Ar. 124. C Na »rfcheint täglich außer Montags. Treis pränumerando: Viertel- jährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei In'S Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tllustr. Sonntags-Betlage„Neue Welt" 10 Pfg. Post-lllbonnement: 8,3oMt- pro Quartal. Unter Kreuz- band: Deullchland u. Oesterreich- Ungarn: Mt., für daS übrige Ausland 3 Mt.pr. Monat. Etngelr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für iss« unter Nr.«310. erllner 11. Jahrg. N M,,a Mi Msertions. Gebühr beträgt für dl« fünsgespaltene Petitzeile oder deren Raum*0 Pfg., für Vereins- und Versaininlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis i Uhr Nachmittags in der Expeditton abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 1 Uhr Abends, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Bor- mittags geöffnet. kernfprecher: Amt l, Ztr. ISOS. Telegramm- Adresse: ,,Soiii>tdrmokrat Kern»!' Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Ein hundertjähriges Jubiläum. „Die schlechte Justiz schreit gen Himmel... wenn ich nicht remedire, lade ich selbst die Verantwortung auf mich", rief bereits Friedrich Wilhelm I., der Vater Friedrichs„des Großen" aus. Seine Versuche zu„remediren" gingen jedoch nicht über schüchterne Anläufe hinaus. Weder das Gerichtsverfahren noch das materielle Recht erfuhren eine Besserung. Die Richterstellen wurden nach wie vor an den Meistbietenden losgeschlagen— die langen Soldaten kosteten viel Geld, und Geld, für Militärzwecke ein- genommen, stank schon damals nicht. Zu Richtern, befahl Friedrich Wilhelm l.. sollten, wenn das Gebot für den Aemter- kauf gleich groß war, nach wie vor„die dummen Teufsel" ernannt werden; den Bewerbern„von Stop" sollten die Verwaltungsstellen zufallen. Heutzutage beklagt sich hin und wieder im Justiz- Ministerialblatt ein preußischer Justizminister in weit höflicherer Weise darüber, daß mehr minder fähige Beamten in der(von der Verwaltung durch den im Strafverfahren über- wiegenden Einfluß der Staatsanwaltschaft abhängigen) Straf- justiz als in der Ziviljustiz Verwendung finden. Friedrich„der Große" hat auf dem Gebiet der Rechtspflege nicht ohne Erfolg Wandel zum Bessern zu schaffen gesucht. Die ältere deutsche, dem Wesen des Rechts allein ent» sprechende Auffassung, daß die Gerichte aus unabhängigen, vom Volk frei gewählten Richtern bestehen und nichr Organe sind, die von irgend einer„Obrigkeit" oder„Herrschaft" eingesetzt waren, war bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts völlig ge- schwunden. Der Absolutismus kennt nur von der als Inhaber der„Justizhoheit" fingirteu Herrschast bestellte Gerichte, die au Stelle des absoluten Herrschers Recht sprechen. Ueber das Prinzip der absoluten Despotie hinaus gehl es, wenn die Richter dann selbst als Despoten im Kleinen zu fnngiren trachten. Der absolute Herrscher ver- iörpert die„Rechtsidee", die„Gerechtigkeit". Nur infolge der thatjächlichen Unmöglichkeit, selbst Recht zu sprechen, ist er gezwungen, die Rechtsprechung anderen zu übertragen. Die Be- stechlichkeit, Käuflichkeit, Aufgeblasenheit und Dummheit der von ihm eingesetzten Richter und die Unsicherheit des durch diese gesprochenen Rechts ist nicht nothw endige Folge des Ab- solutismus. Der„aufgeklärte Despot" erkennt vielmehr, daß sein Reich und seine Herrlichkeit wesentlich mit auf der Mystifikation beruht, daß er die personifizirle Gerechtigkeit darstelle. Friedrich der Zweite erkannte mehr oder minder klar, daß der„aufgeklärte Despot" in eigenstem Interesse das Sprüchlein zu bewahrheiten suchen müsse: justitia est fundamentum regnorum(Gerechtigkeit ist die Stütze der König- reiche). Rastlos suchte er auf dem Gebiet des Strafrechts und des Zivilrechts, auf dem Gebiete des Verfahrens und des mate- teriellen Rechts das Ziel zu erreichen,„Gerechtigkeit zum Fundament des ganzen Sraatslebens zu machen". Das Ziel hat er nicht erreicht und konnte es nicht erreichen. weil es in einem ungeschminkt absoluten Reich so wenig wie in einem absoluten Reich mit konstitutioneller J-tntiUcfoit. Der Jude. 52 Deutsches Sittengem älde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. S p i n d l e r. Wirklich trat auch der Prälat gewichtigen Schritts aus dem Seitcngemach, Lampe und Brief in der Hand. Sein Antlitz zeugte von einer gerade nicht unbedeutenden Be- wcgung, und der Gang war nicht so sicher ivie wohl sonst.—„Redet, um der ewigen Barmherzigkeit willen! rief rhm Dagobert entgegen, der allsobald über die Besorgniß für den Vater das soeben abgehandelte Gespräch vergessen hatte:„Martert mich nicht. Was ist geschehen?"—„Der Herr hat es noch wohl gemacht," erwiderte Hieronymus, kläglich auf die Ruhebank sinkend:„der Bruder lebt und wird bald vollends genesen sein; aber ein Unfall hat ihn betroffen, wie er sich nur in den verwahrlosten deutschen Landen begeben kann. In der Dämmerung sich nach Hanse wendend, begegnete ihm ein Freihard in Pudelmütze und Wolfspelz, und schaut ihm mit blutroth gefärbtem Angesichte keck und unverschämt unter das herabgekrempte Piret. Dein Vater fährt zurück.. Der Wütherich, dem die leere Straße Muth zulegt, fragt ihn höhnisch:„Kauft mir ein Menschen- leben ab, Schöff!"— Und da nun der Bruder ihn zurückstößt und den Mund öffnet, um nach Hilfe zu schreien, so fühlt er bereits das Messer des Wehrwolfs unter seinen Rippen sitzen, und sinkt dahin.„Gute Nacht, alter Frosch!" ruft ihm noch der häßliche Mörder ins Ohr:„Dein Fröschlein kommt nach!" und packt den Verwundeten an. um ihn an Schminke zu erreichen ist. Er hat es nicht erreicht und konnte es nicht erreichen, weil in einem Klassenstaat Gerechtigkeit keinen Bode» hat. Er hat es nicht erreicht, weil wahre Gerechtigkeit nur denkbar in einem demokratischen Gemeinwesen, das ans dem Gegentheil einer Klasscnherrschast errichtet ist. Aber das, was auch im Klassenstaat als Ungerechtigkeit empfunden wird, hat er zu beseitigen angestrebt und ist in diesem Sireben nicht ohne Erfolg geblieben. Auf dem Gebiet der Strafrechtspflege schaffte er drei Tage nach seiner Thronbesteigung, am 3. Juni 1740, die Folter ab— nicht lange Zeit später erlaubte er die Anwendung von Stockprügeln zur Erzwingung eines Geständnisses des Angeklagten. Heute erlaubt das Gesetz weder Folter noch Stockprügel— auch Nilpferd- peitschen, Gummischläuche oder seelische Tortur anzuwenden gestattet das Gesetz nicht. Von dem Saale aus, für den „Oeffentlichkeit nicht existirt", verkündet aber heute ein Staats- anwalt nur, daß ein Bürger, dessen Nase durch Hilssbeamle der Staatsanwaltschaft„kaput" geschlagen ist, versuchen darf— aus Schadenersatz im Zivilprozeß zu klagen. Friedrich II. ver- langte volle Achtung vor seinem Gesetz und faßte die Ver- antwortlichkeit von Bcaniten jeder Gattung strenger auf: wer nach seiner— allerdings häusig irrigen— Ansicht„Rechte" der„Untcrthanen" gekränkt oder wer falsch geurtveilt halte, wurde kurzer Hand auf Festung geschickt.„Ein Justizkollegium", meinte er,„das Ungerechtigkeiten verübt, ist gefährlicher und schlimmer als eine Diebesbande; vor der kann man sich hüten, aber vor Schelmen, die den Mantel der Justiz gebrauchen, um ihren üblen Passionen zu dienen, vor denen kann sich kein Mensch hüten, die sind ärger als die größten Spitzbuben, die in der Welt sind, und verdienen eine härtere Bestrafung." Und solchen„Schelm" argwöhnte er in jedem Richter. Häufig „melirte er sich selbst" in die Rechtspflege, um vermeintlich un- gerechte Handlungen der„Federfuchser" zu rektifizircn. Vor allem suchte er jedoch durch organische Gesetze die„versimpelte" und„unredliche" Justiz zu ändern. Die„Infamie" des Aemterkaufs hob er auf. Durch ein beschleunigtes Verfahren suchte er die Langsamkeit der Rechtspflege zu beseitigen: innerhalb eines Jahres sollte jeder Prozeß alle Instanzen durchlausen haben. Heule erfährt der minder Begüterte häufig erst nach vielen Jahren, daß eine Instanz sich geirrt haben muß. Den Zweck, eine „billige, prompte, unparteiische, gerechte" Justiz zu erreichen, glaubte er in erster Reihe durch ein allgemein ver- ständliches klares Gesetzbuch zu erreichen. Älllerdings blieb er in den Anschauungen der damaligen Zeit befangen, daß es ein„natürliches", nur auf„Vernunft" gegründetes Recht gäbe. Unter dem 31. Dezember 1746 verordnete er:„und weil die größte Verzögerung der Justiz aus dem Ungewissen lateinischen, römischen Recht herrührt, welches nicht allein ohne Ordnung kompilirt worden, sondern worin singulas leges pro et contra(einzelne Gesetze für und gegen) disputirt oder nach eines leden Kaprize limitirt oder extendirt worden: so befehlen wir i.. ein teutsches allgemeines Landrecht, welches sich b l o s auf die Vernunft und Landesverfassung gründet, zu fertigen und den Rand des Grabens zu schleifen, und wahrscheinlich kopfüber in der Hirsche Revier hinabzustürzen. Da nahen aber glücklicherweise Leute; um seines Werkes wenigstens sicher zu sein, führt der Verfluchte noch einen Stoß gegen die Brust des armen Diethers. Der Stahl prallt jedoch zum Heil von der Halskette desselben ab, und der Blut- Hund entflieht. Die Wunde wurde, von wenig Bedeutung zu sein, erkannt, und wie gesagt. Dein Vater ist auf dem Wege zur vollen Besserung." „Abscheuliches Verbrechen!" rief Dagobert und Fiorilla entsetzt aus. „Nun ist aber de,»noch auf sothanem Schmerzenslager" — fuhr der Prälat fort—„der Gedanke in dem Bruder erwacht: es möchte denn doch vielleicht der Herr einst schnell über ihn gebieten, und da es löblich ist, in solchem Atter und solcher Befürchtung noch einmal sein Geschlecht um sich zu versammeln, und sich mit denjenigen zu versöhnen, mit denen ein unbilliger Haß uns entzweit hat, so verlangt der wackere Dicther, ich solle mich in Deiner und Wall- radcns Gesellschaft zu ihm begeben, um das Fest seiner Heilung in seinem Hanse feierlich zu begehen. Wallrade soll bei dieser Gelegenheit wieder in alle Kindesrechte und den Arm des Vaters aufgenommen werden." „Daran thut mein allzu guter Vater gerecht und wohl," erwiderte Dagobert,„obschon die Schwester diese Liebe nicht verdient und auch nicht zu würdigen vermag. Was beschließt Ihr aber hierauf, mein hochwüroiger Ohm und Herr?" „Hm!" sprach Monsignore nach zweifelhaftem Kopf- schütteln:„Ich meine, daß eS vollkommen hinreichen wird, wenn ich hier zu Costnitz in meiner stillen Kammer dem Herrn für das meinem Bruder widerfahrene Heil danke, und zu Ehren unserer lieben Frauen, die durch ihre Für- bitte des Mörders Stoß fehl gehen ließ, einige Messen lese. z» unserer Approbation vorzulegen, worüber wir hiernächst aller unserer Stande und Kollegioren, auch Universitäten Monika ein- holen und die besonderen Statute einer jeden Provinz be- sonders bcidrucken lassen wollen, damit einmal ein ge- wisses Recht etabliret und die unzähligen Edikte aufgehoben werden mögen." Das daraufhin in den Jahren 1749 und I7S1 erschienene corpus iuris iMdericiani genügte den Ansorderungen nicht. Die Ordre vom 14. April 1789, die abermals die Abfassung eines vollständigen, klaren, allgemein verständlichen Gesetzbuchs anordnete, führte in den Jahren 1784— 1788 zu dem„Entwurf eines allgemeinen Gesetzbuchs für die preußischen Staaten". Nachdem die öffentliche Meinung(die damals noch existirle) in breitester Weise Kritik an diesem Entwurf geübt hatte, sollte er— an vielen Stellen verändert— als„Allgemeines Gesetzbuch für die preußischen Staaten" am I. Juni 1792 Gesetzeskraft erlangen. Jndeß Friedrichs Neffe, der bekannte Freund von Bett- und Bei- schwester», Heuchelpack und Feiglingen inhibirte die Publikation. „da die inzwischen in Frankreich eingetretenen Begebenheiten große Vorficht uolhweudig machten". Das Gesetzbuch wurde revidirt, verbösert— selbst der Titel„Gesetzbuch" als anstößig kassirt und endlich unter dem S. Februar 1794 unter dem Titel„Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten" mit Gesetzeskraft zum 1. Juni 1794 publizirt. Die ökonomischen Grundlagen der Gesellschaft haben in den seitdem verflossenen Hunderl Jahren erhebliche Umwälzungen er- fahren. Die Einsicht ist fast Allgemeingut geworden, daß die Ge- setze der ideologiiche Niederschlag der jeweiligen ökonomischen Be- dinguugen, polltische» und sozialen Verhältnisse sind. Das allgemeine Landrecht besteht im Wesentlichen noch heule zu Recht. Allerdings ein„neues" bürgerliches Gesetzbuch ist in Aussicht. Die ihrem Untergang zueilende Gesellschaft versucht durch allerlei Heilmittelchen ihre Lebenszeit zu verlängern. Als eine dieser Wunderpillen sucht sie ein für ganz Deutschland einheitliches „bürgerliches Gesetzbuch" zu brauen. Seit bald 29 Jahren sind ans grund des Gesetzes vom 29. Dezember 1873 mit heißem— ach wie vergeblichem!— Bemühen die juristischen Berather an der Arbeit. Die erste Kam- Mission dieser bürgerlichen Gesetzemacherei,„bloßer" und jeder Vernunft hat aus 12 399 Folioseiten in unbewußter Ironie dargelegt, daß ihre im Januar 1888 abgeschlossene Arbeit nichts tauge. Die dann 1899 eingesetzte Revisions- Kommission ist noch bei der. Arbeit. Sorgsam ist aus dem Plan bislang alles geschieden, was zu einer Milderung oder gar Beseitigung der heutigen Ausbeutungs- und Wucher- freiheit führen könnte, selbst alles, was auch nur ein wenig den wirthschaftlichen, sozialen Bedürfnissen entgegenkommen könnte— kann doch auch niemand verlangen, daß sich jemand am eigenen Zopf aufhänge. Zu den zünftigen Juristen sind dieser Kom- Mission noch Vertreter der verschiedenen politischen Parteien mit Ausnahme der sozialdemokratischen bei- gesellt. Gegenwartsanbeter drängen. doch möglichst bald das„einheitliche" Unrecktsbuch Gesetz werden zu lassen. Wasiraden werde ich jedoch zu der Aussöhnung bewegen, und überlasse es Dir sehr gerne, die Schwester nach dem Vaterhause zu geleiten, und wohlbehalten wieder auher zu führen." „Mit nichten," äußerte Dagobert aufstehend und kalt: „Wallrade bedarf meines Geleits nicht. Einer ihrer zahl- reichen Freier wird dieser süßen Pflicht sich leicht unter- ziehen, wenn nicht kaiserliche Majestät selbst ihren Reise- stallmeister machen will. Euch überlasse ich es, Ohm, die Liebenswürdige vorzubereiten. Unstreitig wißt ihr ihren jetzigen Aufenthalt besser denn ich, der nur dann und wann von müßigen Stadtzungen Gerüchte und Ver- muthungen hört, die gar nicht zur Ehre unsers Stammes gereichen. Gerne werde ich auch Wallraden den Vorzug im Vaterhause einräumen, und daher einzurichten suchen, daß ich an dem Tage ankomme, an welchem sie geht. Schließ- lich danke ich Euch demüthigst für Eure gehabte Mühe, und werde dieselbe gegen meinen Vater zu rühmen wissen, da es Euch ohnedies widerstrebt, tiefer in das verhaßte deutsche Geburtsland vorzudringen. Gute Nacht, wür- diger Herr!" Ter Prälat sah betroffen, beschämt und staunend dem Neffen nach, der— wie er endlich zu begreifen begann— unter dem Schimmer jugendlichen Leichtsinns einen stechenden Ernst barg, welcher einem verweichlichten Gemüthe um so empfindlicher wehe that. Fiorilla leuchtete dem Scheidenden bis zu des Hauses Pforte. Daselbst ergriff sie seine Hand, sah ihn mit weinenden Augen an, und sagte:„Ihr habt heute durch Eure feste Redlichkeit vermocht, sdaß ich vor mir selbst erröthete. Könnt Ihr mir vergeben, wozu ich Euch verleiten wollte?"—„Von ganzem Herzen!" er- widerte Dagobert,„denn Ihr wart weit entfernt, mich zu beleidigeu. Euch reißt die Leidenschaft dahin, und zwingt Einer der kuriosen Herren(natiirlich ein. Professor) meint, je schneller und unfertiger das Gesetz würde, desto besser— desto mehr Anreiz zur Verbesserung würde das Gesetzbuch ja bieten und deshalb willkommen sein. Alljährlich bei Gelegenheit der Etatsberathung erhebt sich ein Verfechter des Gegenwartsstaates mit der Anfrage, wann denn das bürgerliche Gesetzbuch dem Reichstage vorgelegt werden wird. Die begreifliche Angst» daß die jetzige Gesellschaftsordnung bereits abgestorben fein möchte, bevor das Maulwurfswerk das Licht der Sonne erblickt, suchen dann solche, die zugleich Mitglieder der Kom- Mission und des Reichstages sind, zu beschwichtigen. Sie fließen über von Eigenlob und bitten schon jetzt, mit einem Seitenblick auf die sozialdemokratische Fraktion, die boshaft schweigt, hernach das Machwerk nur nicht allzu genau zu betrachte», sondern mög- lichst unbesehen unter Fach zu bringen. Bislang gleicht das Er- gebniß der mehr als 20jährigen Wühlarbeit einer Bankrott- Erklärung der heutigen Gesellschaft. Sie bietet prächtigen Agita- tionsstoff für uns und wird des eingehenderen von uns beleuchtet werde», wenn sie endlich voll zu Tage liegt. Das. was die Kommission bislang geleistet hat, steht selbst dem heutigen Jubel- greis um Mcnschenalter nach. VottttMo Aeberstrs»». Berlin, den 31. Mai. Der Landtag wurde hellte formloser als sonst in einer gemeinsamen Sitzung beider Häuser geschlossen. Für das Volk hat der Landtag in seiner letzten Session, ebensowenig wie in den vorangegangenen etwas gethan, er war, ist und bleibt eine reine Interessenvertretung der Agrarier und Bourgeois und handelt danach. Deshalb steht das Vol!' seinen Verhandlungen ganz interesselos gegenüber. Es sollte dies freilich nicht sein, denn wichtige, das Interesse jedes Staatsbürgers berührende Fragen werden in ihm verhandelt, so fragen der Schule und der Besteuerung. Jnteressiren sollten sich die Genossen auch aus dem Grunde mehr für die Arbeiten des Landtages, um sich der schweren Angriffswaffen gegen die herrschenden Klassen zu bedienen, welche die Verhandlungen und Beschlüsse des Landtages so überreichlich bieten.— Die Thätigkeit des Abgeordnetenhauses. Nach der Geschäftsübersicht, welche dem Abgeordnetenhause ani Schluß seiner Tagung gegeben worden ist, sind in 75 Plenar- sitzungen außer dem Etat und einer Reihe von Rechenschafls- berichten 19 Gesetzentwürfe berathen und davon 17 ange- nommen worden, ivährend bekanntlich die Entwürfe über das Kalimonopol und den Tortmund-Rhein-Kanal abgelehnt wurden. Im ganzen betrug die Zahl der dem Abgeordneten- Hause zugegangenen Vorlagen 40. Selbständige Anträge wurden 10 eingebracht; von denselben ist 1 angenommen, auf 2 Anträge sind Resolutionen beschlossen, 6 Anträge sind nicht berathen worden und 1 Antrag(Antrag Ring) ist nach Erstattung eines ischristlichen Konimissionsberichts un- erledigt geblieben. Interpellationen wurden 8 gestellt, von denen eine zurückgezogen wurde und eine unerledigt geblieben ist. Petitionen gingen 1862 ein. Davon wurden 115 als zur Erörterung im Plenum nicht geeignet erachtet, 331 durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt, 296 der Regierung überwiesen, 895 durch Annahme von Gesetzentwürfen oder Resolutionen für erledigt erklärt. Die übrigen blieben un- erledigt. Wahlprüfungen wurden 15 im Plenum beendet. Erledigt sind zur Zeit 3 Mandate und zwar je eins für die Wahlbezirke: 5 Potsdam, 2 Oppeln, 2 Kassel. Herr v. Marschall, der Minister des Aeußern, erfreut sich eines gediegenen Hasses seitens der Bismarckblätter, der dem gegen Caprivi nichts nachgiebt. Jetzt scheint's sogar, daß ihm alle Sünden des neuen Kurses in die Schuhe geschoben werden sollen. Ein Organ der Bismärckerei, die schlotsunkerliche„Westd. Allg. Ztg.", überschüttet den ehemaligen badischen Staatsanwalt mit einer wahren Breit- seite von Angriffen, die alle darauf hinauslaufen, daß er durch Jntriguen alle möglichen Leute beim Kaiser an- geschwärzt haben soll. Er wird der„Arnim" des neuen Kurses genannt. Die Anklagen lauten sehr verivorren. Was daran wahr ist, wissen wir nicht. Uns interessirt bei der ganzen Hätz nur die Thatsache, daß ein Bismarck-Organ wieder einmal den Bismarck ins Gesicht schlägt, indem es gegen Kabinetspolitik und Kabinetsintriguen eifert.