Nr. 132. 34. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pranumerando Bierteljährl 8,90 mt, monatl 1,30 RL möchentlich 30 Bfg. fret ins Haus Einzelne Nummer 6 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,30 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Seitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Tür Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an Belgien, Dänemar Holland, Italien, Luxemburg, Portugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericbeint täglid. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Seträgt für die sechsgefbaltene Solonel. geile oder deren Raum 60 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Big.( guläfftg 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erfte Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächite Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erbedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplas, Nr. 151 90-151 97. Dienstag, den 15. Mai 1917. Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 151 90-151 97. Artillerieſchlacht am Isonzo. Erbittertes kämpfen bei Bullecourt. Gesteigerter Artilleriekampf zwischen Lens und néant, Prunay und Auberive. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 14. Mai 1917.( W. Z. B.) Westlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.. An der Küste, im Ypern- und Wytschaete- Bogen nahm die Artillerietätigkeit zeitweise zu. Nachdem das starke Artilleriefeuer auf dem Kampffeld von Arras tagsüber stellenweise nachgelassen hatte, sette es abends zwischen Lens und Quéant mit erneuter Heftigkeit ein. Englische Teilvorstöße bei Oppy und Fampoug scheiterten. Die Kämpfe bei Bullecourt wurden mit Erbitterung fortgesetzt. In zähem Ringen behaupteten wir die Trümmerstätte des Dorfes gegen mehrere feindliche Angriffe. In St. Quentin wird die Zerstörung durch Beschießung des Feindes täglich größer. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.. An der Aisne- Front ist die Lage unverändert. In der Champagne erreichte der Artilleriekampf, besonders zwischen Brunay und Auberive, beträchtliche Stärte. Der Feind verlor am gestrigen Tage 12 Flugzeuge und cin Feffelballon. Leutnant Wolff schoß seinen 30., Leutnant Freiherr v. Richthofen seinen 24. Gegner ab. Deftlicher Kriegsschauplah. Geringe Gefechtstätigkeit. Mazedonische Front. Zwischen Prespa- See und Vardar blieb die Artillerietätigkeit lebhaft. An einzelnen Stellen gegen unsere Linien vorgehender Feind wurde abgewiesen. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, amtlich, 14. Mai abends. Wechselnd starke Artillerietätigkeit an den Kampffronten im Westen. Bei Cravnelle, Gorbany und Berry- auBac blieben französische Teilvorstöße erfolglos. Der österreichische Bericht. Wien, 14. Mai 1917.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Deftlicher und südöstlicher Kriegsschauplah. Unverändert. Italienischer Kriegsschauplan. Die Artillerieſchlacht am Isonzo geht ohne Unterbrechung fort. Das feindliche Feuer steigerte sich mitunter zu größter Starte. Die italienische Infanterie versuchte bei Plava einen Handstreich gegen einen unserer Höhenstützpunkte; sie wurde durch ungesäumt zugreifenden Gegenstoß geworfen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Verantwortliche Kriegspolitik. Die heutige Sigung des Reichstags wird kann zum mindesten ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung sein. Denn der Reichskanzler ist von zwei Seiten aufgefordert worden, einwandfreie Klarheit über die Kriegsziele der deutschen Regierung zu schaffen. Was die Begründer der konservativen und der sozialdemokratischen Interpellation von ihrem Standpunkt aus erklären werden, läßt sich voraussehen. Was Herr von Bethmann Hollweg ihnen entgegnen wird, wissen wir nicht. Es soll hier auch fein Rätselraten gespielt werden. Festzustellen ist nur noch einmal, was ein verantwortlicher Staats.* mann erflären muß in einem Augenblick, der vielleicht mehr Verantwortung birgt als jede der vorangegangenen Situationen, in denen der Kanzler das Wort ergriffen hat. Denn nicht nur in Deutschland lauscht man gespannt auf seine Worte, auch für das Verhalten mindestens eines unserer großen Gegner werden sie von größter Tragweite sein. Unter diesen Umständen ist es schwer zu glauben, daß ein verantwortlicher Staatsmann sich denen zuneigen sollte, welche die ausgemachte Unverantwortlichkeit zur Zeitschnur ihres Redens und Handelns erforen haben. Was man früher der Sozialdemokratie zu Unrecht vorgeworfen hat, fie agitiere, ohne sich um die Folgen ihrer Agitation zu kümmern, das trifft heute mit Recht und in vollem Umfange auf gewisse Methoden der all deutschen Agitation zu. " Die Alldeutschen machen sich die Sache sehr bequem. Sie möchten mit dem Volke verfahren wie ein Erwachsener, der zur Weihnachtszeit ein Kind vor die glänzenden Auslagen der Geschäfte führt und schmeichelnd fragt:„ Willst Du das haben, willst Du das haben?" Das Kind schreit natürlich jubelnd zu allem ja, denn es hat keinen Begriff davon, was die Dinge zahlen. Die Friedensarbeit in Stockholm. ſchließt, indem er an die Internationale die Forderung richtet, die foſten und ob ſeine Eltern auch das Geld haben, sie zu beDer Kopenhagener„ Sozialdemocrat" erhielt von seinem Korrespondenten aus Stockholm folgendes Telegramm: | Internationale entfernt werden. Der Antrag schuldigen Vertreter des deutschen und des österreichischen Sozialismus in den Anklagezustand zu versetzen. Aus dieser Meldung geht nicht hervor, ob der Antrag Ein Musterbeispiel dieser Andeutschen ist der Geheime Das skandinavische Komitee, bestehend aus Branting, vom Parteivorstand oder von irgend einer Gruppe verrückter Konsistorialrat D. Seeberg, der am Sonntag vor einem Gustav Möller und Söderberg, trat Sonnabend nachmittag Extremisten gestellt ist. Aber die Lage scheint doch geklärt gelben Arbeiterpublikum, dessen Urteilskraft man allerdings zusammen. Als Gäste waren eingeladen: die Belgier Vander- genug, um fagen zu können, daß die deutschen und öfter- nicht allzu hoch einschäßen darf, seine Agitationskünfte hat belde und Huysmans, die Holländer Troelstra und reichischen Sozialisten mit allen Sträften für die Beendi- spielen lassen. In einem Kommandoton, um den ihm Milivan Kol, der Ruffe Rubanowitsch und Borabjerg. Es gung des Krieges eintreten, die französischen Mehrheits- tärs beneiden könnten, erklärt der hohe Kirchenbeamte:„ Die Mehrheits- Flämische Küste wird nicht wieder herausge wurde über die Einladung zum Friedenskongreß verhandelt. sozialisten aber für dessen Fortseßung. Eine InternatioVandervelde erklärte, daß er die Friedenskonferens nale nach dem Herzen der französischen Bourgeoisregierung geben! Kurland und das Stück von Litauen wird unterstützen wolle und versuchen werde, die französischen und eng- und der französischen Mehrheitssozialisten, die für die Ver- nicht wieder herausgegeben! Verbunden sind mit lischen Sozialdemokraten zur Teilnahme zu bewegen.. Borgbjerg nichtung Deutschlands, den zügellosen Eroberungskrieg ein- urland Livland und Estland! usf. uff." erstattete einen längeren Bericht über seine Reise nach Rußland tritt, brauchte sich gar nicht die Mühe zu geben, die und die Verhandlungen mit dem Arbeiter- und Soldatenrat. Der Deutschen auszuschließen": diese hätten gar kein Interesse Bericht wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen. daran, Mitglieder einer solchen Internationale" zu sein, Man hofft auf ein Zusammengehen der von den Ruffen wie die den blödesten Völkerhaß predigt und in Racheträumen der von dem skandinavischen Komitee geplanten Konferenz. schwelgt. Vandervelde erklärte, daß das Haager Internationale Die Urheber jener Anträge sollten sich ihres verstiegenen Bureau infolge der Verhältnisse nicht imftande war, eine Kon- Schwazes schämen: wenn auch nicht vor uns, so doch vor den ferenz einzuberufen, für die er mit Freuden die Initiative dem Russen! fkandinavischen Komitee überlasse. Das Mißverständnis zwischen Branting und Borgbjerg( das von der bürgerlichen Presse ausgeschlachtet wurde Red. d. B.), klärte fich durch einen Meinungsaustausch auf und war damit aus der Welt. Stellungnahme der Italiener. Der Geheime Konsistorialrat weiß recht gut, daß solche Biele gar nicht zu erreichen sind und gibt zu, daß in den Wein Aber er meint ebenso kleinlich boshaft, wie im großen naiv: dieser Forderungen nach manches Wasser fließen wird. Darum aber brauchen wir noch keine Kamele mit Wassertöpfen mitzuführen!" Um in der Begriffswelt eines Nonsistorialrats zu bleiben, ließe sich erwidern, daß eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Kriegsheber in den Himmel kommt. Im Ernst: Hier haben wir ein Musterbeispiel verantwortungsloser alldeutscher Agitation. Man stellt mit BeBern, 14. Mai.„ Avanti" beschäftigt sich mit der Stellung wußtsein unerreichbare Ziele auf und tröstet sich naiv, wenn nahme der offiziellen sozialistischen Parteileitung zur Stodfie auch nicht erreicht würden, schadet es doch nichts, damit holmer Konferenz und schreibt, daß die italienische Abord- Stimmung" zu machen. Darüber, daß dies bißchen Stimnung sich durch kein sozialdemokratisches Programm, sei es deutsch, mung( die Stimmung, die solcher Hypnose bedarf, schätzen Ein Antrag zum französischen Nationalrat. franzöfifch, österreichisch oder englisch, von den Grundsätzen der wir sehr gering) mit zehnfacher Mißstimmung bestraft wird, Bimmerwalder Konferenz abdrängen lassen werde. gibt man sich keine Rechenschaft. Was geh es die Herren Ausschließzung der Deutschen und Oesterreicher. Gegenüber denen, die dies versuchen würden, zeige sich schon heute Aldeutschen an, wenn durch ihre Reden de. Kriegswillen Die Nachrichtenagentur der französischen Regierung, die tlar, daß gleichzeitig mit der Stockholmer Konferenz der Kongreß unserer Gegner immer und immer wieder aufgepeitscht und Agence Havas, verbreitet folgende Meldung vom 13. Mai: der Zimmerwaldischen Sektionen in Stockholm tagen werde, der der Krieg verlängert wird? In diesem Zusammenhang Dem Nationalrat der sozialistischen Partei, der zum 27. Mai Dem Nationalrat der sozialistischen Partei, der zum 27. Mai entgegen den Versuchen der Verräter an der sozialistischen Sache, möchten wir auch erwähnen, daß es uns nicht gerade geschickt einberufen ist, um über feine Haltung zur internationalen Be- ihren Regierungen zu nügen, die freie Internationale erscheint, wenn Herr General Gröner öffentlich den„ kriegesprechung von Stockholm zu beraten, baben die Angehörigen ohne jegliche nationalistische Verantwortung wiedererstehen lassen rischen Genius" des deutschen Volkes verherrlicht, in einer der Mehrheit der Partei einen Antrag zur Abstimmung vor- werde. Der sozialistische Friede könne nicht betrieben werden, wenn Zeit, in dem die feindliche Agitation unablässig bemüht ist. zulegen beschlossen, durch welchen die Entschließung des Vollzugs- nicht das Proletariat der ganzen Welt von der Verantwortung, das deutsche Volk als eine völlig militarisierte Nation hinzuausschusses bestätigt wird. Die Partei wird danach den Auftrag welche die Bourgeoisie auf sich geladen habe, freigehalten werde. stellen, dessen Gedanken nur auf Krieg und Eroberungen feinem französischen Sozialisten erteilen, die Partei in Stoc ,, Agenzia Stefani" meldet aus Mailand: Der leitende gingen und das jeder Friedensarbeit unfähig sei. Auf einer holm zu vertreten. Der Antrag sagt, die Besprechung Ausschuß der Partei der offiziellen Sozialisten industriellen Versammlung hätte man viel eher darauf hinvon Stockholm sei nicht in ordnungsmäßiger Weise einberufen. nahm folgende Resolution an: In Erwägung, daß alle weisen können, daß die kriegerliche Leistung des deutschen Das Fehlen einer gengsen Tagesordnung und ne feien Seftionen der Internationale mit Ausnahme der anderen Volkes nichts ist als ein Refler seiner in friedlicher Arhafte Beobachtung der Bedingungen für die Vertretung geeignet, die gerechtesten Kritiken und die verdächtigsten Mißverständ- Verbände, wie dieses recht und billig ist, von dem inter- beit gewonnenen Kraft. In der alldeutschen Presse wird Herr v. Bethmann nisse hervorzurufen. Die Internationale sei ohnmächtig gewesen, nationalen sozialistischen Bureau zu der Konferenz in Stockden Krieg zu verhindern, sei vielmehr zurückgewichen. In dem An- holm einberufen wurden, in Erwägung, daß es den Zusammen- Hollweg ganz unverhohlen aufgefordert, sich der alldeutschen trag heißt es weiter: Die sozialistische Partei willigt barein, an fünften von Zimmerwald und Siental bisher nicht gelungen Agitationstaftik der Unverantwortlichkeit anzuschließen. Die der nächsten Zusammenkunft der Internationale teilzunehmen unter ist, eine dritte Internationale ins Leben zu rufen, beschließt Deutsche Tageszeitung" verlangt von ihm, er folle eine Rede der Bedingung, daß die Einberufung in ordnungsmäßiger Weise der leitende Ausschuß, eine gegenteilige spätere Entscheidung halten, die den Siegeswillen des deutschen Volkes klar und geichehe und eine Tagesordnung feſtgeſetzt werde. Die Berants vorbehaltend, an der Konferenz teilzunehmen und deutlich zum Ausdruck bringt. Also eine Agitationsrede für den wortlichteit Deutschlands und Desterreichs foll festgestellt und ihre Regierungen au einben teiligen, um das Programm und die Aktion für alle Sektionen baß ein leitender deutscher Staatsmann etwas anderes fein festgestellt und ihre Regierungen zu Feinden alle Zimmerwalder Sektionen einzuladen, sich daran zu be- Berschmetterungsfrieden. Der Kanzler wird sich darüber klar sein, der Internationale erflärt werden. deutschen und österreichischen Sozialisten als hinsichtlich der Wiederherstellung des Friedens und der muß als ein bloßer Stimmungsmacher und Agitator. Ift er Genossen ihrer Regierungen sollen aus der Reorganisation der Internationale festzusetzen. davon überzeugt, daß der Frieden nur auf dem Wege 1 Sie wurden durch Artillerieder Verständigung herbeigeführt, nicht mit Gewalt er- haben drohen, kann ich das Amt eines Ministers des Krieges und von Craonne nördlich Reims und in der Gegend bort zionngen werden kann, und selbst die„ Kölnische Zeitung" der Marine nicht länger ausüben und die Verantwortung Maisons de Champagne. ist davon überzeugt, so wäre jedes Abgleiten auf den all- für die schweren Fehler, die man am Vaterland begeht, und Infanteriefener abgeschlagen und fluteten unter schweren Verlusten zurüd. Die Franzosen machten Gefangene. In deutschen Agitationsweg ein Aft der Unverantwort- nicht teilen. der Gegend von Verdun unternahmen die Franzosen zwei lich feit. vollkommen geglückte Handstreiche, die ihnen eine geringe Anzahl ruhig. " und " Der Arbeiter- und Soldatenrat. Glaubt aber Herr v. Bethmann Hollweg an den Abschluß Die Friedenskonferenz des A.- und S.- Rats. von Gefangenen einbrachten. An der übrigen Front war die Nacht des Krieges durch einen Verständigungsfrieden, und wir vermögen nicht einzusehen, wie ein StaatsBern, 14. Mai. Nach dem Petersburger Korrespondenten der Vom 18. Mai abends. Der Tag war verhältnismäßig rubig mann, der nicht agitiert, sondern die realen Stampa" wird der Mat der Arbeiter und Soldatenabgeordneten auf der ganzen Front. Keine Infanterietätigkeit. Unsere Artillerie Möglichkeiten abwägt, an etwas anderes zur Vorbereitung der von ihm beabsichtigen internationalen fegte ihr Zerstörungsfeuer gegen die feindlichen Werke und Anlagen glauben fann, so besteht für ihn gar fein Friedenstonferenz aller sozialistischen Parteien der friegs fort. Die deutsche Artillerie antwortete nur schwach. Englischer Heeresbericht vom 13. Mai. In der vergange Grund, sich der von der Sozialdemokratie ausgegebenen führenden und neutralen Länder, sowohl Mehrheiten wie MinderParole nicht anzuschließen:" Frieden ohne Er- heiten, Ausschüsse aus seiner Mitte in die einzelnen Länder ent nen Nacht Patrouillengefechte nordwestlich von St. Quentin oberungent ohne" Entschädigungen!" fenben; gleichzeitig foll eine Abordnung in Stockholm die Berluste zugefügt und unsere Boften an gewissen Punkten vornordöstlich von Levirgair( Levirigies?). Dem Feinde wurden Ein Roßtäuscher mag es für heiliges Prinzip halten, Friedenskonferenz selbst vorbereiten. geschoben. Der Kampf in Bullecourt geht weiter. Wir rückten zunächst einen höheren Preis zu nennen, als zu dem unsere Linie in der vergangenen Nacht südlich der Scarpe er die Ware wirklich losschlagen will. Aber der Reichsleicht vor und verbesserten unsere Stellung an den Westhängen des fanzler fann sein Angebot sehr wohl in einer Grönlandhügels nördlich des Flusses. Hierbei machten wir einige Form machen, die bei unseren Feinden feinen Kein Waffenstillstand gefordert. Keine Peters: Gefangene. Zu Beginn der Nacht wurde ein feindlicher Gegenangriff Zweifel darüber läßt, daß es sich hier östlich des Friedhofes von Roeug abgeschlagen. Einige 50 Gehier um tein burger Arbeitermiliz. Staatsstreichgenerale. fangene blieben in unserer Hand. Schacherangebot handelt, sondern daß hier das Prinzip Petersburg, 13. Mai. Die Petersburger Telegraphen- 8 weiter Bericht vom 13. Mai. Heute am frühen Morgen gilt: Feste Preise". Die Gefahr, daß wir beim An Agentur stellt entschieden die Meldung der Daily Mail" in unternahm der Feind awei weitere Angriffe gegen die Stellungen gebot eines Friedens ohne Annegionen und Entschädigungen A brede, nach der der Arbeiter- und Soldatenrat einen in der Hindenburglinie östlich von Bullecourt. Beide Viale mit einem Friedensschluß unter dieser Grenze vor- Waffensti II stand gefordert habe. Die Frage sei von wurden die angreifenden Truppen zurückgeschlagen und ließen Während der letzten lieb nehmen müßten, ist ein Hirngespinst derer, die ihre dem Mate nicht einmal aufgeworfen worden. Im Gegenteil zahlreiche Tote vor unseren Gräben. politische Weisheit vom Neutomischler Pferdemarkt beziehen. arbeite der Rat zurzeit einen Aufruf an die Soldaten aus zehn Tage hielten die Australier prächtig ihre Stellungen in Ein solcher Frieden ist weder ein Frieden des über die Unzulässigkeit eines Sonderfriedens und der Ver- diesem Abschnitt der Hindenburglinie, indem sie während dieser entschlossene feindliche Gegenangriffe Verzichts noch des Standes von vorher. Die Sozial- brüderung an der Front. Zeit wenigstens zwölf entschlossene abschlugen. Ein großer Teil des Dorfes Bullecourt, das in demokratie verzichtet durchaus nicht auf die Forderungen, an Bern, 14. Mai. Lyoner Blätter melden aus Petersburg, ber Hindenburglinie liegt, ist jetzt in unserer Hand. Nördlich der deren Erfüllung die wahren Zukunftsmöglichkeiten des der Vollziehungsausschuß des Arbeiter und Soldatenrats Scarpe fetzten sich unsere Truppen während des Tages in den westdeutschen Volkes hängen, die Freiheit des Welt- habe erklärt, daß eine Arbeiter miligin Petersburg lichen Häusern von No eug fest und machten wieder auf den Westhandels und die Freiheit der Meere. Ein nicht errichtet werden dürfe. abhängen des Grönlandhügels Fortschritte, wobei sie einige GeFrieden ohne Annegionen schließt auch keineswegs die staat- Petersburg, 13. Mai. Reutermeldung. General Rorni- fangene machten. liche Verselbständigung einzelner Völker aus, soweit diese von towerklärt seinen Rücktritt damit, daß einige Organi ihnen selbst gewünscht wird, ebenso wenig die Ver- iationen die Bejagung zu fontrollieren Vor der zehnten Isonzo- Schlacht. ständigung über diesen und jenen Streitgegenstand wie Aus- beanspruchen, und mit dem Verlangen der Vertreter des gänge zur See und Regelung von Nationalitätenfragen uff. Arbeiter- und Soldatenrates, daß er alle seine Befehle front schreibt der militärische Npr.