ilr.146. 34. Z>chr..____ 1— S ---—\>p( 5 Pfennig 1 flbonnemcntS'Bedlngungni: A\ A.\ idk"\�L\ a. III � S �äiä mÄÄ �Wf■ vw) 4MP�«7wrVr w�eEL D,e wem«n!.eedi«,i Ivöchcittlick 30 Pfg. frei in* HauZ. � N» WW WW �M|* t«ir«gt Ii!r die sechsgcsvnltcne Kolonel« Einzelne Rnmmei S Pfg. Sonnlag».>M I ��D I WM �M �M f/ �M �M �M �M MW �M �M!-U teile oder deren Raum W Pfg., für Nummer mil illulirieriei Sonnlay». �WDD g�MM I MW �M �M �M �M �M �M WM �M f/ W> ��M»olilische und gewcrlsÄafMche Verein»- Beilage.Die Neue Well* 10 Pig. Voll. äKggm 1 r_HB I �M �W �M �M � �M �W �M WI �M I // und Versammlung»- Anzeigen 30 Pfg. Llbonneinent: 1.30 Marl pro Monal. ÄgESI| �W �M MM �M �M �M �M �M �M �M �M£/-Kleine Znreigen". das leligedrucki« Euigelragen die Vosl-Zeilung». WWW IW �M WM �W �M �M WM �W �W �M Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedrilikle Vreislisie. Unter Kreuzband iür �r-MW �W I �M �M �Wi �M �M �M �M Gortc), jedes weitere Wort 10 P!g. Teutschland und Oesterreich- Ungarn MM I �M �M WWV �M Siellengesuche und Schlaislellenan» 2.50 Marl, für das übrige Ausland MM �W I MW�-�Mv � �W J/ MW«eigen das erste Wort 10 Psg.. jede» « Mar! pro Monat. Poslabonnemeni» DW l �Wl //«eitere WortöBfg. Worte über 15 Buch. nehmen an Belgien. Tänemarl, J_ S S Ae staben zählen iür zwei Worte. Inserate Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, �_✓ � für die Nächsie Nummer müsien bis Kummiien. Schweden und die Schweiz. rS/f i. �*>. C"— ▼/ S Uhr nachmittags in der Expedition _____ V�«/ �»>,\\�0»dgegcden werden. Tie SrpeoitioN' isi eUchtllll lügNch, �---------»i«' Uhr abends gehssnet. Verlinev Dolltsblakk. Tentralorgan cler fosialäemokratif�en Partei veuttcklanäs. Redaktion: EW. öS, Linöenstraße Z. Kernivrecher: Amt Moritzplaü. Nr. 1S1 Sv— IS1 S7. Der letzte Krieg. Von Georg Dmvegk. (Geboren 31. Mai 1817.) Wer seine Hände falten kann, Set' um ein gutes Schwert, Um einen Helden, einen Man«, Den Gottes Zorn bewehrt! Ein Kampf muß uns noch werden, Und drin der schönste Sieg, Der letzte Kampf auf Erden, Der letzte heilige Krieg! herbei, herbei, ihr Völker all, Um euer Schlachtpanier! Die Freiheit ist jetzt Zeldmarjchall, Und vorwärts heißen wir. Der Zeiger weist die Stunde, G flieg', mein Polen, flieg', Mit jedem Stern im Sunde, Voran zum heiligen Krieg! Ja! vorwärts, bis der Morgen blinkt, Ja! vorwärts, frisch und froh! vorwärts, bis hinter uns verflnkt Die Srut des Pharao! Er wird auch für uns sprechen» Der Herr, der für uns jchwieg, Und unfre Ketten brechen Im letzten heiligen Krieg.
vie z. B. Unterseebootsjäger der Arabis-Klasse. Außer den vorgenannten Kriegsschiff- Verlusten hat die Entente bis zum 31. Mai nicht weniger als 200000 Brutto-Register-Tonnen an Hilfskreuzern, welche in ganz überwiegender Zahl der englischen Flagge angehörten, durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte eingebüßt. Seesperre unö Versenkungen. Berlin, 30. Mai.„TimeS" veröffentlicht eine Zuschrift, die folgende Berechnung dem Publikum die ivahre Bedeutung der Schiffsverlust« klarmachen will: Eine Tonne Mehl ist die Wochcnration für etwa 750 Personen. Wenn daher 1000 Tonnen verloren gehen, so entspricht dies dem Jahresbedarf einer Stadt von 15 000 Einwohnern. Amsterdam, 30. Mai. Man meldet auS Rio de Janeiro an dir Agcncia America»«, daß nach Telegrammen auS Cadix der brasilianische Dampfer Lapa(1366 To.) im Mittel- ländischcn Meere versenkt worden ist. Bern, 36. Mai. Die gesammte Mannschaft deS versenkten spanischen Dampfers Begona Nr. 3(2161 To.), der von Almeria über Bilbao nach Narrow unterwegs war, ist gerettet. Christiania» 2g. Mai.„Astenpostcn" und„SjösartStidende" teilen mit, die deutsche Regierung wolle den norwegischen Schiffen, welch« am 1. Juli England nach Norwegen verlassen können, freies Geleit anbieten.„Aftenpoften" fügt hinzu, da? An- gebot fei im wesentlichen übereinstimmend mit dem Angebot von Ende April, welches die Schiffe wegen der 51ürz« der Frist nicht hätten benutzen können, und sei ohne Bedingungen gemacht worden. Die Eröffnung öes öfterreichischen Neichsrats. Tie Präsidentenwahl. In der gestrigen Eröffnungssitzung des Abgeordneten- Hauses wurde die Wahl deS Präsidenten vorgenommen. Zum Präsidenten wurde gewählt Dr. Gustav Groß, der ehemalige Vorstand deS Deutschen Nationalverbandes, mit 215 Stimmen, 195 Stimmzettel tvaren leer. Die knappe Mehrheit zeigt die Schärfe der Gegensätze. Auch die deutschen Sozialdemokraten haben gegen Groß durch Abgabe weißer Zettel demonstriert. Es wurden zu Vizepräsidenten gewählt: Ter Pole Her- man, der Christlich-Soziale Jukel, der Sozialdemokrat Perner st orfer, der Slowene Pogacnik, der Rüthens Romanczu, der Rumäne Simionovici und der Tscheche Udrzal. Präsident Groß erklärt« in seiner Antrittsrede, er wolle Redefreiheit und Unparteilichkeil wahren und seine beste Kraft dafür einsetzen, dem Hause wieder zu seinem Recht zu verhelfen. Namentlich müssen wir, fuhr der Präsident fort, dafür sorgen, daß sich die Erwartungen nicht erfüllen, die viele unserer Feinde auf die Tagung des Hauses setzen. Unsere Feinde haben bei dem Ueberfall auf die Mittelmächte sich gewaltig verrechnet. Tie alte Habsburger Monarchie hat ihre Lebens- und Widerstandskraft in kaum gehofftem Maße bewiesen und die Schläge, die die Feinde gegen uns geführt haben, haben dazu gedient, uns zu festigen und zusammenzu. schweißen.(Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Unsere Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, daß diese Festigung sich auch weiter entwickelt. Trotz oller Schwierigkeiten und MeinungS- Verschiedenheiten werden wir dieses Ziel erreichen, denn all« Völker der Monarchie sind erfüllt von unbeschränkter rückhaltloser Bewun- derung und Dankbarkeit für unsere heldenmütigen Truppen, denen wir die beispiellosen Erfolge unserer Waffen und die Sicherung des heimischen Herdes vor feindlichen Einbrüchen verdanken. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall und Händeklatschen.) Wir sind einig in dem unerschütterlichen Willen, in dem uns aufgezwungenen Kampfe durchzuhalten bis zu dem so heiß er» sehnten ehrenvollen Frieden, ber nnS llnab- hängikeit und Sicherheit für die Zukunft der- bürgen soll, wobei uns gewiß nichts ferner liegt, als die Unterdrückung anderer Völker.(Lebhaft- Zustimmung.), Der Präsident feierte dann unter großem Beifall den jungen Monarchen und- schloß mit einem Hoch auf das Vater- land Oesterreich und Kaiser Karl. Von den Parteien. Die Vollversammlung der polnischen Reichsrats- und Landtagsabgeordneten am Pfingstmontag hat den vom Poltnklub schon am 16. Mai in Wien angenommenen Antrag T e t m a j e r über die allgemeine Polenfrage, in welchem auch ausgesprochen wird, daß der Polenklub nicht in der Lage sei, die Regierung zu unterstützen, einstimmig angenommen, nachdem die Konservativen von ihren ursprünglich beabsichtigten Abänderungsanträgen Abstand genommen hatten. Aus Anlaß dieser Tagung kam es in Krakau zu einer großen polnischen Kundgebung, bei welcher nationale Lieder gesungen und von mehreren Abgeordneten Ansprachen gehalten wurden, ohne daß eS zu Ruhestörungen gekommen wäre. Der Polenklub wählte L a z a r S k i zum Obmann. Den Wiener Blättern zufolge beschlossen die südslawischen Abgeordneten, einen einheitlichen Klub unter dem Namen ,S üd slawischer Klub' zu gründen. Neue Kämpfe in Gftafrita. London, 29. Mai. Reutermeldung. Aus einem Communiqus auS Ostafrika geht hervor, daß mit dem Ende der Regenzeit die militärische Tätigkeit wieder begonnen hat. Es hat eine all- gemeine südwärts gerichtet« Beivegung der deutschen Streitkräfte im Rufidital und in dem Küsten- gebiet stattgefunden. Es baben Angriffe auf portugiesisches Gebiet stattgefunden. Deutsche Abteilungen näherten sich der Grenze von Jaffaland, verbrannten die Dörfer der Eingeborenen, terrorisierten die Einwohner und nahmen die Lebensmittelvorräte nach Norden mit. Infolgedessen ist es zu zahlreichen Patrouillengcfechten und gelegent« lichen Zusammenstößen zwischen größeren Streitkräften gekommen. In dem zentralen Gebiete begann die deutsche Bewegung nach südwärts im Februar. Eine Kolonne unier dem Befehl von Hauptmann Wintgens erreichte Z i t u n d u auf der Straße nach T a b o r a am 6. Mai. Sie wurde von britischen, rhodosischen und andere» Truppen verfolgt. Am 22. Mai wurde der deutsche Führer, Haupt- mann Wintzens, von einer belgischen Kolonne, die mit den britischen Truppen zusammenwirkte, gefangengenommen. Kleine Kriegsnachrichten. Die Jntcrventionifteii in Madrid.„Nouvelliste de Ltzon' meldet aus Madrid: Nach der interventionistischen Kundgebung wurden gegen den Abgeordneten L e r r o u x an der Ecke der Alcada- und Billanuevastraße Revolverschüsse abgegeben. Lerroux wurde nicht getroffen, dagegen sind mehrere andere Personen verletzt worden. Die Polizei mußte die zahlreichen Manifestanten auseinander- treiben. ArbeitSdärsen in der Ukraine.(Ukr. Preßbureau.) Dos Komitee der Arbeiter und Soldaten von Charkow hat beschlossen, in der Ukraine mehrere Arbeitsbörsen zu gründen. Diese Institute werden in den großen Industriezentren der Ukraine angelegt und der Arbeitsbörse in Petrograd angeschlossen, der sie unterstehen werden. Aufklärung für England über Rußland. Nach einer Meldung des.Nieuwe Rotterdamschen Courant" aus London haben Fürst Kropotkin und andere bekannte Russen, die sich in London auf- halten, eine Kommission gebildet, die eS sich zur Aufgabe setzt, England über die Lage deS neuen Rußland gründlicher auf- zuklären._ politische Uebersicht. Zur Geschichte eines Vriefwechsels. Die konservative Presse hat noch immer alle Hände voll zu tun, um ihren roten Revolutionsgeneral schwarzweiß zu waschen. In ihrem Reinigungseifer hat sie auch die Ent- deckung gemacht, daß nicht der Verfasser des berühmt ge- wordenen Revolutionsbriefes der Schuldige sei, sondern viel- niehr derjenige, der die Veröffentlichung des Brief- Wechsels veranlaßte. Dieser Staatsverbrecher soll aber, nach ihren nicht mehr mißzuverstehendcn Andeutungen, kein anderer gewesen sein als der Reichskanzler, Herr v. B c t h- mann Hollweg. Offenbar ist sie durch die Bemerkung des Reichskanzlers in seinem Antwortbrief, er behalte sich die Veröffentlichung des Schriftwechsels vor, auf falsche Fährte gelockt worden. Tie konservative Presse trifft mit ihrem Stich durch die Tapete einen ganz anderen, als den, dem er zugedacht war. Wir verdanken nämlich die Kenntnis jener Dokumente nie- mand sonst als den— Alldeutschen selbst. Diese haben die Briefe in zahlreichen Vervielfältigungen in Umlauf ge- bracht. Zu anderen Zwecken wurden sie dann von„unab- hängiger" Seite in Tausenden gedruckter Flugblätter vcr- breitet. In dieser Form wanderten sie dann unter dem Buch- staben R(Revolutionsgeneroi) in unser Archiv, aus dem sie die alldeutsche Presse durch ihren Entrüstungslärm über Scheidemanns bekonnte Aeußerung hervorlockte. Unter diesen Umständen wirkt es höchst komisch, wenn der Alldeutsche Verband in der letzten Nummer seines Vereins- organs erklärt: „Wir wollen dem„Vorwärts" verraten, daß der Geschäfts- führende Ausschuß deS Alldeutschen Verbandes im Sommer 1915 dem stellvertretenden Vorsitzenden(eben Herrn v. Gebsattel) den Dank für die von ihm in diesem Falle eingenommene Haltung ausgesprochen hat, und wir sind überzeugt, daß die breitesten Kreise der deutschen Oeffentlichkeit diesem Danke sich an- schließen, wenn sie nun infolge des BcrtraucnSbrucheS, den die Hintermännern drS„Vorwärts" begangen haben, erfahren, mit welchem sittlichen Ernste, mit welcher echten Treue er eine Auf- fassung vertreten hat, die, wie die Dinge liegen, von Ungezählten im Vaterlande geteilt werden muß. Aus dieser Dankkundgebung solvie aus der Tatsache, daß die vermeintlichen„Hintermänner" des„Vorwärts" im all- deutschen Lager zu suchen sind, geht mit genügender Deutlich- kcit hervor, wer die solidarische Haftung für diese ganze Angelegenheit zu tragen hat. Kipper und Wipper. Der ReichStagsabgeordnete Mumm von der Deutschen Fraktion hat folgende kleine Anfrage an den Reichskanzler gerichtet: „Ueber unsere Währungsschwierigkeiten schreibt ein Fachmann in den„Frankfurter Nachrichten" vom 19. Mai 1917: „Daß gewisse Kreise in Teutschland, leider muß da« ge- sagt werden, auS sehr eigennützigen Triebkräften in gewinn- fSickjen Vakukaspelulationen' mache«, Ist richtig. Es können Vermögen durch sehr einfache banktechnische Trans- aktionen gewonnen werden, was auch heute noch mit Erfolg geschieht." Kann die Regierung über diese Kreise, die dergestalt zum Nachteil des Vaterlandes handeln, unter Namens- ivennung Auskunst geben? Und ist es möglich, solche Schädlinge wirksam und abschreckend zu strafen, etwa einen Schuldigen, da er durch seine Handlungen dem Feinde Vorsdr ji leistet, vor das Kriegsgericht zu stellen?" Wer die Währung verschlechtert, steht mit den Kippern und Wippern, den Münzverfälschern des Dreißigjährigen Krieges, auf einer Stufe. Damals machte man kürzesten Prozeß: wo man eines solchen Kerls habhaft wurde, dort er- schlug oder ersäufte man ihn. Heute sind die Währungsver- schlechterer sehr viel schwerer zu fassen, aber darum nicht minder gefährlich. Sie verkaufen im Ausland deutsche Bank- noten, um die dafür erhaltenen ausländischen Zahlungsmittel in den sicheren Schrein zu legen oder um sie wieder zu ver- kaufen, wenn dos Angebot deutscher Banknoten den leider ge- sunkenen Markkurs noch mehr verschlechtert beziehungsweise den Preis fremder Zahlungsmittel in die Höhe getrieben hat. Ein solcher Kniff der Währungsvcrschlechterer wurde von uns schon erwähnt. Schlauberger kauften bald fällige Hy- potheken aus, verkauften sie an ihre ausländischen Geschäfts- freunde und ließen sich den Gegenwert in ausländischer Wäh- rung gutschreiben. Da die Reichsbank die Erfüllung recht- sicher Verpflichtungen an das Ausland grundsätzlich nicht vcr- bietet, so gehen bei Fälligkeit die geschuldeten Beträge ins Ausland, wo sie das Markangebot vermehren helfen. Vielleicht gibt die Anfrage des Herrn M u m m einmal Gelegenheit, bei der Rcichsbank anzufragen, warum sie so lange zögerte, die jetzigen Schranken für den Zahlungsvcr- kehr mit dem Ausland aufzurichten— Schranken, die den Niedergang der Markwährung nicht ausschließen, aber hemmen. Nu.r dank der Langmut der Reichsbank war der Erwerb ausländischer Guthaben seitens Privater mittels Wertpapierexport möglich, war es möglich, daß österreichische und ungarische Händler in Berlin Marknoten anschafften, um damit in Neutrasien zu zahlen. Der Schutz der Währung ist ein Lebensinteresse der Ar- beiter, weil in dem Maße ausländische Nahrungsmittel und Rohstoffe teurer werden, als der Markkurs sinkt, und eine schwankende Währung dem Handel den festen Boden unter den Füßen wegzieht. Mit ehrfürchtigem Schauer sieht die Hausfrau in der Ausloge die Tose dänischer Fischklöße zu 5,25 M. Nun wohl, auf seder dieser Dosen ruht ein Wah� rungsverlust von zwei Mork. Gälte die Mark heute noch soviel wie im Frieden, so kostete die Tose nur drei Mark! Appell an das Pflichtgefühl der Landwirtschaft. Amtlich wird mitgeteilt: Die V! e h z ä h l u n g e n vom I.Juni und demnächst vom 1. September 1917 bilden die Grundlage ent- scheidender Maßregeln auf dem Gebiete der Ernährungs- und Futterwirtschaft des neuen Erntejahres. Jeder Viehbesitzer muß genaue und vollständige Angaben bei den Viehzählungen als seine besondere vaterländische Pflicht betrachten. Bei der Schätzung des Ertrages von Bodenerzeugnifsen können ohne Vcr- schulden erhebliche Irrtümer vorkommen. Unrichtige Angaben über den Viehbestand sind nur infolge von Böswilligkeit oder grober Fahrlässigkeit möglich. Nach den Zählungen solleg Srickproben durch unvermutete Stallrevisionen vorgenommen werden. Wo sich dabei falsche Angaben von Viehbesitzern ergeben sollten, müßte gegen den Schuldigen aufs schärfste eingeschritten werden: denn dieser schädigt dadurch an seinem Teil die sachge- mäße Versorgung de! Heeres und der Bevölkerung: er schädigt aber auch seine Nachbarn und BerufSgenossen, denen infolge seiner falschen Angaben erhöhte Lieferungen auferlegt werden müssen. Ausfuhrverbot für Papier, Papierwaren und Rohstoffe. Der Reichskanzler erläßt eine Bekanntmachung, nach der die AuS- und Durchfuhr von Papier, Poppe und Ware aus Papier» und Papprohstosien verboten ist. Lette Nachrichten. Tic Deutschen in Kopenhagen. Kopenhagen, 30. Mai.