Ar. ISS. 34. frrift-g. fltonnementS'Bedlngangn: Bbonnemmtä• Stctä pränumerand» ZZierteljährl. 8,90 37! t, monatl. 1,30 MI. wöchenllich 30 Vtg, frei ins Hau«. Einzelne Kummet 5 Pfg, KonnlagS» Nummer mil illustrierler EonniagS- Beilage.Tie Neue Welt'>0 Big, Polt. ilbannernent: 1.30 Marl vro Monat, Eingetragen in die Post. Zeitung«- Preisliile, Unter Kreuzband iür Deutichland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Mar!, für da« übrige iiusland « Marl pro Monat. Postabanncment» nehmen an Belgien. Dänemark Holland, Italien. Luxemburg. Portugal, Humäitien. Schweden und die Schweis kUcheiiil lagt)». Verlinev Volksblelkk. [ 5 Pfennig) Die Inlertions-GcbQljr tetrllgt für die sechSgesttaltene Kolonel» feile oder deren Raum 60 Pfg„ für »olitische und gewerlschaftliche Verein». und Versammlung«. Anzeigen 30 Pfg. »Blesne Znreigen". da« iettgedruilte kort 20 Pfg,(zulässig 2 settgedruilte Worte), jede« weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlafstellenan. »eigen da« erste Wort 10 Psg„ jede« »eitere Wort L Pfg, Worte über IL Buch. staben zählen für zwei Worte. Inserate sör die nächste Nummer müffen bi» S Uhr nachmittag« in der Expedition �gegeben werden. Die Exvcditioi» ij» bi« 7 Uhr abend« geöffnet. relegramm-Adrefse: »i»»I»I««lli»h5iU villi»-. ZcntvuXovqnw der rozialdemokratifcben Parte» Deutfchlands. Neüaktion: SV. 68, Linüenstraße Z. Z?ernsprecher: Amt Moritzpla«. Rr. 1ö» 30— 151 97. Expedition: EW. 68, Lindenstraße Z. Uernsprechrr:«mt Moritzvla«. Nr. 15130—15197. l>ie 8cklackt in f landern. Stockholm. Die Verhandlungen der deutschen Delegation Stockholm, 7. Juni.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Die Verhandlungen der deutschen Delegation mit dem holländisch- skandinavischen Komitee in Stockholm begannen, wie schon kurz gemeldet, am Montag, den 4. Juni. Vom Komitee waren an- wesend Branting, Engberg und Moeller für Schweden, Stauning für Dänemark, Vidnes für Norwegen, Troelftra, Albarda und van Kol für Holland, außerdem der Sekretär des Internationalen Sozialistischen Bureaus, Huhsmans. Die deutsche Sozialdemo- kratie und die Gewerkschaften waren durch die Genossen Bauer, David, Ebert, Fischer, Legien, Molkenbuhr, Müller, Sassenbach und Scheidemann vertreten. Den Vorsitz führte Troelstra, der auf die besondere Be- dcutung der Verhandlungen mit der deutschen Partei hinwies, da gerade deren Stellung im Kriege am meisten in der Internationale erörtert worden sei. In gleichem Sinne begrüßte Branting die Delegation. Ebert dankte für den freundlichen Empfang. Der Entschluß des holländisch-skandinavischen Komitees, die Friedensarbeit energisch in die Hand zu nehmen, sei von der Sozialdemokratie Deutschlands lebhaft begrüßt worden. Alle Völker wünschten den Frieden, der für alle ein Gebot wirtschaftlicher und sozialer Selbst- erhaltung sei. Dem Sozialismus gehöre die Füh- rung in der F r ied e n s a r bei t. Hoffentlich führe die Ar- ' beit in Stockholm dem Frieden näher. Die ßrieüensarbeii üer deutschen Sozial- Demokratie. ' Nach einer' Verständigung über' die Art der Verhandlungen gab Scheide mann eine eingehende Darstellung der Politik der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands im Kriege. Ein solcher ausführlicher Bericht habe sich notwendig gemacht, weil über die deutsche Partei zahlreiche Urteile gefällt worden sind, die nur zu erklären waren aus der Unkenntnis dessen, was die Partei in Wirk- , lichkeit getan hat. Um diesem Mangel abzuhelfen, habe die Partei- , leitung eine Sammlung der Erklärungen, Aufrufe und Reichs- tagsreden, in denen die Stellung der Partei zum Kriege und zu den Friedenszielen dargelegt wurde, herausgegeben. An der Hand dieser dokumentarischen Nachweise erläuterte Scheidemann, wie die Politik der deutschen Partei auch im Kriege in ganz gerader Linie sich bewegt habe und sich in Uebcreinstimmung besinde mit ihrer Politik vor dem Kriege. Vor dem Kriege stand die Partei in ent- schiedenem Kampf gegen das internationale Wettrüsten und alles, was die dem Kapitalismus innewohnende Kriegsgefahr vergrößern konnte, sie leistete unermüdliche Arbeit im Interesse einer freund- schaftlichen Verständigung mit den Nachbarvölkern. Eine solche Verständigung hätte einen jeden größeren europäischen Krieg zur Unmöglichkeit gemacht. Die Grundursachen dieses Krieges liegen im Imperialismus. Soweit diplo- matisches Verschulden in Frage kommt, mutzten wir auf Grund des vorliegenden Aktenmaterials überzeugt sein, daß die deutsche Negierung ernstlich bemüht war, den Krieg zu verhüten oder wenigstens zu lokalisieren. Das zu untersuchen und festzustellen, was man die S ch u l d f r a g e im Kriege nennt, könne nicht die Aufgabe der Konferenz sein. Bis die Schuldfrage restlos und ein- wandfrei aufgeklärt sei, werde keiner der Konferenzteilnehmer mehr am Leben sein. Unsere Ausgabe müsse darin bestehen, die Frage zu erörtern: Was kann die sozialistische Internationale tun, um den Frieden so schnell als möglich herbeizuführen? Zu diesem Zweck sei die gegenseitige Aufklärung über das Tun der verschiedenen Parteien allerdings unerläßlich. Was haben wir getan? Nach dem Ausbruch des Krieges bewilligten wir entsprechend unserer grundsätzlichen Stellung zur Landesverteidigung die dazu erforderlichen Mittel. Gleichzeitig ununterbrochen bis auf den heutigen Tag aber machten wir Versuche zur Herbeiführung des Frie- d c n s durch Einwirkung auf die eigene Regierung und durch Wiederannäherung der sozialistischen Internationale. Die deutsche Regierung hat verschiedentlich ihre Friedensbereitschaft erklärt. Alle unsere Annäherungsversuche der sozialistischen Internationale gegenüber sind leider erfolglos geblieben. Wir haben selb st- verständlich vom ersten Tage des Krieges ab jede Eroberungs- und Vergewaltigungsabsicht be- kämpft. Die deutsche Sozialdemokratie, fuhr Scheidemann fort, hat ihre Pflicht erfüllt gegenüber dem eigenen Volke und gegenüber der Internationale. Sie ist entschlossen, in gleicher Weise weiterzuwirken. Wir wollen den Frieden, aber wir wollen nicht die Zerschmetterung unseres Landes, deshalb werden wir es verteidigen, solange die Gegner einen Frieden der Verständigung nicht wollen. Ohne die von der deutschen Sozialdemokratie befolgte Taktik wäre die russische Revo- lution nicht gekommen. Jede ander« Taktik unserer Die Anfänge des Kampfes um Wytschaete — Englische Angriffe südöstlich Apern abgewiesen— Feindliche Einbrüche in die vordere Zone— Das Ringen nm Mesfines— Zurücknahme deutscher Re- gimenter. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 8. Juni 1917.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rnpprecht. An der Küste und Dser-Front blieb die KampftStigkcit noch gering. Die nach tagelangrm, starkem ZcrstörungSfeuer zwischen Dper« und dem Ploegstecrt-Waldc, nördlich von Armrntibres, einsetzenden Angriffe der Engländer sind südöstlich von Dpern von nieder- schlcsische» und württembergischen Regimentern abgewiesen worden; auch auf dem Südflügcl des Schlachtfeldes kämpften wir erfolgreich. Dagegen gelang es dem Gegner, bei St. Elvi, Wytschaete und Messines unter der Wirkung zahlreicher Sprengungen in unsere Stellung einzubrechen und nach hart- uäckigen, wechsclvollcn Kämpfen über Wytschaete und Messines vorzudringen. Ein kraftvoller Gegenangriff von Garde- und bayerischen Truppen warf den Feind auf Mesfines zurück, weiter nördlich»urde ihm durch frische Reserven Halt geboten. Später wurden unsere tapfer kämpfenden Regimenter aus dem westwärts vorspringenden Bogen aus eine vorbereitete Sehnenstellung zwischen dem Kanakknie nördlich von Hollebeke- und dem Douve- Grund 2 Kilometer westlich von Warncton zurückgenommen. An der Ärras-Front ist in mehreren Abschnitten der Feu'rr- kämpf gesteigert gewesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am westlichen Teil des Ehemin-des-DameS-Rückens hat seit mehreren Tagen die Artillcrietätigkeit zugenommen; auch am Aisne— Marnc-Kanal ist sie aufgelebt. Heeresgruppe Herzog Albrecht. In den Bogesen und im Sundgau sind mehrfach nach heftige« Feuerwellen vorstoßende Erkundungsabteilungen der Franzose» zurückgewiesen worden. Partei hätte dem Zaren den Einzug in Berlin er- mög licht. Der Triumph des Zarismus wäre nicht nur gleich- bedeutend mit der Zerschmetterung Deutschlands gewesen, sondern auch ein harter Schlag für ganz Europa, gewiß nicht zuletzt-für den Sozialismus und die Demokratie. Wenn uns im Jnlande die Alldeutschen Landesverräter schelten, so ist das ebenso lächerlich, wie es unwahr ist, wenn uns ausländische Sozialisten Agenten des Kaisers nennen. Klar und einwandfrei zeigen die von uns der Internationale vorgelegten Dokumente, was die deutsche- Partei für die Herbeiführung des Friedens getan hat. Zum gegenseitigen besseren-Verstehen wäre es sehr euvünscht, daß uns ähnliche Nach- weise über die Tätigkeit der sozialistischen Parteien in den Entente- ländern baldigst vorgelegt werden könnten. Die Schulü am Kriege. An die Rede Scheidemanns knüpfte sich eine Aussprache, in deren Verlauf u. a. auch die Behauptung erörtert wurde, daß die deutsche Regierung die Schuld am'Kriege trage und die deutsche Sozialdemokratie also mitschuldig sei. Der Obmann der Delegation, Ebert, erklärte, es sei nicht die Absicht der deutschen Delegation gelvesen, in die Erörterung der Schuldfrage einzutreten; sie halte nach wie vor au der'Auffassung fest, daß auf der allge- meinen Konferenz lediglich die Frage des Friedens den Gegenstand der gemeinsamen Arbeit bilden solle.. Auf jeden Fall lehne die Abordnung der deutschen Sozialdemokratie es ab, daß die Konferenz sich etwa den Charakter eines Tribunals beilege, vor dem die deutsche Partei sich zu verantworten habe. Davon könne gar keine Rede sein. Jetzt aber sei es selbstverständlich, daß wir ausführ- lich antworten müßten. Damit waren alle Teilnehmer der Beratung einverstanden. Die nächste Sitzung fand am 6.. Juni statt. David antwortete dann auf die Ausführungen der.Rcdner'in dersvorigen Sitzung. Er führte aus, daß die Erforschung der! Schuldfrage von der Untersuchung der tieferl.i egend'en wir t s ch aft s- politischen Ursachen, ausgehen müsse, die die kriegerische Spannung erzeugt hätten. Er schilderte die. imperialistische/ Kon- kurrenz um die Nutznießung-der kolonialen Rohmaterialienquellen, der Absatzmärkte, und- Kapitalanlagemöglichkeiten., Einen bedroh- lichen Charakter nahmen diese Bestrebungen aber erst dadurch an, daß England sich mit seinen alten imperialistischen Konkurren- ten Frankreich und Rußland zusammenschloß um den neuen Kon- kurrenten Deutschland einzukreisen und durch politische Isolierung in feiner Entwicklung zu hemmen. Die Entente war nichts I« viele« Luftkämpfe», vornehmlich an der flandrischen Front, find 12, durch Abwehrfeuer von der Erde 3 ftindliche Flugzeuge abgeschossen worden. Auf dem östlichen 5kriegsschanplatz und a« der mazedonischen 5?ront hat sich die Gesamtlage bei uuseren und den verbündeten Truppen nicht verändert. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. Berlin, 8. Juni 1917, abends. Mit den gester« zum Angriff eingesetzten Kräften haben heute die Engländer den Kamps in Flandern nicht fort- zuführen vermocht. Ei« örtlicher Vorstost östlich von MessineS wurde zurückgeschlagen. Von den anderen Fronten ist bisher nichts Wesent- lichcs gemeldet._ Der österreichische Bericht. Wien, 8. Juni 1917.(W. T.».) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Im Mestrcanrsci-Abschnitt zeitweilig lebhafter Geschützlampf. Soifft-nichts- Neues.;.-•*.■• Italienischer Kriegsschauplatz. Am Jsonzo gestern keine besondere Kampfhandlung. Ein feindlicher Flieger, drffen Flugzeug unsere Abzeichen trug, warf hinter unserer Front Bomben ab. Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden hält die Rrgsamleit der italirnischcn Batterien an. Auch die feindliche Fliegertätigkeit ist sehr lebhaft. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Chef deS Generalstabes. anderes als ein WcltverteilungSsyndikat in größtem Maßstäbe. Die letzten großen Aufteilungsprojekte, die die Zerschlagung der Türkei und der Donaumonarchie zum Ziele hatten, führten un- mittelbar an den Rand des Krieges. Deutschlands Politik war auf Erhaltung beider Staatswesen gerichtet; sie hatte also im wesent- lichen einen defensiven Charaktcr. Die aggressive, auf gewaltsame Eroberung und Aufteilung gerichtete Politik war auf der anderen Seite.' Von drüben wurde auch die Lunte ans Pulverfatz gelegt durch das Attentat von Serajcwo, das von Belgrad und Petersburg aus inspiriert war und dem Ziel der russisch-großserbischen Vcrnichtungspolitik gegen Oesterreich diente. Nach Ausbruch des öfter reicht sch-serb i scben Brandes war die Berliner Politik auf Lokalisierung, die Petersburger Politik auf Europäi- - sierung des Konfliktes gerichtet. David legte dann eingehend die Situation am 39. und 31. Juli 1914 dar. wo sowohl der direkte Weg der Verhandlungen zwischen Wien und Petersburg beste Aussicht auf Erfolg geivann, als- auch--der- zweite Viermächie-Vorschlag'Greys dank der Einwirkung von Berlin in Wien angenommen wurde. Als der Frieden drohte, erzwang die Petersburger Kriegspartei durch ihre militari- scheu Ausnahmen gegen Teutschland den Krieg. Man war sich der Gefolgschaft Frankreichs und Englands sicher. David wandte sich dann gegen die in Paris kultivierte Ueberfallcgcnde mit zahlreichem Beweismaterial und führte aus, daß England der eigentliche Schuldige au dem Unglück Belgiens sei. In letzter Stunde habe England es in der Hand gehabt, Belgien und Frankreich vor jedem Kriegsunheil zu bewahren. Das Komitee nahm die Darlegungen Schcidemanns und Davids zur Kenntnis. Es hält es aber nicht für seine Aufgabe, zurzeit zu den Darlegungen der einzelnen Delegationen'Stellung zu nehmen. Die nächste Sitzung, in-der die vom Komitee vvrgc- legten Friedenszielfragen erörtert werden sollen, wurde vereinbart für den 7. Juni vormittags. Das§rieüensproblem. Stockholm, 7. Juni.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Wie wir hören, haben heute die Verhandlungen über das Friedens- Problem begonnen. Die vom Komitee gestellten Fragen werden ergänzt. Die Deutschen entwarfen ein schriftliches Memorandum. Neubau üer Internationale. Stockholm, 7. Juni. Dem Holländisch-Skandinavischen Aus- schütz ist eine von den dänischen Sozialisten in über IjunScri Versammlungen am 5. Fun?, Sem SarnscheN„�fetSeitSfoge* angenommene Entschließung zugegangen, welche-Seren rück- haltslosen Anschluß an die Arbeit des Ausschusses zur Wiederher st ellung der Internationale aus- spricht und mit den Worten schließt: Es lebe der Sozialismus, welcher der Welt den Frieden geben wird. Die delegation üer englischen Arbeiterpartei. London, 8. Juni. sReutermeldung.)„Daily Telegraph" be- richtet, daß der Aussührende Ausschuß der Arbeiterpartei gestern abend nochmals den Beschluß, drei Vertreter nach Petersburg zu entsenden, gutgeheißen hat. Die drei Vertreter werden in Stock- Holm mit Branting verhandeln, aber weder der internationalen Konferenz beiwohnen, noch mit den Sozialisten aus feindlichen Ländern zusammentreffen. die paßfrage in England. Amstcrdnm, 8. Juni.„Daily Chronicle" meldet, daß weder das Auswärtige Amt noch das Kabinett bisher darüber entschieden haben, ob den Vertretern der Minderheitssozialisten für den Be- such in Petersburg Pässe gegeben werden sollen. In voriger Woche galt es als sicher, daß die Pässe bewilligt werden, jetzt ist eS aber wieder zweifelhaft geworden. Stockholm unü Parteispaltung. In dem neugegründeten Königsberger Organ der Unabhängigen benutzt Abg. Haase«ine Aeußerung Troelstras— die Minderheiten sollten die Brücke der Verständigung bilden helfen— dazu, gegen die„Sozialpatrioten" loszuziehen, denen damit„das Urteil ge- sprachen sei". Haase verwechselt da die Ausdrücke, er hätte schon„Sozial- i m p e r i a l i st e n" sagen müssen, da doch der Ausdruck„Sozial- Patrioten" von der konsequenten Opposition für ihn selbst und sein« Freunde geprägt worden ist. Darüber hinaus muß sein Ver- such, ein wichtiges Mitglied des Stockholmer Komitee? in die deutsche Parteistreitigkeiten hineinzuziehen, als durchaus unangebracht be- zeichnet werden. Genosse Troelstra hat sich nie in diese Streitig- leiten eingemischt, er steht zur deutschen Sozialdemokratie in freundschaftlichem Verhältnis, und der„Vorwärts" verdankt ihm jenen ausgezeichneten Neujahrsartikel, in dem die Sozialisten ohne Unterschied der Richtung zu gemeinsamer Arbeit für den Frieden aufgefordert wurden. In diesem Sinn hat wohl Troelstra auch die Aufforderung an die Minderheiten gerichtet, die Brücke der Ver- ständigung zu bilden, während Haase die Verständigung auf einen kleinen wirkungslosen Kreis von Minderheiten beschränken möchte. Haase schreibt zum Schluß: Die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands, der nach vielen Mühen Pässe gewährt worden sind, wird alles tun, um einer klaren entschiedeneu Friedenspolitik den Boden zu bereiten. Haase vergißt zu bemerken, daß diese Mühen— den Unabhängigen Pässe zu verschaffen— von der sozialdemokrati- schen Partei redlich geteilt worden sind. Die sozialdemo- kratische Partei hat damit gezeigt, daß es für sie Fragen gibt, die ihr wichtiger sind als der Parteistveit und daß sie vor allem Stockholm zur Stätte ernster Friedensarbeit, nicht aber zum Schau- platz kleinlicher Parteirivalitäten machen will. die letzte Reichskanzlerreüe unü die rußlsche �rbeiterpreß'e. Außer einer ganzen Anzahl bürgerlicher russischer Zeitun- gen haben sich über die letzte Rede des deutschen Reichs- kanzlers auch mehrere sozialistische Zeitungen ausgesprochen. die auf den, Standpunkte der Entente-Treue stehen. Das sozialrevolutionäre Blatt„Der Wille des Volkes"(„Wolja Nauroda") äußert sich zu der letzten Rede des deutschen Reichs- kanzlers in folgender Weise: „Die Rede Bethmanns zerstört endgültig alle Illusionen. Die russische Revolution hat das imperialistische Deutschland nicht dazu bewegen können, seine äußere Politik um- zugestalten. Aus eigenem Antriebe wird es sich nicht dazu ent- schließen, auf alle die eroberungssüchtigen Zwecke zu verzichten, die es in diesem Kriege verfolgt. Im Gegenteil haben die Friedenshoffnungen, die die Revolution im ersten Stadium ihres Entstehens in den breiten Schichten des russischen Volke» auß- gelöst hatte, den Glauben der deutschen regierenden Kaste an die Möglichkeit eines Sieges über die Alliierten womöglich noch ge- stärkt und deren Unnachgiebigkeit angespornt." Der etwas gemäßigtere, aber ebenfalls links stehende „Djenj"(„Der Tag") äußert sich in ähnlicher Weise: „Man hat schon mehrmals davon gesprochen, daß die Rede des deutschen Reichskanzlers einen verkappten Antrag zu Friedens« Verhandlungen darstellen würde. In Wahrheit aber klingt diese Rede wie eine direkte Herausforderung." Die„Rußkaja Wolja" sagt folgendes: „Noch nie zuvor haben die Worte des Kanzler» so viel Hoch- m u t gegenüber unseren Verbündeten und so viel verächtliche Gönnerschaft gegenüber Rußland geatmet. Beinahe scheint er sich bereits als Herr der Lage zu fühlen. Mit schwerer Strafe droht er den westlichen Völkern für deren Glauben, sich im Kanipfe gegen die deutschen Ansprüche aiff eine Weltherrschaft behaupten zu können. Uns aber hält er bereit» für besiegt und verspricht uns großmütig Gnade, falls wir un» beeilen werden, auf den schändlichen Vorschlag eine» Sonderfriedens einzugehen." „Die Einigkeit"(„Iedinstwo"), das Organ Plccha- n o w s,.sagt zur Rede Bethmanns: „Jeder, der seiner Sinne mächtig ist, fühlt heraui, daß der deutsche Reichskanzler. von der Formel„Friede ohne Kriegs- cnischädigung und Gebietsabtretung" nicht die geringste Notiz nehmen will." Etwas anderes sieht das sozialistische Blatt„Djolo Naroda"(„Die Sache des Volkes") in der Rede des Reichskanzlers: „Die Rede Bethmann» ist die nun zum tausendsten Mal wiederholte Variante eines nie endenden ResrainS: ich werde auftreten, wenn du auftrittst, ich werde sprechen, wenn du sprichst usw. Gleich allen Vertretern der alliierten Regierungen weigert sich Bethmann auf das entschiedenste klar und bündig zu er- klären, worin der Einsatz der unsinnigen Schlächterei be- stehen soll." Das Blatt sieht sich durch alle derartigen Manöver der Staatsmänner veranlaßt, die Bekanntgabe aller die Alliierten bindenden Geheimverträge zu fordern. Eine Kriegszielnote üer Alliierten! Amsterdam, 8. Juni. Die„Times" vernimmt aus Peters- bürg: Wie verlautet, werden die Alliierten binnen kurzem eine Note über die Kriegsziele v e r ö f f e n t- lichen, übereinstimmend mit der jüngsten Erklärung der russischen Regierung. Nach dem„Nieuwe Rotterdamsche Tourant' antwortete Lord Robert Cecil im Unterhaus« auf ein« Frage» die Verbündeten hätten in ihrer Note an Wilson gesagt, daß die Tschechen, Slowaken und andere unterworfene Rassen in Oesterreich befreit werden müßten, aber sie hätten nicht eine bestimmte Metkode angegeben, wie die? geschehen sollte. Cecil sagte ferner, er habe keine Kenntnis davon, daß von dem deutschen Reichskanzler amtlich erklärt worden sei, daß Deutschland keine Gebietsvergrößerung und keine Machterweiterung auf politischem oder wirtschaftlichem Gebiet verlange. Die„Pall Mall Gazette" teilt mit, daß Lloyd George dem- nächst im Unterhause eine Erklärung über einige Punkte der eng- tischen Kriegsziele abgeben werde. Ein Punkt, der viel Anlaß zu Mißverständnissen gegeben habe, sei der wichtige Teil in der ameri- konischen Note, der von der Zukunft Oesterreich-Ungarns handelt. Lloyd George werde e» voraussichtlich auch für wünschenS- wert erachten, eine Erklärung über die augenblickliche Lage in Ruß- land abzugeben. Die Engländer sind ersichtlich bemüht, sich alle Wege zu Oesterreich-Ungarn offen zu halten, mit dem sie bis zur bosnischen Annexionskrise auf durchaus freundschaftlichem Fuß lebten. Sie haben offenbar das dringende Bedürfnis, daran zu erinnern und zu verstehen zu geben, daß sich ihre Zerschmetterungs- Pläne nur gegen ein mit Deutschland auf Leben und Tod verbündetes Oesterreich-Ungarn kehren. Darum wollen sich die Völkerbefreier in Westminster mit der Befreiung der „unterdrückten Völker Oesterreich-Ungarns" durch innere Re- formen begnügen, wenn sich das Wiener Kabinett zu einer gegenüber Deutschland die freie Hand wahrenden Politik bekennt. Kronstaüt., Petersburg, 7. Juni.