- Mitarbeiter: Seit November Zu dem Wiederaufleben der Kampftätigkeit an der SüdwestAusgeschlossen wird allerdings, daß eine Mächtegruppe em Rat zur Bestätigung unterbreite. diktatorisch auftretend diese Dinge allein regelt, soweit es v. J. war am Isonzo eine gewisse Frontstarre eingetreten, die je= Bern, 14. Mai. Die Enthebung des Generals Ruß doch nicht darüber hinwegtäuschen konnte, daß die relative Ruhe Rusti. gerade in ihrem Interesse liegt, und da, wo ihr das Umge- vom Oberbefehl ist nach einem Pariser Bericht der„ Stampa" einen Sturm vorbereitete, der sich früher oder später entladen fehrte vorteilhaft erscheint, neue Unterdrückung schafft, oder auf Verlangen des Arbeiter- und Soldatenrates erfolgt, da mußte. Dieser Augenblic scheint jetzt gekommen zu sein, denn der alte besteoen läßt. mußte. Dieser Augenblick scheint jetzt gekommen zu sein, denn der Wer glaubt, daß es zu einem Frieden der Verständigung Rußli der einstweiligen Regierung vorgeschlagen hatte, jüngste österreichisch- ungarische Schlachtbericht meldet schwere Arkommen wird und muß, der tut gut, dies heute offen auszu ihrem Schuße seine Truppen nach Petersburg tillerietämpfe bei der Jsonzoarmee auf der ganzen Front zwischen zusprechen und auch die letzte Konsequenz daraus marschieren zu laffen. Die einstweilige Regierung malt in ihren jüngsten Kund.olmein und dem Meere. Danach scheint es, daß es bald im Südzu ziehen. Tut er dies nicht, läßt er den Krieg ungehemmt gebungen mit Eifer die Aussicht auf den von links her westen sehr lebhaft zugehen dürfte. feinen Fortgang nehmen, so jetzt er sich der furchtbaren drohenden Bürgerfrieg an die Wand. Das ist ein Manöver, wurden, ist seit langem aus der teilweise sehr regen beiderseitigen Daß auf beiden Seiten fieberhaft Vorbereitungen getrieben Gefahr späterer Verantwortung aus. Denn mit dem sie, scheint's, ihre Sehnsucht nach einem Staatskommt es in dem späteren Stadium doch zum Frieden der fireich, der die Macht des Arbeiterrats abschleifen soll, vor Erkundungstätigkeit bekannt. Trotzdem war es bisher niemals zu Verständigung, so werden die Völker nachrechnen, um wie den Augen der Deffentlichkeit zu verdecken sucht. Der Ar- nennenswerten Kampfhandlungen gekommen. Gehen jetzt die Itabi el früher sie etwa diesen Frieden hätten haben können, beiterrat hat den Versuch, der in den Vorgängen der ersten liener zur Offensive über, so muß auch das trok der langen Vorund jeder Staatsmann wird daraufhin angesehen werden, Hehl daraus gemacht hat, daß der Angriff von der österreichischen wie weit er diesen Frieden gefördert, wie weit er ihm wider- Maiwoche enthalten ist, vereitelt und nun müssen die Generale bereitungen noch überraschen, da man in Italien niemals ein des Bürgerkrieges von oben fallen. Seite aus erwartet werde. Dieser Zustand des Abwartens hatte in strebt hat. Für die Kriegshezer und Eroberungspolitiker weiten Streifen der italienischen Bevölkerung große Nervosität her aller Länder wird dieser Tag zum Beginn der schwersten vorgerufen, die um so größer war, als man zum erstenmal eine Abrechnung werden, und diese Sorge mag für sie auch der innerste Grund sein, warum sie ihn immer noch krampfBeteiligung deutscher Truppen an der österreichisch- ungarischen Of= haft herauszuschieben suchen. fenfive in Rechnung stellte. Ueber das Maß dieser deutschen Mitwirkung hat man sich in der italienischen Presse wochenlang die Röpfe zerbrochen, und es fanden sich in den Blättern bald Mitteilungen über die Anzahl der deutschen Divisionen, die für diesen Kriegsschauplatz bestimmt seien, bald über die bevorstehende Führung dieser Streitkräfte, die erst Hindenburg, dann Ludendorff zugeschrieben wurde. Diese große Nervosität der italienischen Deffentlichkeit war vielfach, und wohl nicht mit Unrecht, dahin gedentet worden, daß man italienischerseits die Hoffnungen der Entente auf Entsendung eines größeren italienischen Kontingentes nach Frankreich durch die großen Aufgaben, die der italienischen Armee durch die angeblich geplante österreichisch- ungarische Offensive zugewiesen, zu entkräften wünsche. Tatsächlich sollte sich die italienische Regierung bei den Vierverbandsberatungen in Rom im lebten Januar zur Bereitstellung von Territorialmiliz für den Etappendienst in Frankreich sowie von Arbeitern für die Erzeu gung von Kriegsmaterial verpflichtet haben. Eine erhebliche Verminderung der Cadorna zur Verfügung stehenden Truppen war aber wohl niemals in Aussicht genommen und wäre an dem starken Widerspruch der öffentlichen Meinung in Italien ge= Die Sonderfriedensfrage und Amerika. New York, 13. Mai. Associated Preß meldet aus Washington: Staatssekretär Lansing stellte die Gerüchte, Die deutsche Regierung hat bisher ihren Willen zur Ber- daß die Vereinigten Staaten mit irgendwelchen Alliierten ein ständigung betont. Solange sich die Gegner jedem Verständi Abkommen getroffen hätten, feinen Sonderfrieden abzuschließen, gungsgedanken gegenüber ablehnend verhielten, mochte das ge- mit den Worten in Abrede: Es besteht kein schriftliches nügen, um ihr die Schuld für die Fortführung des Blutbet- oder nichtschriftliches Abkommen über den Frieden. Als man aießens abzunehmen. Heute, wo sich in Rußland ein starker in Lansing drang, zu erklären, ob die Frage in nicht formeller Verständigungswille geltend macht, muß fie einen Schrittweise erörtert worden sei, lehnte er es ab, den Gegenstand weiter gehen, den Schritt, den die verbündete weiter zu besprechen. österreichische Regierung bereits getan hat. Unser Rat an den Reichskanzler geht in zwölfter Stunde dahin, fest gegen alle Verlockungen der verantwortungslosen Agitation die Friedensworte zu sprechen, welche die Verantwortung für das Schicksal des deutschen Volkes von ihm erfordert. Rücktritt Gutschkows. Reuter. Kriegsminister * Der Kampf im Westen. Berlin, 14. Mai.( W. T. B.) An der Arrasfront war am 13. Mai das Artilleriefeuer schwächer als an den Vortagen und nahm erst gegen Abend größere Stärke an. Die deutsche Luftüberlegenheit ermöglichte es der Artillerie, unter voller Ausnüßung von Ballon- und Fliegerbeobachtung die feindlichen Batterien an der ganzen Front mit guter Wirkung zu bekämpfen. An zahlreichen Stellen explodierten Munitionsniederlagen, und aus mehreren Batteriestellungen flüchtete die Bedienung. Ein Angriff einer englischen Kompagnie gegen den Park von Oppy brach am frühen behauptet. scheitert. Die Front in Mazedonien. Petersburg, 14. Mai. Gutschko w ist zurückgetreten. Was seit Tagen in Sicht gestellt war, ist Tatsache gewor. Morgen des 13. Mai im deutschen Sperr- und Abwehrfeuer zu- Mit diesen Tatsachen dürfte es im Zusammenhang stehen, den. Der Mann, der nach dem Märzsiege der Revolution von sammen. Die Versuche der Engländer, den Bahnhof und das Dorf wenn der italienische Seerführer jetzt die Zeit für gekommen erbürgerlicher Seite als der Organisator der militärischen Er- Roeug zur Verteidigung auszubauen, wurden durch planmäßiges achtet, um seinerseits den gerade von Italien stets betonten Anhebung gepriesen und alsbald mit dem Kriegsministeramt Artilleriefeuer gestört. Truppenansammlungen westlich Gavrelle betraut wurde, verläßt seinen Posten. gegen Einbruch der Dunkelheit wurden im deutschen Feuer gegen Einbruch der Dunkelheit wurden im deutschen Feuer zer- spruch der Einheitsoffensive zu befriedigen. Das völlige MißDies Faktum hat im Entwicklungsgange der Revolution sprengt. Ein 11 Uhr abends an der Straße von Fampour- lingen der französisch- englischen Offensive an der Westfront mag zweifellos Gewicht. Denn Gutschkow, ob er als Oftobrist auch resnes vorbrechender englischer Angriff brach im deutschen dazu das Seinige beigetragen haben, so daß wir also in dem sich nicht im engsten Sinne der Parteigänger Miljufows war, Feuer zusammen. Der dreizehnte englische Angriff auf Bulle- vorbereitenden Angriffe Cadornas ein ähnliches Entlastungsunterist dennoch jetzt die rechte Hand des russischen Außenministers, court scheiterte am Morgen des 13. Mai, der vierzehnte am nehmen zu erblicken haben dürften, wie in der inzwischen bereits der sich auf imperialistische Eroberungsziele festbeißen wollte, Abend des gleichen Tages. Trotz des gewaltigen mit Nebelbomben berunglüdten Silfsaktion Generals Serrails in Mazedonien. gewesen. Faßt man seine ganze politische Tätigkeit zu untermischten Trommelfeuers war die tapfere Besabung nicht zu sammen, so bedeutet er einen hervorragenden Wortführer und erschüttern. Im zähen Handgranatenkampfe wurde das Dorf Vertrauensmann des konstitutionell gesinnten Bürgertums, Auf St. Quentin lag starkes Feuer, vor allem auf der Sofia, 14. Mai. Generalstabsbericht vom 13. Mai. der seit zehn Jahren gegen den Zarismus im Felde stand und Mazedonische Front: In der Gegend von Bitolia schwaches der dann, als der Weltkrieg dent Begehren der russischen Ka- inneren Stadt, wo mehrfach Brände ausbrachen. An der Aisne- Front und in der westlichen Champagne Artilleriefeuer. Im Cerna- Bogen versuchten mehrere feindpitalistenklasse nach politischem freierem Bewegen und Aufrücken Möglichkeiten bot, organisierend zugriff: als ein Haupt- war das Artilleriefeuer verhältnismäßig schwach; lebhafter nur liche Abteilungen gegen unsere Stellungen auf der Höhe 1050 vormatador jener Kriegsindustrieausschüsse, die dem Zarismus zwischen Winterberg und Straße Corbenh- Reims. zugehen, sie wurden jedoch durch unser Feuer leicht zrüdgewiesen. zu beweisen suchten, daß ohne die Kapitalistenhilfe der Kriegs- sowie von der Aisne bis nordwestlich Brimont. Während die Sonst die übliche Artillerietätigkeit. In der Gegend von Mogsieg ein Unding sei. Daß dieser Beweis nicht vorweg dem französische Offenfivbewegung stockt, verbesserten die Deutschen ihre Lena bekundeten die Serben eine sehr lebhafte Gefechtstätigkeit. Zarismus zuliebe erbracht werden sollte, hat die Striegshal- Stellungen nordwestlich Brahe und bei Jubincourt durch Auf Dobropolje den ganzen Tag über heftiges Artilleriefeuer. tung der einstweiligen Regierung zur Genüge dargetan, und Vorschieben ihrer Infanterielinien. Ebenso gelang eine Ver- Gegen Anbruch der Nacht gingen die Serben zu drei wütenden Anbesserung der deutschen Stellungen auf der öhe 108. Dieser griffen vor; sie wurden jedoch jedesmal durch unser wirksames wenn jetzt Gutschkow aus dieser Regierung ausscheidet unter schwarzmalenden Kundgebungen über den Zustand des vollkommen zerschossene und von Granaten um und um gewühlte Feuer niedergemäht, und die Ueberlebenden, denen es gelungen russischen Heeres, jo liegt es nahe, hinter dem Rücktritt die Bügel, der nördlich Berry- au- Bac unvermittelt aus der war unsere Gräben zu erreichen, wurden mit dem Bajonett nieberUeberzeugung zu wittern, daß dem russischen Imperialismus Ebene steigt, flantiert jedes weitere französische Vordringen auf gemacht. Das tapfere Infanterie- Regiment Zagora Nr. 32 warf die gewünschten Trauben für jetzt nicht mehr erreichbar sind. Jubincourt. Trok stärkster Artilleriewirkung und ungeheurem durch einen glänzenden Gegenangriff größere serbische AbteilunEs ist allerdings die Frage, ob das Rennen, das Menscheneinsatz hatten die Franzosen es nicht vermocht, diejengen Gutschfow aufgibt, nicht von einem anderen in gleicher Rich Edpfeiler aus der deutschen Stellung herauszubrechen. Die gen endgültig zurück, denen es in den gestrigen Kämpfen gelungen Abschnitten der Moglena Front schlugen wir wiederholte tung fortgesetzt wird. Ob das freilich möglich sein wird, deutsche Besabung, die sich mit den Franzosen in den Besitz der war, sich in einigen unserer Gräben festzusetzen. In den übrigen dürfte indes eine Angelegenheit sein, die zumal jezt nicht von Ruppe teilte, hat jetzt die deutsche Linie vorgeschoben. Kühne serbische Angriffe leicht ab. Westlich vom Vard ar spielten sich einem Miljukow allein entschieden wird. Daß auch an dem Stoßtrupps bemächtigten sich eines Teiles des dortigen Stein den ganzen Tag über heftige Kämpfe ab. Der Gegner versuchte Rücktritt Gutschkows der feste Griff des Arbeiterrats sich be- bruches und brachten Gefangene ein. Das daraufhin einsehende mehrere Male zum Angriff vorzugehen, wurde aber jedesmal durch währt, hat sich bereits erwiesen, und so wird dieser Griff auch starte französische Artilleriefeuer vermochte an den deutschen Er- unser Feuer zum Rüdzug genötigt. Erst gegen 6 Uhr nachmittags bei Bestimmung der Nachfolgerschaft entscheidend mitwirken. folge nichts mehr zu ändern. An der Ost front wurden als Vergeltung für die Beschießung von Tulcea Bahnhof und militärische Anlagen bon Petersburg, 14. Mai.( Meldung der Petersburger Tele. Galas mit Feuer und Jemail mit Bomben belegt. Auf dem graphen- Agentur.) In der Sigung der Vertreter der Front Bahnhofe wurde eine Explosion beobachtet und in Galak an machte Kriegsminister Gutschkow Mitteilung mehreren Stellen Brände festgestellt. Feindliche Batterien, die unser Feuer erwiderten, wurden zum Schweigen gebracht. von seinem Rücktritt und verlas folgendes Schreiben: Feindliche Kriegsberichte. Unter den Bedingungen, in die die Regierungsgewalt, insbe sondere die Amtsgewalt des Kriegs- Marineministers in bezug auf Heer und Flottte verfekt ist, Bedingungen, die ich nicht zu ändern vermag und die verhängnisvolle Folgen für die Bertei digung der Freiheit und sogar für den Bestand Rußlands zu vermochten die Franzosen nach ziemlich heftiger Artillerievorbereitung einen Angriff in mehreren aufeinander folgenden Wellen gegen die Höhen von Jarebina und Bisfiltowa Ritta südlich von Huma borzutragen. Die mehrere Male wiederholten Angriffe wurden mit blutigen Verlusten für die Franzosen abgewiesen, die an der ganzen Front genötigt wurden, den Rückzug anzutreten, stellenweise in Auflösung. Bei Altschak Mahle und bei Secwo füdlich von Gewgheli Artillerietätigkeit. Französischer Heeresbericht vom 18. Mai nachmittags. Die Rumänische Front: Bei Tulcea spärliches Artillebeiderseitigen Artillerien waren im Laufe der Nacht zwischen Somme und Dife und an der Aisne Front tätig. Seute tie, Gewehr- und Maschinengewehrfeuer. Bei Isaccea vereinfrüh machten die Deutschen heftige Angriffe auf die Sothebene gelte Kanonenschüsse. Der Krieg auf den Meeren. Beladener französischer Truppendampfer versenkt. Politische Uebersicht. gesorgt. Kennt der Herr Reichskanzler diesen Sachverhalt? Ist er bereit, auf die osmanische Regierung in solcher Weise einzuwirken, daß soweit es noch möglich ist. in Palästina die Wiederholung der osmanischen Greuel mit Sicherheit ausgeschlossen werde? Reichstag. Raligesek. Dritte Beratung des Etats. Der Reichstag steht unter dem Eindruck des nahe bevorBerlin, 14. Mai. Amtlich. Eins nnserer im stehenden Abschlusses seiner Beratungen. Db Ein nationalliberaler Regierungspräsident. Im„ Berliner LokalMittelmeer operierenden U- Boote, Kommandant Ober- das Ende der Tagung einen Tag früher oder später eintritt, Anz." wird aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt, es siebt die leutnant zur See Launburg, griff am 30. April den fran- ist dabei nicht so entscheidend wie der Umstand, daß über- Ernennung des nationalliberalen Landtagsabgeordneten und Landzösischen Transportdampfer Colbert( 5394 Bruttoregistertonnen), haupt innerhalb kürzester Frist die ordnungsmäßige Möglich tagsdirektors v. Campe zum Regierungspräsidenten in Minden in Westfalen bevor. mit Truppen und Kriegsmaterial von Marseille nach Saloniti feit für die Abgeordneten, Wünsche und Beschwerden zur Sprache zu bringen, ein Ende hat. Die dritte Lesung des Aufgabenkreis des Kriegsministeriums eine ungeheure Erweite Erweiterung des Kriegsministeriums. Durch den Krieg hat der unterwegs, vor dem Kanal von la Galise an und brachte ihn Etats rollt noch einmal sämtliche Möglichkeiten auf. Es ist rung erfahren, so daß die räumlichen Verhältnisse im Kriegsminidurch Torpedotreffer innerhalb 5 Minuten zum Sinken. deshalb niemand sicher, ob nicht bei irgendeinem Etatstitel sterium unhaltbar geworden sind. Ein dem Reichstag zugegangener eine für ihn wichtige Angelegenheit zur Sprache kommt. Der Nachtragsetat fordert als erste Rate 2 400 000 m. zur Erweiterung Reichstag ist aus diesem Grunde voller als zu anderen Zeiten, des jetzigen Gebäudes des Kriegsministeriums durch Ankauf von und im Sigungssaale und in den Wandelgängen herrscht Nachbargrundstücken und Bau auf diesen. Das ganze Projekt wird auf 5 550 000 m. veranschlagt. mehr Bewegung als sonst. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Der„ Canal de la Galite" ist das Gewässer zwischen der tunesischen Nordküste und der vorgelagerten fleinen Insel Galite. Neue U- Boots- Erfolge im Atlantischen zunächst debattelos eine Summe zur räumlichen Vergrößerung Ozean. Berlin, 13. Mai. Amtlich. 5 Dampfer, 1 Segler, 2 Fisch dampfer mit Letzte Nachrichten. Vor dem Eintritt in die dritte Beratung des Etats wurde des Kriegsministeriums bewilligt, sodann in mehrstündiger Erörterung eine Novelle zum Kaligesetz beraten. Jm allgemeinen herrschte Einverständnis über die Grundzüge des Gesetzes; die Kalipreise sollen erhöht, aber zugleich auch den 22000 Brutto- Register- Tonnen. Arbeitern Teuerungszulagen bewilligt werden. Im einzelnen waren Widerstände zu überwinden. So wollten die arbeiter Unter den versenkten Schiffen befanden sich u. a. folgende: feindlichen Elemente unter Führung des Grafen We starp englische Dampfer Thistleard( 4136 Tounen), Ladung Sal- einen Beschluß des vorberatenden Ausschusses auf Stärkung einer Konferenz nach Stockholm berufen werde. Der schwedische peter, und Patagonier( 3832 Tonnen), die englischen Fisch der Arbeiterausschüsse und ihre Ausdehnung zu Schichtungsdampfer Narberth Castel und Nestor, italienischer stellen wieder rückgängig machen. Unsere Genossen Sachse Dampfer Guiseppe Accama( 3224 Tonnen), Ladung 3600 Tonnen und Brey behandelten eingehend die Staligefeßgebung und Mais von Rosario nach Genna. Der versenkte Segler führte traten insbesondere für die Interessen der Arbeiter im Kali etwa 2500 Tonnen Mais nach England. bergbaut ein. Es gelang, den Vorstoß der Unternehmer Der Chef des Admiralstabes der Marine. vertreter abzuschlagen, was den Freikonservativen Dr. Arendt zu. der feierlichen Erklärung veranlaßte, daß er nunmehr nicht für das Gesetz stimmen könne. Das deutsche Volk wird diesen Schmerz zu tragen wissen. Seesperre und Versenkungen. Sperrung des Hafens von Lowestoft. Basel, 14. Mai. Havas meldet unterm 13. Mai aus London: Bis auf neue Weisung wird der Hafen von Lowestoft für alle Schiffe außer den englischen und den der Alliierten gesperrt sein. Madrid, 12. Mai.( Habasmeldung.) Nach„ El Liberal" ist der Frachtdampfer Carmen, von Valencia nach Cette mit Weinen, in der Nähe von Barcelona versenkt worden. * Castellon de la Plana, 13. Mai.( Agence Savas.) Nach glaub würdigen Meldungen ist der Fährdampfer zwischen Oran und Marseille torpediert worden. Eine Anzahl Personen sollen ertrunken sein. Zwangsrationierung oder nicht. Auf die herbe Stritik Lord Buckmasters und Lord Beresforts erwiderte der Nahrungsmittelfontrolleur Devenport: Die Regie rung rechnet mit der Möglichkeit noch zahlreicherer Schiffsversenfungen und trifft daher Maßnahmen, um unnötige Einfuhren gänzlich auszuschalten. Selbstredend ist es möglich, daß die Versenkungen in erschreckendem Tempo zunehmen und das Erwartete weit übersteigen können, aber sofern die Verheerungen der Tauchboote ein annehmbares Wahrscheinlichkeitsmagimum nicht übersteigen, werden wir hinsichtlich des Brotgetreides mit ziemlich befriedigenden Referben bis zur Zeit der nächsten Ernte durchhalten. Die Friedensinitiative des A.- und S.- Rats. Budapest, 14. Mai.„ Az Est" wird aus Stockholm gemeldet: Bei der vorbereitenden Sibung der sozialistischen Friedenspartei ist die Meldung eingetroffen, daß der russische Arbeiter rat sämtliche sozialistischen Parteien, sowohl die der Mittelmächte, als die der Ententeländer zu Abgeordnete Stroem sagte, diese Konferenz werde wahrscheinlich ebenfalls in Stockholm zusammentreten. Die Ententeregierungen würden nicht umhin können, den sozialistischen Vertretern Päffe zur Zeilnahme an dieser Konferenz zu gewähren. Die Ententeregierungen würden voraussichtlich vermeiden, mit dent russischen Arbeiterrat, der einen sehr mächtigen Einfluß übe, in Gegensatz zu geraten. Es ist wohl möglich, sagte Stroem, daß diejenigen sozialistischen Mehrheitsparteien, deren Programm nationalistische oder imperialistische Bestrebungen verrät, geBei der dritten Beratung des Etats ent- nötigt sein werden, es bei dieser Konferenz einer Durchsicht wickelte sich beim Reichsamt des Innern eine ausführliche zu unterziehen. Ich halte diesen Schritt, schloß Stroem, für Erörterung über das leidige Thema dés Belagerungseinen wichtigen Schritt auf dem Wege zum Frieden, weil ich sicher zustandes und der Zensur. Es ist ein Jammer, daß bin, daß der Arbeiterrat sich nicht im Gegensatz zur vorläufigen Redieses traurige Kapitel der deutschen Striegsgeschichte noch gierung befand, als er diese Einladung erließ. immer fein Ende gefunden hat, sondern daß es durch neue Rücksichtslosigkeiten der Militärbefehlshaber ständig um neue Beschießung von Zeebrügge. unerfreuliche Seiten vermehrt wird. Unser Genosse Meer- London, 14. Mai. Die Admiralität teilt mit: Ein Teil felb besprach die Angelegenheit in furzer, nachdrücklicher unserer Dover- Streitkräfte führte gestern früh mit Erfolg Rede vom Standpunkt des fachverständigen Zeitungsmannes eine sehr schwere Beschießung von Zeebrügge durch. Unsere aus, während später nach erregten Reden der„ Unab- Marineluftschiffstreitkräfte waren ebenfalls beteiligt. Ueber hängigen" über Einzelfälle Genosse Landsberg noch ein- fünfzehn Rämpfe wurden in der Luft ausgefochten und hiermal in außerordentlich wirkungsvoller, scharf pointierter Zu- bei vier feindliche Flugzeuge zerstört und fünf zum Absturz sammenfassung das Gesamtergebnis zog und der Regierung gebracht. Zwei von unseren Flugzeugen sind nicht zurückgeFlar machte, wie sie sich gerade durch ihr unverständiges Fest fehrt, eins davon landete in Holland und wurde interniert: halten am Belagerungszustand am deutschen Volke vergeht, Hier zu wird von amtlicher Stelle erklärt: das durch eine wunderbare Geschlossenheit im Innern tagtäglich den besten Beweis dafür liefere, daß es solcher überlebter und unwürdiger Zuchtruten wie des Belagerungszustandes und der Zensur wahrlich nicht bedürfe. Gegen den Belagerungszustand. 1. Die Beschießung von Zeebrügge durch englische Seestreitkräfte ist ohne jeden militärischen Erfolg gewesen; geringer Sachschaden ohne jede Bedeutung. 2. Es ist fein einziges deutsches Flugzeug zerstört oder zum Absturz gebracht worden. Irakfront. Konstantinopel, 14. Mai. Heeresbericht vom 13. Mai. Neuerliche Versuche der Russen, die Biala südlich von Schirwan zu überschreiten, wurden abgewiesen. Englische Schiffsverlufte. Amsterdam, 14. Mai.( T. 11.) Der englische Reeber Nichard Withe hat die in den letten Tagen für England verloren. gegangene Tonnage auf mehr als 1 Million Pfund Sterling berechnet. Omnibusstreik in London. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat zur dritten Lesung des Etats eine Resolution eingebracht, den Herrn Hinsichtlich der Fleischversorgung ist die Lage günstig. Reichskanzler zu ersuchen, zu veranlassen, daß der Belage= Die Einfuhr seit Jahresbeginn ist nur wenig niedriger als im ent- rungszustand unverzüglich aufgehoben wird". sprechenden Zeitabschnitt des Vorjahres. Die heimischen Herden Eine Resolution der Unabhängigen fordert das gleiche sind ebenso groß, wenn nicht größer als je zuvor. Daher wird die und außerdem zwei Gefeßentwürfe. Der erste soll gegen AnFleischeinfuhr, um Platz für andere Güter zu gewinnen, möglicher ordnungen der Militärbefehlshaber die Klage im Verwalweise zeitweilig, eingestellt werden. Auch wird beabsichtigt, den tungsstreitverfahren zulässig machen, der zweite die Verantfleischlosen Tag abzufchaffen, da eine Enthaltung des Fleischgenuises wortlichkeit der Militärbefehlshaber nach dem Bürgerlichen den Verbrauch von Brot und anderen schwer beschaffbaren Lebens- Gesetzbuch im Falle einer Verlegung ihrer Amtspflicht festAmsterdam, 14. Mai. Dem„ Handelsblad" wird aus London mitteln unliebsam vergrößere. Die Vorräte an Fettstoffen stellen. gemeldet: Ungefähr 5000 Personen, die zum Londoner sind größer als im Vorjahre. Devenport vermied es, sich über die Die Resolution der Unabhängigen ist zwecks Aufbrin- Omnibuspersonal gehören, sind gestern in den Ausstand getreten. Frage, ob die Einführung der 3 wangsrationierung be- gung der nötigen Unterschriften auch von Sozialdemo- Sie verlangen eine Striegszulage von 10 Schilling und protestieren schlossen sei, offen auszusprechen. fraten unterzeichnet worden. Zu den Unterzeichnern gehören ferner gegen den Beschluß der Londoner General- Omnibus- Co., Lord Milner erklärte im Namen des Kriegskabinetts, die Ledebour und Landsberg, Háase und Scheidemann. demzufolge ihr Gewerkverein nicht länger anerkannt werden soll, Regierung prüfe die verschiedenen Rationierungsmethoden, werde Im ganzen haben zehn Unabhängige und zwanzig Sozial- da er 2 Klauseln der im September 1913 abgeschlossenen Uebereinaber zur 3wangsrationierung nur schreiten, demokraten unterschrieben. wenn eine absolute Notwendigkeit vorliege. Im Unterhause erklärte Bathurst, die Statistiken der Bäcker wiesen im April eine vierprozentige Abnahme der Brotverkäufe gegenüber dem Monat März nach. Er warnte jedoch vor zu frühem Optimismus. Die bloße Tatsache der Abnahme des Verbrauchs sei nicht ausreichend, um von einer Zwangsrationierung abzusehen, falls sie aus anderen Gründen notwendig erscheine. Bathurst erwähnte, daß die Egbarkeit gewisser Pflanzen geprüft worden sei, aber ohne sonderliche Erfolge. Die Entente maßregelt griechische Offiziere Bern, 12. Mai. Pariser Blätter melden aus Athen, Zaimis habe den sieben von der französischen Presse als deutschfreundlich bezeichneten Offizieren Heradactyles, Bernarios, Mamos, Tzondos, Typaldos, Kostantinopolus und Kurrelis den Befehl erteilt, Athen zu verlassen und binnen 48 Stunden nach dem Pe= loponnes abzureisen. Die Offiziere hätten gemeinsame Rücksprache genommen, ob dem Befehl Folge geleistet werden solle. 16 andere Offiziere der Athener Garnison hätten eine Zusammenfunft im Militärkasino gehabt. Gerüchtweise verlaute, es solle eine Versammlung aller Athener Offiziere einberufen werden. Sie sollten beabsichtigen, sich zum Stönig zu begeben, obwohl Bring Andreas sie zu überreden versucht habe, sich nicht zu solchen Kundgebungen hinreißen zu lassen. Kleine Kriegsnachrichten. Vlamenpolitik. Durch Verordnung des Generalgouverneurs werden die Ministerien für Landwirtschaft, Wissenschaft und Kunst, sowie für Gewerbe und Arbeit, das letztere mit Ausnahme des Patent, Marken- und Musterschußzivesens, mit Wirkung vom 15. Juni ab, in ein vlämisches und ein wallonisches geschieden. Das Gesezes- und Verordnungsblatt veröffentlicht die Namen der für die beiden Verwaltungsgebiete ernannten höheren Ministerialbeamten. Die Stempelsteuer in der Schweiz. Aus Bern wird gemeldet: Das Schweizer volt hat die Vorlage über die Einführung einer Stempelsteuer in der Abstimmungam 13. Mai mit rund 180 000 ja gegen 152 000 nein angenommen. Auch der Heilige Synod paßt sich an. Er veröffentlicht eine Erflärung, er werde sich um die Einberufung eines orthodoxen Konzils bemüben. Er betont die Notwendigkeit, die Wahlprinzipien in die Stirchenverwaltung einzuführen. Australien und Japan. In einem Aufruf an die australischen Soldaten erklärte der australische Premierminister Hughes, daß er dafür einstehen werde, daß der Grundsay, wonach Australien der weißen Rasse gehören und der gelben Raffe die Niederlassung unterjagt ist, aufrechterhalten werde. Die Pässe für Stockholm. Der Reichstagsabgeordnete Haase hat folgende Anfrage eingebracht: Der Herr Staatssekretär des Auswärtigen hat in der Budget- Kommission am 1. Mai 1917 die Erklärung abgegeben, im Einvernehmen mit den beteiligten Stellen könne er sagen, daß der Ausstellung von Päisen an die Mitglieder der unabhängigen Sozial demokratie zur Reise nach Stockholm nichts im Wege ſtehe. kunft gestrichen hat. Verhaftung des Raubmörders aus der Liebenwalder Straße. Der Kriminalpolizei ist es gestern nachmittag gelungen, den Raubmörder der Witwe Therese Jaehnichen aus der Liebenwalder Straße 5 festzunehmen. Er ist ein junger Bursche von 17 Jahren, der Drogist Erwin Krüger aus der Kiautschoustraße 5. Krüger, zu dem die Spuren der amtlichen Nachforschung führten, war bei seiner Festnahme, als ihm der Mord auf den Stopf zugesagt wurde, sofort geständig. Der jugendliche Mörder wurde daraufhint nach dem Polizeipräsidium gebracht und Der Polizeipräsident von Berlin hat trot Hinweises einem eingehenden Verhör unterzogen. Krüger, der Sohn achtbarer auf diese Erklärung des Herrn Staatssekretärs mehreren Beute, hatte im April dieses Jahres seine Lehre beendet und Mitgliedern der Fraktion der Unabhängigen Sozialdemo- war bis vor kurzer Zeit in einen Geschäft in der Dresdener fraten die Pässe verweigert. Ist diese Tatsache dem Herrn Reichskanzler bekannt, und was gedenkt er zu tun, um der Erklärung des Herrn Staatssekretärs Geltung zu verschaffen? Wir haben schon gestern mitgeteilt, daß in dieser Angelegenheit 3 usagen vorliegen, so daß es sich vielleicht um einen Irrtum einer nachgeordneten Stelle handeln dürfte. Ein Ausschuß zur Einführung der Friedenswirtschaft. Straße als Gehilfe tätig. Als er hier entlassen wurde, kam er in leichtsinnige Gesellschaft. Er stahl seinen Eltern 150 m. und verbrachte diese. Als der Stiefvater den Diebstahl bemerkt hatte, traute er sich nicht wieder nach Hause zu gehen, trieb sich drei Tage lang umber und fann darüber nach, wie er sich in den Besitz von Geld seßen könne. Er hielt sich hauptsächlich in der Weichbildgrenze Berlins auf, übernachtete in Lauben und kam so auch nach der Liebenwalder Straße. Auf Antrag der Hamburger Bürgerschaft auf Ein- Hier kam ihm der Gedanke, die alleinstehende alte Frau Jaehnichen sezung einer gemeinsamen Kommission von Handel, Schiffahrt und zu berauben. Um sie besinnungslos zu machen, nicht zu töten, wie Industrie, zur Vorbereitung der Maßnahmen für Friedenswirt- er jetzt angibt, habe er aus einer Laube den Hammer genommen, schaft hat der Senat zugestimmt, eine Kommission von 15 Mit- die Greisin aufgesucht und seinen Plan ausgeführt. Er fügt noch gliedern zu bilden und hat seinerseits 15 Senatoren zu Mitgliedern hinzu, daß er der Greisin, um sie am Schreien zu verhindern, ein dieses Ausschusses ernannt. Anfrage im Reichstag über Judenverfolgung in der Türkei. Abg. Dr. Cohn- Nordhausen hat im Reichstage folgende Anfrage eingebracht: Kopfkissen über das Gesicht gelegt und dann in großer Aufregung und Angst blindlings auf sie eingeschlagen habe. Mit der Beute ergriff er dann die Flucht. Bei dem Kampf hatte er sich Ver= legungen am Gesicht und beim Einschlagen der Scheibe der Zwischentür auch an den Händen zugezogen. In der Nacht zum Sonntag übernachtete er in einem kleinen Hotel in der Elsasser Straße. Die elterliche Wohnung suchte er erst heute früh wieder auf. Als Ende März 1917 hat Jemal Pascha, der türkische Oberbefehlshaber der Sinai- Front, angeordnet, die jüdische Bevölferung, darunter deutsche, österreichische, ungarische und bulga- man ihn hier verhaftete, besaß er von dem erbeuteten Gelde noch riiche Staatsangehörige aus Jaffa und aus den vor Jaffa 60 Mark. belegenen Ackerbautofonien und Fruchtpflanzungen wegschaffen Der Täter, ein schmächtiger Bursche, ist in allen Bunkien gezu lassen. Militärische Rücksichten wurden als Grund der ständig, bereut das Verbrechen und weinte bitterlich. Maßregel angegeben; der Generalstabschef Jemal Pascha Zur Verhaftung hatte die Angabe eines Schülers geführt. hatte sich aber dahin ausgesprochen, daß solche Rücksichten Dieser hatte am Sonnabendabend an einem Brunnen in der die Räumung jener Wohnstätien nicht gebieten. Nach den hier Thoriner Straße einen Mann gesehen, der sich die blutenden Hände eingegangenen Berichten sind unter den Augen der türkischen Bewusch, und wußte von ihm eine genaue Personalbeschreibung zu hörden gegen die ausgetriebene Bevölkerung Gewalttaten und Plünderungen berübt, viele Flüchtlinge getötet geben. Auf Grund dieser Beschreibung und nach späteren Befunworden. Für die Beförderung und die Ernährung der Verdungen anderer Personen, die den Verdächtigen gleichfalls beobtriebenen haben nach jenen Berichten die türkischen Behörden nicht achtet hatten, wurde der Täter ermittelt. Gewerkschaftsbewegung nehmens auf noch zu verdienenden Lohn und auf Reisevorschüssen, find, noch ein gewisses Mißtrauen begen. Das gilt ganz be. die nachträglich vom Lohn in Abzug zu bringen wären; entschiedenes fonders vom Genossen Eisner." Eintreten auf Verbesserung der Betriebsräume in gesundheitlicher Beziehung jeder Art, namentlich aber auch der Wohn- und Schlafräume. Kampfmethoden der ,, Unabhängigen". " Das Bochumer Boltsblatt" teilt mit, daß in Harpen und Laer Die Konferenz sieht in der Verwirklichung dieser Forderungen,„ Unabhängige" Parteibeiträge unter Verwendung alter Parteimarken die sie als Pflichterfüllung für die Mitglieder aufſtellt, eine immense einfaffieren. Dieser Betrug wird verfolgt werden. Hauptträger der Förderung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiter für alle Zeiten und Berstörungsarbeit ist in diesem Revier ein gewiffer Windau, der. erwartet von ihnen, in dieser Weise zu wirken. ohne selbst in seinem Parteiamt etwas geleistet zu haben, die Propaganda gegen die Einheit der Partei mit allem Eifer betrieb. Nun wird von seinen Freunden das Gerücht verbreitet, er sei wegen feiner politischen Gesinnungen ohne Gehalt entlassen worden. Das Bochumer Parteibkatt stellt dazu fest:„ Er ist nicht ohne Gebali entlassen worden, sondern er hat sich vor seinem Abgange 1063,84 M. widerrechtlich angeeignet und erst nach Einreichung der Anzeige hat er 335 M. zurückzuzahlen sich bequemt, wie er für die als sein Gebalt für drei Monate einbehaltenen 729 M. auch auf gerichtliche Aufforderung die fälligen. Zinsen eingeschickt hat." die Unternehmer ber= Gegen die Fortbildungsschule laufen nach wie vor die Innungen Sturm, um der Lehrlings fnappheit abzuhelfen. Das ist aber gerade ein Wea, um das Gegenteil des Gewollten zu erreichen. Denn wenn die Eltern und die Lehrlinge weiter nichts von einer fostspieligen drei oder vier- Die Konferenz nahm dann ALL organisatorischen jährigen Lehrzeit haben sollen, als daß den Lehrlingen nur noch Fragen Etellung. Die Gauleiter führten lebhafte Beschwerde, eine notdürftige gewerbliche Ausbildung zuteil wird und sie nur in daß die Industriellen auch in der gegenwärtig so schweren Zeit den einigen Teilarbeiten Spezialisten werden, was besteht dann noch Beriuch unternehmen, die Glasarbeiter an der Ausübung des für ein Unterschied zwischen einem Lehrling und einem Arbeits- Koalitionsrechts zu hindern. Durch Gründung von gelben Werk burschen? Höchstens der, daß der Lehrling durchweg schlechter ent- vereinen. Konfumanstalten usw. werden die Glasarbeiter von lohnt wird, als der Arbeitsbursche. ihrer Gewerfichuftsorganisation abzuhalten versucht. Ein bes Wie die Jnnungen sich nun die„ Reform" des fanntes Mittel ist es, den Mitgliedern der sogenannten Fortbildungsschulbesuchs der Lehrlinge borwirtschaftsfriedlichen Verbände Vorteile in den Konium stellen, hat eine jüngst ergangene, von den Innungen veranstaltete anstalten zu gewähren. Das bedeutet eine schwere Gefahr In einer Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Umfrage ergeben. Die Schlosserinnung zu Berlin erklärte: Schul- für die Arbeiterorganisationen, denn Vereins in Offenbach teilte der Parteisekretär Neumann mit, daß zeit auf 6-8 Uhr abends verlegen oder Schulzwang aufheben; langen den Beitritt zu diesen Organisationen, ehe fie aus den Konjum die„ Unabhängigen" in Heffen nur in Friedberg- Büdingen einige Tischlerinnung- Berlin: In diefer außergewöhnlichen Zeit ist anstalten Vorteile gewähren. Die bier eingeschlagenen Wege zeigen, Gefolgschaft haben, weil hier der Kreisvorstand auf die Fabne der nötigenfalls gänzlicher Schluß der Schule geboten; Beug- daß die Glasarbeiter nach dem Kriege die gleichen schweren Kämpfe Haaie und Ledebour schwört. schmiedeinnung: Schließung der Schulen; Malerinnung vor sich haben werden wie früher. Bedauert wurde, daß sich die In einer Konferenz des siebenten Reichstagswahlkreties, den Angermünde: Schulzwang aufheben; Friseurinnung- Köpenick: Industriellen fträuben die geringen Verbesserungen des Hilfsdienst Genofie Schmidt= Meißen vertritt. wurde der Antrag auf AnEinschränkung, nicht aufheben; Tischlerinnung- Neuföln: Früher defeßzes durchzuführen. Für zahlreiche Betriebe sind die in dieſem fluß an die„ Unabhängigen" mit 37 gegen 26 Stimmen abgelebnt. habe man über die geringe Schulbildung, welche die Lehr- Gefeß vorgesehenen Arbeiterausschüsse noch nicht gewählt und Be- Schmidt gehört der in der alten Fraktion verbliebenen Minderheit linge aus der Volksschule mitbrachten, geflagt. Das Hand- ich werden führen nur langsam zum Ziel. Schließlich wurde die Die Leipziger Volkszeitung" ist ob dieses Ergebnisses erzürnt wert hat bei der Einrichtung der Fortbildungsschule mitgewirkt, aber Saltung der Gewerkschaften, besonders die der und wirft dem Abgeordneten Schmidt zweideutige Politik" vor. die erste Voraussetzung war, daß die Lehrlinge durch den Unterricht Generalfommission zu verschiedenen Regie. Ganz erfolalos find die„ Unabhängigen" in München und nicht der Werkstatt entzogen würden. Die Lehrer haben aber das rungsfundgebungen und zur Ernährungsfrage Köln. In München stellten sich die Reichstagswahlkreise I und II gegen Stellung genommen und darauf gedrängt, daß der Unterricht beiprochen. Hierzu nahm die Konferenz folgende Ent- mit 300 gegen 4 Stimmen auf seiten der Mehrheit. Die„ Unauf die Tagesstunden verlegt wurde. Sie sei dafür, daß die Schul- schließung an: zeit auf die Abendstunden verlegt wird. nicht aber für die Abschaffung Die Konferenz fann sich mit der Haltung der Generalkommission, der Fortbildungsschule. Außerdem müsse den Lehrlingen höheres wie sie von ihr zu den bekannten Kundgebungen von Regierungs Koftgeld gewährt werden; Berliner Bäckerinnung stimmt dem stellen und des Generalfommandos eingenommen worden ist, sowie vorigen zu, wünscht, daß ältere Lehrlinge allgemein vom Unterricht mit ihrem Verhalten zu der Handhabung des Hilfsdienstaesetzes, wie fie namentlich in letzterer Zeit von den entscheidenden Stellen beliebt So sehen also die Wünsche jener Leute aus, die angeblich das wurde, nicht einverstanden erklären. Sie ist der Meinung, daß, nachdem ehrsame Handwerk allein vertreten. Es soll aber nicht bloß bei alle von den Arbeitervertretern gestellten weitergehenden Anträge, Wünschen bleiben, sondern die Berliner Handwerkskammer hat den welche eine wesentliche Förderung der Ernährungsweise der im HilfsBeichluß gefaßt, das Ministerium zu bitten, daß die älteren Se- dienſt Arbeitenden zum Zwecke hatten, abgelehnt wurden, und ferner, mester der Lehrlinge vom Schulbesuch befreit werden. Von zahl nachdem auch der Antrag auf Anbauzwang der Landwirte abaelehnt reichen Innungen im ganzen Reiche werden Eingaben vorbereitet worden ist, die Mitglieder der Generalkommiſſion ihre weitere Mitoder sind schon eingereicht worden, die auf Schließung der Fort- wirkung im Ernährungsamt zu versagen haben. bildungsschulen oder mindestens auf die Verlegung der Unterrichtsstunden auf abends von 6-8 Uhr hinauslaufen. befreit werden. Erfreulich ist demgegenüber die Haltung der Fortbildungsschullehrer, die für den Unterricht in den Tagesstunden eintreten. Von Beachtung ist, was jüngst der Wiener Fortbildungsschullehrer Franz Zicharz auf Grund einer Studienreise in einem deutichen Innungsorgan geschrieben hat:" Allerdings ist hier ( in Deutschland) dem Lehrling der Schulbeiuch dadurch erleichtert worden, daß er fast ausnahmslos Tagesunterricht ist; dies ist auch der größte Vorzug, den die deutschen Fortbildungsschulen den österreichischen Anstalten gegenüber( die meistens den Unterricht abends und Sonntagvormittags haben) voraus haben. Daß ein er folgreicher Unterricht mit förperlich und geistig abgespannten Schülern, die oft noch halbe Kinder sind, in den Abendstunden, sowohl auf seiten der Schüler als auch jenen der Lehrer große Willensstärke und Opfer erfordert, darüber ist sich jeder Schulpädagoge klar, und ich meine, daß dieser Tagesunterricht im Interesse eines tüchtigen gewerblichen Nachwuchies nach und nach überall durchgeführt werden müßte. Ich glaube, es müßte dies zu den Aufgaben einer gesunden Mittelstandspolitik gehören, dem gewerb und nicht lichen Nachwuchs die Bildungsmöglichkeiten zu erleichternen. durch verlängerte förperliche und geistige Arbeit zu Und auf einer Tagung am 26. März erklärte Geheimrat Dr. Kühn vom preußischen Landesgewerbeamt: „ Das beste Mittel gegen die schlechten Ausbildungsanstalten seien geordnete Ausbildungsmöglichkeiten; die lückenlose Durchführung der Pflichtfortbildungsschule für Knaben und Mädchen." Berlin und Umgegend. Der Verband der Sattler und Portefeuiller hielt am Donnerstag eine Generalversammlung ab. Es wurde der Geschäftsund Kassenbericht vom ersten Quartal erstattet. Die Hauptfasse rechnete in Einnahmen und Ausgaben mit 16 599 M. In der Lokalkaise verblieb am Schluß des Quartals ein Bestand von 121 510 M. Die Berliner Verwaltung hatte einschließlich eines alten Bestandes von 3323 M. eine Einnahme von 5094 M. und eine Ausgabe von 2053 M. zu verzeichnen, so daß ihr ein Bestand von 3040 M. am 31. März verblieb. Während am 1. Januar 2531 Mitglieder, darunter 515 weibliche, vorhanden waren, betrug der Mitgliederbestand am 31. März 3158, darunter 834 weibliche. an. abhängigen" baben nun eine eigene Partei gegründet und glüdlich dreizehn Anmeldungen erzielt. Ebenso fläglich ist ihre Tätigkeit in Köln. Die dortige„ Rheinische Zeitung" hat den Abonnentenstand der letzten Friedensmonate bereits wieder überschritten- ein deutliches Zeichen, daß die viel berufenen„ Massen“ nicht hinter den „ Unabhängigen" stehen. " Die Pforzheimer Freie Presse" teilt mit, daß der Landtagsabgeordnete A. Ged fich in Karlsruhe als Referent der dortigen Ortsgruppe der" Unabhängigen" in einem Inserat anmelden ließ, aber nicht erschien. Dafür stellte er in der Versammlung des sozial demokratischen Vereins Offenburg sein Verhalten als so harmlos hin, daß man ihn dort schon als wiedergefundenen Sohn betrachtete, bis die Mitteilung des Parteivorstandes die Offenburger Genossen über die eigentümliche Doppelrolle Geds aufklärte. Uebertritt zu den Unabhängigen. Der 15. sächsische Reichstagswahlkreis beschloß am Sonntag in einer Kreisgeneralversammlung gegen eine starke Minderheit, sich der Unabhängigen Partei anzuschließen. Die Kreisgeneralversammlung setzt sich nicht zusammen aus Vertretern der einzelnen Parteiorte, sondern findet in der Weise statt, daß jeder im Kreise wohnende Genosse daran teilnehmen kann. Bei der großen Ausdehnung des Kreises haben es dadurch einzelne größere Orte leicht, sich die Mehrheit zu sichern. Die Unabhängigen haben auch keine Mühe gescheut, ihre Anhänger aus den einzelnen Orten nahezu vollzählig herbeizuschaffen. Der Vertreter des Kreises, Genosse Stüdlen hatte vorher die Erklärung abgegeben, daß er sich von der Partei auf keinen Fall trennen werde. Zu der Minderheit, die den Austritt aus der Partei ablehnte, gehören u. a. bedeutende Parteiorte wie Mittweida, Frankenberg, Eppendorf u. a. Genosse Ebert ist abermals von einem schweren Verlust betroffen worden. Von seinen drei Söhnen ist nun auch ein zweiter gefallen! Der dritte steht noch im Felde. Der Vorsitzende Ernst Schulze führte zum Geschäftsbericht aus: In der Ausrüstungsindustrie herrscht Hochkonjunktur. Eine große Zahl Betriebe läßt Ueberstunden machen, und leider hat auch Heim- und Zwischenmeisterarbeit sich wieder breiter gemacht. Eine neue italienische Reisegruppe nach Rußland. Bei Rücksprachen mit den Unternehmern darüber, ob die Ueberstunden wirklich so dringend und notwendig seien, erklärten die Vor kurzem sind die Abgeordneten Raimondo, Cappa, Fabrikanten, daß sie mit Aufträgen vollauf gedeckt seien und auf erda und Labriola auf einen Monat nach Petersburg gereisi eine Reihe von Monaten damit rechnen tönnten. Sattler waren in um sich dort mit den russischen Genossen zu besprechen. Sie werden ausreichender Menge nicht vorhanden. Daraus ergibt sich, daß vermutlich im der Entente in Petersburg zu wirken die Zahl der Hilfskräfte und Arbeiterinnen wieder eine Steigerung suchen. Der Delegierte der offiziellen, d. h. friegsfeindlichen italieerfahren hat. In der Geschirrbranche rangieren nament- mischen Sozialdemokratie in Petersburg, das Parteivorstandsmitglied lich die größeren Betriebe ausnahmslos jetzt unter die Militär- Morgari, soll nach der„ Informazione" aus Petersburg nur Vorige Woche habe Solche verständigen Worte von Pädagogen sollten auch unsere effektenfabrikation. Da trifft dasselbe zu, was über die