Nr.14� 34. Jahrg. Ndsnaements-Vecklnguns»! kdonnement-- Drkii vrSmlmerim!»»' VlerteljädrI. S.so OTt, moncUL 1,30 ffit, wöchcnlllct, 30 Pig. ttci tnä Hau!. Einzelne Kummet 5 SftU konnlag». nun un et mü tnuftticttei Konnlag», Vellage»Die Nene Weif 10 Plg. Poll. ilbonnemenl: 1,30 Mail vto Mona«. Eingeltagen in die Loil. Zeuung». Ptei-Iiile. Unter Kreuzband für Tcutlchland und Oefterreich< Ungarn 2,ö0 Marl, für da» übrige Ausland l Marl pro Monat, voftabonnemenl» nebmen an Belgien. Dänemark Haüand. Italien. Luxemburg. Portugal, kutnmucn, Schweden und die Schweis kllchtvif lZllNch. Veelinev Vulksbfokk. ( 5 Pfennig} D!e InfertionS'Gebüftr öetrigt fiir die sechsgespaltene Kolonel- »eile oder deren Zlanni 60 Big., mr politische und gewerlsÄasiliche Verein»- und Bersammlnngs- Anzeigen 30 Pig. »Meine länreigen", da» fettgedruclte tSort 20 Pig. izulässig 2 sottgednnlte Worte), jede» weitere Wort!0 Pig. ktellengesuche und Scblaislellcnan- zeigen das erste Wort lO Psg., jede» «euere Wort ö Big. Worts über lS Buch- Ilaben zählen für zwei Worte. Fnjcraie für die nächste slumnier insijlen b>» b Uhr nachmittag» in der Expedition «dgegcdcn werden. Tie Exveduiou ijt bii 1 Uhr abend- geöffnet. lelegrannn. Adresse: �oilltiliemsllrili Selllo". �entralorgan der rozialdcmohratsfcheti partei Dcutfcblande. Rcüaktton: SW. 68, Änüenstraße 3. sseriisprecher: Zlmt Moridplad, Rr. löl ilv— 1ö1S7. Freitag, den 23. Mai 191'7. Expeüition: EW. 68, LwSenstcaße 3. Fernsprecher: Amt Moritsvlati. Nr. 181 Äv— 151 97. Die f riedensziele der GewerMcbaften Internationale Gewerkschasts- konferenz: Stockholm, 8. Juni. Tic Tewcrkschafts-Jnternationclle ist durch dcn Weltkrieg nicht in gleichein Maße zerrissen worden wie die politische Internationale der Arbeiterklasse. Einige internationale Ge- werkschaftssekretariatc, wie die der Steinarbeiter, Maler und Schuhmacher, haben trotz des Weltkrieges ihre Tätigkeit sast unverändert sortgesetzt. Nur um den Sitz des Jnternatio- Halen Gewerkschastssekretariats und Gewerkschastsbundes, der bisher bekanntlich in B c r l i n war, ist ein bisher noch unaus- getragener Streit entstanden. Die Versuche, eine internatio- nale Gewerkschaftskonferenz zusammen zu berufen, haben mehrfach vertagt werden müssen. Jetzt lädt nun die für die Kriegszeit in Amsterdam eingerichtete Zweigstelle des Internationalen Gewerkschastsbundes zu einer internationalen Gewerk schaftskonfe- rcuz für dcn 8. Juni 1917 nach Stockholm ein. Auf der Tagesordnung der Konferenz soll als ernziger Punkt stehen:„Gewerkschaftliche Forderungen zum Friedens vertrag." Die Bertreter der Gewerkschaften der Ententeläuder haben im Juli 1916 in Leeds eine Konferenz abgehalten und dort u. a. ein Programm für die Klassenforderimgen der ge- werkschaftlich organisierten Arberter entwickelt, welche der Konferenz zu unterbreiten wären. Hierzu hat nun der Jnter- nationale Getverkschaftsbuud. meist übereiustimmcud, in einigen Punkten auch abweichend, Stellung genommen; er glaubt aber, daß die endgültige Beschlußfassung über die Forderungen der Arbeiter on die Friedenskonferenz, welche diesen großen Weltkrieg abschließen soll, nur von einer intcr- nationalen Gewcrkschaftskonfcrenz vorgenommen werden kann. Einstweilen wird im„Correspondenzblatt der General- kommission der Gewerkschaften Teutschlands" der Entwurf veröffentlicht, den der Vor st and des Internatio- nalcn Gewerkschastsbundes durch den Genossen Legion dieser internationalen Gewerkschaftskonferenz in Stockholm vorzulegen gedenkt. Der Entwurf wird durch fol- gende Betrachtungen eingeleitet: Die vollsiurwüstenden Wirkungen des Krieges machen mehr denn je die tatkräftige Förderung des Arbctterschutzes in allen Ländern notwendig, um die Volkskraft wiederherzustellen und die Zukunft der Völker zu sichern. Die Erfahrungen haben ge- lehrt, daß die soziale Reformarbcit in den fortgeschritteneren Ländern vor dem Kriege gelähmt wurde durch die Rückständig- kcit der sozialen Einrichtungen in anderen Ländern. Die Ver- trctcr der Industrie in den erstgenannten Ländern erhoben gegen neue sozialpolitische Forderungen den Einwand, daß ihnen die Konkurrenz auf dein Weltmarkt erschwert werde durch die sozial- politische Rückständigkeit anderer Länder, die nicht die gleichen sozialen Lasten zu tragen hätten. Dieser Einwand führte zu einem gemeinsamen Vorgehen der europäischen Regierungen in einigen, leider nur wenigen Fragen des Arbeitcrschutzes. Es ist notwendig, aus den eingangs erwähnten Gründen, den Ausbau des internationalen Arbeiterschutzes in einem schnelleren Tempo zu betreiben. Der Friedensvertrag, der den Weltkrieg einmal beenden wird, ist der geeignete Ausgangspunkt für ein tatkräf- tiges Zusammenwirken der Völker auf dem Gebiete der sozialen Reform. Die Forderungen der Gewerkschaften für die internatio- nale Sozialreform werden in neun Hauptkapiteln entwickelt. An der Spitze steht die Forderung der Freizügigkeit. Allgemeine Auswandcrungsverbote und ebenso allgemeine Einwanderungsverbote sollen im Friedensvertrag für unzu- lässig erklärt werden. Hingegen sollen die Staaten das Recht behalten, bei schlechter Wirtschaftslage die Einwanderung zeitweilig zu beschränken und gewisse Mindestforderungen an die Kultur der Einwandernden zu stellen, z. B. von ihnen Kenntnis des Lesens und Schreibens zu fordern. Die An- Werbung und Zulassung von Kontraktarbcitern soll verboten sein. Die Staaten sollen ihre Arbeitsmarktstatistik ausbauen und untereinander auslauschen, sowie den Gewerkschaften mitteilen, damit die Arbeiter jedes Landes eine Uebersicht über die Arbeitsverhältnisse auch in anderen Ländern ge» Winnen können. An zweiter Stelle stehen die Forderungen für den Aus- bau des Koalitionsrcchts. Das freie Koalitions- recht soll allen Arbeitern, inländischen wie ausländischen, Ge- währ leisten und die Verhinderung der Ausübung des Rechts unter Strafe gestellt sein. Auch die ausländischen Arbeiter sollen Anspruch auf die tariflich festgesetzten Arbeitsbedin- gungen, oder falls solche fehlen, auf die ortsüblichen Löhne haben. Sehr umfangreich ist dann die Liste der Forderungen der Gewerkschaften an die soziale Versicherung. Länder, die noch keine Versicherung gegen Krankheit, Vc- rnfsunfälle, Invalidität, Alters- und Arbeitslosigkeit einge- führt haben, sollten verpflichtet werden, dies in kürzester Zeit nachzuholen. Die eingewanderten Arbeiter sollen unter allen Umständen in der Sozialversicherung den einheimischen Ar- heitern gleichgestellt sein. Ueber Rentenzahlung ins Ausland und die Gleichstellung der Berufs kr cmkheiten mit den Berufs- Unfällen sollen zwischenstaatliche Verträge auf Gegenseitigkeit abgeschlossen werden. Die t ä g l i ch e A r b e i t s z e i t soll für alle Arbeiter auf höchstens zehn Stunden beschränkt und nach Ablauf verein- bartcr Fristen allmählich auf acht Stunden verkürzt werden. Die Arbeitszeit in Bergwerken, nmmtcrbrochenen Betrieben und besonders gesundheitsschädlichen Industrien soll von vorn- herein acht Stunden nicht übersteigen dürfen, Nachtarbeit und Ausnahnien von der 36stündigen Sonntagsruhe sollen nur in wenigen ganz bestimmten Ausnahmefällen gestattet sein. Zum Schutz der Gesund Heilder Arbeiter s ollen einheitliche Vorschriften erlassen, insbesondere die industriellen Gifte und besonders gesundheitsgefährdende Paoduktions- Methoden international verboten werden. Alle Gesetze und Verordnungen des Arbeiterschutzes sollen sinngemäß auch auf die Hei m industrie angewendet werden; auch die Sozialversicherung ist ans sie auszudehnen. Für Lebens- und Genußmittelerzeugung sowie für Arbeiten, bei denen Vergiftungen und andere schwere Gesundheits- schädi gungen vorkommen können, ist die Heimarbeit vollständig zu verbieten. Fiir die Minderjährigen in der Heim- industrie ist dauernde ärztliche Ueberwachung einzuführen. Für alle Heimarbeiter soll die Führung von Lohnlisten und die Aushändigung von Lohnbüchern sowie die Errichtung paritätischer Lohnämtcr Zwangsvorschrist sein. Kindern unter 15 Jahren soll jede Erwerbs- tätigckeit international verboten werden. Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren sollen täglich höchstens acht Stun- den beschäftigt werden und nach höchstens vierstündiger un- unterbrochener Arbeitszeit eine eineinhalbstündige Ruhepause haben. Rocht-, Sonntags- und Untertagsarbeit der Jugend- Uchen ist zu verbieten. Für den auszubauenden Fach- und Fortbildungsschulunterricht soll in allen Ländern den Jugend- lichen genügende Zeit zur Verfügung gestellt werden. Die Arbeitszeit für alle Arbeiterinnen und Weib- lichen Angestellten soll gleichfalls international begrenzt Werden und Sonnabend mittags um 12 Uhr endigen. Nachtarbeit und Mitgabe von Arbeit nach Hause nach beendeter Arbeitszeit ist zu verbieten. Tie Beschäftigung von Frauen in besonders gesundheitsschädlichen Betrieben und in Bergwerken unter und über Tage soll allgemein untersagt werden. Vor und nach der Niederkunft sollen Frauen während mindestcnZ zehn Wochen, davon mindestens sechs Wochen nach der Ent- bindung, nicht gewerblich beschäftigt werden dürfen. Die Ein- führung einer ausreichenden Mutterschaftsunter- st ü tz u n g aus der staatlichen Versicherung ist allen Staaten zur Pflicht zu machen. Als letzter Punkt endlich werden internationale Nicht- linien für die Durchführung des Arbeiterschutzes ent- worfen. In allen Ländern soll eine wirksame Gewerbeaufsicht unter Hinzuziehung der Arbeiter und Verleihung des Voll- zugsrechts auch an die weiblichen Beamten eingeführt werden. Die Berufsverbände sind zur wirksamen Durchführung des Arbeiterschutzes überall heranzuziehen. Wo in einem Bc- trieb mehr als fünf fremdsprachige Arbeiter beschäftigt sind, sollen die Unternehmer gesetzlich verpflichtet werden, ans eigene Kosten und unter öffentlicher Kontrolle Unterrichts- kurse einzurichten, in denen die Arbeiter die Sprache des Landes lernen, damit sie die Arbeiterschiltzbestimmungen ver' stehen können. Als Organe für die Durchführung und Förde- rung des internationalen Arbeiterschutzes sollen die Internationale Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz(Sitz Basel) und ihr I n t e r n a t i o n a l e s A r b e i t s a m t aus- drücklich anerkannt werden. Der Internationale Gewerk- schaftsbund soll eine Vertretung in diesem Amt erhalten. Das sind, kurz wiedergegeben, die Friedenszicle der Ge- werkschaftcn. Ueber ihre endgültige Formulierung soll die Stockholmer Gewerkschaftskonfcrenz Beschluß fassen. Sie sind ein wahrhaftiges Programm der„S ü h n e u n d Wieder- g u t m a ch u n g" für das, was der Krieg an den Völkern ge- sundigt hat._ Stockholm. Der Standpunkt der vulgaren. Stockholm, 2t. Mai.(Eigen. Drahtbericht des „Vorwärts".) Das holländisch- skandinavische Komitee teilt über seine Beratungen mit der sozialistischen Vertretung Bulgariens offiziell folgendes mit: Den Mittelpunkt der Verhandlungen bildete da? B a l l a n» Problem im avgeWeiuen und die mazedoilischtz StftgS. im besonderen. Die sozialistische Vertretung VulgaricnZ er- klärte sich für die Vereinigung aller Teile des bulgari- schen Volkes, um dadurch stabile und dauernde Zu- stände auf dem Balkan zu schaffen, die auch eine Nnnäherung der Balkanvölker untereinander ermöglichten. Die Delegation forderte die Wiederherstellung Belgiens, Serbiens, Rumäniens und Montenegros. Sie unterstützte die Aus- dehnung des Grundsatzes des nationalen SelbstSestimmnngsreckns auf alle Völker, die lvie Armenier' und Polen, ihr Geschick selbst bestimmen wollen. Weiter gab sie der Hoffnung Ausdruck, daß auch die Frage von E l fa ß- L o t h r in g e n auf Grund dieser Prinzipien und der in der letzten Zeit bekannt gewordenen Acutzerungen der deutschen Sozialdemokratie befriedigend gelöst werden könne. Tie Delegation dringt ans Abschluß eines sofortigen Friedens und empfiehlt deshalb vereinbarte energische Aktionen in den Parlamenten aller Kriegsländer mit dem Ziel: Dauernden Frioden. völlige Demolratisrerung Europas, Ab- riistung, Schiedsgerichte und eine mit Zwangsmitteln ausgestattclo internationale Rechtsordnung. Die bulgarische Delegation billigt schließlich die Einberufung einer allgemeinen Konferenz unter Teil- nähme aller der Internationalen angeschlossenen Parteien für die Erzwingung des Friedens. Die Vereinigten Staaten verVeigern Pässe. Aus Washington meldet das Bureau Reuter: Staarsiekretär Lansing teilte mit, daß Personen, die die sozialistische Friedens- konferenj in Stockholm besuchen wollen, keine Pässe erhalten würden. Gleichwohl werden aurerikamfifie Sozialisten in Stockholm an- wesend sein, den» eben jetzt veröffentlicht„Socialdeinokrateir" ein Gespräch mit dein in Stockholm eingetroffenen a m e r i k a« nrschen Sozialdemokraten Dr. James Ende Holv. Dieser erklärt, daß die amerikanischen Sozialisten in dem Krieg nichts anderes erblickten als eine Aeuße» rung des Handelswettbeloerbcs. Der Krieg der Vereinigten Staaten mit Deutschland lasse sich naÄ ihrer Meinung nicht durch den Vorwand rechlsertigeir, daß er der Wah- rung von Amerikas Recht und Ehre gelte. Der Krieg bringe nur den herrschenden Klassen mehr Machl und Reich cum, während er die arbeitenden Klassen demoralisiere. Gewisse Gruppen von ameri« kanischen Kapitalisten benutzten die Gelegenheit, um aus der Lage Vorteil zu ziehen. Auf einem Kongreß der Soziali st en- Partei in St. Louis Mitte April habe sich eine große Mehrheit gegen den Krieg ausgesprochen. Dieser sei überhaupt wie Holv offen zugibt, nicht gegen den derttschen Militarismus gerichtet, denn dcn Militarismus könne man nie durch Militarismus abschaffen. Ausschlaggebend für das Ende des Krieges sei nicht das Eingreifen Amerikas, sondern der zunehmende Lebensnrittclmangel und der Hunger. Auch in den Vereinigten Staaten werde man wohl bald die Knappheit spüren, denn übermäßige Ausfuhr habe dort die eigenen Vorräte erschöpft, die hohen Lebensmittelpreise härten schon zu größeren fluiidgebungcn in New Jork und Chicago Anlaß ge- geben.