(Petersburger Telegraphen-Agentur.) In der Sitzung der Vorläufigen Regierung am 6. Juni wurde fest- gestellt, daß der Zwischenfall von Kronstadt beendet ist. Die Minister Tser stellt und Skobelew teilten mit, daß ihnen in Krön- stadt ein friedlicher Empfang bereitet wurde. Nach ihrer Ankunft in Kronstadt begannen die Minister Besprechungen mit dem ört- lichen Vollzugsausschuß und verlangten entschieden eine klare und endgültige Erklärung, ob Kronstadt bereit sei, sich der Vorläufigen Regierung in seinen weiteren Entschließungen zu unterwerfen. Di« Vorbesprechungen führten zu einer Entschl.ie- tz u n g, durch die anerkannt wird, daß die gegenwärtige vorläufige Regierung mit der gesamten Re- gierungsgewalt bekleidet ist, und daß diese sich über das ganze revolutionäre Rußland erstreckt. Dies« Anerkennung schließt den Wunsch nicht aus, daß die revolutionäre Demokratie die Zentralgewalt neu ordne und mit ihr Abgeordnete der Arbeiter und Soldaten bekleide. Bis zu diesem Zeitpunkt werden sich die von der Regierung getroffenen Matz- nahmen und die von ihr erlassenen Gesetze auf Krön- stadtebenso wie ans alle anderen Teile Rußlands erstrecken. Warum /llexejeff üen Oberbefehl verlor. Petersburg, 7. Juni.(Meldung der Petersburger Telegvaphen- Agentur.) Der Rücktritt des Höchstkommandierenden Alexejeff wurde keineswegs durch ein« Aenderung seiner Wertschätzung seitens der Vorläufigen Regierung hervorgerufen, die sein Talent, sein Wissen und seine Sachverständigkeit sehr zu schätzen weiß. Unglück- licherweise besitzt Alexejeff nicht in gewüschtem Maße die Kraft, die Begeisterung und die Sicherheit, die gegen- wärtig so notwendig sind. Dies brachte die Regierung dazu, ihn, nicht ohne Bedauern, zu ersetzen, wobei sie sich indessen vorbehielt. sich seiner großen Erfahrung zu bedienen. Deshalb ist Alexejeff zur Verfügung der Regierung gestellt worden. Der Kongreß sämtlicher Arbeiter- unü Solüatenräte unü Irontausschüße. Am 21. Mai hat das Exekutivkomitee des Petersburger Ar- beitcr- und Soldatenrates an sämtlich« Arbeiter- und Soldaten- räte sowie an die Heeresorganisationen an der Front durch Rund- schreiben die Einladung zu einem allrussischen Kongreß für den 13. Juli ergehen lassen. Der Petersburger Arbeiter- und Soldatenvat schreibt folgende Tagesordnung vor: Stellungnahme zum Kriege, Fragen der Landesverteidigung und des Kampfes für den Frieden, die revolutionäre Demokratie und die Regierungsgcwalt, die Borbercitung zur Einberufung der Konstituante, die nationalen Fragen in Rußland, Arbeiter-, Bauern- und Eoldatenfragen, Organisationen der Produktion, Regelung de» Verkehrs und der Berkehrskontrolle, Fragen drr Ernährung und Finanzpolitik. ir ein volksfrieüe ein üauernüer Zrieüe. Philipp Snowden über Annexionen. Philipp Snowden begründete auf der Sozialistenzusammen- kunft in LeedS am 3. Juni ein« Entschließung, welche die eng- lisch« Regierung auffordert, sich für die russische Friedensformel„Keine Annexionen, keine Ent- chädigunge n" öffentlich zu erklären. Der Redner führte aus, die fragliche Formel werde bereits von Lord Cecil und ASquith angenommen, aber willkürlich aus- gelegt. Die Russen verlangten, daß die im Laufe des Krieges besetzten Gebiete bis Friedensschluß nicht kraft des Erobcrungs- rechts allein dem Eroberer verbleiben sollten. Cecil und Asquith wollten 400 000 Ouadratmeilen deutschen Kolonialbesitzes dem britischen Reiche einverleiben, sie nennten dieses nicht Jmperialis- mus, sondern Erfüllung einer göttlichen Mission an dos britisch« Volk, die Bedrückten allerwärts zu befreien. Angesichts solcher Auf- sassungen müsse England darauf bestehen, daß seine Staatsmänner die Formel„keine Annexionen" genau definierten, ehe sie sie anzunehmen vorgäben. Die Annahm« derselben sei ein Hohn und eine Farce, solange sie bei den in der Antwort der Alliierten aus Wilsons Friedcnsnote nieder- gelegten Bedingungen beharrten. Die clsaß-lothringische, die pol- nische, die österreichische und die Balkan-Frage, ebenso wie die irische, ägyptische und indische Frage ließen sich dadurch lösen, daß jeder Nation das Recht freier Selbstbestimmung eingeräumt werde. Rur ein„BolkSfriede" klnne ein dauernder Friede fein. Fairchild, der Macdonald nach Petersburg begleitet, unter- te die fragliche Entschließung und erklärte, Teutschland habe den gleichen Anspruch auf einen Platz an der Sonne wie jede andere Nation. Die Welt brauche einen Frieden, der keinen Teil er- niedrige. Ein französischer Friede, wie ihn R i b o t an- gekündigt habe, sei für die Arbeiterschaft der Welt ebenso unannehmbar, wie ein deutscher Friede. Die Kriegsschulü. Dem„Nouvelliste de Lyon" zufolge erklärte der französische Abgeordnet« Raffin-DugenSbeider Verteidigung der wegen sozialistische?, sranzosenfeindsicher Aeußerungen angeklagten An- archistin Cartier, daß die Verantwortlichkeit für den Krieg nicht allein auf Deutschland falle. Trotz lebhaften Wider- spruchs fuhr Dugens fort, die Geschichte werde, das beweisen, nie- mand könne es leugnen. Als Dugens von den französischen Ver- lüften in der Champagne sprechen wollte, wurde er vom Staats- anwalt daran gehindert, worauf es zu weiteren lebhaften Zwischen. fällen kam. Die Meldungen der Pariser Blätter über die Ver- Handlungen, die mit zwei Monaten Gefängnis für die Angeklagte endigten, find von der Zensur vollständig gestrichen. die Schlacht in Ilanöern. Kampfbeginn im Wptschaete-Dogen. Berlin, 8. Juni.zu sichern, Es ist zweifellos richtig, dast keine Partei so vom Groß- kapital gespeist wird und in solchem Maße von ihm abhängia ist, wie die alldeutsch e._ Homöopathisch verdünnte Neuorientierung in Sachsen. Die außerordentliche Berfas sungsdeputation der Zweiten Kammer des sächsischen Landtags hat am Mittwoch ihre Beratungen aufgenommen. Es wurde der Bericht über die Reform der Ersten Kammer entgegengenommen. Tie Ausführungen des freisinnigen Berichterstatters verdichteten sich zu den drei Anfragen an die Regierung: 1. Wie stellt sich die Regierung zur B e s e i t i- gungderErstenKammer? 2. Will sie eine g r u n d s ä tz- liche Aenderung und Umbildung in eine Berufskammer vornehmen, oder 3. Ist eine Ergänzung und ein Ausbau der jetzt bestehenden Ersten Kammer durch die Regierung zu er- warten? Mitberichterstatter Gen. N i t f ch e forderte die Abschaffung der PairSkammer als einer überlebten, völlig ver« alteten und überflüssigen Einrichtung. Der Mi- nifter des Innern erklärte, die Beseitigung der Ersten Kammer lehne die Regierung ab. Auch bestehe nicht die Absicht, ihren Charakter wesentlich zu ändern. Die Redner der National- liberalen und der Konservativen sprachen für Bei- beHaltung der Ersten Kammer; die Nationalliberalen wollen nur Reformen vornehmen, soweit die Erste Kammer ihnen zustimmt, während die Konservativen dem gegenwärti- gen Landtag überhaupt das Recht ab st reiten, Ver- fassungSänderungen vorzunehmen. Die sozial- demokratischen Redner wandten fichgegeneineWieder- belebung der mittelalterlichen Ersten Kammer. Der Minister sagte schließlich zu, dahin wirken zu wollen, daß gewisse Wünsche der neuen Zeit berücksichtigt werden. Nochmals: Annexionistischer Gimpelfang. Eine Anzahl Feldgrauer senden uns Abschriften von Briefen, die sie der„Kölnischen Volkszeitung" zu ihrer Abstimmung über den„Hindenburg-Frieden" zugesandt haben, und in denen, teil- weise in sehr drastischer Weise, die Ansicht der Soldaten über den Friedensschluß zum Ausdruck kommt, aber in durchaus anderer Weise, als dies der„Kölnischen Volkszeitung" genehm sein-dürfte. Wir haben bisher noch nicht gemerkt, daß die„Kölnische Volks- zeitung" bei der Veröffentlichung ihrer Abstimmungsrcsultate von diesen Zuschriften Notiz genommen hat, und erlauben uns die Anfrage, wann sie dies zu tun gedenkt. Tie Erfassung der neuen Getreideernte. Zur Einbringung der neuen Ernte sollen durch eine vom Kricgsamt geschaffene Organisation die Schüler aller höheren Lehranstalten(Präparanden-, Kadettenanstalten, Ilntcroffizier- schulen usw.) herangezogen werden, die über 16 Jahre alt sind. Es ist zugesagt, dast durch diese Ablenkung ihrem Auf- stieg in der Schule kein Hindernis bereitet werden soll. Von den Richtlinien, die vom Kricgsamt den Kriegs- wirtschaftsämtcrn unterbreitet worden sind, geben wir folgende wieder: Alle bereits bestehenden Organisationen für Schüler(militärische Vorbildung der Jugend, Pfadfinder, Sport« und Turnvereine usw.) mit denen seitens der Kriegswirtschaftsämter die Fühlung aufzu- nehmen ist, übertragen für die Dauer der Landarbeit ihre Befugnisse dem zuständigen Kriegswirtschaftsamt bezw. den von ihm zu be- stimmenden Vertrauensmännern und stellen ihre Hilfskräfte als Führer zur Verfügung. Der Präsident des Kriegsernählungsamts weist die Regierungspräsidenten an, die Jungmannen als den Landarbeitern gleich berechtigt anzuerkennen, und erklärt sich bereit, daß den- jenigen Bezirken, welche wider Erwarten in Schwierigkeiten geraten sollten, ein Zuschuß in Nährmitteln gegeben wird. Grundsätzlich verrichten die Jungmannen den landwirtschast- lichen Hilfsdienst unentgeltlich. Für Abnutzung von Kleidern und Schuhzeug wird, wenn eigene Kleidung getragen wird, eine an- gemessene Entschädigung gezahlt. Geliefertes Kleider- und Schuh« zeug wird unentgeltlich zur Verfügung gestellt sBezahlung erfolgt aus den Einlünsten). Gegen die Gewährung eines Taschen- gelbes von 1, öl) Mark für die Person und Woche besteben keine Bedenken. Jedem Kriegswirtschaftsamt werden für die Einleitung der Aktion zunächst 10 090 M. als Vorschuß zur Verfügung gestellt. Preußen leistet die Hälfte der für Preußen erfoiderlichen Vorschüsse. der übrige Teil derselben wird vom Reich gegeben. Rück- erstattung erfolgt durch die Kriegswirtschaftsämter aus den Einnahmen. Die Arbeitgeber haben unentgeltlich für Unterbringung und Beköstigung zu sorgen. Außerdem zahlen sie an den Führer f ü r jeden Jungmann-Arbeitstag 1 M. Hiervon erhält der Juilgmllnn vom Führer das obenerwähnte Taschengeld ausgezahlt. Ferner werden die vorgestreckten Mittel sür Anschaffung der Bekleidung bzw. das Kleidergeld an die Eltern der Jungmannen ge- zahlt und die Versicherungsbeiträge für die private Unfallversiche- rung und für die staatliche Reichs-, Kranken-, Unfall- und Invalidenversicherung geleistet. Der dann verbleibende Rest, der zum Besten der Jungmannensache später verwendet werden soll, wird gesammelt. Die Jungmannen find bei einer Privatversicherung durch die Organisation gegen Unfall, den sie außerhalb des landwirtschaftlichen Dienstes erleiden können, zu versichern und nach Antritt der Arbeit durch den Arbeitgeber bei der staatlichen Reichs-, Kranken-, Unfall« und Invalidenversicherung anzumelden. Tie annexionistische„Kölnische Bolkszeitung" veröffentlicht eine lange Reihe Namen von Leuten, die dem von uns wiederholt gekennzeichneten Erobcrungsprogramm des Zentrumsblattes zustimmen. Eine Prüfung der Liste ist sehr lehrreich. Das wirkliche Volk ist darin ebenso wenig vertreten, wie die eigentlichen Frontkämpfer. Um so niehr findet man Herren mit großen Titeln, Adlige, In- dustrielle, Kaufleute, hohe Offiziere a. D., hohe Be- amte(vielfach gleichfalls a. D.), Professoren, Oberlehrer, merkwürdigerweise auch viele katholische Geistliche. Die letzteren haben sich durch die eindringlichen Mahnungen des Heiligen Vaters in Rom offenbar ncht stören lassen. Bei den Offizieren, die in nicht zu großer Zahl zustimmten, fehlt zum Teil leider die Kennzeichnung, ob sie an der eigentlichen Front, oder nur in Garnison, Etappe usw. stehen. Im all- gemeinen läßt die bisher veröffentlichte Liste erkennen, dast die kricgsfreudigstcn Elemente die sind, die in einem bomben- sicheren Zivilverhältnis gut geborgen sitzen. Sowohl uns wie unserem Kölner Parteiblatt sind von Frontsoldaten Zuschriften zugegangen, die sich sehr entschieden speziell gegen die Kricgspolitik der„Kölnischen Volkszeitung" wenden. Es wird Einspruch dagegen erhoben, dast das Kölner Zentrumsblatt fälschlich die Stimmung des Feldheeres für sein Annexionsprogramm in Anspruch nimmt; an der Front sei'man geradezu erbittert über die kriegver- längcrnde Politik des alldeutsch-klcrikalen Blattes. Eine Zu- schrift aus dem Schützengraben fordert eine Gegen- Propaganda. Ein anderer Frontsoldat schickt uns die Abschrift eines Briefes, den er als bisheriger Leser an die „Kölnische V o l k s z e i t u n g" gesandt hat. Mit Bezug auf einen Artikel, der mit den Worten schloß:„Aushalten bis zum letzten Atemzug!" fragt der Schreiber die„Kölnische Volkszeitung": Bis zu wessen Atemzuge will der Artikelschreiber aushalten? In der Redaktion in Köln kann man aushalten, bis hier draußen der letzte Mann verblutet ist. Wer so schreibt, weiß nicht, daß er Taufende von Soldaten beleidigt, weiß nicht, wie das Volk und wie wir darüber denken hicranderFront.... Sie führen den Namen„BolkSzeitung" mit unrecht. Bitte, veröffentlichen Sie diese„Volksstimme" auch; ick weiß, es wird nicht geschehen, und doch gibt es mal einen Tag der Abrechnung. Der„Rheinischen Zeitung" schreibt ein Soldat, an der Front habe der Aufruf der„Kölnischen Bolkszeitung" h ö ch st e E n t r ü st u n g erregt. Ein zweiter Feldgrauer schlägt denen, die hinter Äeni Annexionssrieden der„Kölnischen Volks- zeitung" stehen, vor,„s i ch i h n s e l b e r z u e r k ä m p s e n". Ein dritter schreibt u. a.:„Die meisten Kameraden ver- achten dos Blatt." und ein vierter möchte wissen, mit welchem Rechte die„Kölnische Volkszeitung"„solche blöden Kriegsverlängerungsartikel schreibt". Auch das Wochenblatt der k a t h o l i s ch e n A r b e i t e r- vereine Süddeutschlands, der Münchener„Ar- beiter", wendet sich in seiner soeben erschienenen Ausgabe scharf gegen die„Kölnische V o l k s z e i t u n g" und ms- besondere gegen deren Unterschriftensa mm- lung. Lette Nachrichten. Pastfrciheit mit Maulkorbzwang. London, 3. Juni. CReuter.) Unterhaus. Lord Robert Cecil teilte mit, daß die Regierung, wenn sie darum ersucht ltnrb,_ den Vertretern der Mehrheit und der Minderheit der britischen Arbeiter Pässe geben wird, aber unter der bestimmten Voraus- setzung, daß die Besitzer der Pässe sich nicht an einer zwischen, staatlichen Zusammenkunft in Stockholm betei- l i g e n und sich auch nicht unmittelbar mit Untertanen feindlicher Länder in Stockholm oder anderswo ins Einvernehmen letzen. Deutsche Luftangriffe in Frankreich. Bern, 7. Juni. Wie Lhoner Blätter aus Paris melden, hat der Luftüberfall deutscher Flugzeuge auf Calais in der Nacht von letzten Tonnerstag auf Freitag bedeutenden Sachschaden verursacht. In der Nacht von Sonntag zu Montag belegten deutsche Flieger Dünkirchen und Umgebung mit 150 Bomben. Ein mit Brandbomben beworfencs Warenlager wurde mit benachbarten Gebäuden eingeäschert. Die Luftangriffe auf das Marne- departe ni ent häufen sich. In der Ztacht von Sonntag zu Montag wurde Epernay dreimal mit zahlveichen Bomben eingedeckt. Montagabend erfolgte kurz vor elf Uhr ein äußerst heftiger vierter Angriff, wobei sehr bedeutender Sachschaden angerichtet wurde. In den letzten Tagen wurden auch ChalonS-fur- Marne und Chateau-Thierry bombardiert, GewerkschafisbewMng Deutsches Reich. Ter Verband der Kupferschmiede im Jahre 1S17. � Die Mitgliederzahl, die bei Kriegsausbruch 5307 betrug, dann bis zum Jahresschluß 1015 auf 3215 zurückging, ist bis zum Schluß des Jahres 1916 wieder auf 3378 gestiegen. Eingetreten sind im Laus des Jahres 653 Mitglieder, denen ein Abgang von 469 Mit- gliedern gegenübersteht. Die siarle Nachfrage nach brauchbaren Arbeitskräften hat auch in diesem Jahr unvermindert angehalten. Die Zahl der Arbeitslosen ging infolgedessen in einzelnen Monaten des Jahres bis zu 9,1 Proz. der Mitglieder herunter; sie betrug am Jahresschluß nur 9,2 Proz. Unter so günstigen Verhältnissen war es daher auch möglich, die im Laufe des Jahres geführten Bewegungen zur Erhöhung der Löhne oder der Teuerungszulagen zu einem einigermaßen günstigen Abschluß zu bringen. Nur für die Werften läßt sich dies'nicht im vollen Umfange sagen. Streiks haben daher, abgesehen von einigen spontanen Arbeitseinsiellungen, nicht stattgefunden. Die im Laufe des Jahres geführten Tarifbewegungen in Berlin, Chemnitz und Rostock führten zur Erneuerung bereits früher abgeschlossener Tarif- Verträge und trat in diesen Fallen in 16 Betrieben mit 4553 Be- schäfligten für 147 Mitglieder des Verbandes eine Steigerung des Verdienstes von 4—14 M. die Woche ein. Am Jahresschluß bestanden noch 59 Tarifverträge für 293 Betriebe mit 6935 Be- schäftigten, unter denen sich 661 Verbandsmitglieder be- fanden. Der große Unterschied in der Zahl der Be- schäftigten und der Zahl der beteiligten Verbandsmitglieder findet seine Erklärung darin, daß einige Tarife mit darunter find, die mit anderen Verbänden mit größerer Mitgliederzahl gemeinsam abgeschlossen wurden. Eine Reihe anderer Bewegungen, so in Berlin, Chemnitz, Dresden, Leipzig usw., insbesondere aber für die Werften sührten zur Erhöhung der bisher schon gewährten Teue- rungszulagen, wenn auch, wie schon erwähnt, nicht immer in dem als notwendig erachteten Ausmaße. Da viele dieser Bewegungen ohne Hinzuziehung des Vorstandes örtlich eingeleitet und durch- geführt wurden, war es nicht möglich, ihre Ergebnisse, wie sonst in Friedenszeiten, voll statistisch zu erfassen.— Die Kassenverhältnisse des Verbandes sind als sehr günstige zu bezeichnen. Wohl sind die Einnahmen aus den ordentlichen Beiträgen wieder etwas zurück- gegangen, doch wird dies durch die höheren Einnahmen aus den feit Kriegsausbruch erhobenen Extrabeiträgen wettgemacht. Die den Mitgliedern statutengemäß zustehenden Unterstützungen, die während der ganzen bisherigen Kriegsdauer unverändert beibehalten wurden, sowie eine auf Grund von Extrabeiträgen eingeführte Unter- stützung der Familien der Kriegsteilnehmer erforderten im Berichts- jähr 29 574 M., dazu 86 899 M. Familienuntsrstützung. Ungerechnet sind die Beträge, die aus lokalen Mitteln für die verschiedenen Unterstlltzungszwecke ausgegeben wurden und zum Teil in Gestalt von Liebesgaben ebenfalls den eingezogenen Mitgliedern zugute kamen. Unterstützt wurden 1193 Frauen mit 1769 Kindern und außerdem 8 Eltern Heeresangehöriger. Das Verbandsvermögen be- trug am Jahresschluß in der Hauptkasse 219 723 M., in den Bezirks- und Lokalkassen 73 274 M., zusammen also 292 997 M.; es ist im. Berichtsjahr um 42 847 M. gestiegen. Der Verband darf also hoffen, daß er auch die kritische Uebergangszeit zum Frieden finanziell gut überstehen wird._ verlin und Umgegend. Abschluß der Lohnbewegung der Bauklempner. Seit längerer Zeit standen die Bauklempner mit der Unter- nehmerorganisation in Verhandlungen wegen Erhöhung des Lohnes. Gefordert wurde ein Stundenlohn von 1,59 M. Die Unternehmer wollten nicht- über 1,29 M. hinausgehen.. Eine Verständigung war zunächst nicht möglich, deshalb beschloffen die Bauklempner Ende April, einen Stundenlohn von 1,49 M. zu fordern und in den Be- trieben, in denen er nicht gewährt wird, die Arbeit niederzulegen. Nachdem dann in verschiedenen Betrieben die Arbeit eingestellt wurde, kam es zu neuen Verhandlungen, die sich wochenlang hin- zogen und nahe vor dem Abbruch standen, bis schließlich eine Ver- ständigung zwischen den Vertretern der Parteien auf folgender Grundlage zustande kam: Der Tariflohn von 81 Pf. wird rück- wirkend am 1. Mai aus 99 Pf. erhöht. Dazu kommt eine Teuerungs- zulage von 49 Pf. für die Stunde, die sich vom 1. Oktober ab auf 45 Pf. erhöht. Der Stundenlohn der Jungausgelernten betrug bisher im ersten Gesellenjahr 69, im zweiten 6214, irrt dritten 65 Pf. Er ist jetzt auf 65, 79 und 75 Pf. erhöht. Dazu kommt ein Teue- rungszuschlag von 19 Pf. im ersten, 15 Pf. im zweiten, 29 Pf. im dritten Jahre.