Male kiel er. Als Letzter seines ausweichenden Bataillons bediente nörd- lich davon am selben Tage ein Haupimanii stundenlang ein herrenloses Maschinengewehr, Ein einziger Schnelläufer bot durch seinen Schneid und seine Geschicklichkeit am Vormittag des 23. April die. gesamte Verbindung zwijchen seinem Regiment und seiner Bri, gade aufrecht erhalten. Der angreifende Enmgnder war gewiß tapfer. Tausende von Toten bezeugen es. Aber größer war der Opfermut unserer bulldoggrnari'g zäh oushaltenden Regimenter, von denen jedes fast eine ganze Dimficn gegen sich hatte. Dr. Adolf Köster, ___ Kriegsberichterstatter. kleine Kriegsnachrichten. Flieger Feitner gefallen. Bizcfeldwebel Sebastian Festner. der im Heeresbericht mehrmals anerkennend genannt wurde,'st im Luft- lampf an der Westfront gefallen. Fejtner, der von Geburt Bai, er ist. gehörio zur Jagdstaffel Richthofen. Er hat insgesamt 12 Luft- siege errungen. Fliegerangriff aus Bruntrut. Ter iranzöftsche Boischafter in Bern sprach namens der französischen Regierung daS aufrichtige Besauern über den Fliegerangrilf auf Prunirut aus. Die franzo- sische Regierung werde Entschädigungen für den verursachten Schaden leisten. Ten chinesischen Ttudierrnden, d'e ihre Studie» an den preußischen Universitäten und technischen Hochschulen lorisetzen wollen, sollen nach einer Verfügung des preußischen Kultusministers keine Schinierigkeitcn bereitet werden. Ter neue brasilianische Außenminister. Räch einer Havas- metdung aus R'o de Janeiro hat N i l o P i c a n h a das Ministe- rium des Aeutzern angenommen. Ter brasilianische Gesandte in Berlin, GurgeldoAmakal, ist nach der Schweiz abgereist. ■Fivildimstvflicht in Schweden. sMeldung öeS Svensla Tele- grambyran.) Die Regierung hat eine Vorlage zur Einführung der Zivildieitstpslicht für alle männlichen und weiblichen Staatsbürger zwischen 15 und 60 Jahren eingebracht, die durch Erlaß der Regierung einberufen werden können. Im Prinzip umfaßt die Dienstpflicht das ganze Wirtswafissebei,. Sie soll aber vorläufig nur zur Beseitigung des ö o l z m a n g c l s in Anwendung gebracht werden. Einer der Serajewoer Attentäter. Dieser Tage starb in Prag der seinerzeit im AbtcntatSvrozeß gegen Princrp und Genossen zu zehn Jahren schwere» Kerkers verurteilte Präparandcnschüler Lasar Gyutios. Brussilaw gegen Schüheiigrabenfreundschaft. Ein TageS- de fehl des lIenerat« Brussisoch warnt die Soldaten vor Beziehun- gen, die der Feind mit ihnen anzuknüpfen wünscht, um sich auf diese Weise über die russischen Verteid'gungsaitlagen zu unterrichten. Ter GeneralissivuS Alexcjr« ist, wie die Petersburger Tele- gkiohsn-Agentur meldet, an der Front von Riga ein- getroffen. Die Agentur ist unermüdlich tätrg. Rachrichten in llwlauf zu setzen, die in der russischen Bevölkerung die Kriegs. jponnung wiederbeleben sollen. politische Uebersicht. Reichstag. Militäretat und Streikdebaltc. Dis Interpellationen über Elfaß-Lothringen wersicn ebenso wie die Peinlichen Kriegsziclfragen auf die Vierzehn Tage lange Bank geschoben und dann beginnt der Bolkö- Parteiler und Leutnont Haas frisch über das Militär zu reden, wobei er manches nicht verschweigt, was dein Kriegs- minister nicht erfreulich ist. Ein Oberst beslliwichtigt und räumt bald dem konservativen Herrn v. Boehn den Platz, den, die ganze Richtung nicht Paßt. Schluß will er machen mit diesem ganzen Regierungssystem. Man glaubt schon dos Ende würde lauten:„Keinen Mann und keinen Groschen", doch der Kehrreim beißt:„Altar und Throns Ter National- liberale Held und der ZcntrumsmaNn S i r haben auch mancherlei zu kritisieren, aber mittelparteilich sanft. Ein General hat Angst vor den Kosten einer Erhöhung der Mann- schaftslöhnung. und der Schatzsekretär will mit gleiche» Ge- fühlen„prüfen". Dann versucht Herr M e r t i n von der Deutschen Fsraktion an dem schon wieder vergliinmenden Feuercken der Arbsiterstreits seine Suppe zu kochen, er gibt da- mit dein Unabhängigen Dr. Cohn Gelegenheit, manches zu diesem Thema zu sagen, dem man auch als Sozialdemokrat der anderen Fakultät zustimmen kann. Bemerkenswert bleibt für alle Zeit der Satz:„Zum Streik haben wir nicht auf- gefordert und auch nicht auffordern wolle n." Sehr richtig! Nirgends empfindet man tiefere Erleichterung über den glimpflichen Vorübcrgang der kritischen Tage als im Lager der Unabhängigen. Die Heldenprobe blieb erspart. Herr H e l f f e r i ch polemisiert gegen Cohn und entfesselt dabei eine Debatte über die Entstehungsursachen des Kriegs. Er wird hochpolitisch, aber man hat bei dem allen das Gefühl: „Lieber nicht!" Ein paar persönliche Bemerkungen, ein Ordnungsruf, noch einer, und Fortsetzung am Montag. Knöpfe versetzen. Die Arbeit des V e r f a s s u n g S a u S s ch u s s e S. Der konservative Herr Krctb hat gestern da? treffende ?siort gesprochen, die Arbeit des Verfassungsausschusses komme ihm so vor. als ob ein Knopf nach dem anderen versetzt werden sollte, alle imnier wieder nach links. Damit ist gesagt, warum die Konservativen diese Arbeit zu sabotieren versuchen, warum aber auch die Sozialdemokraten keine rechte Freude an ihr haben können, wenn auch für sie natürlich kein Grund besieht, sie geradezu abzulehnen. Die Mittelparteien arbeiten nach der Parole:„Nur immer langsam voran, nur immer hübich voisichtig!" Tie Konservativen erheben ein Zclcrgcscheci, und Herr L e w a l d. Negierungsvertreter, meint, das sei geradezu Revolution! Wenn man angesichts dieser Vorgänge an die großen FreiheitS- und FortschrittSreden dcS Reichskanzlers denkt, wird einem, man weiß nichl wie. Natürlich wird der Bundes- rat die KommissionSbeschlüsse, sobald sie Reichstagsbeschlüsse geworden sind, annehmen— das wäre ja»och schöner, wenn er es über diese Knopffrageu mitten im Kriegs zu einem Ver.fassungstonflikt kommen ließe! Gestern hat man das TagungSrecht des Reichstags im Kriege und die verantwortliche Gegenzeichnung der Offizier- eruennungen beschlossen. Das bedeutet allerdings nicht Parlanientshcrrschaft und Parlamentshcer, wie es des Dichters Aug' in holdem Wahnsinn rollend sehen möchte, wohl aber zwei Schrittchcn vorwärts, zivci Knöpfchen etwas weiter links. Miltelmäßigkeit in„großer Zeit"! Ter Bundcsratsausschuft für Auswärtige Angelegenheiten soll nach einer Meldung der„Vossischen Zeitung" am kommenden Dienstag zu einer Sitzung zusammentreten. Man erwartet, daß der Kanzler dem Bundesrat Aufklärungen über die allgemeine Lage erteilen wird. Sie werden sich decken mit den Erklärungen, die der Kanzler im Reichstage als Antwort auf die konservative und die sozialdemokratische Interpellation, detreffend die Kriegs- ziele, geben wird. Echt oder Mache? Tic„Kreuzzeitung" erhebt über die Anträge des Blocks der Mittelparteien im Verfassungsausschuß, ein entsetzliches Gezeter. Für sie ist der Zusammenbruch vo« Thron und Altar da: Wir stehen an einem Wendepunkte der deul schon nnd auw der preußischen Geschichte. Tag für Tag und Stück für Stück werden Rechte der Monarchie und werden die selbständigen Besugnisie der Bundesstaaten preisgegeben. Während die von Bismarck geschaffene Grundlage Deutschland- Preußens in dcm größten Weltkriege der Geschichte sich herrlich bewährt, wird sie von innen berauS Schritt für Schritt nnteraraben. bis von den monarchischen und einzelstoatlichen Befugnissen niwis mehr vorbanden sein wird. Die Stellung de« Reichskanzlers zu diesen Fragen erscheint uns u n- verantwortlich: sie wird ein üveravS trauriges Blatt der deutschen Geschichte bilden. Man darf diese Ausregung nicht überschätzen. ES ist die Taktik des armen Sünders, der über de» sehr milden Strafantrag des Staatsanwalts, der nur Geldstrafe beantragt. einen heftigen Weinkrampf bekommt, damit der Gerichtshof ja nicht die verdiente Gefängnis itxafe ver- hängt. So soll auch das hvstcrische Lamento der„Kreuz- zeüung" über die zentrümlich-liberalen Anträge nur in Ver- gcssenheit bringen, daß es sich um viel ticfcrgehende Reformen, in erster Linie die des preußischen Wahl- rechts handelt. Daneben wird natürlich versucht, den Kanzler schon bei den Vorfeldgefechten zu stürzen, um sich diese Mühe bei den Kämpfen um die Hauptftellung zu ersparen._____ Material für de» Reichstag. Zur belgischen Arbeiterfeage. Offiziös wird gemeldet: Infolge einer in der letzten Zeit durch die Presse gehenden Rotiz wurden über den Umfang der Zurückführung der abgeschobenen Belgier irrige Borstellungelt erweckt. Zur Behebung der dadurch in die beteiligten interessierten Kreise getragenen Unruhe und Unklarheiten sei daraus hingewiesen, daß nach der allerhöchsten Willensmeinung nur diejenigen Belgier Aussicht auf Rück. Beförderung in die Heimat haben, die zu Unrecht sIS arbeitslos noch Deutschland übergeführt worden sind. Es können also zurückkehren nur die Personen, bei denen einwandfrei festgestellt ist. daß sie nach Deutschland gebracht worden sind, obwohl auf sie die Voraussetzungen der Verordnung des Gcneralgouvernevrs in Belgien vom 15. Mai ISIS gegen die Arbeitsscheu nicht zutrafen. Keineswegs ist eine Zurückführung sämtlicher hier befindlicher Belgier beabsichtigt; vielmehr verbleiben diejenigen Personen, oie zu Recht als arbeitslos hereingeführt und arbeitsfähig sind, nach wie vor in Teutschliind. Tie Angst vor Stockholm. Die extrem« annexionistiichen„Berliner Reuesten Nachrichten" drücke» ihre tiefe lZntlSuschung darüber aus. daß der Reichskanzler die KriegSzielinterpellationen nicht fofort, sondern erst, wie sie wissen wollen, nach vollen vierzehn Tage»(der äußersten von der Geschäfts- ordming zugelassenen Frist), beantworten wolle. Diese Vertagung legt sie sich folgendermaßen auS: Innerhalb der Frist, die sich der ReichSkanzter für die Beant- Wartung der Interpellationen gesetzt hat. liegt der Stockholwer iaternatiaiiale fezialdrmokratifche Friedenskongreß. Glaubt man vielleicht oder hofft man gar, daß hier Tatsachen geschaffen werden, die man später, wenn auch mit einigem geäußerten Be- dauern als io bedeutungsvoll und schwerwiegend behandeln und hinstelle» könnte, daß dadurch der eigenen Entschließung Weg und Ziel vorgeschrieben wäre? Die„Kreuzzeilung" schließt sich vollkommen diesen Gedanken- gängcn a».______ Konservative„Neuorientierung" in Bremen. Tie bremische Bürgerschaft hat die Anträge des Senat» und der fortschrittlichen Fraktion auf Einsetzung einer Deputation zwecks Be- ratnng der Verfassung angenommen. Einen weiteren Antrag der Freisinnigen, die Deputation möge zunächst die Reform des Wahlgesetzes in Angriff nehmen, lehnte die Bürger- s'chaft ab, eoenso die Anträge der sozialdemokratischen Fraktion, das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht und den Proporz zu prüfen. Der Deutsche Frauenstimmrechtsbund hat dem Verfassungs- auüsehuß des Reichstage« einen Antrag unterbreitet,.etilen verfassungsrechtlichen Reformarb eiten des Ausschüsse« die p o l i- tische Gleichberechtigung der Frauen als unumgäng- liche Bedingung zugrunde zu legen und nicht nur für die Männer, sondern auch für die Frauen zmn Reichstage und zu den Land- tagen der Bundesstaaten das allgemeine, gleiche, direkte und geheime W a h l re ch t zu fordern." „Tod eines französische» Maulhelden", unter dieser gefühlvollen lleberschrist bringt die„Deutsche Tageszeitung" die Nachricht vom Tode de« französischen Senators Aimond, der als erster eine von Dsutswland durch hundert Jabra zu zahlende Kriegsentschädigung von fünfzehn Akilliärdcn jährlich gefordert habe.— Mit welcher lleberschrist werden sich nun die Franzosen rächen, wenn einst R e v e n t l o w das Zeilliche segnen sollte'1 Parteinackrichten. Die Maifeier in Oesterreich-Uugaru war nach den bisher vorliegenden Berichten überall eine sehr im- posama Kundgebung der FriedenSbereltsKaff. In Wien waren die 22 Versammlungen ungemein stark besucht, der Temonstrationszug in den Prater unterblieb diesmal, von einigen Versammlungen zogen die Teilnehmer in geschlossenem Zuge ob. In den Industrie« orten NiederösterleickS, SleiermarkS(hier auch in den Eisenwerken zmn erstenmal), Mährens und Schlesiens wurde gefeiert, auch im Tcplitzer Kreiie in Nordweslböhmen und wie von jeher in der GloSiitdustne im Jscrgebirge. AuS dein tschechischen Teil Böhmens liege» noch keine Berichte vor. I» Lemberg, der Hauptstadt GalizirnS. nicht allzuwetl von der ruhenden ostgalizischen Front standen olle Betriebe still und in einer großen Kund- gebuug verkündeten Abg. Tr. Diamand und Hankjelvitsch die Brüderlichkeit der polnischen und ukrainische» Sozialisten. Selbst in Serajewo begingen 1500 Personen festlich den Tag. Ueber die eindrucksvollen Kundgebungen in Budapest hat der»Bor- wärts" bereits berichtet. Die Maifeier in Holland. Aus Amsterdam schreibt man uns: Gleich ihren beiden letzten Borgängern stand auch die die!- jährige Maifeier in Holland im Zeichen de? FricdenSgedankeni. Ihren besonderen Inhalt erhielten die Kundgebungen der Arbeitei- Partei durch die Hoffiiung und das erstarkte Kraftbewußtsein, womit sie der Stockholmer Tagung und der internationalen proletarischen Friedensalnon, die von ihr ausgehen soll, cnigcgenblickt und weiter durch die Entschlosienheit, die sie erfüllt, die demokratische Reform der Verfassung oller reaktionärer Verbohrtheit, allen Intrigen und allen pseudorevolutionären Demagogien zum Trotz zum guten Ende zu sührcu. Tie Teilnahme an de» Umzügen und den Versammlungen ivar überall starl. Besonders in den großen Vlädten. In Amsterdam zogen an der Spitze viele Hunderte Frauen mit lveißen Friedeiisfahnen und mit Panieren, deren In- jchriftc» die Wahlrechisforderung ihre« rechtlosen Geschlechts per- kündeten. Weiler wurden besonders die Gruppe der„Mobilisierten- llubs"— etwa 100 Soldaten de« LandheerS und der Marine— und die internierten belgischen Soldaten bemerkt. Wie üblich, halten die Anarchisten und Syndikalisten ihre be- sonderen Kundgebungen, die an manchen Orten gleichfalls viel Teil- nehmer fondcn. Durch Anschluß an sie fanden die Redner der ieparatistlschcn sozioldeinokratischcn Organisation ein zahlreichere« Publikum als ibre eigene Werbekrast zusammenruft. Hier verzapfte Wijnkoop tolle Schimpfereien, z. B. daß Troelstra im Austrag der deutschen Regierung noch Stockholm gegangen sei, um die russische Revolution niederzuschlagen und auch, um die holländische Arbeiter- Partei vor der Rache des revolutionären Proletariats zu retten. Wie soll man's nu« mechen Eine wunderbare Kritik am „Vorwärts" übt da« hiesige VereinSblalt der.Unabhängigen". Zu- nächst werden wir gräßlich angeprangert, weil wir die Kundgebung des Reichskanzlers zum Rüslungsarbsilerslreik„eingerahmt an her- vmagender Stelle" gebracht hätten. Genau 38 Zeilen später wirn es dem.Vorwärts" mir Hohn und Spott vermerkt, daß er den Aufruf des Generals Gröner in der gleichen Sache„an wv»ig auffälliger Stelle" abgedruckt hat! In dieser Art der Kritik ist nur e i n Prinzip zu bemerken, näm- lich den.Vorwärts" auf alle Fälle herunterzureißen. Fragen wir aber, wie wir eö nun wirklich machen solle», so finden wir die ganz verbllistende Lösung im„Mitteilungsblatt" selber: nach der ipalteiilange» wüsten Schimpferei auf den„Vorwärts" wegen Abdrucks amtlicher Erlasse druckt das wackere„MtttellungSblatt" selber den ßOOO.Mark-BelohnuugS-Erlaß des Oberkommandos in den Marken— fang-, klang- und kommentarlos ab. Letzte Nachrichten. A. S. Ret und Regierung.— Die Duma einberufen. Petersburg,-1. Mai.(Meldung der Petersburger Tele- grapyen-Agentur.) Um 5 Uhr nachmittags h?t itte ppovi. soriscke Regierung dem Ausführenden Ausschuß des Arbeiter- und Goldatenrates den Wortlaut einer Mitteilung über- mittelt, tvelche sie als E r k l ä r u n g zu ihrer Note vom l. Mai, die so j ck> w e r c Unruhen hervorgerufen hat, zu veröffenilichen beschlossen hat. Infolge dieser Mitteilung hat der Ausführende Ausschuß mit 3-1 gegen 1!) Stimmen beschlossen, die Erklärungen der Regierung als ihn befriedigend und den Zwischenfall damit als abgeschlossen anzusehen. Petersburg, 4. Mai.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Tie Duma ist für morgen zum ersten Male seit der Revolution zu einer austcrordentlichcn Sitzung zusammen- berufen worden. Reorganisation der britischen Admiralität. Basel. 5. Mai.