___ Zunächst den Krieg liquidieren. Nach einer Petersburger Drahtung des„Eorricrc dclla Sera" erklärte der Minister Tschcretelli, daß man die Krisis, die infolge des Gegensatzes zwischen der impcrialisti. schen Bourgeoisie und dcn Sozialdemokraten entstanden war, als gelöst betrachten kann. Das neue Kabinett ist sich einig, alle Aufmerksamkeit auf die innere Politik zu konzentrieren, und auf die imperialistische äußere Politik der früheren pro- visorischen Regierung zu verzichten. Minister S k o b e I e w erklärte, daß vor dem weiteren Ausbau der Ergebnisse der Revolution im Innern zunächst der Krieg liquidiert werden müsse. Volkssieg in Raums. Stockholm, 21. Mai. Stockholms„Tidningen" erfährt ans Haparanda, daß der Ausschuß der Ausständigen in Raumo einen Vermittlungsversuch des Senates gutheiße, nach welchem die Soziali st en zwölf neue Plätze im G e in e i n d c r a t erhalten sollen. Der Ausstand hat also gesiegt. Die weitere Angabe der „Tidningen", in dcn letzten Tagen hätten sich die Ucbcrgriffc der Ausständigen gehäuft, scheint andeuten zu sollen, daß die Obrigkeit von Raumo nur vor heftiger Erbitterung des Volkes zurückgewichen ist. Mit dem Abschluß der Bewegung in Raumo hat Finnland noch keineswegs einen Znstand der Rübe erreicht. Das Stockholmer Blatt teilt nämlich noch mit: Die A üs stä n d e d e r f i n n i schen L a n d a r b ci tcr greifen täglich weiter um sich._ Linkskongresie in Rußland. Petersburg, 23. Mai.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur; Bericht des Arbeiter- und Soldatenrats.) Der Vollzugsausschuß des Arbeiter- und Soldatenrats hat beschlossen, aufdenl. Juni einen Kongreß von Vertretern der Arbeiter- und Soldateurätc ganz Rußlands und der Orgakisationcu der Front.-Armccu einzuberufen. Die Menschewiki, der Krieg und das Heer. Petersburg, 83. Mai.(Meldung der Petersburger Tele- «zravkcn-Agcntur.) Tic allgciiicinc russische Konfereuz der Arbeiterpartei der So�ialdeniokrateu. der sogenannten Men- schewiki, hat Entschließungen über den.ttrieg und über die Verbrüderungeil air der Front angenoiuinen, deren erste be- sagt: Tie revolutionäre Temokratie muß init allen möglichen Mitteln:uir Festigung der Kanipsfähigkeit des Heeres bei- tragen. Ihre Erschütterung kann keineswegs als Mittel zum Frieden dienen, sondern hat nur die Folge der Zerjchimg dcS Heeres. v Ter sozialistische Arbeitsminister Skobelcw hat die Stellung eines M hi i st e r g e h i l f e n dem Jl r b e i t c r G w o s d e w. Mitglied des geschäftsführendcn Ausschusses des Arbeiter- und Eoldatenrates, angeboten. Die ii eil e Regierung Rußlands besteht aus 1t> Mitgliedern, bon denen 6 Sozialisten sind, wenn»lau Kerenc'ti mitrechnet. Dieser ist jedoch hauptsächlich ein sozialer Agrarreformer und der Vertreter des radikalen Kleiubauerntums— der Trudowiki. Tie übrige» Sozialisten gehören jedoch sämtlich zur gemäßiglen Richtung: zn der sogeiianiiteii Menschewiki, ohne jedoch den Stanl- Punkt Plechanows in der Krieg- und Fricdensfrage zu teilen. Aiif chrnud der Angaben im Berner„Bund" darf man die 5 sozialistischen Minister wie folgt charakterisieren: k. Piktor M. T scher n ow: Landwirtschaftsminister, gc- bort zu den Sozialrevolutionären. Er lebte längere Zeit als poli- tischcr Flüchtling in der Schweiz, von wo er erst nach Ausbruch der Revolution aus dem Wege über Paris nach Petersburg reiste. In Genf hatte er die Wochenschrift..Schis»' lLcbcn) herausgegeben, die gegen Plechanows Krjegshehereien Stellung nahm. Die Redaktion der„Schisu" war auf der Zimmerwalder Konferenz der- treten. Tschernow hat sich viel mit der Agrarfrage beschäftigt. Er ist gegenwärtig Mitarbeiter der in Petersburg ersckieiiieiiden sozial- revolutionären Tageszeitung„Diclo Raroda"(Polkssache). 2, VI I. Skobelcw: ArbeitSministcr. ist Ingenieur von Berus und hat ans der technischen Hochschule in Wien studiert. Er ist Mitglied der sozialdemokratischen Partei und vertritt die ge- mäßigte Richtung. Im Jahre lWö schrieb er für die im Pctro- leumgcbict von Baku erschienene Arbeiterzeitung und wurde wegen eines Artikels über Streiksragen z» 4 Monaten Gefängnis vec- urteilt. Er ist Mitglied der Duma niid einer der Vizepräsidcuten d s Arbeiter- und Toldatcnrats.:i. A. W. Pesch cchcnow: Perpflegungsniinistcr, ist einer der Gründer der sozialnationalisti- scben Partei, die für die Verstaatlichung des Grund und Bodens eintritt und niit den.Trudonikü'(KerenSki-Partei) viele Beruh- rnngspunkte bat. Die Sozialnationalisten nennen sich auch Bolls- iasialisten und sind für cincn allgemeinen Frieden. 4. W. M. P crewer sen: Iustizminister, ist Rechtsanwalt und Sozial- dcmokrat. ü. I. G. T s e r e t c l l i: Post- und Telegraphen- minister, war Mitglied der zweiten Duma und wurde im Jahre 1W nach Sibirien verbannt. Nach Ausbruch der Revolution am Ich März 1017 wurde er mit seinen Kollege» befreit und traf im April in Petersburg ein. Er gehört«beiftallö zur gemäßigten sozialistischen Richtung und ist Gegner eines Sonderfriedens. Unter den ll sozialistischen Ministern sind also drei Haupt- sächlich mit Agrarfragen beschäftigt. Sämtlich sind sie aber>— gleich dem Arbeiter->i»d Soldatenrat— sowohl gegen die von Plechanow vertretene sozialistische Rechte wie gegen die von Lcilin vertretene sozialistische Linke. Iswolski statt Sasonow? Ter Eüiflitß des Arbeiter- und Toldatenrats hat bewirkt, daß dem Kriegstreiber Sasonow das Amt als Botschafter in London genommen wurde. Jetzt berichtet ein ltfeiitertelc- gramin aus Petersburg vorn 23. Mai. der russische Botschafter in Paris, Jswolski, sei zum Botschafter in London ernannt. Wenn Reuter nicht geflunkert bat, wäre die Nachricht der- wunderlich. Denn Iswolski ist durchaus von der Sorte Sasonow.____ Das Unterhaus unü üie tdahleef orm. London, 23. Mai. Das Unterhaus hat das Walilrcform- 'leieh. das die von einer Konferenz von Vertretern aller Par- teien gebilligten Vorschläge in sich schließt, in zweiter L c s u n g mit 029 gegen lü Stimmen a n g e n o m m c n. ♦ ?(»« dem Hoog, 20. Mai. So wie die Mahlreform, die die englische Regierung ausgearbeitet hat, ketiicsivcgs den Anforde- rungen entspricht, die man heute an ei» modernes Wahlrecht stellt — abgesehen von einem Stück Frauenwahlrecht daran—. so wenig trifft dies auch für die Reform des K o a l i t i o n S r e ch t s zu. Es liegt eine gewisse Ironie darin, daß es das Organ der bollän- dikchcn Großbourgeoisie, der„Nieuwc Rotterdam Conrant" ist, der auf diese Tatsache aufmerksam macht, indem er schreibt: „Iii Eygland dürfen die Gcwcrlschaften sich keineswegs ohne weiteres miteinander verbinden. Dem steht ein Gesch entgegen, das bestimmt zu sein scheint, der Bildung starker Gewcrkschaftsver- bände Hindernisse in den Weg zu legen. Co verlangt das Gesetz, daß bei der Abstimmung über eine Verschmelzung mindesten» zwei Drittel der Mitglieder teilnehmen und daß mindesten» zwei Drittel von den Abstimmenden sich für die Verschmelzung entschei- den. Die demokratische Strömung, die der Krieg mit sich gebracht, soll null auch hierin eine Zlenderung bringen. Wenigstens hat der Arbeiterparteiler Hodgc, Mitglied des Ministeriums, ein Gesetz eingereicht, das an Stelle der Zweidrittelmehrheit die einfache Mehrheit für genügend erklärt." Diese Art Demokratisierung ist wirklich impo»icren»d. An» statt den ganzen Plunder über Bord zu werfen, den diese an- mähende Bevormundung der Arbeiterorganisationen darstellt, glaubt ein Minister geivordcncr Arbeiterführer im �freien Eng- land dem Parlament und speziell seinen Klasscngcnossen eine der- artige Vorlage anbieten zu dürfenn. der Krieg auf öen Meeren. Neue U-Soots-'Crfolge im �tlantisthsn GZean. Berlin. W. Mai. 22500 Br.-R.-T. Unter den vcr- senkten Zchlffen befanden sich u.«l. drei großc bewaffnete Dampfer und ein? U Vootsfalle in tllcstalt eines etwa 3000 Tonnen grosien Tampfers, deren Kommandant gefangen ge- »ontinen wurde. Ter Chef des Adiniralstabes der Marine. Truppenöampfe? Cransstklvania. London, 24. Mai. Reutermeldung. Die Admiralität teilt mit, daß der britische Transportdampscr Transsylvania am 4, Mai i m Mittellnecr torpediert wurde.>l n, g e t o>n m c» sind dabei: 2!) Offiziere, 373 Mannschaften,»rr Kopitän > dcS Schiffes, 1 Schiffsossizicr und l) Mann der Besatzung. Lebhafte Feuertätigkeit an der englischen Front— Bei Brahe, Craonnello und Nauroy starker Artilleriekamps— Französische Angriffe be! Froidmont und Mühle Vanclerc abgeschlagen. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 2t. Mai 1017.(». T. B,> Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupvrccht. Bei Whtscharte und auf beiden Scarpc Ufern war die Feuer- tätigkcit bis in die Nacht hinein lebhaft; auch südlich der Straße Canibrai— Bapaume und bei St. Quentln nahm sie zeitweilig zu. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am Ehemin-deS-TameS erreichte der Artillerickampf bei Brave und Eraonnclle nachmittags große Stärke. Bor Einbruch der Dunkelheit griffe» die Franzosen westlich des Gehöste» Froidmont und etwa gleichzeitig auch bei der Mühle von Bauclerc an. An beiden Stellen wurden sie verlustreich abgeschlagen. Am Winter- Berg unterband unser BcrnichtiingSfcuer die Durchführung eines sich vorbereitenden Angriff». In der Champagne war dir Kampflätigkeit der Artillerie zwischen?!aurvh und dem TuiPPeS-Tal in den Abendstunden gc» steigert. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Im Walde von Aprewont brachen Sturmtrupps eine» rhcini- scheu Regiment» in die französische Stellung und kehrten mit 28 Gefangenen und 3 Mincnwerfern zurück. Gestern wurden 10 feindliche Flugzeuge und 1 Fesselballon zum Absturz gebracht. Leutnant Schäfer schoß seinen 28. und 29. Gegner ab; Leutnant Boß erreichte durch Abschuß»incs Feinde» die gleiche Zahl von Luftsirgc«. Am 21. und 22. habe» die Engländer und Franzosen ü Flug- zeuge im Lnftkampf und durch Abwehrfeuer verloren. Qestlicher Kriegsschauplay. An«rhreren Stelle» der Front lebte die Gcfcchtstitigkcit auf. Oestlich von Tuckum(nahe der Ostsccküste) wurden russische Erkunder»crtricbcn. Aiazedouische Front. Keine wesentlichen Ereignisse. Der Erste Grueralquartiermeister. Lubendorsf. Abendbericht. Amtlich. B e r l i», 24. Mai'abends. Erhöhte Artillerietätigkeit ist onr aus der w e st l i ch e n Champagne gemeldet. Seesperre unü Versenkungen. Zur kversenkuug der drei schwedischen Dampfer. Stockholm, 24. Mai. Ter„Franlf. Ztg." wird gemeldet: Die gestrigen Llätier geben die Berliner Mitieilung wieder, die ihr Be- dauern ausdrückt, daß die schwedischen Fahrzeuge nicht warteten, bis sie MitUiliuig über den Zeilpunkt der gesicherten Rückfahrt erhalten hatten, und cnthalte» sich jeden Kommentar». Jedenfalls hat sich die erregte Stimmung in den letzten Tagen gelegt. * Pari», 23. Mai. Tie Agence Hava« meldet amtlich: Der Dampfer Sontay(7236 Res,-T.) von den Messageries Maritime». mit Ol Mann Beiatzling, ist am tg. April torpediert worden, als er sich mit 344 Fahrgästen auf der Fahrt von S a l o n i k nach Marseille befand. 