— Euch zum Tribut. Ich aber bin einer ihrer schlimmsten Zahler, und mein Trachten geht darauf aus, die ungestüme Mahnerin ganz aus meinem Hause zu werfen. Schätzt Euch darum nicht geringer, mich nicht höher als vonnöthen. Jfhr seid noch lange nicht der lodernde Brand, den Euch die wilde Empfindung vorspiegelt, ich noch lange keine Eisscholle. Esther ist aber viel zu gut, und zu edel, als daß ich ihr für kurze Wonne eine ewige Rene verkaufen möchte. Gute Nacht!" Fünfzehntes Kapitel. Hei! wie freut mich der Herrenstand. Auf hohem Roß, das Schwert zur Hand! Gewappnet vor dem Liebchen steh», Und neben Fürst' und Grafen gehn! Du grobes Bürgerpack, vorbei! Nur für den Adel ist Turnet! Das Spiel vom hoffärtigen Junker. Wohl noch nie hat eine Stadt, so weit in deutschen Landen der Lauf des Rhein- und Donaustroms reicht, einen lnstigern und gastlichern Anblick gewährt, als Costnitz ihn am zwanzigsten Tage des Monats März darstellte. Geraume Zeit vorher hatte man gewußt, Herzog Friedrich von Oester- reich-Tyrol werde, das Frühlingsfest zu verherrlichen, ein Kampf- und Ritterspiel geben, wie es selten noch irgendwo geschaut worden. Die Zubereitungen, die jedoch in den letzten Tagen getroffen worden waren, übertrafen durch ihre Pracht alles, was die gespannte Neugier erwarten durfte. Und am Morgen des anberaumten Feiertags stand das Werk vollendet da, ein wundersames Schauspiel für Costnitzs Bewohner und weit herbeigeströmte Gäste. Den weiten Rennplatz umgaben zierliche Schranken, getaucht in die weiße und rothe Farbe. In blinkenden Angeln drehten sich die Pforten, durch welche die Kreiswärtel gingen; mit blanken Schildern, Ketten und Haken waren die Schlag- bäume geziert, durch welche die Kämpfer einreiten sollten. Rings um den mit Sand und Kies geebneten Platz flatter- ten in geringen Zwischenräumen die Banner von Oestreich- Ttzrol, dem Argau, dem Thurgäu und andern, Friedrichs Herrschaft unterworfenen Städten und Landen. Hoch aber über diesen Bildern und Fahnen der Macht erhoben sich im Halbkreis die leicht und geschmackvoll gebauten Empor- biihuen und Sch augerüste, von welchen der Kaiser mit seines Reichs Fürsten, die Väter des Konziliums, und die Blumen der Gesellschaft und Volksversammlung, die Die Agrarenanete wurde gestern fortgesetzt. Oekonomie- rath Winkelmann sprach sich für die Schaffung einer großen Agrarbank ans. Amtsgerichtsrath Schmitz beleuchtete die un- günstigen landwirthschaftlichen Verhältnisse der Rheinprovinz. Gras Stosch befürwortet für Schlesien die Einführung des An- erbenrechts in Form obligatorischer Eintragung in die Höferolle neben Löschungsbefugniß und Testiersreiheit. Landschaftsdirektor Dr. v. Gustedt- Berßel entwickelt ein Bild der landwirthschaft- lichen Verhältnisse der Provinz Sachsen und weift im einzelnen nach, daß auch hier trotz der scheinbar glänzenden Lage die Ueber- schuldung bereits bei einem großen Theil des mittleren Besitzes eingetreten und ein weiteres Fortschreiten in der nächsten Zeit mit Sicherheit zu erwarten sei. Hosbesitzer Schoos erklärt, daß die Grundbesitzer Hannovers mit ihren erbrechtlichen und Kreditverhältuisscn durchaus zufrieden seien und keinerlei Abänderungen wünschen. Landesdirektor Höppner-Stetti» schildert die Lage der Landwirthschaft in Pommern, vor allem in Vorpommern dahin, daß der mittlere Gutsbesitz durchgängig überschuldet sei und der Großgrundbesitz, sowie der bislang noch nicht in bedenklichem Maße verschuldete bäuerliche Besitz einer zunehmenden Schulden- last gegenüberstehe. Die Erhöhung der Reinerträge ist ihm das erste Mittel zur Hebung der schlechten und unerträglichen Situation. Demnächst verspricht er sich günstige Wirkungen von einer Einführung des Anerbenrechts in Form obligatorischer Eintragung in die Höferolle und von einer zwangsweisen Amortisation der bestehenden Hypothekenschulden bei fakultativer Verschuldungsgrenze durch die staatsseitig zu unterstützenden Landschaften. Geheimer Ober-Regiernngsrath Blenck-Berlin giebt eine Ueber- sicht über das vorhandene agrarstatistische Material und würdigt die zur Vervollkommnung desselben von einzelnen Theilnehmern an der Versammlung geäußerten Wünsche. Regierungsrath von Buch- Frankfurt a. O. geht in eine Schilderung der landwirthschaftlichen Verhältnisse der Uckermark ein und stellt fest, daß auch hier eine bedrohliche Verschuldung des ländlichen Besitzes nicht zu verkennen sei. Er hält das vor- handene Material für völlig ausreichend, um eine zu gesetz- geberischen Maßnahmen drängende Nothlage der Landwirthschaft zu konstatiren. Zu ihrer Beseitigung kann seines Erachtens nur eine Hebung der Reinerträge führen, während die zur Berathung stehenden Maßregeln erst in zweiter Linie in Betracht kommen. Redner fordert eine den ganzen Grundbesitz umfassende, keine einseitig bäuerliche Gesetzgebung, bekennt sich als unbedingten Anhänger der Fideikommisse in der von ihm geschilderten Gestalt und hält es für dringend geboten, mit Entschuldungsmaßregeln Bestimmmungen zu verbinden, welche eine wiedereintretende Verschuldung zu verhindern ge- eignet seien. Graf ikanitz-Podangen legt das Hauptgewicht angesichts der landwirthschaftlichen Nothlage auf die Steigerung der Nein- ertrüge und hält die in Aussicht genommenen Maßnahmen auf dem Gebiet des Erbrechts und der Entschuldung nur dann für wirksam, wenn sie mit Mitteln irgend welcher Art verbunden werden können, durch welche sich eine Erhöhung der Preise aller landwirthschaftlichen Produkte erzielen läßt. Er schildert die Ursachen der vorhandenen Ueber- ichuldung, beleuchiet die für und gegen Einsührung einer Verschuldungsgrenze sprechenden Gesichtspunkte und stimmt der Er- greifung von Maßregeln bei, welche eine Entschuldung des ge- sammten Grundbesitzes herbeizuführen und eine weitere Ver- schuldung desselben zu verhindern vermöchten. Nachdem Professor Dr. Sering-Berlin zur nochmaligen Be- gründung seines Standpunktes unter Betrachtung der vor- getragenen abweichenden Meinungen das Wort ergriffen halte, wurde die Generaldiskusston geschlossen und die Berathung aus heute, Tonnerstag, Vormittags II Uhr, vertagt. Sonntagsruhe in der Industrie. Herr Schweinburg, der Offiziöse der Regierung und der Schlotbarone, der durch diese doppelte Thätigkeit den Klassencharakter des heutigen Systems so richtig, wenn auch wenig ansprechend symbolisirt, weiß in seinen„Berliner Politischen Nach- richten" mitzutheilen, daß die Industrie, das heißt die Herren Stumm, Krupp, Baare und deren Klassengenossen mit der von der Reichsregicrung für die industriellen Be- triebe geplanten Einschränkung der Sonntagsruhe voll- kommen zufrieden sind. Die Arbeiter werden desto un- zufriedener sein, sie werden aber nicht enttäuscht sein, denn sie wissen den Werth des staatlichen Arbeiterschutzes trotz aller bezahlten Lobhudeleien desselben voll zu würdigen.— Freiheit des Koalitionsrechtes in Deutschland. Auch die beiden Bergleute Prokop und Kawizyk, welche Oberschlesien auf dem internationalen Bergarbeilerkongresse vertreten haben, sind gemaßrcgelt worden.— reizenden Frauen, den Spielen zusehen sollten. Des Kaisers Tribüne, von goldenem Stück gleich wie ein Feldherrnzclt erbaut, überragte mit ihrem Silberdach, umwallt von wehenden Reiherbüschen und Federsträußen, alle Nachbar- kühnen, von deren Geländer prachtvolle Sammtdecken mit Wappen, Sinnsprüchen und Thierbildern übersäet, zu den Schranken hinabhingen. Die nieder gelegenen Sitze der Kampf- richter und Dankspcnder, die Trompetergänglein in jeder Ecke des Platzes, die kleinen Hütten der Kreiswärtel und Stech- knechte sogar, schloffen sich würdig durch ihr glänzend einfaches Aeußere an die Plätze der vornehmen Leute. Jeder Eingang zu dem Platze, jede Treppe zu den Bühnen, wurde von Trabanten des Herzog? bewacht, theils zu Fuß auf ihren Partisanen lehnend, theils zu Roß im Silberküraß, den Morgenstern an die Faust geknüpft. Die Turniervögte saßen bereits mit ihren Stäben hinter den vor ihren Schirm- dächern aufgepflanzten Hellebarden. Die Rennknechte in ihren glatt anliegenden Lederkleidern und Kappen, das Strick- messer am Gürtel hängend, hatten schon die Seile gespannt und sich dabei gelagert. Am Fuße der zu den Stühlen der Kampfrichter führenden Stufen hielt in glänzender Rüstung und buntem Wappenskapnlier der Turnierherold, umgeben von seineu Dienern, die rings an den Brüstungen der Schranken die Schilde der turnierlustigen Herren auf- zuhängen beschäftigt waren, sowie diese nach und nach her- beigebracht wurden. Die Fechtpreise in silberneu und goldenen Kleinodien, kostbarem Stechgezeug, auserlesenen Waffen und Tigerfellen bestehend, waren in einem eigens dazu bestimmten Räume prahlend ausgestellt. Auch die Spielleute waren schon an ihren angewiesenen Stellen, und so oft ein neues Wappenschild feierlich herzugetragen wurde, um geprüft und neben den übrigen aufgehängt zu werden, ertönte, von Pauken, Trompeten und Zinken geweckt, ein fröhlicher Turnierruf. Zu all' dieser Pracht, die ein noch herrlicheres Schauspiel verhieß, hatte der Himmel den klarsten Tag geschenkt, der sich nur je im Bodcnsee gespiegelt. Die Sonne, warm und lieblich strahlend, streute ihr Gold reigebig auf Land und Fluth, und blau hatte sich Himmel, See und Gebirgsferne geschmückt. Lustig und leicht tanzten die schwankenden Kähne, angefüllt von schaulustigen Leuten, vom jenseitigen Ufer herüber; die Straßen rings um die Stadt waren bedeckt mit herzueilenden Rossen und Fußgängern, und vom frühen Morgen an lebten die Gassen der Stadt.(Fortsetzung folgt.) Höhere Besteuerung de? HausirgewerbeS wird nach der„Voss. Ztg." von Reichswegen beabsichtigt. Bisher war das Hausirgewerbe den Gewerbesteuern der Einzelstaaten unterworfen. Auch eine Sozialreform!— Zur Strnfgesetznovelle will die„Post" erfahren haben, daß die Bundesstaaten, welche gegen die Wieder- einsührung der Berufung Bedenken geltend machten, Sachsen, Württemberg und Hamburg ihre Einwände nach- träglich haben fallen lassen, nachdem sie sich überzeugt haben, daß die Mehrheit in diesem Falle zu gunsten des preußischen Vorschlags eintrat.— Kein Tag ohne bedenkliches Gerichtsnrtheil, so kann man jetzt in Berlin den lateinischen Spruch milln dies sine linea(Kein Tag sei ohne Strich) übersetzen. Nach dem Fall Brausewetter und dem Fall Baader jetzt der Fall Thüngen. Es handelt sich um eine gegen den Reichskanzler Grafen Caprivi gerichtete Erklärung des Ereiherrn v. Thüngen, die in der„Neuen bayrischen andeszeitung" veröffentlicht und von der Zeitung„Das Volk" abgedruckt worden ist. Irgend eine Verbindung des„Volk" mit der„Neuen bayrischen Landeszeitung" be. steht nicht, abgesehen davon, daß beide Zeitungen nach publi- zistischer Gepflogenheit ihre Blätter gegenseitig austauschen, wo- von übrigens der Angeklagte v. Thüngen nichts wußte. Trotzdem wurde v. Thüngen wegen des Abdruckes seines Artikels im „Volk", den er nicht veranlaßt hat, angeklagt. Das für ihn nach bisheriger Rechtsprechung zuständige Gericht war Würzburg, weil in der dort erscheinenden„Neuen bayerischen Landcszeitung" auf seine Veranlassung der inkriminirte Artikel erschienen war, ihm aber Bewußtsein und Wille zur Veröffentüchung im„Volk" fehlte. Obgleich all' dies sonnenklar erwiesen wurde, vernrtheilte � ein Berliner Gerichtshof heute Herrn v. Thüngen lediglich wegen des durch ihn in keiner Weise veranlaßten Nachdruckes eines Briefes von ihm durch ein Berliner Blatt, er vernrtheilte ihn sogar zu einer viermal höheren Strafe, als den für den Abdruck im„Volk" preßgesetzlich(verantwortlichen Redakteur und zwar einzig deshalb, weil das Würzburger Blatt mit einem Berliner im Tauschverhältniß steht uns das Würz- burger Blatt nicht den Nachdruck seiner Artikel verbietet. Es bedarf kaum eingehender Auseinandersetzungen, um die trotz eines ähnlichen Reichsgerichtsurtheils juristisch un- haltbare, die Existenz der Presse gefährdende Entscheidung des Gerichtshofes nachzuweisen. Wohin soll es führen, wenn der Verfasser eines Ar- tikels an tausend Orten angeklagt werden kann, fallss sein Artikel von Zeitungen an tausend Orten im Deutschen Reiche für werth) gehalten, ohne sein Znthun nach- gedruckt wird. Das non bis in ideni(man darf nicht zweimal wegen der gleichen Sache vernrthcilt werden), und die Verjährung von Preßvergehen wird durch dieses Urtheil in Frage gestellt, die Fertigstellung der Zeitungen wird noch mehr erschwert als bisher. Man wird vermeiden müssen mit anderen Blättern in Tausch zu treten, wodurch kleine Blätter finanziell schwer geschädigt werden. Der Nachdruck von Artikeln wird noch mehr erschwert als bisher. Eine neue Fußangel ist der Presse gelegt. So schwer das Urthcil die Presse auch trifft, weit bedenklicher ist es vom politischen Gesichts- punkte aus betrachtet. So zahlreich auch die Kanzler- Beleidignngsprozesse unter der traurigen Aera Bismarck waren, so muß zugestanden werden, daß ein Urtheil, wie im Prozesse Thüngen, selbst in der Aera Bismarck nicht möglich war. Wir haben im neuen Kurse Fortschritte ans der abschüssigen Bahn gemacht. Unser Kamps gilt deshalb nicht neuem oder altem Kurse, sondern dem System, das beide macht.— Zum Fall Brausetvetter berichten die Zeitungen, daß der Justizminister kein neues Rundschreiben über die Leitung von Gerichtsverhandlungen, von dem einige Blätter gehört haben wollen, erlassen hat. Wir glauben das gerne, verlautet doch, daß Herrn Brausewetter's Verhalten in ge- wissen maßgebenden Kreisen ganz gut gefallen hat.— Herr v. Richthofen bleibt uns trotz des Prozesses Pawlowicz erhalten, so versichern bürgerliche Blätter.— Die Kriegervereine als Sozialistentödter. Die Kriegervereine, die nach dem letzten Jahresbericht in 15 139 Vereinen 1 202 875 Rtitglieder zählen, sind bekannt- lich dazu auserlesen, einen Wall gegen die Sozialdemokratie zu bilden. Noch fühlen sie freilich selbst, daß dieser Wall wenig Widerstandsfähigkeit besitzt. Aber, das wird schon kommen. In dem Geschäftsbericht der Kriegervereine heißt es: „Erst wenn unsere Organisation vollendet ist, wird es möglich sein, unsere Endziele, die Erhaltung und Stärkung der Vaterlandsliebe und monarchischen Gesinnung wirksam in die Hand zu nehmen, erst dann werden wir befähigt sein. Hand in Hand mit allen staatserhaltenden Elementen die geistige Bekämpfung der Sozialdemokratie mit Aussicht aus Erfolg aufzunehmen." Ueber dieses„erst wenn" ist die„Norddeutsche All- gemeine Zeitung" sehr entrüstet; der Kampf sei in der Gegenwart zu führen und nicht auf die Zukunft zu verschieben. Schon jetzt müsse das Banner des Deutschen Kriegerbundes hoch geschwungen werden zum Kampfe gegen die Sozialdemokratie. Wir lassen uns nicht aus das Ge- wimmer der freisinnigen Blätter über die Gesetzwidrigkeit der Kriegervereine ein. Ob auf dem Papier auch die Be- chäftigung mit der Politik denselben verboten ist, so sind wir doch längst thatsächlich daran gewöhnt, den Begriff der Politik sehr verschieden aufgefaßt zu sehen, je nachdem es ich um die„Ordnungsparteien" oder um„Umstürzler" handelt. Alles, was diesen verpönt ist, erscheint jenen gegen- über unter einem ganz anderen Lichte. Die Kriegervereinler treiben keine Politik; sie treten nur ein für die ewigen und heiligen Gesetze der Ordnung, Sittlidsseit und Tugend! Was den Sozialdemokraten als Hetze angerechnet wird, ist bei ihnen nur Ausdruck sittlicher und patriotischer Ent- rüstung! Dieselbe Auffassung kommt hier zur Anschauung, wie im Verhältniß der Unternehmerverbände und der Arbeiter- vereine. Das Märchen vom„Rechtsstaat" hat uns nie in Illusionen gewiegt. Aber, mag die Organisation der Kriegervereine noch so gefestigt sein und mag ihre Zahl sich verdoppeln und verdreifachen, sie tragen dieselbe Spaltung in sich, wie die gesammten Bourgeoispartewn. Das ein- heitliche Banner, der gleiche Hurrahruf kann diese Spaltung o wenig decken, als wie der Ruf:„Es lebe der Kaiser!" Eugen Richter und Stöcker, oder ultramontane und evan- gelische Kulturkämpfcr unter eine Kappe bringt. Ihre Herzen fanden sich wahrhast höchstens im Ansturm der Bourgeois-Jnteressen gegen die Arbeiter. Ob ste das Banner der Krone oder das Kreuz aufpflanzen, in dem Wider- leugnete, Gefahr bestände, daß sie zu internationalen Vera feien, um eine 22 stündige Arbeitszeit und die Ab. spruch der wirthschaftlichen Interessen behalten diese die wickelungen Anlaß geben könnten. Rußland lauert auf die orte in den Bäckereien au tonferviren...? Der Oberhand. Und diesem Einfluß werden sich die Krieger- Aufrollung der orientalischen Frage, auf die Wieder- Korpskommandant nahm einen Standpunkt ein, den wir allen Wahlen, wo Orte mit einer ganz enormen Zahl von Krieger- reich würde gern seine Machtsphäre auf der Balkanhalbinsel auch die öffentliche Meinung, die estrog Brausevereine auch nicht entziehen können. Das zeigt sich bei den gewinnung seines Einflusses im Orient, und auch Dester- unsern deutschen Kommandeuren nur empfehlen können, er sandte den Meistern teine militärischen Streitbrecher. Außerdem trat Vereinsmitglieder bei den Wahlen nur winzige Stimmen ausdehnen. Deshalb ist jeder Anlaß, den eine der beiden wetter sogar in Krakau giebt, entschieden für die Streifür die Ordnungsparteien" aufweisen. Mächte zum Eingreifen in die orientalischen Angelegen- tenden ein, als die grauenhaften Zustände in den Bäckereien heiten haben könnte, für den Weltfrieden gefährlich. bekannt wurden. So haben die 300 Arbeiter, die am 19. Mai nach Ablauf ihrer Kündigung austraten, einen schnellen Sieg gehabt. Zur Warnung für Handwerker druckt heute die Kreuz- Zeitung" eine Reihe von Bitaten aus dem„ Vorwärts", der Sächsischen Arbeiter- Beitung" 2c. ab, so z. B. auch die folgende Aeußerung Friedrich Engels: " Parteinachrichten. " Ein Opfer des Dresdner Dachdeckerstreiks ist der Dach Wenn aber das Kapital die kleineren Handwerker und decker Buh geworden. Er ist österreichischer Staatsangehöriger Raufleute vernichtet, die durch und durch reaktionär sind, so macher, welcher Ende des Jahres 1893 in Kalau arbeitete Dresden und das Königreich Sachsen zu verlassen. Die Zeugen gesucht. Der Bigarrenmacher Fuhr- und hat nun den Ausweisungsbefehl erhalten, binnen 7 Tagen thut es ein gutes Werk." Das Unglück für die Kreuz- Zeitung" und die Innungsübersiedelte, wird ersucht, da seine Person seitens der Behörde ist, ist seit 1887 in Dresden und hat sich nie etwas zu Schulden und von dort angeblich nach Groß- Schönau in Sachsen Sachs. Arb. 3tg." schreibt hierüber: Buh, dessen Frau krant phantasten ist, daß schr viele Handwerker in Erkenntniß nicht ermittelt werden konnte, umgehend seine genaue Adresse tommen lassen, er ist unbestraft. der wirthschaftlichen Entwickelung von der Richtigkeit des der Redaktion der Er ist auch niemals politisch Märkischen Voltsstimme" zu thätig gewesen. In dem Kampfe der Dachdecker aber um bessere in der Handwerkerfrage von der Sozialdemokratie ver- Frankfurt a. D. mittheilen zu wollen, da sein Zeugniß in Arbeitsverhältnisse hat er solidarisch mit seinen Kollegen getretenen Standpunktes überzeugt sind und in großer An- einem Beleidigungsprozeß gegen den Redakteur des Blattes handelt und dieses Verbrechen gegen den heiligen Unternehmerzahl unserer Partei angehören, ihr sogar viele und darunter erforderlich ist. profit muß er nun damit büßen, daß er aus seinen bisherigen die besten Führer geliefert haben. Verhältnissen herausgerissen und arbeitslos in die Welt hinauss Die Laudeskonferenz der fächsischen Sozialdemokratie gejagt wird. Er mag sehen, wo er wieder einen Erwerb findet. Die schwächliche Preßnovelle wurde im öfter hat unter anderem auch befürwortet, daß die Genossen wieder Desterreichische und sonstige ausländische Arbeiter bis herunter reichischen Abgeordnetenhause angenommen. mehr zu agitiren haben für die Erwerbung der fächsischen zum chinesischen Kuli sind stets willkommen, sobald sie es aber Das ungarische Ministerium Weckerle steht in auch in Dresden ein Komitee von Parteigenossen gebildet, einigermaßen menschliches Leben führen, dann werden sie als Staatsangehörigkeit. Gleich wie in Leipzig hat sich dann wagen, einen anständigen Lohn zu fordern, damit sie auch ein einer schweren Krisis. Der unter dem Einfluß der Geist das alle dabei nöthigen schriftlichen Arbeiten für die Gesuch staatsgefährlich von dannen gejagt. So will es das Evangelium lichkeit stehende Kaiser scheint dem Kabinet die Vollmachten steller erledigt. bes dreimal heiligen Profits. zur Durchdrückung der Cherechts- Vorlage verweigern zu wollen. Die Disziplinirung der Maffen durch die sozialistische Der zweite steiermärkische Landes- Parteitag fand während der Pfingstfeiertage in Graz statt. Erschienen waren Idee. Die erzieherische Wirkung des Sozialismus fonnte schon Das Programm des neuen franzöfifchen Kabinets 80 Delegirte, 45 davon von Graz. Im allgemeinen enthielten vielfach nachgewiesen werden. Dieffeits und jenseits des Oceans, ist so nichtssagend wie nur möglich. Eine energischere die Berichte lebhafte Klage über die Bebrückung der Arbeiterschaft überall hat es sich gezeigt, daß organisirte, vom sozialistischen Sprache nimmt es blos an, wenn es versichert, daß die und Maßregelung der Genossen. Der 1. Mai, so berichteten die Geiste durchbrungene Arbeiter sich so leicht nicht hinreißen lassen Regierung die öffentliche Ordnung gegen alle Aufreizungen Ronferenztheilnehmer, ist allerorts gefeiert worden. Beschloffen zu Butschen, daß sie bei weitem weniger den Provokationen der Lockspizzel folgen. Von vernünftigen Gegnern wird dies auch entschloffen aufrecht erhalten werde. In dem Programm wurde, daß zur nächsten Konferenz die Berichte schriftlich zu er- ospitel folgen. Von vernünftigen Gegnern wird dies auch heißt es dann weiter: statten sind und zu umfassen haben: a) den Stand der politischen mehr oder weniger zugegeben. So schreibt die Illinois StaatsEs sei nicht die Zeit für die großen Programme, die und nichtpolitischen Organisation; b) die politischen Verfolgungen zeitung mit bezug auf die Corey- Armee: " In verschiedenen Blättern wird jetzt besonders hervor. Regierung werde jedoch bestrebt sein, die dem Parlamente( Abschiebungen, Ausweisungen, Anklagen und gerichtliche, sowie zur Zeit vorliegenden zahlreichen Entwürfe, inbesondere die- polizeiliche Verurtheilungen); c) die Geldgebahrung der Partei. gehoben, daß sich unter den Corey, Kelly- und Randalliten keine jenigen zu Gunsten der Arbeiter zum gedeihlichen Abschluß Ferner ist über Versammlungsverbote, Auflösungen und politische Deutschen befinden. Die Deutschen, welche dem Proletariat an zu bringen. Der Hauptgegenstand der parlamentarischen Auf- Berfolgungen bei jedem Falle sofort an die Landes-( Kreis) gehören, lefen gewöhnlich auch sozialdemokratische Blätter und diese leisten der Gesellschaft in vielfacher Beziehung einen gaben fei aber das finanzielle Problem und die Kammern Vertretung zu berichten. würden fiskalische Reformen votiren müssen. größeren Dienst, als sich heutzutage mancher Bourgeois- NachtDaß ein Kabinet Dupuy fein Rabinet der großen wächter träumen läßt. Sie haben die Kinderschuhe längst aus Programme sein wird, weiß man ohne feierliche Versicherung getreten, in denen die Armeen" jest nach Washington marschiren; sie sind durch harten Kampf, vor allem aber durch die wissenschaftdieses Herrn. liche Grundlage, die ein Mary, Engels, Liebknecht 2c. der sozialen wesen abhold geworden; sie sind über das Abbrennen von Feuerwert, über das Phrasenhafte und das fruchtlose Demonstriren hinaus. Diese Zeitungen haben ihre Leser unter der deutschen Arbeiterschaft vor dem Coreyismus gewarnt, und ihr Mahnwort ist auf empfänglichen Boden gefallen." Die franzöfifchen Chauvinisten machen wieder einen Mordslärm, weil die französische Regierung sich geweigert haben soll, eine angeblich ganz ausgezeichnete, d. h. ganz fürchterliche Mordmaschine von dem Erfinder des Melinits Turpin abzukaufen und weil diese nachher von der deutschen Militärverwaltung angekauft worden sein soll. Die französischen Arbeiter sind an diesem Treiben und Lärmen ganz unbetheiligt. Die Fragen des Achtstundentags und des allgemeinen Wahlrechts wurden eingehend distutirt und billigte man im allgemit denselben solidarisch. meinen die Beschliffe des Wiener Parteitages und erklärte sich W Bolders soll ein sehr bedenklicher sein. Der Gesundheitszustand des belgischen Parteigenossen Bewegung verliehen haben, vorsichtig ernst und allem ScheinBoziale Meberlicht. Achtung! Arbeiter, Parteigenoffen! Von den ausgesperrten Ruhnheim'schen Arbeitern find 65 ohne Dermischtes. An Gladstone ist am Donnerstag die Staaroperation am Herr Ungern- Sternberg, dieser unzweifelhafte Agent Rindern wir richten an Euch die Bitte, helft uns diefelben inbeitarunter Familienväter mit fechs und acht provocateur im großen Stile, wird von den Lütticher unterstützen. Am letzten Sonntag war es uns nur noch möglich, rechten Auge glücklich vollzogen worden. Der Staar wurde ohne Gerichtsbehörden überall, auch in den Vereinigten Staaten 6 Mart an jeden zu zahlen. Wenn jeder Leser dieses sein Scherf Schwierigkeiten entfernt. gesucht. Nun allzu eifrig wird man ihn nicht suchen, und wenn man ihn findet, wird man ihn nicht packen. Daß dies international gesuchten Verbrechern glückt, bewies ja der Fall Arton. Herr Ungern- Sternberg wird wohl nach den Berhaftungen in Rußland unter seinem wahren Namen mit Geld, Ehren und Würden in Rußland schon beLohnt sein. Bombenattentate werden wieder aus Rom gemeldet. Mit Crispi muß es recht schlecht stehen. Don lein beisteuert, so find wir in der Lage, die Hilfsbedürftigen noch eine Weile zu unterstützen; der Kapitalistenring läßt sie nur schwer Arbeit finden, da sie, wenn es heißt, sie waren bei Ruhnheim, fortgewiefen, oder wenn sie schon angenommen, sofort wieder entlassen werden. Witterungsübersicht vom 31. Mat. Geldsendungen bitten wir sofort an den Vertrauensmann Stationen. Heinrich Bötert, Adlershof, Bismarckstr. 