Nr. 156. ntttnncmentS'BedlngangeD: ■tonnemcnts- Preis urdnumeronb«' vierleljährl.'8.90 MI. monotL ILO SRt, wöchemlilb 80 Sig. ttci ins Haut. üittjelne 9!nmtnci ö Prg. EounlagS» Nummer mit iBultttcctct SormtQg«. Vellage.Die Jicue Weif 10 Big. Soll» Abonnement! 1.30 Marl vro Monat. leingetragen in die Boll. Zeitung»- vrgtölille. Unter Kreuzband iür Deutschland und Oesterreich. Ungarn Aö0 Mari, für da» übrige Ausland « Marl xro Monat. Bojtabonnememi nehmen an Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Uuxentburg. Pormgah utiiN, Schweden und die schweif CKAcIst lüglich. 34. Jlchrgims. Dl« InlerfloitS'Gtbabr betrSgi für die fechsgespaltene kolonel« »elle oder deren Raum 60 Big., für »olittfche und gewcrlichaltliche Vereins- Und Lersamnilungs- Anzeigen 30 Big. .Meine Htiieigeri", das fettgedruilie Wort 20 Big. szuiässig 2 fcttgcdrmfi« Worte), jedes weitere Wort 10 Big. vlellengefuche und Schlai'lellenan- zeigen das erste Wort 10 Big., iedeS weitere Wort 5 Big. Worte über 15 Buch- f ibcn zählen für zwei Worte. Infcraie r die nächste Rümmer müssen bis Uhr nachmittags in der E�vcdition »bgcgeden werden. Die Srbcditlo» rjt bis 7 Uhr abendS geöffnet. Vevlmer Volksblclkt. Zentralorgan der rozialdemokrattfchen Partei Deutfchlands. chelegramm-Zldress« .SMialdimdkrat Birlii" Neüaktion: EW. 68, Liaüenstraße?. Fernsprecher: Amt Moridpla«. Str. ISl SV— 151 97. Sonntag, de« 10. Juni 1917. Expedition: EW. 68, Linöenstroße?. Fernsprecher: Amt Morichplatz, Nr. ISl SV— ISl 97. Sie Gewerkfcbaftshonferenz von Stockholm. Stockholm. Die internationale Gewerkschaftskonferenz. Eine aUgemeinc Konfercuz nach der Schweiz berufen. Stockholms. Juni.(Eigeurr Drahtbericht des„Borwärts".) Tie internationale Gcwerfschaftskonfereuz wurde heute eröffnet. Anwesend find aus Schweden Lindqnist, der den Borfih führt, und Söderberg, aus Dänemark Madsen und Hcdebol, aus Norwegen Olc Olian und Orre, aus Holland Oudrgerst, aus Deutschland Lcgien, Bauer, Sassenbach, ans Oesterreich Hueber, aus Ungarn Jasqai, aus Bulgarien Sakharoff, aus Finn land Wiik. Tie Konferenz genehmigte den Borschlag Liud� quists und Lcgiens, die sachliche Beratung über gewerkschaft lichc Frirdcnsforderungen erst zu beginnen, wenn auch die Grwerk- fchaften der Entcntcländcr, sowie Amerikas und Spaniens vrr treten sein werden. Tie Darstellung LegienS über das Zustande kommen der heutigen Konferenz ergab, daß die französische und italienische Zensur die rein gewerkschaftlichen Schreiben dorthin und nach Spanien konfiszierte und daß der leitende englische Ausschufi die Beteili- gungvorläufigab gelehnt bat. Beschlossen wurde folgende Einladung zu einer allgemeinen internationalen Gcwerkschafts- konscrcnz: Tie heutige Konscrcnz, zu der die Gewerkschaften Hollands, Dänemarks, Schwedens, Norwegens, Teutschlands, Oesterreichs, Ungarns, Bulgariens und Finnlands Bcrtrrtcr entsandt haben, hat Kenntnis von dem Programm der Gcwcrkschaftskonfercnz zu Lccds im Juli Istlll.und von dem Entwurf der FricdcitSförderungen.dss JntcruatwnÜen.Gciöcrkschastsburcäus genommen.. Die Konferenz rrachtcl die Sicherung der Arbeitcrrcchtc, des Ärbeiterschuves und der Arbcitrrvcrsichcrung als eine der wichtigsten Bestimmungen kn dem Friedensvertrag, der schlichlich zustande kommen wird. To diese Fragen die Arbeiterklasse der ganzen Welt aufs stärkste bc- rühren, hält die Konscrenz es nicht für zweckmäßig, jetzt in cnd gültige Beratungen einzutreten. Sie beschlicht daher die Ein- beruf ung einer neuen Konferenz auf den 17. Scp- tcmbrr 1!)17 nach der Schweiz, so daß den Gewerkschaften oller Länder die Teilnahme ermöglicht sei. Tic gewerkschaftlich »rganisicrtc Arbeiterklasse wird hierdurch eingeladen, zu dieser Konferenz Bcrtreter zu entsenden. Tie Konferenz in Stockholm hält es für zweckmäßig, daß zu der neuen Konferenz nicht nach den Bestimmungen des Internationalen Gewcrkschafts-Burraus nur drei Delegierte, sondern bis zu zehn Delegierten von jedem Lande gestattet werden � müssen, wober aber bei Abstimmung jedes Laud nur eine Stimme haben soll. Die Konscrenz ist überzeugt, daß eine solche Zusammenkunft der Vertreter der organisierte« Arbeiter der ganzen Welt von entscheidender Bedeutung für dir Sicherung der Lage der internationalen Arbeiterklasse sein und den Fortschritt der menschlichen Kultur fördern wird. Mit brüderlichem Gruß folgen die Unterschriften sämtlicher Konferenzteilnehmer, voran die aus neutralen Ländern. Auf An trag Hucbers wurde noch folgender Zusatz beschlossen: In Er- Wartung, daß dir Gewerkschafte« aller Staaten trotz allen Widrig- keilen des Krieges dir gewerkschaftliche Brüderlichkeit aufrechter- halten, hoffen wir, daß ssc dafür sorgen werden, daß die