— In der am Donnerstag abgehaltenen Branchen- Versammlung empfahl die Kommission diese Vereinbarungen zur Annahme, da es nicht möglich sei, mehr zu erlangen. Besonders wurde betont, daß die Vereinbarung der Willkür in der Entlohnung der Reklamierten und Abkommandierten ein Ende mache, denn es ser ausdrücklich vereinbart, daß auch ihnen, wie jedem Bauklempner, die neuen Lohnsätze gezahlt werden müssen. Die Versammlung stimmte der Vereinbarung zu und erklärte die Lohnbewegung als beendet. Die Lohnverhältnisse in den Oel- und Benzinbehälterwerk- statten sind durch die Branchenleitung der Klempner auf Grund einer Umfrage in den einzelnen Betrieben festgestellt worden. Das Ergebnis wurde in der Branchenversammlung bekanntgegeben. Angaben liegen vor aus 6 Betrieben mit 399 Beschäftigten, während 4 Betriebe mit etwa 599 Beschäftigten keine Angaben gemacht haben. Hinsichtlich der Löhne herrscht in den 6 Betrieben eine große Ver- schiedenheit. Nicht nur von einem Betrieb zum andern, sondern auch innerhalb jedes einzelnen Betriebes weichen die Stundenlöhne und der Akkordverdienft erheblich voneinander ab. Nach den Fest- stellungen beträgt der niedrigste Stundenlohn 1,19 M., der höchste, der akkerdings nur auSnaklmSwesfe borkommk.? M. Im DurU- schnitt beläuft er sich auf 1,39 bis 1,59 M. Bei Akkordarbeit wird ein Stundenverdienst von 2 bis 2,59 M. erzielt, in Ausnahmefällen von besonders tüchtigen Arbeitern auch 3 bis 4 M. Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden, daß die Kommission weitere Feststellungen darüber trifft, in welchem Ver- hältnis die Akkordpreise zu den in den einzelnen Betrieben Herr- schenden unterschiedlichen Arbeitsmethoden stehen. Auf Grund der Feststellungen soll dann in den Betrieben, in denen die Lohnver- Hältnisse am ungünstigsten sind, eine Verbesserung angestrebt werden. Ausland. Die Nusstände in Frankreich. Bern, 7. Juni. Nach den Pariser Blättern wurde in Paris die Arbeit in einem großen Teil der Unternehmungen wieder auf- genommen. In anderen dauern die Besprechungen zwischen Arbeit- gebern und Arbeitnehmern fort. Besonders einschneidend ist der Ausstand der V e r k e h r s a n g e st e ll t e n, der die Einstellung eines großen Teiles des Verkehrs notwendig machte. Die Eisen- bahnangestellten wurden vom Minister der öffentlichen Arbeiten empfangen. Es wird eine baldige Einigung erwartet. In Lyon sind die Straßenbahner ausständig. Der Verkehr ruht zum großen Teil. Bei den anderen Lyoner Ausständen ist noch keine Einigung erzielt. Auch in Avignon, Grenoble, Rennes, Cherbourg und Roonne sind Ausstandsbewegungen im Gange. In Marseille haben die Ausstände ziemlichen Umfang angenommen. 159 Personen wurden verhafte. Gendarmerie durchzieht die Stadt. Die Bergleute Mittelfrankreichs haben sich für den Ausstand erklärt, sie verlangen 3 Frank tägliche Teuerungszulage und die Einführung des Achtstundentags. Die Mitgliederzahl der modernen Gewerkschaften Hollands stieg laut„Vakbeweging" vom 1. Januar bis 31. März d. I. um 3469 und erreichte damit eine Gesamtzahl von 134 989. Von der Zunahme entfallen 2596 aus die Vereinigung der Schreiber in Steuerdienst. Unter den Gewerkschaften, die einen Rückgang haben, fallen besonders die Zigarenarbeiter auf, die durch den Wegfall der Ausfuhr schwer geschädigt find. Die Arbeiter der Bauberufe litten unter dem langen strengen Winter. Vom Schweizer Arbeitsmarkt. Der Schweizer Arbeitsmarkt steht nach dem Bericht der Schweizer Arbeitsmärkte stark im Zeichen des Arbeiternrangels, durch den namentlich Metallindustrie, Bau- gewerbe und Landwirtschaft ungünstig beeinflußt werden. Im April haben die Arbeitsämter von 8399 Stellen nur 6999 besetzt, über 49 Proz. der offenen Stellen mußten unbesetzt bleiben. Auch an weiblichem Dienstpersonal herrscht starker Mangel. parteinachrichten. Eine Erinnerung. In einer hinterlassenen Schrift beschäftigt sich der zu früh ver- storbene Redakteur der«Neuen Zeit" Genosse Eckstein mit der Stellung des �Proletariats zum Krieg. Nach ihm bedeutet der Sieg der Mittelmächte den schlimmsten Schaden für die Arbeiterschaft, für die ein unentschiedener Kriegsausgang das Beste ist. Er hat sich aber keinen Augenblick verhehlt, daß diese Auffassung keine spontane Zustimmung bei den breiten Arbeitermassen nach Kriegs- ausbruch finden konnte. Eckstein schreibt über die seelische Rück- Wirkung der Kriegserklärung auf die Arbeiter:«Aber es ist auch gar nicht richtig, daß die Proletariermossen selbst bei Ausbruch des Krieges instinktiv der oppositionellen Richtung gefolgt wären. Die Beobachtungen fast aller, die die erste Kriegszeit mitgemacht haben, auch derer, die schon damals gegen die patriotische Stimmung an- zukämpfen suchten, stimmten dahin überein, daß der patriotische Taumel in jenen schrecklichen Tagen auch die weitesten Kreise der Arbeiterschaft ergrtffen hatte. Aber selbst viel späer noch, als die erste Angst und Begeisterung längst vorüber waren, zeigte sich die vorherrschende Stimmung der Prolctaricrmassen noch deutlich ge- nug. Man brauchte nur z. B. in Berlin, einem der Zentren des Parteiradikalismus, an den Tagen, für die die Regierung Siegesjubel angesetzt hatte, durch die Straßen der. Proletarier- viertel zu gehen, um sich zu überzeugen, daß trotz aller Kriegsnot hier die Beflaggung der Häuser viel reichlicher war, als in den ele- ganten Stadtteilen des Westens. Während dort meistens nur die Hauswirte große Fahnen ausgesteckt hatten, ragten in den Prole- tarierhäusern außerdem fast aus jedem Fenster die bunten Fähnchen in schwarz-weitz-rot, schwarz-weitz und selbst schwarz-gelb, und auch der türkische Halbmond kam nicht zu kurz. Es hieße also ganz an der Oberfläche bleiben und sich zu falschen Schlüssen verurteilen, wollte man die Ursachen für die Haltung der Partei nur in der Psychologie der Führer suchen." 7099 Fcldleser kann unser Breslauer Bruderblatt mustern. Die Zahl der Feldabonnenten betrug noch am 1. Februar 1916 nur 2999. Die neue«Gleichheit". Am 8. Juni ist die erste Nummer der „Gleichheit" unter der neuen Redaktion von Marie I u ch a c z und Heinrich Schulz erschienen. Sie legt in einem Einlcitungsartikel die Gründe dar, welche die Entlassung Klara Zetkins unvermeidlich gemacht haben, und betont dabei die außergewöhnliche Duldsamkeit. welche die Partei ihr zwei Jahre lang entgegengebracht hat, obwohl sie in immer schärfere Opposition nicht nur zu den Anschauungen der Partei, sondern auch zu ihrer Organisation trat. Für die mehr als 25 jährige Arbeit, die Klara Zetkin als leidenschaftliche Kämpfe- rin und unermüdliche Arbeiterin und hochintelligente Führerin der sozialdemokratischen Frauenbewegung und der„Gleichheit" geleistet hat, wird ihr trotz der Trennung Dank dargebracht. Zugleich aber � erUart da? Blaft, voK nun'an die demokratische Unterordnung unter die Beschlüsse der Mehrheit vertreten und wieder das sozialdemokra« tische Programm als Richtschnur anerkennen zu wollen. Ein starkes und freies Deutschland sei die erste Vorbedingung für eine starke und freie deutsche Arbeiterbewegung, sowie für die Fortentwicklung der deutschen Kultur. In diesem Rahmen wird die„Gleichheit" künftig für die Befreiung der Arbeiterklasse und Gleichberechtigung der Frau kärnpsen und sich bemühen, durch politische Aufllärung, leicht verständliche Belehrung und wertvolle Unterhaltung ihren Platz neben den Tageszeitungen der Partei und neben der„Gewerkschaft- lichen Frauenzeitung" auszufüllen. Wir wünschen dem reorgani- sierten Frauerrblatt der Partei, daß es namentlich dem Versprechen der Gemeinverständlichkeit, die bisher in der„Gleichheit" in manchem zu kurz kam, treu bleiben und zahlreiche Leser finden möge. Industrie und Handel. Die Börse ist wieder einmal außer Rand und Band. Die Mahnungen der Presse und die Drohungen mit einer Dividendensteuer sind ziemlich wirkungslos verhallt. Zwar ist der Kursstand der meisten großen Bergwerksgesellschaften und einiger Maschinenfabriken noch etwas niedriger als in der Vorwoche, aber desto fester sind die Aktien reiner Stahlwerks und einiger anderer Werke, wie Daimler, Benz, Bamag. Zwei Umstände begünstigen: die sehr große Geldflüssigkeit, die infolge des besonderen kriegswirtschaftlichen Kreislaufes der Pro- duktion auch durch die großen Anleihen nicht gemindert wird, und der fabelhafte Verdienst weitaus der meisten Werke. Gerade in letzter Zeit sind Preiserhöhungen für Stahlerzeugnisse bewilligt worden, obwohl die Werke wahrhaft nicht wissen, wie sie ihre Riesengewinne verschleiern sollen. Dazu kommt die fast völlige Ausschaltung der Warenspekulation und des Warenhandels, wo- durch sich ebenfalls viele spekulative Köpfe veranlaßt sehen, sich dem noch freien Wertpapiermarkt zuzuwenden. Vielleicht, daß angesichts dieser fortgesetzten Jobberei dem Reichsbankpräsidenten einmal die Geduld reißt und er sich zu einer energischen Vermahnung oder gar zur Androhung polizeilicher Maß- nahmen veranlaßt sieht. Aber das hilft auch nicht lange, wie das Beispiel des Vorjahres beweist. Was not tut, das ist kräftiger Widerstand gegen die unerhörten Preisforderungen und vor allem kräftige Kriegssteuern._ Der Bedarf an Ersen. Vorhandenes oder neu erzeugtes Stab-, Form-, Moniereisen ist beschlagnahmt, darf aber verwendet werden, außer für Bauten. In diesem letzten Fall ist ein Dringlichkeitszeugnis not- wendig. Eisenkonstruktionsfirmen, Eisenbeton- und Betonbau- firmen haben die bei ihnen am 1. eines jeden Monats(Stichtag) lagernden Vorräte bis zum 19. des Monats dem Kriegsamt, Bauten- prüfstell«, Berlin W. 9, Leipziger Platz 13, zu melden. Ausgenommen find Bestände derjenigen Sorten, gleicher Forrn und gleichen Querschnitts, die am Stichtage nicht mehr als 599 Kilo- gramm betragen. Jeder Meldepflichtige hat ein Lagerbuch zu führen, aus dem die Vorräte und jede Aenderung der Vorräte an beschlng- »ahmten Gegenständen und deren Verwendung ersichtlich sein muß. Die Dringlichkeitsschein« sind zu beantragen: 1. für Bauten, die von der Marineverwaltung veranlaßt sind, durch das Reichs- marineamt, Berlin; 2. für Bauten, die von der Verwaltung der Prcußisch-Hessischen Staatsbahnen und der Reichseisenbahncn veranlaßt sind, durch das Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Berlin; 3. für sämtliche andere Bauten durch das Kricgsamt, Bautenprüfstelle, Berlin W. 9, Leipziger Platz 13. Die Anträge sind mit eingehender Begründung zu verseben. Alle sonst!- gen Anfragen und Anträge, die die vorstehende Bekanntmachung betreffen, sind an das Preußische Kriegsministerium, Bautenprüi- stelle, zu richten._ Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Berliner Hotel-Gesellschaft lKaiserhof) weist nach Ab- schreibungen und Rückstellungen von 296 331 M.(1915; 243 772) das Jahr 1916 mit einem neuen Verlust von 535 519 M. aus. Das Jahr 1915 ergab einen Verlust von 759 495 M. und nach Aufzehrung der Reserven eine auf neue Rechnung vorzutragende Unterbilanz von 295 219 M. Diese erhöht sich nunmehr auf 749 729 M. Der Hamburger Betrieb litt unter dem im Kriege fehlenden Schiffahrtsver- kehr. Der Aktien-Bauverein„Passage" weist das Jahr 1916 mit 123 413 M.(194 315 M. in 1915) Gewinn aus, der, wie im Vor- jähre, zur Verwendung für Reserven und Rückstellungen vorge- sehen wird. Bergwerksgcscllschaft Trier m. b. H. Hamm(Gewerkschaften Trier 1— 3) in Hamm(Wests.), deren Ankauf die Stadt Berlin plante, weist einen Rohgewinn von 2 121 257 M. aus. Nach Absetzung der Tantieme mit 12 999 M.(12 999), der Abschreibungen mit 1826 828 M.(1535 344) verbleibt ein Reingewinn von 282 429 Mark(Verlust von 223 928), der sich um den Verlustvortrag aus 1915 um 228 928 M. auf 53 591 M. Reingewinn vermindert. Dieser soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. LSetteransstchten kür das mittlere Norddeutschland viS Sonntag mittag. Zunächst etwas kühler, ziemlich heiter, strichweise Gewitter: später Zunahme der Bewölkung, im Süden leichte Regensällc, dann wieder etwas wärmer. iscrantwortl. f. Politik: Dr. Franz Dirdcrich, Berlin-Friedenau: für d. übrigen Teil des Blattes: Alsred Scholz, Neukölln: für Inserate: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerci u. Vcrlagsanstalt Paul Singer&. Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltungsblatt. DeatBches Theater. Heute u. folgende Tage 7'/, Uhr; Max' Pallenberg in Familie Schimck. Kamm erspiele. Heute u. folgende Tage T/jUhr: Die Tänzerin (mit Leopoldine Konstantin). TolksbUhnc. Theat. a.ßlilowplatz, Untergrundb. Schönhauser Tor. Heute u. folgende Tage Th Uhr: Ein Sonimernachtstranm. Eessing-Theater. Heuto u. folg. Tage 7Vz l7hr: Marie ottmann u. Hans WaBmann in MSAkA Oper. v.O. Blumenthal. WOWtS« Musik v. Osk. Straus. Theater i. d. Königgrätzer Str, 8 Uhr: Schnitzler- Abend. Komödienhaus 71/2 Uhr: Zum ersten Male: Wie fessle ich meinen Mann? Berliner Theater 7a°Uhr: Die tolle KomteB. ZKÄK «lIEPRJCtISTR- AN• DIR- HOOtSI» Allabendlich 71/J Uhr: Das vielseitige Variete-ProgFamm! Die Kassa Ist ab 10 Uhr psöttnet J Theater für Sonnabend, den 9. Juni. Deutsches Opernhaus 7 Uhr: UjMv. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. 7«/. uhr: Das Dreimäderlhaus. Gebr. Hcrrnfeld-Theater. tu u.: Das Pensionsschwein. Kleines Theater 7v. u.: Bans im SelmakeiiloetL Komische Oper 3|48 uhr: Die Dose Sr. Majestät. Lustspielhaus T'/.Uhr: Die blonden Hädels vom liindenhof. 3'lt Uhr: Unsere KUte. Metropol-Theater T'/jUhr: Die KaMtÜsStin. Neues Operettenhaus Schifibd. 4a. Kassentel. Nord. 281 7'/ man sich inr Frieden gar keine rechte Vor- ftellung niachen konnte. Gerade dieses, alle Erwartungen über- treffende Maß von Einziehungen ließ es erklärlich erscheinen, daß schon nach Verlauf der ersten Wochen des Krieges Klagen aus dem Feld und aus der H c i m a t an die sozialdemokratischen Reichstagsabgeordnetcn und an die Redaktionen unserer Partei- blärtcr kamen. Die Presse konnte sich aus naheliegenden Gründen nicht zum Dolmetsch der an sie gelangten Klagen machen, die Tribüne des Reichstags war schließlich der einzige Ort, von dem aus ein energisches Wort noch möglich war. Aber auch diese Tribüne stand nicht in geioohntcr Weise zur Verfügung, denn die wenigen Sitzungen, die das Plenum des Reichstags abhielt, trugen einen mehr demonstrativen Charakter; möglichst kein Mißton sollte sie stören. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat natürlich trotzdem keinen Moment ihre Pftirbt versäumt. Die Verhandlungen und zum Teil recht lebhasten Anscinandersetznngcn entzogen sich frei- lich der Kontrolle der Oeffcntlichkeit. Sie wurden im Haushalts- Ausschuß deS Reichstages geführt und es war möglich, die größten Klagen abzustellen. Wenn der Krieg zu Ende ist und die Protokolle iönnen der Ocfsentlichkeit zugängig gemacht werden, dann werden sich die Parteigenossen davon überzeugen können, daß es die Sozial- demokratie weder an Schärfe der Kritik, noch an praktischen Vor- schlagen, in die Form von Antrögen gekleidet, hat fehlen lassen. Es ist es keine Tagung des Reichstags vorübergegangen— und sei sie auch noch so kurz gewesen—, ohne daß die sozialdemokratische Fraktion durchgesetzt hätte, daß Militärfragen zur Verhandlung gestellt wurden. Und immer haben die von der Fraktion bestimm- ten Redner mit Eifer und Fleiß die Berge von Material, das der Fraktion zugegangen war, verwertet. Behandlung der Mannschaften. Die Behandlung der Soldaten war immer ein Kapitel, das bei der Beratung des Militäretats nn Reichstage eine große Rolle gespielt hat. Inr Frieden hatte man es in unserem Rekruten- Material mit jungen Leuten zn tun, die Zeit zu einer organisch gegliederten, svstematischen Ausbildung loar gegeben, das ersorder- liwe Ausbildungspersonal war ansveichend vorhanden und im all- gemeinen seiner Aufgabe gewachsen. Mit Ausbruch des Krieges wurde das alles anders. Das militärisch nicht ausgebildete Men- schenmatcrial war denkbar ungleich. Neben dem kräftigen, wohl- genährten Mann aus den besitzenden Klassen stand der ausge- niergclte Fabrikarbeiter; die Altersunterschiede waren nicht minder groß. Das Ausbildungspersonal hatte zu einem erheblichen Teil den bunten Rock seit vielen Jahren ausgezogen und stand infolge- dessen vielfach auch vor ganz neuen Ausgaben. Dazu mußte die Ausbildung im Galopptempo erfolgen— alles Umstände, die zu- sammeuwirkend eine niehr oder minder große Zahl von Mißgriffen herbeiführen mußten. Ter Mitglieder des HauShalts-Ausschusses und der zahlreich als Zuhörer anwesenden Abgeordneten bemächrigte sich ein hoher Grad von Empörung, als unsere Redner bald nach Kriegsausoruch eine schier endlose Reihe von Mißgriffe!» aller Art zur Sprache brachten. Unter dem Eindruck dieser Fülle von Tatsachen erhob sich der damalige stellvertretende Kriegs- ininister, General v. Wandel, uin über die Mißhandlung von Soldaten ein Urteil zu fällen, wie ps in dieser rücksichtslosen Schärfe von dieser Seite noch nie gehört wurde. Ter Kriegsminister sagte ein Eingreisen zu; er griff ein und bald zeigte sich der Erfolg— die.Klagen über Soldatenmißhandlungen nahmen rasch ab. Nicht so die Klagen über Beschimpfungen. Der Ton in den Kasernen gehörte nie zu den Blüten der Kultur. Wenn in der Kaserne ein Fluch oder ein Schimpsioort fällt, regt sich kein Mensch sonderlich darüber auf; die Hanvtleitte. die nur schimpfen, sind nicht immer die schlechtesten. Anders aber, wenn 40jährige Leute von Mjährigen Unteroffizieren mit Ausdrücken belegt werden, die vielkach dem Wortschatz exotischer Zoologie entstammen. In diesem Fall kann ein Schimpstvort wie ein Peitschenhieb wirken; die Ab- >vebr ist dem Gekränkten verwehrt. Diese, wie einer unserer Fraktionsredner sagte, seeki scheu Quälereien und Miß- bandlunpen bildeten den Gegenstand fortgesetzter sckwrser Kritik, die schließlich ihren Niederschlag in dem folgenden An- trag fand: „den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, schleunigst gegen TO i ß h a n d l« i» g und s chlcchte Behandlung vo» Z o l d a t e n mit alle» Mitteln sich zu wenden und alle Be- schrnntungen des Beschwerderechts zur Aufhebung zu bringen." Dieser Antrag wurde zwar abgelehnt; die Folge war aber dock, daß scharfe Erlasse an die Trnppenverbände hinairsgegeben wurden, die zunächst einmal ihre Wirkung nicht verfehlten. Diese Wirkung war leider keine nachhaltige, so daß schließlich ein sozial- demokratischer Redner vom Kriegsminister verlangte, daß er ein- mal von der Tribüne des Reichstags herab gegen diesen Unfug aus- treten solle. Ter Kriegsminister v. S tc i n folgte dieser Anregung. In der Sitzung des Reichstags vom 4. Mai 1017 sagte er: „Sie können überzeugt sein, meine Herren, daß ich in dieser Sache rücksichtslos gegen jeden vorgehen und vor keiner Person Halt machen werde, die sich etwas zuschulden kommen läßt. Ich habe seit der jüngsten Zeit meines Soldatenseins auf diese Mängel immer nur mit einer gewissen Verachtung gesehen; denn ich halte es für unwürdig, denjenigen, der durch seine Lage ohnehin der schwächere Teil ist, irgendwie zu vergewaltigen." Man darf annehmen, daß diese kräftigen Worte vielleicht doch etwas mehr Beachtung finden, als die Fülle von Erlassen, die viel- fach vielleicht kaum aufmerksam gelesen, jedenfalls nicht so befolgt wurden, wie man das hätte erwarten müssen. Verpflegung. In den ersten Monaten des Krieges waren Klagen über die Verpflegung selten. Soweit sie sich daraus bezogen, daß � der kämpfenden Truppe öfter die Verpflegung nicht rechtzeitig zugeführt werden konnte, hing das mit Umständen zusammen, die sich nicht ändern ließen. Im allgemeinen