Nr. 123. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei tu's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post: Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzelle oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 31. Mai 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Abonnements- Einladung. Richter, Gendarm und erfahrene Frau in irgend einer Rede, die sie über eine Redefreiheit. Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach Kräften für die Erweiterung unseres Abonnentenfreises Als durch den Aufsehen erregenden Gummischlauch zum 1. Juni thätig zu sein. Es ist das eine Parteipflicht. Die Hauptstärke einer Partei liegt in ihrer Presse Prozeß selbst die bürgerlichen Kreise und deren Presse je mehr Leser ein Blatt hat, desto größere Macht hat stuhig wurden über Form und Ergebnisse unserer Recht es, und je größer die Macht der Parteipresse, desto größer Sprechung, haben wir sofort davor gewarnt, einen einzelnen die Macht der Partei, wer dem Partei Organ neue Leser Richter, der durch sein Temperament zu einer offen zuführt, stärkt sonach die Partei. = gewerkschaftliche und noch dazu ausländische Angelegen heit hält, einen solchen aufreizenden Ruf ausstoßen tönnte, dessen alberne Form schon den Eindruck macht, als habe ihn ein Kolportageroman Fabrikant ausgebrüht, um die Philister durch gruselige Butschbeschreibungen zum Ankauf seiner Schundwaare zu verlocken. Aber das erkennende Gericht hat ja auch garnicht angenommen, daß die Angeklagte zu den Waffen- Spießen, herzigeren Bekundung seiner Anschauungen verleitet wird, Dreschflegeln, Mausergewehren, Säbeln, Gummischläuchen, je ausschließlich verantwortlich zu machen für den Geist, nach dem gerufen hätte. Als auf den Einwand des Rechtsder, den Rechtsanschauungen des Voltes zuwider, in den anwalts, ob die Rednerin wohl von geistigen Waffen Ergebnissen unserer Strafrechtspflege allerorts und jederzeit gesprochen hätte, der wachtmeisterliche Zeuge verdugt zu Tage tritt. Wenige Tage nach dem Brausewetter- Prozeß zugeben mußte, daß das wohl möglich sei, konnte das Gewaren vergangen und der Prozeß gegen Redakteure und richt nicht umhin, zuzugeben, daß die Aussage der Be Drucker des„ Sozialist", noch einige Tage und das Urtheil tlagten und der sämmtlichen 5 Entlastungszeugen, es sei gegen Dr. Gumplowicz hätte jeden unbefangenen Beobachter nur von geistigen Waffen die Rede gewesen, doch wohl zuFür Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, sowie unserer Zustände belehren müssen, wie sehr wir recht hatten treffend set. Damit wäre eigentlich der ganzen Anklage der mit unserer Warnung. Mit dem 1. Juni eröffnen wir ein neues Abonnement Mit dem 1. Juni eröffnen wir ein neues Abonnement auf den „ Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der illustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 1,10 Mark für den Monat Jnui entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919.) In unserer Nummer 71 begannen wir die Veröffentlichung des geschichtlichen Romans Der Jude. Jetzt hat unsere Rechtsprechung in einem politischen Prozeß wieder eine Leistung fertig gebracht, die zwar nicht durch die Schwere des Urtheils, wohl aber durch dessen richterliche Begründung alles in den Schatten ſtellt, was Herr Landgerichts- Direktor Brausewetter fertig gebracht hat. Wir meinen die Verurtheilung von Ottilie Baader wegen Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten durch das Landgericht Berlin II. Prozesses. Vergegenwärtigen wir uns einmal den Hergang dieses Fräul. Ottilie Baader hielt am 7. Dezember v. J. in Reinickendorf einen Vortrag über den großen englischen Kohlenarbeiterstreit. Nach der Bekundung eines über wachenden Gendarmen soll sie im Laufe ihres Referates in den Ruf ausgebrochen sein: Auf, Ihr Männer, zu den Neu eintretenden Abonnenten werden die bisher erschienenen Waffen, damit der schreienden üngerechtigkeit ein Ende gemacht wird!" Nummern auf Verlangen nachgeliefert. Von Spindler. Nach diesem Roman werden wir einen anderen veröffentlichen, der in Berlin spielt und die März Ereignisse des Jahres 1848 schildert. Die Redaktion und Expedition des Boden ausgeschlagen gewesen; aber nun kommt das Meisterstück juristischer Dialektik, durch das trotz der vom Be lastungszeugen selbst erschütterten Beugenaussage dennoch eine Verurtheilung begründet wird. Trotzdem das Gericht zugiebt, der wachtmeisterliche Beuge habe infolge seines niedrigen Bildungsniveaus den Sinn der Worte mißdeutet, trotzdem ferner ausdrücklich festgestellt wurde, daß der Zeuge nicht zu stenographiren versteht, nimmt das Gericht an, daß er dennoch den Wortlaut der fraglichen Aeußerung doch volls kommen richtig wiedergegeben habe. Diese richterliche Annahme vernachlässigt eine ziemlich allgemein bekannte psychologische Beobachtung, auf welche Weise das Erinnerungsbild eines gehörten Satzes sich dem Gedächtniß eines Hörers einprägt. Mit Ausnahme derjenigen Leute, die mit einem ganz meisterhaften und durch andauernde Uebung ge schulten Wort und Redegedächtniß ausgerüstet sind - und zu diesen Leuten gehört augenscheinlich der Nun ist ja alles möglich, auch das scheinbar Wider Reinickendorfer Gendarm nicht pflegt niemand den exakten sinnige; aber eine jede Behauptung, um als richtig aner Wortlaut auch nur eines einzelnen Satzes aufzufassen. fannt zu werden, muß doch glaubhaft begründet werden. Der Hörer faßt den Sinn des Satzes auf; und mehr oder Rein einziger unserer Leser, der Fräulein Baader kennt weniger genau, je nach seiner Sprachbegabung und Erinneund sie ist in Berlin durch ihre langjährige agitatorische rungsschärfe kleidet er dann den Sinn in Worte, die sich Thätigkeit im Interesse der sozialistischen Frauenbewegung als leicht verwischbares Erinnerungsbild im Gedächtniß fest,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. bekannt genug wird es für möglich halten, daß eine so fezen. Die Sinnerfassung ist das primäre bei Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. " " fandten Dieners, der die Ankunft des Neffen verkündete, Meinem Vater ist ein Unfall zugestoßen, dessen nähern welcher Haus und Hof wie mit Sturm eingenommen habe. Verlauf ich heute noch wissen muß." Höre doch einmal Der furchtsame Geistliche, der sehr geneigt war, an eine be- zu, Fiorilla!" seufzte der Prälat, trostlos die Hände falabsichtigte Gewaltthätigkeit seines Wildfangs von Anver- tend:" Höre doch, wie der Gelbschnabel zu mir spricht. 51 wandten zu glauben, rief Fiorillen herbei, die ihn nur mit Wie der Guardian zu einem Novizen. Was geht mich Mühe von dem Vorhaben abhielt, seine ganze Dienerschaft denn seine Besorgniß an? Warum muß ich denn gerade zu seinem Schuze um sich her zu versammeln. heute noch das Schreiben lesen?" Weil es meinen Entschuldigt meinen seltenen, späten und überläftigen Vater betrifft;" versette Dagobert heftig, der freilich nur Besuch!" rief Tagobert beim Eintreten;„ Mein Geschäft bei Euer Bruder ist, und weil ich kurz und gut nicht " Ich dummer Hans!" murmelte Gerhard durch die Zähne, Euch ist kurz, aber um so dringender!" Der Prälat eher aus dem Hause gehe, als bis ich weiß, was den Meinen und" schlug sich mit der geballten Faust vor die Stirne: lief einige Schritte zurück, da Dagobert's Hand rasch nach zugestoßen."" Du wirst sehen," raunte der Prälat Dümmer als ein Gänferich. Es ist auch wahr. Vergebt, dem Gürtel fuhr, um den Brief herauszuziehen, und die Fiorillen ins Ohr Du wirst sehen, er setzt uns noch Fröschlein; gestorben wird er nun wohl nicht sein, aber Versicherung Fiorillens, es sei wirklich nur ein harm auf die Gasse, und macht sich breit in meinen vier Pfählen. Ihr werdet nun aus dem Briefe sehen, daß gewiß etwas loses Papier und keine Mordwaffe, welches der Better bei Sieh nur, er glüht im Gesichte wie ein Kobold. Ob er Schreckliches vorgefallen."- Dagobert wollte foeben, seinem fich trage, fonnte Monsignore taum beruhigen. Dagobert betrunken ist, oder ob er am Veitstanz laborirt, oderZweifel zu entgehen, die Wachsplatte von dem wohl war genöthigt, ihm wie einem widerstrebenden Kinde die was den deutschen Bäven öfters zu begegnen pflegt verwahrten Schreiben lösen, als er noch einen Blick der Finger zu öffnen, und den Brief hineinzulegen, mit der gerade von einer verderblichen Lust zu morden und zu Aufschrift schenkte." Nein," rief er alsdann, bei unserer Bitte, doch ja allsobald den Inhalt desselben ihm mit- wüthen befallen ist wer weiß das!"- Thut ihm des lieben Frau vom Berge! Da hätte ich etwas übsches an- zutheilen. halb den Gefallen, den er verlangt," ermahnte Fiorilla: gerichtet. Das Schreiben gehört meinem würdigen Ohm, Nun begann der Muth des Prälaten wiederum zu Sohnesliebe spricht aus ihm." Sohnesliebe spricht aus ihm."" Nun, wenn Du meinst," dem Prälaten. Der eifrige Mann würde mich in Bann wachsen.„ Per Dio e la santissima vergine!" rief er mit versette der Prälat: so sei es drum. Gieb mir die Brille, thun, täme es verlegt in seine Hände. Vergieb indessen aufgeblasenen Backen, da er den Urgrund seiner Besorgniß und zünde mir im Nebengemach die Lampe an. Du weißt meiner begreiflichen Neugier, wenn ich Dich jetzt allein lasse, einsah: heißt das nicht die Rohheit eines deutschen wohl," sette er leiser hinzu, daß ich an dem verdammten zur Stunde, wo der Becher Dir am besten mundet. Ich Lümmels auf die höchste Spitze steigern? Wie nanntest Du trausen Geschrift lange studiren muß mit meinen denke das Versäumte nächstens einzuholen. Für jetzt aber Dich vorhin? Einen feltnen, späten, überläftigen Gast? blöden Augen, und ich fann's nicht leiden, daß der wilde eile ich, den Ohm, so leid mir's thut, aus seiner abend- Jawohl; eine Lüge sagtest Du mindestens nicht in diesen Laffe davon Beuge sei. Unterhalte ihn indessen, wenn Du lichen Bequemlichkeit zu stören, denn bis morgen die Un- Worten. Ist das eine feine Zucht und Sitte? Ueberfällt Dich vor ihm nicht fürchteft; und suche ihn zu begütigen, gewißheit zu ertragen, vermag mein Gemüth nicht. Gute bei Nacht und Nebel, einem Buschklepper gleich, seinen damit der Teufel Ruhe halte, der in ihm rumort." Nacht!" Gute Nacht, Junker," entgegnete Gerhard: Ohm, einen Prälaten, der noch obendrein aufgebracht gegen Fiorilla versprach ihm, ihr möglichstes zu thun, und der Ihr hegt doch keinen Groll gegen mich?"" Sorge ihn ist, und mit Recht ungehalten auf seinen Lebens- Prälat schlich zum Nebengemach, sich an die beschwerliche nicht," beruhigte ihn Dagobert: Was kann der Mund wandel. Und warum dieser stürmische Ueberfall, der Arbeit zu machen. Dagobert hatte sich in einen Sessel gedafür, daß er einem ungeschickten Kopfe gehorcht? Jß und manchem weniger Beherzten den blassen Tod hätte zufügen worfen, und starrte erwartungsvoll zur Decke empor. Fiotrint! Die freie Tafel bis zum Tage des Turniers soll tönnen? Weshalb dieser Gräul? Um einen Brief zu rilla machte sich allerlei in der Stube zu schaffen, näherte darum nicht wegfallen!" überbringen, der morgen ebenso gut gelesen werden könnte, sich dem Schweigenden, entfernte sich wieder von ihm, Der Prälat staunte nicht wenig, die Stille seines denn heute." huftete, sprach mit dem Sittich, und da alle die kleinen Hauses durch ein ungebührliches Bochen und Lärmen geftört Mag fein, Ohm;" erwiderte Dagobert: ich kann Guch Mittel nicht verfingen, die sonst wohl der Männer Auf zu sehen, und traute faum dem Bericht des zur Pforte ge- laber darum doch nicht helfen. Meine Besorgniß ist zu groß. merksamkeit rege machen, trat sie auf's neue zu dem Jüng er Schöpfung des Erinnerungsbildes. Wird der Sinn das Medium ihres Intellekt feststellen könnte, als was fürs scheint man der Meinung zu sein, daß eine solche Maßines Sages nicht verstanden, erleidet auch der strafwürdige Rechtswidrigkeiten die Worte eines sozialistischen regelung nicht beabsichtigt sei. Wortlaut durchweg im Geiste des Hörers des Hörers mehr Redners mißdeutet werden könnten und entsprechend dieser Wir theilen nach allem, was wir in Preußen geoder weniger erhebliche Umänderungen: Das Er Mißdeutung dann bestraft werden müßten. wöhnt sind, auch diese Meinung. Vielleicht wird aber innerungsbild des Wortlauts paßt sich dem Erinnerungsbilde Mit den: Interesse des Arztes am Krankenbette ver- doch jemand an ein Zivilgericht versetzt, vielleicht Herr des Satfinnes an. Hätte der Gerichtshof diese einfache zeichnen wir auch diesen Richterspruch als Symptom des Röseler.Psychologische Erfahrung in Rechnung gezogen bei Er- Entwickelungsganges unserer Staats- und Gesellschaftswähnung des wachtmeisterlichen Zeugnisses, wie das eigent- ordnung. Wir sind nunmehr noch gespannt darauf, was lich der Geist unserer Gerichtsverfassung von ihm verlangt, das Reichsgericht in der Revisionsinstanz und das was | so hätte er nicht den Wortlaut der inkriminirten Aeußerung die bürgerliche Presse dazu sagen wird. durch die wachtmeisterliche Wiedergabe für festgestellt erklären dürfen, nachdem er zugegeben, daß der Gendarm auf grund feiner geringen Bildung deren Sinn mißverstanden Politische Leberlinit. haben mußte. Berlin, den 30. Mai. Das Herrenhaus nahm eine Reihe von Vorlagen entsprechend den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses an, so auch die Gesetze über die LandwirthschaftsRammern und über die Rechte der Vermiether an den in die Miethsräume eingebrachten Sachen.Novelle zum Iufallversicherungsgesehe. Endlich Aber auf der Annahme, daß dieser Wortlaut korrekt wird die von unserer Partei seit mehreren Sessionen ge wiedergegeben sei, beruht die ganze weitere Begründung der Der 18. Januar in nicht Brausewetterischer forderte Revision des Unfallversicherungsgesetzes von der Verurtheilung. Durch jenen Wortlaut soll Fräulein Baader Beleuchtung. Heute wurde wieder über den 18. Januar Reichsregierung etwas gefördert. Freilich viel wird za bei ungebildeten Leuten den Glauben haben erwecken wollen, vor dem Landgericht I verhandelt, heute saß aber nicht bessern, manches ganz zu ändern, und neues zu fordern sie sollten zu den Waffen greifen. Herr Brausewetter, sondern Herr Röseler dem Gerichte sein, bevor das Gesetz den berechtigten Ansprüchen der ArJeder, der fich längere Zeit in Versammlungen unserer vor. Heute wurde die Verhandlung in der bei Gerichten beiter halbwegs genügen kann. Nach dem den Bundesregierungen Partei bewegt hat, der die sozialistische Literatur kennt, der üblichen Weise geführt, der Vorsitzende suchte sich über die zur Begutachtung vorgelegten Entwurfe soll die Unfallda weiß, mit welchem Stolz der deutsche Arbeiter gegen Vorgänge zu informiren, die den Angeklagten zu den in- versicherungspflicht fortan auf alle ihr bisher noch nicht über den skraut'schen Dreschflegeleien daran festhält, daß friminirten Aeußerungen veranlaßt hatten. Er vermied es, unterworfenen Betriebe ausgedehnt werden, also namentlich seiner Sache der Sieg durch den Kampf mit geistigen den Anschein zu erwecken, daß der Angeklagte einem auf das Handwerk und das Handelsgewerbe, die gesammte Waffen erfochten werden soll, wird ohne weiteres Richter mit vorgefaßten Meinungen, mit einem Fischerei und die Seeschifffahrt mit Fahrzeugen bis zu 50 glauben, daß Fräulein Baader nicht von dem hinter war auch von der Unfehlbarkeit der Polizei nicht über- lichen Arbeitern in solchen Betrieben auch die Gesellen, Gehilfen, hinter- schon fertig gestellten Urtheile gegenüber stehe, er Rubikmeter Raumgehalt. Demgemäß werden neben den eigent haltigen Gedanken geleitet wurde, irgend welche Zuhörer, die auf dem tiefen Bildungsniveau eines Gen- zeugt, sondern war redlich bemüht, sich über die bei der Lehrlinge, Betriebsbeamte, Werkmeister und Techniker versichert darmerie Wachtmeisters stehen, zum Kampf mit Flinten, Berliner Polizei üblichen Gewohnheiten zu informiren, er werden, sofern deren Jahresverdienst an Lohn oder Gehalt Säbeln und Gummischläuchen aufzufordern. Aber deutsche stellte sich, wie es den Richter geziemt, naiv und lern die Summe von 2000 m. nicht übersteigt. Auch die UnterRichter brauchen sich natürlich nicht in unseren Versamm- begierig dem Falle gegenüber. So fragte er den Polizei- nehmer sind berechtigt, sich selbst zu versichern, sofern ihr lungen bewegt zu haben und nicht die sozialistische Literatur lieutenant Schmidt: Jahresarbeitsverdienst die Summe von 2000 m. nicht überzu kennen. Das verlangt weder das Referendar- noch das„ Ob es denn vorkomme, daß die Polizei Leute in Arbeiter: steigt. Hinsichtlich der Aufhebung der Versicherungspflicht, Assessorexamen von ihnen, und in ihrer späteren amtlichen fleidern engagire, die sich unter die Masse mischen und die der Höhe der zu gewährenden Entschädigung, der BeThätigkeit haben sie wenig Zeit und Gelegenheit, sich Leute plötzlich mit Gummischläuchen über das Gesicht schlagen, rechnung der Rente und der Entschädigung für die Hinterfolche Kenntniffe zu erwerben. Nur so ist es erklärlich, daß der Gerichtshof zu der kühnen Schlußohne daß das Publikum eine Ahnung davon habe, Beauftragte bliebenen werden neue oder doch veränderte Grundsäße aufgestellt. So sollen die Ascendenten eines in folgerung gelangte, Fräulein Baader habe verkappter Weise folge eines Unfalles Verstorbenen fünftig auch dann gewiffe, auf einem recht niedrigen Bildungsniveau stehende nicht ihr einziger Ernährer war, sondern nur wesentlich einen Entschädigungsanspruch haben, wenn der Getödtete Zuhörer im vollen Sinne des Wortes zu Gewaltthätigkeiten mit den Waffen aufreizen wollen. zu ihrem Unterhalte beigetragen hat. Auch die Enkel und Die Unternehmer der unter die Novelle fallenden Betriebe Geschwister des Verstorbenen sind entschädigungsberechtigt. Unfallversicherungs- und Berufsgenossenschaften vereinigt. werden zum Zweck der Versicherung auf Gegenseitigkeit in In den Unfallversicherungs- Genossenschaften sind, mit Ausnahme der Reichs- und Staatsbetriebe, sowie derjenigen Betriebe, die eine berufsgenossenschaftliche Organisation erhalten haben, alle unter das neue Gesetz fallenden Betriebe ohne Unterschied des Betriebszweiges versichert. Lücke auf. der Polizei vor sich zu haben." nichts wisse, wird dem Vorsitzenden vielleicht als Bejahung Die Antwort des Polizeilieutenants, daß er davon seiner Frage erschienen sein. lediglich als Vigilanten, die unter Umständen die Arbeiter Als der Vertheidiger, Dr. Biber, die Achtgroschenjungen nicht zurück, sondern behielt sich hierüber eine Frage vor, provoziren, bezeichnete, wies der Vorsitzende diese Erklärung er erklärte: ,, Er müsse wissen, ob man hier in Berlin dem Publikum zumuthen könne, sich ohne Weiteres von Leuten in Zivil mit Gummischläuchen schlagen zu lassen." Aber selbst diese Schlußfolgerung weist noch eine Die sämmtlichen fünf Entlastungszeugen bekunden, daß Die sämmtlichen fünf Entlastungszeugen bekunden, daß fie die Worte Fräulein Baader's im Sinne eines Kampfes mit geistigen Waffen aufgefaßt hätten. Das hat ihnen auch der Gerichtshof geglaubt. Kein einziger Beuge aus der Zuhörerschaft wurde vorgeführt, der die Auffassung der Beamten getheilt hätte. Es ist deshalb eine ganz willkürliche Annahme des Gerichtshofs, die übrige Zu- Nachdem eine lange Reihe von Zengen bekundet hatten, hörerschaft, oder doch ein erheblicher Theil derselben stände wie wenig Veranlassung die Polizei zu ihrem Einschreiten Die Mittel zur Deckung der von einer Unfallversicherungsauf demselben niedrigen Bildungsniveau wie die beiden hatte, und nachdem die Thaten der Leute in Genossenschaft zu zahlenden Entschädigungsbeträge und der Gendarmen und hätte deshalb die Worte des Fräulein schlechtester Garnitur" geschildert wurden und einige aufzuwendenden Verwaltungstoften werden von den MitBaader in gleichem Sinne auffassen müssen. Es mag ja mit Gummischläuchen behandelte, an der Affäre gliedern durch Beiträge aufgebracht, die so zu berechnen sein, daß was Lesen, Schreiben und Rechnen, überhaupt ganz unbetheiligte Personen sich vorgestellt hatten, fragte sind, daß dadurch außer den sonstigen Ausgaben der Gedie Ergebnisse unserer Volksschulbildung anbetrifft, die der Präsident, nicht Herr Brausewetter, sondern Herr nossenschaft der Kapitalwerth der ihr im Rechnungsjahr Gendarmen in ihrem Bildungsniveau nicht hinter der Röseler: zur Last fallenden Renten gedeckt wird. Das sind die Durchschnittsbildung der Bewohner von Reinickendorf zurück„ Liegt bei einer solchen Praxis aber nicht die Gefahr nahe, wesentlichsten Bestimmungen des den Regierungen mit stehen. Wir können aber mit Sicherheit behaupten, daß bie politische Bildung der vorstädtischen Arbeiter daß, wenn das Publikum glaubt, fich Angriffe von Zivil- getheilten Entwurfs eines Gesezes, betreffend die Erweite rung der Unfallversicherung." und auf die politische Bildung fommt es hier ausschließlich personen nicht gefallen lassen zu brauchen, der Krakehl, der ver mieden werden soll, erst recht geschürt wird Erneuter Aufturm gegen die Sonntagsruhe. wird durch eine erheblich höhere ist, als die irgend eines GenDer 1893er Bericht der Handels- und Gewerbelammer darmen. Wir sind der festen Ueberzeugung, von den soziafolche Angriffe nichtuniformirter Leute den zu vermeidenden bringt die Nachricht, daß eine große Anzahl von Kaufliftischen Zuhörern, die doch nach Ansicht des Gerichtshofs Butschen gewissermaßen in die Hände gearbeitet, ist es politisch leuten und Gewerbetreibenden der Oberpfalz bei ihrer Reallein durch eine sozialistische Rednerin zu Gewaltthätigkeiten Klug, durch Angriffe solcher Persönlichkeiten, den Zündstoff zu gierung eine Eingabe eingereicht haben, in der des Langen hätten aufgereizt werden können, hat nicht ein einziger eine hellen Flammen zu bringen?" und Breiten auseinandergesetzt wird, daß es nur aus Aufforderung zum Rampf mit geistigen Waffen im Sinne Wir haben diese vorstehenden Stellen, die unsere Leser Rücksichtnahme auf die Interessen der des Reinickendorfer Gendarmen und des Landgerichts- in unserem ausführlichen Berichte über die Gerichtsverhand- faufenden Bevölkerung nothwendig sei, auch den Direktors Garz als eine Aufforderung zu Gewaltthätigkeiten lung auffinden, hier nochmals zusammengestellt, um den Nachmittag und Abend dem Verkehre freizugeben, mißverstehen können. Den Beweis dafür, daß das geschehen Gegensatz zwischen der Auffassung zweier Borsigender am da dieselben sonst dem Haufirer und Handelstreibenden zur tonnte, find jedenfalls die Anklagebehörde und der Gerichts- gleichen Gerichte bei Verhandlung zweier ähnlicher Fälle hof schuldig geblieben. Die unbewiesene und unbeweis möglichst flar hervortreten zu laffen. Wir könnten den bare Annahme ist aber das letzte Glied in der Kette ab- selben Aeußerungen des Herrn Landgerichts- Direktors fonderlicher Schlußfolgerungen, mit denen die Verurtheilung Brausewetter entgegenstellen, aber dies ist nicht nöthig, Fräulein Baader's begründet wurde. der stenographische Bericht über den Prozeß ist ja doch in an Beute fallen, von denen die Herren seßhaften Kaufleute versichern, daß sie selbstverständlich nur minderwerthige Waare zu theuren Preisen verkaufen. Wir dächten, daß die Handelsherren es der kaufenden Bevölkerung überlassen könnten, selbst ihre Interessen wahrzunehmen, am allerwenigsten Nebenbei bemerkt, würde dieses Urtheil, wenn seine aller Händen. aber dieselbe zum Deckmantel ihrer eigenen, gewinnsüchtigen Begründung auch bei unsern Verwaltungsorganen An- Heute finden sich in mehreren Zeitungen Erörterungen Bestrebungen zu machen. Sehr bedauern wir, daß die Reerkennung finden sollte, dahin führen müssen, daß fünftig Leute darüber, ob von einer Versehung des Herrn Landgerichts- gierung das übermüthige Verlangen nicht direkt abgewiesen mit möglichst niedrigem Bildungsniveau zur Ueberwachung Direktors Brausewetter an ein Zivilgericht die Rede sein hat. Sie hat vielmehr zur Antwort gegeben, daß sie zwar politischer Versammlungen ausgeschickt würden, damit man durch könne. Die Antwort ist zwar nicht direkt gegeben, doch nicht sofort den Wünschen willfahren kann, aber sachling und flopfte ihm leise auf die Schulter. Dagobert suchen. Bald entdeckte ich dessen Aufenthalt. Der Vor- blick, der sie vereint, ist zugleich der Augenblick des Todes tauchte aus der Fluth seiner Gedanken auf und sah ver- wand, italienisch Gold gegen deutsche Münze umzutauschen, für beide. Müht Euch darum nicht, gutes Mühmchen. Und wundert in das Auge des lieblichen Mädchens, in welchem führte mich beim Vater ein; meine Jugend und Schmeichelei wäre auch endlich was ich behaupte die fittsame, Sich weder Leichtfertigkeit noch stille Sehnsucht, wohl aber machte mich der Tochter angenehm, das Vorgeben: ich züchtige Esther nicht die Flamme aus der Nachbarschaft der die freundlichste Theilnahme aussprach.