neue Konferenz vollzählig beschickt sein wird. Damit ist im wesentlichen die Tagesordnung erledigt. Stockholm, S. Juni. fEvcnsk'i Delegrambyran.) Ter Jnier- nationale Gelvorkschastskongrcß boschtotz, an Jouhaux, den S3Drita|tb, des Generatausichusses der Gewerkschaft«! Frankreichs ein Telcgraimn zu senden, in dem er die Beschlüsse in Leeds im Juli lölfj als ein günstiges Zeichen des guten Willens begrüßt, das zu beseiiigen, was seit dem Kriege die Arbeiter trennt. Der Kon- preß beschloß nach dem Vorschlage Legiens dem Arbeiter- und Soldat cnrat in Petersburg lelegraphtsch den Wunsch zu übermitteln, daß er sich auf der Zusammenkunft in der Schweiz vertreten lassen möge. Kabine« Csterhazv. Tas ungarische Proletariat auf der Strohe.— Gewaltige Wahlrechtsdemostrationen. Budapest, 8. Juni. Ter König hat den Grafen Moritz Efterbazv mit der Kabinettsbildung betraut. Budapest, 8. Juni. Tic Brrfassungspartci und der Wahl- rechtsausfchuß der hauptstädtischen Bürger und Arbeiter vcranstal- teten heute große Kundgebungen im Interesse des a l l g c m c i n c n und g r b c i m c n W a h l r e ch t s. Aus diesem Anlaß stellten samt- lichc Fabriken und Betriebe auf vier Stunden die Arbeit ein. Samt- liche Gcschäftslödcn wurden gesperrt und die Kaffee- und Gast- Häuser geschloffen. Auch der Straßenbahnverkehr ruhte. Eine auf hunderttausend Personen gesckätzte Menschenmenge zog' zum Stadthause, wo der Abgeordnete Bacsonbi im Namen der hauptstädtischen Bürgerschaft dea Bürgermeister B a r c z a i ersuchte, l dem König im Interesse de? allgemeinen und gleichen Wahlrechts eine Adresse zu überreichen. Barczai erklärte, er werde bereitwillig und aus voller Urbrrzeugung den Munt» seiner Mit- ! bürger dem Könige verdolmetschen. Sodonn begab sich der Bürger- mcister zum König, um ihm die WohlrcchtSadrcsse zu überreichen. j Tic Kundgebung vertief sehr würdig. '» Die ungoriscke.tfrise hat sich woKenIcmg hingeschleppt, um so sensationell zu enden, wie sie mit Tiszas Sturz be gönnen hatte.' Vergeblich war. alles Rätselratenl Nicht An drassy, auch nicht Burian, noch der als aussichtsvollster Kaw didat geltende Weierle wurden vom König zur Entwirrung der schwierigen Situation berufen. Ein der europäischen Oeffentlichkeit Unbekannter, ein junger Mann von 36 Jahren wird auf entscheidenden Posten gestellt: Gras Moritz Ester h a z h. Und doch kam seine Berufung nicht von ungefähr Erst nachträglich wird verraten, daß er als Sam melkan didat der gesamten Opposition mit Ausnahme der Karolyigruppc dem König präsentiert wurde. Das Ge hcinmis wurde trefflich gewahrt, die Ueberraschung ist Vofr kommen. Kein Wunder, daß sich der fragende Blick der politischen und persönlichen Vergangenheit des neuen Mnisterpräsidcnten zuwendet, um aus ihnen Anhaltspunkte für seine Stellung zu den Problemen zu finden, die die Zeit so mächtig bc' wegen. Man erfährt, daß er in Budapest und Oxford flu vierte, nach der Rückkehr als Mitglied der A n d r a s s p' gruppe schon. 1666 ins Parlament einzog und sich mit lqb- lichem Eiser�svzicllhvsitssch'en�Aüfgstb'en'zsiwändtd.' Mtr" hofi-' scheu und familiären Beziehungen Bedeutung beimißt, wird bemerken, daß der■Oberhosmeister(des Kaisers, Prinz Hoben lohe— ein Bruder des österreichisch-nngoriscken Botschafters in Berlin— der Vetter des neuen Mniisterpräsidenten ist. Die Tisza'che Presse glaubt nicht, daß dem neuen Mann seine zwei ersten und wichtigsten Aufgaben glücken werden: Bildung eines Koalitionsministeriuins und Durchführung der versprochenen Wahl reform. Tisza selbst erklärt, Staatsnot- wendigkeiten bewilligen zu wollen, kündigt aber schärfsten Kampf gegen jede über seine Vorschläge hinausgehende Radi- kalijierung des Wahlrechts an. Er will bewußt den Kampf um die Macht als Anwalt der herrschenden Klaffen auf' nehmen, an deren ckauvinistische und Besitzinteressen er appel licrt. Er will' jene unheilvolle Politik fortsetzen, die den Gegen- wtz der �Donaumonarckne zu den Balkanvölkern vertieft und die schwüle Atmosphäre des unglückseligen Hochsoinmcrs 1914 mit erzeugt hat. Hier setzt die Aktion des ungarischen Prole ta r i a t s ein, dem sicb zahlreiche fortgeschrittene Elemente des Bürgertums zugesellen. Die jüngsten Demonstrationen sind der sprechendste Beweis, daß das Verlangen nach einem besseren Wahlrecht Herzen und Hirne erobert. Mag Tisza protestieren! Mögen sich seine Freunde im Kasino und in den Komitaten angstvoll an den ehemals so mächtigen Ge> bieter schmiegen und für ihre Aeiutcr, ihre Mandate und ihre Zukunft bangen! D i e H a u p tstadt hat gesprochen! Ter Krieg war nicht mächtig genug, Budapest zu entvölkern. Hunderttausend baben für>ein besseres, ein gerechtes'Wahl- recht