Nr. 134. 34. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: abonnements. Brets pranumerando Vierteljährl 8,90 M, monatl. 1,30 ML möchentlich 30 Pig. fret is Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Boit. Abonnement: 1,30 Mart bro Monat eingetragen in die Bost Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband Tut Deutschland und Desterreich. Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Vostabonnements nehmen Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz an Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für bolitische und gewertschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 20 Big.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erite Mort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97. Donnerstag, den 17. Mai 1917. Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 151 90-151 97. Miljukows Rücktritt. Der Arbeiter- und Soldatenrat gegen Sonderfrieden. Fortdauernder Artilleriekampf beiCraonne und Prosnes. Breiter Grabengewinn bei La Neuville. In Mazedonien Artilleriekampf auch an der Struma- Front. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 16. Mai 1917.( W. Z. B.) Westlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Bei ungünstigen Witterungsverhältnissen war die Gefechtstätigkeit verhältnismäßig gering. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Beiderseits von Craonne und nördlich von Prosnes hielt die gesteigerte Artillerietätigkeit ohne Unterbrechung an. Destlich von La Neuville brach ein märkisches Bataillon auf 600 Meter Breite in den feindlichen Graben ein und hielt die neu gewonnene Stellung gegen mehrere mit starken Kräften geführte französische Angriffe. 175 Gefangene sowie zahlreiche Gewehre aller Art fielen in die Hand der tapferen Truppen. Deftlicher Kriegsschauplak. Die Lage ist unverändert. Mazedonische Front. Das lebhafte Feuer zwischen Prespa- und Dojran- See hat auch auf die Struma- Front übergegriffen. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, amtlich, 16. Mai abends. Bei Regen und Nebel war die Gefechtstätigkeit an der Westfront gering. Bei Roeux und Vangaillon kam es zu örtlichen Jufanteriekämpfen. In Mazedonien sind nördlich von Monastir feindliche Angriffe gescheitert. Der österreichische Bericht. Wien, 16. Mai 1917.( W. Z. B.) Amtlich wird verlautbart: Deftlicher und südöstlicher Kriegsschauplak. Keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplah. Der fünfte Tag der neuen Isonzo- Schlacht war von gleich heftigen Kämpfen erfüllt wie der vorangegangene. Der Feind führte mit großer Zähigkeit seine Massen immer wieder zum Angriff vor. Tausende von Italiern wurden geUnsere Waffen haben den Kampf wieder mit vollem Erfolge bestanden. opfert. Zwischen Auzza und Canale glüdte es dem Feind, in schmalem Abschnitte das linke Isonzo Ufer zu gewinnen. Eine Ausbreitung wurde verhindert. Mehrere starke italienische Anstürme galten abermals den Höhen von Plava und Zagora. Auf dem Kut vermochte der Feind vorübergehend Fuß zu fassen. Wir trieben ihn in erbittertem Handgemenge wieder hinaus. Ebenso erfolglos verliefen für die Italiener alle verlustreichen Versuche, sich des Monte Santo und des Monte Gabriele zu bemächtigen und unsere Linien östlich und südöstlich von Görz ins Wanken zu bringen. Im Bereiche des Faiti Hrib griff der Feind am Vormittag neuerlich vergebens an. Zu einer Wiederholung dieses Vorstoßes kam es nicht, da unsere Artillerie, von den Fliegern zielbewußt unterstützt, die italienischen Angriffskolonnen in deren Gräben durch Fener niederhielt. In der Nacht flaute der Kampf ab. In den Morgenstunden wurde das Geschützfeuer wieder lebhafter. Die Zahl der durch unsere Truppen eingebrachten Gefangenen ist auf 2000 angewachsen; unter diesen befinden sich etwa 50 Offiziere. Zwei italienische Nieuport- Flugzeuge fielen unseren Kampffliegern zum Opfer. In Tirol trat zwischen dem Etsch- und Sugana- Tal die feindliche Artillerie stärker in Wirksamkeit. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Hoefer, Feldmarschalleutnant Der Arbeiter- und Soldatenrat für Beteiligung an der Regierung. Petersburg, 14. Mai.( Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Der Arbeiter- und Soldatenrat hat sich mit 41 gegen 19 Stimmen bei einer Stimme Enthals tung für die repräsentative Teilnahme der sozialistischen Parteien an der Provisorischen Regierung ausgesprochen. Rücktritt Miljukows Kerenski Kriegsminister. Die einstweilige Regierung erklärt soeben, daß sie auf ihrem Posten bleibe. Bezieht sich das auf das Kabinett in seiner Gesamtheit? Oder zieht Gutschkow den anderen mit, dessen Stange er in der Frage der Kriegsfortsetzung gehalten Der Arbeiter- und Soldatenrat ist also über den Be- bat? Nach einer Neutermeldung von gestern ist dies der Fall. schluß seines Vollzugsausschusses, der sich mit 23 gegen Die Meldung lautet: 22 Stimmen bei 8 Stimmenthaltungen Teilnahme erklärte, gegen die hinausgegangen. Daß zwischen Miljukow hat seine Demission angeboten beiden Abstimmungen Entscheidungen sich vollzogen und verläßt das Kabinett. Terestschenko haben, deren politisches Gewicht sich nun auch in der Haltung wird das Ministerium des Aeußeren, Kerenski das Kriegsdes Arbeiterrates äußert, hat der Rücktritt Gutschkows und die Absetzung namhafter Generale erkennen lassen. Wenn der ministerium und das Marineministerium übernehmen. Rat sich jezt zur Teilnahme an der Regierung bereit findet, so hat man daraus zu schließen auf ein Erstarken der Ueber- Auf einer Tagung des Moskauer Arbeiter- und Soldatenrats, zeugung, daß die Möglichkeiten, die Ziele des Rates in der Politik der Regierung durchzusehen, größer geworden sind. Für die Beteiligung trat aber nur eine Zweibrittelmehrheit chert. ein. Die Gegnerschaft ist also zahlenmäßig sehr beachtens der unter Tscheidses Vorsitz tagte und sich vorläufig gegen die Bilbung eines Stoalitionsfabinetts aussprach, hat nach den„ Daily News" Reren& fi gewarnt, sich auf der östlichen Front zu ver brüdern, wenn auf der westlichen schwer gefämpft werde. Er sagte: Wir sind auf dem Weg zum Frieden. Ich wäre nicht in der vorläufigen Regierung, wenn die Verwirklichung des Volkswillens, dem Krieg ein Ende. zu machen, nicht das Streben der ganzen Regierung wäre. Aber man fann auf verschiede= nen Wegen dahin gelangen." Sturm im Reichstag. In der Nacht vom 14. zum 15. hat der Geschäftsführende Ausschuß des Arbeiter und Soldatenrates über die Bedingungen beraten, unter denen Vertreter der sozialistischen Partei in die vorläufige Regierung eintreten würden. Die Grundlagen dafür sind nach der Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur:" Ein Programm tätiger auswärtiger Politit, das offen unsere erstrebenswerten Ziele verfolgt, den Völkern das Recht einzuräumen, felbst über ihre Zukunft zu entscheiden." Der Kriegsminister gegen den Verfassungsausschuß. In einer Stockholmer Meldung sagt das„ B. T." über den Die gestrige lette Sigung des Reichstages vor seinen Inhalt dieses Programms: Die auswärtige Politit soll offene bis zum 5. Juli dauernden Ferien brachte ganz unerwartet Ziele verfolgen und so schnell wie möglich versuchen, einen einen dramatischen Knalleffekt. allgemeinen Frieden ohne Annegionen und Vormittags gab es noch Optimisten, die es für möglich ohne Kriegsentschädigung auf der Basis der Selbstbestimmung der Völker herbeizuführen. Bestimmte Maß nahmen sollen zur Demokratisierung der Armee und zur Stärkung der militärischen Kräfte an der Front und zur Verteidigung der Freiheit Rußlands getroffen werden. Außerdem soll eine Reihe sozialer, wirtschaftlicher und finanzieller Reformen verlangt werden. Das Exekutivkomitee wählte eine besondere Kommission, die den Auftrag erhielt, hierüber mit der provisorischen Regierung zu unterhandeln. Das Ziel des Arbeiter- und Soldatenrats deckt sich also mit dem Ziel, das die deutsche Sozialdemokratie für Stock holm abgesteckt hat: Ein allgemeiner Friede, kein