(Eig. Drahtber. d..Vorw.'.) Die Ver- treter der deutschen Sozialdemokratie haben sich auf der Durchreise nach Stockholm zwei Tage hier aufgehalten. Nach„Socialdemo- kraten" sprachen sie sich über dle FriedenSauSsichlen hoffnungsvoll aus. Der Friede werde kommen, wenn die Regierungen aller krieg- führenden Länder von ihren leidenden Völkern gezwungen würden, sich dem Friedensziel der russischen Revolution anzuschließen, das auch das Ziel der deutschen Sozialdemokratie sei. Deutschland sei zu Verhandlungen jederzeit bereit. Vorbereitung der internationalen sozialistischen Konferenz. Bern, 36. Mai.„Humantte" meldet: Der in Rußland ga- bliebene sozialistische Abgeordnete L a f o n t telegraphierte, der V o llz i e h u n g s a u ss ch u tz de» Arbeiter, und Sol- datenrates habe einen Sonderausschuß aus vier Vorsitzenden des Ausschusses, vier anderen Ausschußmitgliedern sowie sieben Abgeordneten der verschiedene» sozialistischen Parteien zur Vor- bereitung der Einberufung einer internatio- nalen sozialistischen Konferenz ernannt. Die sozialistischen Minister im A..«nd S.-Rat. Bern, 30. Mai.„TempS" meldet aus Petersburg, daß in der vorgestrigen Vollsitzung deS Arbeiter« und Soldatenrats die drei sozialistischen Minister zum erstenmal über ihre Tätigkeit be- richteten. Tzeretelli berührte alle Fragen namentlich der äußeren Politik und hob hervor, daß die sozialistischen Mi» nister mit den Botschaftern der Alliierten verschiedene Bespvechun- gen über die Kriegsziele gehabt und dabei die besten Ein- drücke empfangen hätten. Zur inneren Politik erklärt« Tzeretelli, daß das Vaterland in großer Gefahr sei, sei keine leere Redensart; ernstere Maßnahmen gegen den inneren Sturm seien notwendig. S kabele ff und Tschern ow sprachen über ihre Tätigkeit als Minister. Tschernow erklärte, dt« Agrar- reform würde wahrscheinlich von der verfassunggebenden Versamm- lung durchgeführt loerden. Nach sehr lebhafter Aussprache, bei der die äußerste Linke keinerlei Erfolg hatte, wurde den sozialistischen Ministern und der einstweiligen Regierung mit erdrückender Mehr- heit gegen vier Stimmen vollstes Vertrauen ausgesprochen. Der Rücktritt Devonports. Amsterdam, 36. Mai. AuS London wird gemeldet: D« Rück- tritt deS Nahrungsmittelkontrolleurs Lord Devonport wird für heute erwartet. Als Grund für den Rücktritt wird der Gesundheit?- zustand angegeben.„Daily Ehronicle" schreibt, daß man im Mi- nistcrium das OlcrÜcht über den Rücktritt Lord Devonports in Ab- rede stellt.„TimeS" und„Daily Mail" melden eS jedoch und fügen noch binzu, daß sein Nachfolger vermutlich ein Mtglird der Arbeiterpartei sein werde. GelvWffchaDbewVUNg Ein neuer Plan für eine wirtschaftsfrieüliche �ngeftelltenbewegung. Die wachsende Bedeutung der gewerkschaftlichen Angestellten dcrbände halte schon lange vor dem Krieg den grobindustriellen Betrieben Veranlassung gegeben, gelbe Beamtenvereine?u gründen. Den Anfang machte die Maschinenfabrik Augsburg im Jahre 1909, später folgten norddeutsche Firmen. Vor allem ließ es sich die Weltfirma Krupp nicht nehmen, ihrem„Nationalen Arbeiterverein Werk Krupp" einen kleinen Bruder, den.Verein der Kruppschen Beamten" zu schenken. Diese wirtschaftsfriedlicben Angestellten waren auch in der Kriegszeit keineswegs müßig, sondern suchten vor allem durch einen systematisch betriebenen Ver- kehr mit den Kriegsteilnehmern der einzelnen Firmen sür die kommende Friedenszeit Anhänger zu sammeln. Be- sondere Blätter für die Feldgrauen und Sendungen von Liebes- gaben erschienen ihnen für als besonders geeignetes Mittel. Wie ernst es diesen von vielen Privatangestellteu leider noch als Harm- lose Vergnügungsvereine gehaltenen Schutztruppen deS Unternehmertums um den Kampf gegen die unabhängigen Angestelltenorgani« salionen ist, zeigte fich erst in allerletzter Zeit gelegentlich der Wahlen zu den Angestelltenausschüssen. Dabei ließ auch das Organ der Kruppschen Beamten bereits durchblicken, daß in absehbarer Zeit eine Zentralisation der bisher zer st reuten Werkvereine für Ange st eilte zu erwarten sei. Die Verwirklichung dieses Planes wird, wie wir heute bereits mitzuteilen in der Lage sind, mit allem Nachdruck vorbereitet, und wenn alles programmgemäß verläuft, so soll das Kartell der wirtschaftsfriedlichen Ange st eilten- vereine späte st ens im August dieses Jahres in die Oeffentlichkeit treten. Da man bei den vertraulichen Vorbesprechungen gelegentlich an die falsche Adresse geraten ist. so kann hier über die Absichten der wirtschaftsfriedlichen Angestellten- bewegung näheres mitgeteilt werden. Als.führender Verband" des künftigen Kartells hat der neue Direkior des.Deutschen Privatbeamtenvereins" Magdeburg diesen Verband ausersehen. Dieser D. P. V. war bisher ein aus- gesprochener llntcrstützungs- und Versicherungsverein, der in sozial- politischer uud gewerkschaftlicher Hinsicht keinerlei Bedeutung hatte. Er war völlig farblos und spielte innerhalb der Angestelltenbewegung etwa die Rolle, die die sog. parteilosen General- und Lokalanzeiger innerhalb der Tagesprefie spielen. Ende 1916 kam es zur völligen Trennung der Versicherungseinrich- tungen vom Verband. Die Versicherungen wurden fast restlos von der Münchener Versicherungsgesellschaft Arminia übernommen. Der Direktor des D. P. V. trat mit in die Dienste dieser Gesellschaft über. Der Verband konnte immerhin mit den noch verbliebenen UnterstützungSkassen als Unterstiitzungsverein weitergeführt werden, wenngleich naturgemäß das Tätigkeitsgebiet wesentlich eingeengt war. Es wurde viel erwogen, inwieweit eine stärkere sozialpolitische Be- tätigung möglich wäre. Bei der Mitgliederzusammensetzung kann der D. P. V. jedoch als Interessenvertretung der Angestellten niemals in Frage kommen. ES genügt darauf hinzuweisen, daß von den 18000 Mitgliedern rund 9000, wenn nicht mehr, auS Selbständigen, Angehörigen freier Berufe. Handwerkern, Kommunalbeamten. Arbeitern und Straßenbahn- angestellten bestehen, während die andere Hälfte zwar Privat- angestellte sein dürften, die jedoch nur Kasienmitglieder sind und gleichzeitig anderen Berufsverbänden angehören. Diese gemischte Gesellschaft kann wohl einen Versicherungsverein, niemals aber einen Berufsverband bilden. In dieser nicht ganz einfachen Lage befand sich der Verband. als ein Herr Dr. Görnandt sich um den frei gewordenen Posten des ersten Tnektors bewarb, den er auch erhictr. Hin die iveneren Pläne des neuen Dircllors zu verstehen, sei vorausgeschickt, daß Dr. G. in Handelskammerdiensten vorbereitet, dann Beamter und zuletzt Syndikus von Immobilien- und Hausbesitzervereinen ge Wesen ist. Er ist auch nicht zu dem Verbände gegangen, weil er plötzlich sein Herz sür die Nöte der Angestellten entdeckt hätte, sondern um mit Hilfe des Deutschen Privatbeamten-Verbandes eine große energische und mit den Unternehmern Hand in Hand gehende Ängcstelltenbewegung zu schaffen,„die Uebergewicht in der Oeffent lichkeit erlangen werde". Er verhandelte seit längerer Zeit mit einzelnen führenden Personen von bestimmten Angestelltenverbänden und hat die Einzelheiten seines Planes auch in einer „zu streng persönlichem Gebrauch" bestimmten Broschüre niedergelegt. Aus seinen vertraulichen Mit- teilungen geht hervor, daß unter der Führung des von ihm ge- leiteten Verbandes zunächst gesammelt werden sollen: Deutscher Gruben- und Fabrikbeamtenverband, Verband Deutscher Diplom- ingenieure, Deutscher Volkswirtschaftlicher Verband, Verband technischer Grubenbeamtenvereine im Oberbergamtsbezirk Dort« mund, Verband Deutscher Privateisenbahnbeamten. Schlesische Grubenbeamleuvercine, eine Anzahl lokaler kaufmännischer Vereine und nicht zuletzt die verschiedenen Werkvcreine. Er behauptet bei seinen vertraulichen Rücksprachen bereits überall freudige Zu- stimmung gefunden zu haben. Ob die Mitglieder all dieser Per- bände schon damit einverstanden sind, muß einstweilen noch stark bezweifelt werden. Es liegen aber Beweise dafür vor, daß Dr. G. überall außerordentlich eifrig verhandelt. Einige Hoffnungen setzt der wirtschaftsfriedliche Apostel weiter noch auf den Verband katholisch- kaufmännischer Vereine in Essen und den Deutschen Verband kauf- männischer Vereine in Frankfurt a. M., während ihm der Verein für HandlungSkommis von 1858 unter der Führung Dr. Köhlers schon zu radikal st) erscheint. Dr. G. behauptet weiter, auch bereits mit führenden Unternehmerkreisen, Professoren u. a. m. gesprochen zu haben, die seine Bestrebungen unterstützen wollen. Im Juni sollen streng vertrauliche Vorbereitungen ge- troffen werden. Im August soll die öffentliche Gründungsversammlung stattfinden. Der Deutsche Privatbeamten-Perband, dessen Mitglieder einst- weilen über die wirtschaflsfriedlichen Pläne ihres Direktors noch nicht eingeweiht wurden, ist für Dr. G. in der Hauptsache Mittel zum Zweck. Der Zweck ist die Schaffung einer Gesamtorganisation aller wirtschaftsfriedlichen Vereine, zu deren Schaffung der bisherige Name des D. P. V., seine Pressebeziehungen usw. benutzt werden sollen. In einer seiner vertraulichen Aussprachen gab der neue Gründer auch zu, daß nach Gründung des Kartells, desien geistiger Leiter er natürlich werden müsse, eine Auslösung des D. P. V. zugunsten der höheren Organisationsform sehr wohl denkbar wäre. Den Mit- gliedern gegenüber könne man dann sagen, der Deutsche Privat- beamtenverein sei in dem neuen Gesamtverband.verjüngt" er- standen. Zunächst ist geplant, zur wirtschaftsfriedlichen Auf- klärung eine Wochenschrift und eine Privatbeamtenbibliothek zu schaffen. Das sachliche Programm Dr. G.S bietet kaum etwas Neues. Es sind die üblichen wirtschaftssriedlichen Richtlinien, für die die Angestellten eingefangen werden sollen. Ueber eine geldliche Unter- stützung durch die Unternehmer läßt sich Dr. G. nicht näher aus, doch meint er, es müßte den Unternehmern und der gesamten Wirt- schaft sehr ivichtig sein, eine„wirtschastsfriedliche" Angestelltenmacht zu haben. Die Radikalisierung der Arbeiter durch den Krieg— daS habe man ihm gerade in Rheinland-Westfalen betont— sei unerhört. Den„unternehmerfeindlichen Angestellten" könne man wohl noch einen Damm entgegenstellen. Nur eine recht große Radikalisierung könne seinen Plan über den Haufen werfen. Die Angestellten sollen durch die bevor- stehenden Veröffentlichungen über den Mitarbeiter- und Beamtenslandpunkl gegenüber dem„Gehilfen-" und gewerkschaftlichen Standpunkt der„Ärbeitskräfle" aufgeklärt werden. Die in der letzten Zeit von Unternehmerseile gesiissentlich getriebene Unter- scheidung zwischen Angestellten in gehobener Stellung und den übrigen wird auch von Dr. G. zur Grundlage gemacht. Er nennt die Oberschicht„Beamte" und die Masse„Gehilfen" bezw.„An- gestellte". Dr. G. meint nach einer seiner Auslassungen, die Haupt« fache sei, daß er zunächst die Arbeitgeber interessiere und eine An- zahl leitender Privatbeamten, so aus dem Verband Deutscher Diplom« ingenieure. dem Verein Deutscher Chemiker usw. sammele, daß er führende Männer mit Namen sowie die von ihm gewonnenen Pro- fessoren erhalle. Dann bekäme er nach Aufklärung und Einwirkung „Angestellte" und„Gehilfen" als Masse. Wenn man diese Mitteilungen in Zusammenhang mit dem starken Aufgebot der Unternehmer anläßlich der Aufstellung gelber Kandidatenlisten bei den Wahlen zu den Angestelltenausschüssen bringt, so besteht für die kaufmännischen und technischen Angestellten alle Veranlassung, dem Wuchern der wirtschaflsfriedlichen Beamten- vereine weit mehr Beachtung ials bisher zu schenken. Vielleicht ge« lingt es den Mitgliedern des Deutschen Privutbeamtenvereins noch rechtzeitig, dem famosen neuen Lenker ihres Vereinswagens die Zügel zu entreißen. Auch dann aber ist die gelbe Gefahr noch keineswegs beseitigt. Der Gedanke einer Zentralisierung der gelben Angestelllenbewegung wird über kurz oder lang verwirklicht werden, dafür sorgen außer Herrn Dr. Görnandt die Unternehmer. Das einzig wirksame Gegenmittel ist die gewerkschaflliche Organisation der Privatangestellten._ A. Deutsches Reich. Drohender TSebcrstreik in Crimmitschau beigelegt. In der Textilindustrie drohte es wegen der niedrigen Löhne an vielen Orten zu Ausständeu zu kommen. So auch in Crimmitschau, woselbst es in den vier maßgebenden Tuchfabriken am 25. Mai be- reits zu Kündigungen gekommen war. Durch Vermittlung des Kriegsamts in Leipzig fanden am Pfingstsonnabend zwischen Ver« tretern der Arbeiter und Unternehmer Verhandlungen statt, in welchen es zu einer Einigung kam. Die Unternehmer bewilligten für Ar« beiter und Arbeiterinnen bis zu 17 Jahren 5 M. Teuerungszulage pro Woche, für über 17 Jahre alte Beschäftigte 7 M. und für Ver- heiratete 9 M. Damit dürfte der drohende Ausstand für Crimmitschau abge- wendet sein. In Kirchberg bei Crimmitschau wird es dagegen zum Ausstand kommen, da die Unternehmer den Vergleichsvorschlag abgelehnt haben._ Rnstanft. Die Ausgewiesenen des Clyde-BcckenS. London, 29. Mai. Amtlich. ES ist beschlossen worden, den Arbeitern deS Clyde-Bezirks. die zur Zeit deS Maschinenbauer- und Schiffbauerausstandes im März 1916 ausgewiesen worden waren, die Rückkehr in ihre Heimatsorte zu gestatten. Schweden. Die Vertreter der schwedischen Gewerkschaften beschlossen auf einer Zusammenkunft in Stockholm, die Einführung des Normalarbeitstages durch Gesetzgebung zu fordern und sie gemeinsam mit der Verfassungsreform zu erkämpfen. Verantwortl. s.Politik: Dr.Fra»; Diedcrich, Berl-Friedeuau; für d. übrigen Teil d. Blattes: Alfred Scholz, Neukölln; für Inserate: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckcrei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltuugsblatt. küeker-Adteiknvx, soeben ersebieoen: öui-Z�Dsl(irsi X. zu Dohna-Schlodien Der Möwe zweite Fahrt 1.20 Tischtücher Jacquardtücher Größe cra 115/125 115/150 115/160 8.00 9.50 9.75 Jacquardtöcher rein Leinen Größe cm 130/160 160/160 160/320 12.00 14.00 24.80 Mundtücher mit Hohlsaum 38/38 Dtz. 9.50 Mundtücher gesäumt.. 