( 5 Pfennig) gKfltttftflffttUffflllltg( 5 Pfennig) »f. IN. fibonnementS'Redingungfi»: «bonnements> PrciS prnnumerando Sierlcljährl. 3.90 Mk. monatl. 1,30 SKI., wöchenilich 30 lun'z die nationale Registrierung stattfinden wird, sagt Wilson: „Ganze Nationen sind nun bewaffnet, aber diejenigen, die zu Hause bleiben, um das Land zu bebauen und die Männer in den Fabriken, bilden in nicht geringerem Maße einen Teil beispielsweise der Armee von Frankreich als die, die unter der Kriegsflaggc kämpfen. So muß es auch bei uns werden. Wir müssen die Nation erziehen und für den Krieg umbilden und dem gemeinschaftlichen Feind eine starke Front bitten. Alles Streben muß auf ein Ziel gerichtet sein. Die Nation hat alle Manner nötig, aber jedermann muß für die gemeinsame Sache tätig sein, für die er am besten geeignet ist. Die gesamte Nation muß eine Gruppe werden, in der jeder die Rolle spielt, die er am besten ausführen kann. Der Kongreß hat»«stimmt, daß die Nation klassifiziert werden soll, damit jeder Mann auf seinen Platz kommt." Ueber die Weigerung, R o o s e v e l t mit seinen Frei- willigen nach Frankreich zu senden, erklärte Wilson, daß die Entsendung eines solchen Korps die schnelle Bildung und den beschleunigten Gebrauch einer starken Armee stören würde. ölockaüekonferenz. New Jork, 1ö. Mai.(Reuterineldung.) Associated Preß er- fährt aus Washington: In einer Konferenz im Staatsdeparte- ment, der B a I f o u r und Staatssekretär L a n s i n g beiwohnten, wurde die Rationierung Hollands. Skandinaviens, der Schweiz und Spaniens erörtert. lZ-ie Notwendigkeit, die Ausfuhr nach diesen Ländern zu begrenzen, wurde in Erwägung gezogen, um einerseits zu verhindern, daß sie den Weg zum Feinde finden, und andererseits um die Schiffahrt der Alliier. ten zu�crhaltcn. Es wurde ein allgemeines Einverständnis er- zielt. Die vollständige Teilnahme Amerikas an dem System der Rationierung ist schon ausgearbeitet, aber die Pläne hängen noö von der Stellungnahme des Kongresses ab. iköashington, lg. Mai.(Meldung de? Reuterschen Bureaus.) Der Senat billigte einen Zusatzantrag zum Kriegshaushalt, der 40l> Millionen Dollar zur sofortigen Erwerbung einer Handels- flotte vorsieht. Der engliscbe Nascbinenarbeiterausftanü. A m st e r d a m, 20. Mai. Aus London wird amtlich ge- meldet: Im Ausstande der Maschincnarbcitrr ist gestern abend !,n,f.lnet Konferenz, die im Hause des Ministerpräsidenten sint.mnd, ein Vergleich abgeschlossen worden. Elnc� abschließende Mitteilung darüber wird vorbereitet. �er Ausstand hat zu Erörterungen im Unterhause geführt. Der Arbeiterparteilcr Anderson tadelte bei Erörterung der Unruhen die Regierung, die allzu strenge Zensur lasse die Arbeiter nicht zu Worte kommen. Terdurch sei beispielsweise unter den ssstsschiiustcn in Woolwich die Lage oedeutend verschärft worden. Anscheinend glaube die Regierung, die bestehenden Schwierigkeiten dadurch beheben zu können, daß sie deren Vorhandensein nicht zu- gebe. Ter Redner bezichtigte die Regierung ferner des Wort- bruchs hinsichtlich endgültiger, gewissen Arbeiterverbänden ge- machter Zusagen und wies warnend darauf hin, daß die E n t- r ü st u n g unter den Arbeitern nicht durch Mauer- anschlüge mit Strafandrohung beseitigt werden könne. Er stellte fest, daß zwischen den Arbeitern und deren Führern eine stetig wachsende Kluft bestehe. Er sei bei seinen un- längst unternommenen Reisen betroffen gewesen, an verschiedenen Plätzen unter vielen Arbeitern eine ausgesprochen revolutionäre Stimmung vorzufinden. Die Regierung vermöge nicht, diese Stimmung durch Repressiogesetze uud Strafverfolgung einzu- dämmen. Falls sie nicht äußerst umsichtig handele, werde sie das Land an den Abgrund der Revolution bringen. Bei einer Besprechung mit Vertretern der Presse erklärte der M u n i t i o n s m i n i st e r Addison, der Schäden, den der lediglich auf Mißverstäiidmssen beruhende Ausstand der Maschinisten verursacht habe, sei sehr bedeutend. Die An- fertigung der Munition werde wenig beeinflußt, da- gegen sehr st a r k die Herstellung von schweren Geschützen, Flugzeugen, Transportautomobilen, Tanks sowie die Befrie- oigung des außerordentlich starken Bedarfs an Tankersatz. teilen. Die Fortsetzung der Offensive im Juni und den fol- gcndcn Monaten beruhe aus dem jetzt im letzten Hcrstcllungs- sladiuni befindlichen Kriegsmaterial. Hinsichtlich der Fertig- stellung gewisser sckstvcrer Geschütze seien durch die Arbeiter- unruhen in Narrow volle drei Wochen verloren gegangen. Kleine Kriegsnachrichten. Das schweizensib-bciitsche Wirtschaftsabkommco wurde vom Schw-.