„ Warum so ver- sei noch, was ich einst war, Warum so ver- sei noch, was ich einst war, ihre Glaubensverwandte Wüste, und ich, Dagobert Frosch, nicht der eiskalte Sumpfloren?" redete Fiorilla sanft und wohlthuend den Better machte dem Vater meinen öftern Besuch bei der ein- bewohner, den mein Name verkündet, sondern wir beide ganz an: Was kann Euch so betrüben und tränken? Euer samen Tochter wünschenswerth; und mein offenes Bekennt gewöhnliche Menschen von gemäßigter und gegenseitiger Bater ist ja nicht gestorben, da er selber Urkund von sich niß von meinem Uebertritt und meinen ziemlich nahen Be- Leidenschaft; dennoch würde nichts aus Eurer Eheftiftung. giebt, und andrer Schmerz belastet Euch nicht." Ihr ziehungen zu Euch gewann mir das unumschränkte Ver- Wich fordert der Altar, wie Ihr wohl wißt, holde habt recht, Mühmchen", entgegnete Dagobert leicht, für trauen Esthers!"" It's möglich?" rief Dagobert, und Freundin." heute ist Ungewißheit mein Einziger."-Wir Frauen ich ahnte nicht? Müßt Ihr denn, einem blinden Wahne gehorchend, moeten so gerne jede Plage von der Brust des Mannes" Warum kamt Ihr nicht mehr in Ben David's Haus?" zwei Herzen brechen?" eiferte Fiorilla:„ Giebt es nicht nehmen", fuhr Fiorilla fort. Wie lohnt Ihr mir, wenn fragte Fiorilla. Oft schlich ich mich von hier weg, um Lande, wo man vom thörichten Gelübde Eurer Mutter ich diese Frauenpflicht an Euch übe? wenn ich vielleicht einen Euch an Esther's Seite zu erwarten. Oft harrte ich auf nichts weiß? Flieht dorthin. Esther, ich schwör's Augenblick Eures Lebens in die Farbe der Rosen tauche?" einen abermaligen Abendbesuch unter meinem Kammer- Euch zu, wird nach kurzem Widerstande folgen, ohne Kampf " Versucht's!" sprach Dagobert: Wählt gleich den fenster, um Euch von dem Gesagten in Kenntniß zu setzen. die Lehre laffen, die ihr Herz nicht liebt; zu dem Glauben jezigen Augenblick, in dem ich der Erheiterung bedarf." Esther und ich, wir harrten umsonst. Grausamer! Wer sich bekennen, der ihr jetzt schon theuer, weil es der Eurige ist. So entrunzelt Eure Stirne! Dem Manne, der liebt und wollte kalt an solchem Schatze vorübergehen, und seiner Cure Wissenschaft und adlig Gewerbe sichert den Wohlfich der heftigsten Gegenliebe erfreut, ziemt der düstere Un- nicht begehren, nicht um ihn sich bewerben? Welch eine stand Eurer Hütte. Wagt es glücklich zu sein, entflieht der muth nicht." Gutes Mühmchen! Ihr wißt um meine Fülle von Reizen, die ich neidisch bewundere, aber auch welch' Welt, um ihre Freuden ungestört zu genießen. Bedürft Ihr seltsame Liebschaft; es ist wahr. Was soll diese aber hier? ein Reichthum von Tugenden liegt in diesem Wunder- des Beistandes, des Raths? Wählt mich. Durch UeberIhr Gedächtniß tönnte meinen Unmuth mehren." Nicht mädchen verborgen! Ihr kennt die Blüthe nicht, nach welcher redung, That und Anschlag fördere ich Euern Zweck. Esther so finster!" äußerte Fiorilla neckend und drohend: Der Euer Auge lüstern fah, von welcher sich jedoch die Hand wird glücklich, Euer Herz versteinert nicht unter dem StaLiebende hört ja doch sonst mit voller Seele den Werth scheu entfernte. Das Vorurtheil ist in Euer Herz ein- pulier, und ein blühend Geschlecht wird Euren Freifinn, seines Liebchens von fremden Bungen preisen. Machtet Ihr gewachsen, wie sich der stumpfe Splitter öfters in der Wunde Euren Muth segnen und verehren." hier eine Ausnahme? Ich glaube nicht. So wißt denn, vernarbt. Ihr liebt in dem reizenden Geschöpfe sein Ge- Und rechnet Ihr für nichts die Verwünschungen eines daß ich Euch belobe ob der Wahl, die Ihr getroffen." schlecht; Ihr haßt in ihm sein Bolt. Welch' unendliche glaubenseifrigen, betrogenen Vaters, mit welchen belastet hr?" fragte Dagobert befremdet: Wie könnt Ihr Liebe fühlt Esther für Euch! Wie lohnt Ihr dieselbe durch Esther fliehen würde? Für nichts den Fluch des Meinigen? wiffen?" Erinnert Ihr Euch noch jener Nacht, in der schroffes Verschmähen! Ich habe des Mädchens Leidenschaft Das Urtheil der Welt, den Bann der Kirche, unser eigenes Ihr, des Bedürfnisses voll, eine Vertraute Eurer kleinen durchschaut; ich bewundere schaudernd den Abgrund dieser streng richtendes Gewissen, und endlich den entsetzlichen Geheimnisse zu haben, unter mein Fenster tamt, und mir flammenden Neigung, wie sie nur die glühende Sonne des Augenblick des Wiedersehens dort oben, wenn meine mit überströmender Freude erzähltet, Euer Lieb von Frank Mittags erzeugt. Esther gleicht dem lodernden Brande; Mutter mir entgegenkommen und mich fragen wird:„ Sohn! furt befinde sich zu Costnih, Ihr hättet sie gesehen... hr der abreißenden Eisklippe. Esther könnte Jahre lang wie hast Du mein Gelübde geheiligt? Es ist nicht gelöset, gesprochen?. Recht wohl entfinne ich mich des für Euch sterben... Ihr wagt es nicht, nur einen Augen- und doch nicht erfüllt worden! Ich danke Euch, Abends, von dem Ihr sprecht, denn kaum der Wochen dreie blick für sie zu leben!" Fiorilla, für Eure angebotene Hilfe, allein, Gott sei Dank! find seitdem verftrichen; wie aber jene Kunde sich mit dem Erschüttert schwieg Dagobert, als Fiorilla geendet der Helfer ist in meiner eigenen Brust. Laßt die Sache Beginn Eurer Rede reimt... Das begreift Ihr hatte." Eure Gleichnisse sind nicht übel gewählt," begann beruhen, und uns lieber geduldigen Gemüths vernehmen, nicht, Kurzsichtiger? Ihr kennt die Wißbegier der Frauen er kurz darauf, mit so viel Gleichmuth, als ihm zu Gebote was der Ohm, den ich kommen höre, mir zu verkündigen nicht. Diejenige zu schauen, deren Reize Euch unempfind- stand. Und dennoch ein seltener Fall treffend in haben wird." " " " " " lich gemacht hatten gegen meine Freundlichkeit, ließ ich mich ihrer übeln Auswahl. Sie sprechen das richtigste Urtheil. die Mühe nicht verdrießen, das holde Judenkind aufzus Brand und Eis sollen nimmer sich verbinden. Der Augen Fortsetzung folgt.) gemäße Erhebungen pflegen und nach deren Ergebniß in Eigenthumsanschauung und der individualistischen Eigenthums-| Antrag angenommen gegen 4 Stimmen, nach welchem der Streik der Sache Beschluß fassen werde." Wir können den Hand- vorstellung des römischen Rechts hervorgetreten fei. Im allge- aufrecht erhalten werden soll, bis die Forderungen bewilligt lungsgehilfen nur rathen, jeder derartigen Eingabe, von meinen bekennt sich der Redner zu den von Profeffor Sering sind. Ferner wurde bekannt gegeben, daß sich bereits 3 Streifder sie hören, ein Gegengewicht dadurch zu verschaffen, daß entwickelten Grundsätzen. Er hält eine obligatorische Einführung brecher gefunden haben, zwei bei Reiß, Markusstr. 50, ein Herr fie eine Gegeneingabe machen mit genauer Darstellung aller des Anerbenrechts für angezeigt, möchte die gesetzliche Ver- Beidler und ein Herr Rauthe, wohnhaft Posenerstr. 3, und Gründe, welche gegen eine weitere Einschränkung der Kaufpreise der Landgüter drücke, nicht generell, sondern nur für Dieser heißt Rudolf Schärfchen, wohnhaft Diedenhofenerstr. 9. schuldungsbeschränkung, welche den Realkredit schwäche und die einer bei Dittmeyer, Rochstr. 41-42 an der Stadtbahn. Sonntagsruhe zu erbringen sind. Unter Anderem wäre zu gewisse Fälle eingeführt sehen und empfiehlt zur Umwandlung der Die Berliner Glasschleifer werden gebeten, diese drei Herren erwähnen, daß im Gegensatz zu der Regensburger die Hypotheken in Renten wie zur besseren Organisation des länd- im Gedächtniß zu behalten. Stuttgarter Handelskammer mittheilt, daß sich die Kund- lichen Kredits überhaupt die Entwickelung eines Systems öffent- Uebrigens wurde noch konstatirt, daß diese Leute doch nicht schaft ziemlich daran gewöhnt hat, ihren Bedarf zur be- licher, sich auf die Gemeindeverbände stüßender Banken für die im Stande sein würden, die günstige Lage des Streits zu beftimmten Zeit zu decken." ganze Monarchie. Noch eine Nachwahl zum Reichstage. Reichstags Abgeordneter v. Jagow, Rittergutsbesitzer auf Scharpenhufe, ist, wie im Reichs- Anzeiger" bekannt gegeben wird, zum Landrath des Kreises Osterburg ernannt worden. Durch diese Ernennung ist das Reichstagsmandat desselben erloschen. v. Jagom vertrat den Wahlkreis OsterburgStendal. Er wurde bei der Reichstagswahl im Jahre 1893 mit einer Stimmenzahl von 9319 Stimmen gewählt, während der Kandidat der Freisinnigen Volkspartei, Handelsfammersekretär Fischbeck in Bielefeld, 5499 und der sozial demokratische Kandidat 2989 Stiminen erhielt und sich außerdem 77 Stimmen zersplitterten. In der Agrarenquete wurden gestern die Verhandlungen fortgefeßt. Aus dem Berichte des ReichsAnzeigers" heben wir das folgende hervor: Maßnahme. Kreisen Ostpreußens an. Rittergutsbesitzer v. Knebel- Döberis auf Lübgust( Pommern) tritt auf das lebhafteste für baldige und energische Maßnahmen auf dem Gebiete des Erbrechts und der Schuldentlastung bezw. Beschränkungen der Verschuldungsfreiheit ein. einträchtigen. Streitenden versprochen wurde, tapfer auszuhalten und den vom Nachdem noch von mehreren Rednern im Namen der Uebermuth der Fabrikanten uns aufgedrungenen Kampf fiegreich zu Ende zu führen, schloß der Vorsitzende die imposante VerDie Verhandlung wurde auf heute, Mittwoch, Vormittags fammlung. 10 Uhr, vertagt. 46 bergischen zweiten Kammer verhandelt. Es dürfte zur ist bei Die Verfassungsreform wird jetzt in der württem die Stichwahl stattfinden. Jm 23. fächsischen Wahlkreise wird morgen, den 1. Juni, Die Thätigkeit aller Parteien Ablehnung der Vorlage kommen, da weder die Regierungs- 65 Versammlungen haben allein die Antisemiten abgehalten, Dieser Wahl eine ungemein rege gewesen. vorlage noch die Anträge der demokratischen und ultra- unsere Partei hat in 46 Versammlungen für die Kandidatur gemontanen Abgeordneten Aussichten haben, eine genügende wirkt. Während die Antisemitenversammlungen meist nur schlecht Stimmenzahl auf sich zu vereinigen. besucht waren, erfreuten sich die unfern eines starken Besuchs. Das Hauptinteresse beanspruchten diejenigen, welche die Genoffen Singer Bennigsen selbst muß die nationalliberalen und Bebel abhielten, und welche Massen auf die Beine brachten, die Unternehmer desavouiren, die nach dem berühmten sonst nur bei Fürstenreisen, wo es hauptsächlich was zu ſehen Muster der Bismarcspende ihre" Arbeiter zu Spenden giebt, zusammenfommen. Es hielt Genoffe Bebel Versammlungen aus ihrem sauererworbenen Lohne für Gegner ihrer Klasse ab in Adorf, Markneukirchen, Schöneck und Klingenthal; Genosse Hannoversche Courier" schreibt: zwingen wollen. Das Blatt des Herrn von Bennigsen, der Singer in Plauen, Delsnis und Pausa. Aber auch alle anderen sozialistischen Versammlungen waren außerordentlich gut besucht " Hannoversche Courier" schreibt: und verliefen durchgängig ruhig. " Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß Herr Dr. von Bennigsen ein Vorgehen, wie das auf der Beche Karl" be liebte, ganz entschieden mißbilligt. Mißgriffe ähnlicher Art können, wie wir Herrn Dr. von Bennigsen zu kennen glauben, demselben den Gedanken nabe legen, noch in lehter Stunde auf jede Festfeier oder Festgabe zu verzichten." Von sozialdemokratischer Seite sind zwei Flugblätter, eins am 1. Pfingstfeiertage, das andere am Sonntag, den 20. Mai, über den ganzen Kreis verbreitet worden. Nöthig ist dazu eine Auflage von 45 000 Exemplaren, gewiß eine Riesenarbeit, diese Masse zu verbreiten. Für die Stichwahl ist bereits am Sonntag, den 27. Mai, ein drittes Flugblatt verbreitet worden. führung der Agrarstatistik in verschiedenen Richtungen, Professor Dr. Conrad- Halle wünschte eine Fort da es ihm zu einer völlig ausreichenden Be: urtheilung der Verschuldungsverhältnisse des rändlichen Besizes an einem allen Anforde Iungen genügenden Material gegenwärtig fehle. Immerhin, führte er aus, erfordere die prekäre Lage der Land= wirthschaft eine intensive staatliche Hilfe. Bei den Maßregeln auf dem Gebiet der Verschuldungsfrage sei seines Erachtens zwischen bäuerlichem und größerem Besitz zu unterscheiden. Für ersteren dürfte fich die Einführung einer fakultativen Ver- lungen zu sein, ein neues französisches Rabinet zu bilden. Dupuy, dem Schließer der Arbeitsbörse scheint es geDie Parteizusammenkunft der oberbayerischen und schuldungsgrenze mit gleichzeitigen angemessenen Kredit- Bon langem Bestande dürfte es nicht sein, denn es ist nicht tyroler Sozialdemokraten, welche am vergangenen Sonntag begünstigungen empfehlen, für legteren bedeutungslos fein aus Gegnern der arbeiterfeindlichen Maßregeln Casimir in Rosenheim( im bayerischen Hochgebirge) tagte, hat gezeigt, obligatorisch würde sie für beide verderblich sein. Hinsichtlich der Frage der Erbrechtsänderung sei mit Perier's zusammengesetzt.daß der sozialistische Gedanke in jenen Domänen des Katholis obligatorischer Einführung des Anerbenrechts vorzugehen; die zismus ganz überraschende Fortschritte macht. Das beweist allein Größe der dieſem zu unterstellenden Güter dürfe jedoch nicht zu in Holland gegen die Sozialdemokraten Während der Antheil der Zentrumspartei an den in Oberbayern Die Heldenthaten der Anarchisten werden jetzt auch schon, wenn auch nicht in erschöpfender Weise, die Wahlstatistik. niedrig bemessen werden. Die Neubildung von Bauerngütern durch Serschlagung größeren Befizzes halte er in einzelnen Fällen ausgenugt. Anläßlich des lehten Dynamitattentats in abgegebenen Reichstags Wahlstimmen noch 1878 74,4 pt. befür angezeigt, warne jedoch vor einer derartigen prinzipiellen Lüttich hat die Polizei mit den niederträchtigsten Mitteln trug, ist er jetzt auf 65,9 pt. heruntergefunken. Dafür ist umversucht, unseren Genossen Vliegen( Parlamentarier) in mit schnellen Schritten unaufhaltsam gestiegen. Wir zählten 1878 gefehrt der Antheil der Sozialdemokratie von Wahl zu Wahl General- Landschafts- Direktor Bon- Rönigsberg i. Pr.: Da die Sachen einzubeziehen. Die katholische Presse be- 5759 Stimmen= 4,6 pt.; 1893 hatten wir 39 438 Stimmen nach seiner Meinung 60-75 pet. aller Hypothekenschulden auf hauptete, der Baron Sternberg, der für den Urheber des gleich 20,7 pct. Am auffälligsten ist der Rückgang des Zentrums Durchführung von Meliorationen und unverschuldete Nothlagen Attentats gilt, befinde sich bei Bliegen in Mastricht. Daher und der Aufschwung der Sozialdemokratie in dem fast rein länd zurückzuführen feien, erscheint ihm Professor Sering's Forderung fand Haussuchung statt, und während der Haussuchung lichen Wahlkreise Rosenheim- Miesbach- Tölz vor sich gegangen. Die der Schuldbeschränkung, der er für diese Fälle eine Ueberschreitung wurde unserem Genossen ein Brief von E. Sternberg Biffern des Stimmenantheils find dort: für das Zentrum 1881 der Verschuldungsgrenze gestatten will, schon aus diesem Gesichtspunkt nicht als wirksam. Er theilte statistische Daten mit, aus untergeschoben. Vliegen hat niemals einen Brief 87,1, 1884 85,4, 1887 79,0, 1890 71,0, 1898 67,8 pet; für die benen er den Schluß zog, daß die Lage des Grundbefizes nicht von diesem unheimlichen Baron empfangen. Die Absicht 18,9 pGt. Auf diese Weise wird es voraussichtlich nur mehr Sozialdemokratie 1881 0,2, 1884 2,9, 1887 4,5, 1890 9,6, 1893 fo ungünstig fei, wie sie von vielen Seiten geschildert werde. ist natürlich, Vliegen mit einem Dynamitarden zu identi- turzer Zeit bedürfen, bis wir den Ultramontanen das Mandat Eine wirtlich bedentliche Situation erfannte er vor fiziren, trotzdem er sich oft genug zu verschiedenen Freunden dieses, seiner ganzen Länge nach an der Tyroler Grenze allem für die leineren, nicht dem bäuerlichen Stande gegen die Bombenpolitik ausgesprochen hat. angehörigen, sondern aus anderen Kreisen hervorgegangenen Be997 entlang laufenden Gebirgsfreises ernstlich streitig machen werden. fitzer und für die Bauern polnischer Nationalität in etwa neun land, und nicht nur ein gewöhnlicher Richter muß sich demokratische Vereine bestehen. Den Anforderungen an Rednern Eine öffentliche Meinung giebt es sogar in Nuß Es wurde konstatirt, daß bereits in 8 Ortschaften sozialFinanzminister Dr. Miquel erklärte, daß er sich bei der ihr fügen, sondern sogar ein allmächtiger russischer Staats- fonnte taum genügend entsprochen werden. Von Zyrol waren gegenwärtigen Konferenz aller positiven Vorschläge enthalte. minister, der allerwärts bekannte gottesfürchtige Graf Genossen aus drei Örten vertreten, auch aus Salzburg waren einige Geheimer Ober- Regierungsrath Gamp- Berlin erblickt die Deleanoff. Hauptursachen der Verschuldung des ländlichen Besitzes im Osten Genoffen erschienen; von Wien war Genosse Adler erschienen. Als 1888 die medizinische Schule für Frauen ge- Der Genosse Vollm ar referirte über das Thema„ Landagitation". der Monarchie in den drückenden Staatssteuern, Schul-, Armen schloffen wurde, gerieth die ganze Deffentlichkeit in Ruß- Er ermuntert zum liebevollen Studium der bäuerlichen Verhält und Wegebau- Laften, Kreis- und sonstigen Kommunalfieuern, in land in große Aufregung; diese nach so schweren nisse, sowohl nach der materiellen Seite als in bezug auf die der bedeutenden Anspannung des Meliorations- und Betriebskredits zufolge der hohen technischen Entwickelung der Land- Kämpfen gegründete Schule, welche über sechshundert völkerung. Dies Studium sei die nothwendige Voraussetzung Charaktereigenthümlichkeiten und die Gedankenwelt der Bea wirthschaft, in den hohen Binsfäßen bei weitgehendem Kredit Frauen ausgebildet hatte, die im Kriege 1877-78 jeber and agitation, bei der mit Ruhe, Stetigkeit und bedürfniß und und erhofft betreffs aller dieser Punkte von und in all den gräßlichen Epidemien, welche Rußland durch Geduld vorgegangen werden müsse; dafür sei dann aber auch einer die ungünstige Lage der Landwirthschaft würdigen obten, in humanster Weise gewirkt haben, diese Schule, der Erfolg desto sicherer. Redner beglückwünscht die Versamm Gesetzgebung Abhilfe der vorhandenen Mißstände. welche den berechtigten Stolz aller Russen bildete, war mit lung zu dem über alle Erwartung gelungenen Verlauf der Er tritt ein für eine Zwangsamortisation der Hypothefen einem Schlage aufgehoben worden, und weshalb? Weil die Konferenz, der im nächsten Jahre sicher ein förmlich organisirter mit erhöhten Amortisationsbeträgen zu etwa 2 pet. des Kapitals Regierung vermuthen zu können glaubte, daß die Schule Gau- Parteitag für das bayerische Hochland folgen werde! Nach unter der Zulässigkeit des Nachlasses der letzteren in einzelnen eine Bruttstätte des Nihilismus wäre. Die Deffentlichkeit dem die Versammlung als Solidaritätstundgebung Grüße an die Jahren, und wünscht zur Durchführung dieser Maßnahme die Vermittlung der vom Staat dieserhalb zweckentsprechend auszu- tonnte sich das nicht gefallen lassen und sie drang auch immer auf österreichische und deutsche Parteileitung beschlossen hat, wird die Konferenz geschlossen. stattenden Landschaften. Die staatliche Unterstützung soll nach den Minister ein, er möge die Schule wieder eröffnen. Dieser feinem Vorschlage darin bestehen, daß die Alters- und In wollte erst dem Drängen gar kein Gehör schenken, als dies validitäts- Genossenschaften die aus land aber gar nicht mehr aufhören wollte, nahm er die letzte Genoffen aufnehmen müssen, um endlich ein Versammlungslokal Einen Kampf um die Lokale haben auch die Zeiger wirthschaftlichen Betrieben stammenden Bei Ausflucht und gab vor, es wären keine Mitel da, um solch zu erhalten. Man beschränkte sich aus naheliegenden Gründen träge in Pfandbriefen anzulegen verpflichtet eine Schule zu erhalten. Die Deffentlichkeit wußte sich denn darauf, einstweilen ein Lokal und zwar die" Bentralhalle" zu werden, und daß diese von der Reichsbank im Falle der die Erlaubniß zur Veranstaltung einer Geldkollekte, da dies sperren. Lombardirung ebenso behandelt werden wie die Konsols. Auch wird in Rußland verboten ist, zu erzwingen, und sammelte eine seinerseits die Ueberweisung des auf 2 pCt. zu erhöhenden Jm. mobiliarstempels an die Landschaften in Anregung gebracht. Stach Summe, welche ein Einkommen von 90 000 m. jährlich Gewerbegerichts- Wahlen in Braunschweig siegten die Arbeite Gewerbegerichts- Wahlen. Bei den am 30. stattgefundenen eingehenderen Ausführungen über die Besserung des Personalkredits sichert und damit führte sie auch gegen den reaktionären geber- Beisiger des Kartells; dagegen wurden die Arbeitnehmertritt Redner der Forderung nach einer obligatorischen Minister den letzten Streich, er mußte sich fügen und er Beisiger der Gewerkschaften mit großer Majorität gewählt. Beleihungsgrenze( zwei Drittel des als tapitalisirten fügte sich, denn die gut unterrichtete Novoje Bremja" Pachtzins gedachten Raufpreises) bei; bringt zur Erwägung, ob bringt die Nachricht, daß er im Reichsrathe eine diesnicht Beamtenpensionen und Alters- und In bezügliche Gesetzesvorlage einbringt. validenrenten auf Wunsch des Empfängers gegen die Verpflichtung zum Erwerbe von Die Aufhebung der Präventivzensur forderte der Grundbesig in Kapitalabfindung umgewandelt finnische Landtag. In der dem Zaren übermittelten Petition" werden können, und schließt nach kurzer Berührung der Erb- wird nach der Wiener Politischen Korrespondenz" nach rechtsfrage, auf die von ihm weniger Gewicht gelegt wird, mit brücklich betont, daß ein in konstitutionellem Geiste erder Bitte um Aufnahme einer Statistik des Befigwechsels gelegent- 30genes Volk unmöglich zum Stillschweigen über Fragen, des Sächf. Boltsblattes" waren von einem nationalliberalen lich der Erhebung des Immobiliarstempels. Freiherr von Huene- Groß- Mehlendorf: Für die etwa zu welche für für dasselbe von größter Bedeutung sind, Herrn angeklagt wegen Beleidigung. Gegen die letzteren beiden ergreifenden gesetzgeberischen Maßnahmen wünscht er teine verhalten werden kann. Wenn man demselben troß- Genosse Reiher, wurde schließlich zu 100 m. Geldstrafe verUnterscheidung zwischen großem und kleinem bem verbiete, seine Meinungen und Wünsche frei urtheilt. Grundbesig. Er spricht sich für eine zwangsweise müthig kundzugeben, dann dringen diese durch die auss Amortisation der Hypothetenschulden ohne zu wärtige Presse oder mit Hilfe von allerlei Umschreibungen, weit gehende Staatshilfe aus und hält die Einführung des welche leicht verstanden werden können, in die Deffentlichkeit. Anerbenrechts als Intestaterbrecht dort für angängig, wo die Auf diese Weise könne aber das gute Verhalten zwischen Sitte der Bererbung des Besizes auf einen Familienangehörigen Bolt und Regierung nur zu leicht beeinträchtigt werden, noch thatsächlich geübt wird. Graf v. Doenhoff- Friedrichstein weist hin auf die große Gin- wie dies die letzten Jahre sur Genüge bewiesen hätten. schränkung der Arbeitszeit im Osten der Monarchie zufolge der Der Bar wird dieser Petition wenig Verständniß ungünstigen tlimatischen Verhältnisse und fezt die erheblichen entgegenbringen. Nachtheile dieses Umstandes auseinander. den = # # Parteinachrichten. Polizeiliches, Gerichtliches c. - Verbotene Berloosung. Die Untersuchung, die Bergehens eingeleitet worden war, ist eingestellt worden. Das gegen den Redakteur der Bergarbeiter- Stimme" wegen obigen Bergehen sollte durch Veröffentlichung eines Preisräthsets be= gangen sein. Der Redakteur, Drucker und der Verleger ließ der gegnerische Anwalt die Anklage fallen. Der Redakteur, Dermischtes. Schweiz, besonders am Bodensee niedergegangen sind, sind, wie Infolge mehrerer starker Wolkenbrüche, die in det aus Mannheim berichtet wird, der Rhein und der Neckar in rapidem Steigen begriffen. Erdbeben. In vergangener Nacht fand in der Gemeinde Aigianello, wie aus Potenza vom 29. Mai berichtet wird, ein Erdbeben statt, wobei drei Säufer einstürzten und mehrere andere beschädigt wurden. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Die Bevölkerung tampirt im Freien. Briefkaffen der Redaktion. anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. Ritterguts befizer von Buttkamer- Plauth fonstatirt die allgemeine erhebliche Verschuldung des ländlichen Besitzes. Er ist der Ansicht, daß Maßnahmen auf dem Gebiete des Erbrechts und der Entschuldung abfolut ungenügend seien, der Nothlage Die Glasschleifer Berlins hielten am 29. Mai im der Landwirthschaft abzuhelfen. Nach eingehender Erörterung Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstraße 16, eine öffentliche des seines Erachtens in erster Linie dringend nothwendigen Versammlung ab, um Stellung zu nehmen zu dem sich mir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swet Buchstaben oder eine Bahl) reformatorischen Vorgehens betreffs verschiedener anderer, die immer mehr ausbreitenden Streit. Der überaus starke Besuch Landwirthschaft berührender Gegenstände( Eisenbahntarife, Klein- ließ deutlich erkennen, mit welcher Sympathie und mit N. S. Sie haben Recht; der Name des Vertheidigers in bahnen, Viehseuchen- Gesetzgebung, Wollzoll 2c.) unterzieht er die von welchem Interesse die gesammten Glasarbeiter diesen Streik ver- dem Prozeß gegen unseren Genoffen Schmidt lautet Herzfeld mehreren Seiten zur Umwandlung der Hypothekenschulden in un- folgen. Als erster Redner theilte ein Kollege der Arlt'schen und nicht Herzberg, wie wir infolge eines Schreibfehlers irr tündbare amortifirbare Renten gemachten Vorschläge einer abfälligen Wertstelle zunächst mit, daß in dieser Werkstelle Arbeiten für die thümlich berichteten. Kritik und gelangt zu dem Resultat, daß er feinen jener Wege Firma R. Dittmeyer, bei welcher gegenwärtig gestreift wird, geO. 2. 11. Das wissen wir nicht. für genügend gangbar und annehmbar anzusehen vermöge. Er macht werden sollten. Einer Kommission, die dieserhalb bei wünscht in erster Linie Maßregeln gegen das Sinten der Boden- Herrn Arlt vorstellig wurde, wurde der Bescheid, daß er ar- vielten Male die Runde durch die gegnerische Presse und ist nicht H. E. Oberhausen. Dieser Blödsinn macht zum so und se werthe und der Reinerträge, damit die Landwirthschaft sich zu beitet für wen er will, und es fomit sein Bewenden werth, nochmals widerlegt zu werden. nächst wieder fräftigen und die großen Reformen ertragen tönne, bätte. Hierauf haben sämmtliche Kollegen den Beschlüssen der Beutler. Kann nur als Annonse aufgegeben werden. ermahnt im übrigen aber zu vorsichtigem Vorgehen. beiden vorhergehenden Bersammlungen gemäß gehandelt( woProf. Dr. Adolf Wagner- Berlin wünscht, gleich Profeffor nach ein jeder Kollege verpflichtet ist, Arbeiten für streifende Conrad, weitere agrarstatistische Erhebungen, wenn auch nicht Werkstellen zu verweigern), indem sie einmüthig die Arbeit nieder- Briefkaffen der Expedition. für die Zwecke der gegenwärtigen Konferenz. Er beleuchtet den legten. Dieses Vorgehen der ArIt'schen Kollegen, daß sie sich P. L. und Andere. Unser Bücherverzeichniß befindet sich Gegensatz in der sozialen Auffassung des Eigenthumsbegriffes, dem Streit der übrigen drei Werkstellen angefchloffen haben, im Neudruck und gelangt voraussichtlich Mitte Juni aur Ver wie er bei der bisherigen Berathung zwischen der germanistischen wurde von der Versammlung für gut geheißen. Ge wurde ein fenbung. 09 Für den Inhalt der Inierate über aimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 31. Mai. Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Schauspielhaus. Der Tugendwächter. Deutsches Theater. Der Talisman. Berliner Theater. Othello. Leffing- Theater. Madame SansGêne. Friedrich- Wilhelmßädt. Theater. Boccaccio. Residenz Theater. Das System Ribadier. Central- Theater. Der Traum des Aktionärs. Passage- Panopticum. Unferm Soflegen Vom 1. Juni ab: Ein DahomeyDorf mit 51 wilden Weibern. Tägl. 8 Vorführungen. Sensationell! Castan's Panoptikum. Neu: Das Mene Tekel. Oskar Baar 996b Achtung! zu seinem heutigen Wiegenfefte ein donnerndes Hoch! Oskar, heute bist Du Polier. B. T. P. F. Beerdigungsverein Berliner Bimmerlente. Das Mitglied unseres Vereins, der mere Karl Zeidler, it am Bimmerer Gastwirthe. Achtung! Freitag, den 1. Juni, Nachmittags 5 Uhr: Allgemeine Gastwirthe- Versammlung für Berlin und Umgegend. Tagesordnung: 1. Die Antwort des Ministers betr. Einführung 30. d. Mts. nach langem, schwerem einer allgemeinen Polizeistunde. 2. Wie stellen sich die Gastwirthe zur GrünLeiden am Leberkrebs verstorben. Die dung einer Genossenschafts- Brauerei? Beerdigung findet Sonntag, den 3. Juni, Mittags 1 Uhr, von der Leichenhalle des Werderschen Kirchhofes, Bergmann straße, aus statt. 1003b Der Vorstand. Danksagung. Für die überaus rege Theilnahme beim Begräbniß meines lieben Mannes, des be3 Schleifers Hermann Schulz, fage dem Meister Vogel, allen Kollegen, Freunden und Bekannten hiermit meinen herzlichsten Dank. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung pünktlich zu W. Lorenz. Roppenstr. 47. erscheinen. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltung Berlin C. Sonnabend, den 2. Juni, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16: Mitglieder- Verlammlung. Tages Ordnung: Adolph Ernst- Theater. Charley's Sonderb. u. geheimnissv. spiritistische Die trauernde Wittwe Bertha Schulz, err Dr. Heymann. 2. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zante. Vorher: Die Bajazzi. Alexanderplat- Theater. monde. DemiNational Theater. Rean", oder: " , Genie und Leidenschaft". Theater Unter den Linden. schöne Helena. Farfarello. Apollo Theater. Welt. Die Die verkehrte Produktion. Neu: Schulzendorferstr. 4. 10076 Der 13 jährige Riese. Bum Bier- Boykott. Die in der am 29. Mai stattgehabten öffentlichen Gastwirthe- Versammlung Noack'stlichen = 1. Vortrag über:„ Die Naturwissenschaft und das Proletariat." Referent: Billets zur Urania- Vorstellung am 15. Juli, Nachmittags von 1 bis 4 Uhr, und zur Dampferfahrt nach Stettin- Heringsdorf find in der Versammlung zu erheben. Gäste willkommen. Die Ortsverwaltung. 458/13 Achtung! Böttcher. Achtung! gewählte Zwölfer Rommission hielt Freitag, den 1. Juni 1894, Vormittags 10 Uhr, in Heise's Salon, = Kaufmann's Variété. Spezialitäten. Sommer- Theater. beute, am 30. Mai, ihre erste Sigung Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. Brunnenstrasse 16. Täglich: Großes Konzert, ab und kann allen sich in Bier- Verlegenheiten befindlichen Kollegen die erfreuliche Mittheilung machen, daß sich bereits eine Anzahl leistungsfähiger National- Theater. Theater- und Spezialitäten Brauereien von außerhalb gemeldet Große Frankfurterstraße 132. Kean oder Genie und Leidenschaft. Schauspiel in 5 Atten von Alexander Dumas fils. Deutsch von Otto Randolf. Regie: Mar Samst. Raffeneröffnung 51/2 Uhr. Anfang der Borstellung 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Luftspielen, Poffen sowie SpezialitätenBorstellung ersten Ranges. Morgen: Vorstellung. Sonnabend: Zum 1. Male: Italien in Berlin. Große Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 4 Akten von C. Peters. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Donnerstag, den 31. Mai 1894: Gastspiel Emil Thomas. Der Traum des Aktionärs. Dramatisches Quodlibet in drei Atten ( 5 Bildern). Vorstellung. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vor stellung 7 Uhr. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Brochnow's haben, gutes Bier zu sehr soliden Preisen zu liefern. Die stattgehabten Bierproben find nur günstig ausgefallen. Wo er forderlich, find einige Brauereien auch bereit, etwaige Verpflichtungen zu regeln. Kollegen, die kein Ring Bier mehr = an eines der unterzeichneten Kommissions- Mitglieder zu wenden. Hiesige Brauereien, welche mit der Boykott Kommission verhandelt, die Forderungen derselben anerkannt und Ball- u. 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Journalist| Mensch, der wie ein Schlächter aussah, einen Mann Hugo Friedländer neigte sich der Darstellung des Angeklagten mit einem Gummischlauch quer über das Gesicht ge= Kenntniß unter„ Achtgroschen- Jungen" alle nicht uniformirte seiner Nähe ein Zivilist mit einem Gummischlauch Polizeiwachtmeister Poppe erklärte, daß nach seiner schlagen. Polizeilieutenant Arndt hat gesehen, daß in Polizeibeamte verstanden werden, weil dieselben eine geschlagen hat. Um den Dienst der politischen Mart Zulage pro Tag erhalten. Rechtsanwalt Polizei habe er sich noch nie getümmert, er wisse Biber bestritt dies entschieden. Unter Achtgroschen auch nicht, ob die politische Polizei ihre Leute mit Jungen" verstehe man lediglich die Vigilanten, die unter Gummischläuchen ausrüste. Ob der Geschlagene Anlaß 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesell- umständen die Arbeiter provoziren.- Der Vorsitzende be- zum Schlagen gegeben, wiffe er nicht; er habe gewartet, merkte hierzu: Er behalte sich vor, demnächst eine ob der Geschlagene seine Hilfe in Anspruch nehmen werde, dies sei schaft auf Aktien, A. Knoblauch. Frage in dieser Beziehung an den Polizei aber nicht der Fall gewesen. Er habe auch sein Augen4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- ieutenant Schmidt zu richten, event. unter Ausschluß mert nicht weiter dorthin wenden können, da seine Abtheilung der Deffentlichkeit. Er müsse wissen, ob man hier sehr schwach war und die Gefahr vorlag, daß die Linie durchBrauerei). in Berlin dem Publikum zumutben könne, sich brochen werden sollte. Auch einen zweiten Zivilisten hat der ohne weiteres von Leuten in 3ivil mit Gummi- Beuge mit einem Stock schlagen sehen. Im Uebrigen bestreitet fchläuchen fchlagen zu lassen und ob, wenn jemand er, daß an jenem Tage auffallend viel Polizei konfignirt gewesen putiren tann, daß er wissen muß, es handle sich um ver- 13 Mann unter dem Kriminalkommissar Bössel zur Unterstützung von„ Achtgroschenjungen" spricht, man ihm ohne weiteres im- sei. Kriminal- Wachtmeister Fricke bekundete, daß er mit tleidete Polizeibeamte. Journalist Joel, Bericht der uniformirten Beamten kommandirt gewesen sei. Die mit statter der, Deutschen Warte" hat die Erinnerung, daß sich die Vor- Gummischläuchen ausgerüsteten Personen seien ihre gänge in der Versammlung doch mehr so abgespielt haben, wie Beamten gewesen, d. h. nicht uniformirte angestellte es der Angeklagte behauptet. Der letztere habe ganz streng aus- Kriminalbeamte. Sie hatten den Befehl erhalten, sich außer dem einander gehalten zwischen Polizeibeamten und den Revolver, der nur im äußersten Nothfalle anzuwenden sei, Gummischlauch- Lümmeln, die sich nicht als Beamte noch mit einer kurzen Handwaffe zu versehen. Ihre legitimiren tönnnen und nicht Beamte seien. Die Dar Aufgabe sei gewesen, etwaigen Widerstand zu brechen und die stellung des Polizeilieutenants Schmidt erscheine ihm nicht zu Widerstand leistenden unschädlich zu machen.- Präs.: Liegt treffend. Die Auflösung der Versammlung sei etwas über bei einer solchen Praxis aber nicht die Gefahr nahe, daß, raschend gekommen, da der bekannte Buchdrucker Wilhelm wenn das Publikum glaubt, fich Angriffe von Zivilpersonen Werner viel Schärferes gefagt habe. Die Journalisten hätten nicht gefallen laffen zu brauchen, der Krakehl, der verDer Zusammenstoß zwischen der Polizei und sich verabredet, möglichst zusammen zu bleiben, da mieden werden soll, erst recht geschürt wird? Es soll den Arbeitslosen bildete die Grundlage einer Antlage mit ihnen beim Berlassen des Lokales nicht etwas feinen Augenblick verkannt werden, daß in einer Zeit, wo der wegen Beleidigung des Polizeipräsidiums, unangenehmes passire. Auch der Journalist 3 in d stoff so angehäuft ist, wie jetzt, die Polizei welche am Dienstag vor der 4. Straftammer des Landgerichts IBI antenburg vom Berliner Lokal- Anzeiger" behauptete, eine schwierige Aufgabe und eher geneigt i, verhandelt wurde. Aus der Strafanstalt Plößensee wurde der daß der Angeklagte einen ausdrücklichen Unterschied zwischen besonders vorsorglich zu sein. Eine andere Frage aber bekannte Anarchist, Schlosser Paul Hermann Pawlowicz föniglichen Polizeibeamten und Gummischlauch- Lümmeln, die ist doch, ob man nicht durch solche Angriffe nicht uniformirter vorgeführt. Derselbe verbüßt zur Zeit eine einjährige Gefängniß- unmöglich Beamte sein könnten, gemacht habe. Der Unterschied Leute den zu vermeidenden Putschen gewissermaßen in die ftrafe wegen verschiedener politischer Vergehen. Er ist beschul- sei sehr scharf gezogen worden.- Oberstlieutenant a. D. Säude arbeitet, ob es politisch klug gehandelt ist, durch Anbigt, in einer großen Volksversammlung, die am 23. Januar v. Egidy gab noch einmal Auskunft über die Ereignisse, die griffe solcher Persönlichkeiten, deren Angriffe das Publikua in der Lips'schen Brauerei am Friedrichshain stattfand, sich im Anschluß an die Versammlung der Arbeitslosen im glaubt, sich nicht gefallen lassen zu brauchen, den Zündstoff zu schwere Beleidigungen gegen die Berliner Polizei Friedrichshain abgespielt habent. ausgestoßen zu haben. Der Zeuge wiederholte im heller Flamme zu bringen. Beuge Fride: Die Sache fei Den Vorsis führt Landgerichts- Allgemeinen seine Aussage, die er in dem Prozeß gegen die vorher erwähnt worden. Erfahrungsmäßig wagen sich die HauptDirektor Röseler, die Anklagebehörde vertrat Staats- Redakteure gemacht hat. In der Versammlung habe frafehler nicht in die vordersten Reihen und die Beamten in Zivil anwalt Dr. Benedix, die Vertheidigung führte Rechts- eine sehr gedrückte, ruhige, schwüle Stimmung geherscht. Nicht 3 hatten den Auftrag, sich den an der Versammlung Betheiligter anwalt Biber. Der Staatsanwalt beantragte sofort nach Ver- habe auf eine Katastrophe hingedeutet. Die anzupassen, sich mitten hinein zu postiren, um event. die RuheLesung der Anklage die Oeffentlichkeit im Interesse Anwesenden haben den Saal mit tadelloser Ruhe verlassen, er störer auseinander zu sprengen. Ein Legitimiren war nicht der öffentlichen Ordnung auszuschließen und könne auch versichern, daß er von einem Singen der Marsellaise möglich. Präs: Das läßt sich ja denken. Es ist aber auch in nichtöffentlicher Sigung über seinen Antrag zu berathen. nichts gehört habe. Draußen sei ohne sichtbare oder immerhin etwas anderes, wenn so etwas später ruhig im Gericht Der Gerichtshof gab dem Antrag auf Ausschluß der Deffent- hörbare Veranlassung plöblich ein Schuhmann erörtert wird, oder wenn man bei einer Menschenansammlung lichkeit vorläufig nicht statt, da er eine Gefährdung in die Menge geritten und habe einen Mann, von dem plöglich einen Schlag über's Gesicht bekommt. der öffentlichen Ordnung nicht für vorliegend erachtete. er Ordnungswidriges nicht bemerkt habe, mit Ist die Verwendung solcher Leute, die hier wiederholt als In der betr. Versammlung lautete die Tagesordnung: Die einer Energie gepackt, die mit demjenigen, was dieser Mann Achtgroschenjungen genannt sind. allgemein so Vorgänge vom 18. Januar und die Thätigkeit und Vorbereitung etwa begangen haben tönnte, absolut in feinem Ver- bekannt, daß der Angeklagte wissen mußte, daß die Leute der politischen Polizei zu derselben." Nach den Aufzeichnungen hältnisse gestanden habe. In demselben Augenblicke mit den Gummischläuchen Beamte sind? Der Zenge ver des überwachenden Polizei- Offiziers, Polizeilieutenants Schmidt, feien auch Abtheilungen von Schuhleuten zu Fuß und zu Pferde weigert hierüber die Auskunft. Präs.: Als Beamte sind soll der Angeklagte sich dahin geäußert haben: Die Polizei habe auf der Bildfläche erschienen und es habe sich dann der bekannte die betr. Personen nicht fenntlich? Präs: Beuge: Nein. alle Mittel in Bewegung gesetzt, um die revolutionären Arbeiter zusammenstoß entwickelt, von dem er selbst nicht viel ge- Ist Ihnen der Ausdruck„ Achtgroschenjungen" bekannt?-3euge: zu Ausschreitungen zu zwingen. Da dies nicht gelungen, seien sehen habe. Namentlich habe er ein Schlagen nicht Nein, ich habe ihn nur in der Presse gelesen.- Präs.: die Arbeiter am Königsthor niedergehauen worden. Es feien uniformirter Personen nicht bemerkt. Er habe Waren die Beamten in Zivil mit bestimmten Indort geradezu Schandthaten verübt worden. An der Greifs die Auffassung, daß in anbetracht der Vorgänge des Jahres struttionen bezüglich der Benuzung Der walderstraße habe die ganze politische Polizei gestanden vorher die an jenem Tage amtirenden Polizei- Organe alles, was Waffen versehen? 3euge: Ja, durch die politische und habe eingeschlagen. Diese Ausführungen sollen mit überhaupt geschah, unter dem Gesichtspunkte angesehen haben, Bolizei. Es sollten die Uniformirten unterstützt und ganz be groben Schimpfworten gegen die Polizei durchsezt ge- daß etwas geschehen würde, daß etwas geplant sei. Nach sorg- sonders sollte die Bildung eines Zuges verhindert werden. wesen sein, Don denen der Ausdruck Gummifchlauch- fältiger Prüfung und im Zusammenhange mit seinen Feldzuge- Präs.: Nun ist von verschiedenen Personen bekundet worden, Lümmel" noch der zahmste war. Der Angeklagte bestritt, erinnerungen halte er es für selbstverständlich, daß durch die Maß- daß ganz harmlose Personen ergriffen und mit Gummischläuchen feine Ausführungen in diesem Sinne und in diesem Zusammen- nahmen, die durch die Polizei- Organe getroffen worden waren geschlagen sein sollen. Sie haben als Grund und Zweck der hange gemacht zu haben. Er habe Beleidigungen überhaupt nicht und in welchen jeder Einzelne nach bestem Wissen seine Schuldig Beamten in Zivil hingestellt, daß eventuell von Innen heraus gegen die Polizei gerichtet, sondern nur die sogenannten. Acht- teit zu thun glaubte, an irgend welcher Stelle und irgend geholfen werden sollte, Unruhen zu unterdrücken. Ein Mehr groschen Jungen" aufs Korn genommen. Er habe einen wo etwas geschehen sein müsse, was das Einschreiten der Polizei würde also außerhalb Ihrer Instruktionen gediretten Unterschied gemacht zwischen uniformirten vollständig erklärlich erscheinen lasse. Er persönlich habe sich legen haben?- Der 3euge erklärt, daß er ein Ein. Polizeibeamten und denjenigen Leuten, die in der Kleidung nochmals sorgfältig geprüft und bleibe bei der Ansicht, daß in schlagen auf einzelne Personen nicht gesehen habe. von Arbeitern der Polizei Dienste leisteten und aus- Wirklichkeit eine Veranlassung dazu nicht vorgelegen habe. Der Beuge Hauptmann Feist wiederholte seine Darstellung von den geführt: Wenn die uniformirten Polizeibeamten einbauen, so fönne Saal fei feineswegs überfüllt gewesen, das Hinausfluthen der Vorgängen am 18. Januar, wie er sie in dem früheren Prozesse man dagegen nichts sagen, denn dieselben befinden Menschen habe sich so abgespielt, wie es immer der Fall sei und gegeben hat. Nach seiner Ansicht war es eine unbedingte Noth sich in Ausübung ihres Amtes. Aber die Lümmel in die auffällige Ruhe, die in der Versammlung wendigkeit, daß die Polizei energisch und mit Nachdruck die Bivil, bie plöglich mit Gummischläuchen einhieben, tönnten un- herrschte, sei nicht die„ Ruhe vor dem Sturm" ge- Menschenmenge zerstreute, nachdem viele Aufforderungen zum möglich Beamte gewesen sein, denn sie hätten bei einem Ein- wesen, sondern habe tiefe Niedergeschlagenheit, Auseinandergehen erfolglos gewesen waren. Auf die Frage des schreiten die Pflicht gehabt, sich zu legitimiren. Diesen Gummi Furcht und Entkräftung verrathen. Präsidenten, ob der Zeuge es für zwed mäßig halte, schlauch- Lümmeln gegenüber befinde man sich im Stande der Berichterstatter König vom Vorwärts" bekundete feine nicht uniformirte Beamte bei solchen Gelegenheiten zu verwenden, Nothwehr 2c. 2c. Auf Befragen erklärte der Angeklagte, eigenen Wahrnehmungen über die Ereignisse im Friedrichshain am erwiderte der Zeuge, daß dies Sache der politischen daß er zwar Anarchist sei, aber der" Propaganda der That" 18. Januar. Danach ist er selbst von Leuten in Polizei sei. Er wisse, daß Beamte in 3ivil jede nicht angehöre, sondern glaube, daß sich die Ziele der Anarchisten 3ivil geschlagen worden und hat gesehen, daß von offentliche Versammlung überwachten und an gewissermaßen ganz von alleine" erreichen lassen, nämlich vielen jungen, wie Arbeiter aussehenden jenem Tage würden wohl mehrere solcher Leute beauftragt schließlich durch Verweigerung der Arbeitskraft, nachdem& euten eingehauen worden ist. Der Angeklagte vorden sein, die Uniformirten zu unterstützen, falls dieselben sich die Arbeiter durch gewerkschaftlichen Zusammenschluß zu bemerkte hierzu, daß er ja auf grund seiner eigenen Be- angegriffen würden. Der Zeuge hält es nicht für glaub. einer großen Macht verkörpert haben werden. Die obachtungen am 18. Januar jene Bemerkungen in der Versamm haft, daß die Nichtuniformirten angriffsweise gegen das Anarchisten wollen auf grund solcher Organisation späterhin lung vom 23. Januar gemacht habe. Er habe mit eigenen Publikum vorgegangen feien. ein Menschenthum schaffen, in dem die freie Produktion Platz Augen gesehen, daß plöglich zahlreiche sogenannte Die anwesenden Zeugen sind hiermit vernommen. Der Vergreifen tönne, während das Staatswesen der Sozialdemokraten Faule" oder Achtgroschenjungen" Gummi theidiger wiederholte seine Anträge, noch eine ganze Anzahl von mit einem Präsidenten an der Spize sich nicht viel von den schläusche hervorgezogen und auf ganz harmlose ihm benannten Zeugen zu laden, welche bekunden sollen, daß sie jetzigen bürgerlichen Republiken unterscheiden würde". Polizei- eute losschlugen. Auf grund dieser eigenen am 18. Januar von der Polizei ohne Veranlassung angegriffen lieutenant Schmidt vertrat entschieden die Richtigkeit seines Erlebnisse habe er seine Mittheilungen gemacht. und gemißhandelt worden seien. Staatsanwalt Dr. Benedig er. Berichts, sowohl nach dem Wortlaute als auch nach dem Zu- Mehrere Zeugen, wie die Arbeiter Kapizte, Schüttli, bat sich eine Pause, um den Antrag prüfen zu können. sammenhange. Er habe einen Stenographen an seiner Lehmann bezeugten, daß sie selbst ohne jede Ver- Präsident ordnete eine halbstündige Pause an. Seite gehabt, mußte den Bericht desselben am nächsten Tage anlassung von nicht uniformirten Leuten, die mit der Polizei Zu den Beweisanträgen bemerkte der Staatsanwalt: aber in manchen Punkten für unrichtig er in irgend einer Verbindung stehen mußten, mißhandelt Er müsse es auch hier wieder als nicht sehr anerkennen 3Ilären! Dieser Stenograph war der Polizeiwachtmeister worden sind. Sie bestätigten übereinstimmend, daß Leute, die werth bezeichnen, daß es immer mehr üblich werde, nach Poppe. Derselbe erklärt, daß die Rede des Angeklagten wie Arbeiter gekleidet waren, ohne sichtbare Veranlassung, mit geschloffener Beweisaufnahme immer noch mit neuen Beweis so aufreizend gewesen, wie er es bis dahin noch nie Stöcken und Gummischläuchen auf das Publikum losgeschlagen anträgen zu kommen. Sachlich seien diese neuen Zeugen für das gehört habe. Der Angeklagte habe allerdings auch gesagt, daß und die Fliehenden energisch verfolgt haben. Auch Metalldreher Ergebniß der Beweisaufnahme unerheblich. Es sei nicht die Gummischlauch- Lümmel keine Beamte seien und man sich den Litfin schloß sich dieser Darstellung an. Er ist derjenige wesentlich, ob ein Duzend Straßenszenen mehr oder Achtgroschen- Jungen" gegenüber im Stande der Nothwehr be- gewesen, welcher mittheilte, daß die Versammlung nicht weniger bekundet werden.