Ar. 136. flbonneffle&U'Bedlngungn; NdonnementS• Biet» ptSmimetoit»»1 SierleljäbrL 8,90 Ml, monaü. ILO M!, wöchenttich SO Vi», frei ms Haus. Einzelne Nummer ö Vi». Eonntags» Nummer mit illufirierlcr EonmogS- Bcilage.Tie Neue Weif 10 Bi», Pelr- Kbonncmem: 1,30 Marl vre SRonot Eingetragen m die Poll- Zeuungs- «rci-liiie. Unter Kreuzband tbr Deunchland und Oesterreich. Ungarn 2.60 Marl, für das übrige Ausland « Marl pro Monat, Boftabotmements nehmen an Belgien. Dänemark Holland. Italien, Luxemburg, Pormgal, «umänicti, Schweden und die Schweis Olchcibl lgglla. Verlinev VulfrsWcttt. 34. Jichrgims. Die Tnlerflons'GebObr beträgt für die sechsgechaltenc Kolon el- zeile oder deren Raum SO Ptg., für »olitilche und geweritchaitliche Lereins- und Berfammlungs» Anzeigen 30 Ptg. „Kleine Hnreigm". das uaigedrukUe Korr 20 Pig.(zuläsfig 2 iettgedruttte Worte), jedes weitere Korr 10 Big. Stellengesuche und Echlasstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg, jedes wettere Wort ö Vig, Worte über>5 Buchstaben zählen nie zwei Worte. Injcraie für die nächste bwmmer mllilen bis K Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die ExvcSitio» ist diS 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adreffe: �»ÄisttewolitZl Kit»»". Zcntralorgan äe? rozialdemokfatifAen Partei Deutrchlands. Neöaktion: EW. HS, �inüenstraße 3. «rerusp recher: Amt Moristplatz, Nr. 1SI S»— 151 S7. Sonntag, den ÄO. Mai 1917. Expeöition: SM. HS, Änüenstraße 3. ihernfprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 SO— 151 97. Im flprll 1091000 tonnen vernichtet. Seit 1. Februar 2772000 tonnen. der Prozeß Mler. Jeder österreichische Sozialdemokrat sah vor dem Kriege m Deutschland das Vaterland der internationalen Sozial- deniokratie, das Land seiner Vorbilder, den Hort seiner Hoff- Hungen. Als sich in den ersten Augusttagen des Jahres 1914 von allen Seiten die Unwetter zusammenzogen, galt die Sorge vieler österreichischer Genossen vielleicht mehr noch dem Nachbarhaus als dem eigenen. Sie beteten nicht zu den Göttern der Alldeutschen, mit denen sie vielmehr in heftigstem Kampfe lagen, aber sie liebten das Land der Marx und Lassallc, der Bebel und Liebknecht, der stärksten Oraani- sarionen und der glänzendsten Wahlerfolgc. Dieses Land sollte jücht zugrunde gehen! So billigten es die österreichischen Genossen durchaus, das; die deutschen Sozialdemokraten sich am 4. August für die Verteidigung des Reiches erklärten, und die Wiener„Arbeiter- zeitung" feierte diese Abstimmung in einem begeisterten Är- tikel als den Tag des deutschen Volkes. Dann kamen die Monate, die Jahre dcS Krieges, die grauenvollen Opfer, die Härten des Belagerungszustandes, des österreichischen Belagerungszustandes, gegen den der deutsche ein Kinderspiel ist. Die Presse stand vollständig unter seiner Herrschaft, und es gab kein Parlament. Dieses war schon vor Kriegsausbruch wegen selbstverschuldeter voll- ständiger Arbeitsunfähig keit geschlossen worden, und Graf Stuergkh regierte mit dem§ 14. Es waren harte Zetten, aber die Gesinnungen der österreichischen Genossen blieben standhast. Graf Stuergkh ist durch Adlers Tat zur Höhe einer weltgeschichtlichen Persönlichkeit hinaufgeschraubt worden. In Wirklichkeit war er ein unbedeutender Mann, Instrument in der Hand des Grafen Tisza und der Militärbehörden, deren festem Griff er sich vergebens zu entziehen versuchte. So war er, und so wurde er noch im Frühjahr 1916 von Fritz Adler einem Genossen aus Berlin geschildert, der sich mit ihm über die österreichischen Zustände unterhielt. Damals sah Adler in dem Grafen nur einen Geschobenen, und die Gefühle, mit denen er von ihm sprach, waren eher die eines gering- schätzenden Mitleids als leidenschaftlichen polittschen Hasses. Fritz Adler war während des Krieges seinen Weg allein gegangen. Er sah die Dinge mit anderen Augen als die österreichischen Genossen, und das starke Gefühl für die geschichtliche Notwendigkeit des Verteidigungskampfes, das sie erstillte, war seiner Seele fremd. Er sah nur das Unheil des Krieges und das Elend der österreichischen Zustände, aus dem sr in unablässigem einsamen Grübeln einen Ausweg suchte, suchte und nicht fand. So haben sich in diesen Jahren Millionen und Abermillionen menschlicher Gehirne zer- martert— sie alle wollten den Frieden, aber sie wollten ihn nicht durch den Zusammenbruch des eigenen Volkes. Fritz Adler war einer der Vereinzelten, die auch vor dieser Konsequenz nicht zurückschrecken, und dadurch geriet in immer schärferen Gegensatz zu seinen österreichischen Parteigenossen, denen er bitteres Unrecht tut, wenn er ihnen Klst Feigheit vorwirft. Dieser vermeintlichen Feigheit eine Tat höchsten Mutes, äuszerster persönlicher Aufopferung entgegenzusetzen, war, wie er bei seiner Vernehmung erklärt, all sein heimliches Sinnen und Trachten seit mehr als anderthalb Jahren. Daß er bei der Wahl seines Opfers zwischen drei verschiedenen Personen schwantte. zeigt, daß es ihm mehr auf dj. Tat selbst ankam als auf die Vernichtung eines bestimmten Mannes. Die Frage bleibt offen, ob ein moderner Kulturmensch anderthalb Jahre lang mit dem Gedanken spielen kann, einen anderen Menschen zu erschießen, ohne dabei aus dem Gleichgewicht seelischer Gesundhett zu geraten, von allem anderen ganz ab- gesehen, was. trotz Fakultätsgutachtcn. gewisse Annahmen offen läßt. Gerade dagegen aber hat sich Fritz Adler in seinem Prozeß mit einem ungeheuren Aufwand logischen Scharfsinns gewehrt. Er hat zwei Tage lang gegen einen Vater, den er liebt, und gegen seinen Anwalt, den Verteidiger in unzähligen Prozessen, in denen die österreichischen Genossen das Gegen- teil von Feigheit bewiesen, um sein Recht auf den Gal- gen gekämpft. Und es ist wahrlich nicht„Herostraten"- noch sonstiger Ruhm, den dieser bescheidene Mensch dabei sucht. sondern er will nichts anderes, als durch seinen Opfertod den Beweis erbringen» daß eine große Idee wichttger ist als ein einzelner Mensch.„Ob während des Krieges in Oesterreich ein Mensch mehr oder weniger aufgehängt wird, hat keine Bedeutung.... Ich habe ein Bekenntnis zur Gc- W«JU adelest.* Hier ist der Punkt, wo sich die Geister scheiden. Die 1 deutsche Sozialdemokratie hat für die Verhälttiisse ihres Landes oie Anwendung des Terrors im polittschen Kampfe stets ab- gelehnt. Und nach dem Vorbild der deutschen entstand im Kampfe gegen die Vertreter der Gewaltlehre unter Viktor Adlers Führung die österreichische Sozialdemokratte. Die österreichischen Verhältnisse und die eigene geisttge Veranlagung haben Fritz Adler zu einem Abtrünnigen der sozialdemo- kratischen Politik gemacht zu einer Zeit, in der für die Partei nach allgemeiner Auffassung noch st ä r k e r e Gründe für die Ablehnung der Gewalttheorie bestanden denn je. Denn Ge- Walt, von innen angewendet, muß entweder nutzlose Auf- opferung bleiben, oder aber sie bedeutet eine Helfe für die Gewalt von außen. Solche zu leisten, hat die deutsche wie die österreichische Sozialdemokratie stets abgelehnt, und es darf gesagt werden, daß die Gründe dieser Ablehnung sittlich nicht niedriger stehen als die Mottve, die Fritz Adler zu seiner Tat getrieben haben. Vater und Sohn haben in diesem Prozeß als politische Gegner gegeneinander gestanden, und sie haben dabei ein Schauspiel geboten, vor dem sich jeder fühlende Mensch in Ehrfurcht verneigt.„Haben Sie nicht an Vater, Frau und Kinder gedacht?" fragt der Vorsitzende. Und der Angeklagte antwortet- „Solche Gedanken können für mich nicht hemmend sein. Daß geschichtliche Attentate nur von Kinderlosen gemacht werden dürfen, lag sür mich außerhalb einer Di-kusfion. Wenn Frau und Kinder srnch unter den Rädern bleiben, so gehött das not- wendig zum Kampf für eine große Idee. Daß beispielsweise mein Vater sein Vermögen für Patteizwecke geopfert hat. war mir immer selbstverständlich. Im Kampfe sind solche persönlichen Angelegenheiten der Idee unterzuordnen.' „Denken Sic nicht etwa", sagt der Verteidiger,„daß ich gegen Ihre Zurechnungsfähigkeit auftteten will, und be- antworten Sie auch meine Frage mit voller Offenheit: Haben Sie Ihren Vater geliebt?" Der Angeklagte antwortet: „Niemandem im Leben stand ich so nahe wie ihm. Ich liebe ihn nicht deshalb, weil er mein Freund ist, sondern als den vorbildlichen Menschen in der Partei. Er und seine Frau waren mir die nächsten Menschen in bezug auf meine Idee." Dann wird Vikor Adler als Zeuge vernommen, und eS entspinnt sich folgende Wechselrede: Präsident:„Ihr persönliches Verhältnis zu Ihrem Sohne war durch politische Gegensätze nicht gettllbt?' Zeuge:„Nie! Warum soll ich meinen besten Freund, der andere Meinung hat als ich, als Feind betra chten?' Fritz Adler hatte von seinem Vater die leidenschaftliche Liebe für eine große Sache geerbt, nicht die durchdringende Schärfe des polittschen Denkens. Das vereinigt sie menschlich, trennt sie sachlich. Aus dem Gerichtssaal fährt Viktor Adler nach Stockholm. Aber der Sohn spricht triumphierend zu den Richtern: „Die österreichische Minderheit wird dort nicht vertreten sein, aber eS wird von ihr gesprochen werden, dafür wird Ihr Urteil sorgen. Die wahre Aufklärung sür die Genossen in Stockholm wird Ihr Todesurteil sein." Für den Frieden hatte Fritz Adler die Tat begangen, auf die das Gesetz den Tod setzt. Und jetzt erwartet er von dieser Tat und diesem Todesurteil die Sprengung des Friedens- Werkes von Stockholm! In der russischen Revolution sieht er dann die Bcstäti- gung seiner Auffassung. Der Zarismus weggefegt, sechs Sozialisten in der Regierung! Aber zugleich mit dem Be- richt, der seine Worte aus dem Gerichtssaal hinausträgt, fliegt aus Petersburg die Meldung in die Welt, daß K e r c n s k:, der Kriegsministcr der Revolution, folgenden Tages- befehl erlassen hat: Das Vaterland ist in Gefahr und jeder muß sie nach Kräften abzuwenden suchen. Kein NücktrittSgesuch von feiten höherer Kommandostellen, daS dem Wunsche entspringt, der Ver» antwortlichleit in diesem so ernsten Augenblicke zu entgehen, wird von mir angenommen werden. Den Deserteuren wird be- fohlen, bis zu dem schon angekündigten Tage, nämlich den 28. Mai, »um Heer und zur Flotte zurückzukehren. Alle, die diese Anordnung übertreten, werden streng b e st r a f t werden. Rußland ist vom Zarismus befreit, nicht vom Kriege, nicht vom Kapitalismus. Zur Freiheit, wie wir Sozialisten sie auffassen, ist der Weg noch weit. Aber der Kriegsminister der Revolution, der vor wenigen Monaten noch als Ad- geordneter die Kricgskrcditc verweigerte, will jetzt Soldaten haben, und er will gewiß keine Soldaten haben wie Fritz Adler, der bei seiner Vernehmung erklärte, als Soldat habe er den festen Vorsatz gehabt, nicht zu schießen! Man stelle sich vor, die revoluttonäre Maffenattion, die Fritz Adler auch für Oesterreich herbeisehnte, hätte ihn zum Kriegsminister gemacht. Hätte er einen anderen Tages- befehl erlassen können? Eine Ideologie, die sich im Gefühl der Ohnmacht der- liert, führt zu anderen Konsequenzen, als der Besitz der polt- tischen Macht. Der Sozialismus kann, solange er nur protestierend und demonstrierend auftritt, sagen, er wolle den Frieden, Sieg oder Niederlage sei ihm gleich. Wo er sich dessen bewußt wird, daß er ein Gewicht in die Wagschalc der Weltgeschichte zu werfen hat, kann er den Frieden nicht in der Niederlage suchen, kann er dem Schicksal des eigenen Volkes im Kriege nicht gleichgülttg gegenüberstehen. Dies verkannt zu haben, ist Fritz Adlers tragischer Irrtum. Die U-öoot-Mrbeit im /lpril. Das Schlußergebnis. Berlin, 19. Mai. Amtlich. Nach endgültiger Fest- stcllnng sind im Monat April an HandelsschiffSranm insgesamt 1 691 609 Brutto-Registcrtonnro durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte vernichtet worden, darunter 822 000 B r u t t o- Registertonnen feindlichenSchiffsranmeS und von diesen Drutto-Regijlertonnen englisch. Hiervon wurden 80000 Brutto-Registertonneu von U 35, Kommandant Kapitäuleutnant von Arnanld de la Periere, wahrend einer Nnternchmuug versenkt. Seit Deginn Oes uneingeschränkten U-Doot-Krieges find insgesamt 2 772 000 Brntto-Register- Tonnen HandclsschiffsraumS infolge kriegerischer Matz- nahmen der Mittelmächte verloren gegangen; davon waren 1 707 000 Drutto-Negifter-Tonnen englisch. Der Chef des AdmiralstabcS der Marine. Stockholm. permanenzerklärung Oes Komitees. Stockholm, 18. Mai.(Eigener Drahtbericht des �Vorwärts".) Das Hollandisch-Skandinavische Komitee nahm ein- stimmig den Wortlaut einer neuen Einladung an, in der es heißt: Unter dem Eindruck der russischen Revolution ist der Druck der Arbeiterklasse so stark geworden, daß das Komitee beschlossen hat, sich in Permanenz zu erklären. Es nimmt seine Arbeit auf, indem es besondere Konfe- renzen mit den einzelnen Parteien und Fraktionen ver- anstaktct. Die Parteien sollen ihre Auffassung des Kriegs- Problems und der Friedcnsfrage vorlegen. Das Somitee will versuchen, einen gemeinsamen Boden zu finden, der als Grundlage zu einer eventuellen Einberufung einer allge- meinen Konferenz dienen kann. Das Komitee verweist darauf, daß schon die bisherigen Verhandlungen große Schwie- ri gleiten gezeigt haben, weil die Verbitterung stark ist und sich die Verdächtigung ihrer Motive an die besten Leute heranwagt. Indessen hat sich auch gleichzeitig gezeigt, daß eine offene Aussprache viele Mißverstand- nisse zer st reut. Das Komitee erklärt sich autonom, es weist jeden Ver- such, die Zusammensetzung der Konferenz durch Verweigerung der Pässe zu beeinflussen, zurück. Der Auftuf schließt:„Tie Internationale muß sich wieder zusammenfinden." Unterzeichnet sind die Holländer T r o e l st r a und v a a Kol, die Schweden B r a n t i n g und Sjoederbcrg, die Dänin Nina Bang, der Norweger Vidnes, die Se- kretäre Huysmans und Egbcrg. S t a u n i n g ist durch Munster geschäft? ausgeholten und trifft später ein. SJfrTjoriMf wurde bisher mit den Belgiern, weiter in vssiziell mit den durchreisenden, heute nach Petersburg ab gehenden Menschewiki Markoff, Axelrod und Marti n o f f. Folgen sollen die Bulgaren, von denen sechs„Weib herzige", zwei„Engherzige" anwesend sind, die Finnen oder die deutsche Minderheit, dann kurz vor Pfingsten die Oester reicher, die bis auf Viktor Adler heute hier eingetroffen sind Sorgbjerss �luffaffung. Kovenliageu, IS. Mai.(Eigener Drahtbericht des ..Vorwärts".) In„Sozialdemokraten" kommentiert Borg b j e r g die durch den russischen Regierungswechsel eingetretene Aenderung der?age folgendermaßen: Die Parteien Tscheidses und Kerenskis stimmten zu Anfang des Krieges gegen die Kreditbewilligung und legten die Haupt' Verantwortung auf den Zarismus, der sich vom englischen Imperialismus gebrauchen lasse. In Deutschland stimmte zu Kricgsbeginn die ganze sozialdemokratische Reichstagsfraktion für die Kredite, weil sie in dem Krieg einen Verteidigungs- krieg sah. So sei anscheinend die Sozialdemokratie der der- schicdenen Länder verschiedener Auffasiung. In Wirklichkeit sei ihre besondere Haltung in jedem Lande aus der besonderen Si- tuation zu verstehen. Auf die Frage der Hauptschuld am Kriege wirft die Haltung der russischen Sozialdemokratie ein helles Licht, denn durch sie haben die jetzigen Machthaber der früheren Regierung den Stempel aufgedrückt und damit einen Er' klärungsgrund für die Stellungnahme der deutschen.Sozialdemo' kratie geliefert. Dieselben Männer, die heute entscheidenden Ein- fluß in der rufsischc» Regierung haben, haben am 6. und 8. Mai in Konicrcnzen mit Borgbjerg einstimmig die Einladung zur Friedenskonferenz anfgeusmmcn und die Sache selbst in die Hand genommen. Dadurch erscheint die Weltlage stark verändert. Tie deutsche Sozialdemokratie hat den Zarismus nicht mehr als Feind gegen sich. In den Ländern der Alliierten aber wird sich die Sozialdemokratie nicht lang« wei- gern können, an der Friedenskonferenz teilzu nehmen. Die Oesterreicher unterwegs. Koptuhagen, 18. Mai.