45 Personen find umgekommen, der, Kapitän de» Schiffe» wird vermißt. Basel, 24, Mai. Da» französische Marineministerium gibt bekannt: Ein großer französischer Dreimaster, der nach der Güdsee uilterweg» war, sei in der Rocht zum 16. Mai n in A Ii s g a ii g d e S K a n a l S von einem Unterseeboot aus nächster Rahe beschossen worden. Das Schiff erhieli mehrere Treffer in den Rumpf und da» Mastlverk, Es erwiderte da» Feuer energisch. Das Unterseeboot stellte nach den ersten Schüssen des Seglers da« Feuer ein und dieser erreichte nach fünf Tagen einen sranzösischen Hasen. Bern, 24. Mal. Im Hafen von Bordeaux steht der Schiffs- Verkehr beinahe ganz still. ES liegen dort ungefähr sechzig Dampfer. die aus Furcht vor U-Booten nicht auslaufen. Truppentransporte werden nur über Marseille geleitet. » Tie Tperrzonc im Eismeer. Kristiania, 23, Mai. DaS«Slavangcr Llftenbkad" meldet, Deutschland habe eingewilligt, die Sperrzone im nördlichen Eis- meer einzuschränken, to daß die größten und besten Fisch- gewäsjer vollständig frei werden.„Astenposten" bestätigt, daß Deutschland sich zu solchen Erleichierungen unter gewissen Bedingungen bereit erklärt babe. Eine formelle Einigung über die ausgestellten vedingungen sei nichr erreicht worden, doch sei Aussicht auf eine Regelung der Angelegenheil, die die norwegi- schcn Interessen befriedigen könne. Äolffö Bureau bemerkt hierzu: Von zustäiidlger Seite erfahren wir hierzu, daß das Sperrgebiet nicht eingeschränkt worden ist. Dagegen schweben allerdings Verhandlungen mit dem Ziel, die Fischerei in einem leite der Sperrzone z» schonen. Haag, 24, Mai. Meldung der Rederlandsch Telegraaf Agent- schap. Gestern nachmiiiag wurde der Segler«lbardina au» Ärooiiingen von einem deutschen U-Boot in der Nordsee versenkt. Die aus drei Mann bestehende Besatzung wurde in Schcveningen gelandet. Die Kämpfe im Westen. Touai unter Slrtilleriefeuer— Angriff bei Braye und Craonelle. Berlin, 24. Mai.. Mai 1915 an den Reichskanzler richtete. In dem Schreiben wird bedauert, daß der Reichskanzler dem Gedanken wider» strebe, die Herrschaft über Belgien zu behaupten.„Dar- über herrscht in der Armee eine sehr ernste Stimmung." Er, Freiherr v. Bodelschwingh, habe sich Ai allen Schichten des Volkes, besonders gerade mit kleinen Leuten, über die belgische Frage unterhalten. Ueberall habe man ihm gesagt: »Wenn wir Belgien herausgeben, dann gibt es.. Hier stehen in dem Brief drei vielsagende Punkte und dcr Freiherr fährt fort: ., jet) will das dann folgende Wort nicht hierher» setzen. Eure Exzellenz werden es vermuten können." Aus dem Antwortschreiben, das im Auftrage des Reichs- kanzters Unterstaatssekrctär Wahn schaffe an den Frei- Herrn richtete, geht hervor, daß der Reichskanzler das zu vcr- mutende Wort i n d c m e i n z i g ni ö g l i ch c n S i n n e auf- «gefaßt hat. denn es wird Herrn v. Bodelschwingh gesagt, daß seine Beweismomente doch zu schwach seien, um für einen imi monarchischen Mann„den Hinweis auf eine drohende Revolution zu rechtfertigen".— Aber Herr v. Bodelschwingh beruhigt sich bei dieser Antwort nicht. In einem Schreiben vom 17. Mai erklärt er, nicht still abwarten zu können. Tann 'schreibt er: „Gestern habe �ch dem Friedhof der Märzgefallenen Im Friedrichsbain'einen Besuch abgestattet. Er redet eine ernste Sprache. Waren auch dort die Bestatteten schließlich Opfer gewissenloser, zum Teil ausländischer und nicht germaui- scher Aufwiegler, so beweist doch der 18. März immerhin, zu welchen beklagenswerten Ereignissen es kom- wen kann, wenn nicht rechtzeitig den berechtig- tcv Forderungen der Zeit Rechnung getragen wird." Tor alldeutsche Freiherr v. Bodelschwingh au den Grä» berri der Märzgefallenen kniccnh ein Kili» von erschütternder Komik! Wer vielleicht hat er sich erinnert, daß er nicht der erste Freiherr v. Bodelschwingh war, der den Revoln- tiontzwarner spielte, sondern doß vor ihm ein Freiherr U. Bodelschwingh das gleiche gctou h»t � im Jahre 18481 ES war dies der preußische Minister des Innern v. Bodel- schwingh, der im Vormärz den„Vereinigten Landtag" Fried- r!ch Wilhelms IV. mit ganz besonderem Ungeschick geleitet hat. Er schrieb am 15. März 1848(Siehe„Preußische Jahr- bitchcr", Bd.(W, Heft(i, 1889) an den König: „Schon am vorigen Sonntag erlaubte ich mir. Ew. Königliche Majestät alleruntertänigst darauf aufmerksam zu machen, daß es mir unerläßlich erscheine, die neue Bah», die Preußen jetzt notwendig gehen muß, wenn e S sich selbst erhalten u u d Teutschland zun, Stützpunkt werden soll, mit frische», nuf anderen Wegen iwch nicht abgenutzten Kräften zu betreten. Ich habe seitdem diese Notwendigkeit dreifach er- kaiiut! Alle deutschen Fürsten sind gezwuugk», ihr Ministerium zu verändern, und sich dem Radikalismus oder Ultcaradikalisinns in die Arme zu werfen; Gott verhüte. daß bei uns nichts Aehnliches geschehe; es kann und wird aber nur verhütet werden, wen» Ew. Königliche Majestät, solange es noch Zeit ist, auch in dieser Beziehung die niitigeu Reformen vornehmen." Das sind Worte eines angsterfüllten, vom bösen Gc- lvissen getriebenen Schlvächlings für Beschwichtigungsreförm» chen, wie sie sich heute ctiva der sreikonservativc Freiherr v. Zedlitz-Reukirch abquält, um der„Zeitstimmung" cnt- gegenzukommen. Aber die RevolntionS-„Warnllng" des Bodelschwingh von 1848 klingt, ans die heutige innerpoliti'che Lage bezogen, doch erheblich moderner als die des Bodel- schwingh von 1317. Wenn schon dcr heutige Bodelschwingh an den Gräbern der Märzgefallenen gekniet hat, so hätte er sich dabei besser auf seinen Namensvetter von 1848 besonnen und erkannt, daß es heute auf andere Dinge ankommt, als die Erfüllung alldeutscher Annerionsgclüstc. Aber unbeschadet dieser historischen Reminiszenz wollen wir feststellen, daß die Drohung mit der Revolution bei den Alldeutschen ein geradezu alltägliches Kämpsmittel ist. um auf die Regierung zu drücken. Um so komischer und unwahrhaftiger ihre Entrüstung über die Scheidemann-Nede. Ter vorgcahnte Revolutionsgeneral. Mitunter gibt es etwas wie politisches AhrnrngSvermogen. Wenige Tage, bevor wir den Briefwechsel des Freiherrn v. Geb- sattel mit dem Reichskanzler veröffentlichten, verbreitete die„Na- tionalliberale Korrespondenz" einen Artikel unter der Ueberschrift: „Ter Revolutionsgeneral". In diesem heißt öS: In dem Augenblick, in dem uns diese Tatsachen von einem englischen Regierungsvertreter wieder einmal mit der gewohnten Deutlichkeit in das Gesicht gesagt wird, steigt in Teutschland ein Revolutionsgeneral zu Pferde: Herr— Nun kommt allerdings ein falscher Name, denn es heißt dann — Scheidemann. Wie groß mag ober dos Entsetzen der„National- liberale» Korrespondenz" gewesen sein, als kaum 43 Stunden nach Veröffentlichnng dieses Artikels ganz Deutschland einen wirk- lichen Revolutionsgeneral, der obendrein auch den militärischen Rang eines Generals besitzt, zu Pferde steigen sah, allerdings keinen Sozialdemokraten, sondern einen Alldeut- schen, nicht Scheideinann. sondern den General der Ka- v a l l e r i e z. D. F r e i h e r r n v. G e b s a t t« l. Bund dcr Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigten. Unter diesem Namen ist soeben in Berlin eine neue Verein!» gung ins Leben getreten, deren Zweck die Wahrung der gemein- samen Interessen der RriegsieUnehmer und Kriegsbeschädigten durch diese selbst gegenüber der Gesetzgebung wie im Wirtschaft»- leben ist. Ter Verein, der auf dem Boden parteipolitischer und religiöser Neutralität steht, fordert in erster Linie völlige materielle S i ch e r st e l l u» g der K r i e g L b e s ch ä d i g- t e n. Hierzu>>ält er für nötig zunächst eine gründliche Rc- form des gesamten Militärrenten wesens, das den Grundsätzen dcr staatlichen Unfallversicherung angepaßt werden soll und wobei den Organen der Beschädigte» ein Mitbestim- m u n g» r e ch t bei F c st s e tz u n g der Renten eingeräumt wird; ferner die Mitwirkung dcr KriegSscchädigtc» in sämtlichen öffentlichen Jürsorgecinrichtungen; schließlich eine weitgehende so- zialpolitische Schutzgesctzgebung für die Kriegsbeschädigten auf wirtschaftlichem Gebiete. Hierbei legt der Verein besonderes Ge- wicht auf Schaffung eines Zwangs für alle Unternehmer, zu einem gewissen Prozentsatz Kriegsbeschädigte zu gleichen Löhnen wie die übrigen Arbeiter und ohne Anrechnung der Rcnie auf den Lohn in ihrem Betrieb einzustellen. Im Namen und Interesse aller Kriegsteilnehmer fordert der Verein Abschaffung der politischen Vorrechte i,, Reich, Staat und Gemeinden, durch die Kriegsteilnehmer schlechter gestellt werden als andere Bevölkerungsteile, Umwandlung des Heres in ein wirkliches Volks- Heer und eine Politik, welche dcr Entstehung künftiger Kriege vorbeugt. Der Verein will seinen Mitgliedern Rechtsrat, Rechts- schütz, Berufsberatung und sonstige llnterstützungen gewähren, seine Ziele in einem eigenen Organ vertreten und namentlich auch die Erkenntnis vom wirklichen Wesen dei Krieges in der Bevölkerung wach erhalten. Auf wirtschaftlichem und so- zialem Gebiete will dcr Verein mit den bestehenden Or> ganisationen dcr Arbeiter- und Angcstelltenbc- wegung freundnachbarlich zusammenarbeiten. Mitglied kann jeder Kriegsteilnehmer Und Kriegsbeschädigte werden, für letztere bestehen besondere Erleichterungen. Vorsitzende sind Richard Heck- mann und Erich�Knttner. Zuschriften sind zu richten an Erich Kuttncr, Berlin SW. 08, Lindenstraße 2. 0i«e Junqgeselleiisteuer i» Sicht? Wie ein hiesiges Lokalblatt auf Erkuudigungen an zuständiger Stelle erfahren haben will, trägt man sich innerhalb der preußischen Finanzverwaltung mit dem Gedanken einer künftigen Besteuerung der Ledigen, und zwar in der Form eines Zuschlags zur Einkommensteuer für die Junggesellen, unter denen aber nicht nur männliche, sondern auch weibl'che Unverheiratete gemeint sein sollen. Die Steuer werde auf keinen Fall vor Beendigung des Krieges zur Einführung gelangen. Könne» Straffen Artikel schreiben? In der„Nordd. Allg. Ztg." finden wir ein offiziöses Dementi, das als halbamtliche Kundgebung eines gewissen humoristischen Bei» geschmacks nicht entbehrt. Es lautet: „Tie„Tägliche Rundschau" beschäftigt sich mit dem Auslands- echo des in der„Bayerischen Staotszeitung" erschienenen Artikel» über Kriegsentschädigungen und sucht diesen Artikel, obwohl das genannte Münchener Blatt bereits auf seinen privaten Ursprung hingewiesen hat, der..Wilhelmstraße" anzuhängen. Wir stellen fest, daß die..Wilhelmstraße" mit jenem Artikel nicht das mindeste zu tun hatte." Danach ist also die„Wilhclmstraße" bereits zu einer amtlichen Bezeichnung geworden. Man steht, daß unter der Parole„Freie Latin dein Tüchtigen" schon sogar.Straßen Kacxierg machen sonnen, Ferner dementiert die„Nord. Allg. Ztg." die von einigen uüst deutschen Blättern aufgestellte Vermutung, daß die Deutsche N a ch r i ch t c n v e r k e h r s g c s e l l s ch a s t m. v. H. aus Reichs- Mitteln unterstützt werde. Sie stellt fest, daß diese Vermutung nicht zutrifft.— Ein Artikel dieser Korrespondenz hatte jüngst dw Alldeutschen sehr in Harnisch gebracht und wurde von ihnen gleichfalls als Produkt der«Wilhelmstrahe" bezeichnet. VundesratSarbeit. Ter Bundesrat hat am Donnerstag die Zustimmung erteilt zu: 1, den Gesetzentwürfen betresfend die Fr;.- slellung des Reichshaushaltsetats und des Hanshatts- etats für die Schutzgebiete auf das Rechnungsiahr 1lU7, 3. dem vom Reichstag in veränderter Fassung angenommenen Entwurf eines Gesetzes betreffend die Aenderung des Gesetzes über den Absatz von Kalisalzen, ll. dem Entwurf einer Bekannt- machung zur Erleichterung der Einzahlung auf Aktie», 4. dem Entwurf einer Bekanntmachung über die Zahlung des Bargebots bei Zwangsversteigerungen. parteinachrichten. Ter Wiederausban der Partei. In dem für Leipzig-Stadt und Land neugegründeteu Pariei« verein sprach Genosse Fräßd orf über sächsische Politik. Im An- schluß an de» Vortrag leiUe Genosse Buhl als Vorsitzender des Vereins mit, daß am t.Jlili unter dem Titel:„Freie Presse", sozialdemokratisches Aolksblatr für den 11,— U. sächsischen Reich;-- tagswahlkreis, in Leipzig ein neue» Parteiblatt erscheinen werde. Ter Druck erfolgt vorläufig in unserer Altenburger Parteidruckerei. ZeituugSgründung der Unabhängigen. Für Ost- und Westprenßen wolle» sich die Unabhängigen ein Organ,„Volksstimme" geheißen, anschaffen, daS ür Danzig bei Lauter junior gedruckt werden soll. Letzte Nachrichten. Die Serliner Dergwerksvorlage abgelehnt! Tie Berliner Stadtverordnetenversammlung hat den vom Magi. strat beantragten Ankauf der Gewerkschaft Trier gestern in später Abendstunde mit 57 gegen 47 Stimmen bei drei Enthaltungen a b- gelehnt. Zunächst wurde ein von den Sozialdemokraten und Mitgliedern der Freien Fraktion gleichlautend eingebrachter Antrag, der Magi- strat möge auf eine Ermäßigung des Kuxe«Preises von 14 5W auf 12 500 M. hinwirken und auf dieser Basis weiter unter- Handel», einstimmig a» g e n 0 m in e«. Die Borlage selbst wurde jedoch alsdann mit der angegebenrn Stimmenzahl abgelehnt. Für sie stimmten die Aozialdem»- traten, gegen sie die Bürgerlichen, von einem knappen Dutzend abgesehen. Die Ablehnenden begründeten ihre Haltung damit, datz das Risiko zu hoch sei und daß nach dem Kriege große Mengen Kohle zu billigen Preisen erhältlich sein würden. Englisch-russische KrirgSzieleinigkeit. Basel, 24. Mai. Agenea Habns meldet aus London: Lord Robert Eeeil erklärte am Miitwoch im Unterhause, daß di: Kriegsziela Großbritanniens mit denen der russischen Regierung übereinstimmen. Bride Regierungen seien sich einig iu dem Wunsche, einen Frieden diktieren zu wollen, der auf nationaler Freiheit und internationaler Freundschaft beruhe. Andere imperialistische Ziele, welche auf Eroberungen beruhen, seien von dem Programm der englischen Regierung ausgeschlossen. Die neue Regierung in Ruß- tand stimme mit den Kriegszielen Englands vollkommen übercin. Kopenhagen, 21. Mai.