demonstriert, alle beseelt von der"Erkenntnis, daß nur ein Volksparlament dem heimkehrenden Krieger Land, den Nationen des vielsprachigen Landes Lust und Freude a m S t a a t c Leben kann. Das ungarische Proletariat bat lang, schwer und aus dauernd um seine Anerkennung chs' mitbestimmender Faktor der Politik gerungen. Mehr'als einmal spritzte rotes Blut. wenn es seine Wünsche auf die Straße trug. Noch ist das neue Wahlrecht nicht beschlossen, aber der König und die neue Regierung�Ifaben anerkannt, daß seine Reform, will sagen die wirksame Teilnahme der Arbeiterschaft an der Bestimmung der Landesgcsclsicke die dringlichste Staatsnot- wendi gleit von heute ist. Andere Fragen türmen sich noch zuhauf. Das Handels- volitischc Verhältnis zu Oesterreich und damit auch zuin Deut- schon Reich ist ungeklärt. Die Opposition, aus der Graf Esterhazy hervorgegangen ist, schwärmt nicht für allzu intime und dauernde handelspolitische Beziehungen. Ta auch die österreichische. Regierung nach einer Meldung einer lieber- Prüfung des aus agrarische Interessen zugeschnittenen Aus- gleichs Tiszas und Stuergkhs nicht abgeneigt sein, soll, darf das wi r t s ch a f t s p o I i t i s ch e G l a u b e n s b c kc n n t. n i s der neuen Regierung mit Spannung erwartet werden. Die Entwicklung, des polnischen Problems, die Schwierigkeiten der süd slawischen Frage zwingen zu einem staatsrechtlichen Neuaufbau der ganzen Donaumonar- chic. Tisza hielt fest an dem Dualismus, der die.Deutschen in Oesterreich, die Magyaren in Ungarn bevorrechtete. Sein Nachfolger ist ein unbeschriebenes Blatt, eine unbekannte Größe. Ihm sind Probleme gestellt, von denen das eine das andere nach sich zieht,, von denen keines ohne nachwirkenden Einfluß auf die gesamte innere und äußere Politik des wich- tigsten Bundesgenossen Deutschlands bleibt. Esterhazy und die Wahlrechtsparteieu. Budapest, S. Juni. Die Organe des Wahlrechtsblocks begrüßen Esterhazy sehr sympathisch und melden, er habe im ersten Augen- blick seiner Betrauung Verbindung mrit dem Führer der Demo- lratenpartei gesucht, mit dem er über den vorzulegenden Wahl- rechtSentwurf eingehend beraten habe. Das sozialistische Organ .Ncpzava" erinnert daran, daß Esterhazy im Abgcordnetcnhause für die Forderungen der Kriegsarbeiter gegenüber den Unternehmern sehr energisch eingetreten ist. Das weiße Blatt, sagt das genannte Organ, welches Efterbazy darstellt, ist uns viel lieber als das schwarze Blatt, welches der zurückgetretene Ministerpräsident ausgefüllt hat. Die neue Wahlreform. AuS Oppositionskreiscn wird dem Miarbester der„Tele- graphen-Ünion' mitgeteilt, daß Esterhazy betreffs der Wabb reform auf dem Standpunkt eines Kompromiffcs steht, der 1912 unter Zustimmung der Sozialdemokraten geschloffen wurde und eine Reform vorsieht, die demallgcmeinen.glcichenu'nd geheimen Wahlrecht nahe lommt. Merdmgs n i ch t gan z allsgemein imd nicht ü i'ti'al'{ g'e h c-i'.m e/ AzhfrrcSt«hör- sieht.' Sl» weiteres Zugeständnis� ist er bereit. alff c n'Fst oM t- kämpfcrn das Wahlrecht zu.erteilen. Esterhazy chatte'wach seiner Berufung noch nachts lange Beratung mit dem Dcmölräten- fühver Vaesonyi.. Wahlrechtsdemonstration. Budapest, 9. Juni. Im Auftrage der Wablrechtsdemonstranicn erschien eine Abordnung, mit dem früheren Justizminister Franz S z e k e l h an der Spitze, bei dem Bürgermeister Barczy. um �hn zu ersuchen, dem König die Wünsche des Volkes zu überbringen, lter Demokratcnführer Vacsonyi überreichte dem Bürgermeister die Adrcffe dcr Bürger und Arbeiter an den König, die ausspricht', das Volk wünscht ein Ministerium, das ihm dos allgemeine. gleichcundgeheimc Wahlrecht bringt. Ungarns Volk, welches daL Vaterland verteidigt hat, ist für solche Rechte reif. Bürgermeister Barczy antwortete: Bürger! Ich werde Euren Wunsch unserem König mitteilen. Der König hat Zeugnis davon abgelegt, daß er die Siwcrheit des Thrones und Ungarns auf dem Volksrecht basieren will. Damit hat er den Weg der Demokratie beschritten. Auf diesem Wege be- grüßen wir alle, Bürger und Arbeiter, den Klönig. Es werde und es lebe boch das neue demokratische Ungarn! Diese Worte, die vom Hose des Stadthauses auf die Straße sich herpslanzten, erregten unter der dort harrenden riesigen Menge brausende Eljen-Ruse. Unter den Rufen:.EL lebe das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht!" zerstreuten sich die Demonstranten in größter Ord- nung, während Barczy zum König in die Burg fuhr. Nach' der Audienz sagte dcr'Bürgermeister' inchrrren Preffevcr- trctern, dcr Kaiser.habe die Huldigung�adressc' der' Hauptstadt mid die Wünsche dcr Arbeiter und Bürger, gnädigst ciitgcgcttgciwimnen. Er habe dem Bürgermeister crttärt, die