(Eigener Drahtbericht des „B o r w ä r t s".) Die Delegierten der österreichischen Sozialdemo. kratie, Renner, Seitz, Ellenbogen, Harimann und Huebcr. haben gestern mit Stauning über die Vorbereitung der Konferenz unter- bandelt und dem ihnen vorgelegten Plan ihre volle Zustimmung ausgesprochen. Sie reisten-dann, zugleich mit den bosnischen De-- legi er! en Markic und Glumae nach Stockholm weiter. »* * wie Sie franzohschen Mehrheitssozialisten sich eine Zrieöenskoafereaz Senken. Tie„Humanilv" bringt in ihrer Nummer vom IS. Mai 1917 unter der Ueberschrift„Für die Tagung des National» rot« am 27. Mai" den Entwurf einer Resolution, der durch folgende Zeilen eingeleitet wird: „Ein Abendblatt hat gestern gemeldet, daß eine Versammlung von Tosialisten stattgefunden hat. in der man die Teilnahme an der Stockholmer Konferenz diskutiert halte. Ilm alle unvollständigen Auslegungen kurz abzuschneiden, veröffentlichen wir den Text der Resolution, den diese Sozialisten die Absicht haben, der Prüfung der Organisation zu unterbreiten und dein Rationalrat zur Au- nähme zu empfehlen, der am 27. Mai tagen wird." Vorschlag einer Resolution. -.Der Nationalrat bestätigt die Resolution, welche daZ C. A. A. iParteivorstand) angenommen hat, und die dahin geht, keinem französischen Soziali st eir ein Mandat zur Ver- lretung der Partei in Stockholm zu geben. Er stellt fest, daß selbst nach Meinung eines der Einberufer, des Äen offen Troelsira. die Stockholmer Konferenz nicht ordnungsgemäß zusammenberuwn ist. weil man das internationale Soziali» sniche Bureau dabei eigenwillig übergangen hat, dessen Vorsitzender Vaudervelde und dessen Sekretär HuySmanS allein die Vollmacht baben, sie einzuberufen. DaZ Fehlen einer genauen Tagesordnung obuc Fallen, die mangelhaft« Beobachtung der Bedingungen der Vertretung(die für eine ordentliche Konferenz vorgesehen sind) sind geeignet, die gerechtfertigten Kritiken und die verdächtigsten Miß- vcrsrändnisse hervorzurufen. � �. Der Nationalrat hält allßerdem dafür, daß selbst erne ord» nungSgemäß zusammenberufene Konferenz keine praktische Wirksam- keit haben kann— und infolgedessen nicht ins Auge gefaßt werden soll—. solange nicht die Parteien, die an ihr teilnehmen, vorher die Resolution bekanntgeben, in der sie die Grundsätze aufstellen, welche eine gemeinsame Aktion erlauben werden. Die Jnternarionale hatte vor dem Kriege Regeln für die Aktion festgesetzt. Jede nationale Sektion hatte dann das Recht, darauf zählen zu können, daß in der Stunde, in der ein internationaler Konflikt ausbrechen würde, die Nachbarseklionen die Verantwortlich- keit abwägen würden, die jede Regierung aus sich geladen hatte. und daß sich infolgedessen die gesamte Internationale entschlossen gegen die Regierungen des Angriffs wenden würden. Der Angriff ist siircbtbar und schnell gewesen. Innerhalb acht- undvierzig Stunden warf sich Oesterreich auf Serbien, das doch das ösierreitische Ultimatum angenommen Halle, ausgenommen zwei Punkte, für die es Ueberweisung au das Haager Schiedsgericht vor» schlug. Innerhalb 80 Stunden stürzte sich Deutschland, nachdem es ebenfalls alle Anerbieten auf Vermittlung und Ausgleich zurück- gewiesen halte, auf das belgische Land, dessen Neutralität es ver- jctzie. obwohl sie durch einen Vertrag garantiert war. den eZ selbst unterzeichnet hatte. Der Anariff war also treffend bezeichnet. Jndene» die Sozialisten der Länder, die nicht unmittelbar in den.Konflikt verioickelt wareil, haben mir zögernd und schwach eine unwillige Rechtsverwahrung hören lassen, welche ihnen allen das Ideal des Jniernationalen Sozialismus vorschreiben mußte. In den Ländern, deren Regierungen die Angreifer waren, in Deuischland und Oesterreich, schwiegen entweder die Sozialisten aus Gründen der inneren Difzivkin oder sie liehen der Kriegspolitik und infolgedessen dem Angriff ihre Unterstützung...... Tie Jutcrnationale war also nicht allein ohnmachtig, den Kneg zu verhinvern. sie hat sich vor ihm gebeugt. Ihre Flamme war verhüllr. Ihre Augen wandten sich vergeben« an jene deutsche Sozialdemokratie, welche seit Jahren ,n so hohem Maße die sozialistische Bewegung zu inspirieren schien. Jetzt muß sich die Internationale wieder aufrichten,«ie mue fordert von ihr. daß sie die Möglichkeit eines Friedens � Wie soll sie die Bedingung eines gerechten Frieden? bestimmen. wenn ihr der Mut uiid die Klarheit fehlen, das Geschwür auf- zustechen, um die Schuldigen zn suchen und zu brandmarken, die Regierungen und die Sozialisten._ Die Spaltung, die sich endlich im Schöße deS deuticheu Sozia- likniuS vollzogen"hat, gibt der Internationale einen Stützpunkt, der ihr fehlte... Abgesehen von dieser Vorbedingung hatten die Franzoien gedacht, daß eine bedächtige Klugheit der Internationale raten würde, die Stunde der Gewisiensprüfung auf jenen Augenblick zu verweisen, in dem die Nation selbst durch den Frieden wieder etwa? Ruhe zurück- acwouucii hätten. Die Spaltung in Deutschland ist eme neue Tatsache. Englischer Angriff zwischen Arras«nd Douai— Nachtkampf am Wiuterberg— Russisches Artillerie- und Minenfener— Kein Angriff in Mazedonien— Der zehnten Jsonzoschlacht siebenter Tag. Amtlich. Großes Hauptquartier, de» 19. Mai 1917.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Krouprinz Rupprecht. Zwischen der Küste und St. Quentin»ah« die Artillerie- titigkeit in mehreren Abschnitten zu und steigerte sich nachts zwischen Achcville«nd Gavrelle zu großer Heftigkeit. Ei« unter de« Schutz dieses Feuers beiderseits der Straße ArraS— Douai einsetzender englischer Augriff brach in«userrm Abwehrfeuer zusammen. Ebenso erfolglos blieben feindliche Vor- stoße östlich von Monchy. Heeresgruppe Deutscher Kroupriuz. An der AiSne- uud Champagne-Front hält das lebhafte Feuer an. Bei Brahe erreichte» wir durch Fortuahme eines französischen GrabcnS eine weitere Verbesserung unserer Stellung. Am Winter- brrg wurde ein nächtlicher Vorstoß des Feindes in zähem Hand- granatcnkampf abgeschlagen. Bei ungünstigem Wetter war die Fliegcrtitigkeit die letzten Tage gering. Gestrr» schössen wir 10 feindliche Flugzeuge ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Russisches Artillerie- und Minenfeuer zwischen Aa und Düna, westlich von Loek, beiderseits der Bahn Zloczow— Tarnopol»nd an der Narajowka wurde lebhaft von uns erwidert. An der mazedonischen ftfrvnt hat der Feind nach den Mißerfolgen der letzten Tage seine An- griffe nicht wiederholt. Das Artillcricfeurr ist wieder schwächer geworden. Der Erste Grneralquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. B e r l i«, 19. Mai abeud». Ju der Champagne nachmittags zuoehmeode Ar- tillerietätigleit. Sonst im Weste« uud O st e u keine besondere« Ereignisse. Ter österreichische Bericht. Wien, 19. Mai 1917.(W. T. V.) Amtlich«rird vcrlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. An einzelnen Frontabschnitten löste russische Artillcrictätiglrit unser BcrgeltungSfeucr aus. Sonst nichts zu melden. Italienischer Kriegsschauplatz. Ter gestrige siebente Tag der 10. Jsonzoschlacht war wieder von heftigen Kämpfen erfüllt. Südwestlich von A u z z a bemühten sich die hier am linken Jsonzoufer cingcnistetrn Italiener vergeblich, ihre Stellung zu erweitern. Unsere Linien östlich des Engtales Plava Salcano standen audanernd unter feindlichem Gcschützfeucr aller Kaliber. Die italienische Infanterie, deren schwere Verluste unausgesetzt durch den Einsatz neuer Truppen ausgeglichen werden, richtete in diesem Räume ihre Anstrengungen vornehmlich gegen die Höhen von V o d i c a l, gegen die sie zu wiederholten Malen in dichten Kolonnen Sturm lief. Jeder dieser Anstürme brach dank der heldenmütigen Haltung der von ihrer Artillerie und den am Kampfe teilnehmenden Fliegern trefflich unterstützten Verteidiger blutig zusammen. Bc- sondercs Lob gebührt den Abteilungen des Kassaer Infanterie- Regiments Kaiser Wilhelm, dem vom tapferen Oberste» Pcrncr geführten westgalizischcn Landsturm-Jnfanterie-Regimcnt Nr. 32 und dem Landsturm-Bataillon. Ocstlich von G ö r z versuchte« die Italiener neuerlich mit einem ohne Artillcrie-Einlcitung angesetzten Masscnstoß durchzu- dringen. Das Ergebnis dieses Versuches war kein anderes wie am Bortage. Unsere Stellungen wurden ausnahmslos behauptet. Lebhaftes Geplänkel, das in diesem Abschnitt die Nacht über herrschte, brachte uns über 200 Gefangene ein, darunter zwei Offiziere. Unsere Flieger schössen im Luftkampfe zwei feindliche Flug- zeuge ab. Ein drittes wurde bei Bcrtoiba durch Kleingcwehr- feorr herabgcholt. Das bisherige Ergebnis der nun schon eine Woche aus« füllenden Kämpfe gegen unsere tapferen Jsonzotruppcn besteht für die Italiener lediglich in einer kaum zwei Kilometer im Um- kreise betragenden Erweiterung ihrer Brückcnkopfstcllung bei Plava im Litscher und P l ö ck e r Gebiet sowie an mehreren Abschnitten der Tiroler Front wuchs das Geschützfeucr beider- seitS zu beträchtlicher Stärke au. In Südtirol, bei Laghi und auf dem Borcola-Paß drangen unsere Erkundungsabtcilungcn in die feindlichen Stellungen ein und»ahmen die Besatzung gc- fangen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nicht Neues. Der Stellvertreter dcS Ehefs de? GencralstobeS v. Hoefer, Feld marsch allen tnant. Zwischen den Sozialdemokraten Scheidemann, Südekum, Legten, Heine usw.. unaufhörlichen Mitschuldigen der beiden Kaiserreiche und denjenigen, welche versuchen, die Ehre des deutschen Sozialismus zu retten, kann die Internationale wählen. Sie muß es. Die französischen Sozialisten erklären deshlb: Unter der Bedingung, daß die Glieder der Internationale ord- nungsgemäß zusammenberufen werden, daß die Tagesordnung aus- schließlich festgesetzt wird in Hinsicht auf die Erforschung und Bcur- teilung der Verantwortlichkeit der Regierungen und der sozialisti- schen Parteien an den Ursachen des Krieges, nimmt die sozialistische Partei demnächst an einer sozialistischen Konferenz teil. Die Verantwortlichkeiten, die Deutschland und Oesterreich durch die brüske Entfesselung des Krieges auf stch luden, die Vermittlung und Schiedsgerichte abgelehnt Halen, müssen festgestellt werden»nd diese Regierungen müssen zu Feinden der Internationale erklärt werden. Diejenigen deutschen und österreichischen Sozialisten, die sich zu Mitschuldigen der verbrecherischen Regierungen gemacht haben und fortfahren, es zu sein, müssen von der Internationale abgeur- teilt und aus ihrer Mitte entfernt werden. Endlich mutz die. Internationale sagen, daß die Einführung des allgemeinen Stimmrechts, der parlamentarischen Demokratie, der Verantwortlichkeit der Regierungen vor den regierten Völkern, die erste Garantie eines dauerhaften Friedens ist, der sich auf die gc- mäßig geordnete Gesellschaft der Nationen gründet. Tre Internationale wird also feierlich erklären müssen, daß nach dem Beispiel Rußlands das imperialistische Deutschland einem demokratischen Deutschland Platz machen muß, ausgestattet mit einem Regime der Freiheit. Tie Internationale wird deshalb auf diese Notwendigkeit der deutschen Revolution diejenigen Sozia- listen verpflichten müssen, welche den Grundsätzen der sozialistischen Aktion treu bleiben wollen. Damit der internationale Sozialismus sich vor die ganze Größe einer Pflicht und seiner Verantwortlichkeit gestellt findet, damil er seinen moralischen Platz in der Welt wieder einnehmen kann, damit er aus dieser Reinigung stärker, heißer und lebendiger her- borgehe, unterbreitet die sozialistische Partei der Internationale die Forderung, die schuldigen und treubrüchigen Vertreter des österreichischen und deutschen Sozialismus in den Anklagezustan» zu versetzen." * Soweit die„Humanite"! Aus den kurzen Bemerkungen, welche ihre Redaktion dem Resolutionsentwurf vorausschickt, ist nicht zu ersehen, welche Genossen beisammengewesen sind, als dieses Do- kument der Kriegspsychose aus der Taufe gehoben wurde. Aber nach der ganzen Aufmachung, in der das Blatt RenaudelS den Eni- Wurf veröffentlicht, ist als sicher anzunehmen, daß einflußreiche Kreise der französischen Mehrheit an der Abfassung desselben be- teiligt waren. Wir nehmen zur Ehre des französischen Sozialis- mus an, daß sich kein Nationalrat finden wird, der diesem ein- eitigen, gehässigen Elaborat mit Mehrheit zustimmt. Man müßte dnst annehmen, daß die französischen Arbeitermassen nach einer inn- und zwecklosen Fortsetzung des Massenmordes geradezu lechzen. Aber gesetzt den Fall, daß die Resolution von einer Poincare ergebenen Mehrheit unentwegt kriegshetzerischer Sozialisten wider Erwarten angenommen würde, was könnte sie bezwecken? Doch lediglich den Versuch, die Stockholmer Konferenz zu sabotieren. Dieser Versuch dürste kaum gelingen. Denn die Sozialisten fast aller übrigen Länder— der kriegführenden und der neutralen— sind nicht so verblendet wie die derzeitigen Leiter der französischen Partei. Sie fordern, daß die Stockholmer Besprechungen endlich gute Arbeit für den Frieden leisten. Eine solche Friedensarbeit würde aber auf das empfindlichste gestört, wenn nicht illusorisch gemacht, wenn die Stockholmer Konferenz in langwierigen Verhandlungen die Kriegsursachen erörtern wollte. Daun wäre aller- dings zu befürchten, daß die Diplomaten noch eher über die Basis eines Friedens einig würden als die Sozialisten. Wenn die französischen Sozialisten gar nach dem Rezept, das in jener Pariser Versammlung ausgedacht wurde, die österreichischen und die deutschen Sozialisten auf die Anklagebank zitieren wollten, um Ankläger und Richter in einer Person zu spielen, so können sie sich schon heute gesagt sein lassen, daß die Vertreter der deutschen Sozialdemokratie zu diesem Zweck nicht nach Stockholm kommen. Sie werden sich dort auch nicht von den französischen Regierungs- sozialisten vorschreiben lassen, wie, wann und wo sie in Deutsch- land Revolution zu machen haben.' Sic werden sich vielmehr jede Einmischung in imierdcutsche Angelegenheiten entschieden verbitte», Außerdem find die französischen Sozialisten zurzeit weniger denn je berufen, den deutschen Sozialisten Vorträge über daS Maß der notwendigen Freiheiten zu halten. Hierzu wäre vielmehr erste Voraussetzung, daß sie in Frankreich selbst mit dem brutalen Ge- Waltregiment der Diktatur und Zensur aufräumten. Die französischen Sozialisten werden am 27. Mai eine schwer- wiegende Entscheidung zu fällen haben. Sie wird, so nehmen wir zuversichtlich an, anders ausfallen, als die Väter des oben mitge- teilten ResolutionsentwurfeS wünschen. Denn auch in Frankreich setzt, weit über die Arbciterkreise hinaus, die durch den Krieg mn- teriell und seelisch schwer bedrückte Bevölkerung große Hoffnungen auf Stockholm. Würden diese Hoffnungen durch die Schuld des französischen Sozialismus getäuscht, so würde sich das sicher in Zn- kunft schwer an diesem rächen. Das werden sich die französisch: n Sozialisten, die ja infolge dieser Publikation der„Humanite" jetzt gewisse Pläne kennen, bis zum 27. Mai noch überlegen können. Wir glauben, daß die Mehrheit der französischen Sozialisten dann eine Antwort finden wird, die auf den bei allen Völkern sich in steigen- dem Maße bemerkbar machenden Friedenswillen Rücksicht nimmt. /toch Honduras gegen Deutfchlanü. Amsterdam, 19. Mai. Nach einer Reutermeldung aus Washington soll auch Honduras die diplomatischen Beziehungen mit Deutschland abgebrochen haben. An Berliner amtlicher Stelle liegt eine Bestätigung dicscr Reutermeldung nicht vor. die ruPschen �rmeeführer unö die neue Regierung. Petersburg, 18. Mai.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Der Generalissimus Alexcjcw uud die Generale und K o m ma n'd a n ten der verschiedenen Armeen an der Front, die in Petersburg eingetroffen sind, berieten mit der Vorläufige» Regierung, dem Ausführenden Ausschuß der Duma und dem Ausführenden Aus- schuß deS Arbeiter- und Soldatenrats. Abends ver- ließen die Generale die Hauptstadt, um nach ihren verschiedenen Fronten zurückzukehren. Appell der Kriegstreiber. Petersburg, 18. Mai.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Im Taurifchen Palais fand im Zimmer des Dumapräsidenten unter dem Vorsitz Rodziankos«ine private Beratung von Mitgliedern der Duma statt, bei der Gutschkow und M i l j u k o w, von lebhaftem Beifall begrüßt, die Gründe dar- legten, die sie zum Rücktritt veranlaßt hätten. Tie Beratung schloß mit der einstimmigen Annahme der folgenden Entschließung: Die Mitglieder der Duma erinnern die Vorläufige Regierung in dem Augenblick, in dem sie sich reorganisiert, eindringlich daran, daß die Grundlage ihrer auswärtigen Politik, insbesondere der Frage von Krieg und Frieden ebenso wie vorher vollkommene und unveränderliche Treue gegenüber den tapse- ren Verbündeten Rußlands sein muß; denn die Lebens- interessen und die Ehre Rußlands sind eng mit dieser Treue vcr- bunden. Das Ideal dieser Leute wäre natürlich, daß die neue Regie- rung sich in die Fesseln derselben Ziele legte.die soeben ihrem Regiment den Garaus gemacht haben. Die russischen Geheimverträge. Der Petersburger.Djen" schreibt: Die von der alten Regie- rung mit den Verbündeten abgeschlossenen Geheimverträge müssen gelöst werden. Ihre Durchsicht und Veröffentlichung bc- deutet noch lange nicht, daß sie direkt gebrochen werden sollen. Für das jetzige Rußland sind sie aber nicht bindend; es muß sie durch neue ersetzeu. Tie Stimmung in Petersburg. London, 19. Mai.„Morning Post" erfährt aus Petersburg vom 18. d. M., die Stimmung sei im großen und ganzen besser geworden, aber die Blätter brächten immer noch aus- führliche Berichte über Ausschreitungen auf dem Lande, die, wie es scheint, sehr große Ausdehnung angenommen haben. Mgemeinsr Zrieüen, kein SonöerfrleAen. Erklärung der ncucn russischen Regierung. Petersburg. IS. Mai.(Meldung der Petersburger Tclegravhcn- Acicntiir.) Tic«cu zusammengesetzte Provisorische Regierung hat die foigende Erklärung veröffentlicht: Tie neu zusammeugesetzte uud verstärkte, durch die Vertreter der revolutionären Demokratie verstärkte Provisorische Regierung rrtlärt. daß sie tatkräftig die Gedanken der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit verwirklichen wird, unter deren Fahnen die Große russische Revolution geboren wurde. Die Einheit der Provisorischeu Regierung beruht auf de» folgenden Grundlagen ihrer künftigen Tätigkeit: Fn der auswärtigen Politik l eh n t die Provisorische Regierung in Ucberrinstimmung mit dem gesamten Volke j ed'e n G e d a n k e n au einen Sonderfrieden ah und steckt sich offen als Ziel die Wiederherstellung eines allgemeinen Frir. de n S. der weder eine Beherrschung anderer Völker noch eine Be- schlagnahme ihrer»ationalen Güter noch eine gewaltsame Aneig. »ung von Gebiete» eines anderen erstrebt, einen Frieden ohne Annexionen und ohne Entschädigungen aus der Grundlage des Selbsthcstimmungsrcchts der Völker. In der festen Ueberzcugung, daß der Fall der zarischen Re- gierung in Rußland und die Befestigung der demokratischen Grund- sähe in der inneren und äußeren Politik für die alliierten Demo- krotien neue Bemühungen für einen dauerhaften Frieden und die Brüderlichkeit der Völker geschaffen haben, wird die Provisorische Regierung Schritte unternehmen, um ein Abkommen mit den Alliierten auf der Grundlage der Erklärung vom v. April vorzubereiten. Ueberzeugt davon, daß eine Niederlage Rußlands und seiner Alliierten nicht nur eine Quelle deS größten Unglücks für das Volk wäre, sondern auch den Abschluß eincS Weltfriedens auf den oben- erwähnten Grundlagen hinausschieben oder unmöglich machen würde, glaubt die Provisorische Regierung fest, daß das revolutionäre Heer Nußlands nicht gestatten wird, daß die deutschen Truppen unsere westlichen Alliierten vernichten, um sich dann auf nnS mit der ganzen Macht ihrer Waffen zu werfen. Zinnlanö im Kampfe um Demokratie. Generalstreik in Raums. Der Kampf um Demokraiisierung, der aus dem alten Ruhland deS privilegierten Herrentums ein neues Rußland der Gleich« bercchtigung schaffen will, hat in der finnischen Stadt R a u m o, dem größten Seehafen deS Landes, eine große politische Streik- bewegung notwendig gemacht. Aus brieflichen Berichten de! Stockholnrer.Aftonbladei* wird bekannt, daß streikende Ar- b e r l c r die Angestellten des TclegraphendiensteS gezwungen haben, ihre Tätigkeit für eine Woche einzustellen, weil die Sozialisten iu der Verwaltung der Stadt ebenso stark vertreten sein wolle», wie die anderen Parteien. Ei» anderer Brief erzählt, in Rauino herrsche seit einer Woche der Generalstreil: aller Eisenbahnverkehr sei eingestellt, so daß davor gewarnt werden müsse, von Schweden Gitter zu senden. Die Arbeiter machten, was sie wollten; sie setzten selbst die Löhne fest und wollten keiner Leitung mehr unter» stehen. Trotzdem arbeiteten sie nicht einmal auf dem Lande, was vielleicht das allerschlimmstc sei. Der Streik beschränkt sich also nickt aus die S t a d t, auch die Landarbeiterschaft be« leiligt sich. Wie.Svenska Dogbladet" gestern aus Haparanda mit- teilt, dauert der große Streik in Raumo fort. Unruhen seien vor« gekommen und die Miliz weigere sich, gegen die Un- r u h e st i f t e r einzuschreiten. Woraus nun wieder hervorgeht. daß die Truppen mit der Bewegung der finnischen Demokratie einig sind. Die Wehrpflicht in Amerika. Einigung der Kammern. Lasel, 19. Mai. HavaS berichtet aus Paris: Die Blätter vernehmen auS Washington, daß die Verhandlungen zwischen den beiden Kammern des Kongresses abgeschlossen sind und zu einer vollständigen Einigung geführt haben. Das Re- p r ä s e n t a u t c n h a n s nahm die Vorlage über den oji l i g a t o r i s ch e n Militärdienst an, die heute dem Senat unterbreitet wird. Das Kriegskabinett öer Dollarmagnaten. .Haag, 19. Mai. Ans Washington meldet die Londoner „Daily News". Präsident Wilson ist im Begriff, ein Kriegs- kabinelt zu bilden. Bernhard Barach soll— wie es heißt— Munilionsminister werden. Er ist als Stahlmagnat und als großer Börsenmann bekannt und stand in den letzten zwei Iahren in enger Verbindung mit der Munitionsfabrikation. Ter Präsident der Baltimore- und Ohio-Eisenbahn. Willar, vielleicht die größte Autorität in Eisenbahnangclcgenheiten, wird zum Transportministcr ernannt werden. Der Fortgang üer Jsonzoschlacht. Wien, 19. Mai. Aus dem KriegSPressequartier wird am 19. Mai abends mitgeteilt: Heute bis jetzt an der Jsonzo- front nur starker Artilleriekampf gemeldet. Feind- lichc Infantericangriffe unterblieben. Der Krieg auf den Meeren. Neue Erfolge öer Torpeöo- unö U-Soote. Berlin, 19. Mai. Amtlich. 