konnte damals noch aus dem vollen geschöpft werden; dazu kamen die Liebesgabenpakets aus der Heimat, die allerdings nicht immer in den Besitz derer ge- kommen sind, für die sie bestimmt waren. Im zweiten Jahre waren die Klagen schon zahlreicher und bedenklicher. Sie gingen im allgemeinen dahin, daß die Soldaten vielfach knapp gehalten tverden, während die Offiziere einen guten Tag leben. Dagegen anzukämpfen war Pflicht, denn die Kriegsver- pflegungsvorschrift kennt nur die gleiche Verpflegung für Mann und Offizier. Daran hätte man vom ersten Tage an festhalten müssen. Wenn der Krieg vorbei ist, wird über dieses Kapitel manches zu sagen sein, was heute aus naheliegenden Gründen unterbleiben niuß. Besonders häuften sich die Klagen über mangelnde Verpflegung in der Heimat. Die Sozialdemokraten beantragten deshalb schon im August 1015 und dann wieder im Dezember 1013, das BcköstigungSgeld für alle Mannschaften und Untero'fizierc auf 1,20 Mk. zu erhöhen. Damit waren natürlich die von der Truppe selbst verpflegten Unteroffiziere und Mann- schaften gemeint. Die Anträge wurden angenommen. Tie auf Selbstverpslegung angewiesenen Mannschaften und Unicroffizicre erhielten seit 25. September 1015 ein Bcköstigungs- geld von 1,50 Mk. pro Tag, eine Summe, die namentlich in den Großstädten und bei der fortgesetzt steigenden Teuerung auch nicht entfernt mehr ausreichen, die Kosten des Lebensunterhalts zu be- streiten. Im Oktober 1010 beantragten die Sozialdemokraten: „das Beköstigungsgctd der ans Selbstverpslegung angcwicsc- neu Maiilischaftcn aus 2,50 Mk. pro Tag festzusetzen." Der Antrag wurde abgelehnt, dafür aber folgende Resolution angenommen: „den Herrn Rcickiskanzlcr zu crsuibcn, das Bcköstigungsgeld der aus dienstlichen Gründen auf Selbstverpslegung angewiesc- nrn TOaniischastcn entsprechend de» verteuerten Lebensmitteln zu gestalten." Das BeköstigungSgeld ist dann für Selbstverpslegor auf 2 Mk. pro Tag festgesetzt worden, mit der Maßgabe, daß auch die Urlauber — mit Ausnahme der Sonntagsurlauber und der zu Zwecken des Erwerbs im nichteigenen Betriebe beurlaubten Mannschaften— Anspruch ans dieses BeköstigungSgeld haben, das ihnen bei Antritt des Urlaubs auszuzahlen ist. Die Klagen über nicht ausreichende Verpflegung mehrten sich, weshalb die Sozialdemokraten im März 1016 beantragten: „schleunigst in Erwägungen darüber einzutreten, wie die Bcrpflegnngsverhältnisse der Truppen g l c i ch m ä ß i g g u t ge- staltet werden könnc». An Stelle des Brotgeldes soll den Manw schaften grundsätzlich die in der Verpflegungsvorschrift fest gesetzte Brotration geliefert werden." Der letzte Satz des Antrags hatte eine ganz besondere Be deutung. Bei vielen Truppenteilen ging man nämlich dazu über, den Mannschaften weniger Brot und ihnen dafür für nichtge- lieferte 500 Gramm Brot zehn Pfennig Entschädigung zu geben. Bei den stark in die Höhe gegangenen Brotpreisen waren diese zehn Pfennig natürlich keine ausreichende Entschädigung, ganz abgesehen davon, daß die Soldaten, mangels Brotkarten, gar nicht in der Lage waren, sich Brot kaufen zu können. Wir forderten, daß den Soldaten— soweit sie nicht außer Verpflegung stehen— das Brot grundsätzlich zu liefern ist. Der Antrag wurde ab- gelehnt. Schließlich kamen noch neue Klagen, besonders darüber, daß die Kontrolle der Ma n n s cha s t s v er p s le g u n g wenig oder gar nicht geübt wird und daß sehr häufig die Unteroffiziere eine besondere Küche führen, in die nicht der schlechteste Teil der vom Magazin gelieferten Lebensmitteln wandert. Das gab den Anlaß, im Oktober 1016 folgenden Antrag zu stellen: „für den Erlaß und die Durchführung von Borschriftc» sorgen zu wollen, durch welche die besonderen Küchen für Nntcrofiiziere verboten werden. In jeder Kompagnie ist de» Mannschaften täglich durch An- schlag mitzuteilen, welche Rationen ihnen jeweils zustehen. Für jede Kompagnie, Eskadron oder Batterie ist eine TOonagekommission einzusetzen, in der auch die Mannschaften vertreten sind. Tic Kommissionen haben allwöchentlich unter dem Borsitz eines Offiziers zusammenzutreten und Fragen der Verpflegung zu besprechen." Auch dieser Antrag fand eine Mehrheit. D. Stücklen, M. d. R. (Ein zweiter Artikel folgt.) Lebensmittelvergeuöung aus profitsucht. Von Otto Braun. Niemals find stufixi Lebensmittel verdorben und vernichtet wi« zur Zeit der Kriegswirtschaft mit ihrer zunehmenden Lebens- mittelknappheit. Das mag paradox klingen, ist aber traurige Wirk- lichkeit. Hamsterei und wucherische Zurückhaltung geben große Mengen Lebensmittel dem Verderben preis und fügen so der Volks- ernährung unwiderbringliche Verluste zu. Harke Bestrafung der Personen, bei denen verdorbene Lebens- mittel»nd sei es auch in verhältnismäßig geringen Mengen zum Vorschein kommen, würde dem Nebel erheblich steuern. Doch da sind unsere Behörden und Gerichte noch gar zu sebr von der Scheu beherrscht einzugreifen in das freie Verfügungsrecht des einzelnen iibcr sein Eigenium. Aber hier soll auf eine andere Erscheinung unseres Lebens- mittelmarktes hingewiesen werden, die sich nunmehr bereits im dritten Kriegssommer wiederholt und eine Lebensmittel- Vergeudung krasse st er Art darstellt. Alljährlich im Frühsommer kommt junges, noch ganz unauS- gewachsenes Gemüse ans den Markt, das als„Neues vom Jahr" von Leuten, die das Geld dazu haben, sich teure Leckerbissen zu leisten, zu hohen Preisen gern gelauft wird. In der Fricdenszeit, wo Lebensmittel hinreichend zur Versügung stehen, mag das noch hingehen, wenngleich auch dann diese mangelhaft: Ausnutzung der Fruchtbarkeit des Bodens zu bedauern bleibt. In der jetzigen Kriegszcit, wo wir bemüht sein müssen, die Produkttvität der Lebensmittelcrzeugung mit allen Mitteln zu heben, dem uns nun einmal nur im begrenzten Maße zur Verfügung stehenden Boden die größtmöglichste Menge Nährwerte abzugewinnen, da ist es geradezu ein Verbrechen an der Volksernährung, diese Gepflogenheit aus der Friedenszeit aus purer Gewinn- sucht beizubehalten. Denn nichts weiter als die Gier nach Profit treibt die Ge- müsoerzeuger, diese unausgcwachsenen Früchte, die mit hohen Preisen bezahlt werden, vorzeitig auf den Marli zu bringen. So kommen kleine ganz unreife Stachelbeeren zum Angebot, die für 1,50 bis 2 M. das Pfund verkauft iwrden. Ein ganz horrender Preis, wenn man berücksichtigt, daß die Früchte noch keinen Nähr- wert bcsstzcn und zudem zu ihrer Zubereitung große Mengen des jetzt so knappen Zuckers erheischen. Ließe man sie noch einige Wochen am Strauch, würden sie zwei- bis dreimal größere Mengen ergeben und zudem einen erheblichen Zuckergehalt aufweisen, was ein nicht zu unterschätzender Gewinn für die Volksernährung be- deuten würde. Kohlrabi werden zurzeit aucki bereits in großen Mengen auf den Markt gebracht und mit 2 M. die Mandel der- kaust; ebenso junge Bohnen zu 3 bis 4 M. das Pfund. Doch sind auch sie meist noch ganz klein und unausgewachsen und sonach von geringstem Nährwert. Würde man sie noch einige Wochen wachsen lassen, hätte man das drei- bis vierfache an Menge und Nährwert von der gleichen Bodcnfläche ohne nennenswerte Mehrarbeit zur Verfügung. Indes bringen sie jetzt viel höhere Preise, und das ist für die Verkäufer die Hauptsache. Was schert es die, daß die Volksernährung geschädigt wird, wenn nur ihr Geldbeutel dabei gedeiht! Es sind ja allerdings auch in diesem Jahre wieder sogcnamiie Richtpreise für Gemüse und Obst von den diversen Reichs- und Kommunalstellen veröffentlicht worden. Und es soll sogar naive Menschen geben, die ernstlich glauben, die Verkäufer von Gemüse und Obst müßten sich nach diesen Preisfestsetzungen richten. Bis- her aber galt für diese Kreise der Grundsatz: Richtpreise sind solche Preise, nach denen sich niemand richten darf. Daß die interessierten Kreise auch in diesem Jahre keine Neigungn haben, diesen für sie sehr einträglichen Grundsatz auf- zugeben, beweisen die Wucherpreise, die jetzt bereits auf dem Gr- müsemarkt genommen werden. Wird gegen das geschilderte Unwesen, das sich aus diesem Ge- biete herausgebildet hat, nicht endlich energisch eingeschritten, dann wird es sich bei anderen Gemüsesorten zum größten Nachteil für unsere Lebensmittelversorgung fortlaufend wiederholen. Demnächst werden wir dann die ersten kaum halbfingerlangen Karotten und Mohrrüben und andere Rübensorten auf dem Markt sehen; auch wird man die zahlungsfähigen Feinschmecker bald mit dem ersten noch fast gar nicht geschlossenen Wirsingkohl erficuen und so fort bis zu der Frühkartoffel, die in der Sucht, den hohen Preis zn erlangen, in ganz nnausgereiftcm Zustande wieder in Massen aus der Erde gerissen werden wird. Tie Situation auf dem Gebiete der VolkSernährung ist doch wahrlich ernst genug. Da sollte doch gewiß kein Raum mehr sei» für ein derartiges Frönen der Gewinnsucht zum Schaden der Vor- sorgung der notleidenden Bevölkerung mit Lebensmitteln. Aufgabe des Kriegsernährungsamts ist es, hier schnellstens und nachdrücklichst einzugreifen. Jeder Tag des Zögerns entzieht dem Volke Tausende, ja Hunderttausende Zentner wichtiger Lebensmittel. Man wende nicht cm, da Brot und Kartoffeln knapp, müsse das Volk schnellstens mit Gemüse versorgt werden. Dieser Vertrieb von Frühgemüse kommt für die Versorgung der breiten Volks- schichten mit Lebensmitteln gar nicht in Betracht. Das schließt die geringe Vtenge, der geringe Nährwert und der hohe Preis völlig aus. Es handelt"sich lediglich um eine Lebensmittelver- geudung schlimmster Art, der schnellstens ein Ende gemacht werden muß. Man schreibe Mindestgrößen für die einzelnen Gemüsesortcn vor und konfisziere alles miudermäßige Gemüse, das auf den Markt kommt; ebenso verbiete man, unreifes Obst zum Verkauf zu stellen und dem Unwesen wird schnellstens ein Ende bereitet sein. Wird allerdings in den diversen Aemtern in üblicher Weise erst noch lange erwogen, dann ist der Zeitpunlt verpaßt mid der Schaden auch für dieses Jahr nicht mehr zu reparieren. GroßSerlln ßreUustmlterricht. Die Bemühungen, unsere Schulkinder ans der muffigen Lust enger Schulstuben ins Freie und Weite hinauszuführen, beschränken sich nicht nur aus Neran staltung von Spielen, Ausflügen und Wanderfahrten. Es fehlt auch nicht an Ver- suchen, die vorgeschriebenen Unterrichtsstnnden im Freien zu geben, und die Erfolge haben befriedigt. Man keimt solchen Freiluftunterricht seit langem in Waldschulen, in Land- erziehungsheimen, in Anstalten mit eigenen Gärten, wo Störung von außen her meist ausgeschlossen ist. Auch das Berliner Waisenhaus Rnmmelshurg, das einen großen und schönen Garten hat, erwähnt in seinem letzten Jahresbericht den. dort eingeführten Freiluftunterricht und bezeichnet die damit geinachten Erfahrungen als sehr erfreulich. Noch „kühner" mag der Versuch scheinen, in öffentlichen und jeder- inann zugänglichen Parkanlagen der Großstadt mit einer Schulklaffe eine Unterrichtsstunde abzuhalten. Es dürfte nur wenig bekannt sein, daß so etwas sogar in Berlin gewagt wird— und zwar ohne Hinzuziehung absperrender Polizisten oder sonstiger Auffichtsbeamten. Als dieser Tage unser Weg uns durch den Friedrichshain führte, bemerkten wir in einem der verkehrsreichsten Baum- gänge auf mehreren einander gegenüberstehenden Ruhe- bänkeu eine Gruppe von etwa einem halben Schock beisammen sitzender Mädchen. Wohl eine Schul- klaffe, die— dachten wir— einen Spaziergang nach dem Hain gemacht hat und ein bißchen ausruht? Näher kommend sahen wir, daß alle Kinder mit Büchern ausgerüstet waren, und jetzt hörten wir auch,>vie sie abwechselnd daraus vorlasen. Eine bei ihnen sitzende Lehrerin verbesserte zu- weilen, warf Fragen dazwischen, die sich aus Form und In- halt des Gelesenen bezogen, und die Kinder gaben Antwort. Das ivar ja ein regelrechter Deutschunterricht vor aller Oeffentlichkeit im freien Friedrichshain I Ein Schul- meister alter Art hätte vielleicht, wenn er an dieser lustigen'„Schulstube" vorübergekommeu wäre und die gar nicht„vorschriftsmäßige" Haltung der Schülerinnen gesehen hätte, vor Staunen und Entrüstung einen Ohnmachtsanfall erlitten. Wie saßen die Mädel da, ivie drehten sie die Köpfe, wie spielten sie mit den Händen und schlenkerten mit den Beinen! Und jetzt— es ist kainn zi� glauben— schritt gar ein Spaziergänger quer durch die „Sibulstube" zivischeu den Bänken hindurch und beguckte rechts und links die Schülerinnen samt der Lehrerin mit ver- wunderten Auge». Ihn, der die Sache nicht sogleich richtig erkannt hatte und nur aus Versehen hier hineingeraten war. beachteten die Mädchen kauni; sie waren geiviß solche Zwischenfälle gewöhnt und empfanden sie nicht mehr als Störung. Aber nun schivirrten vom nächsten Baum ein paar ruppige Spatzen herab, hüpften auf dem Weg zwischen den Bänken hin und her, warfen verlangende Blicke nach den Kindeni und gaben mit eindringlichem Piepsen zu verstehen, daß sie sich ihre hungrigen Schnäbel ganz gern mit etlichen Brotbrocken stopfen lassen ivürden.„Ja, das könnt' euch so passen!" schien manches der Mädel zu denken, die belustigt dein Treiben ber Frechlinge zusahen. Bon oben her klang das helle Lied eines Finken dazwischen, der auf einem der niedrigsten Zweige über den Köpfen der Kinder saß und in ihre deklamierenden Lese- Übungen kräftig hineiuzuschmettern begann, ivie ioenn er den Teufel was nach Rücksichten auf Schule und Unterricht fragte. Wir setzten den Weg fort und gedachten unserer nun schon reichlich iveit zurückliegenden Schuljahre. Damals sahen wir unsere Lehrer die Schulstubenfenster schließen, wenn daS von draußen hcrcindringcnde Logelgezwitscher uns Kinder ablenkte. Tic Umgestaltung des alte« Berliner Westens. In dem AZetibewerb, der von der Stadt Berlin für die bauliche Ilingestaltung von veralteten Wohnvierteln im Berliner Westen aus« geschrieben worden war, ist am Donnersrag die Entscheidung gefällt worden. Da? Preisgerichr hat einen ersten Preis nicht zuerkennen können, sondern die zur Verfügung stehende Summe von 13 000 M. auf 4 Prelis zu 2300 M,, 2 Preise zu 2000 M. und 1 Preis zu 1000 M. verteilt. Von den 2g Wettbewerbs- teilnehmcrn erhielten einen Preis von je 2500 M. 1. der geineinsame Entwurf der Rcgierungsbaumeister Brodfnhrer und Matihieu Barde n Heuer in Wilmersdorf i 2. der Architekt Hermann Jansen in Berlin 3. der Architekt Alfred Lorenz in Eharlottenburg; 4. der Architekr Alfred L o w i ck i in Friedenau; rnicn Preis von je 2000 SR der Architekr Hermann Jansen in Betliii und der NegierungSbaumeister Walter K o e p p e n in Herms- darf, den Preis von 1000 Ä. Architekt Rochus Raabe in Berlin. Di« öffentliche Ausstellung der Entwürfe wird voraussichtlich in der übernächsten Woche in der städtischen Baugewerksschule in der Kurfürstenstraße 141 stattfinden. Besondere Ernährungsgrundsätze für Mutter und Kinder. Das Kricgsernährnngsamt bat neuerdings den deutschen Bundes» regierungen„Grundsätze für die Ernährung werdender Svlütter, Säuglinge und Kinder" mit dein Etsuchen zugehen lassen, hiernach die Versorgung der Sviütler und Rinder cinbeillich durchzuführen. Die Koinmunalverbände und Gemeinden sollen zu einem diesen Grundsätzen entsprechenden Versahren vorpflichtet werden. Die Gemeindebehörden haben insbesondere Vorsorge zu treffen, daß d i e den werde Ii den und stillenden Müttern und Säug« lingen zustehende Milchmenge ohne Schwierig- ketten und Zeitverluste in Empfang genommen werden kann. Ferner soll die Versorgung der Mütter und Kinder mit Brot. Mehl, Nährmitteln und Zucker der Versorgung der anderen B e v ö l k e r un g s- gruppen vorgehen._ grauen bei der Kontrolle der Obst- und Gemüsepreise. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst nimmt neuerdings Ver- anlaflung, bei den Gemeinden auf die Berufung von Frauen zur Ilcberwachling der Obst- und Gemniepreisc hinzuwirken und empfiehlt bewnders ihre Zuziehung zu den Prcisprüfungsstcllcn. Verschiedene Gemeinden haben dieser Anregung Folge geleistet. So bat be- sonders Neulvtln«ine systematische ikonirolle des Kleinhandels eingerichtet. Neben den Brotkommisfionen bestehen besondere Lcbensmittel-Kontrollkommissionen, in denen Frauen in großer Zahl lätig sind. Tie Kontrollkommissionen haben die Aufgabe, den Fleischverkauf zu überwachen, die Kolonialwaren- und Milchaclchäfte zu kontrollieren, das Brotgewicht in den Bäckereien festzustellen und AehnlicheS mehr. Besonders die hohen Obst- und Gemüsepreise lasten es dringend notwendig erscheinen, daß ähnliche Kontrollmaßregeln so schnell wie möglich auch in den übrigen Gemeinden durchgeführt werden. Berliner Lebenömittelnachrichten. In Berlin werden in der kommenden Woche 3 Pfund Kar- t o f f e l n auf den Kopf der Bevölkerung angekündigt, jedoch wiederum nur mit der Maßnahme, daß an denjenigen, der seine 3 Pfund nicht zu erholten vermag, vom Donnerstag, den 14. Juni ab auf feden der 10 Abschnitte der Kartoffelkarte je 100 Gramm Gebäck abgegeben werden. Auf Abschnitt Nr. 60 der Lebensmittelkarte entfallen 200 Gramm Haferflocken, Hafergrütze oder Hafermehl. Die Abschnitte sind heute bis zum Dienstag in den durch besondere Ver- kaufsschildcr gekennzeichneten Kleinhandelsgeschästen abzugeben. Die Ware wird dann nach Ablauf der üblichen Frist zur Verfügung stehen, Vom Montag ab kann außer der bis zum 17. d, M, auf Ab- schnitt 24 bewilligten Menge von 3 Eiern auf Abschnitt 23 noch e i» E i abgegeben werden. Die Mebrbewilligung bezieht sich nicht auf Gastwirte und Konditoren. Die Gültigkeitsdauer des Abschnitts 24 wird bis zum 26. d. M. verlängert. Das Blatt der deutschen Frau. Das.Blatt der deutschen Familie" und vor allem da?.Blait der deutschen Frau", so nennt sich mit Vorliebe der.Berliner Lokal- Anzeiger". Seine vornehmste Aufgabe ist, auf das deutsche Familien- leben veredelnd einzuwirken. Wie das min gemacht wird, zeigt folgend« humorvolle Notiz des veredelnden Blattes: Warum der Zug hielt. AuS dem schönen Thüringen wird berichtet: Als stch Sonn« tag nachmittag der Eisenbahnzug von Gotha kurz vor dem Bahn- dos Schönstedt befand, hielt er ganz plötzlich. Alles eilt an die Fenster. Da sprang ein Mann aus einem Abteil und rnkt:.Ich habe bloß meine Alte verdroschen, ihr könnt mm weiterfahren!" So einfach war die Sache nun freilich nicht, Seine.verdroschene" Frau halte ans Angst die Notleine gezogen und den Zug zum Stehen gebracht. Nachdem die Personalien des Missetäters festgestellt lvarcn, fuhr der Zug weiter, aber ein Strafmandat wird ihn wohl belehren, daß eS billiger ist, wenn er seine Alte zu Hause.verdrischt". Kein Wort des Mitleids mit dem unglücklichen mißhandelien Weib! Kein Wort des AbscheuS gegen den rohen Peiniger. Nur der gemütvolle Rat, die Alte zu Hause zu verdreschen! Ja, das deutsche Familienleben! Und daS Blatt der deutschen Frau! Stadtverordnrteucrsntzwahl. Infolge der Erledigung des Man- bat» des Stadtv. G o l d f ch m i d t, gewählt im 9.'Gemeindewahl- bezirke der II. Abteilung bis Ende 1919, ist für die notwendig ge- wordene Ersatzwahl der Termin auf Mittwoch, den 27. Juni, von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 6 Uhr festgesetzt worden. TpStvrrkehr der Straßenbahn nach Spandau. Vom 10. d, SR ab wird versuchsweise außerrahrvlanmäßig der Wagen der Linie R 11.25 sSonntagS 11,36) ab Neukölln, der jetzt nur bis zum Span- dauer Bock verkehtt, bis zum Stresowplay in Spaudau durchgc- führt. Die Radiumabteilung der l. Medizinischen Klinik der König!. Charits ist wieder eröffnet worden. Sprechstunden: Dienstag und Donnerstag von 12—1 Uhr in der Medizinischen Poliklinik, Luisenstr. 13». Die Ablieferung der beschlagnahmten Kupfer-, Messing- und Reianickelgcgenftinde hat, worauf wir nochmals hinweisen, b i s zum 15. d, MlS. zu erfolgen. Die Sammelstelle, im Stadthaus, Stralauer Straße 15/22, ist für die Annahme von 9—1 Uhr vor- mittags geöffnet. Unbenutzte Landflächcn. Noch immer gehen Nachrichten durch die Presse, daß in der Umgebung von Städten größere Landflächen, die sich sehr für den Anbau von Gemüse und zur Anlage von Klein- gartenkolonien eignen würden, unbenutzt daliegen. Es entspricht dem Interesse jeden Gartenfreunde?, wenn er von fiolchcn ihm be- kannten Grundstücken der zuständigen Gemeindebehörde oder der Zentralstelle für den Gemüsebau im Kleingarten, Berlin W 8, Behrenstr. 