Wünsche sollten berück- s i ch t i g t werden. Schließlich habe dcr Monarch gesagt, er werde, sobald sich i h w die Gelegenheit zu einem cbren- vollen Frieden eröffne, diese gewiß ergreifen. Banns von Kroatien Baron'S kc r I c c z chat heute dem. König sein Entlassungsgesuch überreicht.. Der König hat die'Demission angenommen. Esterhazys Programm. Budapest, 9. Juni. In einer Unterredung erklärte Graf Esterhazy, daß er das Wahlrcchtsprvgramm durchführen und seine sozialpolitische Tätigkeit fortsetzen wolle. Er fuhr dann fort: „Ich halte es für meine Pflicht schon mit Rücksicht auf die aus- geschiedene Regierung, das n e u c K a b i n c t t t u n l i ch st s ch n c l l zu bilden, so daß meine Ernennung veröffentlicht und die Eni- Hebung der verabschiedeten Regierung vollzogen werden kann. Es versteht sich von selbst, daß ich während des Krieges so wenig als möglich zu. politisieren wünsche und die Masse brennender Fragen mit ehrlicher Arbeit und mittels eines einsacheu Verfahrens lösen möchte. Auch bin ich von'dem ernsten Streben beseelt, für die Er- füllung meiner Aufgabe wirkliche Talente zu gewinnen; ich will in demokratischer'Richtung arbeiten, natürlich kann die Demokratie in Ungarn nicht anders als ungarisch sei n." Ter Schlußsatz wird allzu wciigehcnde Hofsnungen auf. das neue Wablrecht herabsti minen: er richtet sich ossen gegendcn Eut- sluß der ntchimagyarischen Nationen im ungarischen Reichstag. r S 20 000 Menschen zugegen sein. Da der Verkehr über die große Brücke, die im Zuge der Verbindung mit der Arbeitervorstadt Södermalm liegt, nicht gestört ist. ist nicht wohl anzunehmen, datz auf der anderen Seite der Parlamentsinsel größere Masse» stehen sollten. Die Berufsarbeit zlvaug uns, nach einiger Zeit in andere Stadtteile zu gehen. Eine Weile später sah man in den Haupt- stratzcn immer wieder feiernde Arbeiter unauffällig sich bewegen. An der BarnhuSgatan, in der da» AolkShauS liegt, gab es wieder größere Polizeiaufgebote und vor dem Volkshause und in seiner Halle dichtere Massen. Hier hatte inzwischen Branting vom Balkon deS«Social Demokraten" aus gesprochen und den Inhalt der Re- gierungsantwort auf seine Interpellation mitgeteilt. Ter Minister hatte ungefähr erwidert, daß das jetzige Kabinett, da» ja erst kurze Zeit im Amte ist, berufen und bestimmt sei, die Neutralität Sckwc- dens ausrechbzucrlmltcn, datz es aber jetzt nicht an innerpolitische Neugestaltungen heranzugehen gedenke. Es hatte sich nämlich auch darum gehandelt, datz den Wünschen und Forderungen der Volksvertretung das Oberbau» verschiedentlich im Wege steht. Und dieses Oberhaus wird so zusammenaesetzt, datz seine Wähler, soweit die Mitglieder gewählt werden, bis zu vierzig Stimmen abzugeben berechtigt sind. Während Branting vom Balkon sprach, redete der Führer der Jungsozialisten, Bürgermeister Lindhagen, unweit davon, und manchmal schlug von dort in die Rede Branting» da» krachende. schwedische Hurra hinein, das offenbar bei besonderen Kraftstellen von den Zuhörern ausgebracht wurde.„„... Da uns bis zur Stunde, wo diese Zeilen abgehen müsse», über sonstige Zwischenfälle nicht« bekanntgeworden ist, so beherrscht un» nach dem. wa« wir selbst gesehen haben, der Eindruck«wer reiten Selbstbeherrschung der Stockbolmer Arbeiter auch in Zeiten begreis. sicher Erregung. Die soll daran» entstanden fem, daß man im Volke die Knappheit, von der wir sprachen, auf Zurückhaltung der notwendigen Produkte schiebt. C. U. � Angriffe. Nordöstlich VermelleS, südöstlich Loo« und gegen den LenZ-Bogen griffen die Engländer heftig an. vor ollem bei LenS waren die Kämpfe außerordentlich hartnäckig und blutig. Der LenS-ivogen mit seinen flankierenden Batterien, die den Engländern bei ihren Angriffen gegen die Linie FreSnoy-Rocux außergewöhnlichen Schaden taten, sollte unbedingt eingedrückt werden. Allein die von S Uhr abend» ab mehrmals mit starken Kräften hintereinander angesetzten Angriffe brachen größten» teil» in dem zusammengefaßten deutschen Artillerie-, Maschinengewehr- und Jnfanteriefcuer zusammen. Wo die Engländer an wenigen Stellen in den vordersten deutschen Graben drangen, wurden sie im Nahkampfe oder durch Gegenstoß hinausgeworfen. Am 9. um 2 Uhr morgen» einsetzende Angriffe zwischen dem Weg Touchez- dach und Mericourt waren nicht glücklicher. Ledtglich die englischen Verluste wurden größer. Wo der Gegner im Nahkamvfe abgewiesen wurde, blieben Gefangene in unserer Hand. Auch östlich Croisille» scheiterte ein nächtlicher englischer Angriff. O Englischer Heeresbericht vom 8. Juni. Unsere Verluste sind leichr. Der Feind machte keinen Versuch, die verlorenen Stellungen wiederzuerobern.