1.: Unsere in de» Hoofdcn kreuzenden Torpedoboote trafen in der Nacht vom 17. zum 18. Mai einen grösiercu, von England kommende», durch Zerstörer geleiteten Dampfer, v e r s c n k t e n ihn und beschädigten eine» der Zerstörer durch mehrere Artillcrietreffer. Sie kehrten darauf wohlbehalten in ihren Stützpunkt zurück. 2.: Neue U-Boot-Erfolgc im Atlantischen Ozean und Englischen Kanal: Acht Dampfer, zw« Segler» ein Fischkutter mit 25000 Dr.-Neg.-To. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der bewaffnete englische Dampfer Sowwell(3781 Br.-R.-T.) mit 6139 Tonnen Eisenerz nach Glasgow, die englischen Dampfer Proomhill <1392 Br.-R.-T.), Halen(322 Br.-R.-T.), Terrymore(485 Br.. R.-T.), die englischen Segler Athole und Burrowa, der eng- lischc Fischdampfer Kitty, von dem Kapitän und Maschinist gefangen eingebracht wurden, der bewaffnete französische Dampfer Nclly(1868 Br.-R.°T.), Ladung Wein von Oran nach Rouen. der bewassncte italienische Dampfer Giovannina (3939 Br.-R.-T.) mit Apfelsinen nach Liverpool, und ein großer Dampfer mit Weizen nach England. Ferner ein»n- bekannter bewaffneter großer Frachtdampscr. Ter Ehch dcs Admiralstabes der Marult, Jrieörich /löler zu weitere Vernehmung öes flngeklagten. Wien, 18. Mai. Bei seiner weiteren Vernehmung bespricht der Angeklagte ausführlich die Beziehungen zu den russischen Sozial« revolutionären und seine ihrer Parteirtchtung entgegengesetzten Anschauungen. Er erklärt die Behauptung der Anklage, daß er von Oesterreich ein gehässiges Zerrbild entworfen habe, als unrichtig und bespricht sodann die Zensurverhältnissc. wobei er sagt, vom Ministerium Stürgkh sei ein ständiger Druck der Erpreffung aus- gegangen. Er bespricht dann Vorkommniffe auf dem Gebiete der Justiz und äußert sich entrüstet über das Vorgehen der Standgerichte. Bei Erwähnung der Prozesse Markow und K r a m a r z bor dem Landwehrgericht macht Adler eine abfällige Bemerkung über das Landwehrgericht, welche der Vorsitzende scharf rügt. Man habe in Oesterreich L'/z Jahre nicht gewußt, wer regiere. cS habe ein System von Kompetenzen und Jmkompetenzen geherrscht. Adler bespricht sodann die Parlaments frage und bezeich- net den Grafen Slürgkh als eifervollen Gegner eines Parlaments, das auS dem allgemeinen Wahlrecht hervor- gegangen sei. Stürgkh habe das Parlament ack absru-äurn führen wollen. Wir wußten, erklärte Adler, daß Stürgkh mit den Deutsch- radikalen über eine Oktroyierung neuer VecfaffungSgesetze und über einen Staatsstreich verhandelte und daß der deutsche Nationalver- band bereit war, den Staatsstreich mitzumachen. Stürgkh wollte den Ausgleich mit Ungarn, ohne mit seinen Ministerkollegen darüber zu reden, für zwanzig Jahre mit TiSza allein machen und mit§ H in Kraft setzen. Dieses Verhältnis zwischen Stürgkh und Tisza war entscheidend für die Politik in Oesterreich, denn Stürgkh hielt sich nur dadurch, daß er sich zum Knecht TiSzaS erniedrigte. Als das Drängen nach dem Parlament immer lebhafter wurde, setzte Stürgkh alles ins Werk, diese Bestrebungen zu vereiteln. Slürglh verhinderte eine Audienz des Präsidenten Sylvester und� feudaler Herrenbausmitglieder beim Kaiser in dieser Angelegenheit. Stürgkh sperrte den Kaiser von der Bevölkerung ab. Als am 23. Ok« tober Sylvester die Obmännerkonferenz zur Wiedereröffnung de! Parlaments einberief, erklärte Stürgkh, die Konferenz sei für ihn nicht vorhanden. Eine Versammlung, welche ein juridisches Pro- fesiorenkollcgimn in dieser Angelegenheit einberief, wurde verboten. Ganz Oesterreich erklärte, daß dies ein unerträglicher Zustand sei. kS mußte ein vollständiger Ilmschwung kommen. Der Anschlag war nicht bloß gegen Stürgkh, sondern auch gegen die österreichische Moral gerichtet. Stürgth wollte mit fester Hand Oesterreich in einen absolutistischen Staat uniwandeln. Er war ein Mann, der sich auf den Boden der Gewalt stellte, den man nur mit Gewalt wegbringen konnte. In diesem Sinne hatte er einen Charakter, dem er— Adler— die Achtung nicht versage, während er sie den Ocsterreichern versage, die sich das gefallen ließen. Auf die Frage des Präsidenten, ob es richtig sei, daß der Gedanke eines Anschlages schon eineinhalb Jabre in dem Ange- klagten geschlummert habe, erklärte Friedrich Adler, der erste Ge- danke eines Anschlages fei ihm im März 1315, als er zum Militär einrückte, gekommen, nämlich der Gedanke, im Kriege nicht zu schießen, wenn eS aber schon zum Schießen komme, auf einen Feind im Innern, der ihm näher stehe, zu schießen. Festere Gestalt habe der Plan durch die Zensurplagereien angenommen. Die Tat sollte dem Auslände nicht verheimlicht werden können. Sie sollte dem Kaiser nicht verschwiegen werden, wie viele« andere verschwiegen wurde. Tie Tat sollte die Schranken zum Auslände und zum Kaiser durchbrechen. Auf die Frage des Staatsanwalts, welche Personen noch für den Anschlag in Betracht kamen, erklärte der Angeklagte, der Justiz- minister Hochenburger und der ungarische Ministerpräsident Graf Tisza. Letzterer deshalb, weil man damals in Oesterreich sagte, TiSza sei der Diktator in Oesterreich. Doch sei er davon ab- gekommen, Tisza zu wählen, weil man hätte die Tat mißdeuten können als UnabhängikeitSbestrebung Oesterreichs gegenüber Ungarn oder umgekehrt. An Hochenburger habe cr gedacht, weil dieser als Verantwortlicher gezeichnet habe. Tie Zeugenvernehmung. Ter Bater des Angeklagten, Dr. Viktor Adler, betont, daß sein Sohn infolge geistiger Ueberanstrengungen schon wiederholt an Herzaffektionen litt, die wohl auf nervöse Störungen zurückzuführen seien. Seit Kriegsausbruch habe sein Sohn gewissermaßen eine Sonderstellung eingenommen. Er sei per- schloffen und einsilbig gewesen. Der Zeuge besprichr die große Veränderung im Leben aller nach Kriegsausbruch, die für die Partei einen Zustand geschaffen habe, der einem Zusammenbruch gleich- kam. Alle hätten gewußt, daß an den Uebelständen Graf Stürgkh schuld sei, der sich TiSza mit Leib und Seele verschrieben hätte. All dies habe den Angeklagten in furchtbare Erregung versetzt. Der Zeuge bespricht darauf das Bersammlungsverbot unmittel- 21 000 Tonnen im /ktlantisthen Ozean. Berlin, 19. Mai. Neue Untcrsccbootserfolge im At- lantischen Ozeau: 8 Dampfer mit 21 009 Br.-R.-To. Unter den versenkten Schiffen befand sich u.a. der portugie- fische Dampfer B a n r e i r o(früher deutscher Dampfer Lübeck, 1733 To.) mit Wein und Kakao nach Rouen. Von den übrigen versenkten Schiffen hatten geladen 3 Dampfer 3000 Tonnen Kohlen für euglrsche Marine nach Gibraltar, 2 Dampfer 8400 Tonnen Erz nach England, 1 Dampfer 4300 Tonnen Roheisen nach England und 1 Dampfer 5800 Tonnen Weizen von Amerika nach Frankreich. Der Chef des Admiralstabe? der M a r i a e. Englischer Truppenöampfer vernichtet. Lindou, 18. Mai. Amtlich wird mitgeteilt: Am 15. April ist der britische TranSportdampfer Cameronia mit Truppen an Bord im östlichen Mittel meer von einem feindlichen Unterseeboot torpediert worden. Ein Offizier und 128 Mann von dem TranS- Port und zwei Offiziere und neun Mann von der Bemannung werden vermißt. London, 19. Mai.(Reutermeldung,) Die Cameronia wurde am Nachmittag bei ruhiger See torpediert. Das U-Boot blieb unsichtbar. Tie Erplosion war gewaltig. Viele Mitglieder der Besatzung und mehrere Soldaten wurden getötet oder verwundet. Das Schiff sank binnen 80 Minuten. Die Verlufte einer verflcherungsflrma. 3Ä7 Schiffe in vier Wochen. Amsterdam, 18. Mai. Die Versicherungsfirma Blom u. van ter Aa veröffentlicht eine Liste von feindlichen und neutralen Schiffen, die in der Zeit vom 16. April bis 15. Mai durch Kricgshandlungcn verloren gegangen sind. Danach sind in diesem Zeitabschnitt 1 S 5 D a m p f e r, 8-1 Segler, 17 Fischer- f ah rz c u gc uud ein Schlepper, zusammen 327 Schiffe gr- smtke». m Tobe verurteilt! bar vor dem Anschlag, das ihn selbst zu einem Schritt bei dem Polizeigräsidenten veranlaßte. Die große Erregung sei nicht durch das Verbot selbst, sondern durch das Zeichen der Gewaltherrschaft eines einzigen unvcrantwonlichen, unangreifbaren Mannes entstanden. DaS waren die Dinge, sagte er, über die ich mit meinem Sohn sprach. Daß wir verschiedene Schlüsse zogen, ist richtig. Vizepräsident Pcrnrrstorffcr erklärt, er nehme an, daß Adler während deS Krieges von einer Psychose heimgesucht worden sei und die Tat unter dem Drucke einer Zw angsvorstellung begangen habe. Die Partei habe in Stürgkh den unvcrantwort« lichen Mann sür die parlamentslose Zeit gesehen. Der zweite verhanölungstag. Wien, 19. Mai. In der heutigen Verhandlung wurden Tat- zeugen über das Attentat Adlers vernommen. Tie Mehrzahl cr- klärte, nicht gehört zu haben, daß Adler„Nieder mit dem Absolu- tismusr„Wir wollen Frieden!" ausgerufen habe, was der Ange- klagte bekanntlich in Abrede stellte. Ter Angeklagte gibt an, die Mordwaffe Ostern 1913 in Zürich gelauft zu haben, alS cr zum ersten Male an ein Attentat dachte. Er erklärte, cr habe gewußt, daß solche Brownings in Oesterreich verboten seien, weiter sagte der Angeklagte aus, er habe lange an dem Tisch gesessen, bevor cr daS Attentat ausführte, weil in der Nähe Stucrgkhö eine Dame saß, die er hätte treffen können, und weil er nicht Unschuldige hätte treffen wollen. Nach VerÜbung der Tat hatte er nur den einen Gedanken gehabt, daß er nicht von einein Offizier mit dem Säbel niedergehauen werde, da in dem anstoßenden Saale mehrere Offiziere speisten. In verschiedenen zur Verlesung kommenden Briefen aus der Untersuchungshaft erklärt Adler, daß er sich wohl fühle, sehr gut schlafe, leine Anzeichen von Nervosität merke, seine Stimmung günstig und cr sogar zu Scherzen aufgelegt sei. Aus dem Fakuliätsgutachten ist der Hinweis darauf hervorzuheben, daß der Angeklagt« schon als siebenjähriger Knabe von seinem Vater zu den Märzkundgebungen mitgenommen worden ist, was sich seither jährlich wiederholte, daß Zusammenstöße mit der Polizei auf ihn großen Eindruck machten, daß cr mit Stolz von der Verurteilung seines Vaters crzähllc. Da? Gutachten erklärt: Adler war immer mehr Theoretiker als politischer Praktiker. Er schämte sich förmlich seines Vaters, den cr früher angebetet hatte, als Jaurcs zu Kriegsbeginn auseinandersetzte, daß die österreichischen Sozialdemokraten mehr Mut in ihren Kundgebungen gegen den Krieg aiifbringcn müßten. Er bespricht hierauf die auch von dem Angeklagten in der Ver- Handlung auseinandergesetzten Beweggründe feiner Tat und stellt fest, daß Adler zweifellos eine schwere erbliche Belastung sowohl von väterlicher als von mütterlicher Seite aufweise. Erschöpfungszustände, häufiger StimmungS- Wechsel und Verschlossenheit waren ihre charakteristischen Erschei- nungcn. Ter Brief, den Adler am 14. Februar an seinen Vater schickte, in dem cr mitteilt, daß sich sein Leben gelohnt habe, da es ihm gelungen sei, den Umwälzungsprozcß der Physik zu klären, in dem an Stelle des Newionschen Prinzips ein neues allgemeines Grundgesetz trete, sowie eine Abhandlung über diese Erfindung machten eine weitere Ausdehnung der psychiatrischen Ilntcr- suchung notwendig. In der Familie de? Angeklagten kamen in fünf Generationen mindestens elf Einzelfälle von Geistesstörung vor. Der Beschul- digte wurde bis zu dem Anschlage niemals und von niemandem für geisteskrank gehalten. Sicher ist, daß wiederholt nervöse Er- schöpfungen eintraten, aber von geistigen Störungen könne nicht gesprochen werden. Seine Erfindung werde nach dem Aus- spruch der Äutorilätcn von ihm überschätzt. In der UntcrsuchungS- Haft niachte cr einen Zustand manischer Erregung durch, wie sie früher bei ihm schon vorgekommen war, doch liegt kein Anhalts- Punkt vor, daß sich Adler zur Zeit deS Anschlages in einem depressiven oder manischen Znstand seiner zirkn- laren Neurose befand. Die Fakultät kommt zu dem Schluß, daß der Angeklagte c i u schwer erblich psychopathisch veranlagter Mensch, ist, dessen Tat nicht unter dem Einflüsse eines krankhaften Tcpres- sions- oder Erregungszustandes geschehen ist. Sie wird vielmehr durch die psychische Persönlichkeit Adlers und die gegebenen äußeren Umstände vollständig erklärt. Adler ist ein Fanatiker und die Eni- Wicklung dieser seiner geistigen Eigenart ist höchst wahrscheinlich unter dem Einfluß einer schweren psychopathischen erb- lichen B e l a st u n g erfolgt. Nach den Plädoyers deS Staatsanwalts und des Verteidigers hielt Angeklagter Dr. Adler sein Schlußwort, worauf der Gerichts- Hof sich zur Ilrteilsfälluug zurückzog. * Nach viertclslündigcr Beratung berkündetr der Präsi- dcnt das Urteil, wonach der Angeklagte wegen gemeine» Nor- des zum Tode verurteilt wird. Minen im Eismeer. Kopenhagen, 18. Mai.„Berlingske Tidcnde" meldet aus Kristiania: Es stellt sich nun heraus,. daß die S ch i s s a b r t im nördlichen Eismeer nicht sicher ist. Ein norwegischer Fangdampfcr ist bei der Bäreninscl, die zwischen Spitzbergen und der norwegischen Küste liegt, auf eine Mine gestoßen und g c- funken. Seesperre unö Versenkungen. Rotterdam, 19. Mai. Im englischen Oberhause erklärte am 10. Mai Lord Meath, daß der Tampfcr Rotorna s 41 140 Br.-R.-T.) am 22. März im Kanal versenkt worden sei. Ter Dampfer hatte 100 000 Stück geschlachtetes Lieh und andere Nahrungsmittel an Bord. In Plymouth landete er 250 Passagiere und fuhr dann nach einem anderen Hafen weiter, um die Ladung zu löschen. Da- bei wurde er von einem deutschen Unterseeboot torpediert. Letzte Nachrichten. Das neu« russische Ministerium. Petersburg, 19. Mai.«Meldung der Petersburger Tele- graphenagentur.) Fürst Schakowsky ist zum Miinstcr für öffentliche Hilfelei st ung ernannt worden. Mi t der Führung der Angelegenheiten der Verpflegung Wurde bis zum 14. Juni Finanzminister Schiugarcw betraut. Hochkonjunktur der Jnterpcllationcn in Frankreich. Bern, 19. Mai.„Dcpeche de Lyon" meldet aus Paris: Tie Ab« gcordnetenkammcr wird am 22. Mai die Sitzungen wieder auf- nehmen. Tie Zahl der Interpellationen über die letzten m i l i- tärischen Ereignisse beträgt e l f. Die Zunahme der Versenlungen bildet den Gegenstand von sechs Jnterpella- tionen. Siebzehn Interpellanten werden zu den Bcrpflc- gnsgslchwjerigsciteH das. Wort cxgreise.Jk_ um uns Jahresbericht öes Metallarbeiterverbanöes. i. � In der Generalversammlung am 25. März stand der JastreZ� bericht der Ortsverwaltung auf der Tagesordnung. Den gedruckt vorliegenden Bericht erläuterte Cohen in folgenden Ausführungen: Die Tätigkeit der Ortsverwaltung war durch den das ganze Jahr litlCi über noch währenden Krieg in allen ihren Teilen beeinflußt. Die Tätigkeit war eine äußerst unrfangreiche, zumal verschiedene Tätigkeitsgebiete erst durch den Krieg geschaffen sind. Die Mit- gliederzahl der Verwaltungsstelle Berlin betrug am Jahresschluß litlg-st darunter 14 781 Frauen. Es ist festgestellt, daß die Zahl der in der Metallindustrie Berlins beschäftigten Personen am Jahresschluß 1916 140 061 Männer und 130 539 Frauen, zusammen also 279 600 Personen betragen hat. Es stellt das eine gewaltige Zunahme im allgemeinen dar, besonders aber ist die Zahl der Frauen äußerst stark gestiegen, und Ivie der Verlauf der ersten Monate des neuen Jahres zeigt, steigt die Zahl immer noch mehr. Das im Jahre 1016 in Kraft getretene Gesetz über den Hilfsdienst bringt, foweit der§ 0 in Frage kommt, für die Metallindustrie Groß-Berlins nur sehr wenig Neues, da wir den Abkehrschein, wie dies im§ 0 vorgesehen ist, seit dem Februar 1015 kennen. Die einzige Aenberung, die hier eingetreten ist, besteht darin, daß seit Inkrafttreten des Gesetzes nicht nur die Betriebe, die Heercsaufträge haben, sondern auch alle a:ideren Betriebe der Metallindustrie durch den Abkehrschein erfaßt sind. Im Z 10 des Gesetzes heißt es ausdrücklirb, daß dort, wo Ein- richtungen wie der Kriegsausschuß für die Metallbetriebe Groß- Berlins bereits bestehen, diese fortbestehen können. Auf unseren Antrag hin ist dann auch der Kriegsausschuß für die Metallbetriebe Groß-Berlins ausdrücklich für sein Fortbestehen anerkannt. Leider nmß aber nun konstatiert werden, daß die Behörden versuchen, ver- schicdenen Stellen des Gesetzes eine Auslegung zu geben, die sowohl dem Sinne als auch dem Wortlaut des Gesetzes widersprechen, so der Versuch, für die Betriebe der Heeresverwaltung besondere Sckllichtungsausschüsse zu errichten, was im Gesetz keinerlei Stütze findet. Wir haben uns deshalb auch veranlaßt gesehen, dagegen Protest zu erheben, und darf wohl erwartet werden, daß diesem Protest stattgegeben wird. Leider mußte auch im Jahre 1916, selbst nach Inkrafttreten deS Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst festgestellt werden, daß die Mißbräuche, die die Unternehmer mit ihrer Position gegen- über den Reklamierten treiben, nicht nachgelassen haben, wie in einer ganzen Reihe von Fallen unwiderlegbar nachgewiesen ist. Wohl ist es richtig, daß die Unternehmer, wenn ein Reklamierter niibt mehr bei ihnen beschäftigt ist, der in Frage kommenden Mili- tärbehörde hiervon Mitteilung machen, aber daß sie diesen� Mitteilungen häufig die Form eines UriaSbricfes geben, das ist das