60/62, unter möglichst genauer Bezeichnung der Lage, deS Eigentümers und der ungefähren Größe Mitteilung macht, damit die Nutzbarmachung des Landes für die VolkScrnährung in die Wege geleitet werden kann. FrauenkrSfte für die Etappe gesucht. Die KriegSamlSstelle in den Marken sucht eine Anzahl von Frauen, die imstande sind, in der Etappe im Osten und Süden Stellungen als Steno- thpistinnen, V! aschin enschrcibertnnen, Köchinnen und Botinnen anzunehmen. Die Betreffenden müssen in gleichen oder ähnlichen Berufen tätig gewesen sein und sich durch gute Zeug- nisse ausweisen können. Bewerberinnen haben sich bei den Frauen- arbeitsmeldestellen, die den öffentlichen Arbeitsnachweisen an- gegliedert sind, in den nächsten Tagen zu melden, da es sich um Befriedigung eines sofortigen Bedarfs handelt. Es werden nur Bewerberinnen von Berlin und der Provinz Brandenburg an- genommen. Erhöhte Preise für Glaserarbeiten. Die Vertreter des Glaset« gewerbeS in Groß-Berlin machen bekannt, daß infolge dauernder Steigerung aller Rohstoffpreise, besonders des Glases, eine Preis- erböhung eintreten müßte. Die Preise sind durchschnittlich 100 Proz, höher als die Friedenspreise. Tic in Deutschland bestehende Knappheit an Kleiderstoffen nutzt eine Schweizer Firma aus, indem sie Private zur Aufgabe von Bestellungen dadurch zu veranlassen sucht, daß sie behauptet. Ein- suhrbeivilligung für die erteilte Bestellung lönnte erlangt werden, wenn Vorausbezahlung der Ware erfolge. Es wird darauf hin- gewiesen, daß diese Behauptung nicht zutrifft. Wer Waren im Auslände bestellt und sie vorausbezahlt, läuft daher Gefahr, daß er infolge Verweigerung der Einsuhrerlaubnis die SSZare nicht erhalten kann und infolgedessen mit dem Verlust des im voraus ge- zahlten KaufbetragcS rechne» mutz. Unermittelte HeereSaugehörigc. Die neunte Nummer der Sonder- liste»Unermittelte Heeresangehörige, Nachlaß- und Fundsachen" ist am 1. Juni als Beilage zur.Deutschen Verlustliste' erschienen. Vervollständigt wird die Sonderltste durch ein Namensverzeichnis von Gefallenen, deren Angehörige nicht zu ermitteln waren. Der Liste liegt wieder eine Bildertafel bei, die außer den Photo- graphien einige besonders auffällige Nachlaßsachen, wie Uhren, Zigarren- und Zigarettenetuis, Messer usw. bringt. Die Liste ist zum Preise von 20 Pf. einschließlich Porto im Einzelverkauf direkt durch die Norddeutsche Buchdruckerei, Berlin 81V, Wtlhelmstr, 32, zu beziehen. Die Nummern 1—7 der Liste werden fortan— so weit der Vorrat reicht— geschlossen zum ermäßigten Preise von zu- sammen 60 Pf. jeinschließlich Porto) abgegeben. Bestellungen sind unter gleichzeitiger Einsendung de? Betrage» gleichfalls an die Norddeutsche Buchdruckerei zu richten. Die Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle, SO. Adalbertstr. 41, die jedermann zu unentgeltlicher Benutzung ossenstebt, ist im Monat Mai von 6171 Personen besucht worden. In der Ausleihe» Bibliothek wurden 4041 Bände unterhaltende und belehrende Literatur nach Hause verliehen. In der Lesehalle liegen zurzeit 542 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung aus. Das Institut ist werktäglich von 5'/,— 10 Uhr abends, Sonntags von 9—1 und 3—6 Uhr geöffnet. DaS Palast-Theater am Zoo bietet gegenwärtig ein ebenso viel- seitigeL wie glänzende» Barietöprogramm, Triumph der Schönheit beißt eine Darstellung von acht Meisterwerken der Plastik durch die Originalmodell«. Stürmische Heiterkeit entfesselt von der ersten bis zur letzten«zene die Schwarzsche Pantomime»Der zerbrochene Spiegel". Der bayerische Komiker Georg Neumüller und der sächsische Humorist Paul Gobel find treffliche Vertreter ihres Fachs. Else Rüssel findet großen Beifall durch ihre Tänze; Maximilian und Sohn bieten hervorragende Gleichgewichts- und Kraftleistungen; Margit und Lehner produzieren einen überaus komischen akrobatischen Akt. Zwei gute Dressurnummern vervollständigen das Programm. Mit Kahn und Handwagen gingen fünf Einbrecher bor, die in der Nacht zu Donnerstag eine Slliargarinefabdk in Treptow heimsuchten. Sie stahlen sich irgendwo einen Kahn, fuhren nach dem Fabrikgrundstück, landeten an der Spreoseite, drangen in die Fabrilräume ei» und holten 16 Faß Margarine heraus. Sie brachten die ganze Beute nach einem anderen Grundstück, um fie dort einstweilen unterzustellen, und ließen den entladenen Kahn treiben. Während nun drei Mann hinter einem Schuppen Wache hielten, gingen zwei aus, um einen Handwagen zu stehlen. Unter- dessen entdecklc ein Nachtwächter die Männer hinter dem Schuppen. Er holte einen Schutzmann, doch gelang«S nur, einen der Einbrecher zu fassen. Im Laufe des Donnerstags aber wurden auch die vier anderen von der Kriminalpolizei ermittelt und sestgenoiiimen. Es sind alles ArbeitSburschen von 18 bis 22 Jahren. Die Leute ist der Bestohlenen wieder zugestellt worden. Ein Einbruch in eine NotstandSIÜche wurde in Neukölln verübt. Die Täter erbeuteten 100 Pfund Schinken und 40 Pfund Pökelfleisch. „Herr Schiller und Frau Gemahlin" verhaftet. Das Schwindler- paar, von dessen Streichen wir vor einigen Tagen berichteten— s i e lockte ihre Zimmerwirtin ins Konzert oder Theater und c r räumte währenddessen die Wohnung aus— ist Donnerstag von der Neuköllner Kriminalpolizei festgenommen worden. ES handelt sich um einen oft und schwer vorbestraften 37jährigen Kellner Max S ch o n e r t und seine Geliebte, die 25 Jahre alte Hedwig L e h- mann. Mitteilungen über daS Paar werden im Zimmer 50s, des Neuköllner Polizeipräsidiums entgegengenommeo. Seit sechs Tagen vermißt wird eine Frau mit ihrem 2 Monate alten Kinde, Sie iollte au» ihrer Heimat am Freitag voriger Woche auf dem hiesigen Stettiner Bahnhos eintreffen und vom Anhalter Bahnhof nach Trebbin weiterfahren. Dort ist sie nicht angekommen und man fürchtet, daß ihr mit dem Kinde ein Unglück zugestoßen ist. Die Vermißte trug ein graues Kostüm und weiße Schuhe und hatte eine kleine Reisetasche bei sich. Gin Kampf im Wasser. Ein Kampf im Wasser zwischen einem Polizeigefangenen und einem Kriminalschutzmann spielte sich gestern nachmittag an der Roonbrücke ab. Der Untersuchungsgcfangenc war zu einem Lokaltermin nach der Roonstratze gebracht worden, um hier wegen Urkundenfälschung jemandem gegenübergestellt zu werden. Ans dem Wege nach dem Untersuchungsgefängnis ritz er sich von dem Beamten los, schwang sich auf das Geländer der Kronprinzenbrücke und sprang in das Wasser. Der Beamte sprang ihm sofort nach, ebenso ein Major, der den Vorfall beobachtet hatte. Der Kriminal- beamte hatte einen schweren Kampf, den Entflohenen in den Rettungskahn zu bringen. Schließlich gelang es doch den beiden Männern, ihn entträftet herauszuziehen. Besinnungslos wurde er nach der Charit« gebracht. Charlottenburg. Lebeasmittelnachrichteu. Mit Beginn der neuen Fleischkarlenperiode am Montag wird erneut der Umtausch der Fleis chkarten stattfinden, und zwar werden auf eine Voll- fleischkarte für je 250 Gramm Fleisch 250 Gramm Nudeln. Grieß, Graupen oder Hafernährmittel, für eine Kinderfleischkarte die Hälfte gewährt, ES werden nur die vollen Reichsflsischkarten umgetauscht, Der Umtausch findet vom 11. bis 16. Juni Buchstaben» und tageweise geordnet von SVz bis 21/2 und von 6 bis? Uhr unter Bor« läge der Familienausweiskarte statt. Um eine glatte Abwicklung des UmtauschgeschäslS vornehmen zu können, wird besonder» daraus hingewiesen, daß die für die einzelnen Buchstaben bestimmten Tage für den Umtausch auch genau innegehalten werden müssen, und daß diejenigen Personen, die aus irgend einem, aber nur stichhaltigen Grunde den Umtausch nicht vornehmen können, erst nach dem 16. Juni ihre Karten umtauschen dürfen. Mit Rücksicht auf den er« sahrungSgemäß gtotzen Andrang beim Fleischkartenumtausch können Ausnabmen hiervon auf keinen Fall stattfinden. Die mthlhalrigcn Nabniilgsmillel können in den 36 durch Aushang kenntlich gemachten Verkaufsstellen entnommen werden. Vom Donnerstag, den 14. Juni, bis zum Sonnabend, den 23, Juni d, I., findet eine allgemeine Verteilung von Hafernäbr- mittel» statt. Es werden verabfolgt: 125 Gram in Hafer« Nährmittel zum Pfnndpretse von 44 Pf. auf Abschnitt 100 der roten NahrungSmittclkartc._ Schöneberg. LcbenSmittelvtrteilung. In der kommen den Woche gelangen zur Ausgabe: 1600 Gramm SKrot, 500 Gramm Fleisch, 80 Gramm Butter. 5 Pfund Kartoffeln. Von Donnerstag ab können auf jeden Abschnitt 59 der Kartafseltarte auch 100 Gramm, insgesamt 1000 Gramm Gebäck bezogen werden. Außer- dem kommen zur Verteilung: 3 Eier auf Abschnitt 21 der Eierkarle, ein Ei auf Abschnitt 23 der Eierkarte bis zum 17. Juni. Von Dienstag ab werden ausgegeben: 100 Gramm Graupen auf Ab- schnitt 23 der Lebensmittelkarte, 230 Gramm Teigwaren auf Ab- schnitt 7 der Nährmittelkarte für Jugendliche, 1 Dose kondensierte Milch auf Mschnitt 8 der Nährmittclkarte für Jugendliche. Aus Abschnitt 30 der Lebensmittelkarte werden 60 Gramm Braifett auf Grund der Buiterkundenlifte ohne Voranmeldung verteilt. Auf Abschnitt 31 kommen 100 Gramm Schmalzersatz ebenfalls ohne Boranmeldung in den durch besonderen Anschlag kenntlich ge- machten Geschäften zur Ausgabe, Eine Voranmeldung bis zum Dienstag findet statt für 200 Gramm ausländisches Mischmebl iBohnen- und Reismehfl auf Abschnitt 32 der r ote» Lebensmittel. karte, 2 Suppenwürfel auf Abschnitt 32 der grünen Lebensmittel, karte. Für Ende der Woche ist die Verteilung von einem Pfund KriegSmus ohne Voranmeldung in Aussicht genommen. Wilmersdorf. Kein Umtausch von Fleischkarteo. Während Berlin noch in der Lage ist, Fleischkarten gegen Anweisungen auf Nährmittel ukw. umzutauschen, haben mehrere Vorortgemeinden diesen Umiausch bereits eingestellt. Jetzt macht auch der Magistrat von Wilmersdorf bekannt, der Umtausch der Aleischkarten gegen Miihlenprodukte und Teigwaren sei derartig gestiegen, daß die Ab« gäbe dieser Lebensmittel an die übrige Bürgerichaft dadurch in Frage gestellt ist. Der Magistrat von Wilmersdorf steht sich daher gezwungen, diesen Umiausch einzustellen. — Ausgabe von Lebensmittelkarten für Kinder. Von Montag bis Donnerstag kommen durch die Brotkommiisionsn ldie für Kinder bis zu 6 Jahren bestimmte» neuen Aollmilchkarten(für Juli) und die Kinder» im gleichen Alter zustehenden neuen Zusatz-Zucker« karten(für die Monate Juli, August, September) zur Ausgabe. Die Haushaltungsvorstände müssen sich die Karten zwischen 9 und 2 Ubr gemäß der besonderen AuSgabeardnung von der zuständigen Brot« kommission abholen. Lichtenberg, Die Ausgabestelle für NahrungSmittelkarten, Scharnwcberstr, 19, ist für den Verkehr mit dem Publikum geöffnet: «m Wochentagen von 8 Uhr bi» 3 Uhr, außerdem jeden Mittwoch und Sonnabend von 5— 7 Uhr nachmittags. An Sonn- und Feit- tagen bleibt die Ausgabestelle geschlossen. Die Beschränkung der Verkehrszeit wird bedingt durch die zahlreichen schriftlichen An- fragen, die zu erledigen sind, und durch die umsanareichen Vor- arbeiten, die eine ordnungsgemäße Verteilung der Nahrungsmittel« karten erfordert. Spandau. Städtische Lebensmittel. Brot und Roggcnmebl als Ersatz für Kartoffeln ist auch auf Kartoffelkarten abzugeben, von denen einzelne Abschnitte abgetrennt sind; auf 125 Gramm tyr Kartoffclkarte sind 47,6 Gramm Brot oder 35 Gramm Roggenmchl zu geben. Die Bäckereien sind zur Abgabe von Brot oder Roggen- mehl auf die vorgelegten Karioffelkartcn verpflichtet. Bis znin 11. Juni werden 70 Gramm Butter für 38 Pf. auf Feld 1 der Butterkarte verkauft. Feld 1 verliert mit Ablauf de» Donnerstag seine Gültigkeit. I» einer großen Anzahl von Geschäften sind noch Teigwaren gegen Abtrennung de» Mittelstückcs der Haupt- und Kinderbrotkarte der 1. Woche vom 28. Mai bis 3. Juni zu haben. Di« Mittelstücke verlieren heute ihre Gültigkeit, Von heute ab darf die noch übriggebliebene Marmelade ohne Abtrennung eines Feldes der Lebensmittelkarte verkauft werden.— E» fehlen noch viele Nachweis u» gen üb er leerstehende Wohnungen usw., die bei den BrotlartenauSgabestellen von den Hausbesitzern ustv. abzugeben sind. Wer bis zum Montag sein? Pflicht nicht er- füllt, wird bestraft._ Treptow. Lebensmittelversorgung. In der kommenden Woche gelangen zur Verteilung: 1600 Gramm Weißbrot oder Schwarzbrot. 3 Pfund Kartoffeln,>300 Gramm Fleisch, 80 Gramm Butter. 60 Gramm Bratsiett. Milch nach den Bestimmungen der Fettstelle Groß-Berlin, 1 Eier, außerdem 2 Eier für werdende und flillende Mütter,% Pfund Graupen, Vz Pfund Weißkohlsauerkrani. 14 Pfund Rübcnsauerkraut. Außerdem für Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 1 Büchse kondensierte Milch und 1 Paket Puddingpulver. Soziales. Wie steht'S mit der Tätigkeit der Gewerbeinspektio»? Der Arbeiterschutz, die Unfallverhütung liegt recht im Argen. Mehrfach haben wir darauf hingewiesen. In Nr. 17 des.Vor« wärlS" betonten wir. daß dem Vaterlande keine größere Hilfe und kein wesentlicherer Dienst erwiesen werden könne, als daß jede einzelne Arbeitskraft im weitgehendsten Maße geschätzt werde. Vom gleichen Gedanken war auch die Besprechung eines die Unfall« Verhütung im Fahrstuhlbelrieb« behandelnden Buche? von Georg Urban in Nr. 75 des„Vorwärts" getragen. Man kann nicht oft genug und eindringlich genug diese Tatsache betonen. Erneuten Anlaß dazu und namentlich zu der in der Ueberschrift gestellten Frage bietet un» der jetzt herausgekommene Bericht der techntichen Aufsich iSbeamten der Nahruiigömittellndustrie'BerufSgenosienschaft für das Jahr 1916. .Wenn etwa« in den Kriegsjahren geeignet war. die Durch» führung der zum Schutze der Arbeiter erlassenen Unfallverhlltungs« Vorschriften und sonstigen Arbeit«rschutzbestimmnng«n nicht günstig zu beeinflussen, ihr teilweise sogar entgegen zu wirken, so ist der Umstand dafür verantwortlich zu machen, daß die Gewerb«« inspektion zum größten Teil ihre Tätigkeit auf dem Gebiete deS Arbeiter schutzeS während de» Krieges so gut wie eingestellt habe. Dem Be- richterstatter drängt sich das Gefiihl auf, als od durch die erfolgte staatliche Ausschaltung der GewerdeinspSktion auf dem genannten Gebiete vielfach BetriebSunternehmer und Maschinenhersteller des Glauben» waren, während de» Kriege» den Arbeiterschutz völlig unbeachtet lassen zu dürfen. Auch das Vorgehen mancher Berufsgenoffenschaften, die ohne zwingenden Grund ihre unfallvrrhütende Tätigkeit durch Abgabe ihrer technischen Aufstchlsbeamten einschräntten oder«instellten, war der von der NahrungSmittelindustrie-Berufsgenossenschast im Interesse deS ArbeiterschuyeS aufgewendet«» Arbeit nicht dienlich. Betriebs« Unternehmer und Maschinensabrikanten wiesen zu ihrer Entschuldigung oft auf diese Vorgänge hin." Der Bericht meint, daß gerade die Krieg'berhältnisse und damit zu« sammenhängend die Beschäftigung Kriegsbeschädigter und inSbe- sondere die übcrau-Z große Verwendung jugendlicher und ungelernter Arbeitskräfte den Staat und die Berufsgenojsenschaft veranlassen müssen, der Unfallverhütung die allergrößte Aufmerksamkeit ent- gcgcnzubrüigen. Sin Anwachsen der schweren, meistens jugendlichen Arbeitern zugestoßenen Unfälle rechtfertige diesen Standpunkt. Es könne, wo schon der Krieg so schwere Wunden geschlagen habe, nicht angängig sein, das Heer der Toten und Verstümmelten der Schlacht- seider durcti weitere Verluste auf dem Felde der industriellen, landlvirtschaftlichen und gewerblichen Arbeit vermehren zu helfen. Wir sind felten in die Lage gekommen, einer berufSgcnossen- schaftlichcn Verlautbarung so uneingeschränkt zustimmen zu können, wie diesem Bericht. Von überaus großer Verantwortlichkeit für den Schutz der Arbeit ist er gelragen. Wir können daher auch nur an« gelegentlichst sein Studium den Stellen empfehlen, denen die staat- liche Gewerbeaussicht obliegt. Er kann in der seinen Darlegungen zugrunde liegenden Wirksamkeit nur dringend diesen Stellen zur Nachachtung ans Herz gelegt werden. Stcuerprivilcg der Beamten. Um da» kommunale Stcuerprivileg nach der Verordnung von 1876 handelte es sich bei einem Rechtsstreit de* Krankcnkassen- direktors Kloppe in Scelow gegen den Magistrat von Seelow. Herr Kloppe war früher Beamter beim KreisauSschutz und war nach seiner Pensionierung Kassendirektor der Krankenkasse des Kreises Levus geworden. Bei der Heranziehung zur Gemeinde-Einkommen- stcuer für das Jahr ISIö hatte der Magistrat das Gehalt von 3o(K) Mark, das K. als Kassendirektor der Krankenkasse erhält, voll zur Steuer herangezogen. Als unstreitig erachtete zwar der Magistrat, daß K. als lebenslänglich angestellter Kassendirektor Beamter sei. Jedoch könne ihm für die Bezüge aus dieser Stellung das ältere Beamtcnprivilcgium, wonach das Diensteinkommen nur zur Hälfte koinmunalstcucrpflichtig mar, nicht zugeswnden werde», weil er erst nach dem 1. April 1969 in das BeamtenverhältniZ zur Krankenkasse getreten sei. Nach der neueren Gcsefcgebung stehe das Be- aintenprtvtlcgium aus der Verordnung von 1867 nur den Beamten noch zu, deren Beamtenverhältnis bereits bis zum 81. März 1999 begründet war. Das frühere Beamtenverhältni» beim Kreisaus- schuh könne bezüglich der Besteuerung des Einkommens aus der Stellung bei der Krankenkasse nicht in Betracht kommen. K. klagte mit dem Antrage, sein Diensteinkommen als Kassen- dirrktor nur zur Hälfte zur Gemeinde-Einkommensteucr hcranzu- zichen. Der Bezirksausschutz in Frankfurt a. O. erkannte auch gemäß dem Antrage des Klägers. Das Oberverwaltungsgericht bestätigte das Urteil in der Hauptsache; es berichtigte nur die Be- rechnung um eine Kleinigkeit. Das Oberverwaltungsgericht stellte sich mit dem Bezirksausschuß auf den Standpunkt, daß demjenigen, der vor dem t. April lvl)9 bereits das ältere Beamtcnprivilegium hatte, wie hier K. als früherer KrelZausschutzbeamter, dies auch für ein anderes, neues BcamtenverhältniS zustehe, selbst wenn diea neue Beamtenverhältnis erst nach dem 1. April 1999 begründet wurde. Daraus rechtfertige sich der Anspruch des Klägers. II. C. lii.) 886. 