Sonderfriede. hielten, daß der Reichstag seine dritte Lesung und damit den gegenwärtigen Tagungsabschnitt noch zu einer frühen Nachmittagstunde zu Ende bringen würde. Zwar wurde die Erörterung über die innere Neuorientierung", die am Tage vorher von dem Abgeordneten Naumann eingeleitet worden war, einige Stunden hindurch fortgesetzt, und die Führer der einzelnen Parteien beteiligten sich daran; zwar stand auch zu den verschiedenen Etatstiteln, besonders zum Kriegsministerium, eine stattliche Anzahl von Rednern auf der Liste. Aber man tröstete sich damit, daß erfahrungsgemäß bei der dritten Lesung nur kurze Reden gehalten werden. Es sollte anders kommen. An einer ganz unerwarteten Stelle und zu ungewohnter Zeit brach sich gewaltsam noch einmal die Verfassungsfrage Bahn und förderte trop Aufruf gegen Sonderfrieden an die dieser Plöglichkeit Ergebnisse zutage, die in gewisser Beziehung wichtiger und wertvoller für die Beurteilung der gegenSozialisten aller Länder. wärtigen Sachlage sind, als die gesamten Verhandlungen des Petersburg, 15. Mai. Der Petersburger Telegraphen- Ausschusses und die Plenarerörterungen am Dienstag und Agentur zufolge hat der Arbeiter- und Soldatenrat einen Aufruf an Mittwoch. Die Reichsleitung fam zu Wort. Freilich die Sozialisten aller Länder gerichtet, der sich gegen die Imperialisten nicht durch den berufenen Mund und nicht in einer wohlin aller Welt wendet und erklärt, daß die ruffischen Revo überlegten Erklärung, aber eben deshalb um so ungeschminklutionäre keinen Sonderfrieden, wünschen, der dem deutsch- österreichischen Bunde die Hände freimachen würde. Ginter und wahrheitsgetreuer wenigstens für gewisse Teile der Regierung. derartiger Friede wäre Verrat an der Sache der Bisher hatte die Regierung sich zu den Beschlüssen des Arbeiterbemokratie aller Länder. Der Aufruf spricht Verfassungsausschusses nicht geäußert. Sie hat zwar an den den Wunsch aus, daß die von der russischen Revolution vertretene Verhandlungen teilgenommen, aber offiziell nur, um sich zu Sache des Friedens durch die Bemühung des internationalen Broletariats Erfolg haben möge, und lädt die Bertreter aller sozialisti- unterrichten, wenn sich der Vater aller verfassungsmäßigen letariats Erfolg haben möge, und lädt die Bertreter aller sozialisti Hindernisse, der Ministerialdirektor Lewald auch schen Gruppen zu der Konferenz ein, deren Einberufung der Arbei- alle Mühe gegeben hat, den Reformarbeiten Blöcke auf Blöcke ter- und Soldatenrat beschloffen hat. Gleichzeitig hat der Rat einen in den Weg zu wälzen, ein heißes Bemühen, für das ihm Aufruf an das russische Heer übrigens am Mittwoch im Reichstag aus dem Munde eines fonservativen Redners das von dieser Seite wohlverdiente, gerichtet, der sich in den gleichen Gedankengängen bewegt, die Lob zuteil wurde. Auch in den Verhandlungen am DiensTruppen auffordert, die russische Freiheit zu verteidigen und den tag und Mittwoch schwieg die Regierung. Sie hatte am Angriff nicht aufzugeben und folgendermaßen schließt:„ Der Dienstag Naumann, Westarp und Landsberg reden lassen, Friede wird nicht durch Sonderverträge, nicht ohne sich dazu zu äußern, sie hörte am Mittwoch schweidurch Verbrüderung einzelner Regimenter und gend die Darlegungen des Nationalliberalen Schiffer, des Bataillone errungen werden. Dieser Weg wird der ruffi- Bentrumsabgeordneten Gröber, des Unabhängigen Haase, schen Revolution nur zum Verderben gereichen, deren Heil nicht in des Konservativen Kreth und des Freisinnigen Müller- Meieinem Sonderfrieden oder einem Sonderwaffenstillstand liegt. Werft ningen an. Allerdings wirkt auch Schweigen unter Umalso alles von euch, was unsere militärische Macht schwächt, alles was ständen sehr beredt, und es gab und gibt der Zeichen genug, das Heer zersetzt und seine Moral untergräbt. Soldaten, feid die dieses Schweigen deutlich genug als das Schweigen des würdig des Vertrauens, das euch das revolutionäre Rußland ent- Mißbehagens, des Mergers über das Drängen des Reichsgegenbrachte!" tags erkennen laffen. Aber man ist nach der plöglichen Debatte am Spätnachmittage des gestrigen Mittwoch nicht mehr auf Zeichenden terei angewiesen. Ein sehr wichtiges Mitglied der Reichsleitung, wenn es verfassungsgemäß auch nur der Minister eines Bundesstaats und nur als solcher„ Bundesratsmitglied" ist, der preußische Kriegsminister v. Stein, sonst ein starker Schweiger, hat in einem unbeherrschten Augenblick des Aergers seinem Herzen Luft gemacht. beutscher Seite vor. Ganz Rußland und mehr noch, die ganze landeten unsere Flugzeuge wohlbehalten in unserem flandrischen Welt, wissen heute, daß Deutschland keine Eroberungs- Stützpunkt. Ersteres sowie die beiden feindlichen Flugboote wurden absichten gegen Rußland hegt, und daß Rußland zu durch unsere Torpedoftreitkräfte eingebracht, die französischen Insassen, jeder Stunde mit Deutschland und ebenso gut mit Oesterreich ein Offizier und zwei Unteroffiziere, gefangen genommen. Ungarn einen ehrenvollen Frieden schließen kann... Der Chef des Admiralstabes der Marine. Wir alle sind dem deutschen Reichskanzler dankbar für die männlichen Worte, die er gesprochen hat. Er hat die Legende getötet und das Lügengewebe zerriffen, das für uns alle Das Ergebnis der Westoffensive. schädlich war, die Legende von den deutschen Abfichten auf Annektierung russischen Gebietes. Mit jenem Freimut, der den höchsten Amsterdam, 16. Mai. Dr. Kuyper schreibt im„ Standaard": Staatsmann des verbündeten Deutschen Reiches tennzeichnet, Nun gibt man auch bei den Alliierten zu, daß der große Durch hat er den Satz gesprochen, der wiederklingen wird in Herzen bruchsversuch auf der Westfront in Frankreich und Belgien von Millionen, der Millionen beweisen wird, daß dieser Krieg das Ziel, das man sich gefezt batte, nicht hat erreichen eine von uns unverschuldete Notwendigkeit ist, daß es ein Verönnen. Es wird nicht in Abrede gestellt, daß die Offensivmacht teidigungskrieg ist, und daß er, wenn die Feinde nicht hören und riesenhafte Ausdehnungen angenommen hatte und daß nicht nur Vernunft annehmen wollen, durchgekämpft werden muß und französische und englische, sondern auch russische und portugiesische durchgekämpft werden wird, daß es nur eine Parole gibt: Truppen ihre Kontingente für dieses verwegene Unternehmen geDurchhalten!" liefert hatten, und daß als Frucht dieser Kombination ein Streifen des in Frankreich von den Deutschen besetzten Gebietes wieder unter französische Herrschaft zurückkehrte; aber militärische Bedeutung hat dieser Landstreifen nicht. Augenscheinlich war es Hindenburgs mili tärische Erfindungsgabe, die auch hier den riesigen Angriff zum Mißerfolg verdammte. So war wohl auf der einen Seite Gelände verlust, aber was beide Parteien dann auch für Opfer brachten, das Hauptziel, auf das der Angriff der Entente gerichtet war, ist nicht erreicht. Unser Genosse Schöpflin hatte den unerhörten Fall zur Sprache gebracht daß ein Mitglied des reußischen Landtags trop Bemühungen des preußischen Kriegsministers und der reußischen Regierung nicht den notwendigen Urlaub von seinem Truppenteil zur Teilnahme an den Verhandlungen des Landtags erhalten kann. Schöpflin zog daraus die Schlußfolgerung, daß es mit der Macht des Kriegsministers über die Truppenfommandeure doch verteufelt schlecht bestellt sein müsse, und daß es Zeit werde, diesen Zustand durch berfassungsrechtliche Maßnahmen zu ändern. Da erhob sich der Kriegsminister zu einer der von ihm beliebten, schon in Wir haben schon gestern ausgeführt- und der jüngste der Form soldatisch- schroffen und furzen Erklärungen: wenn Aufruf des A.- und S.