37, zu richten; ebenso find von demselben Sammellisten zu beziehen. Berlin Gort. Aberdeen ·. reduzirt auf Barometerftand in mm, d. Meeressp. 2000 Windrichtung Windstärke All( Stala 1-12) Better Temperatur 15° C. 4° R.) 759 GSD heiter 13 758 60 bedeckt 11 • 760 60 wolfenlos 14 761 Still 761 NO 761 Still halb bedeckt heiter wolfenlos 12 11 14 760 Qt 4 wolkenlos 8 759 930 2 Regen 10 756 N heiter 11 755 760 DND SW 1 1 woltig halb bedeckt 8 10 Die Unterstüßungs- Kommission. Ausstehende Liften, auch wenn nur theilweise gezeichnet, er- Gwinemünde. suchen wir, umgehend abzurechnen. Hamburg Eine riesig lange Rede hat der italienische J. A.: Paul Baumann. Ostar Bartels. Finanzminister zur Begründung feiner Finanzvorlagen geMetallarbeiter, Achtung! In der Petroleummotor- Bau- Wiesbaden. halten. Alle seine Versuche, über den traurigen Zustand anstalt von Swibersti in Leipzig plagwis stellten München. ber italienischen Finanzen hinwegzutäuschen, sind aber ver- am Dienstag Abend von 26 Drehern 23 die Arbeit ein. Nur Wien geblich. drei Mann blieben stehen. Die Differenzen sind entstanden wegen Haparanda De Felice und Genoffen find bem der unziemlichen Behandlung, die ein Meister gegen die Arbeiter Petersburg italienischen Kriegsgericht, wie wir schon gestern unter in Anwendung zu bringen beliebte. Buzug nach Leipzig ist fern Telegrammen berichteten, zu barbarischen, selbst für suhalten! russische Verhältnisse ungewöhnlich hohen Strafen verurtheilt Einen glänzenden Sieg haben die Dachdecker Dresdens worden. Sie werden für ihr thatkräftiges und wackeres errungen. Da immer mehr Meister die Forderungen der ArEintreten für die Befreiung der ausgehungerten Sizilianer beiter- 20 pet. Lohnerhöhung und zehnftündige Arbeitszeit nicht so lange büßen, als der Gerichtshof beschlossen hat, bewilligten, so wurde in der am 29. Mai abgehaltenen Versamm ihre Strafe" wird ein Ende nehmen mit dem heute in Die wenigen noch ausständigen Kollegen werden von den ar lung der Streifenden beschlossen, den Generalstreit aufzuheben. Italien herrschenden Systeme. Dieses ist aber baldigem beitenden unterstützt und wurde beschlossen, zu diesem Zwecke die Untergange geweiht. Die Sympathien und die Anerkennung erlangte Lohnerhöhung an den Fonds abzuführen. Die Arbeitsdes ganzen Proletariats begleiten die Opfer dieses Justiz- zeit foll von 6 bis 6 Uhr mit den bisherigen Frühstücks-, mordes in den Kerker. Mittag und Vesperpausen gelten. " Paris Wetter- Prognose für Freitag den 1. Juni 1894. Vielfach heiteres Wetter mit schwachen südwestlichen Winden, zunehmender Erwärmung und etwas Neigung zur Gewitterbildung. Berliner Wetterbureau. Briefkaffen der Expedition. Für die Brauerei- Arbeiter gingen ein: 886,80 m. # Bulgarisches. Auf der Balkan- Halbinsel liegen schwere Der Bildhauerstreit in Wien ist noch nicht beendet; in Bon A. durch Schilling 3,-. Weife 1,-. Aus der MöbelRonflitte zwischen den Regierungen und den Völkern vor. der Baubranche nimmt die Zahl der Streitenden zu, in der fabrik von Rover, Ritterstr. 49 8,90. Bigarrenfabrik R. Schulze In Serbien haben die zahlreichen Staatsstreiche und offen- Holzbranche ist vollkommener Stillstand. Die Beendigung des burch Preuß 6,- Spandauer grüne Jungen 15,-. Von den Von der fundigen Gesegesverlegungen Milans und seines Söhnchens Streits hängt ganz von dem Verlauf des Tischlerstreits ab. Der Klempnern der P. Thom'schen Werkstatt 2,-. Sattlerei Schmalle, Oranienſtr. 88 2,50. Gesangverein Maieine unhaltbare Situation geschaffen. In Bulgarien ist lettere dauert ebenfalls fort. Stambulow, der trotz seiner großen Fehler doch noch immer Der neue Streit der Bergarbeiter in den Banglöckchen I 50,-. A. B. 3, Summa 91,40 M. Bereits quittirt 209,95 M.; in Summa sich viel mehr Verdienste um das bulgarische Volt erworben torfer Kohlenzechen wurde dadurch hervorgerufen, daß die 301,85 m. hat, als der von seinen Gnaden dem Lande vorgesetzte Berwaltung die durch einen ihrer Buchhalter in ihrem Namen Für die Bergarbeiter Oesterreichs gingen ein: Fürst Ferdinand von Coburg, von diesem zum Rücktritte gegebenen Versprechen nicht inne hielt. Die Arbeiter hatten verSpandauer grüne Jungen 10,-. Holzarbeiter Verband, gezwungen worden. Die Folge hiervon sind Unruhen Sohn von 8,50 M. pro Schicht sicher sei. Das war ihnen zulangt, daß die Gedinge derartig erhöht würden, daß ihnen ein Filiale Görlig 200, in Sofia gewesen, über die der Köln. Btg." aus Sofia das gesichert worden und sie hatten darauf hin die Arbeit wieder Summa 210, M. Bereits quittirt 176,80 M., in Summa Folgende gemeldet wird: aufgenommen. Bei der ersten Lohnzahlung zeigte sich die WortGestern fand zwischen den Anhängern und Gegnern brüchigkeit der Verwaltung, sodaß die Arbeiter fich gezwungen Für die Wiener Tischler gingen ein: Stambulows ein blutiger 8usammenstoß vor dem fahen, die Thätigkeit wieder einzustellen. Bautischlerei Klempau, Wrangelſtr. 33 6,05. Rollegen Palaft des Fürsten statt. Eine Anzahl Personen wurde verC. Prächtel, Krausenstr. 31-32 8,70. Tischlerei von Risop, wundet. Die Thüren des Palastes find gefiegreich zu Ende geführt. Unter den sieben Punkten der Forde- den Kollegen der Nähmaschinenfabrik von Luckert u. Weiffelberg Der Krakauer Bäckerstreit ist nach 24stündiger Dauer Liesenstr, 11a und R. Herrmann, Neue Hochstr. 55 14,25. Von schlossen. Ein Volkshaufe brachte nachher Stambulow eine Rundgebung dar, worin der Hoffnung Ausdruck gegeben rungen der Arbeiter befand sich die Forderung: Die Einrichtung 10,20. Werkstatt Buchert und Kreuzer 6,75. Bierprozente von wurde, daß er sein Rücktrittsgesuch zurücknehmen werde. nicht auf den Mehlsäcken zu schlafen genöthigt seien", 70,-. A. St., Binetapt. 1, Werkstatt von Hartrum 3,60. wurde, daß er sein Rücktrittsgesuch zurücknehmen werde. einer abgesonderten Schlafstelle für die Arbeiter, damit dieselben 8 Tischlern von Pölling u. Hirsch 4,-. Fachverein der Tischler Stambulow antwortete, sobald seine Demiffion angenommen 1,-. fei, werde er als Mann aus dem bulgarischen Volke mit diesem und weiteres: Die Werkstätten während der Nachtarbeit nicht Summa 114,55 M. Bereits quittirt 1376,25.; in Summa für die Rechte der Bulgaren eintreten. Eine erneute, vor dem zu verschließen(!) und die Aborte aus den 1490,80 m. Beim Vertrauensmann der Holzarbeiter, E. Wiedemann, Balafte stattgefundene Zusammenrottung wurde durch Kavallerie- Bäckereien wegzuschaffen!" truppen gesprengt. Die Köln. Stg." versichert, nach An- ftündige Arbeitstag. 2. Sonntagsruhe. 8. Acht Gulden Minimal Die erften drei wichtigsten Punkte waren aber: 1. Der zwölf- Annenstr. 30, gingen folgende Beiträge ein: nahme der Entlassung werde Stambulow in schärffte Opposition lohn. Um die Gerechtigkeit dieser Forderungen zu begreifen, muß statt Reinhardt, Schwedterstr. 86 a, außer zwei beffer Bemittelten, Werkstatt Schwols u. Co., Köpenickerstr. 154, 6,-. Werk aur Regierung treten, Das Wolff'iche Depeschen- Bureau meldet hierüber aus man sich die bisher herrschenden Zustände anschauen. Nach einer 8,45. Telegraphenfabrit Engel Ufer la 3,50. Kollege Rieburg, wahrheitsgetreuen Statistit haben 55,3 pt. Bädereien Dresdenerstr. 25, 1, Werkstatt Kußin, Beußelstraße, 4,60. Sofia: 18-22 stündige Abeitszeit gehabt, in welchen Werkstatt Hanke, Schönhauser Allee 180, 6,25. Werkstatt Wie die Agence Balcanique" von gestern Abend 10 Uhr 60,5 p& t. Arbeiter( darunter ein Drittel Behr Brattge, Koppenstr. 31, 4,60. Werkstatt Zache, Laufiberstr. 10, meldet, nahm die allgemeine Aufregung im Laufe des Abends jungen) arbeiten mußten. 3,50. Werkstatt Rückwardt u. Riegel, Wienerstraße 50, zu. Die Umgebung des Palais, sowie das Wohnhaus Stam- Von den 39( von der Statistik umfaßten) Bäckereien waren 14,10. Werkstatt Espig, Brizerstr. 8, 4,90. Werkstatt bulow's wurden von Truppen besetzt. Als die Demonstranten 12 in elenden, dunklen Kellern eingerichtet, in 23 Bäckereien, Stöhr, Dresdenerstr. 35 5,50. Werkstatt F. Fritsche, fich gegen das Palais bewegten, wurden sie von Kavallerie- welche im Parterre waren, herrschte furchtbarer Schmus, und Stöpenickerstr. 153 9,25. Werkstatt Wilte, Wrangelstr. 138 4,30. Abtheilungen zerstreut. Der Kriegsminister Petrow erschien nur vier entsprachen den bescheidensten sanitären Bedingungen. Bwei Kollegen der Werkstatt Salewsti 1,-. Werkstatt G. Often, am Fenster und forderte die Menge im Namen des Fürsten Nur ein Gefelle hatte 11 fl. Wochenlohn, andere hatten zwischen Brunnenstr. 122 7,- Werkstatt Seifert u. Wolf, Fruchtstr. 86 auf, Demonftrationen zu unterlassen. Später zerstreute die 6 und 9 Gulden, viele auch von 4 bis 7 Gulden ohne Vertöfti- 7,80. Werkstatt Anita, Weberstr. 8 8,25. Werkstatt Wolf, reitende Gendarmerie die fich wiederholt ansammelnde Menge. gung! Sonntagsruhe gab es einfach nicht. Reichenbergerstr. 47 7,40. Werkstatt E. v. Bargen, AdalbertDer Polizeipräfekt wurde bei seinem Erscheinen ausgepfiffen. Zuerst antworteten die Meister frech und herausfordernd; straße 26 1,50. Werkstatt Karl Schulze, Gr. Frankfurterstr. 128 Unter den Demonftranten befanden sich besonders Studenten und fie rechneten damit, daß daß ihnen Militärbäcker zur Ber- 2,-. Werkstatt Sievert, Grunewaldstr. 116 7,-. Werkstatt fügung gestellt werden würden. Die Arbeiter aber Golz, Staligerstr. 24 a 2,-. Bautischlerei Erdmann, Boeckh= Diese inneren Berwickelungen im Orient fönnten gingen zum Rorps Kommandanten und legten ftraße 21, 2. Rate 6,60. Werkstatt Fähndrich u. Kreuzer, Fehruns gleichgiltig laffen, wenn nicht die, freilich bis jetzt ge: Biesem die Frage vor, ob denn die Militärbäcker dazu da bellinerstr. 31, 2. Rate 2,50. Sozialisten. 21 4 Für den Inhalt der Inierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 1. Juni. Opernhaus. Die verkaufte Braut. Schauspielhaus. Der Tugendwächter. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Berliner Theater. Demetrius. Lessing- Theater. Madame SansGêne. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Boccaccio. Residenz Theater. Jugend. Central- Theater. Der Traum des Aktionärs. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. 9 Danksagung. 1023b Den Meistern und Kollegen der Firma Kuhnert u. Kühne, sowie allen Freunden und Bekannten meines verstorbenen Mannes Wilh. Fleischer für die liebevolle Theilnahme bei der Beerdigung desselben unsern tiefgefühlten Dant. Die trauernde Wittwe Fleischer. Paul Fleischer. Ehrenerklärung. 10116 ftaurateur Heinrich Saf, MartgrafenIch erkläre hiermit, daß der ReStraße 102, fein boykottirtes Bier ausgeschänkt hat, und nehme diese Aeußerung mit Bedauern zurück. Emil Bernstein, Lindenstr. 22. Erkläre hiermit Fräulein Wilke Thiesler. für ehrenhaft. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Alexanderplay Theater. Demi- Der Traum ein Leben. monde. National Theater. Der Traum ein Leben. Theater Unter den Linden. Die schöne Helena. Farfarello. Apollo Theater. Die verkehrte Welt. Banfmann's Variété. Spezialitäten. Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten Vorstellung. Neue freie Volksbühne im Wallner Theater, 22 Uhr: 8014 Die Journalisten von Gustav Freitag. Sonntag, 10. Juni: 1. und 3. Abth. Sonntag, 17. Juni: 2. Abth. Central- Theater. Alte Jafobstraße 30. Nur noch 3 Vorstellungen. Gastspiel Emil Thomas. Freitag, den 1. Juni 1894: Der Traum des Aktionärs. Dramatisches Quodlibet in drei Atten Bis Schluß der Saison( 3. Juni) dieselbe Vorstellung. ( 5 Bildern). Sonnabend: Benefiz für Emil Thomas. Sonutag: Benefiz für Frau Josefine Dora. Vorläufige Anzeige. Schauspiel in 5 Atten von Franz Grillparzer. Regie: May Sam ft. Kaffeneröffnung 51/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Lustspielen, Possen sowie SpezialitätenVorstellung ersten Ranges. Kaffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 61/2 Uhr. in Berlin. Große Ausstattungs- Boffe Morgen: Zum 1. Male: Italien mit Gesang und Tanz in 4 Aften. Musik von A. Wieteske. Orts- Kranken- Kaffe Der Stellmacher. Sonntag, den 10. Juni cr., bei Meißner, Linienfiraße 142/43, Versammlung der Arbeit Vormittags 10 thr: geber. Vormittags 11 Uhr: Achtung, Arbeiter Berlins! 13 große öffentliche Volks- Versammlungen am Freitag, den 1. Juni, Abends 8 Uhr. Tages- Ordnung: 1. Der Stand des Bier Boykotts und die Machinationen des Brauerei- Rings und der Gastwirthe. 2. Diskussion. 3. Wahl zur Verstärkung der Lokalfommission. Die Versammlungen finden in folgenden Lokalen statt: 2. Kurth's Festsäle, Hafenhaide 5253 1. Feen- Palast, Burg- und St. Wolfgangstr.- Ede 3. Marten's Festsäle, Friedrichstr. 236 4. Königshof, Bülowstr. 37 5. Louisenstädt. Concerthaus, Alte Jakobstr. 37 6. Urania, Wrangeltr. 910 7. Vereinshaus Süd- Ost, Waldemarstr. 75 8. Concordia, Andreasstr. 64 Versammlung der wahl- 9. Schützenhaus, Linienstr. 5 berechtigten Kassen- Mit- 10. Germania- Festsäle, Chausseestr. 103 glieder. Einziger Punkt der Tagesordnung in 11. Hensel's Festsäle, Jnvalidenstr. 1a Ergänzungswahl der Bertreter 12. Artushof, Perlebergerstr. 23 13. Nagel's Salon, Schwedterstr. 23 beiden Versammlungen: zur Genelalversammlung. NB. Es wird gebeten, pünktlich zu erscheinen und das Quittungsbuch zur Central- Theater- egitimation mitzubringen. Garten bezw. Saal. Alte Jakobstr. 32. Vom 3. Juni ab außer Sänger. Der Magistrats- Kommissarius. Dr. Koch. 42/1 Täglich( Sonnabends) Alleiniges Lokal in der ganzen Umgegend. Sein boykottirtes Bier! Leipziger Serren Wilh. Gasthof Wilhelmshöhe in Woltersdorf. Wolff, Horvath, Gipner, Röhl, Grosch, Böhmer, Ledermann. Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Platz für 2000 Personen. Bahnstation Erkner, 15 min. v. Bahnhof, 10 Min. von der Dampferstation, a. d. Chaussee n. Ralfberge- Rüdersdorf( nicht WoltersW. Pfannkuch. Th. Metzner. B. Stabernack. P. Antrick. E. Vogtherr. J. Timm. P. Näther. Fr. Zubeil. R. Schmidt. A. Bebel. P. Millarg. R. Fischer. H. Faber. 3ur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Die Arbeiter Berlins werden ersucht, die Versammlungen recht zahlreich und pünktlich zu besuchen. Weißbier! Freie Volksbühne. Für Fabriken und Werkstätten Am Sonntag, den 3. Jnni, findet für die 1. Abtheilung eine Dorfer Schleuse). Saal Bersammlungen. sowie für Wiederverkäufer liefere Borstellung im„ National- Theater" statt. Die Vorstellung beginnt um Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorwärts". Vereine bitte um AnmelVorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene geſetzt von Adolph Ernſt. 1/2 Morgen: Dieselbe Vorstellung. Castan's Panoptikum. Neus Das Mene Tekel. Sonderb. u. geheimnissv. spiritistische Produktion. Neu:. Der 13 jährige Riese. Noack's " Dung. [ 249L*) C. Gillmann. Presskohlen* anerkannt beste Heizkraft, wenig Asche gebend. Preise pro Inni. Marke Centrum, 18 cm lang 6,15 M. Beste Senftenberger, Marie" . 16 cm lang. .. 4,90 m. dto. dto., stärkeres Format, 16 cm lang 5,40 m.. Senftenberger Jlse", 18 cm I. 6,65 M, pro Tausend frei Keller, mit Fuhrlohn und Packen. 807 Probetohlen gratis frei Haus. Frischeisen& Co., Sommer- Theater. Muskanerstraße 4 Brunnenstrasse 16. Täglich: Großes Konzert, und Wienerstr. 18. Früher: Kottbuser Ufer 30. Annahmestellen: Theater- und Spezialitäten Frischeisen, unter den Linden 29 II. Vorstellung. E. Vierke, Zionskirchstraße 41. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vor- Asch, Alte Jakobstraße 61 I. stellung 7 Uhr. Die Kaffeeküche in geöffnet. Lulay, Dranienstraße 73. Lulay, Gleditschstraße 28. Cohn, Kleine Hamburgerstraße 13/14. Passage- Panopticum. Frischeisen, Wienerſtraße 18. Ein DahomeyDorf mit 51 wilden Weibern. Evora- Bräu in vorzügl. Qualität empfiehlt in Gebinden v. 20-100 Ltr. 30 Fl.= 3 M. ich mein Versand- Weißbier in unübertrefflicher Güte zum Preise von 3 Mt. für 40 halbe oder 45 4/10 oder 25 8/10 oder 20 ganze Flaschen, frei in's Haus, in Flaschen mit Patentverschluß, ohne Pfandberechnung. Fernsprecher Amt Schöneberg No. 92. A. Seidler, Schöneberg, 214L* Sedaustraße Nr. 73-75 und 82. Berliner Weissbier- Brauerei. Otto Naether, Uhrmacher, Anklamerstr. 44, an der Brunnenstr. 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O., Blumenstr. 21. 85/11 Verein der Lithographen, Steindrucker nud Berufsgenossen Deutschlands. Filiale Berlin. Montag, den 4. Juni, Abends 8½½ Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung in Philipp's Lokal, Rosenthalerstr. 38. Gleichzeitig den Kollegen zur Kenntniß, daß mit dem heutigen Tage ( 1. Juni) das Vereinsbureau, Neue Friedrichstr. 86, 1 Tr., eröffnet ist. 493/1 der Die Verwaltung Berlin. Oeffentliche Versammlung Töpfer und Berufsg. von Steglitz n. Umg. am Sonntag, 3. Juni, Nachm. 1 1hr, im Lokal zum ,, Gambrinus", Ahornstraße 15a. Tages Ordnung: 1. Die wirthschaftliche Lage in unserem Beruf. 2. Diskussion. 3. Ver schiedenes. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vertrauensmann. Gust. Melzer, Friedrichsfelderstr. 26. 90/4 Mittheilung für die Herren Gastwirthe! Erlaube mir hierdurch anzuzeigen, daß ich aus dem Verein der Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesell- farbenes und dunkles( Münchner Farbe) Carlsberger Bräu mit Berliner Brauereien ausgeschieden bin, und offerire mein goldthätige Haupt- u. Spezial- Agenten. 248L* Otto Linke, Lagerhof 3. schaft sucht für Berlin( u. die Provinz 21 Mark pro Conne inkl. Spundgeld. Hohe fortlaufende Bezüge event, auch Friedrich Reichenkron, Brauerei- Carlsberg, Offerten unter O. P. 2 nimmt be Charlottenburg, Spreestraße 3( Telephon Mr. 83). Telephon Amt III Nr. 404. Geld für Möbel, Waaren u. Klaviere. Cohn, Charlottenburg, Kaiser Friedrich8066 Tägl. 8 Vorführungen. Sensationell! ftraße 61b. festes Gehalt werden zugesichert. Expedition entgegen. die Becantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthitraße 2, Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 124. Freitag, den 1. Juni 1894. 11. Jahrg. VorzKokkirk Und: 1. LctmUKeiss-Lraukrel, Mien- Gesellschaft, Berlin(und Tivoli). 2. Brauerei F. Happoldt. 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit-Gesell- schaft auf Aktien, A. Knoblauch. 4. Brauerei �ar! vregory, Berlin(Adler- Brauerei). 5. Vereius-Brauerei Rixdorf. 6. Spandauer Berg-Brauerei, vorm. C. Bech- mann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien- Gesellschaft Schloss• Brauerei Schöneherg. Vounttunnles. Stadtverordneten-Versammlung. Oeffentliche Sitzung vom Donnerstag. 31. Mai, Nachmittags 5 Uhr. Der neugewnhlte Stadtv. B a u m a n n wird in sein Amt eingeführt und auf die Städte-Ordnung verpflichtet. In die gemischte Deputation zur Berathung der Angelegen- heit wegen Neu-Ordnung der Gemeinde st euer» entsendet der Magistrat 10, die Versammlung 20 Mitglieder. Letztere sind vor der heutigen Sitzung gewählt worden; es be- finden sich unter den Gewählten u. a. auch die Stadtv. Singer und Stadthagen. In den Ausschuß zur Berathung der Vorlage wegen Ab- änderung des Vertrages mit der Uraniasäulen- Gesellschaft ist auch der Stadtv. Stadthagen deputirt. Zur Verhandlung steht zunächst folgender Antrag der Stadt- verordneten Kyllmann und Genossen:„Die Versammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, mit ihr in gemischter Depuiation in Berathung darüber zu treten, ob von der Aktien- Gesellschaft„Berliner Elektrizitätswerke" die Uebertragung des Eigenthums(Z26 des Vertrages vom 25. August 18S8) verlangt werden soll." Stadtv. K y l l m a n n: Der Vertrag mit den Elektrizitäts- werken stellt dem Magistrat die Ueberuahme des Eigenthums der Gesellschaft vom I. Oktober 1895 ab frei, sdoch muß 6 Monate vorher der Gesellschaft davon Anzeige gemacht werden. Da der Vertrag ohne Zeitgrenze vereinbart ist, so kann nur an diesem Punkte die Frage der Eigenthumsübertragung in Angriff genommen werden. Da die Materie eine sehr komplizirte ist und die meisten Mitglieder der Versammlung in derselben Laien sind, so erscheint es opportun, diesen Antrag schon jetzt einzubringen, damit die Sache in aller Ruhe und gründlich studirt werden kann, und uns nicht etwa im nächsten Winter plötzlich über den Hals kommt. Es wird zu erörtern sein, ob die Werke schon am 1. Oktober 1895 oder später oder gar nicht in das Eigenthum der Stadt übernommen werden sollen. Vor 3 bis 10 Jahren konnte die Stadt noch auf eigene Rechnung die Verwerthung der Elektrizität in die Hand nehmen; sie hat mit Recht es der Privat-Unternehmungslust überlassen, auf diesem Gebiete die Kinderkrankheiten durchzumachen. Aber seit 1886 haben sich bis 1392/93 die Glühlampen von 10 000 auf 190 000 vermehrt, dem entsprechend ist die Zahl der Brennstunden von 5 auf 88 Millionen gestiegen. Demnächst hat die Gesellschaft auch noch große Akkumulatoren- Stationen errichtet, ebenfalls ein bedeutsamer Fortschritt in der Entwickelung. In demselben Verhältniß sind die Einnahmen gestiegen, der Gewinn beträgt jährlich über 2 Millionen. Die Gesellschaft hat trotz der durch- gemachten Kinderkrankheiten also jetzt eine sehr günstige Situation. Die Gebäude der Gesellschaft sind unter guten Bedingungen er- »vorben; in dem Kabelnetz stecken 3l/S Millionen. Ganz besonders aber wird die gemischte Deputation die Frage der elektrischen Bahnen zu prüfen haben, welche die Gesellschaft ja überhaupt noch nicht in Angriff genommen hat. Stadtrath M a r g g r a f f: Ter Magistrat ist sich sehr wohl bewußt, daß er berechtigt ist, am 1. Oktober 1895 die Werke zu übernehmen und hat auch schon die nöthigen Erhebungen an- gestellt. So einfach aber wie der Antragsteller schildert, ist die Sache nicht. Ueber die Frage z. B. ob die Kabel in der Erde sich nicht abnutzen, sind die Gelehrten noch lange nicht einig. Dieser Punkt kann aber bei einer etwaigen Taxe ein sehr schlimmer Faktor werden. In nächster Zeit würde also der Magistrat das erforderliche Material noch nicht liefern können, er wird aber dafür sorgen, daß rechtzeitig, vor dem 1. April 1895, die Ver- fammlung mit der Angelegenheil befaßt iverden wird. Stadtv. Meyer 1: Nur um der Ansicht zu widersprechen, als ob die städtischen Behörden geneigt sind, schon jetzt das Eigenthum der Werke zu übernehmen. ergreife ich das Wort. Wir werden dem Antrage zustimmen, aber nur um die Möglich- keit zu gewähre», daß gründliche Informationen gewonnen werde» können. Wir halten uns»och garnicht überzeugt, daß die Kinderkrankheiten bei den Werken schon ganz überwunden sind. Der Magistratskommissar versichert uns nun allerdings, daß wir rechtzeitig mit der Sache befaßt werden sollen. Gewiß ist das die feste Absicht des Magistrats, aber unsere Erfahrungen find auf diesem Gebiete keine glänzenden, das Wort„recht- zeitig" wird beim Magistrat anders aufgefaßt als bei uns. In diesem Sinne können wir Herrn Kyllmann für seilten Antrag nur dankbar sein.