10, Die deutsche soziale Fürsorge im Krieg. Von der Tätigkeit der deutschen Versicherungsträger im Dienst der KriegSwohlfahrtspflege entwirft der Präsident des R e i ch s v e r s i ch e r u n g s a m t S, Dr. Paul Kaufmann, ein anschauliches Bild in einem Vortrag, der unter dem Titel„Was oankt das kämpfende Deutschland seiner sozialen Fürsorge?" bei Franz Bahlen in Berlin erschienen ist. Sofort nach Kriegsausbruch waren der Heeresverwaltung neben den Krankenhäusern und G e- n e sun g Sh e i m e n der Berufsgenossenschaften und Kranken- lassen auch die zahlreichen Lungenheilstätten der Versiche- rpngSanstalten mit einem Stabe trefflich geschulter Aerzte zur Verfügung gestellt worden. Die Versicherungsanstalten trugen den gesteigerten Bedürfnissen auch dadurch Rechnung, daß sie der durch Kriegsnot und ungünstige Lebensbedingungen, oft auch durch vor- zeitigen Verlust des Ernährers gefährdeten Jugend eine weiter- gehende Fürsorge zmvendeten. Sodann haben die VerstcherungS- anstalten im Einvernehmen mit den Krankenkassen und der Militär- Verwaltung im Kriege bereits über 8V Beratungsstellen für G e- schlcchtskranke eingerichtet, durch die kostenlose und verschwie- gene Hilfe gewährt wird. Auch die Krankenkassen und Berufs- genossenschaften bemühten sich, ihre Tätigkeit weiter auszubauen: jene durch neue vorbeugende Mahnahmen zur Bekämpfung von Krankheiten, diese durch wirksame Durchführung der Unfallver- hütung. Als besonders wichtig erwiesen sich die langjährigen Er- fahrungen, die im Frieden für die bestmögliche Heilung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit bei Unfallverletzten gc- sammelt worden waren. Sie wurden für die Behandlung der Kriegöverletzten verwendet. Die Heilverfahren der Versicherungs- anstalten und Krankenkassen kamen den erkrankten Kriegern zugute. Für lungcii- und nervenkranke oder rheumatische Soldaten werden ihre Krankenhäuser und Heilstätten ausgiebig benutzt. Gerichtszeitung. Die Gerichtsserien werden auch in diesem Jahre am 15. Juli beginnen und am 15. September endigen. Während dieser Zeit werden nur in Ferien fachen Termine abgehalten und Entschcldun- gen erlassen. Fetiensachen find: 1. Strafsachen, 2. Arrestsachen und die eine einstweilige Verfügung betreffenden Sachen, 3. Meß- und Marktsachen, 4. Streitigkeiten zwischen Vermietern und Mietern, 5. Wechselsachen, 6. Bausachen, wenn über Fortsetzung eines ange- fangenen Baues gestritten wird. Das Gericht kann aber auf An- trag auch andere Sachen, soweit sie besonderer Beschleunigung be- dürfen, als Feriensachen bezeichnen. Das Manko in der Lohntüte. Eine Arbeiterin der Firma Schwartzkopff bekam— wie es in Großbetrieben üblich ist— ihren Wochenlohn am Zahltage auf ihrem Arbeitsplatz in einer zugeklebten Tüte ausgehändigt. Nach der Aufschrift sollte die Tüte 23,39 M. enthalten. Die Arbeiterin fand aber nur 8,39 M. darin. Sofort teilte sie der dicht neben chr sitzenden Mitarbeiterin die un- angenehme Ueberraschung mit. Beide Frauen untersuchten die Tüte nochmals, aber sie war völlig leer. In der Annahme, es könnte beim Herausnehmen des Geldes vielleicht ein Geldschein unter den Tisch geflattert sein, wurde der Arbeitsplatz gründlich abgesucht. Doch es fand sich nichts vor. Die Arbeiterin ging nun den Instanzenweg vom Meister zum Kassierer. Aber sie wurde abgewiesen mit dem Bemerken, ihr Lohn müsse gestimmt haben, denn die Einrichtungen im Lohnbureau seien so geordnet, daß ein Irrtum auf dieser Seite gänzlich ausgeschlossen sei. Dann wandte sich die Arbeiterin an den Direktor. Der versprach, die Sache zu untersuchen und ließ der Beschwerdeführerin nach einigen Tagen den Bescheid erteilen, nach feinen Informationen habe die Lohn- tüte den Betrag von 23,39 M. enthalten, es könne also nichts nach- gezahlt werden. Darauf klagte die Arbeiterin bei der Kammer 9 des Gewerbegerichts auf Nachzahlung des Fehlbetrages und führte durch das Zeugnis der Mitarbeiterin den Beweis, daß ihre Angabe der Wahrheit entspricht. Der Vertreter der Firma, Buch- Halter Richter, blieb dabei, daß ein Irrtum auf seiten der mit der Lohnberechnung und Auszahlung betrauten Angestellten ausge- schloffen sei. Dagegen— sagte der Vertreter— wäre doch mit der Möglichkeit einer betrügerischen Manipulation der Klägerin zu rechnen. Dieser Verdacbt werde dadurch begründet, daß sich nach den Angaben der Klägerin und der Zeugin außer 39 Pf. Kleingeld zwei Zweimark- und vier Einmarkscheine in der Tüte befunden haben sollen. Soviel kleine Scheine würden bei Beträgen über 29 M. nicht ausgegeben, sondern die Klägerin würde nach den im Lohnbureau herrsck>enden Bräuchen einen Zwanzigmarkschein und die übrigen 3 M. in kleinen Scheinen erhalten haben. Das Gericht erklärte es für sehr unwahrscheinlich, daß die Klägerin, die schon längere Zeit bei der Firma arbeitet und sich keine Unregelmäßigkeit' hat zuschulden kommen lassen, einen so raffinierten Betrug sollte ins Werk gesetzt haben. Die Angaben der Zeugin bezeickmetc das Gericht als vollkommen glaubwürdig und verurteilt« auf Grund dessen die Firma, den Fehl- betrag von 15 M. nachzuzahlen. Eingegangene Druckschriften. flus aller Welt. EI» schwerer Unglücksfall, dem zwei Mädchen im Alter von 16 und 18 Jahren zum Opfer fielen, hat sich in der Zlähe von Mittenwalde auf dem Schöncichener Plan der Müll- Verwertung der Chemischen Werke.Merkur" zugetragen. Beim Fortschaffen eines mit allen Weckcruhr-Gehäusen gefüllten Sackes entfiel dieser den Händen der Mädchen und der Inhalt explodiert« auf dem betonierten Fußboden. Die Arbeiterin Martha Zacharias wurde sofort getötet und die Lydia Gutke starb bald darauf im Paul-Gerhardt-Slift. Unter den Metallen fand man später Splitter von einen, Granatzünder. Wie dieser unter die Gehäuse geraten ist, konnte nicht ermittelt werden. LerzweifiungStat einer Mutter. Freitag früh wurde in Frau- r e u t h iReuß ä. L.) die Witwe Schreiber mit i�ren beiden ältesten Kindern, durch Gas vergiftet, tot in ihrem Zimmer auf- gefunden. Ein jüngeres Kind in einem Nebenzimmer blieb am Leben. Der Beweggrund der verzweifelten Tat ist Krankheit gc- wesen. Kriegsgefangene Oesterrcicher als Polizcitrnppe» in Sibirien. In den Aus kaufdörfern Sibiriens sda» heißt den Dörfern, die seit 1996 von der russischen Regierung mit 3 Millionen Seelen be- gründet wurden) und im Sndstreifen der Nordteile von Rußland werden kriegsgeiangeee österreichische Slawen, die bei den Bauern arbeiteten, als Miliz aufgestellt, wobei sie Waffen erhalten. Der Grund ist der Terrorismus, den Fahnenflüchtige und entsprungene Verbrecher in den Dörfern verbreiten Ein tatkräftiger Freund der Entente. Wie die Niederländische Telegraphen-Agernur aus dem Haag meldet, wurde der Tele- graphenbeamte Brand wegen Unterschlagung von Telegrammen, die für die Mittelmächte bestimmt waren, zu einem Jahr bedingter Gefängnisstrafe mit einer Probezeit von drei Jahren verurteilt. Hans und Wohnung. Nelchstrtegsstcucrgcsehe(Neue Folge). 1 M. Verlag C. H. Beck, München. Briefe eines Landsturmlentnants an Frauen. Von Rod. Michel. Geh. 2 M.. Pappbd. 3 M. Verlag S. Fischer. Berlin. Der Vaterländische Hilfsdienst. Von Schiffer»nd Dr. Junck. 3 M Verlag von Otto Licbmann, Berlin. Lefterreichisches urd Ilngarisches Staatsrecht. Von Dr. Fritz von Keller. 7,50 M. Verlag I. Guttentag, Berlin W 10. Der Weltansang nn»»i« Vildnnq von Energie und Stoffen. Von Dr. Thcoph. Silb-rmann. 3 M. Louis NebertS Verlag, Salle a. to. Das Schicksal Belgien» beim Friedenschlust. Von Ernst Zitcl. mann. 2 M.— Teutschland und Anierika. Von Dr. S. Hellmann. 80 Pi. Verlag von Duncker u. Hnniblot. Leipzig. Der Krieg nnd die graste Politik. Von Otto Hoetzsch. Geh. 10 M., geb. IL M. Verlag S. Hirzel, Leipzig. Hcimknltur— Deutsche Kultur. 1 M. Gejelllchast ftir Heimkultur, Wiesbaden. KriegSkarte Nr. 38: Flemmings Kricgskarte von Oberitalicn. 1 M. Verlag von Karl Flemming A.-G., Berlin W 50. Verordnungen der städtischen Behörden zu Frantfnrt a. M. über die Lebensmittelversorgung. Von Karl Kirchner. S M. Verlag F. B. Auffahrt, Frankfurt a. Bt. Die Stieglbupfer. Bon Hau? Raithel. Geh. 2,50 351., geb. 3,50 W. C. F. Amelangs Verlag, Leipzig. Jahresbericht des Zentralderbandcs deutscher Konsumvereine für 1916. 7 M.— Berlazsgescllschast dculscher Konsumvereine, Hamburg. Soziale Rundschau. Herausgegeben vom k. l. ArbeitSsiatistischen Amt im HandelSminifterium. 40 Heller.— Aisred Holder, Wien I. Kriegsberichte aus dein Grosten Hauptquartier. Nr. 24, 25 und 26. Je 25 Pf.— Deutsche VerlagSanstalt, Stuttgart und Berlin. Der Krieg und die Baltische Frage. Von F. Zeclcn(ZiniS). 40 Rappen.— Verlag: Buchdruckerei Jordi in Belp-Bern. Keine Schlaflosigkeit mehrt Von A. Reinert-Hildcshei«. SO Pj. — Rcinerts Institut für Naturhcilkunde in HildeSheim, Zw gel 39. Jugendpflege als organisches Glied der Boltspfiegc. Von Anton Heiiien. 1,20 M.— M.-Gladbach, Volksvcreins-Verlag. Teutschlands Spende für Säuglings, und Kleinkinderschutz. Denkschrift. Friedrich der«lroste und Bismarck im Kampfe gegen die Koalitionen. Von Dr. Phil. Walter Hoch.— Friedrich Gutsch, Karlsruhe und Leipzig. „Tie Physik«. Von Prof. Leo Graetz. Mit Berücksichtigung ihrer Anwendungen.— Verlag: Naturwissenschaften, Leipzig. Tie Zukunft in Marokko. Von Dr. Bernhard Stichel. 1 M.— Dietrich Reimer(Ernst Vohsen), Berlin. Gegenwart«nd Zukunft der Elektrizitätswirtschaft in Deutsch- land nnd Oesterreich. Von Max Ried.— Urban u. Schwarzenberg, Berlin. l-» Quesiioii D'Ejsypte. Bon Mohamed Fahmh.— Librairic I. H. Jebcber, Genf. Rue du March«. "Hendrik Conscience. Von Franz JosteS. 80 Pf.— VolkSverewS- Verlag, M.-Gladbach. Die Geschichte der Antonie van Heese. Bon Adele Gerhard. 1 M.— Kronen-Verlag, Berlin. Wer ist der Kriegsanstifter? Von Thomas Moser. 1,50 M.— Gustav Brauns, Leipzig. Zimmer- und Balkonpflanzen. Von P. Dannenb-rz.— Zur Kulturgeschichte.Roms. Von Pros. Th. Birt. Je 1,25 M.— Quelle «. Meyer, Leipzig, El» Held der Garde. Von Oskar Häring. 1,20 M.— Stephan Geibel, Altenburg(S.-A.). Preissteigerung, Handel«nd Reichsgericht. Don Dr. Adolf Lob». 1 M.— Theodor Weicher, Leipzig. Wegweiser durch das gesamte Kriegsrecht. Von A. Ebner. 4,80 M. — I. Hesse, Stuttgart, »Deutschlands Erneuerung.»' Monatsschrist für das dciülchc Boll. Heft 3. Einzelheft 1,50 M.— I. F. Lebmanns Verlag, München. Reichs« und Staatsaugrhörigkeitögcsey. Von Dr. jur. Albert Magnus. 10 M.— Puttkammer u. Mühlbrecht, Berlin. Reichs-Reform-Amt. Von E. F. Kart Gabriel. 1,20 M.— Otto Weber, Leipzig. Die Organisationen der Lithographen, Stcindrucker und ver- wandte» Berufe. Bon H. Müller. Geb. 15 M.— Vorwärts-Perlag. Einkochen ohne Zucker. Von Helene Klingmann. 30 Pf.— Eduard Focke, Chemnitz._ Sriefkaften öer Expeöw'on. Di« luristisch« Sprechstunde findet für Abonnenten Lwdrnstr. 3, 1. Hol links, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmte» Anfrage ist ein Buchstabe und«ine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Sttu- wort wird nicht erteilt. Ansragen, denen keine AbonnemenlSquittung bei- gefügt tft, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprech- swndc vor. Brrträge, Schriftstücke und dergleichen bringe«a» in dir Sprech- stnildc mit. A. R. 59. Die Firma ist für den in der Garderobe abhanden gc- kommcnen Gegenstand nicht haftbar zu machen.— P. S. 12. Auch in idrcm Falle haftet die Firma nicht.— Losung� LOS. 1. Ja. S. Das ent- zieht sich unserer Kenntnis.— G. K. 14. Sie müßten die Firma durch eingeschriebenen Brief auffordern, etwa innerhalb acht Tage den Schaden auszubessern, nachdem könnten Sie klagbar werden.— H. 50. Nein, die Psändnngsgrenze ist noch nicht weiter erhöht.— Otto 5;21. Ein polizeiliche« Führungsattest, sind Sie minderjährig, auch dte EinwMgung des Vaters.— Elsa 2. KriegStrauung findet noch statt. Der Verlobte muß dle Einwilligung vom RegimenlSkommandeur haben.— B. B. 4. 1. Sie sind zur Zahlung der Kosten verpflichtet, zumal Ihnen der Nachweis, daß Absicht vorlag, wohl schwer gelingen wird. 2, Event, durch Äm!»< gerichlsbcfchluß. Verwaliungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Geschäftszeit von 9—1 Uhr und von 4— 7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185. 1239. 1987, 9714. Sonntag, den 10. Jnni 1917, vormittags 9'/, Uhr, im. Lokal von Riedel, Hussitenstr. 40: Gruppen versamminng der WtchtuMlcifn irnd Jdjltifktiniitti. Tagesordnung: 1. Bericht des Gruppenführers. 2. Wcrkstattaiigclegcuheiten. 3. Brrschirdeues. 176/7 iJgp"" Das Erscheine» aller Kollegen und Kolleginnen ist dringend erforderlich. Vlv Oi-tnverwaUiinx. BszugsnueilGo-verzeictinis Borlln-SSden EneielDt vöcheillieh fitntL Fleisch- u. Wurstwap. I r, FrieseiMS : ühpen, GsSdWatMBn . Feii8ketKottbua.Damm08N �Streng anerkannt bill.| BeukHiln IC. Dittmannl BezugsquGllsn-uerzelchnls Beriln-Wosten _ Bei KmKaftj empfobien. s» aelenenheltskSufs« MWMZMM : Chariokenburg acacs »Mehlhdl., Kolonw.i , �Vtllmerjd.Stt.cO.ll.i lowawes kh Kicpcr Friedrichatr. 28 jDamep-, Kinder-Konfekt!on| : Spandau Riehl ulili _ KOiOlllSlUI. IBr«ite«tr. 67, Schönwulder- |str. 13/14, Fieheltdorfarstr. 17. Hauß- und Küchenger&te Hermann Finck iWi.,Gh..PsmiL.8tMiff. : f G o M s ciun i e d e.r.? t' Bekanntmachung. Gemäß§ 3 der Verordnung vom 3. Juli 1916 betreffend Regelung des Verbrauche« und Absatzes von Kartoffeln wird hiermit für Berlin fol- gcndes bestimmt: In der Woche vom 11. Juni bis 17. Juni 1917 dürfen auf die 70 Ab- schnitte 56(»—«0 der Kartoffelkarte Je'I, Pfund Kartoffeln, zu- s ammen also höchstens 5 Pfund Rartoffel» abgegeben und entnommen werden. Wer bt« Mittwoch, den 13. Juni 1317 einschließlich Kartoffeln nicht zu erhalten vermag, kann von Donnerstag, den 14. Jnul, ab auf jeden der IS Rbschnttie SS a— e der Kartoflolbartc 100 Stramm tiebftck gegen Trennung der Abschnitte bei einem Berliner Bäcker oder bei einer sonstigen BrotvcrkaufSstclle in Berlin unter gleichzetttgcr Vor- legung einer Berliner Lebensmittelkarte entnehmen. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen sind nach Maßgabe der angezogenen Verordnung strafbar. Berlin, den 9. Juni 1917. Magißrat der Königlichen Kanpt- nnd Refidemstndt. J.-Nr. 8l5 Kart. 17. Mermuth. Bekanntmachung. Vom il.Juni ab kann außer der bi« zum 17. d. MtS. auf Abschnitt 24 hewilligten Menge von drei Eiern auf Abschnitt 25 noch ein Ei abgegeben und entnommen werden. Die Mchrbcwilligung bezieht sich nicht auf Gast» Wirte und Konditoren. Die GüIIigkcitsdauer dcS Abschnitts 24 wird bi« zum 25. d. Mts. verlängert. Berlin, den 8. Juni 1917. Magistrat der Könjgttchtn Kanpt- und Reßdenrstadt. J.-Nr. 2730 Ei. 17. Abteilung für Eterversorgung. Bekanntmachung. Kllftrßlilktii, Kchrgrützt oder Ksstrinchl. Gemäß§ 5 der Verordnung über Lebensmittelkarten vom 18. Oktober 1916 wird für den Gemeindebeztrk der Stadt Berlin bestimmt: 1. Aus tzlbschnilt Nr. 80 der Lebensmittcllarte entfallen »00 g Haferflocken, Hafergrütze oder Hafermehl. II. Der Abschnitt Nr. 80 ist in den durch ein Aushängeschild »Verkauf von Haferflocken oder Hafergrütze auf Lebens- mtttelkarten der Stadt Berlin" gekennzeichneten Geschäften gegen Empfangsbescheinigungen abzu. liefern, und zwar tn der Zeit vom Sonnabend, de« 0., vtS etnschltesilich Dienstag» de» IS. Juni 7077. Nachträgliche Annahme findet nicht statt. III. Die Kleinhandelsgeschäste haben die von ihnen angenommenen Karlenabfchnltle IN der bisher vorgeschriebenen Weise an ihren Großhändler abzuliejern. u»d zwar am Biittwoch, den 73. Jnni 1017. IV. Die Ware wird nach Ablauf der üblichen Frist bei den Kleinhandels- geschüften gegen Rückgabe der Empsangsbescheinigungen zur Ver- sügung stehen. V. ES ist unzulässig, die Kartcuabschnitte in Geschäften abzugeben, in denen Nicht das vom Magistrat ausgegebene Aushängeschild(siehe zu II) angebracht ist Geschäften, die nicht im Besitze des Aus- hängcschildcs sind, ist die Annahme der Kartenabschniltc untersagt. Berlin, den 8. Juni 1917. Magistrat drr Kömglichen Kaupt- nnd Rklidemstadt. J.-Nr. 58 Br. S. Abteilung für Browerforgunz. SpeziaUrzt 1 l>i*. nifeil. Culemnuii ! für Haut-, Harn-, Frauenleiden 1 norv. Schwäche, Beinltranke, I Uhrllch- finta- Kuren J I(Dauer 12 Tage), Behandlung I 1 schnell, sicher und schmerz- 1 1 los ohne Uernfsstömng. KöniB8lr.34-36,Ai3«?pfi. I i Entenfell% Pfd. M.4J5 Gänseuäkelteule».. Stück 3,05 Gäusoftückenstrtsch.. Pfd. 3.95 KptckganSbrust.. Pfd. 8,75 an Frische Suppenhühner, 4, KS an SeteMt vorm. faselte, Planufea« 2L Möbel jtbcr Art sowie ganze Nachlässe tauft böchttzahlcnd* Frosch, Neukölln, Steinmelzstr. 4. Wer sich zum Redner ausbilden will, dem ist als grundlegende Schrift sehr zu empfehlen: Reserenten-Mrxr Von E.Savi�. preis 1,50 M. Das ausführliche Inhaltsver- zeichnis wird auf Verlange» verschickt vom Verlag NuchhandlungVorwaist« Berlin«W.«S- Qndeuslrope 3 Soefze* 7oto-Kans üeriiii HO Ifl, Aiit L Große Frankfiirter Str. 71 Telephon Alex. 1416, Postscheck 25385 Engros- Foto- Spezialgeschäft des Ostens. Eigenes Atelier. Vergrößerungsanstalt Elektr. Betrieb. Sämtl. Bedarfsartikel SüonntaeM«len ganzen T«g geöffnet' Verkanf— Tannch— Ankauf* Feldpostbesteiiungen werden prompt ausgeführt! i iralptafi mit Stiel 75> 1 inies- kuiPeiiisioi 75«. «iÄlüMW! bunt glasiert 1 ff. Woöütli 75". A. Dandorf&0 Beüs-filüfliice-Stfüsse Gr. Frnnkfurler Strasse Eraonea-Strasse Wilmersiiorler Strasse Verlangen Sie bei Einkäufen Habattmarken �3 AiL-"--■—- 1 Gswürzsclirank......... 75 pi. 1 BaßkloPifl............... 75 pi. 1 Eck- breü 75 p.. 1 ßebäckkasten........... 75 p.. 1 ßeibekeu! 1 Klopfer lirtschaftsartikel i Spirituskocher.......... 75 w. 1 Kleiderbürste 75 1 Scheusr- börstö 75 i Einkosh- : dose 75 pf. zusammen 1 Besteckkasten......... 75 1 ffiuü- schaufol 75 pf. 1 öhstkuohenform 1 Blunienvase wciss oder bunt I OazetjlQcke............. 75 pt. 1 Paar Messer und Gabel 75 1 ßingstäni!er75 !(luirlbrett 75 1 Iforratsdösc 75 1 Kiic!ieii'3reü75 1 Haarbürste 75 1 Äbstäuber 75 2 Weingläser f™..... 3 Likörgläser hohe Form. i Konipottsciiele reiches'7S Pressmuster'" 2 Eierbecher 1 Käseglocke 1 Knclisnteller 1 Fleischbrett... 1 Fleischklopfer. 1 Fruchtsclialep™st'er 75 p,. 1 Aschenbecher Set;. 75 P,. Pcitomerie 1 Flasche Birkenkopfwasser 75 1 Flasche Bay-Rum....... 75 p.. 1 Zelluloid-Seifendose... 75 1 Ze!luIoid-Zahnbürst8nh(ilsa75 ,_„ 6 Mottenschütz-Tafeln.. 73 PL j L A p.. 1 Rasiernapf.............. 75?.. 1 znsammen Porzellan 2 Aufschnittplattcn we!5S 75 2 Abendbrotteller weis...... 75 1 Frßhstiickskanne gmÜSII 75 1 Zuckerdose mit � zu5an""ei1 1 Milchgiesser reichen 1 em m üoid" j?i linien PI. 2 Kaifeetassen ÄÄrn 75 Q 1 C listschale SLSS.,.., 75 iKaffeskacne /> reich HR '/ verziert■ � (■ 6 Eierbecher sortierte'7£ Verzierung.*** 2 MÜChtupfe üoMverz'ierune 75 Pf. 1 Zuckerdose t£L 1«�°°° 1 Milchgiesser z�as j 6 G 2 Kaffeetassen mit Unterfassen,>75» fresse Form, weiss � ,4 Obertassen..!» 75 4 Kompotteüer we», 1 Marmeladendose 75 2 Kartoffelnäpfe weiss....... 75 2 MarmeladendosenVÄt�a pf. asfaffootaccpn mit Untertassen>76 pallvvlasövl! kunteknnävcr-i. 2 Kompottschalen we�.. 75 pf. 3 Obstteller 1k ern, mit Frucht- Tcrriernnz 75 pf. 1 Butterdose K�eT". 75 pu 4 käffeetÖpie mit Aufschrift 75 Pf. Ri Pt 3 Kaffoebecher zrvsse Form 7o Ph 4 Obertassen xres-e Form 75 Pf, 2 Speiseteüsr ÄSfe 75 3 Kaffeetassen mLLsc!r?R Goldrand und Linie........ lw Pf. 3 Gemüsetonnen 75 1 Essigflasche.......]"•™men ! Oslflasche.......... j z Jpt 2 Mesten.................. 75 Pf. PaclorBBren 25 Briefbogen 25 b'mschlägeÄ?":) e D 3 Rollen Toilettepapier 75 pt. 1 Pßstkarten-Älbuin..... 75 Pf. 2 Rollen Küchenkante... 75 pt 1 Schreibblcck ioo bim.. 75 pl 1 Poesieaibum............ 75 pt 1 Album von Berlin(Ätahmenn)" 1B et. 60 Eeriloer ÄDsidiis- nosikatleß ' pt EtZEf , mit Metailr&nd 7Z Pi, IG GiEisüfte mit- Schoner 75 p.. Zu feinem 28. Geburtstage Sim 10. Mai 191'/ fiel wsolge j Bnlstfchnsscs nach zweijährigen ! harten Knmpsen mein innigst- 1 geliebter Mann, Vater seines ein- �ziricn Söhnchens, mein lieber öoim, unser guter Bruder und -chwoger, der Landsturmmann Otto sselisrvje! Dies zeigen an in ficiem Schmerz 1Ü0A Tsckarmd geb. l>reßler nebst 3 ö ij u d) e u, Mutter, Geschwistern uns dien Lermandtcn. Hinweggerisje» aus unsrer Mitle, der Platz an nnseem Tisch, er blcibt nun leer. Wie glücklich wolltest du mit deinen Lieben leben, wenn erst der Friede wieder- fctut. Wie groß war dech die Sehnsucht nach dein liebes Söhn- chcn. In jedem Blies schriebst du ■ffuf Wicderschn! Kurz vor dem Urlaub mutztest du nun von uns gchn. Noch immer lönnen wir's ii!d)t sasscn, datz du nicht mehr zurückkehren sollst Für was hast du müssen dein Leben lassen? Für was mutzte ich. geben mein ganzes.Glück? Doch mag' uns trennen die ganze Weif, mög' drüber hingchn der Jahre Zeit, in meinem Herzen sollst du leben, niemals wirst du von mir ver- gesjen sein. Dir der Friede, uns der Schmerz. Ruhe saust! Gpiiilklüh Keuenhagen 1913. Mitgl. d. Arbeiter-Turnerbundes. Am 2. Mai, nachmittags 7 Uhr. siel unser srühcrcr Vereinsleiter, der Sportgenosse �SKSSi im Alter von säst LI Jahren durch Vollrresser. LS2/9 Er war unS ein guter Svorl- I genösse und oortresslicher Freund. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewabren. WriyWBMÜJ aatllli. iKSWBBBIWMglSBg lUiM, mmt, panjp UJirtfdjflftru tauft Eähnie, Neukölln, Anzengruberstr. 2. Gründliche Behandlung von Neimen-, Nieren-. Beinleiden, Ischias, Rheuma. Leber-, Magen- Darm-, Stoffwechsel-, u. Kinder- Krankheiten. ,,,, ,, T flir. HeriDaBDS, SÄrtce1) ' 9—1 u. 5— ö'/.Uhr. Spezial-Arrt l>r. med. Husche, Friedrichstr. 90 gSÄt Bebandh von Syphilis. Haut-, Ham-.Franenleid..fpcj.chi-on. Fälle. Ehrlich-Hata-Kuren, schmerz- lose, fürzeste Bebandlimg ohne Be- russstörung. Biutunlersuchung. Mätz. Preise. Teilzablung. Sprechstunden 10— 1 und ö— 8, Sonnl. 11— 1. flnnaljineftelkn für„Kleine Anzeigen" R. Acugels, Markusstratze Zö. Berlin O. A. Hahnisch, Ackersir. 174. O. Karl Melle. Petersburger Play 4. NO. L. Zucht, Immannclkirchstr. 12. N'. A. Wolgast, Wattsir. 9. S. Fischer, Basttanstr. 6. Karl Mars. Greisenhagencr Straße 22. I. Hönisch, Plüllerslr. L4a. H. Bogel, Loryingslr. S. NW. Salomon Joseph, Wilhelnishavener Straße 48. G. Schmidt, Bärwaldstr. 42. 8. St Fritz. Prinzenstr. 31. H. Lehmann, Kottbuser Damm 3. 80. Paul Böhm, Laujiyer Platz 14.15. P. Harsch, Engeluscr 15. Baiimschnlenw«-!. Karl Köpfe, Kiefholzstr. 179. Borsigwalde. Paul Kienast, Äiäuschstr. U>. Eharlot.cnburg. Gustav Tcharnberg. Sesenheimer Straße 1. Friedrichshagen. Ernst Werkmann, Köpenicker Straße 18. Grüna». Franz Klein, Friedricbitc. 10. Johannisthal. Max Gonschur, Parkstr. 23. Karlshorsi. Hermann Billing, Tönhossstr. 28. Köpenick. Emil Witzle:, Kictzer Straße b(Laden). Lichtenberg I. Ltto Seite!, Wartenbergstr. 1. Tunnstraste C/i Moabit hidt»-v schnell und billig. Zabers Lichtenberg II. A. Rosenkranz, Alt-Boxhagen 55. Neukölln. M. Heinrich. Neckarstr. 2. C. Rohr,- Sicgsriedstr. 25/29. \ Nicderichöncwcidc. Wilh. Unruh, Brückenstr. 10. , Zlowawes. Karl Krohnberg. Eisenbahnstr. 10. Oberschöneweide. Otto Freidank, Bismarckstr. 25. Pankow. Otto Ritzmanu, Mühlenstr. 71.. Reinickendors. P. Gursch, Provinzstr. 56(Laden). Schöueberg. Wilhelm Bäumler, Pleininger Straße 9(Laden). Spandau.. E. Bär. Moltkestr. 7. Sieglitz. H. Bernsee, Momnisenstr. 59. Tempclhos. Ueckermann, Kaiser-Wilhelm-�traße 74. Treptow, Robert Gramenz. KieHolzstr. 