Aus- auffallend furze Berichte nach Rom senden. Innungsleute beherzigen. rüstungsindustrie gesagt werden konnte. Kleinere Sattlermeister seine Meldung in folgenden Worten bestanden:„ Es ist hier noch Für die Gewerkschaften dürfte sich aber auch empfehlen, nicht haben sich zu Genossenschaften zusammen getan und übernehmen sehr falt." Diese Woche:„ Endlich fängt die Sonne an zu scheinen." die Informazione" sucht natürlich die diesem unverständigen Treiben der Innungen nur kritisierend zu so gemeinsam Militärarbeiten. Die auf Plane und Zelte Wenn das wahr ist, dann muß die Zensur in zuschauen, sondern ihnen durch geeignete Eingaben, besonders der Beschäftigten spüren dagegen jetzt herzlich wenig von Militärauf- Sozialdemokratie lächerlich zu machen, Gewerkschaftskartelle, in denjenigen Orten entgegenzutreten, wo sich trägen. Die fraglichen Betriebe sind jetzt viel fleiner als früher, den Morgari- Berichten schön gehaust und dieser selbit von Cadorna derartige Bestrebungen der Innungen geltend machen. Die Ge- da sie auch aus der Privatindustrie wenig zu tun erhalten. In der viel gelernt haben. wertschaften verfechten damit nicht nur die Interessen der deutschen Treibriemenbranche sind zurzeit nur 50 Sattler beschäftigt, Gewerbe und des allgemeinen Volkswohles, sondern auch im die direkt Treibriemen machen. Eine Anzahl Hilfskräfte werden Die Grunde genommen in viel weitsichtigerer und verständigerer Weise mit der Verarbeitung leichterer Papierstoffe beschäftigt. die wohlverstandenen Interessen des ehrsamen Handwerks als die Reiseartikel- und Portefeuille branche hat für den Von der Innungen. ihr verbliebenen Arbeiterstamm reichlich zu tun. Linoleum und Teppich branche ist in Berlin fast gar nichts mehr zu merken. Die Betriebe der Auto- und WagenAls reine branche sind zur Kriegsindustrie übergegangen. Kriegsbranche floriert der Flugzeugbau. Allerdings sind in Grobe Kindesmißhandlungen kamen in einer Verhandlung vo diesen Betrieben bei den in Frage kommenden Arbeiten in der Mehrheit Tavezierer vorhanden, auch ist eine verstärkte Heran- cer 5. Strastammer des Landgerichts I gegen die Zeitungshändlerin Katharina fölfel zur Sprache. Bei der Angeklagten wohnte eine Almoienempiängerin Winkler, die eine achtjährige Tochter befigt Als die Winkler erkrankte, übertrug ſie der Angeklagten die Erziehung ihrer Tochter und gestattete ihr, im Bedarfsfalle das Kind auch zu züchtigen. Am 18. Januar d. J. wurde nun die Kleine auf der Bodentreppe sigend aufgefunden. Eine Unter iuchung ihres Körpers ergab zahlreiche blaue Flecke, Wunden am Stopf und an beiden Schienbeinen, die von Schlägen und Fußtritten herrührten. Die Angeklagte hatte das Kind derartig geschlagen, daß es sich nicht wieder in die Wohnnng wagte, sondern lieber trotz der großen Kälte auf der Treppe blieb. Das Schöffengericht hatte die Angeklagte wegen schwerer Mißhandlungen zu drei Monaten Gefäng nis verurteilt. In der Berufungsinstanz führte Rechtsanwalt Dr. Puppe durch mehrere Zeugen, insbesondere die eigene Mutter, den Nachweis, daß das Kind die Angeklagte durch unwahrheit und Un sauberkeit wiederholt gereizt habe, und im übrigen es sich vielfach bei einzelnen der behaupteten Vorgänge um Haustlatich handele. Der Verteidiger beantragte daher die Herabießung der Strafe. Das Gericht fam gleichfalls zu einer milderen Auffassung und ermäßigte die Strafe auf 6 Wochen Gefängnis. nommen wurde. Deutsches Reich. Konferenz der Glasarbeiter. Der Hauptvorstand des genannten Verbandes hielt gemeinsam mit dem Verbandsausschuß und den Gauleitern eine Konferenz ab, in der zu den wichtigsten organisatorischen Fragen Stellung geziehung der Frauen eingetreten. Es wurde eine rege Agitation entfaltet zur Stärkung und Ueber Unsere Lohnbewegungen und die gegenwärtige Teue- Festigung der Organisation. Auch arbeiten die Kollegen tüchtig rung" referierte der Verbandsvorsitzende. Die Organisation bat in den Betriebsausschüssen mit, um zu erreichen, was möglich ist. nach besten Kräften die Lebenshaltung aller Glasarbeiter gefördert. Reitversäumnisse, die daraus entstehen, wurden bisher in vielen Da die Gewinne der großen Aktiengesellschaften auch während der Kriegszeit stiegen und die Gewinne der privaten Betriebe nicht geringer sein dürften, so können die von den Industriellen gemachten Zugeständnisse nicht als ausreichend bezeichnet werden. Das Verlangen der Glasarbeiter geht dahin, für ausreichende Lohnerhöhungen einzutreten. Betrieben aus Werkstattkassen der Kollegen entschädigt. Der Vorsibende ist an die Fabrikanten herangetreten, diese Entschädigungen zu erstatten. Es wurde zugesagt, daß die Hauptversammlung der Unternehmer demnächst zur Regelung der Angelegenheit für alle Betriebe Stellung nehmen soll. Die Schlichtungskommission hatte eine Anzahl Differenzen zu erledigen. Bedeutungsvoll für die Entwicklung der Organisation ist ein von der Ortsverwaltung in Gemeinschaft mit den Vertrauensleuten gefaßter Beschluß, den Tarif für die Reiseartikel- und Portefeuillebranche zu fündigen. Der Kassierer Way her gab dann einige Erläuterungen zum Kassenbericht. Parteinachrichten. Gerichtszeitung. Auch Nestles Kindermehl wird in der Kriegszeit von unberech tigter Preissteigerung nicht verschont, wie eine gegen den Kaufmann Rudolf Lozze vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte verhandelte Anklage bewies. Eine Frau, die das Kindermehl bei dem Angeflagten gekauft und mit 1,75 M. hatte bezahlen müssen, hatte das Strafverfahren veranlagt, weil sie wußte, daß der Preis nur 1.40 M. ist. Der Staatsanwalt beantragte 400 M. Geldstrafe, namentlich mit Rücksicht darauf, daß es sich hier um ein Nahrungsmittel handle, das für die Ernährung und Kräftigung des Herarwachsenden Geschlechts bestimmt ist. Das Gericht erkannte auf 300 M. Geldstrafe. Bom Hauptvorstand wurde eine Denkschrift vorgelegt, in der die sozialen Verhältnisse der Glasarbeiter dargelegt sind. Diese Denkschrift soll dem Reichskanzler überwiesen werden. Die Konferenz nahm eine Entschließung an, in der ausgesprochen wird, daß die von den Glasindustriellen während der Kriegszeit gezahlten Lobnzulagen als nicht ausreichend und zur Erhaltung der Arbeitsfräfte notwendig bezeichnet wird. Insbesondere hätten sich die Mitglieder des Schutzverbandes deutscher Glasfabriken berden Anträgen auf Lohnerhöhung gegenüber ablehnend halten. aber Die Konferenz spricht auch der aus, daß Widerstand der Unternehmer eine gegen Erhöhung der Arbeiterlöhne zum Teil auf die Baghaftigkeit und Gleichgültigkeit der Arbeiter zurückzuführen ist. Deshalb erachtet es die Konferenz Reichstagsabgeordneter Albrecht als„ ,, Unabhängiger". als Pflicht der Arbeiter, energischer und konsequenter auf eine Der Kreisvorstand des Wahlkreises Kalbe- Aschersleben verDie böhere Teuerungszulage durch die Unternehmer zu dringen. Konferenz erhob ferner Protest gegen die Art und Weise, wie die öffentlicht im Magdeburger Parteiblatt nachstehende Erklärung: Mit Bedauern haben wir festzustellen, daß der ReichstagsLebensmittelverteilung im Reich betrieben wird. Die Konferenz erwartet von den Arbeitern, daß sie unbeirrt und unbeeinflußt von abgeordnete des Wahlkreises, Herr Albrecht, nicht allein aus der interessierten Seiten die Wege einschlagen, die zu einer besseren Lebens- ozialdemokratischen Reichstagsfraktion, sondern auch aus der Soziallage für sie führen. Diese Wege sind den Kollegen sowohl aus dem demokratischen Partei ausgeschieden ist. Damit verzichtet er selbst Verbandsstatut wie aus verschiedenen Anregungen in Lohn- und auf den Anspruch, noch als der von den sozialdemokratischen Wählern Arbeitsfragen bekannt. Insbesondere werden die Kollegen auf eine des Wahlkreises gewählte Reichstagsabgeordnete zu gelten, da er Dentichrift verwiesen, die soeben an den Reichskanzler gerichtet worden weiß, daß diese nur ein Mitglied der Sozialdemokratischen Partei als ihren Vertreter im Reichstage anerkennen fönnen. ist und in der verlangt werden: Verkürzung der Arbeitszeit auf acht Stunden, Beseitigung der Nachtarbeit, Beseitigung der Sonntag arbeit, Nichtbeschäftigung von Knaben und Mädchen und Frauen an Glasöfen usw., Herbeiführung einheitlicher Arbeitszeugnisse, Der Stuttgarter Sozialdemokrat" bringt das Referat Heckerts Einführung einheitlicher Lohnfäße( Tarife), Beseitigung von Sonder- auf der Gothaer Konferenz der Unabhängigen", aus dem trop verträgen über Lohnzahlung, Kündigungszeit oder Entlassung, ent- starter Stürzungen zu ersehen ist, wie feindlich die nur für Parteis gegen den Vorschriften in§§ 123 und 124 der Gewerbeordnung, zerrüttung einigen Unabhängigen einander gegenüber stehen. Heckert Ablehnung der Verpflichtung zur Beschaffung von Hilfsarbeitern warf dem Zentrum"( Kautsky und Haase) vor, daß ihre Politik durch die Meister und Entlohnung der Hilfsarbeiter auf Stosten nicht grundsäßlich sei und keinem flaren Ziele zustrebe.„ Das der Meister; Ablehnung der Beschaffung und Erhaltung von Arbeits- Zentrum will den Frieden nur, weil der Krieg lein Honig ist. Der Berantwortl. j. Politik: Dr. Franz Diederich, Berl.- Friedeuau; für d. übrigen werkzeugen oder sonstigem Arbeitsmaterial auf Kosten der bürgerliche Pazifismus, die Kriegsmüdigkeit der Massen, das ist das Teil d. Blattes Alfred Scholz, Reutöln; für Inserate: Th. Glocke, Berlin. Arbeiter. Dagegen Anspruchserhebung auf Entschädigung von Feier Bentrum". Auch Eisner mußte sich fagen lassen, daß er für den Drud u. Berlag: Vorwärts Buch bruderet u. Verlagsanstalt Paul Singer& To schichten wegen schlechten Ofenganges, Lohnverlusten wegen schlechten echten Radikalismus noch nicht stubenrein ist. Und so kommt es, Glases oder sonstiger Betriebsstörungen; Abschaffung des Vorschuß, daß wir gegeu eine ganze Reihe von Genossen, die hier unter uns Die„ Opportunisten" Kautsky und Haase. " Märkische Spielvereinigung. Die Resultate des Fußaallturniers: Vorrunde: Play I: Adlershof- Neuenhagen 3: 0, Qudenwalde I Fichte II 2: 0; Play II: Fichte I- Belten 2: 1, Neukölln- Luckenwalde V 2: 0; Plaz III: Wilmersdorf II- Ludenwalde III 2: 0, Wilmersdorf ILichtenberg 3: 0. 8 wischenrunde: Wilmersdorf I- Ludenwalde I 2: 1; Fichte I- Neukölln 2: 1; Wilmersdori II- Adlershof 0: 0; WitEnd. mersdorf I- Adlershof 4: 0; Fichte I-- Wilmersdorf II 1: 1. spiel: Wilmersdorf I- Fichte I 5: 3. Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bts mittwochs mittag. Nach oftwärts fortschreitenden Gewittern etwas tühler: vorwiegend wolkig und an vielen Orten leichte Regenfälle. Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltungsblatt. . 132+ 34.Jahrgang Beilage des Vorwärts Dienstag, 15. Mai 1917 Der Reichstag über Zenfur und Belagerungszustand. 108. Sigung. Montag, den 14. Mai 1917, bormittags 11 hr. Es handelt sich um den Ausbau von Notmaßnahmen, und deshalb verboten.( Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Helden. stimme, io ihnen zu. Der Antrag Antrick( Soz.) würde nur stückchen der Zenjur werden eins der dunkelsten Blätter in der GeAm Bundesratstisch: Dr. Helfferich, Roedern, Straette. Anlag zu unzufriedenheit und Zerwürfnissen geben. Sehr schichte dieses Strieges bilden. Kein Wort ist scharf genug, um dies Der Nachtragsetat auf Bewilligung von 2,4 Millionen Mart zur weddigig erscheint mir ein Antrag, der gegenwärtig vor System gu geißeln, des feine Orgien feiert, während wir draußen Der Nachtragsetat auf Bewilligung von 2.4 Millionen Mart zubereitet wird, wonach dem Antrag Westarp hinzugefügt werden einen heroischen, in der Geschichte einzig dastehenden Kampf um Erwerbung von Grundstücken in der Wilhelmstraße zum& ved foll, daß mit der Prüfung etwaiger Beschwerden seitens des Arbeiter unsere Existenz führen. Auch gegen die Friedensagitation geht die einer Erweiterung des Kriegsministeriums wird in zweiter Lesung auchuff es über Nichtbefolgung der Lohnvorschriften des Gesetzes der Sensur vor, die pazifistische Tätigkeit wird in der schlimmsten Weife genehmigt. Rapierbeamte zu beauftragen ist. gehindert, während die Ausschreitungen der Allbeutschen nicht ge= Zweite Lesung der Kaligesegnovelle. vindert werden. Gerade die Preßfreiheit follte uns heilig sein. Darum fort mit diesem ganzen Systent. Wir verlangen Abg. Dr. Cohn( Unabh. Soz.): Der Ausschuß hat eine Erhöhung der Kalipreise in das Gesetz eingefügt und u. a. die Gewährung von Leue= Bie das Mädchen aus der Fremde fehrt jedes Jahr ein Kaligefeß wieder, das Preissteigerungen für die Unter rungszulagen an die Arbeiter bei jonftiger Mürzunehmer bringt. Dem Antrag Antrid stimmen wir zu. An Abi. 1 oder Entziehung der Beteiligungsziffer vorgeschrieben. Abg. Stöve( natl.): Bei der Nottage der Kaliindustrie hätten des§ 13 halten wir fest und lehnen den Antrag Westarp ab. Wir die Preise schon längst erhöht werden müssen. Die Preiserhöhrany machen unsere Zustimmung zum ganzen Geiez davon abhängig, ob wird leine Bertenerung der Lebensmittel zur Folge haben, dieser Absatz der Kommissionsbeschlüsse bestehen bleibt. Das denn sie macht für den Morgen Anbaufläche nur 50 f. bis Hauptziel muß sein das Kalimonopol, erst dann wird es möglich fein, diese Industrie nach vernünftigen wirtschaftlichen Grundsäßen zu organisieren, 1 M. aus. Abg. Sachse( Soz.): Nicht etwa der Krieg hat die schlechte Lage der Kallindustrie berbeigeführt, sondern schon 1913 fonnten die meisten Werte leinen Gewinn ausschlitten. Die fotoffale Vermehrung der Werte und die leberprobuftion sind an der Misere Schuld. Soon, als wir 1910 das Kaligesetz machten, waren die Werke wie Bilze aus der Erde Abg. Brey( Soz).: Unser Antrag zu§ 20 a fordert durchaus nichts Unmögliches. Die flare Absicht der Resolution Westarp ist, einen gefunden Gedanken des Arbeiterrechts nicht zur Ver wirklichung tommen zu laffen, ja, nicht rütteln zu lassen an dem Grundsatz: der Unternehmer befiehlt und der Arbeiter bat zu dienen und zu gehorchen. Den Arbeiterausschüssen fett man auf jener Seite starren Widerstand entgegen und will die Arbeiter auf einen Weg verweisen, auf den sie viel weniger Einfluß haben. Abg. Sachse( Soz.): die Einschränkung der Zensur auf die allerengsten militärischen Ge biete, die Generale müssen über die Grenzen ihrer Befugnisse eindringlich belehrt und für jede Ueberschreitung ihrer Befugnisse haft bar gemacht werden.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemofraten.) die Aufhebung des Belagerungszustandes, Abg. Dr. Stresemann( nail.) fragt, wann der Gesebentivurf über den Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte zu erivarten ist. Staatssekretär Helfferich: Ich hoffe, daß er dem Reichstag bei seiner nächsten Tagung wird vorgelegt werden können.( Abg. Seil ( Soz]: Und wie steht es mit der Zenfur?) Abg. v. Brodhausen( f.) tritt für einen Antrag Westarp cin, unbeschadet der Selbständigkeit der Einzelstaaten im Berkehrswesen die erforderlichen Vorarbeiten geschoffen, von 65 ist aber ihre Zahl auf 207 gestiegen. 1900 wurde ur Aufstellung eines einheitlichen Planes über unsere Resolution auf lleberführung des Ralibergbokies in den anstellen zu lassen und die erforderlichen Mittel im Nachtragseinen einheitlichen Ausbau von 28afferstraßen Beiis des Meiches angenommen, jezt aber haben wir dafür in der Kommission teine Mehrheit gefundent Schon 1910 ctat anzufordern, desgleichen für einen von allen Parteien unterwurde anerkannt, daß gegen die vorgesehenen östpreise ein wendet sich gegen den Antrag Westacp. Die Messerspige von Rechten Gebiete des Kleinwohnungsbaues zu fördern. stützten Antrag, das Wohnungswesen, namentlich auf dent Des weiteren beGegengewicht durch Mindestlöhne geschaffen werden müsse. Der die den Arbeiterausschüssen in den Kommissionsbeschlüssen gegeben mängelt der Redner die Mangelhaftigkeit der wirts damals festgesetzte Mindestlohn bezieht sich aber nicht auf den eins sind, sollte man nicht wieder beseitigen. zelnen Heuer, diefer weiß nicht, was er zu beanspruchen hat und schaftlichen Wobilmachung, tadelt das Einfuhrverbot für ob ihm der gefegmäßige Lohn ausgezahlt wird. Leider find wir bie Arbeiterausschiffe gewendet, sondern nur behauptet, sein könnten wie in Amerika und kritisiert den Striegsausschuß für Unterstaatssekretär Richter betont, er habe ich nicht gegen Austern, die ein wirkliches Volksnahrungsmittel auch jetzt mit einem darauf hinzielenden Antrag abgeblist. daß der Kommissionsbeschluß praktisch den Arbeitern leinen Rugen Erfahfuttermittel. Wiederholt ist zwar bie bringen werde.( Buruf b. d. Sozialdem.: Abwarten l) Damit schließt die Debatte. Unter Ablehnung des An trags eftarp wird die Kommissionsfassung des§ 13 Abfah 6 aufrecht erhalten. Der Antrag Antrid( Soz.) zu§ 20a wird an genommen, Es wird sofort in die dritte Lesung der Novelle eingetreten. Abg. Dr. Arendt( D. Fr.) erklärt, daß er auf Grund der Beschlüsse der zweiten Rejung gezwungen sei, gegen den Entwurf zu stimmen. Das Gesetz wird hierauf in der Faffung der zweiten Lesung auch in dritter Lesung angenommen. Es folgt die dritte Lesung des Etats. F Staatssekretär Dr. Helfferich: Ueber unsere wirtschaftliche Mobilisierung ist es wohl besser, erst nach dem Kriege su sprechen. Die Einfuhr von Austern wurde verboten, um nicht deutsche Valuta für nicht absolut notwendige Dinge ins Ausland gehen zu lassen; und die Auster kann man doch nicht ganz allgemein als Volksnahrungsmittel bezeichnen.( Abg. Waldstein( Bp.): Leider!) Ich sage auch: Leider; aber auch ohne den Zoll würde sie es nicht werden. Bezüglich der Resolution zum Woh= nungswesen teile ich die Anficht, daß das Reich die Initiative ergreifen muß, um für die Vereinheitlichung der Bestrebungen auf diesem Gebiete zu sorgen. Zu dem Antrag betreffend den Ausbau der Wasserstraßen fann ich mitteilen, daß dem Reichstag heute ein Ergänzungsetat mit 1,2 Millionen Mart zugegangen ist, der die Beteiligung des Reiches an den Borarbeiten zum Ausbau der Wasserstraßen regelt. Nachzahlung vorenthaltener Löhne angeordnet worden, aber infolge des starten Arbeiterwechsels wurde das hinfällig. Darum haben wir beantragt, daß in jedem Fall nachgeprüft werden foll, ob die Löhne dem Gefeß entsprechen. Während die Löhne im übrigen Bergbau stärker gestiegen find, bes trägt ihre Steigerung während des Krieges im Kalibergbau durch schnittlich nur 25 Proz. Dabei gibt es auch im Ralibergbau sehr beige Arbeitsstätten und Unfälle genug. Erst vor wenigen Wochen sind im Kalischacht Einigkeit" 31 nun tödlich verunglückt und trozdem tommen jetzt schon wieder Slagen von dort her über die Migwirtschaft mit den Sprengstoffen. Leider hat die Kommission unferen Antrag auf eine allgemeine neue Leuerungsaulage von 1,50 m. abgelehnt und nur eine Schichtzulage bon 1 22. für erwachsene männliche, 75 f. für erwachsene weibliche Abstand zu nehmen. Abg. Dr. Spahn( 3.) beantragt, von einer General debatte und 50 Pf. für jugendliche Arbeiter beschlossen. Wir nehmen un feren Antrag aus der Kommission wieder auf. Gegenüber der Bekonvents soll der Etat des Reichskanalers morgen auf die Tagesstimmen wir zu, den über den Ausbau der Wasserstraßen Abg. Haase( Unabh. Soj.): Nach dem Beschlusse des Seniorenhauptung der Bergbefizer, daß die Lohnerhöhung 7%, Millionen Mark betrage, stelle ich fest, daß sie höchstens 6 Millionen beträgt, ordnung gefeßt werden und es sollen dann zunächst die ausdenn die Striegsgefangenen lommen dabei nicht in Frage und die insbesondere auch die Fragen der Schughaft usw. verhandelt gehenden Antrag auf Errichtung eines Reichswasserbauamts wärtige Politik und dann die innere Politit, dabei lehnen wir ab, weil der Reichstag ja schon unsern weiter. Zivilgefangenen werden mit so er bärmlichen Löhnen abgespeist, daß einer von ihnen, der feinerzeit nach Sibirien ver- werden, während heute beim Reichsamt des Innern die Fragen der angenommen hat. Daß unsere wirtschaftliche Mobilmachung manbannt war, erklärt hat, bort fei es beifer gewefen als Benfur und des Belagerungszustandes besprochen gelhaft vorbereitet war, können wir sehr wohl heute schon fejthier.( Sört! hört bei den Sozialdemokraten.) Die Regierung werden sollen. Nur unter der Vorausjegung, dag biefe Bertellen. Die Kriegsgesellschaften werden hoffentlich hier.( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Regierung einbarung loyal inne gehalten wird, find wir bereit, fehr bald wieder verschwinden. muß dafür sorgen, daß auf eine Generalbebatte bei der dritten Lesung zu verzichten. Abg. Liefching( Bp.) protestiert gegen zuweitgehende Beschrän Einige fleinere Etats werden in dritter Lesung debattelos ver. fungen des Aus- und Einfuhrhandels, insbesondere der Weinein. fuhr. Beim Etat des Reichsamis des Innern werden die Ministerialdirektor Müller betont, daß bei der Beschränkung der Weinausfuhr davon ausgegangen werde, daß Wein nicht in Fragen der Zenfur, des Belagerungszustandes erster Linie Nahrungsmittel sei. zur Debatte gestellt. bie Sivilgefangenen die gefeglichen Löhne erhalten.( Sehr richtig! bei ben Sozialdemokraten). Selbst die bom Syndilat zugestandene Lohnerhöhung von 25 Pf. ist vielfach den Arbeitern und besonders den Arbeiterinnen vorenthalten worden, man hat sie aber als bezahlt in die 2ohn bücher hineingeschrieben. Ein solch schnöder Wort bruch muß hier gekennzeichnet werden.( Sehr wahr! bei den So zialbemofraten.) abschiedet. Abg. Meerfeld( Soz.): Dr. Nießer( natl.): Dem Antrag über das Wohnungswesen Abg. Dittmann( Unabh. Soz.): An den Mißständen auf diesem Gebiete hat sich seit den letzten Es muß ben Arbeitern geftattet fein, fich wegen der LohnDie Neuorientierung werden wir erfämpfen müffen, borläufig Debatten herzlich wenig geändert. Writ feftfegung an ihre Vertrauensleute, die Arbeiterausschüffe, tegelmäßigkeit erleben wir diefelben Fehler, lebergriffe und An- feine Bewegungsfreiheit hemmt. Am schlimmsten wird die Arfataler seufzt das Volk unter dem Druck des Belagerungszustandes, der zu wenden. Wenn selbst diese Messerspizze Entgegenkommen den Arbeitern verfagt würde, so werden die Arbeiter die Schlüffe daraus maßlichkeiten der Zensur.