(„Frtf. Ztg.") Sowohl aus Londoner wi' aus Pariser Meldungen geht hervor, daß der russische Druck zur Erzwingung einer Aenderung der Kriegs- zi el e der übrigen Ententestaaien von Tag zu Tag stärker wird und nunmehr von den übrigen Enteiitcregieruiigeii ernstlich in BeHand- lung genommen wurde. Daß man die ziemlich freien Aeußerungcn von Korrespondenten neutraler Blätter durch die englischen Zcn- soren ungehindert passieren läßt, trotzdem diese von dem Mißtrauen der Russen gegen die Uebereinkunft der Alliierten mit dem letzten Regime sprechen, läßt darauf schliefen, daß auch in der Stimmung des englischen und französischen Publikum» sich eine Wendung vor- zubereiten beginnt. Ein Telegramm des Petersburger Äorrespon- deuten des„Daily Eypreß" spricht von der Tatsache, daß die Ententekreise in Petersburg von den Vorgängen in dieser Richtung unterrichtet sind. Französische Äammcr. Bern, 24. Mai. Pariser Blätter melden über die vorgestrige Sitzung der Kammer: Nach der Rede Nibots wurde die Erörte- rung der Interpellationen über die VersorgungSfräge begonnen. Der Abgeordnete Eompere-Morel kritisierte lebhast die Re» gierung wegen des Zauderns und Tastens in der Versorgung und forderte die Einführung der Fleisch- und Milchkarie. Die Abgg. H e n n e s s y. E h a r p y und F a i s a n t brachten einen Gesetzesantrag ein, wonach das Militärgesetzbuch durch einen Paragraphen ergänzt werden soll, demzufolge gegen Korpsführer und Generale, die wissentlich oder fahrlässig Fehler gemacht haben, Straf Maßnahme 11 ergriffen werden sollen. Tie Be- gründung deL Antrages hebt in scharfer Sprache hervor, bisher sei noch kein Fall zur Kenntnis des französischen Volkes gekommen, daß ein für einen militärischen Mißerfolg verantwortlicher Führer bc- straft worden sei._ Streiks französischer Arbeiierinnen. Genf, 24. Mai.(„Franks. Zig.") Der Ausstand der Pariser D a m e 11 sch n e i d e r i» n e n ist, wie der Minister des Innern am Dienstag in der Kammer mitteilte, beendet. Den Arbeite- rinnen wurden ihre Forderungen einer Teuerungszulage von 75 Eentimes pro Tag bewilligt und die englische Arbeitswoche durch- gesetzt. Seit gestern aber befinden sich die übrigen Arbeiterinnen. die sich den Damenschneiderinnen angeschlossen hatten, wie Putz- inacherinncn. Weißzeuanäherinnen. Korsettnäherinnen, Damenmäntelnäherinnen, im Streit und vielfach kam eS bereit« auf den Boulevards zu Kundgebungen. Die Unruhen in Portugal. Bern, 24. Mai. Lyoner Blätter melden aus Madrid: Bei den Unruhen in Portugal gab es 25 Tote und 250 Schwerverwun- dete. Der Schaden an Besitzungen und Material ist sehr erheblich. Der lvanische Minister des Innern erklärte, dir Regierung habe große Mengen Brot von Baleneia und Alcantara nach Lissabon ge- schickt, um der portugiesische» Regierung einen F-reundschastsbewei» zu geben. Luxemburg. Luxemburg, 24. Mai. Nach mehrwöchigen Verhandlungen ist ein neues Koalitionsmini st eriu in gebildet worden. Mi» nisterpräsident wird der bisherige Generaldirektor der Finanzen Kauffman. An seiner Stelle übernimmt Tr. Calmas, ordent- licher Professor an der Universität Frankfurt a. M., das Portefeuille der Finanzen. K a u f s m a n n wird die auswärtigen An- gelegen heiten und den L c b e n s m i t t e l d i c n st über« vchmcn.. S«kkschBsbt!Wlms Berlin und Umgegend. TaH Werthcinischc Personal fordert Gehaltserhöhung. Iin Auftrage des kaufmännischen Personals der Firma VI. Wertheim hatte sich der Vorstand deS Zcntralverbandes der Handlungsgehilfen an die Geschäftsleitung gewandt mit dem Er- suchen um Verhandlungen ivegen Gewährung einer Tenerungs- zulage. Die Firma hat es abgelehnt, mit der Verbandsleitung in Verhandlung zu treten. Mit dieser ablehnenden Antwort beschäftigte sich am Dlittwoch eine vom Zentralverband der Handlungsgehilfen einberufene Bezirksversammlung deS Werth simschsn Personals, die im Lehrcrvcreinshause am Alexanderplatz tagte und den groszcn Saal samt den Galerien vollständig füllte. Der Referent E i ch n e r kritisierte das ablehnende Verhalten der Firma und führte aus, die Besoldung des weiblichen Personals im Hause Wertheim sei derart, dag eine Anfbesierung dringend not- wendig iei. Gestützt auf Angaben von etwa iOO Angestellten der Firma könne festgestellt werden, daß ungefähr ein Drittel der be- treffenden Angestellten Gehälter von weniger als 100 M. monatlich haben. Etwa 60 Proz. der Befragten hätten weniger als ISO M. monatlich. Hieraus ergebe sich, daß nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Angestellten einigermaßen auskömmliche Gehälter beziehe. Das Verlangen nach einer allgemeinen Gehaltsarrfbesserung sei also durchaus berechtigt, vor allem im Hinblick auf die gegen- wältigen Teuerungsverhältnisse, dann aber auch, weil sich der Geschäftsgewinn der Firma in der Kriegszeit eher er- höht als vermindert haben werde. Wenn die Firma dem wohlbegründeten Verlangen der Angestellten nicht entgegenkomme, dann könnte sie mit Schwierigkeiten zu rechnen haben, die sich aus der durch die Wkhmmg erzeugten Stimmung deS Personals ergeben. Ferner rügte der Referent, daß die Firma mit Kriegerfrauen Verträge abgeschlossen habe, wonach den Frauen die Tage, an denen sie wegen Krankheit oder aus ande»en Gründen fehlen, nicht bezahlt werden. Die Firma betrachte diese Frauen a!S Aushilfen, obgleich ste zum Teil jahrelang beschäftigt seien. Ein derartiges Verhältnis stehe im Widerspruch mit dem Handelsgesetzbuch und der Spruch- Praxis des Kausmannsgerichts. Diesen Stairdpnnkt habe der Zentral- verband in einem Schreiben an die Firma vertreten. Die Firma habe darauf erwidert, sie sehe sich nicht veranlaßt, die betreffenden An- stellungsverträge zu ändern, ehe nicht durch ein Urteil des Kauf- mannsgerichts nachgewiesen sei, daß die Verträge unzulässig seien. Der Referent meinte, dieser Nachiveis könne der Firma bald durch ein Urteil infolge der Klage ihrer eigenen Angestellten geliefert werden. In der Gewährung von Urlaub sei die Finna Wcrtheim kulanter als andere große Firmen der Branche. Bei einem Stellen- Wechsel könnten sich die Angestellten in dieser Hinsicht leicht der- schlechtern. Deshalb habe der Zentralverband in einer Eingabe an den Bundesrat die gesetzliche Gewährung von Ferien gefordert. Diese Forderung sei im österrei-bischen HandekSgeseybuchc bereit? erfüllt. Auch die Freigabe des Pfingstmontags werde gefordert.— Zum Schluß bemerkte der Referent, er hoffe, daß die Firma Wertheim nach dieser außerordentlich stark besuchten Versammlung und der hier herrschenden Stimmung ein nochnialigcS Ersuchen deS Ver- bandes wegen einer Gehaltsaufbefferung. mit ihm. als der Ver- trctung der Angestellten, zu verhandeln, nicht ablehnen werde. Aussehen erregte die Mitteilung eines Diskussionsredners, der mitteilte, den zum Militärdienst angesetzten männlichen Angestellten der Firma sei eröffnet worden, daß sie keinen Urlaub mehr erhalten. Einige Rednerinncn niachlcn den mit allgemeinem Beifall auf- genommenen Vorschlag, eine nochmalige Verweigerung ihrer Forderung mit der Arbeitsniederlegung zu beantrvorten. Die Versammlung beschloß einstimnng, daß die Leitung des Zeniralverbandes nochmals versuchen soll, mit der Firma in Ver- Handlung zu treten und daß die Angestellten, falls auch dieser Ver- such von der Firma abgelehnt werden sollte, bereit sind, die Arbeit niederzulegen._ Ter Verband der Buchbinder hielt am Montag cme Generalversammlung ab. Nach dem Kassenbericht für daS erste Quartal rechnete die Zentral- lasse in Einnahme imd Ausgabe mit 30 t-62 M. ab. An die Verbandskasse wurden 15 OVO M. abgeführt.— Die Lokalkasse hatte einschließlich eines früheren Bestandes von 97 716 M, eine Gesamteinnahme von 110 059 M. Nach Bervechnung der Gesamt- ausgäbe von 7379 M, verblieb am 1. April ein Bestand von 102 680 M.— Am Schluß des Quartals hatte die Zahlstelle 4857 Mitglieder, darunter 3446 weibliche. Aus dem Geschäflsbeiicht ist hervorzuheben: In der A l b u m-, Mappen- und Galanteriebranche erstreckte sich die Tätigkeit der Branchenleitung in derHanptsache auf die Erreichung einer nochmaligen Teuerungszulage, Die Angelegenheit harrt noch der Erledi- gung. Da die Unternehmer die Verhandlungen über die Forderung weiterer Teuerungszulagen hinauszögerten, so beschloß die Branche die Kündigung des Tarffs und beauftragte die Branchenleitung mit der Aufstellung von Forderungen. Die Üniernehmec haben sich nun nach der Tariftiindiginig zu Verhandlungen bereit erklärt, die im Juni stattfinden werden. In der Buchbinderbranche hatten sich wegen der Be- rechnung und Anwendnng der am 11. Dezember 1916 für Berlin vereinbarten Teuerungszulage Unzuiräglichkeiten ergeben. Nament- lich die iür die lTeuerungszulagen bestimmten Lohngrenzen von 25 M. für Arbeiterinnen und von 45 M. für Arbeiter gaben häufig Anlaß zu Streitfragen. Es kam zu Verhandlungen, die zu einer Vereinbarung führten, wonach die vom 14. Dezember 1916 ab be- willigreu Teuerungszulagen unbeschadet der Höbe des ver« dienten Lohnes oder des Akkordverdienstes auf alle Lohne zu zahlen sind. In der E t u i S b r a n ch e, der kleinsten am Ort, find nur noch 30 bis 40 Personen beschäftigt. Ende März wurde auch in dieser Branche ein weiterer Teucrungszuschlag gewährt, er war sehr mager und die Akkordpreffe wurden nicht berührt. In der Kartonbrancho wurde bisher nur für die Z i g a- rettenkartonnage ein neuer Teuerungszuschlag zu den am 28. Juli 1916 für dieses Fach vereinbarten Lohnsätzen erreicht. Eine Diskussion fand nicht statt. Soziales. Schatz der Äriegerfannlie« vor Mictstcigcrungen. Ueberall machen sich jetzt die Versuche geltend, die Zeitverhält- nisse zu Mietsteigerungcn auszunützen. In immer höherem Maße mehren sich namentlich die Wagen der Kriegerfrauen, daß auch an sie der Hauswirt herangetreten sei, um sie zur Zustimmung zu höherer Miete zu bewegen. Geradezu typisch für diese Verhälinisse ist ein Bericht über cme Versammlung des Haus- und Grundbesitzer- Vereins in Friedenau, in dem es heißt:„Es wurde empfohlen, alle s Mielverträge zu kündigen und höhere Mieten zu fordcrn.�Tcr Zeit- Punkt hierfür sei sehr günstig. Jeder Umzug sei jetzt mit schwierig- leiten und hohen Kosten verbunden, außerdem seien bei jedem Umzug Neuanschaffungen(z. B. Gardinen) zu machen, die sich jetzt auch schwer ausführen ließen. Es werde sich jeder Mieter den Um- zug wohl überlegen nud lieber eine höhere Miete bezahlen, als die hohen Umzugskostcn zu tragen. Einige Herren bemerkten dazu, daß ste auf diese Weise bereits Mictsteigerungen durchsetzen konnten, und eine Dame erklärte, daß ihr dies bei 15 Mietern, denen sie sämtlich die Wohnung gekündigt hatte, gelungen sei." � Wir haben in Nr. 135 des„Vorwärts" die Rechtsprechung des Reichsgerichts über Erpressung zum Gegenstand der Erörterung gemacht. Wenn das Reichsgericht in seiner Rechtsprechung kons?» guent wäre, würden in diesem Vorgehen der Haushcsitzer unzweifelhaft die Merkmale der Erpressung erblickt werden müssen. Auch hier liegt kein anderes Verhalten vor, wie in der großen Mehrzahl der Fälle, in denen wegen Streikandrohung eine Bestrafung wegen Erpressung erfolgt ist. Nun verlangen wir selbstverständlich nicht die Anwendung des Erpressungsparagraphen aus diese Fälle de: Mietsteigerung. Die Beeinflussung des Willens der Acnderung durch die Verhältnisse der Konjunktur ist ein unser ganzes wir!» schaftliches Leben so sehr beherrschender Zustand, ergibt sich so sehr aus den natürlichen Gesetzen des sozialen Verkehrs, daß wir ja gerade deshalb die Rechtsprechung des Reichsgerichts, als autzerhalv des Lebens der Zeit stehend, bekämpft haben. Ueberall wird in unserem Leben durch das Jnaussichtstellen von Vorteilen, ideellen oder materiellen, oder von Nachteilen auf den Willen des anderen eingewirkt. Der Druck, der dadurch auf menschliche Entschließungen ausgeübt wird, liegt in der Natur der Sache, im Wesen des Ver- kehrs begründet. Deshalb auch liegt unter normalen Verhältnissen in der Ankündigung von Ucbeln, die für einen konkreten Entschluß nach der Sachlage und der Verkehrscrscheinung normalerweise be- stimmend sind, keine rechtswidrige Nötigung. Ter Bedrohte mußte ohnehin damit rechnen. Trotzdem aber liegt in den Versuchen, von den Kricgcrfamilicn eine Mieterhöhung zu erlangen, weil es für sie jetzt überaus schwer ist, eine neue Wohnung zu erlangen und der Umzug ganz außer- gewöhnliche Kosten verursacht, ein Moment, das nahe an Erpressung streift. Die Reichsregicrung wird zu erwägen haben, ob nicht durch Vwrdesratsverordmlug hier ein Riegel vorzuschieben und generell jede Wohnungskündigung von Kricgerfirmilicn durch den Vermieter zu verbieten ist. Tor Schutz, der den eingezogenen Mietern an sich schon ge- währt ist, reicht anscheinend nicht aus, nm auch hier Sorge und Erregung von den Kriegcrfcnnilien abzuhalten. Wir werden die Verhältrisse auf dem Wobnungsmarkt nach wie vor eifrig verfolgen und die hier von den für das Wohl der Angehörigen der Krieger mitverantwortlichen Behörden zu er- füllenden Pflichten ihnen immer und immer wieder ins Bewußt- sein rufen, wenn sie sie nicht selbst erkennen sollten. Genau so, wie hier auf dem Wohnungsmarkt, singen sciucrzeit die Verhältnisse auf dem Lcbensmittclmarkt an sich zu gestalten. Wir erheben warnend die Stimme, dast sie sich nicht auch ebenso wie dort im Endergebnis in Wirklichkeit gesialten. Verantwortl. l.Polilik: Dr. Franz Tiedcrich. Berl.