Hbonncmcnfs-Bcdlngungen! BtionnfmentS■ SrflS pränumerlind» FicrlclläijtL 5.90 Ml. monatL ILO Ml. wöchc-ulut, 80 Pik. WZ Hau� Einzelne Rümmer 8 Via. Kotmla�«- ruminct mit tlludncnct Konmag«. Jtoüage.Die Reue Weif 10 Psg. Soft« Kbcnncnicm: 1,30 Marl tro Monat, »iiioetragen in lue Post> Zettmig»» Vrei-iiiie. Unter Nreuzdand lüt Tcutichland und Oesterreich- Ungarn e.oO Marl, für das übrige Ausland 4 Marl pro Mottet. Pojlabomicmcm» nehmen an Belgien. Dänemarl f>onan». Italien, Luxemburg. Portugal, iiumtuuctt. Schweden UN» die schwelt OlchcilU lrallch. vle snIei'NonZ-ecdghs für die scch5aeft>altene Kolonel- ßeüe oder deren SUium 60 Pig., für politische und gewerkschanliche Vereins« und BerfammningS»Anzeigen K Vfg. steine TZn-cigcn". da-:- fettgedrurkre 20 Pfg.(oiüäifi� 2 feLtgedruckie lLone), jcdcS weitere Won Z0 Pig. Klellengefuche und Cedlaiiiellenon« zeigen daS erste Wori 10 Pfg., jedc-S weucre WortöPsg. V'orte üder lüVuch« stoben zählen für zwei Wone. Inseraie für die nächsie Viunmcr uulsjcn d.S b Uhr nachmittags in der Ejvcdition »dgegeden werden. Die Ervedition ijt biS 7 UHr abends gcol'fnet. Verlinev VolKsblakt. �entratorgan äer fo�iatäemokrarifcben Partei veutfcdlancts. relegraittm-Abress« .idZiZliliMSilllll Killt»". msaBESBCS�-ZXB Ncüaktion: EW. HS, Llnöenstraße Z. «ferirsprecher: Amt Morttzpln», Nr. 151»v— 1ZI S7. Sonntag, den 3. Juni 1917. Cxpeöttion: SA). HS, Linöenftraße Z. Fernsprecher: Zlmt MoritzpiaN, Nr. 151 SO— 151S7. Ur. 149. 34. Jahrgang. Französische polizeimaßregeln gegen Stockholm! „Vive Ribot!" Herr Ribot hat den Franzosen die Pässe nach Stockholm verweigert, und die altdeutsche Presse ruft aus Leibes- krästen:„Vive ItiKot".„Er sprach, ivic wir wünschten, daß ouck> nur ein einziges Mal Herr v. Bethmann Hollwcg im Reichstag gesprochen hätte."(„Bcrl. Neueste Nachrichten.") „Es tut uns einigermaßen leid, sagen zu müssen, daß dieser Redner sprechen mußte und daß von dieser Slcllc gesprochen werden mußte, damit einmal von Amts wegen gesagt wurde, waS von dem Stockholmer Unternehmen zu halten sei. Es blieb dem j r a n z ö j i s ch c n Mini st er Präsiden- t e n v o r b c h a I t e n, z u s a g e n, w a s>v i r leide n." („Tagt. Rilnd'cfvm".)„Icdenfalls'tvird schon aus den Vor- Verhandlungen, die bis setzt in sotockholm stattgefunden haben, klar, daß die Zionfcrenz, wenn sie auch keine praktischen Er- gebnisse zur Folge haben kann, falls auf ihr wirklich alle kriegsübrcnden Mächte vertreten gewesen wären, Stimmun- gen Hütte erzeugen müssen, die große Gefahren in sich her- gmr. Turcks Nibots gestrige Rede ist diese Gefahr gc- m i l d e r t worden."(„Bcrl. Lokalanzeiger".) Herr Ribot hätte dic'er Glückwünsche nicht bedurft, um einzusehen, daß er eine große Dummheit begangen hat, vennnUich weiß er c» ohnehin. Er weiß, daß er durch seine Handlungsweise in einen inneren und äußeren Konflikt binejplreibt mit der französischen Sozialdemokratie und dem russischen Verbündeten, aber seiner Ereiscnhaud hat die Kraft gefehlt, das Fahrzeug in rasender Fahrt plötzlich um- zusteuern. Daruin hat er sich, was die engen Stirnen und rauhen Kehlen seiner BeisallSgardc nicht begriffen, einen kleinen Seitcnausgang offen gehallcn: Die Regierung, sagte er, werde noch Pässe nach Rußland ausstellen, wenn die Zu- sammenkunft von Stockholm von der Bildfläche verschwunden sein wird. Wird sie aber verschwinden? lind selbst, wenn sie es stunde, die neutrale Atmosphäre bleibt mit Friedcnsbazillcn gesättigt und die so sorgsam behüteten sozialistischen Sorgen- ki»der- des Herrn Ribot müssen auf der Reise nach Ruß- land durch diese Gefahrenzone hindurch. Die Rede des Herrn Ribol trägt einen Januskopf, dessen eines Gesicht mit seiner unerbittlichen„Nicmals"-Miene auf den Bcitall der Nnent- wegteii berechnet ist, während das andere, den Sozialisten zugewendet, begütigend zu sagen scheint:„Kommt Zeit, kommt Rai!" Zn Frankreich gilt Herr Ribot gar nicht als der starke Mann, als den ihn unsere alldeutsche Presse bewundert. Den Allfranzosen ist er schon lange verdächtig, und nach seiner vorletzten Rede war in einem Pariser Blatt voin Schlage der „Tagücklen Rundschau" zu lesen, seil drei Jahren sei in Frank- reich leine so flaue Rede gegen die Deutschen gehalten worden. Der alte-Herr wird zweifellos starke Anstrengungen machen, um seilte �Sozialisten bei der Stange zu halten, vor allein aber die erplosive Wirkung zu verhindern, die es haben müßte, wenn, fein Munitionsminister Thomas nun die Brocken hinwürfe. Die französische Sozialdemokratie ist durch dem Entschluß wrcr Regierung in eine Loge geraten, deren Schwierigkeiten wir nicht verkennen. Mit der Kugel am Bein, die ihr Herr Ribot angehängt bat, läßt sich schwer für die Freibcit der Welt kämpfen. Reden und Artikel gegen den preußischen Pol i zeig ei st würden bei Hörern und Lesern einen un- angeneklmeu Nachgeschmack zurücklassen, auch niit der„miion ft.T-row', dem französischen Burgfrieden, wird sich kein sonder- licher Staat machen lassen, nachdem die bürgerliche Mehrheit durch den wilden Beifall, mit dem sie Ribots Rede begleitete. 'Salz und Pfeffer in die offenen Wunden des französischen Spzialismus gestreut bat. S; Ildes wird es die Sache der französischen Sozialisten lelbit sein, sich mit dieser neugeschaffenen Situation abzufinden, und wir werden es'durchaus verstehen, wenn sie alles zu tun unterläßt, was nach ihrer Ueberzengnng den Nnteressen ihres Volkes nachteilig sein könnte. Es fällt uns gar nicht ein, sie mit Ratschlägen zu versehen, die bei dem leider nun einmal herrschenden Mißtrauen mißdeutet>vcr- den könnten. .Hauptsache aber ist dies: Die Form ist hier nichts, der Geist alles! Lieber als ein Bäckcrdutzend Franzosen, das ungc- bindert, weil nngefäbrlich, in Stockholm tonferiert, ist uns eine st a r k e P a r t e i. die nicht durch ihren Willen, sondern durch den Zwang äußerer Umstände von dem Orte der internationalen Verständigung ferngebalten wird. Wenn ein Teil des französischen Volkes den Willen zu Stock- h o I in hat— was kommt es darauf an, ob französische Hosen- böden ans schwedischen Stühlen abgewetzt werden? Will die französische Sozialdemokratie für den Frieden arbeiten, dann kann sie es tun, auch wenn der grimme Gott MarS gegen sie den Herrn Polizeikommissar zu Hilfe ruft. Darum ist es Unsinn zu glauben, daß Herr Ribot durch seine Diktatorengeste die. Stockholmer Bestrebungen zur Ohmnacht verurteilt bat. Daß sie auf neue Hemmnisse, neue Schwierigkeiten gestoßen sind, müssen loir im Interesse der leidenden Menschheit bedauern, aber wir hegen die feste Zu- verficht, daß sie sich an dem Widerstand, der ihnen entgegen- gesetzt wird, nur noch höher aufrichten werden. Herr Ribot aber ist durch den Kranz, den�ihm die beut- scheu Theoretiker der„Machtpolitik" auf die Schläfe drücken, gezeichnet— schlimmer, als er es verdient. Denn er ist doch mir der Gefangene jener Richtung in Frankreich, die den deutschen Gegnern des Friedens so kräftig in die Hände arbeitet, daß man schon sagen kann: ein Herz und eine Seele! Sitzen hüben»nd drüben zu Hause und reiben sich die Hände, daß draußen die Handgranaten krachen! Grausige Komödie in der Tragödie des Weltkriegs! Ribots Reöe» Paris,'1. Juni.(Hapasmeldung.) Kammer. In seiner Rede erinnerte Ministerpräsident Ribot daran, daß seit oütiger Zeit von dem Plan einer zwischenstaatlichen Zusammenlunft die Rede sei; Sozialisten aller Länder, deutsche und österreichische mit eingeschlossen, sollten zusammentreten. Tiefer Plan, fuhr Ribot fort, ist nicht in Frankreich entstanden. Er hatte schon das Ergebnis, die öffentliche M e i n u it g zu verwirren und die sozialistische Partei zu spalten. Der erste Ilebctstand einer solchen Zusammenkunft ist, daß sie die Vcr- mutung aufkommen lassen könnte, eine Partei könnte einen An- spruch darauf haben, sich an die Stelle der Regierung zu setzen. D c.r Fr iede.von morgen ka n n nicht das Werk einer Partei sein, möge cS sein, welche es wolle. Wenn die Sozia- listen zusammenkämen, um die Kricgszicle zu prüfen, so würden morgen die Katholiken dasselbe Recht haben. Ter Frieden kann nur ein französischer Friede sein. Er wird die Hoffnungen des ganzen Landes kurz zusammen- fassen' müssen. Wer kann das Land vertreten? Tic Regierung ist es, die mit den Kammern zusammen arbeitet und die diese Kam- mern, wenn der Augenblick gekommen sein wird, darum ersuchen wird, sie mit ihren Ratschlägen durch Vermittlung ihrer Ausschüsse, denen sie alles mitteilen wird, zu unterstützen. So werden wir handeln müssen. Jsch bin sicher, daß das die Meinung des ganzen Landes ist. Kann man sich in dieser Stunde mit jenen, die unsere Feinde sind, besprechen? Mit denen, die nicht ein Wort hatten, um die Verbrechen zu mißbilligen? Hetzt, Ivo ein Teil des Landes noch durch den Feind besetzt ist, kann man da mit ihm Bcsprechun- gen abhalten? Die Regierung, die sich ihrer Verantwortlichkeiten bewußt ist, weiß, daß, wenn ein derartiger Plan Wirklichkeit würde' er in der öffentlichen Meinung Verwirrung hervorrufen würde. In dieser Stunde ist es erforderlich, daß das Land in dem E n d a b- schnitt dieses K r i e g e s alle seine Energien sammelt. Wenn man dem Lande glauben machen würde, daß ein naher Frieden aus derartigen Zusammenkünften hervorgehen kann, welche Ergebnisse häkle dies? Plein, der Friede kann nur aus dem Sieg hervorgehen. (Diese Versicherung entfesselte, wie Havas meldet, ans allen Bänken, außer auf einem Teil der äußersten Linken, eine außerordcnllichc Begeisterung. Die Abgeordneten c rhobcn sich und brachten dem Redner eine Huldigung dar.) Ribot fuhr fort: Was würde man auf der anderen Seite des Ozeans denken, in dieser Republik der Vereinigten Staaten, wo man sich darauf borbcreitct, uns so wertvolle Hilfe zu bringen. Nein, meine Herren, die Regierung tann sich nicht einen derartigen Präzedenzfall schaffen lassen; sie darf nicht die Verantwortung dafür übernehmen, die Reise nach Stockholm zu genehmigen»nd zu erleichtern. Sic kann dabei keinen Zweifel haben an dem Patriotismus unserer Kollegen.(Ribot wies dabei auf die Sozialisten.) Ribot brachte sodann den Gefühlen seine Huldigung dar, welche die russischen Verbünd clcn Frankreichs beseele. Diese werden, fuhr Ribot fort, sicherlich die Gründe begreifen, die in der gegenwärtigen Stunde gewisse Unter- Haltungen nicht gestatten. Die französische Regierung hatte bereits Gelegenheit, ihrem Mitgefühl und ihrer Bewunderung für die mu- hgen Männer Ausdruck zu geben, welche die russische Regierung in die Hand genommen haben, und die französische Regierung hat nichts vernachlässigt, um der russischen Regierung, zu der sie einen fran- zösischen Minister entsandt hat, wirksame Ilnterstützung angedcihen zu lassen. Wir werden weiterhin die engsten Beziehungen zu der russischen Regierung unterhalten. Wir haben bereits nach Peters- bürg drei Ihrer Mitglieder enistandt, von denen zwei zurückgekehrt sind. Wir werden noch Pässe zur Reise nach Petersburg ausstellen, wenn die Zusammenkunft in Stockholm von der Bildflächc vcr- schwunden sein wird. (Lebhafter Widerspruch und ironische Ausrusc auf der äußersten Linken.) Ribot fuhr fort: Ich habe gesagt: Die Regierung würde Pässe nach Petersburg ausstellen, lvcnn die Franzosen bei ihrer Rück- kehr durch Stockholm nicht Gefahr laufen ivürden, wider ihren Wil- lcn niit Agenten des Feindes zusammenzutreffen. Wir können nicht die öffentliche Meinung durch diese verfrühten Friedens- gcrüchtc in Verwirrung bringen lassen. Wir wissen, woher. diese stammen. Der Feldzug ist mit frecher Kühnheit begonnen worden. Sagte man nicht, daß mit Rußland ein Angriffsbündnis und nicht ein Verteidigungsbündnis bestehe, und daß der Präsident der Repu- blik selbst es aufgesetzt habe? Das ist eine Niederträchtigkeit. Ilnd damit sich niemand einer Täuschung hingibt: Ich habe die Ab- ficht, in i t Zustimmung der russischen Regierung alle Dokumente ohne Ausnahme zu v e r ö f f c n t- lichcn. Ribot legte weiter dar, daß dieser abscheuliche Fcldzug die Streiks auszubeuten versuche, welche ihr Entstehen nur den Schwierigkeiten des Lebens verdanken. Die Regierung, schloß Ribot, ist davon überzeugt, daß die öffentliche Meinung sich nicht ver- wirren lassen wird. Kammer und Land werden ihre Pflichten nicht vernachlässigen. Tie Rede wurde— berichtet Havas— außer von einem Teil der äußersten Linken mit langanhal- teudcm Beifall anfgenommeu. Ter Rede des Ministerpräsidenten folgte eine Geheim- sitzung. die am Abend auf den nächsten Tag vertagt wurde. Sämtliche