- Der Vorsitzende erwidert, daß finde und sie über den Haufen schießen müßte, aus seinen stattfinden könne, da der Einberufer Rodrian verhaftet sein durch Eingabe des Vertheidigers vom 23. Mai bereits die heute Aeußerungen sei aber doch hervorgegangen, daß er auch die sollte. Er selbst habe die Versammelten dringlichst aufgestellten Anträge bereits gestellt worden seien. Damals fei verAchtgroschen- Jungen" als zur Polizei gehörig betrachtet wissen gefordert, ganz ruhig auseinanderzugeben anlaßt worden, daß die Beweisführung in einzelnen Theilen erwollte. Zu seiner eigenen Information befragte der Vor- und alles zu vermeiden, was Zwischenfälle hervorrufen fönnte. gänzt würde, ferner sei dem Herrn Bertheidiger eröffnet worden, fizende den Zeugen:" Ob es denn vorkomme, Dieser Aufforderung sei man auch allerseits nachgekommen. Er daß nach Lage der Sache weitere Entlastungszeugen nicht nothwendig daß die Polizei Leute in Arbeiterkleidern hat nicht gesehen, daß Schuyleute in Uniform geschlagen haben, erscheinen. Wenn der Herr Vertheidiger heute auf die urengagire, die sich unter die Masse mischen dagegen fielen zahllose Schläge von Leuten sprünglichen Anträge zurückkomme, so betone er und die Leute plöglich mit Gummischläuchen in Bivil auf die anwesenden Leute herab. Die doch nur aufs Neue deren Wichtigkeit. Rechts. über das Gesicht schlagen, ohne daß das aufgebotenen Polizeimannschaften seien ungewöhnlich zahlreich ge- anwalt Biber dankte dem Vorsitzenden für diese Konstatirung; Publikum eine Ahnung davon habe, Bewesen. Zeuge Be Is ist selbst durch Faust- und Stockschläge miß- es wäre wünschenswerth gewesen, wenn der Staatsanwalt auftragte der Polizei vor sich zu haben. handelt worden. Der Schläger sei ein Mann in ziemlich hiernach feinen Vorwurf zurückgenommen Der Zeuge erwiderte, daß er darüber nichts zu sagen ver- erlumpter Kleidung gewesen. Veranlassung zum Schlagen hätte. Der Gerichtshof beschloß, die Beweisanträge abmöge, da diese betr. Dinge zum Ressort der politischen habe nicht vorgelegen. Gin Beuge Schmidt hat ge- zulehnen, indem er die durch die neuen Zeugen zu bekundenden Polizei gehören.- Zeuge Schrader, einer der Einberufer feben, daß zahlreiche Schuhleute mit ihren Plempen auf die Thatsachen als wahr unterstellt. Staatsanwalt der betr. Versammlung, bestätigte die Darstellung des An- Massen losgeschlagen haben. Irgend eine Veranlassung sei Dr. Benedig begann seine Ausführungen mit der Begeklagten. Derselbe habe entschieden einen Unterschied gemacht nicht erkennbar gewesen, die an Ort und Stelle anwesen- merkung, daß wohl felten ein Aft in der Deffentzwischen wirklichen Polizeibeamten, denen man unter den heutigen den Personen hätten feinerlei bedrohliche Haltung lichkeit so falsch dargestellt worden sei, als die gefeßlichen Verhältnissen gehorchen müsse, und den Acht gezeigt. Sehr intereffant für ihn sei beispielsweise eine Vorgänge vom 18. Januar mit allem, was sich daran geknüpft groschen Jungen", die keine Beamte feien. Er, Zeuge, würde in Szene gewesen, wo ein Schuhmann mit gezogener Plempe einen und entwickelt habe. Der Staatsanwalt feste noch einmal des einem solchen Falle, wo ein Mensch, der sich nicht als Mann immer rund herum um einen Laternen Längeren auseinander, daß die Polizei am 18. Januar durch Polizeibeamter legitimirt, auf ihn losschlägt, diesen pfahl verfolgt. Zeuge Julius Müller schilderte gleich aus ihre Pflicht gethan habe. Sie mußte nach allem, was als Strolch nieder hauen. Auf direkte Frage falls verschiedene Szenen, in denen mit Gummischläuchen auf das sie erfahren, annehmen, daß es an diesem Tage zu Unges eg des Staatsanwalts, ob der Beuge denn überhaupt Publikum eingehauen worden sei. Besonders empört habe ihn, lich teiten kommen würde, fie mußte diesen Ungefeßlichkeiten von der Eristenz von sogenannten„ Achtgroschen- Jungen" etwas daß ein Mann, der mit seiner Frau und entgegen treten und ihre Dispositionen seien keineswegs un wisse und in seinem Leben schon einmal etwas erlebt habe, wo einem Kinde harmlos daher kam und augen gewöhnlich. Im Einzelnen stehe es teineswegs fest. nach seinen eigenen Worten Achtgroschen- Jungen mang waren", scheinlich der Versammlung nicht beigewohnt bas irgendwo eine Ueberschreitung ber amt eazählte der Zeuge ein Vorkommniß, welches er f. 3. einmal in hatte, arg bedrängt wurde. In einem andern Falle hat ein lichen Befugnisse stattgefunden habe. Im Anschlusse 0 -O " " : Der an den 18. Januar habe sich aber eine förmliche Legenden 1 Die Lohukommiffion der Böttcher theilt uns mit, daß des Jnhaftirten an den Untersuchungsrichter Landgerichtsrath bildung herausgestellt. Gleich in den ersten Tagen seien die verloren gewesene Liste 328 in ihrem Bureau abgeliefert Friedberg gerichtete Bitte, ihr eine Unterredung mit ihrem Manne ganz bestimmt gefärbte Darstellungen der Vorgänge erschienen worden ist. Dagegen ist die Liste 327 als verloren gemeldet zu gewähren, ist abschläglich beschieden worden. und man glaubte Front machen zu müssen gegen Uebergriffe der worden. Polizei und provokatorisches Treiben von Beauftragten derselben. Ein größeres Eisenbahn Unglück hat sich Mittwoch Unter diesen Einflüssen habe die Versammlung vom 23. Januar Opfer haben, nämlich der Liegensee, in welchen das Projett der zugetragen. Als der Vorortzug 1053, der nach Fürstenwalde Bürgerlicher Boykott. Es raft der See, er will sein Nachmittag um 1 Uhr 59 Min. auf dem Spandauer Bahnhof stattgefunden, welche lediglich den Zweck hatte, die von der Berliner Gewerbe- Ausstellung so heimtückisch hineingeplumpft ift. bestimmt ist, um 1 Uhr 58 Min. den Bahnhof eben verlassen Polizei zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit er: Und das Opfer des Liegensee's ist kein anderer als der deutsch hatte, fuhr der Gilgüterzug 804 L, der vom hiesigen Lehrter giffenen Maßregeln einer scharfen Kritik zu unterwerfen. Bei freisinnige Großdeftillateur und Berliner Stadtverordnete May Bahnhof nach Hannover unterwegs war und um 1 Ühr 59 Min. der Prüfung desjenigen, was der Angeklagte in seiner Rede gesagt, Schulz, ein eifriger Verfechter der Schönheit Treptows und ein in Spandau fällig ist, auf den ersteren auf. Von dem Vorortlegte der Staatsanwalt lediglich den Bericht des schnöder Verächter der Vorzüge Charlottenburgs. Darob er auge, Polizeilieutenants zu Grunde. Der Angeklagte fäufe mehr zu machen." der aus 18 Achsen bestand, find die beiden fei fich zweifellos flar bewußt gewesen, daß die Zivil- grimmte seiner Feinde Schaar und man schwor ihm fürchterliche Wagen zweiter Klasse 787 und 762 in einander geschoben personen, die mit den Gummischläuchen schlugen, zur Polizei Rache. Man beschloß, ihn dafür zu bestrafen und den Charlotten worden, außerdem wurden der Backwagen stark und einige gehörten. Der Legenden bildung einer Provokation der burger Gastwirthen wurde die Ehre zu Theil, Vollstrecker dieser andere Wagen leichter beschädigt. Die Maschinen beider Züge Polizei zu bestimmten Zweden müsse vorgebeugt wer- Strafe zu werden. Der Verein Charlottenburger Gastwirthe hat( Nr. 253 und 1648) find unbrauchbar geworden. Von dem den. Der Angeklagte habe sich des Vergehens gegen die§§ 185 demzufolge folgende Resolution gefaßt: Güterzuge wurde der Schuhwagen zusammengedrückt. Bis um und 186 schuldig gemacht und es falle erschwerend ins Ge- Bedauern von dem maßlosen Auftreten des Großdestillateurs und und ein Mann des Vorortzuges als verlegt gemeldet. Dazu Der Verein der Charlottenburger Gastwirthe hat mit tiefem 7/4 Uhr Abends waren vier Beamte, drei Frauen wicht, daß er den Zweck der Aufwiegelung und der Berliner Stadtverordneten Max Schulz Kenntniß genommen. Der gehören der Gastwirth Seiß mit Frau und Tochter aus Spandau, ärgsten Miskreditirung der Polizei verfolgte. Der Verein macht es seinen Mitgliedern sowie auch allen anderen die in einer Abtheilung 2. Klasse Platz genommen hatten. Die Staatsanwalt beantragte eine Zusatzstrafe von zwei Monaten Gastwirthen Charlottenburgs zur Ehrenpflicht, bei einem Manne, Letztere hat einen Unterschenkelbruch davongetragen, während die Gefängniß. Rechtsanwalt Biber bestritt entschieden, daß in bezug auf der mit so großer Verachtung von Charlottenburg und seinem Eltern nur leicht verlegt sind. Als Grund des Unfalles Rechtsanwalt Biber bestritt entschieden, daß in bezug auf geschäftlichen Leben gesprochen und damit seine absolute Un- wurde unserem Berichterstatter der Umstand angegeben, daß der die Vorgänge vom 18. Januar irgendwie eine Legenden die Vorgänge vom 18. Januar irgendwie eine Legenden fenntniß der hiesigen geschäftlichen Lage und nebenber eine große Maschinenführer des Eilgüterzuges das Haltesignal nicht beachtet bildung stattgefunden habe. Im Gegentheil habe diese Verhandlung die Berichte der Zeitungen wiederum Geringschäßung derselben bewiesen hat, in Zukunft keine Ein- hat. Der Vorortzug hatte das Beichen Freie Ausfahrt" erdurchaus bestätigt. E3 sei gar gar nicht nicht zu be= halten. Dadurch wurde zugleich das Einfahrtsignal geschlossen, zweifeln, daß die Polizei in wohlmeinendster Absicht gehandelt habe, daß aber durch den Uebereifer untergeord ueter Polizeiorgane unklug vorgegangen sei. Das von der Polizei angewandte Mittel, daß ohne Kenntniß des Hauptmanns Feist Beauftragte der politischen Polizei im Publikum aufgestellt wurden, die plößlich losschlugen, müsse unwillkürlich aufreizend wirken. Nicht ein einziger Fall sei hier bekundet worden, daß diese Beamten in Bivil ihrer Pflicht, besseren Gesellschaft" über den Defonom des dortigen 10 Uhr ist der Arbeiter Besescheck dadurch verunglückt, daß er bezeichnet man wohl den stillen Boykott der Rixdorfer Am ersten Pfingstfeiertag Abends zwischen 9/2 und etwaige Rädelsführer festzunehmen, genügt fie haben vielmehr lediglich darauf 103 Derselbe stand nämlich im Verdachte, Sozialdemokrat zu sein! liegenden eisernen Stuhl strauchelte. Besefcheck hat hierbei eine haben. Rathsfellers wegen dessen vermeintlicher politischer Gesinnung? auf dem Bahnhof Stralau- Rummelsburg über einen im Wege gehauen. Schließlich könnte sich bei vielleicht die Legende herausbilden, daß die Gummifchlauch die Aufhebung seines Bachtvertrages zu beantragen sich genöthigt Perfonen aus dem Publikum aufgehoben und in die Bahnhofsfolcher Praxis Der Mann ist in seinem Geschäfte so geschädigt worden, daß er Verstauchung und Quetschung des Fußes erlitten, so daß er von Ieute gar keine Schuyleute, sondern Arbeitslose waren. fah. Wenn irgendwo die Bezeichnung Frivolität am Blake ist, balle getragen werden mußte. Da der Verunglückte die Eiſen= Der Vertheidiger führte schließlich aus, daß jeder berechtigt fo fei, eine Zivilperson, die ihn mißhandele, eventuell zu Boden so ist es wohl in diesen Fällen der Fall. Die Herren von den bahndirektion für den Fall verantwortlich gemacht hat, bedarf zu schlagen und daß in den Aeußerungen des Angeklagten tönnen über den vermeintlichen Terrorismus der Arbeiter, thäten bittet dieselben daher, sich in seiner Wohnung, Dennewigstr. 32, bürgerlichen Parteien, die nicht genug Zeter und Mordio schreien er der Personen, die ibm behilflich waren, als Zeugen und er Berstöße weder gegen§ 186 noch§ 185 vorliegen. Warum man dem Berichte des Polizeileutenants mehr Glauben beimessen gut, fich im eigenen Lager umzusehen; dann würden sie auf zu melden. solle, als den übereinstimmenden Berichten des thatsächlichen Terrorismus stoßen. Derfelbe ist ihnen aber bereits Verschwunden ist seit dem 25. Mai das 15jährige DienstStenographirenden Beamten und der geübten o fehr zur zweiten Natur geworden, daß er ihnen gar nicht mädchen Klara Brose, welches vom 1. Mai d. J. bis dahin Journalisten, sei gar nicht einzusehen. Der Angeklagte mehr auffällt, selbst wenn ihr eigen Fleisch und Blut darunter bei dem Registrator 3ippel, Großgörfchenftr. 15, 1 Tr., in fei der Ueberzeugung gewesen, daß es sich um Uebergriffe zu leiden hat. Stellung war. Da der unglückliche Vater des Mädchens über der sogenannten Achtgroschen- Jungen" handelte, und daß Aufruhr erst hervorgerufen werde, wenn Publikum gemüßigt, den berühmten§ 11 des Preßgefeges zu mißbrauchen so bittet er alle, welche von seiner Tochter irgend welche Nachricht Acht brave Böttchermeister fühlten sich vor einigen Tagen den Verbleib seines Kindes die schlimmsten Befürchtungen hegt, auf das Publikum einhaut. Er habe Die bett: Personen nicht in Bezug auf ihr Amt als Polizeibeamte mochte man sie auch nach allen Seiten hin drehen und wenden, zu melden. Klara Brose ist von mittlerer Statur, trägt blondes und uns auf grund desselben eine„ Berichtigung" zuzusenden, die, zu geben wissen, sich in seiner Wohnung, Beusselstr. 38, Moabit, beleidigt und da er ſelbſt ein Arbeitsloser war und jener Ber- doch nimmer als eine preßgesetzliche zu erkennen war. Es erscheint Saar und ist besonders an einem braunen Flecken über dem fammlung vom 18. Januar beigewohnt hatte, stehe ihm der uns, und wir stehen mit dieser Anschauung durchaus nicht allein linten Auge fenntlich. Gekleidet war sie in Dienstmädchentracht. Schutz des§ 193 ausreichend zur Seite. Er beantrage die Frei- in der Welt da, in einem solchen Falle der mißbräuchlichen sprechung des Angeklagten. Anwendung des famosen Paragraphen geboten, überhaupt einstraßen- Ecke, theilt uns zu der von uns fürzlich gebrachten NachDer Gastwirth Herr H. Scuras, Franfecki- und HagenanerExempel zu statuiren und von Berichtigungen, die uns oftentativ richt mit, daß die Sistirung des Mannes, der für die ausgesperrten unter Bezugnahme auf denselben zugesandt werden, feine Brauer sammelte, nicht in seinem Lotal, sondern auf der Straße Notiz zu nehmen. Von diesen, im Gesammtinteresse der rejse liegenden Motiven ließen wir uns auch leiten, als die attgefunden habe. Mithin sei auch auf der Straße die Liste acht Böttchermeister sich bemüssigt fühlten, die Nachricht zit dementiren, die wir, wie unsere Leser sich noch finnen werden, Zu dem Attentat auf den Schiffseiguer Habich wird brachten, welche in bezug bezug auf eine Konventionalstrafe noch mitgetheilt, daß außer den beiden Arbeitern Mary und Faßlieferanten feitens der Brauereibefizer gegen Die Kreen( letterer schon mehrfach bestraft) auch der Gastwirth Meister Gesellen nach dem neuen Tarif einstellen. Wir fahen in schlagsversuch verhaftet worden ist. für den daß Fall festgesetzt ist, die Freiberg aus der Grünftr. 13 wegen Betheiligung an dem Todtdiesem Falle, wie in vielen andern, die vorher gingen, einer richterlichen Entscheidung mit Seelenruhe entgegen. feines Parteigängers durch„ bürgerliche" Kreise? Wenn die signal auf" Rube" steht. Der Verkehr auf der Strecke ist Was sagt Herr Eugen Nichter zu dieser Boykottirung sodaß es erst wieder gezogen werden kann, wenn das AusfahrtSozialdemokratie als Antwort auf die Brutalität der Brauerei: hart gehemmt, die Vorortzüge müffen längere Zeit liegen bleiben. progen zum Boykott greift, so wird dieser Boykott frivol und frech Go fonnte der Zug, der um 5 Uhr 51 Minuten vom hiesigen geheißen. Hier sehen wir aber, daß bürgerliche Kreise aus ganz Bahnhof Friedrichstraße abgelassen wurde, erst um 6 Uhr 50 Min. nichtigen Gründen den Boykott über einen Geschäftsmann ver- in Spandau einlaufen. hängen. Wie nennt man wohl diese Handlungsweise? Wie " ent= fonfiszirt worden. Nach etwa einstündiger Berathung führte der Präsident bei der Urtheilsverkündigung etwa folgendes aus: Jm Wesentlichen fei in thatsächlicher Beziehung der Bekundung des Zeugen Polizeilieutenant Schmidt Glauben geschenkt worden. sei einem Beamten, der sich zum Zwecke der leberwachung einer Bersammlung nach derselben begebe, nicht zuzutrauen, daß derselbe sich in den wesentlichen Punkten irre. Ein Jer thum des Zengen sei nur insoweit angenommen worden, als die beiden Ausdrücke" Frechheit" und Gemeinheit" in Frage kämen. Während der Zeuge Schmidt diese Ausdrücke auf die Polizei bezogen habe, sei eine ganze Reihe von Zeugen aufgetreten, welche mit dem Angeklagten behauptet habe, daß der Lettere damit das Berhaiten der nichtuniformirten Personen, welche die Beamten Eine gefährliche Verhaftung haben vorgestern Polizeibeamte Diese durchaus korrekte Handlungsweise benutt nun ein ausgeführt. unterſtüßten, habe fennzeichnen wollen. Der Gerichtshof sei auf Faßfabrikant M. Koch, um in die kapitalistische Preise die Mit- Dirne in der Pappel Allee kontrolliren und fanden mehrere verZwei Schuhmänner sollten die Wohnung einer Seite der Entlaffungszeugen getreten und diese beiden Aus- theilung zu lanciren, daß der Vorwärts" die" Berichtigung" zu dächtige Personen, darunter den von den Rieselfeldern entdrücke müßten somit ausscheiden. Aber der von dem Angeklagten bringen für unnöthig fand, weil es ihm nicht angenehm sein sprungenen, mehrfach bestraften Arbeiter Lewin. Ein Kriminalgemachte Borwurf der Provozirung seitens der Polizei, sowie fonnte, die Behauptung, daß ein Schriftstück zu bringen, ,, wahre Schandthaten" begangen die in welchem ihm schuhmann wollte ihn sistiren, Lewin floh unterwegs in ein be= worden feien, müiffe als gegen die Polizei gerichtet angefehen gesagt wurde". Unwahrheit 10 deutlich auf Den Kopf zu- nachbartes Haus. Als der Beamte ihn wieder fassen wollte, Wir theilen dem geehrten Herrn Koch erhielt er von Lewin mit einem Messer einen Stich in die finte und der Augeklagte dieserhalb bestraft werden. Das Recht der hinsichtlich dieser seiner Meinung höflichst mit, daß wir mit Ver- Brustseite, der zwar nicht lebensgefährlich ist, aber doch immerhin erlaubten Kritit ſei überschritten worden. Der Angeklagte ergnügen bereit sind, auch mit ihm ein Tänzchen zu wagen, wenn erheblich genannt werden muß. Die tödtliche Wirkung des Stiches scheine mit Rücksicht darauf, daß er über die Vorgänge am 18. Januar indignirt war, wie dies Gefühl ja auch bei anderen nicht zu Unrecht den Berichtigungsparagraphen des Preßgeseyes den. er nur die Gewogenheit haben will bei seinen Berichtigungen, ist nur durch die schräge Richtung des Messers abgeschwächt wor Personen nach ihrer Behauptung zum Ausbruch gekommen sei, für sich in Anspruch zu nehmen! Arbeiter tamen dem Schuhmann zu Hilfe und faßten weniger strafwürdig. Die Strafe sei auf 14 Tage Gefängniß den Widerspänftigen in nicht gerade sanfter Weise, so daß seine zufäßlich bemessen worden. Festnahme endlich bewerkstelligt wurde. Die Verhandlung, die ein Muster objektiver Leitung bot, endete um 5 Uhr. Tokales. " " Katholiken nud Sozialdemokraten wurden am Dienstag auf der Kreissynode Berlin Land II" in demselben Athemzuge Polizeibericht. Am 29. d. M. Morgens wurde im Landals diejenigen Feinde genannt, gegen die man sich zu wehren wehr- Kanal, bei der Ueberführung der Anhalter Bahn, die Leiche habe. Ueber die Sozialdemokraten sagten die Herren, die dort einer etwa 50 Jahre alten Frau und im Spandauer Schifffahrtszusammengekommen waren, in frommer Einfalt das bekannte Kanal, in der Nähe des Grundstücks Nord- Ufer 3, die Leiche Sprüchlein her, das alljährlich wiederkehrt. Sie wollen nicht in einer ungefähr 25 Jahre alten Frau angeschwemmt. Ein Handdie Kirche kommen, die bösen Sozi. Ueber die Katholiken da- werker schoß sich in seiner Wohnung in der Stalizerstraße eine gegen berichteten sie mit derselben Wehmuth das gerade Gegen- Revolverfugel in die Brust und verlegte sich so schwer, daß er theil. Die laufen ihnen wieder zu viel in die Kirchen, in die schon während der Ueberführung nach dem Krankenhause starb. Um den Unterschiebungen von boykottirtem Bier unter fatholischen natürlich. In Hermsdorf, von dem der Synodal Vormittags wurde ein Almosenempfänger in seiner Wohnung falscher Flagge besser als bisher entgegen treten zu können, dem Net werden solle, mit dem die römische Kirche die Mark Arbeitshause in Rummelsburg entsprungener Arbeiter griff im bericht die Befürchtung aussprach, daß es ein Knotenpunkt in in der Steinstraße erhängt vorgefunden.- Ein aus dem werden die Parteigenoffen, welche Kenntniß von derartigen Brandenburg zu überspannen gedenke, soll sogar eine eigene Flur eines Hauses in der Schliemannstraße eiuen ibu fest Durchstechereien erlangen, aufgefordert, unverzüglich der Lokal- fatholische Kirche und eine katholische Schule errichtet werden. nehmenden Kriminalbeamten mit dem Meffer an und brachte ihm kommission des betreffenden Kreises oder der Boykottkommission Der Synodalbericht erblickte darin eine Gefahr. Ja, aber einen Stich in die Brust bei.