(Beifall.) Stadtv. Singer: Daß wir uns mit der Zustimmung zum Antrage Kyllmaun in der Sache selbst nicht die Hände binden, brauchte doch kaum noch betont zu werden. Was aber hat in der Sache die Versammlung eigentlich zu thun? Der Magistrat hat uns wiederholt schon gesagt, die Stadtverordnete» hätten sich»in dies oder jenes garnicht zu kümmern, sondern abzuwarten, bis der Magistrat die Beschlüsse der Versammlung vorbereitet hat. Ich erhebe dagegen wiederholt den energischesten Widerspruch; diese Auffassung ist der Versammlung nicht würdig, die Ver- fammlung ist ebenso, ja, noch viel mehr als der Magistrat be- rufen, die städtischen Angelegenheiten zu erörtern, denn sie wird zu allererst von der Bürgerschaft für die Beschlüsse der städti- scheu Behörden verantwortlich gemacht. Im übrigen ist der Magistrat in dieser Auffassung durchaus nicht konsequent. Bei de» Fragen der Einverleibung der Vororte und der Errichtung von Hochbahnen hat der Magistrat unsere Meinung getheilt. Wir wünschen auch in diesem Punkte etwas mehr Konsequenz. In der Sache selbst freue ich mich außerordentlich der Bundcsgenoffenschafl, welche meinen Freunden und mir durch Herrn Kyllmann zu Theil wird. Bei der Berathung des Vor- träges haben wir allein die Ansicht vertreten, daß die Stadt ein solches Unternehmen von Ansang an in die Hand hätte nehmen müssen. Ich bedauere, daß nun mehrere Jahre lang die großen Erträge den Aktionären in die Tasche geflossen sind, anstatt in den Stadtsäckel, in den sie gehörten. Aber Geschehenes ist nicht zu ändern. Das Bedenken, daß man bei der Ueberuahme etwa zu viel zahlen müßte, wiegt für mich nicht zu schwer, daß ich darum das zu thun unterließe, was allein richtig und zweck- mäßig ist, nämlich die Werke in den Besitz der Stadt über- zuführen. Die Frage der Errichtung elektrischer Hochbahnen brennt außerordentlich. Wir thun gut, den Antrag anzunehmen, um prinzipiell festzustellen, ob die Stadt den Zeitpunkt zur Uebernahme für gekommen erachtet. Das muß aber bald ge- schehen; denn die Unsicherheit auf diesem Gebiete ist recht groß und die schleunige Herbeiführung einer Entscheidung sehr er- 'vünscht. Ob die Kabel von Herrn Kyllmann zu hoch taxirt sind, kann doch dabei nicht besonders ins Gewicht fallen. Je früher die Stadt die Werke übernimmt, desto billiger wird sich die Sache stellen; sind aber die Werke erst abgenutzt, dann brauchte man sie überhaupt nicht anzukaufen, sondern thäte besser. neue Anlagen selbständig von Stadt wegen zu errichten. Die Bürgerschaft ist größtentheils freudig davon überrascht, daß man endlich in der Versammlung einzusehen scheint, daß solche Be- triebe, welche auf Kosten der städtischen Einrichtungen ertrag- reich werden, in die städtische Verwaltung gehören und daß wir nicht dazu da sind, den Aktionären reiche Erträge in die Taschen zu arbeiten. Stadtv. H e n t i g ist mit den Vorrednern sachlich einver- standen, protestirt aber dagegen, daß nur die sozialdemokratische Partei für die Uebernahme solcher Anlage» in die städtische Verwaltung sich stets erklärt haben soll. Die Bürgerpartei habe stets aus demselben Standpunkte gestanden. Man habe den- selben beschämenden Vorgang bei den Wasserwerken und bei der englischen Gasgesellschaft gehabt. Was eine Privatgesellschaft könne, könne eine große städtische Verwaltung schon lange (Zuruf: Dicker Jrrthum!); vor Schwierigkeiten dürfe man nicht zurückschrecken. Die Gefellschaft und das Publikum müßten baldigst die Sicherheit des Willens der städtischen Verwaltung erkennen. Stadtv. Spinola: Wir haben 1834 sehr gut daran ge- than, die Sache privaten Händen zu überlassen. Wir stimmen für den Antrag, behalten uns aber vollständig freie Hand vor, und ich widerspreche der Annahme, als ob die Versammlung ohne weiteres bereit wäre, die Eigenthumsüberlragung zu be- schließen. Damit schließt die Debatte. Persönlich wendet sich Stadtv. Heutig gegen einen während seiner Ausführungen von den Bänken der Sozialdemokraten ge- fallenen Zwischenruf. Er verlangt den Schutz des Vor- stehers gegen solche seine Würde antastenden Unterbrechungen. Stadtv. V o g t h e r r meldet sich zum Wort. Vorsteher Langerhans: Wir haben hier am Vorstands- tische nichts von Zwischenrufen vernommen. Der Name des Stadtv. Vogtherr ist von Herrn Hentig gar nicht genannt worden. Stadtv. Hentig: Der Stadtv. Vogtherr hat vorhin ganz laut durch den Saal gerufen:„Sie können ja nicht einmal richtig zuhören!" Vorsteher Langerhans: Aber das ist doch keine Be- leidigung!(Stürmische Heiterkeit.) Der Antrag Kyllmann wird einstimmig angenommen. Unterm 8. Mai c. haben die Stadlvv. Ullstein und Genossen den Magistrat um Auskunft darüber ersucht, ob und wann die von der Versammlung durch Beschluß vom 22. Februar ge- wünschte schleunige Vorlage betr. die Beschaffung einer Müll- Ausladestelle am Stralauer Anger zu erwarten sei. Vor Jahresfrist— am 12. Mai 1693— hatte die Ver- sammlung den Magistratsantrag wegen Errichtung eines Einlade- Platzes auf den an der Stralauer Chaussee belegenen städtischen Parzellen 4, 5 und 5 a. für das nach Spreenhagen zu verschiffende t ausmüll abgelehnt und den Magistrat gleichzeitig ersucht, als inladestelle ein geeigneteres Grundstück in Vorschlag zu bringen. Wie der Magistrat nunmehr in einer neuen Vorlage vom 25. Mai mittheilt, habe» die Schritte, die nach dieser Richtung gethan worden sind, zu einem günstigen Ergebniß nicht geführt; der Magistrat kommt daher auf das ursprüngliche Projekt zurück und ersucht die Versammlung, sich mit der Errichtung der Ein- ladestelle auf diesem Grundstücke einverstanden zu erklären und die veranschlagten Baukosten ini Betrage von 67 000 M. zu ge- nehmigen. Die Bedenken, die gegen die Wahl dieses Terrains aus der Nähe der Schöpfstelle der Stralauer Wasserwerke und aus dem Mangel einer Kanalisirung der Stralauer Chaussee früher hergeleitet wurde», erachtet der Magistrat durch die in- zwischen erfolgte Vollendung der ersten Hälfte der Müggelwerke und den Beschluß, die Chaussee vom Stralauer Thor bis zur Straße 45 im Laufe des Etatsjahres 1895/96 zu pflastern und zu kanalisiren, im wesentlichen für beseitigt. Stadtv. Gerstenberg fragt an, in welcher Weise man denn die Einrichtungen gleicher Art für die übrigen Sladtlheile zu schaffen gedenke. Stadtv. Zadel: Wenn auch die Wasserwerks am Stralauer Thor kaum wieder geöffnet werden, so kommt es doch nicht blos auf die Verunreinigung des Trinkwassers an; ich erinnere nur an die Verbreitung von Epidemien durch die Verunreinigung der Flußlänfe. In der früheren Verhandlung, iin März 1893, wurde vom Magistrate versprochen, daß die Kanalisation der Chaussee in 2—3 Monaten durchgeführt sein würde; jetzt wird sie erst für 1895/96 in Aussicht gestellt. Stimmen wir dieser Vorlage zu, so vertagen wir außerdem die Frage der Müllverbrennung wieder auf unbestimmte Zeit. Schon ein halbes Jahr ist ver- gangen, seit die Sache zum letzten Male erörtert wurde. Ich schlage vor, die Frage in einem Ausschusse weiter zu verhandeln. Stadtrath B e e l i tz meint, an einem Punkte der Stadt müsse doch mit der Einrichtung begonnen werden, und bestreitet, daß die Verschiffung des Mülls die VerbrennungSfrage irgendwie beeinflußt. Selbst wenn das Müll verbrannt werden kann, werden mindestens 50 pCt. Rückstand verbleiben, die weggeschafft werden müssen. Stadtv. Dinse: Die Verseuchung des Grundwassers kann hier nicht in Betracht kommen; dieses Bedenken des Kollegen Zadel tritt hier nicht au die richtige Stelle. Nach der Begründung kann eine solche Gefahr für den größten Theil des Jahres überhaupt nicht eintreten; denn nur bei strengem Frost soll überhaupt das Müll im Freien gelagert werden. Sladlv. I a c o b i: Unsere Studien in England haben er- geben, daß wir in Berlin nicht so leicht das Müll verbrennen können wie in England. Das Londoner Müll enthält 20 bis 30 pCt. Kohle und verbrennt ausgezeichnet. Das ist mit unserem Müll nicht der Fall. Immerhin sind aber 5 Oefen bestellt, und es wird sich ja zeigen, ob sie zweckmäßig funktioniren oder nicht. Stadtv. Zadel: Ich habe mich keineswegs prinzipiell gegen die Vorlage ausgesprochen. Ich wünschte, daß die Thätigkeit des Magistrats in Sachen der Müllverbrennnngssrage allmälig etwas reger würde. In der Vorlage rechnet doch der Magistrat thatsächlich mit der Möglichkeit, daß der Müll auf dem Platze im Freien gelagert wird und die Abwässer wegen mangelnder Abflußgelegenheit in den Boden dringen können; er hält das nur nicht für wahrscheinlich. Hierauf aber gründen sich gerade meine Bedenken. Die Vorlage wird angenommen. Ter Magistrat ersucht die Versammlung, sich mit der kosten- losen Ueberlassnng des F e st s a a l e s im Berlinischen Ralhhanse und der dazu gehörigen Räume an die Deutsche Land wirths chafts gefellschaft für den 5. Juni zur Ab- Haltung eines Empfangsabendes anläßlich der Eröffnung der landwirthschaftlichen Ausstellung im Treptower Park einverstanden zu erklären. Stadtv. U l l st e i n erklärt, daß seine Partei die Vorlage ablehnen wird. Er sieht keine Veranlassung, der Gesellschaft eine Ausnahmestellung insofern einzuräumen, als bei diesem Empfangsabend Essen und Trinken stattfinden soll. In dieser Beziehung sei der Magistrat bisher anderer Meinung gewesen. Stadlrath B o r ch a r d t: Der Magistrat hat dasselbe ge- wollt und das Gesuch abgelehnt. Der Vorstand hat aber ge- antwortet, daß er zu dem Empfangsabend höchste Herrschaften eingeladen hat, daß das Essen nur ganz kurze Zeit dauern würde und daß er durch die Ablehnung des Gesuchs in große Schwierig- leite» käme. Bewilligen Sie wenigstens diesmal das Gesuch! Stadtv. Meyer I bezeichnet den Stadtpunkt des Stadtv. Ullstein als einen engherzigen. Die Landwirthschafls-Gesellschast strebe Gutes an und man solle ihr entgegenkommen. Stadtv. Ullstein: Ob eine Gesellschaft Gutes anstrebt. darüber ist doch nur eine subjektive Ansicht möglich. Der Maginratsantrag wird genehmigt. Der Magistrat legt das Pro>ekl für die Errichtung einer f e st e n B r ü ck e im Zuge der S ch l e s i s ch e n Straße als Ersatz der über den Landwehrkanal führenden, zum Abbruch be- stimmten Schlesischen Brücke und ersucht die Versammlung zur Ausführung desselben die Summe von L74 000 M. zur Verfügung zu stellen. Die Vorlage wird angenommen. An Mehrkosten für den Erweiterungs- und Um- bau des Hauses Poststraße 16 sind in dem Etat pro 1394/95, vorbehaltlich der späteren Einreichung eines Nach- anschlages, 63 000 M. vorgesehen worden. Diesen Nachtrags- Kostenanschlag hat der Magistrat der Versammlung unterbreitet. Infolge des Wegfalles der Figurengruppe auf dem Dache über dem Haupteingange ermäßigt sich die Ueberschreitung aus 60 000 M. Stadtv. Matterne rügt, daß, wie so vielfach, auch hier wieder eine Ueberschreitung zu decken sei, die in dem Verfahren der städtischen Bauverwaltung ihren Grund habe. Bei dem Hause Poststr. 16 habe zuerst alles in schönster Verfassung sich befunden, Balkon, Treppenaufgänge. Fenster u. f. w.; so wenigstens wer- sicherte die Bauverwaltung durch Herrn Stadtrath Blanckenstein, der heute am Magistraistlsche fehlt. Nachher habe sich alles als unbrauchbar und werthlos herausgestellt, und nun müsse die Versammlung B sagen, nachdem sie A gesagt. Für die Zukunft müßte aber entschieden sowohl in der Bauvenwallung wie in der Versammlung ein strengeres Verfahren platzgreifen. Stadtv. E s m a n n ist der Meinung, daß das Odium für solche Vorkommnisse nicht die Bauverwaltuug, sondern die Ver- sammlung, die die Vorschläge jener angenommen habe, treffe. (Lebhafter Widerspruch.) � Bürgermeister K i r s ch n e r: Stadtrath Blanckenstein ist durch Krankheit verhindert, an der Sitzung theilzunehmen. In Fällen, wie dem vorliegenden, wird es wahrscheinlich nie mög- lich sein, Ueberschreitungen zu verhindern. Stadtv. Cassel protestirt gegen die Auffassung des Stadtv. Esmann; der Versammlung stände jederzeit das Recht zu, auch nach der Annahme einer Vorlage Einspruch gegen die Art der Ausführung zu erheben, wenn diese Tadel verdiene. Stadtv. Singer: Es scheint mir, daß der Stadtbanrath Blanckenstein seine Pflicht der Vertretung dieser Vorlage auf terrn Esmann dclegirt hat.(Heiterkeit.) Wenn Herr lanckenstein krank ist, hätten doch andere Herren im Magistrats- Kollegium genauer informirt werden sollen. Denn es handelt sich nicht um eine bloße Ueberschreitung des Anschlages. Gerade der Umbau in der Poststraße ist hier derart erörtert worden, daß man zu der Meinung kommen kann, daß eine genügende Vorprüfung für die hier nothwendigen Aus- gaben in der Bauverwaltung nicht stattgefunden hat. Die Nach- forderung ist jedenfalls nicht genügend motivirt. Gerade auf dem Gebiete der Bauverwaltung kommen derartige Nachforderungen in solcher Fülle, daß die größte Vorsicht geboten erscheint. Die Stachsorderung wird darauf genehmigt. Schluß nach 7»/- Uhr. Lokales. Ter Bettelbrief des Herrn Happoldt hat die edle Kollegenschaft dieses Herrn zu rührsamer Nacheifcrung erweckt. Dem Kampf ist ein weites Feld gegeben worden, denn während der Vorsitzende des Vereins Rösicke die gesammte Unternehmer- schafr ergebenst bat, mit der Hungerpeitsche die Arbeiter zum Trinken seines Bieres zu zwingen, hat eine andere Ringbrauerei, von der wir ein vertrauliches Dokument zu veröffent- lichen in der Lage sind, dem Fabrikanten sozusagen die Pistole aus die Brust geseht und mit entsprechender Ver- geltung für den Fall gedroht, daß dieser sich nicht eines uner» hörten Uebergriffs an seinen Arbeitern schuldig machen wolle. Das erwähnte Dokument von unserer Zeiten Größe lautet: Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschast hier Ackerstrabe 76. Unser Bierfahrer bringt uns heute die Mittheilung, daß Sie bis auf Weiteres unsere Bierlieserung sistirl haben, da Ihre Leute unser Bier wegen der augeublick- lichen Bewegung gegen die hiesigen Brauereien nicht trinken wollen. Sollte die Wiederaufnahme Ihrer Bestellungen noch weiter ausbleiben, so würden wir uns leider genörbigt sehen, auch die bei uns nothwendig werdenden elektrischen Arbeiten und Lieferungen von Beleuchtungsmaterial ander- weitig zu bestellen. Wir hoffen jedoch im beiderseitigen Interesse, daß uns die Veranlassung hierzu Ihrerseits nicht gegeben wird. Hochachtungsvoll Berliner Uuionsbrauerei. Soweit wir in Erfahrung bringen konnten, hat die Direktion der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft bis jetzt den hoch- achtungsvollen Wink mir dem Zaunpsahl keiner Beachtung ge- würdigt. Zum Bier-Botzkott. Tie in der Gastwirthsversammlung vom 29. Mai gewählte Zwölfer-Kommission hat bereits am 30. Mai ihre erste Sitzung abgehalten. In derselben wurde das erfreuliche Ergebniß zu Tage gefördert, daß sich bereits eine Anzahl leistungsfähiger Brauereien von außer- halb gemeldet haben, welche gutes Bier zu sehr soliden Preisen liesern können Die Bierproben, welche von der Kommission vorgenommen worden sind, haben Hinsicht- lich der Qualität ein durchaus günstiges Resultat er- geben. Auch wurde bekannt gegeben, daß einige dieser Brauereien bereit sind, etwaige Verpflichtungen zu regeln. Die Kommission richtet hinsichtlich dieser Resultate an die Wirthe, welche kein Ringbier niehr schenken wollen, das Ersuchen, sich sofort an eines der nachstehend bekannt gegebenen Kommissione- Mitglieder zu wenden. Desgleichen ersucht die Kommission diejenigen hiesigen Brauereien,' welche mit der Boykott- " fommission verhandelt, die Forderungen derselben anerkannt und dies im Vorwärts" bekannt gegeben haben, sich wegen Bier- Abend um 81/2 Uhr in Spandau zwischen dem Bahnhofe und Karig das Leitergerüst in der Höhe der dritten Etage, um von Ein zweites Eisenbahnunglück hat sich am Mittwoch vorgenommen werden. Gegen 11 Uhr betrat der Dachdecker Lieferungen an Herrn J. Henke, Gr. Frankfurterstr. 73, zu wenden. Charlottenburg bei Bude C ereignet. Der Köln- Berliner Schnell- hier aus das Dach zu besteigen, er verlor jedoch das GleichDie Namen und Adressen der Kommissionsmitglieder lauten: zug( 1 L), der um 8 Uhr 10 Minuten in Charlottenburg fällig gewicht und stürzte straßenwärts in die Tiefe. In der zweiten J. Henke, Gr. Frankfurterstr. 73. F. Wilke Andreasstr. 26. ist, entgleiste. Zwei Beamte und mehrere Mitreisende sind ver- Etage prallte der fallende Körper gegen ein Brett des LeiterW. Lorenz, Koppenstraße 47. H. Köhn, Naunynstraße 83. letzt, zum Glück alle nur leicht. Der Zug war infolge des ersten gerüftes mit solcher Gewalt an, daß K. dicht an die Mauer, also G. Spiedermann, Weberstr. 66. Haferland, Bellermannſtr. 87. Unfalles in Spandau aufgehalten, da der Verkehr von und seitlich, geschleudert wurde, und in das offenstehende M. Scheps, Reinickendorferstr. 7. B.Stabernack, Mühlenstr. 49a. nach Charlottenburg nur über ein einziges Geleise geleiteten fter der Wohnung eines Miethers hineinG. Tempel, Langestraße 65. F. Zubeil, Naunynstraße 86. werden konnte. Fenster Das Publikum, abban on fiel. Der Körper fiel auf einen am Fenster stehenden RohrSchonheim, Gräfestraße 8. Wernicke, Charlottenburg, Spandau aus benutzen wollte, erhielt die Erlaubniß, den seffel und zertrümmerte den Stuhl; K., der auf so wunderbare Krummeftraße 19. Schnellzug zu besteigen, da ein Stadtbahnzug nicht abgelaffen Weise gerettet worden, blieb anfänglich besinnungslos liegen, Den Wahlvereins Mitgliedern des 3. Wahlkreises werden konnte. Die Folge war, daß der Schnellzug bis auf den dann aber erholte sich der Abgestürzte bald; er hatte nur einige zur Nachricht, daß am Sonntag, den 3. Juni, ein Familien- letzten Platz besetzt war. Um 82 Uhr erhielt der Schnellzug Beulen davongetragen, die den Handwerker nicht abhielten, nach ausflug stattfindet. Treffpunkt um 101/2 Uhr Morgens beim Gast- freie Ausfahrt. Als er an der ersten Unfallstelle vorbeifam, fuhr Verlauf einer Biertelstunde wieder das Gerüst zu besteigen und wirth Senftleben in Johannisthal. er sehr langsam. Die Fenster waren überall mit Neugierigen weiter zu arbeiten! Die Lokalkommissionen der Vororte Berlins werden besetzt, die sich die Trümmer der zerstörten Maschinen und hierdurch aufgefordert, ihre Lokallisten baldmöglichst an UnterWagen ansahen. Etwa dreißig Schritte Eine grobe Ungezogenheit erlaubten sich vorgestern Abend weiter gab 10 Minuten nach 7 Uhr einige Soldaten des ersten Gardeber Maschinenführer mehr und Dampf, hatte bald die vorgeschriebene Geschwindigkeit erreicht. Da Dragoner- Regiments. Sie schütteten zu ihrer Beluftigung" aus zeichneten einzusenden. Gleichzeitig sei mitgetheilt, daß vom 15. an die Lokalliste alle 14 Tage erscheint. Die Lokaltommission J. A.: H. Gumpel, Weinstraße 31, II. Märchenbilder. In ihrem Unglück sprechen sich jetzt die Ningbrauereien mit dem Märchen Trost zu, daß eine Münchener Brauerei 100 000 Mark und eine New- Yorker Brauerei gar die vierfache Summe zur Unterstützung derer, die kapores gehen müssen und doch nicht alle werden, bestimmt haben. Es muß den Kleinen von Röfice's Gnaden sehr schlecht gehen, wenn ihnen schon mit solchen Märchen Athem eingepuftet werden muß. hagen zu seinen Mitarbeitern gezählt hat. Die militärische Schanstellung, welche am Mittwoch auf dem Tempelhofer ilde abgehalten worden ist wird von der Berliner Zeitung" zum Anlaß für eine ebenso schnöde wie ungerechtfertigte Berdà chtigung der Berliner Arbeiterschaft genommen. Das Blatt schildert zu Anfang seines Leitartikels vom Donnerstag in einer fir ein freifinnigos Organ ganz passabeln Weise den Uniformdusel des männlichen und weiblichen Berliner Philifteriums. Allerlei ältere und jüngere Männer, so heißt es sehr richtig, hatten sich mit Feiertagskleidern angethan und sich mit Kornblumen und Münzen geschmückt und fühlten sich glücklich, mit ihren militärischen Kenntnissen von den besonderen Abzeichen der einzelnen Regimenter paradiren zu können; wurde einem von ihnen die fabelhafte Ehre zu theil, einem Offizier Feuer für seine Zigarre geben zu dürfen, so schwammen ibre Augen in Rührung, und man sah es ihnen an, daß sie diesen erhebenden Moment kaum wieder vergessen würden in diesem Leben." Nach dieser treffenden Darstellung fehlt es nicht an der entsprechenden Moralpredigt über eine derartige Huldigung des Raftengeiftes, und dem Artikel wäre das Zeugniß der Sachtenntniß nicht abzusprechen gewesen, wenn in ihm nicht plöglich man höre die Sozialdemokratie für die gemeinfervile Haltung des Berliner Schaupöbels verantwortlich geder Zug " dem dritten Stock, und zwar aus dem dritten Fensterpaar vom der Bellealliancestraße herab und riefen, als sich darüber eine füdlichen Eckbau aus, eine trübe Flüssigkeit auf die Bassanten Entrüstung geltend machte, den„ Zivilisten" noch händeklatschend ein höhnisches Bravo zu. " Mit Strafmandaten werden jetzt diejenigen Rutscher bedacht, schreiten. Friedrichstraße in der die Truppen beim Rückmarsche von der Polizeibericht. Am 30. v. M. Mittags fiel in der Parade begleitenden Menge eine Person nieder. Infolge dessen stürzten mehrere andere ebenfalls zu Boden, erlitten jedoch anfcheinend nur leichte Verlegungen. Auf dem Grundstück Seetraße 16 entstand Abends zwischen mehreren Personen eine Brust schwer und sein Bruder durch einen Stich in den Schlägerei, bei der ein Arbeiter durch einen Messerstich in die Mittelftr. 