Parteien des Senates haben in einer ge- meinschaftlichen Sitzung ihrer Vertreter einstimmig sotgen- den Beschluß angenommen: ?lllc Gruppen des Senats erklären, daß die verantwortliche Regierung allein daS Rechl bat, über Fragen, welche das Dasein und die Würde dcS Vaterlandes angeben, außerbalb des Landes zu verhandeln. Sic leschlteßcn, die Regierung über die Haltung, die sie bezüglich der Stockholmer Konferenz einzunehmen gedenkt, zu befragen. Infolge dieses Beschlusses ist eine Anfrage, gezeichnet von den Obmännern aller Scnatsgruppcn, eingebracht worden. Röcktritt öcs russischen �anöelsmimsiers. Amsterdam, 2. Juni. Aus Petersburg wird gemeldet: Der Handclsminister Kon ovo low ist infolge von Mei- mingsverschiedenheiten mit dem Arbeiterininistcr Skobelew über wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen, die Skobelew in der heutigen Krise für notwendig erachtet hatte, zurück- getreten. Tic Vermutung ist berechtigt, daß der Rücktritt mit dem drohenden großen Ausstande der Petersburger Munitions- arbeiter zusammenhängt. Konovalow, von dem seinerzeit die Beteiligung der Arbeiter an den Ausschüssen für Munitions- Herstellung zuerst angeregt und in Form gebracht wurde, ist Moskauer Großindustrieller. Tic jetzt von den Petersburger Arbeitern aufgestellten Forderungen haben ihn allerdings vor die schwerste kapitalistische Gewissensfragc gestellt. Sein Rück- tritt würde zunächst eine weitere Schwächung des für Kriegs- fortführung in Betracht kommenden Elements in der vor- läufigen Regierung bedeuten. Stockholm. die urgamsierten firbeitcr mösien sich wieüersinöen. Erklärung der Tschechen. Stockholm, 2. Juni. Der holländiich-skandmaviiche Ausschuß erhielt folgende Erklärimg der t s ch e ch i s ch c n zcntralistischen S o z i a li st e n p a r te i Böhmens, als ergänzende Erklärung der sozialdemokratischen Partei Oesterreichs: Die sozialistische Partei Böhmens schließ! sich im allgemeinen den von der dentsch-vsterrcichischcit Abordnung ausgedrückten Gesichtspunkten an; sie ist für einen Frieden ohne Annepionen, ohne Kriegsentschädigungen, ohne Demütigung irgendeines Volkes. Sie beklagt, daß der Krieg mehreren Nationen schwere Prü- fungen auferlegt hat, betrachtet die völlige Wiederherstellung ihrer Länder nicht nur als gebielcrische Pflicht nach oller Auffassung von Moral und Gerechtigkeit, sondern auch als notwendig für die Zukynft Europas. Belgien, Serbien, Rumänien müssen wieder a u s e r st c h c n. llebrigens muß der Frieden allen Völkern die Möglichkeit einer freien Entwicklung geben, in nationaler, kultureller und ökonomischer Hinsicht, dieses Recht darf nicht vermindert werden, besonders was das tschechische Volk bctrisst. Dieses fordert die vollständigste Autonomie und Freiheit, und ist auch dazu be» rechtigt. Diese Politik wird am besten durch die D esm o- k r a t i s i c r u n g und II m b i I d u n g O e st e r r e i ch S nach dein von der sozialistischen Partei ausgcurbeitelcn Nationalitäts« prsgrairim lueitcn. Wir wollen die Verwirllichung dieser Aufgabe in Zusammenarbeir nur anderen sozialistischen und prolclarijchcu Olganisotioaen unseres Landes verfolgen. Von den ersten Tagen des WeUbrandes ad waren wir der Meinung, dag es Pflicht der Internationale sei, alles Mögliche zu ran, mn dem Totschlage» ein Ende zu setzen. Tie Einberusung der Stockholmer Konscrenz näherte uns diesem Ziele. Wir erwarten davon nicht nur die Wieder- Herstellung der Internationale, sondern auch die gleichzeitige Verbreitung des allgemeinen F r i e d e n s g e d a n k e n s. Tie Veleuediung der Fragen, deren Lösung in dem Friedensvertrag enthalten sein soll, wird ermöglichen, die allgemeinen Bestrebungen der Aibeiierklasse hervorzuheben, die allgemeinen Friedens- dedinguligen genau sestzulegen, Hindernisse und Mißverständnisse zu beseingcn. und sie wird die Dauer des Krieges verkürzen können, der sich noch zu verlängern droht, wenn die orga- nisicrlcn Llrbciter sich nicht wicdcrsindc». » Wie das„Provo Lidu" berichtet, haben die Delegierten der richechosla wischen Sozialdcniolratie, die Abgeordneten Habcrmann, Renicc und Schmeral, die Pässe bisher nicht erhallen. Die»Wiener Arbeiter-Zeitung" bemerkt: Es ist wohl anzunehmen, daß die Verzögerung nur auf der EinsichtS- losigleil irgend welcher untergeordnete» Organe beruht, daß aber die Regierung den tschechischen Delegierten die Reise nach Stock- Holm doch nicht ernstlich hindern will, ihnen also die Pässe un- gesäumt aus folgen wird. Die �ngft vor öen englischen Delegationen. Wie in Frankreich sind auch in England die imperialistischen Kreise in schwitzender Unruhe über die Tciegationcn, die nach dem Osten gehen und Stockholm betreten werden. Ter Ausführende Ausschuß der Arbeiterpartei, der parlamentarischen, hat sich sor- rnell dahin entschiede», eine Abordnung nach Petersburg zu ent- senden, und Reuter metdec dazu, sie werde auf dem Wege nach Rußland Stockholm besuchen. Dieser Beschlutz schon be- deutet in gewissen Kreisen eine quälende Gefahr, denn wäre es nicht so. äo brauchte Reuter nicht alsbald zu melden, ein leitender Beamter der Arbeiterpartei habe geäußert: Einige Zeitungen sind volltömmcn irre gegangen, wenn sie vermuten, daß Roderts die Reise unternimmt, um an der Stockholmer Konferenz teilzunehmen. Nichts liegt unseren Ad- sichren ferner und in der Tat würde Roberts der letzte sein, der den Wunsch hätte, zu einer solchen Konserenz zu gehen. Alles, was er auf unseren Wunsch zu tun beabsichtigt, ist, Stockholm zu besuchen, um den schwedischen Sozialislcnführcr Branting zu sorechen, dessen alliiertcnfreundlichc Gesinnung wohlbekannt ist. Er wird ihm genau erklären, was die Mehrheit der Arbeiter in England denkt. Wir hören, daß Henderson bereits in Stockh olni aus dem Wege nach Rußland gewesen ist, wo seine Ankunft heute nacht erwartet wird. Roberts hat jetzt, wie„Daily Telegraph" mitteilt, im Vorstand der Arbeiterpartei erklärt, daß er eine eventuelle Einladung nach Stockholm oder Petersburg zu gehen, nicht annehmen werde. Man beschloß darauf, daö Parlauicutsmitglied C l y n e s, der Vor- . sitzender der Arbeiterpartei gewesen ist, und Hutchinson von der Maschinenarbeiterorganisation zu bitten, die vakanten Plätze zu- lammen mit E a r d e n e einzunehmen und die MchrheitSgruppc in Petersburg und Stockholm zu vertreten. Ter allgemeine Sekretär des Verbandes der Gcwerkvereine 3l p p l e t o n teilte mit, daß die Gewerkschaften beschlossen hätten, keine Vertreter nach Stockholm zu entsenden. Die„Times" schreibt zur Begründung des Beschlusses der Arbeiterpartei: Ter Standpunkt der offiziellen britischen Arbeiter- parici sei der. daß die Luft dadurch gesäubert werden müsse, daß das Kriegsziel der großen Mehrheit der britischen Arbeiterpartei in Stockholm miigetcilt wird. Die patriotische Mehrheit der briti- schon Arbeiterpartei habe vor allem deswegen den Wunsch, weil sie llncchc habe zn glauben, daß die Vertreter der britischen Minder- beit sich ebenfalls einige Zeit in Stockholm aufhalten werden. Zu diesen Abgeordneten der Minderheit gehören u. a. Ramsay Mac- donald, Jolvetck und West von der Fabian Society. Daß auch MacdonaldS Reise Angstzuständc bewirkt, geht aus der„Morning Post" hervor. Dies Kriegstreibcrblatt ist außerordentlich ausgebracht darüber, daß Ramsah Macdonald nach Petersburg gehen will, und sagt: Sie Kämpfe am Isonzo. Von unserem K. K. Kriegsberichterstatter Hugo Schulz. Ter 23. und 24. Mai auf dem südlichen Karstplateau. Standort, 2S. Mai Daß die Italiener in ihrer pathetischen Weise für den Jahres- tag der Kriegserklärung einen besonders großzügigen Durchbruchs- versuch vorbereiteten, blieb unseren Truppen nicht verborgen. Die Italiener brachten es ihnen selbst zur Kenntnis, teils durch die gewöhnlichen Vorboten ihrer Angriffe, nämlich die Ucbcrläuscr, teils durch Flugzcttel mir großsprecherischen Redensarten, die sie von Fliegern über dem Wippachtal abwerfen ließen. Auf einem stand:„Wer den 23. Mai überlebt, wird ewig leben." Am 22. abends vegaiin ans dem Eüdabschuitt der Front, gegen den sich dies- mal der Hauptstoß des Feindes rickiten sollte, die Beschießung der Räume hinter unseren Linien, auch der weit dahinter liegenden Ortschaften bis in die Gegend von Opcina; diese hatte allerdings gar iein Ergebnis als Mnnitionsvcrgeudung. Tic Intensität und Dichtigkeit dieses Feuers, das dach nur ein Vorspiel war, lernte ich in den Stellungen bei Monsalcone als umniUeUiarer Augenzeuge gründlich kennen. Beim Morgengrauen aber begann erst das richtige Trommelfeuer, das fast ohne Unterbrechung bis Z4o Uhr abends währte. Bloß gegen den Südabschnitt unserer Front von Hudi Log bis zum Meere spielten 700 italienische Geschütze und dazu zehn englische Batterien mit schwersten Kalibern. In der letzten Stunde vor dem Angriff steigerte sich das Toben der Geschütze, der Minenwerfer und Brandmincn zu wahren Delirien, es trommelte nicht mehr, sondern die Einschläge verflossen in ein unablässig rolleiches Geknatter. Indessen dallien sich, von unserer Artillerie allerdings veträchtlich gestört, in den Tolinen die itatieni- ichen Angriffsmassen zusammen. Gegen unseren Südflügel im Abschnitt von Iamiano standen allein nenn Divisionen, die Bri- gaden von Mantna, Sardegna, Eatanzaro. Padua und Toskana waren dabei Tic Unserigen gaben, getreu dem Prinzip der elastischen PcAcidigung, noch vor dem Angriff die völlig zerstörten ersten Gräben auf und ließen die Italiener offene Türen ein- rennen, um dann aus der zweiten Linie nach fräfti-"— Vorarbeit der Artillerie zum Gegenangriff vorznbrechcn. obgleich sie Scharen von bomveuwerfendcn Fliegern, die sich bis auf 300 Meter herab- ließen, über sich hatten. Hin und her wogend tobte der Kampf um die Höhen 233, 238, 247 und 241. Immer iviedcr wurden die Italiener trotz ibrer gcwalligen IleberzaHl hinabgcfegt, mehrmals schon' durch Artillerie. Am 24. Mai spann sich das blutige Ringen, das auch die Andauernd gesteigertes Artilleriefeuer in Flandern— Frauzöfische Stellung bei Allemant gestürmt— Maibeute im Westen — Bulgarischer Vorstost am Barbar. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 2. Juni 1317.(W. T. B.j Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprechi Wie in den Vortagen war die Kampftätigkeit der Artillerie im Wtztschacte-Bogcn gesteigert. An der Arras-Froitt war das Feuer besonders bei LenZ und auf dem Nordufcr der Scarpc stark. Bei Erkundungsgefechten machten unsere Stoßtrupps eine Anzahl Gefangener, darunter auch Portugiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Bei Allemant, nordöstlich von Soiffons, fährten ein han« noverschcs und ein wcstsölischcs Regiment, wirksam unterstützt durch Teile einer bewährten Sturmtruppe, Artillerie, Minen- Werfer und Flieger, einen Angriff mit vollem Erfolg durch. In überraschendem Ansturm wurde die franzöfischc Stellung in etwa 1000 Meter Ausdehnung genommen und gegen wiederholte Gegenangriffe gehalten. 3 Offiziere, 178 Mann sind gefangen, zahlreiche Maschinengewehre und Mincnwcrfcr erbeutet worden. Längs der Aisne, in der Champagne auf beiden SuippcS- Ufern und östlich der Maas war die Feuertätigkeit zeitweilig rege. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nichts Neues. Im Mai sind im Westen 237 Offiziere, dabei 1 General, und 12 500 Mann als Gefangene, 3 Geschütze, 211 Maschinen-, 434 Tchnellade-Gcwchre und 18 Miucnwcrscr als Leute von unsere» Truppen eingebracht worden. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich die Lage nicht verändert. Die Regierung, die Macdonald einen Patz erteilt, mache sich eines schweren Verstoßes gegen alles vaterlän- dischc Gefühl und unberechenbarer Schädigun. gen der Sache der Alliierten schuldig. Eine Entsendung von Privatleuten nach Rußland ist überhaupt nur zu rechtfertigen, wenn es sich darum handelt, dort klar zu logen, daß England un- abänderlich entschlossen ist, den Krieg b i s zum Sieg durch- zu kämpfen und daß jeder Gedanke an Frieden hoffnungslos ist, solange Teutschland noch unbestraft und nicht reumütig ist. Inzwischen wird ein Vorgang aus dem Lager der englischen sozialistischen Parteien gemeldet, der als ein Zeichen der Zeit anzusehen ist. Wie„Handelsblad" aus London meldet, werden sich am Sonntag die unabhängige Arbeiter- Partei und die britische sozialistische Partei zu einer einzigen Parte, zusammenschließen. Eine Zusammenkunst der beiden Parteien, auf der dies geschehen soll, findet in Leeds jtatr. Wie die„Basier Nachrichten" aus London berichten, werden die Arbeiterpartei und die unabhängige Arbeiterpartei zusammen 6 Delegierte entsenden. Das Programm öer Ungarn. Die Erklärung der ungarischen Abordnung zur Stockholmer Tagung, deren ersten Teil wir gestern mitteilten, hat nach dem „Svenska Telegram-Byran" folgenden Schluß: Polen: Die Abordnung ist grundsätzlich für Wiederbcreini- gung aller polnischen Gebiete zn einem unabhängigen Staate, sor- dert zum mindesten die Selbständigkeit KongveßpolonL, nationale Freiheit und Sicherung der Entwicklungsmöglichkeiten für die in anderen Staatsvorbänden bleibenden polnischen Gebiete. Die nationalen Fragen in Ocsterreich-Ungarn sollen durch weitgehende demokratische Reformen und nationale Selbständigkeit innerhalb des heutigen Staatcnverbandcs gelöst werden. Ter Grundsatz„ohne Annexionen" bedeutet auch Rückgabe der besetzten Kolonie m Ter künftige Fviedc solle auf einer überstaatlichen Rechtsordnung und Abrüstung zu Nacht hindurch keinen Augenblick gestockt hatte, weiter fort. Tie Sperr fenerlagcn der beiden Artillerien verfochten sich so fest in- einander, daß man weiter hinten den ganzen Tag den Eindruck"mite. es sei ein neuerliches Vorbereitnngsschießen im Gange. Aus die Hermada prapelten dichte Feuergarben nieder, auch italienische Küstenmoniloren beteiligten sich an der Beschießung des Berges, der natürlich ebenfalls mächlig Feuer spie. Jiidosscn aber rangen die Infanterien in blutigen, Nahkampf. Tie Höhen 241 und 247 wurden wieder genommen und behauptet. Einige andere Höhen wurden für die Italiener durch das ständig daraus liegende Feuer unserer Artillerie unhaltbar und liegen nun unbesetzt zwischen den Fronten. Tic sackartig ausgcbuchtete Stellung bei Hudi Log, deren Räumung fiir den Fall ernsten Angriffs längst beschlossen war, wurde von zwei technistben Regimentern, trotz der Gefahr, obgc- schnürt zu werden, an beiden Schlachttagen mit zäher Verbissen- heit behauptet. Erst auf Befehl gingen sie am Abend des 24. un- behelligt vom Feinde in die zweite Linie zurück. An diesem Abend standen in Trieft HuiHcrtc Menschen auf dem Molo San Carlo, gespannt hinauslugend und hinaushorchend. Sic find an den Kanonendonner gcwöbnt, aber solch unablässig rollenden Rhythmus hatte das Trommeln der Granaten bisher doch noch nicht gehabt. Die Stadt konnte diesmal die Schlacht, an deren periodische Wiederiehr sie sich gewöhnt hat, buchstäblich sehen. Auf den flachen Höhen bei toan Giovannic, die wie ein Kap inS Meer hinausspringcn, qualmte es beständig. Rauchsäulen stiegen empor und zerstoben wieder. Weiße Wölkchen sckmnmerten auf und verschwanden. Als es dann finster ward, sah man auch Feuerschein. Ein Wald brannte. Dunkelrote Blitzfunken zuckten hoch in den Lüften auf. Das tvaven die platzenden Geschosse der Abwehrgeschütze, die einen unsichtbaren feindlichen Flieger um- kreisten. Das Leben der Stadl nahm aber trotz alledem seinen üb- lichen Laus, unbekümmert um das erschütternde Kontrastbild, das sich dadurch von selbst herstellt. Draußen trommelt es, aber aus den Räumen des Cafe Er- zelsior tönt sanfte Musik. Mit lockenden Weisen sucht sie die Auf- inerksamkeit von der Höllensinfonie abzulenken; aber diesmal gelingt es ihr nicht. Beständig klirren die Fenster, der Luftdruck übernimmt die Rolle des Nachtkauzes, der den Tod anmeldet. Die Musik kann diesmal nicht aufkommen, schaudernd horcht alles hinaus aus das vcrdcvbcnkündcnde Donnergrollen. « Aus dem Südflügel der Jnsonzoschlucht. Standort, 28. Mai. ES scheint, daß sich Cadorna, der an der Jsonzofront schon alles mögliche versuchte, wieder eine neue Taktik zuvecht gelegt hat. Er läßt seine Hauptangrifsscichtung hcrumspringcn wie eine Windfahne bei raschem Wechsel der Lustdewcgungen. Einige Tage schien Mazedonische Front. Auf dem westlichen Vardar-Ufer warfett bulgarische Bataillon« den Feind aus einer Vorposteuftetlung bei Alcack Mah und wehrtrn mehrere Gegenstöße ab. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendsrff. Abendbericht. Amtlich. Berlin, 2. Juni 1917, abends. Tie Lage ist unverändert. Ter österreichische Bericht. Wien, 2. Juni 1317.(W. T. B.> Amtlich wird verlautbart: ZOestlichcr und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Italienischer Kriegsschauplatz. Heute früh scheiterte bei Görz ein feindlicher Uebcrfall, sonst am Jsonzo nur Gcschüvkampf und sehr rege Flicgertätigkeit. Unsere Kampfflieger schössen im Luftkampf zwei feindliche Flug- zeuge ab. An der Tiroler Front holten im Monat Mai unsere an- griffsfreudigen Truppen 8 Offiziere, 728 Man», 10 Maschinengewehre und 3 Granatwerfer aus den feindlichen Stellungen. Ter Chef des Gencralstabes. Ereiguifse zur Tee. Vom 31. Mai auf den 1. Juni herrschte i« Golfe von Trieft und im angrenzenden Küstengebiete rege nächtliche Flieger- tötigkcit, wobei unsere Serflugzcuge die Bahnanlagen und andere militärische Objekte in Eervignano und San Giorgio di Nogaro mit beobachtetem Erfolge mit Bomben belegten. Feindliche Fliegerangriffe auf Trieft und Ilmgebung töteten einen Knaben. Sachschaden wurde nicht angerichtet. Bei der nächt- lichen Verfolgung gelang es unserem erfolgreichen Flieger Linieuschiffsleutnant Bauficld ein feindliches Flugzeug in fcind- lichcm Bereich abzuschießen. Wir habe» kein Flugzeug eingebüßt. Flottcnkommando. Wasser und zu Lande aufgebaut werden; zur Sicherung der Freiheit der Meere solle eine Sccpolizei und die Ent- Nationalisierung der Meerengen und der Wcltverkehrswege dienen, gegen Bestrebungen auf einen Wirtschaftskrieg nach Friedensschluß hätten alle Sozialisten schon jetzt aufzutreten. Tie Abordnung wünscht, daß die Fragen des Arbeiterschutzcs und der So z i a l p o l i t i t in die Friedensverhandlungen einbezogen werden. Die ungarische Abordnung ist zur bedingungslosen Teilnahme an der Konferenz bereit; sie ist gegen die Behandlung der Schuldfrage auf ihr, weil sie die Behandlung dieser Frage als zwecklos und für den Frieden nicht förderlich betrachtet. Doch hält sie eine Behandlung der Frage nicht für einen zureichenden Grund, an der Konferenz nicht teilzunehmen. Die Zlbordnung betont, daß. nach ihrer Auffassung die Völker aller kriegführenden Staaten friedlich gesinnt, ihre Re- gierungen in allen Ländern für den Krieg ver- antwortlich seien. Tie ruhmreiche russische Revolution habe eine dieser Kriegsursachen beseitigt. Die Abordnung verpflichtet sich, für die vollständige Demo- kratisierung Ungarns zu kämpfen und spricht den Wunsch aus, daß die französischen Genossen gegen die chauvinistische Ideologie unch die deutschen Sozial: st en für Erringung des gleichen Wahlrechts und für das parlamentarische System im Deutschen Reiche schon jetzt den Kampf auf- nehmen mögen. Sie wünscht dies, weil die Prüfung der Fric- d-nSmöglichkeitcn sie davon überzeugt hat, daß die Demokratie eine Forderung der internationalen Politik und Voraussetzung eines raschen und dauernden Friedens ist. * *« Das Ungarische Korrcspondenzbureau veröffentlicht eine Meldung aus„Kreisen, die der ungarischen Regierung nahestehen", in der gesagt wird, daß die Erklärungen der ungarischen Genossen „einen betrübenden Eindruck machen". Die ungarische Regierung hätte den Gedanken einer zwischenstaatlichen Annäherung der So- zialisten mit Wohlwollen ausgenommen, die ungarischen Delegierten aber hätten sich zahlreiche Entgleisungen zuschulden kommen lassen es, als ob der Höhenzug nördlich von Salcano der eigentliche Brennpunkt des Kampfes wäre, und während dieser Zeit mäßigte sich auf dem Äarstflügel der Schlachtsront die Artillcrietätigkcit. Italienische Berichte gaben zu erkennen, daß man in den ersten vier Schlachktagen ob der istärke zumal' des artilleristischen Wider- standcS im Südabschnitt ganz betroffen gewesen sei und daß man darum den Hauptanariff mebr nach Norden verlegt habe. Tie Täuschungsabsicht solcher Berichte war durchsichtig und wurde sofort erkannt, obgleich die Angaben über die hochgestcigerte Abstoßungskraft unserer Artillerie der Wahrheit entsprechen. Im Räume vom Meere vi? Konstanjcvica hatte sie den italienischen Angriff nirgends zur Entwicklung kommen lassen. Zwei Tage hatten die Italicner dort auf unsere Stellungen bei Kote 144, Kote 208 und bei Hudi Log losgetrommelt. Mit allen Kalibern, darunter auch mit deit� breitmäuligen englischen Geschützen, deren 34 Zentimeter breite«tahlzylindcr es besonders aus die gefurchte Hermada, die man drüben das Schreckgespenst des Karstes und den feuerspeienden Berg nennt, abgesehen hatten. Zum frontalen gesellte sich noch das böse Flankenfcucr der Geschützungetiimc, die bei der Sdobbamün- dung aufgestellt sind und im Einbug der Front bei Hudi Log unicrn Truppen sogar in den Rücken wirken können. Das berührt dort allerdings auf Gegenseitigkeit, denn auch die italienische Front ist dort bis etwa zum Fajti Hrib hinaus unserem Flankcnfcuer ausgesetzt und überdies von der Hermada her völlig eingesehen. Als die Italiener schließlich nach zweitägiger Beschießung loS- gehen wollten, erlebten sie eine böse Ueberraschnng. Bor ihren Stellungen erhob sich jäh ein schier undurchdringliches Gitter aus Feuer uitd Stahl. Heber den Dolinen aber, die als Sammelräume für die Llngrissskoloitnen dienten, gingen in kurzen Schauern, die nie länger als sechs Minuten währten, die furchtbarsten Gewitter- schläge nieder und ein Haael von eisernen Schloßen ergoß sich über die dort zusammengepferchten Massen. Fast überall erstickte der Angriff im Keime und wo er doch vorwärts kam, gaben ihm die Maschinengewehre de» Reit. Es folgten nun einige Tage, wo das Artilleriefener ein flaueres Tempo annahm. Als icb den Kommandoabsthnitt unseres Süd- abschmtts erreichte, hatte ich ztvar den Eindruck lebhaften Artillerie- tampfcS; man nannte ober dort diesen Zustand Ruhe. Allerdings Ruhe vor dem Sturm, denn niemand zweifelte, daß die Italiener es gerade ans den Südobschnitt abgesehen haben und binnen kurzem mit verstärkter Gewalt über ihn herfallen würden. Ich bestieg am nächsten Morgen die Hermoda. die gerade nur mätzig„hcledcrt" wurde. Eine Stunde vorher noch war es dort heiß zugegangen und der steinige Boden der breiten Kuppe wies einige neue Wun- denmalc, darunter Trichter von beträchtlicher Größe auf. Bon meinem Standpunkt sah ich in die Runde, wo es bald da, bald dort aufqualmtc. Besonders breitmäßige, wcitzlcuchtende Rauchsäulen zeigten die Einschläge der Mincnwerser an. Friedlich lag Mon- und in Sezug au? die Entschädigung Serbien?»einen fast ungsaub- hch scheinenden Standpunkt eingenommen". Zum Schsuij steigt e?: »Was die Angelegenheit der ungarischen Nationalitäten und Ser- dien bctrisft. so ist es wirklich unverständlich, wie ein Ungar die von unseren startnäckigsten Gegnern verbreiteten Verleumdungen über Unlerdrückung unserer Nalionalitälen bekräftigen kann. Un- verständlich ist cZ weiter, wie man die notwendigen materiellen Mitlcl zur Wiederherstellung eines solchen Staatswesens bieten könne, das durch Erweckung von Haß. durch Anfachung von Auf- ständen und durch ein System von Meuchelmord Jahre hindurch unser Vaterland in seiner Existenz bedroht und dadurch den Krieg unvermeidlich gemacht hat." Tie Erklärung der ungarischen Regierung beweist nur auf? neue, daß die Sozialisten der Mittelmächte als Träger ihrer eigenen Ueberzcugung nach Stockholm gegangen sind und nicht als Mundstücke ihrer unterschiedlichen Regierungen. Im Fall Ungarn wäre die zweite Rolle schon deshalb nicht auszuführen ge- wesen, weil man dort einstweilen überhaupt nicht weist, wer eigcnt- lich regiert. Programm für öie Diskussionen bei üen vorbereitenüen Konferenzen. Wie Marcel Cachin im französischen Nationalrat mitteilte, hat Branling ihm den Text eines Fragebogens übergeben, der am 19. Mai von dem holländisch- schwedischen Komitee in Stockholm entworfen und an jede nationale Sektion der Internationale abge- schickt worden ist. Dieses Programm für die Erörterungen in Stockholm lautet folgendermasten: l. F r i c d e n s b e d i n g u n g c n. s) Allgemeine Grundlagen des Friedens: Das Recht der Völker, über sich selber frei zu ver- fügen, Autonomie der Nationalität, Annexionen, Kricgsentschädi- gungcn, Wiederberstellung, d) Anwendung dieser Grundsätze auf konkrete Fälle: 1. Belgien, Serbien, andere Balkanländcr, Polen, Finnland. Elsast-Lothringen, Nord-Schlcswig, Armenien. 2. Litauen, Ukraine, die Tschechen, Juden. 3. Die Kolonien. II. Elementare Grundsätze der internatio- nalen Beziehungen, a) Völkerrecht; Internationale Ordnung, internationale Schiedsgerichte, obligatorische Untersuchung?