- An der Ecke der Graudenzer davon Mittheilung zu machen. Diese Fälle sollen den Partei- so frommen Gifer erfreut wäre! Es sind zwar Katholiken, die Arbeitswagen überfahren und am Fuße und Arme erheblich warum denn? Man sollte doch erwarten, daß die Synode über und Gubenerstraße wurde Nachmittags ein Knabe durch einen genossen öffentlich zur Kenntniß gebracht werden, damit der dort über Kirchennoth flagen; aber wenn Predigthören, Bibel- verlegt. Im Laufe des Tages fanden zwet Brände statt. Boykott noch wirksamer sich gestaltet. Gleichzeitig wollen wir lesen und Beten wirklich die Menschen gut und fittlich macht, an dieser Stelle auf die am nächsten Freitag in allen Wahlkreisen dann kann es doch wahrhaftig gleichgiltig sein, ob das nach stattfindenden Versammlungen hinweisen, welche sich noch besonders evangelische Kirche nicht ihre katholische Schwester als Bundesevangelischem oder katholischem Ritus geschieht. Müßte die mit dieser Frage zu beschäftigen haben werden. genossin im Kampfe gegen den Unglauben" und gegen die Mächte der Finsterniß und des Uinsturzes" begrüßen Indem Einen Denkzettel für Herrn Richter bildet die Entgegnung, welche die Volts Zeitung" auf unseren gestrigen Hinweis an fie bezüglich der Fabrikantenrechte" bringt. Das volksparteiliche Blatt schreibt: " Witterungsübersicht vom 30. Mai. sie das nicht thut, zeigt sie deutlich, weshalb sie die unge- Stationen. bildeten Schichten des Volkes in ihren Bann zu ziehen sucht. Die Herrschsucht der evangelischen Kirche giebt der der fatholischen in nichts nach und wenn sie mit dieser im Konkurrenzfampf nicht die gleichen Erfolge auszuweisen hat, so liegt dies Swinemünde daran, daß sie dank ihrem Eiser, sich immer mehr zur Staats- Hamburg. firche" auszubilden, schließlich alle und jede Fühlung mit dem Berlin niederen" Volt verloren hat. Und keine Macht der Welt wird Wiesbaden. jegt diese Verbindung wiederherstellen tönnen es müßte München. dann keine Sozialdemokratie geben! Wien Haparanda " Die Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windstärke (-1) 1232126LABL Wetter bedeckt heiter wollig halb bedeckt heiter Temperatur 15° C.= 4° R.) BOLLITIO( nach Celsius 756 758 758 WNW MSW 9 halb bedeckt 11 WNW 12 759 761 761 NA W 9 12 13 766 DSD 755 OND 756 ND 755 DND • . 760 SSW . . wolkig Regen heiter 11 wolkig heiter Der Vorwärts" nimmt davon Notiz, daß wir im Anschluß an das Happoldt'sche Schreiben die Frage aufgeworfen haben, seit wann denn ein Fabritant berechtigt sei, den Arbeitern vorzuschreiben, was für Bier sie trinten sollen, und meint, so wie auf unserer Redaktion dächte man nicht in allen frei finnigen Kreisen. Jusbesondere weist uns der Vorwärts" auf eine Notiz in der Freisinnigen Zeitung" hin, welche den abDer Maurer Thiede, der sich unter dem Verdachte, die Petersburg weichenden Standpunkt der Freis. 3tg." darlegt. Glaubt der Borwärts", daß das auf unsere Anschauungen Einfluß hat? Schweichel ermordet zu haben, in Untersuchungshaft befindet, bat Gort Wir denken mit unserm Gehirn, nicht mit dem dritter Personen, in einem längeren an die Mutter gerichteten Schreiben ebenso Aberdeen die auf die Haltung der Volls 8tg." teinerlei Einfluß seine Unschuld an diese That betheuert, wie er es dem Richter Paris haben. Und wenn fämmtliche freisinnige Blätter gegenüber bisher gethan. Dagegen räumt er das Verbrechen Deutschlands dem Fabrikanten das Recht zusprächen, sich wider die Sittlichkeit auch der Mutter gegenüber ein. um den Speise oder Getränkezettel der Arbeiter zu bekümmern, Scham über diese von ihm zugestandene Unthat iſt es, bie ibn Witterung in Deutschland am 30. Mai, 8 Uhr Morgens. so bleiben wir bei der Anschauung, daß tein Arbeitgeber wie er schreibt, bisher verhindert hat, an seine Frau einige Nachdem gestern Nachmittag sich in West- und Mittelbas Recht hat, den Arbeitern vorzuschreiben, was für Beilen zu richten, doch bittet er, dieser seine besten Grüße deutschland verschiedentlich Gewitter entladen haben, ist in Bier sie trinken oder nicht trinten sollen. ชิน übermitteln. Der Brief ist die Antwort auf die manchen Gegenden heiteres Wetter eingetreten; doch herrscht, Wir find natürlich mit dieser Antwort vollauf zufrieden. vom Elternhause an ihn ergangene Mahnung, fein Ge- namentlich an der Diseeküste, bewölfter Himmel noch vor, wenn Das Wort hat der Leiter der freisinnigen Volkspartei, Eugen wissen durch ein Geständniß zu befreien, falls er wirklich der auch wesentliche Niederschläge nirgends mehr stattfinden. Die Richter mit Namen. Mörder gewesen." Darauf erwidert nun Thiede, daß er den Temperatur ist im Nordosten noch ein wenig gesunken, bis auf Rath feiner Mutter nicht befolgen könne", er könne die That Grad Celsius in Memel und Neufahrwasser. Im Südwesten Zum Besten der ausgesperrten Brauereiarbeiter wird nicht eingestehen, da er sie nicht begangen habe. Andererseits hingegen, woselbst die Südwestwinde fich verstärkt haben, ist es am Sonntag, den 10. Juni, in den Konfordia- Fefisälen eine große erzählt man sich in der Heimath des Gefangenen von Aeuße- wärmer geworden. Mülhausen i. E. meldet heute Morgen Gesangsmatinee, verbunden mit Deklamationen und humoristischen rungen, welche seine Gemüthsverfassung von den düstersten 14 Grad Celsius, 5 Grad mehr, als vor 24 Stunden. Borträgen abgehalten werden. In Anbetracht des guten Zwedes Ahnungen erfüllt erscheinen lassen. So soll er türzlich gesagt Wetter- Prognose für Donnerstag den 31. Mai 1894. steht zu erwarten, daß die Arbeiterschaft Berlins an diesem Fest haben: Meine Frau wird mich wohl nicht mehr lebendig Ziemlich fühles, zeitweise heiteres, vielfach woltiges Wetter zahlreich theilnehmen wird. Billets sind an allen mit Plakaten wiedersehen. Aber mein Trost ist, daß, wenn ich sterben muß, mit etwas Regen und schwachen westlichen Winden. belegten Stellen zu haben. ich unschuldig sterbe." Gine von Dramburg auß von der Frau Berliner Wetterbureau. 5750 Gerichts- Beitung. Uneigennüßigkeit zu bethätigen ist. Brecht vor allem mit dem die nämliche Dauer habe, wie die der Erwachsenen, nämlich Vorurtheil, welches Euch den polnischen Arbeiter als einen 71/2 Stunden, Einfahrt und Ausfahrt inbegriffen. Thatsäch= Menschen zweiter Klasse erscheinen läßt. Das Alles bedingt, die lich währt aber dort die Knabenarbeit zehn Vom Umgang mit Menschen in Plöhenfee. Wegen Agitation unter den Polen so zu gestalten, daß den Radau. Stunden täglich. Leider wurden die Vertreter der Mißhandlung eines Gefangenen hatte sich am Dienstag der brüdern des katholischen Gesellenvereins sowohl als ihren Auf- englischen Mehrheit durch den frühzeitigen Schluß der Gefangenen Aufseher Wilhelm 11mann aus Plößenfee vor traggebern vom Krummstab das Handwerk gelegt wird. Diskussion daran verhindert, diese Thatsache zur Geltung zu der ersten Straffammer am Landgericht II zu verantworten. Der seit Es wird in nächster Zeit wieder eine Versammlung ein- bringen. Es ist indeß jedenfalls von Werth, daß dies an dem Jahre 1879 im Zentralgefängniß von Plößenfee berufen mit derfelben Tagesordnung, und diese soll uns ge- dieser Stelle noch nachträglich geschieht, denn wenn die angestellte Beamte gab folgende Darstellung lingen. Gebt aber auf die Patrone acht, die sich fälschlich als nordenglischen Grubenarbeiter, trotzdem sie selbst für sich eine von dem infriminirten Vorgange: Anfang Dezember Genossen aufspielen, aber weder bei uns noch bei den Polen 71/ aftündige Schicht erzielt haben, es nicht verhindern können, rügte es der Oberaufseher wiederholt, daß des Abends auf der thätig sind. Achte ein jeder auf seinen polnischen Nebenkollegen, daß die Knaben noch 21/2 Stunden länger als die Erwachsenen Station des Angeklagten geraucht würde. garnicht auszurotten, nur wenn es zu arg würde, müsse ein: Partei, im Interesse der gerechten Sache vorgenommen haben. Das Rauchen sei dann muß uns gelingen, was wir uns im Interesse unserer ihre aufreibende Thätigkeit ausüben müssen, so ist das ein Moment von so durchschlagender Beweistraft für die Nothwendigkeit der geschritten werden. Am Abend des 4. Dezember, als das Licht Die Vertrauensleute in Charlottenburg. bereits verlöscht und Schlafenszeit war, drang Rauch aus einer gefeßlichen Kürzung der Grubenarbeit, wie es ähnlich von keinem Vertreter der Mehrheit bisher vorgebracht wurde." gemeinschaftlichen Schlafzelle. Da es verboten ist, daß ein Der Streik der Steinfeger in Stettin dauert bereits seit Aufseher des Nachts allein in eine Belle geht, holte er fich einen 1. April ununterbrochen fort. Die Unterstübungen find bis jetzt, Vorwärts" schon besprochenen Schwierigkeiten gedacht, mit Des Weiteren wird in dem betreffenden Artikel der auch im zweiten Aufseher dazu. Die Belleninfaffen schliefen noch trotz der geradezu unglaublichen Arbeitslosigkeit, welche augenbenen ein internationaler Kongreß zu rechnen hat, nicht, die Aufforderung, daß der Raucher sich melden möge, blicklich im Steinfeggewerbe herrscht, zur Genüge eingelaufen; als Bielsprachigkeit, Uebersetzung der mündlichen Berichte u. f. w. blieb unbeachtet. Es sollte daher die Gasflamme angezündet außerdem ist in sämmtlichen Verbandsfilialen beschlossen worden, Dann heißt es weiter:" Den tontinentalen Nationen hat sich werden, dazu mußte sich der Angeklagte jedoch erst den Anzünder den Streit bis aufs äußerste durchzuführen. Es haben sich in aber auch die Ueberzeugung aufgedrängt, daß die Geschäftsvom Korridor holen. Unterbeffen meldete sich der Metallschleifer der ganzen langen Zeit nur fieben Streifbrecher( Stettiner) geordnung in wichtigen Punkten der Aenderung bedarf. Ueber Hausmann, daß er der Raucher sei und gab feine mit etwas funden, während von auswärts zwei Mann zugereist sind, welche die Kongreßbeschlüsse entscheidet nach der Geschäftsordnung Zabat gefüllte Pfeife ab. Beim Anzünden der Gasflamme jedoch nach Inkenntnißseyung sofort wieder abdampften. Den best felben daher bei Seite gestoßen.- Borsigender Landgerichts- bemühen sich dieselben aufs eifrigste, durch verlockende Annoncen sie geschlossen stimmen, unbedingt das Uebergewicht über habe ihm der p. Hausmann im Wege geftanden, er habe den Unternehmern brennt das Feuer bereits unter den Nägeln und jetzt die Zahl der von den Delegirten vertretenen Bergarbeiter. Dieser Abstimmungsmodus giebt den Engländern, sobald Direktor Gary: Sie sollen ihm aber ein paar Schläge an Arbeitskräfte von Auswärts heranzuziehen. Wenn irgend mög: die anderen Nationalitäten. Aber selbst wenn sie sich spalten, den Kopf gegeben haben? Angefl.: Es fann ja fein, daß lich, ersuchen wir, die Streifenden zu unterstützen( Adresse: braucht nur eine kleinere Gruppe sich der Abstimmung zu ent meine Hand abgerutscht und an seine Backe gerathen ist! E. Ortmann, Stettin, Deutsche Straße 36); vor allen halten und der große Bund der britischen Bergarbeiter" mit Vors. Sie sollen den Gefangenen aber auch noch Strolch, Dingen bitten wir jedoch sämmtliche Genossen des seinen 475 000 Hintermännern hat es in der Hand, für sich Echuft und Laufejunge geschimpft haben?" Angell.: Herr Baufaches, für Fernhaltung des Zuzuges zu allein zu bestimmen, was als Kongresbeschluß gelten soll. Präsident, derartige Redensarten sind nun ein- forgen. Eine solche Praxis verletzt die anderen Nationalitäten mal da draußen bei uns so üblich!"- Vors.:„ Das Dem Streik der Teppichknüpferinnen der Firma Deh zu sehr, als daß sie beibehalten werden könnte. glaube ich schon, daß das üblich ist, aber deshalb ist es noch mann u. Cie. in Hannover liegt eine Ursache zu Grunde, deutsche Delegation ist ist deshalb vor dem Auseinandera nicht richtig!" Der als Zeuge geladene zweite Aufseher und der die so recht das Gemeingefährliche der jezigen Wirthschafts- gehen übereingekommen, darauf zu dringen, daß künftig mishandelte Gefangene felbft( letterer befindet sich noch in ordnung zeigt. Die Knüpferinnen hatten ein so großes Penfum nur das als Meinungsäußerung des Gesammtkongreffes Strafbaft) wollten sich des Vorganges nicht mehr genau von Arbeit zu leisten beziehentlich so geringe Löhne, daß sie, um verkündet werden darf, was von jeder einzelnen theilnehmenden entfinnen, der Präsident mußte ihnen daher erst an der dem Kantenmädchen genügend liefern zu können, auch während Nation durch Mehrheitsbeschluß angenommen wurde. Gehen die Hand ihrer ersten Aussage das Gedächtniß auffrischen. des Effens weiter arbeiteten. Das verbot denn schließlich die einzelnen Nationen in ihren Abstimmungsergebnissen auseinander, Dagegen bekundete ein anderer Zeuge, der sich jetzt wieder auf Firma und nun forderten die Mädchen mehr Lohn, um ihre so soll überhaupt keine Meinungsäußerung des Gesammtkongreſſes freiem Fuße befindet, daß Hausmann in der von der Anklage frühere Einnahme, die schon so eine recht geringe war, wieder vorliegen; es ist dann nur zu fonstatiren, welche Nation für, behaupteten Weise geschlagen und geschimpft worden sei. Den zu erreichen. Da es an den Geldbeutel gehen sollte, zogen die welche gegen den Antrag sich erklärt haben. Nur ein von allen bereits gestellten Strafantrag hat der Mißhandelte zurückgezogen, unternehmer ihr Verbot zurück und ertheilten den Arbeiterinnen Nationalitäten gebilligter Antrag genießt ja auch das Ansehen, wegen des erwiesenen Amtsvergehens bedurfte es aber eines wieder huldvoust die Erlaubniß, sich weiter während der Essens- das ihn geeignet macht, einen bestimmenden Einfluß auf die Etrafantrages nicht. Der Staatsanwalt beantragte 50 Mart paufen für sie zu quälen. Jest wiesen die Arbeiterinnen dies öffentliche Meinung zu gunsten der Bergarbeiter auszuüben. Geldstrafe, der Gerichtshof erkannte auf 30 M. Anfinnen zurück und so entstand der Streik. Gewiß eine herrliche Illustration unserer Zustände namentlich dann, wenn wir in Betracht ziehen, daß die Beschäftigung von Arbeiterinnen während der Eppausen ungeset lich ist. gebrochen. = = " " Die Statistik der englischen Gewerkvereine im Jahre 1892. Daß geschlossene Gesellschaften der Polizeistunde nicht anterliegen, also nicht gehalten find, bei Eintritt derselben das In der Mainummer der vom englischen Handelsminifterium herausgegebenen Labour Gazette" wird der summarische Bericht ihnen vom Wirth überlassene Lokal zu räumen, ist in übereinüber die Statistik der englischen Gewerkvereine für 1892 vers stimmender Rechtsprechung der Gerichte als Grundsak festgestellt. Gine wichtige Ausdehnung ist diesem Grundsake gestern durch Ein Bergarbeiterstreit ist in Bantorf am Deister aus- öffentlicht. An der Statistik betheiligten sich 599 Gewerkvereine, unter denen sich 117 nichteingetragene befanden. 105 besaßen eine Entscheidung der achten Strafkammer des Landgerichts I. gegeben worden. Der Schanfwirth Behrend hatte eines Abends über die Die Dachdecker in Dresden haben in einer Versammlung Kolonien, eine geringe Bahl im Auslande. Die Mitgliederzahl Zweigvereine in der Gesammtzahl von 7308, einige in den Bolizeistunde hinaus den bei ihm tagenden Rauchtlub, Freundschaft" beschlossen, den Streit so lange fortzusehen, bis alle Kolonien, eine geringe Bahl im Auslande. von 594 Gewerkvereinen 5 hatten keine Angaben gemacht nicht nur in dessen Vereinszimmer geduldet, sondern zugelassen, daß Meister bewilligt haben. Ein großer Theil der Meister hat die Mitglieder nach Eintritt der Polizeistunde sich in den anderen nämlich die Forderungen bewilligt, durch obigen Beschluß aber Einkommen belief fich auf 1790 842 Pfd. Sterling und -betrug nicht weniger als 1 237.867; ihr GesammtRäumen des Lokals, insbesondere im eigentlichen Schantzimmer, wollen die Arbeiter einen vollkommenen Sieg erreichen. ihre Ausgabe auf 1765 386 Pfd. Sterling, das angeniederließen. Das Schöffengericht hatte hierin eine unzulässige Ueberschreitung der Polizeistunde erblickt und den An= Der Verbandstag der schweizerischen Schuh sammelte Bermögen im Besitz der Vereine auf 1844 149 ẞfo. Št. geklagten deshalb zu einer Geldstrafe verurtheilt. Dieser ma cher wurde am 13. und 14. Mai in Bern abgehalten. Ver- 298 Gewerkvereine mit einem Mitgliederstande von 745 648 Tegte Berufung ein. Sein Vertheidiger, Rechtsanwalt treten waren 10 Settionen durch 10 Delegirte; der Verband zahlten an Arbeitslosenunterstützung 386 973 Pfd. St. 308 Ge Tr. Schöps, wies vor der zweiten Instanz zunächst zählt im ganzen 17 Sektionen. Der Bericht, den der Vorsitzende werkvereine mit 1 103 641 Mitgliedern an Streitunterstübung nach, daß der Angeklagte bei Eintritt der Polizeistunde über Kaffenverhältnisse, Mitgliederzahl u. f. w. erstattete, ent- 467 291 Pfd. St., 193 mit 585 389 Mitgliedern an Krankengeld feine eigentlichen Schankgäste aus dem Lokale entfernt und den behrte sehr der Vollständigkeit und zwar sei daran, wie der 214 613 Pfd. St. und 88 Gewerkvereine an verunglückte MitZutritt zu demselben durch Verschließen der Hausflur unmöglich Redner betonte, die mangelhafte Berichterstattung der einzelnen glieder 17 984 Pfd. St. gemacht hatte. Nunmehr erst seien die Mitglieder des Rauch- Sektionen schuld. In einer Lohnbewegung standen die Sektionen 433 004 Mitgliedern flubs in das an ihr Vereinszimmer grenzende Gastzimmer ge- St. Gallen, Neuenburg, Montreux, Zürich, Basel, Luzern und und 317 tommen. Der Vertheidiger plädirte deshalb auf Freisprechung. Der Begriff der geschlossenen Gesellschaft sei nicht davon abhängig, daß sich die betr. Gesellschaft ununterbrochen in dem ihr zu diesem 3iveste überlassenen geschlossenen Raum aufhalte, vielmehr genüge die durch Statuten oder sonst schon vorher begründete Zusammengehörigkeit der Gesellschaft. Diese Geschlossenheit werde nicht Dadurch aufgehoben, daß die Vereinsmitglieder sich auch in an deren Räumen des Lofals verbreiteten, in welchem sie ihre Sigung abhielten, vorausgesetzt, daß diese Räume für andere Personen nicht zugängig waren. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und erkannte auf Freisprechung. Soziale Ueberlicht. Weiter zahlten 74 Vereine mit 106 552 Pfd. St. an Altersrenten mit 894 674 Mitgliedern an Begräbnißgeldern Endlich gewährten 423 Gewerkvereine Dlten. Die erstere sei gänzlich im Sande verlaufen, Montreux 83 379 Pfd. St. mit 1105 821 Mitgliedern 137 894 Pfd. St. an Beis stehe mit seiner Errungenschaft obenan. Die drei weiter folgenden vermochten die Uebel, zu deren Beseitigung die Bewegungen hilfen anderer Art. Für Vewaltungskosten und verschiedene inszenirt wurden, nicht in gewünschter Weise zu beseitigen. Luzern Ausgaben wendeten 590 Vereine 347 723 Pfd. St. auf. Zum babe gegenwärtig noch einen partiellen Ausstand minderer Be- Vergleich mit 1891 konnten nur 381 Gewerkvereine herangezogen deutung und auf eine Werkstatt beschränkt. In Olten werde werden, die damals berichtet hatten. Diese vermehrten ihren Mitgliederstand um 32 161 oder über 3 pet. und ihre Ein ebenfalls noch jetzt gestreift. nahmen um 296 686 Pf. St., d. h. nicht weniger als 21,8 pet. Der Londoner Droschkenkutscher Streit dauert fort. Ihre Ausgabe belief fich auf 505 894 Pfund Sterling, Der englische Minister des Innern hat eine Untersuchungs- d. h. 44 pet. mehr als im Vorjahr, wovon der Haupttheil auf kommission eingesetzt, welche den Streit beilegen follte. Die die Unterstügung der Arbeitslosen und Ausständigen mit einem Londoner Arbeiterpresse erklärt sich aber damit nicht zu- Plus von 380 306 Pfd. St. entfiel. Sonst zeigten nur die Altersfriedengestellt und verlangt die Unterstellung des ganzen renten( um 7000 Pid. St.) und die anderen Unterstützungen( faft Droschtenwesens der Hauptstadt unter Verwaltung des Londoner 50 000 Bfd. St.) eine Zunahme. Im Ganzen ist das jedenfalls Grafschaftsraths. ein sehr erfreuliches Bild der Entwickelung. Versammlungen. " Das Urtheil eines Fabritiuspektors. Der Fabrit inspektor von Meiningen schreibt in seinem Bericht: Die wirthAufruf an die Arbeiterschaft Deutschlands! schaftliche Lage der gewerblichen Arbeiterbevölkerung des AussichtsBereits 7 Wochen dauert der Streit der Schreiner in Zürich bezirts tann infolge der regelmäßigen und lohnenden Beschäftigung, und noch ist keine Aussicht vorhanden, daß dersebe beigelegt sowie der im Ganzen unverändert gebliebeuen Preise für Lebens- Die ausgesperrten Brauereiarbeiter hatten am Vor werden fönnte. Die Meisterschaft genießt die Unterstützung der mittel, Wohnung und Kleidung auch im vergangenen Jahre als mittag des 30. Mai eine öffentliche Versammlung, die von etwa gesammten Bourgeoisie. Die Herrenpresse giebt sich die größte befriedigend bezeichnet werden. Der Arbeiterverdienst ist zur 700 Personen besucht war. Kollege Hilpert gab einen kurzen Mühe, die öffentliche Meinung zu machen. Wo nur irgend Ernährung einer fleißigen und ordentlichen Familie, besonders Ueberblick über die Lage. Verschiedene der zum Ringe gehörenden ein Verbrechen, Standal oder Bergehen gegen die bestehende wenn jedes Mitglied derselben nach Kräften mitzuhelfen bestrebt Brauereien sähen bereits mit Sorge auf die nächste Zukunft, da Ordnung" begangen wird, lenkt man sofort den Verdacht auf war, durchaus ausreichend und von einem Nothstande nirgends immer mehr Bier von außerhalb nach Berlin komme. Mehrere Die streitenden Schreiner und steckt sie zu 20 und 30 Mann ins etwas zu bemerken gewesen." große auswärtige Brauereien haben sich denn auch verpflichtet, Zuchthaus. Die Behörden erfassen jede Gelegenheit, durch Aus- Also wenn jedes Mitglied derselben( der Bier nach Berlin zu liefern, wenn Aussicht auf Absatz nicht blos nahmegefeße und Polizeiverschärfungen die gemachte Meinung Familie) nach Kräften mitzuhelfen bestrebt war" für den Augenblick, sondern auch für später bestehe. Letzteres fonnte zur Geltung zu bringen. Diese Ausnahme- Erlasse sind soweit dann war von einem Rothstand nichts zu bezugesagt werden, da voraussichtlich der Kampf noch längere Zeit gekommen, daß die Streifenden sich thatsächlich vogelfrei be- merken. Was heißt das anders, vorausgesetzt, daß es allen währt. Der im Vorwärts" veröffentlichte vertrauliche Brief finden. Familienmitgliedern gelingt, Arbeit zu erlangen, als, daß alles Happoldt's hat offenbar gewirkt. Bei Siemens u. Halske wurde bis zum Genossen! Aus vorstehendem erseht Ihr, wie kritisch unsere Familienleben aufhört. Alle müssen eben Jahr aus Jahr ein in Bontott Pfefferberger Bier getrunken. Als die Arbeiter es nun Lage ist. Bis jetzt stehen trotz aller Polizeichikanen die Kollegen die Tretmühle der Arbeit, nur, damit der äußerste Nothstand ab- abbestellen wollten, erklärte die Firma, die Arbeiter dürften das noch fest und wenn wir nur noch eine kurze Zeit die Mittel gehalten wird. nicht, weil die Kantine Eigenthum der Firma sei. Die Arbeiter zur Unterstügung beschaffen können, so ist der Sieg uns sicher. Genossen! Ihr wollt gewiß nicht, daß das Kapital triumIn der Maschinenfabrik Das Gebet für den Landrath. Durch die pädagogischen trinken es dort nun aber doch nicht. von Beermann vor dem Schlesischen Thore haben sieben Arbeiter phiren soll. Beherzigt dieses und helft uns, diese Vampyre zu Beitungen geht aus Schöneck im Kreise Berent in Westpreußen die Arbeit eingestellt, weil sie durchaus boykottirtes Bier trinken 3vingen, unsere Forderungen anzuerkennen; auch wir werden folgende Notiz: Der kommissarische Kreis- Schulinspektor Ritter unsere Pflicht kennen, wenn Ihr im Kampfe steht. Schnelle hat den Lehrern seines Aufsichtsbezirks unterm 30. April folgen. Sollten und Weißbier ihnen verboten wurde; ihnen wurde einfach Hilfe ist doppelte Hilfe. des Schreiben zugestellt:„ Am 2. Mai feiert der königliche Land- erklärt: Wenn Ihr das( Ring-) Bier nicht trinken wollt, dann rath, Herr Geheimer Regierungsrath Engler, sein 50 jähriges fönnen wir Euch nicht brauchen!