— Abend«: TagSüber wurde unser« neu« Lin>« südlich von Dpern eingerichtet und gesichert. Deutsche Gegenangriffe südöstlich und nordöstlich von Woosltaoerne und östlich von Messines wurden zurückgewiesen. Bisher wurden StOV Gefangene und 20 Ge- schütze eingebracht. Englischer Heeresbericht vom ö. Juni abends. lAuSführliche Meldung.) TagSüber wurde unsere neue Linie südlich von Dpern ausgebaut und gesichert. Deutsche Gegenangriffe sudöstlich und nordöstlich von tostaverne und östlich von MeffineS wurden von unserer Infanterie verlustreich abgewiesen oder durch unser Ar- tilleriefeucr gebrochen. Ucbcr S400 Gefangene, darunter 132 Offiziere kamen bisher durch die Sammelstellen, als Ergebnis der gestrigen Unternehmun- gen. Mehr als 20 Geschütze werden bisher als eingebracht gemeldet. Während des Kampfes arbeiteten gestern unsere Luftstreit- kräfte äußerst erfolgreich mit Infanterie und Artillerie zusammen und leisteten wertvolle Dienste. Außerdem wurde eine Anzahl erfolgreicher Luftangriffe ausgeführt, bei denen feindliche Flug- Plätze, Ballone, Lager und Truppen mit Bomben und Maschinen- gewehren angegriffen wurden. Feindliche Flugzeuge würben an der Teilnahme am Kampfe verhindert. Wir stellten fest, daß zwölf deutsche Flugzeuge heruntergeholt wurden und acht weiter« außer- halb unseres Bereiches niedergehen mußten, vierzehn unserer Apparate werden vermißt. s Der Krieg auf Seit Meeren. Neuerdings 68750 Tonnen versenkt. Berlin, 9. Juni. Amtlich. Im e n g l i s ch c n Kana l und in der B i S c a y a sind durch U-Boot« 21 500 versenkt worden. Mit den Fahrzeugen siud u. a. vernichtet worden: 12000 GewichtStonncn Eisenerz, 1000 Gcwichtetonuea Kupfererz, 4000 Äcwichtstoniico Kohlen und 5200 GewichtStonnen Stückgut. Der Chef deö Admiralstabe» der Marine. Berlin, 9. Juni. Amtlich.'•/ 1. In den nördlichen Sperrgebieten sind 1�100 Sr.-Neg.-To. Schisseraum versenkt worden. 2. Neue U-Boot-Erfolge im Mittelmeer: Mehrere Dampfer und Segler mit/ 28150 Sr.-Reg.-To. wurden versenkt. Die Namen der vernichtetet? feindlichen Schisse liesien sich nur in zwei Fällen feststellen: bei dem italienischen Dampfer A g r a g d a<850 Br..�ieg..To.) und dem bewaffneten englischen Dampfer Roscbank(3837 Br.-Rcg.-To.). Ebenso blieben die Ladulpaen der meisten Schiffe unbekannt. Ein Dampfer hatte 4000 To. Kohle für Italien geladen. Der Chef des AdmiralstabS der Marine. Frankreich unö üer U»öoot»Krieg. Vertrauensvotum für Ribot. Tie französische Kammer hat am 8. Juni nach schweren De- Hatten über die Bekämpfung der II-Bootgefahr, in denen der Marineminister Lacaze von zahlreichen Rednern, u. a. dem Sozia- listen Renaudel, scharf angegriffen wurde, mit 310 gegen 178 Stimmen ein Vertrauensvotum für die Regierung angenommen. Eine größere Zahl von Deputierten, die jedoch nicht angegeben wird» hat sich der Abstimmung enthalten. In der Debatte hatte Boussenot behauptet, daß deutsche U-Boote wiederholt in spanischen Häfen versorgt worden seien. Der S e n a t hat einstimmig einen Kredit zur Bekämpfung der U-Boote bewilligt. Seine Höhe wird nicht genannt. Das neue Polen. Tie polnischen politischen Parteien. Auf dem Boden der Neubildung bei polnischen Staatswesen» bat eine rege Umbildung uick» Umgruppierung der Parteien«in- gesetzt. Di«.Warschauer Mitteilungen" geben folgende Uebersicht über den gegenwärtigen Stand, als dessen Hauptuurkmal die Scheidung der sozialistischen von d«n bürgerlichen Parteien sich abhebt. Das genannte Blatt schreibt: Tie polnischen politischen Parteien im Generalgouvernement Warschau— es gibt auch jüdische— schieden sich bi« vor kurzem in drei Hauptgruppen: Die deutsch und zum Teil österreichisch orien- tierten Aktivisten, die russisch orientierten Passivisten.»nd die inter- nationalen Sozialdemokraten. Neuerlich, am 13. Mai 1gl7, haben sich Aktivisten und Passivisten zusammcngetan, um gemeinsam am Ausbau des möglichst unabhängigen polnischen Staates zu wirken; die gemeinsame Besorgnis vor dem Radikalismus der russische» Revolution hat diese Parteien unter Ausschluß aller sozialistischen Parteien zusammengeführt. Die Mehrzahl der aktwistischen Parteien hatte sich im N a t i o- n a l r a t lRada Narodowa, R. R.) vereinigt. Der Rationalrat stand zunächst auf dem Siandpuntt der Proklamation vom 5. November 1916, trat für ein militärische»»nd politisches Bündnis mit den Zent'ralmächten«» und bezweckte die Vorbereitung gemeinsamer Aktionen. In letzter Zeit strebte er in steigendem Maße die Eman- zipation von den Mittelmäcksten an. Auf dem rechten Flügel des NationalrateS steht die R a. tionale Partei. Sie gehörte ehemals zum konservativen Flu- gel der Nationaldemokraiiichen Partei(N. D.) und stand dieser noch vor dem Kriege nahe. Sie ist