(„Franks. Ztg.") Einer Londoner Meldung der Agentur Radio zufolge, wird die Reorganisation der britischen Ad- miralttät hauptsächlich in der Gründung eines Generalstabes, analog dem im Kriegsministerium angeregten, bestehen. Die Reorgani- sation wird durch Jellieoe und C a r s o n, dessen Rücktritt nicht mehr in Frage kommt, vorgenommen werden. Sechste österreichische Kriegsanleihe. Der österreichische Kinaiizmimster macht Mannt, daß als sechste österreichische Kriegsanleihe eine steuerfreie. Sljprozentigs. amortisable Staatsanleihe und steuerfreie öXchrozentige, am 1. Mai 1027 rückzahlbare Staalsschatzscheine ausgegeben werden. Tie Staatsanleihe wird zum Nennwert zurückgezahlt und in den Jahren 1823 bis 1007 auf Grund von Auslosungen getilgt. Tie Substriplion beginnt am 10. Mai und wird am 8. Juni gc- schlössen.____ Botschaft an den brasilianischen Kongreß. Rio de Janeiro, 1. Mai.(Havasmetdung.) Die vom Präsidenten Nenceslao Braz im Kongreß verlesene Botschaft gibt einen Ueberblick über die Parana-Angelegenheit und er- innert au den Abbruch der diplomatischen Be- Ziehungen mit Teutschland und die Besetzung der deutschen Dampfer. Staatssekretär Zimmermann habe sein Bedauern wegen der Torpedierung der Parana ausgedrückt, da aber Brasilien die Tür zu Verhandlungen mit Deutschland sich nicht öffnen lassen wolle, habe es geantwortet, daß es diese Kundgebung als nicht befriedigend erachte. Mit Beziehung auf den Bruch mit Teutschland schloß der Präsident: Ich habe das Bewußtsein, daß die Regierung in diesen heiklen Fragen loyal und würdig ihre Pflicht getan hat. ohne Ueberstürzung oder Uebertreibung. Die ausführende Gewalt hat innerhalh ihrer verfassungsmäßigen Rcchie gehandelt, und da die Zeit Ihres ordentlichen Zusammentritts Herannahl«, habe ich mich entschlossen. Ihnen von der ernsten internationale» Lage, in der sich Brasilien befindet, Kenntnis zu geben. Ich bin sicher, daß Sie in dem Rahmen der weitgehenden Ihnen von der Verfassung übertragenen Befugnisse in Ihrer Vater- landsliebe mit der von den Umständen erheischten Entschlossen- heit handeln werden._ Auch Haiti. Port au Printe, 5. Moi. T-r Präsident von Haiti hat dem Kongren eine Botfckmft übersandt, worin er um die Ermächti- gung ersucht, an Deutschland den Krieg zu erklären. Tic Berliner Buchdrucker zu den Teuerungszulage». In einer imposanten außerordentlichen General- i�c x i a in in l u n g der Buchdrucker, die am Freitag den großen Saal des Gewertschunshauses bis zum letzten Platz füllte, berichten: der Gauleiter M a s s i n i über die Verhandlungen, die in Leipzig ivegen Erhöhung der Teuerungszulagen zloischen Vertretern des Buchdruckerverbandes und der Prinzipalsvcrcinigung stattgefunden haben. Mit der Forderung eines Aufschlages"von 1 0 M a r k wöchentlich aus alle bestehenden Löhne seien die Ge- hilseiivertrctcr nicht durchgedrungen. Die Prinzipale wollten erst von der bisherigen monatlichen Siegelung der Teuerungszulagen nicht abgehen. Nach langer Verhandlung war eö nur möglich, eine ab g.e stufte wöchentliche Teuerungszulage zu erreichen, die dann vein TarifauSschuß sanktioniert wurde. Für Berlin bewegen sich die zugestandenen Wochen s ätze der Teuerungszulage, die mit zunehmender Lohnhöhe geringer werden, zloischen ÜchO M. und 4ch0 M. für Verheiratete, denen nach den bisherigen allgc meinen Abmachungen an monatlicher Teuerungszulage Sätze zwischen 17,50 M. und 3 M. zustanden. Für Ledige bewegen sich die neuen Wochens ätze zwischen 8 R. und 3 M., während die bisherigen A bmachungen für sie Monatssätzc zwischen 14 Mark und 5,25 M. vorsahen.— Gehilfen, die im Berechnen stehen, haben Anspruch auf dieselben Teuerungszulagen, die bei ihnen nach eutsprechmden Durchschn ittsvcrdienstcn abgestuft werden. Die be- willigten Zulagen sind erstmalig fällig am ersten Zahltage im Mai. Massini hat noch vermcht, mit den Berliner Prinzi- palen wegen besonderer Berücksichtigung der Berliner Verhältnisse zu verhandeln. Die Vertreter der Berliner Prinzipale haben aber lvsonderc Verhandlungen unter Bezugnahme auf die Leipziger Be- schlüssc abgelehnt.. In einer lebhaften Diskussion kam ein starker Unwille über die Geringfügigkeit der in der Leipziger Verhandlung bewilligten Sätze zum Ausdruck. Namentlich wurden sie im Hinblick ans die Berliner Verhältnisse als viel zu gering bezeichnet. Nach den Darlegungen eines Redners, die er mit Zahlen belegte, tritt die Geringfügigkeit des neuen Zugeständnisses besonders in den Berliner Betrieben zu- tage, wo schon zu der bisherigen allgemeinen Teuerungszulage be- sondere Zuschläge gezahlt wurden. Der Vcrbandsvorsidendc D ö b l i n legte dar, daß es sich in Leipzig darum gehandelt habe, für die gesamte deutsche Kollegen- schaft etwas zu erlangen. Einem Versuche, durch örtliche VerHand- lungen in Berlin noch einige Ausbesserungen zu erreichen, stehe nichts entgegen. Die Versammlung nahm schließlich cmstimmig eine R e s o l u- t i o n an, in der sie die auf Grund der Leipziger Verhandlimgen zugestandenen Teuerungszulagen für in keiner Weise aus- reichend erklärte und ferner aussprach: „Wenn diese minimalen Zulagen den Kollegen in den Klein- und Mittelstädten eine Erleichterung ihrer Lage bringen, tvaS unsererseits nicht verkannt werden soll, so iffüssen wir diese Zuwendungen wegen der außerordentlich hohen Preise sür sämtliche Lebens- bedürfnifse in Berlin als Tropfen auf einen heißen ictein bezeichnen. Die Berliner Gehilfenschaft, die in opfervoller Pflicht- crsüllung während der langen Dauer des Krieges ohne Murren alle Lasten, Entbehrungen und Folgeerscheinungen, die im Jnter- esse des Getverhcs notwendig waren, auf sich genommen hat, hätte eine andere Anerkennung und Würdigung von den Arbeitgebern er- wartet. Durch lange Arbeitszeit und Leistung von Ueberstunden haben die Gehilfen bisher versucht, ihre Einnahmen mit den Ans- gaben in Einklang zu bringen, waS sich aus die Tauer jedoch an jedem einzelnen gerächt hat. Wir müssen heute erklären, daß wir als schlechtestbezahlte Arbeiter es uns und unfern Familien schul- dig sind, von unser« Arbeitgebern Löhne zu ertaugen, die es uns ermöglichen, unsere Existenz zu sichern. Mit einem befonderZ bitfern Befühl baben wir. es heute hören müssen, daß unsere Arbeitgeber den Antrag des Gauvorstandes auf gesonderte Verhandlungen für Berlin abgelehnt haben. Wir wollen es uns versagen, schon heute hieraus Schluß- svlgerungen zu ziehen, jedoch müssen wir aus unscrm Standpunkt unverrückbar beharren. Tie antvesenden Vertreter der gesamten Kvllegenschast Berlins beauftragen deshalb den Gau vor- stand, die Berliner Prinzipale v v n dem Unwillen der Versammlung in Kenntnis zu setzen und zum Ausdruck zu bringen, daß die Berliner Buchdruckergehilfen eine Lohnerhöhung von 15 Mark wöchentlich auf alle gezahlten Löhne als die mindeste Zulageiordernng ansehen. Ein Nichtanrechnen der Zulage bei Leistung von Ueberstunden lehnen die Gehilfen ausdrücklich ab, lveil sie unter keinen Umständen gc- lvillt sind, lieberstunden und Sonntagsarbeit während der Kriegs- zeit billiger zu leisten, als in Friedenszeitcn. Die Versammlung steht vielmehr auf dem Standpunkt, daß diese tariflichen Löhne viel zu niedrig sind, sieht jedoch heute von der Stellung diesbezüglicher Anträge ab, da diese Anträge in das Gebiet der Tarifrevision fallen. Die Versammelten wissen, daß das Bnchdruckergewerbc in seiner Gesamtheit nicht zur Kriegsindustrie zu zählen ist und finden sich hiermit ab. Sie können jedoch diesen allgemeinen Standpunkt für Berlin nicht gelten lassen, da die Prinzipale in Berlin, dem Sitz der zentralen Reichsbehörde», der geschaffenen Kriegsämter nnd Kriegswirtschaften, hierdurch gutbezahlte Druck- anfträge auch während der Kriegszeit erhalten haben. Unier Be- zugnahme auf diesen Umstand erwartet die Versammlung, daß die Berliner Prinzipale den, an den bestehenden Teuerungsverhältnisscn gemessen, bescheidenen Forderungen der Gehilfen unverzüglich Rcch- nung tragen, da die Not der Gehilfen ein schnelles Handeln drin- gcnd erfordert. Vom Zentralvorst and und der bevorstehenden Gauvorsteherkonferenz verlangt die Versammlung erneut, daß sie den in der Generalversammlung von 25. März und in den letzten Bezirksvcrsammlungen angenommenen Anträgen auf schien- nigc Einberufung einer Generalversammlung des Verbandes und auf zeitgemäße Illeuregelung unserer tariflichen Ver- h ä I t n l s s e das dringend erforderliche Verständnis entgegen- bringen. Ferner wird der Gehilsenvertreicr für den Tarifkreis 8(Berlin) beauftragt, unverzüglich eine Versammlung der tariftreuen Buchdrucker Berlins einzuberufen nnd auf die Tagesordnung dieser Versammlung zu setzen:„An- träge auf Revision des Buchdrnckcrtarif s".— Die Not der Zeit erfordert schon jetzt eine Stellungnahme in dieser Lebensfrage der deutschen Gehilfen; daher ist es notwendig, daß zu dieser tariflichen„Neuorientierung" rechtzeitig Stellung genom- men wird.— Da der Kriegszustand den Gehilfen auch in dieser Richtung Einschränkung auferlegt, halten die Versammelten es für notwendig, daß die zurzeit bestehende zentrale Vollzugsbchörde über die Wünsche und Bestrebungen der Buchdrnckergehilfen informiert wird. Sie beauftragen deshalb den Gauvorstand, zu dieser Versammlung einen Vertreter des Kriegsamts einzuladen. Die Anwesenden richten an das KricgSamt die Bitte, diesem Wunsche zu entsprechen, da durch eine vorherige gc- naue Kenntnis der Forderungen der Arbeiter im Buchdruckgewcrbc spätere mißverständliche Ausfassungen ausgeschlossen werden." Auf. eine Anfrage wurde festgestellt, daß die Leipziger Zuge- ständnissc selbstverständlich in Anspruch zu nehmen sind. günstig; sie verhinderten am Pflügen und an der Frühsahr?- auSsaät. Allgemein ist der PflauzcnwuchS merklich im Rückstand: in"zahlreichen Gegenden allerdings'wäre nur etwas gutes Werter zur Besserung der Saaten erforderlich. Ter reickiliche Regen der letzten Zeit brachte mancherorts Neber- schwemmungen und damit Pflanzenkrankheiten mit ungünstigen Konseguenzcn. In Frankreich, Italien, der Schweiz und Aegyplcn stehen die Wcinkulturen mittel, in Großbritannien und der Union mittelmäßig l„mi>telmäßig" icheint im Gegensatz zu„mittel" in di-tem Fall als unbefriedigend gebraucht zu sein. D. Red.)." Auck! lauten die SaalenstandSberichte für Nordamerila. sowohl die Vereinigten Staaten wie auch Kauada, höchst ungünstig. Zwar kann durch die Frühjahrsbestellung noch manches gebessert werden. aber besonders in Kanada scheinen die Arbeitskräfte zu fehlen. Im Augenblick sind die amerikanischen Warenbörsen jedenfalls in einer ungemein lebhaften Hausse. Winterweizen, der vor dem Kriege 87>/fi notierte, und der noch. am 5. April mit nur 22 bezahlt wurde, ist am 8. Mai auf 316 gestiegen. Soziales. Industrie und Handel. Die Gctreidcversvrgung der feindlichen Welt. Das internationale landwirtschaftliche Institut in Rom läßt in seinem letzten Bericht die Versorgung der ganzeil uns feindlichen Welt mit Getreide stark gefährdet erfcheinen; Die höchst ungünstigen WilteinngSverhälNiisse in Europa während der letzten Monoie, wären den Kulturen-fast überall un- Wo aber bleiben die Rechte? Im politischen Teil der gestrigen Nummer des„Vorwärts" be- richteten wir über eine zu erwartende BuudeSratsverordnung,. die die Angestellten der Kriegsorganiiation der Beamtendisziplin unterstellen wird. Es ist natürlich nur zu billigen, daß die mit einem Amte verbundene Pflicht den beteiligten Personen klar zum Bewußt- sein gcbrachr und die Pflichterfülluiig mit den nötigen Kanteten um- geben wird. Den Pflichten müssen aber auch Rechte gegenüber- stehen. Den durch Hilfsdienstpflichlige ersetzten Beamten standen klar umschriebene Versorgungsausprüche. zu, die bei längerer Dienst- zeit oder bei einer ans den Dienst zurückzuführenden Schädigung in Wirksamkeit treten. Es wird namrlich niemanden einfallen, den ja nur horübergehend beschäftigten HilsSdiensitätigen PensronSrechte zubilligen zu wollen. Die dazu erforderliche Dienstzeit werden sie nicht erfüllen können. Aber sie müssen doch gegen die plötzlichen Gefabren ihrer neuen Tätigkeit geschützt werden. Mehrfach haben wir für" diese Personengruppen den Ilnstillschutz gefordert. W o bleibt er? Für die durch Hilfsdiensttätige ersetzten Beamten war er gegeben. Weshalb ist dieser Schutz noch nicht den an ibre Stelle getretenen Personen gewährt? Für diese ist er dringend er- forderlich. Der Bundesrat wird sich der Aufgabe, hier eine Er- gäuzrmg der bisherigen Verordnungen zu schaffen, nicht entziehen können. Weshalb aber muß der Bundesrat einer solchen Selbitverftänd- lichkcit ivegen immer und imnier wieder gemahnt werden? Ein Kulturdvtüment. Die bekannte Firma Engelbert Elever Nachs.(Inhaber Ed. Kcttucr). Waffen- und Munitionsgeickäsl in Köln, sandte am 8. April dieses Jahres dem Voter eines Lehrlings, nachdem der junge Mann schon eingetreten war, dieses Schreiben: „Im Auftrage des Herrn Eduard Kettner mache ich Ihnen die Mitteilung, daß Herr Kcttucr in seinen Geschäften nur Lehrlinge und Angestellte einstellt, die einer christlichen Konfession angehören. Da Ihr Sohn Karl israelitischer Konfession ist, so bedauert Herr Kettncr sehr, Ihren Sohn nicht weiter beichäsliaen z n können. Als Vergütung für den Monat April gehen Ihnen durch die Post 10 M. zu. Die noch hier befindlichen Kleidungsstücke Ihres Sohnes werde ich Ihnen zusenden." Man hat bisher nichts davon gehört, daß die Firma auch nur Käufer bedient,„die einer christlichen Konfession angehören". Verantwortl s. Politik: Dr. Franz Ticderich.Berl.-Friedeuau: sür d. übrigen Teil d. Btaltcs:'Alfred Scholz, Neukölln! jür Inserate: II). Glocke. Berlin. Druck u. Vertag: Vorwärts Buchdrnckerci.u. Vcrlagsaustall Paul Singer ch Eo Berlin: S1V.•--- Hierzu 3 Beilagen.. A.WERTHEIM Schleierstoffe bedruckt Schleierstofi SÄ? Meter 2.90 Krepp- Schleierstoff« ca in guter Ware........... Meter O.DU Schleierstoff gS r 4n etwa 110 cm breit......... Meter Schleierstoff ÄrSm �7� durchgehenden Mustern...... 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Die Tiusiellmig, die er. auf briefliche Ängaben iciuer Frau fi» slützend. uns übersandl bai. ist uns nou der Frau selber m persönlicher Unterredung belraftigt und bervollsiändigt worden. Mitle März crliatillc das neu» Monale alle Kind an Zahn- krampsoii so schwer, daß in der Nacht die besagte Muiter für nötig hielt, noch vor TageSmibnich einen Atz: betbeizuruicil. AIS sie gegen ilib bei einem in der Prenzlauer Allee wohnenden Arzt lautete, imißl« sie die leidige Aussraaerei über sich ergeben lassen, die in Berlin bei einer nächtlichen Arzksuche liblich ist. Bon oben fragte ans dein Fenster eine loeibliche Person:„VaS wünschen Sie'i'—.Fch möchte," sagte die Mittler hinaus,„den Herrn Toltor Hillen, zu meinein Irankeil slinde zu lammen. Ich fürchte, daß cs slirbt."—„Kommen Sic von einer Kasse?"—„Nein."—„Sind Sic Kriegerfrau?"—„Ja, daß ich Kriegerfrau bin. tut mir leid." —„Einen AugcnbliS i" jagte die Frageriu und sie verschwand. Nach einer Pause, die der unten Warlenden endlos lang schien, össuete sich oben wieder das Fenster, und setzt lain der Bescheid:„Ich bedaure, der Herr Doktor ist nicht hier, er ist zur Nachtwache."—_«Ach<Äotl," rief die geängstigt« Mutler, „so lange lassen Sie»rick stehen! Da hätte ich doch 'chvir zu einem anderen Arzt gehen lönnen."— Eilig begab ste sich zu einem zweiten Arn, der in der Nähe wohnt. Wieder fragt aus de», Fenster eine Frau:„Was wünschen Tic?"—„Mein Kind ist krank und IN Lebensgefahr. Ich möchte den Herr Doktor lnncn——„Sind Sie Kriegersran?"—»Ja."— Ohne erst das Fenster zu verlassen, antwortete die Fraaeriu:„Mein Mann ist zu rmer Blutung gerufen worden. Gehen Sie nach der Illisallstoiiori. holen Sie sich da einen Arzi."— Wozu da noch die Frag«:„Tind Eis Kriegeisrau?" notwendig war. ist unklar. Bei einem dritten Arn. den die Mutler herauszuklingeln versuchte, wurde aar nicht geöffnet. Sie lief dann zur weil abgelegenen Retlmigs- wache und halte dort das Glück, den diensttncnden Arzt anzutreffen. Er kam mit und verordne!