-Fricdcuau: für' d. übrigen Teil d. BlaltcS: Alfred Scholz, Neukölln; für Jifferate: DI). Glocke, Bertin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerci u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltuugsblatt. Direktion dlax.Reinhardt. Oentsehes Theater. 7: John Gabriel Borlernaa Bonnabend; Othello. KoiarnerBpielo. Vf,: Kasehing. Volksböhne. Theat a.BBIowplatz. tTnlergrundb. Schönbauser Tor. 7'/,: Hamlet. Bonnabend: Has Koneei-t. Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. Theater i. d. KDniggrätzerstr. 7'/,: Erdgeist. Komödienhaus 7'/.: Die verlorene Tochter. BerBiner Theater V° Ubr: Die tolle KomtelS. Les£ing=Theater. 7 TJbr: Peer Cynt, Sonnabend: Der Proboplell. Sonntag: Jlfadame Eegros. Montag: Der Probepfeil. Deutsches Künstler-Theater. Allabendlich 7'/, Uhr: Der Kammersänger. Comtesse Mizzi. I. Klasse. Theater für Freitag, den 25. Mai. Deutsches Opernhaus ev.u,: DJeistersiDseFvirteri Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. 7'/, ubr: Das Lisimädki'Itmz. Oebr. Hcrrnleld-Thentcr. 7'/4: Der Ehe Erlaub. Pflngstsonntag zum 1. Male: Das Pensionsschireln. Kleines Theater vi, u.: te im SehnakenlocL Komische Oper 20 mw.: Die Dese Sr. Majestät. Sonntag 3'/«: Der PuSta-Karalier. Lustspielhaus 7,/4IJhr: Die blonden Mjidels vom Eindenbof. Metropol-Theater soMbri: Die �aidaMstm. Neues Operettenhaus Schiffbd. a. Kassentel. Horden 281 7'/.u.- Der Soldat der Marie. Itesldenz-Thcatcr tu u.: ßie Steiner-Mädels Schiller Theater O �/.u.: BerTarM SparBH. SchlUer-Th. Charlottenb. vi, ubr: Rotiert und Bertim T h»II a-Th eat er y�DasVagabundenmädel. Theater am Xollendortpl. t'/.u.: Die Giriasohkanone. Theater des Westens tuv.-. Stolze Thea. Trlanon-Thcater 8 uhr: Die Hochzeitsreise Clrcus TO Siflsdi Tgl. Tftjj Uhr, vorletzte Woche! Das reichhaltige Abschieds- Programm! Zum Schluß: Die versunkene Stadt Am 1. U. 2. Psingst-Feiertag nachm. 31/, u. ab. T'/jU.; Gross. Abschieds-Programm und Die versovlcene Stadt. Abschieds-Vorft. Mittwoch 7-/, U. Zirkus A. Schumann Bahnhof Friedrichsfp. Täglich abends S Uhr: Sportspiele, ger. v. 6Herrn Korn. Fangkünsttep lato und May Vampyrtanz— Hadges u. Biller Musik Schorenschloifer, 3 Borkum Kunstschiitzin— Berta Steiner Die große Prunk-Pantomime Z)ie Seeräuber An beiden Pfingstfeiertagen je 2 Große Vorstellungen, 31/, u. 8 Uhr. Nachm. 1 Kind fr. In beiden Vorstellungen Die Seeräuber. NATIONAL-THEATER KSpenicker Str. 68. Auf allgemeines Verlangen I 1. und 2. Feiertag, nachm. 3 V z und abends Uhr Was junge jVladchen träumen...! Posse m. Ges. u. Tanz in 3 Akten. Vorverk. ab 10 U. nnunterbr. Gastspiel kVolson's Kiinstlcrsplelo Rudolf Nelson Käte Erholz Trude Troll Kurt Puß Erna AlbertI— Trade Dnsedann sowie die 12 Spezialitäten 12 des KVäai-SpieSplans. fRlEDRICSSUR- AM• PER. KDOCTR- Allabendlich 71/, Uhr: Das vielseitige Varieto-Programm! Die Kasse ist ab 10 Uhr geöffnet Rose=Theater. TU Uhr: Er nimmt keine Frau. Walhalla-Theater. 7-/. Uhr: Der Glücksbauer. Badsfr, 58. Badstr. 58. 1. und 2. Psingsi-eieitag: Grosse Gx« ra-Borstrllung Onsere Don Juans. Erstklaffizes Spezialitäten. Programm. Eröffnung 3 Uhr. Zllisang 5 Uhr. r K Ädmirals-Paiast. Abrakadabra großes(phantastisches Ballett auf dem Eise. Angenehmer kühler Aufenthalt 7'U Ubr. Vorzügl. Küche. Reichsliallen-Tliealer. Steltiner Sänger. Cabare� „FeSd- grau" Ansang 7'U Uhr. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 7 st, Uhr. Zlur noch bis 31. Mai! 7st, Uhr: Tie Mai. Spezialitäten. «-/.uhr- feM'sMailterlwelit Stürmischer Beifall. Sonntag 4 Uhr:'nc gute Idee. Gastspiel der Sellliei�eeT mit Xaver Terofal. Heute 7*U Uhr: slieserl von Schliersee. Sonnabend u. Sonntag 7st,: Wildes Blut. Sonnt. 3st,: D. Herrgattschnitzer. Montag 3'/,:.Iftgcrblnt. ZiehiMS 1. und 2. Juni 1917 Rote+ss 7838 Geldgewlioe bar olmc Abzog X 200000 1 60000 130000 110000 | Lose IM. 3.30 rÄnd.mae] 1 versendet gegen Eiusendunf jdes Betrages mittelst Postanweisung oder Nachnahme Georg Thomas Hamburg, Postbezirk 36. Bik-iitc und morgen sehr villig! Gänsektein... p. Stück 3,50 Gänsestnckenfleisch. Pfund 2,75 (hänsetculcn.... Pfund 4,90 Näucherleulen... Pfund 6,50 Spickgans..... Pfund 10,50 Max Westheimer Neue Jakobstr. 12. 2441b Sektkorken bis 25 Pfennig, Weinkorken l 3stj Pfennig sowie alle anderen Sorten gebrauchte und neue Korken kauft W. Heike, Berlin, Krausenstr. 73 (neben Kemploski) ii. Steglitz, ßergstr. 2. 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In die Deputation für Arbeitsnachweis werden zehn Mitglieder der Versammlung gewählt, darunter die Stadwv. Brückner, Glocke und Ritter(Soz.). Tie Verbreiterung der Ringbahnbrücke im Zuge der Schönhauser Allee wird von der Staatseiscnbahnver- waltung nach den» Kriege ausgeführt werden. Die bezüglichen Ver- träge der«tadt mit der Eiscnbahndirektion Berlin und der Hoch- bahngescllschaft liegen der Versammlung mit dem Magistratsantrag Bewilligung der noch erforderlichen Beträge zur Beschluß- fassung vor. Ohne Debatte wird die Vorlage gutgeheißen. Bereits am 6. Mai ist der Versammlung folgender Antrag Barlowski und Genossen(Saz.) unterbreitet worden: Tie Versammlung ersucht den Magistrat, im Verein mit den anderen Gemeinden Groß-Bcrlins die Versorgung der B e- v ö I k c r u n g mit Brennmaterialien baldigst in die Wege zu leiten. Stadtv. Hinhc(Soz.): Neben die Lebcnsmittelnot für Groß- Berlin stellt sich seit einiger Zeit eine Kohlennot. Ter Bevölkc- rung ist ein solcher Zustand in dem kohlengesegneten Deutschland schwer begreiflich. In bitterster Kälte haben Frauen und Kinder viele Stunden lang und oft vergeblich im letzten Winter nach Preßkohlen.anstehen" müssen. Solche Kohlenpolonaisen sind ein Skandal, dessen Wiederholung aus jeden Fall vorgebeugt werden muß. Selbst jetzt im Sommer bekommt man kein Holz und keine Kohlen— ein elender, jämmerlicher Zustand; auch heute dauern die Kohlcnpolonaisen an; gerade die ärmste Bevölkerung hat am schwersten unter dieser Not zu leiden, nicht weniger aber auch die v-tadt, die zeitweise ihre Gcineindcschulen und jetzt ihre Bade- anstaltcn wegen Äohlenmangcls hat schließen müssen. Wenigstens die Wannen- und die Fraucnböder sollten ungesäumt wieder er- öffnet werden. Ebenso leiden unter der Kohlcnnot auch die Be- sitzcr der Häuser mit Zentralheizung sowie die Kleinhändler. Zum kommende» Winter liegen die Verhältnisse geradezu trostlos. Besser getvorden sind nur die Preise, die für Holz auf das Vierfache, für Kohlen und Koks auf das Doppelte und zum Teil noch höher gege,, die Friedenspreise gestiegen sind; und dabei droht eine neue Erhöhimg durch das Koblenshnd'kat. Am 1. August tritt das Rcichskohlenstcucrgesctz in Kraft, das den Gemeinden, die die Kuhlen für den Bedarf der ärmeren Bevölkerung selbst beschaffen, die Steuer zur Häljte erläßt. Davon muß Berlin unbedingt Gebrauch machen; es handelt sich dabei um zirka 36 Millionen Zentner oder B'ch Millionen Mark. Einzelne Nachbarorte haben sich bc- reits in dieser Richtung um Abhilfe bemüht. Empfehlen dürste sich auch für Kohlen eine Rationierung. Schuld cm der Notlage ist nicht.nur der Waggoniuangcl, sondern auch der Arbcitermangel; die Grube»Ilse" hat im vorigen Fahre nur 7ö Proz. ihrer früheren Zufuhr nach Berlin liefern können. Aber auch die Ver- sorgung der neutralen Staaten Dänemark. Holland, Schweiz mit deutscher Kohle ist mit Schuld au dieser Notlage. Seit der Er- nchtung des Rcick�kohlenamts ist auch die Kohle bekanntlich vom Markt verschwunden. Für eine Stube und Küche m u ß das Brennmaterial der ärmeren Bevölkerung geliefert werden! Stadtschnlrat Reimcinn: Es wird versucht werden, wenigstens den kalten Brouscbetricb wieder auszunehmen. Sladtrat Löbninng: Der Magistrat ist mit der vom An- trag berührten Frage seit Wochen beschäftigt. Es bandelt sich nicht mehr um ein Transport-, es handelt sich fetzt um ein Pro- dnkjionsproblem. Die Kohlendcckung fst zurzeit knapp. Zur Steigerung der Förderung sind 4g OM Bergleute beurlaubt worden. Fm Beirat des Kohlenamts wird eifrig über die Frage verhandelt; die Fnteresten des Hausbrands werden unsererseits dort cntschic- den vertreten. Tie neue Kohlenabteilung des Kricgsamts wirkt in ähnlicher Richtung. Zur Prüfung der Frage besteht schon seit einigen Wochen im Magistrat eine Kohlenkommission. Stadw. Mommsrn(Fr. Ft.); Der Antrag sollte einfach von uns angenommen werden. Ter Legende, daß ein Berchoerksankaus die Kohlcnnot für den kommenden Winter auch nur lindern könne, sollte man nicht mebr Vorschub leisten. � Stadtv. Sonnrnfeld(Linke): Der Tendenz de? Antrages stimmt die ganze Versammlung zu, sie erkennt aber gleichzeitig mit Genugtuung an, daß der Magistrat auch in diesem Punkte nichts vcriaumt hat. stadtv. Hinke erklärt sich von der Erklärung des Magistrats- Vertreters befriedigt, bittet aber, zur Durchführung des Antrages die Emietzung einer gemischten Deputation beim Magistrat in Anregung zu bringen. Fn diesem Sinne wird beschlossen. Mit der Ueberw eisung von 169 006 M. ans dem Ver- mögen der Korke-Stiftung an das Kinderashl in der Kürassier» straßc(Schmidt-Gallisch-Stiftung) zur Deckung des Restes der Kosten eines Erweiterungsbaues ist die Versammlung einver- standen. Ein von der Stadt im Fahre 1844 beim Erwerb des Geländes der Gasanstalt in der Gitschinerstraße miterworbencs Grund- st ü ck an der K i e f h o l z st r a ß e in Treptow soll für 148 332 M. an die Firma Ehrich u. Grätz verkauft werden. Die Ver- lammlung stimmt zu. Dem ö st e r r e i ch i s ch- u il g a r i s ch e n S i l f s v e r e i n zu Berlin wird eine erneute Beihilfe von 23 000 M. zur Unter- stützung, insbesondere zur ärztlichen Versorgung der österreichisch- ungarischen Kriegerfamilien bewilligt. Mit Rücksicht auf den allgemein in der Versammlung bor- nmzchenden Wunsch, die auf der Tagesordnung der geheimen Sitzung stehende Vorlage wegen des Ankaufs der Kuxe d c r K o h l e n g c w e r k s ch» f t Trier heute noch zu erledigen. werden die übrigen Gegenstände lAenderung der Satzung der Feuersozietät, Aenderungcn im höheren Schulwesen der Stadt Berlin) von der heutigen Tagesordnung abgesetzt. Schluß nach Vi! Uhr. Die Stadtverordnetenversammlung hielt aber unter Zu- stinlmung zil dem Antrag der Sozialdemokraten eine weitere Erörterung der Kohlcnfrage in g e m i s ch t e r D c p u t a t i o n für geboten und faßte einen dcmcntsprechendcn Beschluß.