412(Laden). Weitzensce. Gustav Rotzkovi. Berliner?lstce II. > Wilmcrsdorj. Paul Schuderf, Wilheliu-aue 27. O KMrsn diii'fei! Sie aus unserer Oelzxiaal-Gtuuetur-d- I-'uiuM'ud-iltsi-eikunix! Beste der Gegenwart, leichtes Fahre», gciälliacs Ausseben. �tuadui-d-Oornputez-, Berlin S.. Kottboserdamm Ol. Vertreter überall gesucht. Für Ostpreußen suche Bettstelle», Kleiverichränkc, Vertikos, Sofas, Federbette». Weinstack. Neukölln. Knesebeckstr.36. Teleson-Anschluß 2126.* Bezussqueiienuerzeichnts Berlsn-Noptfsn Bei Einkaufen empfohlen. Orogen, Farben KecaHochätr. 39 nah.S�hnliendorfit. 2 ff Fleisch- n. Wurstw. pelsctensEeDtr.s™! jjs Kolonial usaron � IM. SaegeW tl ATiÖbelmagazino Bsiuickendorriit. 97 ißchlermoister MÖbelmaeiKzSno 0 WIESE 8[iL j Bezugsqüsüoo-UerzGiGfiiüs BerUn-Os-Scn Enchtiit wc-cJienilich einni&L Bei Biakriaten»aplobiea. * Buttep, Elap, KSse x» P.UJiksraoJfilialEnö iV}eh2handUi?ig ektx-VisbZn m. Pisiscli' g SOCH Königsberieer« '''27__« Straße 2ö'' n Photograjib. Atorters .|TBlLO.Z»sehk?.ÄnclrMi llutr. 28 a. Andraa�pl S. Warenfiiäuser zesra Üambarger'kVariaiiMsifiX Flein rnmü>< Alt-Stfalm 1 1 tVorv.-U». erb. S0/o.� Relseitinfel Seideamäutei, imprfig-uiex-tei beta. gTimraln, gesetzlicn gescntitzi, Prachtstücke, wucdenrolla Farbens'.ellungcr J5C,- 120,— 100,— 76.— ötauDniSiitel, wasserdicht, teils Priedeasstoffe Eft- 39.— 25.— Korse Taltjacken, für jeden Kock pass. 46.— 36,— 28,- Pelzmäntel wunde nrol. e A usfüh r unjea, Seal c.ectriu mit Iltis, Maolwuri la Ausfübruoger,, teils mit breiten PelzverhrSmungen iseitene iäiemplare) 1600,— 1200,— 90ft—«76— ITantasie-PelzmilDteUescheAiifinaciuae 350,— Kurertcoat-Mäntel, lang und kurz, flotto Antra ach ungeu, «och glatt mit Steppereien, 150,- 125,— lOft- 75,- Fesche BackBsch-Kostüme, Kräaselstotl Uolienne, teils aal Friedensstolfen 100,—, 75,- 63,- 42'/, Aaswahlseodongen nach aoßer- balb gegen Anzahiuag. Westmann 1. CJflsctiRft Mohrenstrasee Sin. 2. UBacbfiJt üi-osse l ranlrtiirt«r ütrase« 115. Rkise-itcstüm Xammgaro. Sölde, Tuch. loulfe, Modelle lasche Aulmach uugeu, w-UDdenrollö Qualitäten, 275,- 250,- 200,- 175,- 150;— PIßschmlintel Ssalplüsch, Velours du Nord, Moh&r- Plüschö Astrachan, entrückende Ausführungen 330,— 275,— 250.— 200.— 15ft— kurze Tafletjacken, la Ausführungen 120,— 99.— Ii- Passendes Iflr stärkste Pigoren vorriitig. Rabattmarken der Konsumgenossenschaft Berlin umi llmgeganö ttr.155— 1�17 Unterhaltungsblatt öes vorwärts Sonnabend, H. �uni Cin türkifiher Culenspiegel. NaSreddin Hodscha, der Narr von Akschehr. Auch die OSmanen haben ihren Eulen fpiegel gehabt, der in ibrer Uebcrlieferung noch lebt, wenngleich eS ein fmlbeZ Jahrlausend der ist. seitdem er seinen Landsleuten in Alflbehr südlich von Brussa mit seinen lustigen Streichen und boshaften Schelmereien als Spajzniackier diente. Und nickt nur seine eigenen Taten erfreuen sich noch immer gleicher Beliebtheit, auch neue Scherze und Witze finden immer willige Ohren, wenn sie nur unter seinem Namen erzählt werden. Sein Grab wird in Ehren gehalten; man zeigt es in Alfchehr, wo er während seines Lebens wohnte; denn im Gegensatz zu dem deutschen Eulenspieael war der türkische kein umherziehender Baga- bund. Naörcddin Hodscha lauteten sein Name und Titel. Hodscha bedeutet soviel wie Magister, und in der Tat war Nasreddin ein gelehrter Pdiloioph. Er lebte äufierst anspruchslos, verstand sich jcdock auf die Kunst, durch seine Scklauheit mitunter auf einen Hieb vwl Geld zu verdienen. Eine Schönheit muh er nicht gerade ge- iveien sein; in den Geschickten, die von ihm umlausen, heißt es, daß er ein Gesicht wie ein Hammel hatte, einen dünnen Bart, kleinen Mund, eine kühn gebogene Nase und auffallend große Ohren. ÄlS NaSreddin vor seiner Verheiratung in Brussa studierte, kam eS zuweilen vor, daß er sich betrank, und noch späterhin reizte er den Balil lPolizeimeistcr) tn Akschehr dadurch, daß er vor seinen Augen das Verbot des Koran, Wein zu trinken, in einer Weise übertrat, daß ihm nichts anzuhaben war. Er machte einen Becher aus weichem Brot, goß die verbotene Flüssigkeit hinein, aß das Ganze vor den Augen des mächtigen Mannes auf und sagte: .Schau her, Efsendi. der Koran verdielet freilich, Wein zu trinken, nichl aber, ihn zu essen. Wie Du siehst, esse ich den Wein.'— Eines Tage? ireille NaSreddin zum Besuch bei einem Manne, der für seine Einsälligkeit bekannt war. Der Schelm lieh sich das Elsen gut schmecken, noch mehr aber die süßen Getränke. Da sagte sein Wirt:„Es erstaunt mich, NaSreddin, daß Du mit Deinem kleinen Mund so viel trinken kannst. Nur schade, daß Deine großen Ohren so wenig zu Deinem Mund passen.' Nuhig antwortete der Hodscha:»Du hast recht, mein Freund, meine Ohren und Dein Verstand würden zusammen einen prächtigen Esel ergeben.'— Einst kam ein reicher «icidcnhändlcr von Smyrna nach Akschehr, nur um NaSreddinS Bekanntschaft zu machen und einige seiner witzigen Aussprüche zu börcn. Er bewirtete ihn mit den ausgesuchtesten Leckereien und den süßesten Getränken. Der Hodscha jedoch aß und trank, ohne ein Wort zu reden. Als er satt war, dankte er für die vorzügliche Be« wulmig und machte Anstalten, nach Haus« zu gehen. Da gab ihm der Seidcnhändlcr zu verstehen, daß er ihn nur eingeladen habe, um ieine Narreteien zu boren. NaSreddin aber antwortete ihm: »Du irrst Dich, hier tn Akschehr haben wir keine Narren, sofern fie nickt eigens von ismyrna zu uns kommen.'— Als Nasreddm einmal unverhofft zu einer Gesellschaft von zehn Personen kam. rief man ihm erfreut entgegen:»Jetzt wird eS erst lustig, da unser Narr gekommen ist.' Lachend erwiderte der Hodscha: „Glaubt mir, ich allein bin Euch gegenüber iin Vorteil.' Und als sie nickt verstanden, ivie er das meinte, und ihn fragten, wao er sagen wolle, antwortete er:»Ihr freut Euch alle zusammen über eineii einzigen Narren, während ich zehn für mich ollein habe.' — Ein Freidenker, der vor einigen frommen Mohammedanern mit seiner Gleichgültigkeit den Lehren des KoranS gegenüber prahlte und u. a. sagte:„Ich leugne das Dasein von Engeln, da ich nie cincii gesehen habe,' wurde von NaSreddin mit den Worten unter- blvchen: AnS demselben Grunde leugne ich, daß Du nur«in Körn- chcn von Verstand besitzt; denn ich babe nie solchen bei Dir wahr« genommen. Auf der Straße traf NaSreddin eine« Tage? einen guten Freund und trat mit ihm in ein Kaffeehaus, um Schach zu ipielen. Dort weitete er mir einem Bekannten, er werde seinen Freund ohrfeigen, ohne daß dieser ihm darob böse werden würde. Während des Spiels schwatzte er so viel, daß der Freund ab- gelenkt wurde und unaufmerksam spielte. Nach einem besonders schleck, tcn und unbedachten Zug rief er verärgert:»Ich Esel! Ich lllindvieh! Ich Dummkopf I"—»Stille, ich will so etwas nicht noch einmal hören,' bemerkte der Hodscha.—»Ich wiederholte eS, uo bin ein nusagbare-Z Rindvieh, ein Kamel, ein Rhinozeros.' Da gab Nasreddin ihm eine kräftige Ohrfeige und brüllte ihn an:»Du bist mein Freund, und wer meinen Freund beschimpft, den ohr- feige ich.' NaSreddin war aber nicht nur ein lustiger Schelm und zu- weilen em scharfer Spötter, sondern es sind auch viele Aussprüche von ihm erhallen, die Menschenkenntnis und einen überlegenen Geist bekunden. So sagte er einst u. a.:»Gewisse wilde Volts- stämme haben die Sitte, die Zunge der Lügner zur Strafe zu durchbohren. Wäre dies in der ganzen Welt Brauch, so wäre eS am besten, daß die Menschen gleich mit einem Loch in der Zunge geboren würden.' Andere Worte des Hodscha lauteten:»Hast Du mich einmal verleumdet, so hüte Dich; geschieht es zum zweitenmal, fo fordere ich Dick. Tust Du eS zum drittenmal, so schweige ich.' —„Ost sagt man: Ich bin betrogen worden, wenn wir unS selbst detrogen haben.'—»Wenn man über jeden Schmerz jammert, wäre cS wohl auch richtig, sich stets zu freuen, wenn man keinen Schmerz fühlt. Das tun die Menschen aber nur selten.'— Die Schelmenstreiche und Aussprüche NaSreddin» wurden zum erstenmal im Jahre 1S3S ,n Konstantinopel gesammelt; zwanzig Jahre später veröffentlichte Franz von Werner unter dem Namen Murad Effendi ein Buch über den„osmanischen Enlenspiegel'. Kammerspiele: Die Tänzerin von Lengpel. Leopoldine Konstantin, die neulich voll den glitzernden Wirbel ihrer virtuosen Künste in des Ungarn Molnar„Fasching' spielen ließ, fand in dem Stück seines Landsmannes ein« noch weit dankbarere Gelegenheit dafür. Gleichfalls voll starker szenischer Effekt«, hält sich die Lenghelsche Komödie zu ihrem Vorteil von den unwahr-raffinierten psychologischen Künsteleien fern, die dort im„Fasching' störten. Die berühmte Ballerina, in der sich natur- wüchsig impulsives, zum Teil noch ganz naives Empfinden mit der Hysterie verrückter Launen seltsam kreuzt, gewann, so wie die Konstantin in den jähen Umschlägen der Stimmung sie durch- führte, den vollen Schein des Lebens. Man glaubt ihr alle ihre Streiche. Glaubt das jubelnde Entzücken, in welchem sie von dem reizenden jungen Menschen schwärmt, der sich ihr in der Garderobe vorgestellt und unten schon im Automobil auf sie wartet, glaubt die übermütigen Kindereien am Sommermorgen in dem Garten des Geliebten, die ahnungslose Freude bei Ankunft der ihr nach- gereisten Kollegenschaft, den Streit, der zwischen dem Hausherrn und den ungebetenen Gästen sich entspinnt, und nach der Krün- kung die Rückkehr zu dem Brettl. Mitten in ihren neuen rauschen- den Triumphen tritt der Mann, an dem ihr Herz hängt, nochmals an sie heran. Doch sein Verlangen, sie solle der Ehe den Tanz opfern, stößt sie zurück. Jammernd bricht sie, als er sich von ihr wendet, zusammen, aber sie ruft ihn nicht zurück. Der stärkere Instinkt, so unbefriedigt er ihr Glücksbcgehren läßt, bleibt in dem Kampf der Sieger. Der glänzenden Darstellung der Hauptrolle standen Herr Götz in der Figur des Liebhabers und Herr v. Winter st«in in der des starken, die Eifersucht in sich bemcistcrndcn Jm- prcssarios als Partner trefflich zur Seite. ckt. Alkohol aus Kalk, Kohle und Lust. Aus der Schweiz kommt uns die Nachricht— worüber hier bereits kurz berichtet—, daß es den dortigen Technikern gelungen wäre, das Verfahren der Erzeugung von Alkohol aus Kalk, Kohle und Luft so zu verbessern, daß seine Praxis gewinnbringend er- scheint. Bei der großen wirtschaftlichen Bedeutung, die der Sache, wenn sie sich bewahrheitet, zukommt, mag eS nicht unangebracht erscheinen, sich etwas näher damir zu befassen. Beim Glühen von Kalk mit Kohle und Luit im elektrischen Schmelzofen erhält man das allgemein bekannte Karbid. Letzteres entwickelt, mit Wasser zusammengebracht, ein Ga»: Acethlen, das mit helleuchtender Flamme verbrennt und deshalb zu BeleuchtungS zwecken allgemeine Anwendung findet. Eine andere Eigenschaft des AxetylenS, die auf seiner chemischen Konstitution als sogenannter.ungesättigter' Verbindung beruht, ist das Bestreben, andere Atomgruppen in sein Molekül aufzunehmen und sich dabei in einen.gesättigten" Körper zu verwandeln. So entsteht durch Anlagerung eines WafferrcsteS aus ihm eine Ver- bindung, die die Chemie �ootalcksk�ck genannt hat und die nun ihrerseits durch weitere Wasserhinzufügung in Alkohol übergeht. Der zur Ausführung des Prozesses nötige Wasserstoff wird durch clckirolytische Spaltung von Wasser gewonnen. Als Abfallprodukt erscheint dabei wieder Kalk in Form eines Breies, der nun von neuem als AuSgangSmaterial zur Alkoholbereilung benutzt werden könnte, so daß wir es hier mit einem in der Chemie sich häufig abspielenden Kreisprozeß zu tun haben. Man wird jedoch in unserem Falle lieber wieder frischen Kalkstein benutzen, da die Trocknung des Kalk- breies infolge der hierzu erforderlichen Heizmiticl«nwirischaftlich wäre. Es würde dann das Abfallmaterial bester als Düngung in der Landwirtschaft Anwendung finden. Der für daS ganze Ver- fahren benötigte elektrische Strom wird am billigsten— und daS ist das wichtigste bei der. ganzen Sache— durch die Wafferkraft erzeugt, die sich in raschfließenden GebirgSwäffern darbietet. ES ist daher kein Zufall, daß sich die Idee der Alkoholdarstellung nach dem Karbivverfahren gerade in der Schweiz verwirklicht hat. In der Tat soll sich daS bekannte Lonzawerk anheischig gemacht haben, den gesamten, jetzt nur durch Einfuhr zu deckenden Alkoholbedarf der Eidgenossenschaft zu beftiedigen. Welche» wäre nun der wirtschaftliche Borteil, den unS das neue Verfahren der Alkoholdarstcllung, seine rationelle Ausführung vor« ausgesetzt, bringen würde? Die größte Menge des heule zu tech« nischen ivie zu Gcnußzwecken verbrauchten Alkohols wird durch Vergärung der in der Kartoffel enthaltenen Stärke erzeugt. Ver- mögen wir aber unsercn Bedarf an Spiritus auf rein chemischem Wege zu decken, so wird die Kartoffel für menschliche und tierische ErnährungSzwecke frei, oder ein Teil des heute für den Anbau der volkswirtschaftlich so wichtigen Knollenfrucht benötigten Ackerbodens steht uns in Zukunft für die Erzeugung anderer Landesprodukte zur Verfügung; sicher ein Umstand, der unsere Unabhängigkeit vom Auslände gewaltig erhöhen müßte. Di. K. ver Maröer. Die Urteile, die der Volksmund prägt, pflegen meist unab« änderlich zu sein, und e§ nutzt einem Verurteilten nichts, wenn sich nnch so häufig Anwälte finden, die eine Wiederaufnahme deS Ver- fahrenS und damit eine Freisprechung anstreben. Ein solcher Ver- urteilter ist der Marder, auf den der deutsche Sprachgebrauch so schlecht zu sprechen ist, daß sein Name geradezu als Bezeichnung für einen Dieb gilt. Steht doch neben den eigentlichen zoologischen Arten des Edel- oder Baummarders und deS Steinmarders der zweibeinige Kleidermarder, oder wie er sonst heißen mag.' Und doch ist der Marder nicht nur ein schönes, begabtes Tier, sondern er leistet dem Menschen auch viel mehr Dienste, als er ihm Schaden zusügt. Freilich ist er wegen seines Blutdurstes mit Recht bcrüch- tigt und schont insbesondere weder Vögel noch ihre Eier, führt sich auch Fische, Krebse und andere Tiere zu Gemüte, die der Mensch sich gleichfalls zu Nahrungsmitteln ausersehen bat. Aber er vertilgt doch weit mehr solche Wesen, aus deren Bestand und Vermehrung der Mensch durchaus kein Gewicht legt, dazu kommt der Wert seines Pelzes, der eS freilich dem Menschen oft besonder? nahe legt, nach Gründen für die Verfolgung des Marders zu suchen. Der Marder ist über einen großen Teil der Welt verbreitet, aber nur drei Arten haben eine größere Bedeutung. Von ihnen lebt der Edel- oder Baummarder und der Siein- oder Hausmarder auch in Mitteleuropa, außerdem im größten Teil von Asien, während der geschätzte Zobel auf da? nördliche Asien beschränkt ist. Die Marder sind schwer lebendig zu fangen, besonders der Zobel, und es ist eine Sehenswürdigkeit, daß der Zoologische Garten in Berlin alle drei Arten in seiner Sammlung vorzuzeigen vermag. UebrigenS hat der Zobel noch einen Better im nördlichsten Amerika, wo außerdem noch ein weiterer Marder hanst, der sich durch be- sondere Größe auszeichnet und noch am ehesten den schlechten Ruf seiner Sippe verdienen würde, indem er sich durch Fischfang im Großen recht unnütz macht. Der papiermangelsti!. Wir lesen in der»Köln. Ztg.': Solange Papiermangel dauert, neuer Stil nötig. Spart Raum, Zeit, Papier, Geld, Arbeil, gestaltet Zeitungen lebhafter, erzieht Leser zu Knappheil und Schlagiertigkeit. Sache etwa so zu denken. Ltombinicrte Lokalnotiz: Bei sonnigem Wetter, das morgen andauern wird, gewann arme Schusterfamilie, Breite Gasse, großes Los, während auf dein mit neuem, vom Bild- Hauer Krüger entworfenen, gestern entbiillten Denkmol geliebten Landesvaters geschmückten Ratshausplatz Doppelmörder Müller früh 3 Uhr hingerichtet wurde, nachdem bei Straßenbahnznsammenstoß Ecke Hohe und Lange Straße Bierwage», Schloßbrauerei, die heute Bockbier ausschänlt, mit knapper Not Zertrümmerung entging, was große Zuschauermenge anlockte, unter der neue Mode enger Damen« rocke und Nasenringe viel bemerkt wurde, während schlicht gekleidete Hausfrauen von Gelegenheit, im städtischen Fischverkaui neu ein- getroffene Flunder» billig zu erwerben, reichlich Gebrauch machten, ein neues Verdienst unseres Oberbürgermeisters, der. wie lvir hören. demnächst hiesigen Posten verläßt und in Verwaltungsral Luxus« Auto-A.-G. eintritt, die diese» Jahr 18 Proz. Dividende verteilt. Leitartikel: Westfront: Bumbum, Ribot täterätä. Französisch- Sozialisten: na nu, Ostfront:— Lage Petersburg;? Stockholm:?? Jsonzo auwei Savoia I In London sicherm Ver« nehmen nach Besorgnis, daß Strippe reißt, Uebcr- Produktion von englischem Lügenleim, U-Bool-Beklemmung steigend im Verhältnis Versenkungen. Zum KriegSzielstreit erfahren bestec Quelle, daß Hindenburg Juli werlvolles Material dazu liefern wird. Roman: Endlich vereint I Belinda. Tochter reicher, aber ehrlicher Kriegslieferanteneltern, Alten wünschen adeligen Schwiegersohn, Belinda verabscheut Trottel, flieht, wird Schwester, pflegt Leutnant, lieben einander glühend, Urlaub, Besuch bei Eltern, lüdle Au!« nähme, Leutnant von Hause Chemiker. Gespräch über Ersatzmittel, junger Mann entwickelt Idee einer als Modelliennaiie, Barlmittel. Streichkäse, Hausanslrich, Wagenschmiere, Toileiteseiie, SchönhcitS- creme, Kunsthonig, Fliegenleim zu verwendenden Universalpaila. Vater bereut Starrlöpfigleit, ruft Mutter, Tochter. Segen. Um- armung. Rührung. Schluß. Notizen. — Harry van d e V e l d e, der siüherc Direktor der Weimarer Kunstgewerbeschule, dein unser Kunstlcben viele Anregungen ver- dankt, ist nach Bern übergesiedelt; er will in der Schweiz vor Internierten und Kriegsgefangenen Vorträge über feine 5runstziele halten.— So geht eine der wirkenden Kunstkräste nach der andern aus Weimar fort— und es bleibt nur das Kunstkommando zurück. — I m Ruderboot von Kopenhagen zum Nord- kap. Durch den kleinen schwedischen Badeort Strömstadt sind dieser Tage seltsame Gäste gekommen, sie saßen in einem offe.icn Ruderboot: ihr Reiseziel, so gaben sie an, ist das Nordkap. T ie Studenten und Künstler— um solche handelt es sich— führen ihre seltsame Reise aus, um«ine neue Höchstleistung im Langstrecken- rudern zu erzielen; es sind Schweden und Dänen, die einem Kopenhagener Rndcrverein angehören. Am 29. Mai find sie auf- gebrochen: Höganäs, Barberg, Göteborg, Marstrand und Lhsekil haben sie bisher angelaufen, und sie glauben, im Juli am Nord- kap anzulangen. 19] 9er starke Mann. Eine schweizerische OffzierSges chichte von Paul Jlg. Ihr Bruder starrte Lenggenhagcr wie eine abenteuerliche Erscheinung an. Diese Kühnheit hatte er dem unerwünschten Freier doch nicht zugetraut. Auf den ersten Blick durchschaute er das Manöver, und eine Weile wartete er gespannt, wie sich die Schwester dazu stellen werde. Sie, die nicht die leiseste Fessel ertrug, fand gewiß die rechte Antwort auf diese schäm- lose Anmaßung. Rense Steiger war wirklich zuerst vor Unwillen rot ge- worden und nahe daran, den dreisten Bräutigam in seine Schranken zu weisen. Sie mußte den Uebeltäter jedoch ansehen. An seinen von verzweifelter Energie zeugenden Augen, dem uner- bittlichen Entwederodcr seines Blickes verging ihre Auflehnung. beim geringsten Tadel, den sie jetzt aussprach, nahm er äugen- dlicklich von ihr Abschied, um sie nie wieder aufzusuchen. Dieses Gefühl überdrang sie mit kalten und warmen Schauern. Welcher von denen, die hier begierig auf ihr Urteil harrten, war einer so kühnen Werbung fähig'!- Gewiß, sie grenzte an Gewalttat, aber sie ließ zum mindesten das Herz nicht kalt, wie daS meiste, was ihr die andern entgegenbrachten. „Also gut. so kommen Siel Ich kann Sie ja nach Staad hinüberfahren. Oder wollen Sie in kleinem Kreise mit uns essen?" antwortete sie so sehr im Sinne ihres Lieb- Habers, daß diesem die hellen Freudentränen kamen. „Beides, wenn ich bitten darf. Ich mutz Ihrem Herrn Papa sowieso noch Rapport erstatten!" entgegnete er stolz und dankbar zugleich. So war nun auch für die andern weiter kein Zweifel möglich und Lenggenhager brauchte wegen der vollen Anerkennung seiner Zugehörigkeit keine Sorge mehr zu hegen. Nur der junge Steiger sträubte sich mit aller Macht gegen diesen Ausgang. Er nahm sich vor. un- berzüglich das schwerste Geschütz, die väterliche Autorität, gegen diese Verbindung aufzufahren. »Ich denke. Du wolltest mich mit nach Hause nehmen?" pellte er die Schwester ungehalten zur Rede, worauf diese halb verlegen, halb hoffärtig zurückrief:„Ach weißt Du, das kannst Du nicht von mir verlangen? Entschuldige, Du bist nicht dekorativ genug, Gideon." ES war ihr anzu- merken, daß es ihr nicht im geringsten schwer fiel, ihrer Sipp- schaft einen Strich durch die Rechnung zu machen. „Er hat sie zwar noch nicht; aber wenn er sie wirklich bekommen sollte, braucht er den Teufel nicht zur Hochzeit zu bitten, denn sie hat ihn im Leibe I" meinte einer, der sich auch einmal Hoffnung auf Rense Steiger gemacht hatte. Das Ereignis wurde an diesem Tage an verschiedenen Tischen be- sprochen. Doch daß die Prinzessin von Treustadt durch einen Viehhändlerssohn unter die Haube kommen sollte, glaubten lange nicht alle, die davon hörten. Der„Hundekarren" setzte sich in Bewegung, und der dekorative Fahrgast grüßte die Zurückbleibenden so gelassen, herzhast, als bestiinde sein Leben aus lauter Selbstverständ- lichkeiten.