« dem Kind einen Kopfumschlag, den er selber soglcicti anlegte. Nach Tagesanbruch meinte die Mutier, von neuer Beunruhigung und Augs: gequält, nochmals ärztliche Hilfe»ölig zu haben. Gegen V.j7 wurde ihr bei einem Arzt von dem Dienstmädchen ohne weiteres erklärt:„Der Herr Dolior kann nichr eher kommen alS nach der Sprechstunde" Bei einem anderen wurde zwar sofortige Hitie in Ausstchl gestellt und die Wohnung aufgeschrieben, aber der Arzt blieb ans. Ein dritter erst kam mit— und fand dann daS Kmd sterbend. Mau beoreikt den Schmerz und die Erregung bei Baierl, 6cm die Gattin den Tod de! Kindel melden musne. Berliner Lebcnsmittclnachrichten. Auf Abschnitt 2l der Eierkarte könne» vom 7. bis eiicschließlich 19. Mar drei Eier entnommen werden. Gastwirte und Konditoren erhalten aus Bczugskarle 21 ein Ei. Stillende Müller erhallen in den ersten sechs Monaien nach der Entbindung Karten über monatlich zwei Pfund Hafer- flocken, Reis, Grieß oder dergleichen. Zur Erlangung dieser Karten genügt ein an die Zentralstelle für Krankenernährnng gerichteter schnftlicher Antrag nebst der Be- scheinigung eines Arztes oder einer Säuglingsfürsorgestelle, daß die Mutter selbst stillt. Die Beibringung dieser Leschetnlanng, deren Ausstellung von der Sänglingsfürsorgestelle nnentgeltlsch geschieht, ist im letzten Drittel jedes Monats zu wiederhole», anderusalls die Ucberscndung der Karlen für den folgenden Monat unterbleibt. (Selbe Schnapsschtvärmcr. In der Nr. L der.Slraßenbahn", den» osfiziellen Organ der fgelben) Angestellten der Großen Berliner, sinde» wir in einem BersamnilungSbertcht folgende interessante Stelle: «Bon Fahrer Schneider und Schaffner Höhne wurde angeregt, den Preis für Schnaps zu ermäßigen, da er auch in anderen Gaslivirlschaflen»riedriger sei, und dafür lieber d e n P r e i s für das Mittagessen, das zumeist den nur vorübergehend de» der Eisenbahn Leschäsligten zugute komme, zu erhöben. DaS Mittagessen sei i« der Kantine Verhältnis- »näßig zu billig." Daß die nur„vorübergehend Beschiisiiglei»", denen die Schneide» und Höhne i» der Fülle ihres gelben SolidaritüisgesühlS das billige Mitlagess«» mißgönnen, gerade zu denen gehören, die om miserabelsten besoldet zu»verde»» pflegen, möchten»vir nur neben bei cnoähiieii. Fm übrigen suche»» tvir zur Charakterisierung deS Vorgehens der beide» Schnaplenihu si asten nergebens nach einem Paria- uieiitarischeli Ausdruck.__ Fahrratbereifmigc», die durch Verordnung de' KriegSniiniste- »i»ims. beschlagnah», l und nicht abgelieserr sins, werden iverktäglich in der Zeit von 9 bis 2 lihr>, o ch bis zun» 12. Mai in der Sammelstelle Stadthaus, Slcalauer Straße 15—22. angenommen. Ter M«ulkorbz>vang für Hunde, der mit den: 9. Mai ablaufen sollte, ist für den Stadllreil Belli» bis zum 9. August einschließlich verlängert worden. Der Sportpark Treptow veranstaltet an, heutigen Sonntag Dauer- und Fliegerrennen. In den Dane» reimen" startet zum ersten Male Sckipke, der ans den bisher»»»besiegten Krupkat und Pawke stößt. Neben den Fliegerrennen, ivelche von der Treptower Renmnamlschast bestritten werden, wird besonder! der Zweikampf Ruit— Lorenz die Sportfreunde interessieren. Tie Rennen beginnen um 4 Uhr. Der Schiffmaml-Prozeß soll nun noch ein paar Nachspiele babem LandgerichtSdnektor S ch w a r tz e. der vielgenannte Leiter der Daner- Verhandlungen, hat bei der AnwallSlarnnier gegen vier Verteidiger SchiffmmlliS Anzeige wegen Prozeßberschleppnng und Verdunkelung des Tatbestandes erstattet, und Schiffmailn selbst stellte gegen den GcrichtSdircklor Schwartzc Strafanirag wegen Beleidigung. Mord»ild Selbstmord. In der Nacht zi» Connadend! hat der in der L e r I i n e r Straße in Wilmersdorf>vohi»e»ide Optiker M ö b i u S feine Frau»nd sich selbst vergiftet. Wahrscheinlich ist die Tat von dein seit seiner Rückkehr au! den» Felde stark nervösen Mann»Ii einem Moment geistiger Störung begangen»vorden. DaS achtjährige Söhnchcn der MöbiuSscken Eheleute befand sich während de! Geschehnisses ebenfalls in der Wohnung. Tu» Spirlrrnrst ist durch die Schön ebcrger Kriniinalpolize» in der Wohnung de-! Kausinanns Tomaschewski in der Barbarossa- siraße ausgehoben»vorden. Eitra dreißig Personen wurden beim Kartenspiel angetroffen. Z»vei neue Brotkarteusadriken entdeckt. Tis eine befand sich beim Buchdrucker Alfred Sandvoß am Grünen Weg 6 8, die andere in der B e r l i n e r S t r a ß e 1 6 zu F r i e d r i ch s f e I d c. Die bei den Fälschungen beleilihten Personen»vurden verhaftet. Sowohl diese beiden„Fabriken"»oie auch die im Bureau- Haus Börse, von der ivir gestern berichteten, lollen übrigens rrotz der örtlichen Treitnung in einem inneren Zusammenhang stehen. Und zwar gilt all leitende Kraft bei allen drei Betrieben der gestern erwähnte frühere Hausdiener Anton W o i w o d e. Durch Schierling vergiftet haben sich in Erkner drei 4—6 Jahre alte Kinder. Sie hatten die Pflanzen ausgerissen und, da sie sie für eine Rübe hielten, gegessen. In eiliex Tonne ertrank der vierjährige Sohn deS Gastwirts R h e i n s b e r g in K a r l s h o r st, der auf den» Lallbengelände an der ebangelischen Kirche spielte und dabei in eine in den Erb- vodcn eingelassene gefüllte Wassertonne fiel. Ans dem Zuge gestürzt ist gestern morgen zwischen den Bahnstationen Golßen und Barulb ein achljährigcS Mädchen, daS im Schlafe auf die Türklinke gefallen war, wodurch sich die Ableilliir öffnete. Tic Kleine erlitt ein« schwere Schädclverletzung. Neukölln. Lebensmittelversorgung. In der kommenden Woche werden außer den scstgcsetzteu Mengen an Brot, Fleisch und Fett wie bisher ö Pfund Kartoffel»» abgegeben. Auf Abschnitt 2Ü der Eierkarte entfallen 8 Eier. Vom DonnerStag, den 10. Mar ab gelangt in den Geschäften, wo die Eintragung in die Kundenliste der Kolonialwaren erfolgt ist. auf die LebenSniittelkarie Ve Pftmd Nudeln zum Verlauf. Fisch« u n d R ä u ch e r iv a r e n' werden je nach Zufuhr weiterhin ans den Abschnitt 1ö der Lebenlmittet- karte abgegeben. Sosen» die Zufuhr jedoch weiterhin,»vie bereits in der letzten Woche, sehr reichlich auSsäll», sind die Kleinhändler berechtigt, den Berkaus von Fisch- und Räucherwaren auch ohne Abtrennung des LebeilSmitlelkartcnabschnilleS lediglich gegen Vor- zeigmrg der Haushaltungskarle vorzunehmen. Salz Makrelen gelangen zum z>v e i t c n Male auf die HanshaltSkartei» in den städtischen LerkausSstellen zur Ausgabe, und zwar erhalten die Haus- haliungen bis zu 4 Personen 2 Stück, die Haushallungei» mit mehr als 4 Personen 4 Stück. Tchöneberß. Lebensmittel für die k«mmeadt Wiche. Es ge- langen zur Ausgabe: 500 Gramm Fleisch, ö Pfund Kartoffeln, 1600 Gramm Brot. 50 Gramm Butter und 80 Gramm Margarine. Daneben werden verteilt: Auf Abschnitt 15 der roten Lebens- m ittelkarte le-Pfund-Palot Gemüsesuppe. Abschnitt 15 der grüne» LebenSmiiteltarte 200 Gramm Teigwaren, Abschnitt 19 her Lebensmirtelkartc 1 Pfund Sauerkraut. Abschnitt 20 der Lcbeno- inittelkarie H Pfund Tpeisesirup, Abschnitt 22 der Lebensmittel- karte 100 Graniu» Perlsago tAumeldnng bis 5. Mail und auf Ab- schnitt 2 der Nährmikkelkarte für Jugendliche 17 Pfund Haser- fabritake sAnuieldung bis 8. Mai). Für alle Kinder und Jugendliche bis zu 15 Jahren wird voin Montag bis Tonnerstag der nächsten Woche ein Ei auf die Zucker- zusatziarke und auf Abschnitt 8 der Nährmiilelkarte für Jugendliche � in 25 besonders bckanittgegebenen Geschäften verteilt. Ter Ab- schnitt 6 der Lebensmittelkarte kKonservenvorkeiluiig) darf nur. noch bis Mittwoch, den 10. iNai eingelöst werden. Wilmersdorf. Lehe»s«il!elverteitu»g. In der nächsten Woche gelangen zur Abgabe: 500 Gram», Fleisch. 5 Pftmd Kartoffeln. 8 Eier ans Abschnitt 2l der neuen Eierkarie. 875 Gramm Zucker und aus Abichnil» 27 der grauen HaushalUmgSkarU«ine lt-Packung Sacharin. Auf die alle(rote) Bezugkarte für Einzelpersonen loerden bis cinschließlick 10. Mai verabiolgl: 50 Gramm Dvrrgrmüie zum Preise voi» 18 Pi.(Abschnitt 1V>. 5 Bouillonwürfel zun» Pieiie von 20 Pf.(Ab schnitt X). Auf die neue(grüne) Bezugkarte ftir Einzel- perionen erhalte» die Bürger: 90»ramm Perlsago für 16 P'. (Abschnitt E). 100 Gramm Teigwaren(Schniitnudeln oder Slerncheir iür 10 Pf.(Abschnitt Ei. 8 Siück Z'taggi- oder Knorr-Suppenwürfel sür 30 Pf, oder 125 Gran,»» loie Suppen für 19 Ps.(Abschnitt Sr Bis zum 12. Mai«michiießlich»verde» gegen Abschnitt v Pfund Heringe zun» Preise von 05 Ps. abgegeben, vom 10. bis einschließlich 16. Mai gegen Abschnitt 2 100 Gramm Weizengrieß, gegen Abschnitt J 200 Gramm Gcrslengraupen oder Gersicngrützc. Lichtenberg. Lebensmittelversorgung. In der Woche von» 7. bis 13. Mai dürfen auf die sechs gelbsebrafstertei, Rbschnilte der Kartoffel- karte 3 Pfund Karlossekir oder 500 Gramm Gebäck und auf die ivcitere» 4 weißen Abschnitte 2 Psund Kartoffeln oder 300 Gram», Mehl cnlnoutnten loerden. Gegen Po, legung der Lichlenbergcr Lebensmittelkarle können wie bisher Salzgeinüie, holländisches Früh- gemüse, 5 Pfund Nübensailerkriurt und bis 8 Pftmd KriegSitM« ad- gegeben� loerden. Auf Bbsdmilt 15 werden V» Pfund Haserflockc» und aus Abschnil 16 K. 0. E.*/« PmnS Kunsthonig veneilr. An Stelle der«us Abschnitt 92 der srühcren Lebensmittellarten nich: gelieferten Teiglvaren kömrcn, da die angekündigten Mengen noch nicht eingetroffen sind, je Pfand Gerstengrütze und Pfund Grieß entnommen»Verden, auf die Abschnitt! 17 lind 18 Much«!- ivaren und frische Fische. Alle Waren sind in den durch Aushang kenntlich gemachlcn Geschästeu zu haben. Die BezugSaoichnitte find bei den KleinbandelSgeschastett bit DienSlag. den 8. Rai. abends 7 Uhr, abzugeben. Die Waren werden dann von Freitag, den 11. Mai, ab verkeilt werden. Steglitz. Abgabe vv>» Lebensmitteln. Außer der üblichen Rate für die Woche vom 7.---13. Mai werden noch nachfolgende Lebens- mittel verteilt. Auf Abschnitt 21 der Lebensmittelkarte 3 Stück Eier. Abschniit 24 100 Gramm Südfruchtmarmelade oder Kunsthonig. Abschnitt 23 40 Gramm Perlsago, Abschnitt 26 50 Aramm Grünkern- inehl oder Suppenstangen; ferner Kkippftsche und Paprika, nur gegen Lebensmittelkarte soweit der Vorrat rcichr. Treptow. Lebenslnittel-Wochcnübtrficht. In der nächsten Woche gelangen außer den üblichen Mengen Brot. Fleisch. Fett und Milch 5 Psund Kartoffeln zur Ausgabe. Ferner je einer Toie kondensierte Milch an Kinder, die in der Zeit vom 13. April 1903 Ins 14. April 1903 geboren sind. Ausgabe der Bezugscheine erfolg! durch die Schulen. Auf Äbschnitt 2 der Eierkarte gelangen 8 Eier a 31 Pf. zur Ausgabe. Ter Verkauf beginnt Sonntag, den 6. Mai. Wer innerbalb drei Tagen die auf ihn entfallenen Eier nicht en! nourmen hat, geht seines Anspruchs verlustig. Ta verdorbene Eier nur an dem Tage umgetauscht werden, an dem der Ankauf erfolgt ist, empsichlt es sich die Eier nnmitteköar nach dem An- kauf zu durchleuchten. Auf Abschnitt 24 der LebensmitttlbezugS- karten werden 230 Gramm Haferflocken sür 2'2 Ps. verteilt und 123 Gramm«üdfruchtmarmelad« sür 21 Pf. auf Abschnitt 25 der Lebensinittelbezugslartc. Tie Voranmeldung sür diese beiden Ar- titcl hat am 7. und 8. Mai zu erfolgen. Weiter gelangen Erd- schocken, Törrgemüse, Gewürzgurken, Speiseöl. Slübcnsauc, kraut. Bouillonwürfel. Fischmarinaden in den einschlägigen Geschäften ohne jede Einschränkung gegen Vorzeigung der LebenSmitielbezilgS- karte zur Ausgabe. Llaucherwaren und Flußfische können im Laufe der Woche in den Geschäften, in denen die Eintvohner zum Bezüge dieser Waren eingetragen sind, entnommen loerden. Der� Verkauf wird jedesmal durch Aushang in den betreffenden Geschäften bc kannigegeben. Arbeiter. 0] Von S t i j n StrcuvelS. Jetzt erst, da sie scheiden sollten, erwachte endgültig dieses schlummernde Gefühl vertrauter Kameradschaftlichkeit und sie empfanden Bitterkeit und Bedauern bei dem Uebergang von dem sorglosen, freieti, ungebundenen Leben der männlichen Gemeinschaft zu dem engen, beschränkten HauS- kreis bei Weib und Kindern in ihrem armseligen, einsamen Hüttchcn auf dem Lande. In ihrer Einbilduitg lebte die Freiheit und Sorglostzkeit wieder auf, die sie genossen hatten, das Leben ohne Widerwärtigkeit, ohne die Verpflichtung, das Weibervolk zu betreuen, ohne die Sorge um kleine lind nichtige Dinge, und sie hatten schon geglaubt, das; sie schon allem entronnen seien, was sie sich einst zu Hause in einem närrischen Anfall von Weichheit hatten ausladen lassen. INN sich ewig damit herumzuschleppen— das Lästige ihres Haus- Halts war ihnen manchmal ivie ein wunderlicher Traum erschienen, ohne tatsächlichen Hintergrund— wie etwas, dessen sie gänzlich entfremdet und entledigt waren... bis sie Plötz- lich wieder die andere Seite betrachteten und danach vcr- langten, loie nach etwas, das ihnen selbst gehörte. Wehmut oder Zärtlichkeit wollten sie auf keinen Fall blicken lassen; sie Prahlten daher um so lauter... alles andere war kindisch... daS wollten sie hinuntertrinken. Jedesmal, lvenn einer von der Gesellschaft fort wollte, wurde er zurückgeschleppt und muffte sich fügen und bewirten lassen. „Noch ein letztes Glas und dann... lvciter!" Die Weiber, die zuerst bei der allgemeinen Lustigkeit mit- gemacht hatten, verstanden jetzt nichts mehr davon; sie fühlten sich zurückgesetzt, als sie sahen, daff die Männer unter sich so lebhaft blieben und ihnen nach so langer Abwesenheit so wenig Aufmerksamkeit schenkten, daff sie daneben standen, als ob sie gar nicht dazu gehörten.... ES war ganz gegen die Pläne Mailses. die noch vor dem Mittag hatte zu Hause sein wollen, weil sie so sehr nach ihrem mittägigen Festmahl verlangte und so sehr darauf erpicht war, ihren Ivo an diesem Sonntagnachmittag bei sich allein zu Hause zu haben. „Laff uns lieber heut abend ein GlaS im Torf trinken!" schlug eine Frau vor. „Wir bleiben hier in der fremden Kneipe hocken und habe» gar£da Lcrguügcn dabei I" „Und daheim warten sie auf uns!" rief eine andere. Auch die Buben langweilten sich und waren ungeduldig. zu erfahren. lvaS der Vater mitgebracht habe oder wann nun eigentlich die Mutter die versprochenen Tinge kaufen würde. Aber daS Ende war noch gar nicht vorauszusehen. Die Schnitter standen am Schenktisch, saffcn an Tischen, trippelten umher, zündeten sich eine neue Pfeife an, bestellten und tranken Pinien Bier, erzählten sich einander, was sie zusammen erlebt hatten, und sahen sich nach niemand um. Jedesmal, wenn ein Weib cs wagte, ihren Mann zu ermahnen oder das Zeichen zum Fortgehen zu geben, wurde sie getröstet mit dem ewigen Versprechen: „Gleich, Frau, wir kommen. Noch ein Pintchen! Wir sind jetzt zum letztenmal beisammen und es dauert lange, biL lvir daheim sind und einander wicdersehn." Dann ging die Unterhaltung der Männer von neuem los. Sie wurden immer animierter und immer geräuschvoller und in der Ktleipstube konnte man vor lauter TabakSrauch nichts sehen. Es wurde behaglich; schade, daff eS nicht Abend war und daff die Weiber und Kinder dabei saffcn und warteten— sonst»vürde niemand daran denken, nach Hause zu gehen. Aber cs ging nicht länger, cS muffte ein Ende gemacht werden. DaS Aufstehcitz ging schwer und der endgültige Be- schluff lvurde erst gefafft, als einige sich ivirNich entfernten. So brachte Mause init vier, fünf anderen Weibern es endlich fertig, ihre Mannsleute herauszubringen, und nach einem letzten Abschied trennte sich die Gruppe und zogen die Dörfler durch die lauge Bahnhofstraffe. Bei den Weibern heiterte sich die Stimmung sogleich wieder auf; sie sühlten, daff sie nun ihren Burschen bei sich hatten und daff sie ihn jetzt nicht wieder loslassen würden. Jetzt kamen sie an die Reihe und überall vor den Schau- fcnstern. wo eS etwas zu betrachten gab, durfte der Mann stehen bleiben und warten, llcberall, wo etwas Preiswertes ausgestellt lvar, lvurde die Sache überlegt, der Vorteil be- kräftigt oder bestritten, und träge, zögernd, mifftrauisch traten die Weiber mit den Kindern ein, und der Mann kam Hintennach. Die Buben mufften neue Kleider haben, neue Schuhe, eine Mütze, ein Halstuch... die Mädchen ein neues' Rockcheu, eine Schürze, neue Strümpfe.... Im Laden wurde daü Zeug betastet, aus der Hand gewogen, angepriesen und untersucht; cs lvurde um den Preis gefeilscht und endlich der Kauf gemacht. Tic drei großen Buben standen plötzlich wie neugeboren da, wie Herrenkinder. von oben biS unten neu ausstaffiert. Tie zwei Mädchen bc- kamen auch das Ihrige und jedes noch ein schönes Häubchen als Dreingabe. DaS Kleine, daS Manfe stets auf dem Arm trug, forderte nichts. Bei einem andern Laden hielt Mause schon wieder still, dort sah sie ein Brusttuch hängen— halb umsonst— und es stand ihr sehr gut. Drinnen sahen sie noch andere Dinge, und von den andern Weibern suchte sich auch scde das Ihrige aus. Aber Mause verstand am meisten vom Einkaufen. Sie bot ab von dem Preise, untersuchte das Zeug lvie ein Kenner, drehte und wendete es, bis sie sich endlich von Emma überreden licff, die stets anpries und gerne kaufen sah. Als der Kauf abgeschlossen war, betrachtete sie ihren Mann, um zu sehen, ob cs ihm auch gefalle, vor allem aber, lim ihm zu bedeuten, daff er bezahlen solle. Da zog Ivo sein Beutelchen und zählte das Geld auf den Tisch, ohne ein Wort zu sprechen. Manfe meinte, das Beutelchen sei unerschöpflich, aber wer konnte sich vorstellen, was in einem Haushalt alles Vonnöten sei— sechs Kinder zu kleiden und zu füttern— wenn man drei Monate lang alleö hat aufschieben müssen? „Die Männer haben da gar keinen Einblick/ behauptete sie, und die anderen Weiber gaben ihr recht. Sorcl Seynaeve lvar inzwischen mit Emma ein wenig zurückgeblieben und suchte etlvas für sie zu kaufen. Vervacckc und Rylanbt und Kilver hatten die Weiber gelassen und ivaren in einen ZabakSladcn gegangen, um eine neue Pfeife zu kaufen. Man würde sich.schon wiederfinden, und es sei das beste, die WeibSleute gehen zu lassen. Aber wenn cs ans Bezahlen ging,»vurden die Männer stets herbei gerufen. Ein ivenig weiter, in der Türöffnung eineS Kleider- ladcns, bemerkte Mause einen dunkelfarbigen Tuchanzug. Sie befühlte ihn und rief sogleich ihren Mann. „Schau. Ivo, das ist tüchtiger Stoff, daS war ctwaL für Dich und es tät Dir im Winter gut. Deine Kleider sind abgenutzt und mit Deiner Jacke läuft Du lvie ein Bettler herum. Aber Ivo schüttelte den Kopf. „Ich tauu das cutbehreu, ich blcid doch den gavzcii Winter zu Haus.