Unzulässige. In manchen Fällen war es ja möglich, diesem Treiben der Unternehmer entgegenzutreten, leider nicht in allen Fällen, so daß wohl gesagt werden kann, unser Verlangen nach größerer Rechtssicherheit der Reklamierten ist durchaus berechtigt, ebenso unsere Forderung an die Militärchörde, auf einseitige Mitteilun- gen der Unternehmer hin keinerlei Maßnahmen gegen die Rekla- micrten zu treffen. Die Tätigkeit des KricgsauSschusscs für die Metallbctriebe Groß-Berlins ist im Jahre 1916 äußerst umfangreich gewesen. Es wurden 52 Sitzungen abgehalten mit einer durchschnittlichen Ta- gungsdauer von 5 Stunden. Zur Verhandlung angemeldet waren 1550 Beschwerdefälle, davon find 257 in der Beschwerdestelle des Verbandes Berliner Metallindustrieller angemeldet, die übrigen in der Beschwerdestelle unseres Verbandes. Die Beschwcrdefälle ver- teilen sich auf alle Berufe. Bei den Einzelfällen, das heißt bei Fällen, wo es sich um die Forderung eines einzelnen Arbeiters um Erteilung eines Abkehrschcins handelt, ist in 251 Fällen der Abkehr- schein erteilt, in 41 Fällen ist der Arbeiter abgewiesen, in 720 Fällen tvar es möglich, eine Verständigung zwischen den Parteien herbei- zuführen, in den übrigen Fällen wurde entweder festgestellt, daß der betreffende Arbeiter■etttcS KriegsschernZ nicht bedarf oder der Kriegsausschuß nicht zuständig war. 279mal sind die Beschwerden der Arbeiter vor Stattfinden der Kriegsausfchußsitzung erledigt. Das letztere ist ein äußerst günstiges Moment, da doch der Arbeiter erst dann zum Kriegsausschuß geht, wenn seine Verhandlungen kein zufriedenstellendes Ergebnis gezeitigt haben. Da hat es dann die Mitteilung, daß die Sache beim Kriegsausschuß angemeldet ist, bewirkt, daß die Unternehmer entgegenkommender waren, und sich mit den Arbeitern verständigt haben. Zu diesen Einzelfällen kommen im Jahre 1916 96 sogenannte Massenfälle, an denen alles in allem 7020 Arbeiter beteiligt waren. Der Fall mit der größten Zahl der Beteiligten erstreckte sich auf 1200 Mann. Seit Jnkraft treten des Hilfsdienstgessetzes ist die Zahl der Einzelfälle als auch der Massenfälle ganz erheblich gestiegen. Die Befürchtung, daß der Abkehrschein eine Hemmung der Lohn steigerung bringen würde, ist nicht eingetreten, vielniehr kann kon- statiert werden, daß Lohnerhöhungen im Laufe des Jahres auf der ganzen Linie erfolgt sind, allerdings nicht in dem Maße, wie die Erhöhung der Lebensmittelpreise erfolgte. Ob das aber ohne Ab- kehrschein der Fall gewesen wäre, ist fraglich. Einen Vorteil hat uns auf dem Gebiet das Hilfsdienstgesetz gebracht. Während vor Inkrafttreten des Gesetzes auch Abteilungen und ganze Werkstätten, wenn sie ihre Sache vor den Kriegsausschuß bringen wollten, ihre Entlassung und den Abkehrschein fordern mußten, ist dies jetzt nichr mehr nötig, der Kriegsausschutz wirkt als Schlichtungsausschutz auch ohne Forderung des Abkehrscheins, wenn im Betrieb bei den Ver- Handlungen zwischen Direktion und Arbeiterausschuß eine Verstän- digung nicht zu erzielen ist. Er, Cohen, habe im Februar 1915 nicht ohne ernste Besorgnis seine Zustimmung zu dem Kriegsscheinabkommen gegeben. Heute könne er konstatieren, daß seine Befürchtungen glücklicherweise nicht in Erfüllung gegangen stnd, und könne er wohl sagen, daß das, was unter Berücksichtigung der Umstände, die uns überhaupt ver anlaßten, unsere Zustimmung zu geben,— Umstände, die auch heute noch bestehen—, geleistet ist, in Wahrnehmung der Interessen der Kollegen geschah. Gewiß ist bei weitem nicht alles erreicht, was die Kollegen wünschten. Er, Cohen, sehe deshalb einer sachlichen Kritik der Ortsvcrwalwng besonders auf diesem Gebiete mit größter Ruhe entgegen. Er bereue nicht, seine Zustimmung zu dem Kriegsscheinabkommen vor zwei Jahren gegeben zu haben. Die Ortsverwaltung sei fest überzeugt, einer sachlichen, objektiven Kritik standhalten zu können. Bezüglich der ZentralauSkunftSstell« für Ar- beitsnachweis« könne das Notwendige im Jahresbericht nach- gelesen werden. Von hohem Interesse sei, daß die Stadt Berlin mit dem 1. April 1917 einen städtischen Arbeitsnachweis errichtet habe, dem die paritätischen Arbeitsnachweise angegliedert werden. ES sei diese Maßnahme von äußerster Wichtigkeit, und werden wir gut tun, der weiteren Entwicklung auf diesem Gebiete Aufmerk- samkeit zu widmen. Die K r i e g s b e s ch ä d i g t e n f ü rs o r g e hat im Jahre 191b keine erheblichen Ereignisse gezeitigt. Es sei alles seinen borge- sehencn Weg gelaufen. Einzelne Beschwerden, die den Kriegsaus- schütz beschäftigten, sind glatt zur allseitigen Zufriedenheit erledigt. Die Zahl der beschäftigten Kriegsbeschädigten beträgt insgesamt 4045, davon 1649 bei ihrem früheren Arbeitgeber und 2396 bei an- deren Arbeitgebern. Es arbeiten 2546 Kriegsbeschädigte in ihrem alten Beruf und 1400 mußten infolge ihrer Verletzung zu einem anderen Beruf übergehen. Die Regelung der Lohn- und Arbcitsbedin- g u n g e n im Jahre 1916 war, gemessen an der Zahl der Fälle als auch an der Zahl der beteiligten Personen äußerst stark. Wir hatten 212 Lohnbewegungen, daran war«: 176 058 Personen beteiligt, darunter 01708 Frauen; also die Mehrzahl der Beteiligten Ivaren Frauen. Es ist das eine neue Erscheinung, die wahrscheinlich mit Rücksicht auf die gewaltig steigende Zahl der bcscbäftigten Frauen in der Metallindustrie sich noch öfter zeigen wird. Die Berechtigung der Lohnbewegungen steht allein schon angesichts der gewaltigen Steigerung der LÄenS mittelp r ei se außer Zweifel, so daß hierüber kern Wort gesagt werden braucht. Als eine Selbstverständlichkeit muß es wohl auch bezeichnet werdon, daß angesichts des recht reich- lichen Verdienstes der llniernehmer die LohnLewegungeü sämkkich Erfolg hatten. Seit dem 1. Januar 1017 haben wir bekanntlich auch in Berlin die Hauskassierung. Für die ersten drei Monate kann als Ergebnis schon berichtet werden, daß das Resultat ein äußerst er- freuliches ist. Die Zahl der seit Einführung der Hauskasfierung eingegangenen Beiträge ist ganz erheblich gestiegen. Die Tätigkeit unseres Arbeitsnachweises ist zwar gegenüber dem Vorjahre zurückgegangen, aber das bat die Bedeutung unseres Arbeitsnachweises doch nicht zurückdrückeu können, denn daß nicht mehr vermittelt wurde, lag am Mangel an Arbeitslosen. Während wir noch im Jahre 1015 23 681 Arbeitslos» Meldungen hatten, waren es 1016 nur noch 14 733. Demzufolge war auch die Vermittlung. 1015 sind 14 637 Vermittlungen erfolgt, 1016 nur 0093. Die Summe der gezahlten Erwerbsloscnuutcr- stützung, und zwar sowohl bei den Arbeitslosen als auch bei den Kranken, ist gegenüber den Summen der Friedensjahre unerheblich. Während an Arbeitslose 70 560 M. gezahlt wurden, wurden an Kranke 88 130 M. gezahlt. Ein äußerst starker Prozentsatz dieser Summe entfällt aus die Frauen. � Die Versammlungstätigkeit ist im Jahre 1916 un- gefähr die gleiche gewesen wie im Jahre 1915. Es fanden statt: 12 962 Sitzungen und Versammlungen, davon 9847 von den Bc- zirken arrangiert und 3856 von den Branchen veranlaßt. Die Bibliothek zeigt ebenfalls die Wirkung des Krieges und der hohen Beschäftigung, ,ndem die Zahl der cntlichencn Bücher stark abgenommen hat. Zum Schluß forderte Cohen nochmals aus, Kritik zu üben an der Tätigkeit der Ortsverwaltung, wo man glaube, daß Kritik an- gebracht sei, aber man solle sich bei der Kritik an die Tatsachen halten und nicht Erzählungen, die auf ihre Richtigkeit hin nicht geprüft werden können, vorbringen. Der Kassenbericht, den der Kassierer Henning gab, zeigte, daß die Finanzen des Verbandes sich auch im Jahre 1916 wesentlich verbessert haben. Im Jahre 1916 wurde vereinnahmt inkl. des Ltassenbestandes von 51 054 M. zu Beginn des Jahres 1 589 910,25 M. Der Hauptkasse überwiesen wurden 1 074 009,36 M. Die Einnahmen der Lokalkasse betrugen inkl. eines Kassen bestände» von 1955 522 M. ani 1. Januar 1916 2 673 391 M. Der Vermögensbestand der Lokalkasse betrug am Jahresschluß 2250539 M._ Busland. Ter Maschinenarbeitcrstreik in England. London, 18. Mai.(Meldung des Rcutcrschcn Bureaus.) Mehrere Führer in dem MasSinenarbeiterstreik in Sheffield, Liberpool, Coventry, Manchester und London stnd verhaftet und unter Anklage gestellt worden, daß sie die MunitionSliefermig hindern. Rotterdam, 18. Mai..Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London, daß die Gewerkschaftsverbände der streikenden Ma- schinenarbeitcr bisher noch nicht dazu bewogen werden konnten, eine Abordnung zum Munitionsmini st eriu in zu schicken. Der Munitionsminister erklärte gestern, daß die eng« lischen Truppen in Frankreich, wenn der Ausstand fortdauere, im Juni und Juli größere Opfer an Menschenleben würden bringen müssen, und daß der Erfolg, je länger der Streik dauere, immer mehr in Frage gestellt werde. Der MunitionSministcr hat sich gc> weigert, die neue Gesetzvorlage zur Einstellung ungeübter Arbeitskräfte, die wegen des großen Bedarfs an Flugzeugen und Artilleriematcrial sowie wegen der neuen Schiffsbauprogramine notwendig geworden sei, zurückzuziehen. Venmtwortl. s. Politik: Dr. Franz Diederich, Berl.-Friedcuau: für d. übrigen eil d. Blattes: Alfred Scholz« Neukölln: sür Inserate: Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Verlag: Borwäfts Buckdruckcrci u. Lcrlagsanstalt Paul Einger& Co Berlin SW. Hierzu 3 Beilage». tlifeai'uüiiiüiiiiniiimutHuiniiiiiuuMuit Waschblusen BlllSC««».'Wtich�cileierstoff, rer$chled. Formen 9.7 5 Bluse s"* ,!e'>"lmt1en• ScUoleretoff, mit|2 25 Biuse sM,Äwr!,:s.e�.te.,r.*. � 13.50 Bluse*uA:"b' 15.25 01MCa tB* fcrblg gesticktem Schlclerstoff, mitte sr\ OllldC«/4 Ungern Acrmcl und Kordel garniert.. Schossbluse nu» gettrclftem Schlelerttoff. 17.50 »un geatkktera Vaach- Schleierstoff, mit r/> IDlUoC gro«tcm GlaMmollkragen......... Verkauf am Wäschelager: Batist-Bluse mit Hmdsdckenl o. Durchbr. 8.75 Schleierstoff-BIuse 12.75 Kreppstoff-Bluse mU. � 13.50 SchleierStOff-BlUSe SdckereiVorderteü 1 3.50 BatiSt-BlUSe Sdciterel-Einsia 9 25 Schleier Abgepasste Schleier uoKcmTt: 0.95, 1.50 Abgepasste Schleier 1.50, 2.75 DAMEN-WÄSCHE Garnituren: Taghemden.. Beinkleider Q cr. Nachthemden StlcK.>Ein- u. Ans. lo«/0 dazu passend. cl.SU dazu passend... ly.üü Stickerei-Ansatz. 15.75 dazu passend. 12.50 dazu passend... 22.00 Fllet-Stlckerel.. 17.50 dazu passend. 14.75 dazu passend... 27.50 Spltz.-Eln. n. Ans. 12.75 dazu passend. 9,75 dazu passend... 18.00 Spitze u. Stickerei 13.25 dazu paasend. 1 1.75 dazn passend... 24.50 Untertälllen[RiickenschluB, mit Stickerei-EIn- und Ansatz.... 2.75 Rock-Beinklelder mit Stlckerei-Ein- nnd Ansatz 14.50, 10.00 Weisse Stickerei- Röcke � Ancsmei!E'n.' 16.50,5,25.50 Blusen «uTtiuitiiuiiiiiniuiUuiUu'u�itiitiiUDihf Gardinen Erbstüll-Halbvorhänge st 10.50, 14.00 Spitzenstoff-Halbverhänge 1 3.50, 1 8.50 Erbstüll-Langvorhänge st. 18.00, 25.00 Erbstüll-Künstlergarnituren 2 Schal«, I Querbehing... Feniter 34.00, 42.50 Gewebte Tüllgarnituren 2 Schtl», 1 Querheh.nt.. Fenster 40.00, 47.50 Scheibenschleier P™hiedtn" Au8nhruD£" � I Farbige Seidentülle i« breit— Meter 5.75 Gemust. Tülle 1.85 b* 4.00 Tüll und Filetspitzen und Einsätze Bettdecken Gew. Tüllbettdecken f. i Ben 10.00, 17.50 Gew. Tüllbettdecken f.aBett. 16.00, 20.00 Erbstüll-Bcttdecken t«v-» 20.00, 28.50 Erbstüll-Bettdecken r.2Bett. 28.00, 37.50 Blusenkragen Blusenkragen SS.... 0.75 Blusenkragen»u- mu".--l, breiter spia.. 1.60 Blusenkragen trolle Form, mit breitem EinMö 2.35 Blusenkragen Ce«.umr�d,b«Äpia.< 2.50 Blusenkragen eroße Form,«US weißem Tüll,_ 0_ mit breitem Sp*chtel-Ein$Atz and TüllvoUnt.... U-Bootkragen Mnii, mit HohiMum,,. 1.00 Garn. Damen- Hüte Strohbordenhüte handgenäht.. 9.75, 12.75, 15.50 Elegant garn. Hüte-i/» rrp p««« r/« nn r a mit Blumen oder Flügel... 10.1 D, U/.üU, Zj.DU, Zo.jU Strand- u. Reisehüte SäSeisto« 6.00, 8.00, 11.50 | Heute Sonntag sind unsere Geschäftshäuser RosenthalerStr, u. Moritzplatz Von 2— 6 Uhr geöffnet, 1" i Nr. 136 ♦ 34. Jahrgang 1. Heilage des vorwärts Sonntag, 2S.Mai 1417 GrcBBerlln Die staatliche Verteilungsstelle für Grost-Berlin. Die Verhandlungen über die Errichtung einer AusgleichSftelle für die Lebensmittelvers orgung der G r o b-Be r li ner Konimunalverbände sind, wie bereits mitgeteilt wurde, jetzt beendet. Durch gemeinsamen Erlaß vom tl). Mai 1317 treffen die Minister des Innern, für Handel, Landwirtschast und Finanzen An» ordnungen über die Errichtung dieser»Staatlichen VerteilungSstelle für Grotz-Berlin". In dem Erlaß heißt es: Iur gleichmäßigeren Versorgung der Bevölkerung in Berlin und llmgebuug mit Lebensmitteln lind anderen Gegenständen des tag- licken Bedarfs wird eine staatlilbe Verteilungsstelle mit dem Sitze in Berlin errichtet i sie umfaßt die Stadtkreise B erlin. Char- lottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf, Neu- kölln, Lichtenberg und Spandau sowie die Land- kreise Teltow und Niederbarnim. Die Staatliche Ver- teilungsstelle ist eine Behörde und untersteht der Aufsicht des Staatskommissars für die Volksernährung. Der Vorsitzende und die Mitglieder der Staatlichen Verteilungsstelle werden von dem Staats- koinmisiar für Volksernährung ernannt, dem auch der Erlaß einer GcschäftSanweisung vorbehalten bleibt. Der Staatlichen Verteilungsstelle wird ein Beirat beigegeben. Er besteht aus drei Vertretern des Stadtkreises Berlin und je einem Vertreter der übrigen, zum Bezirk der VerteilungSstelle gehörigen Kommunalverbände, sowie aus sonstigen, vom Staatskommissar für Volksernährung berufenen Mitgliedern. Den Vorsitz sübrt der Vor- sitzende der Staatlichen VerteilungSstelle. Der Beirat ist in grund- sätzlichen Fragen zu hören. Er ist zu regelmäßigen Be- ratungen über die Lage der Versorgung der Bevölkerung zu ver- sammeln. Die Staatliche Verteilungsstelle hat die ihr von den Lande?« ämtern oder anderen Stellen zugewiesenen Waren auf die Kommunal- verbände zu verteilen. Die Verpflichtung der K o m in u n a l v e r- bände und Gemeinden, die Versorgung der Bevölkerung in ihrem Bezirke zu regeln, bleibt unberührt. Der Staatskommissar für Volksernährung kann der Staatlichen VerteilungSstelle weitere Auf- gaben übertragen. Die Staatliche VerteilungSstelle tritt mit den staatlichen und kommunalen Behörden in unmittelbaren Verkehr. Die staatlichen und kommunalen Behörden haben den innerhalb ihrer Zuständigkeit an sie gerichteten Ersuchen der Staatlichen VerteilungS- stelle zu entsprechen.— Die BezirksverieilungSstelle für Speise- fette in Berlin geht in die Staatliche Verteilungsstelle über. Hierzu erfahren wir noch: Die Staatliche VerteilungSstelle be- ginnt ihre Tätigkeit am 1. Juni. Zu ihrem Leiter ist der Landrat Dr. Hagedorn bestellt, der gegenwärtig Leiter der Reichs- gerstenstelle ist. Als die Vertreter der Kommunalverbände im Bei- rat der Staatlichen VerteilungSstelle werden voraussichtlich die Mit- glieder des Arbeitsausschusses der Groß-Berliner Gemeinden gewählt werden.___ Kartoffelversorgung für Grost-Berli«. In Berlin und in den Nachbarstädten sollen in der nächsten Woche wieder ö Pfund Kartoffeln verteilt werden, jedoch ist mit Rücksicht auf die außerordentlich stockende Zufuhr vorgesehen, daß jeder der bis Mittwochabend seine Kartoffeln nicht erhält, vom Donnerstag ab berechtigt ist, auf jeden der 13 Abschnitte der Kar- loffelkarte ööa— o 100 Gramm Gebäck gegen Abtrennung der Kar- toffelkartenabschnitte zu entnehmen. Berliner Lebensmittelnachrichten. Mit Rücksicht auf die nur geringe Lieferung von Schweinefleisch darf bis auf weiteres nur am Donnerstag jeder Woche Schweinefleisch verkauft tu erden. ES ist festgestellt worden, daß einzeln« Händler bereits jetzt dem Publikum den Abschnitt 3 der K a f f e e- E r s a tz k a r t e ab- verlangen. Da die nächste Verteilung von Kaffee-Ersatz erst im Juni erfolgen wird, handelt es sich dabei um ein durchaus eigen- mächtiges Vorgehen der Händler, die sich dadurch einer strafrecht- lichen Verfolgung und der event. Nick-tbelieferung aussetzen. Wann die Bestellabschnitte für die nächste Verteilung entgegengenommen werden, wird noch öffentlich bekannt gemacht, desgleichen welcher Abschnitt der Karte herankommen wird. Abschnitt 3 wird es, wie schon jetzt mitgeteilt werden kannn, jedenfalls nicht sein._ Krankenbrot und Krankenmehl. Seit die Reichsgetreidestelle ge- nötigt war, das Getreide stärker auSmahlen zu lassen und das Roggen- und Weizenbrot naturgemäß schwärzer ausfallen mußte, mehren sich die Klagen Kranker über die Nnbekömmlichkeit des Brotes. Wenn auch das jetzt hergestellte Weizenbrot für manchen Kranken sehr wohl geeignet ist, gibt es doch eine Reihe Kranker, deren Magen eS nicht vertragen kann. Die Reichsgetreidestelle bat diese Klagen als berechtigt anerkannt und sich entschlossen, ein be- sondereS feineres Krankenmehl zur Herstellung von Ztrankenbrot und zur Abgabe von Krankenmehl herstellen zu lassen. Die Auflösung der Englischen Gasgcsrllschaft. Die auf die öffentliche Ausschreibung des Liquidators der Englischen GaSgesell- schaft eingegangenen Angebote werden gegenwärtig im Ministerium für Handel und Gewerbe geprüft. ES wird aber noch einige Zeit dauern, eh« eine Entscheidung getroffen werden kann. Der juristische Oberbeamte des Verbandes Grofj-Bcrliu. Der Sonderausschuß der Verbandsversammlung des Verbandes Groß- Berlin, der zur Vorbereitung der Wahl des juristischen Oberbeamten eingesetzt worden war, hat beschlossen, als alleinigen Kandidaten den Regierungsassessor Dr. Erich Schumacher, der gegenwärtig bei der Regierung in Potsdam tätig ist, der Verbandsversammlung in Vorschlag zu bringen. Die Berliner Sparkasse hat die zweite Zweigkasse am Lützowplatz(Schillstr. 