- frist in Konflikt fällen, andere Mittel zur Aufrcchterhaltung des Friedens schesgue tc> enforce peace= Bund zur Erzwingung des Friedens), Sanktionen, ZwangSmatzrogeln. b) Abrüstuirg und Freiheit der Meere, c) Mittel zur Befriedigung gerechtfertigter Bedürfnisse nach wirtschaftlicher Ausdehnung ohne Gehietserweite- ruogen sJntcrnationalisierung der internationalen Verkehrswege, Meerengen, Kanäle, Haupteisenbahncn usw.). ck) Abschaffung der geheimen Diplomatie. III. Praktische Verwirklichung dieser Ziele. a) In welchem Mäste dürfen diese Fragen bei den FriedcnSver- bandlungcn behandelt werden? b) Sollen Studienkommissionen er, nannt werden, um die Lösung gewisser Fragen vorzubereiten? IV. Aktion der Internationale und der Demo- k r a t i e. a) Mitarbeit der Neutralen am Friede,:, dl Direkte Mitarbeit der Parlamente, c) Mitarbeit der sozialistischen Par- teicn. ä) Ergreifung von Mastregeln durch die Internationale, um während der Vorbereitung bor Verhandlungen und während der Tagung der offiziellen Konferenzen, die mit der Ausstellung der Fricdensbcdingungcn beauftragt sind, einen ständigen Einflutz auszuüben. X', Allgemeine sozialistische Konferenz, a) Ist man bereit, an einer allgemeinen Konferenz teilzunehmen? 1. Ohne Bedingungen? 2. Wenn nicht, unter welchen Bedingungen? d) Bericht über die Haltung der sozialistischen Partei während des Krieges; die Frage der Verantwortlichkeit, c) Mehr- heit und Minderheit. Neu-Gefterreichs Werüegang. Tschechen, Südslawen, Ruthenen und Polen hasten ihren Elnzug in das eben eröffnete österreichische Abgeordnetenhaus untcr� feierlichen Rechtsverwahrungen gehalten. Im Ramen des tschechischen Verbandes erklärte Stanek, daß die gegen- wärtigc dualistische Form zum offenbaren Nachteil der Ge- samtinteressen herrschende und unterdrückte Völker geschaffen haöe. Die Tschechen verlangen dagegen einen Bund von freien und gleichbcrechl igten nationalen Staaten, in dem sie auch ihre Vereinigung mit dem ihnen sprachlich und volklich so nahe verwandten Stamm der Slowaken in Ungarn finden. In einem gewissen Widerspruch zu diesem modernen Pro- gramm steht die gelegentliche Berufung auf unverjährbare histori'che, durch Staatsakte voll anerkanirtc Rechte, wor- unter das tschechische Staatsrecht alten Schlages die Selb- standigkeit der Länder der heiligen Wenzelskrone, nämlich Böhmens, Mährens, Schlesiens versteht. Der Unterschied ist fo'cone unten in der Ebene. Durchs Fernrohr konnte ich schicr ins Innere der Häuser blicken. Ein weistes am Ortsrand war mit dem roten Kreuz bemalt und zum Uebcrflust wehten auch Rote Krcuz-FaHnen vom Giebel. Ich hatte den Eindruck, datz sich unter den, schütze dieses heiligen Zeichenz auch Truppenansammlungen vollziehen tönnen. Dennoch wird der Bannkreis dieses merk- würdigerweise förmlich in Front gestellten Spitals von unserer A t'erie streng beachtet. Wenn es kürzlich geschehen sein soll, das; c»es unserer weittragenden Geschütze, das in Cervignano den Siab des Herzogs von Aosta aufstöberte und ihn zur raschen Ueber. iiedlunq nötigte, auch ein Spital traf, so ist das ein böser Zufall. denn Cervignano liegt weit ausser aller Sicht, fünfundzwanzig Kuometer hinter der seindlicbcn Front. Am späten Abend dieses Tages kam ich auf dem Wege in unsere Stellungen bei Monfalcone zum Vorspiel der nun seit zloei Tagen tobenden neuerlichen Artillerieschlacht, die an Heftigkeit alles Bis- herige üvertriskt. Tie nächtliche Beschießung galt nicht den Stellun- gen selbst, sondern den hinteren Räumen, durch welche wir nach vorwärts strebten, und batte den Zweck, die nächtlichen Zufuhren von Lebensmitteln und Material zu stören. Ich wurde so un- mn'Abar Zeuge des füllen und so wenig gewürdigten Heldentums all der. Männer, die im schwersten Feuer diese Zuschübe bcwerk- ; cllnren, der praubörtigen Arbeits- und Fahrsoldaten, die da in st ei scher Rube ihre Wagen lenken oder ihre Lasten schleppen, der Maultiertre'ver. der Wasserträger, der Köche, die die Kochkisten schlcpycn, und der Kainpssoldaten, die aus ihren ruhigen Reserve- .st'iungen Zementblöcke oder spanische Reiter nach vorn schleppen. Alle tragen Stablbelme auf dem Haupte und die Gasmaskcnhülsc um den Leib. Aufrecht geben sie und zucken nicht einmal zu- sg-nmen, wenn es in ibrcr Näbc einschlägt. Sic laufen Spichruten durch Gassen von stabl-, stein- und"sunkcnstiebenden Granat- rnstonoiwin An einer Stelle muhten wir, weil es auf dem Haupt- weg doch zu toll zuging, mit ihnen den Umweg über eine Mulde wachen, in die der feindliche Scheinwerfer nicht hineinleuchten kann. Dieser Ilmweg gebt durch einen Sumvf. wobei man bis an hie Knie in Wasser und Schlamm versinkt. Ruf dem Rückweg dann dieselben schaurigen Bilder, dazu auch noch die Leichen, die auf Karren verladen zurückgebracht werden. Zum Glück nur wenige. Es war 3 Uhr morgens, als wir diese Stätte des Grauens verliehen und durch flläume. in die sich noch vereinzelte feindliche Geschosse verirrten, wieder dem Orte zustrebten, den wir früb- morgens verlassen haben. Um diese Zeit war es fast ganz still geworden, aber kaum ein« Stunde wäbrie die Pause. Kurz vor Sonnenaufgang wieder ein paar Donnerschläge und gleich darauf begann der Wirbel des Trommelfeuers, das nun seit 36 Stunden sorttobt und gegenüber dem Südflügel unserer Front sich zu Dimen- sionen gesteigert hat, die alle bisherigen überbieten.(r) klar: die Forderung nach der Bildung von Nationalen StaaV ton im Gesamtbundesjtaat Oostorreich-Ungarm nimmt zur Grundlage das Gebiet und die Menschen, das alte Staats- recht hängt an der überkommenen Grenzbildung der Länder der hailigon Wenzelskrone und vermindert nicht die natio- nalcn Reibungsflächen, sondern unterwirft nur die deutsche Minderheit in diesen Ländern dem Zwangsgebot der tjchechi- scheu Mehrheit. Die d e u t j ch- b ü r g e r l i ch c n Abge- ordneten glaubten eine Erklärung des tschechischen Staats- rechtes alten Schlages vor sich zu haben und gaben eine Gegenerklärung ob, die in Anbetracht des Uinstandes, daß die Tschechen einen sehr wesentlichen politischeii Wandel voll- zogen hatten, falsch angebracht war. Die Südslawen verlangten die Vereinigung aller von Slowenen, Kroaten und Serben bewobnten Gebiete der Monarchie zu einem selbständigen, von jeder nationalen Fremdherrschaft freien, auf demokratischer Grundlage ausgebauten Staatskörper unter dem Szepter der habsburgisch-lothringischen Dhnastie. Die Ruthenen forderten Selbstverwaltung, wollen aber nichts von einer Eingliederung in ein vorwiegend von Polen beherrschtes, autonomes Galizien wissen. Die Polen, be- sonders die Vertreter der polnischen Lolkspartei, verlangten, daß alle von Polen bewohnten Gebiete ver- einigt werden sollten. Da auch die deutschen Sozialdemokraten für nationale Selbstverwaltung eintreten, so besteht im österreichischen Ab- geordnetenhause eine überwiegende Mehrheit für die Umwandlung Oesterreich-Ungarns in einen Bundes st aat sich selb st verwalten- der, demokratischer National st aatcn. Das ist wohl das wichtigste Ergebnis der ansonsten belanglosen Rechtsverwahrungen, worüber freilich nicht zu vergessen ist, daß die Meinungen über die Durchführung dieser nationalen Selbstverwaltung im einzelnen noch sehr auseinandergehen. Die Seürohung öer europäischen Neutralen« Die Schweiz an die Vereinigten Staaten. Bern, 1. Juni.(Schweizerische Dcpeschcn-Agentur.) Anläßlich der Jahresfeier des Eintritts Genfs in die Eidgenossenschaft hielt Bundespräsident S ch u l t h e h am Freitagabend eine große Rede, wobei er auch eingehend auf die wirtschaftliche Stellung der Schweiz und dann auch insbesondere der Schweiz zu den Vereinigten Staaten von Amerika zu sprechen kam. Der Bundespräsident stellte dabei fest, dah entgegen allen möglichen Gerüchten bis jetzt in Amerika per Ausfuhr nach der Schweiz irgendein Hindernis nicht in den Weg gelegt worden sei; den Meldungen einer gewissen Presse, daß Amerika die Ausfuhr nach der«Schweiz einschränken oder gar verbieten werde, vermöge er keinen Glauben zu schenken, für ein solches Vorgehen bestände auch keine Veranlassung, da die staatlichen Warcnzufuhren, die aus Amerika kämen, den Bedin- gungen unterstellt seien, welche mit den Regierungen der Entente- mächte zur Sicherung ihrer Interessen vereinbart worden seien. Die Schweiz halte ihre Verpflichtungen in aufrichtiger Weise. Der Bundespräsident legte daher feierlich Verwahrung ein gegen die Vorwürfe, die hin und wieder in törichter und grundloser Weise erhoben würden, als ob die Schweiz die ihr durch Frankreich und Italien oder aus Amerika zugeführten Waren benütze, um im Widerspruch mit ihren Zusicherungen die Gegner der Länder zu verproviantieren, die den Bezug und die Transporte dieser Waren der Schweiz ermöglichten. Zum«Schluß seiner Rede betonte der Bundespräsident den feste» Reutralitätswillcn der«Schweiz, bemerkte aber, daß die A n» erkcnnung der Neutralität auch die Anerkennung desRechtesderExistenzinsich schließe, da sonst die Garan- iien der Neutralität illusorisch wären. Die Rußen bleiben fest! Dem Pariser„Temps" zufolge wendet sich das Blatt des Arbeiter, und Soldatcnrats„Jsvestija" scharf gegen die eng- lisch« Behauptung, zwischen Rußland und seinen Verbündeten bestünden hinsichtlich der Kricgszicle keine Meinungsver- schiedenheiten. Sie schreibt: Die russische Revolution wird nicht einen einzigen Mann op- fern, um Euch zu helfen, die geschichtlich gewordenen Ungerechtig- leiten, die für Eure Rechnung begangen wurden, wieder gutzu- machen. Wie steht es denn mit Euren geschichtlichen Ungerechtig- keiten, nämlich Irland, Indien, Aegypten usw? Wenn Ihr Ge- rechtigkeit so sehr wünscht, so fangt an, selber gerecht zu sein. Die russische Demokratie wird sich von Euren schönen Redensarten nicht einfangen lassen, sie wird die Kastanien nicht für Engländer, Fran- zoscn und Japaner aus dem Feuer holen.... Die alliierten Regierungen werden sich klar mit Ja oder Nein aussprechen müssen. Wenn ihre Antwort Nein lautet, werden sie die Verantwortlichkeit für all« Folgen übernehmen müssen und nur sich selbst anklagen können. Die Erklärungen der französischen und der englischen Regierungen können das revolutionäre Rußland nicht zufriedenstellen. Der Begriff der Annexion wird so definiert:„Unrecht- mäßige Erwerbung eines Gebietes, das sich am Tage der Kriegserklärung im Besitz eines anderen Staates befand".— Dafür soll kein Volk sein Blut vergießen. Reuter meldet Revolutionsschr ecken. Petersburg, 2. Juni.(Reutermeldung.) Die Tatsache, daß eine Gruppe von Anarchisten, von denen einige mit Ge- wehren, Revolvern, Dolchen und Handgranaten bewaffnet waren, mit schwarzen Fahnen mit den Aufschriften„Weg mit den Behörden",„Weg mit den Kapitalisten" und„Es lebe die sozialistische Revolution und die Kommune" mitten am Tage über den Newski-Prospekt und durch andere Hauptstraßen ziehen konnten, ohne irgend wie behindert zu werden, gibt ein Bild bon Zuständen in der Hauptstadt. Unter den Manifestanten befanden sich auch Soldaten und Matrosen mit Gewehren. Der Zug machte vor der Kasan-Kathedrale halt, wo Ansprachen gehalten wurden. Einer der Redner, ein Soldat, erklärte, daß die Teilnahme an die Kund- gebung nur für die Kapitalisten gefährlich sei, nicht für die armen Leute. Agitatoren gingen überall herum und forderten das Publi- kum auf, die Bank zu plündern. Sie äußerten, daß am Tage der bevorstehenden Gcmeindcratswahlcn eine neue Revo- l u t i o n beginnen werde.— Auf einer Konferenz, auf der die Krise im Dorschen Steinkohlen- und Fabrikgebict bciprochen wurde, erklärten die Vertreter der Arbeiter, daß der Unterhalt einer Familie von vier Personen fetzt 256 Rubel monatlich koste, so daß dieser Betrag als Mindesteinkommen festgesetzt werden müsse. Spanien nnü öie internationalen Kragen. Die spanische Regierung befürchtet, daß aus der Teilnahme der Bevölkerung an der Diskuision der Fragen, die sich jetzt die Führung im politischen Leben aller Länder erobern, Gefahr für die Neutralität Spanien« erwachsen, könne, und sie hat, ivie der Minister deS Innern Burell erklärte, beschlossen, für den Augenblick jede.