„Man darf sich auch vom Erfolg nicht überwältigen lassen!" hieß seine neueste Erkenntnis. Deshalb würgte er die dankbaren Gefühle ruchlos hinunter und begann seiner Nachbarin die gleichgültige Geschichte einer unheilvollen Dog- cartfahrt zu erzählen, die er neben einem Grafen Egloffstein in Potsdam mitgemacht hatte. Er gab dabei noch genau auf die Fußgänger acht und versäumte kaum, einen dargebotenen Grufi zu erwidern. „Mein Triumphwagen— eine fahrbare Berlobungs- anzeige!" jubelte cS unhörbar durch seine nüchterne Er- zählung. Berauschter war er noch nie durch seine Vaterstadt gefahren. Wie diese sich seit seinen Kindheitstagen aus einem bescheidenen Industriezentrum in eine angehende Großstadt mit Theatern, Bank- und Hotelpalästen, musikerfüllten Cafs- hallen verwandelt hatte, war ja auch er, Adolf Lenggenhager, vom schlichten Bauernsohn zu einem Weltmann heran- gewachsen. Im Vorübergleiten grüßte er die hervorragenden Kennzeichen dieser Entwicklung: das neue Handelsviertel mit den zusammengestimmten Post« und Rathausbauten, die Nationalbank, das Hotel Schwander— wie mau ehrwürdige Zeitgenossen grüßt. Die größte Genugtuung verschaffte ihar jedoch die Begegnung mit seinem Erzfeind, dem Redakteur der„Volksstimme". Schon von weitem erblickte er den bärtigen und barhäuptigen Gesellen, der an diesem Tage noch neue Sandalen und ein weißeS offenes Hemd trug. gerade als sei er von seinen Genossen zur feierlichen Be- grüßung des Frühlings abgeordnet worden. Lenggenhager legte seine Hand auf den Arm der Wagenlenkcrin.„Sehen Sie sich dort den Wicht ohne Hut an, daS ist nämlich der Verfasser des gestrigen Hetzartikels. Der Kerl hat als Student einmal Bekanntschaft mit einer flachen Hand ge- macht. Seither giert er nach einer zivilen Rache und hofft nun sicher, der große Augenblick sei gekommen." Als Renöe den borstigen Sonderling bemerkte, mußte sie hell auflachen.„Nein, wie komisch". Der Mensch ließ nicht ab mit seinem bohrenden Blick. Als Lenggenhager nach einigen Sekunden zurückschaute, stand der Widersacher noch auf dem gleichen Fleck und wippte einige Male vielsagend mit dem ruppigen Barte. „Ich hätte es nie für möglich gehalten, daß eine simple Ohrfeige solchen Eindruck machen kann. Es muß sich in diesem Burschen ein ganzer Komplex von Wut und Haß gebildet haben. Dazu die Ohnmachtögefühlc— er kann einem gerade- zu leid tun. Am Ende ärgert er sich noch die Auszehrung an den Hals!' sagte Lenggenhager fast mit Bedauern, weil nun die Staadcrstraße erreich: war und die Zuschauer ab- nahmen. Er wäre auf diese Art nicht ungern dreimal durch die Stadt gefahren. Nun, dieses Schauspiel gedachte er den Treustädtern noch öfter zu bieten. Es war doch etwas ganz anderes, als Anno dazumal neben dem Vater auf dem Kälberwagen. „Ist es nicht unheimlich, so einen verbissenen Feind zu haben, von dem man nicht weiß, was er noch alles anstiften kann? Mir läuft es beim bloßen Gedanken schon kalt deu Rücken hinunter. Puuh! dieser Mensch hat ja einen gräßlichen Blick am Leibe, dem möchte ich nicht oft begegnen!" schüttelte sich die angeregte Nachbarin. .(Lorts. solgti rlgZM. UzMü. Rantaliake Engroi F. Kragt Bord», Elaagaeratr. Zt. < Alkoholfr. Betränke-� Franz Abraham ficmk. MeMint-iLltCaertraBk-ifcll. Femep. Kf:st.H708 4 Badg-Äwatalteii tontral-Bal«. Diana-Bad Passage- Bad SÄ!" Reform-Bad, Wiener Str. 65. 4 Bäcker- n. Kowditerelea � TG OescHAfte kl allen Stadtteilen Berlins sowie in Neukölln u. Treptow AcqrOmlet 1892. F. Eieaewetter, lelivslkeinsrsti. 16. Q, Meior, Qrfiaerweg 27. | E»gchl,nnti�.a'| BezMgsqueHen"yeB*zeichiiisM| Untenstehende Geschäfte empfehlen sich b.Einkäuf. Ott. W.lff, Treptow, K rillst. IS Zachau, Gr.-Lichterf. tC�>B«»»gstS5> 4 Bandaaew, R. Bauke, Stralaner Str. SS. E. Kraut, Kiaznuisa�aiir. i» A. B. Lange, Brunnenstr. 166 4 Butter, Eier. KSse ■ Wilhelm Göbel I 25 eigene FtHnlen. B 48«ix«»« Pstailgtscliäfts i |Sd)röter,R. WW 43 Dtriuuteattllrn 4Z HS! Uhly&Wolfram August Haitz d Bierbrauerei., Weriidandlg.» ipauereiBSM empfiehlt Quaiitatsbiere ersten Ranges MDnciianer Brauiiaos Berlin und Oranienburg irinki uianntnser Bier! Weissbier, C. Breithaipt, Pinuden.lr.S7 IiLK|»t. JMl.MIl 4 Dfogaw und Farben � WteSer-Orottrie, IrMLlulnerH. Ii E En.llltabrlkan Tüutr�Essig Bberall erhllttlohl ] 4 Flelach- n. War.»«,"b W. BecR Inh.t Harm. Berbsch Chirlottenbare, BcHin.ret. 68-6» Fleiscli- und Wurstwarenfibrik WUl3rGeridi.,Pet.r»burgur»trJl Otto Ko.gel, Alt. Jmcobstr. SS. dHerren-u.Knabenffard.b J'»—— Badstr. 2«, Eck« .»aer rriiMB-Aiie.. L.ik.nsiup.ckl, Stkiik.-lUtt? fshhrh 1 f« Koeauthileratr. S. 1 aiiilUi B LB. Eckhiu LiniensU 4 Koionlalwapaa Adam Scbml,, Gekli.Biaa.tr. 11. � Eise«, Stahlw, WsfTcn.W'erkz.> Carl Jaag, tjtromstr. 21. RäkbTia«H,P.,Müllersl.4.b, E. Se.BI jBethke, Georg, jNenköll«, KIbeitr.33, Kaiier-Priedr. SStr. 64. Wassritr. 189, Fricdelstr. 23 | Treptsw, Grätx-Strafte 14| Gaege, Otto �y�911- F.W.Mer�Ä. WllhataacbOteB ßellnrann, NäSmasekiien L&dea in aMen Stadtteilen. 4 HQte, Mfltzen, Pelzwaren ► Vester, E. 4 Knrz-,Weia-.Vi/ollw.,TriUotag. ► Hermann Meyer, SchiTefb einer 81 21. 4 Ffiotogp. Apparata ► y||ln»6rht Kottbuserstr. S. «. HiiiisUll auch Gelegenbeitakf. 4 Weine, Liköre, Fruditaäfte� 1 Ä'ug® Oeling j I 60 Filialen in allen Stadteilen. 3 m lü Harra, mas/cp&co,�7 cJiSOVerni! festen. Gr.-Berl Wdhtefntl: Kemper idem mieierei IC. Bolle ieiiinn.«i.2ihs!i�! Ältester nnd erSiste, MilchwlrtschattUcher - Grossbetrieb= 4'ÖTtifa��echanlkep t> Schubert. Carl. Xklin.Bcrgstr.148 4 Schreibwaren O. Procbnew.MtcÜn Heraanailr. 6» 4 Uhren ,!.«oldyranari� Lehniann, Alb., Frankf. AJioeia 4 Wersichorunaen b „Deutschland" Berlin Arbeitervcrsicherung— BchQtren- Sterbekssacnversicherg. straAo Z. 4 Spandaei"V iSchcuerlclM,Br«itM;.36,i<'laek.-,Wriiw. Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 2# Pfg.(zuISssig Z fettgedr. Worte). Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wert(fettgedruckt) 10 Pfg. Warte mit mehr als IS Buchstaben zählen doppelt. Anzeigen für die nlchste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr und in der Hanpt- Expedition, Lindenstrasse 3, bis 5 Uhr abends angenommen. sr�ute Wie baue ich Gemüse? Buch« banblmig Vorwärts, Lmdeustraße 3, Laben. Preis 80 Pfennige.__ Tevvich-Tbomas. Oranicnftr. 44 lvottbillig sarbfeblerbafte Tevviche Gardinen. VorwärlSIejern S Prozent Extraraöatt. 64� Leihhans Warfchauerstraße 7. Pelz parnituren l Nene Herrengarderobe I Betten verkani I PMschdeckenI Uhren- verlauf I Schmucksachen I Wand bilder! Silber laschen I Allerbilligste Preise! Lieferwagen, Klappspor Nvagen, Holzräder, alle Reparatnren an Kinderwagen, Korbmacher Weidlich, Bruuyenstraße 96. 2lZ8Sf Zjornehure Herrenanzüge, Paletots und Ulster aus baltbarsten Swsien 42— 75 Mark, ebenso Hosen bis 25 Mark. Versandhaus Germania, Unter den Linden 2i. 190S Legehühner, Hähne. Glucken(seft- fitzend), Glucken mit Zküken, Einzel- fükcn, Mastenten, Pckwgenten, Entenküfen verkauft Paul Lange, Grogzüchterei Berlin- Wilhcimsberg, Weizenseer Weg 44. Straßenbahn Nr. 164. X0. 238(1» Leihbaus Wtoriüpla« 58a. Trotz allgemeiner Warrnknappheft bieten mewe Läger noch große Aus- wähl fct Rockanzügen, Iackettanzügen, Paletots, Ulstern, teils aus Seide, prima Verarbeitung, billige Preise. Ferner D amenkostüme, Ulster. Mäntel in einsachstcr bis elegantester Aus« sührung.— Riesenauswahl m Pelz- sochen, Skunks, Marder, Nerz, AlaSkasüchsen, modernster Ans- sührung, 36— 150 Mark.—- Angebot in Herren-Gehpelzen, Wagen-, Reise- pelzen.— Ertraangedot in Lombard gewesener Portieren, Betten, Uhren, Ringe, Brillanten, Schmucksachen jchr billig._ 183K' Ter Polizeimeister. Ein ruisi- libcr Polizciroman von G. Zapolska. Preis 5 Mark. Buchhandlung Bor- jpärls, Lindenstraße 3, Laden.* Legehühner, ftischrote Landhof» bnhner, großer Transport emgetroffen, wird billig abgegeben. Geflügel- st'eicher Böttcher, Boxhagenerstr. 16. (Fahrverbindmig Warichnueriwatzc.) Leihhaus Rosentaler Tor, Linienstraßc 263/4, Ecke Roienthaler- siratze, verkauft neue Hcrrengarde- roben, Pelzstolas, Müssen. Goldene, silberne Herremthrc», Damenubreu, ltetleit, Schmutlsachen, Brillanten. Aus Uhren dreijährigen Garantie- schein. Eigene Werkstatt. 181K* M--si instr..»>><<' Iii 000 Schallplatten alle Neukeiten wie: Ohne Weiber geht die Chose nicht. Wien, du Stadt meiner Träume. Unter einem Fliederbamn. Tie MüdiS vom Chantmit. Tanzen mächt ich. ES leb« die Liebe. Mari» o Marie. Onlelchen, sei doch nicht böse. Die Ilehten Mädchen müßt ihr tragen. Ach du reizendes Biondinchen. 2 Millionen Sprechmaschinen-Nadeln Grammopbon-, Burchardt«, Herold-, Fürsten. Einige Hundert Mandolinrn, deutsche, italienische. In Lauten, Gitarren, Ton- und Edelkiang-Jn- strumente. Einige Hundert Zieh- Harmonikas. Einige Hundert Zithern (Echte Menzenhauer.) 16 666 Koch-, Hohner- Weiß» Rimdharmonikas, Roten für Klavier, Laute, Gitarre, Violine, Mandoline, Zither.— Wir führen keine Ramschwaren, sondern nur Instrumente von ersten Fach- leuten. Emzelleile, Trichter in Messing und anderen Metallen. Eigene Reparatur-Werkstatt. Geöffnet täglich von 8—7, Sonntags von 8—16. Preise denkbar billigst Schweizer Muflkhaus, tschönhauscrallee 126, Schönhauser- allee 136. Badstraße 57, Weigeusee, Antonplatz. Stargarderstraßc 64, Ecke Lhchenerstrahe._ flB* Patentharinö ni um mit Roten 125,—, ohne Notenkenntnissc spieldar, Salonharmoniums billigst, eventuell Ratenzahlung, Oranienstraße 166 III. Wan dermandoline 26,—, ita- lienische, portugiesische 36,—, Konzert- laute 45,—, Wandergttarre 15,—, erst« tlassige 35,—, Unterricht 6,— Mo- natshonorar, Notenlager, alteinge- spielte Geige mit Zubehör 35,—, Eolistenvioline 50,—. Ernst, Oranienstraße 166, III. 1g4K iCauf gestehe Keilen, Spiralbohrer, Werkzeuge, Stahl(uaturhart) kauft Metalleiukaus Herrmann, Kottbuser Damm 66._* Metalkontoe Peters. Prenzlauer- ftraße 34. LöttiAI'tM LLSh. Höchste PrHj« m&r Kaufe alles, Firnis, Leim, Bienen- wachs, Parasjw, Koval usw. Zahle anerlannt höchste Preise. Noack, Große Franlsurterstraße 25. 46/19� Leinölfirnis, totanböl, Terpentin, Sangajol, Lacke, Bleuveiß, Schellack, Malerei Zöls, Neuenburgerstraße 16. Moritzplatz 586 l. 262/7� Platinankanf. Gramm bis 7,66, (ebenfalls Ankaus alter Zahngcbisse Bestecken, Ringe, Schmucksachen, Ketten, Glühstrumpsafche zu gesetz- lichen Preisen. Metalkkontor John, gegründet 1963, nur Alte Jakob- straße 138 und Kottbnlersteaße 1 Kottbusertor). Moritzplatz 12858. Firma genair beachten. Mökkeleinkauf k Kleiderschränke, Vertikos, Plüschsofas, Trumeaus, Betistellen, Waschtoiletten, Küchen- einrichtung. ganze Wirtschaften und Nachlässe kaust höchstzahlend Höfer, Prinzenstraße 71.(Moritzplatz 1678.) Plalinabfälle k Gramm bis 7,76 t Zahngebisse! Schmucksachen I Ketten! Ringel Militörtresscn l GMhstrumpj- asche! Filmabsälle! höchstzahlend! Silberschmelzerei, Metall- Einkauss- bureau. Weberstraße 31. Telephon Mexander 4243. 98* Sparmetalle: Kupfer I Messingt Antimon! Zinn! lauft für Kriegs- lieserung der Kriegsmelallges.; außer- dem taufe Zabngebisse I Platin- abfalle 7.56. Silberschmelze Christionat, Köpenickerstraße 20a(gegenüber Man- teuffelstr.)* "nterncht Mandolinenspiel, Lauten, Ki� tarrenspiel, Dreimonatskurfe zur perseiten AuSbiitmng, 6.— Monat"- donorar, auf Wunsch auch in kürzerer Zeit. Lehrinsteumeute billigst, Kla vier, Violine unterrichtet schnell fördernd Ernst, Oranienstraße 166. Metallkontor PeterS, Reinicken« dorferftraße 12. Norden 6479. Höchste Preise. 188SL' Staunende Preise sür Möbelstücke, ganze Emrichtungen, Warenlager, Pelziachen, Federbetten, Teppiche und Nachlässe zahlt Goldmann, Danziger- slrage 49. KöntHstadt 7631._* Platinabfällc per Gramm bis 7,86 Mark. Ketten, Ringe, Schmuck- fachen, Bestecke, Uhren, Taselaussätze, Tressen, Film- und Zelluloidabsällc, photographische Siiickstandc, Papiere, Glübstruntpjasche, alle Zahngebisie, so- wie sämtliche Abfälle, deren Rückstände nnd Gekrätze 3t. kaust Platin- und Silberschmelzerei Broh, Berlin, Kvpe- nickerstraße 29. Telephon Moritzplatz 3476, Eigene Schmelze, direkte Verwertung. Vertretcrbejuch._ Leinölfirnis, Borax, Kopal, Ko« lophoniuni, Zeresin, Paraffin, samt- lichc Friedensöllacke, Emaillelacke, Terpentinöl, Terpenttncrsatz, Leim imd ähnliche» laust höchstzahlend Wolter, Thaerstraße 6. 191K» Englischen Unterricht sür Au- sänger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und französische Stunde» er- teilt G. Swiemh, CbarloUenburg, Sluttgarterplatz 9, Gartenbaus IV. ei-scliiecLenes Ehre«er«ärnng. Erkläre hier- mit, daß ich die ausgesprochene«c- leidigung gegen Fräulein Frida Müller, Berlin, Hochmeisterstraße 23, mit dem Bedauern zurücknehme. Frau Rosa Rupp. 2S44b f vt Stellengesuche Fast erblindeter Genofte emp- fiehlt sich als Klavierftinnner. I. Hasselbach, Neukölln, Niemetzstraße 16. Stellensngeuote Maschinisten sofort gesucht. Meldungen beim Mafchinemneifter. ?l. Jandorf it. Co., Chariottenburg. Wiimers dorferftraße 148/119. 166K* Lagertfte«. tüchtige, sür Glas und Porzellan sofort gesucht. Mel- düngen 1— 2 Uhr mittags oder 6—7 Uhr abends. A. Jandorf u. Co., Bellealliance straße 1/2. 2S2K' Glasschleifer oder ungelernte Arbeiter, auch jugendliche, sofort. Fertig u. Co., Rommtenersiraße 36. Geselle» aus Kohleukiepen der. langt Korth, Weißensee, LaughanS. straße 4._ fl?* Abfüller für Selterwafferfabrik, der auch die Kundschaft zu besorgen bat, sofort gesucht. Freie Station. Gustav Schölc, Brück(Mark), Eisen- babiiftraße 37. 23 8R» Arbeiterinnen werden bei guter, dauernder Beschäftigung sofort noch eingestellt, Mimftionssabrik Joses Hellbach, Berlin- Hohenschönhausen, Göckcstraße. 239K» Tüchtige Zuarbellerinnen für Putz verlangt Wartha Löwenthal, Char- lottenstraße 27.__ f22 Hansreinigung vergibt Genz, Oudenarderftraße 3t.-s166 Ziegeiifust verlangt 166 flotte Mamsells, einfache Paletots, Garn vorhanden. Wollinerstraße 27». Fabrikgeh-ude III.._ 238K Pchotographiiches Atelier. P sitw- und NegattveReloucheufe, für obige Abteilung, sofort gesucht. Meldungen in unserer Personaloer- waltung im III. Stock. Kaufhaus des Westens, G. in. b. Sq., Berlin W 50, Tauentzienstraße 21/24. 252K' Blusennäherinne« sür bessere Sachen, dauernde Beschäftigung, ver- taugen gegen Vorlage vonLegllimation und Probearbeit Moses u, Schlochauer, Kommandantenstraße 85/86.' Lagcrrfiinuen, nichtige, sür GlaZ und Porzellan sofort gesucht. Meldungen 1— 2 Uhr mittags oder 6— 7 Uhr abends. A. Jaudorj u. Co.. BelleaMancestraße 1/2. 252??* Blnfennäherinuen im Hause sür besseren Genre finden dauernde Be- schastigung. Moses n. Schlochauer, Kommandantenstraße 85/86.* MamsellS aus sehr cinsache Mäntel oder ganz einfache Kostüm- jacken. Böhme, Müllersttaßo 156».* Laufmädchen sür Bureau, zirka 14—15 Jahre all, zu sofortigem An- tritt gesucht. Bewerbungen find zu richten an Bayerische Stickstoff-Werke A.-G., Berlin W 8, Behrenstraße 5. 30 Arbeiterinnen, geüble und im- geübte, verlangt Großbuchbinderei Schauer, Schöneberg, Hauptstraße 8. MamsellS auf Seidenmäntel ver- langt außerm Hause Sigall, May. bachnser 13. 2572V* Botenfraneu verlangt Seikel. Lichtenberg, Warlenbergstratze 1. f* ZeitungsauSträgerin jür Weißen- fee sofort gesucht,.VorwärtS*«Spe< dition, Berliner Allee 11.* ZeitnngSausträgerin sofort ver- langt»Vorwärts'-Spedition Pankow, Mühtenstraße 70.* Botenfrau stellt sofort ein«Vor-, Wärts'-Speditiou Spandau, Moltke- straße 7. Botenfrauen werden eingestellt »Vorwärts*, Chariottenburg, Sesen- heimerstr. 1.* Berkäuferinuen, tüchtige, sür Weißwaren, Glas und Porzellan, Wirtschastsartikel iosort gesucht. Meldungen 1— 2 Uhr mittags oder 6— 7 Uhr abends. A. Jandorf u. Co.. Bellealliancestraße 1/2. 252A* Blusen- Nähermimen, auch solche, die selbst zuschneiden, Mittelgenre, so- fort verlaugt. Nahmer, Dircksen- straße 43/49. 239K* Arbeitsburschen Arbeiterinnen und verlangt 2571b* Götze, Straße 45. SüT" Setzer sucht Knno Beri-niann, 2575b Kochsir. 5. Grundierer gesucht. Ooldleistenfabrlk Krlstan Lindenstr. 16/17. 47)7 Miislhmcnslhlkiftr sofort verlangt �77:2 Marinorwerk Liesenstr. IIa. Korbmacher ans Ringkörbe, 16» om- Patronen. körbe gesucht. 2533b* Kramer A Eo-, Wallstratze 25. Botenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Greftenhagenerstraße 22.' ZeitnngsauSträgerinnrn können sich melden.»Borwäris'-Ausgabe- stelle, Laufitzerplatz 14/15.* Botenfrau fiir Mohlsdorf zum l. Juli sucht.Borwärts*-Speditton Kanlsdorj, Ferdmandsttaße 17, Hetz- berg.* Tfichtlge Montage-Nieter für Eisenkonstrnktion werden sofort eingestellt. Karanerietake Akt.- Ges. Zu melden Neubau Deutsche Waffen- und Munttionssabrikcn, Tor 3, Wittenau, bei Montage- meister Hartmann. 276/121* Schmiede ans HeereSarbcite«(Hufschmied andere) AljjMMtlStr einfache Arbeiten verlangt. 147L* Vl-'X. IIQI-Ihnn, G. m. b. H., Berlin, Bankutr. 30. Militärfreicr, geprüfter mtb zuverlässiger H e,zer zur Bedienung großer Lokomobile gesucht. Angebote mit Zeugnisabschriften»üb Lohuaiisp rächen an ßnsisrdurg. Putzer für Fassaden und Innenputz werden sofort eingestellt. Meldungen Bauführer Wolf f, Fabriknenba« Xatlonalc Antomobil-OenellHchatt, Oberschäncwelde, Wllbol- niinenhofstraüe Ecke U untxe 1« trabe, Akt.-Gea. für BanannflLbransen. 119/3 Schlosser auf Protzkasten, Gesenkbauer, Hofarbeiter 167L wenien verlangt. Meldungen werktäglich zwischen 10 und 11 Uhr vormittags. PANZER Aktiengesellschaft, Badstrag«&». Arbeiter u. Arbeiterinnen werden sofort verlangt. Deufscbe Kabelwerke Aktiengesellschaft Borlln- Lichtenberg; O. 118 47692* Alt-Boxhagru 15/17. Drehermeister in leitende Stellung für Zünderbau verlangt. liche Angebote mit GehaltSansprüchen an Schrift. 47672" F. Gaebert, Berlin, tSopblcnstr. 88/88 a. Maschinisten erhallen sofort Anstellung.— Meldungen im Technischen Bureau. K. V�erfheim G. m. b. H. Bosfftras/e 8. sür die Zigarettenindustrie wird eingestellt. 12SL* Zigarettenfabrik Garbäty Pankow, Hadlichstrahe. Automaten-Einrichter Revolver-Einrichter Werkzeugdreher stellen sofort ein für Heeresarbeit 4739L* Spezlalkonatruktlonen, Stcg-lltz, Birkbnschstr. 37-39, Mehrere tüchtige, selbständig arbeitende Sabine ab su er für uulereu Lokomotivda» sofort gesucht. vreasteia& Koppel- Arthur Koppel 47712* Aktiengesellschaft Lokomotivfabrik Nowawes. Tüchtige ältere 47652* Schlosser... Tischler gesucht. MerKur Flugzeugbau Q. m. b. Ii., SO. 36, Treptower Str. 36)43. fögntz-Eabrik, Berliii=Mariendorf, Lankwitzer Str. 16 i d c h t für 47372 TtscMerei Möbeltischler Buchbinderei ßueiiMsr Stanzernmen Bruckerei _ ÄnlegeriBHen. G es chaftsArtsciper, ältere, zuvertäffige, gut empsoh-I lene Leute, gule Pserdepfleger, finden dauernde Stellung und! werden sofort eingestellt. 22 A Ileriunnii Höver& Co., Alttengesellschast, Waltftr. 11/12. Schmiede aus Heeresarbeiten(Hufschmied und andere), Tchirrmeifter sür einfache Arbetten verlangt 1472* Ales. Uerman. G. m. b. H., Berlin-Tempelhof, Kaiscr-Wilhelm-Sttaße 16/11. ITücktixe sür Fensterbau sofort gesucht. I GepM b.H: Wittenau Wittestr. 47/48.* Schlosser verlangt 1172* Alex. Herman G. m. b. H. BerUn-Totupelhof, Kaiser-Wilhclmstr. 10/11. Fahr personal sucht Sohoitheiß9 Uraacrei» Lichterfolder Straße 11— 17.* Kräftige Arbeiter und Schlosser gesucht. 2W Paffend für Familienväter. StäUtisckes Gaswerk?l Chariottenburg, Gaußstraße. StaSleute sucht Dchnlthaiss' Bnauerei, Lichter- selder Straße 11— 17. 2558b* Autogen-Schweißer und Schweißerinnen aus leichte Blecharbeiten stellen sofort ein ftSeisf«. Samck, Berlin- Wilmersdorf, Babelsberger Str. 41 ?sntaLiefedem. Tüchtige, geübte Flügelklcberinnen, sowie Binderinnen im und außenn Hause verlangen A.& J. Freysladl, Kommandantenstr. 77/78. 25536* Lehrmädchen im Alter von 14— 16 Jahren aus achtbarer Familie gegen monatliche Vergütung sofor! ge- sucht. Meldungen in Begleitung der Eltern oder des Vormundes 16—2 Uhr vormittags oder 5 bis 7 Uhr nachmittags in der Perfonawerwaltung 4. Stock. A. Jandorf& Co., Belle-Allianceftraße 1/2.* Lllmpensortlkrerilltlkn. Tuctitreniierinnen verlangt s2Z73b* Waltber Holzlager, Schinkestr. 25. Krawatten- näherinuen von Bindern und Regattes suchen 2576b* Vi»in per& Weber, 6.