4) eröffnet. Eis finden dort Ein- und Rückzahlungen auf alle Sparbücher der Berliner Sparkasse statt s, Freizügigkeit der Sparbücher"), auch werden neue Sparbücher aus- gestellt. Die dritte Zweigkasse wird im Laufe der nächsten Woche am Schöneberger Ufer 2 5(Potsdamer Brücke) eröffnet werden. Der Verkauf der getragenen Sachen, die von der Kleiderver' wertungSgesellschast, Kommandantenstraße 81, bewirtschaftet werden, beginnt— wie der Berliner Magistrat mitteilt— am 4. Juni. Vormeldungen werden jedock, da die Zahl der täglich zuzulassenden Käufer begrenzt werden muß, schon jetzt von allen Annahmestellen deS Wirtschaftsbezirks Groß-Berlin entgegengenommen. Im Frldpostverkehr werden bekanntlich nichtamtliche Einschreibe- briefe nicht befördert. Abweichend htervon sind fortan als»Feld- postbrief" bezeichnete, verschlossene und vollständig freigemachte Einschreibbriese an Heeresangehörige und Beamte in den General- gouvernementS Belgien und Warschau und von diesen zugelassen. Ei» gewaUigrs Großfeucr wütete in der Nacht zu Sonnabend in der Lohmühlen st raße 40/42. Das Grundstück dient mehreren Fuhrherren als Wagenplatz»md Unterstellraum. In einem der brennenden Gebäude befanden sich Pferde, Ziegen, Lämmer, Schweine, Kaninchen und Hühner. Bevor die Feuerwehren aus Berlin. Neukölln und Treptow eintrafen, waren 3 Pferde, 3 Ziegen, 3 Lämmer und viel Kleinvieh verbrannt, auch waren schon mehrere Ladungen der Lastwagen ein Raub der Flammen geworden. Die Feuerwehr hatte stark mit deni durch boennende Lumpen und Papier- Haufen entstehenden Rauch und Ogalm zu kämpfen. Der Funken- ström war so groß, daß an mehrereir der in der Nähe liegenden Wohnhäuser die Markisen Feuer fingen und verbraunten. Erst gegen Morgen war der Brand so weit gelöscht, daß der Treptower Wehr die Weiterarbeit überlassen werden komrte. 1000 M. Lösegeld boten Einbrecher für ihre Freilassung Privat- Personen, die diese auf frischer Tat ertappt und festgehalten hatten. Mit ihrem Anerbieten hatten sie jedoch kein«» Erfolg. Sie wurden festgestellt als ein 34 Jahre alter.Zapfer" Gustav Meißel, der der Kriminalpolizei schon als Geschäftseinbrecher bekannt war, und ein 24Jahre alter»Schneider" Eduard PrzewoSnik. Beide waren erst im März d. I. von der Dresdener Kriminalpolizei festgenommen worden, als sie mit einem Berliner Schnellzuge dort eintrafen. Sie mußten jedoch wieder freigelassen werden, weil ihnen Einbrüche dort nicht nachgewiesen werden konnten. Die Einbrecher gingen nach ihrer Freilassung sofort wieder nach Berlin und wurden hier dabei überrascht, als sie in ein Schneidergeschgft in der Sebastian- st r a ß e eingedrungen waren. Das AngeKot, 1000 M. für ihre Frei- lassung zu geben, konnten sie wohl machen, denn Meißel allein war im Besitz von 1400 M., als er festgenommen wurde. Das Treiben der Geschäfts- und Geldschrankeiubrechcr hat in der letzten Zeit einen großen Umfang angenommen. Nachdem es in den letzten Nächten gelungen ist, eine ganze Anzahl gewerbs- mäßiger Einbrecher festzunehmen, glückte in der Nacht zu Sonn- abend die Verhaftung einer der gefährlichsten Geldschrankknacker- bandem Drei Kriminalbeamte sahen in der zwölften Stunde die ihnen als alte.Knacker" bekannteil Einbrecher I u n g l a u S und Guter in Begleitung eines Dritten, wie diese das Straßenviereck Eharlotten-, Zimmer-, Markgrafen- und Sibützenstraße abgingen. Sie beobachtete« das Kleeblatt, und bald nach Mitternacht ver« schwand diese» denn auch in dem Hause Eharlottenstr. 74. Als sie nun bemerkten, daß die im ersten Stockwerk belegenen Geschäfts- räume der Drahtglaswaren G. m. b. H. ab und zu schwach er- leuchtet wurden, ließen sie von herbeigeholten uniformierten Schutz- leuten die Ausgänge bewachen und gingen selbst in das Haus hin- ein. Hier trafen sie zuerst den ihnen noch Unbekannten al§ Schmiere- steber, der zu entfliehen versuchte, sich dann aber, als er die AuS- gänge besetzt fand, hinter ein großes Firmenschild versteckte, wo er jedoch gefunden wurde. Die Knacker, die schon ein großes Loch in das Geldspind gebohrt hatten, sahen, daß die Möglichkeit deS Eni- kommens ausgeschlossen war und ergaben sich den Beamten. Für 60000 M. Seidenstoffe und«Blusen erbeuteten Einbrecher auf dem Grundstück Krausenstr. 54/55 in den Geschäftsräumen der Blusen-Großhandlung von Meinhardt Goldstein. Ein schweres BootSunglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer fielen, hat sich auf der Spree bei SpindlcrSfelde zugetragen. Der 23jährige Dreher Willi Alexander und ein 20jährigcr Vetter desselben hatten mit der 19jährigen Arbeiterin Hedwig May aus Schöneiche, die sie in einem gemieteten Rollsitzruderbeot von Oberschöneweide abgeholt hatten, eine Kahnfahrt auf der Spree unternommen. Als die beiden jungen Leute an der sogenannten Spindlersfelder Ecke die Plätze wechseln wollten, kenterte das Fahr- zeug und alle drei Insassen stürzten ins Wasser, Alexander und die May gingen sofort unter und ertranken, während der dritte Insasse sich solange über Wasser zu halten vermochte, bis Hilfe zur Stelle war. Die Leichen der beiden Ertrunkenen wurden durch Fischer geborgen. Charlittenburg. Gewährung von Kraukeubrot. Der Magistrat bat Anordnungen über die Verteilung des neuen KrankenbroteS und KrankenmehleS getroffen. Die Abgabe wird von der Einreichung eines ärztlichen Zeugnisses abhängig gemacht. Die Anträge sind auf vorgeschriebenem Vordruck an den Magistrat Charlottenburg Abteilung für Krankenernährung) zu richten. Wird der Antrag gc- nehmigt, so erhält der betreffende Kranke einen Berechtigungöschein'uiid besondere Kontrollmarken. Bei der jedesmaligen Abgabe von Krankenbrot ist der Berechtigungsschein bei dem Bäcker vorzulegen, von der geltenden Brotkarte die entsprechende Zahl von Brotmarken abzugeben und daneben die Kontrollmarke abzuliefern. Das Krankenbrot darf nur in ganzen oder in halben Broten entnommen werden. — Abgabe von Eiern. In der Zeit vom 21. Mai bis einschließlich 3. Juni werden auf Abschnitt 22 der Eierkarte drei Eier abgegeben. Neukölln. AuS der MagistratSfitzung. Entsprechend dem Vor- schlage der eingesetzten Kommission beschließt der Magistrat, dr« Kinderkrippe II, Steinmeystr. 20, zu erweitern. Die Pflegegelder der Krippe sollen sofort erhöht werden und zwar wird das Pflege- geld für einzelne Tage auf 50 Pf. täglich, der Wochenbetrag'für ein Kind auf 3 M., und für jedes weitere Kind derselben Familie auf 2 M. festgesetzt.— Der Magistrat ist damit einverstanden, daß in diesem Jahre nach dem Muster der für Gemeindeschulen bestehenden Ferienkolonien, auch solche für mittlere und höhere Schulen ein- gerichtet werden. — Lebensmittelversorgung. In der kommenden Woche werden abgegeben: für die Zeit vom 21. Mai bis 3. Juni auf Abschnitt 24 der Eierkarte drei Eier, Kunsthonig steht vom Donnerstag ab in Höhe von'/e Pfund pro Kopf auf die Lebens- mittelkarie in den'Geschäften, wo die Eintragung� in die Kundenliste für Kolonialwaren erfolgt ist, zum Verkauf. Sauer- kohl wird vom Mittwoch ab in den Geschäften, wo der Käufer in die Kundenliste für Kartoffeln eingetragen ist, in einer Menge von 1 Pfund pro Kopf abgegeben. Fisch- und Räucherwaren sind je nach Zufuhr in den einschlägigen Gc- schäften ohne Marken erhältlich. Keks und Zwiebeln stehen, joweit Borrat, in den städtischen Verkaufsstellen ohne Beschränkung zum Verkauf. Die Abgabe von S a l z m a k r e l e n auf die Haus- haltkartcn in den städtischen Verkaufsstellen wird fortgesetzt. ES erhalten Haushaltungen bis zu vier Personen 2 Stück, mit mehr Personen 4 Stück. In den städtischen Verkaufsstellen wird voin Donnerstag ab Bohnen mehl ohne Marken zum Preise von 2,50 M. pro Pfund abgegeben. Schöneberg. Lebensmittelversorgung. Um die vorhandenen Mengen von Einmachezucker nur denjenigen zuzuführen, die wirklich einmachen wollen, wird die Verteilung des EinmachezuckerS mit einer Verteilung von Brotaufstrichmitteln verbunden. Wer nicht einmachen will, erhält eine erhöhte Menge von Kunsthonig oder Südfruchnnarmeladc. Auf jeden Abschnitt Nr. 26 der Lebensmittel- karte entfallen daher nach freier Wahl der Bürgerschaft entweder 2Vz Pfund Einmachezucker oder 8>/z Pfund Kunsthonig oder Süd- Sj Der starke Nonn« Eine schweizerische OffzierSgeschichte von Paul Jlg. Es ivar wirklich eine„mchrbessere" Bauernwohnlichkeit mit mächtiger grüner Ofenburg, einem Ledersofa mit altehr- würdigen Versenkungen, Wachstuchtisch und Rohrstühlen; so- gar ein großer Goldrahmenspiegel prangte da und eine Kirfchbaumkommode mit altfränkischer Uhr im Glassturz, die sich gegen die streberhaft vorgehende schnarrende Schwarz- wälderin an der Wand arfftokratisch zurückhielt und die Stunde mit einem zimperlich klimperlichen Bimbam ansagte. Tie zwei grundverschiedenen Zeitmesser gaben auch einen leisen Begriff von dem hier waltenden Ehestand. Der alte Lenggenhager hatte gerade so ein durchgängerisch derbes Gehaben an sich, vor dem die feine gedämpfte Natur seiner Gattin viel Zurückhaltung übte. Die schwere und schwer- bewegliche s�rau war in den ersten Ehejahren als Wirtin zum Grüneck eine Treustädter Berühmtheit gewesen und zog eine flotte Kundschaft an, bis der eifersüchtige Mann daü Wirtszelt gewaltsam abbrach und ein Geschäft begann, bei dem er das Heft in der Hand hatte. Aus der der- bannten Hebe wurde jedoch eine um so bessere Mutter, die ihre Kinder, namentlich die Söhne, mit verborgenem Eifer der rauhen Sphäre des Vaters entzog, indem sie sich auf dessen wachsenden Wohlstand stützte und nun an ihrem Lebens- abend große Freude an diesem Werk erleben durfte. Bis auf den Jüngsten waren sie ihrer Sorge, ihrem Einfluß bereits entrückt, einer achtbaren, gesegneten Tätigkeit teilhaftig, und lange schon genoß sie das Glück, das nnmtere Enkel einer fortwirkenden Mutterseele bereiten. So leuchtete doch noch etwas Jugendlichkeit und fraulicher Liebreiz auS ihrem allzu rundlichen Wesen. Ueber diese letzten Spuren einstiger Schön- heit durfte sie nun dem Jüngsten zuliebe ordentlich wachen und das tat sie auch mit einer Sorgfalt, die ihr oft den Spott ihres Gatten, eines wahren Hautundknochenmanncs, eintrug. Adolf küßte die Mutter, die ihn schmollend fragte, ob er sich endlich wieder einmal blicken lasse, flüchtig auf Stirn und Wange und flüsterte der Halbtauben abseits ins Ohr: »Wenn du meinst, ich sei immer� noch wie früher Herr meiner selbst, so bist du auf dem Holzweg. Ich habe mich nämlich heute regelrecht verlobt!" .Du. ist das Ernst oder Spatz'i Ja. mit wem denn. um Himmelswillen?" fragte sie, von einer Erregung in die andere gestürzt, mit hellsichtigen Augen Antwort heischend. Während er den andern etwas gönnerhaft die Hand reichte, fühlte er mit Behagen diesen unruhig forfchenden Mutterblick und im stillen zollte er ihr Dank für den un- schätzbaren Beistand, den sie ihm seit den Jahren der Mündigkeit gegen den beutelscheuen Vater geliehen hatte. Ohne sie wäre er schwerlich zum Ziele gekommen. Als er das tierärztliche Studium aufgab und die Offizierslaufbahn einschlug, mußte sie den Frieden vieler Wochen dransetzen, bis sie dem Alten, der sich verschwor, er könne das Säbelrasseln auf den Tod nicht ausstehen, ein Nur-Offizier sei bloß ein Großhans und Tagedieb in seinen Augen— die saure Einwilligung abgerungen hatte.. Bis auf den heutigen Tag harzte es andauernd mit dem zu einem kavaliermäßigen Auftreten erforderlichen Zuschuß. Zu welch unwürdigen Listen sie manchmal greifen mußte, um seinen Ansprüchen zu genügen, ahnte Adolf mehr, als daß er's zu wissen begehrte. Darum räumte er einen großen Teil des erkämpften Sieges freudig der stand- haften Mutter ein. Wer außer ihr hatte überhaupt Sinn für seine große Errungenschaft? Frau Lenggenhager überschüttete ihren. Liebling mit zärt- lichen Hantierungen und Zusprüchen:„Ja was? O du Duck- mäuser I Wie heißt denn die Zier? Red' auch ein Menschen- wort! Warum tust du denn so hinterrücks?" Immer mußte sie an seinem bunten Staat herumzupfen, seine Gesundheit und Männlichkeit mit schmeichelnden Händen und Blicken er- fühlen. Sie lief selber hinaus, um dem Gast einen der fest- täglichen Calvilleäpfel auszusuchen. Und später noch, als auch bei ihr der Kummer überwog, schälte und schnitzte sie noch für ihn ohne Unterlaß. Die Gedanken des VaterS verknüpften sich indessen mit der anderen Sache. „Ja, was ist denn nun da« mit der„Volksstimme"?" begehrte der Argwöhnische zu wissen. Auf seine alten Tage war der Viehhändler ein unangenehmer Saurer und Nörgler geworden. Adolf setzte sich an den Tisch, ergriff jedoch zuerst den dickbäuchigen Mostkrug und stürzte ein Glas von dem gold- klaren Saft auf einen Zug hinunter. Dabei sahen ihm die Frauen mit einer Art heiterer Bestürzung zu. Der kleine Vor- gang erhellte für jedes Auge die Kraft, Schönheit und j Genutzfreude des jungen Mannes, der nicht gerade grotz, eher von gedrungenem Bau schien, jedoch die Vorzüge seiner Gc- stalt als ein Kenner zur Geltung brachte. Das wctterbraune, von einem breiten Schmiß entstellte Gesicht hatte zwar gc- wöhnlich einen anerzogenen unnatürlichen Ausdruck von Strenge; sobald er sich dessen entledigte, frei erzählte oder lachte, war eS jedoch eine Lust, ihm in die Augen und sonder- lich in den blühend roten Mund auf den lückenlosen Reigen ebenmäßiger Zähne zu schauen, die weiß, schmal, geschliffen, Katzenzähnen glichen und scheinbar noch dem Kindesalter angehörten. Seine Bewegungen waren so bündig, so selten schwankend, daß man schon daraus den hervorstechendsten Charakterzug leicht erriet. Der Befragte klopfte der Tigerdogge, die sich neben ihm niederließ, das Fell und sagte ziemlich geschwollen, mit einer, durch jahrelangen Zwang auf Grundbaßtiefe gebrachten Stimme:„Ach so, richtig, ja Potzdonner, eine ganz rabiate Geschichte das! Ihr tvißt ja, übermorgen soll die Gründungsfeier des Offiziersvereins stattfinden, na, und daß sie mich zum Häuptling des Vergnügungswesens ernannt haben. Vor vierzehn Tagen(versteht sich, mußte zuerst ein an- ständiges Streichorchester beschafft werden) schreibe ich also unserer Theaterkapelle soundso, dannunddann, worauf der Zupfgcigenmeister meinte,>vir sollten das Fest auf den theater- freien Dienstag verlegen. Lachhaft. Daraus konnte selbst- verständlich nichts werden. Wir merkten nämlich, daß der um sein Ansehen besorgte Komödiantenvater dahinter steckte. Man hätte ihm halt ordentlich um den Bart gehen müssen. Kurz und gut— wir verschreiben uns statt dessen ganz einfach ein auswärtiges Orchester. Die Sache ist bereits im Blei— da bekommen die Hiesigen Wind und— was sag' ich Euch— die gottverlassene Bande droht den Kollegen mit einem regel- rechten Skandal, falls sie es wagen würden, nach Treustadt zu kommen. Bodenlose Frechheit, was? Vor drei Tagen haben die feigen Kerle tatsächlich abgesagt. Was sollten wir nun machen? Na, vor allen Dingen durfte die Canaillenbagage nicht recht behalten. Wir beschlossen somit in aller Stille eine deutsche Regimentsmusik kommen zu lassen(auf die famose Idee hat uns Oberst Steiger gebracht) und telegraphierten demgemäß an die Weinbergcr. Die Sache klappt, wir lachen uns ins Fäustchen, aber— oha Wägele! wie es scheint, wieder zu früh! Heute mittag steht nämlich der Handel groß und breit, zur Haupt- und Staatsaktion aufgebauscht, im Sozialistenblättchen." (Forts, folgt.) fruchimarmclade. Die Annieldung findet von morgen bis Donners- tag statt. Die eine Hälfte der mit dem Verkauf beauftragten genau leiintlich gemachten Geschäfte nehmen nur Anmeldungen auf Ein- mache�ucker, die andere Hälfte nur Anmeldungen auf Kunsthonig und Südfruchtmarmelade entgegen. Eine zweite Verteilung ist für Mitte August in Aussicht genommen. — Frauen tu der städtischen Verwaltung. Der morgen tagenden Stadtderordnetensitzung liegt u. a. ein Magistratsantrag dor, der die Wahl je einer Frau in folgende Deputationen vorsieht: Deputation für Wohlfahrtspflege, Kmnkenhausdeputation. Kuratorium für die Volksbücherei, Deputationen für das städtische Arbeitsamt, für Volksunterhaltungen, für Unterstützung Kriegshilfsbedürftiger, Deputation zur Beschaffung von Lebensmitteln während der Kriegs- zeit, die Kunstdeputation und die Park- und Friedhofsdeputation. Steglitz. Lebensmittelabgabe. Die Gemeinde verteilt in der nächsten Woche auster den üblichen Mengen drei Stück Eier pro Kopf und 100 Gramm Griest. — Gegen den unreelle» Lcbcnsniittelhandel geht der E meindevorstand jetzt energisch vor. Er gibt bekannt, daß die Geschäfte von PerZke, Thorwaldsenstr. 28, für die Kriegsdauer, K i tz i n g, Jeverstraße und Lindenstraße, auf die Dauer von ti Monaten, und Plötz, Schildhornstr. 23, auf die Dauer von 3 Monaten mit Waren der Gemeinde nicht mehr belegt werden. Britz. Lebensmittelnachrichten. In der Zeit vom 2t.— 27. Mai gelangen in der Verkaufsstelle der Gemeinde zur Abgabe auf Ab- schnitt 1: Südfrucht-Marmelade(je Person 200 Gramm nur bei den Kleinhändlern), Abschnitt 2: Graupen(je Person Pfund), Abschnitt 3: Bouillonwürfel(je Person 1 Stück), Abschnitt 4: Erbs- wurst oder 200 Gramm Maisgrießsnpve(je Person), Abschnitt 5: Verschiedene Waren, und Abschnitt 6: Sonderzuteilung. Ferner werden abgegeben: Pfeffer, Zwiebeln, Zwieback, Salz, Gurken, Streichhölzer und Salmiak-Waschmittel. Friedrichshagen. Lelensmittelverteilung. In der kommenden Woche gelangen folgende Waren zur Verteilung: 6 Pfund Kar- löffeln, 1 Pfund Fleisch, Butter und Margarine wie bisher, Hafer- grütze, Haferflocken, Grieß, Erbswurst und voraussichtlich pro Kopf 4 Eier. Die Tage, an denen die Verteilung erfolgt, werden noch bekanntgegeben. Soziales. Tagegelder nach dem Hilfsdieiistgeseff. Um entstandene Zweifel zu beseitigen, wird vom Kricgsamt folgender Bescheid veröffentlicht: „Tie nach Z 6 der Bekanntmachung vom 2l. Dezember 1916 den Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zustehenden Tagegelder sind für jeden Tag zu zahlen, an dem der Vertreter an einer Sitzung seines Ausschusses teilgenommen hat. Dabei macht es keinen Unter- schied, ob die Sitzung am Wohnort des Vertreters stattfindet oder nicht. Im letzteren Fall steht diesem außer den Tagegeldern, auch noch der Ersatz der notwendigen Fahrtosten zu. Ebensowenig kommt es darauf ach ob der Vertreter durch die Zeitversäumnis Schaden erleidet oder nicht.'"