öffenl- ließe Kundgebung zu den internationalen Fragen zu untersagen, Ueber diesen Beschluß hinauszugehen, liegt indes nicht in der Ab- ficht der Regieiung. Nach einer Madrider Depesche au Pariser Blätter erklärte Garcia Pietro einigen Journalisten, daß die konstitutionellen Garantien nicht aufgehohen werden. Die Madrider Gruppe der spanischen sozialistischen Partei erließ ein Manifest, in dem sie erklärt: Eine Nieder- läge des deutschen Imperialismus sei zwar zur Entwicklung der europäischen Demokratie nötig, genüge aber nicht. DaS Proletariat aller Länder müßte unermüdlich daran arbeiten, daß am Ende der gegenwärtigen Katastrophe die imperialistischen Ge- walten aller Nationen oder Gruppen von Nla t i o n e n gleichfalls vernichtet seien. Die spanische sozialistische Partei erachtet die s ch n e l l st e Wiederherstellung der Internationale für unerläßlich, jedoch unter Ausschluß der Elemente, die sich im gegenwärtigen Konflikt der Partei nicht würdig gezeigt haben. Oer Krieg auf den Meeren. $5200 Tonnen versenkt. Berlin, 2. Jmn. Reue U-Boots- Erfolge in der Nordsee nud im Atlantischen Ozean: 21 000 Dr.-R.-To. Unter den versenkten Schiffen befanden sich n. a.: Zwei englische Dampfer, die beide unter starker Sicherung fahren und von denen der eine Ladung für Rußland an Bord hatte. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Berlin, 3. Juni 1317. Amtlich. Erstens: Im At- lantischenOzea» und im K a n a l sind durch die Tätig- keit unserer U-Boote 30500 Dr.-R.-Tonnen vernichtet worden. Unter de» Schiffen befanden sich u. a. zwei englische Dampfer, deren Ladungen u. a. aus sieben Millionen Kilogramm O e l für die eng- lische Kriegsmarine und aus lOOOfi Ballen Baumwolle für England bestanden. Ein großer französischer Dampfer mit unbekannter Ladung sowie russische Segler mit 80ll0 Tonnen Weizen für England.— Zweitens: Neue U°Bootserfolge im Mittelmecr: Wieder wurden eine größere Anzahl von Dampfern und Seglern mit zusammen 33700 Dr.-R.-Tonnen versenkt.— Unter diesen Schiffen befanden sich n. a. der b t• waffnete englische Dampfer Harpagus(5866 Tonnen) mit Oel und Mehl von New Avrk nach Marseille bestimmt, der bewaffnete englische Dampfer Easvian(3666 Tonnen) mit einer Salpeterladung von 5466 Tonnen für Italien aus Chile kommend, ein Dampfer, der mit einer vollen Ladung Schwefelsäure von Valencia nach Frankreich unterwegs war, derbewaffnetefranzöfische Dampfer Jtalia(1365 Tonnen), welcher den Postdicnst von Körfu nach Tarent versah, ein bewaffneter englischer 3566- Tonnen-Dampser, ein bewaffneter französischer Dampfer, Typ Biarritz,(2452 Tonnen) und der v o l l b e- setzte bewaffnete französische Transport- dampfe? Medierda(1318 Tonne«) auf der Fahrt von Afrika nach Südfrankrcich. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. Der deutsche Angriff bei Memant. Berlin, 2. Juni. Die französischen Verluste bei Allemant waren äußerst schwer. Nach dem Einbrechen der deutschen Sturmtruppen versuchte ein Teil der französischen Besatzung nach rückwärts über freies Feld zu entkommen. Die Flüchtenden gerieten jedoch in deutsches Artillerie- und Maschinengewehrfeuer und wurden so gut wie sämtlich niedergemäht. Die Beute an Minenwerfern, Ma- schinen- und Schnelladegewehren ist noch nicht gezählt. Die Fran- zosen versuchten am Vor- wie am Nachmittage mehrere Gegen- angriffe, die sämtlich glatt abgewiesen wurden. Am Abend setzten sie einen neuen starken Gegenangriff an; im Vernichtungsfeuer der deutschen Artillerie, das sofort auf die französischen Gräben gelenkt wurde, war die französische Sturmtruppe nicht ans den Gräben herauszubringen. Auch südlich Cerny wurde die deutsche Stellung weiter vorgeschoben und gegen Gegenangriffe gehalten. Lette Nachrichten. Englische Vernunft gegen Ribot. Rotterdam, 2. Juni. Nach„Nieuwe Rotcrdamsche Courant" schreibt„Daily Chronicle" anläßlich der Rede RibotS in der französischen Kammer: Wir«rlauben uns die Klugheit des Beschlusses, kein« Pässe für den Besuch der Stockholmer Konferenz zu bewilligen, anzuzweifeln. Wenn die Sozialisten aller Länder einander zu treffen wünschen, um Fricdensgedanken aus- zu tauschen, so besteht kein Grund, warum man sie daran hindern sollte. Ihre Beratungen können sogar gute Ergebnisse haben. Wir sehen kein einziges Anzeichen dafür, daß die Sozialisten sich die Aufgaben der Regierungen an- maßen wollen.__ Die Gegenrevolution organisiert sich. Kopenhaen, 2. Juni.„Politiken" meldet aus Peters- bürg: Im Arbeitszimmer Rodsiankos im Duinagebäude fand eine Sitzung hervorragender Mitglieder der Duma statt, die einen stürmischen Verlauf nahm. M i l j u k o w erklärte, er sei nicht freiwillig als Minister zurückgetreten, sondern g c- zwungen worden, seinen Posten zu verlassen. Schließlich wurde eine Entschließung angenommen, in der an die einstweilige Regierung das dringende Ersuchen gerichtet wurde, für die Außenpolitik Rußlands nach Wie vor unbe- dingte Treue gegen die Alliierten als Grundlage festzusetzen, da hiervon die Lebensinteressen und die Ehre Rußlands ab- hängig seien. Deutsch-schwedischer Zwischenfall in der Lust. Malmö, 1. Juni.(Meldung des Svenska Telegrambhran.) „Sydsvenska Dagbladct" meldet: Gestern nachmittag überflogen zwei deutsche Flugzeuge schwedisches Gebiet. Außerhalb von Landskrona begegneten sie dem Flieger Doktor Thulin, der sie für schwedische hielt und der ihnen entgegcngcflogen war, um sie zu begrüßen und zu beobachten. Eines der Flugzeuge eröffnete auf ihn Maschincngcwchrfener. Thulin, der unbewaffnet war, mußte davonfliegen. Wie W. T. A. hierzu aus zuverlässiger Quelle erfährst hat sich der Vorfall so abgespielt, daß zwei deutsche Flugzeuge beim Passie- ren des Sundes vor Landskrona in einer Entfernung von 3666 Meter von Land mit einem schwedischen Landflugzeug zusammen- trafen. Das Landflugzeug bog darauf kurz ab; es sind keinerlei Schüsse abgegeben worden, GkwerffchosisbcVcgung Kohlenpreiserhöhung unö Bergarbeiter- �öhne. ?IiiS Bergaidciterfrcisen wird uns nw is heil die Ncciirrmist die Erhöhung <» gcschril?ben: Aber- der nnttcldentsäic'n 'launkohlc'u- und Briknüpieise um 10— M M. Pro Wagcn gonrinuigi. Es I'dfct, diese Ewnehiiugung sei eiteilt worden, damit die Löhne der Arbeiter aufgebessert trürdcn. Abgesehen davon, dah schon die bisherigen Werks- ertrüge recht gut eine Lohnerhöhung ermöglichten, ist es sehr notwendig, die Lcstentlichleit darauf aufmerksam zu machen, tvie es mit den„in Aussicht genommmeil" oder gar der- stnochcncn Lohnerhöhungen im Bergbau steht. Tie ab 1. Januar Istl? fast allgemein, ebenso die wieder•ab 1. Mai größtenteils eingetretenen Erhöhungen der Steinkohlen beziehungsweise der Brannkoblen-, Koks- und Brikcltpreisc sind t a t s ii ch l i ch v o r g e n o m m e n Word e n, oh n e daß gleichzeitig eine c n t s p r e ch e u d c Lohn a u f b e s s c l ii u g all genieii� v o rg c n o m m e n wäre Im siskalischeu Saarbergbau sind allerdings etwa mit der leisten Preiset höhung die Schichtlölme um 10 Proz. er- bohi worden, von den Akkordlöhnen steht das noch nicht allgemein fest. Tagcgen warten die Berga: beiicr in S ch I c s i e n M i t t c l d e u t s ch I a n d und im rheinisch> West f ii 1 1 f ch e u Industriegebiet i m m e r nach auf eine allgemeine Lohnaufbesserung, ob schon sowohl die Preisbcraufsetzuugsn ab 1. Januar wie die im P,'ai vor der Oeffentlichkeit nicht zuleht begründet worden sind nnt der Etklärung. den Werksbesitzern solle che Piöglich- ieii gegeben werden, den Lohnforderungen der Arbeiter ent- gegen zu kommen. Auch in Sachsen ist mit der letzten Preis- erhöhung eine geringe allgemeine Lohnaufbesserung verbunden morden, in den übrigen großen Bergwerksbezirkcn, abgesehen vom Saargcbict, ist das oder noch nicht dor svall. Genau i nr Gegenteil klagen di e B e r g a r b c i t e r in i ls r o r Presse und in ihren Per f a m m l u n g e n, daß während des Termins d e r K o h l e n p r e i s- c r h ö b u u g e n st e l l e n>v e i s e sogar noch V e r- kri r z u n g o u der Akkordlöhne vorgenommen wurde n! Tie Erbitterung der Arbeiter ist deswegen begreiflicherweise groß. Von don nittgetciltcu Ausnahmen abgesehen, kann also bisher von einer allgemeinen, den wiederhalicu starken Preiserhöhungen enlsprechenden Verbesserungen der Bergarbeiterlöhne in den genannten Haupt- bezirken keine Rede sein. Tas mutz zur Steuer der Wahr- heil öffentlich festgestellt und durch die Presse den Massen der Konsumenien möglichst weitgehend mitgeteilt werden, damit diele nicht glauben, von den in rascher �olge erhöhten Kohlenpreisen profitierten die Bergarbeiter in entsprechender Weise. Tiesen werden sehr häufig nicht einmal die in den Einigungsverhandlungkn von den Hilssdienstausschüsscn vcr- s p r o ch'c n e n Löhne gezahlt. Ssrlin nnd Umgegenü. Die in Buchbiiidcreicie brschäftiqteil Buchbinder und Buckbiniicrci- Ai beiieriunril Berlins nahmen am llreilag in einer Branchen- Versammlung den von Rilger erstatteten Berichi über die-Rege- lung der Teuerungszulagen eulgegeii, wie sie durch die Leipziger Vereinbarung zwischen dem Verbände der Buchbinderei- besitzcr und dem Buchbinderverband für das Gebiet de-Z sogenanineii DrcistädtetarifS iL e i P z i g, Berlin und Sliitlgarl) zu- siaildc gekommen isi. lieber die in Leipzig gelrosseuen Vereinbarungen bar der„Vorwärts" bereits in der Nummer vom t. Juni bc- richtet. Irrtümlich ipcichl jedoch die Ueberschirfr des Artikels von Vercüibaruiigen sür das in Buchdrücke- reren befchäsiigle Buchbiuderpersonat: tatsächlich aber betreNeu die Vcrembaruugen da- i» den Buchbindereien bc- schäsngte Buchbinderpcrlonal.— N ü g e r gab ein umsasscudeZ Bild der Leipziger Verhandlungen und ihrer Schwierigkeiten und ging dann auf die Frage des b e i o n d e r e n Zuschlags für Berlin ein, die noch der rinliche* endgültigen Erledigung harrt. Herr Wübben, der Vorsitzende des Vereins der Berliner B u ch b r ii d c r e i b c i i p e r, balle v o r z e i: i g die Konferenz in Leipzig verlasien und erklärt, die Berliner Prmzivale würden die Leipziger Bereiobarnngen anerkennen, die Stuttgart, Leipzig und Berlin betreffen; fie würden außer d i c f e u Sätzen der Tencrungszuloge für Berlin aber nur noch einen Sonderzuschlag von oProz. auf alle Löhne und Verdienfre gewähren. Blü anderen Worten, den u> Berlin schon bisher geltenden besonderen Zu- schlag von tü Proz. aus alle Löhne und Verdienste wollen sie noch der Erliärung des Herrn Wiibben um 5 Proz. herabsetzen.— Die Vertreter des BuchbinöcrverdandcS gaben schon in Leipzig dem-} gegenüber die Erklärung ab, sie würden an dem Berliner Sonder-- zuichlag von iO Proz. feslhalreu.— Diese Angelegenheit wurde dann örtlicher Erledigung vorbehalten. Dem yicfcuu Rügers folgte eine kurze Diskussion. In einer R e i o I n t i o n sprach dann die Versammlung ihr außerordentliches Bedauern darüber mit, daß die in Leipzig bewilligten Sätze der Teiicriingsznlage lnnter ihren berechtigten Er-! warinngen weit zurückbleiben. Ferner betagt die Resolution: „Die Versammelten bedauern weiter, daß die Berliner Prinzipale den am 22. Marz erwcilericn Tenernngszuschlag von 10 Prozent ans alle erziellen Verdienste nicht aujrechierhalten wollen. Sie euvaue». daß über diese Augelegeubeit schnellstens zwischen den beiden Sraaiiisaiioncn eine Vcistäiidigung ohne Verkürzung de? bisher gewährten Zuschlages herbeigeführt wird." Schließlich wurde noch folgender Antrag angenommen:„Im Falle die Berliner Prinzipale den lokale» TeuerungSzuichlag von 10 Proz. nicht weiter gewähren wollen, so ist vor dem Kriegs- anSschuß von Groß-Bcrliii die Forderung von 25 Proz. Teuerungszulage wieder aufzustellen." Aus dem Kriegs«usschntz fiir Groff-Bcrlin. ? er Jngeiiieiir F. aus einem Betriebe der A. E. G. will einen Nblcbrschcin. weil er eine Stellung erhallen kann, in der er erheblich mehr Gebali hat, als bisher. Tie alte Firma ist bereu. F. entgegenzukommen, jedoch bei weitem nicht soweit, wie das Angebot der neuen Firma lautet. Da verschiedene Umstände zunächst nicht geklärt werden können, wild den Parteien anheimgegeben, im Betriebe nochmals zu verhandeln. Falls da� keine Einigung erzielt wird, wird der Kriegsausschuß die isache nochmals verHandel». 