5, brach in der Nacht zum 31. d. M. in der Portier Rüden leicht verlegt wurde. Jm Hotel Schweriner Hof, loge Feuer aus. Der in dem Raume schlafende Hausdiener erlitt erhebliche Brandwunden an den Händen und Füßen. Ein Fremder sprang, durch die Berqualmung der Treppe erschreckt, aus dem dritten Stock auf den Hof hinab, erlitt aber anscheinend nur eine unbedeutende Verlegung an der Hand. Außerdem fanden im Laufe des Tages zwei kleine Brände statt. Gerichts- Beitung. plötzlich deutete ein Eisenbahnbeamter von der ersten Unfallstelle auf den Schnellzug, der sich nicht weiter bewegte. Dann erfolgten aber ein Beamter herbei geeilt, der die Meldung von der Entauch gleich Nothsignale aus der Dampfpfeife. Inzwischen war gleisung des Schnellzuges brachte. Sofort ging eine Rangirmaschine mit der Hilfsmannschaft ab, die bald den Schnellzug mit Ausnahme der Maschine, des Pack- und eines Personen- letzten Nacht das Hotel Schweriner Hof" in der Mittelstraße 5. Der Schauplas einer aufregenden Szene war in der wagens nach Spandau zurückbringen fonnte. Die zweite Unfall- Kurz nach 3 Uhr war in der unter der Treppe belegenen Portierstelle schildert unser Berichterstatter folgendermaßen: Unweit der tube Feuer entstanden, das in dem kleinen Raume so schnell Bude C theilen fich die Schienenftränge für Eine Deduktion, die für die niedrige Gesinnung des konfer- Stadtbahn die um sich griff, daß der Portier erhebliche Brandwunden an und Den Lehrter Hauptbahnhof. Weichen Händen und Füßen erlitt. Obgleich eine ernstere Feuersgefahr vativ- muckerischen Denunziantengesindels ungemein bezeichnend ist, bezeichnen den Ort, die Geleiſe fich scheiden. für die oberen Stockwerte gar nicht vorlag, bemächtigte sich doch Inüpft die edle, Kreuz- Zeitung" an die am Montag erfolgte Frei- Um nun ein Unglück bei etwaiger falscher Weichenstellung einzelner Hotelgäste eine große Aufregung und ein russischer sprechung unseres Genoffen Schmidt. In seiner Eigenschaft als nach Möglichkeit zu verhüten, ist noch ein todter Strang vor- Hotelgast wurde so von Angst erfüllt, daß er aus dem dritten verantwortlicher Redakteur unseres Blattes hatte Schmidt be- handen, in den die Züge bei unrichtiger Stellung der Weiche Stock in den Hof hinabsprang. Zum Glück erlitt er bei diesem kanntlich eine Anklage wegen Vergehens gegen§ 166 Str.-G.-B. fahren müssen. Als sich der Kölner Zug dieser Stelle näherte, thörichten Rettungsversuch nur leichte Verlegungen an beiden zu bestehen, welche, wie wir mittheilten, aus dem Grunde nicht sprang die Maschine 17, die einschließlich des Tenders 7 Achsen Armen. Der schwerverlette Portier wurde in die Klinik bes zu einer Berurtheilung führte, weil Schmidt durch Zeugen erhärten zählt und zu den größten ihrer Art mit einem Kesselgehalt von fördert. konnte, daß die inkriminirte Notiz sowohl ohne seinen Willen in 20 Rubikmeter gehört, aus den Schienen, und die frechte Seite das Blatt gekommen, als auch, daß er die Tendenz derselben des Tenders grub fich tief in den Sand ein. Ein Packwagen, nicht billige. Daß ein objektiv urtheilendes Gericht unter diesen ein Wagen erster und ein solcher zweiter Klasse wurden mit aus welche in der Greifswalderstraße die Geleise der Pferdebahn beUmständen auf Freisprechung erkennen mußte, ist nun ein- dem Geleise geriffen, haben aber nur geringfügige Beschädigungen nutzen. Seitens der Passagiere und der Direktion der Neuen leuchtend für jedermann, dem der Haß gegen die Sozialdemo- erlitten. Von den Reisenden sind mehrere zu Schaden gekommen, Berliner Pferdebahn ist bei der Polizei Beschwerde eingelegt kraten noch nicht den letzten Rest seines bischen Hirns ausgefogen die aber dem Namen nach nicht bekannt geworden sind. Die worden, daß das dort zahlreich kursirende Lastfuhrwerk sich um hat. Anders aber mit der Kreuz- Zeitung". Dies ehrenwerthe Verlegungen find nur leicht. Die Geleise nach Charlotten- das Läuten der Pferdebahnkutscher nicht fümmert, wodurch erheb Blatt knüpft an den Bericht, den es über den Prozeß bringt, burg sind durch diesen zweiten Unfall fämmtlich gesperrt. liche Störungen im Betriebe verursacht werden. Um diesen Mißdie Anmerkung: Die Folgen dieses Urtheils spruch e 3 Gegen 91/2 Uhr wurde von Charlottenburg ein Leerzug bis an ständen abzuhelfen, sind die Schuhmannsposten in der Greifswalderwerden vermuthlich im Vorwärts" bald zu die zweite Unfallstelle geschoben, um Reisende und Gepäck aus straße verstärkt worden, welche energisch gegen den Unfug ein fpüren sein." dem Schnellzuge aufzunehmen. Die unversehrten Wagen des Wenn diese Worte überhaupt einen Sinn haben, so tann Zuges wurden später auf einem Güterstrange über Westend nach es nur der sein, daß der Vorwärts" auf grund des frei- Charlottenburg gebracht. Diese legte Linie blieb auch Donnerstag sprechenden Urtheils fortan bei jedem seiner fünftigen Preß- Morgen noch für alle Züge, auch die Schnell und Blitzüge rozesse ein paar seiner Redakteure zum Meineide engagiren allein bestehen. Die Ursache des zweiten Unglücks ist in einem who, damit wiederum freisprechende Urtheile erzielt werden! Schienenbruch zu suchen. Wie hoch der Schaden an Material berechnet Fürwahr, zu solcher Gemeinheit der Gesinnung tann über werden kann, steht noch nicht feft; die Maschine allein toftet 56 000 M. haupt mir ein Blast tommen, das Männer, wie Herrn Schweinführer Jenide und der Heizer Bank des Gilgüterzuges die Dem ersteren Unfalle ist noch nachzutragen, daß der Maschinen daß der Bug das Einfahrtsignal erhalten habe. Dies wird auch folgende Darstellung gegeben haben. Sie behaupten bestimmt, von anderen Personen bestätigt. Danach muß der verantwort liche Beamte zuerst das Einfahrtsignal gegeben, dann aber sofort wieder abgestellt haben, um dem Borortzug 1053 das Ausfahrt zeichen geben zu können. Von dem Umschalten des Beichens hat Jenice nichts wahrgenommen, da er sich schon auf der Fahrt befand. Die Verwundeten mußten zum Theil mittels Leitern aus den Fenstern gangswagen feinen Ausgang mehr hatten. Bemerkenswerth ist des Vorortzuges geholt werden, da die aneinander geworfenen Durchnoch, daß die verletzte Frau Seitz vor einigen Monaten auf dem hiesigen Bahnhof Friedrichstraße beim Besteigen eines Buges hinfiel, so daß die Trittbretter des abfahrenden Zuges über sie hinweggingen. Sie kam damals mit dem bloßen Schrecken davon. tam am Donnerstag vor der neunten Strafkammer des LandProzeß Thüngen. Der viel erwähnte Prozeß Thüngen Der fächliche Schaden dürfte sich bezüglich des ersteren Unfalles gerichts I zur Berhandlung. Unter der Anklage der Beleidigung auf rund 100 000 Mart belaufen. Zwischen Spandau und des Reichsfanglers Grafen v. Caprivi find angeklagt: Der Charlottenburg sind mithin innerhalb weniger Stunden bre: Gutsbesitzer und Landrath Karl Freiherr von Thüngen zu Züge verunglückt, ein wohl noch nicht dagewesener Fall. Auf Roßbach bei Zeitlofs in Bayern und der Redakteur des Volt" arbeitung der Beamten ihr Theil Schuld trägt, wird hoffentlich getlagte Redakteur Anton Memminger von der Neuen Die Frage, ob auch an diesen Unglücksfällen wieder die Ueber- Heinrich Oberwinder. Der zugleich wegen Beihilfe an durch die Untersuchung Antwort erfolgen. bayerischen Landeszeitung" zu Würzburg ist vom persönlichen ErDas Leiden einer jungen Telephonistin beschäftigt, wie scheinen entbunden. Den Borsitz im Gerichtshofe führt Landgerichtsdie Nordd. Allg. 8tg." mittheilt, die ärztlichen Kapazitäten feit direktor Hoppe, die Anklage vertritt der Erste Staatsanwalt längerer Zeit. Das 21jährige Mädchen, das früher völlig gesund Drescher, als Vertheidiger sind die Rechtsanwälte Schinkel- Berlin Die Sozialdemokratie, so äußert sich das Blatt, rühmt sich während des Dienstes plöglich von einem elektrischen Schlage ge- herrn von Thüngen, die in der Neuen bayerischen Landesgewesen war, wurde im vorigen Jahre auf dem Zentralbureau und Klasing- Bielefeld zur Stelle. Es handelt sich um eine gegen den Reichskanzler Grafen Caprivi gerichtete Erklärung des Freistolz ihrer Macht in Aber, wer wollte bestreiten, daß die Parademitläufer und angegeben, daß das Unglück eingetreten sei, als ein Theilnehmer Beitung" veröffentlicht und von der Zeitung„ Das Volk" abdie sozialdemokratischen Mitläufer vielfach dieselben sind? den neuen Kurbelapparat in Bewegung setzte. Während sie im gedruckt worden ist. Das Verfahren gegen die Neue Es wird den Sozialdemokraten im Namen der allein Begriff war, die Verbindung herzustellen und der ungeduldige bayerische Landes- Zeitung" ist eingestellt worden, weil feligmachenden Parteiglaubenslehre streng verboten, bestimmte Telephoninhaber zum zweiten Male die Kurbel drehte, muß die sich der Strafantrag des Reichskanzlers nur gegen das Volk" Biere zu trinken; es wird ihnen gleichzeitig freige Telephonistin mit einer schlecht isolirten Stelle des Verbindungs- richtete. stellt, sich die Kehlen heiser au schreien in Jubel und drahtes in Berührung gekommen sein; in diesem Augen- Zur Sache selbst ist folgendes zu bemerken: In der Reichs. Anbetung gegenüber demselben Militarismus, welchen die blick ging der Strom durch ihren Körper. Die Patientin tagssigung vom 12. Dezember p. hatte der Staatssekretär Partei offiziell als Moloch bekämpft. Wenn die bürgerliche ist inzwischen mit Elektrizität, Massage und Salzbädern von Marschall die Behauptung aufgestellt, die Steuer- und Wirth Demokratie nicht das Kind mit dem Bade ausschütten will und behandelt worden, die Krankheitserscheinungen zeigen jedoch schaftsreformer hätten zu Anfang des Jahres auf ihrer Verdie Abschaffung der stehenden Heere vorläufig für eine Unmög- eine außerordentliche Beständigkeit. Aus der Lähmung fammlung einstimmig eine Resolution angenommen, wonach lichkeit erklärt, dann regnet es Hohn und Haß auf sie herab des rechten Armes haben sich Zitterbewegungen entwickelt, mit Rumänien und Rußland ein Handelsvertrag nicht in den sozialdemokratischen Reden. Und dabei ist die Sozial- die nach graphischen Aufzeichnungen fünf Mal in der Sekunde Balutaverhältnisse nicht geändert hätten;„ die Herren wußten abgeschlossen werden könne, fo lange diese Länder ihre Demokratie in ihren Massen eine stärkere Förderin der mili- gemacht werden. Geistig hat das arme Mädchen nicht gelitten. also gar nicht, daß Rumänien schon lange die Goldwährung tärischen Abgötterei, als die bürgerliche Demokratie, deren Mit- Prof. Ewald, der die Patientin in der Hufeland- Gesellschaft vorglieder sich nicht auf das Trottoir hinpflanzen, um den Parade, stellte, bemerkte dabei, daß der Dienst der Telephonistinnen auf reformer war vom Frhrn. v. Thüngen beantragt worden. Gegen hat". Dieser Beschluß der Steuer- und Wirthschafts. rummel mitzumachen, wie es die Schaaren sozialdemokratischer dem Amte äußerst anstrengend sei und Aufmerksamkeit, Gewand- reformer war vom Frhrn. v. Thüngen beantragt worden. Gegen Genossen" und Mitläufer thun. heit und große törperliche, wie geistige Ausdauer beanspruche. diese Ausführungen des Staatssekretärs richtete sich die Era Das übersteigt denn doch schließlich alles, was bisher an Herr Ewald regte zugleich die Frage der Erfaßpflicht an. Prof. klärung des Frhen. v. Thüngen. Es heißt darin u. a.: perfider Verdächtigung der sozialdemokratischen Bevölkerung ge- Oppenheim verglich den Fall mit Lähmungen, wie sie nach Baluta reden, und auch mit diesem Staat einen Handelsvertrag der Herr Staatssekretär auch bei Argentinien von einer festen leistet worden ist, und man muß sich wirklich fragen, ob denn Blisschlägen auftreten, und hielt den beim Fernsprecher erzeugten nach„ bewährten Mustern" abschließen, ohne auf die Valuta der freisinnige Artikelschreiber seine fieben Sinne beisammen ge- Strom für start genug, um eine solche Krankheitsform hervorzu verhältnisse Rücksicht zu nehmen, wie dies andern Staaten gabt hat, als er diese originelle Melodie herunterorgelte. rufen. Prof. Mendel war der Ansicht, daß in diesem Falle Die sozialdemokratischen Arbeiter, die in heißen Rämpfen zweifellos dem Staate die Verpflichtung obliege, die volle Ent- gegenüber„ leichten Herzens" geschehen ist? Der derzeitigen ringen müssen mit dem Unternehmerthum, um ihren schädigung zu zahlen. Er hob weiter hervor, daß bei Tele- Reichsregierung ist in diesem Puntte alles zuzutrauen, denn ihr Maifeiertag würdig zu begehen, sollten im Jargon phonistinnen übermäßig viel Nervenkrankheiten vorkommen. Es ist nicht mehr das Wohl des Vaterlandes oberste Richtschnur, Der Kapitalistenpreffe zu reben tontrattbrüchig" geworden seien die allerverschiedensten Erscheinungen beobachtet worden. Der sondern der" höhere Wille". Ferner wird vom„ Kadaversein, um das Schauspiel einer militärischen Parade zu ge- Beruf sei zu aufreibend für das weibliche Geschlecht. gehorsam" gesprochen, von der Mode, sich den Rücken mit Schon der Abg. Bebel hat in der 48. Sigung des Reichsnießen! der Krone zu decken 2c. 2c. Freiherr v. Thüngen bestreitet, Nein, verehrtes Freisinnsblatt, auf die, durch Ballon- tages vom 13. Februar 1894 auf die ungünstige und schädliche daß diese Erklärungen Beleidigungen enthalten und behält sich müßen deutlich genug Hlassifizirten Leute in Arbeiter- Wirkung dieses Dienstes auf das Nervensystem der Beamtinnen vor, in bezug auf den„ Kadavergehorsam" zc. den Beweis tracht", die dem Schaupöbel am Paradetage ein würdiges hingewiesen und im Anschluß hieran die Forderung eines 8 bis der Wahrheit anzutreten. Relief gaben, macht die Sozialdemokratie teinen 14tägigen Urlaubs im Sommer aufgestellt und begründet. Troß- Das Wort„ Kadavergehorsam" sei ein von der Kirche über Oberwinder bestreitet gleichfalls, beleidigt zu haben. Anspruch. Und diese Herrschaften würden auch, wenn dem Herr Dr. Fischer als Vertreter der Poftverwaltung in seiner fommener ganz alltäglicher Ausbruck. Im Uebrigen lehnte er Das Wort„ Kadavergehorsam" sei ein von der Kirche über man ste überhaupt auf die Gewissensfolter spannen Antwort versicherte, daß die Verwaltung sich für die jungen die Verantwortung für den Artikel feinerseits ab. Er habe nach könnte, sehr entschieden einen Zusammenhang mit der Mädchen ganz lebhaft interessire", hat sich dieses Interesse" bis den bekannten Obulus durch eine Attacke auf die Anhänger unserer Ja es scheint, als wenn die weiteren Ausführungen des Herrn Landes Beitung", mit welcher das„ Volk" im Tauschverhältniß Sozialdemokratie zurückweisen, es sei denn, daß fie gelegentlich jetzt noch nicht bis zur Gewährung einer Erholungszeit verdichtet. Fertigstellung der Zeitung die Redaktion verlassen. Später habe der Redakteur in der eingetroffenen habe der Redakteur in der eingetroffenen Neuen bayrischen Partei verdienen könnten. Dr. Fischer, daß die Telephonistinnen bei uns in der Sozialdemokratische Zuschauer dürften unter dem Parade- gleichen Kategorie wie die Anfänger des Postdienstes, die Post- stebe, die wichtige Erklärung des Freiherrn von Thüngen vorschaupöbel mit der Laterne zu suchen sein- desto eifriger macht gehilfen" stehen, von dem Vorgesetzten der Damen, dem Ober- gefunden und abgedruckt. Herr v. Thüngen habe durch den Brief, aber der unentwegte Freisinnsmann mit Familie seine Reverenz Postdirektor Griesbach übersehen worden sind; denn sonst wäre den Fürst Bismarck an ihn gerichtet, eine besondere volkswirthes doch unerklärlich, warum nicht denjenigen Beamtinnen, die schaftliche Bedeutung erlangt, so daß der Abdruck dieser Erklärung Die vor drei Jahren aus Anlaß eines hartnäckig ge- doch auch dem Gehilfen nach derselben Dienstzeit als Assistenttikel vor seiner Veröffentlichung feine Kenntniß gehabt. Auf Beüber 4 Jahre im Dienste sind, der Urlaub gewährt wird, der dem Redakteur wichtig erschien. Er selbst habe von dem Arführten Lohnkampfes entstandene Deutsche Schuhfabrit" in Erfurt erfreut sich eines andauernden Aufschwunges. Um aufáut. fragen erklärt von Thüngen noch, daß er die Erklärung jeder Konkurrenz gewachsen zu sein, hat die Geschäftsleitung den des Bertreters ber Postverwaltung mit behaupte, daß eine etwaige bedenkliche Stellen umzumodeln und die Erklärung in Jedenfalls können wir auch heute noch entgegen den Worten lediglich Anton Memminger zugesandt habe, mit der Bitte, Dampfbetrieb eingeführt. Die Einrichtungen des Geschäfts differenzirte Behandlung zwischen den weiblichen und männlichen der Neuen bayerischen Landeszeitung" abzudrucken und zugleich stehen nunmehr auf der Höhe der Zeit, womit die Leitung sich Beamten der gleichen Dienststellung" stattfindet. im Stande glaubt, allen Anforderungen in bezug auf gute an bas Korrespondenzblatt des Bundes der Landwirthe" und Qualität bei entsprechender Billigkeit genügen zu können. an die Kreuz- Zeitung" au senden. Einen merkwürdigen Verlauf nahm ein Bauunfall, Die hiesige Niederlage des Geschäfts in der Bellealliance. welcher sich Mittwoch, Vormittag auf dem Grundstück Neue hervor, da er in einem gewissen Widerspruch stehe mit früheren Staatsanwalt Drescher hebt diesen Punkt besonders straße 98/99 giebt in ihren Sortiments ein anschauliches Bild, Königstraße 21 ereignete. Dortselbst ist ein Leitergerüft auf Erklärungen des Angeklagten in bayerischen Blättern, wonach was gemeinsames Handeln und fester Wille zu schaffen ver- gestellt, von welchem aus die Front des Gebäudes renovirt derselbe die Erklärung nur der Neuen bayerischen Landeszeitung" mögen. rd, während gleichzeitig auch Reparaturarbeiten des Daches zugestellt haben wollte. Wäre die Thatsache, daß der Angeklagte macht wäre. " vor dem bunten Rock! " " 1 " H Will " " = " ausdrücklich die Veröffentlichung im Rorrespondenzblatt" und nur in der Neuen bayerischen Landeszeitung" stattfand, doch mit könne doch nicht beleidigend sein. Es werde bei uns doch noch in der Kreuz- Zeitung" verlangt hatte, überall bekannt gewesen, Rücksicht auf das mit den einzelnen Berliner Blättern bestehende ftatthaft sein, auch von dem obersten Staatsbeamten anders zu dann wäre es in der öffentlichen Meinung gewiß nicht zu so Kartell der Abdruck auch in Berlin erfolgen wird, so daß damit reden, als in der Form der Devotion und des tiefsten Ernstes, lebhaften Erörterungen gekommen, ob ein preußisches Gericht die Verbreitungshandlung gegeben ist. Was Oberwinder betrifft, sonst würden der Kladderadatsch" und andere Wizblätter wegen zuständig sei. Freiherr v. Thüngen bestreitet, daß seine so fann derselbe eine Verantwortlichkeit von sich nicht ablehnen. Wäre jeder Nummer unter Antlage gestellt werden müssen. Auch die jezige Erklärung mit seiner früheren in Widerspruch stehe. Aus sein Einwand stichhaltig, so würde der§ 20 wohl niemals Behauptung, daß sich der Reichskanzler den Rücken mit der den kommissarischen Vernehmungen der Herren Memminger mehr in Anwendung gebracht werden können. Nebenbei Krone decke, sei nicht beleidigend, fie entspreche außerdem der in sen. und jun. in Würzburg geht hervor, daß diefelben die Dar- hat Oberwinder auch bei seiner ersten Vernehmung die Ver- den weitesten Kreisen verbreiteten Ansicht. Thatsächlich werde stellung des Frbrn. v. Thüngen bestätigt haben. Irgend eine Verantwortung übernommen. Nach alledem erscheinen alle drei allzu häufig die Person des Monarchen herangezogen, um die bindung des Bolt" mit der Neuen bayerischen Landeszeitung" Angeklagte schuldig. Es wird beantragt: gegen Freiherrn von ministerielle Aktion zu verstärken. Man könne dies durch eigene bestehe nicht, abgesehen davon, daß beide Zeitungen ihre Blätter Thüngen 6 Wochen Gefängniß, gegen Memminger Worte des Reichskanzlers beweisen, welcher u. a. geäußert hat, gegenseitig austauschen. 3 Wochen Gefängniß, gegen Oberwinder 1 Monat daß der Bau der Handelsverträge nur dadurch gelungen Die Beweisaufnahme erstreckt sich nur noch auf die Bernehmung Gefängniß. sei, daß der Baumeister hinter ihm gestanden habe. Man ge= des Mit Redakteurs des Volt", Dr. Löck; derselbe bestätigt, Vertheidiger Rechtsanwalt Schinkel bestreitet, daß die rathe doch auch gerade vom Standpunkte der preußischen Staatsdaß die Erklärung des Frhrn. v. Thüngen in Abwesenheit Ober- Angeklagten Frhr. v. Thüngen oder Memminger die vom Ober- anwaltschaft in eine sehr mißliche Lage, wenn man in einer winder's zum Druck gegeben ist. Staatsanwalt beklagte Verwirrung der Gemüther hervorgerufen Beit, wo das Wort Regis voluntas suprema lex esto!" ge= Hierauf ergreift der Erste Staatsanwalt Drescher das habe; diese sei vielmehr durch die ganze Art und Weise dersprochen werde, die Unterwerfung des leitenden Staatsmannes Wort: Zunächst muß ich meine Befriedigung darüber anssprechen, Einleitung des Strafverfahrens und die Maßnahmen der unter den faiserlichen Willen als eine Pflichtwidrigkeit daß nach mehrfachen Bertagungen diese Straffache nun zum Abschluß Anklagebehörden entstanden. Die Angeklagten haben fich hinstellen wollte. Der Vertheidiger führt schließlich aus, daß kommt und damit endlich die unrichtigen, unvollständigen und gegen den Versuch, sie hier hier in Berlin vor Gericht der§ 193 dem Angeklagten Oberwinder zur Seite stehe, da derdirekt falschen Nachrichten, die über diesen Prozeß in die Deffent- zu bringen, mit aller Macht gestemmt, weil nach ſelbe als preußischer Staatsbürger und Steuerzahler ein indivi lichkeit gebracht sind, zu Ende gehen. Ich hatte gehofft, daß ihrer Ansicht die bayerischen Reservatrechte ihnen das buelles Intereffe habe, Kritik an den Maßregeln der Regierung nach der Richtigstellung, die ich in dem letzten Verhandlungs- Recht geben, Preßdelikte vor dem Schwurgericht ver- zu üben und daß derselbe auch aus einer idealen Liebe zum termin gegeben, die Presse informirt sein würde über den Gang handelt zu sehen. Die Angeklagten wollten nicht das Objekt Vaterlande dies Recht herleiten könne. Zudem sei nachgewiesen, des Gerichtsverfahrens und die Maßnahmen des Gerichts. Das interessanter politischer Prozesse in Berlin spielen, sie meinten, daß in diesem Falle der Angeklagte nicht für den Artikel ist nun leider nicht der Fall gewesen, vielmehr herrscht die Ver- daß hier in Berlin Objekte genug dafür vorhanden seien, z. B. verantwortlich sei und so beantrage er dessen Freiwirrung über die Thatsachen noch immer fort und sie wird Apostata 3ukunft, oder der Kladderadatsch, der sprechung. hervorgerufen besonders durch die Mittheilungen der Neuen Wochen lang danach geschmachtet habe, angeklagt zu werden, Nach längerer Berathung erfennt der Gerichtshof auf bayerischen Landeszeitung". Hat doch der Redakteur derselben dieses Ziel aber nicht erreichen Tonnte. Die Angeklagten bleiben Schuldig gegen Freiherrn v. Thüngen und Ober. noch nach der letzten Verhandlung Nachrichten in die Welt ge- auch heute noch dabei, daß Berlin nicht zuständig sei. winder, dagegen auf Freisprechung gegen Mem= fandt, welche die Verwirrung noch vermehren mußten. Die Ver- Die Angeklagten feien nicht im Entferntesten irgendwie an der minger. v. Thüngen wird zu 600 M., Oberwinder zu größerung der Verwirrung ist durchaus nicht meine Schuld. Veröffentlichung im„ Bolt" betheiligt. Der Vertheidiger sucht 150 M. Geldstrafe verurtheilt, dem Reichskanzler die PublikationsDie Neue bayerische Landeszeitung" hat die Deffentlichkeit des Längeren nachzuweisen, daß der Angeklagte zu den in seiner befugniß zugesprochen und die Unbrauchbarmachung der Platten dadurch verwirrt, daß sie es als ungeheuerlich hinstellte, daß Erklärung in Anwendung gebrachten Ausdrücken, von denen der und Formen ausgesprochen. das Berfahren gegen Herrn Memminger eingestellt und derselbe Ausdruck Kadavergehorsam" dem Koder der Jesuiten