__ Frist für die Wahl zu den Angestelltcnausschüssen. Bei den letzten Verhandlungen des Reichstagsausschusses für das Hilfs- drsistgesetz wurde festgestellt, daß die Bestimmungen über die Wahlordnung zu den Betriebsausschüssen Sache der Landeszentral- behördca sei, daß aber im übrigen die allgemeine Durchführung der im Z 11 des Hilfsdienst gefetzes enthaltenen Vorschriften über die Tätigkeit der Ausschüsse, ihre Satzungen usw. Sache des Bundes- rates fein muß. Da min trotz vielfacher Beschwerden bisher die Arbeiter- und Angestelltenausschüsse in zahlreichen Betrieben immer noch nicht errichtet wurden, so hat die Arbeitsgemeinschaft für das einheitliche Angestelltenrecht mit einer drin- genden Eingabe nunmehr an den Bundesrat das Ersuchen gerichtet, eine Frist festzusetzen, innerhalb welcher die Wahlen zu den An- gestelltenansschüssen vorgenommen werden müssen. Der Bundes- rat sollte diesem Verlangen schleunigst Rechnung tragen. Forderung aus dem Kriegsleistungsgefetz. Der Hauptmann Eltcfter führte einen Prozeß gegen den Magistrat von Frankfurt a. Oder. Während sich der Hauptmann beim Heere befand und von seinem Wohnsitz Frankfurt a. O. abwesend war, wollte das Ein- quartierungsamt der Stadt in seiner Wohnung drei Soldaten ein- quartieren. Die Köchin, welche die Tür öffnete, zeigte gegenüber den Soldaten ein Verhalten, aus dem diese entnahmen, daß man sie nicht aufnehmen wolle. Sie wurden darauf vom Einquartie rungsamt anderweitig bei einer Frau untergebracht. Als der Hauptmann wieder nach Frankfurt zurückkam, wurde ihm eröffnet, er möge sich wegen der Kosten mit der Frau, wo die Soldaten unter gebracht worden waren, auseinandersetzen. Der Hauptmann hiel: sich aus verschiedenen Gründen nicht für verpflichtet, irgend welche Kosten zu erstatten. Demnächst erhielt er dann vom Magistrat der Stadt die Aufforderung, 22,80 M. entstandener Mehrkosten zu er. statten. E. focht die Verfügung, die er als Heranziehung zu Ge meindelasten bewertete, im Verwaltungsstreitverfahren an. Das Oberverwaltungsgericht als letzte Instanz wies die Klage, gleich dem Bezirksausschuß ab. Der höchste Gerichtshof vertrat den Standpunkt, daß es sich hier überhaupt nicht um eine Heranziehung zu Gemeindelasten handele, da die Leistungen aus dem Kriegsleistungsgefetz keine Gemeindelasten seien. Deshalb sei die Klage im Verlvaltungsstreitverfahren überhaupt nicht ge- geben und müsse als unzulässig abgewiesen werden.(II. C. 189. 17.) Gerichtszeitung. Das Liebcsmahl in der Laube. Von nächtlichen Einbrüchen wurde dreimal kurz hintereinander der Verein für Kindervolksküchen heimgesucht. Als Täter bei dem am 24. Januar d. Js. in der Kindervolksküche an der Ecke der Graunstr. 43 verübten Einbruchsdiebstahls standen jetzt drei erwachsene Personen und ein entlaufener Fürsorgezögling vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I. Sie wurden beschuldigt, in jener Nacht durch Einsteigen und Erbrechen von Behältnissen aus der Volksküche 450 Pfund Erbsen, 50 Pfund Zucker, ferner Milch, 50 Pfund Fett und Kartoffeln gestohlen zu haben. Sie haben die Dietzesbeute auf einen Handwagen geladen und nach dem Lauben- gelände in der Seestraße gebracht, wo sie in einer dortigen Laube mit mehreren dort nächtigenden Personen ein kleines Äebesmahl veranstalteten. Sie ersuchten die edle Weiblichkeit, ihnen Kaffee zu kochen, zu dem sie unterwegs von einem auf der Straße stehenden Milchmagen in aller Eile eine Kanne Milch stahlen. Sie wurden weggeschickt, um zunächst etwas Gebäck zu besorgen, kamen aber nach einiger Zeit statt mit den erwarteten Schrippen mit einem— geschlachteten Hammel zurück, den sie von einem Schlächter- wagen herabgerissen hatten. Nun wurde ein regelrechtes Hammel- bratenessen veranstaltet und von den sonstigen erbeuteten Lebens- Mitteln verschiedene an die Teilnehmerinnen des geheimnisvollen Symposion verteilt. Der Staatsanwalt beantragte gegen die er- heblich vorbestraften Revolvsrdreher Paul G a s s e r t und den Händ- ler Richard Hoffmann je3Jabre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, gegen den fahnenflüchtigen Musketier Paul N ü r n- berger 1 Jahr OMonate Gefängnis, gegen den entlaufe- nen Fürsorgezögling Otto Lehmann 2 Jahre Gefängnis und gegen drei wegen Hehlerei angeklagte Frauen je mehrere Mo- nate Gefängnis. Das Gericht verurteilte Gas seit zu 3 Iah- reu Gefängnis unter Anrechnung von 1 Jahr 3 Monaten llntersnchungshaft, Hoffmann zu 4 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, Nürnberger zu 11- Jahren Gefängnis, den Lehmann zu 10 Monaten G e f ä n g n i s, die weiblichen Angeklagten zu 1 bis 3 Wochen Gefängnis. D-e.Teuerungszulage als„Bindemittel". Einen interessanten Auf,chlug über den eigentlichen Zweck der Teuerungszulage gab gc- legentlich eines vor der 1. Kammer des Berliner Kaufmanns- g e r i ch t s verhandelten Rechtsstreites der Vertreter der beklagten Dresdner Bank. Der Streit ging um die Teuerungszulage von 100 M., auf die die Klägerin, eine Buchhalterin Therese G., Anspruch zu haben glaubt. Die Buchhalterin kündigte nach über einjähriger Tätigkeit ihre Stellung zum 1. Mai, und zwar tat sie das nicht, wie sie es noch rechtsgültig durfte, an, 31. März, sondern tchon am 30. März. Diese vorzeitige Kündigung sollte ihr verhäng. nisvoll werden. Am nächsten Tage wurde nämlich von der Bank- leitung die Teuerungszulage bekanntgegeben, deren aber nur die- jenigen teilhaftig werden sollten, die„sich zurzeit in nngekündigtcr Stellung befinden." Andere Angestellte erhielten daraufliin am letzten Tage des März die Teuerungszulage ausgezahlt und machten dann noch an demselben Tage von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch, während die Klägerin als bereits iin Kündigungsverhältnis stehend, leer ausgiiig.— In der Verhandlung führte der Vertreter der Bc- klagten aus, daß besonders unter den jungen Damen die Neigung bestehe, ihre Stellung zu wechseln. Die Teuerungszulage solle nun eine Art Bindemittel sein, das den Ange- stellten an das Institut fessele. Um eine gesetzliche Handhabe zu haben, sei eben die Teuerungszulage nur unter der besonderen Bc- dingung gewährt worden, daß eine Trennung nicht in Aussicht stehe. Demgegenüber führte die Mutter der Klägerin aus, sie hätte gar nicht daran gedacht, auf einen Stellenwechsel ihrer Tochter zu dringen, wenn das junge Mädchen nicht hätte vis in dicNacht um 10, 11 und auch 12 Uhr arbeiten müssen. Wegen dieser außergewöhnlichen Ueberanstrengung. der ihre Tochter bei der Bc- klagten ausgesetzt war, wollte sie sie schon längst herausnehmen, und nur auf Bitten des Filialvorstehcrs, der sie in der Wohnung besuchte. und versprach, daß sich der Direktor für die Ueberarbeit erkenntlich zeigen werde, beließ sie die Tochter noch dort. Das Kaufmanns- gericht verurteilte die Dresdner Bank zur Zahlung der ein- geklagten 100 M. Teuerungszulage sei als Gehaltszuschlag zu be. werten. Daß Klägerin einen Tag früher kündigte, dürfe ihr nicht zum Schaden gereichen. Mus aller Welt. Ein Landrat gegen„streikende" Landwirte. Der Landrat von Kakau macht bekannt:.In allen Bezirken, in denen nicht mit Ablauf der Woche die aufgegebene Lieferung voll erfüllt ist, wird allen Viehhaltern das Recht als Selbstversorger entzogen, so daß sie dann auch nur dieselbe geringe Menge erhalten, mit der aus- kommen zu sollen sie den Versorgungsberechtiglen zumuten. Wenn es bedauerlich ist, daß Unschuldige dann mtt den Schuldigen leiden müsien, so bat doch jeder die Möglichkeit, zur Beseitigung des be- dauerlichen Zustandes beizutragen dadurch, daß er den zur Anzeige bringt, der seiner Verpflichtung nicht nachkommt." «rbeiter-Tamariterbund. Kolonne Groß-Berlim Mit. gliederversammlung am Mittwoch, den 23. Mai, abends LH, Uhr, bei Tieslc, Köpenicker Str. 62: Sehr wichtige Tagesordnung.— Montag, den 28. Mai: FaniilienauSflng nach Schlohgmten. Friedrichsseide. Treffpunkt nachmittags zwischen 2—3 Uhr im Lindenpark(Restauration), dicht an der Kirche. Gäste sind gern gesehen._ rsetteranSfichte» für das mittlere Norddeutschland di« Montag mittag. Im Norden, besonders an der Küste vorwiegend heiter und trocken; im Süden stärker bewölkt und strichweise Gewitterregen: Temperaturen durchschnittlich wenig verändert. Sonntag- vor sind unsere Häuser Leipzigrer Strasse und Alexanderplatz geschlossen. Frankfurter Jillee von 2— ö" Uhr geöffnet. Damen-Bekleidung Schleierstoff- Kleider Schleierstoff-Kleider Musselin. Kleiber SeideneKleider Seidene Mantel Seidene Paletots Seiden-Zackenkleider Seiden-Taffet-Kleiderröcke Wollene Kleider-Röcke weiß... 197S gemustert. 335® apart... 2750 «.«ochmMog 4.Q00 »>»> rlb«>d ....... 59°° •••■•<■ 98� ••■•••• 98� .3950 25-° fl••••» I 2550 3950 3950 5900 8900 135°° 115°° 45°° 3950 3950 4900 4900 69°° 98°° 150°° 135°° 4900 45°° 4900 59°° 59°° 89°° 115°° 165°° 175°° 59°° 69°° Cttf.-C/i»», weißem Schleieestoff. moderner 1 075 ZHllsC Auoschniv, drewiertel gezog. 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Dienstag: Madame Fegros. Deutsch. Künstler-Theater. Allabendlich 7'/, Uhr: Oer Kammersänger. Comtesse Mizzi. I. Klasse. Theater für Sonntag, den 20. Mai. Metropol-Theater 3om£: Die Czardasförstin. Besidenz-Theater tu u.: Die Steiner-Mädels Schiller-Theater O ru u.: ilt-Heidelberg. Schiller Th. Charlottenb. 3 Uhr: Wilhelm Teil. ?'/. u.: Hinter Mauern. Thalia-Theater ySL: Das Vagabundennrädel, 3 Uhr: Charleys Tante. Theater am Nollendortpl. 3'/, Uhr: Blaue Jungens. 7v.tt.: Die Gulaschkanone. Theater des Westens 3'lt Uhr: Die Ehre. 7'/.u.: stolze Thea. Trianon-Theater i'U u. 8 Uhr: Hochzeitsreise. Glllnbiger Deutsches Opernhans 7 uhr: Die Fledermaus. Frledrich-Wilhelmsfädf. Theater. 3 Uhr: Der Waffenschmied. 71/, Uhr; Drcimüdcrlhans. Gebr. Merrnfcld-Thcatcr. '•/.Dir: Ebe-Ürlaub. Kleines Theater 7'/. u.: Hans im Sehnakenloeli. Komische Oper 20 Min.: Die Dcss Sr. Majestät. Lustspielhaus 7'/1Uhr; Die blonden Mädels vom Findenhof. 3'lt Uhr: Das Glücksmädcl. Neues Operettenhaus 3 Uhr: Der Vogelhändler. 7'?« u.: Der Soldat der Marie. 99 Abtei" Insel-Restaurant Treptow; Hoftmann Ketschlag ist eröffnet. URANIA Ta5l/4no.tr' 8 Uhr: Der Vierwaidstätter See und der Gotthard. Montag 8 Uhr: Ton der Zugspitze znm Watzmann. Hente: Gr. Militär- Konzert. Billiger Sonntag der 20. Mai! Z00 je 30 Pf. Aqna Aqnarinm._ Reiehshallen-Theater. Stettiner Sänger. Cabaret „Feldgrau" Anfang 7'l, Uhr. MOZAimA�L Ferner: Das Abenteuer einer Sängerin. Drams in 3 Akten. RosesTheater. 3 Uhr: Romeo». Julia.— 7'/„: Lr nimmt keine Frau. % k Flieger-Römufe! Abschuss eines französischen GroÄ- Kampfflugzeuges. bthentischa Aofnahond In den U.T Lterandervlatz. Wembergsweg, Morthp t atz. Hasen Heide. Mexanderptay. Wein« bergSweg, Schöneberg: Uennv Porten Im Codsusdllcl: lZlisiüzllsi'tungsn. ��Inheld.:, Zimmer Rr. 7. Rewirlendorlerstrabe:\ Beginn: 3 Uhr. NATIONAL-THEATER. Kopenicker Str. 68. Tägl. p Größter Lacherfolg! Heiratsfleber. Posse mit Gesang u. Tanz in 3 Akt. Musik von Walter Bramme. Sonntag 3>/, Uhr: Haubenlerche. Ätpollo BZIEPRJCMSTR-AN• DER• KOOISTB* Allabendlich 71/, Uhr: Das vielseitige Varietö-Programm! Die Kasse ist ab 10 Uhr geöffnet Mai-Spielplan 3 Clnclnnatls Jongleure Frltzl Weiser Sängerin 2 Zellas Trapez- Akt Paul S c h e 1 d o n Zauberkünstler A. und F. F a n o s Exzentriks Sylvia Herzig in ihren Tänzen Raimund- Trio musikalischer Akt 4 Clalres Sfaches Reck Biblo mit seinem Wunderhund Gastspiel Nelsons Künstlerspiele Rudolph Nelson Xi Molz-Bon V ortragskünstlerin Erna Alberti u. Trude üusedann Lebendes Lied Trude Troll u. Kurt Fuss Tanzduette Paetzold-Trnppe komische Radfahrer Klnematograph Walhalla-Theater. 3 Uhr: Das Glücksmädel. 7'/.u.: DerGlncksbauer Vullekle Nebe! Heute das reichhaltige �hschieds- Fro�ramm: 3'/� Zum Schluß: 7�/>» Die versunkene Stadt V©igt-Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Sonntag, den 20. Mai: Mein Herzensfritz. Grofte variete-vorftellung Ans. 5 Uhr im Garten. Ans. 5 Uhr Casin©• Theater Lothringer Str. 37. Täglich 71/! Uhr. Nur noch bis LI. Mai! 7'/. Uhr: Die Mai-Spezialitäten. L-f.'uhr- Wemi'silaiiiiftei'l weht Stürmischer Beifall. Sonntag 4. Uhr:'ne gute Idee. BsSssi. 2 Heute 4a Vorstellungen& 31/ Nachm. jed.Erwaohs. 73/ /ß 1 Kind frei. 1/4 In beiden Vorstellungen; Gastspiel der Schliee�seer mit Xaver Terofal. S1/,:'s Liserl von Schliersee. 7�i: Jögerblut. Montag 73/4: Jägerblut. Admiralspalasl. Heute 2 Vorstell., 4 u.7'/. Uhr. Abrakadabra Großes phantastisches Ballett auf dem Eise. Angenehmer kühler Autenthalt Nachm. kl. Pr. Verzug!. 9. Prevktsch Süddeutsche s»35.KöiiigI. Vreuft.) Klass-ul-tteri- 5. Klaffe 10. Ziehungstag 19. Mai 1917 Bormittag Zlut jede ne,«!,«»« Plummer find zwei gleich Hobe Gewi»»««rfniUn, und zwar je tiatt auf dt« L»le — gleicher Stummer in den beiden Slbteilnugen I n. II. Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigefügt. lOhne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verdaten) 82 229 97 346 611 21 647 770 971 1022 63 222 369 439 77 663 718 64(600) 2008 36 173(5001 378 461 646 814 64 92 8104 323 660 728 76 805 4064 174(1000) 288 674 626 27 «283 361 510 637 718 36 865 90 6036(500) 161(3000) 247 62 319 20 44 99 466 91(1000) 541 11000) 44(3000) 7010 131 227 643 696 716(600) 8133 201(1000) 93 311 405 45 696 727 82 961»048 66 169 321(600) 427 42(600) 8' 3 17 88(6001 10146 376 664 80 730 918 11025 89 253(1000) 64 274 1500) 325 91 628 40 723 817 939 48 1 2066 87 271 78 89 310 33 64 441 66 90 562 679 86 97 983 1 3276 373 768 865 914 80 1 4171 310 38 367 611 685 718 808 989 93 1 6057 139 296 413 663 54 841 904 20(600) 16124 218 30 61 96 330 67(500) 423 524 71 678> 500) 781 872 1 7021 88 311 79(1000) 424 781 893 1 8046 2�9 464 68(3000) 703 860 83 1 8012 71(3000) 186 206 SS 338 683 20106 41 608 858 916(600) 21022 166 73 267 373 487 660 97 760 806 66 2 20C4 194 214 343 438 92 676 889 9-8 23008 92 242 312 66 99 404 616 64 762 802 79 967 24079 164 243 66(1000) 88 13000) 761 73 90 994 2 B090 143 61 262326(600) 81 660(600) 733 2 6018 670(3000) 628 77 872 36 921 2 7 004 68 161 62 71 81 278 83 333 62 66 68(10 0 0 0) 674 877 974 2 6063 166 232 622 71 600 752 96 895 916 2U 230 76 669 816 26 34(3000) SÜOlö 66 174 326 468 89 611(6001 694 963 83 81219 875 461 777 824 33 90 902 82123 292 383 618 684 746 62 (600) 8806» 276 391 436 677 90(1000) 92 741 837 81 984 84019 118 62 61 266 373 665 638 866 3 5066 398 632 67 (600) 841(1000) 916 20 3«jl47 207 64 410 612 769 37279 (1000) 310(600) 14 613(600) 621(1000) 708 41 3 8 202 346 68 471 636 861 70 91 3 8 019 61 104 233 63 379 426 96 621 806 64 40161 236 313 37 684 738 803(600) 72 41310 772 73(600) 4 9 238 74 83 95(600) 428(6001 654 621 09 843 4 3 336(1000) 492 94 921(1000) 66 4 4127 244( 600) 65 468 66 661 96 822 (600) 4 8 031(500) 93(3000) 330 49 403 43 414 635 818 4 8102 280 66 87(3000) 346(10001 649 772 92 4 7 236 86(3000) 635 48019 29 64 198 448 94 99 649 601 782 843 88 4B079 121 210 370 619 616(600) 49 87 88 784 896 5 0017 84 131 263 437(3000) 668 94 664 68 975 51126 430 622 37 622 847(600) 6 2061(1000) 78 85 281 307 493 (600) 662 736( 6000) 49 6 3010(600) 498 719 6 4 038 156 (600) 64 296 305(600) 498 629 66 6!9 833 86(600) 962 82 66044(600)96 142 299 391 445 671 836 6 6 004 308 80 590(500) 838 62 85 933 80 5 7134 493( 600) 630(1000) 761 94 800(600) 88 995 6 8138 215 385 621 30 626 69(600) 739(600) 896 801 5 9028 65(600) 164 203 65 82 300 8 447 690 91 88096 227 644 49 56 900 77 81093 303 76 572 654 702 75 89 872 867 6 2162 883 442 635 606 98 769 8 8125 57 533 603(600) 43 868 8 4 254 97 321 410 681 619 31(600) 47 741 78 973(6001 8 6 089 228 333 601 67 96 811 31 869 87 92 6 8009 (3000) 200 70 305 800(10001 49 932 11000) 67143(600) 208 39 63 313 600 28 42 879 8 6055 177 224 49 613 002 919 87 #»001 20 182(3000) 415 21 762(1000) 70164 69 236 476 774 819 71136 344 437 80 577 725 813 983 7 2 232 319 66 454 69 89 583 661 832 933 37 76 98 7 3167 276 87 386 6»6 83(600) 720 908 7 4066 122 27 28 63 229 491 609(3000) 603 741 837 7 6 319 438(600) 644 673 738 7 6 002 235(600) 68 69 71 97 436 614 76 77(600) 604 96(600) 848 (600) 904 38(3000) 7 7 029(600) 44 94 256 306 68(1000) 464 B'7 87 967 7 8 281 322 442 78 600 23 750 803 018(600) 78109 270 421 61 62 76 608(1000) 744(600) 851 8 0076 108 65 97 98 279 305 468(1000) 964 81069 303 418 40 61 681 659 87 728 962 64 63 02 8 3168(600) 363 402 14(600) 623 780 814 8 3 026 30 119 28 31 266 356 72 632 44 644 64 724 867 76>1000) 919 80 8 4364 72(1000) 486 93 516 (500) 21 606 30 70 77 885 929 8 8029 68 172 229 402 814 87 86123 353 74 456 611 72 669 856 986» 7 163 207 92 403 632 62 609 761 888 976 8 8066 319 30 8 9041(1000) 106 860 436 640 623 988(600) 90043(3000) 84 688 91043 46(1000) 72 223 71 601 35 676 794 888 948 92160 221(600) 32 428 674 90 689(600) 771 632 36 9 3028 121 36 469 80 503 680 711 35 37 886 912 26 62 63 9 4007 22(600) 121 389 607 83 820(500) 960 8 8024 66 149 257 397 783 933 9 6094 432 689 620 9 7 010 211 67 361 468 879 9 8164 72 2�6 86(600) 477 706 21 901 72 99080 113 42 48 247 328 762 918 33 199002(3000) 124 36 68 94 243 436 64 64 639 80 639 737 71 831 90 96 966 1 01064 228 93 407 944 69 1 02)82 92 265 (6000) 382 91 612 39 622 767 862 907 19 103148 276 357 617 Ml 61 687 1 04007 29 147 82 219 43 698 923(3000) 27 108172 269 92 410 46 713 17 952 60 1 0 8 082 368 410 77 618 107013 27 301 696 7U 815 24 I08US 4S>i 703 17(1000) 817 108040 70 81 84 84 338 836 110133 229(600) 327 66 668 639 69 781 1111901338 98 483 603 33 715 974 112069 272 79 344 6t 628 730 113)46 298 331 89 437( 600) 604 660 64 879(1000) 1(4166(3000) 91 421 639 639 67 949 115039 68 126 201 311 436 666 838 118021 357 473 697 731 983 II 7111 304 19 76 99 662 85 702 831 94 916 29(3000) 61 118433 667 96 646 119054 238 87 367 751 833 - 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In der v-rmlllazlji-himz e-m 18. v!-i ist nicht die Ar. 9 715, sondern die Ar. 9 713 mit 600-N. ge» zogen.— In der NachiniUagiziehung deSselden Tages ist d>, Str. 68 377 mit 500 M., die Nr. 231 180 uiU 1090 Ui* gezozez, »«kdin- Kit Sit-»31 130 ist nicht gezogen. 9. VrenMch-Snddeutsche (235. Königt. Preuß.) Ktasseulotterte 5 Klasse 10. ZiehungStag 19. Mai 1817 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer Und zwei gleich hob« Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beide» Abteilnngen I u. II. Nur die Gewinne über S40 M. find m Klammem beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdmck verboten) 108 1600) 21 66 420 67 632 626 27 66 616(600) 40(500) 61 86 1127 43 76 308(600) 34 65 607 81 976 66 2001 19 106 40 273 325 671 90 741 91 881 968 3 028 96 283 531 682 72 739 893 4C69 214 84 640(600) 67 642(3000) 65 710 41(1000) 860 906 6 219 360 99 666 667 6179 200(600) 2 10 466 647 7068 223 477(600) 663 660 747(30C0) 896 8068(3000) 177 227 (1000) 329 401 863(3000) 88 0 077 293 690 779 890 94 10299 337 644 73 636 67 802(600) 3 992 11103(1000) 68 376 602 63 767 879 1 2006 39 110 68 77 81 89 472 780 922 73 18047 89 190 330 43(500) 483 511 86 714(500) 938 84(3000) 14263 87 638 780 1S676 718 16021 105 87 342 45 431 42 87 91 997 1 7184 213 70 74 419 39 640 688 773 1 8036 168 601 32 1 9243 321 676 746 822 38 99 961 20200 422 61 637 46 617 780 21003 99 118 47 273 439 740 899(600) 923 2 2090 236 396 428 37 62 624 6 4 71 716 938 94 2 3617 44 92 93 663 2 4207 466 508 28 609 789 (3000) 971 26054 89 329 65 437 44(1000) 71 634 739 833 994 2 8039 93 274(600) 452 91 539(1000) 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424 76 612 75 765 868 71(1000) 86 971 2 2 5 054 179 316 46-500) 647 92 623 SO 58 16001 764 99 818 33 951 225 060 327 434 ,5 65 844 62 678 2 2 7106 70 377 449 662 629(1000) 33 926 220097 162 274 318 30 412 539 694 768(1000) 81 876 2 2 9167 193 346 6 0 867 63 2 3 0162 94 278(30001 80 331 461 675 666 723 916 34 231071 125(600) 26 82 221 79 83 3.5 420 601 55 76 695; 3000) 704 232023(1000) 81(610) 163 401(600) 610 17£62 233125 274 626 89 676 711 67 834 931 F M/ Heute Sonntag Z VI/ von 2 bis 6 Uhr � vi/■■ M«,« /iv |gec>Hnetj A.3andorf&0 Belle-Aliiance-Strosse Gr. Frankfurter Strasse Brunnen-Strosse Kottbuser Damm U/Ilmersdorfer Strasse BlllSC anB türkisch gemustertem Schi eierstoff mit modernem Kragen und Schieile...................... 