ausgesprochen tonservativ. da sie siit, hauptsächlich aus Großgrundbesitzern zusammensetzt. Ihre Führer sind: Graf Ronikier, Graf Rostworowski, Pfarrer Poplawfli. Partei/ organe sind„Tydzien Polithcznh"(»Politische Woche") und»ZorzeT („Morgenröte") in Warschau. An die nationale Partei schließt sich weiter links die Liga des polnischen Staatswesens (L. P. P.). Sie ist zur Verwirklichung der polnischen Unabhängigkeit gegründet worden. Ihre Führer sind: der ehemalige Dumaabgeoed- »ete L e m p i c k i, Parczkowski, Gradiec, St. Dziewolski. Partei- organe sind„Glos"(Stimme) und„Tygodnik Polski"(Polnische Wochenschrift) in Warschau. Sodann folgt die Vereinigung DemokratischerParteien. Zu ihr haben sich drei Parteien au» Jntelligenzkreisen zusammengeschlossen: die Fortschrittliche Per- einigung, die Gruppe der Nationalen Arbeit(hervorgegangen aus der passivistischen Realistenpartei) und die National-Radikalen. Zu den Führern der Vereinigung zählen: Straszewicz. Dr. Rogozmski, Lypacewicz, I. Rogowicz, Smiarowski. Ihre Parteiorgane sind „Kurjer Polski" und„Swiat"(Welt) in Warschau. Den linken F l ü g c l de» NationalrateS-bilden der National« Avbeiterbund, der Bund der Unabhängigkeit und das Zentral- National-Komitce., Der Nationale Arbeit« rb u nH(N. Z. R.) entfaltet politische und soziale Tätigkeit zur Hebung des polnischen Arbeiter« stände» und arbeitet an der Unadhängigkcitsbewegung mit. Seine Führer sind: Jankowski, Jadcyk. Von den politischen Zeitungen stehen dem Bunde nahe:„JSkra"(Der Funke) in Sosnowice»nd „Wiadomosci Rodotnicze"( A cbei ter• Aach richten) in Warschau. Der Bund der U n a b h ä n g i g k e i t ist ein« fortschrittliche JnteM- gcnzpartci. Führer des Bundes ist K. Popicl. In der letzten Zeil ging ein großer Teil dieser Gruppe samt ihrem Führer zu der neu- begründeten„Partei der polnischen Demokratie' über. Zum Z r n- t r a l- N a t i o n a I- K o m i t ce lT. K. R.), das die polnische Un- abhängigkeit auf demokratischer Grundlage verwirklichen will, ge- hören: die Partei der nationalen Unabhängigkeit(P. N. N.). Ihre �Führer sind: W. Sicroszewski, T. Szpotanski, M. Downarowicz, W. Rzhmowski. Der Partei stehen nahe„Rowa Gazeta"(Neue Zeitung) und„Widnokrog"(Horizont) in Warschau; die polnische VolkSpartei(P. S. L.). Sie bezweckt die Organisierung der Bauern und bat radikale» Gepräge. Ihre Führer sind: Rocznicki, Stvlarski, St. Osiecki, Dr. Jankowski. Parteiorgan ist„Whfwolenie"(Tr- klärung) in Warschau. Zwei aktivistische Gruppen gehörten niemals dem Nationalrat an, nämlich der Ltlub der Anhänger de» Polnischen Staatswesen» und der Nationale Bauernbund. Der Klub der Anhänger d« s P o l n i s ch e n S t a a t S w e s e n s(K. P. P.) erstrebt die Per» wirklichung der polnischen Unabhängigkeit»nd stützt sich dabei vor- wiegend auf Deutschland. Parteiorgan ist„Goniec Poranny i Wieczorny" Morgen- und Abendbote) in Warschau. Führer ist Studnicki. Der Nationale Bauernbund unter Zanwdzii hat sich mit anderen Bauerngruppen zur„B o l k» v e r e i n i- g u n g ziisammengetan. Sie ist im Gegensatz zur Polnischen Volks- pari« c/ne gemäßigte Bauernpartei. In ihr sind die folgenden drei Parteigruppen vereinigt: der Nationale Bauernbund(N. Z. Eh.); er entfaltet gemäßigte politische Tätigkeit zur Hebung des Bauern- staw'sc» und arbeitet bei dem Aufbau des polnischen Staate» mit. Seim Organ ist„Ojczyna(Baterland) in Lowicz; die Volkspartei; ib/te Führer sind: I. Sadlak, Z. Chmiclowski, Czuba; der Polnische BolkSdund; seine Führer sind: Pfarrer Blizinski, W. Wojiulcwicz, �Pfarrer Dziennicki, L. Siemienski. In den letzten Tagen haben sich drei aktivistische Parteien: die „Liga des Polnischen Staatsivcsens", die.Volksvereinigung" und die„Partei der polnischen Demokratie" zu einem„Nationalen Z e n t r u m" vereinigt, um gegenüber den im Rationalrat zusam- mengeschlossenen Parteien«ine«igen«» in nationaler Hinsicht ge- mäßigtere Politik zu treiben. Außerhalb beider aktivistischen Hauptgruppcn, deS National- rats und des Nationalen Zentrums, steht die Rechte(Prawa) der Polnischen Sozialistischen Partei(P. P. S.), die so- genannte Revolutionäre Fraktion, die für Erkämpfung und für So- ziälisierung Polens eintritt. Sie ist Mitte April unter dem Eindruck der russischen Revolution aus dem Nationalrat ausgetreten. Ihr Organ ist die„Jcdnosc Robotnicza". Führer sind: Kunowski. Perl und Arciszewski. Die P. P. S. steht jetzt in größerer Nähe neben den radikaleren sozialistischen Gruppen.