38/38 Dtz. 5.80 Mundtücher gesäumt.. 40/40 Dtz. 8.00 Auflegedeckchen mit Hohlsaum in verschiedenen Größen stück 1.60 2.80 3.85 Volkskunst- Abteilung Leipziger Str.: Bulgarische Handarbeiten und Nationaltrachten Schürzen Tändelschürze gestreift, Batist mit 1.. Teeschürze Wienerform, gestreift. Stickerei................... 165 Batist mit Stickerei............. 4./ 5 Tändelschürze gepunkt, Mull mit«i« Teeschürze Wienerform, gemustert, Stickerei-Einsatz............... ZtlU Batist mit Stickerei............. 0.75 Tändelschürze glatt Batist mit 2 eg Teeschürze Wienerform, glatt Batist_ Sückerei Em- und Ansatz........ /.5Ü reich garni.ert................ 7.25 1 andelscnurze hell gemusterter_ TT I..,. C cn Kreton mit Spitze.............. 2.85 HaUSSChurze mel. Gingang m, Blende 5.50 Tändelschürze hell geblümten._ HaUSSChürzeblau-weißgemust.Kreton8.75 Schleiersfoff mit Spitze.......... 4.25 Blusenschürze schwarz-weiß ge-. Tändelschürze hell geblümt Gr- musterter Waschstoff mit Blende.... 6.75 gandi mit Spitze..............- Blusenschürze Wienerform, bunt_ 1 eeschurze gestr. Batist m. Stickerei Z.t 3 gemusterter Satin, einfarbig besetzt... 7.50 TeeSchürzeglatterBatist mitStickerei 3.40 Blusenschürze Wienerform, blau- 1 eeschürze glatf.Batist, reich garniert 4.1 U weiß gemusterter Satin, einfarbig besetzt 8.75 Korsette gestreift Batist mit Langette... 7.25 mode Batist mit Stickerei-Garnitur, grau Leinen mit Spirale....... 7.50 2 Halter...................• weiß Leinen halbhohe Form, 2 Halter 9.00 weiß Satinstoff kurze Form, 2 Hit 13.75 grau Panamasf of f ra.Langette,2HIt,l 0.00 mode Batist halblange Form, 2 Halter 20.7 5 Reformkorsette• Kinderkorsette• Büstenhalter• Untertaillen Handtücher Drell-Handtücher Größe 48/110 Dutzend 12.00 Jacquard-Handtucher Größe 45/110.......... Dutzend 12.00 Gerstenkorn-Handtücher Größe 50/100.......... Dutzend 11.00 Wischtücher rein Leinen-.onn Größe 55/55........... Dutzend 12.00 Tischläufer mit Spitze Stück 2.00 2.40 Mitteldecken mit Spitze Stück 3.00 3.80 Nachtischdecken mit Spitze stock 0.90 /----"v Leipziger Straße, Erdgeschoß: Neuzeitige Handarbeiten nach Künstler-Entwürfen Radieschen...... 2 Bund 10 Pf. Schnittlauch...... 3 Bund 10 pi. Salat.......... Kopf 10 u. 15 Pf. Erdschocken...... Pfund 42 Pf. Brunnenkresse... 2 Bund 10 Pf. Waldmeister....... Bund 10 Pf. Frische Zwiebel.. 2 stück 10 Pf. Grüne Gurken•••• stück 35 Pf. Zitronen... stück 8 10 12 Pf. Lebensmittel Donnerstag, soweit Vorrat/ zu Geräucherte Aale... Geräucherte Flundern Bücklinge........... Geräucherter Rhein- und Ostsee- Lachs Fisch-Wurst......... Pfund 3.40 Tagespreisen Delikateß-Brotaufstrich Pfund 4.00 Junge Gänse Gänse-Pökelfleisch, Taucher Junge Saatkrähen stück von 60 Pf. an Magdeburger Salat... Pfund 1.80 Saure Gurken... stück von 20 Pf. an G Spargel... Pfund 20 45 65 pf. Spinat.... p� 18** zu Tages- pre Isen Frische starke Aale Silber-Lachs a. i. Ausschnitt Schellfische große Kabliau Flundern.......... pfund 45pt Schellfische•• Pfund von 75 Pf. an Plötzen...... Pfund von 05 Pf. an Salz-Heringe....... Pfand 1,30 Anchovis Pfund 1.40 ttr.146 ♦ A4.?ahrgang Heilage öes Vorwärts donnerstag.?1. Mal 1H17 Parteinachrichten. Bon den allein Echten. Tie Berliner und Tuisdurger Linksradikalcn(Tpartakusleute) daden. wie die Bremer„Arbciterpolitik" zu ihrem Schmerze mit- teilen muß, den Anschluß an die Unabhängifle Sozialdcmotratic voll- zagen. Nur die Bremer und Hamburger LinkZrodikalcn sind selb- sianbig geblieben. Tie»Arbeiterpolitik' erklärt es danach für wobl inöglich. d-aß diese Reste der Linksradikalen für die nächste Zeit bc- dentungsloo sein werden. Aber die Z c n t r u m s b a n k r o t t c u r e wurden bald genug abgeivirtichaflet haben— damit sind bekanntlich die Haase, Kautsky und Ledcbour gemeint— und sie würden dann in ibr Verderben die LinkSradikalen mitreißen, welche sich nicht voll ständig von ihnen losgesagt hätten. Tann werde eine neue linkst radikale Partei entstehen, die aber nicht mehr wie jetzt in der Gruppe Internationale aus abgedankten Partcisunttionären und bankrotten Mitgliedern irgendwelcher Parteivorständc bestehen würde, sondern in der die Arbeiter ihr Geschick selbst in die Hand nehmen würden. Ter Tuisburgcr„Kampf" tobt übrigens in seiner letzten Rum mer noch gegen die Konferenz von Stockholm, an der sich bekanntlich auch die„Unabhängigen" beteiligen und gibt der Hoffnung An-?- druck, die deutschen Sozialdemokraten würden von den ausländi- schcn Genossen mit feurigen Ruten heimgepeitscht werden. Also, bloß keinen Frieden mit Hilfe der Sozialdemokratie! Tann schon lieber Krieg! Schöne Erfolgr. 400 neue Feldabonnentcn hat die Breslauer„Volksmacht" in den letzten 14 Tagen in ihre Listen eintragen können, wozu noch lbO neue Käufer auf Truppenübungsplätzen kommen. Ta in den gleichen zwei Wochen auch die Leserzahl in Breslau um 000, in der Provinz um LOO stieg, konnte die Auflagcziffcr in dieser Zeit um 1000 erhöht werden. Aus den Organisationen. Nach einem Vortrag des Abg. Genossen Heinrich Schulz und einem Korreferat des Redakteurs Petzold von der„Erfurter Tribüne" beschloß die KreiSgencralvcrsammliing für Schlcusingcn und Ziegen brück den Uebcrtriit zu den Unabhängigen mit 4L gegen 7 Stimmen. Genosse� R e i ß h a u s drang mit seinem Antrag nicht durch, die Beschlußfassung bis nach dem für den 12. August cinbc- rufenen deutschen Parteitag auszusetzen. Franenkonfereuz. Eine Konferenz der sozialdemokratischen Frauen des Bezirks- Verbandes Magdcburg-Anhalt tagte Pfingsten in Magdeburg. Die Konferenz verlangte im Namen von 0300 politisch organisierten Frauen des Sozialdemokratischen Bezirksverbandes Magdeburg-An- öalt Glcichbcrcchiigiing der Frau in der Ausübung aller öffentlichen Rechte. Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Franz Seiffert u. Co., A.»G.. Berlin, welche für das abgelaufene Jahr aus dem aus 1,3 Mill. M. gestiegenen Reingewinn eine Tividcndenerhöbuug auf 15 Proz. gegenüber 12 Proz. im Vorjahre vornehme» kann, teilt in ihrem Rechenschafts- bcricht mit. das Werk sei bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit beschäftigt gewesen. Ter Uebergang in die Friedenswirtschaft habe aus der Gewinnverteilung als Rückstellung einen Betrag von 200 000 Mark erfordert. Ucber die GcschästSailssicbien beißt es in dem Rechenschaftsbericht: In da? neue Geschäftsjahr übernehmen wir «inen großen Bestand an Aufträge», der unsere Werkstätten auf lange Zeit mit Arbeit versorgt. Bankguthaben erfuhren eine Steige- rung auf 1 062 249( 552 483) M.. da» Efsektenkonto erhöhte sich auf 035 262 s47I K29l M. Forderungen der Gesellschaft belaufen sich auf 1 772 502 sl 744 4741 M. Auf der Gegenseite erscheinen laufende Verpflichtungen mit 1 161781(I>02 812) M., sowie neu die Krieg»- gcwiiinstelicr-Rücklagc mit 311000 M., die jedenfalls vorweg aus dem Bruttogewinn dieses Jahres entnommen ist. Schon lange wird in Preußen die Einführung einer durchgehenden Bremse für Güterzüge geplant. In Anbetracht der bei den Eisenbahnen vorhandenen verschiedenen Bremieeinrichtllngen war es nötig, zur Lösung der BremSsrage ganz neue Wege einzuschlagen. Hand in Hand mit der Einführung der Gilterzugbremse muß eine Ilmgestal'.uiig der Perioneiizugbreinse pehtn, wenn in Zukunft Perionen- und Güierioagen in beliebiger Mischung, besonder» in Militärzügen mit Luftdruckbremse gefahren werden sollen. Aussicht auf Erfolg konnte nach alledem nur eine rückwärts lösbare Bremse bieten, die zugleich volle Gewähr gegen Erichöviung der Bremskraft veriprach. Diesem Zweck soll eine vom Geb- Lberbaurat Kunze im Verein mir der Knorr-Bremse- A.-G. lonstruierte Bremse dienen. Für die Ausrüstung des gesamten Lokomotiven- und Wagenparks der preußisch-hejsiichen StaalSbahnen mir durchgehenden Güterzugbremien find inSgesamr 267 Mill. Mark im Laufe von neun Jahren— dem AusrüstungSzeilraum— aufzuwenden. In diesem Zeitraum wird durch P e r s o n a l e r s p a r n i s s e neben Deckung aller Betriebskosten die ausgeweudete Summe von 1267 Millionen Mark restlos getilgt und verzinst. Vom zehnte» Jahre nach Beginn der Ausrüstung verbleibr«in Ueberschuß von 65 Millionen Mark sährlich, der entsprechend der Verkebrsstcigerung in jedem solgciidcn Jahre wächst. Am Ende des A n S r ü st n n g§- z e i t r a u m e S werden m indestens 35000 Bremser weniger erforderlich, als die Beibehaltung der Handbremse erfordern würde. Die Folgen dieser großen iechmschen Errungenschaft machen sich in zweifacher, sehr verschiedener Hinsicht bemerkbar. Die Aktien der L. L o e w e A. G. in deren Händen 8.27 Mill. Mark de? 15 Mill. Mark betragende» Aktienkapitals der Knorr- Bremse A. G. liegen, sind in den letz.cn Tagen rapid gestiegen. Tie 35 000 Arbeircr. die durch Einführung der neuen Bremse iveniger gebraucht werden, sind eine schwere Belastung für den AibeNSmarlt nach dem Krieg. So ungerecht und verhängnisvoll wirkt dieser wie die meisten technischen Fortschritte, so daß sie nicht Vi« reine Freude erwecken, die ihnen ihrem Wert nach gebührt. Italienisches AuSfuhrverdat auf«eidcnware«. Jtaiicn hat die AuSfubr von Seide. Seidenwareu usw. nach ollen nelilralen Ländern, die an feindliche Staate» grenzen, vcr- boten. Für di» Schweiz ivird insofern eine Ausnahme gemacht, als das italienisch- schweizerische Zollamt in Domodossola ermächtigt wird, ohne besondere Bewilliaung des MinisleriuniS die Leförde- rung von Samet. Spitzen, Tülle». Gewebe für Tapeten. Brokat- sitckerei und andere ähnlich- Waren, sosern sie in Postpakelen erfolgt. zu gestotten._ Höhere Lrikcttpreise. Im Bitterkelder Braunkohlenrevicr soll ein« Preiserhöhung um 2 M. auf 16 M.. im Niederlausitz-r um 1 M. aus 165 M. eiiilrelen. Der Klein- und Zwischenhandel soll emer scharfen Preislontrolle unterworfen werden. �roßGerlm Was ein Hauswirt nicht leiden will. Während de» Krieges habe» manche Familien die eigene Wob- iiung aufgegeben und sind zu Verwandten gezogen. Das Bedürfnis, in dieser Zeit der Sorgen einander nobe zn sein, sprichl dabei nicht weniger mit als der Wunsch, an der Miete zn sparen. Die Hau»- ciaenlünier sehen bei ihren Mietern solchen Fainilienzuwachs nicht gern, aber sie finden sich wohl meist ohne viel Widerrede damit ab. Einen Fall, in dem der Wirt entschiede»«» Einspruch erhob imd sich aus sein„Recht" berief, erfahren wir aas Charloltenburg. Von einem Freund der Familie, gegen die das Vorgehen des Wirtes sich richtete, werden wir aus die Angelegenheir aufnierksam gemacht. Ein 68jähriger Mann, der mit seiner öljährigen Gattin und ihrer 85jährigeil Mutter eine aus zwei Zimmern bestehende Hofwohnnng bar, beherbergte bei iich einen seiner z» m Heeresdienst ei ii gezogenen Söbne während eines Urlaubs und niit ihm dessen krieg Sgeraute junge Frau. Hierüber schrieb der Eigentümer des Hau'es dem Mieler: „Wie ich erfahre, haben Sie jetzt in Ihrer kleinen Wohnung noch zwei Verwandte ausgenommen, so daß sie dadurch mehr abgenutzt und mehr Wasser verbraucht wird. Nach K 6 des Miclsvertrages darf Besuch nur vorübergehend aiisgenoiilmen werden. Ich ersuche Sie deshalb, nach Ablauf kurzer Zeit dafür zu sorgen, daß außer Ihnen niemand weiter die Wohnung bs» wohnt. Ich behalte mir alle Rechte ans§§ 6 und 8 de» Miclsvertrages vor." Nach Z>/z Wochen folgte ein zweiter Brief, in dem der Wirt einen Streit' um eme durch ausgelaufene» Wasser entstandene WobnuilgSbeschädigung erwähnte, die verbotswidrige Benutzung der Küche zur Wäscheroinigling rügte und wegen der Beherbergung von Verwandten jetzt erklärte: „Die Frist für vorübergehenden Aufenthalt von Verwandten ist längst abgelaufen. Ich fordere Sie auf. diese Verwandten zur Räumung der LSohnung zu veranlasien. widrigenfalls Sie, wie ich bereits am 3l. März mitteilte, zu gewärtigen haben, daß ich ge- mäß dem Mietsverlrage sofortige Räumung der Wohnung der- lange."...„Durch Ihre sortgesetzten Verletzungen des MietS- vertrage? lbrohte der Schluß de? Briefes nochmals) setzen Sie sich der ernsten Gefahr aus, daß Sie demnächst veranlaßt werden, nach§ 8 des MietSvertragcS die Wohnung unverzüglich, unter Forthaflung für die Miete, räumen zu müssen." Kann jemand im Ernst verlangen, daß die alten Leute den vom Militär beurlaubten Sohn nicht bei sich aufnebmen sollten? Nebenbei bemerlt: Die Familie hat dem Vaterland eine ganz ungewöhnlich hohe Zahl von Söhnen als Kriegsteilnehmer geliefert. Die Mutter brachte neun Knaben zur Welt, die sämtlich groß wurden. Alle neun Söhne sind in diesem Kriege zum Heeresdienst herangezogen ivorden. Einer diente kurze Zeit als Schipper, ein anderer kam in Garnison— und sieben mußten ins Feld hin- aus. Aus den sieben wurde später einer entlassen, ein anderer re- tlamiert und zwei andere kamen in Garnison. Die übrigen drei stehen noch beute im Feld. Man versetze sich in die Lage der Mutter dieser neun Söhne! Der beurlaubt gewesene Sohn hat inzwischen sich wieder in die Garnison begeben, seine Frau aber ist bei den Schwiegereltern ge- blieben. Ob der Wirt nun die„sofortige Räumung" von dem Wohnungsinhaber fordern wird? Jenes den Hauseigentümern in dem vorliegenden Fall zustehende„Recht" sollte während des Krieges durch BundeSralSverordmmg außer Kraft gesetzt werden— trotz etwaigen Hauswirtssorgen um Wohnungkabnutzung und Wasser- verbrauch.