- Rats bestätigt diese Auffassung, daß neuerdings öfter davon die Rede gewesen sei, dem Kriegs- der Frieden, auch mit Rußland, erst dann zu haben sein wird, minister ein Geschenk zu machen durch Erweiterung seiner wenn Deutschland nach allen Seiten hin seinen flaren VerMachtbefugnisse, so danke er für ein solches Da- icht auf jeden Eroberungsfrieg ausspricht. Der ungarische naergeichen f. Seine Befugnisse gingen weit genug offiziöse Pester Lloyd" nimmt diese Bedingung als schon und in Konfliktsfällen entscheide für ihn sein Oberster erfüllt, borweg, indem er erklärt: Kriegsherr. " Die volle Uebereinstimmung zwischen den Mittelmächten ift außer Frage, sie besteht sowohl hinsichtlich ihrer russischen Kriegspolitit, als auch in betreff ihrer übrigen Kriegsziel politik." Das war eine zwar verblümte, aber doch hinreichend deutliche Antwort auf die Arbeiten des Verfassungsausschusses und auf die Bemühungen der breitesten Kreise des Volkes, aus dem ungeheuren Erlebnis dieses furchtbaren Krieges wenigstens bessere Wege für die deutsche Zufunft zu retten. Die Antwort spiegelt deutlich die Stim" Man weiß also, wie man in Wien und Budapest die Rede des Reichsfanglers verstanden wissen will. Der Angriff auf Zeebrügge. mung bestimmter einflußreicher Kreise, besonders die der Die einstweilige Regierung über Gutschkows unterſeeboots flotte, bas feit zwei Jahren ausgebaute Zeebrügge, höheren Offiziere, wider. Jede Erweiterung der Machtbefugnis des Reichstags also damit des Volkes, ist ihnen ein Greuel. Sie wollen vor allen Dingen in feiner Weise von der Mitentscheidung des Reichstags abhängig sein. Das preußische Kriegsministerium und die hinter ihm stehenden Kreije gehören zu den starken und einflußreichen Bremsen, die, besonders in Preußen, an der Arbeit sind, jede Fortentwicklung der neuen Verhältnisse Deutschlands zu verhindern. Herr von Bethmann Hollweg mag wollen, aber die anderen wollen nicht. Die andern waren bisher, soweit die Deffentlichkeit wußte, der Landwirtschaftsminster v. Schorlemer, der Minister des Innern v. Loebell und der Justizminister Beseler. Ihnen gesellt sich jetzt, und an Einfluß wahrlich nicht als lekter, der Kriegsminister v. Stein hinzu! Die weitere Entwicklung der Dinge wird zeigen, auf welcher Seite die größere Stärke und Entschiedenheit liegt. Der Schweizer Militärkritiker Stegemann schreibt im Berner Bund": Wie sehr die Angriffstätigkeit der deutschen Unterseeboote auf die englischen Flanken drückt, zeigt der große Angriff, den die englische Marine auf den westlichsten Stützpunkt der deutschen Rücktritt. ausgeführt hat. Offenbar handelt es sich um ein groß und ernst gemeintes Unternehmen, zu dem zur zu dem zur See zahlreiche Petersburg, 15. Mai.( Meldung der Petersburger Tele- iffe und in der Luft starte Bombardierungsgraphen- Agentur.) Die vorläufige Regierung veröffentlicht geschwader in Bewegung gesezt worden sind. Daß das Doppelbombardement Schaden angerichtet hat, ist von vornherein anzunehmen, Aus Anlaß des Austritts des Kriegs- und Marineminifters. Gutschlow aus der Vorläufigen Regierung und der Gründe zufragt sich nur, ob die Anlagen so start beschädigt wurden, daß die diesem Entschluß erinnert die Regierung baran, daß ihre Ansicht Tätigkeit der Unterseeboote dadurch gehemmt wird. In jedem Falle über die gegenwärtige politische Lage in der in vollem Einvernehmen ist nur der am meisten ausgesetzte Stügpunkt der Unterseeboote mit Gutschkow an die Bevölkerung gerichteten Erklärung vom 8. Mat getroffen worden, deren Aktionsradius längst die Ausfahrt aus den dargelegt wurde. In dieser Verlautbarung hat die Vorläufige Res alten Heimathäfen gestattet. Staat fich in Gefahr befinde, und daß zu feiner Rettung die Aus- britische Marine zum Gegenangriff schreitet, um den gierung dem Lande ganz offen und unumwunden erklärt, daß der Man gewinnt jedoch den Eindruck, daß nun auch die nügung aller lebendigen Kräfte und völliges Vertrauen zur Regie- Stützpunkten der deutschen Unterseeboote au Leibe zu geben, nachrung dringend notwendig feien. Gleichzeitig hat die Regierung einstimmig beschlossen, ihr Möglichstes zu tun, um die schöpferischen dem die Abwehr der Unterseeboote sich als wirkungslos er Kräfte, die an der verantwortlichen Arbeit der Regierung noch nicht wiesen hat. England kämpft jetzt nicht weniger teilnehmen, zum Eintritt in ihren Kreis zu veranlaffen. Ganze als Deutschland, und man muß mit einem systematischen Ohne die Lösung dieser Frage abzuwarten, hat es Gutschkow Feldzug gegen die Stüßpunkte der deutschen Unterseeboote für möglich erachtet, aus der Vorläufigen Regierung auszufcheiden rechnen, dessen erster Aft in dem lleberfall auf Beebrügge bestanden und sich von der Verantwortung für die Geschicke Rußlands freizu bat. An deutschen Gegenmaßnahmen wird es nicht fehlen. Damit machen. Indem sich die Vorläufige Regierung vollkommen Rechenfchaft ablegt von der Gefahr, die sich gegenwärtig vor Rußrüdt auf beiden Seiten die Seeflanke in den Vordergrund des land nach den von ihm durchgemachten Erschütterungen aufrichtet, Intereſſes. Gelingt es den Briten nicht, durch rücksichtsloses Einglaubt sie sich nach ihrer Gewissenspflicht nicht berechtigt, die fezen ihrer See- und Luftstreitkräfte die deutschen Häfen so zu beaft ber macht nieberzulegen und bleibt auf ihrem schädigen, daß die Berringerung des Frachtraumes durch diese oder Boiten. Die Vorläufige Regierung hegt das Vertrauen, daß die andere Maßnahmen wieder auf den alten Stand heruntergedrückt Teilnahme neuer Bertreter der Demokratie an der verantwortlichen wird, so ist England im September taum noch im. Regierungsarbeit die Einheit und Fülle der Macht wiederherstellen stande, den Krieg mit Aussicht auf Erdauerung wird, in denen das Land fein Seil finden wird. Wie Reuter meldet, suchten, furz bebor Gutschfoto feinen bes Erfolges zu Ende zu führen, von einer Evolution im Osten ganz zu schweigen. Rücktritt anbot, die Generale Brusfilom und Gurko ihre Entlassung nach; über ihre Gesuche soll nach der Ernennung von Gutschkows Nachfolger entschieden werden. Die Entscheidung wird also nunmehr fallen können. um das Die Bemerkungen des Kriegsministers hatten im Reichstag eine für den Herrn allem Anschein nach ganz unerwartete Wirkung. Als erster trat unser Genosse Scheidemann, der Vorsitzende des Verfassungsausschusses, auf den Plan, um mit kurzen, deutlichen Worten die Herausforderung des Kriegsministers an den Reichstag abzuweisen: nicht um Geschenke und Rechte für den Kriegsminister handele es sich, sondern um neue Rechte für den Reichstag. Gerade die Rede des Kriegsministers zeige, wie notwendig es sei, daß der Verfassungsausschuß seine Arbeiten entschlossen fördere. Als zweiter griff der Fortschrittler Müller- Meiningen in die Debatte ein, der den Kriegsminister gleichfalls scharf in die Schranken zurücwies. Dann aber fam ein Konservativer, der bekannte Direktor der Spirituszentrale reth, der in bestimmte Worte faßte, was die fonservative Fraktion schon vorher durch ihr Verhalten bei der Rede des Kriegsministers genugsam hatte erkennen lassen. Er dankte Herrn v. Stein Havas meldet: Der Ministerrat beschloß, General für sein mannhaftes Auftreten und suchte gleichzeitig durch Pétain zum Oberbefehlshaber zu ernennen, bestimmte hämische Bemerkungen die Armee gegen den Reichstag auf Nivelle zum Befehlshaber einer Armeegruppe und erzuheben. Ihm antwortete wieder Müller- Meiningen und Nach Meldungen aus Petersburg ist scheidse von feiner nannte& och zum Generalstabschef. Damit ist Pétain dem der Nationalliberale Stresemann, worauf der Konjer- Reise nach Schlüffelburg nach Petersburg zurückgekehrt. Er erklärte, General Nivelle übergeordnet worden. Diese Neuordnung vative Graf West arp seinem Fraktionsfollegen Kreth und die Gerüchte dem Ausbruch einer Loslösungsbewegung, des französischen Oberkommandos ist als das Vorergebnis des dem Kriegsminister beisprang. Bis dahin hatte das Zentrum die die Bildung einer selbständigen Republik mit Schlüffel Interpellationssturmes anzusehen, der sich wegen der Aisnegeschwiegen. Jetzt holte aber Gröber zu einem wuchtigen burg als Hauptstadt verfolge, auf das entschiedenste für schlacht immer bedrohlicher in der Deputiertenkammer anSiebe aus. So könnte die notwendige Zusammenarbeit von unrichtig. Nach den Daily News" fagte scheidse, Regierung und Reichstag nicht gefördert werden, wie der baß die bortigen Ereignisse start aufgebauit feien gekündigt hat, ohne bisher losgebrochen zu sein. Kriegsminister die Sache anfasse. Die Ausschußberatungen und daß man keinen Anlaß zu ernsten Unruhen habe. hätten die Militärs trop erfolgter Einladung geschnitten und fich aus ihnen nicht unterrichtet, statt dessen trete der Kriegsminister hier in verletzender Weise gegen den Reichstag auf. Wir brauchten flare Rechtsverhältnisse, der Reichstag müsse wissen, wer ihm gegenüber die Berantwortung in den mili tärischen Angelegenheiten habe. Nun sah sich auch die Regierung zu einer Aeußerung genötigt. Zuerst sprach noch einmal der Kriegsminister, allerdings ziemlich nichtssagend, im wesentlichen zog er sich aus dem Trommelfeuer der rednerischen Schlacht zurück. Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Herr Dr. Helfferich, aber suchte Del auf die brandenden Wogen zu gießen und tröstete sich mit der Hoffnung, daß auch der Reichstag in den Beschlüssen des Ausschusses noch nicht der Weisheit letzten Das tut er gewiß nicht. Wir Sozialdemokraten sehen in ihnen nur einen ersten schwachen Anfang und hoffen unsererseits, daß die zweite Lesung der Anträge fie noch in der Richtung des Fortschritts verbessert. Gerade das Berhalten der Regierung, ihr zweideutiges Schweigen, ihr Schwanken und Zögern in der Erfüllung gemachter Versprechungen zwingt den Reichstag, noch entschiedener als bis. her seine Rechte zu wahren und zu erweitern. Schluß sehen möge. Zu den verschiedenen Etatstiteln wurden Beschwerden hauptsächlich von sozialdemokratischen Rednern vorgetragen. Unser neugewählter Genosse Stahl nahm dabei in einer furzen und wirkungsvollen Rede, in der er sich als fachkundi. ger und gewandter praktischer Arbeitervertreter erprobte, die Interessen der Waffen- und Munitionsarbeiter, besonders jeines Wahlkreises Spandau, wahr. Bei der Gesamtabstimmung lehnte die sozialdemokratische Fraktion mit einer von Gradnauer verlesenen Erklärung den Etat ab. Die Vorgänge in Schlüsselburg. bon Der Krieg auf den Meeren. 43000 Tonnen im Atlantischen Ozean versenkt. General Pétain Oberbefehlshaber. Das Ringen um Roeux Der Vorstoß bei la Neuville. Berlin, 16. Mai 1917.( W. T. B.) Des ruhigen Besizes von Roeug vermochten sich die Engländer nicht lange zu erfreuen. Um Bahnhof, Dorf und Bart haben sich neue Stämpfe entsponnen, die noch nicht abgeschlossen sind. Südwestlich Biencourt machten die Deutschen Fortschritte. Im übrigen war an der Arrasfront inBerlin, 15. Mai. Neue U- Boots- Erfolge folge geringer Sicht und ungünstiger Witterungsverhältnisse die Geim Atlantischen Ozean. Fünf Dampfer und vier fechtstätigkeit verhältnismäßig gering. Segler mit 20 000 Br.-R.-T. Unter den versenkten Schiffen Nördlich St. Duentin versuchten die Engländer nach heftigem befanden sich n. a. folgende: Der englische Dampfer Artilleriefeuer in der Nacht vom 15. zum 16. einen Vorstoß gegen Comedian( 4889 Br.-K.-T.) und Ikbal( 5434 Br.-R.-T.), die deutschen Feldwachen, der abgewiesen wurde. Gefangene wurden beide mit Getreide und Munition beladen. Die übrigen ver- eingebracht. fenkten Schiffe führten n. a. folgende Ladungen: Ein Auch an der Aisne hielt sich am 15. das Artilleriefeuer im Dampfer Holz und Maschinenteile, zwei Segler Kohlen und allgemeinen in mäßigen Grenzen. Französische Handstreiche in der zwei Segler Holz. Gegend von Nilles und Corbeny abgewiesen. Der erfolgreiche Vorstoß eines märkischen Bataillons östlich von Ia Reubille brachte außer den gemeldeten 175 Gefangene, darunter 7 Offiziere, 14 Maschinen- und Schnelladegewehre ein. Außerdem wurden Gewehre und Munition in größeren Mengen erbeutet. Die Gefangenen gehören drei Regimentern von zwei französischen Divisionen an. Die Franzosen versuchten sofort mehrere Gegenangriffe, die sämtlich blutig abgewiesen wurden. Ebensowenig gelang ein planmäßig nach Trommelfeuer von starken Kräften vorgetragener Angriff um 9.15 Uhr abends. In dem konzentrischen Feuer der deutschen Maschinengewehre brachen die französischen Angriffswellen verluftreich zusammen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Berlin, 16. Mai. Amtlich. Nene U- Boots- Erfolge im Atlantischen Ozean: Sechs Dampfer, ein Segler mit 23 000 Br.-T. Unter den versenkten Schiffen befanden sich u. a. folgende: Der bewaffnete englische Dampfer Tretive ( 3087 Zonnen) mit 4400 Tonnen Kohle von Cardiff nach Genua, Kapitän wurde gefangen genommen; die eng Iischen Dampfer Horsa( 2949 Tonnen), Ladung Erz, und owdale( 2660 Tonnen), Ladung Koks von Newcastle nach Tunis, ferner ein großer bewaffneter Dampfer, dessen Name nicht festgestellt werden konnte. Von den übrigen versenkten Schiffen hatten n. a. ein Dampfer Lebensmittel und Munition, der Segler Mais und Delkuchen geladen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Feindliche Kriegsberichte. Franzöfifcher Heeresbericht vom 15. Mai nachmittags. Gestern bei Tagesende griffen die Deutschen nach heftiger Befchießung des Chemin des Dames in der Gegend nordwestlich von Brayeen Laonnois unsere Stellungen auf breiter Front gegen Les Bovettes und 2'Epine de Chebrigny an. Unser Sperr Scheitern, der unsere Linien nicht erreichen fonnte außer an einem Amtlich. Berlin, 16. Mai. Am 15. Mai vormittags trafen Buntte, wo eine Abteilung in einem unferer vorgeschobenen Wie man Bethmann in Wien lieft. brei deutsche Seekampfflugzeuge unter der Führung des Leutnants Gräben füdwestlich von Fillain Fuß faßte. Feindliche HandDas offiziöse Wiener Fremdenblatt" bespricht in einem zur See Chriftiansen vor der Themfemündung auf ein feindliches streiche gegen unsere Bosten nördlich von Craonne, östlich der langen Artikel die gestrige Ranglerrede und kommt dabei zu Flugzeuggeschwader, bestehend aus einem Sonwith- Kampfeinfiser und Höhe 108 und nordöstlich von Aubérive scheiterten in unserem folgendem Ergebnis: zwei Flugbooten. Nach kurzem, heftigem Luftkampfe wurden die drei Feuer; wir machten Gefangene, darunter einen Offizier. In der Woebre und in Lothringen drangen unsere Abteilungen an Mit einem flaren, einfachen, ehrlichen und offenen Sah feindlichen Flugzeuge abgeschoffen. Der Seekampfeinfiser stürzte mehreren Bunften in die deutschen Linien ein und führten Gezerreißt er alles Lügengewebe und erklärt Deutschlands östliche senkrecht ab und zerschellte beim Aufschlag aufs Waffer. Die beiden mehreren Bunften in die deutschen Linien ein und führten Gefangene mit zurüd. Grenze und dessen freundnachbarliches Verhältnis zu Rußland Flugboote wurden schwer beschädigt zur Landung gezwungen. Eines Bom 15. Mai, abends. Der Tag war ruhig und ohne Inim friedlichen Einvernehmen mit der Regierung dieses Staates unserer Flugzeuge mußte infolge einiger Beschädigungen auf dem fanteriekampf. Der Artilleriekampf ging in verschiedenen Abregeln zu wollen. So liegen nun in dieser hochwichtigen Frage Wasser landen; seine Infassen wurden von dem Leutnant zur See schnitten weiter. Es bestätigt sich, daß der Feind bei den Angriffen fast identische Erklärungen von österreichisch ungarisches und Christiansen auf dessen Flugzeug genommen. Bis auf das beschädigte am geftrigen Tage sehr schwere Verlufte erlitten hat. Oesterreichische Erklärung zur Kanzlerrede. Seefliegerkampf vor der Themsemündung. feuer und unfer Maschinengewehrfeuer brachte den Angriff zum Englischer Heeresbericht vom 15. Mai. Früh am Morgen bes] Die innerdeutschen Annexionspläne werden dementiert.