— In der geheimen Sitzung bildete gleichfalls die Kohleufrage den Hauptgegenstand der Tagesordnung. Verhandelt wurde über den Magistratsantrag auf Erwerb von Kohlen- gruben, durch die der Kohlenbcdarf der Gemeinde sicher- gestellt werden soll. Ueber das Ergebnis berichten wir an anderer Stelle des Blattes. Berliner Lebensmitteluachrichtcn. Von beute an gelangen in den städtischen Marklhallcn zu den gewöhnlichen Marklzeiten zirka 1300 junge holländiswe Gänse, Sogenannte Hamburger Gaus, im Gewicht von zirka 7 Pfund zum Verkauf. Der Preis beträgt 3,60 M. pro Pfund. Der Magistrat bat Höchstvrcise für Spinat und Rhabarber dahin festgesetzt, daß der Großbandelszuschlag 3 Pf, der Kleinhandelszuschlag 10 Pf. betragen darf. Groß- und Klein- bändler werden drinqend darauf hingewiesen, darauf zu achten, daß sie die vorschriftsmäßigen Schlußscheine von ihrem Lieferanten übergeben erhalten. Da die Höchstpreise durch Zuschläge gebildet sind, setzen sie sich der Bestrafung ans, wenn sie die Berechtigung der von ihnen genommenen Preise nicht durch Schlußscheine(der Groß- bändler durch den grünen, der Kleinhändler durch den weißen Schlußschein) nachweisen können. Keine Pfingstbesuche der Stadtkinder auf dem Lande. Der Verein.Landaufenthalt für Stadtkinder" in Berlin erläßt folgende Mahnung: Dringende Pflicht der Eltern und sonstigen Verwandten der Kinder ist es. das Einleben der Kinder auf dem Lande nicht durch überflüsfige Besuche zu stören. Durch solche Besuche wird nicht nur in vielen' Fällen Heimweh bei den Kindern erweckt, sondern diese Besuche werden auch von feiten der Landbewohner in den meisten Fällen höchst unliebsam empfunden werden, zumal in den Bedingungen für die Aufnahme der Kinder ausdrücklich zu- gesichert wurde, daß Besuche der Eltern und Verwandten nur aus- iiahmsweise mit Genehmigung des Ortsschulinspektors oder der Gemeindebehörde erfolgen dürfen. Wenn Eltern oder sonstige Ver- wandte der Kinder diese trotzdem, insbesondere in den Pfingsttagen besuchen, so müssen ste damit rechnen, daß ihnen bei einstehenden Unstimmigkeiten die Kinder gleich wieder mit nach Hause gegeben weiden. Reiieir der Kinder aufs Land zu ermäßigtem Fahrpreis dürfen in der Zeit vom 24.-30. Mai nach Weisung der Eisenbahnbehörde nicht erfolgen. Der Verein wird dementsprechend für die genannte Zeit seine Befürwortung für Entsendung von Kindern auf das Land nicht erteilen. Wir bringen diese Mahnung zur Kenntnis unserer Leser, ob- ivobl wir der Meinung sind, daß das Bedürfnis der Eltern, ihre Kinder wiederzusehen, in manchen Fällen so groß ist, daß der Bc such trotzdem unternommen werden wird. Auch glauben wir nicht, daß viele Landbewohner eine solche selbstverständliche Betätigung der Elternliebe.unliebsam" empfinden können. Tie juristische Sprechstunde fällt am Pfingstsonnabcnd und an den drei Feiertagen aus. Der„Wahre Jakob" gelangt heute zur Ausgabe. Fi» Volksbad Bärwaldstraße wird am 26. Mai, vormittag? 8 Uhr, der Brausebadbctrieb wieder aufgenommen. Es wird aber nur kaltes Wasser für die Brause verabreicht werden ohne Badewäsche und Seife. Der Betrieb findet am Eröffnungstage von 8 Uhr, für die Folge von 10 Uhr vor- mittags, mit einer Pause von 1 Vz bis cU/s Uhr, bis 8 Uhr abends statt. Die Eröffnung weiterer Volksbadeanstalten mit dem gleichen Betriebe bleibt vorbehalten. Auch Straßcnhändlcr bedürfen nunmehr, nach der Verordnung vom 3. April über Geniüse, Obst und Südfrüchte, einer besonderen Genehmigung, die von der Ortspolizeibchörde, also in Berlin von dem Polizeipräsidenten, erteilt wird. Ablieferung von Gummi-Fahrradreifen. Der Polizeipräsident weist darauf hin, daß vielfach Fahrräder mit Gummibereifung vor« banden sind, deren BerwendungScrlaubniZ erloschen ist, weil der Inhaber der Erlaubnis zum Heeresdienst eingezogen oder in anderer Weise der Zweck der Verwendungserlaubnis in Fortfall gekommen ist. In solchen Fällen unterliegt die Vereisung der nachträglichen Meldung und Ablieferung, Die Verpflichtung hierzu liegt den Be- sitzern der Bereifung ob, gleichgültig, ob sie auch deren Eigentümer sind oder nicht. Die mit dem Verwcndungsvcrmerk für Gummi- bercifung versehene Nadfahrkarte ist an das Polizeirevier abzu- liefern. Lichtspiele Taucnkien-Palast. Bernd Aldor spielt in dem letzten Film der Spielzeit:.Des Goldes Flu ch", der beute Freitag, den 25.. erstmalig aufgeführt wird, die Hauptrolle. Das Werk ist von Fritz Friedmar Frederich nach Motiven Strindbergs geschaffen und von Richard Oswald in Szene gesetzt. Sommerthcater in den Zelten. Direktor Emil Berisch eröffnet in den Zellen(Spreezelt) im Tiergarten eine Sommerbühne. Zur Aufführung gelangen heilere Einalter. Als Eröffnungsvorstellung gehen am P fin gft s o n nt a g die Alt-Berliner Posse.Sein Herz ist in Potsdam" von Weyrauch sowie die Alt-Wiener Poffe.Frühere Verhäliuisse" von Nestroy in Szene. Beide Stücke werden im Kostüm der Entftehungszeit gespielt._ Grostfeuer auf dem Güterbaliuhof Moabit. Donnerstag früh kam auf dem Moabiter Güterbahnhof Groß- feuer ans. Nördlich von dem fast 200 Meter langen Güterschuppen befindet sich die 80 Meter lange Laderampe, auf der nachts sechs mit Gütern beladene Bahnwagen standen. In einem dieser Wagen entstand Feuer, das schnell um sich griff und rasch auf den Schuppen übersprang. Gegen'/sO Uhr wurde der Brand von dem Bahn- Wächter bemerkt, der sofort die Feuerwehr benachrichtigte. Als der erste Löschzug aus der Turmstraße an der Brandstelle ankam, schien die Lage so bedrohlich, daß schleunigst die Meldung„Großfeuer" an alle Wachen gegeben wurde. Hierauf eilten noch zehn Züge herbei. Der langgestreckte Lagerschuppen sowie die große überdachte Laderampe bildeten ein einziges Flammenmeer. Die Feuerwehr mußte teilweise das Wasser in sehr langen Leiiungen heranziehen. Mit zwanzig Schlauchleitungen wurde das Feuer belämvft. Wiederholt erfolgten Explosionen von Benzin-, Petroleum-, Sauerstoff- und Wasterstoffbehältern unter lautem Knall, was sehr zur schnellen Ausbreiumg des Feuers beitrug. Das ani Westende des brennenden Schuppens liegende Verwaltungsgebäude konnte geschützt, die über- dachte Laderampe mit den sechs Bahnwagen und den Gütern in der Ansgabeabteilung konnten nicht mehr gerettet werden. Das Dach stürzte vollständig in sicb zusammen, so daß nur die nackten Umfassungsmauern stehen blieben. Auch der größte Teil der Güter- annahmeabteilung ist ausgebrannt. Nach mehrstündiger Arbeit war die Hauptgefahr beseitigt. Ter Schaden ist natürlich ziemlich groß, doch waren die Gülerböden nur schwach besetzt. Besonders sind Güter für die Heeresverwaltung nicht in nennenswertem Maße von dem Brande getroffen worden. Die Wiederherstellung des Schuppens wird sich in kurzer Zeit ermöglichen lassen, da die Umfassungsmauern unversehrt geblieben sind._ Ein Ehepaar nach dem Genuß von ausländischem Mehl gestorben. Der in der Körnerstr. 37 in Steglitz ansässige schwedische GroßSerün Die Kohlennot. Die Berliner Stadtverordneten versa mni- I u n g beschäftigte sich gestern hauptsächlich mit Fragen der Kohlenversorgung. In der öffentlichen Sitzung wurde über den Antrag der sozialdemokratischen Fraktion verhandelt, der die Gemeinden zu Maßregeln gegen die Kohlennot der Bevölkerung aufruft. Genosse H i n tz e schilderte die Zustände, zu denen der Kohlenmangel geführt hat. Vor der Wiederkehr einer Bedrängnis, wie wir sie im dergangenen Winter erlebt haben, müsse die ärmere Be- völkerung bewahrt bleiben. Stadtrat L o e h n i n g versprach, daß in der Kohlenversorgung der Magistrat das Interesse der Der in der Körnerstr. 37 in" Steglitz ansässige schwedische kunft im Neuen Rathaus, Zimmer 261, Fernsprecher Nollendorf 1727 Bevölkerung wie der Gemeinde mit Energie vertreten Ivcrdc.— I Ingenieur Karl Anderson ist mit seiner Frau auf rätselhafte bis 1746, Anschluß 100, wo noch Ware vorhanden ist. Weise ums Leben gekommen. Frau Anderson hatte kürzlich unter der Hand Mehl— wahrscheinlich ausländisches— gekauft und daraus Kuchen gebacken, nach dessen Genuß sich bald VergiftungS- crlcheiiningen zeigten. Em zu Rate gezogener Arzt verordnete zu- nächst Gegenmittel und beließ die Kranken in der Wohnung, Diens- tag früh gegen 9 Uhr erlag jedoch der Ehemann den Wirkungen des Giftes, während seine Frau Mittwoch vormittag im Lichterfelder KreiSlrankenbaus verschied. Die Reste des KuchenS, der mit Keinen Pilzen bedeckt war, und des Mchles wurden beschlagnahmt. Es konnte nickit festgestellt werden, woher das Mehl bezogen worden ist, da das Ehepaar bereits vernehmungsunfähig war, als das Un« glück gemeldet wurde. Unfall auf der Hochbahn. Gestern früh um 58/4 Uhr versuchte der Nachtwächter N. aus dem Bahnbof Klosterstraße aus einem Zuge der Hochbahn, der sich bereits in Fahrt befand, abzuspringen. Er geriet dabei zu Fall und wurde zivischcn Fahrrinne und Wagen ein Stück mitgeschleifl. Der Zug lvnrde sofort zum Stehen gebracht. Der Wächter hat schwere Verletzungen erlitten und mußte nach dem Kranketihause geschafft werden. Zugentgleisung. Mittwoch nachmittag 38/4 Uhr entgleiste auf Bahnhof Grotz-Lichterfelde-Ost bei der Einfahrt der dritt- letzte Personenwagen eines Vorortzuges. Zwei Fahrgäste erliitcn unerhebliche Verletzungen. Das Vorortgleis Groß-Lichterselde— Berlin Potsdamer Ringbahn war bis 12 Uhr nachts gesperrt. Der Betrieb konnte eingleisig aufrechterhalten werden. Revolverattcntat in der Bluntenstraßc. Wegen versuchten Tot- schlags wurde Mittwochabend ein 28 Jahre alter Metallarbeiter Böhl, ein schon wiederholt borbestrafter Mensch, verhastct. Böhl machte vor längerer Zeit die Bekanntschaft einer Frau aus der B I u m e n st r a tz e, deren Mann im Felde steht. Die Frau, die seine Vergangenheit nicht kannte, ließ sich so weit mit ihm ein, daß sie sogar den größten Teil der Sachen ihres Mannes verkaufte, um ihm Geld zu verschaffen. Endlich verschwand sie aus der Wohnung und ließ ihren Sohn bei Nachbarsleuten zurück. Unterdessen kam der Mann auf Urlaub. Als er Dienstag abend mit seinem Knaben vor der Tür stand, ging seine Frau mit ihrem Geliebten vorüber. Der Mann geriet jetzt so in Erregung, daß er seiner Frau einige Ohrfeigen gab. Da zog Böhl einen Revolver ans der Tasche und schoß dreimal ans den Eheinann. Dieser kam unversehrt davon und Böhl ergriff die Flucht, wurde aber Mittwochabend ermittelt und festgenommen. Einen umfangreichen Schleichhandel mit Butter, die durch Ver- unireuungen erworben wurde, hat die Kriminalpolizei in Paulo w aufgedeckt. Dort erregten die Geschäfte des VuttergroßhändlerS Rudolf P i ck o r u y allmählich Verdacht. Pickorny lebte früher in engeren Verhältnissen und begann seine Geschäfte mit etwa 20 000 At. Seine ganze Lebenshaltung in der letzten Zeit ließ darauf schließen, daß er plötzlich ein reicher Mann geworden war. Er kaufte sich nicht nur eine große Villa, sondern hielt auch Nennpfcrdc. Der Verdacht fand seine Bestätigung. Pickorny und sein Schwiegervater, ein Kaufmann Schwane b eck, verschafften sich durch un- lautere Machenschaften von Fettverteilungs st eilen des Magistrats Fettkartcn und darauf Waren, die sie unter der Hand zu außerordentlich hohen Preisen verkauften. Aus Grund dieser Feststellungen wurden ein früherer Bureaugehilfe D r ö s e und zwei weibliche Angestellte der Fctlstellen, Metschke und Hasch, verhaftet. Jetzt ist auch der Kaufmann Schwanebeck fest- genommen worden. Pickorny ist zurzeit verreist, angeblich zum Kurgebranch nach Kissingen. ES wird ibm u. a. zur Last gelegt, die Angestellten der Fctistellen durch fortgesetzte Geschenke von Werl- fachen zu ihren Unredlichkeiten verleitet zu haben. In seiner Be- hausung wurden eine große Menge Fettkarten und auch Brotkarten gefunden und beschlagnahmt. Ein„huarincr" Einbruch wurde in der Nacht zum Donnerstag in der Jnvalidenstraße verübt. Dort drangen Diebe in die Räume eines Haargeschästcs ein und stahlen 5V Zöpfe, gegen 100 Stück Waschseife und andere Sachen, im ganzen für rund 4000 Di. Zum Totschlag in der Madaistraße. In der Nacht zum 29. April wurde, wie wir seinerzeit berichteten, ein Niisie Anton KrawczinSli in der Madaistraße gegenüber dem Echlcsischen Bahnhof durch einen von zwei Männern, die ihm auflauerten, niedergestochen und starb nach kurzer Zeit. Die Ermittelungen ergaben, daß KrawczinSli vorher mit anderen Gästen in einer Schaulwirtschaft Streit gehabt hatte, wahrstüeinlich infolge von Spielverlusten. Der Verdacht fiel auf einen Russen I a n n c ck und einen Ollcck oder Staezeck, ebenfalls Russen. Dieser wurde in Düsseldorf verhaftet und befindet sicy dort im Geivahrsam. Janncck ist jetzt im Gerichtsgefängnis zu Stendal ermittelt worden. Er hatte dort Betrügereien verübt und war ver« haftet worden. Er wurde Mittwoch nach Berlin gebracht und von der Kriminalpolizei verhört. Er gibt zu, daß er mit dem Er- stochenen in der Schaniwirtschaft iir der Madaistraße zusammen gewesen ist, behauptet aber, daß er sich der Vorgänge nur noch bis dahin erimiere, als alle Gäste hinauSgewiesen wurden. Hier, sagt er, höre wegen schlverer Betrunkenheit seine Erinnerung auf. Der Verhaftete ist von Zeugen als der Täter wiedererkannt worden und wird unter dem Verdacht des vollendeten Totschlages dem Unter- suchungsrichter vorgeführt werden. Charlottenbmg. Die Stadtverordnetenversammlung hatte am Mittwoch die Wahl von neun