__ Bitte, etwaS mehr Rücksichtnahme! Bei der Enteignung der Aluminium gegen stände, die jetzt durchgeführt wirb, scheint man in Berlin den Ablieferungs- Pflichtigen ihre Aufgabe nicht leicht machen zu wollen. Bewohnern eines weit draußen gelegenen Stadtviertels, der Umgebung des Schlesiichen Tores, ist vom MagiftratSkommissar für Militär- angelegenbeiten sMetallabteilung) die Aufforderung zugegangen, ihre Aluminiumsachen nach der Stralauer Straße zu bringen und im Stadthaus abzuliefern. Warum hat nian nicht, wie es bei der Ablieferung der Kupfer-, Messing- und Nicketsachen geschah, über die verschiedenen Stadlgegcnden eine ausreichende Zahl von Annahme« stellen verteilt? Damals wurden überall die Bureaus der Gas- revierinipektionen als Annahmestellen benutzt, so daß die Abliefercr meist nur mäßig lange Wege zu machen halten. Soll eS diesmal nicht möglich lein, den Bewohnern aller Außenviertel wieder die- selbe Erleichterung zu schassen? Vielleicht glaubt der Magistrat. mit den ihm zur Verfügung stehenden Arbeitskräften sparsam um- gehen zu müssen und das durch Zusammenfassung der Annahme- stellen erreichen zu können. Aber eS wäre eine sehr v e r k e b r t e Sparsanikeit, etliche Dützcnd Arbeitskräfte zu erübrigen und dafür einigen hunderttausend Personen weite Wege und übermäßigen Zeit- Verlust zuzumuten. Der Magistrat könnte wissen, daß setzt auch mit Stieselsohlen gespart werden muß und daß die Verkehrs- mittel nicht mehr, als unbedingt nötig ist, in Anspruch genommen werden sollen._ Reichsdcutsch-österreichisch-ungarische Gemeinschaft. Die„Reichsdeutsche Waffen brüderliche Vcr- e i n i g u n g" vcranstaltcie gester» in Berlin zusammen mit den „Waffcnbrüdcrlichcn Bereinigungen" Oesterreichs und Ikngarn» eine Kundgebung. In einer Sitzung der bei der„Reichsdeutschen Waffcnbrüdcrlicheu Vercinigung" jetzt cingcnchtetcii„G c- m c i n d e a b t c i l u n g" gaben Gäste aus Wien und Budapest eine Schilderung des Gemeindclebcns dieser Städte. Stadtrar a. D. Dr. Luther, Vorsitzender der Geincindcabteilung, sagte in seiner Begrüßungsansprache: Ter waffcnbrüdcrlickie Gedanke sei geboren aus der Schützciigrabengcmeinschast, richte sich auf da» Ziel einer vcrticstcn K u l t u r g c m c i» s ch a f t und wolle in ivcchselscitigcm Verständnis cinc Unzcrtrcnnbarkcit schaffen. So- dann berichtete Stadtrat Tomola-Wicn über„die Wiener Stadtverwaltung während des Kriege§". Er schilderte die Kriegswirtschaft der Stadt Wien, die schon im ersten Kriegswinter 78 Millionen Kronen für de» Ankauf von Lebens- mittel» ausgab. In warmen Worten gedachte er de» Heldentum-? und Gemeinden, die Lebensmittelversorgung des Lande? in die Hand zu nebmen. Man brauche an leinen„Umsturz" zu denken, niemand ivolle kaufmännische„Rechte" antasten. Aber Aufgabe der öjientlichen Gewalten sei c». Ein- richtungcn zu schassen, die leisten können, was der freie. Handel nicht zu leisten vermag. Der Redner schloß mit einem Hinweis auf den Segen, der von der freien Verwaltung ausströmt. Nur sie allein, de? freien Bürgers unantastbarer Besitz, werde die Werke des FribdenS fördern. Es folgte ein Vortrag de» Magistrats Dr. H a r r e r- Budapest über„die ungarische Slädtcvertval- tung". Tie Eigenart der Verfassung der ungarischen Städte bringt es mit sich, daß diese nicht nur einen kommunalen, sondern auch einen politischen Wirkungskreis hoben. Mit einem kurzen Schluß. wort des Stadtrats Dr. Luther endete die Sitzung. Tie Buttcrschicbungen. Vom Magistrat Berlin wird uns geschrieben: In der Presse sind in der letzten Zeil bieliach Nachrichiou über große Butter« ichiebungcn erschienen. Diese Nachrichten geben zum Teil iuiokcni fehl, als behauptet wird, daß e» sich u m mehrere tausend Z e ii l n c r Butter handele. Wenn gerade in der letzten Zeit der Oesseiitlichkeir mehrere Fälle von Ilnregetinäßigkeiten bei hiesigen Bullerhändlern bekannt geworden sind, so beruht dicS darauf, daiz die Fetistelle Groß-Berlin dank ihres besonders auSgebildelen Revision«- und RontrollapparaleS in der Lage ist, jede Unrcgel- Mäßigkeit binnen kurzem aufzudecken. Als besonder? William hat sich erwiesen, daß die von den Händlern vcr- einnahmt«» Fetilorlenabschnittc. nachdem sie an die Feilste lle zurückgelangt sind, genau gezählt Iverden. Dadurch ist cs möglich geworden, allen den Händlern auf die Spur zu lainmen. die durch Einschmuggelung gestohlener oder ungültiger Abschnitte versucht babcn, mehr Butter, als ihnen zukommt, zugeteitt zu ei- halten. Nur so ist es der Fettslelle gelungen, die unreellen Händler festzustellen, und sie hat seibstverständüch nicht gezögert, gegen solche verbrecherischen Schädlinge inir den schärfsten Maßnahmen vorzn- gehen. So ist auch die Aufdeckung der Pankow er Butterschiebung und die Verhaftung des Kaufmanns «chwanebeck von der Firma Pickornh der Initiative der Fell- stelle zu verdanken. Auch dem reellen Butterhandel wird namrlich dadurch ein Dienst erwiesen, daß alle solche Elemente, die die Kriegszeit benutzen, um sich zum Schaden rbrer Miibürger zu bc« reichern, ausgemerzt und der Bestrafung zugeführt werden. Es darf ferner erwartet werden, daß die in der letzten Zeit vorgekommenen. von der Fcttstelle aufgedeckten Fälle ihre abschreckende Wirkung nichr verfehlen werden.___ Stadtvrrordncteiiersatiwohl. In? vierten Bezirk der zweiten Ab- teilung fand am Mittwoch eine Ersatzwahl zur Stadtverlretung statt, die für den Kaufmann Korlh, der fem Manda: niedcrgelegr bat, vorzunehmen war. Gewählt wurde mit 00 Stimmen der HaudelSrichier und Fabrikbesitzer Karl Rudolf Bergmann. Bei Arbeitsverweigerung nicht militärischer Angehöriger frind- licher Staaten entscheiden, wie infolge mehrfach vorgekommener Mißverständnisse das Oberkommando mitteilt, außerhalb de» Lande-?- Polizeibezirks Berlin nach wie vor die BerivaltungSbehörden darüber, ob die Weigerung hinreichend begründet ist. und zivar im Stadl- kreis die Orlspolizeibebörde, in Landkreisen der Landrat- Lediglich für dos Gebiet des LaiideSpoltzeibezirks Berlin ist diese Em- scheidung der Königlichen Kommandantur Berlin übertragen worden. Vor Blindgängern gewarnt wird von der K a h l b a u m schon Fabrikleitung in Adlers ho f. Wer einen solchen findet oder bc- siyt, soll die Fabrik sofort benachrichtigen, damtr ein Unglück vcr- mieden Ivird. Schundliteratur zum Mord in der Mittenwaldcr Straße. Die beiden jugendlichen Täter Rösch und Hasse sind jetzt der Staat?» anwaltichafl vorgeführt worden und werden im Moabiler Unier« iuchungsgefängnis untergebracht werden. Sonstige neue Tatsachen wären über den lranrigen Fall zurzeit nicht zu berichten. Inzwischen aber ist die Eliibildungskrast geschästskundigcr Aeporterieelcn nnab- lässig am Werk, meterlange Stimmungsbilder und Detailichilde- rungen zu entwerfen, die teilweise auf müßigen Klatsch beruhen, teilweise glatt erdichtet sind, in jedem Fall aber durch knallig sensationelle Aufmachung sich auszeichnen. Der größte Teil der Berliner Presse hält es für geschmackvoll, diese Erzeugnisse seinem Publikum vorzusetzen. Tie Leser des„Vorwärts" aber werden es verständlich finden, wenn ihr Blatt auch in dieser Hinsicht eigene Wege verfolgt und es verschmäht, dem in manchen unreife» Köpfen vielleicht vorhandenen Hang zu blutrünstiger Kolporlagcromairnk neue Nahrung zuzuführen. Für 30000 M. Stoffe unterschlagen! Reiche Beute machte Dienstag nachmittag ein Kutscher, der vor acht Tagen bei einer hiesigen Spedition eintrat. Der Mann nannte sich„Otto Stinn", tcgls auch Papiere auf diesen Namen vor und gab an, daß er in der Grüiianec Straße 6 wohne. Der neue Kutscher erhielt den Auf- trag, jiir 30 000 M. Stoffe abzufahren. Er"ließ sich nichr mebr sehen, und da-Z Fuhrwerk wurde später in Lichtenberg leer auf- gefunden. Es ergab sich, daß der Kutscher seinen Mitfahrer unterwegs mit einem erdichteten Auftrage weggeschickt halle und dann allein mit dem Geipann davongefahren war. Ferner wurde feil- gestellt, daß bei der Affäre noch ei» zweiter Mann seine Hand im Spiel gehabt hat. Die beiden riefen schon vorher von ciiicc Schanlwirlschasr aus durch den Fernsprecher jemand an und sragtcn, ob er die Stoffe kaufen wolle. Auf deren Ermittelung und Wieder- beschaffung hat die Spedition eine Bclobnuiig von 1000 S)l. ausgesetzt. Das Ausweispapier, das der falsche Kutscher beimyie, ein Urlaubspaß, ist dem Eigentümer, der in Adlcrshos arbeitet, schon vor längerer Zeit auS der Jackettasche gestohlen worden. Lebend verschüttet wurde auf dem Tempclhofcr Felde, nahe dem Pionier-llebungSplatz, der 12jährige Otto Hampel. Der Vcr- unglückle halte mir anderen Altersgenossen einen vorhandenen Grabe» auf 2 Meter Tiefe erweitert. Als sie dann weiter buddelten. stürzten die Sandmassen plötzlich in die Grube und verschütteten den Jungen, der unten gestanden hatte, vollständig. Die übrigen Knabeir liefen fort. Die Feuerwehr wurde leider zu spät alarmiert. Sie konnte nur noch die Leiche bergen. Au? dem Hoheuzollernkanal gelandet wurde Dienstag die Leiche einer unbekannteu Frau von etwa 35 Jahren. Sie wurde nach der Halle in Plötzeniee gebracht. Die Tote ist etwa 1,60 Meter groß und unierietzt, hat dunkleS, fast schwarzes Haar, trug u. a. ciue gelbe, mit weißen Spitzen besetzte Bluse und holte eine Fahrkarte für die Strecke Stet'.nier Bahnhof— Wittstock bei sich. Ein bc- sonder es Kennzeichen ist eine kleine Narbe auf der rechten Wange. Seltsame Wertdncjscndmigen bcschäiligeii seit längerer Zeit die Kriminalbchvrdcil in Leipzig, Berlin, Brannschlveig und Dresden. Auf verschiedeueu Postämtern m Leipzig wurden im Marz und April Wertbriefe aufgegeben, die an einen Rechtsainvalt m Bcrtui, an eine Bank in Braunichweig und an das Zweiggeschäfl emer Berliner Großbank in Dresden gerichtet waren. Sie lauteteu über 12 000. 16 000. 9 000 und 30 000 M. Die Empfänger fanden m den Briesuinschlägen nur Zeitungspapicc und Papierschnitzel. Die Sicgclabdrücke auf der Rüclieite der Briefe, die die Buchstaben E..l\. lrugeu. waren unverletzt. Nach den Ermittelungen sind die Briese schon bei der Aufgabe mit dem wertloicn Inhalt gefüllt gewescu. Es ivar weder aus einen Betrug gegenüber der Post, noch gegen- über de» Empfängern abgesehen. Der Absender, der bisher noch nicht ermiltell iverden konnte, hat es nur auf die Erlangung der Posleinlieserlmgiichcinc über die hohen Summen abgesehen, um sie vielleicht zu Kreditbelrügereicn zu benutzen. Verloren. Am Pfingstsonntag verlor ein Soldat eine Geldbörie. enthaltend 70 Marl in Papier, 2 Badekarlen der Anstalt Spindlers- seid und eine Rabattinarle von Tietz. In dein Betrage waren die Ersparnisse zweier Kameraden mit enthalten. Der Finder wird gebeten, die Börse gegen Belohnung in der Expedition abgeben zu ivollen.___ Charlottcnburg. Ter Sturm auf daS Ärankeubrot. Der Magistrat schreibt: Auf die Milteiluna. daß die Ärolikenernähruiigs- abteiluiig de? Charlottenburger Magistrats vom 28. Mai ab Bezugsscheine illr cm für Kraule hergeslelllcs besonderes Kraukeu- brot und Kranlenmehl ausgibt, laufe» die Anträge in so außer- ordentlich großer Anzahl ein. daß eS völlig ausgeschlossen ist. ihnen auch nur im ivesenlUchcn Teile Rechnung zu tragen. Für den ge- nannten Zweck stebt nur eine derhSltmZmöhig so geringe Men�ie von Mehl �ur Vertuciung, datz die eingehenden Allesto von der der- trauensärztlichen Prüfungsstelle mit ganz besonderer Schärfe ge- prüft werden müssen. Es ist daher dem Publikum zu empfehlen. bei seinen Anträgen möglichste Zurückhaltung zu bewahren und den geschilderten Umständen Rechnung zu tragen. — Frauen tu der städtischen Verwaltung. Der Magistrat hat die Stadtverordneten ersucht, der ZuWahl von Frauen in städtische Deputationen zuzustimmen und zwar sollen in folgende Deputa- tionen Frauen mit beratender Stimme gewählt werden: In die De putation für Gesundheitspflege eine Frau, für Arbeitsnachweis drei Frauen, zur Beratung über Mastnahmen zur Hebung der Volks schulen, iür das höhere Mädchenschulwesen, für die Verwaltung der Krankenhäuser, zur Verwaltung der Wohlfahrtsschule und in das Kuratorium der PaulS-Stiftung je eine Frau, endlich in die Depu tation zur Beratung von Mastnahmen gegen die Lebensmittelteuerung zwei Frauen. Bemerkt sei, datz, abgesehen von den auf Grund be sonderer Gesetze gebildeten Deputationen für das Volksschulwesen und die Armenpflege, bereits der Deputation für die WohnungS- vflege und derjenigen für die Waisenpflege je drei Frauen ange- hören._ Schönederg. PersoncnstandSaufnahme für die Nahrungsmittel kontrolle. Am ö. Juni findet für die Zwecke der Lebensmittelkarten- ausgäbe eine Personenstandsaufnahme statt. Die Hauswirte und Verwalter haben am 1. oder 2. Juni die erforderlichen Haus baltungslisten von der zuständigen Brotkommission abzuholen, sie im Hause an die Haushaltungen zur Ausfüllung zu verteilen und die wiedereingesammelten Listen vom 7. bis S. Juni an die Brot lommijsion zurückzuliefern._ Lichtenberg. LeienSmittelnachrichten. Der Magistrat macht be- kannr: Da die Abschnitte 27, 28 und 29 der Lichtenberger Lebens- mittelkarte bereits für andere Waren vorgesehen waren, wird die Bekanntmachung vom 26. Mai dahin abgeändert, dast gegen Ab lrennung von Marken auf Abschnitt 323 1 Paket Haferflocken, auf Abschnitt 32K 1 Paket Hafermehl, auf Abschnitt 32 Gr. J und E Raucherwaren und auf Abschnitt 84 Hering entnommen werden darf. V« Pfd. Heringe oder 1 großer Friedrich sfelbe. LebenSmittelnachrichte». Ein Posten dänischer sterilisierte Milch gelangt demnächst zur Verteilung. Jeder HauS- halt erhält eine �-Liter-Flaichs sür 1,25 M. Die Anmeldung zum Bezüge mutz bis spätestens 3. Juni bei einem Geschäftsmann unter Vorzeigung der Haushaltungskarte erfolgen. Bei der Milchabgabe an die Einwohner, die einige Tage nachdem vorgenommen wird, ist nochmals die Haushaltungskarte vorzulegen und Feld 7 vom Händler zu durchkreuzen. Von heute an erhält jeder Einwohner in dem Geschäft, in welchem er in die Zuckerkundenliste eingetragen ist, auf Abschnitt 31 der Lebensmittelkarte 60 Gramm Gerstengrütze. Der Preis pro Pfund beträgt 39 Pf. Ebenfalls von heute an erhält er in den durch Plakate kenntlich gemachten Geschäften auf Abschnitt 32 der Lebensmittelkarte 69 Gramm Dörrgemüse für 26 Pf. NiederschSnhanse«. Eierverteilmtg. Such in dieser Woche werden auf Eierkartenabschnitt wieder drei Eier zum Preise von 31 Pf. das Stück verabfolgt._ Spandau. Städtische Lebensmittel. Der Verkauf von Teig- lvaren darf nur gegen Abtrennung des Mittelstückes der Haupt- und Kinderbrotkarte stattfinden. Der Berkauf auf die Mittelstücke der Zusatzbrotkarte ist verboten. Bon heute ab kann gegen Abtrennung von Feld 3 der Eierkarte ein Ei verab- folgt werden. In mehreren Geschäften ist noch Sago auf Abschnitt 11 der Lebensmittelkarte zu haben. Der Abschnitt verliert mit Ablauf des heutigen Tages seine Gültigkeit. Soziales. NufallverhSttwg während des Kriege«. Datz während des Krieges die Zahl der