- behauptete cx.' Gcüj. jctgt.) »rik LcScnsmittclvtricilun� In der nächsten Woche gelanaen in der Verkaufsstelle?ur Abgabe aus Abschnitt 71 Nudeln(V« Pld. ie Person), Abschnitt 72 Maggisuppen(1 Teller je Person). Ab- schnitt 73 verschiedene Waren und Abschnitt 74 Sonderzuteilung. NowaweS. LcbcnSmittclnachrichteu. Im Laute dieser Woche sind neue Speisefellkorten zur Ausgabe aelangt. Die Anincl- duug des Bezugs von Speiseiett zur Kundenlisie hat bis spätestens Sonntag, den ö. Mai. zu eifolgen. Bei der Anmeldung haben die Anmeldenden die an der Speisefe'ltknrte befindlichen Anmeldeabschnitte bei dem Kleiiibändtcr abzugeben.— In dieser Woche kommen Graupen in Mengen von L.7Y Gramm pro Kopf zum Verkauf. — Auf Abschnitt äö der Lebensmittelkarle wird 1 Pfund frische Knochen in der Verkaufsstelle der Gemeinde, Blücherstr. 2, aus- gegeben. Das Pfund kostet 10 Pf. Die Käufer sind verpflichtet, die ausgekochten Knochen an die Verkaufsstellc gegen eine Vergütung von 3 Pf. pro Pfund zurückzugeben. Hroß-Hsrliner Partemachrichten. Berlin IV. Görlibcr Viertel. Mittwoch, den 9. Mai. abends 8 Uhr. Jufammenkunft der Genossen und Genossinnen im Lokal vom Genossen Taus. Lansitzcr Str. 46. Tagesordnung: 1. Bericht vom Bezirlstag. 2. Erweiterung unserer Organisation. Lichtenberg. Mittwoch, den 9. Mai, abends 8Vg Uhr, im Lokal von Hochmann(Kerns Festsäle). Türrschmidtstr. 45, Ecke Goethe- straste: Zahlversammlung. Tagesordnung: Bericht von der Kreis- generalversammknng. Bericht vom Bezirkstag Grost-Berlin, Aus- spräche, Verschiedenes.— An- und Ununeldungen werden entgegen- genommen. Wegen der frühen Polizeistunde ist pünktliches Erscheinen erwünscht. Wrißcnsce. Mittwoch, den 9. Mai, abends 8 Nhr, Mitglieder- Versammlung bei Stärke, Charlottenburger Eck: Tassostraste. Tages« ordnung: Vortrag des Genossen Hugo P ö tz s ch über»Revolution oder Nesorm". Bericht vom Bezirkstag Grost-Berlm. Bezirks- angelegenheitcn. Alle Mitglieder,„Vorwärts'-Leser sowie Genosten und Genossinnen, ivelche auf dem Boden der Parleimehrheit stehen, sind hierzu cingeladeu. Freie Ausspreche. Reinickcndorf-Ost. Mittwoch, den 9. Mai, abends 8 Uhr, findet bei Völcker, Refidcnzstraste 50, eine Versammlung statt. Vorwärts« lescr, die auf dem Boden der Gesamtpartei stehen, sind eingeladen. Wir bitten genau auf das Lokal zu achten, um nicht wieder irre- geführt zu werden. KarlShorst. Die nächste Versammlung findet Dienstag, den 8. Mai, abeudS 8h'z Uhr. bei Poser, Döichoffstraste, statt. U. a.: Bericht vom Bezirkstage, Bericht aus dem Karlshorster Lebens» niitte.!ausschutz, Fortsetzung des Vortrages des Genossen Beer über England. Lichterfelde. Dienstag, den 8. Mai, abends 8 Uhr, bei Draegert, Hindenburgdamm 45, Mitgliederversammlung. Ernährungsverhält- niffe in Lichierfelde und Einsetzung eines Ortsausschusses. Be« sprechtmg. VereinSangelegenhciten. fhw aller Welt. Tie LaSUtig eines französischen Lazarettschiffes. Sofia, 5. Mai. W. T. B. Ein Soldat des bulgarischen 27. Regiments, der aui 18. November 1910 bei Bitolia gesangen, am 13. April aus der Gefangenschaft entflohen und beim 6. bul- garischen Regiment eiugeirpfsen war, sagt aus: Während der Zeit, in der der Gefangene im.Hafen von Mikra arbeitete, ankerten . dort drei Lazarettschiffe. Tie ersten beiden brachten Verpflegung imd verschiedene Lazareitmobilien, das dritte nur wenige der- artige Gegenstände, dagegen viele groste starke Kisten(35 Zern:- meter X 1.30 Meier und 80 X 90 Zentiuteier, Leide Sorten 00 Zentimeter breit). Die Kisten waren weist oder graublau ge- strichen und mit französischen Farben(Trikolore) versehen; sie waren sebr schwer, je vier Mann trugen eine Kiste. Den aus- ladenden Gefangenen wurde gesagt, sie sollten vorsichtig sein, es wären Bonbons für ihre Brüder in den Kisten. Eletche Kisten kamen später wieder, mit leeren Hülsen gefüllt, zur Verladung. Aus demselben Lazarettschiss wurden auch noch Granaten ohne jede Verpackung ausgeladen. Andere Schisse waren oft wie folgt geladen: Oben Getreide, zweite Schicht Bretter, dann Balken, dann Kisten mit Fleisch oder Oel, dann Eisenbahnmaierial und zum Schlutz Munition. Sriefkaften der Redaktion. Ü. W. 1885. 1. Sic müssen einen Pah haben, der Ihnen vom Polizeipräsidium ausgestellt wird. 2. New, darin wird kein Unterschied ge« macht. 3. Nein. 4. Die Münzensammlunz wird Ihne» sicher belassen. 5." Fa. 6. Daniber können wir Fbnen keine Auskunft geben. 7. Revision findet statt be! Ueberichreltung der«Srenze. 8. Das ersehen Sie aus dem Kursbuch oder erllmdizeii Sw sich bei der Stuskunststelle auf dem Anhalter Bahnhof. 9. Das leime» wir nicht genau angeben, aber mindestens 50 Proz.— T. 703. Sie müßten sich wegen Ausstellung des Scheins an diejenige PrüsungSkoinmission wenden, in deren Bezirk Sie gewohnt baben. Der Meldung müssen veig-iilgt werden: daS Geburtszeugnis, ein UnbeicholtenbeitSzeugnis und die Schulzeugnisse. Wr oder Mch? der fcittfcfcni Svracde. 2. �ecöum X�cbcmfdjtcd'en i. SimioUluait 5Stenograpln?Swtze.�chrev6.Masch1kl?N' schreibet» 1, Vuchfichruug(ctuf� dopp. Uvd aurerik.) S. Häm.t.'lSko»Ttspo«detlj g.Bri?tßjr 10h Aecinschreibledre 11. �remo» Worterbuch zz.«epavaphre 13. Sttchtig sin, uzöslsch gute �on. 16 vaMgl. Lebrb-ücher JfW. x5o , Jlücha. u Öciiw&r2 ü Co., ÄeUiu U Ö. Kostüme wasserdichte Mäntel, Röcke, Wintermäntel, neueste Formen, beste Stöfs«, gibt an Private T amc umäute lfa brtr »Usltl, Krauseustraste 50, Dönhofsp�atz. mmmmmmmmm Im Saer, ßadsir.ZßpJ�ie. Herren- und Knaben- Moden, Berufskleidung, Einsegnungs-Anzilge, Joppen. Gr. Stofflager. eleg. MaSanfertigung. Billigste, teste Preise Speztalarzi Dr. med. WockenfoB, Friedriehstr. 125(Oraaienb. Tori, für Syphilis. Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kor(Dauer 10 Tegel, Blutuntersochung. Schnalle, slcnsre schmerzlose Heilung ohne Barufs- 215/10*] sttrung. Teilzahlung. Sprecastunden: 11— 1 und 6— S. Spezlalarzt ♦ I für alle Gesclilechtskrankheit., Syphilis, Harn-, Frauenleiden, Bluluntersoch., Ehrlich-Hata-Kur. Schnelle, sicher, schmerzlose I BehandL ohno Berufsstörung;. I Glänz. Erfolge. Mäfiig. Honorar. Sanitätsrat Dr. Müller. iFrisdrichsIMgo,'�,.�- [ Sprechstd. 11-1, 5-7, Stgs. 11-1. Rosen in allen Bonnen, hervorragende Xeuhoiten. 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August Hahn, Schlosser, gcb. 11. 12. 78, Hasselberl. WiSia Steässert, Kernmacher, gcb. 29. 8. 97, Berlin. Hichard Thulmann, Dreher, gcb. 16. 5. 90, Berlin. August Truog, Schleifer, gcb. 7. 1. 73, Obcr TeiUschcnihal. ICurt Winter, Schlosser, geb. 8. 4. 96, Berlin. Ehre ihrem Andenken! i 174'17 Die Ortsverwaltung. Als Opfer de? Weltkrieges siel am 24. April 1917 unser licber Sohn. Bruder, Onkel und Neffe, der Musketier 2322b WilKetni Stenzel Jnf.-Regt. Nr. 41, 10. Komp., int Alter von 21 Zahrcn. Rulie sanft in Feindesland Deine trauernden Eltern Wilhelm Stenzel, Anna Stenzel. Richard Stenzel, z. Z. im Felde, Karl Stenzel, Hans Stenzel, als Brüder. B Berlin-Schöneberg, Kneinhildst. 3. S Sozialiiem, Verein tür Berlin VI. (Sozialdcm. Partei Deutschi.) Unseren Mitgliedern zur Nach- j richt, dag am Donnerstag, den j3. Mai 1917, unicre Ketiossin öerla Lonntsx Malplaquctstr. 14/16 s verstorbLn ist. Ehre ihrem Andenke»! Die Einäscherung findet am I Montag, den 7. Mai, nach- iniitags 2 Uhr, im Krematorium j Gcrichtstr. 37/38 statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet � 229 13 Ter Äorstand. Deutscher Setallarbeiier-VertiMil Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, dag unser Milgtied, der Klempner Richard Koch Petersburger Straße 18, am 1. Mai gestorben ist. Ehre seinem Andenke« k 174/16 Tie OrtSverwaltung. Ais Opfer des Weltkrieges fiel nach achtmonatigen schweren Kämpfen am 16. April 1917 durch Kopsichuß mein inniggcliebtcr, herzensguter, unvcrgeßlichcrGatte, mein lieber Schwiegersohn, Bruder, Neffe und Cousin, der Landsturm- mann, Musketier 2334b Lrnst Simon Snf.-Rcg. 140, 3. Bat., 9. Komp.. im jugendlichen, blühenden Alter von 27 Jahren. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen in unsagbarem, liesen Schmerz die trauerndeGattin Klara 8!men geb. Reismann. Emil Reismann als Schwiegervater. Paul Simon als Bruder,zurz.i.Äelde. Adolf Simon nebst Frau, als Onkel und Tante. Karl Simon als Cousin, zurzeit in Garnison. Schwer war die Abschiedsstunde, Schwerer noch die Trauerkunde. In jedem Bries schriebst D» aus Wiedcrsehn, Und doch, ich kann es nicht lasse», es gibt kein Wiedersehn. Zu west ist Deine biuhestätte. Und kann ich sie nicht schmücken mit � Blumen, So nehme ich Dein liebes Bild als Ruhestätte, Und schmücke es mst tränenreichen Blumen. Ruhe saust in Frieden, Du all' mein Glück/ Zu früh bist Du geschieden. Und hin ist unser beider Glück. All' unicr beider Hoffen war vergebens, Und kurz ivar Dein glücklich Leben. Drum schlummere sanft. Du warst so gul, meine Liebe deckt Dich zu. Deine treue, tiettraurige Gattin. Als sechstes Opjcr dicieS Krieges betrauern wir unfern lieben Fi eund und SangeSbruder 2320b Johannes Simons. Ein Sänger mst Leib und Seele, ein wahrer Freund des ArbcitcrgesanqS— ein leuchtendes Vorbild: In tiefem Schmerz voller Wehmut: Stumm schiäst der Sänger! Männer- und Fraucnchor Lichtenberg. Am 12. April 1917 fiel iniolgc Kovfschusscs mein lieber Maun, unser herzensguter Vater, der Fußartillerist Johann Simons im Wer von 34 Jahren. Dies zeigt an in tiefstem Schmerz Wllkelmtno Simons, geb. Pento, als Gattin, Kttthe,] Hertha,! als Kinder, Klse J 11231 Marie Ponto als Nichte. Lichtenberg, GryphiuSstr. 16. Du warst mein Glück, vom Schicksal mir erkoren. Mein Leben, meine sonne warst nur Du; Die Sonne schwand. Dein Laben ging a verloren. Wie gern ging ich m l Dir zur Ruh'l Doch leider ist mir bieic« nickt beschieden. D'rum schlumnire sanft. Du treues,.gutes Herz, Gott schenke Dir den ewigen Frieden, Ewig beweint von mir m meiuem Schmerz. Licber Hans, schlaf' tu Ruh', Unsere Liebe deckt Dich zu. Verband der Battier und Porteleniller. Ortsverwaltung Berkin. Den Kollegen hiermit zur Nach- richr, daß unser Mitglied, der Porteseuiller Riilioiph Beyer verstorben ist. Ehre seine« Andenken: Die Beerdigung findet am Diensiag,. den 8. Mai, nach- mittags 4 Uhr. von der Leichen- halle deS Niederschönhauiener Kirchhofes in Niederschönhaufen, Gennanenstraße, ans statt. Ferner verstarb unser Mtgkied, der Gcschirrjattler Bernhard Hagewald Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Dienstag,' den 8. Mai, nachm. 2 Uhr, im Krematorium Gericht» ftraße statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 160/5 Die Ortsverwaltung. 31(3, Opfer dieses Weltlrieges fiel am 10. Ülpril 1914 von einer Granate getroffen mein innig« geliebter, unvergeßlicher Gatte, der ZlrmierungSsoldat �nxnst Pflaum im 41. Lebensjahre. 23141) Dies zeigt im tiefsten Schmerz gebeugt an seine trauernde Gattin Auguste PllaDDi geb. Runge, mein lieber Sobn, unser lieber Bruder, Schwager, Schwiegersohn und Onkel. Ruhe sanft in fremder Erde! Meine Liebe deckt Dich zu. G Im»reuen Gedenken zum Sterbetage: Zlllzusrüb und fern von lernen Lieben fiel im Lenze seines Lebens und in der FrüblingS- ionne am 7. Mai 1916 durch einen Granatsplitter tödlich getroffen unser lieber Neffe, der Mechaniker Otto Heuter. Ruhe sqnst in fremder Erde. f.»mm Eibcrf, Berlin V., Ludmigkirchpiatz 2. Am Donnerstag, den 4. Mai. morgens 9 Uhr, ucrstarb nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schlvieger-, Gronvater, Bruder und Schwager, der Porteseuiller 2431 Rudolf Beyer im Alter von 55 Jahren insolge Blutvergiftung. Die Beerdigung findet Dienstag, den 8, Mai. nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Nieder- Schönhauser Friedhofes, Schön- holz, aus statt. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen Familie Beyer, Berlin- Rieder-Schönhauseu, Leuth str. 20. 1 Nach kurzer Krankheit verschied! unser lieber Kamerad, der Land-! j stnrmmann 4631 Karl Kuhnert Ers.-Batl., Landw.-Jnf.-Regt. 48, II. Rekr.-Abt., Sonnenburg N.-M. Ehre seinem Andenken: Leine Kameraden. 31m 29. April fiel auf dem Felde der Ehre mein lieber, un- vergeßlicher Mann, Vater seines einzigen, nie gesehenen Töchter- chens, Sohn, Bruder,«chwieger- sobn und Schwager, der Musketier 1631 Paul Lchmidt im fast vollendeten 31. Lebensjahre. Im tiefsten Schmerz Witwe Frida Schmidt als Gattin nebst Töchterchcn und allen Angehörigen. I Gebebt, gessen.l beweint und unver- � MS � Opfer des Völkerkrieges fiel fern von seinen Lieben am 14. April'1917 mein innigst- geliebter Mann, Bruder und Schwager 232tb Max Adler im 47. Lebensjahre. In tiefer Trauer I-nise Adler. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und gute Mutler kerta Lonntax geb. Schüttan nach langen schweren Leiden am Donnerstag, den 3. Mai, saust enlschlafen ist, 10531 Der trauernde Gatte Adolf Sonntag und Kinder ■ Malplaquetstr. 14/16. Die Einäscherung erfolgt am Montag, den 7. Mai, nachmittags 2 Uhr, im Krematorium, Gericht- straße 37. U0**0r Pickel, auch die bariitäckioften. ■fcJBUjh keuiilänzende.arobpaiiae Ha ui und sonstige Hautuureiuiglenen werden am sicherste» durch meme sei! 25 Jahren bewährte» epezialmi»«' Mei'iizt. OttoSieirbel. Berlin 43 CisenbalmftS Ui von 8-10 II ooö EfltzlckendeKostflme i, Mantelkleider. Setagummin(geutzlleli gesebllzttr) Kammgarn, Saida, Eolianna, Modall« erstar Maistor 306,— 250,- üüO,— 140.— 93,— 75,— 56,— iflotta üaokficoh-rCoatClm«, josendlioho Norman 42,— 35.— 28,— lArbBiter-Wanderfereln„Berlin". | Verein zur Förderung d. Wander- | sports unter den organisierten Parteigenossen GroB-Berlins. Den Mitgliedern zur Nachficht, j daß unser Kassierer, Genosse Pneclrich Uncte j am 2. d. Mts. verstorben ist. Wir verlieren in dem Verstor- Ibenen eins unserer tätigsten Mit- I ulieder, und ivir iverde» uns stets seiner dankbar erinnern. Die Beerdigung findet beute Sonntag von der Leichenhalle des Rilolai- Kirchhofs, Prenzlauer Allee 7, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 2335b Der Borstand. XL. Die für beule Sonntag angcscizte LcreinStour fällt aus. Vertianö der Sattler und Porteleniller. Ortsvenvaltong Berlin. Als Opfer des Weltkrieges sielen die Kollegen Willi Jacobi 36 Jahre alt, Johannes Becker 34 Jahre alt. Ehre ihrem Andenken! j 160/4 Die Ortsverwaltung. Am 4. Mai entschlief sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, Sohn und Bruder, der Saltler Bernhard Hagewaid. In tiefer Trauer Witwe Else Hagewald. Die Einäicherung findet am Dienstag, den 8. Mai, nach- mittags 2 Ubr. im Krematorium Gerichtstraße 37 statt. Tanksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäschermig meines lieben Mannes Wchard Jahn sage ich allen Berwandten und Be- kaimten, den Kollegen der Firma Sielaff, dem Deutschen Metall- arbeiterverband, dem VI. Wahlkreis- verein, insbesondere Herrn Manasse für die trostreichen Worte am Sarge des teuren Entschlafenen meinen herzlichsten Dank. 2333b Die trauernde Witwe Hartha.Jahn. 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Arbeiterinnen und Zigarettenpackeriunen v« r I a u g t 207/7* MsnvIi-ÄgsfSwMsill. Berlin SO, Rungcftr. SX—ZL MauolihauS. Imlge Miidcheii fit Dil«krllell«»g für leichte Arbeit sucht lsfort Kalm Nachfg., Georg Lewin, 2:7/15 Friedrichsir. 16, Portal 9, 1 Treppe. Tüchtige Wkriiilltil für Koitümjackc» und Paletot? im Hause gesucht. 447 2L* Hildo A JackJUu'. Ärontnstraffe 38/40. }fini«7r(To auiTSrattll.'Palt a. h" pamirus perl,«ctrlebswerr- statt Schönhauser Allee 1ZS.