entstamme, Das Urtheil im Prozeß v. Thüngen- Oberwinder ist von dem dennoch nach Berlin vorgeladen worden sei. Thatsächlich han- berechtigt gewesen, daß er provozirt worden sei und ihm der Vorsitzenden, Landgerichts- Direktor Hoppe, furz wie folgt be= delte es sich aber bei dem früheren Beschluß auf Einstellung des Schuß des§ 193 zur Seite stehe. gründet worden: Was zunächst den jetzt fallen gelassenen Ein Verfahrens nur um die Person des Herrn von Frhr. v. Thüngen führt, wiederholt vom Vorsigenden wand der Unzuständigkeit betrifft, so hat sich der Gerichtshof für Thüngen und sein Verhältniß zu der Veröffentlichung in der zum Zwecke der Berichtigung seiner Behauptungen unterbrochen, zuständig erachtet. Bezüglich des Angeklagten Oberwinder steht Neuen bayerischen Landeszeitung", aber nicht um die Person aus, daß lediglich der Staatsanwalt es gewesen sei, der zur dies außer Frage, bezüglich des Frhrn. v. Thüngen liege das Der Gerichtshof verdes Herrn Memminger. Die Lancirung solcher falschen Nach- Verwirrung beigetragen habe, da nicht weniger als dreimal die sogenannte Forum der Konnerität" vor. richten in die Zeitungen grenst an eine absichtliche Verbreitung Anklage geändert worden sei. Ueber das ganze Verfahren habe weise in dieser Beziehung u. A. auch auf eine im neuesten Bande der Unwahrheit. Es wäre wünschenswerth, daß die Presse Ver- sich in der Presse ein Sturm der Entrüstung erhoben, und zwar der Reichsgerichts Entscheidungen Seite 13 abgedruckte Entanlaffung nähme, frühere Unrichtigkeiten zu berichtigen. Herr nicht blos in der ihm nahestehenden Presse, sondern auch in der scheidung des obersten Gerichtshofes. Ferner hat der Gerichtshof v. Thüngen ist angeklagt der Veleidigung, Herr Memminger der dem Reichstanzler nahestehenden Presse", nämlich in den frei objektiv das Borliegen von Beleidigungen festgestellt und die Beihilfe dazu. Zur Antlage steht lediglich ber hier in sinnigen und sozialdemokratischen Blätter. Leider Ueberzeugung gewonnen, daß der Angeklagte v. Thüngen auch Berlin verübte Abdruck der beleidigenden Erklärung und die Bu- babe die bayerische Staatsregierung die Schwäche gehabt, tein ent- das Bewußtsein und den Dolus der Beleidigung gehabt hat. ständigkeit des hiesigen Gerichtshofes tann unter diesem Gesichts- schiebenes Beto gegen das Verfahren der preußischen Staatsanwalt- Buzugeben sei ja, daß die Weisung des Angeklagten dahin ging, punkte gar keinem Zweifel unterliegen. Die Frage des fub- fchaft einzulegen, und so sei er denn gezwungen worden, die daß der Angell. Memminger die Erklärung zum Abdruck in der jektiven Berschuldens kann mit der Frage der Zuständigkeit nicht theuere Reise nach Berlin in Begleitung eines Gendarmen zu Kreuz- Beitung" und im Rorrespondenzblatt des Bundes der in Zusammenhang gebracht werden, sonst würde man zu ganz unternehmen. Der Ober- Staatsanwalt unterbricht Landwirthe" bringen solle. Nach Ansicht des Gerichtshofes hat abnormen Konsequenzen fommen. Was dieses Verschulden be- den Angeklagten mit der Bemerkung, daß solche vom Thema er aber doch den dolus eventualis gehabt, der fraglichen Ertrifft, so ist zunächst ganz außer Frage, daß die Erklärung" abliegende Angriffe gegen eine deutsche Staatsregierung doch klärung die möglichst große Verbreitung zu geben. Wenn er schwere Beleidigungen enthält. Der Verfasser bestreitet der nicht statthaft erscheinen. Der Vorsigende giebt dem An- der bayerischen Landeszeitung" den betreffenden Reichsregierung, daß ihr das Wohl des Vaterlandes die oberste geklagten an die Hand, daß er die zwangsweise Vorführung Artikel übersendet und dieser ohne einschränkende Bemerkung. Richtschnur sei. Das sei der Vorwurf grober und befelbst hätte vermeiden tönnen, wenn er der Vorladung eines wie Nachdruck verboten" u. dgl., abgedruckt wird, dann mußte wußter Pflichtverlegung, und Herrn von Thüngen beutschen Gerichts Folge geleistet hätte. Der Angeklagte hebt der Angeklagte annehmen, daß andere Blätter den Artikel aller konnte der beleidigende Charakter nicht zweifelhaft sein. dem gegenüber hervor, daß er auf den durch nichts begründeten Wahrscheinlichkeit nach übernehmen werden und es geschah mit Mit der Wahl Des Wortes Kadavergehorsam" wird Verdacht hin, lediglich hierher zu kommen gezwungen sei, daß seinem Wissen und Willen, wenn sich andere Zeitungen des bedem Reichskanzler der der Vorwurf gemacht, seine Pflichten er die Veröffentlichung im Volt" gewollt und die Konnerität treffenden Artikels bemächtigten. Den Schuß des§ 193 hat der als Berather" der Krone zu verlegen. Dazu kommt der Vor zwischen der Neuen bayerischen Landeszeitung" und dem Gerichtshof dem Angeklagten nicht zugebilligt, da weder seine wurf des mangelnden Muthes. Ein Mann von der hohen Bolt" gekannt habe. Daß Beides nicht der Fall sei, Gigenschaft als Landwirth noch als Steuerzahler dazu ausreicht, Bildung des Herrn v. Thüngen mußte sofort diese Rede- hätte sich sofort ergeben, wenn der Staatsanwalt wenigstens prinzipiell anzuerkennen, daß er berechtigte Interessen verfochten wendungen als schwere Ehrenkränkungen erkennen. Hat doch der aus eigenem Antriebe eine Voruntersuchung beliebt hätte. habe. Wenn aber auch berechtigte Interessen vorlägen, so wären Angeklagte Oberwinder bei seiner ersten Vernehmung offen zu Der Staatssekretär v. Marschall habe ihm Ungewiß- durch die beleidigende Form die Grenzen derselben überschritten. gestanden, daß er den Abdruck dieser Erklärung bedauere, da er heit vorgeworfen und ihn dadurch gereizt, nachzuweisen, Was den Angeklagten Oberwinder betreffe, so habe die die Form derfelben nicht billige. Der Schutz des§ 193 steht daß die Unwissenheit auf der andern Seite liege. Der An- Berhandlung die Vermuthung, daß er als" Thäter" anzusehen Er habe zwar dar dem Angeklagten v. Thüngen nicht zur Seite, da er zwar Land- geklagte will einen längeren Erturs auf das wirthschaftliche Ge- sei, in feiner Weise entkräftet. wirth und Politiker ist, aber nicht individuelle Interessen zu ver- biet anstellen, er wird aber durch den Vorsitzenden durch den gethan, daß der Artikel in seiner Abwesenheit von der Redaktion treten hatte. Herr v. Thüngen lehnt nun die Verantwort- Hinweis unterbrochen, daß es sich hier lediglich um Be- von einem anderen Redakteur übernommen worden, es sei aber lichkeit für die Veröffentlichung im Volt" ab, da diese leidigungen nach§ 185 handele. Er geht sodann dazu über, in ebenso erwiesen, daß er, noch bevor der Artikel wirklich zum Abohne ſein Buthun erfolgt ſei. Dieser Einwand ist längerem Vortrage den Beweis zu versuchen, daß der Reichs- druck gelangt war, nochmals in der Redaktion erschienen ist. nicht ftichhaltig. Entscheidend ist die Prüfung der Kanzler in der That das Wohl des Vaterlandes dem höheren Die Beweispflicht lag ihm ob, daß außerhalb seines Wollens Frage, worauf der Wille des Herrn v. Thüngen gerichtet Willen untergeordnet und Radavergehorsam bewiesen habe. Er und Könnens liegende Umstände bei der Aufnahme des war, wie er diesen Willen bethätigt hat und welchen Erfolg wird hier wiederholt zur Sache verwiesen; da diese Hinweise Artifels mitgewirkt hätten. Dagegen hat der Gerichtshof dieser Wille hatte. Herr von Th. wollte durchaus diese Er- aber nichts nußen und der Angeklagte nachweifen will, daß in geglaubt, den Angeklagten Memminger, welcher der wissentlichen flärung" in Berlin und vorzugsweise in Berlin ver- bem mit England abgeschlossenen Vertrage bezüglich Sansi bars Hilfeleistung zu der von Herrn v. Thüngen begangenen Beleidigung öffentlichen. Er hat diese Absicht in seiner der Kreuz- Beitung" das Wohl des Vaterlandes hintangesetzt worden sei, so zieht sich beschuldigt ist, freisprechen zu müssen geglaubt. Dem Angezugesandten nachträglichen Erklärung, wonach er die Entgegnung der Gerichtshof zur Berathung darüber zurück, ob dem An- flagten hätte der Nachweis geführt werden müssen, daß er mit gegen den Freiherrn von Marschall einzig und allein der Neuen geklagten das Wort zu entziehen sei. Kenntniß des Inhalts des Artikels die Beihilfe geleistet habe. bayerischen Landeszeitung" zugestellt habe, verschwiegen und Der Gerichtshof hat aber dem Angeklagten geglaubt, daß er diese Kenntniß nicht gehabt, vielmehr den Artikel ungelesen an seinen Sohn weiter gegeben habe, da die Schrift des Herrn v. Thüngen für ihn schwer zu lesen sei. " " " Neuen Der Gerichtshof beschließt, dem Angeklagten bas damit die Verwirrung in der Presse verursacht. Die Neue Wort zu entziehen, wenn er fortfahren wolle, in solch bayerische Landeszeitung" wird in dem ganzen großen Berlin allgemeiner Form fich mit der Person des Kaisers und des Kanzlers in acht Exemplaren gelesen, eine Publikation in dieser Zeitung zu beschäftigen, daß er aber das Wort erhalten werde, wenn er fonnte den Zweck des Herrn von Thüngen nicht erfüllen, es etwa die Behauptung aufstellen wolle, daß der Reichskanzler Eine wahre Springfluth von gerichtlichen Klagen er follte eben die Veröffentlichung in Berlin erfolgen. Es wider befferes Wissen sich dem Willen des Kaisers unterliegt eine doppelte Beleidigung vor, eine die in Bayern ordne. v. Thüngen erklärt hiernach, auf das Wort zu ver- gießt sich jetzt gegen den preußischen Eisenbahnfistus wegen der von demselben vorgenommenen Arbeiten zur Verlegung der und eine solche, die in Berlin begangen ist. Hat der zichten. Stettiner Eisenbahn und der dadurch bedingten Tieferlegung der Angeklagte von Thüngen die ausgesprochene Absicht der Rechtsanwalt Dr. Klasing: Es handele sich hier ledig Gartenstraße, indem sich nämlich die Adjazenten der letzteren und Veröffentlichung in Berlin gehabt, so ist er auch thatsächlich ver- lich um zwei sich in der Deffentlichkeit gegenüberstehende grund- auch die der Nebenstraßen zum großen Theil dadurch schwer ge= antwortlich, wenn die Veröffentlichung in Berlin nicht in den verschiedene Auffassungen über die konftitutionelle Doktrin. schädigt erachten. Gestern kam der erste derartige von einem Miether von ihm angegebenen Beitungen, sondern in einer anderen er- Während die Einen meinen, daß ein leitender Minister nur ber dortigen Gegend angestrengte Prozeß zur Berhandlung vor dem folgte. Bethätigt hatte er diesen seinen Willen schon dadurch, so lange im Amte bleiben tönne, als er überzeugt ist, daß Kammergericht. Das Haus in der Gartenstraße, worin Kläger daß er das Manuffript an Memminger mit dem Auftrage gab, sich der Wille des Monarchen mit seinen eigenen An- seit Jahren ein Restaurationsgeschäft im Keller betreibt, gehört zu für die Veröffentlichung außer in seiner Zeitung auch noch in schauungen deckt, gehe durch die verschiedensten Aeußerungen denjenigen Grundstücken, welche infolge der erwähnten fistalischen zwei Berliner Blättern zu sorgen. Nicht das Mittel, durch welches bes Grafen Caprivi wie ein rother Faden hindurch, daß er Maßnahmen einer dauernden Beschränkung unterworfen worden Diese Veröffentlichung erfolgt ist, ist das Wesentliche, sondern die der mehr militärischen Auffassung seines Verhältnisses zur Krone find. Der Kläger behauptete, daß er durch die erforderlichen Thatsache der in Berlin erfolgten Veröffentlichung, die Herr zuneige. Der Ausdruck kadavergehorsam" und der militärische Arbeiten( Senkung der Hinterstraße 2c.) in seinem Gewerbebetriebe v. Thüngen gewollt und beabsichtigt hat. Es ist zuzugeben, daß Gehorsam, der dem Grafen Caprivi als Leitfaden diene, lasse schwer geschädigt und deshalb berechtigt sei, Entschädigungseine Ueberschreitung des von Thüngen'schen Auftrages seitens des fich wohl unter jenen Begriff des„ Kadavergehorsams" bringen. ansprüche zu erheben. Das Landgericht wies den Kläger mit Angeklagten Memminger stattgefunden hat, damit mußte Herr Der Reichskanzler habe in verschiedenen Aeußerungen die mehr v. Thüngen aber rechnen, und es liegt auf alle Fälle ein dolus soldatische Auffassung von seiner Stellung in den Vorder- seinen Ansprüchen ab. Kläger legte Berufung bei dem Kammergrund gestellt. Es handele sich hier also um diskutable Argumente des ersten Richters noch nicht für ausreichend Es handele sich hier also um diskutable gericht ein, welches im gestrigen Audienztermin jedenfalls die Ist aber der Angeklagte v. Thüngen schuldig, so hat sich politische Doktrinen, nicht aber um den Vorwurf der Pflicht- erachtete, indem es die Vorlegung der Enteignungsakten des auch der Angeklagte Memminger schuldig gemacht, denn er widrigkeit. Außerdem liege nicht immer in der Behauptung Polizeipräsidiums bezüglich des in Rede stehenden Hauses ist an sich dem Auftrage, die Erklärung auch in Berlin zu ver- einer Pflichtwidrigkeit eine Beleidigung. Auch die Wendung, beschloß. öffentlichen, nachgekommen und nur in bezug auf die Art und daß Herr von Caprivi in rührender Offenheit" bei einem Weise abgewichen. Die Veröffentlichung ist mit dem Bewußtsein parlamentarischen Diner ausgeplaudert habe: er mache nicht und dem Willen erfolgt, daß, obgleich die Erklärung zunächst seine Politit, sondern die Politik seines kaiserlichen Herrn" eventualis vor. Geschäfts- Eröffnung zwischen Adalbertstraße Oranienstr. 173 awischen Adalbertstraße und Oranienplatz. und Dranienplatz. 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Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Verlammlung pünktlich zu erscheinen. W. Lorenz, Roppenstr. 47. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Buchhandlung des„ Vorwärts" " Berlin SW., Beuthstr. 2. Kein Prozeß der neueren Zeit hat soviel Aufsehen erregt, als der über die Polizeiattacken anläßlich der Berliner Arbeitslosen- Versamminng am 18. Januar d. J. Nicht blos der Fall Brausewetter" hat allgemeines Aufsehen erregt, mehr noch forderte die öffentliche Aufmerksamkeit heraus der in den Zeugenaussagen dieses Prozesses sowie des am 30. Mai abge handelten Prozesses Pawlowitsch dargelegte aktenmäßige Aufschluß über die Taktik der Berliner politischen Polizei, mittelft ihrer in verlumpte Arbeiterkleider gesteckten und mit Gummischläuchen bewaffneten Beamten die öffentliche Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Wir empfehlen daher: Bezirks- Versammlungen Die Polizei und die Arbeitslosen. Montag, den 4. Juni, Abends 8 Uhr. Norden: Im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen C. Hoffmann über„ Organisation". 2. Distuffion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Süd- Osten Im Vereinshaus Süd- Ost, Waldemarstr. 75. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Alfred Bernstein. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 439/19 Nichtmitglieder haben Zutritt. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Ortsverwaltung. Bur Beachtung! Die Zahlstelle 5( Kahlerstr. 15 bei Furchtbar) ist auf Veranlassung des Herrn Furchtbar vorläufig eingegangen. D. D. Achtung, Töpfer und Berufsgenossen! Wir machen hiermit bekannt, daß der Arbeitsnachweis des Vereins zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer und Berufsgenossen Berlins u. Ümgegend sich vom Sonnabend, den 2. Juni d. J., ab, Gipsstr. 16 im Restaurant befindet. Auch werden dort von da ab die freiwilligen Beiträge entgegen. genommen. 470/19 Ebenfalls werden dort die Beiträge zur Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Töpfer Deutschlands entgegengenommen, sowie Mitglieder aufgenommen. Das Krankengeld wird Sonnabends, Nachm. von 22-5 Uhr, ausgezahlt. J. A.: Richard Topf, Gipsstr. 16. Achtung! Stuckateure. Große öffentliche Versammlung der Stuckateure Schöneberg's und Umgeg. am Sonntag, 3. Juni, Varm. 11 Uhr, in Jakob's Salon, Grunewaldstraße 110. Tages Ordnung: 1. Wie beseitigen wir die Schäden in unserer Gewerkschaft. Referent Fritz Grüneberg. 2. Bericht des Vertrauensmanns von Schöneberg. 3. Verschiedenes. 436/17 Bur Deckung der Unkosten findet Zellersammlung statt. Der Vertrauensmann. R. Eichhorn, Sedanstraße 50. Stenographischer Bericht über die Gerichtsverhandlungen gegen die acht Redakteure vom 8. n. 9. Mai 1894. Preis 15 Pfg. Porto 5 Pfg. 68 Seiten gr. 8°. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Sonnabend, den 2. Juni, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Deigmüller, Alte Jakobstraße 48a: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Hoffmann über:„ Gesetz und Recht". 2. Distuffion. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Kollegen werden im eigenen Juteresse ersucht, pünktlich zu erscheinen. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Grosses Sommer- Fest Montag, den 18. Juni 1894, in der Neuen Welt, Hasenhaide. Großes Concert und Feuerwerk. Unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Liederluft"( Mitgl. d. A.-S.-V.). Spezialitäten- Vorstellung. Kinderbelustigungen. Grosser Ball im Bal champêtre. Herren, die darantheilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis! Entree 30 Pf. Anfang 4 hr. Kollegen! Da wir kontraktlich gebunden sind und dadurch dem Fachverein bedeutende Ausgaben erwachsen, ersuchen wir im Jnteresse unserer Organisation um zahlreiche Abnahme von Billets. Billets à 30 Pf. sind zu haben: Restaurant Rohr, Naunynstr. 78, und den Kollegen Ernst Koch, Gräfestr. 12, H. 2 Tr., Mattutat, Manteuffelstr. 110a, Quergeb. 2 Tr., P. Scholz, Am Ostbahnhof 7, v. 3 Tr. Der Vorstand. 475/6 Achtung, Zimmerlente! Ausstellung Italien in Berlin. Sonntag, den 3. Juni, Vorm. 10 Uhr: Große öffentliche Versammlung Tages Ordnung: fämmtl. Zimmerleute Berlins und Umgegend im Lokale des Herrn Cohn, Beuthstraße 22, 1 Treppe. 1. Der Streit der Zimmerleute in Danzig und wie verhalten wir uns zu demselben? 2. Verschiedenes. Der Vertrauensmann: Th. Fischer, Dunckerstr. 4. Gleichzeitig ersuche alle Diejenigen, welche Sammellisten für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter von mir entnommen haben, dieselben in der Versammlung bestimmt abzuliefern. 363/16 D. 0. ( Stadtbahn- Station: Zoologischer Garten.) Täglich geöffnet von Morgens 10 Uhr bis Abends 12 Uhr. Massen- Konzerte sämmtl. italien. Musikkorps, darunter des Gr. italienischen Opern- Orchesters des Maestro Cav. Gialdino Gialdini, der Bersaglieri- Kapelle des Maestro Giacomo Gatti, des Venezian. Serenaden- Orchesters des Mobile de Malipiero, des Mandolinen- Korps des Prof. Frouth. Ferner: Mailänder Marionetten- Theater u. Venezian. Variété etc. Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4435L am biengen Plaze wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate find am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr.2. Sophastoff Reste in Rips, Damast, Crêpe, Fantasie, Gobelin, Plüsch und bunten Mocquets spottbillig! Proben franko: 5150L* Berlin S., Emil Lefèvre, Oranienstraße 158. Bitte lesen Sie! Jedem Genossen, der billig und gut taufen will, empfehle mein sehr reichh. Lager von ca. 1000 Sommer- paletots, 2000 Anzüge, sowie einzelne Röcke, Jaquets, Hosen, Westen c. Ferner Uhren, Ketten, Ringe, Betten, Wäsche, Stiefel, Hüte, Reise- u. Holzkoffer, Waschkessel 2c. 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Biere Brunnenstrasse 185. !!! 1000 Damen!!! Staub- u. Regenmäntel v. 4-20 m., Sammet-, Seiden-, Spitzen- Kragen 26is 15 M., Jaquets mit Seidenfutter 4 bis 10 M., Rester- u. Partie waaren- Handlung Landsbergerstr. 48, I. aus dem Bürgerlichen Brauhaus Dresden- Plauen Münchener Brauhaus- Bier, Pilsner M. 24,- per Hektoliter Kulmbacher M. 25,- per Hektoliter empfiehlt frei ins Hans Gustav Ebert, den echten vollständig ebenbürtig 476/11 Generalvertreter des Bürgerl. Brauhaus, Dresden- Plauen, Berlin 80., Forsterstraße Nr. 52 II. NB. Schleunige Bestellungen, sowohl schriftliche als auch telephonische, bitte ich sofort an die Eiskellerei des Bürgerlichen Brauhaus Dresden- Plauen ( Frdr. Wm. Richter Nachf.) Berlin SW, Möckernstr. 26, Telephon- Amt VI. 461. 1. Vortrag über: Sapitalismus und Sozialismus". 2. Diskussion. zu richten. 3. Vereinsangelegenheiten.- Kollegen! In diesen Bersammlungen ist jedem Kollegen der betr. Bezirke Gelegenheit gegeben, zu erscheinen, also erscheint in Eurer alten Kampforganisation. J. A.: C. Blanrock. Charlottenburg! Achtung! Maurer! Achtung! Am Sonning, den 3. Juni, Vormittags 10/2 Uhr, findet in 445/20 Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 39, die Achtung! Filzschuharbeiter Berlins und Umgegend. 10226 ff. Weissbier empfiehlt[ 10100 H. Kelm, Wasserthorstr. 39. Fabriken erhalten Vorzugspreise. Kein Boykott- Bier!! Prenzlauer Allee 224, Ecte Tresckowstr. Vereinsz. z. vg. Gr. Vereinszimmer Simeonstr. 23. Gefangverein für Dienstag zu leiten gesucht. E. Malmène, MusikDirektor, Neanderstr. 22, 2 Tr. Möbl. Schlafft. n. v. Adalbertstr. 84, Ww. Gesch. 1016b Frdl. Schlafft. Manteuffelstr. 84, v. 2 Tr. r. 1024b Schlafft. z. verm. Koppenstr. 74, H. b. Pichechholz. 1014b Möbl. Schlafft. v. 1 Tr., sep. E. bei Achtung! vels. Genosse sucht Theilnehmer zum möbl. und alle in der Schuh- und Pantoffelfabrik beschäft. Arbeiter Wittwe Nispet, Stalizerſtr. 12. Sonnabend, den 2. Juni, Abends 8 Mör, vei Feefeldt, Grenadierfir. 33: Zimmer. Priagenſfer. 0, 8 Tr. r. Große Vereins- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Mitglieder- Versammlung des Zentralverb. deutscher Maurer und Neuwahl des Arbeitsnachweis. 5. Berſchiebenes. statt. Zages Ordnung: 1. Aufnahme netter Mitglieder und Wahl des definitiven Borstandes. 2. Vortrag des Kollegen Silberschmidt. 3. Diskussion. 451/15 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Bericht Bitte die Kollegen recht zahlreich zu erscheinen Der Vorstand. J. A.: A. Jänsch, Borsigender. Verein Schäftebranche. 9,£ r. Frol. Schlafft. Rochstr. 52, Hof 1 Tr. Arbeitsmarkt. Tüchtige Marmor- Steinmeke sucht Attien Gesellschaft Kiefer, Trebbinerstr. 7. V 1012b Jeder Maurer hat Zutritt und ersuche die Kollegen recht zahlreich zu erscheinen. W. Schulze, rummeftr. 27. Sonnabend, 2. Juni, Abends 9 Uhr, Wallstr. 20: Versammlung. Künstl. Zähne, festsitzend, unt. Garantie. Plomben 1,50. Schmerzlos. Zahnz.und. 10. Juni: Dampferpartie. Billets zu haben in der Versammlung Tischlerlehrling verl. Berndt, Nervtödten 1 M. Theilzahlg. Zahnarzt Wolff, Leipzigerst. 22. Sprechst. 7-8 und im Arbeitsnachweis Rosenstr. 30 bei Wernau. 1015b Friedrichsberg, Blumenthalstr. 42. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. N 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 124. Freitag, den 1. Juni 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Varteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! wie er um den ihrer Arbeiter in ganz entfehlicher Weise umgehen. Redner be- Anschließend hieran wies ubwig darauf hin, daß die Versammlungen. leuchtete noch weitere Maßnahmen der Regierung zu gunsten der Arbeiter Bildungsschule geschaffen worden sei, Agrarier. Solche Zustände wären nicht möglich, wenn die große Arbeitern denjenigen Grad von Bildung zu verschaffen, Ueber den Antrag des Grafen Kanik auf Regulirnng Masse des Voltes, gut deutsch ausgedrückt, nicht noch so dumm der erforderlich sei, um die Bedeutung eines Vors der Getreidepreise durch das Reich sprach Reichstags- wäre. Die tollsten Schreier von allen seien die ostelbischen trages, wie des gehörten, voll erfassen und würdigen Abgeordneter Bebel am 30. mai vor einer im Schulz'schen Junter, denen der Mund trotz aller hingeworfenen fetten Bissen zu fönnen, und forderte auf, diese Gelegenheit nach Möglichkeit Gesellschaftsgarten( Gesundbrunnen) tagenden Volksversammlung. nicht gestopft werden könne. Und für dieses Geschrei habe man zu benutzen.( Bravo!) Diesem Ersuchen schloß sich der VorTrotzdem Tische und Stühle aus dem Saale entfernt waren, an gewissen Etellen höchst sonderbar aufmerkiames Gehör. fizende Brintmann an, welcher noch das Lesen der Arbeiterwar derselbe doch zum Erdrücken voll und nahm die Redner zog weiter den russischen Handelsvertrag in das presse befürwortete. Nachdem noch beschlossen worden war, den Polizei Veranlassung, das Lokal zu sperren. Um 3/49 Uhr er- Bereich seiner Betrachtungen und verbreitete fich in ein- Ueberschuß der fortgefeßten Tellersammlung zur Unterstützung schien Bebel, von den Versammelten lebhaft begrüßt, und begann gehender Weise über die einschlägigen Verhältnisse. Verhältnisse. An der ausgesperrten Brauerei- Arbeiter und Kuhnheim'schen Arbeiter bald darauf sein Referat. Nach seiner Meinung habe die der Hand eines reichen statistischen Materials wies der zu verwenden, flang die imposante Boltsversammlung in enthus fozialdemokratische Partei als solche, wie auch die sozialdemo: Vortragende nach, daß alle Vortheile der Zölle u. f. w. nur einer stastischen Hochrufen auf Bebel und die Sozialdemokratie aus. fratische Bresse diesem Thema, welches manchem befreindlich verhältnißmäßig fleinen Zahl von Großgrundbesitzern mit einem erscheinen dürfte, zu wenig Beachtung geschenkt, da daffelbe riesenhaften Besißthum zu gute kämen. Diese Herren feien es, beiter und Arbeiterinnen hielten am 18. Mai eine Die in der Kürschnerbrauche beschäftigten Ar. Gegenstand eingehender Erörterungen zu bilden berufen sei und welche den kleinen Bauernstand ruiniren, dezimiren, nicht die im engen Zusammenhange mit der Agrarfrage stehe. Redner Juden. Unter jenen Herren wäre kein Jude zu finden. Dieses öffentliche Versammlung ab. Das Referat über das Thema: Was lehrt uns die lange Arbeitslosigkeit" batte der Genosse berührte in seinen Ausführungen den herrschenden Nothstand, Riesenwachsthum der ländlichen Grundbesize verschlechtere die der seit einer Reihe von Jahren in stetem Wachsen begriffen sei ländlichen Verhältnisse im höchsten Maße. Wenn die Agrarier Rogge übernommen. Redner bespricht in seinem Referat ein und für die Zukunft die schwersten Bedenken ergebe. An der darüber klagen, daß die Preise der Lebensmittel immer mehr gehend die Schäden der sogenannten Saisonarbeit für die im Hand der Statistik wies Redner nach, daß der Verbrauch des finken, so merke das arme Volk doch sehr wenig davon. Redner Kürschnerberufe Beschäftigten, und schildert der Versammlung den Brotgetreides feit einer Reihe von Jahren in stetem Sinken schildert den heutigen rationellen Betrieb der Landwirthschaft Werth der Gewerkschaftsorganisation zur Beseitigung aller aus wies begriffen sei. Während im Jahre 1878 79 im Durchschnitt auf und nach, daß, wenn der diesen Verhältnissen entspringenden Uebelständen. Von einer landwirthschaftliche den Kopf der Bevölkerung noch 230 Kilo entfielen, betrug der Grund und Boden so bewirthschaftet würde, Diskussion wurde Abstand genommen und gelangten zwei NeDurchschnittsverbrauch an Brotgetreide im Jahre 91/92 pro Kopf nach dem Stande der heutigen Wissenschaft bewirthschaftet wer ihr Einverständniß mit dem Referenten und erwartet eine folutionen zur Annahme. Die eine der Refolutionen bekundete nicht mehr in der Lage, das nothwendigste Lebensmittel, das Brot, in wie Deutschland jet: hat, gewonnen werden könnten. Einerseite Besserung nur von dem Verband der deutschen Kürschner. Die zweite Resolution spricht sich für den Bierboykott ausreichendem Maße sich zu beschaffen. Mit dem Fleischkonsum verständen die Agrarier nicht zu wirthschaften, andererseits lebten sei es ebenso bestellt, auch dieser sei im ständigen Sinten be dieselben standesgemäß, die Folge sei der" Nothstand" der aus. Hierauf wurde folgende Tagesordnung für den inter griffen und nehme die Arbeiterbevölkerung an dem Fleischkonsum Agrarier!" Nach Annahme des russischen Handelsvertrages tam nationalen Kongreß der Rürschner angenommen, die demselben verhältnißmäßig in nur sehr geringem Maße theil. Für den Graf Kanit mit seinem Antrage, der bezweckte, daß der Staat zur Annahme unterbreitet werden soll: 1. Bericht der Delegirten. herrschenden Nothstand spreche sehr anschaulich die Statistik über den Agrariern einen Minimalpreis, der weit über den Durchschnitts- desselben. 3. Welche Arbeit soll dem Sekretariat zugewiesen 2. Internationales Sekretariat und Bestimmung über den Sib die wegen Bettelei in Sachsen bestraften Personen. Es wurden preis der letzten Jahrzehnte hinausgehe, auf Kosten der Getreide verbestraft im Jahre 1890: 8815 Personen, 1891: 10 075, 1892: brauchenden Bevölkerung für Getreide garantire. Dies sei das Uner- werden. 4. Agitation und Taktik. 5. Internationales Fachorgan. 6. Verschiedenes. 18 292 Personen. Allen diesen und noch weiteren offenfundigen börteste, was bis jetzt dagewesen. Mit demselben Rechte könnte jeder Thatsachen gegenüber habe man sich im Reichstage und anders- einen Garantiepreis für seine Waare verlangen, nicht zum Von der Agitation@ tommission hatten die Kollegen Freyer, wo nicht dazu verstehen können, den Nothstand anzuerkennen. wenigsten der Arbeiter einen Minimallohn. Derselbe Graf Kanig Wier und Dittmann ihr Amt niedergelegt; für die Ausscheidenden Bei der Echilderung des Weberelends im Eulengebirge babe wenige Tage, nachdem er seinen Antrag im Reichstage ein traten die Kollegen Ahnert, Peter und Budnayti ein. hätten die Herren von der Rechten einer nach dem andern den gebracht, im Landtage den Großindustriellen den guten Rath ge Der Verein der Lithographen, Steindrucker und Be Saal verlassen. Dagegen fei man eifrig bemüht gewesen, einen geben, die Löhne der Arbeiter herabsetzen! Der Antrag Kanit rufsgenossen Teutschlands( Filiale Berlin) hielt am 24. Mai anderen Nothstand, den der Agrarier, zu debattiren und plausibel sei unter allen Umständen zu bekämpfen, da derselbe bezwecke, feine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Zunächst gab der zu machen. Redner gab ein erbauliches Bild von dem Tausch auf Kosten der großen Mehrheit des Boltes einer winzigen Filialtafsirer, Kollege W. Brall, bekannt, daß sich der Mitgliedergeschäft, das Großgrundbesitzer und Großindustrielle mit den Minderheit kolossale Vortheile zu verschaffen. Wenn der stand der Berliner Filiale um 41 Kollegen vermehrt habe. Weiter Schutzöllen machten, die nur diesen zum Vortheil gereichten, Privatbesitz außer stande sei, theilte derselbe mit, daß an Extra- Unterstützung am Abend des nicht aber den Kleinbauern und den Kleinhandwerkern. Die den Bedürfnissen der Bevölkerung Rechnung zu tragen, 1. Mai er. an 21 arbeitslose Vereinsmitglieder 126 Mart, Einnahmen aus den Echutzöllen allein hätten ausgereicht, die dann habe er augenfällig bewiesen, daß er abgewirthschaftet à Person 6 M., zur Auszahlung gekommen sind. Der 1. BeGroßgrundbesitzer zu wohihabenden Leuten zu machen, falls der habe und es Zeit sei, daß der Grund und Boden in gesellschaft vollmächtigte, Kollege H. Schöpfe, erklärte, daß das neuGrundbesitz nicht ertragsfähig genug gewesen wäre. Diese Herren lichen Besitz wieder überzugehen habe. Dieser Gedanke müsse in geschaffene, in der Neuen Friedrichstraße Nr. 86, I belegene hätten einen Nothstand nicht zu spüren bekommen, troßdem sie immer die Maffe geworfen, propagirt werden. Begreiflich sei es, daß Bentralbureau der Berliner Verwaltung am 1. Juni d. J. zum über ihren Nothstand schreien, über die hohen Arbeitslöhne, die sie die Agrarier sich nicht schämen, auch die Reichsrente à la Stanis ersten Male in Funktion treten werde; alles übrige hierauf Be= zahlen müffen, die in Wahrheit Hungerlöhne seien und tausende von anzunehmen. Demgegenüber babe das arbeitende Volk die Forzügliche werde den Mitgliedern durch ein Flugblatt rechtzeitig Arbeitern zur Sachsengängerei veranlassen. Vermehrt würden derung zu stellen auf Verbesserung seiner Lage durch Vergesell- bekannt gegeben werden. die Einnahmen der Großgrundbesitzer durch die Liebesgaben für schaftlichung des Grund und Bodens. Dieser Gedanke Weiteren berichtete Rollege Schöpfe über den Spiritus und Zucker, welche Industrien ganz bedeutende Acker wirksames Agitationsmittel für die länd Ausgang der Streitangelegenheit bei Briefter u. Eyt, flächen in Anspruch nehmen. Thatsächlich fause man in England liche Bevölkerung. In diesem Sinne müffe agitirt gleichzeitig mittheilend, daß die über die genannte Firma deutschen Zucker billiger als in Leutschland. Infolge der Aus werden und wenn dies geschehe, dann würden uns Gebiete er- verhängte Sperre ihrer nunmehrigen Zwedlosigkeit wegen als fuhrprämie haben die Herren Agrarier in den letzten 20 Jahren obert werden, die uns sonst noch Jahre lang verschlossen bleiben aufgehoben zu betrachten sei. Nachdem Kollege Schädlich über nicht weniger als 400 Millionen Mark aus den Taschen der würden. Die Durchführung dieses Gedankens würde der die Thätigkeit des Arbeitsnachweises während der Zeit vom Steuerzahler eingefäcfelt. Begreiflich fet es, daß diese Herren iozialistischen Gesellschaft die Wege ebnen. Der mehr als zwei- 1. April 1898 bis 31. März 1894 eingehend Bericht erstattet, furchtbar patriotisch seien, daß aber die armen Steuerzahler das fündige Vortrag wurde mit größtem Beifall entgegengenommen. nach welchem es möglich gewesen ist, 286 vakante Stellen durch theure" Vaterland mit ganz anderen Augen ansehen. Von der Liebes Da Gegner sich nicht zum Worte meldeten, wurde von einer Mitglieder, 40 durch Nichtmitglieder zu besetzen, erhielt Kollege gabe von 40 Mill. Mark jährlich für Spiritus falle den Großbrennern Diskussion Abstand genommen. Einstimmig stimmte die Ver- Leuschner das Wort zu der Mittheilung, daß es der Vorstand der Löwenantheil von 36 Millionen Mark zu. Es sei ebenso fammlung folgender Resolution zu: für zweckmäßig erachte, in Rücksichtnahme auf das am begreiflich, daß auch diese Schnapsbarone das größte Interesse Die heutige Volisversammlung erklärt sich mit den Aus- 19. August d. J. stattfindende große allgemeine Sommerfest der an der Erhaltung dieser schönen Zustände haben. Trotz alledem ührungen des Referenten einrerstanden, erkennt an, daß die be- graphischen Berufe Berlins das eigene Stiftungsfest bis zum haben diese Herren die Stirne, über ihren" Nothstand" zu stehenden überaus traurigen wirthschaftlichen Verhältniffe, die dazu Herbst zu verschieben. In der Diskussion hierüber erschien jedoch schreien und die Regierung, den Staat, der ihnen alle jene Vor angethan, das arbeitende Volt nach und nach verhungern zu lassen, nur ein noch weitergehender Antrag des Kollegen Friedewald,„ zu theile gewährt, mit Vorwürfen zu überhäufen dafür, daß jene fie auf das Konto der kapitalistischen Wirthschaftsordnung zu setzen gunsten der start geschwächten Matineekasse von der Veranstaltung nicht aus ihrer jämmerlichen Lage erretten. Die Aufhebung der sind. Die Versammlung ist sich bewußt, daß nur durch den Sieg eigener Festlichkeiten auch des geplanten Herrenabends Grund- und Gebäudesteuer verschaffe den Großgrundbefizern der sozialistisch kommunistischen Wirthschaftsweise über die diesen Sommer überhaupt Abstand nehmen zu wollen"; der Antrag neue erhebliche Vortheile. Wenn Graf Konig meine, daß diese fapitalistische eine Berbefferung für die arbeitende Klasse herbei wurde einstimmig angenommen und damit beschlossen, im Laufe der Jahre durch die Mehrkosten der Unfall. geführt werden kann und verpflichtet sich demzufolge, fortgesezt daß das Stiftungsfest der Filiale Berlin bis zum versicherung ausgeglichen würden, so würde dies nur be- mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für die Ausbreitung der nächsten Frühjahr zu verschieben sei, da sei, da man gleichweisen, daß die Großgrundbesitzer mit den Gliedmaßen sozialistischen Jdeen Sorge zu tragen." zeitig damit das Jubiläumsfest des zehnjährigen Das Brauergewissen. Vor vielen, vielen Jahren lebte einmal ein junger Brauer. Sein Geschäft blühte, denn der Durst seiner Zeitgenossen war ein gefegneter. Je mehr sie aber tranfen, desto unfähiger wurden ihre Zungen, das Bier auf seine Reinheit zu prüfen, und immer stärker wollten sie es haben, immer mundvoller. biete ein an Grund und Boden = Du Zuckersäcke schütteln lassen und den Auskehricht in den Sud geworfen. Damit das Gebräu stärker erscheine, hast Du Taumellolch abgekocht und Dein Geschmiere mit Glyzerin verdickt. Die Und noch vieles andere hast Du gethan, nur nichts gutes. Unter Deinen Mitmenschen hat Deine Profitgier ärger gewüthet als selbst die Cholera. Sieh, das alles sagt mir Dein schmutziges Gewissen." Der junge Brauer wandte sich unter der Strafpredigt des Einsiedlers. Was muß ich thun, um wieder gesund zu werden?" stammelte er. " Ein reines Gewiffen bekommen. Geh' an den Bach, der hinter der Hütte fließt, und wasche Deinen Schmutzlappen. Und der junge Brauer ging an das fließende Wasser und wusch und bläute und rang bis in die sinkende Nacht, aber sein Und der Brauer ging hin und that nach ihrem Willen, und sein Geschäft blühte noch mehr. Eines Tages wurde er plötzlich trant. Auf der Brust lag es ihm wie ein Felsblock, er bekam teinen Athem, und während der Nacht lag er Stunden hindurch schlaflos auf seinem Lager. Ram endlich der Schlummer, dann träumte er von lauter Leichen, die er dugendweise nacheinander auf den Friedhof farren mußte. Da ging er zu den Doktores Geivissen blieb unrein. und fragte sie um Nath. Sie meinten, er trinfe Am andern Morgen sprach der Einsiedler: Dein Gewissen zuviel. Er aber fonnte ihnen zur Antwort geben, ist noch immer schmußig, Du hast die Profitgier, die mit dem daß er von all dem Bier, das er gebraut, auch noch nicht ein Seidel getrunken. Und er fiagte die Medizinal und Sanitätsräthe. Sie schüttelten die weisen Häupter, aber helfen konnten sie ihm auch nicht. Da rieth ihm ein altes Weiblein, er folle es ein mal mit dem Einsiedler versuchen; der sei ein weiser Mann und tönne mehr als Brot essen. Leben des Nächsten spielt, wie mit Seifenblasen, noch nicht von Dir gethan. Geh' in Dich und beffere Dich." Und der Brauer wusch und wusch und aus Angst für sein Leben wurde er ganz zerknirscht und faßte die besten Vorfäße. Da wurde sein Gewissen rein wie frischgefallener Schnee. " Ho!" sagte der Einsiedler, nun hänge Dein Gewissen dort auf die Weißdornhecke, damit es trocknet. Du selbst aber komm' mit in meine Wohnung. Ich will dir etwas vorjeßen, nach der harten Arbeit wirst Du Hunger haben." Eines schönen Tages im Frühling machte sich der junge Brauer auf den Weg zum Einsiedler. Er fand die Hütte des einsamen Mannes mitten im Walde, der Alte stand vor der Thür und lauschte auf den Gefang der Vögel. Er theilte ihm Als nach einiger Zeit der Einsiedler mit seinem Gaste sein Anliegen mit. Und der alte Einsiedel sah ihm lang und wieder ins Freie trat, war das Gewissen des Brauers verscharf in die Augen und sprach:" Was Dir fehlt, weiß ich: Dich schwunden. Vor der Weißdornhecke stand die Ziege des Ein drückt das Gewissen. Bu helfen ist Dir noch, da Du jung bist, siedlers und faute und würgte, und ein weißer Bipfel bing aber die Kur geht auf Leben und Tod. Bist Du einverstanden, ihr noch aus dem Maule. Jammernd sprang der Brauer hinzu fo beginne ich." aber es war zu spät. Da hob der Einsiedler die Hand und sprach: Geh hin, Brauer, woher du gekommen. Dir ist nicht mehr zu helfen." Der Brauer nickte. Da griff ihm der Einsiedler zwischen Hemdkragen und Haut und brachte einen Lappen zum Vorschein, der so schmutzig und besudelt war wie der Fußfeßen eines Soldaten nach einem Uebungsmarsch. Und der junge Brauer fehrte wieder zu seinem Brauhause zurück und trieb es ärger denn zuvor. Er erreichte ein hohes Alter, denn er trank nie von seinem Bräu, und sein Gewissen plagte ihn nicht mehr; das hatte die Ziege gefressen. * Sieh", sagte der Einsiedler, das ist Dein Gewiffen. Daß es so schmuzig ist, daran bist Du allein schuld. Du hast schlecht an Deinen Mitmenschen gehandelt. Einen Labetrunt hast Du Der Brauer ist schon lange todt, hat aber viele Nachkommen ihnen versprochen und vorgesetzt hast Du ihnen ein Gebräu, hinterlassen. Alle sind Brauer geworden, alle sind wohlhabend ärger denn Gift. Die Profitgier ist in Dich gefahren, und des und reich, mancher hat es zum Millionär gebracht. Sie leben halb bist Du so schlecht geworden. An Hopfen und Malz haft luftig und guter Dinge in den Tag hinein, denn sie alle find Du gespart und damit man nicht auf Deine Schliche kommt, haft ja gewiffenlos. ( Aus dem Wahren Jakob".) Literarisches. für Intrennbarkeit und die Durchführung der noth wendigen religiösen und sozialen Reformen. Von Dr. Hermann Stolp. Berlin 1894. Friedrichs u. Ko. Haufenweise tauchen jetzt Biedermänner auf, die, einem tiefgefühlten Bedürfnisse folgend, die Welt mit neuen Plänen für religiöse und soziale Reformen beglücken. Der neueste in der Reihe ist ein sicherer Dr. Hermann Stolp, der als Welten reformator gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will. Der tonfuse Titel seiner 40 Seiten haltenden Broschüre soll näm lich besagen, daß eine religiöse Reform und eine soziale Reform einander gegenseitig bedingen, nur gemeinschaftlich sich verwirk lichen lassen und daß der Verfasser selbst das Rezept zu dieser Doppelreform in der Tasche hat. Besagter Dr. Stolp ist so eine Art Egidy, aus dem Militärischen ins Stammtischphilisterhafte übersetzt. Mit der Religionsreform muß angefangen werden das ernste Wollen" ist die Hauptsache, würde Egidy sagen-; daraus ergiebt sich dann die soziale Reform ganz von selbst, im Handumdrehen Kleinigkeit! Bekenntniffe", nennt Herr Dr. Stolp seine seichten und verworrenen Betrachtungen über alles mögliche, was sich mit einer Religions- und Sozial reform in Zusammenhang bringen läßt. Auf zwei Seiten wird die Staatslehre", auf je einer halben die" Sitten". und die Rechtslehre" abgehandelt. Doch seinen Trumpf spielt er zuletzt aus; das find die sozial- christlichen Gemeinschaften", die sich in Heimburgen"- nicht in Kirchenversammeln werden. Bon ihnen wird die Welterneuerung ausgehen. Große Dinge ver spricht sich der neue Buddha, Muhamed oder Egidy von seinen Gründungen und Ideen. Stolz kündigt er an: Jedenfalls find fie( die Stolp'schen Bekenntniffe) im ftande und können die Veraulassung werden, daß sich auch eine umfassende und neue Literatur daraus entwickelt." Einige felbstverfaßte Musterlieder dieser neuen Literatur ist er so freundlich, zum Besten zu geben. Wir müssen indeß bekennen, daß wir für deren Verständniß wahr scheinlich nicht reif sind, denn uns wurde dabei zu Muthe, als ob wir einen dressirten Pudel zum Leierkasten winseln hörten. gl. Deutsche Bürgerkunde. Kleines Handbuch des politisch Wissenswerthen. Von Georg Hoffmann und Ernst Groth. Leipzig 1894. F. 2. Grunvw. " " Das 312 Seiten umfaffende Büchelchen ist ein Versuch, in volksthümlicher Sprache einen zusammenhängenden Ueberblick über das zu geben, was jedermann in Deutschland über unsere Ber OX " Uhr, in Reichert's Feitfälen, Müllerstr. 7. Bäite willommen, Schule, Müllerfraße 179a und Südost Schule. Waldemar str. 14 é Deutsch( Logik und Rethorit). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Geselliger Verein Anker". Sigung Freitag, den 1. Junt, Abends Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Nord1 1 Borwärts 1, S.D. Adalbertstr. 21, bet Roll. Buch= Summer' f cher Gefangverein, Langestraße 65, bei Tempel. 1 Maiz Karthaus'scher Gesang= Bestehens unserer Gewerkschaftsorganisation verbinden könne.- so bemerkt Redner, um den Arbeitern ihre Macht zu entreißen, lungen verstärkt. Unter Verschiedenem" bemängelte Fride I Hierauf erhielt Herr Joel das Wort zu seinem Vortrage, der und sie der Bevormundung der Arbeitgeber zu überliefern. Die die nach seiner Meinung sehr minimale Leistung der Schulin äußerst fesselnder Weise das Thema:" Die moderne Natur- Statuten der Junungs- Krankenkasse werden den Mitgliedern kommission. Reinte hielt ihm entgegen, daß die anschauung und ihre Einwirkung auf die Gegenwart" behandelte. schwer zugänglich gemacht, während andererseits eine strifte Kommission ihre Schuldigkeit in vollem Maße gethan -Als nächster Punkt auf der Tagesordnung ſtand: Ersatzwahl Innehaltung der Statuten verlangt wird. Irgend welchen Vor- und erreicht habe, daß die Schule am 1. Juli einen eines Hauptkassen- Revisors an Stelle des abgereisten Kollegen theil fönne die Junungskasse schon deshalb ihren Mitgliedern Reftor erhalten und die Verhältnisse in derselben auf Neugebauer. Die per Atklamation vorgenommene Wahl fiel nicht bringen, weil bei allen Geldausgaben die Junung erst ihr gebessert werden sollen; geschehe es nicht, so werde sie weitere einstimmig auf den Kollegen Stropp. Unter" Verschiedenes" gewichtiges Wort mitzureden habe. Trotz gefeßlich eingeräumten Maßnahmen treffen. Brosowski machte Mittheilung von gab Kollege Leuschner noch bekannt, daß das Stiftungsfest der Rechtes, wonach Jemand, der einer freien Hilfskaffe angehöre, dem Versuch einiger bürgerlicher Gemeindevertreter, ihn resp. Berliner Filiale des Deutschen Senefelder- Bundes am 9. Juni einer weiteren Raffe nicht angehören brauche, üben die Innungs: den Arbeiterverein zu bewegen, gegen die Wiederwahl des Ge d. J. stattfinde. Nach nunmehr endgiltiger Beilegung der leidigen meister, dieses Recht gänzlich ignorirend, einen gewaltigen meindevorstehers Friese zu protestiren. Da dieser Herr jedoch Angelegenheit Andreas Müller kontra Albert Schulz schloß der Druck gegen die Gefellen aus, indem sie dieselben ohne in jeder Beziehung und auch den Arbeitern gegenüber anständig Vorsitzende unter einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die ihren Willen einfach bei der Innungs- Krantentaffe anmelde auftritt, so babe er erflärt, daß zielbewußte Arbeiter sich nicht Organisation die gut besuchte Versammlung. Eisener, Vertreter der Innungs Krankenkasse, erklärt die zu Kompromissen mit bürgerlichen Parteien und am allerwenigsten Der Gauverein Berliner Bildhauer faßte in der Ver- Ursache der Gründung der Junungs- Krankenkasse dahin, daß der zu Vorspanndiensten für deren Sonderinteressen herbei ließen; fammlung am 29. Mai den Beschluß, sein für den 16. Juni d. J. Hauptzweck der Innung war, die älteren Kollegen auszumerzen, diese Beit sei ein für alle Mal vorüber.