11.75 Tüll-Kragen reich mit Spitzen garniert.......... Binsenkragen Glasbatist, reich he- mf stickt mitHohisanm und •93 Spitzen garniert...... 3 Binsen-Kragen, QE ans feinem TUU mit n M» •93 Spitzen garniert......?,z3 A - Rollkragen b�; Glasbatistkragen moderne Form, reich M mit nachgeahmt. Filet- 4 nUlllvA HyBU Dlneo ans geblümtem Sohieierstoff OIUOC mjt Glasbatistkragen und Manschetten, Seidenschieile und Knopfgarnierung................ 12.90 Jugendlicher Rnndhnt aus Borte, bandgenäht, mit grosser Bosenranke und Stebblende ansTüII Gestlcklet BlusentOII etwa 90 cm breit Meter 3.95 4.95 5.75 Gestickte TiMze für Blusen oder Kleider............ Meter etwa 45 75 125 cm breit 1.95 2.95 3.95 Damenstrümpfe iang, ganz°der<«« halb durchbrochen, schwarz........... l.lu, a.uO, XiBO Damenstrümpfe o,,, o« q« schwarz, dünnes Gewebe.............. �«i» Damenstrümpfe iang..chwa»» mit doppelter Ferse und Spitze........ a./O, o.aO, O.eu Damenstrümpfe iang, schwarz, dünnes Gewebe mit rerlärkter Ferse und O qk Q JK Q qr Sohle, breiter Doppeltand..............«•"'j w.*0, Ö.oO Kinder-Söckchen° schwarz oder farbig............./ JJPf. Odf- V?Ff. Strümpfe Weisse Damen-Strümpfe lang, Flor, feines Gewebe, mit verstärkter Ferse und Sohle 2.35 2.75 3.25 Mädchen» Strümpfe feines Gewebe, glatt oder durch i__ 4«I«D ÖTZ broeben, schwarz oder weis«. I./3 1.95 4»,>5£.95£.55 Damenstrümpfe, ,5 braun, grau oder sandfarbig........................ m.iü Damenstrümpfe iSS 3.95 Damenstrümpfe&".hw.*re'..T!"a.ma: 4.95, 5.50 Ersatzftisse l.25. 1.45. 1.75 Herren-Socken 65, 85, 1.45 Herren-Socken farMg gemustert,., 1,25, 1,45, 1.75 Kinder-Söckchen schwarz, weiss oder sandfarbig.. Gr. 1 3 3 4 5 8 . 1.15 1.25 |M Hals- u. Langenleiden | aller Ali, mit XatarrHen, tuberfulälen Erkanfungen, Asthma je. erzielten, nie I zahlreiche Mitteilungen von Arzte»,«lpothelern und Letdende»«inmanhstel I vem-il-n,-n, er. Roto litt- PttleN in jahrelanncr Praxis— vorzüflliche Husten, iZerlchletmung, Ausmuri, Niuhtlchmeth. Stiche im Rüi hörten auf!«lppelil u. SÄmeraewIcht Hoden sich rasch:-lls! stellt« sich ein.— ErhSlMq nicht oorrittlg. auch dtrett von uns durch Ausführliche Broschüre kostenfrei, I Hauptniederlage: Neuenburger Straße 41. I Gallenstein-, Nierenstein-, Gries-, Leber-Leidende ver- wenden mit bestem Erfolg ohne Operation und ohne Diät* Erfolge. 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Nr. 136 � 34. Jahrgang 2. Seilage öes vorwärts Sonntag, 20.LNak 1417 politische Uebersicht., Laudtagsschiutz im Herreuhaus. Der Landtag ist bis zum 9. Oktober aus dem öffent- licheu Leben verschwunden, die fortschrittliche Wahlrechts- interpellation liegt wohlverwahrt in einem Schubfach und das Wohnungsgesetz ist nicht erledigt dank den Herren Herren, für die ja die Wohnungsfrage allerdings nicht gerade brennend ist. Es geschah am Schluß der gestrigen Herrenhaussitzung, daß der Minister des Innern die Vertagung verkündete. Auf der Tagesordnung hatte als Glanzstück der verball- hörnte Antrag Graf Hoensbroech gestanden, der ur- sprünglich mit der Freude über den uneingeschränkten U-Boot-Krieg die Aufforderung an die Regierung aussprechen wollte, ohne Rücksicht auf irgendwelche Einflüsse durch kraft- volle Anwendung aller Kampfmittel einen ehrenvollen, die politische und wirtschaftliche Zukunft des Vaterlandes sichernden Frieden zu ersweben, der den gebrachten Opfern entspricht. Aus dieser Westarp-Fanfare hatte die Kommission eine Spahn- Schamade gemacht: den U-Boot-5lrieg und die entschlossene Orientierung des Krieges gegen England zu begrüßen und zu erklären, daß mit dem Entschluß, alle Mittel einzusetzen, unserer Zukunft die erforderliche Machtgrundlage gesichert werde. Im Plenum beschloß man ohne Sang und Klang, die ganze Sache an die Kommission zurückzuverweisen, was ja auch das Geschesteste war. Von der übrigen Tagesordnung rief nur ein Antrag des Vrcslauer Professors Hillebrandt eine Debatte hervor. Da- nach sollen die künftigen Verwaltungsbeamten ein praktisches Jahr in Landwirtschaft oder Technik durch- machen, was ja gewiß ganz nützlich sein könnte. Man über- wies den Antrag der Regierung als Material und war ganz einig darin, daß die VerwaltungSbeamtcn mehr vom Leben wissen sollten. Ter Hallenser Professor Loening forderte freie Bahn für alle Tüchtigen— ohne sich durch die Spuren des vor wenigen Wochen hier gesprochenen Hohnwortes„freie Bahn allen Idioten!" schrecken zu lassen— und er kehrte sich ganz unerschrocken gegen das Privileg des Junkertums aus die Verwaltungsstellen. Dahingegen stritt Hillebrandt an; es sei nicht so und man möge doch die Stellen, auch in der Diplomatie, so dotieren, daß auch ein armer Mann sie bekleiden könne. Wir dachten bisher, d i c Gehälter reichten! Minister v. Loebell nahm eine— mißverstandene— Bemerkung Hillebrandts zum Anlaß einer großen Lobrede auf seine Beamten; mit der Idee des Praktischen Jahres ist er einverstanden. Die üblichen Sieg Friedcn-Kaiscrwortc des Präsidenten beendeten die Sitzung. Tic Aufhebung des Entclgnuugsgcsctzes. Wie wir schon kurz meldeten, ist der Gesetzentwurf über Ab- änderung des Ansiedlungsgesetzes in den Provinzen Westpreutzen und Posen dem preußischen Landtag zugegangen. Ter einzige Para- graph des Entwurfes lautet: Die 88 13 bis 23 des Artikels 1 Nr. 10 des Gesetzes über Maßnahme» zur Stärkung des Deutschtums in den Provinzen Weslpreußcn und Posen vom 20. März 1008 werden aufge- hoben. Von den aufzuhebenden Paragraphen ist der ß 13 der cnt- scheidende. Er verleiht dem Staat das Recht, in Bezirken, in denen das Deutschtum gefährdet ist, zur Abrundung deutscher Nieder- lassungen bis zu 70 000 Hektar nötigenfalls im Wege der Ent- cignung zu erwerben.§ 15 überträgt dieses Recht auf die An- siedlungskommission, gegen deren Beschlüsse nach Z 16 Beschwerde bei den Ministerien für Landwirtschaft, Finanzen»nd des Innern gestattet ist. Die übrigen Paragraphen setzen die Einzelheiten da- zu fest. Die Begründung weist unter anderm darauf hin, daß in den neun Jahren seit Bestehen dcS Gesetzes die Enteignungsbcfugnis talsächlich nur gegen die Besitzer von vier Gütern mit 1653 Hektar Gesamtgrundfläche angewendet worden ist.— Die freikonservative .Post" hält es für höchstwahrscheinlich, daß der Landtag der Auf- Hebung des Enteignungsparagraphen seine Zustimmung nicht vcr- sagen wird. Das hoffen auch wir. Eine juristische Landesverratskonstruktion. Das Oberkommando in den Marken hat bekanntlich für jede Anzeige über Streikagitation in den Rüstungsbetricben eine Bc- lohnung von dreitausend Mark ausgesetzt. Dieser Ansporn scheint einigen Leuten noch nicht stark genug zu sein: denn in der„Tag- lichcn Rundschau" müht sich ein Jurist mit dem Beweis ab, daß jede Unterlassung einer solchen Anzeige ohnehin mit Ge- fängnis bis zu fünf Jahren geahndet werden könne. Der Urheber dieser überraschenden Entdeckung ist Landgerichts- Präsident Lieber, der frühere Vorsitzende der IV. Strafkammer, deren unerhört harte Urteile in S treik- und poli- tischen P r o z e s s en keineswegs vergessen sind. Landgerichts- Präsident Lieber erklärt jede Arbeitseinstellung, auch eine ganz vorübergehende, in der Rüstungsindustrie für ein Ver- brechen des Landesverrats. Er beruft sich dafür auf die Worte des General G r ö n e r, von dem uns allerdings bisher nicht bekannt loar, daß er auch auf juristischem Gebiet eine Autorität ist. Da Z 139 des Strafgesetzbuches denjenigen mit Gefängnis bis zu fünf Jahren bestraft, der von dem Vorhaben eines Landesverrats glaubhaft Kenntnis erhält, aber es unterläßt, den Behörden An- zeige davon zu machen, so will Herr Lieber allen Ernstes die Drei- tausend-Mark-Prämic des Oberkommandos durch die Androhung schwerer Gefängnisstrafe für Unterlassen der Anzeige ersetzen. Die ganze Konstruktion entspricht der starken, wenn auch un- bewußten Voreingenommenheit gegen die Arbeiter, welche auch den früheren Urteilen der lV. Straffammer anhaftet. Selbstverständlich kann gar nicht die Rede davon sein, daß ein Streik wie der eintägige Temonstrationsstreik als Landesverrat anzusehen ist. Herr Lieber freilich konstruiert folgendermaßen: Zur Erfüllung des Tatbestandes des Landesverrats ist nach allgemeiner Ansicht der Rechtsprechung und des Schrifttums nicht erforderlich, daß bei dem Täter eine sogenannte feindliche Ab- ficht(Anirnus hostilis) vorliegt. Ob seine Handlung ihm nur Gewinn bringen sollte, oder ob sie politischen oder wirtschafts- politischen Beweggründen entsprang, ist gleichgültig. Nicht der gewollte Endzweck, sondern allein der Umstand ist entscheidend, ob sie den Erfolg haben mußte, der deutschen Kriegsmacht Nach- teile zuzufügen,«nd ob sich der Täter dessen bewußt sein mußte. Nun, wenn Herr Lieber diese Ansicht vertritt, dann sei er auch wenigstens ein nach allen Seiten hin gerechter und vor- urteilsloser Richter. Wenn allein der Umstand maßgebend ist, daß der deutschen Kriegsmacht im Enderfolg Schaden zugefügt wird, dann ist Landesverräter auch jeder Landwirt, der Getreide verfüttert oder Vorräte verheimlicht! Dann ist auch jedermann mit Ge- fängnis bis zu fünf Jahren strafbar, der von einer Vcrfütterung oder Vorratsverhcimlichung glaubhaft Kenntnis erhält, aber es unterläßt, Anzeige zu erstatten. Wir richten hiermit öffentlich an Herrn Landgerichtspräsidenten Lieber die Frage, ob er die§8 89 und 139 des Strafgesetzbuches auch in diesem Sinne angewendet wissen will? Aber halt, uns fällt noch etwas ein. Wenn die Liebersche Konstruktion richtig ist, gilt sie auch für die Vergangen- heit! Es sind nicht nur Leute strafbar, die zukünftig eine Anzeige unterlcffsen, sondern alle Berliner gehören auf fünf Jahre ins Gefängnis, die von dem Demon- st rations streik am 16. April vorher etwas wußten und keine Anzeige erstattet haben. Nach«nserer Schätzung würde sich allein die Zahl dieser ersten Opfer der Lieberschen Konstruktion auf rund zwei Millionen belaufen. Herr Lieber ist ja vom Moabiter Prozeß her an Massenverurteilungen gewöhnt; er wird es schaffen. Aber auch die Gefängnisver- waltung?! Tie Verschleppung des preußischen Wohnungsgesetzes. Durch die Schuld des Herrenhauses, das die Beratung des Wohnnngsgesetzentwurfs mit dem vorliegenden Entwurf des Fideikommißgesetzes verquickte, kommt das Wohnungsgesetz zum 1. Juli nicht mehr zustande, wie das von der Regierung und dem Abgeordnetenhause beabsichtigt war. Die 14. Kommission des Herrenhauses hat nun angeregt, da der Landtag diesen Sonnabend auf den Herbst vertagt wird, so möge die Kommission die Ermäch- tigung zur Weitertagung während der kommenden fünf Monate er- halten. Die Staatsregiernng hat sich diesen Wünschen gegenüber ablehnend verhalten. Es bleibt nun nichts anderes übrig, als die Beratungen der Kommission bis zum Wiederzusanrmentritt des Landtages auszusetzen. Tod rineS Reichstagsabgeordneten. Der ReichstagSabgeordnete Kommerzienrat Dr. Blankenborn(natl.), Weingutsbesitzer, ist Sonn- abend früh nach längerer Krankheit gestorben. Der Verstorbene war auch Milglied des badischen Landtages. Im Reichstag vertrat er den Wahlkreis Baden 4 fLörrach-Müllheim-Breisach). Die neuen Männer im Osten. Zum Regierungsprä si- deuten in Posen ist der Geheime Obcrregierungsrat im Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin Dr. Kirstein und zum Regierungspräsidenten in B r o m b e r g der Oberpräsidialrat von Bül o w in Königsberg ernannt worden. Eiue Krise im Anti-Oorlog-Raad. Genosse Schaper, der zweite Vorsitzende des holländischen Anii-Oorlog-Raad, bat demissioniert. Den Anlaß dazu gab das Anftreien des ersten Vorsitzenden, des liberalen Abgeordneten D r e s s e t h u y S, der unlängst in der Zweiten Kammer bei der Beratung über die Verteidigung von Indien eine extremmilitaristische Rede gehalten hat. Dresselhuys, der sich gern im Ausland auf den Friedensmacher hinausspiell und jetzt auch in Deuischlaud von manchen Leuten in dieser Rolle ernst genommen wurde, ist daheim und außerhalb des Bureaus des Anti- Oorlog-Raads ein wilder Rüstungspropagandist.— SchaperS Schritt zeigl, daß der„Vorwärts" mit seinem Skeptizismus über den Anti- Oorlog-Raad nicht allein steht. O schwerer Schlag! In einer der letzten Sitzungen des preu- ßischen Herrenhauses siel von feiten eines gräflichen Mitgliedes u. a. das Wort, daß die Abschaffung der ersten Wagen- k las sc für viele Leute ein schtvercr Schlag sein würde. Dieser schwere Schlag ist jetzt nicdergesaust— beunruhige sich niemand— in Sachsen, das auf seinen Binnenstrccken die erste Wagenklasse abgeschafft hat. Wir nehmen an, daß das preußische Herrenhaus hiergegen als einen unfreundlichen Akt der sächsischen Regierung Protest einlegen wird, da er den Herrenhaus- Mitgliedern das Reisen innerhalb der grünweißcn Grenzpfähle schlechterdings unmöglich macht. Ter Deutsche Reichsvcrband für Fraucnstimmrccht hat an den VersasjungsailSschnß des Reichstags die Bitte gerichtet:„Unter die Reformvorschläge für die Zusammensetzung der Volksvertretungen im Reichstage und in den einzelnen Bundesstaaten auch die Forde- rimg des aktiven und p a s s i v e n W a h l r e ch t s s ü r die Frauen unter den gleichen Bedingungen, wie cS den Männern zusteht bezw. für sie gefordert wird, aufnehmen zu wollen." Parteinachrichten. Dittmanu im Druck. In unserer Donnerstagnummer schrieben wir:„Dittmann wird auch mit hundert Berichtigungen die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß er in der ersten Zeit des Krieges die Kriegskredite nicht nur zu wiederholten Malen bewilligt, sondern auch diese Bewilli- gung geradezu in begeisterter Weise verteidigt und vertreten hat." Dittmann, den jede Erinnerung an seine Haltung in den ersten KriegSmonatcn in begreifliche Nervosität versetzt, ist anderer Ansicht. Er glaubt, durch eine BerichtigungSflut die Tatsachen in Vergessen- heit bringen zu können. Seine Berichtigungen entsprechen zwar immer weniger dem Preßgesetz, aber wir wollen sie zu seiner eigenen Kennzeichnung der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten. Seine neueste Berichtigung lautet: Der„Vorwärts" behauptet in seiner gestrigen Nummer von mir, ich hätte„in der ersten Zeil des Krieges die Kriegskrcditc nicht nur zu wiederholten Malen bewilligt, sondern auch diese Bewilligung geradezu in begeisterter Weise verteidigt und vcr- treten". Diese letztere Behauptung ist unwahr. Ich habe nie und nirgends die Kreditbewilligung„in begeisterter Weise verteidigt und vertreten", sondern mich im Gegenteil vom ersten Kriegslage an überall gegen die mir hier angedichtete Stimmungsmache gewendet. In einer Polemil mit der„Schwäbischen Tagwacht" in Stuttgart schrieb ich diesem Blatt am 26. Dezember 1914:„... es widerstrebt meinem elementarsten Ehrlichkeits- und Gerechtigkeitsempfinden, das Parteiblatt, dessen Leitung mir anvertraut ist, unter Ausnutzung de» Kriegszustandes zur SlimmungSmache für meine Haltung zu benutzen. Mich dünkt, das sollte der Standpunkt jedes anständigen Menschen sein". Dieser Standpunkt veranlaßt« den Solinger Zensor damals. beim Generalkommando in Münster in einer Eingabe da? dauernde Verbot des Solinger Parteiblattes anzuregen, da ich seit Kriegs- beginn in dem Blatte„jegliche Wärme und vaterländische Be- geisterung" halte vermissen lassen. Ebenso habe ich auf der Redaltcurkonferenz am 29. September 1014 wörtlich erklärt:„Die harte, bittere Notwendigkeit, daß jetzt Proletarier gegeneinander lämpfen, ist für uns Sozialisten erwas so Fürchterliches und Niederdrückendes, daß es mir unfaßbar ist, wie Parteigenossen sich mit Wärme und Begeisterung dafür aussprechen kömien." In demselben Sinne habe ich mich auch sonst stets in Sitzungen, Versammlungen usw. geäußert. Wilhelm Dittmann. Dittmann sucht den Streitgegenstand mit einem advokatischen Kniff zu verschieben. Wir haben Dittmann nicht Begeisterung. für den Krieg nachgesagt, sondern begeistertes Eintreten für die Kreditbcwilligung.