30 Werkzeugmacher der Firma?. wollen mehr Lohn haben. Die Verhandlungen ergeben, daß die Werkzeugmacher talfächlich unter dem jetzt üblichen Lohn stehen, und wird die Berechtigung ihrer Forderung anerkanni. lieber Einzelheiten soll nochmals im Betrieb verbandelt werden. Falls hier keine Einigung erzielt wird, toll der Kriegsausschuß die Sache in der nächsten Sitzung erledigen. Zirka 200 Arbeiter der Firm« F. wollen mehr Lohn hoben. Es ivird festgestellt, daß die Verdienste verhältnismäßig minimal find und daß einige Gruppen sogar erheblich unter dem jetzt ollgemein üblichen Verdienst stehen. Der Vertreter der Firma erklärt stch bereit aufzubestern. Da jedoch die 200 Arbeiter.den der- schiedensten Beruicii angehören und die Sache un einzelnen verhandelt werden muß. tvird die Sache zur endgültigen Wer bandlmig nochmals an den Beirieb zurückverwiesen. Sollte eine Einigung nicht erzielt werde», wird der Kriegsausschuß in der nächsten Sitzung die Sache ciidgüliig erledigen. Die Elcktromonirurr und.Eelser crörterien in einer G e u c r a l v c r s a iii m I u n g am Donnerstag die Frage, ob die Löhne der Elettromontcure den heutigen Teuerungsverhälinisten entsprechen. Tie Frage wurde gllgeuiciir verneint. Gemäß früherer Entschließungen isi versucht worden, einen Stundensatz von 1,50 Mk. zur Einführung zu bringen. Tas ist auch in per- schiedeiien Betrieben gelungen. In anderen Betrieben wurde weniger erzielt. Im allgemeinen können, wie festgestellt wurde, die crrcichien Vervesterungen nicht genügen.— Unter anderem wird als ein Keminschuh empfunden, baß bei der A.E.G., Abteil lung Z tJnstallalionsabeitung), noch Stundenlöhne von 65 und 70 Pi. vorrornmen, wodurch die, den Gesamtverdicnst etwas erhöhende cigenariige Praxis veranlaßt wird, die in Fachkreisen unter der Bezeichnung des..ertundenschiebens" bekannt ist. Diese in ihrer besonderen Art nicht einwandfreie Praxis wurde in der Bersammlung schart verurteilt. Sie müßte durch Zahlung �anz erheblich höherer Stundenlöhne beseitigt werden. Tic Versam- nielieu waren(ich darin einig, daß beraten und festgestellt werden müßte, auf welchem Wege am besten allgemein bei allen Unternehmern die zzewünschien höheren Stundenlöhne zur Durchführung gebracht werden könnten. Tic Branchenkommission soll dieser Frage nähertreten und dann wieder eine Branchen- Versammlung aller Eteitromonteurc und Helfer Groß-BerlinS ein- berufen. Musianö. Eiscubahnerftreik rn Norwegen. Kristiania, 2. Juni. Ter Landesverband der norwegischen Eisen bahner hat einstimmig für seine sämtlichen 5300 Mitglieder die Kündigung ihrer Stellungen mit einer Frist von drei Monaten unter dem Hinweis beschlossen, daß die Einstellung ueurr Arbcitskräjte verhindert werden würde. Munitionsstreik in Norwegen. Tie in den staatlichen Waffen« und Pkunilionsfabrikcn Norwegens beschäftigten Arbeiter haben ivre Kündigung eingereicht, lveit die Regierung auf ihre Eingabe um Lohnaufbesserung iunerhatb der gegebenen Frist nicht gcanlworlcl hat. Tie Bewegung umfaßt rund 10 OVO organisierte Arbeiter. Nufelanp. Petersburg, 31. Mai. fMeldung der Petersburger Tele- graphen-Agenturr) lieber 3000 Angestellte der Kleider- nnd Wäschegeschäfte sind in den Ausstand getreten, weil die Arbeitgeber sich weigerten, eine Gehallserböhurg von 100 Proz. und eine besondere Kriegszulage zu gewähren. Freie?urn> rkchaft?,c»ki>lli> Britz. Jugenbverrinigung„Sporte fi eiinbc OJeuliiKit. 5.- c u l c Sonntag. naäimiUogs 2 llbr: A n- inrvcn aal dem Städli'chcn Pubiläumsspoi tvlatz an der Vrenzollec. Tie. Anlglieder der Ableilmigen versamniolli sich um Ist, llbr aus dem Hose der' TurnhaUc Tonauttrai:e 120 zum gemeinsamen Aiismoriib. Die Freie Dnrncrichast iEilmersdorf veraniialtet b c u i c im VolkSbaute. Vbarlotienhiira. Rvfinenllr. 3. einen Heiteren Kimstabcnd, wozu die Slrbciteischas! Ileundtichst cingelaoen ist. Bcrantwortl. s. Politik: Dr. Franz Tiederieb. Bert.-Friedenau: sür d. übrigen Teil d. Blattes: Alfred Scholz. Neukölln; sür Inserate:!>i. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buckdruckerei 11. VerlagSamtalt Paul Singer& �0 Bcrlm S\V. Hierzu 3 Beilage». »(iiiiiiiuiiiiiiißiiiiiiniiimiiii'iiiiinmiimi j Waschstoffe - bedruckt, seidcngJznzendes Gewebe - rouiaruin ii schönen Mustern..... Mrr. 1 Baumwoll-Musselin ,lirk;scbc ? L'„____ bedruckt. Blumenmuster auf hellem 1 i\repon cu-und.............. mu. b bedruckt, Blumenmuster In schönen Farben- B Oallol Stellungen.............. Mir. J Schleierstoff."..tro.Ser. I Weiß Schlcierstoftc«' nocmi-reit M,r, F l�?m br.,velff u dunkelgrurdig, H OLIIlvlvI olUil mii kleinen Blumeoraustcr Mir. f Weiß Schleierstoff j Seidenstoffe I Schwarzer Taffet et««5 tm t-rtn, mu-, 3.25 * I Karierte Blusenseide schottisch. 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S � � p, Baumwollstoff mit eingewebt. Mustern 4..50 BatiSt weiß und beige, mit Stickereikante.... 9. 50| OnnenSCnir Iii C Batist L.ÄerÄ� reiCher 7.00 gemustert. 1 1.25 Batist weil!, mit f-wdigenPupfenund«oblsaum 15.00 k siimieeei............ i>uui>uuamiuuv»na»ii»"»»>iuu>»»««>t»>>t»»l>">u"hiM»li«,i>>t>iiniM«iihiZ . Silberne Rocknadeln �°°°, 1.10, fuii'iuiiuunii|,ii<|'uui,>uiiiui'Muii>i>iiuiMuiiiuiiiue!iiiniiiiiuuiiiiuuiuiiiiiPUii»ua>>iii"UihiuuiwiiUi/, Uhr— ungekürzt zur Aufführung. Be- sonders hervorzuheben sind der Akt„Triumph der Schön« h e i t die beiden neuen Hnmoristen G ö b e l und Neumüller, sowie die heilere Pantomime„Der zerbrochene Spiegel". Nachmittags darf jeder Erwachsene ei» Kind frei einsühren. Iii der Maske eines Eisenbahnbeamten. Ein Arbeiter Her- .mann M a x legte sich eine blaue Litewka und eine Eisenbahner- mutze zu. In dieser Kleidung ging er auf die Bahnsteige, löste .sich eine Fahrkarte vierter Klasse und bestieg irgendeinen Wagen. Die Fahrgäste pflegen jetzt bei der Ueberfüllung der Züge schon früh zu kommen, uni sich einen Platz zu sichern und ihr Gepäck abzustellen, und verlassen dann oft den Wagen noch einmal. Ter .falsche Eisenbabnbeamte erbot sich, auf das Gepäck zu achten und belohnte das Vertrauen der Leute damit, daß er die Habselig- leiten stahl. So pendelte er zwischen Berlin und den entfernteren Borortcn hin und her. Freitag, sah ein Fahrgast vom Wartesaal des Anhalter Bahnh ofs aus. wie der„Hüter" mit seinem .Gepäck verschwinden wollte. Er nahm ihn fest und übergab ihn der Bahnhofspolizei. Einen schwunghaften Vrothandel betrieb Freitags ein Mann sin N c i n i ck c n d o r f. Er hatte in der Königgräber Straße einem 'Kutscher der Pumpernickel- und Bisquitfabrik Corts u. Co. den Wagen mit der Ladung gestohlen, jagte mit dem Gespann nach Reinickendorf und begann dort seine Beute vom Wagen aus zu verkaufen. Als er sah, daß er Aufsehen erregte, fuhr er nach der Seestraßc davon. Das Fuhrwerk wurde abends in der Edinburgcr Straße führerlos aufgefunden. Der Täter, der im ganzen ctiva '130 Stück Brote verkauft hatte, ist dann in der Christianiastraße verhaftet und als ein oft bestrafter Arbeiter Ltto Müller fest- gestellt worden. Der Kutscher„Dllo Stinn", der. wie wir mitteilten, einer hiesigen Spedition am vergangenen Dienstag für 30 000 M. Stoffe unterschlug, ist gestern verhaftet und als ein schon oft bestrafter früherer Kutscher Max Krüger festgestellt worden. Sein Bruder Wilhelm, der früher in der Spedition tätig war. hatte ihn dort unter falschein Namen eingeschoben und den großen Streich mit ihm und einem dritten Spießgesellen, einein gewissen Wilhelm Schulz, verabredet. Vor einer Schankwirtschaft untersuchten die drei die Ladung, und da sie sie sür„greignet" hielten, riefen sie gleich durch den Fernsprecher einen Hehler an. Dieser, ein Kausmann L. in Lichtenberg, erwarb die Stoffe für 3000 M. und verkaufte sie für 10 000 M. an einen anderen. Der neue Käufer packle sie»i Kisten um und machte sie versandfertig. Schon waren die Kisten auf einen Wagen geladen, um zur Bahn gebracht zu werden, als die Kriminalbeainten erschienen und alles beschlag- »ahmten. Bald saßen auch die beiden Krüger und Schulze hinter Schloß und Riegel. 1S00 M. wurden bei ihnen noch gefunden, das übrige hatten sie bei einem„Kommers" durchgebracht. Dieser fand in der Privativohnung zweier Straßenmädchen statt. Die Kriminal- Polizei, die dort einmal nachsah, fand einige 60 Personen der- sammelt, darunter Buchmacher, Zuhälter und ihren Anhang. Charlottcniurg. Lebensmittel der nächsten Woche. Fleisch wird Ivie bisher ausgegeben. Kartoffeln sollen wieder 5 Pfund verteilt werden und im Falle der Nichtlieferung Gebäck, ferner 3li Pfund Zucker sür bie Zeit bis zum 1ä. Juni. Auf die Abschnitte der roten Nabrungsniittelkarte cntsallen 125 Graupen oder Gerstengrütze, auf Abschnitt 32 bis zum 3. Juni. Auf Abschnitt 33 100 Gramm zu- bereitete Heringe oder Sardinen in Essig. Auf Abschnit 38 gibt es 1 Pfund Weißkohlsauerkraut, auf Abschnitt 93 Vj Pfund Rübensauerkraut, beides für die Zeit vom 6.— 13. Juni. Die Fetlration beträgt 50 Gramm Butter und 30 Gramm Margarine. Auf Ab- schnitt 24 der Eierkarte werden 3 Eier vom 4.— 17. Juni abgegeben. In der Zeit bis zum 15. Juni muß Abschnitt 34 der roten Karte als Anmeldung zum Bezüge von Einmachezuckec oder Kunsthonig oder Südfruch'tmarmelade abgegeben werden. Auf die Nährmittel- zusatzkarte für Jugendliche(Abschnitt 8) gibt eS vom 4.— 10. Juni 125 Gramm Weizengrieß. Neukölln. Lebensmittelversorgung. In der kommenden Woche werden abgegeben: Brot, Mehl, Fleisch und Zucker wie bisher; ferner 50 Gramm Butter, 30 Gramm Margarine. Da die Zufuhr an Kartoffeln nach wie vor unzureichend ist, wird auch in nächster Woche die vorgesehene Menge von 5 Pfund pro Kopf nicht voll vcr- teilt werden können. Ersatz wird voraussichtlich in Mehl und Brot gewährt werden. Näheres wird noch veröffentlicht. Auf Ab- schnitt 25 der Eierkarte werden in der Zeit vom 4. bis einschließlich 17. Juni drei Eier abgegeben; Hafergrütze oder Hafermehl werden in einer Menge von% Pfund pro Kopf auf Abschnitt 23 der Lebensmittelkarte verteilt. Sauerkohl wird weiterhin bei den Händlern und in den städtischen Verkaufsstellen ohne Beschränkung verkaust. In den städtischen Verkaufsstellen sind außerdem Keks und Makrelen erhältlich. Ter Verkauf von losen Suppen in den städtischen Verkaufsstellen auf Abschnitt 20 der Lebensmittelkarte je V* Pfund an Nachzügler wird fortgesetzt. Fisch- und Räuchcr- waren sind nach wie vor je nach Zufuhr ohne Marlen erhältlich. Wilmersdorf. Lcbensmittclfürsorge. In der folgenden Woche gelangen folgende Lebensmittel zur Ausgabe: 500 Gramm Fleisch; voraussichtlich 5 Pfund Kartoffeln; bis einschließlich 17. Juni 3 Stück Eier a 31 Pfennige; bis einschließlich 15. Juni 375 Gramm Zucker, 1 H-Packung Sacharin»nd 80 Gramm Butter. Außerdem werden abgegeben auf die grüne Bezugskarte sür Einzelpersonen bis einschließlich 7. Juni 150 Gramm lose Knorrsuppen zum Preise von 30 bzw. 45 Pfennig auf Abschnitt T; vom 7. bis einschließlich 14 Juni ans Abschnitt dl(gemäß Voranmeldung auf Abschnitt D) 31- Pfund Brotaufstrichmittcl zum Preise von 2,30 Mk.. und zwar 1 Pfund Kunsthonig, l'A Pfund Südfruchtmarmelade und 1 Pfund Tpeisesirup; 25 Gramm Speiseöl zum Preise von 30 Pfennig auf Abschnitt 8: 250 Gramm Haferspeisemehl oder Hafergrütze zum Preise von 22 Pfennig auf Abschnitt U. Bis einschließlich 7. Juni erhalten Einwohner von 65 Jahren und darüber eine 2-Pfund- Tose sterilisierte Vollmilch zum Preise von 1,10 Mk. Von Mittwoch bis Sonnabend findet die allgemeine Ausgabe der neuen Brot-, Fleisch-, Kartoffel- und Speisefettkarien(für die Zeit vom 11. Juni bis 8. Juli, sowie neuer städtischer Bczugskarten für Einzelper- sonen(rosa) statt. Die Karten müssen von den Hausbesitzern bis spätestens Sonntag, den 10. Juni, abends 6 Uhr, den Haushaltungs- vorständen zugestellt werden. Die Ausgabe der Zusatzbrotkarten findet in der darauffolgenden Woche durch die Brotkommissionen an die Bezugsberechtigten selbst statt. Lichtenberg. Lebensmittelverteilung. In der nächsten Woche kommen wieder auf vier Abschnitte der Kartvffclkarte 2 Pfund Kartoffcsn oder 300 Granini Mehl und auf die übrigen sechs Ab- schnitte 3 Pfund Kartoffeln oder 500 Gramm Gebäck zur Ber- tcilung. Obne Marken werden abgegeben: Salzgemüse, Rüben- sauerkraut, Kriegsmus, Holländisches Frühgemüse. Ferner werden verabfolgt: auf Abschnitt 37 8: I Pfundpakct Haferflocken für 56 Pf., Abschnitt 37 K, G: je% Pfund Kartosfetwalzmehl, Pfund '33 Pf.. Abschnitt 37/: 1 Pfundpaket Kunsthonig für 55 Pf. und auf Abschnitt 37 bl: eine 2-Pfund-Dose Gemüsekonserven für 84 Pf. Soweit auf die Abschnitte 32 Haferflocken, Hafermehl, Gerstengrütze oder Graupen und auf die Abschnitte 33, 34 und 31 Räucherwaren. Heringe und Dclsardincn noch nicht entnommen wurden, darf Anmeldung und Abgabe in der folgenden Woche noch erfolgen. Ohne Marken werden ferner abgegeben: Fluß- und See- fische, Muschelfleischwnrst und Heringe in Brühe. Die Bezugs- avschnittc sind in de» Kleinhandelögeschäften bis zum Mittwoch. abends 7 Uhr, abzugeben, Sonnabend werden die Geschäfte im Besitze der abzugebenden Waren sein. Spandau. Städtische Lebensmittel. Vom Montag ab gelangt auf zwei Felder 4 der Lebensmittelkarte ein Briefchen Süßstoff zum Preise von 25 Pf. zur Verteilung. In einer großen Anzahl von Geschäften ist noch Hafergrütze gegen Abtrennung von Feld 14 der Lebensmittelkarte zu baben. Feld 14 verliert mit Ablauf des morgigen Tages seine Gültigkeit. Stcglin. Lebensmittclabgabc. Außer der üblichen Wochen- menge verteilt die Gemeinde in der nächsten Woche pro Person: Pfund Sago oder Graupen.