[ schoß der Feind heftig unsere Stellungen in Bullecourt und der Hindenburglinie und unternahm darauf zwei entschlossene Angriffe. Sein Verfuch gegen die Hindenburglinie ihrer scheiterte völlig, der Angriff auf Bullecourt wurde nach beftigem Kampfe, in dem unsere vorgeschobenen Posten im nordwestlichen Teile des Dorfes gezwungen wurden, eine kurze Strecke zurüc zugehen, gleichfalls abgeschlagen. Vom 15. Mai abends. Weitere Einzelheiten über die Kämpfe, die heute früh bei Bullecourt stattfanden, zeigen, daß der Feind durch eine Reihe starter, sorgfältig zusammenwirkender Angriffe, die träftig durch Artillerie- und Grabenmörserfeuer unterstüßt wurden, einen entschlossenen Versuch gemacht hat, unsere Truppen aus Bullecourt und aus dem Teil der Hindenburglinie, den wir östlich des Dorfes halten, zu vertreiben. Im ganzen unternahm der Feind vier Angriffe. Der erste wurde um 4 Uhr morgens gegen die rechte Flante unserer Stellung in der Hindenburglinie angesezt und gewann zeitweise in unseren Gräben Boden. Der Feind wurde fofort und völlig durch einen Gegenangriff von uns vertrieben und ließ 250 Tote und Verwundete in unseren Linien. Ein gleichzeitiger Angriff gegen die linke Flante unserer Stellung wurde von unferer Artillerie zerstreut. Später am Morgen wurde ein dritter Angriff gegen die nordwestliche Ede von Bullecourt gemacht. Dieser Angriff wurde durch Artillerie-, Gewehr- und Maschinengewehrfeuer erfolgreich abgewiesen. Ein vierter Angriff wurde von Süden und Südwesten aus gemacht, wobei es gelang, unsere Posten im westlichen Teil des Dorfes eine Strecke von ungefähr 100 yards zurückzutreiben. Die feindlichen Verluste in dieser Reihe erfolg= loser Angriffe waren schwer. Das feindliche Artilleriefeuer war heute auf beiden Scarpe- Ufern besonders heftig. Ein neuer deutscher Teilerfolg. Telegramm unseres Ariegsberichterstatters. Westfront, 15. Mai 17. Der Sturm auf die Sainte Berthe Fer me ist mehr als ein örtlicher Erfolg, weil damit einer der wenigen Punkte wieder in unserer Hand iſt, an dem die Franzosen bei ihrem zweiten Generalfturm den Chemin des Dames überschritten hatten. Die Ferme liegt 400 Meter nördlich abseits des Chemin des Dames. Von der Ferme aus hatten die Franzosen eine gute Beobachtung tief in unser Hinterland hinein. Der in den gestrigen Morgenstunden exakt durch geführte Angriff, dessen Erfolg gegen mehrmalige feindliche Stöße vom Chausseekörper her behauptet wurde, zeigt ebenso wie die Rüderoberung von Fresnon, daß in den beiden großen Abwehrschlachten die deutsche Führung Herr der Lage ist und Gelände nur dann aufgibt, wenn die Rücksicht auf wertvolles Menschenmaterial es erfordert, die und wenn zugleich die taktischen Verhältnisse es erlauben. Dr. Adolf Köster, Kriegsberichterstatter. Die Schlacht am Isonzo. Wien, 16. Mai. Aus dem Kriegspreffequartier wird am 16. d. M. abends gemeldet: Die Italiener haben ihre Angriffe am Isonzo heute vormittag in vollem Umfange wieder aufgenommen. Sie erringen nirgends Erfolg und erleiden große VerIufte. ant Kleine Kriegsnachrichten. " Die bayerische Staatszeitung" schreibt halbamtlich in Ausgabe vom 15. Mai: Wohnungsgefeh und Herrenhaus. Wie die Neue Städte- Korrespondenz" meldet, hat sich die neue Fraktion des Herrenhauses auf den Standpunkt gestellt, daß das " Die Zeitungen berichten über eine Unterredung der Partei- Wohnungsgesetz die wesentlichsten Aufgaben ungelöst läßt, ohne Not führer des Reichstags mit dem Reichskanzler, worin dieser ge- polizeiliche Gesichtspunkte hineinträgt und die Schaffung flarer äußert haben soll, daß er sich der Unterstützung des Königs von organisatorischer Grundlinien vermissen läßt. Es verwische die ZuBayern und des bayerischen Ministerpräsidenten erfreue; auch ständigkeitsgrenze zwischen Staat und Gemeinden und enge die soll in dem Vortrag des Reichskanzlers die elsaß- lothringische Verantwortlichkeit der Selbstverwaltung stark ein. Es sei daher anFrage behandelt worden sein, was so nahe liegt, nachdem eine zunehmen, daß die bereits eingebrachten zahlreichen und sehr beInterpellation über die Verhältnisse im Reichslande beim Reichs- deutungsvollen Abänderungsanträge zu einer gründlichen Umgetag eingebracht ist. staltung des Entwurfs führen werden". Wenn nun auf Grund dieser Meldung ein hiesiges Blatt Neue Schwierigkeiten in Oesterreich. und eine Berliner Zeitung glauben, die Haltung der bayerischen Regierung gegenüber der Politik des Reichsfanglers mit der Raum ist es dem Kabinett Clam- Martiniz gelungen, die Deuts elsaz- lothringischen Frage in Verbindung bringen zu sollen, und schen zu beruhigen, die sich betrogen glaubten, weil die Regierung sie als durch selbst süchtige Motive bestimmt hinzustellen die Friedensaussichten mit Rücksicht auf die russische Revolution suchen, so ist hiergegen energisch Verwahrung ein- nicht durch eine verfassungswidrige Knebelung der Slawen und des zulegen. Wie erst neuerlich die Verhandlungen des Bundesrats- Parlaments verschütten mate, so sind die Polen unzufrieden. Der Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten gezeigt haben, be- Obmann des Polenklubs Bilinski und sein Stellvertreter Doktor findet sich die bayerische Regierung bei der Unterstützung der Glombinski haben ihre Aemter niebergelegt, weil die RegiePolitif des Reichsfanglers in voller Uebereinstimmung mit den rung mit der Sonderstellung Galiziens zögere. Es scheint, daß die Regierungen der anderen größeren Bundesstaaten. Darüber, österreichische Regierung nicht das Bedürfnis fühlt, die innere Neudaß, wie das gleiche Berliner Blatt zu melden weiß, in jüng- orientierung durch die ein schlechtes Vorbild bietende Loslösung des fter 3eit über die fünftige Gestaltung Eija- größten Thronlandes von der Gesamtmonarchie zu fördern und sich Lothringens einschneidende Beschlüsse ge- nur mit einer losen Verbindung zu begnügen. Die militärischen faßt worden seien, ist hier an maßgebender Stelle Ereignisse in Galizien haben auch manche Kreise nicht überzeugt, nicht das mindeste bekannt." daß es für die österreichisch- ungarische Monarchie vorteilhafter ist, Mit dieser farblosen Erklärung ist die Sache keineswegs wird. So erklärt sich denn auch jetzt die Verfassungspartei des wenn die Wiener Zentralgewalt in Galizien völlig ausgeschaltet aus der Welt geschafft. Wir vermissen ein deutliches und un- wird. So erklärt sich denn auch jetzt die Verfassungspartei des zweideutiges Wort darüber, daß an eine Aufteilung Elsaß- Herrenhauses dafür, daß, wenn Galizien eine größere SelbstverLothringens ohne Zustimmung der Bevölkerung zwischen maltung zugestanden wird, dies nur unter Wahrung des einheit Breußen und Bayern, wie sie von der„ Bost" dargestellt wurde, lichen Staatsverbandes geschehen darf. weder die preußische noch die bayerische Regierung nicht nur in jüngster Zeit nicht, sondern überhaupt niemals gedacht haben und auch in Zukunft nicht denken werden. lizien erklärt, daß er sich durch das Handschreiben seines Vorgängers Der Kaiser hat bei einem jüngst erfolgten Besuche in Gagebunden glaube, in dem die weitere Erweiterung der Selbstverwaltung Galiziens auf gesetzlichem Wege" versprochen wird. Daß solche Pläne bestanden haben und noch bestehen, ist Die Bolen möchten freilich ebenso wie die Deutschen ihre Forderun nicht zu leugnen, wenn auch nicht bei den Regierungen, so gen möglichst unter Ausschaltung des Reichsrats durchsetzen, von dem doch um so sicherer in alldeutschen Kreisen, die aus ihren sie sich nicht soviel Nachgiebigkeit versprechen wie von einer parlaAbsichten durchaus kein Hehl machen. Und das ist vielleicht mentslosen, absolutistischen Regierung, die sich durch Konzessionen sie sich nicht soviel Nachgiebigkeit versprechen wie von einer parladas Charakteristischste an der ganzen Sache, daß eben die die Freunde kaufen muß, die ihr ansonsten fehlen. Umgekehrt wünselben Leute gar feine Bedenken hegen, das mit nahezu schen die Deutschen das Ausscheiden der polnischen Abgeordneten bundesstaatlichem Charakter ausgestattete Reichsland kurzer aus dem Reichsrat und damit auch eine sehr weitgehende Loslösung Hand in seiner Substanz zu vernichten, die auf der andern Galiziens vom gesamtösterreichischen Länderverbande, um auf diese Seite jedesmal ein ohrenbetäubendes Entrüstungsgeheul an Weise gegenüber den übrigen Slawen die absolute Mehrheit zu ge stimmen, wenn die Rede davon ist, daß das