( Bravo.) Zum Schluß in der Neuen Welt in Aussicht genommenes Sommerfest trop fei er für einen Verband sämmtlicher Krankenkassen Berlins fleißigen Studium sozialistischer Lektüre ermuntert. um jüngere an deren Stelle zu bekommen.( Pfuirufe.) Persönlich wurde zum Beitritt in den Arbeiter- Bildungsverein und zum der bisherigen Ausgaben bis August zu vertagen falls bis feier dahin der Boykott beigelegt ist und empfiehlt dies allen Ver: 2 Gesellen bestehe, liege an der derzeitigen schwachen Betheiligung Daß der Jnnunge- Krantentassen- Borstand aus 6 Meistern und einen zur Nachahmung. Die zu dem Fest bereits ausgegebenen der Gesellen an der Wahl. Schmidt bestreitet, auf einen VorGinlaßkarten find später nicht zu verwerthen und sind daher anwurf, der ihm von Brüß gemacht wurde, daß der Vorstand der Kollegen Otto Meyer, Dienstags und Sonnabends bei Ehrenberg, Ortelasse nicht seine Schuldigkeit gethan habe. Er selbst gehöre Annenstr. 16, zurückzugeben. Für die ausgesperrten Brauerei seit 33 Jahren der Ortstasse und seit einer langen Reihe von arbeiter wurden 50 M. bewilligt. Theilnehmer, Tamen und Herren, jeder Belt aufgenommen. Jahren dessen Vorstande an. Nun habe er am Dienstag den Be- bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Lele- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr, Abends sy Uhr, Westen, bet H. Werner, Bülowftr. 59. Der Fachverein der Musikinstrumenten Arbeiter hielt fehl erhalten, sämmtliche in seinem Besiz befindlichen Papiere Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borstzender am 26. Mai eine gutbesuchte Versammlung im Norden, Berg- der Kasse abzuliefern. Ob damit auch seine Mitgliedschaft zur talender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. Freitag. Ad. Neumann, Brunnenfiraße 130, 2 Tr. Alle Aenderungen im VereinsStraße 68, ab, in welcher Genosse Hoffmann einen mit Bei- Ortstaffe aufgehoben sei, wisse er noch nicht. Sollten jedoch uebungsiunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaiser= fall aufgenommenen Vortrag über den Kampf ums Dasein" überall die Bestimmungen der Innungs- Krankenkassen so durchscher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bet Kuhlmey.- Nord, Berghielt. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Blum geführt werden, wie die Behörden sie auslegen, dann haben in firabe 68, bei K.ller. und Bloßies, welche im Sinne des Referenten sprachen. Kürze die Drtekassen die Hälfte ihrer Mitglieder verloren. Von binder Männerchor Berlins, Solzmarktstraße 3, bet Deter. Letzteres brachte folgende Resolution ein, die einstimmig zur An- Rechts wegen dürfe es doch niemandem benommen werden, sich glöckchen, Sochstr. 32a, bei Witte. Gemüthlich feit Buyer, nahme gelangte:„ Die Versammlung beschließt, für die Organis für den Fall einer Erkrankung nach seiner Ansicht genügend zu Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Seydelfir. 30. Balme, in Belten, bet Schröder. Morgenroth 4, sation mehr einzutreten und verpflichtet sich Jeder, der Organi- versichern. In anbetracht der weit vorgerückten Tageszeit wurde verein, Krautft. Nr. 6 bei Rudolf.- Gefangverein Morgenroth 2, fation mehr Mitglieder zuzuführen, denn nur die Organisation auf Antrag die Neuwahl der Agitationskommission bis zur Charlottenburg, Bismardfir. 75.- Typographia, Gesangverein Berliner ist im Stande, unsere Lage zu beffern. Aufgenommen wurden nächsten öffentlichen Versammlung zurückgef.ellt. Beiträge für Buchdrucker und Schriftgießer, Alte Jatobfir. 75. Gesango. Nordwacht, 13 Mitglieder. Zum Schluß gab der Vorsigende bekannt, daß den Verein werden an jedem Sonnabend, Lothringerstr. 41, im Wirthshaus Friedrichs. Müllerstr 7, bei Reichert. Gefango. Frete Sänger in Schmargendorf. 8utunft 1, Steglig, Ahornstr., im Gambrinus, das diesjährige Sommerfest am 18. Juni cr., Hasenhaide, Neue Restaurant entgegengenommen.. Gesai gverein Gollegia 1, Manteuffelstr. 9 bet Nowac. Vereinte Welt", stattfindet. Sangesbrüder Moabit, Stromstraße 28 bei Lange. - Nord: We stSängerverein Sorgenfret, Melchiorftr. 15 bei Stehmann. Stern, Altonaerstraße 27 bei Lipte. Vineta, Veteranenstraße 19 bei Schulz.- Frete Liedertafel, Neue Königstraße 73 bei Hahn. Röllig.- Brauer- Gesangverein Gerstenähre, Alte Jakobstr. 83 b. Wienece Brandenburger Männer Gesangverein in Brandenburg a.. Mer gert's Bolksgarten. Sängerchor der Töpfer, Neue Friedrichstr. 44 bet Johannt. Am Ostbahnhof 7 bei W. Gühlow.- Einigtett 3, Gr.- gichterfelte bei Gries, Giesensdorf.- Geselligteit, Hennigsdorf, Böhmert's Ganhaus Wittenberge, Thurmstraße 23, Bentralhalle. Grenadier= Plaz 7. 53 bei Gaul. Oberon, Kaiser FranzFris, Naunynftr. 86 bei Frig Zubeil. Freya 2 ( gem. Chor), Rirdorf, Bergstraße 133, Hoffmann's Feſtſale( Inhaber Runge): Loreley, Günthalerstr. 4 bei Hemmerling. temper und Berufsgenossen, Siemensstraße Nr. 17 bei Biet. Gesangverein der Sänger, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 18 bei Glamg Lustige Deutche iedertafel, Grüner Weg 29, Reſtaur. Saeger.- SängerApollo, Beuthiraße treis( Weißensee), Königschauffee 46 bef Dorn. Mr. 18-19, 8um Posihorn", Echulge's Restaurant. Rheingold( vorm. Moh'sches Toppel Quartett), Büschingfir. 7 bei Jatob.- Gängertette, Kottbuser Damm 74 bei Bille.- Spandau in Spandau, Neumeiſtertr. 5, Restaurant Radike. Lorbeerzweig, Swinemünderstr. 35 bet Queitsch. alle Buschriften find zu senden an P. Gent, Adalbertstr. 95. Freitag: Bergnügungsverein Frisch auf, Abends uhr, Ohmgaffe 2 bei Krebs. Staitlub Kairo, Abends s uhr bei Flick, Simeonſtr. 23. verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- GejangQuartettverein Wedding, Abends 8% Uhr, bei Schäfer, Steue Sochitr. 49. Männerchor Waldesrauschen, Abends 9 Uhr, bei Weigt, Wearfgrafenftr. 87.- Privat Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Burbuserstr. 35. Musitverein Frisch auf, Restaurant Schröder, Reichenbergerstr. 24. Theaterverein Bultania, 9 Uhr, Säger's Gesellschaftshaus, Gartenftraße 13-14. Theaterverein Freier Wille, jeden Freitag Abend 8% uhr bet Sauermann, Adalbertſtr. 8. Berliner Turngenossenschaft. Die erfte Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des effing- Gymnasiums Pantir. 9-10. Zurnverein Gesundbrunnen die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10.- Kraft und Artisten= ttub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, Waldemarstr. 42. Turnverein Germania( Mitglied des deutschen Arbetter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags übends von 8-10% hr Turnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands.) Die zweite Männer- Abtheilung turut jeden Dienstag und Freitag Abends von 8-10 Uhr in der Skaltzerfir. 65/56. einem = " Die Sattler und Tapezirer( Filiale Berlin) hielten am Der fozialdemokratische Wahlverein für Teltow 26. Mai eine regelmäßige Sigung ab. Auf der Tagesordnung 24. Mai eine öffentliche Versammlung veranstaltet. Beeskow Stortow Charlottenburg hatte am stand ein Vortrag des Genossen Wenzel über das Thema: tritt in die Tagesordnung ehrte die Bersammlung das Andenken Vor Ein Die Eigenthumsbestie". Redner schilderte in seinem Vortrage, des verstorbenen Vereinsmitgliedes Friedrich Schulz durch Er wie das Kapital das Proletariat gemeinsam unterdrücke; am deutlichsten zeige sich dies wieder bei dem Vorgehen der Brauer: heben von den Plätzen. Hierauf sprach Genosse Kesler in beijällig aufgenommenen Vortrage über: Die Mißproken. Demgegenüber hat die Arbeiterschaft die Pflicht, sich zu verständnisse unserer Geguer." An der Diskussion betheiligte sich organisiren, um gegen die Unterdrücker anzufämpfen. Unter Verschiedenem wurde der Vorstand beauftragt, mit den Filialen Genosse Flemming im zustimmenden Sinne zum Referat. Sodann verlas der Kassirer den Kaffenbericht vom ersten Quartal Brandenburg und Potsdam in Verbindung zu treten, behufs 1894. Danach betrugen die Einnahmen 365,48 M., die AusGründung einer Agitationskommission für die Provinz Branden burg. Für die ausgesperrten Brauereiarbeiter bewilligte die Ver- gaben 208,25 m., mithin der Kassenbestand 157,23 M. Unter fammlung 15 M. Vereinsangelegenheiten wurde ein Antrag des Genossen Sellin, der die Gründung einer Zahlitelle in dem Bezirke der TauDie Freie Vereinigung der Militärmützen- Arbeiter roggener- Osnabrückerstraße wünscht, angenommen. Nachdem noch tagte am 26. Mai. Der Referent, Lehrer Treder, hatte vor Be- Genoffe Mobs- Leipzig einige Stizzen über die herrlichen Zustände ginn der Versammlung ohne Entschuldigung den Saal verlassen. im gemüthlichen Sachfenlande den Anwesenden zum besten geDas Benehmen erregte in der Versammlung allgemeines Auf- geben, verlas Genoffe Sellin die Namen einiger Wirthe und fehen. Bei der Besprechung gewerkschaftlicher Angelegenheiten Grünframhändler, welche boykottirtes Bier vertreiben; gleichschilderte Fischöder die Ursachen der Aussperrung der hiesigen zeitig ermahnte er die Anwesenden, namentlich die Frauen, den Brauerei- Arbeiter und forderte die Kollegen auf, diese in Boykott hoch zu halten. ihrem Kampfe nach Kräften zu unterstützen. Den M Maiengruß, Köpenick, Grünstraße --- O Arion, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Ackerstr. 67. Vergnügungsverein Weilchen, Abends 9 Uhr, bet Brauns, Gefelliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr Ausgesperrten wurden von der Bersammlung 30 M. bewilligt. Schmargendorf. Auch hier beschäftigte sich am 26. Mai Wie in der Versammlung mitgetheilt wurde, bezahlt der Fabrikant eine öffentliche Versammlung, die im Lokale, Sanssouci", Rublaer Cronheim seinen Arbeitern nicht nach dem bewilligten Tarif. straße, stattfand, mit der Stellungnahme zur Aussperrung der Die Regelung dieser Angelegenheit wurde bis auf später vertagt. Brauereiarbeiter. Der Referent Peter 3 empfahl die Annahme Unter Verschiedenes wird beschlossen, am 22. Juli einen Ausflug der Berliner Resolution bezw. den Boykott der bekannten sieben nach Friedrichshagen zu arrangiren. Den Kollegen zur Kennt Brauereien. In der Diskussion, an der sich Schulz, Werner, niß, daß die Werkstellen von Schlüter, Seelig und Franke noch Fride Halensee u. a. betheiligten, wurde auf die Durch immer gesperrt sind. Die nächste Vereinssihung findet am stechereien einzelner Wirthe aufmerksam gemacht und der Stand9. Juni statt. punkt vertreten, überall da, wo die Herkunft des" Bairischen" Die Zentral- Kranken- und Begräbnißkaffe der Buch- Bieres nicht unzweifelhaft feststeht, im Intereffe der Sache lieber binder und verwandten Geschäftszweige( E. H.) hielt am auf den Genuß zu verzichten. Die Verlesung der neuesten„ Erklärung" 26. Mai eine außerordentliche Hauptversammlung ab, um die der artigen Arbeiter der Unions- Brauerei( Sonntags Nummer Wahl der Delegirten zur diesjährigen Generalversammlung in des Berliner Intelligenz- Blatt") rief stürmische Heiterkeit hervor, Drantenir. 183 p.) Nürnberg vorzunehmen. Von den vorgeschlagenen Kandidaten und bewies, daß kein verständiger Mensch ihr irgend welche Bette Jakobfir. 128( 2ogenhaus). Unterhaltungsflub Schiller, Abends wurden gewählt: G. Bäßler, 2. Woller, P. Schneider, deutung beimißt. Die Reſolution fand einstimmige Annahme. uhr im Reſtaurant Holzbacher, Dreyfeſtraße 3. Lepidopt. Bereinigung D. Schneider. Zwischen den Kollegen Schmidt und Riese, Werner berichtete hierauf über die Rücksprache der Lokal- Drion, Abends& Uhr Sigung Charlottenftr. 95, Restaurant Effenberg. die eine gleiche Stimmenzahl auf sich vereinigten, entscheidet das fommission mit den Gastwirthen, welche ihr Lokal zu Versamm- Musikverein offnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungsstunde Broskauer, 2003, nachdem der Zentralvorstand die Stimmzettel geprüft hat. lungen bergeben, über deren Verhalten zum Bierboykott. Der Abends Uhr im Restaurant" Sur Gleichheit", Andreasstraße Nr. 26, Der 2. Punft Stellungnahme zu den Anträgen" konnte der vor- Wirth von Sanssouci", Pötting, verschänkte zur Zeit fein Ring- Sigung. Abends 8% Uhr im Lokale von Ehrenberg, Annenstraße Nr. 16, gerückten Zeit wegen nicht mehr zur Verhandlung kommen und bier, sondern Reichenkron Bräu; Jarezke( Wirthshaus zum Sigung. Rauchklub Rothe Fahne, Freitag Abends 9 Uhr. wurde hierzu eine neue Versammlung auf Sonnabend, den 2. Juni, Schwan) führt Gambrinusbier; Friedrich, Warnemünder- Cuvryfir. 48 bet Kricheldorff Ruderverein Vorwärts, Sigung im selbigen Lokal einberufen. straße Nr. 6 hat gleichfalls Reichenkron- Bräu und Wegner Freya( gemischter Chor) Rixdorf, Abends 9 Uhr, bet Barta, Bergstr. 120. Abends 8 Uhr, in der Spreeterrasse, Jannowißbrücke. Gesangverein ( Schützenhaus) Bier der Schloßbrauerei Schöneberg. Die aus den Genossen Werner, Hoffmann und Wernicke be- Landsbergerstr. 105. Bergnügungsverein Im Brand, Sigung Abends 9 Uhr, bei Fr. Germer, stehende Lokalkommission wurde für die Dauer des Boykotts durch Schulz I. und Schulz II., Strobel und Fricke- Halensee zur besseren Kontrolle der Gastwirthschaften und Flaschenbier- HandIn einer öffentlichen Versammlung der Stellmacher, die am 27. Mai in den Arminhallen tagte, referirte der Kollege Schwarz über die Nachtheile, welche die Innungs- Krankenkasse den Mitgliedern bringt. Die Innungs- Krankenkasse sei gegründet, V Straße 35-37 bet Schneider. Nach derselben Tanz. Bergnügungsverein Berolina= Zanzlehrer- Verein Solidarität, English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Eriday at 9 p. m. at Beherns Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. fassung und Gesetze, das Staats- und Rechtsleben, wissen schon für den Mann mit tausend Schwierigkeiten verbunden ist, gegenüber und bei dem vollständigen Gefühl der Ohnmacht, dagegen müßte. Die Verfasser waren augenscheinlich ernstlich bemüht, so erhöhen gesellschaftliche Vorurtheile die Schwierigkeit der aufzukommen erlahmen muß." Wir verstehen es, wie das Be ihre belehrenden Mittheilungen des Parteicharakters zu entkleiden Berufswahl für die Frau noch um ein Vielfaches. Werthvoll wußtsein des Hasses der zahlungsfähigen Moral gegen die unund sich auf das Thatsächliche zu beschränken. Sobald aber ist deshalb ein Rathgeber für die Frau, der Aufschluß giebt glücklichen Catilinarier, diese dazu zwingt, sich untereinander jemand über Staat und Gesellschaft spricht, kommt dabei doch über alle Berufe, die der Frau bis jetzt offen stehen. In und schließlich mit dem Verbrecherthum solidarisch zu erklären.unvermeidlich seine persönliche Grundanschauung zum Durch anscheinend vollständiger Weise hat nun Frau Amélie Auf ihrem Gegenpole züchtet sich die moderne Gesellschaftsbruch. So macht es auch den Eindruck, als ob Hoffmann und Haußinger eine Zusammenstellung geliefert, welche genau ordnung das Lumpenproletariat selbst heran, das sie dann, wenu Groth die in Deutschland bestehende Staats- und Ge- Auskunft über alle in Deutschland, zum Theil auch der Schweiz es zu gefahrdrohender Höhe angeschwollen ist, durch Privatsellschaftsordnung als Einrichtungen in der besten aller bestehenden bedeutenderen Frauen- Bildungsinstitute giebt. Ueber wohlthätigkeit eindämmen möchte. Demgegenüber zeigt uns der Welten hinstellen wollten, die der besonderen Rechtfertigung die Ausbildung in der Haushaltung, Rochfunst, Milchwirth Verfasser, wie sich selbst die best gemeinte Privatwohlthätigkeitnicht bedürfen, da sie überhaupt gar nicht anders sein können. schaft, Gartenbau, Handarbeit, Textilindustrie, Krankenpflege, Verpflegungsstationen, Arbeitertolonien 2c.ohnmächtig erweist, Diese Ausstellung müssen wir wenigstens machen, wo es sich um Lehramt, in allen Spezialgebieten der Kunst bis hinauf zu den das Schreckgespenst der Arbeitslosigkeit zu bannen, und daß das öffentlich- rechtliche Gebiet handelt, das überhaupt etwas ober- Universitätsstudien sind Zeitdauer der Studien, Aufnahme- und schließlich immer nur ein glücklicher Zufall den Einzelnen flächlich dargestelt ist. So wird im ersten Abschnitt, wo von Honorarbedingungen eingehend angegeben. Frauenrechtlerische aus dem Schlamme herauszuziehen vermag. Gemeinde, Staas und Reich" die Rede ist, in dem Abschnitt Auseinandersetzungen feblen glücklicherweise vollständig, das Buch Dieses Endresultat der Studien des Verfassers zwingt ihn über die Gemeinde neben der Staatsgemeinde, auch gleich die will eben nur ein Nachschlagebuch sein. Als solches tann es am Schlusse seiner beschreibenden Darstellung, mit pofitiven VorReligionsgemeinde abgehandelt, ohne daß flar genug hervor- auch den Arbeiterinnenvereinen bestens empfohlen werden. lx. schlägen herauszufommen. Wenn er über die mechanische Polizeigehoben wird, daß man es da mit einer Gemeinde ganz anderer Art zu thun hat, die nicht eine organische Unterabtheilung des Obdachlos. Bilder aus dem sozialen Leben und sittlichen Bilder aus dem sozialen Leben und fittlichen und Gerichtspraxis, über die gedankenlose Wohlthätigkeitsprayis Elend der Arbeitslosen. Von Konstantin Biebich. fällig urtheilt, so" legt er den Finger in offene Wunden"; auch bei aller Anerkennung des guten Willens der letzteren abStaates bildet. Um zu zeigen, welcher Mangel daraus entsteht, daß eine historische Kritik der bestehenden Einrichtungen völlig Mit einem Vorwort von Prof. Dr. A. Wagner. Berlin. der Vorschlag, agrarische Arbeiterkolonien zu errichten, enthält im bei Seite gelassen ist, wollen wir den Abschnitt über die PolizeiWiegandt u. Grieben. 1894. XVI. u. 256 S. In schlichter, aber darum um so eindrucksvollerer Sprache der Arbeitslosigkeit ist doch nur eine symptomatische Behandlung Kern einen richtigen Gedanken,... aber auch diese Bekämpfung verordnungen erwähnen. Ein uneingeweihter Leser muß glauben, entrollt uns der Verfasser eine Reihe lose mit einander ver- dieser gesellschaftlichen Krankheitserscheinung und vermag das daß es in einem geordneten Staate eine unumgängliche Befugniß der Berwaltungsbehörden sei, alle möglichen Verord- fnüpfter Bilder, in denen die Ursachen der Arbeitslosigkeit, das Uebel felbst die fapitalistische Produktionsweise nungen unter Strafandrohung mit rechtsverbindlicher Straft zu entreiben der" Bagabonden zu charakteristischer Dar- der Wurzel zu treffen. erlassen, während doch diese segensreiche Einrichtung, die dem tellung fommen. In der sogenannten guten Gesellschaft identi harmlosen Einwohner überall Fußangeln legt, fich nur in Staaten fiziren sich die Begriffe arbeitslos" und arbeitsschen" vollständig Der Sozialdemokrat", Wochenblatt der sozialdemokratischen vorfindet, die auf bureaukratischer Grundlage organisirt sind. mit einander und selbst vor dem Gesetz erscheint die Arbeitslosigkeit Partei Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuth= Ein wirklicher Rechtsstaat, von einem Voltsstaate ganz zu als ein Verbrechen, das nur mit dem Korrektionshause straße 2). Bu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das schweigen, dürfte folche Einrichtungen nicht kennen. Deshalb gesühnt werden kann. Die Psychologie des„ Vagabonden“ zu Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die bürfte aber selbst in einem bloßen Handbuche eine solche Ein- udiren hält kaum jemand der Mühe werth und mit einer BeZeitungsspediteure pro Quartal 1,20 m., unter Kreuzband 1,80 m. richtung nicht ohne Hinweis auf ihre sehr bedingte Daseins- harrlichkeit, die fait wie Absichtlichkeit aussieht, vermieden es berechtigung erwähnt werden. Troß dieser nothwendigen Be- Die sozialpolitischen Fachgelehrten bisher noch immer, von dem Nr. 18 vom 31. Mai hat folgenden Inhalt: Wochenmängelungen wollen wir übrigens gern anerkennen, daß die Gorgonenhaupt des Vagabondenthums den Schleier hinweg zu schau. Die Sozialdemokratie in Ungarn. Zur Psychologie meisten Informationen dieses Buches, besonders die über privat- ziehen. Wenn nun auch die Studien des Verfassers nicht den des Verbrechers II. Parteinachrichten. Wie man uns be rechtliche Einrichtungen, aber auch diejenigen, die sich auf Einzel- Anspruch auf wissenschaftliche Methode erheben, so wird außer handelt.- Die Wahl in Plauen. Zur Wahl in Elmshornheiten der Staatsverwaltung beziehen, zuverlässig und in flarer, bestimmt sind, doch auch der Fachgelehrte reiche Anregung aus Textilarbeiter- Verband in Sachsen. Die Sozialdemokratie in dem großen Publitum, für das eigentlich diese fozialen Bilder Binneberg. Flugblättervertheilung bei den Wahlen. Der verständlicher Sprache abgefaßt sind. gl. ihnen ziehen können. Rumänien. Die Agrarfrage auf dem ungarischen Parteitag. ,, Die weibliche Berufswahl", Handbuch für Frauenbildung - Amerikanische Farmarbeiter. Die französischen Eisenbahnund Frauenerwerb. Mit einem Anhange: Studien- und arbeiter. Soziales aus Gerhart Hauptmann I. Gewerk Stipendienfonds, Unterstüßungs- und Pensionsanstalten. schaftliches. Sozialstatistisches.- Arbeiterschuß.- Todtens Herausgegeben von Amélie Hauginger. Preis 2,80 Mart. lifte. Vermischtes. Literatur. Berlin SW., Hugo Steinit' Verlag. Deutsche Worte. Monatshefte von Engelb. Pernerstorfer. 14. Jahrgang, 5. u. 6. Heft. Leipzig. Verlag C. F. W. Fest. Die Beitschwingen. Monatsfchrift für Volksbildung, Aufflärung und Unterhaltung. Redakteur: Jos. Beranek. Retchenberg( Böhmen). Friedländerstr. 12. und Der Verfasser hat mit Gewissenhaftigkeit selbst beobachtet und mit nicht geringem Geschick aus dem Verschiedenartigen das Gemeinſame, aus den zahlreichen Einzelzügen das Typische herausgehoben. Wir werfen mit dem Berfasser einen Blick in das grauenvolle Glend des Vagabondenlebens, wir sehen, wie die zu Die wirthschaftliche Entwickelung drängt die Frauen des meist unfreiwillige Arbeitslosigkeit den Betroffenen von Stufe zu Proletariates und in einem von Jahr zu Jahr steigendem Um- Stufe finken läßt und ihm schließlich auch die Arbeitsfähigkeit fange auch die Frauen der Mittelschichten der Gesellschaft dazu, raubt, ihn arbeitsscheu" macht. Wir erkennen leicht, wie die einen selbständigen Beruf zu ergreifen. Wenn die Berufswahl stärkste moralische Widerstandskraft einer dauernden Beschimpfung Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pönsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in " Berlin SW., Beuthstraße 2. nicht an 1x.