Bettiebsunfälle wachsen würde, war vorauszusehen. Verschiedene Ursachen sprechen dabei mit. Als solche hat das ReichSverficherungsamt auf Grund einer Umfrage festgestellt: 1. die Beschäftigung vieler imgelernter, jugendlicher und weib- licher Arbeiter, die mit den Gefahren des Betriebes nicht ver- traut sind: 2. Gleichgültigkeit solcher Arbeiter hinsichtlich der Unfallverhütung oder Unkenntnis der Unfallverhütungsvorschriften: 3. Mangel an nnfalltechmsch geschultem AufsichtSperfonal und an Meistern sowie Vorarbeitern; 4. Notdürftiges Herrichten von im Frieden gebräuchlichen Ma- schinen für die Ergänzung von Kriegsmaterial; 6. Ueberstunden init weitgehender Heranziehung der Arbeits- kräftc; 9. Zunahme der Unfallgefährlichkeit durch die Eigenart der ver- änderten Betriebsweise; 7. Ueberfüllung der Werkstätten durch nachträglich aufgestellte Maschinen. Trotzdem ist die Zahl der Unfälle, die für das Jahr 1916 ge- nieldet wurden— neuere Zahlen liegen noch nicht vor— absolut genommen, geringer als in den Borjahren. Wir haben jedoch schon iir der Nr. 121 darauf hingewiesen, datz dies darauf zurückzuführen ist. dast die Zahl der in der Industrie und im Gewerbe beschäftigten Arbeiter von 19 689 437 im Jahre 1918 auf 7 647 838 im Jahre 1916 gesunken ist. Daneben macht das ReichSverficherungsamt noch einen anderen Grund geltend, den es sogar als den Hauptgrund bezeichnet. Es sagt in einem Rundschreiben vom 39. Oktober 1916: .Es ist häufig beobachtet worden, datz die Arbeiter kleine Unfälle überhaupt nicht meldeten, weil sie eine Arbeitsunterbrechung und damit eine Kürzung ihres hoben Lohnes befürchteten. In vielen Fällen zeigten Unfallverletzte das ernsthafte Streben, möglichst schnell wieder arbeitsfähig zu werden, um damit wieder in ven Genutz deS vollen Lohnes zu kommen. Das ist auch der Hauptgrund dafür, datz die Zahl der entschädigungspflichttgen Un- iälle fast überall zurückgegangen ist." Wenn die Arbeiter Unfälle nicht melden, dann handeln sie töricht. Wer sagt ihnen, datz kleine Ursachen immer wirkungslos bleiben? Es liegt im Interesse der Arbeiter, datz sie jeden, auch den kleinsten Unfall melden. Es mag richtig sein, datz jetzt Arbeitsunterbrechungen mehr als in normalen Zeiten ins Gewicht fallen. Dabei kommen jedoch weniger die hohen Löhne in Bettacht, als das Reichsverficherungsamt meint, sondern die außerordentlichen Ansprüche, die heute an den Geldbeutel gestellt werden. Wie sieht es mit der Ueberwachung der Betriebe aus. Darüber enthält der Tätigkeitsbericht des Reichsversicherungsamts einige Zahlen, die allgemeines Jnteresie haben. Er weist zunächst darauf bin. datz infolge Einberufung zum Heeresdienst zahlreiche technische Aufsichlsbeamte verhindert seien, die Ueberwachungstätigkeit auszu- üben.„Die 64 gewerblichen Berufsgenossenschaften, bei denen technische� Auffichtsbeamte im Jahre 1916 tätig waren, haben Prüfungen und 4236 auf die Kontrolle der Rentenempfänger sowie out andere Dienstgeschäfle. Bei der Baugewerksberussgenossenschafl und der Tiefbauberufsgenossenschaft sind insgesamt in den als re- visionsbedürftigen Betticben— das sind 42 622 in das Betriebs- Verzeichnis aufgenommene Betriebe und 3289 angemeldete Eigen- baubetriebe, zusamnien 43 911 Betriebe— 82 989 Revisionen ausgeführt worden. Bei den übrigen Berufsgenosienschaften sind von 477 748 als vorhanden nachgewiesenen Betrieben 62 943 revidiert worden.' Es ist also die bedauerliche Tatsache zu konstatieren, datz trotz der gesteigerten Unfallgefahr die Zahl der revidierten Betriebe sogar erheblich gesunken ist. Vor dem Kriege wurden etwa 29 Proz., 1915 nur 11 Proz. revidiert. Wenn von 477 748 Betrieben nur 62 943 revidiert wurden, so kommt auf noch nicht ganz neun Be- triebe nur eine Revision pro Jahr. Das ist gänzlich ungenügend. Wenn es bei den Baubetrieben günstiger aussieht, dann ist das nur Schein, da sich die Zahl der Bauten keineswegs mit der Zahl der Betriebe deckt. Das Verhältnis wird hier nicht günstiger sein als bei den anderen gewerblichen Berufsgenosienschaften. Befremdend wirkt dabei der Hinweis auf die eingezogenen Revisoren. Solche Einziehungen müßten verhindert werden. Es ist bekannt, dast das Reichsversicherungsamt seine schützende Hand über andere Angestellte der Berufsgenosienschaften gehalten hat, die viel leichter zu ent- behren sind als die technischen Aufsichtsbeamten, deren Aufgabe es ist, Gesundheit und Leben der Arbeiter zu schützen. Also: mehr Revisoren und mehr Revisionen, das ist die Lehre, die aus dem Bericht des Reichsverficherungsamts gezogen werden mutz. Der deutsche Arbeitsmarkt im April 1917. Im Monat April ist wiederum eine Steigerung der Beschästi- gung eingetreten. Die im Maiheft des„Reichsarbeitsblatt' ver- öffentlichten Berichte ergeben, zusammengefaßt, folgendes Bild. Im Bergbau- und Hüttenbetrieb wurden zmn Teil Steigerungen des Absatzes dem März 1917 wie dem April 1916 gegenüber erreicht. Auch in der Metall- und Maschinen- i n d u st r i e, die nach wie vor aufs lebhafteste tätig sind, find weitere Erhöhungen der Arbeitsleistungen festzustellen. Aehnliches gilt für die elektrische Industrie, wie zum Teil auch sür die ch e m i s ch e Industrie. Im Bekleidungsgewerbe zeigt sich im großen und ganzen keine Verschiebung der Verbältnisse. Auf dem Baumarkt machen sich nur vereinzelt Verbesierungen bemerkbar. Die Nachweisungen der Krankenkassen ergeben für die am 1. Mai 1917 in Beschäftigung stehenden Mitglieder dem 1. April gegenüber insgesamt eine Zunahme um 232 366 Be« schättigte oder um 2,93 Proz. sgegenüber einer Zunahme der Be- schäftigtenzahl um 1,17 Proz. im Vormonat). An der Zunahme der Beschäftigten sind die Männer etwas stärker als die Frauen und Mädchen beteiligt. Die Zunahme der männlichen Beschäftigung be« trug 118 786 oder 3,91 Proz.(gegenüber einer Steigerung um 1,94 Proz. im Monat zuvor). Nicht ganz so groß ist die Erhöhung der weiblichen Beschäftigungsziffer. Sie stellte sich am 1. Mai auf 113 679 oder 2,83 Proz.(gegenüber einer Zunahme um 1,39 Proz. im Vormonat). Daß die Zunahme der männlichen Beschäfttgten größer als die der weiblichen war, ist um so bemerkenswerter, als neuer- dings(seit dem 1. März d. I.) die Anzahl der in Beschäftigung stehenden Frauen und Mädchen bei den an das„Reichsacbeitsblatt' berichtenden Krankenkassen, die ungefähr sieben Zehntel der gesamten Mitglieder- schaft aller deutschen Krankenkasien umfasien, etwas größer ist als die Zahl der beschäftigten Männer. Zu berücksichtigen ist bei der Beurteilung der Bewegung der männlichen Beschäftigtenzahl. datz die Kriegsgefangenenarbeit in den Ergebnissen der Krankenkasien- statistik nicht einbegriffen ist. Ein Teil der Zunahme der männlichen wie der weiblichen Beschäftigten am 1. Mai geht auf den Einttitt der schulentlassenen Jugend ins Erwerbsleben zurück. Es macht sich aber auch dem Vorjahre gegenüber eine Steigerung des Wachstums bemerkbar. Nach den Feststellungen über die Arbeitslosigkeit in 36 Fachverbänden, die für 836 131 Mitglieder berichteten, wurden Ende April 8742 Arbeitslose oder 1 Proz. gegen 1,3 Proz. im Vor- monat ermittelt. Die Arbeitslosenziffer ist' also abermals gesunken. Sie stellte sich im Berichtsmonat gegen den April in den drei vor- hergehenden Jahren wesentlich niedriger, da sie 1914 2,3, 1915 2,9 und 1916 2,3 Proz. betrug. Gerichtszeitung. Das heimlich abgehobene Sparkassengeld des Angesteltr». Leute, die Kautionsstellungen suchen, glauben besonders sicher zu gehen, wenn sie die Kaution nicht in barem Gelde, sondern in Form eines Sparkassenbuches hinterlegen. Welche Vorsicht aber auch bei derartigen„Hinterlegungen" geboten ist, zeigte sich ge- legentlich einer Verhandlung vor der 3. Kammer des Berliner auf mannsgerichts. Die beklagte Firma M. Lenz u. Co. suchte für eine Zigarrensiltale durch Inserat eine Angestellte mit Kantton. Auf ein Angebot der Klägerin Frieda R., die sich bereit erllärte, 699 M. Kaution zu stellen, schrieb die Beklagte, Klägerin könne die Stellung haben,„die Kaution würde hinterlegt werden'. Die Anstellung kam auch zustande, und zwar„hinterlegte" Frl. R. die Kaution in der Weise, datz sie dem Inhaber das Sparkassenbuch ohne weiteres aushändigte. Bald nach Antritt wurde die Filialisttn durch eine Frau K., die auch schon schlechte Erfahrungen mit dem beklagten Unternehmen gemacht hatte, darauf hingewiesen, datz Vor- icht am Platze sei. Sie lief sofort zur Sparkasse, mutzte dort aber erfahren, datz ihr Guthaben bis auf einen Rest von 6 M. de- reits abgehoben war. Die Klägerin beantragte nunmehr einen Schleunigen Arrest gegen die Firma, dem auch vom Kaufmanus- gericht stattgegeben wurde. Dies Vorgehen veranlastte die Beklagte, die Klägerin sofort zu entlassen. Die Kautton hat letztere inzwischen zurückerhalten.— In der Verhandlung vertrat die Beklagte den Standpunkt, datz sie einen Angestellten, der gegen sie gerichtlich vor- gehe und einen Arreftantrag stelle, nicht länger zu behalten brauche. Auf die Frage des Richters, warum denn der Chef heimlich dos Guthaben der Gehilfin bis auf 6 M. abhebe, erwiderte die Ver- tvetertn, dazu seien sie berechttgt gewesen, denn sie hätten nach einer „Kautton in bar" inseriert.— Das Kaufurannsgericht hielt die Entlassung für unbegründet und verurteilte die Beklagte zur Zahlung von 77 M. Nestgehalt. Der Arrestatttrag wäre, so hcitzt es begründend, in dem Augenblick berechtigt gewesen, in welchem das Sparkassenguthaben zu Gelde gemacht wurde. Da? dürfe nie geschehet, datz das Eigentum eines anderen ohne dessen Genehm i- gung, wenn auch nur sür kurze Zeit, den eigenen Interessen dienst- bar gemacht werde._ Einseitige Acnderung der Arbeitszeit ist ungültig. Die Arbeitszeit kann während der Vertragsdauer nur in gegenseitigem Ettwer- nehmen geändert werden. I» diesem Sinn« entschied die 2. Kammer des Berliner Kauf mannsgerichts. Der Beklagte in dem betreffenden Prozetz, der Drogenhändler Oskar H., batte eine junge Gehilfin mft durchgehender Arbeitszeit von 8 bis 4Zi llhr engagiert. Nach mehrmonattger Tätigkeit bestimmte er, datz von nun an ge- teilte Arbeitszeit, und zwar von 8 bis 12 und 3 bis 7 Uhr, ein- treten sollte. Die Gehilfin, die wegen der Weigerung, sich dieser Arbeitszeit anzupassen, sofort entlassen wurde, hob hervor, datz sie nicht etwa aus bösem Willen dem Verlangen des Chchs nicht nachkam, die Neuordnung hätte vielmehr ihren ganzen weiteren Aus- bildungsplau über den Haufen geworfen, da sie von 6 bis 7 Uhr Unterricht in Stenographie und Schreibmaschine hatte.— Das Kauftnannsgericht sprach der Klägerin die geforderten 21 M. Rest- gehalt zu. Die einmal vertraglich festgesetzte Arbeitszeit müsse beiderseits innegehalten werden, sie könne weder vom Arbeitgeber nock, Arbeitnehmer ohne die Zustimmung des anderen Teils ge- ändert werden. Das Manko der Zeitungsfrau. Die Geschäftsleitung dcS„B e r. lincr Lokalanzcigers" hatte einer ihrer Botenfrauen 25 M. vom verdienten Lohn cinbchalten, weil die Frau ülbonnements- gelder in einer über diesen Betrag hinausgehenden Höhe nicht ab- geliefert haben soll. Daß die Gelder unterschlagen seien, wird nicht behauptet, das Manko soll lediglich durch Nachläfiigkcit der Botenfrau entstanden sein. Vor dem Gcwcrbegericht, wo die Frau auf Zahlung ihres Lohnes klagte, erklärte der Vertreter der beklagten Firma Scherl, die Botenfrauen feien verpflichtet, für die Anzahl der Exemplare, die sie bis zum Zehnten des Monats austragen, das Polle MonaiSabonnement zu zahlen, denn bis zum Zehnten-nüttzien sie die Gelder kassiert haben.— Ein in der Zeitungsexpedition er- fahrener Beisitzer bemerkte zu dieser Angabe, es könne doch den Botenfiauen nicht zugemutet werden, für die Gelder aufzukommen, welche nicht einzutreiben sind. Es sei eine alte Erfahrung, datz Abonnenten mitunter bis gegen Schlutz des Monats wiederholt- auf- gesucht werden müssen, weil sie beim Kassieren nicht angetroffen werden. Andere ziehen um, ohne der Zeitungsfrau davon Mitteilung zu macheu. So entstehen Ausfälle, für welche uian dock die Botenfrauen nicht haftbar machen dürfe.— Einen vom Vorsitzenden vorgeschlagenen Vergleich lehnte der Vertreter der Firma „aus Prinzip" ab.— Das Gericht verurteilte die Beklagte zur Zah- lung der geforderten 25 M., weil eine Aufrechnung gegen unpfänd- baren Lohn verboten ist._ Ms aller Welt. Luftpost Paris— Timbukt«. Der französische Fliegerleutnant Laurent ist mft dem-Mi- nisterium für Post und Telegraph übevetngekoimnen. einen Flieger- postdtenst von Paris über Algier und Salah nach Timbuktu einzurichten. Die einfache Luftfahrt wird 39 Stunden dauern. Das Gouvernement von Algier hat das Angebot angenommen. Eingegangene Druckschriften. vemerkunge» zum Reichsjugendwchrgesefc. Von Rudolt Leonhard. 1,59 M. Verlag von Heinz Barger, Berlin-Charlottenburg. Kurzer Prozetz. Von Dr. August Koppel. 3 M. Verlag von Rein- hold Kühn, Berlin LIV 68. TSildgemüse, Dee- und Heilkräuter. Von A. O. Klein und P. Ulseft. 89 Pf. Verlag Paul Parey, Berlin SW 11. Internationale Rundschau. Heft 6. 89 Pf. Art. Institut Orcll Füßli. Zürich. Geschichte« t>»« Ludwig Thoma. 3 M. Verlag Albert Laugen, München. Die Praxis des Baak- und Börsenwesens. Bon J. Steinberg.— Lessiug. Von Pros. Rich. M. Werner.— Die Alpe«. Von Bros. F. Machatschek. Je 1,25 M.— Die Schulpflegerin. Von A. Hösle. 89 Pf.— Zeitfragen deutscher Nationalerziehung. Von Pros. Men- man». Geh. 2,69, geb. 3,29 M. Verlag Quelle u. Meyer, Leipzig. Vriefkaften üer Redaktion. Dt« luristische Eprechstunde findet für Abonnenten Ltodcnstr. 3, t. Hof links, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Ubr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brteflaften bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merlzeichen beizufügen. Briefliche Arn- wort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AbonnementSauittupg bei- gefügt ist, werden»icht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrech- stunde vor. Verträge, Schriflstücke und dergleichen bringe man in die Sprech- stunde mit. N. F. 374- 1. Sie müssen sich für da§ zukünftige SIcuerjahr ein- schätzen. 2. Die Steuereinschätzung geschieht, da Sie im vorigen Jahre keinen vollen JahreßarbeitSverdieiiil hatten, nach dem gegenwärtigen, mut- maßliiben Einkommen.— Feldpostabonnemeut 52737. An daS preußisch e Juslizministerium.— H. I. 199. Wenn dieOperation lebens- gefährlich ist, lönnen Sie dazu nicht gezwungen werden.— I. T. Schi. 1. Heber die Berweiidung der Kantinenüberschüsse bestimmt der Borgcsctzle; sie sollen im Interesse der Mannschaften Vertuendung sinden. 2. Änden- straße 3.— Vorwärts 39. 