Reich in den Ver- winnen. Man kann nun freilich nicht sagen, daß sich die Deutschen faffungsfragen rückständiger Bundesstaaten ein Wort mitzu- bei diesem Bestreben von eigentlich österreichischen Idealen leiten reden habe! Eliaß- Lothringen furzerhand für Preußen zu lassen; ihre Triebfeder ist vielmehr ein rüdsichtsloser und fast be anneftieren, dafür halten die Alldeutschen das Reich befugt denkenloser Nationalismus, der mit allen Mitteln und auf allen und auch die gegenwärtige Kriegszeit für nicht ungeeignet. Wegen nach der Herrschaft strebt und ein schiedlich- friedliches NebenAber die Bestimmung, daß Mecklenburg eine Verfassung ein- einanderleben der Nationen verpönt. Die Folge ist, daß die Deutzuführen oder Preußen das Dreiklassenwahlrecht durch das schen und die Polen stramm zusammengehen. Reichstagwahlrecht zu ersetzen habe, soll die Kompetenzen des Die Ruthenen wollen natürlich nichts von einer Regelung der Reiches überschreiten und die Einigkeit in der Kriegszeit ge- galizischen Frage wissen, bei der sie den national- aggressiven Polen fährden! Eine Lektion für den Verfassungsausschuß. ausgeliefert sind und die Rüdenstüße der Wiener Zentralregierung verlieren. Sie machen daher den Ministerpräsidenten für die Krafauer Aeußerungen des Kaisers verantwortlich und berufen sich darauf, daß Graf Clam- Martinib ihnen mehrmals versicherte, er werde nur nach vorheriger Verständigung mit ihnen einen zur Sonderstellung Galiziens führenden Att vornehmen. Die deutsch nationalen Ueberradikalen möchten daraus wieder dem Grafen ClamMartiniz am liebsten einen peinlichen Prozeß machen, weil er es gewagt hat, ihre Forderung nach Ausscheidung Galiziens aus dem den Ruthenen abhängig zu machen. Tod eines Zentrums- Parlamentariers. Der Reichstags- und Landtagsabgeordnete Wallenborn( Bentrum) ist am Mittwoch früh im St. Anna- Stift in Berlin- Südende gestorben. Der Verstorbene vertrat im Reichstag den Wahlkreis Mahen- Ahrweiler; er gehörte diesem Parlamente seit 1896 an, dem preußischen Abgeord netenhaus seit 1893 als Vertreter des Kreises Daun- Prüm- Bitburg. Sein Spezialgebiet waren landwirtschaftliche Fragen. Italienifer Heeresbericht vom 15. Mai. An der Front der Julischen Alpen bon Tolmein bis zum Keine Zuschüsse für Kriegerwitwen. Meere nahm das Zerstörungsfeuer unserer Artillerie und Minenwerfer gegen die mächtige feindliche Linie gestern morgen Verwitwete Kriegerfrauen, die an Stelle der bisher be große heftigteit und rief lebhafte Grwiderung seitens 30genen Familienunterstützungen in den Genuß der Hinterzahlreicher feindlicher Batterien aller Kaliber hervor. Gegen bliebenenrente kommen, stehen sich, da die Rente für Witwen Mittag machten wir infolge kühner Borstöße unferer Infanterie an von Gemeinen ohne Stinder nur 400 m. jährlich beträgt, mehreren Punkten der Front merkliche Fortschritte in der Gegend vielfach schlechter als zu der Zeit, wo sie noch Anspruch auf von Plava, auf den Abhängen des Monte Cucco und auf den Familienunterstügung hatten. Die mit dem Verlust des ErHöhen östlich von Görz und vom Vertoibizzabach. Gleich nährers und dem Einsetzen der Renten verbundenen Ver. engeren österreichischen Länderverbande von einer Rücksprache mit zeitig erreichten Teile unserer Truppen im nördlichen Abschnitt des Karst minderung der Bezüge erregt begreiflicherweise Mißstimmung. die zerstörten feindlichen Linien östlich des Faiti Hrib und brachten Leider hat sich die Regierung auf den Standpunkt gestellt, Gefangene ein. Die Tätigkeit unserer Infanterie wird in enger Berbindung mit der wirksamen Hilfe der Artillerie und Minenwerfer daß es nicht angängig erscheint, den Frauen und Kindern fortgesetzt, die die ſehr tätige des Feindes bekämpft. Zahlreiche Ge- gefallener Krieger Ausgleichsunterstützungen in Form von fangene beginnen in unsere Sammellager zu strömen. Zuschüssen zu den Rentenbezügen zu gewähren, da sich auch die Kriegspensionäre, die sich während ihrer aktiven Dienst zeit besser gestanden haben, mit den durch ihre Pensionierung beziehungsweise Invalidisierung gegebenen Verhältnissen abDie Zivildienstpflicht in Frankreich. Havas meldet: Der Senat finden müssen. Andererseits aber sage sich die Regierung, erörterte einen Vorschlag Berengers, der die Zivildienstpflicht ein- daß die verwitweten Kriegerfrauen und ihre Familien führt. Berenger sagte, man brauche noch 900 000 Soldaten und nicht in Not geraten dürfen und daß es deshalb un Arbeiter. Es gebe noch Arbeitskräfte unter den Müßiggängern und erläßlich ist, daß sie im Falle der Bedürftigkeit neben den unbeschäftigten jungen Leuten der Jahrgänge 1919-1923. Die Sinterbliebenen bezügen von den Gemeinden im Wege der Zivildienstpflicht würde den Pulverfabriken und Kriegsdienst- Striegswohlfahrtspflege unterstützt werden. Diese Zuwendungen zweigen 300 000 Frauen zuführen. Der ruffische Heilige Synod hat verfügt, daß Geistliche, die sollen aber nicht nach bestimmten Säßen, etwa in Höhe des wegen ihrer politischen Anschauung aus ihrem Stande ausgestoßen fügungen und den Hinterbliebenenbezügen, sondern nach dem wegen ihrer politischen Anschauung aus ihrem Stande ausgestoßen Unterschiedsbetrages zwischen den früheren Familienunterfind, ihre Wiederaufnahme verlangen fönnen. jeweiligen Grade der Bedürftigkeit auf Grund pflichtmäßigen Ermessens bewilligt werden. Mit anderen Worten: die Regierung erkennt zwar an, daß die Hinterbliebenenrenten nicht ausreichen, um die Familien vor Not zu bewahren, aber sie zieht nicht die Konsequenz, sie erhöht die Renten nicht, sondern sie verweist die bedürftigen Hinterbliebenen gefallener Strieger auf einen Weg, der dem der Armenpflege nur allzu ähnlich fieht. Politische Uebersicht. Tas Kriegszielkompromiß. Ueberblickt man die Pressestimmen über die Dienstag debatte des Reichstags, so wird einem der Kompromib charakter der Kanzlerrede nur noch klarer. Herr v. Bethmann war bis vor kurzem den Mittelparteien auf dem Wege zur realpolitischen Einsicht voraus. Die bekannte Erklärung, die der Abg. Spahn in einem früheren Kriegsstadium abgab, Eine Denkmalsbeschmierung nach dem Herzen der ,, Deutschen Tageszeitung". Letzte Nachrichten. Der Petersburger Regierungswechsel. Petersburg, 16. Mai.( Meldung der Petersburger Telegraphenagentur.) Die Bedingungen, unter denen Vertreter der sozialistischen Partei in die vorläufige Regierung führenden Ausschusses des Arbeiter. und Soldatenrates eintreten würden, enthalten nach dem Beschluß des Geschäftsaußer dem bereits gemeldeten Programm der auswärtigen Politik noch folgende Grundlagen: Entscheidende Maßregeln, um das Heer zu demo. kratisieren und die Militärmacht an der Front für die Verteidigung der russischen Freiheit zu stärken. Außerdem eine Reihe sozialer, wirtschaftlicher und finanzieller Reformen. Der Vollzugsausschuß wird einen Sonderausschuß bilden, mit dem Auftrag, mit der vorläufigen Regierung Vorbesprechungen abzuhalten. Nach einer weiteren Meldung soll Fürst Lwow das PräsiBelgien müsse militärisch, wirtschaftlich und politisch in Wir denken zurüd an eine Affäre, die furz vor dem Kriege viel dium behalten, Miliufom wird unterrichtsmideutsche Hand zu liegen kommen, griff die Kanzlerpolitik von Staub aufgewirbelt hat: Ein paar Arbeiter hatten den gewißnister, der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Arbeirechts her an, und das war für Herrn v. Bethmann ein sehr törichten und nicht zu billigenden Streich begangen, an den Godet ter- und Soldatenabgeordneten fobelem oder der Be unbequemer Zustand. des Kaiser- Friedrich Denkmals die Worte Rote Woche" anzupinseln. fehlshaber der Schwarzen- Meer- Flotte Admiral Roltichat wird Marineminister, der rebolutionäre Sozialist Dadurch nun, daß die Mittelparteien mehrere Pflöde Daraus wurde eine Haupt- und Staatsaktion. Eine gewisse Preſſe Ticher now Ackerbau-, der demokratische Sozialist zurüdstedten, ist eine Einigung zwischen ihnen und dem schoß Purzelbäume vor Entrüstung und schrie