-zer Bundesrat ratifiziert. Da die Ratifikation auch von Seiten der deutschen Regierung erfolgt ist, tritt das Abkommen mit Gültigkeit bis zum 3l. Juli 1317 in Kraft. Der Bundesrat wird über das Abkommen im nächsten Neutralitätsbericht näheren Auf- schluß erteilen. Aus Tünkirchcn wird berichtet, daß der englische Kommandant der Festung Dünkirchen die Räumung der Stadt von Frauen und Kindern befohlen hat. Die letzte Beschießung der Festung durch deutsche Flieger hat bedeutenden Schaden vcr- ursacht. der Krieg auf öen Meeren. Wieöer ein Gefecht vor der flandrischen Küste. Berlin, 23. Mai. Amtlich. Am Morgen des 23. Mai kam es vor der flandrischen Küste zu einem kurzen Porpostcngcfccht zwischen deutschen und französischen Torpedo- booten. Der Gegner erhielt mehrere Artillcrietreffer. Unsere Boote kehrten ohne Bcrlustc und Beschädigungen zurück. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. Drei rujflsche Flugboote abgeschoben. Berlin, 13. Mai. Amtlich. Am 18. Mai, mittags, erfolgte ein Angriff von drei russischen Flugbooten auf Kon- stanza. Dank sofort einsetzender wirksamer Abwehr durch deutsche Seeflugzeuge und Artillerie kam nur eines dieser Flug- boote bis über die Stadt und warf Bomben ab. Schaden wurde nicht angerichtet. Bei der Verfolgung des Feindes gelang es unseren Seeflugzeugen alle drei Flugboote abzuschieszcn. Eines davon wurde gering beschädigt samt seinen Insassen einge- bracht, von einem weiteren die Besatzung gefangen ge- n o m m e n. Gleichzeitig griffen deutsche Seeflugzeuge feindliche Kreuzer und Zerstörer an, die eine Beschießung der Küste bei Mangalia versuchten. Auf einen Zerstörer wurden mehrere Treffer erzielt. Trotz heftigen Abwehrfeuers und LuftkampfeS mit neu aufgestiegenen feindlichen Flugzeugen sind unsere Flugzeuge wohlbehalten zurückgekehrt. Ter Chef des Admiralstabcs der Marine. Ein franzöflsches Torpedoboot gesunken. Basel, 20. Mai. Havas berichtet unterm 19. aus Paris: Im Laufe des Gefechts vom 15. Mai inderAdria nahmen mehrere unserer Torpedoboote und unsere Seeslugzenge an der Verfolgung der österreichischen Seestreitkräfte teil. Das Torpedoboot Le Boutefen stieß ans eine Mine und sank. Die Ofsiziere und fast die ganze Besatzung wurden gerettet. Kopenhagen, 23. Mai.(„Franks. Ztg.") Glaubhaften Nach- richten aus London zufolge sind nach den Aufstellungen des Kriegs- Ministeriums über 3333 Mann englischer Truppen und Mannschaften von Besatzungen der Truppen- tranSportdampfer durch deutsch« U-Boote ums Leben gekommen. Bern, 23. Mai. Nach einer Meldung aus Rio de Janeiro erklärte der amerikanische Botschafter in Brasilien, die Washingtoner Regierung werde ein Geschwader zum Patrouillen- dienst an die Küsten des Atlantischen Ozeans von Rio de Janeiro bis Para entsenden. Haag, lS. Mai. lMeldung der Nederlandsch Telegraaf Agent'chapü Die lebten fünf der in England aufgehalte- n e n holländischen Schiffe sind heute in Amsterdam und Rotterdam eingetroffen. Erbittertes Kämpfen am �fonzo. Wien, 20. Mai. Aus dem Kriegspressequarticr wird am 20. Mai abends mitgeteilt: Am Jsouzo wurde heute u m d e n Monte Santo erbittert gekämpft. Unsere Truppen be- hauptcten siegreich ihre Stellungen. Die Kämpfe an üer Westfront. Berlin, 23. Mai. W. T. B. Von vereinzelten Patrouillenvor- stoßen abgesehen, herrschte am 19. Mai an der Westfront nur ge- xinge Jnfanterietätigleit. Auch das gegenseitige Artillencfeuer war im allgemeinen matt, nur auf dem Nordflügel der Arras- Schlachtfront verstärkte es sich am späten Nachmittag und Abend von Acheville bis Roeux teilweise zu großer Heftigkeit, um in der Nacht wieder zum Störungsfeuer abzuflauen. Südlich der Scarpe gingen die Engländer um 13 Uhr abends nach kurzer, aber äußerst starker Feuervorbereitung beiderseits Monchy in einer Breite von zwei bis drei Kilometern zum Angriff vor. Der An- griff brach größtenteils schon in unserem Feuer zusammen. An «inigen Stellen wurden die Engländer im Nahkampf und