% Pfund Suppe»Präparate, 100 Gramm Kricgsmus und drei Eier. Ifib. Ltb«t?mittckv>L»«lu»g.?sn die" konrmenden Woche gelangen in der Verkaufsstelle der Gemeinde zur Abgabe: aus Abfckmtlt 13: Graupen(pro Person A' Pfund), auf Abichnit! Iz: Bouillontvürfcl(pro Person 1 Stück), aus Abschnitt 15: Ecl(pro Person 50 Gramm), auf Abschnitt 16: Sonderzuteilung und auf Abschnitt 17: verschiedene Waren. Adlershof. Entschädigungen wegen des Exvloüonsuuglüäs. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung berichtete Bürger- meister Dr. Sporlcder über die Schritte der Gcmcindcverwal- tung aus Anlaß des großen Brandunglücks. Ein Grund zur Bc- unruhigung, daß die dnrch die Explosionen entstandenen Gebäude- schaden nickt vergütet werden würden, sei nickt vorhanden. D:c Gemeinde habe die Bürgschaft für diese Schäden im Gemeinde- bezirk übernommen, ferner sei mit Sicherheit zu erwarten, daß auch die Gemeinde selbst für ihre Aufwendungen entschädigt werde. Zur befferen Feuerversicherung der Gcmeiiidcgcbäud« und dör Schulen crhöhle die Gemeindevertretung die Versicherungssummen um 50 Proz.— In geheimer Sitzung beschloß die Gemeinde ein stimmig, die laufenden Teuerungszulagen für die Beamte» und Angestellten der Gemeinde zu erhöben und außerdem eine eh: matige Teuerungszulage nach dem Muster der Gemeinde Lank wttz zu gewähren.— Die Gemeinde wird übrigens in absehbarer Zeit mehrere neue industrielle Anlagen erhalten. Nicht nur wird die Firma Kahlbaum den abgebrannten Teil ihrer chemischen Fabrik wieder aufbauen, sondern auch die Nationate Automobil- Gesellschaft wird am Ort eine Zweigfabrik errichten, ferner wird die vor kurzen» abgebrannte Lustfahrzeug-Baugesellschaft ihre Anlagen wieder aufbauen. Altglienicke. Die Errichtung einer Gcmcindc-Badcanstalt bat die Gesnndheilskominiision beschlossen. Nach den bisher aufgestellte» Kostenanschlägen sind zunächst rund 30 000 M. ersorderbch. Mit der Verwirklichung des Planes würde einem lebhaften Wunsche der Bevölkerung entsprochen werden. Als Bauplatz kommt ein Gelände am Tcttowkanal in Betracht. Groß-öerliner Partemachrichten. Johannisthal. Der sozialdemokratische Verein hat sich bei guter Beteiligung der Parteigenossen neu konstituiert. Zum Leiter desselben wurde der Genosse Seysfert, Johann-Werner-Slr. 7. und zum Kassierer der Genosse Max Ecker.Kaiser-Wilbel n>- Straße 35, gewählt. Die Genossen werden gebeten, an diele ihre Beiträge zu entrichten. Freie Turnerschaft Wilmcrsdorf-Schmargendorf-Charlottenburg. Heute Sonntag, abends 6 Uhr. im Vollshauie Cbarlotleudura, Rosinensir. 4: Heiterer Kun st abend, bestehend aus Münk. Gelang, Rezitation und Lichtbildervortrag:„Der Harz". Gäite willkommen. Auch die Arbeiterjugend»st mit Eltern und Geschwistern freundlichst eingeladen._ Sriefkaften der Redaktion. Ti« lurisliscke Svreckstunde findet für Abonnenlen Lindrnstr. Z, 1. Hof linls, parterre, am Montag bis Freilag von 4 bis 7 Uhr, om Sonnabepd von S bis 6 Ubr statt. Jeder für den tSrteskaiten besliinmteii Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeicben detzutugen. Br>csti>de Am- wort wird Nicht erteilt. Anfragen, denen keine AbonnementSouINung dti, gefügt ist, werden nicht beaniworiet. Eiiigc Fragen trage man in der Sprech, stunde vor. Vertrüge, Schriftstiiitc und dergleichen dringe man in die Sorcai. stunde mit. O. L. 70. 1, Bis zu 2000 M. Anhrcsgeball. 2. Die Jnvnlidcnmni!e betränt bei Einkommen bis zu 350 M. jährlich 18 Pf., bis zu 550 M. 26 Pf., bis zu 850 M. 34 Pf., bis zu 1150 M. 42 Pf., und darüber 50 Pf. 3. Das wissen wir nicht.— ft.ft. 100. Ilntcrstiihung wird nur im Fall der Bedürftigkeit gezablt, die bei Ahnen nicht vorliege» wird.—«. Z. 24. New. — H. Set). 65. 1. Die Ausrechnungsbescheinigungen und die Gebucts. Urkunde. 2. La. 3. Nach vollendetem 65. Lebensjahr.— Wilhelm 49. Wir nehmen an, daß es sich um Witwenrente handelt. Wie hoch die c sein müßte, können wir ohne Angabe der geklebten Marken nicht ingeit: der von Lhnen angegebene Betrag entspricht aber ungefähr den üblichen Sähen.— B. 200. Sehen Sie das Kranlenkassenstatut nach: wahr- schcinlich wird die Unterstützung in dem Fall erst nach sechsmonatiger Mit- gliedschast gezabti.— Margot. La.—•£». Stiller. 1. Wir nehmen an. daß Lbnen in dicicm Fall ein Paß ausgestellt wird. 2. Wenden Sie sich au die Polizeibehörde.- B. B. 30. Sie find verpilichlet. die AuSbUfe zu stellen.— W. L. 1000. Ja, wenn Sie es sich nicht ausdrücklich per, beten haben.— C. Z. 300. 1. L«. 2. Nein.— C. M. 140. Nein. — Fsrau.f». Klau».— C. E. 54. Die Tater baben leinen bcfondereir Wert.—.Heintie, Am Abbang eines Hügels in Wilhelmsdagen. Das Rädere erfragen Sie im Orte selbst.— Boltserzieber 100. Zadlcn- mäßig läßt sich dies nicht angeben. Die Soziaidemotralie ist jederzeit in Wort und Schrift, in den Einzellandtagen wie in den kommunaitn Körperschajtcn für die Jnteresfen der Voikslchullchlcr cingetreten. — A. B. 999. Besten Tank für Mitteilung. WetterauSsichten kür das mittlere Norddeutfcstlniiv dtS Montag mittag. Ziemlich warm, schwül, zcilwciie heiter, jedoch vor- herrschend wolkig: strichweise Gewitterregen. Mtgemeine Ortskrankenkasse für Berlin-Mariendorf u. Umg, Mautag. de» 44. Juni 4947- abends 6'/. Ubr, im Lokal von Karl Venicheck, Berlin-Mariendorf, Chausseestraße 27: Ordentliche Ausschutz- Sitzung der Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht dcS Rechnungs- Aus- schusses. 277/8 3. Abnahme der Jahresrechnilng für 1316. 4. Beichlußfafsung über den Erwerb eines Baiigruiidstückcs. Wähl von 3 AuSschußvertretern(�346 RLO.). 5. Verschiedenes. Etwaige Anfragen oder Beschwerden. bei denen Einsichtnahme In die Kassenakte, 1 erforderlich ist. sind spä- testenS bis ziini 8. Juni er. dem Vorstände ichrisllich einzureichen. Berlin-Mariendorf, 1. Junt 1317. Der Katienvoritaud. Aug. Leist, Vorfitzender. Kostüme wasserdichte Mäntel, Röcke, Wintermäntel, neueste Formen, beste Stoffe, gibt an Private Tamcnmäiitelfadrit BIlMki, Kraiiiciistraste 30, Dönhvffpiatz. Sonntag 8-10 geöfin. ReutersWerke • 3 Bände 5 ZNart- Buchhandlung Vorwärts VI. Oesterreiehische Kriegsanleihe. Oester reicher! Landsleute! Wieder tritt an uns die Ehrenpflicht heran, dem Vaterlande die Mittel zur glücklichen Beendigung des Krieges zu gehen. Helft unseren tapferen Soldaten! Zeichnet die VI. österreichische Kriegsanleihe! 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Tcn Mitgliedern zur Nachrichi, daf, unser Genosse und aller Funktionär Paul Mullep Oranienburger �tr. SU im 54. Lebensjahre verstorben ist. Wir verlieren in dem Ver- ftorbencn einen eisrigcn und treuen Genossen, der in aus- opservoller Tätigleit stets seine Pflicht crjüllte. Ghre seinem Andenken s Tie Einäscherung sindct am Mittwoch, den 6. Juni, nach- mittags 5 Uhr, im Krematorium Gcrichtstraste statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. 2-2311 Ter Vorstand. Deuisclier Transportariieiter-Veriianil. Bezirk GroS-Berlin. Am 30. Mai ist nach kurzem Krankenlager unser Mitglied, der Hausdiener Paul Wlüllvi* von der Firma Albahary ver- storben. Wir verlieren in dem Per- stoibenen einen eifrigen, aus- ovserungsvollen, treuen Funk- lionür. welcher während seiner Äöjährigcn Mitglicdlchasl als Per- waltuugsmilglicb sowie in der Zektion I, Zcxtilbranche. stets sür die Ausbreitung des Verbandes gestrebt bat, und tverdcn dem ?ahingeschicdc»cn ein ehrendes Andenken stets bewahren. Die Einäscherung sindct am Mittwoch, den(5. Juni, nachmittags 5 Uhr. im Krematorium, �erichtstragc.37, statt. Um recht rege Pcteiligung wird ersucht. S/IS Die Ortsverwaltung. Zentralverein der Bildliauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Am 31. Mai verstarb unser langjähriges, treues Mitglied, der .dalzbildhauer 2211-2 Robert Kelch nach fuijcm Krankenlager im 61. Lebensjahr. Er war uns allen ein guter Kollege und treuer Freund, dessen Andenken wir ehrend bewahren. Einäscherung findet statt Diens> tag, den 5. Juni, nachm. L llhr, ini Krematorium D r e p- I o iv-« a u in s ch u l c» w e g. Um zahlreiche Beteiligung ersucht �__ Ter Vorstand. Verliand der Brauerei- u. Mühlen- arhelieru. verw. Beruisgenossen Kahlittellc llerlin. Wir bringen unseren Kollegen zur Kenntnis, dag unser Mitglied, ber Heizer AugustSchulz (töchultheist Vi) gestorben ist. /, Scmfoifcit biS 3'/, Bf., gebrauchic, fauft Benecke Jnvaliden-Straste 137 (nahe Stettin er Bahnhofs OOF- udn 10 bis 5 Uhr-TWW Amt Norde» SS7Z..* Am 18. Mai 1917 fiel durch Kopstchup in Frankreich mein herzensguter Mann und treu- sorgender Bater seiner lieben Kinder Grelcheu und Bruno. unser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Laiidstiirmmann Alfred Wolfram im 40. Lebensjahre. Sil In tiefem Schmerz Marie Woliram geb. vöppner und Kinder. Wer Dich gefanni, weiß, was wir verloren! Den Heldentod fürs Vaterland starb am 0. Mai mein innigst- geliebter, herzensguter Mann, mein lieber, letzter Sohn, Schwa- gcr und Onkel, der Füsilier Psul Tolksdorf Garde-Grcnadier-Regt. Nr. 5 im Alter von 33 Jahren. Seinem einzigen Bruder folgte er nach 11 Monaten in die Ewigkeit. In tiefstem Schmerze 2477b Charlottenburg> Jnsterburg, s 31■■Iint m7- Hedwig Tolksdorf geb. Heinrich als Gattin, Witwe Tolksdorf als Mutter. Ruhe sanft, geliebtes Herz! AIS Opfer dieses Krieges fiel nach 29 Monaten schweren Kämpfen und nur einmaligem Urlaub durch Granatschuß wenige Tage vor feinem zweiten Urlaub mein inniggeiiebter Mann, unser herzensguter Papa, unser lieber Sohn, mein einziger Bruder. mein Schwiegersohn und unser lieber Schwager, der Ers.-Ref. August Stein Inhaber des G. K. II. im Alter von 27 Jahren. In iieser Trauer 130A Frau Martha Stcingcb.Weriin als Gattin. Walter- Grwin alS Kinder. Aug. Stein und Frau als Eltern. Elfriebe Stein als Schwester. Familie Werli». Berlin-Nicderfchöneweibe, Glogau, Frankreich. Ach. es ist gar nicht zu fassen, Daß Du nicht mehr febril zurück. So jung mußt Du Dein Leben lassen, Ferstört ist unser kurzes Glitck. Wer Dich gefanni, so brav, so treu, So schlicht im Leben, im Berus, Vergißt Dich nicht. AIS höchste Pflicht stand Dir voran im Leben Für unser Glück nur Tag und Nacht zu streben, Und uns're Zukunft fester noch zu gründen, Standst Du vorm Ziel, da mußt den Tod Du finden. Deine Martha. in treuem Gedenken zum Sterbetage! Allzufrüh und fern von der Heimat fiel im Lenze seine« Lebens und in der Frühiings» sonne am 6. Juni 1916, durch einen Granaisplitter tödlich getrosten, unser lieber Pflegling, der Kernmacher 8524 Paul Wulff. In treuem Gedenken Oswald Sehnbert(zurzelt im Felde) und Frau, Rostocker Straße Nr. 3«. f>faclirut. AIS Opfer de« Weltkriege« fiel am i4. Mai 1917 unser lieber Kollege, der Schütze krani Kriening geb. am 29. Okioder 1895. Wir werden ihm stets ein ehrende« Andenken bewahren. Die Kolleginnen u. Kollegen der Firma Franz Stock Berlin-Treptow 8A Abteilung Winkelmann. liankgagung. Sage allen Freunden und Be< kannten sowie den Kollegen und Kalle» ginnen, den Kameraden au« dem Lazarett Brauer»! Friedrichshain sür die liebevolle Teilnahme an der Be- erdigung meines lieben Mannes unseren herzlichsten Dank. SS23b Die trauernde Gattin Aiinna�axner nebst SSKnev, Pasteurstr. 32. Spezial-ilrzt Dr. med. Haache, Friedrichstr. 90 ÄÄ Behandl von Idyphill«, Haut-, Hi»rn-,FrmienIeld.,(t)ej.chton. Fälle. Ehrtich-Hata-Kuren, schmerzlose, türzeste Behandlung ohne Be- russstörung. Blutuniersuchung. Mäß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10— 1 und 5—8. Sonnt. 11—1. Krömers Erfrischungs-Qetränke—- Kimbeer-8xtrakf Kitronen- und naiwcin-Fxtrakt Liter 1,75 M. Mit Wasser verdünnt, ergeben die Extrakte eine herrliche, süße Limonade. Kein Zucker erforderlich. Auch zur Bereitung von Speisen bestens geeignet. F. in Glas dieser prächtigen Limonade stellt sich auf kaum 2 Pf. Es wird höfl. gebeten, möglichst Gefäße z. Abfüllen mitzubringen H.Krömer, Berlin N, Oranienburger Straße 66 Ä. 