— Dieses ableugnen zu wollen und zumal unter Berufung auf sein Auftreten in derRedakteurkonferenz, ist von Dittmann denn wahrlich ein so starkes Stück, wie es uns in der Praxis selten vorgekommen ist. Es existieren zum Glück Leute genug, die Ditt- mann damals haben reden hören. Wir geben hier wieder, was uns ein rheinischer Genosse über Dittmanns Auftreten schreibt: „Daß Wilh. Dittmann heute bedauert, anfänglich für die Bewilligung der Kriegskredite eingetreten zu fein, berechtigt ihn keineswegs, diejenigen der Unwahrheit zu zeihen, die ihm nachsagen, er habe damals die Bewilligung in begeisterter Weise ver- teidigt und vertreten. Denn das ist nicht zu viel gesagt. Ich habe Dittmann wiederholt über die Kreditfrage reden hören, sowohl auf der Redalteurkonfercnz in Berlin wie nachher im Rhein« lande. Dittmanns Darlegungen sür die Kreditbewilllgung waren derart überzeugend, daß eine Anzahl im Vordergründe der Agitation stehende Genossen gewünscht hätten, die Rede Dittmanns wäre später unverkürzt als Werbematerial, Flugblatt oder der- gleichen herausgegeben worden. Auf der Berliner Redakteur- konferenz war Dittmanns Rede ein Glanzpunkt der Debatte: sie war derart erschöpfend und schlüssig, daß mehrere weit„rechts"« stehende Genossen unter Hinweis auf sie aufs Wort verzichteten. Ich war später auch zugegen, als Dittmann den entgegengesetzren Standpunkt zu begründen versuchte. Es konnte einem leid tun, wie der Mann sich mit dem Nachweis abmühte, daß nun aus dem Wer- teidigungs- ein Eroberungskrieg geworden sei. Ich konnte das Ge- fühl nie los werden, daß Dittmann, der ja stets etwas darin suchte, ein.Ganzradikaler" zu sein, die Abrechnung fürchtete, die ihm seine radikalen Freunde androhten. Doch mögen Dittmanns Beweggründe sein, welche sie wollen, ick habe von seinen zweierlei Reden über die Kredilbewilligung die Ueberzeugung gehabt, daß er unbefangen und auftichtig sprach, als er für die Bewilligung eintrat, daß ihm aber unausgesprochene Motive bewegten, als er nachher den cnt« gegengesetzten Standpunkt einnahm." « Soweit die Zuschrift. Wir sehen Dittmanns nächster„Berichtigung" mit Vergnügen entgegen. Sie könnte uns veranlassen, noch etwa? näher auf den „Brustton der Ueberzeugung" einzugeben, mit dem Dittmann auf der Redakteurkonferenz die Kreditbewilligung verteidigte. Aus den Organisationen. Am Himmclfahrlstag hielt der erste Anhaltfföhc Wahlkreis Dessau-Zerbst, der im Reichstag durch den Genossen Wolf- gang Heine vertreten ist, eine Kreiskonferenz ab, die erste seit KriogSbeginn. Der Ende September 1916 erreichte Tiefstand der Organisation ist jetzt etwas überschritten, da sich infolge der zahl- reichen Reklamationen das RekrutierungSgebiet ein wcntg� erweitert hat. Trotzdem bleibt es bedauerlich, daß viele Reklamiert« in ihren Parteipflichten lässig sind oder glauben, sie liefen durch offenes Bekenntnis zur Sozialdemokratie irgendeine Gefahr. Der Mitgliederbestand beträgt augenblicklich 3358. Der Bestand der Kreiskasse ist nm 1310,15 M. auf 9876,52 M. gestiegen. Obwohl das..Volksblatt" mit großen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, konnte es erfolgreich durchhalten. Es wurde trotz angemessener Abschreibungen im Gesamtbetrag von 32 331,84 M. in dem Jahr 1915/16 ein Reingewinn von 13 799,15 M.. erzielt. Tie Abonncntcnzahl ist seit Juli 1916 um 1O00 gestiegen. Der Krcisparteisekretär Linke konnte mit Befriedigung feststellen, daß die Opposition keinen Fußbreit Boden gewonnen habe. In einer von Dcist-Dessau eingebrachten Entschließung werden die Spaltungsbestrcbnngen der Opposition vcrurieiil. Außerdem verlangte die Konferenz Einführung des gleichen Wahlrechts zum Landtag und zu den Gc- mein den._ Wiederaufbau der Partei. Im Wahlkreis F r i e d b e r g- B ü d i n g e u ist cS zum offenen Konflikt zwischen den beiden Richtungen gekommen. Auf einer Wahlkreiskonsereuz wurde dem Vorsitzenden Schaub der Vorwurf gemacht, daß er planmäßig auf die Absplttterung Ist, rar bette. Eine Entschließung, die die Beschlüsse der Gothaer Konferenz billigt und den Anschluß an die„Unabhängigen" empfiohli, wurde mit 24 gegen 10 Stimmen angenommen. Nachdem der Vertreter der Lairdesorganisation den Anspruch auf das vorhandene Inventar erhoben hatte, verließen die Anhänger der deutschen Sozialdcnro- kratie das Lokal und beschlossen in einer sofort abgchaltcnen Bc- sprcchung die Neugründung einer rechtmäßigen Parteiorganisation. Industrie und Handel. Tic Handelsbeziehungen der Schweiz. Die mit den Regierungen der Entente geführten Vcrhandlnn- gen über den Inhalt der seinerzeit veröffentlichten Rote vom 7. No- vcmber 1916 und eine Reihe von Fragen, die auf die Haudhavung der Vorschriften der Societe de Surveillancc Suisse Bezug haben, gelangten vor geraumer Zeit zum Abschluß. Ihr Ergebnis wurde laut der heute überreichten Kollektivuote der drei Regierungen gc- nehmigt. Ebenso kam mit ihnen eine Verständigung über die Ein- fuhr von Futtermitteln und die Viehaussuhr zustande. Endlich gc- langten auch die Unterhandlungen wegen der neuen Festsetzung�dcr Kontingente für die durch die Vermittlung der Societe de Sur- veillance Suisse einzuführenden Waren zum Abschluß. Uber den Inhalt der Abmachungen wird in dem in Bearbeitung begriffenen 7. Bericht des Bundesrates über die von ihm auf Grund des Bun« desbeschusses vom 3. August 1914 getroffenen Maßnahmen näherer Auffchluß erteilt werden._ Hohe Weinprrise. Infolge des erzwungenen Rückganges der Aieiexzepgung und des Einfuhrverbotes für Weine aus feindlichen Ländern schlagen die Weinprcise eine sprunghaft steigende Richtung ein. ES wurden unerhörte Rekorde geschlagen. Obwohl die letzte Ernte der Menge nach sehr unbefriedigend ausgefallen ist, dürste sie doch einen Wert von 150 Riillionen Mark erreichen, während der Wert der deutschen Weinernte im zehnjährigen Durchschnitt nur 107 Millionen Mark beträgt. Es kann also eine Preissteigerung von ungefähr 59 Proz. festgestellt werden._ Betriebsstockung in der Lederindustrie. Die„Kölnische Zeitung" berichtet, daß die Gerbereien mangels Anweisung auf Lieferung an bestimmte Empfänger Borräte an, häufen, während zahlreiche auch mit Heeresaufträgen versehenen Firmen ihren Betrieb wegen Materialmangels kaum aufrecht er. halten können. In vielen Fällen seien die Löhne weitergezahlt worden, um nur die Arbeiter im Betriebe zu halten. Auch die Versorgung der Schuhmacher mit Ersatz; oh len stockt. Die Riemen-Freigabestelle hat bei leistungsfähigen Sattlereien in allen Teilen Deutschlands Ansbesserungslager errichtet, bei denen nach Erledigung einiger Förmlichkeiten ohne Bezugsschein Riemen- stücke. Näh- und Binderiemen in solchen Mengen entnommen werden können, wie sie zur Ausführung dringender Aushesserun- gen notwendig sind. Sriefkaften der �eöaktion. »- Bocholt. Wenn nach dcr Knegstrauunz sich in den EinlotttinenZ- Verhältnissen der Frau nichts geändert hat, so wird Bediirstigkcit gewöhnlich verneint und Unterstützung dann nicht gezahlt.— P. M. 4. Die Forde- >ung der Armenverwaltung ist nicht verjährt. Wenn Sic jetzt bemittelt sind, kann die Rückerstattung verlangt werden.— A. G. t. Nach Lösung des Dicnftverhältnlsscs besteht jetzt tcin Anspruch mehr. 2. Sie haben lein Anrecht aus diese Forderung, da mit Fbrcm Einverständnis der kausvertrag rückgängig gemacht wurde.— R. B. 4. Wenn Sie als Beamter bc- ichöstigt werden, ist die Teuerungszulage von der Einlommenstcuerpflicht befreit.—Konlo, 30 Abschreibung...... Debiloren-Konto.... Bank-Konto..... Gewinn- u. Verlust-Konto 917,95 7 783,75 3 916,55 868,17 mm 450,00 31 245,21 458,00 577,00 4 596,76 Passiva. Anteil-Konto..... Dartehn-Konlo.... Reservefonds-Konto.. Unkosten u. zu zahlen.. Kreditoren-Komo.._ " 37 326,97 Die Zahl der Genossen beträgt am Schlutz des Geschäitsjahre« 18; enraetreten sind im verflossenen Ec- schästsjahr keine, ausgetreten 2. Das Geschältsguthaben der Genossen beträgt 390 M., die Hastsummc auch 390 M. Das GcschästSgulhabcn und die Hajtsumuie haben sich um je 60 M. verringert. 105/18 Der Vomt»iid. C. Saupichlrr. St. iUcinrrfr. Wtihtt Paradies-, Stangen- u. Kronen-Reiher Gclegenheitskäuse. Riesenauswabl. ise. Billige Preis öiAuer Bazar Kaiser-Wilhelm- Strafte 16 Ecke Dircksenstratzc neben Zentral-Markthalle Alexandcrpl. FlHldmrtslhaft in Lommtrll. Frn gr. Dorfe, an der Ehauffee, 20 Min. v. d. Bahn. Gebäude massiv. 6 Morgen Land, 9 Morgen Wiesen. Grotzer alter Obstgarten(72 Bäume), t Milchkuh, 1 Stärke, 13 Hühner, schwere Sau mit 8 Ferkeln. 120 M. MictSeinnahmen. Preis 14 000 M,. bei 5—6000 M. Anzahlung zu verlausen. 45S9L Otto Cinntkc, Wilhelmstal b. Pascwalk i. Pom. Telephon Jatznick 8. Bahnstation Sandsörde. Uedanz l. unck 2. Juni 1917 Geld- Lollerie 7838 Geldgewinne bar ohne Abzug H. 200000 = 60000 130000 | lOOOO los!aM.3,-(SrtPYSs3 versendet gegen Einsendung des Betrages mittels Postanweisung oderNachnahme— nach, dem Felde sind Nachnahmen nicht zulässig— William Letncke Hamburg; 36. o Für Schuhmacher ua. lichlanKte Flcckc(geklebt), gemischt, in allen Erötzcn. Psd. S M Oval« Koblvaardoner, gemischt, w drei Größen..., 4t» Haa3« Stcboaer in 5- und lO-Ps-Grötzen....... 3, BranoSenafnn.leder-Abäll9,18eifecnfee,gang6anäftt.33. Tel. Weitz. 191 Krämers Erfrischimgs-Geträuke Himbeer-Extrakt Zitronen-, Waldmeister-Extrakt liiter 1,75 91. Mit Wasser verdünnt ergeben die Extrakie eine herrliche sübe Limo- nade. Kein Zucker ist erforderlich. Ein GlaS Limonade stellt sich»us kaum 2 Ps. DaS täglich« Getränt in jedem Haushalt. ES wird. Höst. gebeten, möglichst Flaschen oder Gesätze zum Adsüllen mitzubringen. H, Krämer, Berlin N, Oranienburger Str. 66. Geöffnet von 8—7 Uhr. Sonntags geschlossen. Bekanntmachung. Gemäß Z 3 der Verordnung vom 3. Juli 1916, betreffend Regelung des Verbrauches und Absatzes von Kartossew wird hiermit sür Berlw bestimmt: In der Woche vom 21. bis 27. Mai 1917 dürfen auf die 16 Ab- schnitte 56(a— e) der Kartoffelkarte je'/, Pfund Kartoffeln, zu. sammen also höchstens 5 Pfund Kartoffeln abgegeben und cnwommcn werden. Bei Teilnahme an Speisungen in Küchen der Volksspcisung, in gemeinnützigen Speisungsanstalten und in Kantinen gewerblicher Unter- nehmnngcn werden iechs von den zehn Abschnitten 56 a— s der Kartoffel. karte für die Woche abgetrennt. Bei Anmeldungen zu den vorgenannten Speisungen ist die ganze Karloffelkarte vorzulegen, Abgabe loser Karten- abschnitte ist unzulässig. Wer bis Mittwoch, den 23. Mai 1917 ewschlietzlich Kartoffeln nicht zn erhallen vermag, kann von Donnerstag, den 24. Mai ab auf jeden der 19 Abschnitte 56 a— e der Kartoffelkarlu 100 Gramm Gebilck gegen Trennung des Äbschnitls bei ewem Bäcker oder bei einer sonstigen Brotverkaufsstelle in Berlin entnehmen. Zuwiderhandlungen gegen diese-Bestimmungen find nach Matzgabe der angezogenen Verordnung strasbar. Berlin, den 19. Mai 1917. Magistrat der Ksaigltcht» Zaapt- tmb Refldmstadt. g..Nt. 757 Kart. 17. W e r m u t b. . q.p.YV'�' ■ Q. m. b. H. Oranfenörr 165. LeipzigerHrr.'rX. JACKENKLEIDER MANTEL MANTELKLEIDER ANFERHöUNö NAOi MA66 NAOi DEN LETZTEN MODELLEN AU6 EDELSTEN 6TÖFFEN IN EIGENEN\\TRK6WrEN KLEIDER-MORöEN RÖCKE BUJ6EN UNTERRÖCKE KLEIDERRÖCKL KINDERKILTDUNÖ .%.»AEfA vV~ GARBAT Zafm-Fnaxls Frieda 4 O, K. LSser Ität:;-°i liBMtlialerstr.U-IO Mk»»I mit u ohne Gaumenplatte, Kronen. Brücken, Plomben / 9 Eäll 0''e<'er Spez- Moderne Goldieshnik. ümarbeitnng �aiillC schlechtsitz. Gebisse. Reparat sofort. Zahnxiehe n In Ortlicher BetHnbiiiiff. Auf Wunsch beq. 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Hartmann, Oskar, Schleifer, geb. 7. 6. 89, Britz. ICEesnschmieSt, Karl, Maschinenbauer, geb. 3. 2. 95, Berlin. Leweck, Artur, Trü-kcr, geb. 11. 5. 75, Berlin. Lisson, Klax, Schlosser, geb. 20. 1. 82. Breslau. ifflarb&srg, Hermann, Trückcr, geb. 17. 1. 85, Berlin. Petzold, Georg, Dreher, geb. 26. 6. 70, Berlin. Hüster, Eritz, Rohrlegerhelfer, geb. 12. L 79, Breslau. Scheibel, Erich, Schlosser, geb. 27. 2. 91, Berlin. Scheidig, Paul, Schlosser, geb. 6. 9. 78, Berlin. Schwarz, Willi, Schlosser, geb. 24. 7. 90, Damm. Spanka, Paul, Dreher, geb. 29. 6. 97, Torgelow. Wossilat, Ernst, Schlosser, geb. 3. 1. 81, Berlin. Ehre ihrem Andenken! 175/9 Die OrtSverwaltnng. Filiale Groß-Berlin. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß solgendc Kollegen aus dem Schiachtselde gesallen sind: Ulbert Hermann, Blciiard Gaedicke, Friedrieh Ziegler, Ulbert Nickel, Hermann Pesehke, Kcnrad Geldner, | Franz Kunig, Wilhelm Detert, I HieronymusYogelgesang, ew«»„d Viehhof. Dir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. I 56/17 Die Ortsverwaltang. Gasanstalt Tegel Stratzenreinigunz Blasserwerk FriedrichShagen Irrenanstalt Nuhlgarten Neukölln Krankenhaus Moabit Kanalisation Kanalisation Am 17. Mai, nachm. 4'/, Uhr, verstarb nach kurzem Kranken- lag er unser lieber Bruder und unrcrgeßlichcrFreund, dcrLackiercr �U�ust IViechau kurz vor seinem 58. Geburtstage. I. A.: JuliuS Mechau a s Bruder. Jcmilie Hermann Balzcr. Die Beerdigung erjolgl am Dienstag, nachmittags 3'/, Uhr, von der Halle des Gemeinde- >vricdboses in Nculölln, Gottlieb- Dunkel-Slraste, aus. 2420b l AIS Opscr deS Veitlriegc» siel am 10. Mai 1917, zwei Tage vor seinem 81. Geburtstage, unser ältester, lieber Sohn und Bruder. der Gürtler 2413b Paul Wendt Jns.-Reg. Nr. 45. Mit ihm ist der dritte unserer Kinder aus unserer Mitte gerissen, er folgte seinen beiden Brüdern, Zlichard und Adolf, in den Tod. Im tieisten Schmerz lamili« Hermann Wendt, Prenzlauer Allee 220. DeDiseberWarbelter-TeM Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, dah unser Mitglied, der Neoolver- dreh er vursa Lusterslc Müllerftr. 24 am 16. Mai gestorben ist. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 21. Mai, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- halle deS Pirchow-ZkrankenhauseS nach dem alten Nazareth-Kirch- hos, Seestratze, aus statt. Rege Betelligmig wird erwartet. De» Kollegen ferner zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Gürtler Gustav Anders Buchholzer Str. 10 am 17. Mal gestorben ist. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 21. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane-KirchhoseS in Nordend aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. �tacdnrfe. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Büchsen- macher Karl Greltelt Admiralstr. 18b gestorben ist. Den Kollege« serner zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Büchsenwacher dokaim Baum Neukölln. Slbeftr. 21/22 am 10. Mal gestorben ist. Den Kollegen ferner zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Schiaubendreher Paul Wille Lichicnberg, Kronprinz enstr. 45 am 10. Mai gestorben ist. Ehre ihrem Andenke»! 175/10 Die Ortsverwaltung. ÜGDtSCiiSr TrMsporlafhelMphanl Bezirksverwaltung Groll-Berlin. Dm Mitgliedern zur Nachricht, dag unser Kollege, der Haus- dicncr Ludwig Glimm von der Firma Mothz u. Donath, Wallsir age 11/13, am 17. Mai im Alter von 67 Jahren verstorben iit. Die Beerdigung findet am Montag, den 21. Mai, nachm. 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des! Luisenstadt.Kirchhojes, Neukölln, Hcrmannstr. 186/190, aus statl.] Ilm rege Beleiligung wird c Den Milgliedern serner zur I Nachricht, dag unser Kollege, der! Boden arbeitcr Muz Jaehnke von der Firma Kempermann, Lausitzcr Straße, am 15. Mai im Alter von 60 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 21. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des Thomas> Kirchboses. Neukölln, Hermannstr. 179/165, aus statt. Um rege Bclciligimg wird er- sucht. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dag unser Kollege, der Hausdiener Paul Ziegler von derFirmaHeymann».Schmidt, Schönhauser Allee, am 18. Mai im Aller von 47 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 21. Mai, nach- mittag« 3'/, Uhr, von der Leichen- halle deS Gethsemane-KirchhoseS, Nordend, Blankcnselder Straße, aus stalt. Rachrnf. Den Mitgliedern lern er zur Nachricht, dag unser Kollege,«er Bretterträger Heinrieh Greth von der Firma Potzling in Britz am 13. Mai im Alter von 52 Jahre» verstorben ist. Ehre ihrem Zludenken k 5/6 Die Bezirkeverwaliunz. AlS Opfer dieses Weltkrieges starb am 3. Mai 1917 von einer Granate im Unterleib getroffen unser lieber, strebsamer Sohn, Bruder, Enkclsohn, Neffe und Cousin, der MuSketler[10521 Willi Steicko im blühenden Aller von 20 Jahren. In ticsstem Schmerz zeigen dies an Tie trauernde» Eltern, Bruder, Groffeltcr» und Ber- wandte, Oudenardcr S trage 8. In der Blüte der Jugend, in der Fülle der Kraft, hat des Feindes Kugel Dich bingcrafft. Und wenn uns bricht daS blutende Herz, wir müssen tragen den jurchtbaren Schmerz. Am 18. Mai er. starb nach tnraer Krankheit unser lieber Kollego und langjähriger Mitarbeiter Gustav Hering im 59. Lebensjahre. Sein oSenes Wesen und seine treue Kollegialität sichern ihm bei uns ein dauerndes Andenken. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 23. Mai, nachmittags 21/, Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane-Kirchhofes(Nordend) aus statt. Das Personal und die Geschäftsleitung der Vorwärts-Buchdruckerei Panl Singer& Co. Am Freitag, den 18. d. Mts., vorm. 9'/« Uhr, starb nach kurzem, schwerem Leiden mein innigst- geliebtgr Mann, unser lieber Bruder j und Onkel, der Schristsetzer (Zustav Hering im 59. Lebensjahre. Dies zeige» schmerzerfiillt a» Die trauernde Gattin I-ols« Herl»»/? geb. Herzog. /Dorchen Hering. (Im um l-ficking geb. Hßring Familie Hermann Hering. Die Beerdigung findet am Mitt- woch, den 23. Mai, nachm 2-/, Uhr. von der Halle des Gethsemane- Kirchhoss in Nordend aus statt. imGMPM. Am 18. Mai starb nach nur kurzem Krankenlager unser aktrS, treue« Mllglled, Kollege (Zustav Herlnx im Liter von 58 Jahren. Wir werden sein« stets in Ehre« gedenken. Die Mitglieder,»amentlich die Säug«, werden gebeten, unserem braven Kameraden möglichst zahl- reich die letzte Ehre zu erweisen. Her Verstand. Beerdigung siehe vorstehend. Gewidmit zum Geburtstage meines lieben, unvergeßlichen ManneS und treusorgenden BatcrZ seines KitcheS, deS Land- sturmmanneS 112A Max Martin Leib-Grenadier-Regiments Nr. 8, geboren am 20. Mai 1682 gesallen am 29. Oktob. 1916. Die tranernde Gattin X-nise Martin nebst Sohn Erich. Lichtenberg, Lenbachstratze. Du gingst zu srüh zur Ewigkeit,! WaS bergen die paar Worte i für tieses, tieses Leid. Allein zu sein, drei Worte, leicht! zu sagen, Und ach, so schwer, unendlich schwer zu tragen. SIm 18. Mai starb nach langen! I Leiden meine inniggellcbte Frau, s s meine gute Mutier Frau Friiia Ewald s&z j im Aller von 46 Jahren. In tiefer Trauer 2417b j Hermann Ewaw nebst Sohn. Beerdigung: Montag nachmittag I | 4 Uhr aus dem Danlcs-Kirchhoj. l Rcinickcndors, Scharnwcberslraße.! Am 16. Mai verschied nach! ! kurzem, schwerem Leiden meine 1 j liebe, gute Frau und Mutter, j � Schwester und Schwägerin A.tirm Falk geb. Balnter | im 32. Lebensjahre. 11621 Im Namen der Hinterbliebenen Julius Jalk, | Neukölln, Kaiser- Fr/edr.»Sir 171/2. Die Beerdigung findet Montag, ! den 21. Mai, nachmittags 31/, Uhr, j«i;f dem Gemeinde-Friedhos Neu- I lölln, Mariendorser Weg, statt. Danksaxuiix. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Einäscherung des Lagerhalters und Stadtverordneten 46002 Otto Reiche sagen wir allen, welche ibm die letzle Ehre erwiesen, unser» herzlichsten T ank. Janiilien Vieiche, Kunze und Max Bnnkert. ftwerMMln Größte Auswahl. Billigste Preise. L Mohrsnsirsl« 37s (Kolonnaden) II. 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Straslammer des Königlicher: Landgerichts III in Berlin in der Sitzung vom 27. Dezember 1916 für Recht erkannt: Die angesochtenen Urteile werden ausgehoben. Die Angeklagte wird wegen Vergehens gegen das Höchst- preisgesetz im rechtlichen Zusammentreffen mit einem Vergehen gegen die Bundesratsoerordnung über den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl aus dem Erntejahr 1915 vom 28. Juni 1915 zu zusammen drei- tausend Mark Eeldstrase, an deren Stelle, salls sie nicht beigetrieben werden kann, für je 15 Mark 1 Tag Gesängnis tritt, und in die Kosten des Versahrens verurtellt. Es wird serner»angeordnet, dag die Verurteilung auf Kosten der An- geklagten durch zweimalige Ein- rückung im.Berliner Lokalanzeiger", in der„Berliner Morgem-ost", der Charlottenburger„Neue Zeit" und im„Vorwärts" öffentlich bakannt zu mache» ist. Vorstehendes Urteil hat die RechtZ- lrast beschritten. Charlottenburg, den 9. Mai 1917. Der'GerichtSschrciber des Körn gl. Amtsgerichts. 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