* flisllissiefellerll. Tüchtige Arbeilerinnen in und außer dem Haute für lohnende und dauernde Beschäftigung gesucht. Louis FUnkenstcln A Co.. Dresdener Str. 50/S1.* Mir* süchtige DWD Autogenschweißerinnsn fofmt sür dauernde Beschästigung gesucht. Schulz u. Holdefteiff. 35/4 Fennslraffe 13. keieeineeliesse» gesucht. 85 A Ssul!i»ll8 Ledi'. preuü � Beusfel-, Stk« Huttenffraffe. LehrmllUohen vvrckeu noch in allen Äbteilungea unseres Hauses unter gilnst. 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Meiningen(Vp.) begründete den Antrag. Während eines Krieges, in den Deutschland verwickelt ist, darf der Reichs- tag nur auf Grund eigener Entschließung vertagt werden. Rur auf�diesc Weise ivird der erforderliche notwendige Zusammenhang zwischen Regierung und Parlament gewahrt. Ministerialdirektor Lcwald bestreitet die Notwendigkeit dieser Aenderung und wirft die Frage auf, ob damit auch eine Auf- lösung des Reichstages ausgeschlossen sein soll. Keine Ber- fasjung der Welt kenne eine solche Bestimmung. Eine solche Per- ntanenzerklärung sei nur in rcvolutionärcn Berhältnisscn möglich. Abg. Dr. David(Soz.):-Die permanente Tagung des Parla- ments während eines Krieges ist eine unabweisbare Notwendigkeit. Bei Kriegsausbruch hat der Reichstag dem Bundesrat weitgehende Bollmachten übertragen. Ein zweites Mal würde er es,, nach den gemachten Erfahrungen, bestimmt nicht wieder tun, sondern min- bestens Ucbcrwachungsausschüssc einsetzen. Bei einem Kriegsausbruch muß das Parlament schon wegen Bewilligung der erforderlichen Kredite berufen werden. Die Bedenken Lewalds wegen einer Auslösung des Reichstags sind schon deshalb hin- fällig, weil während eines Krieges die Vornahme von Neuwahlen nicht nötig ist. Eine Auflösung wäre im äußersten Notfall nur unter Zustimmung des Reichstags denkbar. In diesen Zeiten dürfe man selbst vor einem Eingrisf indieRcchtedcsKaisers nicht zurückschrecken.» Abg. Graf Westarp ff.): Man scheine sich um die bestehende Verfassung gar nicht mehr kümmern zu wollen. Die Einwände ?ewalds seien berechtigt. Einer Einschränkung des Rechtes des Kaisers, den Reichstag aufzulösen, werben die Konservativen niemals zustimmen. Ganz offenbar will man mit diesem Antrag nur dein Reichstag einen bestimmenden Ein- slug auf die Exekutive verschaffeu. Abg. Gröber lZ.)t Tie Erfahrung hat gezeigt, daß der Reichs- tag bei Kriegsausbruch einberufen werden muß, und es ist durch- aus berechtigt, daß er, solange der Krieg dauert, nicht ausgeschaltet wird. �,ii parlamentarisch regierten Ländern ist eine Bestimmung, wie sie hier vorgeschlagen wird, nicht nötig, weil dort die Macht im Parlament selbst liegt. Minifterialdirckwr Lewald wirft die Frage auf, waS ge- fchehen soll, wenn ein Krieg zwischen dem Schluß des Reichstags und einer Neuwahl ausbricht. In diesem Falle muß die Rc- gierung aus eigener Entschließung handeln. Abg. Lcdcbour fllnabb.) ist mit dem Prinzip des AnirageS muß gehen. A bw Müller-Meinigen(Vp.): Man kann nicht für alle denk- baren Fälle Vorkehrungen treffen. Das Auflöfungsrecht des Kaisers bleibt bestehen; praktisch kann es aber wobl kaum ange- wendet werden. Hauptsache ist, daß der Reichstag nicht ohne seineu Willen ausgeschaltet werden kann. Abg, Krcth fk.)� Die Konservativen haben keinen Einfluß auf die Regierung. Sie erstreben nur. daß die Regierung in ihrem Sinne handelt. Ter Eindruck, den solche Anträge im Auslande erwecken, sei sehr schlecht. Nach weiterer Debatte, in der Krcth(I.) klagt:„Man versetzt einen Knopf nach dem andern, aber immer mehr nach links!", wird der Antrag schließlich in folgender Form angenommen: Während der Dauer eines vom Deutschen Reiche geführten Krieges bedarf es zur Schließung oder Vertagung des Reichs- tagcs in alleu Fällen seiner Zustimmung. Reichstag und Heer. Die Kommission wandte sich dann der Beratung folgender An- träge zu: l. im Artikel 53 a) den Absatz 1 wie folgt zu fassen: Die Kriegsmarine steht unter dem Oberbefehl des Kaisers. Die Organisation und Zusammensetzung liegt dem Kaiser ob. Der Kaiser ernennt die Offiziere und Beamten der Marine unter Gegenzeichnung des Reichskanzlers oder des Staats- sekretärs im Reichsmarincamt als seines Stellvertreters. Die Cffiziere, Beamten und Mannschaften der Marine werden auf den Kaiser eidlich in Pflicht genommen. l>) den Absatz 2 wie folgt zu fassen: Für die Verwaltung der Kriegsmarine ist der Reichskanzler und, soweit er gegengezeichnet hat, der Staatssekretär der Reichsmarine dem Bundesrat und dem Reichstage verant- wörtlich. 2, Hinter Artikel 66 folgenden Artikel 66a einzufügen: Artikel 66a. Die Ernennung der Offiziere und Militärbcamlen eines Kontingents erfolgt unter Gegenzeichnung des KricgSministers des Kontingents. Die Kriegsminister, mit AuS- nähme des bayerischen, sind dem Bundesrat und dem Reichstage für die Verwaltung ihres Kontingents verantwortlich. Bor Eintritt in die Beratung wurde festgestellt, daß die Vcr- trctcr der Heeres- und Marincvcrwalwng, obwohl eingeladen, nicht erschienen waren. Ministerialdirektor Lewald erklärte, daß der Bundesrat zu allen Beschlüssen des Reichstages ernste Stellung nimmt. Bei den Be- raiungen des Ausschusses können aber die einzelnen Bundcsratsver- trctcr nicht selbständig für sich Stellung nehmen. Graf Westarp(£); Es wäre richtig gewesen, daß der Kanzler, wenn er ein führender Staatsmann sein wollte, sich von vornherein scharf gegen die Untergrabung der Verfassung gewen- det hätte.— Abg. Gröber(Z.) bezeichnet dagegen das Fernbleiben der maßgebenden Kreise als charakteristisch für die Einschätzung des Reichstages.— Abg. Schiffer(natU schließt sich dem an mit der Bemerkung, daß man auf diese JBeife der Monarchie recht schlechte Dienste leiste.— Dr. David fSoz.): Daß die Konservativen und die Rcgierungsvcrtrcter durch die Arbeiten des Verfassungsaus- schusseS mit Mißbehagen erfüllt werden, weiß man; sie haben eben nichts gelernt und nichts vcrgesien. Dieses Verfahren muß das Gegenteil der beabsichtigten Wirkung erzielen. Die beste Antwort auf dieses Verhalten ist, rasche und gründliche Arbeit zu leisten. Unterstaatssekretär Wahnschaffe betont, daß es sich hier um Fragen von der allergrößten Bedeutung bandele und daß gerade deswegen der Reichskanzler an der bewährten, jahrzehntelangen Uebung festhalten müsse, nach der die Rcichslcitung zu Initiativ- anträgen aus dem Reichstage nicht«-tcllung nehme ohne gründ- l:chste.-Prü.fung- und ohne Beschlußfassung der verbündeten Regie- rungen. Der Stellvertreter des Reichskanzlers hat mit Recht b:- tont, daß eine solche Zurückhaltung eine sehr gründliche Prüfung gegenüber den hier behandelten Fragen doppelt nörig sei. Graf Westarp habe desbalb mit Unrecht verlangt, daß der Kanzler von dieser Uebung abgehe und hier sofort entscheidende Stellung nehme. Der Kanzler wahre für sich und für die verbün- beten Regierungen die volle Freiheit der Entschließun- g t n und, wenn er vorläufig und ohne vorherige Verständigung mit dem Bundesrat schon jetzt in die Verhandlungen einzugreifen unterlassen, so geschehe dies, gerade weil er gegenüber diesen grund- legenden Verfassungsfragen die schwerste Verantwortung trage. Abg. Lcdcbour(Unabh.) betont, der Reichskanzler hätte eigcnt- lich die Pflicht, hier zu fein. Graf Westarp habe mit seinen Acußc- rungen wider Willen eine Verbeugung vor dem parlamentarischen System gemacht. Es wird nunmehr in die sachliche Beratung eingetreten. Abg. Müllcr-Meimngen: Wir wollen eine zweckmäßige Klar- stcllung der Befugnisse der Heeres- und Maxineverwaltung. Neu ist bei den Vorschlägen nur, daß die Stellung des Kanzlers g e g c n- über dem Militär- und Marinckabinctt scharf � abgegrenzt werden soll. Es handelt sich dabei auch um eine schärfere Kontrolle in der Verwendung der Gelder. In Bayern, Sachsen und Württemberg erfolgt bei Ernennung von Offizieren die Gegen- Zeichnung durch den Äriegsminister. Wir wollen das auch für Preußen. Die Einrede des Eingriffs in die Kommando- gcwalt zieht in diesem Falle nicht. Gegenüber dem Militär- kabinett, das heute die wichtigste militärische Stcllung einnimmt, die jedoch staatsrechtlich in keiner Weise begründet ist, muß volle Klarheit geschaffen werden. In der Armee sind die Gegner des Militärkabinctts überaus zahlreich, es ist geradezu der Schrecke» des Osfizierkorps. Ter Kriegsminister ist eigentlich nur der militärische Prügelknabe iür das Militärkabinett, das ihm nichr untersteht. Künftig muß deshalb diese untergeordnete Stelle dem Kriegsministerium unter- stellt werden. Mit der Annahme des Antrags unterstehen auch die Kriegsminister für Sachsen und Württemberg in ihren Amtsband- lungcn der Kontrolle durch den Reichstag. Von der Umgestaltung der Armee in ein Bolksheer ist damit keine Rede, l!!) Abg. Westarp(k.) nennt den Antrag einen Schlag ins Gesicht des Offizierskorps. Ter Plan geht dahin, die historischen Rechte des Königs von Preußen zu beseitigen. Dieser Weg führt zum Parlamentsheer, denn künftig müßte der Kriegsministsr über Ernennung. Beförderung oder Verabschiedung von Osifzicren dem Reichstag Rede und Antwort stehen. Die Folge wäre die Untergrabung der Disziplin im Heer und in der Marine. Ministerialdirektor Lewald erbittet aus dem Hause weitere Erläuterungen über die Anträge wegen der Gegenzeichnung bei der Ernennung von Offizieren. Man müsse bedenken, daß die Offiziere nicht Reichs-, sondern preußische, bäuerische, sächsische usw. Offiziere seien. Tie Uebernahme einer politischen Verant- wortlichkeit für die Ernennung gegenüber dem Reichstag bedeute einen vollständigen Bruch mit der historische» Entwicklung des prcusiifchr« Heeres. Ergänzend wolle er betonen, daß eine un- mittelbare Verantwortlichkeit des preußischen, bayerischen und sächsischen KricgsmintstcrS gegenüber dein Reichstage durch die Konstruktion des StellvertretungSgesctzcS ausgeschlossen sei. Lcdcbour iUnabh.): Praktisch werde durch Annahme der An- träge an der Verfassung der Armee wenig geändert. Wesentlich sei höchstens, daß der Einfluß des Militärkabinetts ausgeschaltet werde. Was in Bayern, wachsen und Württemberg rechtens ist, daS kann für Preußen nicht verletzend sein. Der Unterschied ist eigentlich nur der, daß dem Kriegsminister für die Ernennung der Offiziere an Stelle des unverantwortlichen Militärkabinetts cm dem Parlament verantwortlicher Berater beigegeben wird.— Abg. Kreth(t), behauptet, daß der jetzige Zustand, der emzig mögliche sei. Tie Ernennung der Offiziere darf nicht der Kritik des R e i chs tag e s unterstellt' werden. Schließlich könnte man unter diesen Umständen dahin kommen, religiöse Pari- tat im Offizierskorps zu verlangen.— Abg. Gröber(Z.) bezeich-- nct es als maßlose Uebertreibung, von einem Parlamentsheer zu sprechen, weil die Ernennung von einer verantwortlichen Stelle gegengezeichnet wird. Mit der leeren Fiktion der Verantwortlich- keil müsse man aufhören und dafür eine wirkliche Verantwortlich- kcit schaffen; das sei der Zweck des Antrags.— Abg. v. Gräfe(k.): Sobald der Reichstag in die Ernennung von Offizieren bincin- reden kann, kommt man zum Parlamentsheer. Daran ändert auch der Umstand nichts, daß in Bayern, Sachsen uftv., wo die Gegenzeichnung durch den Kricgsminister besteht, diese nach- tciligen Folgen nicht eingetreten sind. Ministerialdirektor Lewald will noch Material zur Vertiefung beibringen, ehe zur Abstimmung geschritten wird. Nicht nur aus dem Jahre 1867 läge Material vor. sondern auch später bei der Be- ratung eines Nachtragsetats über die Einsetzung des Reichsmarine- amts und Trennung der Marineverwaltung vom Oberkommando der Marine habe sich Fürst Bismarck am 21. März 1883 grund- sätzlich über diese Fragen ausgesprochen. Die Kommandobehörde könne nur dem Kaiser, die andere verwaltende, finanzielle als unter dem Reichskanzler stehende, dem Reichstag verantwortlich sein. Würde der Chef der Kommandobehördc sich mit den letzteren Fragen beschästigen, dann würde er seine Hauptaufgabe vernach- lässigen. Dmnals hätten Konservative, Zentrum imd National- liberale dem Reichskanzler zugestimmt und die von jeder parla- mentarischen Kontrolle freie Kommandogewalt des Zstiiscrs aus- drücklich anerkannt. Bei der Abstimmung werden die oben wiedergegcbcnen Anträge gegen die konservativen Stimmen angenommen. Nächste Sitzung Montag. Reichstag. 13l. Sitzung, Sonnabend, den 6. Mai, mittags 12 U h r. Am Bundesraistisch: Dr. Hclffcrich, v. Stein, Gröner, Graf Rocdcrn, Dr. Lisco, Dr. Solf. Auf der Tagesordnung stehen zunächst die Interpellationen der Sozialdemokraten und Elsasser über die Verhältnisse in Elsah-Lothringen. Staatssekretär Dr. Helfserich erklärt, daß der Reichskanzler die Interpellationen im Laufe der nächsten beiden Wochen an einem mit dem Präsidenten zu vereinbarenden Tage beantworten wird. Hierauf wird die zlveite Lesung des Militäretats fortgesetzt. Abg. Dr. Haas(Vp.): Wir müssen unseren Dank an die Soldaten praktisch betätigen. Dazu gehört, daß wir unsere politische Haltung so einrichten, daß wir unsere Soldaten recht bald in einem guten Frieden in de: Heimat begrüßen können. Deshalb muß man sich auch bei der Er- örtcrung der Kriegsziele Reserve auferlegen, sonst läuft man Ge- fahr, Wasser auf die Mühlen der Kriegshetzer in Feindesland zu liefern. Tie Eiscnbahnverwaltung sollte dafür sorgen, daß die auf Urlaub kommenden Soldaten nicht in fürchter- sicher Enge zusammengepfercht fahren müssen. Die vom Abg. Schöpflin erhobenen Beschwerden über zuviel Drill in der Ruhe- stcllung sind berechtigt. Weit mehr Klagen als von der Front bören wir von den Ersatzbataillonen, und zwar fast gar nicht aus Süddeutschland, sondern sehr vielfach aus Norddeutschland. Er- 1 sreulich ist, daß die widerliche Strafe des Aubiudens verschwinden 1 soll. Freilich habe ich nicht ganz vcrsianden, ob das schon sicher ist, oder ob der Kriegsminister sich lediglich darum bemühen will. Eine Reform des Beschwerderechts ist dringend notwendig. Der Rcso- lution auf Einschränkung der Brieszensur der Soldaten stimmen wir zu; wo die Zensur aber nötig ist, muß sie bei der Kompagnie bleiben und darf nicht, wie es die Sozialdemokraten wünschen, den höheren Stellen übertragen werden. Das würde nur zu unlieb- samcn Verzögerungen und auch zu Untersuchungen wegen irgend- welcher dummen Bemerkungen in Briefen führen. So lieben»- würdig und sanft die Ecncrale sich hier im Reichstag geben, so fürchterlich sind sie draußen.(Heiterkeit.) Eine Erhöhung der Mannschafts- löhnung wünschen wir dringend. Auch eine Aenderung des Offi- zierpensionsgesetzes muß stattfinden. Die landsturmpslichtigeu Aerzte sollten ebenfalls zu Sanitätsoffizieren ernannt werden. In einzelnen besetzten Gebieten werden liberalen und sozial- demokratischen Zeitungen Schwierigkeiten bereitet. Diesem Unfug sollte der Kriegsminister schleunigst ein Ende be- reiten.(Sehr richtig! links.) Viele selbst vom KriegSministcr als berechtigt anerkannte Wünsche werden kaum erfüllt werden, denn der K r i e g S m i n i st e r i st h e u t e ein machtloser Mann. Wir hoffen bald mit einem KriegSministcr verhandeln zu können, der nicht nur den Willen, sondern auch den Einfluß hat, das durch- zusetzen, was durchgesetzt werden muß und der uns dafür der- a n t w o r t l i ch ist.