Gegen- stoß unter empfindlichen blutigen Verlusten geworfen. Auch hier ermattete nachts das Feuer. Am Morgen des 23. setzte auf der ganzen Linie beiderseits der Scarpe von Acheville bis Quöant stärkstes Trommelfeuer ein, dem südlich der Scarpe ein feindlicher Angriff folgte. Das feindliche Feuer hielt sich an der übrigen Westfront, auch an der Aisne, im allgemeinen trotz meist guter Sicht in mäßigen Grenzen. Das Posener Regiment, dessen erfolgreicher Vorstoß in der Gegend von Brahe gemeldet wurde, konnte die Anzahl seiner Gefangenen beträchtlich erhöhen. Am Spätnach- mittags des 19. versuchten die Franzosen mit stärksten Kräften, den Posenern die eroberte Stellung wieder zu entreißen. Sie wurden blutig abgewiesen, an einzelnen Stellen in erbittertem Nahkampf. In der Champagne war das Artillcriefeuer nur im west- lichen Höhengelände lebhaft. Ein anscheinend von den Franzosen geplanter Angriff gegenüber dem Mont-Eornillet wurde in unserem Vernichtungsfeuer erstickt. feindliche Kriegsberichte. Französischer Bericht vom 19. Mai nachmittags. Gestern griffen die Deutschen gegen Ende des Tages nach einer heftigen Artilleriebeschießung unsere Linien in der Gegend nordwestlich von Brahe von Epine de Chcvrigny bis zum Oisckanal an. Unser Sperrfeuer und unser Maschinengcloehrseuer brachen die Sturm» wellen, die unsere Stellungen nicht erreichen konnten, außer an einem Punkt im Westen der Angriffsfront, wo einige feindliche Gruppen in unseren vorgeschobenen Grabenstücken Fuß faßten. Etwa 23 Mann Gefangene blieben in unserer Hand. Auf der Hochfläche von Kalifornien Scharmützel mit Handgranaten. Nord- westlich von Reims scheiterte-in deutscher Nngriffsversuch, bei dem brennende Flüfsigkeiien benutzt wurden, gegen kleine franzö- fische Posten südlich von Courey in unserem Feuer. Vom 19. Mai abends. Keine Jnfantcrietätigkeii. Im Laufe des Tages war der Artillerickampf für Augenblicke festig am Chemin-des-Tamcs im Abschnitt von B o v e l l e und H u r t e b i s e und auf der Hochfläche von Kalifornien. Zeitweilig aus- setzendes Artilleriefeuer auf dem übrigen Teile der Front. Englischer Bericht vom 19. Mai. Wir unternahmen in der vergangenen Nacht nordöstlich von G o u s s a n c o u r t eine erfolg- reiche Streife und brachten Gefangene und ein Maschinengewehr zurück. Feindliche Streifuntcrnnehmungen wurden östlich von L o o S, nordostlich von Armentie-cs und östlich von D p e r n zurückgeschlagen. Vom 19. Mai abends. Feindliche Artillcrietätigkeit nordöstlich E p e h y und auf beiden Scarpe- Ufern. Sonst ist nichts Besonderes zu melden. Zwei deutsche Flugzeuge und zwei Ballon« wurden heruntergeholt. Fünf unserer Flugzeuge werden vermißt. politische Uebersicht.' Auf der Spur des Verräters. Nachklang zur Adlon-Verschwörung. Dem„Berliner Tageblatt" ist eine■16 Schreibmaschincn- !eitcn umfassende Geschichte der Adlonkonserenz, die den Ein- berufer Grafen Hoensbroech zum Verfasser hat, zur Verfügung gestellt worden. Tarin sind die Namen sämtlicher Teilnelnner an der großen Verschwörung angegeben, unter ihnen Abg. v. Gracfe-Goldebee, Körting-Hannover, Kirdorf, Duisberg, Prinz Kart zu Löwenstein, Fürst Salm-Horstmar, Admir.it v. Knorr und andere Notabilitäten. Die Denkschrift besckiäs- tigt sich dann ausführlich mit der Frage, wer wohl der Ver- rätcr gewesen sein möge, der das namenlose Werk der Ocfsent- lichkeit und damit dem allgemeinen Gelächter preisgab. Darüber wird ausgeführt: Eine handschriftliche Einzeichnung auf der Anwcsenhcits- liste ist unleserlich, fast absichtlich unleserlich geschrieben, unge- fähr so: Poetnn. Es wäre dankenswert, festzustellen, wessen Em- Zeichnung das sein könnte. Denn leider scheint festznstehcn, daß jemand anwesend war, der AusHorcher und Verräter war, da die Haußmannsche Reichstagsrede vom 2. März Mit- teilungen über Vorgänge bei der Besprechung enthielt, die nur ein Teilnehmer, und zwar ein böswilliger, gemacht haben kann. Auch folgendes ist erwähnenswert: 1. Vor Beginn der Sitzung fragte mich einer der Anwesenden, ob er noch drei Herren, die im Hotel Adlon anwesend seien, einführen könne, einer sei ein Jude, aber alle seien„zuverlässig". Ich lehnte natürlich ab. 2. Hart an der Tür, die den Sitzuugsraum von den Wirtschafts- räumen trennte, ließ sich gleich nach