nach Polizei, Staats- Arbeiter a ordem Arbeitsminister, der demokratische Tichernow Reichskanzler möglich geworden, zu der dieser natürlich die anwalt und Gerichten, die denn auch ihres Amtes mit Gründlichkeit 03 ialist Advokat Nikitin aus Moskau oder der deGelegenheit mit Freuden ergriff. Herr v. Bethmann ist im walteten. Die Täter erhielten schwere Gefängnisstrafen. Zu den mofratiiche Sosialist Ahbofat Mal autowitsch Begriff, sich eine Parlamentsmehrheit für den von ihm an- Blättern, die damals am meisten tobten, gehörte die Deutsche aus Odeſſa Justizminister, der nationale Sozialist gestrebten Verständigungsfrieden zurechtzuzimmern. Ein Tageszeitung". deutliches Anzeichen für die Richtigkeit dieser Auffassung sind Die Zeiten ändern sich. Heute druckt die„ Deutsche Tagesdie Wutschreie der schwerliberalen Preise darüber, daß es ge- geitung mit Schmunzeln folgenden Bericht einer Denkmalslungen ist, die wilden Männer der Mittelparteien im Baum beschmierung ab, den ihr ein Leser zuträgt: zu halten und sie von den Unentwegten der äußersten Rechten zu trennen. Insofern ist der Verlauf der Dienstagdebatte ein Symptom für die fortschreitende Klärung der öffentlichen Meinung im Deutschen Reich. Herr v. Graefe hatte im Grunde ganz recht, wenn er meinte, daß diese Entwicklung legten Endes doch auf den ihm so verhaßten Scheidemann- Frieden" hinauslaufe. Das Bedauerliche an der Sache bleibt, daß diese Entwid. Iung im gegenwärtigen entscheidenden Augenblic nicht schon abgeschlossen ist, und daß der Reichskanzler nichts getan hat, um sie zu beschleunigen. Vielleicht wird er es später einmal felber bedauern, daß er die Führung in der Friedensfrage der Sozialdemokratie überlassen hat, und mit dem etwas schwer. fälligen Gefolge seiner Mittelparteien nur widerstrebend nachfolgte. Denn die Zeit fordert nicht Kompromisse, sondern Entschlüsse! Als ich heute frilh auf einem Spaziergang durch den Tiergarten in die Nähe des Bismard Dentmals vor dem Meichstagsgebäude fam, leuchtete mir vom Fuße desselben eine weiße Tafel entgegen. Als ich näher gekommen war, las ich auf dieser Tafel folgende Verse: Großer Kanzler steig' hernieder Und regiere Deutschland wieder; Schick die Jammerlappen heim, Sonst geht alles aus dem Leint. Es verkehrten um diese Zeit wenig Menschen an dieser Stelle; die Schrift wurde aber außer von mir noch von mehreren Personen gelesen. Ich hielt mich noch einige Zeit in der Nähe des Platzes auf, um zu sehen, was aus der Tafel würde, entfernte mich aber später, während die Tafel ruhig an ihrem Plaze blieb. Pejchokow Munitionsminister. Die weiteren Ressorts werden folgendermaßen verteilt: chingarew Finanzen, Ronowalow Handel und Industrie, Ne krajow Straßen und Verkehr. Die Liste ist jedoch nur eine vorläufige. Niederländischer Schoner versenkt. Amsterdam, 16. Mai. Die Niederländische Telegraphenagentur meldet, daß der niederländische Schoner Borea letzte Nacht 25 Meilen von muiden versenkt wurde. Die Besatzung wurde muiden gelandet. in Ein hiesiges Blatt erfährt, daß der holländische Lloyd diefer Tage feine regelmäßigen Fahrten nach Südamerika wieder aufnehmen wird. Diplomatie und Arbeiterbewegung. Bern, 16. Mai. Morning Post" erfährt, daß die diplomatischen Vertreter der Ententemächte in London am 27. Mai in der franAusbrüche der Entrüstung können wir diesmal in der Deutschen zösischen Botschaft eine Zusammenkunft mit Vertretern der britiTageszeitung" nicht finden. Auch keine Rufe nach Polizei und fchen Arbeiterbewegung abhalten werden, um die Weltlage zu be sprechen. Staatsanwalt. Gewerkschaftsbewegung Berlin und Umgegend. bersammlung zugegangen find, über die Wirkung der Leipziger Schließlich wurde gegen wenige Stimmen folgende Resolution Zugeständnisse in Berlin folgendes bekannt: Die Aufstellungen angenommen: erfaßten etwa 2000 Kollegen. Von ihnen hatten 21,7 Proz. Die Gehilfenschaft Berlins verlangt allgemein eine Erhöhung durch die neuen Vereinbarungen überhaupt keinen Vorteil, der Mindestsäge der Teuerungszulagen um 15 M. pro Woche, mit da sie einschließlich der besonderen Betriebszugeständnisse schon rückwirkender Kraft vom 1. Mai 1917 ab, sowie Anrechnung dieser höhere Teuerungszulagen hatten. 11,8 Proz. der Kollegen er- Zulagen auch bei Bezahlung von Ueberstunden und Sonntagsarbeit. Delegiertenwahl zum Verbandstag des Metallarbeiter- zielten durch die Leipziger Beschlüsse nur ein wöchentliches Bom Tarifamt erwartet die Versammlung, daß es sofort beſchließt, verbandes. Mehr von 11 Pfennig bis eine Mart. Ferner erreichten an wöchent- in Verhandlungen zwischen den Berliner Prinzipalen und Gehilfen licher neuer Zulage durch die Leipziger Beschlüsse 14,1 Proz. der einzutreten." Die von den Gehilfen verlangte Revision des Tarifs Kollegen bis 2 M., 21,6 Proz. bis 3 m., 16,9 Proz. bis 4 M., 12,3 Proz. bis 5 M., 1,17 Proz. bis 6 M., 0,21 Proz. bis 7 M., betraf den zweiten Punkt der Tagesordnung. Hierzu wurde ein0,11 Proz. bis 7,50 M. Weitere von Ebel bekannt gegebene stimmig beschlossen, die beiden Berliner Kreisvertreter und GauZahlen betreffen die Unterschiede zwischen den Löhnen und der Bes vorsteher Massini und Albrecht zu beauftragen, auf der bevorstehenden zahlungsart. Diese Zahlen bestätigen nach den Feststellungen Ses Gauvorsteher fonferenz dafür einzutreten, daß sich auch diese Konferenz Redners vor allem, daß ein größerer Teil der fleinen und den Antrag auf Tarifrevision zu eigen macht. mittleren Drudereien um etwa 25 Proz. höhere Löhne zahlen, als die„ leistungsfähigen" Großdruder. In der am Sonnabend und Sonntag vollzogenen Urwahl wurden insgesamt 6472 Stimmen abgegeben, davon waren 306 ungültig. Als Delegierte wurden gewählt: Otto Tost, Richard Müller, Alfred Krüger, Robert Bredow, Mar Ulrich, Otto Gerecke, Karl Otto, Max Evers, Paul Brendel, Max Schrodeck, Hermann Fuchs, Paul Tirpik, Otto Kraak, Frizz Herrmann, Karl Koch, Paul Eckert, Otto Michaelis, Adolf Matthes, Albert Manns, Elise Bauer, Bruno Lehmann, Georg Tanz, Martha Maaß, Heinrich Voß, Karl Krüger, Erich Greten, Alfred Wenzel. Als Revisoren wurden gewählt: Dräger und Tost, und als Beifizer Blumenthal und Müller. Die Ortsverwaltung. " " " An die dem Verein der Brauereien nicht angehörenden Brauereien Groß- Berlins ist der Antrag gestellt worden, die Teuerungszulagen für die dort Beschäftigten in gleicher Weise zu erhöhen. Massini machte dann Mitteilung von der Antwort, die der Teuerungszulagen in den Brauereien Groß- Berlins. Gauvorstand auf den in der außerordentlichen Generalversammlung Der Verein der Brauereien Berlins und Umgegend hat, nachvom 4. Mai beschlossenen Antrag erhalten hat, der für Berlin auf Grund örtlicher Verhandlungen eine anderweite Regelung der dem die Organisationsvertreter vorstellig geworden sind, in seiner Die Buchdrucker und die Teuerungszulagen. Teuerungszulagen verlangte. Der Vorstand des Vereins Berliner legten Sigung beschlossen, die Teuerungszulagen erneut zu erhöhen. Eine Riesenversammlung der tariftreuen Buch- Buchdruckereibefizer hat erklärt, daß er sich nicht für berechtigt wie der Verein der Brauereien in einem Schreiben an die Organi druckergehilfen Berlins füllte am Dienstag den großen halte, dem Antrage zu entsprechen, beziehungsweise darüber fationen vom 11. d. M. mitgeteilt hat, gelangt die erhöhte Obigloichen Saal in der Koppenstraße buchstäblich bis zum aller zu beschließen. Die Vertretung der Berliner Prinzipale beruft Teuerungszulage am 18. Mai zum erstenmal zur Auszahlung, sie legten Stehplatz. Es mögen an 2500 Teilnehmer gewesen sein. sich darauf, daß sich den Leipziger Vereinbarungen, die beträgt für männliche Arbeiter, die Familienvorstand sind, wöchent Faber als erster Referent sprach zunächst über die Gestaltung der Tarifausschuß zum tariflich gültigen Beschluß erhoben habe, lich 12,50 M., und soweit sie nicht Haushaltungsvorstand sind, der Teuerungszulagen im Buchgetverbe, wie sie sich bis zu den die Prinzipale und die Gehilfen zu fügen