( Sehr wahr! lints.) Im Oktober beiterschaft davon betroffen. Es ist genau dieselbe Methode, die ziehen. Damit Klarheit und Beruhigung geschaffen werde, müssen vorigen Jahres wurde beschlossen, es soll tein Beitungs- in Mugland herrschte, bevor dort die Revolution mit der Herrziehen. Damit Klarheit und Beruhigung geschaffen werde, müssen berbot möglich sein ohne vorherige 3uftimmung des fchaft des Barismus ein Ende machte. Bei uns in Deutschland wir darauf bestehen, daß die Arbeiterausschüsse als Schlichtungs- eich stanglers. Ist diefer Befchluß ausgeführt worden? 3ft hat man offenbar Angst, daß hier dasselbe passieren könne. Das stellen anerkannt werden. Sollte der Antrag Graf Weftarp. biefen der Reichskanzler z. B. gefragt worden bei dem Verbot fozial Generalkommando in Münster hat die Besprechung jeder Beschluß des Ausschusses wieder zu beseitigen, angenommen werden, bemolratischer Blätter im Rheinlande? Besonders gustimmungskundgebung an die Adresse der re fo merben wir unsere altung zum ganzen Geses häßlich sind die Verbote„ bis auf weiteres", die Blätter dürfen bolutionären Elemente in Rußland verboten.( Hört! banach einrichten.( Beifall bei den Sozialdemokraten. dann nicht weiter erscheinen, bis sie demütig pater peccavi gehört!) Aehnliche Verbote sind auch anderwärts ergangen. Darin fagt und feierlich unterschrieben haben. Eine solche Kleinliche Methode zeigt sich bas böse Gewissen unserer Gewalthaber, die Angst vor ist der dem Zorn des Voltes. Vielfach ist auch verboten worden, daß in wahre Hohn auf die Freiheit Brefammlungen überhaupt über die russische Revolution geredet werbe. Abg. Gothein( Vp.): Die Erhöhung der Kalipreise, die der Ausschuß beschlossen, hat, ist in Wirklichkeit von den Interessenten gemacht worden, die in den Wandelgängen des Hauses tätig sind. Gerade bei dieser und Bedeutung der Presse.( Sehr wahr! lints.) Das alte Bort Industrie zeigt sich die Schädlichkeit des gefeßlichen des Herrn von Tabben Erieg Iaff ist berwirklicht: BreßEingreifens; unter der Herrschaft des freien Wettbewerbs freiheit ia, aber mit dem Galgen daneben. Man waren die Stalipreise erheblich niedriger. Auch mit der Erhöhung sucht die Bresse völlig charakterlos zu machen, während man ihre der Arbeiterlöhne fann die Erhöhung der Preise nicht gerechtfertigt werden, denn von den 40 Millionen, die die Vorlage der Stall industrie bringt, entfallen auf die Löhne nur 5 Millionen. die Arbeiter Abg. v. Brockhausen( t.): wir Bedeutung in anderem Zusammenhang gar nicht genug rühmen kann. Die militärischen Stellen maßen sich häufig einen sehr überheblichen Ton gegenüber der Bresse an, sie verwechseln die Rebatteure mit Retruten auf dem Kasernenhof. So heißt cs in einer Buſchrift des Generalleutnants v. 8astrow an die Rheinische Zeitung": " Ich befehle der Zeitung" Der Opposition innerhalb der Sozialdemokratie ist fast durchgängig verboten, in ihrer Presse Artikel über die russische Revolution zu bringen. Mit dem Voltsblatt" in Halle wird seit dem 7. Mai berhandelt, um das Wiedererscheinen des Blattes zu ermöglichen. Dabei sind Bedingungen gestellt, die deutlich zeigen, daß das Generaltommando auf die Entlassung der gegenwärtigen oppositionellen Redaktion hinzielt, um das Blatt in die Gegen dieje Hände der Richtung Scheidemann zu spielen. Parteinahme für eine bestimmte Richtung, die mit den Aufgaben der Zensur nicht das geringste zu tun hat, erhebe die" Gleichheit" in Stuttgart ist ein planmäßiger Unterdrückungs, ich scharfsten Protest.( Bravo! bei den Unabh. Soz.) Gegen felbaug geführt worden. Redner schildert dies im einzelnen. 50000 Gremplare eines Aufrufs zum Frauentag von Frau Biez wurden beschlagnahmt, obwohl der Text zweimal von der Zensur genehmigt worden war. Angeblich weil darin aufgefordert wurde, zum Besuch von Versammlungen, an denen Frauen teilnehmen sollten, mit der Begründung, es wäre feiner politischen Richtung gestattet, solche politischen Bersammlungen abzuhalten. Dabei hat erst gestern unter der Regide des Herrn Mumm eine solche öffentliche Bersamm Tung stattgefunden, die sich mit den Kriegszielen beschäftigt hat. Auf Veranlassung des Berliner Polizeipräsidenten find auch an Frauenversammlungen verboten. Trog mancher Bedenken werden wir der Vorlage auftimmen, denn die Kaliindustrie muß während des Krieges leiftungsfähig erhalten werden, um die Landwirtschaft mit diesem wichtigen Dünger usw.( Sört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Als die Zeitung verforgen zu können. Die Arbeiter ausfüffe bürfen diesem Befehl nicht nachfam, erhielt sie einen sehr scharfen fich feine staatlichen Befugniffe anmaßen, deshalb beantragen bie Streichung Verweis. Von Friedrich dem Großen stammt das Wort„ GaBeber ftimmung, zetten dürfen nicht genieret werden", Napoleon nannte die Presse bie ben Arbeiterausschüssen die Regelung der Lohnstreitigkeiten zuweist, und schlagen eine Resolution vor, die die fünfte Großmacht, andere haben sie mit tommandieren den Generälen berglichen, aber vor allem in den Kreisen der die Schlichtung dieser Streitigkeiten durch die Stevierbeamten Bureautratie herrschte keine große Achtung vor der Presse. Damit wünscht. steht im Zusammenhang die Papiernot und die Einziehung bes Unterstaatssekretär Richter: Bersonals fast bis zur völligen Blutleere. Besonders herrliche Nach Erhöhung der Stalipreise ist es wünschenswert, daß auch Blüten treibt die Benfur noch immer in Elsaß- Lothringen. Jest dürfen dort fogar die Urteile der Reichsmilitärgerichte von der entsprechende Lohnzuschläge Bresse nicht abgedruckt werden.( hört, hört! bei den Sozialdemo- anderen Orten die fraten.) Besonders bemerkbar macht sich die Benfur bei der Be handlung der Ernährungsschwierigteiten. Es zeugt von geradezu rührender Ahnungslosigkeit, wenn Herr von Batocti Die politische Polizei ist die Urheberin all dieser Maßnahmen der neulich sagte, daß so lange er im Amte fei, eine Stritit der Grnäh- Militärbehörden. Die Militärs sollten es unter ihrer Würde halten, rungsschwierigkeiten nicht verhindert werde. Es beweist das, sich als Sandlanger größenwahnsinniger Polizei. einen wie herzlich geringen Einfluß er hat. Rebner führt eine Reihe organe herzugeben.( Bizepräsident Dave rügt diesen Ausdruck.) von Beispielen an, in denen Berbote von Mitteilungen über Er- Natürlich gelingt es durch all folche Gewaltmaßnahmen nicht, die Gesinnung zu unterdrüden. Als Erfaz für den Frauentag haben müssen felbft Beschlüsse von Stadtverordnetenversammlungen vorher wir gestern in großen Lokalen in der Umgegend Berlins Tausende von Frauen versammelt. Diese ganze Art, wie man die Frauen der Zensurbehörde borgelegt werden. Das ist eine behandelt, muß aufreizend und berbitternd wirken.( Sehr wahr! unerhörte Einengung selbst der fachlichen Berichterstattung. bei den Unabh. Soz.) Dabei verlangt man, daß die Frauen durch ( Sört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Serr von Batocti halten sollen bis zum Verhungern. In der realtionären Preffe, die selbst steht unter 8ensur, ist doch an einer Stelle berboten feit langem unter Billigung der Bensur auf den Burgfrieden pfeift, worden, eine feiner neuen Mahnungen an die Band. werben die Behörden Tag für Tag gegen die Unabhängigen Sozial wirte zum Abbrudzu bringen. Wie bie Herren der Zensur demokraten scharf gemacht. Auch die Redeverbote bestehen überhaupt in der Vorstellungswelt der Agrarier leben, in deren weiter. Redner führt hierfür Beispiele an. Nicht mehr das Russen. Kreisen sie groß geworden sind, beweist folgender Fall. Die Schle- tum, sondern das Boruffentum ist jetzt das realtionärste sische Bergwacht" brachte eine Rotis, wonach der Fürst von Ieß Glement der Welt. Wir wollen den Fluch vom deutschen 2000 Morgen beften Landes unbenust habe liegen lassen. Am Bolle nehmen, diese Schredensherrschaft über sich weiter anderen Morgen wurde der Abdruck diefer Notia durch Telegramm ergehen au laffen.( Bravo! bei den Unabh. Sos.). belommen. Aber der Antrag der sozialdemokratischen Bartet erreicht das nicht. Er steht auch geradezu im Widerspruch mit dem vorher gehenden§ 2. Das Necht, Lohnstreitigkeiten zu verhandeln, haben die Arbeiterausschüsse schon jezt, und vernünftige Arbeitgeber werden gern mit den Arbeiterausschüssen über solche Fragen verhandeln und ihnen auch die Lohnlisten vorlegen. Wir müssen aber Wert darauf legen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach dem Gesetz gleichmäßig au behandeln und lönnen daher nicht den nährungsschwierigkeiten tatsächlich erfolgt sind. Neuerdings Arbeitgeber gefegli amingen, die Geschäftsbücher ben Arbeiterausschüssen vorzulegen. Wit ben Durchschnittslöhnen fann ber Arbeiter in ber Lat euch garnichts anfangen. Der Revierbeamte dagegen ist in fich jede Einsicht Lage, fich jede Einsicht zu verfchaffen jebem einzelnen Arbeiter zu sagen, ob hinsichtlich feines Lohnes den gefeg lichen Bestimmungen Genüge geschehen ist. Die von dem Abg. Sachse borgebrachten Beschwerdepunkte werden sorgfältig nach geprüft werden. Abg. Arendt( Dt. Fr.): der und Ein Kalimonopol würde fich ficher fehr wenig empfehlen. Auch die Arbeiter müssen Zeil haben an der Besserstellung der Berte. Maatssekretär Dr. Helssertch: Gerade di.e Rede des Abg. Dittmann hat den Beweis erbracht, daß der Belagerungszustand nicht aufgehoben werden kann, denn ich nehme an, daß er sonst m der Oeffentlichkeit nicht minder maßlos sprechen würde. Der Behmiphtng, daß bei uns«in Ichreckensregiment herrscht, muß ich entschieden wider- sprechen.(Zurufe bei den Unab. Soz.) Die Vergleiche mit dem früheren Rußland sind für das deutsche Volk aufs höchste beleidigend.(Zuruf bei der Unab. Soz.: Aber wahr!) Ebenso unwahr wie beleidigend! Wir können stolz sein auf die Zustände, die vor dem Kriege bei uns geherrscht haben und trotz des Belagerungszustandes auch im Kriege herrschen. Herr Ditt- mann ist nicht schuld daran, daß unser Volk dies Maß von Disziplin beweist, wie es das in der bewaffneten Macht und auch in der Heimat bisher getan hat. Ihm ist die Tatsache, daß die Arbeiter Mitte April die Arbeit sobald wieder aufgenommen haben, offen- bar sehr unerwünscht. Seit Dezember vorigen Jahres ist die Möglichkeit gegeben, gegen Handhabungen der Zensur den ge- ordneten Rechtsweg zu beschreiten. Ich möchte wissen, in wie- vielen der Fälle, die Herr Dittmann vorgebracht hat, dieser Ver- such überhaupt gemacht worden ist. Solange dieser Versuch nicht gemacht ist, mutz ich eZ ablehnen, auf solche Fälle einzugehen. (Bravo!) Abg. Hansen(Däne) beschwert sich über Uebergriffe der Mi- litär- und Zensurbehörden in Schleswig-Holstein � in den Parla» inentsberichten wird herumgestrichen, das rechtzeitige Erscheinen der Zeitungen wird verhindert. Abdrücke aus dem Wolffschen Telegraphenbureau und aus Berliner Zeitungen �werden nur ge- stattet, wenn sie vorher eingereicht werden.(Hört Hort! links.) Es wird den Zeihingen sogar zur Pflicht gemacht, Artikel aus einer neuen Korrespondenz abzndrncken.(Lebhafte Entrüstung bei den Sozialdemokraten nnd Unabhängigen Sozialisten.) Ministerialdirektor Lewald verweist den Redner ans den im Gesetz vom 20. Dezember 1916 geregelten Beschwerdeweg; bei der durch dieses Gesetz eingeführten Beschweichestelle sind bis zum i. Mai 32 Beschwerden eingegangen, davon sind< noch nicht er- ledigt, 6 abgelehnt und alle übrigen haben Erfolg gehabt. Abg. Bernstein(Unabh. Soz.): Bei Artikeln für Zeitungen und Wochenschriften hat der Be- schwerdewog gar keine Bedeutung.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den unabh. Soz.) Di« Preßfreiheit ist nicht ein Recht deS Schriftstellers, sondern ein Recht de» deutschen Volkes, und dieses Recht wird von der Zensur aufs ärgst« unterdrückt. (Redner führt eine Reihe von Beispielen unsinniger Streichungen aus seinen eigenen Artikeln an.) Erwiderungen aus Angriffe, ich hätte mich in den von mir herausgegebenen Dokumenten des Weltkriegs der Fälschung schuldig gemacht, wie sie David gegen mich erhob, sind mir unmöglich gemacht worden. Das deutsche Volk leidet unter einer Schreckensherrschaft, da? deutsche Volk braucht geistige Bewegungsfreiheit auch im Kriege. Wer regiert denn in Deutschland, wer bestimmt über Krieg und Frieden?(Zuruf rechts: Scheidemann.) Das deutsche Volk muß seine Meinung kund- tun dürfen, die dahin geht:.Genug, wir wollen ein Ende mit dem Krieg. Jeder Friede ist besser, als die Fortdauer deS Krieges, der immer mehr Blut kostet, immer mehr Wohlstand vernichtet.'(Lebh. Sehr richtig! bei den Unbh. Soz.) Abg. Dittmann(Unabh. Soz.): Wenn wir nach dem Wunsch des Staatssekretärs Helfferich auf die Erörterung dieser Dinge ver- -ilbteten, so wäre das da? ungeeignetste Mutet, den Anlaß dieser Mißstände zu beseitigen. Staatssekretär Dr. Helfferich: Seit dem Gesetz vom Dezember vorigen Jahres haben die Zu- stände sich erheblich gebessert, das ist in der Kommission anerkannt worden. Einzelne Verstöße darf man nicht ausnutzen, um hier vor der ganzen Welt die Zustände bei uns als Schreckens« regiment zu denunzieren. Für mein Gefühl ist es un- erhört, daß in der gegenwärtigen Lage aus deutschem Munde solche Worte über Deutschland gesprochen werden.(Lebhafte Zustimmung rechts u. in der Mitte. Zurufe bei den Unabh. Soz.: Die Zustände find unerhört I) Herr Bernstein sagt, jeder Friede ist ihm lieber als die Fortdauer des Krieges. Ich sage, wir wollen lieber untergehen als rinen schmählichen Frieden schließen.(Lebhafter Beifall.) Ich ver- misse bei Ihnen(zur äußersten Linken) jeden Funken von Verständ- nis iür die Zeiten, in denen wir leben, für die Leistung unserer Truppen draußen, für die Ideale, für die wir kämpfen, für das, was für mich und die große Mehrheit deS deutschen Volkes in diesen ichweren Zeiten den Grundinhalt deS ganzen Denkens und Fühlens bildet. Deshalb ist eS für mich nicht möglich, mich mit Ihnen über diese Dmge auseinanderzusetzen.(Lebhafter Beifall.) Ndg. Limdsberg(Soz.): Der Abg. Bernstein hätte wohl den Abg. David benachrichtigen sollen, daß er seinen Streitfall mft ihm hier zur Sprache bringen wollte.(Sehr richtig! bei den Soz.)— Die Worte des Staatssekretärs Helfferich unterschreibe ich auf die Gefahr hin. als Regierungssozialist bezeichnet zu werden. Das deutsche Volk trägt in der Tat seine schwere Last in einer bewun- dernswerten Weise. Wie aber ein Mann wie Helfferich. der das anerkennt, für die Aufrechterhaltung deS Belagerungszustandes ein« iieten kann, daS verstehe ich nicht.(Lebh. Zustimmung bei d. Soz.) Sieht er nicht ein, daß der Belagerungszustand diese Selbst- disziplin geradezu herabwürdigt. Vor einigen Monaten hat er ihn mil Hinweis auf die russische Diktatur zu begründen versucht. Aber die Diktatur durfte nicht länger als sechs Monate dauern, eine Jahre lang sortgesetzte Knebelung der öffentlichen Meinung konnte das römische Volk nicht ertragen, fie muß ja auch mit Notwendigkeit zur Korruption aller Kreise de? Volkes führen, oben nnd unten.(Lebh. Zustimmung.) Uns mutet man nun schon drei Jahre lang zu, unser Schicksal an politischer Bil- dung durch politische Voreingenommenheit zu ersetzen. Die Handhabung des Belagerungszustandes wird nicht erträglicher durch die Differenzierung, würden alle Schichten deS Volles gleichmäßig behandelt oder richtiger mißhandelt— das ganze Volk würde sich wie ein Mann dagegen erheben. Aber bei uns kann man ruhig für die Eroberung der ganzen Welt eintreten, man darf die Anhänger eines VerständrgungS- friedens als Hämlinge(ein türkisches Schimpf- ivort) bezeichnen und in jeder Weise beschimpfen. Diese Debalten find nicht erhebend, fie spiegeln sehr unerfreuliche Zustände wieder. Aber wer darf den Spiegel schelten, der eine widerliche Fratze zeigt? Die Herren von der Regierung find schuld au diesen Debatten, weil sie sich nicht entschließen können zur Auf- bcbung des Belagerungszustandes.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Abg. Herzfeld(Unabh. Soz.): Der Staatssekretär muß wiffen, daß wir keinen schmihNcheu Frieden erstreben, sondern einen Frieden der Kerständigung ohne Annexionen. Das ist nach unserer Ueberzeugung ein Frieden, der für jedes Volk ehrenvoll ist. Es gibt in Deutschland jetzt keine voll- ziehende Gewalt, die nicht den Militärbesehlshaberu ausgeliefert wäre. Das Schwarze Kabinett das die 48er Revolution beseitigt zu haben glaubte, ist jetzt wieder eingeführt; die Briefzensur ist an der Tagesordnung. Es besteht eine Anordnung des Oberkommandierenden vom 1. Januar 1915, die einer Reihe von Behörden in sämtlichen Polizeiverwaltungen der Provinz das Recht der Verletzung des Briefgeheimnisses gibt. Durch die Verfaffung ist das Briefgeheimnis in der Wohnung und auf der Post ausdrücklich geschützt. Trotzdem ist� heute über Tausende die Briessperre verhängt, ohne daß sie eine Ahnung davon haben.(Hört! hört I) Eine Beschwerde gegen diese Briesiperre gibt es überhaupt nickt.(Hört! hört!> Dieses Schwarze Kabinett ist eine Sckmach für das Deutsche Reich und es muß dagegen vorgegangen werde».(Sehr wahr h Di« Gerichte erklären sich für«« zuständig. Deshalb venu tragen wir, daß wenig- siens das BerwaltnngSstreitverfahreu gegen die Brief- sperre zugänglick sei« muß und daß die Oberkotnmandierenden per« sönlich für die Folgen ihres Vorgehens haftbar g-macht werden. Damit schließt die Debatte. Der Antrag Westarp wird a b« gelehnt, der Antrag über das Kleinwohnungswesen wird angenommen. Die weitere Etats beratung wird aus Dienstag 10 llhr vertagt. (Vorder Klein- Anfragen und Kriegszielinterpellationen.) Schluß 6'/, Uhr._ Reichtagsaussthuß für öas hilfsöienft- gefetz. Der Ausschuß beschäftigt« sich in der Sitzung am Montag mit den nach dem HilfSdienstgeietz zu errichtenden Arbeiter- und Angcstelltenausschüsse«. Er hat sich in einer früheren Sitzung auf den Standpunkt gestellt, daß die Regierungen der Einzelstaaten nach 8 11 Absatz 2 des Hilfs-: dienstgesetzes nicht berechtigt seien, Borschristen über die Tätigkeit' der Ausschüffe zu erlassen. Lediglich die Wahlordnung könne von den Landeszentralbehörden bestimmt werden. Der Bundesrat- wurde aufgefordeert, dafür zu sorgen, daß die beanstandeten Be- stimmungen aus den Wahlordnungen beseitigt werden. Der Berichterstatter für die Petitionen, Baner-BreSlau (Soz.), weist darauf hin, daß trotz vielfacher Beschwerden eine Frist, innerhalb welcher die Wahlen zu den Arbeiter- und Angestellten- ausschüsscn vorgenommen werden müssen, immer noch nicht be- stimmt sei, so daß in den meisten Betrieben Ausschüsse noch nicht gewählt seien. UnterstaatSsekretär Dr. Richter erklärt: Die ReichSleitung stehe noch in Verhandlungen mit der preußischen Regierung. Ei« sei be- strebt, den Wünschen deS Reichstags Rechnung zu tragen. Dem Ausschuß werde wahrscheinlich bald der Entwurf einer Verordnung zugehen, durch die dann auch eine Frist zur Vornahme der Wahlen festgesetzt und deren Nichteinhaltung durch die Unternehmer unter Strafe gestellt werden soll. Der Referent Bauer beantragt, eine Petition der„llnabhängi- gen' gegen das satzungsmäßige Auflösungsrecht der Ver« waltungen dem Bundesrat zur Berücksichtigung zu überweisen. Er weist gleichzeitig darauf hin, daß in den industriellen Betrieben der Heeres- und Marineverwaltung trotz deS Beschlusses d«S Reichs- ausschusseS vom 9. Februar d. Js. Arbeiter- bzw. AngestclltenauS- schüsse nach den Bestimmungen des HilsSdienstgesetzeS immer noch nicht gewählt feien. Admiralitatsrat Harms erklärt, daß die Marineverwaltnng keinen so großen Wert auf diese Bestimmung lege. Seiner Er- innerung nach sei in den letzten 25 Jahren sehr davon Gebrauch gemacht worden. Er sei bereit, dem Staatssekretär des Reichs- marineamts Vortrag zu halten und hoffe auf eine befriedigende Lösung dieser Frage. Bezüglich der Arbeiterausschüsse sei angeord- net, daß überall da, wo Arbeiter mit dem alten Ausschuß nicht zu- frieden seien und ein- Neuwahl wünschten, diese nach den Be- stimmungen des Hil fSd ien stgesetzes vorgenommen werden soll. Ein Vertreter des kriegSamtS verteidigt die Bestimmungen über Auflösung der Arbeiterausschüsse, sagt aber schließlich gleichfalls wohlwollende Prüfung zu. Die Arbeiterausschüsse sollen zu einem Drittel neugewählt werden; weiter werde die Militärverwaltung nicht gehen können.— Die Abgg. Giebel, Gothein, Schiff« r- Borken und Carstens stellen sich sämtlich auf den Standpunkt des Referenten und üben scharfe Kritik am Verhalten des Kriegsamts. Schließlich stimmt der Ausschuß eiuein Antrag Gothein z«: Der Ausschuß erneuert bezüglich der Arbeiter- und An- gestelltenausschüsse in industriellen Betrieben der Heeres- und Ma- rineverwaltung seinen Beschluß vom 9. Februar 1917 und über- weist im übrigen die Petitionen de» verbündeten Regierungen zur Berückfichtigunz. Ein« weitere Petition der Unabhängigen für deck einheitliche Angestelltenrecht ersucht um Erlaß einer Vorschrift, wonach auch für die dem Titel VlI der Gewerbeordnung nicht unteritehenden Bureauangestellten, insbesondere der Versicherungsgesellschaften, Angestelltenausschüsse errichtet werden müssen. Der Referent beantragt, die Petition dem Bundesrat zur Berücksichtigung zu überweisen.