Beginn der Sitzung ein Herr einen Tisch stellen,„um zu frühstücken", bis durch Eingreifen des Geheimrats E. Kirdorf der Gasthofbesitzer, Herr Adlon, dem Herrn einen anderen Platz anwies. Der betreffende Herr war, wie Herr Adlon mitteilte, ein Herr Hardh, Sohn eines Koni- merzienrats Hardh. Vielleicht weiß einer der Teilnehmer etwas Näheres über den Träger dieses Namens. Für Mitteilung dar- über wäre ich dankbar..." So endet, was in weltgeschichtlicher Absicht unternommen wurde, als Stoff zu einem spannenden Detcktivfilm! Herrn v. Heydebrands Verschämtheit. In seiner Herforder Versammlung, zu der die königliche Eisenbahnverwaltung Sonderzüge laufen ließ(denn geistige Güter sind wichtiger als Kartoffeln), hat sich Herr v. Heideband mit zu- fälliger Plötzlichkeit einer scharfen Aeußerung erinnert, die Ge- nosse Scheidemann vor Jahr und Tag über verschiedene nicht ein- gelöste Versprechungen der preußischen Dynastie gemacht hat. Ob dieser Erinnerung geriet die kleine Thronstützc in ein solches Beben der Entrüstung, daß sie in das Wort„Unverschämtheit!" ausbrach. Herr v. Heydcbrand sagte dann zum Schluß seiner Rede: „Wir erwarten, daß der König uns ruft. Hier s i n d w i r!" Ter Zweck, zu dem sich Herr v. Hcydebrand dem König präsen- tiert, wird aus seiner Rede gar leicht ersichtlich. Er will den Thron von den bösen Buben der Revolution schützen und er empfiehlt sich alleruntertänigst dazu, die in der Osterbotschaft feierlich verheißene freiheitliche Neuordnung abzuwürgen. Wenn wir uns recht erinnern, hat Herr v. Heydebrand den Genossen Scheidemann nicht vollständig zitiert. Scheidemann hat sicherlich nicht unterlassen auszuführen, wer es eigentlich wp r, der die Hohenzollern an der Erfüllung gegebener Vcr- sprechungen gehindert hat. Auf keinen Fall hätte er seine Aeußerung tun können, wenn ihm nicht Herr v. Hcydebrand und dessen Gesinnungsgenossen durch ihr politisches Handeln die nötigen geschichtlichen Unterlagen geliefert hätten. Ginge es nach Herrn v. Heydcbrand, dann würde die Dynastie erst reckst neuen Vorwürfen ausgesetzt sein. Die Verschämtheit, mit der Herr v. Heydebrand der Krone seine gefährlichen Dienste an- bietet, wird danach ohne weiteres verständlich. Tie Regulierung deS Obcrrheins. Tie zweite badische Kammer beschäftigte sich am�Sonn- abend mit der O b e r r h e i n- R c-g u l i e r n n g. Tie Re- giernng teilte mit, daß die elsaß-lothringische Regierung ibre anfänglichen Bedenken in der Frage der Oberrhcin-Scknsfahrt von Straßburg zum Bodensee jetzt aufgegeben habe. Weiter wurde mitgeteilt, die Reichsregierung habe die Bildung einer S t u d i e n g e s c l l s ch a f t in Form einer Genossenschaft mit beschränkter Hastung vorgeschlagen. Mitglieder dieser Gesell- schaft sollten sein: das Reich, die Uferstaaten, außerdem Preußen, Bayern. Württemberg. Hessen, ferner die an der Regulierung interessierten großen Firmen. Bei der Regu- lierung rechne man mit einer Kostensumme von 210 Millionen Mark, wovon 110 Millionen auf die Schisfbarmachung und 130 Millionen Mark auf die Kraftwerke entfallen. Verlangt wurde, daß die Wasserkräfte ausschließlich im badischen Lande verwertet und ohne Zustimmung der� badischen Regierung unter keinen Umständen über diese Wasserkräfte verfügt wer- den dürfe. Letzte Nachrichten. Die englische Arbeitcrvcrtrctung in Petersburg. K r i t i k'i m Unterhaus. Bern, 23. Mai. Die Entsendung des Vertreters des unbc- deutenden GaSarbeitervcrbandes T h o r n e als Vertreter der briti- schen Arbeiterschaft nach Petersburg wurde im Unterhaus am 14. Mai von den Arbeiterparteilern und Nationalisten URiet dem Hinweis, daß beispielsweise ein Vertreter des eine Million zählenden Bergmannsverbandes nicht mitgesand! wurde, abfällig besprochen. O u t h w a i t e betonte, die Regierung könne sich nicht wundern, wenn gesagt werde, die nach Petersburg entsandte Ab- ordnunl. bestehe aus Regierungsagenten, nicht aber aus Vertretern der englischen Arbeiterschaft. Der Nationalist Devlin ersuchte die Regierung, angesichts„der furchtbaren Mißgriffe Lord Milners in Petersburg", künftig bei Auswahl derartiger Abordnungen die Genehmigung des Unter- Hauses einzuholen. Die Ukraine für Absonderung. Kopenhagen, 19. Mai.