( Bjui!) Gegenüber diesen Beweisen Die Streittommission der Schreiner. Gelder find zu richten: Schreinergewerkschaft Bürich", Dienstjubiläum. In dankbarer Anerkennung seiner Bemühungen von Solidarität sei es traurig, daß die eigenen Arbeitskollegen, um die Hebung des Schulwesens ersuche ich Sie, am gedie fich Liebkind bei den Unternehmern machen wollen, große Neumarkt 5. Arbeiterblätter ge- einmal alle am 16. Mai Ausgesperrten in der Versammlung zu= Die Arbeiter blätter werben um Abbrud nannten Zage feiner im Morgengebet zu ge- Zurückhaltung an den Tag legen. Leider seien aber heute nicht gebeten. gegen, und bei der Flugblattverbreitung in voriger Woche haben Unter dem Titel: Nutzen und Lehren des 5. inter- sich auch, besonders in Rixdorf, zu wenig von ihnen betheiligt. Infolge der seit längerer Zeit in dem Landgraf'schen Ge- nationalen Bergarbeiter Kongreffes" veröffentlicht das Das sei verwerflich, denn wenn die sozialdemokratische Partei schäft schwebenden Lohndifferenzen hat jezt das sämmtliche Per- Sozialpolitische Zentralblatt" vom 28. Mai einen Artikel des für die Ausgesperrten eintritt, so ist es auch Pflicht der Letzteren, sonal die Arbeit niedergelegt. Es wird ersucht, Buzug fern zu Genossen Ledebour, dem wir einige Einzelheiten entnehmen, in solchen Fällen vollzählig zu erscheinen. Redner fordert auf. die in weiteren Kreisen bisher unbekannt geblieben waren. in der Diskussion mitzutheilen, was über Unterschiebungen be Im ersten der gedachten Fälle handelt es sich um die Abstimmung tannt geworden ist, sowie fich darüber zu äußern, in welcher Weise über die„ Gesezliche Regelung des Achtstunden- die Nachforschungen zu organisiren sind. Festgestellt wurde zunächst. tages". Ledebour schreibt, nachdem er angeführt, daß von daß in Charlottenburg verschiedene Gastwirthe, bei denen am An die Parteigenoffen in Charlottenburg! Wir wandten den 40 englischen Delegirten nur 10, und zwar die Nord- Tage boykottirtes Bier nicht gut abgeladen werden kann, Nachts uns vor kurzem in einem Aufruf an die Genossen, mit der Engländer, die bereits eine 71stündige Arbeitszeit sich er- solches bekommen. So haben dort unter dem Schuße der Dunkeldringenden Mahnung, in eine rege Agitation für die zum Sonn- fämpft haben, dagegen gestimmt, hierüber folgendes: heit eine ganze Anzahl Gastwirthe Bier von der Spandauer tag, den 27. b. einberufene Polenversammlung einzutreten. Diese So geringe Bedeutung das verneinende Botum der Nord- Bergbrauerei erhalten. Die sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen Versammlung war denn auch im Vergleich gegen frühere eine engländer gegen den Achtstundentag nun an sich schon hat, wäre bei Schultheiß werden wieder von mehreren Rednern fritisirt. sehr gut besuchte. Wenn nun dieser bescheidene Erfolg unserer sein moralischer Werth obendrein noch erheblich abgeschwächt Rollege Wiedemann schlug vor, daß die ausgesperrten Brauereis Arbeit nicht verkannt werden soll, müssen wir doch tief bedauern, worden, wenn die andersgesinnten englischen Vertreter Gelegen Arbeiter sämmtliche Straßen Berlins besegen sollen, um die daß es einer Horde katholischer Gesellenvereinler möglich war, die heit gebabt hätten, ein Gegen- Argument zur Geltung zu bringen, Kontrolle wirksam ausführen zu können. Zu beachten sei, daß Bereitelung dieser impofanten Voltsversammlung herbeizuführen. Das die vielgerühmten Arbeitszustände in den nordenglischen die Brauwagen jetzt nicht mehr zu denselben Stunden wie früher Genossen! Hier ist uns ein Bild gezeigt, welches jeden denten- Kohlengruben in einem recht üblen Licht erscheinen läßt. Es ist fahren. Im weiteren Laufe der Diskussion wurden noch mehrere den Arbeiter mit Ekel erfüllen muß. Diese im stumpfen Gleich schon erwähnt worden, daß die Vertreter von Northumberland Gastwirthe genannt, welche vorgaben, tein Ringbier zu führen, muth verharrenden polnischen Arbeiter, denen von einem ge- und Durham die Schwierigkeit einer gleichmäßigen Kürzung der Ar- und doch Fässer aus Ringbrauereien bekommen haben. Ginige wissenlosen Heuchlerthum die Bedürfnißlosigkeit als eine Tugend beitszeit in den Gruben durch den Hinweis auf die Knabens Redner berichteten, daß sie am Montag Vormittag an der Ecke der empfohlen wird, laffen sich als willfährige Werkzeuge arbeit zu erhärten suchten, die zu reduziren ihnen troß aller An- Fürstenwalder- und Ballisadenstraße beobachtet, wie aus einem Faffe, ihrer Unterdrücker gebrauchen. Dieser Vorgang muß uns strengung bisher nicht gelungen sei. Wie dieses Argument ohne das von dem Wagen Nr. 26 des Böhmischen Brauhauses herabfiel, anspornen aur raftlofen Thätigteit für die Verbreitung Bahlenangabe vorgetragen wurde, mußte es bei den nicht mit nicht Bier, sondern Wajfer ausfloß. Kollege Schneider forderte auf, unferer Ideen, hier können wir mehr denn je beweisen, den Berhältnissen vertrauten Zuhörern den Glauben erwecken, auch dem Flaschenbierhandel mehr Aufmerksamkeit zu schenken und daß die wahre Liebe zu unserem Nächsten durch Aufopferung und daß die Arbeitszeit der Knaben in den nordenglischen Gruben namentlich auch die Frauen aufzuklären, damit sie das Ringbier halten. Achtung, Schneider! Die Agitationstommission der Schneider von Halle a. G. denten.... nicht laufen. Nach einem Schlußworte Hilpert's nahm die Versammlung mit großer Majorität folgenden Antrag an: Die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter verpflichten sich, heute Nachmittag vollzählig im Lokale Blumenstr. 38 zu erscheinen, um dafelbst ihre Aufträge zur Kontrolle entgegenzunehmen. Sollte es vorkommen, daß einer seine Kontrolle nicht ausübt, so beschließt die Versammlung, daß derselbe seiner Unterstützung verluftig geht." Kollege Hilpert verlas dann ein Schreiben, in welchem die Süddeutsche Brauerei Karl Kinz u. Ko. sich mit den von den öffentlichen Versammlungen gebilligten Forderungen der Bierboykott- Kommission einverstanden erklärt hat, bis auf die Hölz des Lohnes. Die Brauerei verspricht auch baldige Einführung des Achtstundentages. Die Versammlung beschloß noch, nach Ablehnung einer Reihe von Anträgen, daß die Ausgesperrten der Pozorte sich bei den dortigen Lokalfommissionen melden sollen und zu der Berliner Gastwirthe Kontrolle nicht direkt verpflichtet sind. Ferner gelangte folgender Zusatz zum ersten Antrag zur Annahme: Die Ausgesperrten theilen sich in die Kontroll. Die Böttcher üben dieselbe nach Anweisung der Böttcher Tommission( bei Heise) aus, die Brauer und Hilfsarbeiter erhalten bei Wiedemann ihre Straßenzuweisung." Dabei wurde den Böttchern empfohlen, nur die Straßen zu besetzen, wie sie von der Pallisadenstraße an im Berliner Verkehrs- Almanach stehen. Giner von den ausgesperrten Brauern, namens Ludewig, ist dieser Tage verstorben. Die Versammlung erhob sich zu seinen Ehren von den Sigen. Am Donnerstag Nachmittag um 1/25 Uhr findet die Beerdigung vom Hedwigs- Krankenhause aus statt. dem " 1 1 Die Freie Vereinigung sämmtlicher in der Schuh-| Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth. Oft- und Westpreußischer Männer industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeierin- efangverein, Neue Königstr. 78, bet Hahn.- Edelweiß 2, Potsdam nen hielt am 21. Mai eine Versammlung ab, in der Genosse straße 134 bei Schult. Brandenburger Kommunikation 16 bei Glafer. Borar, ReichenbergerAdolf Hoffmann in einem beifällig aufgenommenen Vor- 8utunft 3, Velten, bei W. Grunow. Freie Sänger, Krautftraße 6, bei Rudolf. trag über das Thema:„ Der Kampf ums Dasein" sprach. Von monie, Hafenharde 62-53, Kurth's Salon. einer Diskussion nahm die Versammlung Abstand. Zum Schluß Rustanien Allee Mr. 28 bei Maiwald. 4-5 Uhr Nachm, Königstr. 73 bei Hahn. wurde vom Vorsitzenden an die Anwesenden die Aufforderung ftraße Nr. 24 bei Zauschte.- Vorwärts 9, Charlottenburg, Bismarc gerichtet, den Bierboykott zur strengen Durchführung zu bringen. Berenbe 21. 5. Mts. eine gut besuchte Versammlung ab, in welcher Die Knopfarbeiter und Arbeiterinnen hielten am Dr. Wurm in einem beifällig aufgenommenen Vortrage über die Pflege der Augen" sprach. Von den Kollegen wurde sodann versprochen, mit aller Energie für die Durchführung der gefaßten Beschlüsse des Bierboykotis einzutreten. Ferner wurden die Kollegen aufgefordert, recht rege für die Stärkung der Organi: fation zu agitiren. Kreuzberger Hara Morgengrauen,( Bäcker), Steinfeger Sängerchor Liedes Echo, ReichenbergerAbendroth in Deutsch- Wilmersdorf bei Mölter.- Gefang verein der Studateure Berlins und Umg., Sendelftr. 30 bei Preußer. bei Seehausen. Tottenburg, Wallfir. 54. Vorwärts 2 Schönhauser Allee 28 bei Kuhlmen. 2yra 2, Char= Gesangverein der Kürschner, Landsbergerstr. 31 Glodenrein( gemischter Chor) Kastanien- Allee 95/96. Sänger runde, Rottbuserstr. 6 bei Braun. Frohsinn 2, FriedrichsTreu und Fest, berg- Zichtenberg, Frankfurter Chauffee bet Müller. Stab".- Eintracht 2, Neu- Glienice, Rudowerstr. b. Hasdorf. ArbeiterLebuserstr. 5 b. Nemig.-Brüderschaft Stallschreiberstr. 29" Bum eichenen Gefango. Oranienburger Vorstadt, Hochftr. 32a b. Wite.- Liberté 1, Flöter'scher Gesangverein, RoppenWrangelfir. 91 bei Kind. str. 43 c bei Lorenz. Eintracht 3, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bei Düball. Titania, Cuvryfir. 48 bet Tielsch. Morgenroth 4 in Röpenta, Müggelheimerstr. 4 bei Held. Alpenrose, Forsterftr. 22. Arion 2, Die freie Vereinigung der Zeitungs- Spediteure und Thorinerstraße 27 bei Hailand. Verkäufer hielt am 21. Mai ihre Monatsversammlung ab. ftraße 49 bei Paul Altmann. Felsenfest( gem. Chor), Neue HochJunge Eiche, Reinickendorf, GesellschaftsNach Erledigung einiger geschäftlichen Angelegenheiten äußert Oswald Berliner.ma iglöd ch en 2, Reichenbergerstr. 16 bei Hoffmann. straße 11 bet 2. Hartmann. Freundschaft 1, Brunnenstr. 143 bet sich der Vorsitzende Herr Schäfer über die jüngsten Vorgänge mit 3aget nicht, Stegliz, Schüßenstr. 40 bei Kentsch. Bruderburg, dem Verlag der Deutschen Warte" und des Kleinen Journal" Lübbener- und Görligerstraßen- Ecke bei Wesenburg. sehr mißfällig und verurtheilt das Benehmen einzelner Mit- ane Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Gent, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. glieder, die in Unterhandlungen mit den Herren Verlegern ein- Adalbertstraße 95. Donnerstag: getreten waren. Dieses Vorgehen ist nur geeignet, Verwirrung Andreassir. 3 bei Noll. Vergnügungsverein Bruderbund, Rauchklub Graue Wolte, Krautstr. 48. unter den Kollegen herbeizuführen. Pflicht aller Mitglieder ist Bergnügungsverein Jugendlust, Ohmgaffe 2 bei Krebs. -Verein Grüne Eiche( vor dem halle'schen Thor), Solmsstr. í bei Kagorte.. es, bei entstehenden Differenzen mit den Verlegern den Beschlüssen Dezimalwaage, krautstr. 36 bei Infinger, Rauchklub des Vereins in jeder Weise Rechnung zu tragen. Rauchtlub Erholung, Wienerstr. 13 bei Drieschner. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr bei Bringborn, Madaistr. 12. Humuriftischer Klub Universum, Beteranenftraße 18, bei Schulz.- Brüderlich teit, Püdlerstr. 49 bei Stabernad. Geselliger Klub der alten Moabiter, Emdener- u. Wadenferstr.- Ede bet Ch. Hilgenfeld. Alpenröslein, Bergstraße Nr. 60 bet Gelang-, Turn- und gefellige Vereine. Donnerstag. Männers " Schirmer, Abends 9-10. Aben ds 1 -O Die Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Kongres aller im Barbier, Friseur- und Perrücken- Branche Beschäftigten hielt am 22. Mai eine Versamm macher- Gewerbe beschäftigten Personen. 3. Ver- lung ab. Das Andenken des verstorbenen Kollegen Joseph ehrte handlungsta g. Ueber die Erhöhung der Beiträge, die von die Versammlung in der üblichen Weise. Darauf beschäftigte Starofson- Berlin und Uhl- Stuttgart beantragt war, wird lebhaft man sich mit der Frage: Wie stellen sich die Stahl- Instrumenten- Gesangverein It- Deffau, Abends& Uhr, bei Kind, Wrangelftr. 91. diskutirt; man einigte sich dahin, die Beiträge von 15 auf macher und Bandagisten zur Einführung der neunstündigen weißensee und Umgegend. Gesangsabtheilung des fozialdemokratischen Arbeitervereins für Donnerstags und Sonnabends Abend; 20 Pf. wöchentlich zu erhöhen. Die Delegationskosten werden in Arbeitszeit? Genosse Paul Jahn, welcher das einleitende bei Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chauffee. Männer Gesangverein Zukunft von den einzelnen Städten getragen. Be- Referat übernommen hatte, legte in zweistündiger Rede die Noth: Gefangverein Glodenrein, gemischter Chor, Abends von 9 bis 11 Uhr Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 730.züglich der Agitation wird bestimmt, daß neben wendigkeit der Verkürzung der Arbeitszeit klar, indem er auf die bet narp, Kastanien- Allee 95-96. Mufit- Dilettantenverein 2ohengrin, Vorstand auch die einzelnen Drte mit aller große Arbeitslosigkeit hinwies, welche durch die immer mehr um Abends 8 Uhr, bei Trischmann, Jüdenstr. 55. Energie für die Auftlärung unter den indifferenten Kollegen fich greifende Vervollkommnung der Maschinentechnik hervorstraße 47. Theaterverein Freundestreis 9 Uhr im Restaurant Bräuer, Soms= einzutreten haben; Genosse Legien versprach die thatkräftige Hilfe gerufen wird. Theaterverein Crescendo bei Maißner, Gartenstr. 162. In der darauf folgenden Debatte wurde all- Theaterverein Maig löckchen, Englischer Hof, Neue Roßitr. 3. der Generalfommission. Theater: Das Verbandsorgan Der Kund- gemein eine Verkürzung der Arbeitszeit auf neun Stunden Gesellschaft Harmonie, Donnerstag Abends 9% Uhr, Thorinerstr. 55. schafter" soll sobald als thunlich vergrößert und sein Inhalt befürwortet. Während man nun von der einen Seite Privattheater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen Donnerstag, agitatorischer gestaltet werden. Um einen Einblick in die that sofort bei Nowat, Manteuffelstr. 9. in die Bewegung einzutreten gedachte, wurde Geselliger Klub Blau Veilchen, Abends 9 Uhr, bei Schönwälder fächlichen Verhältnisse zu bekommen, wurde auf Anregung des von der anderen betont, daß in einigen Werkstellen erst die In- Oranienstr. 135. Verein ehem. 22. Gemeindeschüler, punkt Genossen Legien beschlossen, daß durch drei Kollegen eine Denkschrift, differenten für unsere Sache gewonnen werden müssen, um dann hr bei Echröder, Etegligen ftr. 18.- Vergnügungs- Verein Renata s uhr, enthaltend eine Uebersicht über die Lage der Barbiergehilfen 2c., geschlossen vorzugehen. Ein Antrag, für die Stahlinstrumenten( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Mowes, Böchstr. 8. Abends im Restaurant Göz, Oranienstr. 153.- Gefangverein Proletariat Löhne, Arbeitszeit, Wohnräume u. f. w., sowie die von den Gehilfen zu macher und Bandagisten Fragebogen auszugeben, worin sich die Geselligerverein univerfum, Sigung mit Damen Abends 9 Uhr stellenden Forderungen, die durch die Gesetzgebung erfüllt werden selben zu erklären haben, ob sie für die Verkürzung der Arbeits- Berein univerfum, Sigung Abends 9% Uhr, im Restaurant Neumann, bei Hagemann, Lothringeistraße 81. Borträge, Fidelitas. Geselliger tönnen, ausgearbeitet werden soll. Diese Dentschrift wird zeit eintreten wollen, wird angenommen. Unter Verschiedenem ginienftr. 19: Vorträge, Fidelitas. Verein Gemüthlichtett und Klub dem, Bundesrath, dem Reichstag und der Kommission für Arbeiter- wurde die Lehrlingszüchterei des Herrn M. Bräse in Potsdam humor, Abends 9½ Uhr, Lothringerstr. 105: Geselliges Beifammensein mit statistik zugestellt werden. In einer Resolution werden die einer eingehenden Kritik unterzogen. Den gemaßregelten Kuhn- Damen, Fidelitas und Tanz. Männergesangverein Gangesfreunde, Kollegen allerorts ersucht, mit ganzer Kraft für Beseitigung des heim'schen Arbeitern wurden 25 M. und den streifenden Böttchern 9-11 Uhr, Pazenhofer Ausschant, Landsbergerstraße Nr. 82.Geselliger Verein ertha", Donnerstag, Sigung bet Roll, Adalbertstr. 21, Trucksystems und Einführung eines Minimallohnes einzutreten. 50 m. bewilligt. Ferner finden die Versammlungen von jetzt ab abends 9 Uhr. Berein Wanderflub( Norden), Sigung jeden Die schon früher gestellte Forderung auf Beseitigung der Sonntags- jeden Dienstag vor dem 15. statt. Donnerstag von 9 Uhr Abends im Restaurant G. Baatsch, Hennigsdorferstr. 24.arbeit bis auf fünf Stunden wurde, erneuert. Die Anträge, beWaldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108. treffs Regelung des Lehrlingswesens, wurden durch Uebergang Orts- Krantentasse der gewerblichen Arbeiter Abend von 9-10 und jeden Donnerstag nach dem 15. Sigung mit Damen in Eine öffentliche Ve jammlung der Allgemeinen Bitberttub Gleich beit, 9 Uhr Abends, bei H. Reimann, Alte Schöns hauserir. 42. Gefelliger Club der Alten Moabiter: Jeden Donnerstag zur Tagesordnung erledigt. Die Jnnungs- Attestbücher, welche die und Arbeiterinnen, die am 24. Mai tagte, beschloß nach der Emdenerstr. 47 bei Schirmer. bem Arbeiter gefeßlich gewährleistete Vertragsfreiheit fast voll- Referat des Herrn Aßmann über die Zentralisation der bet ittter, Mariannenstraße 49 Geselliger Arbeiterverein Hoffnung ständig aufheben, wurden einer scharfen Kritik unterzogen, ebenso Strantenfassen", einstimmig für diese Reform einzutreten. Zum firaße 78. Rauchklub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Hermann Rohr, Naunyn: die von der Innung geleiteten sogenannten Fachschulen. Der Schluß gelangte folgende Resolution zur Annahme: Die Ver- Krüger, Forsterstraße 19. Rauchklub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, bet Rongreß protestirte ferner energisch gegen die Innungs- Sch..ds- sammlung spricht ihr Mißfallen denjenigen Delegirten gegenüber bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, gerichte. Ein Antrag, von München, Dortmund und Hamburg aus, die ihr Amt vollständig vernachlässigen, und fordert die- 9 uhr, bet Restaurateur Schröder, Stephanstr. 45. Rauchtlub Kernspige, Abends 8 Uhr, Rauchtlub Arabi Baicha, Abends eingebracht, empfiehlt den Zweigvereinen Zuschußkaffen für selben auf, wenn sie nicht gewilt find, ihr Amt als Delegirter Abends 9 Uhr Springſtubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. Klub Ohne streit, Krantentassen einzurichten. Rauchlub Süd West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flick.. Rauchklub Brüder= Die Frage der Genossenschaften wurde von dem Kongreß zu vertreten, dasselbe niederzulegen. lich feit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernack, Bücklerstraße 49. Rauch= ebenfalls eingehend erörtert. Legien warnte davor, aus inlaß Weißensee. Die Agitationskommission hatte am 23. Mai tlub Nordstern, ieden Donnerstag nach dem 15. im Monat bet eines verloren gegangenen Streits sich in derartige Gründungen hier eine Versammlung einberufen, die sich mit der Stellung zum Fidelio, Abends 8 Uhr im Refíaurant Seine, Gifenbahnstr. 23. E. Heinice, Friedrich Karlstraße 11, Friedrichsberg. Rauchklub zu stürzen. Der Beschluß des Kongresses ging dahin, weil die Bierboykott beschäftigte. Nach einem Referat des Genossen Rauchtlub Pfeifendedel, Gigung Abends 8 Uhr, bei Jeratsch, Lange Frage noch nicht spruchreif ist, zur Tagesordnung über- Stabernad, das von den Anwesenden allseitig zustimmendöguß 1, Abends 9 Uhr, bei F. Nawrodt, Markusstr. 25. zugehen. Eine Anfrage: Ob ein organisirter Kollege aufgenommen wurde, bekundete die Versammlung durch ein- Grüne Giche, Abends 8½ Uhr bet G. Herrath, Planufer 92a. auch gleichzeitig der Innung angehören fönne?" rief stimmige Annahme der Berliner Resolution ihr Einverständniß Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bet Ullrich, Wrangelstr. 84. State eine lebhafte Debatte hervor. Start Hamburg, Burkhardt- mit dem Vorgehen der Berliner Parteigenossen. Zur besseren flub Rückwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Pallisadenſtr. 47.- Stats Nürnberg und Hinz- Wiesbaden bemerkten, daß fein Durchführung der Kontrolle wurden 10 Genossen zur Unterstüßung tub Sordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. Anlaß vorliege, die Kollegen, welche in den Meisterorganisationen der Lokalkommission gewählt. für die Sache der Gehilfen wirken, geringer zu achten. In den Innungen, besonders in Süddeutschland befänden sich eine beträchtliche Anzahl überzeugter Genossen; der Kongreß möge über diefen Punkt zur Tagesordnung übergehen. Es wird demgemäß beschlossen. Die Tagesordnung ist nunmehr erschöpft. Nach einigen herzlichen Worten wird der Kongreß mit einem dreifachen Hoch geschlossen. " Der Verband der Möbelpolirer hielt am 21. Mai eine außerordentliche Generalversammlung ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung Statutenänderung" wurde der Antrag des Koll. Frante, eine fünfgliederige Kommission für die Vorberathung zu wählen, angenommen und sind die Aenderungsanträge schriftlich in türzester Zeit an Kollege Lederhouse, Oranienstr. 169, einzusenden. Da der 2. Vorsitzende und der 1. Schriftführer abgereist find, so mußte eine Erfahwahl für dieselben stattfinden. Gewählt wurde als 2. Vorsitzender May Schulz und als 1. Schriftführer Julius Herzer. Die Dampferpartie nach Schmöchwitz findet am 22. Juli statt. Der Arbeitsnachweis befindet sich bei Hente, in Vertretung Wiedemann, Blumenstr. 38. " Verein ehemaliger Schüler der 88. Gemeindeschule. Sigung jeden Donnerstag, Abends 9 Uhr, im Restaurant Andreasburg, Andreasstr. 3. schule, Müllerstr. 179a; Geschichte( neue). Süd ft- Schule, Waldemar: Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 3%-10% Uhr: Nord= straße 14: Geschichte( alte). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Tamen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. im Laufe des Semesters, eintreten. Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jetzt 1 Sozialistischer Lese- und Diskutirtlub Abends " bet Jakob, Boeckhstr. 21. 24. Vorwärts, Donnerstag bet Salomo, Appeluerstr. 29. Rauchtlub Fachverein der Klempner Berlins und Umgegend. Arbeits ausgabe Abends 8-10 Uhr. Sonntag 10-12 Uhr bei Stramm, Ritter ftraße 123. Schießtlub Tell, Abends 8 Uhr bei Nagel, Schwebterstr. 23. Tambour Berein Einigkeit bei Haupt, Stalizerftr. 102. Um 9 Uhr Ruderverein Vorwärts, Abends 9 Uhr im Restaurant" Bur neuen Bost", Uebungsstunde, nach derselben Sigung. Aufnahme neuer Mitglieder. Beuthstr. 21. Depeschen. Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dießgen, Abends 8% Uhr, bei Schröder, Wiesenstr. 39.- Neue Beit, Abends 8 Uhr, Boyenstr. 