hätten. Dem Gauvorstand 11 M., für Arbeiterinnen 6 M. Die Erhöhung beträgt somit für letzten Leipziger Vereinbarungen im April dieses Jahres voll der Gehilfen wird, falls er anderer Meinung sei, anheimgegeben, Arbeiter 2,50 M., für Arbeiterinnen 2 M. pro Woche. Nach einem zogen hat. Ueber die in Leipzig zugestandenen und vom Tarif- fich eventuell an das Tarifamt zu wenden, um durch dieses einen früheren Beschlusse des Vereins der Brauereien wird die volle ausschuß ſanktionierten Erhöhungen der Teuerungszulagen und ihrer Antrag auf Abänderung der Leipziger Beschlüsse an den Tarif- Teuerungszulage an Arbeiter auch in Urlaubs- und Krankheitsfällen Gestaltung für Berlin haben wir bereits in der Nummer des Vorwärts" ausschuß gelangen zu lassen. Sollte dieser weitere Verhandlungen gewährt. Im letteren Falle, sobald und solange Lohnfortzahlung vom 6. Mai berichtet, aus Anlaß der außerordentlichen General- anberaumen, dann wäre der Verein Berliner Buchdruckereibefizer gemäß§a der Vereinbarung betreffend die Regelung der im bersammlung des Vereins Berliner Buchdrucker und Schriftgießer". bereit, neben den tariflich ernannten Arbeitgebern auch Vertreter$ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs getroffenen Bestimmungen" ge Diese Generalversammlung hatte die Zugeständnisse für Berlin für seines Vorstandes teilnehmen zu lassen. Dazu bemerkte Massini, leistet wird. Ein von den Organisationen gestellter Antrag, auch durchaus ungenügend erklärt und sich dafür ausgesprochen, durch daß ja die Gehilfen die Leipzige Beschlüsse an sich anerkennen, daß den Arbeiterinnen in Urlaubsfällen die Teuerungszulage zu zahlen, örtliche Verhandlungen mit den Berliner Prinzipalen eine Er fie aber der Meinung feien, die in Leipzig: festgesetzten Mindestfäße Harrt noch der Erledigung. höhung zu erzielen. Dazu führte nun aber unter anderm aus: wären für Berlin durch örtliche Vereinbarungen zu erhöhen. Denn Nach seiner Auffassung habe man mit Recht erklärt, daß bei den schon immer seien in Berlin, und zwar mit Gutheißung des Herrn Berliner Verhältnissen mit den in Leipzig gemachten Zugeständ- Bürenstein, in den Offizinen Zusammenfünfte herbeigeführt worden, nissen nicht auszukommen sei. Wenn der„ Korrespondent" verschiedene um Erhöhungen über allgemeine Festlegungen hinaus zu erwirken. große Druckstädte anführe, wo man sich damit abgefunden habe, so Redner habe sich nun an das Tarifamt gewandt, um auch den von fei demgegenüber auf die in Berlin herrschenden abnormen Ver- den Berliner Prinzipalen angeregten Weg zu erschöpfen. Das die sich in derselben hältnisse zu verweisen. Hier bleibe für Arbeiter mit Löhnen, wie Tarifamt habe eine Antwort erteilt, Der Streik in den englischen Maschinenfabriken. sie die Buchdrucker hätten, an Lebensmitteln nichts anderes, als Richtung bewegte wie die Antwort des Berliner Prinzipals. was durch die Rationierung zugeteilt werde. Damit fönnten sie vereins. Das Tarifamt will aber in der nächsten Sizung Rotterdam, 15. Mai. Wie dem„ Nieuwve Rotterdamsche Courant" aber bei der intensiven Tätigkeit und der verlängerten Arbeitszeit über den Antrag beschließen. Redner führte weiter aus: aus London berichtet wird, ist gestern wieder ein kleiner Teil der ihre Arbeitskraft und ihre Gesundheit nicht erhalten. Daraus habe In einer Stelle des Schreibens des Tarifamts werde es so hin Arbeiter der Maschinenfabriken in Manchester an die Arbeit sich die besondere Stellungnahme der Berliner Kollegen ergeben. Die gestellt, als ob die Aufregung der Berliner Gehilfen auf ein nicht gegangen. Heute erwartet man, daß auch die übrigen Streifenden Leipziger Beschlußfassung, die auf die Prinzipale und Gehilfen des ganzen ganz forrettes Verhalten seinerseits( Massinis) mit zurückzuführen bald wieder die Arbeit aufnehmen werden. In London ist in Reiches Rücksicht nehmen mußte, habe die Berliner Verhältnisse gar- fei. Gegen diesen Vorwurf müſſe er sich ganz energisch verwahren: die Haltung der streikenden Arbeiter infolge der geringen Sympathie, nicht erfassen können, das müsse deshalb durch örtliches gegenseitiges Er habe in der außerordentlichen Generalversammlung vom 4. Mai Einverständnis erfolgen. Das Entgegenkommen der Berliner ganz objektiv berichtet.( Burufe: Sehr richtig!) In der Sache selbst wäre die sie bei der Bevölkerung finden, Unsicherheit gekommen. In Prinzipalität sei aber bis heute zu vermissen. Soweit einzelne jezt der Beschluß des Tarifamts abzuwarten. Lehne das Tarifamt ab, den Munitionsfabriken in Surrey wird teilweise wieder Prinzipale ein Entgegenkommen gezeigt hätten, sei es eigener Art Berhandlungen einzuleiten, zu denen auch die Kollegen vom Guten gearbeitet. Aus Sheffield meldet der Daily Telegraph", daß insofern, als es gerade mittlere und kleinere Druckereien bergbund hinzugezogen werden sollen, dann bleibe nur der Weg dort wenig Aussicht auf eine Beilegung des Konfliktes besteht. waren, die Zuschläge zu den Mindestsäßen der allgemeinen Teuerungs- noch, neutrale Vermittlungsstellen( Kriegsamt oder Reichsamt des zulagen bewilligten, und zwar schon vor längerer Zeit. So tam es, daß Innern) anzurufen zur Vermittlung. sie höhere Löhne zahlen, als die großen, fapitalfräftigen Unternehmer. Gerade die Berliner Großdrucker, in deren Zeitungen stehe:„ Wir halten durch!", zeigten feine besondere Bereitschaft, den Gehilfen das Durchhalten zu ermöglichen. Die Gehilfen werden, wie bisher, auch weiter tun, was notwendig sei, um das Buchdruckergewerbe nicht untergehen zu lassen; aber unter der Voraussetzung, daß die Prinzipale das nötige soziale Verständnis zeigen und den berechtigten Wünschen der Gehilfen Rechnung tragen. Ebel als zweiter Referent gab auf Grund der Aufstellungen aus einzelnen Betrieben, die ihm seit der außerordentlichen General le[ 000 dn R igno: 6 EC 1990 In der Diskussion, die recht lebhaft war, trat eine starte Misstimmung über den Gang der Dinge und naments lich auch über die Verzögerung der Angelegenheit zutage. Es wurden verschiedene Anträge gestellt, von denen die Antragsteller eine schnellere Erledigung erhofften. Ausland. Rotterdam, 16. Mai. Der„ Nieuve Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Gestern fand die nationale Konferenz der Es wurde beschlossen, Delegierten der Maschinenaarbeiter statt. mit dem Munitionsministerium in Unterhandlungen zu treten. Treffert vom Gutenbergburd erklärte sich mit den von Berantwortl. f. Politik: Dr. Franz Diederich, Berl.- Friedeuau; für d. übrigen Massini unternommenen Schritten einverstanden. Sie verließen den Teil d. Blattes: Alfred Scholz, Neukölln; für Inserate: Th. Glocke, Berlin tariflichen Boden nicht und gestatteten auch seinen Freunden vom Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co Gutenbergbund, mit den anderen Kollegen Hand in Hand den Weg der Gemeinschaft zu gehen, worauf es in der schweren Zeit anfäme. Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblatt. Pür Damenkleidung பார் C& A BRENNINKMEYER.G.M.B.H. Königstr. 33 Afm Bahnhof Alexanderplat Chauffeestr. 113 Beim Stettiner Bahnhof Sonntags gefchloffen! C& A BRIANMU C& A BRENNING MA « Nr.1Z»»Z4.Zahrg<«ig ��0 �OtrOOlrt0 doanerstag, IT.ÜJoi 1417 Schluß öer Etatsberatung im Reichstag. Itv. Sitzung. Mittwoch, den 1«. m»i im, vormittags 10 llhr. Am BundeSratStisch: Dr. Helfferich, Zimmermann. Zu Ehren des verstorbenen Abg. Wallenborn(Z.) erhebt sich das HauS von den Sitzen. Die innerpolitische Debatte beim Etat deS Reichskanzlers wird fortgesetzt. Abg. Schiffer-Magdeburg(natl.): Ich meine im Gegensatz zum Abg. Naumann, daß wir von der StaatSallmacht und vom Staatssozialismus auf lange Zeit genug haben und die Wiederher st ellung des freien Wettbewerbs möglichst bald wieder wünschen. Der Abgeordnete Scheidemann hätte sich gestern bei seinem Wort über die Möglichkeit einer Revolution der Verantwortung bewußt bleiben sollen. sAbg. Scheidemann: Dann haben Sie mich nicht verstanden!) Doch, auch Ihre Erläuterung.