„Berlingske Tidende" melden aus Pe- tersburg:„Rabotschaja Gazeta" warnt in einem Leitaufsatz vor den Losrcitzungsbcstrebungen der Ukraine und schreibt: Es kommen beunruhigende Nachrichten aus der Ukraine. Nach den Berichten der Kommissare des Arbeiter- und Soldatenrates zu urteilen, sind die nationalföderalistischen Bestrebungen sehr stark. Sie bezwecken eine vollständige Losreißung von Nußland und die Einberufung einer unabhängigen konstituierenden Nationalvcr- sammlung der Ukraine. Die Müggelberge. Der Müggelsee gehört zu den größten Seen der Mark. Seine Tiefe geht bis zu L,ö'.bleter. Er liegt in einer weiten Talcbcne, die von der Spree durchflössen wird: dem Marsch an°Berli n er ll r st r o m t a l. das sich von Warschau bis in das Tal der Niederelbe verfolgen läßt. Diese Urstromtäler entstanden in der E i s z e i t, als gewaltige Eis- Massen vom Norden her kanien und unser Heimatland unter einem mehrere hundert Meter mächtigen Panzer begruben. Als das Klima dann wärmer wurde, schmolz das Eis nach und nach ab und verlegte seine äußersten Ränder immer weiter nach Norden. Die Schmelzwasser sammelten sich vor dem Eisrande und flössen an ihm entlang nach Nordwesten ab, weil das gesamte norddeutsche Tiefland sich nach dieser Richtung allmählich abdacht. Die Fluten wuschen dabei breite Täler aus, in denen die heutigen Flüsse als winzige Rinnsale erscheinen. Sie nehmen sich aus„wie die Mäuse im Käfig eines entflohenen Löwen"— hat einmal ein Geologe gesagt. Westlich vom See erhebt sich der Kleine M ü g g e l- berg niit einem hölzernen Aussichtsturm, im Osten der Gr oße Müggelberg. von der Bismarckworte gekrönt. In der Senke zwischen beiden Bergen liegt der Teufels- see niit einer sehr sumpfigen Ilmgebung. Wenn wir mit einem Stock in dem Erdreich stochern, entweicht Sumpf- gas unter Bildung von Blasen. Es läßt sich auffangen und entzünden. Am Westhang des Kleinen Mäggclberges befinden sich große Sand- und Kiesgruben. Eingebettet in den Sauden und Kiesen finden sich mitunter die Knochen vom M a m- m.u t h, wollhaarigen Rhinozeros, Niesen- Hirsch und anderen ausgestorbenen Tieren. Sie liefern uns den Beweis, daß diese Tiere in vergangenen Zeiten in unserer Gegend gelebt haben. Ein Besuch der Gruben läßt sich jetzt leider nicht erniöglichen, da sie der während der Kriegszcit nach Köpenick verlegten Garnison als Schießstand dienen und des- halb für den Verkehr gesperrt wurden. Sowohl vom alten Aussichtsturm wie von der Bismarck- warte haben wir eine prächtige Fernsicht. Im Westen tauchen die Türme und Kuppeln Berlins auf. Nach Norden wird der Gesichtskreis durch eine deutlich wahrnehmbare Bodenerhebung begrenzt, durch die Hochfläche des Barnim, die den Nordrand des Urstromtals bildet. Nach Süden öffnet sich das Tal der Dahme, die hier als Seenzug hinfließt. Die Gosencr Berge, die Seddinberge und die Wcrnsdorfer Höhen erheben sich aus dem Waldgebiet des Tales, und im Süden liegt die waldlose TeltowerHoch- fläche, die wir hinter Grünau ansteigen sehen und die daS Urstromtal auf diesem Ufer begrenzt. Wie entstand dieses Landschaftsbild? Als das Inlandeis der Eiszeit noch die Teltower Hochfläche bedeckte, hatte sein Rand etwa die Lage, die heute durch jene Kette sandiger Hügel bezeichnet wird, die den Südrand der Teltower Hoch- fläche bekränzt. An der Rinne, die jetzt vom Stienitzsee, Kalksee, Flakensee, Dämeritzsee, Wernsdorfer See. Krossin.- see und der Dahme erfüllt ist, bog der Eisrand weit zurück, und wir sehen in'jener Hügelkette eine Ausbildung der End- moräne, die der hier längere Zeit stilliegende Eisrand schuf. Durch die Rinne flössen die Schmelzwasser in ein südlicher ge- legenes Urstromtal ab. Als das Eis aber mehr nach Norden zurückgegangen und die Teltower Hochfläche eisfrei geworden war, bahnten sich die Wasserniassen weiter nördlich einen Ab- fluß nach Westen. Der ehemalige Endmoränenzug wurde viel- fach durchbrochen, und die Fluten wuschen das Berliner Urstromtal aus. Bei Berlin wurden die damals noch zusammenhängenden Hochflächen des Teltow und des Barnim durchnagt, und die Wasser hatten freien Abfluß durch das Havelluch und das Elbtal zum Weltmeer. Für das Fort- bestehen der Müggelberge kam dieser Durchbruch gerade recht- zeitig: denn wäre er später erfolgt, so hätten die sich auf- stauenden Schmelzwasser noch weiter