1. a) Von der Krankenkasse, der Ihre Frau als Mitglied angehört, b) Außerdem keine, c) Ein Enlbindungsqcld in töhe von 25 M.: ein Wochengeld in Höhe de§ Krankengeldes auf die einer von 8 Wochen und ein Stillgeld für 12 Wochen nach der Nieder- kuttst. 6) Nein. 2. a) Staatliche, kommunale und Mietsunterstiltzuiig. b) 49 M. pro Monat und Mtctsbcihllse.— Schöueberg 49. Rein. — B. K. 87. Sie haben Anteil an dem Los.— H. N. 33. 1. Versuchen Sie es mit einer Beschwerde an den Landral des Kreises Teltow m Berlin, Vikionastr. 17/18.— 599 91. C. Nein.— M. T. 333. Wenn der Bewag über 199 Mark ist, muß Kündigung crsolgcii.— B. 8. Der Ausenihalt doft ist freigegeben'; Sic mÜTstm aber von Aorcr örtlichen Polizeibehörde ei» Führungs-utest cmfordeni.-—(5. I. Jiircn Schaden müssen Sie bei der Firma Kahlbaum anmelden.— R. W. 1889. In Ihrem Fall wird die Extraunterstützung nicht gezahlt, da Ihr Verdienst höher ist als Ihre srüheren militätischen Bezüge und die Kttegsunterstützung sür Ihre Familie.— D. F. 213. Darüber ist noch Icmc Bestimvning gettoffe»._ vSetterauSsiebteu für da« mittlere Norddeuticklauv bis Freitag mittag. Em wenig kühler, vielfach wolkig, ohne erhebliche Nieder- schläge, strichweise Gewitter. OentSEher letallartelter-YerliaiiiJ Verwaliungtstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maschinen- arbeitet Martin Kaczkowski Beusselstt. 72, am 28. Mai gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 2. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Leichen- balle des Reform.-Südwest-Kirch- hoses in Stahnsdorf aus statt Rege Beteiligung wird erwartet. De« Kollegen ferner zur Nach. richt, daß unser Mitglied, der Schlosser sodann Klima Wrangelstr. 198, am 28. Mai gestorben ist. Die Beerdiguug findet am Sonnabend, dm 2. Juni, nach- mittags 3'/. Uhr, von der Leichen- balle des Emmaus-Kirchhoses in Neukölln, Hermannstt.. aus statt Rege Beteiligimg wird erwartet. De» Kollegen ferner zur Nach- ftcht. daß unser Mitglied, der Schmied Lnchvix Moslack Wrangelstr. 76, am 26. Mai geftorbe» ist. Di« Beerdigung findet am Donnernstag, dm 31. Mai. nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- halle deS St. Michael-Kirchhoses, Marimdorser Weg, auS statt. Rege Beteiligung wird erwaftei. Kachrafe. Den Kollegen zur Nachricht, dast unser Mitglied, der Dreher l�udolk Kesten Malplaquetstr. 18, am 25. Mai gestorben ist. Dm Kollegm serner zur Nach- ftcht, daß unser Mitglied, derDrehcr Heinridi Simon Weißcnscc, Langbansstr. 29, am 27. Mai gestorben ist. Ehre ihre« Audeukcu k 176/11 Die Ortsverwaltung. Am Freitag, den 25. d. Mls., abends 19 Uhr, verstarb noch kurzem Seiden mein lieber Manu, unser guter Vater, der Tischler Johann Siede im 65. Lebensjahre an Lungen. mtzündung. l.'463b Dies zeigt tiefbctrübt an Frau Anna itiiode nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Frei- tag, dm 1. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Halle deS neuen Jalobi. Fftedhojes, Hermann- | straße, aus statt HemesWerke z Bände S Blort- Buchhandlung Vorwärts vezimonn'! moermiizlulii GriSBte AnawahL BUligete Preise. L MehrenstrsB« 37« nColonnaden) IL Er. Frankfurter Str. 115 (nahe Andreassir.) «■swthlstednngen aofert Amt Zentrum 7890. loeirtag 12—2 Uhr geenitet »SlatvvlecA'' dS SbctocA/-JtaoflVjjeldcA/ 15 tPfa �inf(tan i1' Z. Kostüme wasserdichte Mäntel, Röcke. Wintermäntel, neueste Formen, beste Stoffe, gibt an Private Dameumäutelsabrik »llsbl,«rauseustratzc 39, Dönhossvlatz. Sonntag 8- 10 geäifn. Kostüme aas prima Ktofien. Große Auswahl in allen Größen! Wasserdichte Mäntel, alle Farben and Gröben. Kostümröcke In Wolle nnd Seide. ■■ Koxtüme Seideiips Jacketts Fabriklager. Verkauf an Private. Michaelis auerstraße 80, 1 neben Konzerthaus. L�Beschlagitahmefrete 1/i'VB Scktkotkc bi- 25 Pf. 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Z.)(Nachdrua verboten) AI Z0 42 568 620 1032 76 267 322(500) 460 62 646 948 2137 233 44 404(600) 29 48 47 99 670 707(1000) 624 SO 62 »02 95 8044(6001 69(600) 169(500) 73 82 228 417 97 664 719 81 853 94 4057 157(1000) 68 582 701 16 872 80 5 098 162 262 64 403 636 787 94 817(1000) 904 17 23(600) 80 6063 168 314 64 65 407 670 894 919 80(1000) 7134 82 444 713 25 820 902 8083 116(600) 643 81 92 720»114 64 209 691 94 714 70 10162 213 691 786 826 81 11296 316 61 839 93 1 2186 313 603 606 794 627(1000) 34 972 1 3019 82 104 84 265 499 617(3000) 63 66 877 1 4088 143 65 440 609 606(1009) 91 801 15184(1000) 96 218 55 316 33 46 90 626(500) 673 83 90(1000) 693 910 49 61 70(3000) 18136 261 672 671 805 1 7020 90 97 380 437 1 8143 82 97 411 16 95 643 1 8034 101 79 288 484 714 2 0016 226 654 632 82 713 830(1000) 87 935 21042 87 92 108 33 83 278 339 608 89 743 819 48(600) 2 2062 61 221 389 698 611 737 915 2 3025 75 191 236 324(3000) 412 624 851 24089 195 244 432 87 637 747 63 91 811 13 987(600) 2S035 221(600) 27 93 407 681 694 881 993 2 6423 640 617 32 40 48 621(600) 46 902(1000) 36 96 2 7 466 635 620 68 840 28277 317 602 782 89 846 20166 91 298 412 601 942 3 0 085(1000) 126 441 657 600 22 37(600) 80(600) 981 81010 161 368 426 636 731 39 76 867 82115'600) 351 625 64(3000) 858 69 83 8 8023 49 163 64 202 324 414 74(600) 623 631 797 951 8 4062 88 114 20 31 66 84 273 388 87 466 646 765 826 38 964 94 8 5 066 73 329 83(1000) 433 67» 96 (600) 661 8 8020 88 110 236 76 316 78 468 640 76(3000) 66 618 757 810(600) 923 3 7090(3010) 138 99(600) 38182 373 624 729 66 818 996 8 9304 638 66 867 81 906 49 «0331 653 721 003 46 934 41053 62 313 418 38 691 620 (3000) 49(1000) 722 27 660 4 2019 382 665 4 8335 413 19(600) 776 895 97 938 4 4034 160 365 435 623 678 715(500) 61 80 854 45234 335 616(600) 69 746 834 45 63 939 43 4 8032 142 60 255 613 88 713(1000) 32 952 4 7137 219 378 442 45 513 38 626(1000) 79 826 4 8036 39 103 93 295 643 750 816 31 66 903 60 4 9267 713 93(600) 96 932 79 99 50033 128 477 84 819 42 992 51043 69 146 766 950 68 6 2004 68 72 217 372 462 682 629 68 734 831 5 3343 65 746 61 932(600) 73 6 4 006(600) 295 344 721 937 5 5034 351 400(500) 606 814 997 6 6075 78 88(600) 462 744 84 962 6 7 057 145 86 410 64 617 613 8 8146 375 486 730 6 9034 45 146 269 351 66 422 539 650 731 32 009 969 69090 113 34 625(1000) 42(600) 92 838(500) 61119 (500) 271 429 42 44 601 64 833 914 6 2210 362 62 794 913 C3133 97 361(1000) 81(600) 440 616 77 693 6 4032(10001 126 374 687 610 666 87 6 8078 247 97 452 516 709 883 88140 346 452 619 691 779 931 6 7042 72 121 632(1000) 708 6 8025 103(600) 40 227 44 653 69 715 6 9108 23 30 532 649 7 6210 333 70(3000) 427( 600) 45 680 747 060 916 71010 404 80(1000) 91(1000) 641(1000) 709 99 902(1000) 7 2307 16 69 402(600) 4 61 520 31 001 961 69 93(600) 7 3026 313 73(600)«91 93 862 7 4269 71 70 401 600 26 26 715 909 /SM« 66 62 236 332(600) 46(1000) 480 616(3000) 765 72 J;!4 7 8000 127 66 213 36 61 605 69 640 772 893 7 7063 i», 1I2P iSJ42 301 647 82 726 923 93 98 7 8134 83(500) 331 ono»?9-024 73 121 37<ö°0> 66 88<1000! 340 481 666 924 80200 72 463 623 68(600) 676 702 78 847 81017 139 -LS™fv„?'.Ä00' 406 12 19(soa> 37 60 601 70 731 824 347 73 8 3006 491 625 90 610 23 890 934 46(oOO) 84021 48 64(600) 238 63 371 78« 908 89013 112 239 256 441 769 84 8 8017 189 294 868 84 8 7119(3000) 60(3�° L™ 460 675 703 67(600 1 88227 475 614 63(3000) 63 76 782 887 8 9054 68 115(1000) 226 30(1000) 94 301 91 416(1000) 668 701 17 814 4' 90187 496 666 671 91070 83 93 236(3000) 61 642 784 91 877 9 2040 672(600) 93 96 602 733 843 65 8 8321 49 61 427 620 756 91 860 97(3000) 980 9 4214 69 465 701 821 987 95012 82 384 489(600) 648 64 882(600) 934(600) 96122 242(600) 68 89 302 424 634 61 781 804 9 7026 76 82 230 (1000) 441(600) 91 634 886(1000) 800 38 40 046(3000) 98026 146 47 268 461 68 703 36 38 89162 481(3000) 583 668 769 872 199008 182 448 49 65 8 939 191010 26 30 194 207 44 09 (600) 464 76 837 942 1 0 2247 83 306 508 70 95 626 64 810 61 910 1 0 3269 402 78 660 66(3000) 774 931 104014 165 322 (3000) 603 6 1 9 5008(1000) 148 79 226 63 64(600) 367 84 813 10 6079 109 201 67 87 316 47 490 662 817 97(600) 107066 «40 85 632 65 664 69 766 961 63 1 0 8023 29 119 60 81 243 440 674 767 930 1 69000 636 767 843 97(1000) 938 110141 64 286 60 460 714(1000) 860 971 1,1144 23S 88 89 94 666 628 68 766 836 112078 134 68 81 276 96 361 773 80 113053 208 839(1000) 401 676 680 760 838 114019 363 424 660 733 986 115140 61 99 672 684 782 036 933 96 97 116342 675 853 937 82 92 117031(1000) 218(600) 17(600) 331 469(600) 660 76 736 97 84? 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Nachmittaglziqmig»cm 29. SM:»i, St». 32 1«S ist mit 600 M. geiosta. 9. PreiWsch-Küddeittsche (235. Konigt. Ureng.) Klassrniotterie 5. Klaffe 18. Ziehungstag 30. Mal 1917 Nachmittag Ans jede gezogen« Nnnimer sind zwei gleich hohe (Scwinne gefallen, und zwar je etuer auf die Lose gleicher Nummer i» den beiden Abteileingen I». II. Nur die Gewinne über 240 M. sind w Klammern betgefügt. (Ohne Gewähr«. St.-A. s. Z.)(Nachdmck verboten) 304 10 81(500) 416 22 76 641 66 76 602 ,339 443 72 664 87 761 93 862 2034 93 113(600) 261 304»6 456 883 717 39 860 76 3006 133 66 296 480(600) 679 763 390 92 430 33 96«172 257 384 08 491 618 740 877 927 48 SI32 332(600) 614 716 (3000) 62 877 8 063 66 110 36 73 2)4(1000) 49 302(600) 85 (600) 692 7073 321 426 54 8017 26 118 48 76 203 350 61 97 621 637 938 69 9104 19 49 78(10001 309 460 73, 90 94 998 16684 226(500) 28 31 38 399 649 891 967 11062 71(1000) 184 403 624 45 647 716 24 831 12197 222 59 414 787 1 3176 250 690 799 1 4011 80 339 46 621 766 1 5176 359 464(1000) 609(600) 742 851 914 1 6121 319 427(600) 63 93 653 642 948 (10001 66 1 7129 43 60 74 80 239 41 671 72 670 729 861 908 67 1 8365 610 695 734 864 911 83 19649 130 497 846 903 64 2 6027 43 102(3000) 463(600) 652 69 965 21021 104 17 38 65 292 600 821 904 2 2036 66 169 233 496 687 2 3000 28 66 108 21 40 459 632(3000) 667 70 973 90 2 4006 303 30 424 (3000) 36 638 46(600) 71(600) 914 2 5170(3000) 266 378 85 646 73 650 77 700 48 998 2 0120(3000) 206 309 498 861 905 2 7082 92 200(600) 20 307 408 33(600) 48 76 647 81 777 874 (3000) 922 27 84 87 2 8112(600) 281 331 61 70 411 41 42 666 833(3000) 2 9 005 71 167 303 769 849 3018b 216( 600) 310 34 698 1600) 617(1000) 892 81116 72 228 448 633 612 31'600) 62 70 84 98 944 66(3000) 8 2 069 171 203 328 426 99(3000) 663 776 677 916 67 3 3071 336 (500) 56 601(3000) 58(600) 8,6 987 3 4101 246 997(500) 3 5006 63(600) 71 229 360(600) 637(1000) 618 3 8 071 226 364 406 9 74 637 708 28(1000) 42 92 876 85 916 8 7100 61 219 409(500) 629 666 BIS(1000) 64(1000) 39161 69 2?1 328 523 687 852 3 8 021 78 131 66 218 88 322 46 412 79 612 70 70 717 0 000) 66 943 46027 167 92 281 448 76 631 36 737 TS 41061 M TO 296 871 448 91 607 797 832 69 4 2 064 110 211(600) 948 48111 32 248 93(1000) 388(1000) 503 637 856 089 44105 67 413 602 844 934(3000) 4 6 090 187 231 49 91 680 706 4 B011 72(600) 113 250 325 429 876(1000) 929 49 4 7 021 103 34 360 616 703 619 936 60 4 8301 60« 42 742 805 63 4 0 013 100 62 241 91 676 624 56062 213 332 662 939 747 87 833 81246 411«1 89 626 9,6 89 6 225 680 774 821 56 923 28 6 3069 228 97 428 87 996 6 4062 210 81(500) 639 5 5061 133 63 75 232 342 63 409 24 698 723 39 957 6 6019(1000) 23 29 62 130 87 380 72 76 485(500) 605(500) 73, 81(1000) 900(3000) 6 7256 722 883(600) 942 45 99 5 8099 147 253 66 330 83 653 681 770 894 6 9136 210 78 333 44«(1000) 736 846(1000) 72 79 923 49 611027 220 391 696 867 92 960 61033 39 114 23« 608 708 62100 18 224 365 413 71 923 64 6 8136 743 889 8 4 289 620 64 612 6 6162 64 89 93(600) 332 660 63 780 911 0 6058 127 446 692(1000) 948 6 7 078 93(600) 637 629 30 6 8039 101 267 74 81 303 60 88 97 433 742 892 943( 600) 97 0 9181 227 30 440 48 709 44(600) 858(600) 61 931 89 7 6041 235(3000) 64 301(600) 25 43 6«(600) 543(1000) 68 895 911 12 15 91 71027 220 74 310 43(1000) 67 406 646 67 936 7 2 023 69 80 292 305 36 409 93 94 629 69 742 70(600) 822 7 3097(600) 282 84 330 574(6000) 613 65 888 903 74168 256 64(600) 625 90 983 7 5 037 379 418 65 604 18(1000) 602 44 974 7 6063 180 382 613 662 704 807 983 7 7)18 49 277 68 388 671 82 646 81 73188 231 66(600) 318 21 67«68 581 619 7 9039 240 99 326 429 38 89 727 77 956 80006 806(600) 31 430 690 640 42 90 Ol 787»U»78 81086 ,322 447 669 39 47 604(3000) 873 92 956 0 2118 229 (1000) 92 312 613 611 41(600) 749 94 916 8 3006 31 42 120 65(600) 210 323 618 609 851 64144 316 22 80 656 829 85271 89 325 495(10001 546 689 8 6 074 170 96 320 26 53 78 466 604 9 24 75 94 948 8 7030 33 113 583 603 832 8 8077 118 49 649 690 852 928 8 9011 94 166 339 98 433 94 620 656 704 96 90002 203 624 629 787 810 929(1000) 91083 223 490 630 799 832 925 87(3000) 92131 39 309 90 618(3000) 96 729 80 9 3006 63 260 387 421 32 612 743 66 816 918 9 4 218 68 348 719 801(600) 0 6089(3000) 117 34 85 94 650 627 711 837 96141 248 313 23 601 726 30 610 990 9 7 032 330 471 79 98 669 97 601 60 763 063 63 68 94 8 8162 63 403 619 623 782 959(1000) 74 9 3038 244 598 646 991 180092 IIS 226 69 386 444 603 7 689 707»04 101161 436 628 656 894 988 102110 68 268 828(600) 63 461 640 688 74« 169034(600) 235 445 608 630 841(1000) 91 902. 164023 123 29 67 312(600) 20 733 920 1 0 5216 61 66 463 669 708 (1000) 24 822 26 919 65 1 6 6016 25 65 71 140 223 52 301 11 605 42 783 800 904 1 07196 336 419 095 635 75 771(1000) 801 10 6031(lOOd) 20« 616 797 686 965 1 0 9032 326 63(600) 619 63 69 72 81 981 110041 143 71 2,0 63 381 617 38«» 728 1,1318 432 689 112071 84 166 213 338(1000, 403 91 672 676 832 113129 76(600) 83? 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202 477 606(600) 60 734 993 2 06132 344 82 845 61(6S0) 2 0 7310 616 749 813 16 801 64 2 0 8621 77 101 6 677 82 632 604 209037 49 69 65(600) 70 622 663 813 42 973 21 0117 249 56 684 335 46 99 984 211X42 493 500 30 38 610(1000) 822 46 77 934 212046 67, 66 385 639 61 64 803 213020 241 SO 663 800 9 16 975 93(600) 21 4116(600) 72 214 60 478(500) 740 910(3000) 90 21 5079 86 203 28 4)4 844(3000) 005(1000) 95(1000) 21 6043«13 660 82 6)9 29 21 7236 76 82(500) 341 460 536 88 622 78 787 67 812 58 210125 282(1000) 88«73 862 79«(500) 21 0009 199 315 16 463 611 692 703 052 220088(4000) 186 2» 80 TT 789 961 221052(30001 141 fSOOO) 71 22 2112 211 642 64 90 670 770 035 22324,(19001 3,9(3000)«63(1000) 640 683 7«6 803 B34(600) 22403, 99 134 72 376(600)«60 530 802(1000) 22 5677 641 707 67 912 18 97 220099 194 266 69 366 686 86 616 22 977(1000) 227195 2,4 61 63 64 559 66 642 956 2 20143 74 391 607 677 835 936(1000) 38 22B185(600) 221 6« 97(1000) 617(1000) 68 60(6000) 693 815 18 984 230026(1000) 269 86 315 ,53«7 810 662 PI» T, 231214 72 S,7 ,21 609 794 230438 66 634(600) 683 700 800 16 903 7« 34 288367«46 637 761 801 970 71 Z-utrum: Albert Hahnisch, Acherstt. TTi,«n Koppenplatz. „ J-"" 11— und von 414-7 Uhr. 2. Wahlkreis: S. und SW.: Gustav Schmidt,«Srwaldftr. h« Gneisenaustraße. Geöffnet von 11— lü und von 4V4— 7 Uhr. 3. Wahlkreis: St. Fritz, Prinzenstr. 