— Unterstaatssekretär Richter erklärt, die Berechtigung der Wünsche der Petenten nicht bestreiten zu wollen. Um sie zu erfüllen, sei jedoch eine Aenderung des Ge- setzes nötig, zu der aber ein zwingender Grund nicht vorliege. Die Arbeiter- und Angestelltenausschüsse werden in den Frieden mit brrübergenommen werden müssen, und dann könnten auch die Per- sicherungSgesellschaften mitberücksichtigt werden.— Abg. Giebel (Soz.) trat dafür ein, daß die Aenderung des Gesetzes schleunigst vorgenommen wird. � Die Angestellten der Bureanbetriebe unter- ständen den die persönliche Freiheit des Einzelnen einschränkenden Bestimmungen des Hilfsdienstgesetzes; sie müßten also auch den Schutz deS Gesetzes genieße«.— Abg. Carstens(Frtschr. Vp.) ist derselben Meinung. Auch Abg. Schiele(k.) erkennt die Berechtigung der von den Petenten erhobenen Forderungen an, kann aber einer Aenderung des Gesetzes nicht das Wort reden. Die Petition wird dem Bundesrat zur Berücksichtigung über- wiesen.__ vexjlcherungsfragen im �auptausschuß. /lebeitsverhältnisse in Spanüau unö tzanau. Am Momag begründete Hildenbrand(Soz.) den Anlrag, den Reichskanzler zu ersuchen, auf Grund des§ 3 des Ermächtigungsgesetzes vom 4. August 1914 alsbald geietzliche Maßnahmen anzu- ordnen, wonach alle vor dem 1. August 1914 abgeschlossenen Lebens- Versicherungen von KriegSteilnebmern und deren Angehörigen, für welche während der Dauer des Krieges die Prämienzahlung eingestelll wurde, bis drei Monate nach Friedensickluß dadurch wieder in Kraft gesetzt werden können, daß die Versicherungsnehmer die nicht bezahlten Prämien zinsfrei nachbezahlen oder verlangen können, daß der Beginn und Endlermin der Versicherung ohne Kürzmig der Versicherungssumme um den Zeitraum hinausgeschoben werden, während desien Prämien nicht bezahlt wurden. Dieser An- trag war ursprünglich im Plenum deS Reichstags gestellt und vom Plenum dem Ausschuß überwiesen worden.— Giesberts(Z.) erklärte sich mit dem Kern des Antrages einverstanden, jedoch erscheint ihm die Frist.bis drei Monate nach Friedensschluß' zu kurz.— Ein Vertreter deS Aufstchlsrats für Privatversicherung wendet sich gegen den Antrag, weil er nicht bestimmt genug sich ausdrücke und in der Sache über das Ziel hinausichieße. Er empfiehlt, daß die Angelegenheit selbst dem AuffichtSral und den Vereinbarungen mit den Versicherungsgesellschaften überlasten bleibe.— Waldstein(Vp.): Der Regierungsvertreter spreche zu sehr vom Standpunkt der Verstcherungsgesellichaften aus. Der Grundgedanke müsse unter allen Umständen durchgeführt werden. Am besten sei es, möglichst allgemein den Beschluß zu fassen. Er empfiehlt folgenden Wortlaut: Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, auf Grund deS§ 3 des Ermächtigungsgesetzes vom 4. August 1914 als- bald Anordnungen zu treffen, durch die das Ausstchtsaml für Privat« Versicherung ermächtigt wird, in solchen Fällen, in denen die durch den Krieg verursachte Nlchtersüllung der VerlragSpflichten das Erlöschen von Versicherungsverträgen bewirkt hat, das Wiederaufleben der Versicherungsanträge herbeizuführen. Staatssekretär Dr. Helfferich empfahl den dorn Abg. Saldstein vorgeschlagenen Wortlaut, da er mehr Spielraun» lasse als der sozialdemolratiiche Anlrag.— Abg. Hildenbrand zog daraus seinen Anlrag zugunsten des Antrags Wald stein zurück, worauf letzterer Anlrag einstimmig angenommen wurde. Hierauf wurden die Arbeitsverhältnisse in den Staatsbetrieben besprochen. Büchner(Unabh. Soz.) und Hoch(Soz.) brachten die Beschwerden der Arbeiter in den Pulverfabriken unö anderen � Staatsbetrieben bor, wobei Abg. Büchner insbesondere auf die Verhältnisse in Spandau, Abg. Hoch auf die Zustände in Hanau eingingen. Insbesondere rügten die Redner, dag die Arbeitszeit viel zu lang sei und die Schutzvorrichtungen nicht immer den An- forderungen entsprächen.— Die Bezahlung bei Akkordarbeit werde den Arbeitern nicht zeitig genug bekanntgegeben. Die Kantinenwirtschart gebe zu vielen Klagen Anlaß. Notwendig sei. daß die Arbeiter einen entscheidenden Einfluß auf die Geschäfts- führung der Kantinen erlangen. Die Verbindung der Svandaucr Arbeiter nach ihrem Wohnort sei oft sehr ungenügend. Ganz be- sonders sei es zu rügen, daß in den Staatsbetrieben noch immer kein Arbeiterausschuß nach zeitgemäßen Grundsätzen gebildet werde. Wahlberechtigt feien nur die Arbeiter über 30 Jahre, wenn sie bereits zwei Jahre im Betriebe tätig find, und gewählt werden dürfen sogar nur solche Arbeiter, die schon fünf Jahre im Betriebe tätig find. Unter allen Umständen müßten die Arbeiterausschüsse jetzt endlich nach dem Wahlrecht gewählt werden, das im Hilfsdienstgesetz festgelegt sei. Der Vertreter des KriegsministrriumS versicherte, daß alle Be- ichwerden aufs gründlichste untersucht werden sollen. Richtig sei es, daß die Arbeiter stark angestrengt würden. Es sei daS Bestreben des Kriegsministeriums, die Arbeit soweit zu erleichtern und die Arbeitszeit soviel zu verkürzen, wie unter den gegebenen Verhältnissen möglich ist. Der Lebens« mittelverkauf in"den Staatsbetrieben sei geregelt und Mitglieder der Arbeiterausschüsse sowie andere Arbeiter seien bei der Leitung der Lebensmittelvertcilung zur verantwortlichen Mitarbeit heran- zuziehen. Die Schutzeinrichtungen seien auis beste ausgebaut. Neue Arbeiterausschüsse nach den Grundsätzen des Hilfsdienst- gesetzes sollen jetzt gewählt werden; jedoch toll damit nicht auf einmal vorgegangen werden, weil daim die Gefahr besteht, daß die früheren Mitglieder der Arbeiterausschüsse, auch wenn sie sich be- währt hgben, mit einem Schlage aus ihren Aemtern entfernt würden. Vorgeschrieben sei, daß jetzt ein Drittel der Mitglieder der Arbeiterausschüsse neu gewählt, und dann sollen in Verhältnis- mäßig kurzen Zwischenräumen das zweite und später das dritte Driuel neugewählt werden. Hoch und Büchner wiesen dagegen nach, daß es höchste Zeit sei, mit der Verkürzung der Arbeitszeit und der vollständigen Neuwahl der Arbeiterausschüsse vorzugehen. Inöustrie unö Handel. Die Znknnst de» deutsch-russischen Handel». Ohne Zweifel ist eine kräftige Belebung des deutsch-russischen Warenaustausches im wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Interesse beider Länder aufs innigste zu wünschen, um so mehr, als in keinem Lande vor dem Kriege die erfolgreiche Arbeit des deutichen Kaufmanns. Ingenieurs und Arbeiters so heftig angegriffen wurde als in Rußland. In einem interessanten Artikel weist mm Beck- mann im»Weltwirtichafiichen Archiv' darauf hin, daß die schon im Frieden teils durchgeführten, teils nur geplanten Maßnahmen gegen den deutschen Handel sich nicht gegen Deutschland und das Deutschtum an sich kehrten, wenn es auch nach einer nationalistischen Presse manchmal so schien. Der kurz vor dem Kriege beschlossene russische Getreide- einfuhr zoll sollte zwar zuerst das Gctreideeinfuhrscheinsystem zu Fall bringen, darüber hinaus aber der rutsiichen Regierung ein wichtiges Druckmittel zur Erniedrigung der deutschen Gerreidezölle gegen die ReichSregierung an die Hand geben. Ziehe also die russische Regierung auch gegen eine besondere Richtung der deutschen Handelspolink, so war der Uebung letzter Zweck doch eine Intensivierung deS Handelsverkehrs unter starker Berücksichtigung russischer Interessen, keineswegs aber nationalistische Abschließunz. Eine andere Absicht der russischen Regierung war die Er« Hebung eines Ausfuhrzolles auf Futtermittel, um damit die deutsche Viehhaltung zu erschweren und die russischen Grundbesitzer gleichzeitig anzueifern, selbst ein hochwertiges Vieh heranzuziehen und den Export von Fleisch. Milch. Butter und Käse zu Pflegen. Mit anderen Worten: Deutschland wollte Rohprodulte sozusagen zur landwirtschaftlichen Veredelung beziehen, während Rußland selbst hochwertige Oualitätsprodukie liefern will. Also auch hier besteht keine absolute Vcrkehrsseindschaft, sondern ein bloßer Unterschied in den wirtschaftlichen Interessen, der von beiden Vötkern klar begriffen werden soll und schiedlich-friedlich mit gegenseiligen Zugeständnissen wohl gemildert werden kann. Aber auch dieser Gegensatz wird nicht sofort finnfällig werden, weil Deutschland nach dem Kriege Futtermittel zur Hebung seines ViehstapelS wird haben wollen, Rußland aber vorerst au vieles andere zu denken hat, ehe es die Mast guter Ochsen und ergiebiger Milchkühe in den Vorder- grund rückt. lleber die industrielle Einfuhr Deutschlands nach Rußland ist vor allem zu sagen, daß fie in demselben Maße als sich die russische Industrie entwickelt, abnimmt, wenigstens soweit Fertigwaren in Betracht kommen. Nur die ausgezeichneten und billigen Produktionsmittel Deutschlands finden in Rußland einen breiten Markt, sind aber natürlich dazu bestimmt, mit der deutschen Fertigwarenindustrie in scharfen Wettbewerb zu treten. Beckmann beurteilt die Aussichten der deutschen Industrie nach dem Kriege in Rußland überaus günstig und stützt sich dabei vor allem daraus, daß sich Rußland während des Krieges selbst zu einer besseren Würdi- gung der deutschen Technik durchrang, daß Deutschland sprachkundige Vertretex in Rußland hat, daß andererseits viele Russen Deutsch be- herrschen und daß schließlich die deutsche Industrie mit langen Zahlungsfristen arbeitet. Wir können nnS diesem optimistischen Urteile nicht in vollem Umfange anschließen, so sehr wir wünschten, Unrecht zu haben. Amerikaner und Engländer sind während deS Krieges nicht müisig gewesen und haben sich sicherlich bereits eine kaufmännische Organisation geschaffen, die vielleicht nickt so wunderbar elastisch ist, wie es die deutsche vor dem Kriege war, aber die von dem lebhaftesten Ehrgeize dazu be- seelt ist, und die in ihrer Propagandatätigkeit vorläufig auch nicht durch den deutschen Wettbewerb gestört wird. Die langen ZablungS- fristen werden auch in dem Augenblick für den deutschen Lieferanten schwerer zu bewilligen sein, als das Geld nach dem Kriege teurer wird. In dieser Beziehung werde» besonders Nordamerikaner, trotz ihrer bisherigen Abneigung gegen lange Zahlungsftisten, die schärssten Wettbewerber werden. Schon jetzt haben sie Bankniederlassungen gegründet, welche für den amcrikanisch-russischen Kreditverkehr eine gewichtige Rolle spielen. Trotz aller dieser Schwierigkeiten hüben und drüben bleibt eine für die Handelsbeziehungen der beiden Länder bestimmende große Tatsache bestehen: ihre örtliche Nähe. Und weiter die Talsache, daß Rußland für seine landwirtschaftlichen Produkte keinen anderen als den deutschen Markt findet. Ein uraltes Gesetz des Handels zeigt, daß der Einsuhr die Aussuhr folgt und umgelehrt. Und so wird eS auch hoffentlich recht bald zwischen diesen beiden Ländern der Fall sein. Soziales. Die Bersicherung der Angehörigen feindlicher Staaten. Immer noch entstehen Streitigkeiten und Zweifel über die Per- sicherung der Angehörigen feindlicher Staaten. Wir stelle» da» geltende Recht deshalb noch einmal zusammenfaffend fest. Die Kriegsgefangenen unterliegen als unfreie Personen«ruf keinem Gebiete der reichsgesetzlichen Versicherung. Die übrigen in Deutschland arbeitenden Angehörigen feind- licher Staaten sind nach mehrfachen Entscheidungen des Reichsver- sicherungsamts im Hinblick auf die ihnen behördlicherseits auf- erlegten Beschränkungen dem Grundsatz nach ebenfalls als unfrei anzusehen und demgemäß der deutschen Arbeiterversicherung nicht unterworfen. Dieser Grundsatz ist jedoch in folgenden Beziehungen durchbrochen worden. Zunächst find die während des Kriege» un befekten Gebiet angeworbenen russisch- polnischen Arbetter, bie frei- nung zu ernemen, und wird in diefem Balle bafir humlicht Kartoffelhumbenlifte eingetragen, auf Abfähnitt 17 der Lebenswillig und mit Genehmigung der zuständigen Behörden nach forgen, daß die ursprünglichen Besteller fie auch erhalten. Der mittelfarte 1 Pfund Sauerkohl zu 20 Pf. Die Gültigkeit des AbDeutschland gekommen sind, um hier zu arbeiten, als freie Ar- Magistrat weist dann nochmals darauf bin, daß die Berliner Be- schnittes 23 der Eierkarte ist bis morgen verlängert worden. beiter und danach als versicherungspflichtig angesehen worden. Die völkerung in diesem Jahre besonders auf Konserven angewiesen sein Steglitz. Die Gemeindevertretung beschloß die Beteiligung der Entscheidungen, in denen dies ausgesprochen ist, haben allerdings wird, die der Handel heranzuschaffen wissen müsse. Von der an Bedeutung verloren, nachdem am 5. November 1916 das König- Rübrigkeit des Handels werde die Versorgung Berlins mit Konserven Gemeinde an der Kriegshilfskaffe der Provinz Brandenburg, sowie reich Polen wiedererrichtet wroden ist und die Angehörigen dieses abhängen. Hier biete fich dem Handel die lange ersehnte Gelegen Spende für Säuglingsschutz. Für die neue Friedhofsanlage wurden den Beitritt zum Preußischen Landesausschuß von Deutschlands Königreichs damit nicht mehr als Angehörige eines feindlichen heit, seine Leistungen auf dem Gebiete der Versorgung der Be- als erste Rate 50 000 m. und weitere 10 000 m. zur Verlegung der Staates angesehen werden können. Die aus dem besetzten Gebiet völkerung praktisch zu zeigen. Friedhofsgärtnerei bewilligt. Der Entschädigungserhöhung für die Russisch- Polens stammenden bisherigen russischen Staatsangehöri- Soweit die Mitteilung. Wir find der Auffassung, daß die Hilfslehrerinnen( Vertreterinnen) an den Gemeindeschulen, der Bes gen, die sich in Deutschland aushalten, unterliegen seit jenem Tage Sonfervenverteilung über Groß- Berlin einheitlich geregelt werden willigung von Teuerungszulagen für die Lehrerinnen der Kühne die Entscheidungen sinngemäß für die aus anderen Gebieten stam- und daher der neueinzurichtenden Lebensmittelbeschaffungsstelle für schen Privatmädchenschule und der Neuregelung der Kriegszulagen menden Angehörigen feindlicher Staaten in Geltung. Demnächst Groß- Berlin überwiesen werden müßte. Denn die letzte Verteilung für die bei der Gemeinde beschäftigten Personen wurde zuhat der Bundesrat durch Verordnung vom 20. November 1916 hat geradezu unhaltbare Zustände gezeitigt. Trozdem allgemein geftimmt. 50 000. wurden bereitgestellt für die Verschickung von bekannt ist, daß große Teile der Vorortbewohner in den Berliner zirka 1800 Schülern und Schülerinnen der Volts- und Mittelschulen. ( Reichs- Gesebbl. S. 1247) die seit Beginn des Krieges in Deutsch- Warenhäusern ihre Einfäufe decken, hat man die dort beschafften Für Einrichtung der sechsten Kriegsküche in der Schützenstraße wurden land befindlichen Angehörigen aller feindlichen Staaten den Vorschriften der Reichsversicherungsordnung über Krankenversicherung Konserven nur für die Stadt Berlin bestimmt und die Vorort- 5000 m. bewilligt. Zurzeit werden täglich 9200 Bortionen verabunterstellt. Inzwischen sind durch Verordnung vom 25. Januar einwohner ihrem Schicksal überlassen. Eine Menge Lauferei war folgt. In ausgiebiger Lebensmitteldebatte wurde die ungleiche Be1917( Reichs- Gesebbl. S. 79) diejenigen Angehörigen feindlicher die Folge dieser verkehrten Maßregel und viele Vororte mußten mit handlung der Stadt- und Landgemeinden Groß- Berlins scharf geStaaten, welche, ohne Kriegsgefangene zu sein, auf Grund von der gewährten Menge weit hinter Berlin zurückbleiben. Und dieselbe tadelt. Baldige Besserung in dieser Hinsicht wurde in Aussicht geMaßnahmen der deutschen Heeresverwaltung zum Zwede ihrer unzweckmäßige Verteilung soll nun wieder im Herbst vorgenommen stellt. Auch die ungehörige Behandlung der Käufer durch einzelne Händler am Drte wurde scharf gerügt, ebenso Beschäftigung nach Deutschland gekommen oder überführt worden werden? find, den Vorschriften der Reichsversicherungsordnung über Kran25 Jahre Arbeiterrudersport. Am 16. Mai blidt der in unpünktliche Zuführung der Waren durch fen- und Unfallversicherung unterstellt worden. Schließlich hat der Bundesrat durch Verordnung vom 30. März 1917( Reichs- Gejetbl. Arbeiterkreisen wohlbekannte Ruderverein„ Vorwärts", Berlin, auf auf Anfrage erklärte der Gemeindevorstand, daß wegen der KohlenS. 301) die Angehörigen feindlicher Staaten, die wegen der ihnen eine 25 jährige Tätigkeit zurück. Mit der geringen Zahl von 36 Mit- bersorgung für den nächsten Winter alles vorbereitet, ein pofitives auferlegten Beschränkungen den Vorschriften der Reichsversiches aliedern ins Leben gerufen, weist er heute einen Bestand von Ergebnis bisher aber noch nicht erzielt worden sei. In geheimer Sigung wurden die Stundenlöhne der männlichen rungsordnung über Unfallversicherung nicht unterliegen, allgemein 450 Mitgliedern auf, denen in den Bootsräumen am Wilhelmstrand Gemeindearbeiter um 15 Pf., der weiblichen um 10 Pf. erhöht. in Oberschöneweide ein Bootspark von 26 Vereins sowie etwa diesen Vorschriften unterstellt. 65 Privatbooten zur Verfügung steht. Anläßlich dieses Ereignisses Bum unbesoldeten Schöffen wurde Gemeindeverordneter Bariefindet am Sonnabend eine den Striegsverhälmissen angepaßte Feier( Hausbesitzerpartei) mit 17 Stimmen gewählt, 6 Stimmzettel waren weiß. für die Mitglieder und deren Angehörige im Bootshause statt. Ungültigkeit von Vorschriften über die Grund- und Gebäudestener. die die Gemeinde. Weißensee. Aus der Gemeindevertretung. Zu den Bestimmungen „ Was macht die Kunst?" Diese Begrüßungsworte einer Frau der Kriegsfürsorge für Angestellte der Textilindustrie wurde eine In die Grundsteuerordnung der Stadt Stettin, die die Stener nach dem gemeinen Wert bemißt, war durch Nachtrag folgende Be- an einen Mitreisenden in der Ringbahn ließ mich verwundert auf Aenderung beschlossen, die die ſtaffelweise Unterſtüßung aufhebt und stimmung aufgenommen worden:„ Der Steuerveranlagung für das horchen; sie flangen so ungewöhnlich, so erhaben über das Thema, für die Bemessung der Unterstügung den durchschnittlichen WochenSteuerjahr 1915 ist der gemeine Wert vom 1. April 1914 zugrunde das uns alle seit bald drei Jahren beherrscht. Aber aus der Ant- verdienst zugrunde legt, die der zu Unterstützende in der Zeit vom zu legen." Unter Anwendung dieser Vorschrift hatte nun der wort hörte ich nach einigem Dank für die Nachfrage alsbald eine 1. Juli 1913 bis 1. Juli 1914 gehabt hat, hiervon werden DreiStettiner Magistrat den Kaufmann Dahle wegen eines Grund- zufriedene Heiterkeit und die Worte:„ drei Pfund Butter! heraus. viertel bis zum Höchstbetrage von 18 M. gezahlt. Gleichzeitig stückes in der Dohrnstraße für das Jahr 1915 zu einer Grundsteuer wie prosaisch! Aber doch auch recht logisch. Denn drei Bjund wurden nach den Groß- Berliner Grundsägen die Bestimmungen der herangezogen, die nach dem gemeinen Werte von 480 000 M. be- Butter zu erlangen ist das jetzt nicht die wahre Stunst. Früher Striegsfürsorge für Erwerbslose der Bekleidungs- und Schuhwaren messen wurde. Durch Einspruch verlangte D. die Bemessung der ging fie nach Brot; na und jezt angelt fte eben nach Butter. industrie festgesetzt mit rückwirkender Straft vom 1. August 1916. Steuer nach einem gemeinen Werte von 425 000 M. Der Mas bereits Bücklinge im Ueberfluß. Die Spelulation in Büdlingen ist nicht Der bestehende Ausschuß für die Textilindustrie gistrat ermäßigte den gemeinen Wert auf 442 000 M. und er geglüdt. Whit der schnell zunehmenden Wärme find aus den ver- wird bis zur Neubildung bot Ausschüssen der Bemäßigte dementsprechend die Steuer; im übrigen verwarf er den Einspruch. Den durch Klage erhobenen Anspruch auf weitere Er- borgenen Tiefen Unmengen von Büdlingen zum Vorschein ge- lleidungs- und Schuhwarenindustrie die Geschäfte übernehmen. der geheimen Sigung wurde beschlossen, ein An= mäßigung wies der Bezirksausschuß ab. Das Oberberwal- fommen, die offenbar schon lange gelagert haben und jetzt dem In tungsgericht als letzte Instanz setzte die Steuer auf 1912 M. Publifum förmlich aufgedrängt werden, damit nicht große Posten gebot auf Erwerbung des englischen Gaswertes in Weißensee nicht fest, indem es einen gemeinen Wert von 425-000 M. zugrunde legte, berderben. Der jetzige Preis von 20-30 Pf. für den Bückling ist zu machen, da der Streis Niederbarnim und Teltow, sowie auch die also nach dem im Einspruch erhobenen Anspruche des Klägers er war auch noch hoch genug. Man soll aber beim Einkauf vorsichtig Stadt Berlin Angebote auf die gesamten Unternehmungen der engsein und sehr weiche Ware zurüdweisen. lischen Gasgesellschaft stellen werden. Aus Haus befizerkreisen fam die von ihnen sonst belämpfte Anregung, die Müllabfuhr von Ge meinde wegen zu übernehmen, da die privaten Unternehmungen völlig versagten. Die Anregung soll nach Friedensschluß weiter verfolgt Lebensmittelnachrichten. In dieser Woche dürfen auf die Abschnitte 55 a, e und e der Kartoffellarte nur 3 Pfund Kartoffeln abgegeben werden. Hinsichtlich der Abschnitte 55 g und i ergeht noch besondere Bekanntmachung. Am Freitag und Sonnabend werden in den Gemeindeverkaufsstellen auf Abschnitt 9 der Gierfarte 3 Gier à 31 Pf. verabfolgt. In den Kolonialwarengeschäften tönnen auf Abschnitt 55 b 125 Gramm Haferfloden entnommen werden. Außerdem sind bei der Gemeinde geräucherte Fische und Muschelfleisch zu haben. fannte. Die Berliner Schulzahnkliniken müssen auf einige geit gefchloffen werden. Ihre Wiedereröffnung soll so bald wie möglich erfolgen und wird dann öffentlich bekannt gemacht werden. Begründend wurde ausgeführt: Die Steuerordnung müsse für ungültig erachtet werden. Das Kommunalabgabengeset laffe für die Grundsteuer verschiedene Maßstäbe zu, unter anderem den Nuhungsertrag und den gemeinen Wert. Immer aber gehe es Keine Pfingstfonderzüge. Der Ernst der Stunde verlangt brin davon aus, daß zum Gegenstande der Steuer das Grundstück in der wirtschaftlichen Verfassung gemacht werde, die es am Beginne des gend, daß die sonst üblichen Ausflüge und Vergnügungsfahrten zu Steuerjahres habe. Allerdings lasse das Gesez dabei zu, daß der Himmelfahrt und Pfingsten unterbleiben. Sonder Nuzungsertrag oder der gemeine Wert nicht lediglich ohne Unter- züge werden für diese Zwecke nicht abgelassen. Auf Zurückbleiben Tage geschätzt werde, sondern daß für die Feststellung für das frag- beim Reiseantritt oder unterwegs ist um so mehr zu rechnen, als liche Jahr auch zurückgegangen werden könne auf Merkmale, die in der Fahrtarten verlauf in vielen Fällen eingeschränkt der Vergangenheit liegen. Die Stettiner Steuerordnung wolle werden muß. Bahnsteigtarten werden in der Zeit vom 16. bis aber etwas anderes. Nach der erwähnten Bestimmung sollen die 29. Mai nicht ausgegeben. Wer nicht unbedingt verreisen muß, der Grundstücke nicht besteuert werden in der wirtschaftlichen Be verzichte auf Benutzung der Eisenbahn. schaffenheit bei Beginn des Steuerjahres, sondern sie sollten be steuert werden nach der Verfassung und dem Werte, den sie in einem früheren Jahre hatten, nämlich für 1915 nach der Beschaffenheit und dem Werte aus dem Jahre 1914. Das sei un zu lässig. Daraus ergebe sich die ungültigkeit. Deshalb würde der Kläger ganz freigestellt werden müssen, wenn er im Einspruche und der Klage die gänzliche Freistellung beantragt hätte. Das habe er nicht getan. Ueber den Anspruch, der im Einspruche erhoben sei, fönne der Richter nicht hinausgehen, da der Einspruch die GrundTage der Klage bilde. Somit habe nur eine Ermäßigung in Höhe des Verlangens im Einspruch eintreten fönnen.