die Berghänge bespült und die Höhen gänzlich eingeebnet. So aber sind sie erhalten geblieben rmd bieten uns Ge- legenheit, aus der Vogelschau zu betrachten, wie Eis und Wasser in früherer Zeit an der Gestaltimg unserer Heimat gewirkt haben. Zudem macht auch die Schönheit der Land- schaft mit ihren ausgedehnten Forsten und zahlreickien großen Seen einen Ausflug dorthin äußerst lohnend. Die KncßsbcschiidifltrN'Schule der Stndt Berlin ist eine Einrich- tung der stödliichen Kriegsfüriorge. die ollen Verwundeten, die sich in Grost-Verliner Lazareiten oder bei Ersatz-Trupventeilen befinden. zugute kommen ioll, daher ist nicht nnr der gesamte Unter- r i ch t v o ll st ä u d i g unentgeltlich, sondern e? wird auch in iveitgcbeiidcni Matze sür die kostenlose Hergabe der Lehrmittel an die Teilnehmer gesorgt., Der Lchrplan umiatzt Deutsch und Rechnen in allgemeiner irorm und für Gewerbetreibende, Schreiben und Blockschrift und gewerbliche Buchiührung, kniiiriiännisches Rechnen, Handelskunde und Briefwechsel, doppelte Buchsühruna, Kurzschrist und Maschineschreiben sowie Englisch iii'd Französisch wird gleichfalls geleiirt. In den meisten Fächern bestehen mehrere Kurse, die zu verschiedenen Zeilen ange- sangen haben, so dotz neu sich Meldende immer schon nach kurzer Zeil berücksichtigt werden können. In die Kurse, die zur Ausbildung für Kontorhilfsarbeite» und im Schreiben mit der linken Hand eingerichiel find, findet jederzeit Aufnahme statt. Für Kriegsbeschädigte, die bereits wieder in Beichästigung getreten sind, wurden Abendkurse eingerichtet. Die Schule hat jetzt ihre eigenen Räume im Gebäude der 9. PflichtsortbildungSschule Friedrichstr. 12(5 in der Nähe des Oranienburger Tores erhalten. Dort werde» auch in der Ge'chSstsstelle der Schule täglich in der Zeit von 9 bis 3 Uhr Anmeldungen entgegen genommen. Bald nach Pfingsten beginnen in mehreren Fächern neue Lehrgänge, zu denen Anmeldungen schon jetzt entgegengenommen werden. Der Freiwillige Erziehungsbeirat für schulcntlassciie Waisen hat in seiner letzten Vorstandsversammlung den Beschlutz gefaht, im Monat Juni eine allgemeine Versammlung der Grotz- Berliner Jugendvereine einzubniisen. Die Versammlung soll sich vor allem mit der Frage einer Neugestaltung der Jugendgesetzgebung befassen. Zkachsragc» nach vermißten Kriegsgesangenensendunge». Es mutz immer wieder daraus hingewicsen werden, datz bei Kriegsgefangenen- sendungen mit viel längeren BeförderungSfristen zu rechnen ist, als bei Sendungen nach den gleichen Bestimmungsorten im Frieden. Die Postanstalten werden daher Nachfragen nach vermitzten Kriegs- gelangenenscndnngen fortan zurückweisen, wenn iert der Aufiresernng der Sendniigen, soweit sie nach West- und Südeuropa gerichtet waren, nicht mindestens sechs Wochen, soweit sie nach Rutzland und außereuropäischen Ländern gerichtet waren, nicht wenigstens zwei Monate verflofieu find Große Mehlschiebuagcn find von der Krrminalpolizei aufgedeckt worden. Die EunüdeJUmgen füHrteu zur Verhaftung von sechs daran beteiligten Personen, Ein Handler Hermann Wille fand in dem früheren Fürsorgezögling Bruno Müller einen willfährigen Helfershelfer. Muller nahm in einem städtischen Mehlspeicher Ar- bei! als Kutscher an. Es gelang ihm dort nach kurzer Zeit, vier lrereits länger angestellte Kutscher sür Wilkcs Plan zu gewinnen. Die Kutscher luden dann mehr Mehl, als ihnen gemäß Lieferschein zustand, auf ihre Wagen, fuhren dann damit vor ein Lokal in der Mühlenitratze und traten dort ein um zu frühstücken. Wäh- rcnd dann der Wagen draußen hielt, kam Wirke mit einem kleinen, slotten Ponnhwagen angefahren, hielt neben dem Rollwagen uno schnell ir-aren ein oder mehrere Sack von diesem auf sein Fuhrwerk übergcladcir. Für jeden Sack zahlte Wille 100 M., um diesen so- fori wieder für 299 M. an Bäckereien und Konditoreien weiter zu verkaufen. Ter Fehlbestand auf dem städtischen Speicher wurde bald entdeckt, ohne daß man sich das Abhandenkommen des Mehls erklären konnte. Auf die Anzeige des Magistrats beauftragte Oberregierungsrnt Hoppe besondere Patrouillen, die Mehlairsgabc und Abfuhr zu überwachen/ So gelang es jetzt, die Schiebungen auszudeckcn den den Händler Wille, den Fürsorgezögling Bruno Müller und vier Kutscher zu verhaften. Ein ungetreuer