- Die§orüerungen der Donezarbeiter. Stockholm, 0. Juni. Wie nach der„Frankfurter Zeitung" aus Petersburg verlautet, cnisandten die Arbeiter de» Donez- gebiete# Vertreter zu einet in Charkow rindcrufenrn I n d u st r i e k o n f e r r n z. Obwohl keine Einigung erzielt wurde, beschlossen die Arbcitervertrctcr, von gewaltsamen Schritten abzusehen, um die Betriebe vorläufig aufrechtzuerhalten. Tie Eni- scheidung über die Arbeitsbedingungen der 120000 Arbeiter des DonczgebictrS ist nunmehr einer nach PeterS- bürg einberufenen ntnen EinigungSkonftrenz vorbehalten, deren Beratungen am 30. Mai ihren Anfang nahmen. politische Uebersicht. Bon den Geinen verlassen. Durch unsere gestrigen Feststellungen über die Geschäfts- Praktiken des alldeutschen I. F. L e h m an n s che n Verlages sehen sich selbst die engsten Freunde des Unternehmens ge- zwungen, von diesem abzurücken. Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt zu der uns von zuständiger Seite gemachten Mittci- lung folgendes: Ist diese Erklärung zutreffend, so würde in dem von der genannten Firma herausgegebenen Prospekt eine Unwahr» heit behauptet worden sein, die natürlich schon als solche entschieden zu verurteilen wäre. Ohnehin ist die Bc- rufung de» Prospekt» auf hohe militärische und Regierungsstellen mit Reckt peinlich empfunden worden; sollte dabei nicht einmal in taisächliwer Hinsicht korrekt verfahren worden sein, so wäre das n a t ü r l i cd noch bedauerlicher. An dem Wert der erwähnten Schrift kann da» natürlich ebensowenig et- ivaö ändern wie einzelne Mängel, die sich schließlich in jeder Propagandaschrift(I) finden. Es ist charakteristisch, daß auch die„Deutsche Togesztg." an der alldeutschen Schrift„einzelne Mängel" entdeckt, nach- dem schon gestern die„Berliner Neuesten Nachrichten" erklärt hatten,„nicht mit allen Einzelheiten der Schrift llbereinzu- stimmen". Das zeigt zur Genüge, wie sehr man auch in diesen Kreisen fühlt, daß der Inhalt des Machwerks der ernsten Kritik auch nickt einen Moment standhalten kann. Daß die Alldeutschen ihre Propaganda tatsächlich auch in den Schulen treiben, beweist neben dem Prospekte der Firma I. F. Lehmann eine Mitteilung unseres M annhetmcr Parteiblatts vom ö. Juni. Danach ist in den Mannheimern Volksschulen den Kindern ein Flugblatt ausgehändigt worden, das zwar angeblich gegen Arbeitseinstellungen in der Muni- tionöindustric göichrieben ist, seinem tatsächlichen Inhalt nach aber ein~ Propagandablatt für die all- deutschen Ktziegszielh � darstellt, Gegen diese 4>öli- tische Verseuchung der Volksschulen sollte ganz energisch ein- geschritten werden. Hcraufsctzung deS Kricgswochengeldes. Amtlich wird mitgeteitt: Der Reichstag hat in seiner Sitzung vom 22 März 101?«in« Resolution angenommen, die eine Steigerung de» täglichen Wochengelde« für die ÄriegSwöchnerinn«« auf 1.50 M. verlangt. Eine Verordnung de» Bundesrat» vom 2. Juni 1017 trägt diesem Wunsche Rechnung und erhöbt den Betrag des Wochengelde», da« nach den Bekannimachungen über die WockenbUke kür Rechnung des Reiches zu zahlen ist.»»« 1 Mark auf 1'/, Mark täglich. Die Maßnahme wird dadurch begründet und gerechlseriigt, daß die N a h r u n g»- und Stärkungsmittel, für deren Anschaffung das Wochen- geld verwendet werden soll, erheblich im Preise ge- stiegen sind. Das Wochengeld, welches weidlichen Per- sicherten lediglich auf Grund ihrer eigenen Kranken- Versicherung au# Mitteln der Krankenkassen gewährt wird, bleibt von der Erböbuny unberührt. Der Betrag diese» Wochengelde# richtet sich auch weiterhin nach den Satzungen der detreffenden Krankentaffe. Die Erhöhung der au# Reichsmitteln gewährten Wochengeld» beträge istnichtrückwirkend. sondern tritt erst mit dem Tag« der Bertündung der Verordnung in Geltung. General v. Gebsattels Adjutant. I« einer alldeutschen Korrespondenz beschwert sich Herr Prof. Krückmann- Münster i. W.» daß nur General v. G e d s« t t e I in der Oeffenttichkeit rvegen seiner Revvlutionsdrohung festgenagelt worden sei. Prof. Krückmann wünscht beachtet zu wissen:„Hat Herr General d. Gedsattel mit der Revolution„gedroht", dann habe ich es auch getan." Prof. Krückmann bringt dann einige Zitate von sich selber al# Beweis dafür, daß er das Drohen mit der Revolution ebenso gut verstehe wie General v. Gelbsattel. Wir tun Herrn Krückmann hiermit den Gefallen, festzustellen', daß auch er al# alldeutsch-konservativer Professor mit der Revvlu- tion gedroht hat. Wenn diese Drohungen in der Oeffenttichkeit kein genügende# Ecks gefunden baden, so liegt die# osfenlxzr an der geringen Bedeutung der Persönlichkeit de# Herrn Krückmann, an der wir leider nicht# ändern können. BundeSratSarbeit. Berlin. 