unbesoldeten Sladlrälen zu vollziehen. An Stelle des verstorbenen Stadtrats Schliemainr wurde Genosse Dr. Sußmann, cm Stelle des Stadtrats Aschenheim, der aus Gesundheitsrücksichten eine Wiederwahl abgelehnt hatte, �der der liberalen Fraktion angehörende Stadtv. W ö I l in e r gewählt, die übrigen siebe» Stadträte wurden wiedergewählt. Alle Wahlen erfolgten einsliiiimig oder doch so gut wie einstimmig. Von den Vorlagen, mit denen sich die Versammlung zu be- schäftigen hatte, interessiert besonders die betr. Hinter- bliebenenversorgung der als Kriegsteilnehmer verstorbenen Beamten, Lehrpersonen, Privatdienstverpflichteten und Stadtarbeiler. Der Magistrat beantragt 1. bei den Hinterbliebenen der genannten Kategorien von der Anrechnung der Militärhinterbliebenenversorgung auf die städtische Hinterbliebcnenversorgung mit Wirkung vom 1. April ab Abstand zu nehmen, 2. den Hinterbliebenen der vor- genannten Kriegsteilnshmer, die eine zehnjährige städtische Dienst- zeit bei der Stadt Charlottenburg noch nicht vollendet haben, in Bcdürftigkeitssällen den bestimmungsmäßigen Mindestbetrag der städtischen Hinterbliebenenversorgung mit Wirkung vom 1. April ab zu gewähren. Ein Rechtsanspruch wird damit den Hinterbliebenen nicht eingeräumt; der jederzeitige Widerruf der Betvilligung bleibt vielmehr vorbehalten. Die Vorlage wurde debattelos genehmigt. Weiter bewilligte die Versammlung 13 000 M. ans Anleihemitteln zur Versiärluiig der Kohlenfördcranlage des Elettrizitätswerks und zur Beschaffung eines Greifers für Stiickenkohle. — Vermächtins. Der Magistrat hat sich bereit erklärt, das von dem verstorbenen Fabrikbesitzer Salo Casfierer der Stadt testa- mentarijch ausgesetzte Vermächtnis von 30 000 M. anzunehmen. Es soll zur Unterstützung verschämter Armer dienen, die keine Unter- stützung aus öffentlichen Mitteln erhalten. Schöncberg. Levensmittelnachrichten. Auf Abschnitt 27 der 2e- beusnnttelkartc gelangt 14 Pfund Hafcrfabrikate und auf Abschnitt 6 der Nährmittelkarte für Jugendl iche'/< Pfund Himbeersaft zur Verteilung. Die Anmeldung für Haferfabrikate hat heute bis 29. Mai in den durch Verkaufsanschlag kenntlich gemachten Geschäften zu erfolgen. Die Ware wird vom 3. bis 11. Juni zur Ausgabe ge- langen. Himbeersaft wird in den durch Säulenanschlag bekannt- gegebenen Geschäften ohne Voranmeldung von heute ab ausgegeben; wer bis zum 31. Mai die Ware nicht erhalten kann, erhalt Aus- üfcufBCfn. StßcnünttHcfä und KoArnfraze in der«jadiverord- hrtenurrfiimmlung. Nachdem der Vorsteher die MandarSnicderlegung der Stadtv. BchrendS(soz.i und mitgeteilt hatte, wurde die Einführung der deiden neuen Sndirätc i z l c r und Tr. Li ndn er vorgenommen, die vom Oberbürgermeister und Stadtvcrordnctcnvorstehcr mit warmen Worten begrüßt wurden. Nach Erledigung einiger kleinerer Vorlagen, von denen die des Aus- baucs des Krankenhauses bemerkenswert ist. ging die Versammlung zu der Beratung eines sozialdemokratischen Dringlichkeitsantrages über, der vom Magistrat energische Schritte zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Kohlen verlangt. Stadtv. Scholz(Soz.) führte begründend aus, daß die Stockungen in der Kartoffel- und Flcischliefcrung die sozialdemokratische Fraktion der- anlasse, den Magistrat zu ersuchen, bei der Regierung energische Schritte zu unternehmen, damit die Mitte vorigen Monats gemachten Versprechungen auch erfüllt werden. Er verlangte, daß die Wochen- ouantcn an Kartoffeln für die Bevölkerung bis zur� nächsten Ernte regelmäßig geliefert würden. Da nach den Mitteilungen der Reichs- kartoffelstelle die für Neukölln bestimmten Kartoffeln vorhanden seien, so glaubte er auf eine passive Resistenz der Landwirte schließen zu müssen, die mit den Preisen nicht einverstanden seien. Tie Stockungen in der Fleischliefcrung und die schlechte Beschaffenheit des Fleisches lasse auch hier dringend Abhilfe als notivendig erscheinen. Auch die Fischversorgung lasse in der Organisation einen großen Mangel erscheinen, da seht Fische infolge der hohen Preise den Großstädten zugeführt ivcrdcn und dort verderben, iväöreiid in den Küstenstädten keine Fische zu haben seien. Redner begrüßte die endlich nach drei Iahren Krieg eingerichtete Perteilungsstclle für Groß-Bcrtiu und bedauerte, daß es leider erst wieder staatlicher Hilfe bedurft hat, um diese ins Leben zu rufen. Er richtete an diese Stelle das Ersuchen, auch die Lebeusmittelbeschaffung der Großbetriebe mit unter ihre Kontrolle zu nehmen, da diese Beschaffung nachgerade eine Gefahr für die allgemeiire Versorgung bedeute. Diese Betriebe zahlen enorme Preise für alle Waren und lassen dadurch beim Handel mit der Landwirtschaft den Wunsch entstehen, immer mehr Waren diesen Großbetrieben zuzuführen. Von der örtlichen Verwaltung verlangte Redner die schleunige Fertigstellung der beiden in An- griff genommenen Volksküche», die Einführung von Zufatzkarten an Nährmitteln für Jugendliche und eine schärfere Kontrolle der Gc- nmscpreise. Zur Kohlen Versorgung führte Redner aus, daß man nach den Erfahrungen des lehten Winters zum freien Handel nickt mehr das Vertrauen habe, die allgemeine Versorgung mit Kohlen sicherzustellen. Veranlaßt durch den strengen Winter ficht sich die Bevölkerung zum Hamstern veranlaßt. Da nur die Pro- duktionSmenge des vorigen Winters zur Verfügung stehe, so muß die Not noch viel größer als zur damaligen Zeit werden, wenn nicht eingegriffen wird. Er verlangte eine Rationierung nach Wohn- räumen und eine Kohlenbestandsaufnahme, um eine zweckcnt- sprechende Versorgung mit Kohlen durchzuführen. Vom Magistrat erkannte Bürgermeister Dr. Wein reich die bon unserem Redner vorgetragenen Bedenken rückhaltlos an, und betonte, daß es nur durch dringende Vorstellungen möglich gewesen sei, das für dies» Woche benötigte Ouantum heranzuschaffen. Tie Kreise, die Neukölln mit Kartoffeln beliefern sollen, hätten trotz dringender Mahnungen ihre Pflicht nicht erfüllt. Die Kalamität sei so groß gewesen, daß die Gefahr bestand, nicht mal die geringen Quanten für die Volksküche beschaffen zu können. Stadtrat Tr. Mann ging auf die Kohlcnversorgung ein und trat vollständig der Auffassung des Referenten bei, wonach die Schwierigkeiten so groß feien, doß sie vom freien Handel nicht bewältigt werden könnten. Auch er sprach der Rationierung und Bestandsanfnahine das Wort, wobei er noch auf die Schwierigkeiten hinwies, die die KohlengescU- schaften den Gemeinden bei der Beschaffung von Kohlen bereiteten. Trotz energischer Bemühungen sei es bisher nicht möglich gewesen. größere Quanten Kohle zu beziehen. Stadtv. H e i t m a 11 n oz. Kommunal- üinchlag.— I. ä(. 34 0)1. Genaue ZtuSkunst darüber würden Sie beim Texiilarbeiterverband. AndreaSnr. 17, von 8 bis 1 und von 5 bis 7 Uhr erfahren.—o ein Hohlmaß, und zwar bat dieses 100 englische Kubikmeter Fuß— 2,83 Kubikmeter. Tic Zahl der sogenannte» Brutto-Tonnen gibt nun den Raumgchall iämilicher Hohlräume eines Schiffes, einschließlich aller Dcckani- bauten an, es ist kaufmännisch ausgedrückt eine Brntlozahl. Nur bei offenen Schleppkähnen und Prähmen wird die Brullo-Tonnen- zahl sich mit der Netto-Tonnenzaht decken, denn die Nelto-Rcgisler- tonnenzahl eines Schiffes gibt nur die Größe des reinen Nutz- und Laderaumes, allerdings einschließlich der für die Uinerbringung von Fahrgästen verwendbaren Räumlichkeiten, aber nach Abzug aller durch Maschinen-, Proviant- und Hcizmaleria'.ränme, Mmmichasis-* Wohnungen beanspruchten Raurngebiele des Fahrzeuges tvieder. Interessant ist es, daß die Engländer bei den Angaben� über verloren gegangene Handelsschiffe, um die Bevölkerung des eigenen Lande« nicht kopfscheu zu machen und die Neulraten zu beruhigen. die Größe der versenkten Fahrzeuge meist in Retto-Registertonncn angeben. Manchen Laien mag eZ befremdet haben, wenn bei manchen Schiffen die Größe des Laderaumes mit einer llcineren Zahl von Tonnen angegeben ist, als die Zahlen der Tonnen an einzelnen dabei zugrunde gegangenen Waren. Hier handelt eS sich natürlich wieder um den Unterschied der Bemessung des Laderaumes nach Rcgislerionnen, also nach einem Hohlmaß, und der Angabe deS 0>c- wichieS der Waren in Gelvichtslonnen zu je 1000 Kilogramm. Da, wie leicht begreiflich, ein Kubikmeier Erz oder Blei bedeutend schwerer als ein Kubikmeter Gelrcide ist, wird eS verständlich, dar, das Gewicht der Waren ofr eine viel höhere Zahl als das Hohl- maß des Räume-?, in dem sie untergebracht sind, darstellen kann. In den amtlich ausgefertigten Maßbriefen der Handrlssch ff'e sind sämtliche verfügbare Laderäume aufs genaueste ausgemesfen angegeben. Dabei zählen, wie fchon oben gefagt, die für die Umer- bringung der Fahrgäste vorbandcncn Räume als Nutzraum mir, Räch diesen Angaben richtet sich dann die Höhe der LandeSsteuern. der Hafeiiabgaben, der Bezahlung für Kanaldnrchfahrtcn und dei- gleichen mehr aus Grund völkerrechtlicher Abmachniigcii festgelegter Zahlungen. Die vor einiger Zeit versenkte Laconia der englischen Eunard- Linie hatte, um ein Beispiel anzuführen, einen Brutto-Reainer« toimen-Gchalt von 18 000, während ihr Rntzraum nur 1l 200 Netto- Negistertonneit umfaßte. Die Differenz zwischen diesen b.,:i Zahlen, mit 0873 Regislerlonnei!— 10 450,50 Kubikmeter, gehen Nic die Unterbringung der Maschinen, deS Heizmaterials und der Proviantmengcn sowie der für die Mannschaft benötigten OläniNli leiten am eigentlichen ausnutzharcn Ladcraui» dieses Schiffes v.e- loren.__ Notizen. — Sven H c d i n S neueste?» K r i e g? b u ch". In Stockbolm ist soeben da? dritte KriegSbnch Sven HedinS.»Bacone. Babylon, Niuive", erschienen. Der Verfasser protestiert in der Vor rede gegen die Bezeichnung seines Werkes als KriegSbuch und schreibt u. a.: ES war nicht der Krieg, der mich diesmal auf Abenteuer herauslockte. Von dem eigentlichen Kampfe habe ich genug an dcir europäischen Fronten gesehen. Ich sehne mich Nun, cincn Blick auf die Weltmacht der Vorzeit zu tun, Assyrien und Babylonien m.d einen Einblick zu tun in die Resuttate, zu denen die moderne Forschung ans dem klassischsten Boden der Erde gekomme» ist. Ich wollte die Städte sehen, die in unseren Tagen aus ihrer lausend- jährigen Dämmerung aufgeweckt sind." — Mehl und Fett aus B a» m k n o s p e n herzustellen, ist, wie in der.Umschau" berichtet wird, den Brüdern Vranco ge- lungen. DaS neue Verfahren wird den Gemeinden kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Bedeutung de« Verfahrens ist außerordent- lich groß, da man nach sachverständiger Schätzung damit iu Deutsch- land jährlich mehr als cp>0 000 Tonneu Mehl erzeugen könnte. Der Nähnvert deS KnospcnmehlS entspricht ungefähr dem der Gerile. während sein Fettgehalt viermal so hoch ist. Die bisherigen Backversurue Verliesen befriedigend. Aber wie soviele guie Sachen, kann man auch dieses Mehl nicht haben, weit eS zu kostspielig ist und eS auch an Arbeitskräften fehlt. Der starte Mann. Eine schweizerische OffzicrSges chichte von Paul JIg. Das mochte endlich genügen. Oder hielt er ihnen den Buckel so gollergebeit hin, um zu verhüten, dag ein geivisses, spärlich fliesicildes Büchlein zur Unzeit vollends versiege? War es nicht so. daß es ihn schon, wenn er in die Stube trat, im Halse ivürgtc und er sich kaum überwand, dem Alten ei» munteres Wort zu bieten, aus Furcht, von diesem durch- schaut, als listiger Bettelmusirant angesehen zu werden? Dieser Alte hatte vielleicht um den Gewinn eines Goldstücks eben noch stundenlang mit einem Meßger oder Bauer ge- rungen. Somit konnte er sein Mißtrauen gegen den leicht- händigen Herrn Sohn nicht verbergen.„Du wirst wieder auf dein letzten Loch pfeifen, sonst wärst du nicht hier!" tönte es unausgesprochen durch alle seine Reden. Herr Offizier. Prinzen- freund, Bräutigam der reichsten Patrizierin! Wie es auf ein- mal mcnschelte und muffig wurde in seiner guten Stube! Es hätte ihn jemand vom andern Ilfer so sehen müssen— knietief in Schmach und Ekel watend� Wie mit Molchsbeinen lief eS an ihm hinauf, denn jede Sekunde konnte das ent- ehrende Wort fallen, wonach ihm nichts übrig blieb, als für immer aus diesem Hause zu verschwinden. Auch die Familie wartete bang, ob das Furchtbare ge- schehen werde. Die Mutter war bereit aufzuspringen und ihm den Weg zur Türe zu versperren. Statt dessen ließ sich der Sohn jedoch ganz gelassen neben ihr ineder, fing an Aepfelschnitze zu zermalmen und nahm dabei die Schwester überlegen, mitleidig ausS Korn.„Ich kam doch einmal ge- rade dazu, ivie du einem Metzgerkuecht den Marsch geblasen hast, weil er cincn Kübel voll Kutteln nicht sauber genug putzte. Du tvirst dich wohl noch erinnern 1 Nach der erlittenen Demütigung tat es ihm wohl, die gemeine Szene zu beschwören und die rachsüchtige Schwester den Abstand zwischen ihm und ihr deutlicher fühlen zu lassen.