Eiscnlmhnbeamter wurde in Neukölln festgenommen. Bei einer Güierannabmestelle auf einem dortigen Bahn- hoft war ein Eiienbahn-Hilfsassistent Ha. aus der Hcrmannstraße beschäftigt, der dadurch Aussehen erregte, daß er von seiner Woh- nung aus einen schwunghaften Handel mit Lebensmitteln aller Art betrieb. Die Kriminalpolizei sab sich deshalb veranlaßt, eine Haussuchung vorzunehmen. Hierbei wurden noch größere Vorräte entdeckt und zugleich das Verpackungsmaterial, das erkennen ließ, woher die Waren stammten. Die Kisten, Koffer. Taschen usw. trugen die Signatur der Gepäckausbewahrnngsstelle bei der Ha. seinen Dienst versah. Von hier hatte dieser die Stücke, die nicht innerhalb einer bestimmten Zeit abgeholt waren, anstatt zum Fund- burcau in seine Wohnung schaffen lassen/ So war ihm auch eine Tasche mit goldenen Ubrcn in die Finger gefallen, deren Verkauf er einem Kollegen, dem HilsSassistenten Ho. aus der Siegfriedstraß« übertragen hatte. Nach diesen Feststellungen wurde Ha. sofort verhaftet. Splclsüchtige Frauen wurden in der Landwehrstratze über- rascht. In jener Gegend versammelten sich ftrrher einmal allabendlich Geschäfts- und Handwerkerfrauen in einem Privatraum hinter einem Zigarrenladen und spielten dort leidenschaftlich. Die Verliererinncn aber wurden oft so laut, daß man sie auf der Straße hörte, und mehr als einmal in der Woche kam es auch zu Handgreiflichkeiten. Durch diese lauten Auftritte verriet sich die Gesellschaft selbst der Polizei, die ihr dann„die Bude" schloß. Der Aigarrenladcn besteht nicht mehr. Aber der weibliche Spiclklub hat sich wieder aufgetan. Diesmal zog man vorsichtigerweisc in den vierten Stock des Hauses Landwehrstraßc 38. Hier fanden sich wieder besonders Frauen aus der Konfektion zusammen. Die Polizei entdeckte auch die neuen Zusammenkünfte und überraschte die Gesellschaft bei einer Geburtstagsfeier, die aber mit„Meine Tante, deine Tante" gefeiert wurde. Zu Ehren des Geburtstags- kindes, das die Bank aufgelegt hatte, waren die Eingangstiir mit einer Girlande und die Räume mit Blumen geschmückt. Die Ve» amten fanden unter den«Gratulanten" auch ihnen schon bekannte gewerbsmäßig« Spielerinnen und beschlagnahmte das Spielgeld. Ins Wasser gefallen nnd ertrunken ist der 15 Jabre alte Ar- bcitsbursche Willy Mulzow aus der Admiralstraße 29. Mulzow stand niil mehreren gleichaltrigen Burschen vor dem Grundstück Elisabethufer 19 an dem Luisenstädtischen Kanal. Plötzlich fiel er aus bisher noch nicht geklärter Weise in den Kanal und verschwand. In der Nähe liegende Schiffer suchten gleich dos Wasser ab. Nach einer halben Stunde fanden sie die Leiche. Bei der Arbeit tödlich verunglückt ist der 46 Jahre alte Zimmerpolier Karl Fischer aus der Oldenburaer Straße 18, Fischer ivar ani Sonnabend nachmittag mit dem Transporl eines zehn Zentner schweren eisernen Kranes, der auf einer Lore lag, be- schäftigt. Durch Einsinken der Vorderräder in den Sand kippte der Kran um und erschlug ihn._ Bancr gewinnt das(Qoldcne Rad. Der Sportpark Treptow hatte gestern fejnen größten Tag der Frühjahrs-Radrenusaison. In Zlnwesenhcit eines Riesenbesuches fiel die Entscheidung um das Goldene Rad. Nachdem bereits am Himmelsahrtstage die Vorläufe zu diesem wertvollen Dauerrennen ihre Erledigung gefunden hatten, wurden gestern vorerst noch zwei Zwischenläufe über je 59 Kilometer ausgefahren. Neben Bauer, Krupkat, Palvke und Przyrembcl, wurden noch Kuschkow und Schipke als Bewerber zu den Zwischenläufen zugelassen. Im ersten Lauf übernahm Krupkat sogleich die Führung und hielt sie. obwohl ihm Pawke mehrmals hart zusetzte, bis zum Schluß des Laufes. Przyrem- wurde Dritter. Im zweiten Lauf hatte bis zum 49. Kilometer Schipke die Führung inne, dann ging aber Bauer mit unwidersteh- licher Gewalt an ihm vorbei und beendete als Erster den Laus. Kuschkow hatte unter Motorschaden zu leiden und gelangte dadurch in aussichtslose Position. Die beiden Ersten und Zweiten au? den Zwischenläufen be- stritten dann den Endlauf, der ebenfalls über 59 Kilometer führte. Bauer ftihr vom Anfang bis zum Schluß ein bravuröses Rennen. I Der in diesem Jahre noch unbesiegte Krupkat dagegen, dem man � eine gute Siegeschance zusprach, versagte bereits nach Zurück- legung von etwa 25 Kilometer; er tonnte seiner Führungsmaschine nicht mehr folgen und siel nach und nach bis auf den letzten Platz zurück. Pawle und Schipke fuhren zwar cecht achtbar, vermochten aber den Sieg von Bauer nie zu gefährden.