(Beifall bei der Volkspartei.) Oberst von Wriesberg: Bezüglich der Mißhandlungen hat der Kriegsminister den Worten die Tat folgen lassen, indem er entsprechende Anwci- sungen an die Generalkommandos hat ergehen lassen. Die Brief- z e n s» r soll grundsätzlich nicht durch die Vorgesetzten, sondern durch die Post vorgenommen werden. Der von dem Abg. Schöpflin in der Kommission angeführte Fall, daß bei der 5. Kompagnie der 48. Reservcdivision die Leute seit 18 Monaten keinen Urlaub gehabt hätten, hat sich als unrichtig herausgestellt, es ist dort kein Mann. der seit länger als einem Jahre keinen Urlaub gehabt hätte. Ebenso unrichtig war seine. Angabc, daß ein Bataillon 60 333 M. Kriegs- anleihc gezeichnet habe; es handelte sich nur um 6333 M. Durch die Ausführungen des Abg. Schöpflin konnte der Anschein erweck: werden, als ob die Heeresleitung nicht alles täte, um die Wünsche der Truppen zu erfüllen und ihren Klagen abzuhelfen. Ein solcher Anschein darf nicht erweckt werden. Jedermann draußen muß wissen, daß die Heeresverwaltung ein warmes Herz für ihn hat, und auch jedermann aus dem Volke daheim soll das Gefiihl haben: „Lieb Vaterland magst ruhig sein", <5encralarzt Schilltzcn: Die Stcllung der Lnndsturmärzte ist aus der historischen Eni- Wicklung zu erklären. Ter Kricgsminister hat bereits � die ein- leitenden schritte unternommen, um ein Landsturmsanitätskorps zu bilden, lvopci die Wünsche der Landsturmärztc Berücksichtigung finden werden. Abg. v. Bockjn(k.): Wenn Herr Scheidemann ohne Widerspruch der Regierung er- klären kann:„Der Krieg ist nicht zu gewinnen, wir kämpfen nur für den malus cjuo ante", dann ist es fein Wunder, wenn die unorien- tierken Massen zu Vaterlandsverrätern werden. Durch den Gedanken, daß die Bewilligung der Kricgskredite seitens der Sozialdemokratie belohnt werden soll, ist nur die Begehrlich- k e i t groß gezogen worden. Früher wurde durch die Hohcnzollern die Pslichttrcue großgezogen. Jetzt über ist man auf den Kuhhandel übergegangen. Man kann nicht regieren, wenn man die Zügel am Boden schleifen läßt. Ich habe mich, über die Ausführungen des Generals Gröner gefreut und.deraus die Hoffnung geschöpft, daß mit dem jetzigen Regiernngssystem endlich Schlusi gemacht wird. (Bravo! rechts.) Eine sozialdemokratische Resolution beschwert sich, daß einige stellvertretende Generalkommandos bei den Verordnungen über Ar- beitshilfe in der Land- und Forstwirtschaft die Bestimmungen des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst nicht beachtet haben. Das ist doch nur im Interesse der Hebung der Pro- d n k t i o n geschehen. Die Strafe des A n b i n d c n s ist eine den Betroffenen seelisch und körverlich entwürdigende. Bon den Resolutionen der Kommission können wir die auf Auf- Hebung der Bestimmung, daß nur Soldaic» mit der Be- fähigung zum einjährig-frciwilligcu Dienst zu Offizieren bcför- dert werden können, nicht annehmen. Höchstens für den Krieg würde uns eine solche Maßregel gerechtfertigt erscheinen. Zum KriegSministcr haben wir das Vertrauen, daß er alles tun wird, was in seinen Kräften steht, um noch bestehende Mißstände zu beseitigen. In der Kommission beantragte der Abg. Cohn von der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft die Einführung des p a r l a m e n t a r t s ch e n Systems im Heere. Die Erfahrungen, die man jetzt in Rußland macht, scheinen uns nicht dafür zu sprechen. Nach dem Kriege wird es hoffentlich niemand mehr wagen, die Forderungen für das Heer ab- z u l e h n e n. Möge dann unser herrliches Heer immer bleiben der Fels im Meer der politischen Kämpfe, der Beschützer von Thron und Altar, der Förderer des Friedens und die Furcht unserer Feinde.(Bcavoli Abg. Held(natl.): Zu unserem Äriegsminister kann das Volk vollstes Vertrauen haben. Die Beurlaubungen zur Feldbestellung sollten möglichst beschleunigt werden. Die feindlichen Gefangenen dürfen nicht zu gut behandelt werden, auch nicht von den Land- leuten. Wir müssen an unsere armen Gefangenen denken. Ich begrüße die Repressalien, die der KriegSministcr ergriffen hat. Tie Verpflegung an der Front ist weit besser gcivordcn infolge unserer Kritik im Herbst. Bei den Auszeichnungen sollte ein Unter- schied gemacht werden zwischen wirklichen Kämpfern an der Front und den Leuten in der Etappe und der Heimat. Bei den süddeutsckien Kontingenten ist eine solche Unterscheidung durchge- führt. Zu hoch sind die Provisionen, die die Heeresverwaltung ihren Aufkäufern zahlt. Oberst Marquardt macht nähere Mitteilungen über das Vcc- fahren bei der Pferdebeschaffung. Abg. Sir(Z.): Dem Dank an unsere tapferen Truppen schließe ich mich namens meiner Freunde aus voltein Herzen an. Ebensolcher Dan! gebührt denen, die in der Heimat das Durchhalten ermöglichen. Wir erwarten, daß auch die Munitionsarbeiter ihre volle Pflicht tun werden. Aus der anderen Seite inuß man dann auch den berechtigten Wünschen der Arbeiter entgegenkommen. Tee Landwirte sollte man durch die Nachschaukommission nicht zu sehr behelligen. Die Behandlung der Soldaten in der Kaserne läßt noch sehr zu wünschen übrig. Die Liebe zum Militär- dienst, ja zum Vaterland wird dadurch nicht gefördert. Die Koni- pagniechefs sollten sich mehr um diese Dinge kümmern.(Sehr richtig!) Der Resolution auf Erhöhung der Maniischaftslöhnc stimmen wir zu. General von Owen: Die Erhöhung der Löhnung auch nur um 13 Pf. täglich, würde 3 Mark monatlich betragen und bei der Zahl unserer Truppen würden dabei doch nicht unbedenkliche Zahlen herauskommen. Das Kricgsministerium uicintc. statt dessen sollten die F a m i l i e n n n t c r st ii tz n n g e n erhöht werden und das ist geschehen. Daß bei der langen Kriegsdaucr eine Erhöhung der Löhnung ein Bedürfnis wird, wird jeder einsehen. Wie die Frage zu lösen ist, ist eine andere Sache, die die Regierung erwägen muß. Schatzsekretär Graf Z fordern: Anträge auf Erhöhung der MannschaftSlöhnung hat die Mehrheit.des Reichstags wiederholt a 5 g c I e 7) n t, sie andere füiaiizielle Llufgabcu für wichtiger gehalken> Diesen Etandpunk: hat auch die Finanz- Verwaltung eingenommen, um so mehr, als im Laufe des Krieges hie Mannschaftslöhne schon einmal erhöht worden sind. «ollte der Reichstag eine Erhöhung der MannschasiSIöhno de- fchlietzen, so wird der Kriegsminister den Beschlutz pflichtgcmatz und mit vesteoi Willen zu helfen, prüfen. Dein tllhg. Stückten gegenüber bemerke ick. datz wir das Hotel Cumberland mit 6.8 Millionen noch L W i l k i o n e n billiger getauft haben als der Durchschnitt der Schätzung der Sachverständigen betrug. Keneral von Langermann bemerkt gegenüber dem Abg. Held. datz die Anweisungen auf Auszahlung der gesetzlichen Unter- siützungen mit möglichster Beschleunigung erfolgen. Äbg. Mertiu(D. RU: Wer sich in der jetzige» Zeit der Arbeit zur Versorgung de» Heeres entzieht, hat das Recht verwirkt, sich Deutscher zu nennen.— Unsere Truppen brauchen vor allem Munition; sie zu liesern, ist unsere heiligste Pflicht, und cS ist rine Schmach und Schande, datz deutsche Männer und Frgucn sich dieser Pflicht entzogen habe». Nicht zu scharfe Worte hat General Grüner ge- braucht, sondern mit unbegreiflicher Milde vorgegangen gegen die, die unseren Truvven die Waffen au» der Hand winden wollten. sAbg. Schüpfin ssoz.): Ach wo!) Jawohl. dieser Gedanke ist in de» Flugblättern vertreten werden.(Wider, spruch des Abg. Schöpsti».) Nach dem Erlatz des Kriegsamts wissen die Arbeiter, datz dort ein fester Wille vorbanden ist.~ Unbegrenztes Berirauen bat das ganze Heer und Volk zu unserer Obersten Heeresleitung und der Antrag der sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft, einen UeberwachungSaueschutz für Hindenburg einzusetzen, kann gar nicht ernst geuomman werden. lScbr richtig! rechts.) Die grotzen Fragen der Welt werden nicht durch Mehrheitsbeschlüsse>ciitschi«den. sondern durch Blut und Eisen. Das Blut setzen unsere braven Truppe» eiu. daS Eisen müssen wir ihnen schaffen.(Lebhaftes Bravo! rechts.) tzlbg. Cohn-Nordhaufen(»dl. Arb.): DaS Gehalt des KricgSimnIstcrS lehnen wir a b. DaS Parlament hat nicht zu loben und anzuerkennen, sondern zu tri» t i sieren.— Datz ich das Tclearamin, welches die andern 21 Mitglieder des Verfafsungsausschnsse» an Hindenburg gesandt baben, nicht unterzeichnet habe, ist so gedeutet Worden, al» ob ich die Leistungen HindcnburgS und der Armee nicht anerkenne. Nicht« ist falscher. Zur Begründung der NichtUnterzeichnung könnt- ich auf den schwülstigen Ton verweisen, ferner auf den Zeitpunkt der Absendung. Aber der Grund der Nichtunterzeichnung für mich lnar«in anderer. Nicht für dcS Polles Hell und des BaterlandcS Wohl kämpfen unsere Truppen draußen, sondern sie sind Opfer einer Poliiil, die ihre Irrtümer nickst sieht und kennen will, einer Politik, die nicht die Folgerungen ziehen lvill auS dem, Iva« ist, nämlich die Folgerung: Frieden und Demokratifie- rung des Heerwesen?. Ten Tank für de« Heldenmut unserer Truppe« ■empfinden wir genau s o tief wie Sie. Wir danken aber nicht mit Worten und Telegrammen, auch nicht durch unver- ständliche Gesetze wie das HtlfSdienstgesetz, sondern, indem wir Schädigungen von den Truppen abzuwenden suchen.(Bravo! bei der Soz. Arbg)— Die Beköstigung ist seit Beginn des Krieges ein Gegenstand der Klage. Die LöhnungSer- k'öbunq muh in a l l e r n ä ch st e r Zeit durchgeführt werden. In dar P u tz g e l d f r a g e ziebe ich dem Wohlwollen den R e ch t S. an spruch vor. Es geht nickst an, datz die Mannschaften zur Zeichnung von Kriegsanleihe gezwungen werde» oder datz gar der Sparzwang anf sie ausgedehnt wird.(Sehr wahr! bei der Soz. Arbg.)— Eine Verbesserung de».Be- schw erde rechts ist uns in Aussicht gestellt. Sehr wichtig ist aber auch, datz man das Aussuchen besonder« gefahr- v o l l e r D i e n st v e r r i ch t u n g e n für Leute, die sich beschwert haben, in Zukunft verbleiet.(Sehr gut! bei der Sog. Arbg.)— Viele Klagen crllärcn sick auL dem Klasscircharakier d/s Heeres. Ei,'ist eine arötze Unwahrheit, datz wir e!n Volk in �Waffen, ein V o l k? h e e'r sind. In der R a r n« sch-l a ch t ist zusammen- aebrochen die politische A n g r i f fS p o li t' l, die Meinung, datz das Voll anders als zur Verleidigung bewaffnet werden kann. Die allgemeine Wehrpflicht ist ihrer Natur nach defensiv. Der demokratische Ursprung de? Gesetzes der allgemeinen Wehrpflicht ist verloren gegangen, das ist die Geschichte des liberalen Jammers, (Sehr wahr! bei der Soz. Arbg,) Wir vertreten den demokratischen defensive» vharnktcr der nUgemeinm Wehrpflicht gegenüber seiner Verfälschung. Dabin gilt auch unser Antrag, den man lächerlich zu wachen sucht durch die Behauptung, wir wollten de» alten KricgSrat wieder einführe». Wir wollen nicht die H c e r- führung überwachen, sondern die Kriegführung. Dazu gehört z. B. die M a n n s ch o f t S b c h a u d l u n g. aber auch der allgemeine Kriegsplan, ferner die Entschcidnng. ob mit einem weiiorcn Lande Krieg zu beginnen sei, wie jetzt mit Amerika. Auch die Methoden der Kriegsührung sollten der Beratung dieses Ausschusse» unterliegeu, also die Frage des II- B o o t- K r i c g c S, die Frage, ob London al» befestigte Stadt zu betrachten sei, die mit Zeppelinbomben belegt werden darf. Auch die Krieg«» ziele müssen der Beschlutzfassung dieses Ausschusses unterliegen. Tie furchtbare Verwüstung de? RückzugSgebiete« unsi'-er Westarmee findet«in Gegenstück in unseren Verhältnissen im Innern. Die Kriegserklärung hat unseren geistigen Komvs- plotz zu rincr Wüste gemacht, daher konnte daS Voll über die wich- tigsten KriegScrcignisse im dunkeln gelassen werden. Entscheidende Bedeutung hat der II» B o o t- K r i e g, alle» andere war Episode.(Zuruf: Dannenberg!) Auch die Schlacht bei Tonnen- berg war nur eine glänzende Episode.(Lachen.) Die Pro- klamierung des s c l b st ä n d i g e n Polens zeigt»"ch die Ilnwahrhaftigkeit unserer ösfentlichen Zustände. Die Matz. »ahme war getroffen aus rein deutschen, militärischen Gesichts- punkten. Auch hierbei hat der Reichskanzler seine Verantwortung auf andere geschoben. Ter Reichskanzler war gegen die Kriegs- erklärung. gegen den BelageningSzustaiid usw.. aber er wacht doch alle« mit. Wenn er Dinge mitmackst. die eigentlich seiner politischen Ucberzeugung nicht entsprechen, so bedient er sich der Popularität der Obersten Heeresleitung, um sich zu decken. D>eS Beispiel hat auch gleich auf Generalleutnant Gröncr gewirkt. Ich glaube kaum, datz Hindenburg selbst dieser Götzendienst, der mit ihm gelrieben wird, angenehm ist. Im übrigen ist es ein ver- gebliches Bemühen, aus den Willen erwachsener Menschen mit solchen Mitteln ivirken zu wollen.(Sehr wahr! bei der Sozial- demokratischen Arbeitsgemeinschaft.) Den General Winter kann man überwinden, da« hat dieser Fcldzug gezeigt, den Marschall Hunger aber überwindet man nicht, am wenigsten durch die Methode Gröncr. Diese Methode mutz im Ausland den Anschein erwecken, als ob bei uns eine MilitLräutvkratie berrscht, die sogar mit Zuchthausstrafen die Arbeit freier Männer erzwingen will.(Zuruf rechts: Und in England?) Würde ein solcher Aus- ruf in England erlassen, so würden Sie schreiben: England steht vor dem Zusammenbruch. Ich sebe das schon in allen Zeitungen vom„Vorwärts" bis zur„Kreuzzeitung". Herr v. Kessel hätte den Gröncrschen Aufruf im Interesse Deutschlands verhindern müssen. Aber was man vom Oberkommando in den Marken erwarten kann. zeigen seine Ausrufe mit der Ankündigung einer Belohnung von 3000 M. Sie sind ja auch verfaßt von einem Herrn, der bis zum Kriege Polizeispitzcldirektor in Berlin war. In diesem öden Polizeigelsie sind diese Aufrufe gehalten. Es ist ein niedriges Treiben, das sich in diesem Aufruf an die Denunzianten dokumentiert. In England verhandelt man in solchen Fällen in grotzen Versammlungen mit den Munitionsarbeitern. Hier droht man Lanöesverratsvrozessc, ZuchtbauSstrasen an. man verhastet die Leute, die sich auf Einladung des Herrn Wahnschaffe in die Reichs- lanzlet zu ein« Rücksprache begeben hatten. Das ist noch immer daö Preußen Friedrichs l-, der seine Untertanen mit dem Sw'ck zwingen wollte, ifm zu lieben. Man hat den Beschluß meiner Freunde zum 1. Mai ziigegrisfem Dieser Beschluß besag!- npr, wa» in ihm stand. Zum Streik haben wir nicht ausgefordert und nicht auffordern wollen. Hätten wir es gewollt, so hätten wir eS auch klar ausgesprochen. Ter Sireil ist ganz spoma« aus der Stimmung der Arbeiter heraus entstanden. Wir wußten uor dem Aus- bruch des Streits nicht mehr bavo» als irgend- einer von Ihne». Wenn aber streikend« Arbeiter nach Bc- ginn eine« SlrajkS sich an uns wenden, s» vertreten wir ifne Sache.(Bravo! bei der Soz. Arbeitsg.) Zu dem Hungergefühl de« Magen« der Arbeiter kommt der Hunger nach politischer Gleichberechtigung. Die Arbeiter wissen, datz eure Besserung in der Ernährung gar nicht eintreten kann, bevor der Fried« kommt. Selbst hie„Internationale Korrespondenz" verlangt jetzt, daß die deutsche Regierung die Formel der russischen Regierung annimmt. Die Pflege der internationalen Solidarität ist gerade in dieser Zeit dringonsteS Gebot. Diesen Gedanken haben wir in unserem Auf- ruf gegeben. DaS war unsere Pflicht. Wir reichen den gemarterten Völkern jenseits unserer Grenzen die Hand und rufen ihnen zu: Stimmt mit uns ein in den Ruk: Kr i« g dem Kriege! Friede den Menschen! Proletarier aller Länder ver- einigt euch!(Lebhafter Betfall bei der Soz. ArbchtSg.) Staatssekretär Tr. Helfferich: Ter Vorredner hat sich wohl nicht die Frage vorgelegt, wa» da« Ausland zu seiner Rede sagen wird. Was luuß das Ausland für ein Bild von den Verhältnisse» bei uns gewinnen, wenn der Abg. Dr. Cobn hier Geschichten erzählt, wie d»e. daß Herr Wahn- schasse eine Anzahl Arbeiter eingeladen habe und diese Arbeiter nachher habe verhaften laffen. Ich nehme an, datz er weitz. wie die Dinge liegen. Erstens hat Herr Wahnschaffe überhaupt keine Arbeiter zur Reichskanzlei eingeladen. Es ist nur richtig, daß er in den aufgeregten Tagen des Streiks von einer Deputation besucht worden ist. Zweitens, r« ist möglich, datz von dicken Arbeitern einige verhaftet wordcn sind, ich weitz es Vicht. jedenfalls weitz ich, datz sie nicht auf Vera n lassung des Herrn Wahnschaffe verhaftet wordcn sind, und datz auch Herr Wabnschafse nicht weitz, ob jemand und wer von den Lerne» verhaftet wordcn ist. lZurus bei der Soz. Arbcitdg.: A l l c!) Gut, dann nehme ich an, datz es sich hier um die Rädelsführer bei dem Streik gehaudelj hat, und zwar nicht in den erste» Tagen, sond-r» als der Streik for ige seht wurde,»nd dann sind die Leute von Gollcs und Rechts wegen verhaftet wurde». iBvano! recht?, große Unruhe bei der Soz. Arbeitsg.— Zuruf des Abg. joeuk«at es damit nur seine Pflicht und Schuldigkeit getan.(Sehr gutl rechlS.) Herr Cohn behauptete, die Truppen kämpf«» nicht für das Baterlan», sondern find Opfer der Politik der Regierung. I» dem Znsammenhang heißt da», die RegicrunsZst fchnld an dem Krieg«.