51, Hos rechts pari. Geöffnet von 11—11)6 und von 414—7 Uhr. 4. Wahlkreis: Osten: Robert Wenge!». Markusstr. 50. Geöffnet von 11—114 nnd von 414—7 Uhr.— Karl Melle, Petcrsvnrger Platz 4(Loben). Geöffnet von 11—1% und von 4)4— 7 Uhr. 4. Wahlkreis: Südosten: Paul Böhm, Lausitzer Platz 14/15. Ge- öffnet von 11—114 und von 414—7 Uhr. 5. Wahlkreis: Leo Zucht, Jmmanellirchstr. IL(Hos). Geöffnet von 11—114 und von 414—7 Uhr. C. Wahlkreis(Moabit): Solomon Joseph, Wilhelmshavener Str. 48. Geöffnet von 11—114 und von 414—7 Ubr. Wedding: I. Hönisch. Müllerstr. 54a. E-ke Utrecht« Straße(Laden). Geöffnet von 11— 114 und von 4>4— 7 ubr. .-~-•- Wolgast, Wattstr. 9. Zeitungs-Ausgabestellen und Ins eraten-Annahme. Geöffnet Geöffnet von 11—1)4 Ge- Rosenthaler und Oranienburger Borstadt: A. Geöffnet von 11— 114 und von 414— 7 Uhr. Gesundbrunnen: Fischer, Bastianstr. L(Laden). und von 4)4— 7 Uhr. Schöubauser Vorstadt: Karl Mars. Grcifenhagener Straße 22. oftnet von 11— W und von �14— 7 Uhr «dlershoi: F e u e r st e t n. Brsmarckstr. 82. »l,.-Glienicke. Failcaberg: Wilhelm Dürre. Friedrichstr. 46. Baumschulenweg: Karl Köpke. �efholzstr� 179 ver»a«. Röktaeatal Zepernick, Schouow, Schöubruck und Buch: Heinrich Bröl«. Mühienstr. 5(Laden). .Paradies'. heim« Straß« 1. Ge- Bohnsdorf: Horlemaun, Genof llharlottenburg: Gustav Scharnber öffnet von 11— 114 nnd von 414— 7 Uhr. Eichwalde. Schmöckwitz. Zeuthen, Wi«»dors: Oskar Mahle, Grünau« Straße 37.„. Fredersdors-PeterShaqem Stellmacher. Petnshage«. Friedenau. Steglitz. Süd-nde: H. Bernsee, Steglrtz, Monmstenstr M Friedrichshagen. Fichtenau, RahuSdorf. Schoneiche. Klei». Schönebeck: Ernst Werkmann, Friedrichshagen, Kopemcker Straß« IL. Grüna«: Franz Klein, Friedrichstr. 10. �_ Johannisthal, Rudow: Max G o n s ch u r, Parkstr. 25. Karlshorst: Hermann Billing, DönhoUtr. 2S. Königs-Wusterhausen, Wildau, Niederlehme: Friedrich Danman», Luckenwalder Straße 5... � Köpenick: Emil Wißl-r, Kietz« Straße 6(Laden). Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends L Uhr. Lichtenberg I, Friedrichsfelde, Hohenschönhausen: Otto Serkel, Warte»- bergstraße 1(Laden). Geöffnet von 11— 1)4 und von 4)4— 7 Uhr. Lichtenberg II, Rnmmelsburg. Stralan: A. Rosenkranz, Alt-Box- bogen 56. Geöffnet von 11— 114 und von 414— 7 Uhr. Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf: P. Heßberg, Kaulsdorf, Ferdinand- straße 17. Marlcndorf. Marieuselde: Aug« st Leip, Ehausicestr. 29. Rculölla: M. Heinrich, Reckarstr. 2(Laden). Geöffnet von 11— 1)4 und von 414—7 Uhr. Neukölln-Britz: Rohr, Siegfriedstr. 28/29. Geöffnet von 11—1)4 und von 4)4— 7 Uhr. RIederschöueweide: Wilhelm Unruh, Brückenstr. 10, n. vlanlenkmrg: Nowawes: Karl Krähnberg, Gisenbahnstr. 10. Obcrschöneweide: Ida Frei dank, Bismarckstr. 25, I. Pankow, Niederschönhaujea, Nordend. Frallz.-V«chh«li. R i ß m a n n, Pankow, Mühlenstr. 7V. Reinickendors-Ost, Wilhelmsruh und Schöicholz: P.«nrsch. Provinz« straße 56(Laden). Geöffnet von 11— 1)4 und 414— 7 Uhr. Schenkendorf bei Königs-Wnsterkanfe«: Ehr. Hanschke, Dorfftr. KV Schöneberg: Wilhelm B a M»» l e r, Meininger Straße 9(Laden). Geöffnet von 11—114 und von 414—7 Uhr. Spandau, Nonueudamm: Ernst Bär, Moltkestr. 7. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends. Tegel, Borsigwalde. Wittenau, WaldmannSlust, HermSdorf, Soheo-Reuen. dorf, Birlenwcrder, Freie Scholle rmd Reinickendorf-West: Paul K i e n a st, Borsigwalde, Räuschstr. 19. Geöffnet von 11—114 und von 414—7 Uhr. Teltow: Pfeifer, Havelstr. 5. Tcmpelhos: Ru d. Ueckermann, Kaffer-Wilhelm-Straße 74. Treptow: Rod. Gramenz. Kiefholzstr. 412(Laden). Geöffnet vo« 7 Uhr morgens bis L Uhr abends. Weißensee, Seinersdors: G« st. Roßkops, Verlrner Allee Ii. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhelms« aue 27. Zosien: F r. R a t s ch, Berliner Straße 24. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftliche« Werke werden geSefcrt emnrtngs find die Ausgabestelle» geschloffen. Direktion Max R einherdt, Oeatactaea Theater. TV, Uhr: FiBaro» HeekzeH. Freitag 7>/,; Familie Sehimak. Kammeraplele. ; Faacblnc., Freitag; Faaehlnf. VolkabUhne. Theat. a.Bllewpla(z. Untergrundb. Schönhanser Tor. x: Elffa. Freitag 71/,: SammaraaoMatrum. Dir. C. Meinhard— R. Bernaoer. Theater i. d. Königgrätzer Str, & Uhr:(üchnlteler- Abend. Komödienhaus 73;,; Die verlerene Teehter Berliner Theater Uhr: Die teile Kemted. -Theater. TV» Uhr; Madame Lej�roa. Freitag rum I.Male: � lobe. Sonnabend: Xlobe. Stntseb. Künstler-Theater. 7l/»Uhr; Der E*robepteiI. Freitag: Der Probepfell. URANIA 8 Uhr; Tirol einsl und jalzt. Rose»Theater. vi, Uhr: Der Mann seiner Iran l'bieater tür Voanerstax,«lea 61. IWai, Drntaehea Opernhana t ubr. u Tri? I»li. Friedricb-Wllhclnatldt, Theater. 7'/, uhr: Das Oreimadsrihaus. Ciiebr. Hcrrnleld-Thenter. 7*/, u.: Das Pensionsschwain. Kleines Theater - u: Mi im SelmilKDioeiL Komische Oper iVm£.: Die Dose Sr, Majestät. Lustspielhaus 7«', Uhr: Die blenden ZI Adele vom Idndenhel. FI elrepol-Tbenter "'ijUbx: Dia CzamaslMn. NltlOllL-THElTEX Auf allgemelaet Verlaaie«! MDgeHMllWm PeFe in-t Gciang u. Tanz in Z illt. Musik von Walter Bramme. IS2S~ Oiröhtee Lachersola!-MG Neues Operettenhaus Sohilfbd. a. Kassentel. Korden 281 Tv.u.; Der Soldat der Marie. Realdenx-Ttaenter z't.Mde: Der Leibgardlst SchlUer-Thenter O -•/.inirTraumuIus. Schlllep-Th. C'harlottenb. vuvhr: Kammermusik. Thnlin-Theatcr Letzte Vorst. 2öL>un.:DasVagabuntlenmäd8l. Thratci- am Mollendortpl. 3'/, Uhr: Zopf and Schwert 7«/, u.: Die Gulaschkanone. Thentcr de» Weatcn* 7v,u.: stolze Thea. Trlnnon-Thcater 8 uhr: Die Hochzeitsreise Caslno- Theater Lothringer Str. 37. Täglich 71/, Uhr. Heute zum lebten Male: Venn's MaiiQfterl veht und das gross Mai. Programm. Ad J. 311*1 a-schsosse». «iedererdsfnung Mitte«ngaft. Letzter Tag 6n*t»plel MeUen'a Künstlcraplele Rudolf Nelson Käte Erholz Trude Troll Kurt Fuß Ena Albcrti and Trade Dusedann sowie die 12 Spezialität, d, Maispielplans Skafosi iiiiW i'M-jga Anfang 7'/, Uhr: Heute Donnerstag: Elnmaltggca Gaetaplel von Isabella und Rut Schwarzkopf mit ihrem Ballett. Ab 1. Juni: das neue Varietd-Programm. Reiebshallen-Theater. Stettiner Sänger. Cabaret „Feld- grau" Ansang 7Vi Uhr. Berliner Prater-Thealer Kastanienallee 7—9. Heute: Aha— famos! ®toBt AuöstattungS- Opereltenvosse in 3 Alten mit Gesang und Tanz. Vorher das grolle Varietiprog ramm. Slniang i'l, Uhr. � Admirals-Palast. Abrakadabra großes phantastisches Ballett auf dem Else. Angenehmer kühler Aufenthalt 7'U Uhr. Vorzügl. Küche. Walhalla-Theater. Einmalig. Gastsp. Ferdinand Bonn Zum i. Maie: Zigeuner. Zii'kuz-Vsi'jele k. Schumann Am Bahnhof FriedrichstraCe. Rauchen gestattet. Kühler Aufenthalt. Donnerstag, den 31. Mai 1917, abends 8 Uhr: Zum 2. Male: „Halali« Parforce-Sohnitzeljagd. Vorher: I ntztmalig. Auftreten d. Maj�Spezialitäten nRvcfn" -oaÄtit » svjertm L2°°°i hat «5 trat �9°Zgen s i**a0ä3 t|C 3Ur�OCR-KOOOT». 61»« Uhr:- D-l 6�. rznelfl YS Be f Die Kasse ist ab 10 Uhr geßffnet V oigt-Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Unsere Don Juans. Große Variete-Vorstellung Ans. 5 Uhr im Garte». Ans. 5 Udr Spezfat-Ilrzt Dr. med. Hasehe, Friedrichstr. 90 gÄÄ BehandL von 8yphilis, Haat-, Harn-, Frau enl cid., fpcj. thron. Fälle. Ehrtich-Hata-Kuren, schmerz. lose, kürzeste Behandlung ohne Be- russstörung. Blutuntersuchung. Maß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden ll>— 1 und 5—8,®onnt. 1t— 1. _ Krömer's Erfrischungs-Getränke Himbeer- Extrakt Zitronen- nnd H a 1 w c 1 n- E x t r a k t Liter 1.75 M. Mit Wtssar verdünnt, ergeben die Extrakte eine bepp- licbe, stiBe Limonade. Kein Zucker erforderlich. Auch zur Bereitung von Speisen bestens geeignet. Ein Glas dieser prächtigen Limonade stellt sich auf kaum 2 Pf. Es wird höfl. gebeten, möglichst Gefäße z. Abfüllen mitzubringen. H. 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Mitten in Kriegswut und Friedensdrang, mitten aber auch in den ouisieigenden Gang demokratischen Wollens fällt Georg Herweghs bundertster Geburlslag. Ein Feuerzeichen baben den Dichter die Unzähligen genannt, die vor drei Vierleljabrhunderten in seinem Wort ihr Zeitempfinden mächtig ausgedrückt sühltem Der Sprecher eines neuen Geschlechts, der vorwärts und durch wollte, ist er gewesen, ein Zünder und Ver- künder! ein Wecker, Sammler und Mitreiher. Höchste Triumphe baden ihm geblüht, aber tiefste Enttäuschungen sind gefolgt, und eS gab eine Zeit, wo er, durch Niedertracht verwundet und verbittert, verstümmle und vereiniamte. Bei den starken Anzeichen jedoch, daß die Freiheil wieder eine Stunde haben werde, sprang seine Kraft rcvolutionsgläubig abermals auf und sie goß ihre einzige Gewalt in das erste Bundcslied der deutschen Arbeiterbewegung: Mann der Arbeit, ausgewacht Und erkenne deine Macht! Alle Räder sieben still, Wenn dein starker Arm es will. Mit diesem Lied vor allem, gehämmert aus dem glühenden Eisen, das die taldrängende Unermüdlichkeit Lassalles auf den Am- dos legte, schlug Herwegh sicb die Brücke in die Zukunft. Getragen von dem Hoffen auf die politische Bestimmung des Prolelariäts. Träger der Revolution zu sein, war es die Erfüllung des Wunsches geworden, der in Jugendlagen in der Seele des Dichters glühle. Zwei Jahrzehnte vor dem„Bienenliede". wie Lassalle das Gedicht von 1863 nannte, hatte Herwegh an Emma Sicgmund, seine herr- liche Braut, geschrieben:„Mein Dichten und Trachten ist nun, etwas hinauszuschleudern, was die Menge packt und ergreift. Ein ge- lungenes Lied wäre hinreichend; warum kann ick keine Marseillaise schreiben?" Und die Braut hatte gejubelt:„Sei unbesorgt, du wirst eine Marseillaise finden, wenn du willst, und mehr als diese." In der unbändigen Lösung, die ihr Inneres unter der Gewalt ihrer Liebe zu dem Mann des Volkes und der Freiheit erfährt, glaubt sie, sie könne alles, und all ihr Wünschen kreist uni das glühend geschante Ziel, in dem Geliebten den Berufenen zu sehen, den ihre Liebe zur Vollendung führen soll. Zu Taten der Befreiung, Menschheitstaten! Vor diesem höchsten Ziel hat alles persönliche Glück und Tun sich zu bescheiden. Bis zum Aeustersten treiben diese Frcibeitsdränger der ersten vierziger Jahre ihr Lpfervcrlangen und Taterwarren. Ungestümste Durchbruchsnaturen, deren Art im Empfinden geschichtlicher Notwendigkeiten sich forint, wachsen sie über die Möglichkeiten ihrer engeren Zeit hinaus. Sie kämpfen laut für die Ueberzeugung. dast alles Leben fortan vorweg dem politischen Wirken zu gehören habe, auch alle Kunst i aber sie sind auch über- zeugt: ehe die-S Wirken zum Bauen gelangen kann, hat es ein Weg- räumen zu sein. Dast Herwegh sich damals mit Bakunin zusammenfand, ist tief begründet.„Wir haben laug genug geliebt, wir wollen endlich hassen!" schmettert des Dichters losgebundene Leidenschaft, und als nach jahrelangem cngbeireundeten Verstehen die Revolution anbricht, tvendet Bakunin ihm das Wort zu:„Untere Welt, die Welt der Zerstörung naht". In demselben Jahre aber schreibt Herwegh einem anderen Freunde:„Jbr scheint euch vor Gespenstern zu fürchten und die wirklichen Mächte zu verkennen. Die Bourgeoisie ist das Gespenst, die Mächte sind die Bauern und die Arbeiter. Nicht die positiven Mächte— nach diesen wollen wir in einem Jahrhundert fragen— aber die einzigen Mächte, die der alten Welt und der alten Wellanschauung gründlich den Garaus machen werden. Wir arbeiten alle mit ihnen, bewustt oder unbewnstt, mit oder gegen unseren Willen; kein Mensch organisiert— alle ohne Ausnahme d e s o r g a n i s i e r e n t jeder auf seine Weise, und ich sindc in der brutalen Art der Bauern so viel Vernunft als in irgend einer andern". Herwegh ist ein Erbe der Freiheitsideen de? 18. Jahrhunderts und ist das Kind einer Zeit des ungeklärtesten Widerstreits und der noch höchst unvollkommenen Entwicklung aller Vorbedingungen zu einer vollkommeneren Kultur. In solcher Zeit gab es für das politische Werden des Volkes zunächst einmal keine bessere Tugend als das unbedingte Misttrauen. Es sicherte vor Fehlschrittcn, vor iclbstverschuldeten Niederlagen, entsprach durchaus dem Idealismus, der da meinte, mit einem kühnen Sprung das grüne andere Ufer erreichen zu können, und war ein guter Wegweiser zu dem notwendigen Selbstvertrauen des Volkes, von dein fortan alles abhing. Diese Tugend hat damals Heinrich Heines politische Satire so ver- nichtend und so gefürchtet gemacht. Wie Heine hat aber auch Her- wegb weder mir politischen Mächten noch mit politischen Schwächen Erbarmen gehabt, und so haben seine Sport- und Grimur- vcrse die gleiche Liebe gecrntet. Er schlenderte sie gegen das Frankfurter Parlament, bei dessen Arbeit die Revolution erstickte t er, der die Republik für die Botbcdingimg aller weiteren sreien Entwicklung ansah, hat dies Parlament wütend gehaht. Später, in den erregten Zeitläuften des erfolgreichen Durch- bruchs der prcustischen Politik in Deutschland, in den sechziger Jabren, begann er aus dem Anaer der Tagesereignisse einen neuen lyrischen Stachelstraust zu pflücken. Von ihm lästt sich allerdings sagen, daß das Amt der satirischen Kritik, das einst von Heine mit unerbittlicher Gewissenhaftigkeit verwaltet Ivorden war, an Herwegh einen Vollerbcn gehabt hat. Im Beginn dieser neuen lyrischen Ernte ist kein anderer als Lasialle mit drängendem Werben tätig gewesen, die Kraft, die er in Herwegh stillgelegt meinte, wieder anzufachen. Er wies ihm ein besonderes Feld, eine begeisterte Hörerschaft, denn er kannte Herwegbs Abneigung,„ins allgemeine hineinzudichten". So wollte er die Ursache seines poetischen Verstummens beheben. Aber nicht nur den Dichter, auch den Mann selbst wollte er für die Arbeiteragilation haben. Denn ganz abgesehen davon, dast in ihm ein Kenner und Anhänger sozialistischer Ideen gewonnen wurde, war er, an dem trotz aller reaktionärer Verlästerungen in den Augen der Arbeiter kein Makel haftete, vor ollem demokratisch unbedingt verlästlich. Dast er seiner instinktiven Ecken vor jeder Schönfärberei, mit seinem scharien Trennen von Hüben und Drüben der Arbeiterbewegung ernstlich nützen konnte, erwies er, als nach Lasialles Tode im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein tallischer Zwiespalt ausklasiie. Er war ein guter Warner, wenn er in den Zeiten der bismärckischen�Wahlrechts- Pläne an die Arbeiter schrieb:„Ohne absolutes Vereins reckt, ohne absolute Freiheit der Presse, ohne geheime Ab- stimmung ist das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht ein zweischneidiges Schwert, an dem sich die Freiheit ebenso gut ver- wunden könnte als der Despotismus, der durch den alten admini- strativen Schutzapparat noch immer stark gedeckt sein wird." Lassalle, der den Wert und die Art Herweghs durchaus begriff. erhoffte sicherlich aus diesem Krastguell den mächtigsten Ertrag für die Arbciterbcivegung. Wie hat er mit heiliger Ausdauer den harten Fels geschlagen! Er riet dem Dickter. sich ganz und gar in diesen neuen Kreis politischer Aktion einzugliedern, sich in agita- torische Tätigkeit zu stürzen„bis über Hals und Ohren"; in den Reihen der Arbeiter werde er, von allen Bourgeoisie-Vorwürfen fortan unberührt,„sick frei und leicht fühlen wie in einem zu- geborenen Element". Er hat den Dichter wieder zum begeisternden und gefürchteten Feuerzeichen der Revolution, und diesmal der proletarischen, machen wollen. Das aber ist Herwegh dann auch mit dem„Bundeslied" geworden. Und zehn Jahre später wurde er es abermals, als» er die Strophen vom„Achtzehnten März" aufs freie Feld vor die Wälle der Reaktion pflanzte. Zwingende Wecker, drohende Warner sind diese Gedichte. Sie haben in langer Wiriüng in die Zeitgeschichte eingegriffen, denn sie haben die Massen bewegt. Und heute noch, wenn sie zum lauten Worte werden, haben sie diese Macht. Herweghs Name ist einmal Ausdruck gewesen für ein politisches Programm, und sein Gedicht schuf dem Freiheilsfordern eine Tribüne durch ganz Deutschland bin, Iveil es in aller Munde war. Anders als jene Zeit empfindet das Proletariat des Dickters Namen. Aber nun er in dem großen Branden und Erschüttern. das uns umgibt und alles Gehemmte wieder in Flust bringt, nahe zu uns herantritt, spüren wir glühend gegenwärtig jenes Drängen eherner Notwendigkeit, das schon den Kranz für die Streiter der großen ewigen Volkssache windet und in stürnrischer Ungeduld mahnt: „Nur weiter, Kinderl weiter!" Iffä. Ms Cmma Herweghs Sriefen. Am Tage Herweghs soll auch seiner Frau, der Vollnatur Emma Herwegh, gedacht sein. Ihrem lci- denschaftlichen Kampseifer für Voltes- und Gessics- sreiheit wußte sie mit ihrer. Liebe zu Herwegh, dem Dichter dieser Freiheit, zu einer hohen Flamme zu vereinen. Wie groß und frei diese Frau dachte, sollen einige Stellen aus ihren Brautbriefen der Jahre 1842/13 zeigen. Sic find„G. Herweghs Brief. Wechsel mit seiner Braut" entnommen, der mit zahl- reichen anderen Herwegh-Dokumenten versehen bei Rod. Lutz in Stuttgart erschienen ist. Jeder Mensch sollte ein Flügel seiner Zeit werden, aber die meisten sind Blei. « Ich will nicht nur der Gefährte Deines Glückes sei», ich will und muß alles mit Dir teilen. Nur wen wir gering schätzen, laden wir allein zum Freuden mahle ein, die geliebten Personen sind lebenslänglich zum Geleite angenommen. Wenn Dn Dich ganz vergißt über der Idee, wenn Dein Herz ein weitgeöffnet Feld für die leidende Menschheit, jeder Atemzug einer Träne gleicht um Dein gefesselt Volk, jedes Wort einem flam- inenden Besreiungsschwcrte— dann bist Du meine Welt, mein Schatz. * Wenn ich Dich dein.Volke, und wäre es nur um eine Kleiuig- keit, entzöge, ich würde, es mir nie vergeben. Dn sollst und mußt noch viel in der Welt, denn mit Deinen Kräften verdient man nur seine Existenz, wenn man Großes leistet. * Wenn der Eindruck eben nur Eindruck bleibt, nicht zur Tot wird/dann hol' der Kuckuck die ganze Schreiberei. Nur aus den Massen der Proletarier ist jetzt ein Opfer zu erwarten. Die revolutionäre presse Rußlands. Sobald das russische Proletariat die alte Herrschast gestürzt und volitische Freiheit errungen hatte, begann eS sofort, eine eigene unabhängige Presse zu schaffen. In diesen zwei Monaten nach der Revolution ist schon eine ganze Reihe sozialistischer Zeitungen ge- gründet worden. Nicht nur in Petersburg und Moskau, sondern auch in einer bedeutenden Anzahl von Provinzstädtcn besitzt die Demokratie nunmehr eigene Organe. Nach den verschiedenen Richtungen der Demokratie sind drei verichiedsne Gruppen dieser Blätter zu unter- scheiden: sozialdemokratische, sozialrevolutionäre und Volks- zeitungen mit allgemeinen politisch» radikalen und wirt- schaitlich sozialisiereuden Tendenzen. Die sozialdemokratische Presse verteilt sich bekanntlich wiederum auf verschiedene Gruppen. So baben wir das Organ der Organisationskomitees der russischen sozialdemokratischen Partei(Menschewikl)„Naboischkaja Gazeta"— die„Arbeiterzeitung", die von Jermansky redigiert wird. Unter den Mitarbeitern sind zu nennen: Arelrod, Martoff, Martynoff sowie eine Reihe anderer hervorragender Vertreter der menschewikischen Richtung. Maxim Gorki ist Herausgeber des Blattes „Novaja Shisn" l„Das neue Leben"). Sic ist die größte sozial- demokratische Zeitung Rußlands, und unter ihren Mitarbeitern sind auch Vertreter des rechten Flügels der Bolschewiki. Das offizielle Organ der Bolschewiki ist bekanntlich die von Lenin und Sinovieff herausgegebene„Pravda"<,.Die Wahrheit"). Unter Pleckanoffs Redaktion erscheint daS Blatt„Jedinsty"(„Einigkeit"), die zu ihren Mitarbeitern auch Gwosdeff zählt, den Gehilfen SkobelewS im Arbeitermiuisterium. Unter_bcu bekannteren sozialdemokratischen Zeitungen können ferner„Socialdemokrat", Organ der Moskauer Bolschewiki, und„Vperiod"(„Vorwärts"), der eben« falls in Moskau als Organ der Menschewikl erscheint, genannt werden. Das offizielle Organ des Peiersburger Arbeiter- und Soldatenrates ist die„Jsveslja"(„Mitteilungen"), die zuerst alle Berichte des Rates sowie die Resolutionen der Arbeilerorganisationen usw. ver- breitet. Sie enthält ferner aktuelle Leitartikel über Fragen des Krieges und des inneren politischen Lebens. Ferner lassen in mehreren Provinzstädten die dortigen Arbeiter- und Soldatenräte offizielle, m gleicher Weise wie„Jsveslja" redigierte Zeitungen erscheinen. Endlich werden in mehreren Städten von den revolutionären Militärorgonisationen eigene Blätter herausgegeben. DaS in Petersburg erscheiucndc Militärblatt, daS den Namen.Soldalskaja Pravda" trägt, wird von den Bolschewiki geleitet. Alle diese bis- her aufgeführten Blätter werden in sozialdemokratischem Geiste redigiert. Die Sozialrevolutionäre haben ihre eigene Zeitung:„Delo Naroda"(„Die Sache des Volkes"). Mitarbeiter sind: KerenSki, Rubano witsch und andere bekannte Sozialrevolutionäre. In voltcr Uebereinstimnrung mit dem Prögramnr der Partei beschäftigt sich „Delo Naroda" hauptsächlich mit den Agrarfragen. Als eine allgemein demokratische Zeiwng ckogn„Vlast Narpda"■ („Die Bollswacht") genannt werden, die' hervorragestde radikale und sozialistische Politiker zu ihren Mitarbeitern zählt. Aottzea. — Neue Merkbätter. Der Botanische Gaden zu Dahlem gibt neuerdings Merkblätter heraus, die über die Verwendung nutzbarer Gewächse der heimischen Flora belehren sollen. Er- schienen sirch u. a. solche über Verwertung des Rohrkolbens und des Schilsrohrs, des roten HolluuderS(Oelbereitung!), der Melden, der Brennessel und Hopfen(Faserpflanzen). Sic körnten einzeln unentgeltlich gegen Einsendung eines Briefumschlages mit 3-Pf.- Marke vom Botanischen Museum, Dahlem, Königin-Lnisestr. 6— 8, bezogen werden. Das Kaiserliche Gesundheitsamt will 32 Merk- bkätter für das Sammeln von Arzneipflanzen herausgeben. uz Der starke Mann. Eine schweizerische Offziersgeschichte von Paul Jlg. Der Soldat starrte das Blatt mit offenem Munde an, doch getraute er sich nicht, Hand oder Fuß zu rühren, wohl wissend, daß ihm die geringste Bewegung ein donnerndes „Stillgestanden!" eintragen würde. Hingegen empfand er diese Attacke nurmehr als rohe Vergewaltigung. Sein Selbst- gefühl lehnte sich energisch dagegen auf.„Mir ist nichts be- kannt!" entgegnete er trotzig, unzugänglich. Lenggenhager überlegte er einen Augenblick, ob er es vielleicht in Güte i>cr- suchen wolle. Er konnte demKerl, der sicherlich genau wußte, was im Gange war, mit einigen Worten den Sachverhalt klar machen und ihm nahelegen, seinem Vorgesetzten bei der Er- mittlung einer derartigen?ciedcrtracht behilflich zu sein. Der Kastenstolz lehnte jedoch diese pädagogische Eingebung ab. Es war ja bedauerlich, daß es dem Offizier an den nötigen Druckmitteln gebrach, um in einem solchen Falle mit Strenge zum Ziele zu kommen. Wagte es einer, so ein wider- spenstiges Biest einmal ordentlich zu rütteln, so stand es am andern Tag sicher mit schwarzer Hand als fürchter- liche Volksmajestätskränkung im Radaublättchen l DaS war aber immer noch erträglicher, als so eine schlappe Duzbruderei mit den auffässigen Elementen. Die Distanz mußte unter allen Umständen gewahrt bleiben. Der Ober- leutnant drückte gleichwohl in der Art des Besserwissenden ein Auge zu, als er noch einmal eindringlich stagte:„So, so? Sie wollen demnach nicht bemerkt haben, daß dieses Schmutzblatt gestern abend in den Stuben hcrumgeboten wurde? Ich weiß, was gelaufen ist, nur keine Ausflüchte. ,Wer die Wahrheit kennet und saget sie nicht, der ist fürwahr ein erbärmlicher Wicht.' heißt es mit Recht. Also offen und ehrlich gesprochen— ist Ihnen die Geschichte bekannt oder nicht?" Der Befragte hielt den würdelosen Blick mit Erröten aus und sagte dann mit Entrüstung und Bestimmtheit:„Nein!" Wie ein Rammklotz schnurrte der Bescheid herunter, und doch meinte der Inquisior ein verstecktes, schadenfrohes Ja heraus- zu hören Gist und Galle! Die Fäuste des Offiziers glichen rasenden Kettenhunden, und wenig fehlte, so hätten steZich losgerissen. Allein an dem tadellosen Verhalten des Swl- baten prallte der blinde Koller ab..Und wenn du an mir kleben bleibst mit deinen Stierenaugen— von mir sollst du doch nichts erfahren!" zwinkerte etwas wie Hohn in dessen Mundwinkeln. Mit der unwirksamen Androhung scharfer Maßregeln lie ß Lenggenhager den Burschen gehen, der schleunigst rechtsum Kehrt machte und im stillen ein wenig sauberes Ansinnen an den rabiaten Offizier stellte. Dieser konnte nicht umhin sich vorzustellen, daß der verschlagene Wicht nun gleich ein Gesteck mit den andern haben und triumphierend verkünden werde: „Es hat eingeschlagen, der Lenggenhager platzt vor Wut!" „Verfluchte Bande! Aber freut Euch nicht zu früh. Euch Kerle wird man noch striegeln. Wozu haben wir denn die 5!tiicbeugc und den Laufschritt erfunden!" zeterte er, in einen Abgrund von hätzlichen Vorsätzen starrend. Dann nahm er noch einmal die ganze Post �in Augenschein. Zustimmung fand er keine. Das einzige Schriftstück ohne �beleidigenden Charakter war der redliche Brief eines ehemaligen Schulfreundes. Zwischen Verlegenheit und wachsender Besorgnis las er:„Wenn es auch nur ein simpler Lokomotivführer ist. der das schreibt, denn das Gewand macht ja den Mann nicht aus und dafür wirst du mich wohl noch kenucn, daß ich keine Flausen im Kopfe habe. Aber inzwischen ist, wie du wissen wirst, der Artikel iu der„Volksstimmc" erschienen, wo sie dich quasi als Rädelsführer hinstellen, weswegen ich mir die Freiheit er- laude, dir aus der Stelle zu berichten, was man darüber sagt und im Sinne hat. Es sind zwar schon viele Jahre her, seit wir das letztemal miteinander in die Berge gezogen sind, und heutigen Tages würde dir die Gesellschaft wohl nicht mehr gut genug sein. Item, wir sind dessenungeachtet gute Freunde gewesen, und darum hat es mich schon laug innerlich gefuchst, daß du es nur noch mit den geschniegelten Leuten hältst und die andern vom echten Schrot und Korn ganz über die Achsel ansiehst. Dn wirst dich ivohl noch besinnen, was du dazumal über diese?lristokraten ge- sagt hast, und daran hat sich leider Gottes nichts geändert, als daß sie uns freie Schweizer lieber heute als morgen ivieder mit Vögten drangsalierten. Wie kommt denn der Adolf Lenggenhager dazu, denen die Kastanien aus dem Feuer zu holen? Das kann keiner begreifen, Ivo dich von früher her kennt. Sie selber wollen� sich begreiflich die Pfoten nicht verbrennen, und wenn die Sache anders kommt, als sie denken, mußt du dann die Suppe allein aus-, fressen, wie ich mutmaßlich annehme. Ich muß dich deswegen i in aller Verschwiegenheit warnen. Die Grütlianer wollen! Euch nämlich morgen abend eine gehörige Katzenmusik machen und das Fest nach Noten versalzen. Ich bin zufällig dabei gewesen, und am ärgsten haben natürlich wieder ein paar hergelaufene Schwabensozi gehetzt und das Maul aufgerissen. Aber die Sache hat halt dessenungeachtet ihre Richtigkeit. Es ist wie das rote Tuch und der Stier ist das arbeitende Voll.. Wenn's auch nicht so schlimm gemeint ist, denn sie sollen ja einenweg bloß zum Tanz aufspielen. Hingegen läßt sich die allgemeine Aufregung Kur beschwichtigen, falls die Parademusik draußen bleibt. Wenn einer notabene die Schweiz an die Preußen verschachern täte, die Wut könnte nicht größer sein. Somit weißt du jetzt, was Lanz und kannst tun, was du fürs gut befindest. Es grüßt dich achtungsvollst Eduard Psyfcr, Lokomotivführer." Der erregte Leser mußte sich gestehen, daß ihm die Sache über den Kops wuchs. Er sah eine riesige Staubwolke und wußte nicht, wie er der Gefahr begegnen solle. Das schien nun doch mehr als ein blinder Lärm oder eine jener ohnmächtigen Drohungen der Wehrgegner zu sein, die jeden geringfügigen Anlaß benützten, um dem gehaßten Koloß einen Stoß zu versetzen. Für Adolf Lenggenhager stand mehr auf dem Spiel als für seine Kameraden vom Festausschutz, die zwar seine Anstalten billigte», ihm aber auch mit der Ehre des Obmannes gewiß auch gern die Verantwortung über- üetzen. Allerlei Mutmaßungen wägend, trat er ans Fenster und sah eine Weile mit verschwommenen Augen der Unteroffi- ziersschule zu, die auf der schneefreien Allmend noch einige Laufübungen niachte. Die flotten Befehle des Schulleiters, der die Abteilung wie eine Ziehharmonika handhabte, das rhythmische Ausbrechen und Aufmarschieren der Kolonne, ein morgenfrischer Eifer der geschulten Mannschaft erquickten auch den Beschauer und stärkten seine Zuversicht, daß es nicht so einfach sei, ihm, dem bewährten Offizier und Günstling der einflußreichsten militärischen Persönlichkeit, ein Bein zu stellen. Rur Deckung brauchte er für alle Fälle. Als er deshalb den Platzkommandanten, Oberstleutnant Hugentobler, mit zwei anderen Offizieren auf die Kaserne zukommen sah, machte er sich schnell fertig, um seinen nächsten Vorgesetzten ordnungsgemäß um Rat zu fragen. Stramm, scheinbar unangefochten, aber mit schnell forschendem Blick trat er den Kameraden entgegen:„Morgen, Herr Oberst; Morgen, meine Herreu I" Sorts. solgtll fmben Sie vielleicht irgendwo einen Htlüel etwas billiger, aber nirgends finden Sie alle Vorteile so schön beisammen wie bei uns. 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