40, bei teshoit. Güd Oft, bei Zoltsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Ecte. safene lever, Abends 8 Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg Klub der Freunde bei nabt, Swinemünderstraße 120. Treptow. 8% Uhr, Reichenbergerfir. 167, Sigung. Diskutirtiub Seitgeist" jeden Donnerstag nach dem 1. und 18. des Monats bei Tempel, Langeftr. 65, Abends 8½ Uhr. August Geib Abends 9 Uhr im Restaurant Zubeil. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Vereinskalender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffel ftr. 49, D. 2 Tr Donnerstag. Uebungsfiunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. b. Gold.- Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bei Werner. St. Urban, Annenstr. 9, bei Prog.- Kornblume, Gr. Frankfurterstr. 133 -Bregelschluß, Annenftr. 16, bei Ehrenberg.-Weiße Rose, Reinickendorf, Seeschlößchen bei Böttcher.- Morgenroth 1, Rummelsburg, Türrschmidtstr. 33 bei Schröder. Dorf glödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Augufiftr.- Ecke bei Schulz. Einigteit( Sutmacher), Pappel- Allee 3/4, b. a. Meinhardt.- Harmonie, mangelnder Beweise freigesprochen. 23, pt., gegenüb. Andreaspl gegenüb. Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, 2. Gesch.: Brunnenstr. 95, Pento. unboldtsbain Kinderwagen, her gratis. Theilzahlung gegrößtes bücher Ausschauk Frankfurter Bürgerbrän Schönleinstr. 6. ſowie zwei Regelbahnen zu vergeben. Vereinszimmer, 150 Personen fassend, Bier nur aus dem Bürgerlichen Brau( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Palermo, 30. Mai. Das Kriegsgericht verurtheilte Defelice Giuffrida zu 18 Jahren Zuchthaus, 3 Jahren Stellung unter Polizeiaufsicht, Verlust des Deputirtenmandat und erkannte ihm die Fähigkeit ab, öffentliche Aemter zu bekleiden. Bosco Barbate und Verro wurden zu 12 Jahren, Montalto zu 10 Jahren und Pico zu 5 Jahren Zuchthaus verurtheilt und Sämmtlichen die Fähigkeit, öffentliche Aemter zu befleiden, abgesprochen. Außerdem wurde Petrina zu 3 Jahren und Benzi zu 2 Jahren Gefängniß verurtheilt. Cassina, Ciralli und Guli wurden wegen Allen Freunden und Bekannten zur Geld für Möbel, Waaren u. Klaviere. Nachricht, daß sich mein Fleisch- und Cohn, Charlottenburg, Raifer FriedrichWurstverkauf Markthalle VI, Acer ftraße 61b. Straße, Gland 19 befindet. 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Sozialbild ans Italien. 3wei große Prozesse außer mehreren, fleineren ähnlicher oder gleicher Natur- spielen sich in diesem Augenblick vor den öffentlichen Gerichtsschranken Italiens ab; der eine, der Prozeß Tanlongo, die Korruption und die Skandale der Nationalbant, der Banca Romana enthüllend in der Hauptstadt Rom, der andere, der Prozeß De Felice und Genossen vor dem Kriegsgericht in Palermo. Beide kennzeichnen die Herrschaft des Kapitalismus und der Willkür, den Staat des Moloch und Mammon und des modernen Bourbonenthums. Beide Prozesse sind noch nicht abgeschloffen und wir können eine Uebersicht und eine Würdigung ihres Verlaufs und Bedeutung erst nach der Urtheilsfällung bringen; aber in den bisher davon fundgegebenen Einzelfällen spiegelt sich flar ihr ganzes Wesen wieder. Der Prozeß Tanlongo ist bis zu feinem Höhepunkte, der öffentlichen Vernehmung des mitbetheiligten Dittators von Italien und Wechselfabrikanten Crispi nebst seiner frommen Gemahlin Madame Lina Crispi noch nicht gelangt wer weiß, ob diese Vernehmung überhaupt stattfindet, und ob sie nicht unterdrückt, unterschlagen wird. Aber eine töftlich be zeichnende Szene ist die folgende kleine Stizze aus dem Prozeß, die der Don Quixote von Rom mit leichter satyrischer Färbung aus den Verhandlungen vom 20. Mai bringt: Tanlongo, durch die Fragen des Staatsanwalts erbittert, ruft plöglich aus: Aber Herr Präsident, weshalb stehe ich denn allein hier? Wo sind denn alle die anderen Angeklagten und Betheiligten? Bertheidiger Tanlongo'3( antwortet für den Prä fidenten): Die sind alle jetzt beschäftigt. Die sind alle in der Kammerfihung im Parlament. Zanlongo: Crispi auch? Vertheidiger: Crispi auch. Ein republikanisches Blatt ruft nach Wiedergabe dieser Szene aus: Welch' ein Bordell ist unter dem Königthum Italien und mit seinem letzten Beschützer Crispi das öffentliche hohe Gerichtsgebäude des Landes geworden!! zu Mailand Ende April. Die Vereinigung wurde mit großer Majorität in folgender Tagesordnung beschlossen: In Erwägung, daß alle Eisenbahnarbeiter Italiens, da sie eine einzige große Gemeinschaft bilden, auch nur gemeinsame Be dürfnisse und gemeinsame Bestrebungen haben können, und daß, um jene zu befriedigen, diese zu verwirklichen, eine gemeinsame gleiche Taktik unumgänglich nothwendig ist; In Erwägung, daß jenes Ziel nur dann erreicht wird, wenn die Mahnung von Karl Mary: Proletarier aller Länder, vereinigt Euch", befolgt wird; in Erwägung, daß gerade auch für die gegenseitige Hilfeleistung eine rationelle einheitliche Organifation vor allem nothwendig ist, von der die verschiedenen Kategorien der Eisenbahnarbeiter Vortheil ziehen können, wobei sehr wohl die bisher wirkenden, einzelnen Hilfsvereine als solche weiterbestehen und ihre eigene Verwaltung haben können, wird beschlossen: Zum Ziel der moralischen und materiellen Hebung der Klasse verschmelzen sich die versammelten Vereinigungen zu einer neuen einzigen Körperschaft, die den Namen führen soll: Bund der italienischen Eisenbahnarbeiter( ,, Lego dei ferrovieri italiani"). sozialistische Arbeiterbewegung in diesem letzten Jahre, ja in ben legten sechs Monaten in Italien trog oder vielmehr mit Beihilfe der Crispinischen Bourbonenwirthschaft gemacht hat, ben Hörenden durch Thatsachen und Beispiele vorführte. Begeistert stimmten zum Schluß die Anwesenden die Arbeiterhymne an, jenes Lied, das gegenwärtig an verschiedenen Gerichtshöfen Italiens unter Anklage steht, von den Einen freigesprochen, von den Andern echt Crispinischer Wirthschaft mit harten Strafen gebüßt wird. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Rammer VI. Vorsitzender Assessor Leo. Sigung vom 25. Mai. Der Buffetier fein Gewerbegehilfe. Der Buffetier Alt hatte das Buffet im Restaurant des Gastwirths Otte übernommen. Und zwar in der allgemein üblichen Weise, daß er für das zum Ausschant gelangende Bier, sowie für die Die Versammlung erklärt und beschließt den Beitritt dieser sonstigen Getränke Herrn D. einen bestimmten Preis zahlte; die neuen Vereinigung des Bundes der Eisenbahnarbeiter zur Differenz zwischen diesem und dem Erlös beim Ausschant sozialistischen Arbeiterpartei Italiens in der Erwägung der That bildete, wie üblich, den Verdienst des Buffetiers. Es sache, daß die Mailänder Unione ferrovieri, sowie der Ge- fam zu Differenzen zwischen A. und D., deren letzte werkverein der Maschinisten Italiens bereits der sozia- Folge eine Klage war. A. ersuchte das Gewerbegericht, D. zu listischen Partei angehören und daß die Emanzipation verurtheilen, daß er ihm, Kläger, 96 M. für Getränke herausder Eisenbahnarbeiter ebenso wie die aller übrigen Arbeiter nur zahle, die D. bei der Lösung ihrer Beziehungen verblieben, von auf dem von der sozialistischen Arbeiterpartei vorgezeichneten ihm demselben aber baar bezahlt worden seien. Da der Wege des Klassentampfes erfolgen kann. Kompetenzeinwand votlag, mußte das Gericht sich hierüber erst schlüssig machen. Es wies den Kläger mit folgender Begründung ab: Das Gericht sei für die Klage unzuständig; es sehe den Kläger nicht als Gewerbegehilfen an. Der Buffetier sei Käufer und Wiederverkäufer von Bier 2c. und somit Händler, er habe sich an das Amtsgericht zu wenden. Diese Auffassung können wir nicht theilen. Unserer Meinung nach stellen die Beziehungen zwischen A. und D. eine besondere Form des Arbeitsverhältnisses dar und darin, daß der Verdienst A.'s in der Differenz zwischen dem Selbstfosten- und Verkaufspreis der fraglichen Getränke liegt, sehen wir eine besondere Form der Lohnzahlung. Diese Ansicht stimmt überein mit der Auffassung, welche sehr viel, wohl die meisten, Büffetiers Berlins von ihrer Stellung haben. Die Koryphäen des Berliner Gastwirthsstandes scheinen dieselbe allerdings nicht zu theilen, Denn zwei derselben, die Herren Wiese und Theodor Müller, halfen die vorstehende Entscheidung mit fällen. Zwischen Buffetiers und Gastwirthen besteht ein ähnliches Berhältniß, wie zwischen vielen Droschkentutschern und ihren Brotherren". Der Kutscher erhält von dem Fuhrherrn die Droschte, sucht Fahrgäste zu bekommen, befördert dieselben und liefert Abends einen bestimmten, beim Engagement vereinbarten Betrag ab. Das Uebrige des Engesverdienftes ist sein. Gegen die Erledigung von Klagen so gelohnter Kutscher durch das Gewerbegericht wurde seiner Zeit auch der Einwand der Unzuständigkeit erhoben, indem die betreffenden Fuhrherren von einem Pachtverhältniß zwischen sich und den Klägern sprachen. Das Gericht aber sah darin eine bestimmte Form des Arbeits- bezw. Der zweite Provinzialtongreß der sozia listischen Arbeiterpartei Venezien 3 wird am zweiten und dritten Juli in Venedig eröffnet werden. Die Beschickung durch ungewöhnlich zahlreiche Vertreter aus allen Orten auch Landgemeinden Veneziens ist bereits sicher und das Organisations Komitee in Venedig ist seit Wochen in In dem Prozeß zu Palermo haben die Hauptangeklagten reger Thätigkeit. Aus der Tagesordnung heben mir her De Felice, Bosco, Barbato und Verro ergreifende Bertheidigungs- vor: Regelung und finanzielle Sicherstellung des sozia reden gehalten, die auch von den gegnerischen Blättern ausführ- liftischen Wochenjournals" La Nuova idea", Agitation und Auslich wiedergegeben wurden. Sie haben die himmelschreienden breitung auf die Landgemeinden. Allwöchentlich soll am Sonntag Zustände auf Sizilien, die Lage der Bauern, Berg- und Stadt- an den Orten der fürchterlichsten Ausbeutung durch die Reisarbeiter geschildert, dazu die brutalen, wahnsinnig ungerechten fultur Veneziens den Landarbeitern in Reden und Broschüren Lebensmittelstenern, die die Ausbrüche der Hungerrevolution ganz ihre Zustände und deren Verbesserung und Heilung durch regel spontan nothwendig und von selbst hervorrufen mußten, mäßig angestellte Agitatoren vorgeführt werden. und sie haben vor allem die erbärmlichen Lügengewebe Am 13. Mai wurde in der Stadt Sampierdarena in der zerrissen, die ein ganzes Heer von Lockspizeln, von, bezahlten Provinz Genua der ligurische sozialistische Provinzialfongreß er: Bolizeibeamten um die Handlungen der Angeklagten gewoben öffnet. Der Genosse Chiefa begrüßte die zahlreich erschienenen hatte, Handlungen, die allein in der Organisation der Fasci be- Vertreter, darunter den anwesenden Andrea Costa und gab einen standen. Was ist bisher der Erfolg dieser für die Anklage durch Ueberblick der eigenthümlichen Entwickelung des Sozialismus Crispi geradezu niederschmetternden Vertheidigung gewesen? in Ligurien. Aus den Beschlüssen des Kongresses heben wir herDer Erfolg war, daß der Staatsanwalt vom Gerichtshof als vor die mit Einstimmigkeit angenommene Resolution, Urtheil verlangte: Für De Felice zweiundzwanzig die es jedem Genossen zur dringenden Pflicht macht, an den poliJahre Gefängniß. Außerdem polizeiliche Ueberwachung auf tischen und kommunalen Wahlen theilzunehmen, um endlich eine noch drei Jahre und Aberkennung seines Mandats als Abge: politische Macht zu erringen und zum Wohle der unterdrückten ordneter, und ausgebeuteten Arbeiterklasse auszuüben. Das Beispiel der für Bosco, für Barbato und für Verro je achtzehn Stadt Imola zeigt, mit wie glänzendem Erfolg bei Hingebung Jahre Gefängniß und außerdem drei Jahre polizeiliche Ueber- und Energie der Arbeitergenossen dies Ziel erreicht werden kann. wachung, Ferner wurde die Erklärung der bereits bestehenden und vorzüg- Lohnverhältnisses. für andere vier Angeklagte( Petrina, Montalto, Bico und lich wirkenden sozialistischen Wochenschrift Era Nuova in Genua Gegen die Lohnentschädigungs- Klage eines Rellners Cassina) für jeden vierzehn Jahre Gefängniß und zwei Jahre zum offiziellen Organ des ligurischen Verbandes der Arbeiter wandte der Beklagte ein, derselbe habe unter anderem einen Gast Polizeiaufficht, beschlossen, eines Blattes, das durch die opfervollen Beiträge durch den Ausdruck" Sie Dhse!" beleidigt. Der Gerichtshof erendlich für die letzten Angeklagten( Benzi, Guli und Ciralli) nur von Arbeitern als Aktienunternehmen gegründet wurde. blickte hierin, sich auf die Gewerbe- Ordnung ftüßend, feinen acht Jahre Einsperrung. Ferner wurde die Organisirung der Landagitation, die Beitrags- Grund zur fofortigen Entlassung. Grobe Beleidigungen geben Inzwischen macht die Organisation der arbeitenden Klassen verpflichtung für jedes Mitglied und die Begründung einer Pro- nach§ 128 der Gewerbe- Ordnung nur dann einen solchen ab, in Italien in der Richtung zum ernsten, sich ihres Zieles bewußten vinzialkasse mit Sicherung einer Kontrollkommission beschlossen. wenn sie gegen den Arbeitgeber oder seine Vertreter oder gegen Sozialismus erfreuliche Fortschritte. Den Kongreß, an deisen Sitzungen zum ersten Mal in der Pro- die Familienangehörigen des Arbeitgebers oder seiner Vertreter Ein hoch bedeutsames Ergebnis ist das Zustandekommen der vinz Genua auch Mädchen und Frauen aus der Arbeiterklasse fich richteten. Die Beleidigungen von Mitarbeitern oder dritten feit einem Jahre vergeblich geplanten Vereinigung der theilnahmen, schloß Andrea Costa selbst mit einer glänzenden Personen führe die Gewerbe- Ordnung nicht unter den Gründen italienischen Eisenbahnarbeiter auf ihrem Kongreß Rede, worin er die sichtbaren Fortschritte, die die zur sofortigen Entlassung auf. Da das Gericht andere EinDie Berliner Kunst- Ausstellung. Stampfesmith und der Retellentroß, der in den Adern jedes die Geſellſchaft legt ihm nicht so vielerlei Berpflichtungen auf Wozu das alte klagelied nochmals anstimmen? So wird der nicht so sehr um die Gunst der sogenannten Gesellschaft zu buhlen; echten Künstlers, wie jeder frajtvollen Judividualität lebt, all- feine Lebensführung wird dadurch für ihn erträglicher auch bei Berlin hat wenig Glück mit seinen Bestrebungen auf dem mälig mürber und müder und schlaffer, und aus dem Manne, verhältnißmäßig geringem materiellen Aufwand. Es wird bei Gebiete der bildenden Kunst. Es ist ihm bisher immer versagt der ursprünglich nach Originalität rang, ist ein harmloser Mit ihm nicht soviel Zeit und Kraft unnüß aufgesaugt; er steht in geblieben, im Wettkampf künstlerisch schaffender Geister eine läufer geworden, der sich wohl davor hütet, unvorsichtig seine innigerer Beziehung zum weiten eine reiche Fülle von Motiven führende Rolle zu übernehmen. Wenn einmal fich Frühlings faufträftigen Herren zu verlegen. gewährenden Volksleben, das ihm überall ungezwungener ente drang in den Gemüthern der Berlinischen Künstlerschaft regt, es Dazu kommt, daß seine Gebieter, die es einem Kant nicht gegentritt, als im fastens und ständegegliederten Berlin. Das hält nicht lange vor und es kommt nicht zur fruchtreifen Ent- vergeben würden, wenn er in einer Troschke zweiter Güte bei Wichtigste aber bleibt: Das kaufende Publikum auf den Kunstfaltung. Das hat seine wirthschaftlichen und seine ideell- geistigen ihnen vorführe von ihrem Künstler ein gewisses Maß bürger ausstellungen Münchens trägt ein mehr internationales Gepräge Gründe. Berlin wird gerne der Parvenu, der Emportömmling licher Wohlanständigkeit verlangen; und mancher Künstler muß als in Berlin; die internationalen künstlerischen Wechselbeziehungen unter den Großstädten genannt. Das Wort hat an sich seine sehr wider seinen Willen in einer Fülle von gleichgiltigen Gesell puliren fräftig, von Frankreich, von England her wird das gute und seine schlechte Bedeutung. Der Künstler indessen erfährt schaften, ein ewig Eingeladener, feine Zeit und ein tüchtiges Münchener Kunstleben bereichert und befruchtet. Jede neue an seinem Leibe zumeist die schlimmen Seiten des Parvenu- Theil seiner Arbeitsenergie tootschlagen, will er sich eine an- fünstlerische Erkenntniß wird in München rasch mitempfunden, wesens. Er ist auf eine faufträftige Gesellschaft angewiesen, der genehme Position" schaffen. Der arme Schlucker wird über die der künstlerische Ehrgeiz wird im Wettbewerb in lebhafteré reine künstlerische Pflege nicht an die Seele gewachsen ist. Der Achsel angesehen; schlimm steht's um ibn, wenn er nicht in Schwingung versezt, die Gemüther der Schaffenden werden in Parvenu, der Emporkömmling nach dem Geiste der bürger- Berlin W. leben und verkehren kann. Um Alles in der Welt Aufregung erhalten und leichter revolutionirt. lichen Gesellschaft, hat in der Jagd nach Gewinn kaum möchten die Meisten nicht gerne ein Zigeunerdasein fristen; und Nun hat man leider, was im Vorjahre hier in Berlin anSinn und Muße für edle Beschaulichkeit, für verfeinerten wer davor zurückschreckt, ein Narr auf eigene Faust" gescholten gebahnt war, nicht recht fortzuführen verstanden. Die innige Kunstgenuß. Das Großprogige, das Prahlhansenthum wird zu werden, der wird am Ende zum Klown und Liebediener der Verbindung mit der fezessionistischen Künstlerschaar Münchens, die feinen Zwecken und Anschauungen willkommener sein, als das Allzuvielen. Darum drängt sich die Künstlerschaft Berlins im fich in begreiflicher Ungeduld gegen den konservativeren Senat der Vertiefte, Verinnerlichte in der Kunst. Wenn er seine Räume Westen zusammen. Sie wird aus dem Volksboden künstlich los- Münchener Akademie kehrte, ist heute in Berlin gelöst worden. mit Kunstgebilden schmückt, so wird er schwerlich Arbeiten gelöst, sie wird förmlich zu einer Kastengemeinschaft zusammen- Was den internationalen fünstlerischen Sinn bewegt, fand wählen, in denen der Schaffende mit tiefbewegtem Gemüth ge- gefchweißt und zu einer Lebenshaltung genöthigt, die dem Widerhall bei den Sezessionisten Münchens und selbst wo sie tlagt hat, was er leidet, in denen er ganz besondere individuelle schaffenden Künstler immerhin beträchtliche materielle Opfer auf irrten oder in gesuchte Sensation verfielen, war doch der Drang Formen sucht, um auszudrücken, was auf ibn allein anftürmt, erlegt. So entsteht dann die Maffenproduktion der Kauf- und nach neuer Kunstentwickelung fühlbar. Diese Münchener Künstler wie ihm und nur ihm, seinem Auge, seiner Phantasie die Er Marktwaare, wie sie charakteristisch ist für die diesjährige große nun und deren internationalen Anhang ließ man diesmal in scheinung der Dinge sich darstellt; er wird vielmehr zunächst Berliner Kunstausstellung. Der umworbene Künstler wird zur Berlin links liegen. Der wohlbestallte Professor der Akademie, Werte aussuchen, die nach dem Geschmack von Hans Jedermann Spezialität" gedrängt. Der eine malt empfindsame Mondschein Herr Brausewetter, fuhr mit seinem Machtwort dazwischen, man find. Wenn sie ein Mittelmaß von Empfindungen wachrufen, landschaften im ewigen Einerlei, der andere glatte, idealisirende" wollte durch gefährliche Konkurrenz den Kunstmarkt Berlins nicht werden sie ihm am willkommensten sein. Er wird vielleicht Portraits von zahlungsfähigen Leuten, deren holdes Antlig ihm schmälern, neugierige Augen sollten nicht erspäben, was außer sich auch verführen lassen, ernsthaste Werke schwererer Bedeutung selber so gar feine Anregung giebt, ein dritter erzählt anekdotische halb der schwarz- weißen Welt gährt, und so hat man es erreicht, anzuschaffen, aber nur dann, wenn sie von einem fertigen, an- Schnurren aus dem Soldatenleben oder er malt luftige Mönche daß Berlins Ausstellung troß so manchem tüchtigen Wert erkannten Künstler herrühren, mit deffen Namen er prunken oder er erfinnt Dorfnovellen aus dem Bauerndasein, das zu füß in Ganzen wie eine Ausstellung der Zurückgebliebenen er fann. Dem werdenden Künstler steht er verständnißlos licher Koketterie verfälscht wird. Kurz, das Kleinlich- Nette, das scheint. gegenüber. Zierlich Gefällige, das Weibische in der Kunst wird zur Haupt- Es ist heute natürlich nicht mehr denkbar, eine Künstlerschaft Wo soll nun das junge Talent Kraft und Widerstandsfähig fache. Männlicher Ernst, wuchtige Arbeit und Tiefe der Lebens irgendwo vollständig zu isoliren. Das kann auch dem Maler feit hernehmen? Wie soll es von der Luft erfüllt werden, beobachtung fommen schwer zu Ehren. Schüchtern nur wagt der patriotischen Historien, Herrn Brausewetter, der auf der sich an neue künstlerische Aufgaben zu wagen, wenn es weiß, sein man an Zeitprobleme zu rühren, und die Sehnsucht unserer Ausstellung mit einem Gemälde aus den Befreiungskriegen" emfiges Mühen wird wahrscheinlich banaufisch gehässigem Spott Tage, das sozialistische Ideal, das dem modernen Kunstschaffen paradirt, und dem höfifchen Anton v. Werner, der eine geschickt begegnen? Heldenhaftes Ausharren ist nur seltenen Charakteren so werthvolle Anregungen gegeben hat und fürderhin geben gemachte Anekdote aus dem deutschen Lagerleben vor Paris aus gegeben; und ein Martyrium auf sich zu nehmen, das vielleicht tönnte, fommt nur in vereinzelten Kunstwerken, und dann nicht gestellt hat, nicht gelingen. Die Beiden üben einen großen Einunnüt bleiben tann, das vermögen nur die Allerwenigsten. Wer herb- realistisch, sondern wie in verschwimmender Melancholie oder fluß auf das Berliner Ausstellungswesen. So tam es, daß der will auch, wie ein Don Quixote, belächelt werden? Daß die in Allegorien verkleidet zu geistigem Ausdruck. Hang zur symbolistischen Darstellung, zum Phantastisch- Bisionären, Machhaber im Staat und bei den Behörden nicht allzuviel für Weitaus fruchtbarer für die deutsche Kunstentwickelung er zum Märchenhaft- Träumerischen, der die internationale Künstlers die Kunst übrig haben, daß sie künstlerische Aufträge fast nur weist sich der Münchener Boden. Dort ist der künstlerischen gemeinde gegenwärtig, wohl als Rückschlag gegen das naturaaus Gründen der Nüglichkeit ertheilen und pädagogische Biele Jugend dank besseren sozialwirthschaftlichen Vorbedingungen im liftische Gytrem lebhaft bewegt, auch in Berlin deutlich wurde. im Geist und im Interesse der herrschenden Gewalt verfolgen, Allgemeinen das Aufstreben und das zähere Ausharren leichter Im Saal VIII findet man die deutliche Bestätigung hierfür. den Künstler also seiner Freiheit berauben, ist längst bekannt. gemacht. Der Kunstmaler, wie man in München sagt, braucht Selbst das dreigetheilte große Gemälde Ludwig Dettmann's " wände ebenfalls für unerheblich hielt, erfolgte die Verurtheilung des Beklagten. vom 26. Mai. Dom 28. Mai. Versammlungen. mit nur in Wäldern Portraits von Kunst heute Von der Befugniß, welche§ 21 ausspricht: neben freier rufe auch er- Allen Menschen Kunst, freilich nicht im Sinne Arznei tönnen auch andere als die im§ 6 bezeichneten Heilmittel der heutigen Bourgeoisie, sondern volksthümliche freie Kunst, Rammer III. Borsigender: Assessor 2ohmeyer. Sigung gewährt werden," hat das Schneiderſtatut bisher keinen Gebrauch eine Kunst, die nicht ihr höchstes Jdeal Lanzen und gemacht; unter die kleineren Heilmittel, die der Brille und dem