(Abg. Cohn: Mindestens mit schuld!) Sie bestätigen dos und halten es für vaterländisch und patriotisch,(Abg. Cohn: Ja!) da» in einem Augenblick zu sagen. wo unsere Soldaten draußen au der Westfront den Anstürmen der Feinde irotzen. Außerhalb dieses Hause» würde ich dafür nur einen Ausdruck finden, den ick mir hier nicht gestatten darf. Für eine Behauptung bat Herr Cohn auch nicht den Schatten eine« Beweise» beigebracht, er hat sogar in seinen Angriffen auf den Reichskanzler das Gegenteil davon gesagt. Er sagte, der Kanzler habe den Krieg nicht gewollt. Das war da» einzig zu- treffende Wort, wa» ich in seiner ganzen Red« gehört habe. Datz -S zuni Kriege gekommen ist, war nicht die Schuld unserer Obersten Heeresleitung, sondern die der Gegner. Wir tmbrn bis zum lepten Augenblick unler Aeutzerstce getan, den Krieg zu veemetden. und sind dabei bis zur äuherstrn Grenze dessen geginsen, mos mit der Verteidigung des Vaterlandes noch verträglich war. Für die Anwendung des Krirgsyiittels des verschärften U-Booi-KriegeS hat der Reichskanzler von Anfang an die Verantwortung übernommen. Er war solange nicht dafür z>« haben, solange er nicht die Heber- zcugung gewoniien hatte, datz dies Mittel uns einem siegreichen Frieden näher bringen wird. AlS er dies« Uebcrzcugung gewonnen hatte, hat er seinen Widerstand aufgegeben. Wenn alle diese Dinge im Ausland unserer Sache und unseren Truppen schaden müssen, so steht es auch mit dem»ickt besser, was Herr Eph» über die Streik» ausgeführt hat. Ilnserc Arbeiter draußen sind vernünftig. Liehen sie sich durch die Ausführungen des Abg. Cohn beeinflussen, so wäre daS sehr bedauerlich. Seine Ausführungen über das Recht zum Streiken können mcht anders als aufreizend wirken. Er sagt, die Arbeiter sind allein be- rufe», zu entscheide», ob sie streiken wollen oder Nicht. Nein, heut« hat kein Mensch das Recht über das eigene Schicksal, die Arbeiter sowenig w!e ich. Jeder steht heute i in T i e n st e des Vaterlandes. Herr Cohn sagte, wenn die Arbeiter sich in dieser Lage an ihn und seine Freunde wenden, so unterstützen sie sie selbstverständlich. Damit verletzen sie aber ihre vaterländische Schuldigkeit. In solcher Lage ist es ihre Pflicht, die Leute zu beruhigen und das haben Sie nicku getan. Widerspruch bei der Soz. Arbg.) Jedenfalls hat Herr Cohn das Recht in Anspruch genommen, die Arbeiter, die auf solckw Weise den Truppen in den Rücken fallen, zu unterstützen.(Zuruf bei der Soz. Arbg.: Phon- tasten!) Schltctzlich bat Herr Cohn auch die Ernährungsfrage aufgeworfen. Tie Schwierigkeiten zufolg« des englischen Hunger- kriegeS lasten schwer auf n«S und auf allen Völkern. Dieser Hungerkricg ist ein so ungeheuerliches Verbrechen, wie es die Welt noch nicht gesehen hat und ick hoffe, datz sein Urheber darunter sehr bald noch viel schwerer leiden wird als unser Volk. Herr Cohn hat versucht, diese Not für seine politischen Zwecke auszunutzen. Er bat wieder mit dem Gedanken operiert, der Streik lanu Frieden und Brot bringen. Nein, der Fricde, der mit solchen Reden hcrbelgcftihrt würde, bringt drin Volle kein Brot.(Lebhafte Zustimmung.) Der Fricde, der uns Brot bringen soll, ist der, den wir erst noch erkämpfen müssen, den können wir heute nicht haben. Der Friede, den wir beute von den andern bekommen können, be- deutet nicht Brot, sondern Hunger(Lebhaste Zustimmung.— Widerspruch bei der Soz. Arbg.), er bedeutet nicht Freiheit, sondern Knechtschaft. Zu Iviederbolten Malen ist da« von den Feinden ano- gesprochen worden. Lesen Sie doch die Bekundungen der fremden StaatSmäuner. Sehen Sie da etwa» von einem andern Frieden als einem solchen, der unser Volk in Sklaverei und Knechtschaft zwingen soll? Aber das ist ein Friede, wie ihn das deutsche Volk nicht will und nicht ertragen kann. tLcbhafter Beifall.) Präsident Tr. Kaemps: Der Abg. Cohn hat durch einen Zwischenruf die Regierung mindestens der Mitschuld am Ausbruch des Krieges geziehen. Ich rufe ihn dafür zur Ordnung. Generalleutnant Gröncr: Ich will Herrn Cohn nur daran er- innern, was in England in Ttreikfällcn geschickt. Wenn solche Maßnahmen auch bei u"S getroffen würden, würde cS meines Aufrufs nicht bedürfen. Die Flugblätter, die überall im Lande in den Fabriken herumfliegen, fliegen an Ihre Rockschöße, Herr Cohn, und bleiben dort kleben. Kriegsminister von Stein zitiert gegen den Abg. Cohn ein Ka- pitel des Generals von Claus ewitz. worin es heißt, daß zur Durchführung de« Kriege» ein festes Vertrauen gehört und zweitens «in einzelner fester Kopf, unbehindert durch fremde Einflüsse,«in fester Wille, der sich durch nichts beeinflussen lassen darf, bis er zu seinem Zi-le gekommen ist. Das Hauö vertagt sich.. Abg. Ceh»(Soz. Arbg.)(persönliche Bemerkung): Generalleutnant Gröncr beschuldigt mich d-r Mitwisserschaft ge- wisser Aufrufe und Flugblätter. Ich wäre ihm dank, bar. wenn er mir Kenntnis von den Fkugblätter» verschaffte, die er'in Sinn hol und von Serc« Existenz ich jevt zum erste n Male etwas gehört habe.(Zuruf: Das Kind!, Dem Staatssekretär Helfferich erwidere ich, daß die Frage der Schuld am Kriege nach dem Frieden zu erörtern sein wird, und ich werde dafür sorgen, daß hei der richtigen Verteilung Mich er nicht leer ausgeht. > Präsident Dr. Kaemps ruft den Redner zur Ordnung.! Nächste SG»og: Montag 1 Uhr. Schluß: 7 Uhr._ parlamentarisches. HauShaltsausichutz des Reichstage«. Ministerialdirektor Tr. Leivald gab am Sonnabend Autkunst über die Verwaltung in Ober-T st. Sic unterstehe der Militärverwaltung. Ter Reichskanzler lege den gestern besprochenen Vorgängen in Litauen eine große Bedeutung bei und sei hesirebi. auch in diese» Fragen da» Wohl der Gesom- heil zu wahren. Zwischen dem Reichskanzler und der Obersten Heeresleitung wert, e Verhandlungen geführi und ein ständig« Vertreter des Reichskanzlers werde der Verwaltung beigegeben, um eine enge Zusammenarbeit bei der Handhabung und dem Ausbau der Verwaltung in Litauen zu erreichen und die Beschwerden zu beseitigen. Der Departementsdirektor im KriegSministerium. General- major». Owen, erklärte, daß die Landwirtschaft in den besetzten Gebieten in weitem Umsange aurrechterholten»nd ihr Ergebnis der Gesamtheit nutzbar gemacht werde.— Abg. Rehbel(k.) gab zu, daß hei der Verwaltung in Litauen hier und da Härten vorkommen; jedoch sei hieran nicht der böfe Wille einzelner Personen schuld. Er halte den Fürsten Fsenburg-Birstein nicht für total unfähig, wie«» Abg. Gothein gesrerii bezeichnet habe.— Auch Abg. Erzberger wies anf die Kriegsvcrhältnisic hin als Ertlärung »ür die Vorgänge in Litauen und verteidigte den Fürsten Isenburg.— Ahg. Dr. Cohn-Nord da'isen(Arbg.) w'e« an einer laugen Reihe beachtenswerter Einzelfälle nack. daß die Grundfope. che die Militärverwaltung gestern als mstzgebend dargelegt bavev durchaus nickst immer so durchgeführt werden, wie ei die Herren hier versprechen. Ter Kriegsniinistcr versicherte, batz in einer durchaus mensch- lichen, ja frcundschafilichen Weise die Verwaltung mit der B-- völkervng verkebre, überall dort, wo die Bevölkerung durch ibr Verhalten eine solche Behandlung möglich macht.— Abg. v. Trauiv ezvneti iPeke) schitderte, wi« schwierig sich daS Verhältnis der Juden zu den Polen in Litauen gestaltet habe. Für die Unter« drückung der Juden lönnten die Polen nicht verantwortlich gr- macht werden, da sie ja mcht die Macht in der Hand haben. Im allgemeinen beschweren sich die Polen darüber, datz sie nicht immer genau so bchairvelt werden wie die Deutschen. Er beipetst die» ebenkall» durch ein» tsteihe von Fällen. Schließlich begründet er dcn� Antrag, den Rcichakanzler zu ersuchen, dafür zu sorgen, daß 1. sämtlichen im Reick beschäftigten Arbeitern aus dem Okknpations- gebiet Polen« und Litauens— unbeschadet der polizeilichen, ollen Ausländern gegeniiber geübten Kontrolle— im Berhöltnis zum Arbeitgeber die gleichen Rechrc wie den einheimiscken Arbeitern ge- währt werden, insbesondere da« Reckt zum Wechsel der Arbeit»- statten: 2. diese Arbeiter nicht gehindert werden, nach Avlaiis t>rs Tienstvertrage» in die Heimat zurückzukehren. Dieser Antrag ist bereit« von allen Parteien unierschru'ben. Staatssekretär Helfferich bespricht einige Beschwerden, bei denen es sich herausgestellt habe, datz die Verhältnisse dock nickt so schlimm liegen. Bei der notwendigen Anspannung aller unserer Hilfsquellen tonnien natnrgemäh wie in der Heimat so auck in den beietzieu Gebieten Hörten nicht immer vermieden werde». Seien wir doch im Jnlaiid« sogar gezwungem unser« Ardeitcr. schuvoettimmungen teilweise aiißcr Kraft zu setzen. Geplant ft'. in Warschau eine DorlehnStaife zu errichten.'Hi-rvon botst er. eine günstig« Wirkung auck fift die Abwicklung der Requisitionen in Polen.— Fortsetzung Montagvormittag. Tis Klrikchvcrssrgung vor dem Rrichstagsausschutz. ». Batvclt besprach am Freitag eingehend die Fiagc. ob noch dem IS. August die Flrischration aufrechtzuerhalten ist. ES müüe schon jetzt tu die Bestände des Milchviehs eingegriffen werden. Wir haben zuuicl Schweine gehalten, c» wäre vielleicht ricktig gewesen, die Schweine früher abzuschlachten. Man sollte aber die Cntschei- düng über die Frage der Abschlachtung nach dem 1ö. August hinaus- schieben, da erst nach der nächsten Zählung vom 1. Juni eine bessere Ucbcrsicht möglich ist. Ein Vertreter der R e i ch s f l c i sch stc l l e behandclle die Frage, ob die in der Schlachtung nicht angegebene Zabl der Schweine, die Abg. Haft aus 5)4 Millionen Drück für hie Zeit vom 1. September l still bis 1. März llll? berechnet, taUäcklich in Hans- ichlachtunge». die nicht angemeldet waien.�verschwunden ist. Bei der Berechnung habe das Eingehe» durch«eucben nickt Bcrücksich- iignng gefunden.— Abg. Hess: Tic ganzen Schwierigkeilen der Ernährung sind im wesentlichen auf die unzweckmätzige Bewirt- schaftnng der Viehbestände zurückzuftihren. Wir hätten mit der deutschen Einte unser Volk ernähren können, wenn wir zur Reduzierung unserer Viehbeständ« gekommen wären. VoltSwirischait- l'ck ist co nniinnig, dem Volt Entbehrungen aichzuerlege,'. mäbrend sich daS Rindvieh um lSGOOllO Stück vermehrt bat. Redner bc- iprach eingehend das Ergebnis der Schweinei'chlacktnngen. Er kommt zu dem Resultat, daß die Einwände der Reichsflcischstellc ganz unhaltbar sind. Selbst wenn man)> Million Schweine an Seucken eingehen lätzi, bleiben noch ö Millionen übrig, die nicht für die Schlachtung angemeldet sind. ES war ein Fehler, daß in cht im Herbst rnebc Rinder abgeschlachtet wurden.— Abg. Heid'itatl., per- trat den Standpunkt, daß, soweit der Landwirt da» Pick durch Weiden und Rauhsutter durchhalten kann, keine Hindernisse bereitet werden, soviel aufzuziehen, als möglich ist.— Ten gleichen Stgnd- pnnkt vertrat Schiel«(kons.).- Abg. Schmidt-Berlin(Soz.): Unsere Viehhaltung mutz so ge- stellt werden, daß pflanzliche Nährmiitel, die für die mensckliche Nahrung gebraucht werden, nicht zu Fultcrzwecken Verwendung finden. Wir haben auf die Gefahren hingewiesen, die durch die Vcrfiiticcung von Gerste und Roggen eintraten und haben die Fa- britation von Nährmitirlii ompsohlcn. Wenn da» erreicht werden sollte, so mutzte die Viehhaltung berabgesetzt werde». Der ganze Jammer unserer Ernährungspelitik Zritt uns entgegen, wenn wir feststellen können, daß ö Millionen Schweine picht zur Schlachtung angemeldet sind. Wo sind diese Fleischbc stände g e- blieben? Sie sind zu emem Teil von Wohldabendcn im Schleich- Handel ausgekauft ivorden. ES gibt sehr viele Leute, die beute»och so üppig leben wie im Frieden; eS gibt Familien, die ein ganze« Warenlager aufsammeln. Taraus resultiert auck die erbiilert« Stimmung der Arbeiter, die der Meinung sind, daß nur sie den Elnschräniungen unterworfen werden. Em urucö Äaligcsetz. Am Donnerstagabend verhandelte der 24. Ausschuß de« Reicks- tags über eine neu« Kaligcfttzvorlage. Ter Gesetzentwurf bezweckt dio im Vorjabr seit Kriegsausbruch zum zweitenmal erhöhten In- landöpreise auf ein Aohr zu verlängern. Die Kalimteresienton for- dcrn eine Preiserböhung und begründen sie in der Hauptsache mit den gesteigerten Matcrialprcisen, besonders bei Kohlen und Spreng- stoffen, und mit einer von den Arbeitern geforderten TeucrungSzu- läge. Von allen Rednern wird die ungünsttge Lage der Kali Industrie anerkannt. Preisbindung und Bormebrunq der Werke haken bewirkt, daß von 207 nur U' Werke in Tätigkeit sind. Von!-?- deren ist Mannt, datz sie in der Mehrzahl finanzielle Zubußen er- Tnrbevn- Bislang lind c» nur 15 Werke, bereu Abschlüsse die AuZ. schüttung einer mähigen Verzinsung gestatten. Bon den sozialdemokratischen Mitgliedern des ?lu4ichusses wird ein Antrag vorgelegt, der fordert, daß da» Reich die Ztalibergwerte in Eigenbetricb iiliernimmt und die För� derung und den Bertrieb von Kalisalzen als Monopol unter mög- lichit weitgehender Kontrolle dcS Reichstags ausübt. Für den Fall der Ablehnung dieses Antrages war der Ein- und Verkauf aller Kalisalze durch das Reich vorgesehen. Beide Anträge wurden nach einee Aussprache, in der sowohl der Vertreter der Regierung als auch der Abg. G o t h c i n dem Monopoigrundsatz platonische Liebes- crklärungen machten, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Arbeitsgemeinschaft abgrkchwt. Reben der Monopolfrage waren die Preiserhöhung und die A r b e i t e r l ö h n s in den Bereich der Besprechung gezogen wor- den. Ein Antrag der Nationalliberaken will eine Preiserhöhung nach den vom Syndikat geforderten Sätzen, Preis- und Lohnsrage werden einer aus sieben Mttgliedern bestehenden Untertommisiion überwiesen, die über da» Ergebnis ihrer Beratungen DonnerHtag nächster Woche berichten soll. Gerichtszeitung. „Du Schafstopf, alle»rhmc«<0 Mark!" Ein feines Geschäft machte der Gastwirt Fikdrub Kanzler aus Weihe« borg Wffet? eroflift). K, noch Vrnren�rüye ans dem Jvbre fkfki). die er damals mit 20 M. den Ientner bezahlt Halle. Eines Tage» lain der Kauimann Leivandowski an» Sluhm. der lür die Militärs Verwaltung LebenZvnttel ankauft, zu K. und wollte die Grütze kauten. Als K. 50 M. für den Zentner verlangte, äuherte L.. dem es nicht sonderlich oui die Preislage ankam, zu K.;„Du Schafskopf. alle nehmen 70 M., und ich will Dir auch ioviel geben t' Kanzler verkaufte infalgedenen 7si» s'.entner Grütze zu 70 M. an L. Da der Richtpreis für Gasu'nauitze nur itl M. für de» Zentner beträgt, wurde K. wegen Kriegswttcher» an- netfagt und cr breit vorn S K ö f f e II g c r i ch l Till hm 550 M. Geldstrafe oder 110 Tage Gefängnis. Auf feine Bernfung hm änderte die Etbruger Strajkarftmer das Ui teil in$00 M. oder 00 Tage Gesiwgui» um. toetlcrousfichren fftr»>rd iHkrtterc RorddenixiOaud Ins Montag»'Ittna. Zunächir war« und ziemlich heiler, später vom ZTeslcn nach Lslcn sS'etzchrciteuüe tKeillllter unt Abtüyluug. - tt.Li..... Lir.L"--- rj— i— iuuuj—------------- j.i-Ba-.L. Zezirksorganisalion GroßVnlin (S ozialdem okratis che Partei Deutschlands.) Partei-Veranstaltungen am Mittwoch, den 9. Mai, abends 8 Llhr SozialiitmokrMcher Rereill für Kerlin l. Mitgliederversammtunz bei Glane, KommandanUnstr. 98. Tagesordnung: 1, Vortrag de» Dcnosfen Kunze. ?. ZZereirrsangelegercheiten. Genossen, die ans dem Boden der sozialdemofta» tischen Partei stehe», sind eingeladen, MikzikedZIIeRZge wezchen entgegengenommen. ZoüaldmoltratischtrVtreiv türSerliu ll. AbtcUungsvcrsammlungcn finden wie Mzt ftaU: s. auck Ii. Abtellang M euten bei Schneider, Zbmterfeldtstr. 8 fEik« �robensNatzei. Bortrag des Geno'sen Grunewald. I kl.»Nil IV. Abteilung Südn'CBtcn, Lmdenftr. ii, II. Hos link» III. V. Abteilunc ftiidwenten Bei Manu. Horn» sNatze 2. Vortrag des S-noffen G r o g e r. Vi. Abtellnnzr dtddventen bei Zhormaun, Gneiseiiauslr. A. Vis. und VIII. Abteilung Müden bei Reim. Urbanstrage LS. Vortrag des Genossen Richard Fischer. Soiialdmokratjschtr Kerti» fürKerlm!!!. Mitgliedcrversammluuz im Wewerlschaftsftaut, Lngeluser 12. t'lnf der Tagesordnung sieht u.a.! Vortrug des Genossen Er n st H e i l m a n». Thema i liniere Haltung im Krteg lind derKlassenkomp. Beitrills- u. Ueberschreibungs- erklärungen werden daselbst eutgegeugenommen. Zomldemkratifchtr ilerei» fürKeriia W. Mitgliederversammlungen: l*etei>khurger Viertel im Lokal»on Knel «ühiie, Schreinersw. 58, Tagesordnung: Bericht» crilaltung vom Bezirkstag». Ästtelli-ngen.— Ge» Nossen und ,Vormärts"-iteser. die den erwchsnfi iw die alte sogiatd. Partei poch uitht herbeigeführt Iiaben, find hierzu cliigcthöcn.— Die Genossin fleug. achte, srüder iipwc'tr, 7, und der«iaupiw Robert Hieneck, früher Lieb ig it>. LI, werden un: � nm ihre fetzige Adresse gebeten, g. A.: Karl Schräder, Rigaer Str. 100. Stralnuvr Viertel bei Gastwirt K. Ruß. VtiMsller Hlr. 57. Bericht vom Be�irtstag. �or- trag der Veiiostin Martha Hoppe über„Frauen- arbeit im Kriege". Zatzireicher und püiiflltchcr Sc. such erwünscht. Der üftecleisUitcr, frnnkfwptor VieeteO bei Bäcker,«iedeettr. 17. 1. Bericht vom Bezirkstag. 2. Diskuidoit. i!. ücr« tchicBcnc». O.A.: Franz Kobbei, NO Äuichingitr. Li. f.nndsbepgee Viertel bei Baaxl, Hnseland- strotze U. Tagesordnung: Bericht von der Per« boiidsverjaiiimluitg»im. Bahsreiches Oiicheineu ist P sticht.— Beiträge sowie Hin» und Steumelduugen werden cmgegemuiiuicu. Tie Viertelsleitnng. Soualdtmokrlltislhtr Ktltiii für Krrli« V. in Sirmunds Fesisälc,,. Liniewlr. d und Lostystr. 