( VIII. C. 165. 16.) Groß- Berlin Neue D- Züge Frankfurt- Berfin und Leipzig. Der D- Bug Frankfurt- Berlin, der auf dem Anhalter Bahnhof 6.58 nachmittags antommt, wird vom nächsten Dienstag, den 15. Mai, ab nach Leipzig durchgeführt, wo er 4.06 nachmittags ankommt. Von dem selben Tage ab wird ein neuer Schnellzug Frankfurt- Berlin eingelegt. Er geht von Frankfurt 7.30 vormittags, von Naumburg 2.22 und ist in Halle 3.18, in Berlin 5.53 nachmittags. Gleichzeitig wird ferner ein neuer D- Bug von Leipzig nach Frankfurt eingelegt, ab Leipzig 1.05 nachmittags, ab Naumburg 2.05, an Frankfurt 8.58 nachmittags. werden. Niederschönhausen. Lebensmittelnachrichten. Die Kopfstücke der Brotkarte der laufenden Woche berechtigen zum Bezuge von 250 Gramm Hafergrüße, 125 Gramm Nudeln und 125 Gramm Südfruchtmarmelade. Die Preise betragen für Hafergrüße 44 Bi. das Pfund, für Nudeln 51 und 72 Pf., für Marmelade 90 Pf. Ein großer Posten Rübensauerkraut wird ohne Karte abgegeben. Mittagfisch in Dosen zum Preise von 3,30 M. und 5,30 M. sowie Robbenkornedbeef in Dosen von zirka ein Pfund für 3,70 m. Auf den Halbtommer im Gemeindeladen zum Verkauf. abschnitt der Süßstofftarte H darf bis auf weiteres nur ein Pädchen Süßstoff verabfolgt werden.- Hühner- und Kükenfutter zum Preise von 35 Bf. das Pfund wird im Stellergeschoß des Nathauses bis zum 18. Mai, nachmittags von 4 bis 6 Uhr abgegeben. In der Futtermittelstelle, Bismardstraße, werden Kartoffelfloden für 27 M. der Zentner abgegeben. Die späten Saatkartoffeln gelangen Anfang der Woche zur Ausgabe. Zu dem Naubmord in der Liebenwalder Straße. Der wichtigste Anhalt zur Ermittlung des Raubmörders ist der Hammer, mit dem er sein Opfer niederschlug. Nach der Bekundung eines Sachverständigen ist es ein Handwerksbammer. Der Stopf ist bieredig, der andere Teil berjüngt sich allmählig zu einer abgeftumpften Schneide. Die linke Ecke diefer Schneide ist durch den Gebrauch Startoffeln in dieser Woche 5 Bfund, auf den Eierkartenabschnitt noch weiter abgeſtumpft. Das lägt darauf schließen, daß der wird vom 14. bis 20. Mai ein Ei zum Preise von 31 Pfennigen abgegeben. Die Ausbietung" der Englischen Gasanstalt. Hammer nicht in einem Haushalt, sondern in einer Werkstatt berBezugscheine werden in der Bekleidungsstelle, Rathaus, Der Endtermin für die Angebote auf Erwerbung der der wendet worden ist, vielleicht zum Streden von Eisen. Brandspuren Zimmer 34, nur noch von 9 bis 3 Uhr ausgefertigt. Englischen Gesellschaft gehörenden Gasanstalt ist, wie wir mit am Stiel zeigen, daß er mehrfach mit glühendem Eisen in Be teilten, der 15. Mai. Die Angebote bleiben bis zum Abend dieses rührung gekommen ist, vielleicht mit Eisendraht. Der Kopf trägt Bankow. Lebensmittelabgabe. In der laufenden Woche gelangen wiederum zunächst drei Pfund kartoffeln zur Ausgabe. Tages ungeöffnet, dann werden sie einer Prüfung unterzogen und als Fabrit- und Warenzeichen in drei Reihen die Zahl 800, dann Darüber, ob die an der in Aussicht gestellten Wochenration fehlende dem preußischen Handelsministerium zur Entscheidung vorgelegt. die Bezeichnung Gußstahl und endlich ein Eisernes Kreuz mit drei Menge noch nachträglich oder an deren Stelle Mehl zur Verteilung Ein Versteigerungstermin findet nicht statt. Die Englische Gas- Ringen, von denen der innere nur halb ausgeprägt ist. Der Sohn gelangt, wird gegen Ende der Woche Bestimmung getroffen. Auf gesellschaft besitzt hier eine ganze Anzahl von einzelnen Gaswerken, der Ermordeten befundet, daß seines Wiffens seine Mutter einen Bezugs- und Quittungsabschnitt 35 der Lebensmittelkarte wird in aus denen neben vielen Vororten auch große Teile von Berlin mit Hammer dieser Art in ihrer Wirtschaft niemals gehabt hat. Der den kenntlich gemachten Geschäften Speisesirup abgegeben. Gas versorgt werden. Unter den beteiligten Gemeinden machte Mörder wird ihn also aus einer Werkstatt oder aus den Räumen zur Verteilung gelangen 150 Gramm zum Preise von 11 Pf. sich ursprünglich eine Rivalität um den Erwerb der in seiner Wirtsleute entwendet haben. Tempelhof. Lebensmittelverteilung. Die Vollmilchkarten für folge des Krieges in Liquidation gebrachten Anstalt geltend; Ein Straßenbahnzusammenstoß fand in der Nacht zum Montag Krante, hoffende Mütter und Kinder müssen im Laufe dieser Woche später aber hat sich eine Gruppe von Gemeinden verständigt, an der Ecke der Schüßen- und Charlottenstraße statt. Ein Wagen umgetauscht werden. Alles Nähere ist an den Anschlagfäulen zu um einen gemeinsamen Erwerb herbeizuführen. Wie berichtet wird, der Siemensbahn fuhr in einen Wagenzug der Linie 70 hinein, der ersehen. In dieser Woche soll anstatt des Kriegsmehls Weizenbeabsichtigen Berlin, Wilmersdorf. Schöneberg und die Land- gerade die Straßenkreuzung passierte. Drei Personen wurden leich: Auszugmehl auf die Mehlabschnitte der Brotkarten ausgegeben freise Teltow und Niederbarnim den gemeinschaftlichen Anlauf. berletzt. Bon morgen ab wird auf Abschnitt 16 und 17 der Eierkarte je ein Ei abgegeben. Die Abholung muß bis einschließlich Obwohl von diesen mit der Regierung, in deren Händen die Ent Für 8000 Mart Stoffe erbeuteten Einbrecher, die am Sonntag Sonnabend erfolgen, sonst erlischt das Bezugsrecht. scheidung über den Zuschlag liegt, verhandelt worden ist, hat man am hellen Lage der Firma Heitinger u. Co., Dresdener dennoch eine öffentliche Ausbietung vorgenommen, ob aus formal, Straße 20, einen Besuch abstatteten. Die Diebe verschafften Briş. Eierverteilung. Auf Abschnitt 19 der Eierkarte werden rechtlichen Erwägungen, oder um den Preis in die Höhe zu treiben, fich Eingang zu einer im zweiten Stodwerk gelegenen leerstehenden 3 Eier abgegeben. darüber fehlt bisher die gebotene Aufklärung. Jeder fommunalpolitische Wohnung und drangen von dort durch den Fußboden auf einer Friedrichshagen. Lebensmittelversorgung. Heute gelangt auf Abc- Schüße weiß, daß die Beleuchtungsanstalten, genau wie die Wasser- Drahtleiter in die darunter befindlichen Lager- und Geschäftsräume abschnitt H Sauerkohl zur Verteilung. Auf jede Karte entfallen versorgung und die Verkehrsbetriebe ihrer ganzen Natur nach in die der genannten Firma. Dort wählten sie gute Herrenstoffe und die 2 Pfund a 20 f. Ferner findet auf dem Güterbahnhof von vorHände der Gemeinde gehören; um diesen Standpunkt zu vertreten, besten gutterstoffe aus. Die Beute schafften sie zunächst nach der mittags 8 Uhr ab an die Einwohner, die noch Saatkartoffeln in leeren Wohnung, wo fie sie in mitgebrachte Koffer ber- Heinen Mengen angemeldet haben, der Verkauf statt. braucht man nicht auf dem Boden des sozialdemokratischen padten, und fubren sie dann in einem Automobil fort. Kommunalprogramms zu stehen, das hinsichtlich der Forderung des Die gemachte Beute hat einen Wert von etwa 8000 Mart. Eigenbetriebes bekanntlich viel weiter geht. Was soll also die Passanten sahen, daß vor dem Hause ein Auto hielt und dann mit Ausschreibung? Will die Regierung den Zuschlag gegebenenfalls drei Männern, die verschiedene schwere Koffer aufgeladen hatten, einem Konsortium von Privatkapitalisten erteilen, wenn dieses er- davon fuhr. Niemand dachte jedoch daran, daß es sich am hellen werden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Reinickendorf- West. Morgen, abends 8 Uhr, Mitgliederversamm heblich höhere Angebote gemacht hat als die Gemeinden? Mir Tage um einen Einbruchsdiebstahl handle. Die Einbrecher hatten lung bei Schiller, Antonienstr. 10. Tagesordnung: Bericht vom halten es für gänzlich unmöglich und würden dagegen den aller- iogar die Dreiftigkeit, nochmals wieder zu kommen, um ihre erfolg Bezirksparteitag. Diskussion. Verschiedenes. Genossen, die auf dem schärfsten Einspruch erheben. Wir finden es unerhört, daß in dieser reiche Arbeit fortzuießen. Diesmal wurden sie jedoch durch das Boden der Parteieinheit stehen, sowie Borwärts"-Leser sind ein wichtigen Angelegenheit die Deffentlichkeit ohne genügende In- Binzukommen einer Depeschenbotin gestört. formation ist. Benn, woran wir nicht zweifeln wollen, die Englische Gasanstalt in Gemeindebesitz gelangt, so wird die Erwerbung tommunalen Kohlenfelderbesizes in größerem Umfange eine unabweisbare Notwendigkeit. geladen. Aus aller Welt. Ein Fürsorgezögling überbietet den Hauptmann von Köpenick". Lichtenberg. Bereinheitlichung der Kriegsküchen. Der städtische Nahrungsmittelausschuß hat die bisher neben den Volksküchen bestehende Mittelstandstüche aufgehoben, weil es der jegigen Zeitlage widerspricht, in den öffentlichen Küchen verschiedene Gerichte je nach der Zahlungsfähigkeit der Einwohner abzusezen. Der Wunsch des Nahrungsmittelausschusses ist, für alle Einwohner ein gleiches nahrDer erst 20 Jahre alte Fürsorgezögling und Schloffergeselle Die neue Konservenverteilung für Berlin. Es wird berichtet: Der Berliner Magistrat hat dem Reichs- haftes und billiges Effen zu bieten. Deswegen ist das frühere Ein- Spahn aus Berlin unternahm in Begleitung einer Berliner verband der Feinkosthändler mitgeteilt, daß bei der Konserven topfgericht durch einen erheblichen Fleischzusatz vermehrt und der Halbweltsdame eine Vergnügungsreise durch eine große Anzahl von Garnisonorten Mitteldeutschlands, hauptsächlich Sachsens, und legte verteilung für kommenden Herbst der Handel in weitestem Umfange Inhalt der einzelnen Bortion bergrößert worden. Nach einem berangezogen werden solle. Die Händler fönnen bei den Fabriken neueren Beschluß des Ausschusses sollen aber fünftig nicht mehr nur Stonserven selber bestellen, nur erfolgt die Lieferung an die Gemeinde, die in einem Zopf zusammengefochten Gerichte abgegeben werden, hierzu die Uniform eines Hauptmanns an, und gab sich sondern es sollen abwechselud Mahlzeiten berabfolgi als Rompagnieführer einer Minenwerfertompagnie aus. die die Ware bis zur Freigabe aufbewahrt und fie alsdann an die Händler, die sie bestellt haben, zurückgibt. werden, bei denen das Fleisch und möglichst auch die Mit Hilfe falscher Stempel hatte er sich die notwendigen Die Händler bestimmen selber, welche Mengen fie verkaufen Gemüse und Beilage auf besonderem Teller ge- Ausweispapiere verschafft. Wit zahlreichen Ordensbändern geschmückt, erschien er in den Kasernen, stellte Urlaubspäffe und wollen und find also nicht mehr auf die Buteilung der Ware angewiefen. Die Stadtgemeinde ist, wenn gegen die Lebensmittelverteilung. Jeder Verbraucher erhält Freifahrtscheine aus und revidierte die MilitärBare feine Bedenten vorliegen, jederzeit bereit, sie für eigene Rech- i von morgen ab bei dem Kleinhändler, bei welchem er in dielwachen. Mit seiner Geliebten führte er ein genußreiches Hotel reicht werden. Neukölln. Teben, bis er endlich entlarvt und herhaftet wurde. Die Raffeler ffomen beroemeria Weigt.& S. Me& Die bertenges elect nit. Rad Unterzeichnung ift der Bertrag fofort gültig. Straffammer verurteilte Spahn, der vollkommen geständig war, zu Ariegsamtsstelle in ben Marten, Bittortaft. 24, nimmt Melbungen m 3. R. 16. Da Sie noch Löhnung und Verpflegung belommen, find Silfsdienst entgegen. 3. 8. 96. Sie müssen die Einwilligung des Re- Sie zur Steuerzahlung nicht verpflichtet. sechs Monaten Gefängnis. O.. 44. 1. Allgemein gimentstommandeurs zur Verchelichung haben. 67 23. in Alters- fann die Strantentasse zum Bahner jaz überhaupt nicht verpflichtet werden. rente gu beziehen. brauchen Sie natülich nicht invalid zu Nur in besonderem Falle, wenn nach ärztlichem Gutachten durch das jein. Die Auskunft, die Ihnen vom Gemeindevorsteher ge- Fehlen bes Gebiffes etwa Magenerkrankungen und dadurch Erwerbs. geben wurde, ist unrichtig. Anspruch auf Altersrente haben Sie unfähigkeit eintreten tönnte. 2. Ernährungsamt der Stadt Berlin, Schiller aber nicht, da Sie nur 700 Marten geflebt baben, Sie müssen 1200 ftraße 39/42. 8. 3. 403. Ja. R. S. 25. Die Forderung ist geklebte Marken nachweisen. Zwar werden Ihnen eine Anzahl Marlen nicht verjährt, da durch die Striegszeit die Verjährungsfrist herausgerüdt init angerechnet, es tommen aber trobem babel nicht so viel ift. Feldgrauer 24. Zurüdgeftellt wegen Ertranfung der Harnorgane. heraus, daß Sie Anspruch auf Altersrente haben. Bei eintretender Inva- 2917 3. 5. Beschwerdestelle ist die Städtische Krankenhausdeputation lidität reichen aber die Marlen zum Bezug von Invalidenrente aus. 8. Hd, Herrn Oberbürgermeister Kaiser, Neutöln, Nathaus. Briefkasten der Redaktion. 01. 81. Mapitalabindung fann bei Ahnen aus der Unfallversicherung nicht stattfinden, da Suce Rente ficher mehr ale 20 Prog. belligt ud uur bis zu diesem Prozentet ist die Abfindung möglich.- Ja, samt liche Silbermünzen follen eingezogen werden. 2. 8. 100, Se, tämt ie Silbermünzen werden außer Sturs gefekt. 9. 11. 1. und 2. Sn, 10. 2. 114. Die von Ihnen angegebene Frist zur Gültigkeit des Miets Zobes- Anzeigen Das Kriegsschicksal hat uns einen weiteren schweren Schlag verjent. Vor drei Monaten fiel unjer unvergeßlicher Sohn Heiu rich auf dem Schlachtfelde. Mates ist auch unier lieber, treuer Sohn, der Musketier Georg Ebert im Alter von 21 Jahren im Kampfe gefallen. 45672 Berlin- Treptow, 14. Mai 1917.) Su tiefer Trauer Fritz Ebert und Familie. Stalt besonderer Anzeige teile allen Berwandten and Befanuten Die traurige Nachricht mit, daß mein Mann, der Dreher Otto Klein can 12. Mai 1917, früh 6 1hr, ad urgem Branfenlager fairſt 45662 entichiajen it. Han stille Teilnahme bittet Frau Christiane Klein, Die Beerdigung findet Am Dienstag, det 15. Mai, mah ritage, vom Trauerhause( is) Deyil- Busterhausen) aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise berglicher Zeiluabure bes der Beerdigung unieres leben, unvergeblichen Sohnes, Bruders, Gutels, Messen und Bräuti gains, jagen wir allen Verwandten, Bekannten, insbesondere Herrn Tet für die troftreichen Worte am Grabe unieres Ricblings sowie den früheren Sollegen und Stolleginnen der Firma C. Flour, dem Zurnverein Freie Turnerschaft Beih" für die reichlichen Strangipenden nochmals unseren herz lichten Dant, 002 Familie Otto Klawe nebst allen Verwandten. Martha Baukus als Braut, Danksagung. ( Statt Karten.) 8ür die erwiesene Teilnahme an dem Tode unseres lieben Baters, des Bimmerers August Weiß Sprechen wir hiermit allen Verwandten und Betannten, speziell auch dem Bimmerer- Verband und dem Wahlverein für die am Grabe niedergelegten. Avanse unseren besten Dant aus. Im Namen der Hinterbliebenen 13865 Hermann Weiß. Buchdrucker! Ziehung 1. und 2. Juni 1917 Rote- 1GeldLotterie 7838 Geldgewinne bar ohne Abzug M. Tarifkreis VIII Berlin 200000 Hente Lungen- Dienstag, den 15. Mai 1917, abends 6½ Uhr, kranke, Berlangen Sie Prospett. Sanitätsrat Dr. Weise's Ambulatorium, Berlin 116, Wilhelmstrake 96. Sprechit: 9-10, 8-4%. Spezial- Arzt Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90 bireft am Stadtbahnhoj Behandl. von Syphilis, Hlast, Harn, Frauenleid.,( pes.chron. Fälle. Ehrlich- Hata- Kuren, schmerz loje, fürsejte Behandlung ohne Berufsstörung. Blutuntersuchung. Mäß. Preise. Teilzahlung. 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Tagesordnung: 1. Bericht der Schlichtungskommiffion som 11. Mal auf weitere Bahlung von Zeuerungszulagen. 2. Diskussion und Abstimmung darüber. 8. Sektionsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. 145/ 15* Der Sektionsvorstand. Vom 11. bis 19. Mai 1917 werde ich in Berlin, Hotel Prinz Heinrich, Dorotheenstr. 22 anwesend sein, um künstliche Augen direkt nach der Natur für meine Patienten anzufertigen und einzupassen. F. Ad. Muller, Fabrikani künstlicher Augen 746 833( 1000) 924 115253 474 83 612 727 876 926( 500) 116110 34( 600) 270 466 799 804 98 943 117041 399 662 749 61 79 903 60 118014 104 206 471 93( 500) 694 757 110001 32 218 23 45 52 99 821 86 637 987 120000 59 216 74 749 869( 1000) 992 121096 564 702 884 040 70 122030 653 764( 1000) 808( 500) 123120 207 86 72 398 464 774 124120 66 513 30 799 840 125258 388 594 619 805 40 922 91 126365 431 617 86 87 808 40 89 916 27( 500) 127174( 600) 428 662 887 919 76 128105 42 87( 1000) 90 205 433 638 668 901 91 129466( 1000) 677( 3000) 83 754( 500) 95 130181 447 64 64 618 61 744 62 85 992 131233 817 434( 1000) 637 883 945 132043( 600) 140 403 666 73( 600) 629 133162 202 310 72( 1000) 86 430 95 506 24 134058 169 425 68 642 706 17 69( 1000) 035 135014 138 870 479 80 704 42 976( 600) 136066 122 418( 500) 611( 500) 606 995 187478( 600) 637 608 731 813 53 909 28( 1000) 79 138265 543 624 987 923 90 189006 29 38( 500) 42 177 787 960 72 140114 33 411 583 91 690 905 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96 233335 435( 30001 92 884 965 Berichtigung: In her Bormittagssiehung vom 12. 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St.-. f. 8.)( Nachdruck verboten) 179 223 461 662 843 987 1430( 500) 626( 500) 829 34 43 713 823 917 46 2107 23 236 76 385( 500) 600 42 700 26 852 2008 148 84( 3000) 878 628 942( 500) 4131 817 95 5032 187 344 630 48 47 64 617 63 757 878 96 6061 69 73 256( 500) 95 843 863 922 7145 96 445 718 8054 210 18 74 814 22 407 24 58 604( 1000) 74 798 914 09( 10000) 9001( 500) 122 229 315 642 70 830 718 82 80 861 98 950 91 10001( 1000) 160( 1000) 01 323 45( 3000) 47 615 28 720 ( 500) 65 948( 8000) 72( 1000) 11040 147 218 369( 1000) 63 448 619 30 37 955 12227 422 633 95 950 89 92 13187 202 80 803 48 508 781 942 14064 66 93 87 172( 1000) 301 61 679 758 855 15063 114 201 838 661 997 16017 141( 1000) 262 430 620 764 904 87( 1000) 17105 221 443 48 76 605 10 702 948 60 80 18003 7 30( 1000) 41 84 102 240 74 83 347 62 667 90 705 19035 256 884( 600) 770 938( 500) 20018 38( 1000) 68 118 219 58( 1000) 495 629 68 643 714 97 841 21218 816 38 409 98 748 662 22026 84 844( 1000) 601 788 963 23052 408 77 569 714 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17 223078 174 69 494 739 800 23 23 38 901 224007 40 188 390 521 689 99 702 87 812 19 910 72( 500) 225329 220126 229 63 1500) 435 818( 500) 605 710 896 945 227021 30 93 180 420 32 534 625 859 996 228142 218 420 88 611 81 740 805 52 229103( 1000) 354 87 527 61 610 720 920 230054 191 337 67 72 451( 500) 505 29 794 804 908 231037 191 405 743 64 878 232214 393 414( 3000) 539 623 717 829 283079 116 51 276 308 25 32 680 821 916 tr. 132-1917 Unterhaltungsblatt des Vorwärts Die Förderung deutscher Theaterkultur. Urteile hören konnte. " zurückzuführen. Bon Heinrich Schulz. Durch eine Versammlung im Beethoven- Saal, in der, wie schon berichtet wurde, eine Reihe bekannter und sachverständiger Männer über die Zukunft der deutschen Bühne sprach, ist die öffentliche Aufmerksamkeit auf eine Organisation gelenkt worden, über die man schon seit einiger Zeit hier und da die widersprechendsten Die Redner jener Versammlung wendeten fich teils verblümt, teils unverblümt gegen den Verband zur Förderung deutscher Theaterkultur", in dem fie eine Bedrohung der Künstlerischen Freiheit und den Versuch einer Bevormundung des deutschen Theaters sehen. Leider war in der Versofort an Ort und Stelle dieser irrigen Auffassung, die den schärfsten Vertreter in Wolfgang Heine gefunden hatte, entgegengetreten fein. Ich halte die Angelegenheit aber für wichtig genug, um ihr im Vorwärts" einige aufflärende Zeilen zu widmen, von denen ich wünschte, daß sie auch über Berlin hinaus von den Mitarbeitern in der Arbeiterbildungspflege gelesen würde. Was dem„ Verband zur Förderung deutscher Theaterkultur" die in der Kriegszeit doppelt auffallende starte Beachtung in weiten Kreisen des Bühnenwesens und zugleich die erbitterte Feindschaft bestimmter Kreise eingetragen hat, ist auf die besonderen Geburts umstände des Verbandes und auf Fehler und Ungeschicklichkeiten verschiedener Art in der bisherigen Art seiner öffentlichen Tätigkeit Die Wiege des Verbandes stand im katholischen Hildesheim und junge, literarisch intereffierte Katholiken waren seine Geburtshelfer. Sie wurden unterstützt von jungen Literaten mit stark völlischem Einschlag Dieser Umstand mußte die Oeffentlichkeit stubig machen. Wie kommen Katholiken dazu, sich so plötzlich und so auffällig um die deutsche Theaterkultur zu bekümmern und fich geradezu als ihre Retter zu gebärden? Bei