von oder Helmipizen fieht. Wie es aber mit Der Bruchband ungefähr gleichkommen, gehöre das Korset nicht. Es Helden Gegen den Maurermeister Fielig flagen zwei Scheuerfrauen. wurde deshalb, in Uebereinstimmung mit den Kommentatoren steht, bleibt einem offenen Auge nicht verborgen. Diefelben hatten von dem Beklagten zwei Rohbauten zu reinigen des Krankenversicherungs- Gesetzes, die aufgeworfene Doktorfrage Die Künstler heute, im Dienst des Geldsacks stehend, lassen zum übernommen, sie sollten dafür 120 M. bekommen. Der Abschluß verneint und Arbeiter dürfen sich danach ein für alle Male nur größten Theile Verständniß für Volksgefühle vermissen, das Volk erfolgte unter der Bedingung, daß jede Woche 10 M. Vorschuß mit solchen Erkrankungen abgeben, zur deren Heilung feine foft- dagegen, das Proletariat, ist hineingewöhnt in seine verdammte gezahlt würden. Der Herr Maurermeister glaubte sich nicht so strenge an diese Vereinbarung halten zu brauchen, und ließ die pieligeren Mittel erforderlich sind. Auch eine Illustration der Bedürfnißlosigkeit, was ist ihm Kunst und Literatur, wenn es faum das zum Leben Nothwendige erarbeiten kann, und doch, Beiden etwas auf die Abschlagszahlungen warten. Nach etwa fegensreichen Wirkung der Versicherungsgesetze. drei Wochen bot er ihnen 20 M. an sie nahmen das Geld nicht, ist nicht Verständniß und Empfindung des Proletariats mindestens gleich dem der satten Bourgeoisie, sind nicht Meister wie Thorsondern verlangten den richtigen Vorschuß". Jeht entstand ein heftiger Streit und die Folge war, daß Fielitz die Weiterwaldsen, Rietschel und andere aus ihm hervorgegangen und arbeit auf seinen Bauten untersagte. Die Klägerinnen verlangen Der sozialdemokratische Wahlverein für den zweiten Kulturnation welch ungezählte Talente müssen verkümmern? Aufgabe der sei es, mehr wie bisher, Anschauungs nun die Auszahlung des gesammten Affordpreises. Da der Be Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 29. Mai eine Ver- unterricht zu lehren und die Kinder des Proletariats nicht flagte zum Termine nicht erschien und er imi ersten Termin auch fammlung ab, in welcher Genosse Ludwig die Abrechnung von Schreiben, Lesen und Rechnen abzufüttern. nicht die angeführten Abmachungen bestritten hatte, wurden die der am zweiten Diterfeiertag abgehaltenen Matinee gab. Die Die Erziehungsorganisation muß gebessert werden, Erziehung des Behauptungen der Klägerinnen nach diesen hatte Beklagter selbe hat bei einer Ausgabe von 169,90 M. und einer Einnahme Volkes zur Kunstproduktion, Pflege der Befähigten und Bersie unberechtigter Weise an der Fertigstellung des von 329,60 m. einen Ueberschuß von 159,70 M. ergeben, von Affords gehindert ständniß für jede Richtung, das Bolt muß aufhören, als erwiesen angenommen. Das Gericht welchem die Versammlung, nachdem sie dem Kassirer auf Antrag bedürfnißlos zu fein. Volksgefühle tönnen die Kunst stellte sich auf den Standpunkt, daß Beklagter unter diesen Um- der Revisoren Decharge ertheilt, 50 Mark den ausgesperrten fördern, seine Anerkennungen sind die werthvollsten. Freilich, ständen zur Auszahlung der Akkordsumme verpflichtet sei und ver- Brauereiarbeitern und den Rest dem Vertrauensmann überwies. Die Kirchenbauerei betreibt man in Berlin fabrikmäßig, in urtheilte ihn gemäß dem Klageantrage. Genoffe Antrick referirte dann über" Individualismus und höchster Geschmacklosigkeit, bei aller versuchten Hebung der Kunst Kammer VIII. Vorsitzender: Assessor Jürst. Sigung Sozialismus". Redner schilderte die Anschauungen der Indivi- und des Kunsthandwerkes fehle der demokratische Hauch, alle Kunstdualisten, wie sie ihren krassesten Ausdruck bei ihrem klassisch en erzeugnisse sind auf den Geschmack der Zahlungsfähigen zugeschnitten. Der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter B. war bei dem Druckerei Vertreter May Stirner finden, und wies kurz auf die Absurdität Schaffung gesunder materieller Unterlagen sind die Hebel ideeller befizer H. in Stellung. Eines Tages löfte er einen anderen derselben hin. Er gab dann einen Ueberblick über die allmälige Stärke eines Volkes. Aber hier zeigt sich die Unfähigkeit des Arbeiter an der Maschine ab, während dieser des ersteren Arbeit Entwickelung der Theorie des Sozialismus, der, auf dem Boden des Klassenstaates, denn nicht einmal das zum Leben Nothwendige ausführte. B. wurde ungehalten über das lange Fernbleiben Rapitalismus entstanden, den letzteren abzulösen berufen ist. An der ist für alle zu erreichen. Aufgabe der Arbeiterbewegung ist es feines Kollegen und verließ die Maschine, nachdem Diskussion, die dem mit Beifall aufgenommenen Vortrage folgte, ndaher, scharfe Kritik zu üben an aller Korruption. sie zum Stillstand gebracht. Er wurde daraufhin entahmen vier Redner Theil. Der Vorsitzende mahnte dann zur Ebenso wie die moderne Arbeiterbewegung den Vormarsch Tassen. Mit einer wegen unrechtmäßiger Entlassung Meidung des boykottirten Bieres und der Lokale, in welchen solches für die Befreiung der Arbeit bildet, liegt es ihr am Herzen, angeitrengten Klage wurde er abgewiesen, weil er unbefugt die geschänkt wird. Genosse Jakob hob hervor, wie viel für die ge- der Kunst und Wissenschaft die Bahnen zu ebnen.( Lebhafter Arbeit verlassen habe. sammte Arbeiterschaft auf dem Spiele steht, wenn der Boykott Beifall.) Ein Vergolder( Buchbinder) war von einem Fabrikanten verloren ginge. Nachdem noch aufgefordert worden war, die unter der ausdrücklichen Bedingung engagirt worden, daß er lokale, deren Säle für uns nicht zu Versammlungen zu haben perfekter Hand- und Preßvergolder sei. Nach achttägiger sind, besser als bisher zu beachten, erfolgte Schluß der Sitzung Beschäftigung wurde er entlassen, unter der Motivirung, den Der sozialdemokratische Wahlverein für den 5. Ber Arbeitgeber getäuscht zu haben und nicht perfefter" Hand- liner Reichstags- Wahlkreis fette in seiner am 29. Mai statt und Preßvergolder zu sein. Einige Buchvergoldungen waren gehabten außerordentlichen Generalversammlung die General nicht zur Zufriedenheit des Chefs ausgefallen. Der Entlassene diskussion über den Organisationsentwurf des Vorstandes fort wurde flagbar; er verlangt Lohnentschädigung. Perfetter oder Niederauer bekämpite sehr entschieden den im Organinicht perfekter Vergolder? Diese Frage war die harte sationsentwurfe enthaltenen Passus, daß dem Vorstande vorbe Nuß, welche der Beklagte dem Gerichtshof zum Knacken vor- balten bleiben solle, die Abtheilungsführer vorzuschlagen. Demlegte. Werkführer und ältester Arbeiter" des Beklagten bestritten gegenüber erklärte Drescher, daß der Vorstand in seiner dem Kläger das von demselben behauptete Recht, sich einen per- lehten Sigung beschlossen habe, diesen Passus dahin abzuändern, fekten Vergolder nennen zu dürfen. Ein Buchbindermeister, daß die Abtheilungsführer von den Bezirksführern, welche von Beuge des Klägers, hielt ihn hingegen für einen solchen quali den Mitgliedern gewählt werden, vorgeschlagen werden sollen. fizirten Arbeiter. Der Beklagte beantragte, einen Sach- Herght bestritt, daß der neue Organisationsentwurf für den verständigen über die Qualifikation des Klägers zu vernehmen. 5. Wahlverein zweckmäßig sei. Die Verhältnisse lägen hier ganz Da er sich sehr mißtrauisch zeigte, einigte man fich in folgen- anders, als im 6. Wahlkreise. Er wünschte, daß die alte Order origineller Weise: Zunächst beschloß der Gerichts- ganisation bestehen bleibe. Des Weiteren begründete er seinen hof, das Urtheil des gerichtlichen Sachverständigen für Buch- in voriger Versammlung erhobenen Vorwurf, daß dem Entwurfe binderarbeiten, Obermeisters Pietsch, zu hören. Derfelbe soll sich feine, ehrliche Grundlage zu Grunde liege, mit inneren in die Wohnung des Klägers begeben und sich dort im Beisein Verhältnissen. Laasch wies den Vorwurf der unehrlichen des Beklagten etwas in Handvergoldung vorarbeiten lassen. Motive für seine Person zurück und hielt den Entwurf für gut Dann sollen sich die Drei in die Fabrik des Beklagten verfügen, und für besser, als die alte Organisation. 56 Bezirksführer um hier festzustellen wieder durch Probearbeit, diesmal nur würden zweifellos mehr wirken können, als die jetzigen 28, 9 Vor- fusion sprachen alle Redner für die Unterstügung der gemaßan der Presse ob Kläger ein Anrecht darauf habe, sich als standsmitglieder würden besser arbeiten können, als jetzt 6, und perfetter Preßvergolder geriren zu dürfen. Gin später an- wenn dazu noch 4 Abtheilungsführer kämen, so würde die zuberaumender Termin wird dann die gerichtliche Entscheidung bringen. " er Jit das Korset ein Heilmittel? Diese zunächst etwas parador flingende Frage hat, wie das Berl. Tagebl." berichtet, gleichwohl ganz ernstlich mehrere höhere Behörden der ReichsHauptstadt in letzter Zeit beschäftigt, und zwar in Hinsicht auf den§ 6 des Krankenversicherungs- Gesetzes, der von der Ge§6 währung von Brillen, Bruchbändern und ähnlichen Heil. währung von Brillen, Bruchbändern und ähnlichen Heilmitteln handelt. Organisation noch mehr vervollkommnet werden. Berndt er klärte sich gegen den Entwurf und befürwortete die Erweiterung gedehnten Diskussion, die vielfach auf persönliches Gebiet hinüberder Rechte der jetzigen Bezirksführer. In der weiteren ausichweifte, tamen die beiden Gegenströmungen voll zur Geltung. nach Beendigung derselben erklärte die Versammlung mit großer Majorität, daß die Reorganisation des Vereins dem Antrage des Vorstandes entsprechend vorgenommen werden solle. Hierauf wurde ein Vertagungsantrag angenommen und wird in der folgen den Versammlung in die Spezialdiskussion eingetreten werden. In einem gegebenen Falle, bei einer Näherin, hatte der dirigirende Abtheilungsarzt der Charitee bescheinigt, daß die Im Ganverein Berliner Bildhaner hielt am Dienstag, Patientin durch Gebrauch des Büstenhalters nicht blos eine den 22. d. M. Genosse Manfred Wittich aus Leipzig einen Linderung ihres Leidens, sondern ihre Arbeitsfähigkeit wieder interessanten Vortrag über: Kunst und Volt". Geschäftlich erlangt habe. Die Charitee- Direktion liquidirte daher bei der machte der Vorsitzende vor Eintritt in die Tagesordnung beOrts Krankenkasse der Schneider die Kosten des Korsets. Der fannt, daß der Verein Billets zur Berliner Kunstausstellung Vorstand verweigerte dieselben, indem er sich auf sein Statut( à 25 Pfennig) erworben hat, die beim Kassirer zu entnehmen und das Gesetz berief. Auf die Beschwerde der Charitee- Direktion find. Kollege Dupont giebt den Stand des Streits der hat die Gewerbe- Deputation dem Orts- Krankenkassen- Vorstande Wiener Kollegen bekannt. Danach haben die Prinzipale der Recht gegeben und den Fiskus abweisen zu müssen geglaubt. Es ist lediglich die Frage zu erörtern, ob ein Korset unter die kleineren Heilmittel gehört. Nach§ 6 des KrankenversicherungsGesetzes find als Krankenunterstüßung zu gewähren: ärztliche Behandlung, Arznei, sowie Brillen, Bruchbänder und ähnliche Heilmittel." Baubranche zum größten Theil die Forderungen der Gehilfen bewilligt, bei den übrigen Kollegen ist der Sieg, des Streits der Tischler wegen, nur eine Frage der Zeit und sind deshalb UnterStübungen dringend erforderlich. Hierauf erhält Genosse Manfred Wittich zu seinem Vortrage das Wort. Gleich Shakespeare Allen Menschen Sett Literarisches. Die Arbeiter des Mährisch- Schlesischen Steinkohlenreviers. Sozialstatistische Untersuchungen von Dr. Benno Karpeles. 1. Bd.( 1. Hälfte). Leipzig 1894. Duncker u. Humblot. 40. X und 149 Seiten. Aus dem Bericht der Stellenvermittelung ist bemerkenswerth, daß zwei von Doberan in Mecklenburg eingelaufene Stellen nicht besetzt wurden, da der Verdienst nach Angabe des Prinzipals 12 bis 15 M. beträgt. Bezeichnend ist, daß dort die Arbeit einer Berliner Kirche gemacht wird, die, in Submission vergeben, für die Hälfte des Preises der mindestfordernden Berliner Firma, nach dort vergeben wurde. Die Vereinigung der in der Kravatten- und. Wäschebrauche beschäftigten Arbeiter und Arbeite. rinnen tagte am 23. Mai. Die wirthschaftliche und sittliche Wirkung des Achtstundentages" bildete das Thema zu einem ausführlichen Referat des Genossen P. Jahn. Hierauf gab der Kassirer den Bericht über das Ostervergnügen, der einen Ueber Schuß von 30 m. verzeichnet. Kollege Hergt theilt mit, daß der von zwei Näherinnen gegen die Firma Sternberg angestrengte Prozeß zu ihren Ungunsten ausgefallen ist. Mögen sich aber deshalb die Arbeiterinnen von der Geltendmachung ihres Rechts nicht abschrecken lassen. Spandau. Eine Versammlung, die hier am 26. Mai tagte, beschäftigte sich mit der Stellungnahme zum Berliner Brauerei boykont. Dem Referate des Kand. Hoffmann stimmte die gutfussion sprachen alle Redner für die Unterstügung der gemaßbesuchte Versammlung in allen Theilen bei. Auch in der Disregelten Arbeiter und für strikte Durchführung des Boykotts. Einstimmig nahm die Versammlung die Berliner Resolution an und wählte zur Durchführung und Ueberwachung des Boykotts die Genossen Bellin, Fabricius und Raßmus als Verstärkung in die Lokalkommission. = ( am Bahnhof) eine gutbesuchte öffentliche Versammlung aller In Adlershof fand am Sonntag im Lokale von Leopold Fabritarbeiter und Arbeiterinnen der Umgegend statt. Fräulein a b ni referirte über„ Die wirthschaftliche Lage der Arbeiter". Hierauf besprach Gallasch Glienicke nochmals ausführlich den Streit der Kuhnheim'schen Arbeiter. In einer Resolution, die einstimmig zur Annahme gelangte, erklärte sich die Versammlung mit den Rednern einverstanden und verpflichtete sich jeder der Anwesenden zum Beitritt in eine Organisation. Die Anträge, für die ca. 80 Ausgesperrten der chemischen Fabrik von Kuhnheim in der Versammlung Sammellisten zirkuliren zu lassen und desgleichen ihnen den Ueberschuß der Tellersammlung zu überweisen, fanden Annahme. Die Streitfrage, ob es zweckmäßiger sei, sich dem Berliner Verein der Hilfsarbeiter und Ar beiterinnen anzuschließen, oder einen Verein der Fabrikarbeiter und Arbeiterinnen für Köpenick, Adlershof und Umgegend zu errichten, zeitigte eine längere Debatte. Für den Berliner Verein sprach Arndt Berlin, während Bartels, Schi= mansti und Bökert die Köpenicker Organisation befürworteten. Da um 6 Uhr der Saal geräumt werden mußte, wurde die Versammlung, ohne daß man einen Beschluß faßte, geschlossen. " Die Arbeit", das das proletarische Arbeiterdasein in einem mühevoller Arbeit für jeden einzelnen von 94 866 Arbeitern ereinzigen Sinnbild zusammenfassen will, ist wie eine Traumhoben sind( durch vier Jahre 1887-1891 hindurch über eine erscheinung gedacht, trotz aller realistischen Darstellungsmittel. Million Einzelangaben!), nur als Monatsverdienst, nicht aber Dem modern empfindenden Proletarier wird freilich die Paraauch als Jahresverdienst angegeben sind. Wenn wir auch zuphrase des biblischen Spruches: Dein Leben sei Mühsal und geben müssen, daß für einen beschränkten Bezirk der Einfluß der Entsagung!" beengt vorkommen. Im Saal VIII hängen auch Fluktuation in den Arbeiterbestand nur durch Erhebung der bie zarten, feinsinnigen Phantasien des Engländers Walter Grane. Es fann feinem Zweifel unterliegen, daß die amtliche Monatslöhne annähernd vollständig eliminirt werden kann, so Singt Ludwig Dettmann das uralte Entsagungslied und ver Statistik allein befähigt ist, das berechtigte und bringende Ver- verschwindet auf der andren Seite doch wieder sofort der Einweisen Andere, wie Ernst Hausmann auf die Engel im Himmel langen nach Erfenntniß der Lage der arbeitenden Klassen zu fluß vorübergehender Arbeitslosigkeit auf das Gesammteinkommen, als Tröster, so geht Professor Hugo Vogel in einer Allegorie befriedigen. Aber wie dringend auch von allen Seiten eine ein ganz abgesehen davon, daß der Verfasser bald nach Kalender. Die Arbeit" noch viel weiter. Es gab mir einen Stich, als ich gehende, amtliche Sozialstatistik gefordert wird, so dringend sie Monaten, bald nach Monaten von 4 Wochen, bald nach sog. diefen begabten Mann um des lieben Brotes willen auf diesem auch noth thut, damit mit" sozialen Reformen" nicht blind ins Bergmonaten( von 5 Wochen) zu rechnen gezwungen ist. Indem also Wege sah. Für die Darmstädter Bank ist das Kolossalgemälde Blaue hinein experimentirt werde, die Regierungen bleiben allen der Verfasser auf der einen Seite das Bild von den wirklichen Arbestimmt und frostig ist sein Inhalt, der nicht aus bewegter berechtigten Ansprüchen gegenüber taub, höchstens entschließen sie beiterverhältnissen in schärferen Umrissen geben wollte, verwischte er Künstlerseele floß. Unter dem Schuße der Reichskrone, die von sich, wie die deutsche Regierung, mit der Einsetzung irgend eines es wieder auf der anderen Seite. Nur in sofern es sich darum der Wehrkraft gehalten wird, übergiebt die Industrie den be- 3wittergebildes von arbeitsstatistischer Kommission, das seiner handelt, ein Bild von der Bewegung der Löhne zu erhalten, glückten Arbeitern ihre Werkzeuge. Auf einem Städtebild etwa, ganzen Anlage und Organisation nach natürlich nicht im stande fönnen wir der Methode des Verfassers unsere Zustimmung geben. wie dem von Moabit, ragt Schlot an Echlot empor und sehnige ist, wissenschaftlich einwandsfreie Untersuchungen zu liefern. Aber neben der Bewegung der Löhne hat die Kenntniß von der Arbeiter sehen zu den allegorischen Idealfiguren empor, durch Zur Entschuldigung für ihre Unthätigkeit in dieser Richtung thatsächlichen Lebenshaltung des Arbeiters doch den höheren deren Gnade fie die beseligende Arbeit in dumpfen Fabrikräumen weisen die Regierungen dann auf die mangelnden Fonds für Werth. Hierüber läßt sich allerdings noch streiten, für den erhalten. Den Bankdirektoren mag solche philisirös- rückläufige sozialstatistische Untersuchungen hin verbraucht doch der einen hat die sozialpolitische Seite des Arbeitslohnes, für den bereiten, Weltauffassung Vergnügen daß sich in ihren Militärmoloch alles für sich oder sie betonen die angeblich anderen die rein nationalökonomische Frage von der Theorie des Diensten ein moderner Künster abquält, ist tief be- unüberwindlichen Schwierigkeiten, die einer umfassenden Sozial- Arbeitslohnes das höhere Jnteresse. Einen wirklichen Mangel schämend. Der proletarischen Empfindung entsprechen statistik, speziell der Lohnstatistik entgegenstehen. Nach wie aber erblicken wir darin, daß die gebotenen Tabellen nicht auch nur ganz wenige Bilder auf der ganzen Ausstellung, so des vor bleibt man so auf Privatuntersuchungen angewiesen und mit nach der Arbeitszeit kombinirt sind. Da statistische Werke doch Müncheners Hermann Neuhaus Variante vom armen Lazarus Dank muß jede Arbeit begrüßt werden, die wenigstens für einen be- feine Sonntags- Nachmittags- Lektüre find, hätten wir die Unund dem reichen Mann, des Belgiers Aten Menschliches Leiden" schränkten Kreis der Arbeiterschaft eine nach wissenschaftlichen Grund- übersichtlichkeit der Tabellen gern in den Kauf genommen, und des Spaniers José Villegas scharf tendenziöses, aber fäßen durchgeführte Arbeiterstatistik bildet. Die Untersuchungen wenn sie vollständiger gewesen wären. So viel über das in lebendiger Farbenwirkung ergreifendes Sittengemälde des Dr. Karpeles erstrecken sich auf die unglücklichen öfter bereits vorliegende Material, auf das wir noch zurückfommen Contrast". reichischen Kohlenarbeiter von Mährisch- Ostrau, deren helden- werden, wenn die ganze Arbeit erst abgeschlossen vorliegen Auch die poesieerfüllte Landschaftmalerei der Schotten zu bafter Kampf gegen ein ausbeutungswüthiges Unternehmerthum wird. Im Ganzen enthält die Arbeit des Verfassers nach seinen Glasgow, von der einzelne Proben in Werken Stevenson's, fie gegenwärtig gerade in den Vordergrund des Interesses stellt. einleitenden Vorbemerkungen eine Darstellung der sozialen Lage Hamilton's und Patterson's auf der gegenwärtigen Ausstellung Die Arbeit liegt zwar noch nicht abgeschlossen vorerst der der Arbeiter, wie sie umfaffender bisher überhaupt noch nicht zu sehen sind, hat manchen Künstlern Berlins Anregungen und lohustatistische Theil ist erschienen aber schon jest läßt geleistet worden ist. 1. Die Verhältnisse der Sexualität, des AltersEindrücke gegeben. Zwei der lebenvollsten Porträts der Aus- sich das Urtheil aussprechen, daß Dr. Karpeles mit aufbaues, des Familienstandes, der beruflichen Gliederung, der stellung sind ebenfalls englischen Ursprungs, das fräftig schlichte privaten Mitteln eine Arbeit geleistet hat, die jedem sozialen Struktur für die gesammte Arbeiterbevölkerung. 2. Die Porträt einer Reiterin von John Lavery und ein geistreiches amtlichen statistischen Bureau zur Ehre gereichen würde. Monats- und Jahresverdienste für 65 bez. 75 pCt. der Ar Bild eines Kunsttenners von Hubert Herkomer. Die Darstellung selbst ist rein statistisch, die deskriptive beiter des Bezirkes. 3. Die Gesammteinkommen jener Aus der besonderen Berliner Gesellschaft sind einzelne tüchtige Darstellung ist nur ganz nebensächlich gewählt. Der Verfasser Familien, in denen nicht alle erwerbsthätigen Personen Berg Arbeiten zu sehen: Straßenszenen von Scarbina, Hans Hermann, das will eben nicht berichten, wie sich ihm die Dinge dargestellt oder Hüttenarbeiter sind 4. Die Stabilitätscoeffizienten für große Gemälde ,, Gine Sigung im Deutschen Reichstag 1892" von haben, sondern will den Leser in Stand setzen, ein zahlenmäßig die einzelnen Betriebe und Altersklassen für alle Hüttenarbeiter 2. Braun, das leider durch die Wahl irgend eines gleichgiltigen bestimmtes Urtheil abzugeben. Mit der Methode der Erhebung und 60 pCt. der Bergarbeiter. Fügt man dann noch hinzu, daß Moments mehr den Stempel forretter Auffassung trägt, als daß sind wir allerdings nicht ganz einverstanden. Die Lohnlisten der der Verfasser in einem eigens dazu eingerichteten Laboratorium es dramatisch- kraftvolle Spannung erregte. Der Kuriosität wegen Unternehmer halten wir durchaus nicht für eine einwandsfreie 3163 Personen ärztlich genau hat untersuchen lassen, so wird sei hier noch das Bild eines strebsamen Schnellmalers und Quelle, die Erfahrungen, die z. B. Greulich in Winterthur ge- man die Arbeit Dr. Karpeles' nicht blos als die umfassendste, Hurrahpatrioten Wilhelm Geißler erwähnt,„ Am 26. Januar 1894", macht hat, zeigen, daß zwischen den Angaben der Unternehmer sondern auch gründlichste Darstellung der Arbeiterverhältnisse andas eine Straßenszene mit dem versöhnten, in Berlin einziehen- und der Arbeiter über die wirklich gezahlten Löhne häufig unlös- fehen müssen, die trotz der ihr anhaftenden methodischen Mängel, den Bismard im Mittelpunkt, in theatralischer Pathetit schildert. bare Widersprüche bestehen; aber besser eine Lohnstatistik auf über die sich natürlich diskutiren läßt, mehr Muth besißt, als Alpha. Grundlage der Lohnlisten, als gar feine Lohustatistit. Bedenklicher sämmtliche Publikationen unserer arbeiterstatistischen Kommission erscheint es uns jedoch, daß die Löhne, die übrigens in überaus zusammengenommen. L. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.