— Zw-ei Wettbewerbe für Flieger umrahmten das Programm. Resultate. Das Goldene Rad. 1. Zwischenlaus über 59 Kilometer: 1..Krupka 45 Min. 4 Sek., 2. Palvke 15, 3. Przyrembel 399 Meter zurück.— Mahlfahren für Klasse 3, 699 Meter: t. Tetz- lafs 1 Min. 32 Sek., 2. Schulz, 3. Linscuer, 4. Koch, 5. Borchardt.— Das Goldene Rad, 2. Zwischenlauf über 59 Kilomcicr: 1. Bauer 45 Min. 16 Sek., 2. Schipke 269, 3. Kuschkow 2149 Meter zurück. — Hauptsahren für Klasse 2, 999 Meter: t. Behrend, 1 Min. 29 Sek., 2. Abraham, 3. Hahn, 4. Häusler, 5. Sawall.— Das Goldene Rad, Endlttus über 59 Kilometer: 1. Bauer 45 Min. 46 Sek., 2. Pawke 370, 3. Schipke 419, 4, Krupkat 2224 Meter zurück._ Wetterbericht bis TienStagmittag. Trocken und vielfach heiter. Temperaturen wenig tzeräwdcrt. HewerkschcDhewVlmg veulsches lUich. Tie Textilarbeiter nahmen in ihrer letzten Versammlung Stellung zu der vom AklionsauSschutz deS Verbandes empfohlenen Abhaltung einer außerordentlich-n Ver- bandsgeneralversamuilung� Diese soll in der Haupt« fache die notwendigen Entschlüsse für eine allgemeine Lohnerhöhung der Textilarbeiter fassen. Die Löhne in der Textilindustrie befinden sich— wie in letzter Zeit verschiedentlich festgestellt wurde— auf einer so niedrigen Sluie, so datz eine allgemeine Aufbesicrung dringend geboten erscheint. Aus diesen Gründen erklärte sich denn auch die Verianimliing der Filiale Berlin für die Abhaltung der aiitzcrordeutlicheii Gcneralvcrsammliiiig, die am 24. Juni in Augs- bürg statifiiideii ioll. Ein Antrag wurde angenommen, der besagt, daß bei Fesiseyung der Höhe der zu stellenden Lohnforderungen die öllliche» Löhne in der Muuitions- und Rüstungsindustrie als Matz- stob genommen werden sollen.— Der Antrag wurde damit be- gründet, datz viele Textilarbeiter und-arbeiterinnen Beschäftigung in der Nüstiiiigsindustrie geslinden haben und deren Rückkehr in die Textilindustrie» nur unter der Voraussetzung erwartet werden kann. wenn sie dadurch keine Verminderung ihres Einkommens erleiden. /Ins aller Welt. Schipper im Westen. In den ungewissen grauen Abend Leuchten Augen froher Zuverficht— Denn die fchivere Arbei' ist vollendet: Unsre Linien vorne wanken nicht! Frei der Atem. Stolz nach dem Vollbringen. Wochen waren's, Wochen harter Plag', BiD in's tiefe Eingoweid' der Erde Stieg der Spaten und der Hacke Schlag. Holz, Zement und Eisen triumphieren: Bis zur Achse ist die Erde hohl, IMag das Trommelfeuer Jabre dauern, Unten kocht man Dörrgemüs und Kohl... In der Stegfriedstellung gibt's ein Wunder. Und mit Hochdruck geht es Tag und Nacht: Uff Amerika geht's mit'nem Fahrstuhl— Und die Schippe hat den Sieg gebracht! _ Emil P e t ri ch. Rcquirier«ng von Gasfabriken. Genf, 29. Mai. In Toulouse hat die Stadtverwaltung bei der Militärbehörde die Requisilion der GaSfabrik beantragt, weil die Gasgesellschaft aus Mangel an Kohlen sich außerstande erklärte, ihren Betrieb fortzusetzen. Tie Stadt Angers hat gestern gleich» falls den Gasverbrauch einstellen müssen. Gine Volksuniversität in Kiew. Basel, 29. Mai. Der„Neuen Zürcher Zeitung" zufolge hat das Exekutivkomitee der polnischen Arbeiter und Sozialisten in Kiew eine Volksuniversität errichtet, welche Ende April ihre Lehr» tätigkeit begann. Veranlwortl. j. Politik: Dr. Franz Diederich. Berl-Friedeuau; sür d. übrigen Teil d. BWIleS:»Ilfred Scholz. Neukölln: sür Inserate: Tb. wlocke. Berlin. Druck n. Verlag: Vorwärts Buibdruckcrei u. Vei lagSanstalt Paul Singer& Co Berlin SW. fAdniirals-Palast. Abrakadabra großes phantastisches Ballett aufr. med. Hasche, Friedrichstr. 90 sÄÄ Bebandl. von �yphiliM, Haut-, Harn-, Kranen leid., fpcj.dwon. Fälle. � Ehrlich-Hala-Kuren. ichmerz- lose, kürzeste Behandlung ohne Be« russftörung. Blutuntettuchung. Mäg. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10— 1 und 5—8, Sonnl. Ii— 1 __ Lombard-Haus■ •t H. Grafi. Leipzigerst. 75 II? Volle normale Beleihung= Diskretion, Reellität z» Gelegenheitskäufe � L'hren Brillanten= Schmucksachen? 1 10—50°/,, unter Ladenpreis.� Sosort gesucht Schmiede nnd Schirrmeister Berllu-Villeui Wlttentp. 47/48.