„Als der Bursche dir darauf so ein bißchen herummaulte, hörte ich dich wettern, er solle entweder stantepede sein Bündel schnüren oder ohne Mucks tun. was man ihn heiße. Damals sagte ich mir: Donnerwetter, die Milli führt entschieden noch ein strammeres Regiment als ich! Hätte ich dich aber ge- beten, etwas glimpflicher mit deinen Leuten umzuspringen— inaS wäre dann deine Antwort gewesen?.Davon ver- stehst du nichts, lehre du mich meine Gesellen regieren!' Genau dasselbe sugc ich dir heute. Tu glaubst doch nicht, daß weniger Grütze dazu gehört, eine ganze Kompagnie solcher Kerle iu Zucht zu halten? Na also. Die Oberen sind mit mir zufrieden; ich liefere ihnen brauchbare Vaterlands- Verteidiger. W i c ich das bewerkstellige und ivaS ich für eine Uhrkctte dazu trage, ist durchaus meine Sache. Stimmt das, oder stimmt das nicht?" Fron Lenggenhager. der kein Wörtlcin dieser Selbst- Verteidigung entging, spendete dem Sohn lebhaften Beifall: .Allweg stimmt es! Recht hast du! Sie sollen dir auch nicht auf den Dienst Passen. Es ist aber auch wahr I Ein Schreiner oder Schuster würde sich bedanken, aber dem Offizier will jeder Stoffel dreinreden." Der Vater ivar weniger hingerissen.„DnmmeS Zeug! Einfältiges Weibergewäsch! Wovon ist denn die Rede? Unsereiner sagt sich halt: Wenn der eine in Wollhemdcn und RindSlcderstiefeln gute Soldaten zuwege bringt, warum zieht denn der andere zum gleichen Geschält Scidenzeng, Lackstiefel und weiß der Teufel was alles an? Warum kann der mit seincin Sold auskommen, während ein anderer das Geld scheffelweise hinauswirft? Davon ist die Rede— schon seit Jahren, düntt es mich!" Der Sohn schluckte auch diese Pille noch und gab kühl zu verstehen, er hoffe bald in der Lage zu sein, dergleichen Angelegenheiten ganz nach seinem Gutdünken zu erledigen. Die Hausfrau, die das drohende Geivitter aufatmend ab- ziehen sah, dankte ihm mit einem Blick fiir diese Selbstüberwindung.„Und ich. siehst du, ich kann halt nicht anders"— da ging es ihr wie vorhin der Tochter, nur daß sie dabei ihrem Sorgenkind scheu um den Hals fiel—„ich wünsche dir halt viel Glück zu deiner Wahl. Du mußt nicht glauben, daß wir dir etwas in den Weg stellen ivollen. Wir sind ja wohl altmodische Leute und können vieles nicht mehr ver- stehen, aber dir traue ich zu, daß du weißt, was zu dir gehört. Und vcrgcffen wirst du deswegen gelviß nicht, wo du früher daheim gewesen bist!" Dies war das schmerzlichste Wort des Abends, denn es klang darin zum Bekenntnis der eigenen ivohlgefühlten Rück- ständigkeit ein Ton der Trauer über die wachsende Entfremditiig und Lockerung der Blutsbande, wie ihn nur ein Mutterhcrz anschlagen kann. „Dann will ich nicht weiter stören. Wir werden ja sehen. Es hat schon mancher ein Stück Leder gekauft, und es sind deswegen doch keine Schuhe daraus geworden!" sagte Frau Gmür unheimlich beziehungsvoll, wobei sie dem kopsschüttelnden Vater mit verständnisinnigem Blick Adieu sagte. Als sie zur Türe schritt:„Guten Äveitd beisammen und weiter gute Unterhaltung!" rief sie zurück, fing die Schlvarzivälderin(oder die Klatschbase, wie Adolf sie getauft hatte) fürchterlich zu rasseln an. wonach sie mit komischer Hast die achte Stunde herunterschnurrte. Der Vater erhob sich mit Aechzen und be- gleitete die Tochter hinauS. Es verlohnte sich nicht, den üblichen SamstagS-Jaß beim Badivirt zu versäumen. Er war schon gar kein Freuiid von Herzensergüssen, noch dazu wenn sie die altgeivohnten Dinge geradezu auf den Kopf stellten. Bei diesem Aufbruch aber war noch etwas anderes im Spiele, was sich der Alte nicht eingestand. Er kannte sich und seinen Jüngsten. Bis ins Mark hatte er eben den Zusammcnprall gespürt. Ans eine Wiederholung wollte er es lieber nicht ankonimen lassen. WaS daraus entstehen konnte, ging den Gatten und Vater an, nicht den Ge- mcindcrat. Frau Gmür sah sich noch eine Weile in dem Hause um, daS ihr früher oder später erblich zufallen mußte und tröstete sich im Gedanken, daß sie, die Zurückgesetzte, mm doch der Heimat am treuesten geblieben sei. Als sie da»» die Schwägerin im Stall damit beschäftigt sah, Adolfs Pferd mit einer Handvoll Rüben zu füttern, mußte sie den Aerger doch noch an dieser auslassen.„Geh' nur hinein und gratuliere dem Herrn Oberleutnant I Er hat sich nämlich mit der verrückten Stcigerin verlobt," sagte die Unbarmherzige, die freilich nicht ahnte, ivaS sie der anderen damit antat. Das treuherzige Mädchen machte große, schreckhafte Augen, brachte jedoch kein Wort hervor, und die andere sah es ihr nicht an, daß ihre heiligste Hoffnung mit einem Wort vernichtet ivar. In der Stube versuchte Adolf die Mutter ganz auf seilte Seite zu bekommen. Wenigstens durfte er endlich herausholen, ivas ihm seit zwei Stunden unrnhzeugend am Herzen lag: das Bild der Verlobten. Er hielt es der zwischen Miß- trauen und Liebe schivankenden Matrone eine Weile dicht vor die Augen und drehte es dann schnell auf die andere Seite, ivo in kühner Steilschrift zu lesen ivar: Meinem lieben Freund und Reitgefährten in herzlicher Sympathie. Rens Steiger. DaS Bild zeigte eine energische Dame in Hellem Neitkleid zwischen einem hohen englischen Jagdpferd und einem russischen Windspiel. Die Aufnahme im Freien ließ noch mancherlei durchblicken: im Hintergrund eine Villa im englischen LandhauSstil, mit hochumranktcr Stallung und Gärtncrwohnung, vor einem großen Rasen mit Tennisplatz. Auf einem Parkweg stand, sicher nicht zufällig, ein jockeyhafter Bereiter, der einen Sattel trug nnd den Eindruck hoch- herrschaftlicher Verhältnisse angemessen verstärken half. (Lortj. folgt.) 9. Dlr221 410 626 618 724 34 83 934 92092 104 II 000» 6 51 98 470 606 761 814 913 57 83171(500) 318 491 593 860 742 840 59 967 93 8 4 061 136 3 39 466 688 712 26 3 6070 2 37(1000) 316 38 81 84 607 612 863 3 6368 486 (600) 604 891»7044 192 221 603 66 7 7 739 63(3000) 882 3 8 033 74( 600) 193 212 70 424 65 676 672 3 9011 49 380 624 691 725 996 40109 96 214 304 634 669 75 740 816«2 79 938 43 90 41012 43 461 603 14 65» 800 72 78 913 43 061(1000) 660 688(10OOI 727 66 826 34 42 921 53 76 4 3468 78 623 714 21 44106 39 295 303 740 816 45 931 5» 46102 48348 56 468 (1000) 615 617(500) 31 67 737 843 911 93 4 7 026 102 23 344 (600) 48 550(500) 99 4 8016 205(1000) 84 88 361 676 721 44 80 974 4 9107 204 337«33 622 34 61(600) 767(3000) 803 (30001 17 23 8 0067 164 207(500) 336 434(1000) 92 547 604 701 16 98 806 31 1500) 46 5)167 300 5(600) 685 712 52094 151 358 77 916 76 79 5 3014 38 153 607 601 8 4 077 90 266 333 415 629 864 987 4 6297(60(1) 643 683 86(600) 702 74 86 974 50133 273 683 91 93 648 79 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322 62 612 883 86 907 81 15 3087 151 243 315 655(600) 72 83 769 911(600) 78 1 5 4305 516 667 927 15 5082 84 130 476 1600» e63 813 32 86 1 5 6266 373 660 76 632 49 9 4 790 917 61 157169 677 79 664 762 972 1 5 8084 220 21 363 687 96(1000) 159163 209 358( 600) 456 634 632 839 10 0066 221 350 52 72 76 752 844 929 62 1 61211 29 382 530 92 601 77(500) 840 628 1 02191 304 16 44 79 626 48 783 868 890(500) 163116 66(1000) 73 206 63 610(1000) 28 94 780(6000) 86 836 69 1 64009 45 61(1000) 60 210 302 537 B4 k« 759 894 1 65182 215 632 67 749( 500) 63 679 89 1 6 6 200 316 96 443 696(3000) 607 34 1 67160 433 97 1 69120(500) 677 765 70 76 904 37(500) 18 9006 14 273 67(600) 300 97 438(10001 664(1000) 94 613 813 42 176150 346 60 417 48 632(600) 66 778(1000) 876 942 88 (600) 171104 218 435 688 1 7 2271 3:8(3000) 49 629 624 749 60 813 967 1 7 3 012 37 233 343 78(1000) 491 663 896(600) 948 (500) 17 4013 153 363 82 456 561 6)3(1000) 67 86 779 808 930 89 1 7 5 046(500) 167 212 63 305 62 851(600) 170114 443 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BormittagZüehung rem 23. Mai: Slail 4411(1000) ntUB«4 4611(1000), statt 79 489(1000) um«» 79 463(lOOD) und statt 213 025(300) MU5»« 213 022 stOO) Hecht!'. — Nachm'ttagSziebuna desselben TageZ: Statt 2343(300) mub e» 2341(3UU), statt 61 739(300) uneß»ä 6t 733(500) beieei:. Nr. 134 024 ist mit 500 M, dagegen ist Nr. 133 324(300) nicht zezeze». Nr. 174 303 ist mit 50 J Sit. gezagen. 9. VrettHifch-Kndd-Mfche (»33. König!. Vr-nß.) Ktasseniotterie ö.»lasse I«. Ziehung»!-, 24. Mai ISH Nachmitta, i««» jede geze-en« Nummer sind»w-i gleich d«d« «ewinne gesaiien. und ,war|t-wer ans die Los» gleicher Nummer in de» beide»«uteilungeu I». II. Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigesügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.»(Nachdruck verboten) 9 20 29 110 294 485 604 660 64 893 962(1000) 1183 620 769 959 2110( 3000) 33(1000) 47 81 94 21« 766 868 956 3036 102 221 310 400 43 614 737 4014 20 70 95 99 161 637 822 91(SOO) 998 9049 120(500) 99 375 86 846 87 863 89 8021 £9 96 140 288(3000) 324 469(600) 694 711 40 60 83 861 916 7037 313 648 806 970 8136 372 418 95 69» 794 866 9003 202 378 412 68 693 822 924 IO034 36 88 121 295 648 92 722 11048 191 306 495 633 93 (600) 705 830 110001 12031 96 346 546 667 768 81 898 1 3176 80 277 673 711(ICOO) 818 1 4082 198(1000) 256 98 307 71 439 662 703 16 1 5146 62 457(1(00) 643> 600) 978 94 1 0028 269 428 46 61 97(1000) 679 669 728 824 94 1 7101 421 22 676 632 86 343 56 1 8159 200 6 303 417 613 867 972 1 9043 63 339 46 603 618 766 96 890( 5001 20265 967 21103 32(1000) 262 70 446(1000) 624 620 66(600) 877 966( 500) 2 2076 195 266 369 668 830 977 88(600) 23099 120 53 278 388 420 83 686(600) 686 900 9 47(3000) 24507 25 73 615 717 820 41 61 917 2 5058 277 313 699 860 66 915 63 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Deutsche Bier- brauerci A.-G., Berlin, Kaiserin- Augnsta-Allce llv/llt. 262/5* Junge Madchen sür leichte, dauernde Beschäftigung sucht sosort Zigarelteniabrik Garbaly, Pankow, Hadlichslraße._ 129K* Zeitungsfrau gesucht zum 1. Juni. Zu melden sosort bei Feherstein, Adlershos.* Botenfrauen werden eingestellt „Vorwärts", Charloltenburg, Sejcn- beiuierstr. 1.* Botenfrau stellt sofort ein»Vor-, wörlo"-Spedition Spandau, Molifc- straße 7. ♦ Gelernte Leltspindeldreher Gelernte llniversalfräser sofort verlangt 41/8* Paul Beil, Maschinenfabrik, Alte Jakobstr. OO. MM Wir suchen für dauernde Beschäftigung sür unseren Betrieb in größerer Zahl. Arbeitsuchende wollen sich schriftlich oder mündlich ivcndcn an Arbciteraiiilnhmcstclle der Pulverfabrik Premnitz, 22/4* Rathenow, Bahnhofstraße 22. 1 Tüchtige Einrichter für Fräsmaschinen und Bohrmaschinen, sowie tüchtige,°»m Mechaniker für Maschinengewehrteile verlangen sofort Bhrich& Graetz, Berlin SO, Elsenstraße 90/94. 4625g Tliclitige Montagearbeiter gesucht. Kammerich= Werke A.=G. Montage bei Sleniens-Schnobert. Kabelwerk O'arton- feld bei Slemensstadt. 41/10 Erstklassiger Revolverdreher, der vollkommen in der Lage ist, alle Einrichtungen selbständig zu erledigen, sofort gesucht. Personen mit nur la-Zeugnisscn kommen in Frage. 2440b teitinönfgbt.MötMmzgii, Berlin SW48, Friedtichstr.16. Arbeiterinnen und Arbeiter werden sofort noch eingestellt. 4617g* iViiinitioiis-�sdriken Josef Hellbach, Berlin-Hohenschönhansen, Göckestraße. Zigarettenpackerinnen und Arbeiterinnen für Sanöeroliersaal sosort verlangt 267/8* Manoli-Zigarettenfabrik. Berlin SO, Ruugestr. 38-24, Man-lthaus. Zeitungsausträger in sofort verlangt ,Vorwäi>s*-Spei>ftion Pankow, Mühlenstraße 70.* Botenfrauen verlangt Bcrmcci Steglitz, Moinmscilstraße 59,„Vor- wärts"- Spedition.* Zcttiingsauströgertn für Weißen- ice sofort gesucht..,BorwärtS*«Spe> dilion, Berliner Allee lt.* Tüchtige Tischler sür Bau u. Jnnenbau(Hecresarbcil) sucht Tischlerei, Teltawer£otr. 53.* Geübter �tveiradfahrcr Sohn achtbarer Eltern, 16— 17 Jahre alt, event. auch sür halben Tag, zum sofortigen Antritt gesucht. Jü. AudorlV Xchfi. W Tauentzienstr. 11. 4620g* gesucht Schmelzer FPrnh Lnb. Groft u. Gelbert . UIVU, Slatitzerstr. 44. 40/19 Pomttsnpseker geübten, flotten Arbeiter, sucht in Daner- c* Cphiimonn LeiPziBer- stellmig>' H.OUllUlliallll, Straße 107 Autogen-SchweiOer- sof. ges. b. dauernd. Beschäftig. Schülz& Holdefleil), ia. Revolverdreher* sofort Pj.,! p0j| Maschineiisbrk., vcrigt. iflUI □eil, Alte Jakobstr. 66. Fahrpersonal sucht Schnlthelb' Uraaerei, Lichterfelder Straße 11— 17.* Korbmacher S.«."" Frauen aus Fächer und Teckel, Lohn 42 und 21 P-. sucht Hanscbll«lt. Spandau. 41/9 Charlotten str. lO._ �raueu sür(chiucic Transport-, Hof« und gadcarbeiten im Freien oerlangt. Meldung l/.9 bis 9 Uhr morgens.* �lex. ttermzn, 6. m. b. H., Berlin V 20, Pnnkftr. 29. Tüchtige Anlcgerinncn und Papierarbcitcrinncn sucht Hinlz-Fabrik, Blw-Mariendors, Lankwitzer Straße 10. 4626L