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Z.) 600) BIO 46 944 83 50163 216 97 339 448 870 61092 183 201(1000) 368 427 780 881 991(600) 62131 97(1000) 329 405 II 89 97 617 621 35 745 64 72(600) 994 6 3 048 88 135 37(6000) 247 319 (1000) 628 67 685 964 8 4162 651 66 736(600) 44 944 6 8 056 222 36 602 614 726 65 6 6 077 83 420 841 64 6 7 242 (1000) 340(600) 64 98 432 73 84(500) 618 642( 3000) 702 80 (600) 861 69 916 84 6 8177 391 670 715 61 6 9 058 109 19 63 268 332 416 46 614 905 60142 64(600) 247 305 662 81068(1000) 117(1000) 30 259 99 622 606 829 913 18 37 16 2010 190 257 366 630 81 778 «8104 401(1000) 669 793 8 4 043 76 646 97 776 8 6014 122 68 624 711 14 821(600) 61 66112(1000) 39 258(600) 333 98 675 740 42 936 8 7 015 148 292 457 651 721 67 853 68 916 U (1000) 8 8238 684 99 647 760 B 9768 886 97 906 7 0054 80 98(1000) 128 36 260 527 63 648 971 71001 7 (3000) 18 40 335 71 465(3000) 683 779 843 64 7 2068(1000) 278 543 634 732 661 74 7 3154 240 66 79 609(600) 700 809 (600) 986 7 4074 169 91 207 330 65 463 664 793 801 933 7 5 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Sornnttojjjichuna so« 1. Juni! Statt 203 187(600} sius cä 203 181(500) beiätn. 9. PrettMch-Siiddeutfche (235. KSntgt. Prenß.) Klassrniottcrie S.Alasse 2l.ZiehunzSiag 2 Juni 1917' Nachmittag Auf jede gezagen« Nummer find zwei gleich bade Gewiiiue gefalleu, nud zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer i» deu beiden Rbteiliingru> u. II. Nur die Gewinne über 24V M. find in«lammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 174 308(600)64 74 667 691 666 1010 84 248(600) 899 48 64 879 2 0C9(1000) 27 321(1000) 48 664 651 819 961 3297 667 610 717 68(600) 874(600) 977 4045 186(600) 264 336 613 613 883 73 82 6196(600) 236 430 591 748(1000) 991 6068 102 67 93 367 449 89 548 684 724 364 92 73(4 422(1000) 62 92 610 3?3 1500) 8010 38 65 212 487 636 797 637 0031 148 600 806 82 902 3 46 1600) 10072 178 83 240 64 491 611 606 710 360 96 938 11006 63 70 125) 30601 62 1600) 228(1000) 424(1000) 707 807(3000) 12003 196 494 603 729 861 13228 377 646 56 661 773(1000) 857 1 4112 285 304 423(1000) 34 628 36 51(500) 680 711(1000) 26 75 998 1 5415 23 26 662 1 6038 107 201 31 351.(600) 622 41 17169 217 327 632 664(600) 18083 119 27 261 319 479 81 626 619 25( 600) 718 41 77 863(3000) 925(1000) 96 1 9108 27 88 247 63 327 63 851 2 0075 129(3000) 428 948 80 21041 83(600) 180 92 406 68 734 69 94 903 2 2099 207 37 346 61 660 66(3000) 726 66 2 3022 36 202 40 49 94 368 466 687 91 772 883 2 4164 72 438 49 94 600 2 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533 753 861 931(3000, 2 2 7 273 301 445 655 716 43 918 3 2 8031 2C0 Prozent erhöht.. Die Jenaer Arbeiter. hielten es immer für eine Errungenschaft, daß ihr Blatt genau so behandelt wurde wie die bürgerlichen Zeitungen. Anderer Ansicht sind allerdings die„Unabhängigen". Unter der Führung eines ge- wissen Höllcin, dein schon vor dem Kriege wegen Verleumdung von Parteigenossen die Bekleidung von Ehrenämtern in der Partei aberkannt Ivurde, gingen die Herren zum Jenaer Oberbürgermeister Dr. Fuchs und verlangten allen Ernstes, weil sie sonst die„Volkszeilung" nicht klein kriegen können, daß der. LolkSzeitung" die amtlichen Bekanntmachungen entzogen werden sollen. Sie jammcrtcn dem Oberbürgermeister vor, daß die Jenaer Arbeiter wegen der amtlichen Bekanntmachungen, baupt- säcklich in der LebenSinillelfrage. die„BolkSzcitmig" halten müßten; das würde aber mit einem Schlage anders, wenn die amtlichen Belannimachungcn dem„Volksblatt" für Halle überwiescn würden — welches, nebenbei gesagt, ein paar Dutzend Abonnenten in Jena bat und 24— SS Sinndeu später als die.Volkszeilung" erscheint. Der Jenaer Oberbürgermeister, der auf den Wunsch nickt einging, mag die absonderlichen Bittsteller recht verdutzt angesehen heben. Industrie und Handel. Höchste Anspannung des Eisrnmarktcs. Die Berichte aus der Eisenindustrie betonen übereinstimmend, daß Hütteniverkc sowohl wie wcitervcrarbcitendc Werke bis an die äußerste Grenze ihrer LcistnngSsähigkcit besckäftigt und vielfach bereits für das dritte Vierteljahr ausverkauft sind. Das.gilt ganz besonders für Stab- und Bandeisen sowie für Bleche. Tie„Kölni- schc Volkszeitung" teilt mit, daß Schimrrzbteche auch bei gaijz außergewöhnlichen Preisen, die ein Mehrfaches der deutschen Höchstpreise darstellen, kaum mehr aufzutreiben sind. Verzinkte Bliche seien im ganzen Lande ausverkauft. Die Organisationen der Stahlindustrie und die Behörden haben reichlich viel zu tun. um den Eisen- und Stahlvorrat zu verteilen, ohne die Produktion zu tören und aufzuhalten._ Tcutschcr Schiffsnachrichtcndicnst. Ilm unabhängig von LloydS-Versichcrung und Nachrichtendienst zu werden, ist in Hamburg ein Verein„Seedicnst" und eine „Schiffahrts-Zeitung" gegründet worden. Ungefäbr 800 Agenten sollen Nachrichten über den Schiffsverkehr an die Zentrale weitergeben. Auch Signalstationcn sollen errichtet werden. Die täglich erscheinende„Schiffahrts-Zcitung" wird die Nachrichten des Verein-3 einem breiten Publikum zugänglich machen. Die sich aus dem Betriebe voraussichtlich ergebenden Verluste sollen durch Garantiezeichnungen und durch eine vom Reiche zu stellende Aus- allbürgschaft gedeckt werden._ Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Tie Einnahmen der Großen Berliner Straßenbahn im Mai 1317 betrugen 4 784 317 M.(mehr: 730 461 M.l und vom 1. Ig- nuar bis 31. Mai 1317 insgesamt 212ö5 396 M.(mehr: 2 743658 Mark). Der TngcSdurchscknitt stellt sich auf 140 766(1316: 121731) Mark.— Die Einnahmen der Großen Berliner Straßenbahn und der von ihr mitverwalteten Bahnen insgesamt beziffern sich im Mai 1317 auf 6 047 306 M.(mehr: 1 087 2oö M.). Vom 1. Januar IsiS 31. Mai 1917 wurden insgesamt vereinnahmt: 26 471681 M. (mehr: 3 463 060 M.l. Der Tagesdurchschnitt berechnet sich auf 176 308(1316: 160 338) M.__ Die Hoch- und Uiitcrgrundbahn(ohne die Schöileberger. Wilmersdorfer und Dahlemer Bahn) beförderte im Monat Mai 1917 8 564 811 Personen gegen 6 244 673 Personen im gleichen Monat des Vorjahres. Die Entnahmen betragen 1 164 883 (803 138) M. Die Betriebeiimahmcn betragen seit dem 1. Januar 1317 6 237 680(4 561C75) M. cSTe yiVm«» für S'aeftestyfetsCwng Dieses entzückende, echt jugenv« iiche Sommerkleid aus geblümtem Schleierstoff kostet bei uns uur Sonntags geschloffen! Ä. iv■.-- ..�jfjSyfc?- 7/ ..■'*■■■•••-■••: ,••:••■,. i�'.r'■■■'•i■■' ils«r Bin VeruMllNyssttüe Kerlin N 54, Linienttr. 83- EeschäftSzeit von 0—1 und noit 4— 7 Uhr> � clephon i Rnit?!ordcll Ißd, l!>!iO, 1087, 0714, Montag, den 4. Juni 1917: Bezirks �erfammSunaen für die gelamte Oerwaltangsftelle Berlin in folgenden Lolnlen: fhariisBiilc, Miillcrstr. ii'i, abcnd; S'/j Uhr, NOrtleU*'?'"'t"crs Tchwcdter Ttrosic 2'A, abends Norden! Frankes FrslsaSc, Nadsir, 19, aScnds S'l, Uhr, filOabit! Sands FostsUlo, Beiisirlstr. 0, abend-Z 81/, Uhr. Charlollenburg: � Westen, SeliöneliergumlSteglKz: Nheinsirasic U5, abends 8'/, Uhr, Garten, Friedenau, Osten und Ncrdoslen: S""" i"' Lichlenlierg und Slralau-Runiraelsbnrg: Blnmc, Ali-Boxhaftcn 56, abends 8 Uhr. WeiOeilS�e' �cstia Uhr, SpftUdstU' 1>er,JS' Kestanrant, Tbaiidn», Knrstr. 21, abends Köpenick Fricdricl und Friediiehshagen; ricdrichsir. 74, abends 8 Uhr. Tagesordnung in allen Versa nimlungen: 1. Bericht von den Gclicralvcrsaininluugcn am 2ä, März, 15, Npril und 6. Mal, 2. Kassenbericht vom 1. Quartal. 8, Bericht der Sieviioreii, 4. An die Verwaltung gelangte Anträge, -......> Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreiches und pünkUiches Erscheinen wird erwartet. 175/20� IHe OrtNVcrwaltnnK. Mr oder Mich? OorzSgl, Lehrbuch ver beullche» knrache, r.«echaen?. Srbdatchre�bea>>'s>tchr>» dSirnoaravIiikSN'IieElbrcooagiatchii'en- schreiben 7, Buchtudriain Iru>t„ dam. tmb anierii.) 8. iOoiii)tl«tort»(roiibfnt ». BrieilUt 10. RetWlchctibKOa Il.ffrriad- WSAerbach 18. eeojrnphit IS. niichNg engliich It. Uiichligffranibfilch IS.letßiiK Ron. 18 üorjftQl. Lehrbücher je III. l.Eu Vach», JU Sehväu i to., Berlin U b. »Kadfabrea Sie aus unserer Grljxl»ai-Sla»«lard- Falirrad-tkerellnaLl! Beile der Gegenivnrl, leichtes Fahren, gesäUiges Ausleben. 8«>r»1- i»»»z. Serlln S. Kottbnscrduiiiiii Ol ißeilvctci" überall gesucht. i r»i Zweigverein Berlin, Montag, den 4. Juni 1917, abends 8'/» Uhr: Mitglieder-Uersammiung im„Gewerkschaftshause", Eugelufer 15. Tagesordnung: l. Vis disderigsn Verksnälunsen übe? Ms 7suerungszulagen unü Mselüusi ües Vertrags». Referem: Kollege lisrm. LUdsr- sekmiltt. 2. Diskussion. Tie Versammlung findet aus Beschluß der Außerordentlichen chcnerat- vertammluiig statt. TaS Interesse eines jeden Kollegen eisordert eS, unbedingt und pünktlich in der Versammlung zu erscheinen. gjgJT" Das Mitgliedsbuch ist am Eingang drS Saales vorzuzeigen. 145/20 Der ZwcigvereinSvorstand. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wdsehearbeiter Deutsehlands, Filiale Rcrlln, Tebaitianstr. 37/38. Achtung! Achtung! Schnridkr«lid Schütidrrimirii! Montag, den 4. Juni 1917, abends 8 Uhr, im Lchrervcreinshaus, am Alexanderplatz: bsgentUeUk Versammlung. Tagesordnung: ZW"„Welche Föliiie miisseu in der Achneiderei WM" und ßollfektiliil gejNizlt werden?" Reierent: Kollege Kunze. 155/14 Zablicichcs Eiichcinen erwartet_ Ple Orfsverw aUnng. Bekanntmachung. Nach dem mit den Gemcindevorständen von Buckow, Groß- Ziethen, Lichtenrade, Rudow. Cchönefeld, Selchow, Stahnsdorf und Waßmannsdorf, sowie mit dem Gutsvorstande von Rlein-Machnow getroffenen Abkommen beträgt der Preis des Gales von dem Tage ab, a» dem im Monat Juni 1917 die Gasmcsserstände von unseren Beamten aufgenommen werden, cinschließtich Warenumsahsleuer, 16 Pf. für das edm. 4707 L Berlin, den 2. Jnni 1917. Imperial kontinental. Bon Geschwulst niid'Adszesi an alter Lperationsnarbe mit 15 Bc- Handlungen geheilt.— Frl. M. Muschict. Bln.-Schöneberg, Sedan- slrasc 17 II bei Friebick. Von«eschwultt u. Nervenschwäche in 4 Wochen geheilt. Vorher dringend zur Operation geralen.— Herr A. Schlaliiti. Berlin, Eapriviilr. 24. Bon Geiichtslupus in 1 Monat vollständig geheilt. Vorher ö Wochen mit dtaSium in einer Berliner Klinll ohne Eriolg behandelt.— Frau(£. Popp- Lichtenberg, Gärtnerstr. 10. Bon chron. Frauenleiden, Herzschwäche und Be rsiopsung geheilt.— Tob» des Gärtner« H. König, Pankow flu 6 Wochen von veralletcr Beintälimung geheilt. Bor- der an dermettig jeder Eisolg abgesprochen.— H. 9t. Noestel, Lehrer, Berlin, Bornholmcr Str. 8S III. Bon Nervenschwäche in vier Wochen geheilt. Erklärt sich selbst sür ganz gesund.— Herr Milch- Händler tkckert. Beitiii. iSietjenhagencr Sit. 26. Bon gichtisch- rlieumat. Schmerze» in Bein u. Fuggclciit geheilt. Sehr zujrieden. Herr ZI. Brase. Berlin-Mariendors, Streliher Str. ll. Bon chroni- nischer Rülteiimarkentzündiing und Lähmniig geheilt. Vorher lür unheilbar ertlärt.— Herr R. Zöllner. Reinilkcndors-Ost, Provinz- llraße 117. Bon Lnngeiidlute» und Katarrh gebellt.— Frau I. Herold. Berlin. Ramlerllr. 2Z. Bon Bronchialkatarrh geheilt. — Zwei Kinder des Kobienqändlcrs Herrn Linke. Berlin, Elrelitzer Straße 6. Vor 9 Jahren von Lungenleiden gcdeilt, beute noch ge- sund.— Herr G. Köppc, Bln.-Ztnmmelshurg, Alt-Borhagen 8. Bon doppelseitigem LuiigeusviNenkatarrh geheilt.— Herr C. Ncu- mami, Lichtenberg, Blumentlialstr. 10. Bon Neurasthenie und»er- vöser Ntagenschwäche gehellt.— Frau E. Grosse, Berlin, Zwingli- sliaßc 26. Vou Lcderletdcii geheilt.— Frau RcNauratcnr Hering. Berlin, Schönhauser Allee 87. Bon Basedowscher Krautheit ge- keilt.— Herr �rich Bort. Berlin, Slendaler Slr. 17, IV. Von Nieren- u. Blasenleiden, Wassersucht, allgemeiner großer Schwäche geheilt. Vorher im ttranleiihaule ersoiglo» behandelt. Jetzt Fliegersoldai. Getrennte Kehandluuqsränme für Damen nnd Herren: Sprech- u. BchandmiigSzcit S-t, 4-7'/, Uhr. 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Bei Teilnabinc an Speisiliigen in Küchen der Volksiveiiuna. in gemeinnützigen Speiinngsanstnlten und in Kantnien gewerbliwer linier � nclniinnocn iveide» seckss von den zehn AbfchBIten 38 n—« der K,i: lo-irl--. larle für die Woche abgetrennt. Bei Auinelduiipon zu den vorgeialgllNen Speisungen ist die ganze Sinh.iffclir.rtc vorzulegen. Abgabe wier Karlen- abscknilltc iit uiiziiläiffg. Wer bis Millwoch. den 6. Huui 1917 einschliej-.llch Karroffein nicht zu erhallen veimag. kann von Tonnorslag. de» 7. Zu») av auf jeden bor 10 Abschnitte 5S a— o»er Knr4«ÄoH»nrt» 100 Gromui <4nkii< kr gegen Tleinniilg des lstpfchniltS bei«mm» Bckcker oder 1?.;»me• joiljligc» BrolverkaufSstellc in Berlin unter glcichzcniger Vorlegung vleer Bcrliiier LebenSulillelkarte clituehinen. Ziiwidcihaiidlimgcu gegen diese Lestiuisuingeu sind nach Maffgabe der angezogenen Verordiunig strasbar. Berlin, de» 2. Juni 19! 7. Magistiat hfl fiisiiiiilidiru Sanpl- und KeßdkmSadt. J.-Nr. 803 Karl. 17. BS e r in n t!). 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