4. Tagesordnung: 1. Bortrag des SchrtssfieNer» R. Beer Über: .Kriegscrlediiffse in Enaland». 2. Diskussion und polmjche Mitteilungen. H. Organisotionsniigeleg«, betten. Nß. Genosse W. Beer, der Verfasser der..Ge- schichte des Sozialismus in Gngland". bat lange Agbre l» England gelebt, war von'bort Korrespondent des.BorwönS» inw bat England erst»ach mehr als einjähriger Kriegsdauer verlassen. Die Beriammlung wird pünktlich»rösfnet, um Störungen zu vcrmettwn. Genossen, die aus dem Boden der sozialdemo- kratischen Partei sieden und.BorwScts'-Leser sind, ot» Gift« tofilkounnen. ZozialdmakraMer llrrtin für Srrlin VI. Zusammenkünfte der Mitglieder: I. u. 2. Abt. bei Dabrohlaw. Twinemünder Str. lt. ll. u. 7. Abt. bei Aaganz. Gandystr. ll. ■I. n. 5. Abt. bei Btessin. Stargardeu Jirahe 3. s. Abt. bei Goldschmldi. Stolpische Strotze US. 9. Abt. bei Hoffmaun. Swinemünder Straße 17. v. Abt. bei Cdigla. Stratsunder S trage 11. 10. Abt. bei Garus. Boltaftr- 37. 11. Abt. bei Spiegel. Ackerjlr. 1. 12.U.13. Abt. bei Reutcr, Birkensw. 2Y». lS.u.11. Abt. bei Rochre. Waldstr. llt. lü.u.l?. Mt. bei Sachse, Lindowev St! atze 2«. IS.u.IS. tllbt. im»Setiwedcnzelt», Schweden- tA-erzierftratz« Eue. 20. Abt. bei Fuchs,«eddmgstr. 5. 81.U.22. Abt. bei LewandawSki. Seesir. 101. Tagesordnung in allen Zusammenkünsten: 1. Beratung und Boichlnzsalsuug über d!« sühruiigsbesiinnnmigen de».Kreisnatuts. Organisations- und P a r l e ia n g e tegenhen«». Alle» Genossen, die aus dem Boden der sozial- demokratisch«« Partei Udu,:. ist hier Gelegenheit gc» geben, sich dem Sozialdemolratischeu Verein auzn- 'chiiegen. MitgliedSbeiltägc werde« enIgeglUlgenommen. >md Aus- 5l>iillldkttttlkr«fjt'ch.tr Utm» für sstltow- Lrtskol0-.A!irl'.oiv-�Isllrlottr»liurl;. Ki»»iuei<>.kuel«?nn t>x bei Gebe, Baumschulenjir. l4. Britz; bei Vahr, Werderstr. lll. t Ir»beerte im Piaitshaus, Rosinenlir. 1. tteiuer Saat; ZUigemouie Mitaliederversamm- iung. BertchteriiaUunn von der ttreisgcneralver- samnnung nnd vom Bezirkstag für Grotz-Bertni. tlur zahlreiches und pünktliches Erscheinen ipird dringend ersucht. Uedertritte und Reuauinahnien werden enigegengenonnnc». l'riedriiau. Kaiser- Wilhel»!- Garten, Rhein- siratze 01.05. «»»,«, Nr kr hei Miikker, Aller Markt 8. Vrnbiilln i» den jolgenden Lokale»: 1. bis s. Be- »irt he! Schulz. Reulersir. Ii. ticke Lenausirutze: 5.«. ü. Bezirk bei H. Schlttler. Äeichleisir. 5. Ecke Donausiratze: 7. bis!«. Bezirk hei Rob. Ade», Voddinsir. 58, Ecke 5a antrage: ll, Bezirk im THencrtrciiii, Bob milche Sir. lll: ia n. IZ. Bezirk bei Kukuich. Wippolsir. 1: lll. bis 17. Bozir! bei Iah. G eutet. Henmimmr. 178, Ecke Tpowas- ma'if; 18. Ii». 2». Bezirt bei Gd. Richnom, Prinz- Händler»- Z:r.>>!>! 21. bis 21. Bezirk bei Herm. .'»eutschet, Herrjnrthsir. 27. dicbiinobe-rjff: 1. Bezirk; Paul Mild«. A llen- dorsstratze 10: 2.».!t. Bezirk: Folger. Knsfbii»j«r- slrgtze 10: 1 Bezirt: Karl.Henkel, Memmger- siratzc et; 0. Bezirk: Vroek, Bahiislr. lsi,20i h. Be- zirk; Gottliab Grofi. Sedäftsir. 17. und Paul Lehmann, Seoausir. äll? 10. Panl Rathmann. Kempesitosee Str. 18-,; 11, Pehman», Begaasir. 1. d»tv»Utia bei GlPmeui. Dsipperjir. 7. VomprlUvt bei Müller, Berliner Straße 07. Trcittow Graetzstr. 1 bei Gbcrt. Die Beranstaltnngen für Niederbarnim und Berlin IV(GörliNer Viertel) werden in der Moutagsnummer veröffentlicht, Das Sezirtsfetretariat befindet sich Serlin SV. Änöenstr.?, 2. Hof, 3 Treppen Zahlstellen öer partei-Grganifationen Grost-Serlins: Ausschneiden! Berlin I. «Klaue. Gastwirt, Kommandanten« »ratz« 88. Csfae Schulz. Gastwirt. Parochias. straße 20. Berlin II. Hermann Frifi«. Zielenslr. Sd. Auguit Brandenburg. Eharlotten- siratze 17. Heinrich Saurrwrycr, Markgrasen. straße lll. Georg Felsmann. Litidevstr. 2. August«cufner.Hagetbergerstr. 20a. Heinrich Schröder.. St. Reinhold Böhmchr». Kreuzbcrg. straße 12. Karl Schufter. Chanüfivplatz s. Gustav Schmidt. Bärwaldstr. 12. V. Wisncwski. Prtnzenslr, 110. Berlin III. Rama» Fischer. Sebastiansir. 52. Aug. Radle, Neue Jakobttr. 1. Otto Bange. Köpenicker Ew. 17. Wilh. Abcling. Relcheiibcrger Straße 143. lkvilh. Schakow, Stallschreiberslr. 0. Georg Felsmann, Lmdenslr. 2. «ugcu Gabrou. Swieonftr. 18. »Varttiärts'-ZpeditiDN, Prinzen. straße 21. Berlin IV. Paul Böhm. Lausitzer Platz 11,'IZ. „Vorwärts" �zpcditwn. A, Guiard. SJianaeifü. 6}, Clio Geisler, Ekalitzer Str. 50, Gastwirt. tchrislia» Schulze, Manleufselftr. 77, Gaitwiri. H. Schtev, Vrangelstr. 01, Gastwirt. Paul Weifter.„ 22, H. Taus. Lgusitzerstr. 46.„ Fr. Schlicnz. Simplonftr. 27. Gülzow, Dnschauer Str. 17, Jt- garrengeschäjt. R. Gerhardt. Slrakauer Allee 22. Mar Knappe, Allensleiuer Str. 2>-. Willi. Bogel, vujelandjlr. 14, Gast. wtct. Aug. Svauneman«, Pasteurstr. ll0, �.laarrengeschäft. Karl Kühn, Sch Wirt. Karl Sckrad-r. Rtgoee Sir, 100. K.«linglrr. Kochhannslr, 15. Mar Sasse». Larnimftr. llv. Alban Welker, PersiuSstr. 1. Franz Röpprl, XO, Lli'chingstr. 27 (Keller). Berlin V. Winzer, Gastwirt, Thriitburger Str.S Rösner,„ Lmmauuelkirch- straße 25. Suhr, Mulachtr. 19, Frau Wöllstein. Lietzmannslr, 5. Hahnisch. Ackerstr. 174(„Dorwärls". Spedition), Pidert. v'astwirt, Linienftr. 198. Wiese, Mariensir. 26 IV. Alle Mitglieder der Berliner Parteiorganisation zahlen ihre Beiträge: Teltow-Beeskow. Schreinerstr. 58, Gast« Berlin VI. W, Burg, Gastwirt, Prenzlauer Alle» 189. P. Schmidt. Schönhauser Allee 57. Hermann Porchert. Gastwirt, Uychenerr,£4. W.Galdschmidt.Gastwirl.Skolpische Siraße 2v. Karl Mar».„Borwörks". Spedition, Grelsenhagener Str. 22. Wilhelm Ulesfi«.(Äenolseirschasls. wiclshaus, Stargardcr Str. 2. Gmll»orn. Gastwirt. Gletmstr. 10. P. Tobrostlaw. Gastwirt, Swine. Münder Straße 11. G. Hossmau». Gastwirt, Swine» Münder Straße 47. Alb. Wolga«. Wattstr. 0(„Por- «Srts"-Sp«diUou>. Franz Schuld!. Resiauraut, Put- buser Straße 2t. E. Reuter. Gastwirt, Birkenslr. 20a. K. Welucr, Wirlcsstr. 22, WUb. Rüther. Waldstr. LI. Aestaur. P. Roscnbcrg. Gastwirt, Fenystr.Ll. Juk. Sachkc, Lkudowcr Str. 20. Restaurant. Fritz Stäifter, Gaslwfift, Pmjfstr.»5. G. Fuchs, Gastwirt, Weddingsir. 5. Funke, Triststr. 62, Restaurant, I. Hönisch. Müllerstr. 24a(„Vor- wartS"«Speditton). A.?ewauhowSkh, Restaurant, Seestr. 104, Hermann Fischer. Bastiaustraße, „Bor wärtS"-SPedltto». K. Fanoüt», Restaurant, Priiizeu» Allee 72. Adltkrobuf. Fohanncö Feyrr- stein. BiSmarckftr, 82. Itnunii-ebnl»'»««:«. Wilbrlm Grve. Ganwirt, Baumichutenslr. l 4: Frida cherüch. Bebrinasir. 48; G. Nftneck, Kiesholzstr. 180, ktnbnndne't. Emil Hamann, Privalstr. 14. «i'ii». Wilhelm Buienschön, RmigiuSsir. 371). Fnvlenv. ISmiiStradel, Chaussee- straße 20, 0b»i'k«»tt«nbn�x- Johann Schneider» Rwiuenslr, 4, Seileu- stügel IV; Max Kiep, Rojiuen- jträße. 4 sAeuhaul; Vit» Reu« mau», Rönlgiu-Oiifabetb'Str. 6a; Mar Prill, SUtefebctfslrosre 2; Gustav Scharrnverg. Selen. beimer Str. 1(„Vorwärts-. Spedition); Richard Preczang, Sickiugeuftr. 51, 1, Eingang Sieues User. Rudolf Krüger, Müggelheimer Str, 22; Ctio Hoenc. Kailer-Äiihelm-Slr. 103. Frioetann«. Aavsr Kamrowski, iHonnebctgfir. 4: Wilhelm Wiese. Schwaltacher Sir. 2, Ausgang III pari. lilcbtorfeldc. Horm. Köppe, Hiildeuburgdamm 75» I, I-uirlmlir. Paul Lampkc. Ehar- lottenstr. 50 I. kklnrtandort. Richard Siern. Strclitzstr. 8. Kcnltimn. Farwlg, KtichscI- stroße 68 1 Schütz, Siultgarier Straß» 15; Glöge, tckeiianstr. 18; Richter, Ritcicbeasir.öl; Gauaer. Donnustr, 26; Sfbeich, sellm'chea Isitc 73; Aartich, itollnljches User SS; Viannkuch. Hermann. straße 174; Br int mau», Rogal- siraßeü; Kiktel,Ka»»«rsir. 15: Fra» Hariiug,'siethenmrttlln.l l>: Vagi. Säaeihesir.Oü: Höwntd, Bribmiiwe- Mratze 47: Frau Vietich. WilDcu- iHuchiir, 85/8«; Rod, Slttumetzitr.HS; Horm. Wiedrich, Waliherstr, 80/3 1; Farads. Weicht elslr. 8. Aujg, 10; .Vorwärts- Spedition. Neckar- siraste 2:»Hiorwiiots�-Spedlit«», Hiegsriedstratze 28/29. Nonnzvcn. Adolf Richter. WUHelmstc. 41-13, HcliUncborc. Vojcr, Berckstes» gadener£ir. 82/22; Prötter. 'Merjebutgcr Str. 4; Frauke, tvietuiiiger Str. 0; Geist, ito. butger Str. 12; Heulcl. Mstilnger Str. 8; Mcisiner, suwuritcr Str, 5; Folger. KhMulcr S» aße 16; Sch»efteuhau»,Goltzsir.!4; Plus. kat.vvheirstaultnstr, 04; ASumler. Meimnger Straße 9; Brock. Bahnstr, 18; Wandle, Bahuilr, 2>; ZetUitz, Scbanftr. 60;'iimuol, Eherusterstrage 1; Roscuthat. Gustgp-Freßlaa.Slraße, Ecke Frist. Reuter-«tr.: Rathmann. Tempel- böser Str. 18; Idbomae. Wilhelm- Haust-Str. 8; Krause. Begas lir. i; Sri. Wachetiheim, Motzitraß» 22; «ütrr. Ebcrsstr. 70; Milde. Nolleiidatsilr. 16. Stecrllix. Gustav Zlstmau», Düppelstr. 7. Teinpelbot. Gustav Naumann, Frieorich-Wilhelm-Slr. VI I. Vroptow. Robert Gramen z, ZigarrengeMst, Kiesholzstr. 4l2; Wilhelm Ikemm. Graetzslr. 51. Wllino»-»d»»rt. Paul Gold berg, Uhlandstr. 70. Zcblrndart. Karl Bouow, Biittclstr. 11. Zonnen. Ctta Torn. Stuben. rauch{ir. 25. ßMttffeehmhfcit! Niederbarnim. ll. Toiniitck, Pas». wcklter Str,>09. ßrl.-lit«>»>tu. Max Tobias Mollloftr> l. U'fvdoR'adnft(»»nlbnl,«). Huben Kreuee. Piataiicustr. 2, l/'l'lvdt'lob�b»»«,-«. Rtäiaed Ködertu. Klulslr.!!; Max Heiter, Friedrlchslr. 2. Hol parterre. X,>»vn>i't.«. Weitzel, Oranienburger Slr. 118. liarlitlnirwf. A. Baumeister, WrsteubrrgallreL; lt. Heitmann, Wesister Str. 2, Kniil»dur((IPMthalin). Marie Puchmauu, Slavesir 8, I.keliti'ukul'ir. Richard Peter- Hansel. Wiiüuichiii-. i'-siri f; Guft. Trinis, Slltliraulftr, 25 I; Tauirl Bärrfcl, RIlteeautstr. 25 II; Aug Kleemanu. Äryohtnsste, II! I; Gustav Studzirs, ftuorrprome- »ade st, Seileng park,; Paul Feuich, Egmouktlr, 4, Aufgang!, ll Tr,; Sllbiu Sieichelt. Grün- berger Str. l! III; Wilhelm Lniel, Grhpbiusftr. 20/27 I; Alfred Riedel, Äa: garcthen- firaiic 26 III: Scheibenhuber, Reue Bahnhossie, i I V, Zlnbladnot. August Giese, (JSrunoipftr. 17. VIcdcrnciiiiiihauKcii. V>ar Birth, TreSlowsle, 52; F. Tin». Maeihasle. 10; 2ilb. Müller. Schiotz-Allee 36 II. tZbornvbiiuvn olilo. Reiuh. Krüger, Helmholtzstr. 20, l'unlrn,,. F. Fol,». Mendels!:, 50: Mcitzncr. Sckmtstr, S.« pari,; Schulz, Schmiolste, 22; 12. Silier. Tlrolcr Sie, 42. Itctiue'.Itcndork■ 0»t. Marl Schöulicrg. Reiideuzstr. 66; P. Gursch. P:ooinjsir. 56. kolnlelteindni't.dVo.nt. Gttst. Ried«, Schanmieb erste. 120. HVciU«iiikCL>. Alb. Taudinann, Oichienbergte£ir. 11; Lndw. Hodapp, Wärthstr. 6. I« alle« Zahlstellen: Neuanfnalimen von Mitgliedern.— Umtausch der allen Hncher und Annahme von Beiträgen. Abottnements auf de«„Vorwärts". . Dandorf&G Belle-Alliance-Strasse Gr. 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Vach dem mit den Magistraten von Berlin, Berlin-Schöneberg und Neukölln, iywie mit den(«emeindevoriländen von Nikolassee, Berlin- cölegllh, BerIi».Z.emveU>oj,. Berlin-Weiilensee, Berlin-Buchholz, Berlin- .Hcinyisdoij, Berliir-Niedcrschönhausen und Berlin-livsenthal, serner mit Oer .Königlichen Koinniission zur r'lusleilung der Domäne Dahlem. Berlin- Dahlem, getrossenen Ablomtnen brlräal der Preis des Gaseh von dem Tage ab, an dem im Monal Bpril 1917 die Ga>Zmesferftände von tu' Beamten aiiiaenommenßwerdc», das Kubikmeter. Berlin, den 2. Mai 1S!7. nnferen einschließlich Warcnumsaßsteuer, IL Pf. für 11992 Imperial Lontiaental Das Association Ztaderat II»» tinsitilrer. Liquidator. Monatsgarderobenhaus .11. Tili'ki.oher, PrlnxcntitraMR 70, nahe Moritzplatz, AM"(sriaB für Man: 1K- Emp fehle aus guten Ariedensftoffeu gefertigte elegante neue Herrrn-Garderode. auch für slarlc Figuren, ibedermann kann sich gut nnd billig Neiden. Jaetett-, Roit. Dvort- Attzuge, Paletots. Dame». 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Bon Geschwulst und Abszesi a» alter Lperationsnarbc mit 15 Be- Handlungen geheilt.— Frl. M. Nf usdiict, Bln.-Schöneberg. Sedan- slrage 17 ll bei Friebick. Bon Geschwulst u. Nervenschwäche i» 1 Wochen aebeill. Vorher dringend zur Operation geraten.— Herr Zl. Schlaßi». Berlin, Eaprivistr. 24. Bon Geiichtslupus in 1 Monat vollständig geheil:. Lorher t! Wochen mit Radium in einer Berliner Klinik ohne Eriolg behandelt.— Frau G. Popp. Lichten- berg. föärlneritr. 10. Bon chron. Frauenleiden, Herzschwäche »nd Ncrftopsuiig geheilt.— Sohn des Gärtners H. König, Pankow. Fn 9 Wochen von veralteter Betnlähmung geheilt. Vor- her anderweitig jeder Eisola abgesprochen.— H. 4t. Roestel, Lehrer, Berlin. Bornholmcr Str. 89 III. Bon Nervenschwäche in vier Wochen geheilt. Erklärt sidi jelbit für ganz gesund.— Herr Milch- händlcr Gctere, BeUin. Gieiicnhagcner Str. 29. Bon gichtifch- rheninat. Schmerzen in Bein u. Fußgelenk geheilt. Sehr zusrieden. Herr Sl. Vrose, Berlin-Rariendors, StrcUtzer«tr. 11. Von chroui- »ischcr Rultenmartcntzündung und Lähmung gebeilt. Vorher lür unheilbar erklärt.— Herr R. ijölluer, Reinickeudorj-Oft, Provinz- itraße tl7. Von Lungeudlute» und Katarrh geheilt.— Frau I. Herold. Berlin, Jiamlerstr. 23. Von Bronchialkatarrh geheilt. —• Zwei Kinder des Kohlenhändlers Herrn Linke, Verlin. Streicher TIraße 9. Vor 9 Fähren oo» Lungenlride» geheilt, heute noch ge- iinid.— Herr G. Koppe, Bln.-Rummelsburg. All-Boxhagen 8. Von doppelseitigem Luiigrnspineiikatarrh geheilt.— Herr C. Neu- maun. Lichtenberg. Blumcntbalstr. 13. Von Neurasthenie und ncr- vöter Magenjchiväche geheilt.— Frau G. Grone. Berlin, Zwingli- üruße 29.� Bon Leberietden geheilt.— Frau Reitaurateur Hering, Berlin. Schönhauser Allee 87. Von Pasedowscher Krankheit ge- heilt.-— Herr Grich Port. Berlin, Slcnöaler Str. 17, IV. Von Nieren- u. Klasenkeiden, Wastersurtit. allgemeiner großer Schwäche gebeilt.. Vorher im Krankenhause erfolglos behandelt. Jetzt Fliegers oldat. Getrennte BehaudluagSräume für Damen und Herren: Sprech- ni Behandlungszeit 9-1, 4-7V2 Uhr. Sonnt, u. Feiertags 9-1 Uhr. Berlin 80 IL. Bruckenstr. 10b ÄowÄ»! I DkiiWn tefiottnrlikitn�nM. Bezirksverwaltuug Gro�-Bcrlin. Telephon: Amt Moristplast Nr. 2382 und 4747. Delegierte zur örtlichen General-Versammlung der Bezirksverwaltung Groh-Bcrlin! Am Montag, den 14. Mai 1917, abends 8 Uhr, im Gcwerkschaftshause, Engeluscr 14)15(Saal 1); Ordentliche General-Versammlung pro 1 Quartal 1917* Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts-, Kassen« und ArbeitSnachweiSbericht pro 1. Quartal 1917. 3. Erledigung etwa eingegangener Anträge. 4. Geschästlich.cs. Mitgliedsbuch und Legitimationskarte» sind am Eingang des Saales zwecks Ab- stempelung vorzulegen. Ohne Buch und Karte kein Zutritt. Wer mit seinen Beiträgen über acht Wochen im Rückstand ist, hat ebenfalls keinen Zutritt. 1)19________ � I>i<» Bozii'kuTerwaltons. ! Sammelt Knochen! Speisefett Qlycerin Olein Stearin Aus Knochen werden Futtermittel Düngemittel Gelatine Leim gewonnen. Freiwillige Sammlerverbände wenden sich wegen Abliefopnngund«chnellater Vcrwertnns an ein Hit- glied der Kohag(Kohprodukten-Handels-Gesellschaft m.b.H., Berlin KW 7. Sie ist die Organisation der Großsammler. Sie hat an jedem Platze Deutschla n d s eine Vertretung. Die Kohag-Mitglieder weisen Lamm eist eilen auch im kleinsten Orte nach. llie Kobag-Mitglieder zahlen die besten Preise und sorgen für die scbneilste Zustellung an die Fabriken. In Berlin: Die Sammelorgauisationen der mit der Rohag liierten knochenverarbeitenden Industrien und zwar; 1. Aktiengesellschaft für rhemisebe Produkte vorn». H. Siebeide mandel, Berlin X W 7. Fabrik Wilhelmsberg. Tel. Kr. Lichtenberg 40. 2. Chemische Werke„Merkur", Bittenwalde. Tel. Nr. Mittenwalde 64. RohagsMitglieder sind in Provinz Brandenburg: Firma Wohnort Straße Friedlünder A. JL«oewenthal Bernau b. Berlin, leeopold Biiller A. Ziekelbcin& Söhne Pnrsebel F Co I>. Toten köpf H. I.niigenbeekers\acht. Bax. Werblowsky l.eopold Ober�itxko W. Biinuichs Aaehf. Julius Broziat S. Kosenthai Cebr. Herwig C. Liiebert Karl Benz S. Bentschkron Karl Schulz B. Becker Gustav Kreide Franz Bcthke A'achf. Brandenburg a. H. Cüstrin/Kietz Forst N.-L. iVankfurt a. Oder Fürstenwalde a. Spree Guben Landsberg a. W. Luckenwalde Nauen, Perleberg, Potsdam. Ptitzwalk Rathenow Soldin Sommerfeld Spandau Wittenberge, Bz. Potsdhra Wittstock Fruchtstr. 5. Chausseestr. 19. Koloniestr. 56. Jägers tr. 12. 1 Jetzt ist es Zeit zur Urttndnng des Eigenheimes Guter Gartenboden zu Gemüsebau und Obstanlagen. Billigste Kauigelegenheit schönster Gartongrundstücke in 148L Biesdorf Station der Stadtbahn %Kute 3i5 iL an Sulsdorf am Bahnhof beginnend [jKute 13 M. an Kaulsdorf=S&d Station Sadowa □ Rute 15 iL an Petershagen Bahnhof Fredersdorf t iRute lO M. an. Ausk.an den obigenBahnhöfen u b. heini-CnOMellfeich.. 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