der bisherigen Stellung des Natholizismus zur Kunst im allgemeinen und der Stellung des Zentrums zur Kunstpolitt mußte man mißtrauisch werden und hinter der Gründung ein flerifales Rududsei wittern. Ich laffe dahingestellt, inwieweit bewußt oder unbewußt solche Abfichten mitgespielt haben, wichtiger erscheint es mir, nach der psychologischen Begründung zu Profeffor Walzel aus Dresden führte in der Versammlung im Beethoven- Saal aus, daß die dramatische Stunft die Aufgabe erfülle, dem Menschen in seiner inneren Unruhe und Zwiespältigkeit durch die Verkörperung seelischer Konflikte ein Spiegelbild und zugleich eine Entlastung zu schaffen. Von diesem Standpunkte aus bietet die dramatische Kunst, besonders seit unseren Klassikern, dem Ratholifen wenig, sofern es sich um seine Weltanschauung und die aus ihr entspringenden inneren Kämpfe handelt. Das ist natürlich nicht die Schuld der dramatischen Kunst, sondern, soweit von Schuld überhaupt die Rede sein kann, eine Folge der Gleichgültigkeit des Katholizismus gegen die Literatur und besonders gegen die dramatische Kunst. Aber auch der Katholizismus befindet sich seit langem in innerer Gärung. Seine jüngeren Elemente wollen aus dem Getto heraus, in dem sie eine überlebte Auffassung vom Wesen ihrer Welt anschauung festhalten möchte. Dieser innere Prozeß tritt äußerlich auf den verschiedensten Gebieten zutage, in der Politik, in den wirtschaftlichen Kämpfen, in der Wissenschaft, in der Kunst. Aus diesem Bedürfnis heraus entsprang auch die Hildesheimer Tagung zur Förderung deutscher Theaterkultur, wobei es vorläufig dahingestellt bleiben kann, ob dieses Motiv jedem Teilnehmer zum Bewußtsein gekommen ist oder nicht. suchen. heim traten die Arbeiterorganisationen der Bewegung bei, in Frankfurt und Köln später gleichfalls, Männer der verschiedensten Konfefsionen und Barteien fanden sich zur Mitarbeit bereit, von unsere Partei unter anderen die Reichstagsabgeordneten Geck und Quard. Ich selber erhielt von Dr. Seelig die dringende Aufforderung zur Mitarbeit im Gesamtausschuß, um auch hier den besonderen Theaterinteressen der Arbeiter Siz und Stimme zu ver schaffen. Ich habe dieser Einladung Folge geleistet, nicht ohne anfängliches Zögern, angesichts der Weiterentwicklung der Dinge bin ich aber je länger je mehr zu der Erkenntnis gekommen, daß ich richtig daran getan habe, dem Verbande meine Mitarbeit nicht zu berjagen. Dienstag, 15. Mai Ich glaube deshalb den Bildungsausschüssen, soweit fte jett während des Krieges noch aktionsfähig sind und eine Aufforderung zur Weiterarbeit im Verbande zur Förderung deutscher Theaterkultur an sie herantritt, die tatkräftige Mitarbeit mit gutem Gewissen empfehlen zu dürfen. Die Verwertung von Pilzen und Wildgemüsen. Wildgemüsen, Wildsalaten usw. fand im Sörfal des Physiolo Bur Borbereitung für eine ausgiebige Verwertung von Pilzen, gischen Institutes ein Lehrgang statt, der von der Reichsstelle für Diese Weiterentwidelung hat sich in der Richtung vollzogen, Gemüse und Obst in Verbindung mit dem Kriegsausschuß für daß die anfänglichen Tendenzen des Verbandes nicht nur in den Volksernährung veranstaltet war. Einleitend sprach Prof. Rubner Hintergrund getreten, sondern völlig überwunden und von ihren über die Bedeutung der Pilze für die Volfsernährung. Er ging eigenen Befürwortern restlos preisgegeben worden sind. Sie haben davon aus, daß alle vorhandenen Nährwerte die größte Verwertung fich davon überzeugt, daß eine weltanschauliche oder tulturpolitische finden müssen. Als ein nicht zu unterschäbendes Volksnahrung. Begrenzung der Ziele des Verbandes diesen von vornherein als mittel sind die Pilze zu betrachten. Für die Voltsernährung iſt eine Kampforganisation stigmatisieren, die nicht beanspruchen aber nur das wert, was verbaut werden kann. Bei Pilzen sind fann, der deutschen Theaterkultur als solcher zu dienen. An- allerdings die Pilzzellenmembrane schwer verdaulich, nur 26 Proz dererseits haben sich die von Rickelt und Seelig befürworteten werden restlos gelöst, während 74 Proz. ungelöst bleiben. Bei und von anderen unterſtükten Tendenzen so start entwickelt, daß Feinpilzen gehen 36 Proz. der Kohlenhydrate verloren( bei Fleisch sie schlechthin als das Programm des Verbandes gelten fönnen. nur 4 Proz., Milch 5 Proz, gutem Mehl 4 Proz.). Dagegen ist Eine Aufgabe kann der Verband erfüllen, wenn er alle Or das in den Bilzen enthaltene Eiweiß in höherem Grade verdaulich. ganisationen, die sich mittelbar mit der Pflege des Theaters be- Für die Monate Januar, Februar, März, in denen unsere Kost faffen, zu einem Zvedverband, zu einem Theatertonsum- sehr einförmig und man fann sagen: proletarisiert war, fommt berband zusammenfaßt, um dadurch zweierlei au erreichen: es jedoch nicht auf die Nährwerte allein, sondern auch auf die Das ist gute Vorstellungen und Besuch dieser guten Borstellungen durch Abwechselung der Koft und die schmackhafte Form an. Die Massen. Ein Beispiel möge den Gedanken näher erläutern. nicht allein eine Lurusfrage, sondern die anregenden Stoffe spielen Wenn ein sozialdemokratischer Arbeiter einer Aufführung von in der Verdauung eine hervorragende Rolle. Wildsalate und Goethes" Faust" besucht, so trägt er eine andere Art der inneren Waldgemüse haben eine ähnliche Bedeutung wie Spinat und Salat. Erhebung und Erbauung mit nach Hause als der katholische Hand- Brunnentreffe und Brennessel sind ganz wenig holzig. Bevor man werker oder der liberale Kaufmann. Alle drei vereint aber das solche Gemüse zubereitet, müssen alle schlecht verdaulichen Stellen, gemeinsame Intereffe, daß die Aufführung selber technisch so voll wie man es ja auch bei dem Spargel macht, entfernt werden. Der endet wie nur möglich ist. Alle drei können daher auch durch ihre Vortragende bespricht dann die Verdaulichkeit der grünen Gemüse Organisationen die Möglichkeit eines Zusammentoirfens fuchen, und führt an, daß, wenn man von getrockneten Bilzen allein leben um solche guten Borstellungen zu schaffen. Sie haben ferner das wollte, man zwei Kilogramm verzehren müßte, bei Wirsingkohl aber gemeinsame Interesse, daß diese guben Borstellungen von möglichst 14 Kilogramm. Mit Gemüse fann man also nur ein Behntel bis vielen ihrer Arbeitsbrüder, Kollegen oder Gesinnungsgenossen be- höchftens ein Sechstel unserer Nahrung decken. Sehr wichtig ist die Preisgestaltung. Durch die hohen Preise, wie wir sucht werden. Diesen Zwed werden fie gleichfalls durch organisaerlebten, werden diese Nahrungs torisches Zusammenwirten ihrer Vereinigungen leichter erreichen, fie im letzten Winter Auch die als wenn sie zusammenhanglos nebeneinander als gegeneinander mittel der Voltsernährung unmöglich gemacht. Organisation für die Sammlungen muß besser als im wirken und für den Theaterdirektor drei mehr oder weniger Vorjahre gestaltet werden. Damals waren die Anweisungen an die schwache Organisationen statt einer starken bilden. Gemeindevorsteher höchst mangelhaft, ungenau, unzivedmäßig, unverständig. Der Sammeleifer darf nicht an der unrichtigen Stelle einsehen, denn der Aufwand für die Ernährung der Kinder kann größer sein als die gewonnenen Nährwerte. Ebenso muß man mit der Dekonomie der Kräfte sehr sparsam sein. Es darf keine Konkurrenz mit landwirtschaftlichen Arbeiten eintreten. Diese geht bor. Natürlich ist es wünschenswert und besser, wenn die Pilze und Gemüse in frischem Zustande verwertet werden, wenn auch durch die Trocknung der grünen Gemüse deren Wassergehalt herabgemindert wird. Es hat sich gezeigt, daß in der Trodnung noch manches zu wünschen bleibt. Vielfach waren die Trockengemüse so schlecht, daß fie ungenießbar waren, durch Understand und Gewissenlosigkeit ist da schwer gesündigt worden. Man muß sich flar werden, daß alles, was zur Ernährung dient, achtsam und sauber behandelt ist. Wenn die Sammlungen zustandekommen, dann darf die Ware nicht in spekulative Hände geraten, sondern muß möglichst an die Volksspeiseanstalten geliefert werden. Es folgten dann die belehrenden Borträge. Aber was hat der Verband, wenn er sich solche mehr nüchternproletische Biele ſetzt, dann noch mit„ ultur zu tun? Und was für Interesse können dann noch die Produzenten", die Dichter, an ihnen haben? Wenn es durch Zusammenfaffung der Kräfte, durch organisatorisches Einwirken auf die Theaterleitungen und Stadtverwaltungen, durch Schaffung guter Wandertheater für Kleine Städte und Dörfer gelingt, gute Vorstellungen zu schaffen, und wenn es ferner gelingt, die Maffen dafür zu gewinnen, so ist das allerdings eine sehr ernste und wertvolle Arbeit für die Pflege des Theaters, aus der der Kultur im allgemeinen mannigfache Segensströme zufließen, und die den Bühnenangehörigen und den schaffenden dramatischen Dichtern unmittelbar zugute kommt. Dann kann man es der weiteren Entwickelung der Dinge und der Initiative der einzelnen örtlichen Arbeitsgemeinschaften überlassen, ob und inwieweit über dieses elementare Programm hinaus noch eine weitergehende zu sammenarbeit positiver Art zugunsten der Förderung der Theaterfultur möglich ist. Da aber eine Förderung der Theaterkultur lediglich in dieser Begrenzung auch den leidenschaftlichsten Heißspornen als eine Un- Ich habe in den ungefähr zehn Jahren unserer zentralorgani möglichkeit erscheinen mochte, so zog man das Programm von vorn- fierten Bildungsarbeit immer wieder von neuem den starken Gegenherein weiter; man suchte sich und anderen einzureden, die be- sah zwischen dem ftarten Theaterbedürfnis der organisierten Arsonderen Nöte der jungen Katholiken seien allgemeine Nöte. Man beiter und der Schwierigkeit, ihn zu befriedigen, empfinden müssen. forderte daher auch andere Kreise zur Mitarbeit auf. Dieser Ein- Wir haben mannigfache Versuche gemacht, diesen Gegensatz zu überladung leistete, von anderen abgesehen, die Genossenschaft deutscher winden. Sie find, abgesehen von den glänzenden Erfolgen einer Bühnenangehöriger Folge, indem sie ihren Präsidenten Rickelt und Reihe von Bildungsausschüssen in großen und mittleren Städten ihren Rechtsbeistand, den Mannheimer Rechtsanwalt Dr. Seelig, mit günstigen Theaterverhältnissen, zumeist gescheitert oder unzuauf die Tagung entfandte. Diese beiden Männer erfaßten die Be- länglich durchgeführt worden. Ich glaube deshalb, daß auch unsere wegung aber sofort in ihrer eigentlichen Bedeutung: fie fahen in ihr Arbeiterbildungsausschüsse aus einem Zusammenwirken mit anderen nicht eine Angelegenheit der Weltanschauung und des literarisch Organisationen auf diesem Gebiete mannigfache Vorteile ziehen tünstlerischen Programms, sondern eine Frage der Organi tönnen. Ihrer Weltauffassung dürfen sie dabei natürlich nichts sation zur Hebung und Förderung des Theaters. bergeben, was um so leichter ist, als bei dem vein organisatorischen Die weitere Entwidelung hat den beiden Männern recht ge- Zusammenwirken zur Erzielung guter Theatervorstellungen die geben. Sie setzten zunächst entgegen einigen begeisterten Programm- Weltauffassungsgegenfäße so wenig eine Rolle spielen wie bei dem reden in Hildesheim durch, daß die Sabung des Verbandes einen organisatorischen Zusammenwirken der gewerkschaftlichen Zentralneutralen, auf das Organisatorische gerichteten Charakter erhielt, verbände zur Erzielung günftigerer Lohn-, Arbeits- und Ernäh fie bemühten sich ferner mit Erfolg, durch Heranziehung weiterer rungsverhältnisse. Andererseits tommen unsere Bildungsausschüffe und ganz anders gearteter Kreise als die der Gründungsverfamm- bei solchem Zusammenwirken nicht mit leeven Händen. Sie bringen lung der neuen Bewegung die Ginseitigkeit zu nehmen und fie pari- die Maffen mit und ihre reichen organisatorischen Fähigkeiten und tätisch, interkonfessionell und unparteiisch zu gestalten. In Mann- Erfahrungen. 15] Arbeiter. Bon Stijn Streubels. Budeligen glich. In furzer Zeit erkannte man nur noch an den Beinen, daß es menschliche Gestalten waren, das übrige war ein düsterer Klumpen, der sich anschickte, im Nebel unterzutauchen. Die drei Frauen hatten ihnen nachgeftarrt, bis Getmaedes Schwester die Bemerkung machte: Nun muß es gerade noch so schändliches Better werden!" Notizen. Theaterchronit. Das Refidenz- Theater veranstaltet im Ginvernehmen mit dem Striegsamt eine Sondervorstellung der „ Steiner- Mädels" für Schwerarbeiter am 20. Ob dieses Stück den Arbeitern Kunstgenus verschaffen wird, scheint uns einigermaßen fraglich. Wir haben von vornherein einen Ausschuß für die Wahl der Stücke verlangt. Was ist daraus geworden? Wolfleidung, der vielseitig verdiente Wissenschaftler und LebensProfessor Gustav Jäger, der Befürworter der Bollfleidung, der vielseitig verdiente Wissenschaftler und Lebensreformer, ist in Stuttgart vierundachtzigjährig einem Schlaganfall erlegen. www Das Taschentelephon. In Kopenhagen wurde dem Ingenieur E. Tigerstedt ein Patent auf ein von ihm erfundenes Taschentelephon erteilt. Der Apparat ist ungefähr so groß wie eine Taschenuhr und mit einem furzen Zeitungabraht sowie einem Stechtontatt verfehen. Um ihn allgemein anwendbar zu machen, müßten an Hauswänden, elktrischen Leitungspfeilern usw. Sted. dosen angebracht werden, damit der Taschenapparat mit der Zentrale in Verbindung treben kann. verstecken könne. Zum ersten Male empfand sie die Angst und den Schrecken vor Dieben, Einbrechern und Mördern, Die Männer hatten noch zwei gute Stunden Wegs zurückzulegen. Die Richtung ward ihnen durch die großen Bogenlampen gewiesen, die drüben am Horizont hingen wie eine Reihe Sterne und in dem Nebel von einem großen roten Hof umgeben waren. Es war noch nicht dunkel, aber der Himmel war sehr trübe; der Nebel lag dick auf der Erde und der Wind führte in heftigen Stößen scharfen, feinen Regen mit sich. Draußen vor dem Gartenpförtlein nahmen die Männer Abschied. Ueber die Kinder wurde ein Streuz gemacht. Jvo Sie und Emma wollten sich entfernen. gab Manse die Hand, und diese Gelegenheit benügte er, um, Kommt noch ein wenig rein," schlug Manse vor. Aber von den anderen ungesehen, ſein Geld abzuliefern. Mit Emma gab vor, fich in der Dunkelheit zu fürchten, und die einem Brummer und einem schnellen Rud fühlte sie das andere wollte auch am liebsten direft nach Hause. Sie hatten Liebchen schon vergessen zu haben, es war, als sei Lederbeutelchen in ihrer Hand. " Auf Wiedersehn!" war alles, was er fagte. Gu'n Zag, Jungens, und seid brav gegen die Mutter, berstanden!" "' n Zag, Jvo!"- Und während sie selber ihre Schürze gegen die Bange hielt, um den falten Wind abzuwehren, fiel ihr mit einem Gefühl des Bedauerns und des Vorwurfs ein: ins Bett. Sie schritten wader fürbaß, wenn fie auch einander in der Dunkelheit nicht sahen, und sie mußten laut gegen den Wind rufen, um sich gegeuseitig zu verstehen. Sie schwätten, um sich den Weg abzufürzen. Sarel schten sein fci einander nichts zu sagen und wollten am liebstent bei sich be- sei es nach aller Erwartung ausgefallen und ein ganz gehalten, was sie empfanden. wöhnliches Ereignis, daß sie sich hier auf dem Wege nach Manse ging dann allein hinein und steckte die Buben Walenland befanden. Nur Ivo blieb schweigsam und in sich gekehrt und schritt, in seine eigenen Gedanken vertieft, ein Ihre Enttäuschung war jekt vorüber. Nachdem es einmal wenig abseits von den anderen einher. Er fonnte seine Entvollzogene Tatsache war, konnte ihr einfaches Gemüt nicht täuschung noch nicht meistern, nicht vergessen, was er sich mehr trauern über Dinge, die hätten anders sein tönnen. als sicher vorgestellt hatte. Um so weniger, weil ihm Hättst du doch den Anzug gekauft, Ibo," sagte fte. Leute, die großes und vieles Elend erduldet haben, stellen graute vor dieser Zuckerfabrik, vor dem Walenland und dieser Da stehst du nun mit deinem dünnen Wams und deinem geringere Anforderungen in bezug auf das, was nicht direkt ganzen Gegend. Er hatte schon früher dort gearbeitet und, bloßen Hals." mit des Lebens Notdurft zusammenhängt; thre eigenen Ge- dachte jetzt mit Schrecken an jenes Ungeheuer mit seinem Das is das wenigste!" begütigte er. Und um zu zeigen, nüffe oder Wünsche zählen nicht viel, und sie geben sich nicht Lärm und seinem Getöse, seinem Dampf und seinem Geftant, daß es ihn nicht fümmerte, zog er seine Müze tief herab, gerne unnüger Traurigkeit über nebenfächliche Dinge hin. mit den schrecklichen Kesselrachen, die unabläffig Rüben schlug den schmalen Stragen seiner Jade auf und warf den Sie sind gewöhnt, sich ins Unvermeidliche zu fügen, und ver- fressen, die immerfort, Tag und Nacht gefüttert werden Zwerchfad über die Achsel. langen nur das Allernotwendigste. Das Schlimmste, was sie müssen und ihren Fraß erbarmungslos zermahlen und zerSarel und Emma standen abseits beisammen, um threr- fürchten, ist der Hunger. Darum war Manse bereit, auf alle malmen, schneller, als man ihn mit hundert Armen und feits von einander Abschied zu nehmen. Sie hatten im ihre Wünsche zu verzichten, und ohne Nachdenken opferte sie hundert vollen Schaufeln hineinwerfen kann. Er fannte die Stillen ein wenig geflüstert, nun es aber darauf antam, ihre ganze Empfindsamkeit hinsichtlich ihres Mannes, wenn große Maschinenkammer, die Werkpläge mit ihrem Geraffel wollte er fich start zeigen und nicht empfindsam sein. Er nur Arbeit und Geldverdienst dafür entschädigte. und ihrem Gestampf und den süßlich- faden Geruch des Zuckers, drückte zum legten Male des Mädchens Hand und hielt ste Dieser Abschied aber, dieser trübe Abend, diese plötzliche der wie Dred und trüber Auswurf unten aus den Kesseln tropst einen Augenblick in der ſeinigen. Einsamkeit, wo sie Lust und Leben erwartet hatte, dieser und weiter getrieben wird in andere Gefäße. Er sah das " Halt dich stramm, laß es dir gut gehn... und es Gegensatz stimmte sie wehmütig, und nachdem sie jetzt ganze Ungetüm vor sich stehen mit seinen hohen Schornsteinen bleibt bei dem, was wir abgemacht haben!" allein im Hause war, ließ sie sich von ihren Empfindungen und seinen formlosen, unordentlich zusammengedrängten BauSie gingen. Die fünf oder sechs Schnitter in einer übermannen und meinte leise. Endlich dachte sie an das lichkeiten, und die Rübenhaufen, die Berge von Rüben, einen Gruppe, den Kopf gegen den Wind borgeneigt, den Zwerch- Geldbeutelchen in ihrer Schürzentasche, und von Neugierde neben dem andern... und die Schiffe, die am Kai lagen, sad auf dem Rücken und die Hände tief in den Hosentaschen geplagt, entleerte fie es in ihren Schoß und begann zu und die Schiffe, die auf der Schelde daher fuhren und immer bergraben. Sie gingen nebeneinander über den lehmigen zählen. Es waren silberne Fünf- und Zwei- und Einfrant- neue Ladungen Rüben brachten. Er selbst sollte nun bald Weg, über ihnen der Abend und rings um sie dichter Rebel. stücke und zwei kleine Goldstücke. Sie erschrat bei dem Ge- mit den anderen Männern, mit der Last auf der Die Zipfel ihrer Halstücher flatterten ihnen mit flatschendem danken, einen solchen Schatz hüten zu müssen, und nachdem Schulter, den endlosen Gang über die Laufplanken Geräusch um die Dhren, und Rylands blauer Stittel blies fich fie lange die Münzen gezählt und wieder gezählt, suchte sie machen vom Schiff nach dem Kai und vom Kai nach über dem Rüden auf wie eine Blase, so daß er einem ringsum nach einem Plätzchen, wo sie das Geld gut genug dem Schiff. ( Schluß folgt Direktion Max Reinhardt. Deutsches Theater. 7 Uhr: Tobias Buntschuh. Mittwoch, 72: Der Geizige. Kammerspiele. 7%, Uhr: Fasching. Mittwoch: Fasching. Volksbühne. Theat. a. Bülowplatz. Untergrundb. Schönhauser Tor. 7 Uhr: Das Konzert. Mittwoch 8: Elga. Theater i. d. Königgrätzerstr. Dir. C. Meinhard R. Bernauer. 7, Uhr: Erdgeist. 7 Lessing- Theater. Uhr: Madame Legros. Mittwoch: Madame Legros. Donnerstag: Peer Gynt. Freitag: Madame Legros. Deutsches Künstler- Theater. Allabendlich 7% Uhr: Der Kammersänger. Comtesse Mizzi. I. Klasse. Deutsches Opernhaus Theater für Dienstag, den 15. Mai. Metropol- Theater 7 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. 7 Uhr Die Czardasfürstin. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 7%, Uhr: Das Dreimäderlhaus. Gebr. Herrnfeld- Theater. 7% Uhr: Ehe- Urlaub. URANIA Kleines Theater 8 Uhr: 7. U. Hans im Schnakenloch. Komödienhaus Der Vierwaldstätter See Komische Oper 7: Die verlorene Tochter. Berliner Theater 720 Uhr: Die tolle Komteß. 112 Gastspiel Rudolf Nelson Käte Erholz Trude Troll Kurt Fuß Erna Alberti- Trude Dusedann sowie die 12 Spezialitäten 12 des Mai- Spielplans. Rose- Theater. Das Findelfind. 7%, Uhr: Verkäufe * und der Gotthard. Alsollo FRIEDRICHSTR AN DER KOCHST Allabendlich 7, Uhr: Das vielseitige Varieté- Programm! Die Kasse ist ab 10 Uhr geöffnet NATIONAL- THEATER. Stöpenider Str. 68. Lägl. 18 Größter Lacherfolg! Heiratsfeber. Bosse mit Gesang u. Zanz in 8 Aft. Musik von Walter Bromme. Commas 3% 1: aubenlerche. Walhalla- Theater. 7% Uhr: Der fidele Bauer. 7 Uhr Die Dose Sr. Majestät. 20 Min.: Lustspielhaus 7 Uhr: Die blonden Mädels vom Lindenhof. Neues Operettenhaus Zum 250. Male: 7. U.: Der Soldat der Marie. Palast Theater A 700 Gastspiel der Schlierseer mit Xaver Terofal. Heute 7% Uhr: Der Stammhalter. Morgen dieselbe Vorstellung. Sonntag, d. 20. Mai, 3, Uhr: ' s Liserl von Schliersee 30 Min: Residenz- Theater 7%. Die Steiner- Mädels Schiller- Theater O 7%, U.: Hinter Mauern. Schiller- Th. Charlottenb. 7 Uhr: Robert und Bertram. Thalia- Theater Uhr Circus Busch Tägl. 7, Sonnt. 31, a. 72 Uhr: Das neue Mai- Programm. Geschw. Diek, Alf. Geißler, Hubertus und Utlaw, Leo Rauch. Zum Schluß: Riesen- Pracht- Wasser- Pantomime 7. Das Vagabundenmådet. 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