0. Juni, In der beutigen BundeSraissitzung wurde dem Entwurf einer Betannkmachng über die Errichtung einer Herstellung#- und Pcrtrteb#gesell)chaft in der Seiftninudstrie die Zustimmung erteilt. Drmekrattsche Fertschrittler. Sine Vollversammlung des Fortschrittlichen Wahlvereins in Stettin sorderie wie un« ein eigener Drahtdericht meldet, in einer einstimmigen Entschließung die fortschrittlichen Vertreter im preußischen Abgeordnetenhaus auf. unbedingt«nd energisch die Em- sühtung de# gleichen Wahlrecht, in Preußen ohne Unterschied de» Geschlechts und des gleichen Wahlrechis oller Bürger in den Gemeinden unter Sinkührung des Ber- hältni# Wahlrecht« zu betreiben. S« wäre nur zu wünschen, daß st» die sortichrltiliche Abgeordnelenhausfratiion die gleiche Entschiedenheit in der WahlrechtSfrage zu eigen macht. Letzte Nachrichten. Deutschland und Brasilien. Berlin, 9. Juni. Die Kaiserlick>e Regierung hat durch Vermittlung des niederländischen Gesandten in Petropolis bei der brasilianischen Regierung gegen die. Regurrre- rungderdeutschenSchiffe Einspruch erhoben. Englisches gegen den Arbeiter- und Soldatcnrat. Zondon 9. Juni. Nach dem Reuterschcn Bureau wird der „Morning Post" au# Petersburg gemeldet:ES stand schon, als Kerenski nach der Front reiste, fest, daß Alexejeiv von dem Peters* burger PertreterauSschuß der Arbeiter und Soldaten, der noch immer einen ungesetzlichen Einfluß auf die russischen Angelegenheiten ausübt, entlasten werden würde. Durch die Ein- berufung eine# allrussische« Kongresse» hoffte der Vertrcteraus- schuß wieder die ganze Macht in seine Hand z» bekomme». Trotz- dem nimmt seine Macht efb. Die Bauern haben sich bere.iS geweigert, an dem Kongreß teilzunehmen. Die Mitglieder des Vcr- treterausschuste«. die während der letzten Krise in die vorlaung- Regierung aufgenommen wurde», l>aben den an sie geknüpften Erwartungen nicht entsprochen. Die Republiken Kronstadt und Schtüsselburg mißtrauen dem Ausschuß. Die Tätigkeit seiner Agenten hat sich al« höchst gefährlich er- wiesen. Die Unruhen auf dem Lande nehmen fortwährend zu. Eine krankhafte Zerstörungswut hat die Menschen erfaßt, die sich u. a. darin äußert, daß Wälder in Brand gesteckt werden. Die Zeit für ein« neue Umwälzung ist gekommen. Die Regiernng dürfte noch dies« Woche wechseln. E» sind jetzt genug vrrläftliche Truppen in Petersburg, um,»venn nötig, mit Gewalt allen übertriebenen Forderungen entgegenzutreten. In verschiedenen Teilen Rußlands ist da« bereit» geschehen._ Kcrcnski degradiert Gurko. Petersburg, ü. Juni.(Petersburger Telcgrapden-Ageiitur.) Kriegsminister KrrenSli hat auf(tzrund feint» Befehl» vom 1«. Mai, der den Truppenführrrn und Offizieren die Einreichung von Abschiedsgesuchen verbietet, verfügt, daß General Gurko, der trotzdem sein Abschiedsgesuch eingereicht hat, vom Oberbefehl an der Westfront zu entheben«nd zum Division»kom- mandeur zu ernennen sei. Reue Streiks in Frankreich. Bern, 0. Juni. Wie„Matin" meldet, baberi gestern 800 weibliche Angestellte der N o rd da b n g c, e 1 1 s cha f t die Arbeit niedergelegt. Sie fordern eine Lohnerhöhung, ebenso sind die Arbeiterinnen der Gasapparatfabrik Eliot und mehrerer Autofabriken in de» Ausstand getreten. In Lyon ist die Lage ziemlich bewegt. Weibliche Straßenbahn- angestellte versucksicn die noch in Betrieb befindlichen Linien zu stören. In den B e kl e i d u n g s w c r kstä t te», den pyro- technischen Anlagen und den F I» gz e u g fa b r i l e» ist der Stveik ausgebrochen. I» Renne« I)at die Streikbcivegunn lärmenden Charakter angenommen, trotzdem die Smidikate zur Mäßigung raten. In A u x e r r e sind 1800 Arbeiterinnen der Metall- brauche im Ausstand. In Aix Ics Bam», Orleans und Ronen dauern die Streikbewegungen fort, i» Engere, Nancv, Tijon, Gre- noble und Ebalons für Seine sind neue Konstikic enistanden-, die mehrere tausend Arbeiterinnen betreffen. Sirben Städte zerstört. Tegueigalpa, 9. Juni.(Havas.) Bei dem bereits gemeldeten schweren Erdbeben in Mittelamerika wurden außer San Salavador die Städte Nejapa, Suchitoto, Paimal, Amanios, MajicanoS und Ouejaltixequ« zerstört., SewerWMewegung Die Kriegsunterstützungen durch Unternehmerverbänüe. Bei Kriegsausbruch bat so mancher Unternehmer den Familien seiner zum Heeresdienst einbcrusenen Arbeiter Kriegsunterstiitzung zugebilligt. Es wurde davon— besonders in der Unternebmerpresse— viel Aufbebens gemacht und diese„Wohltat" als ein Zeichen des im deutsechn Unter- nehmertums stark wurzelnden vatriotilchen Pflichtgefübls gepriesen/ das nicht zulassen wolle/ daß die Familie des Vater- landsverteidigers Not leide. In der Arbeiterpresse wurde daid daraus hingewiesen, daß diesem'Opfermut' doch wohl auch ein starkes materielles' Moment zugrunde liege, nämlillr: sich einen brauchbaren Arbeiterstamm für die Zukunft zu sichern. Der Eifer, iolche Zuwendungen zu gewähren, ist denn auch mit der langen Dauer des Krieges merklich erkaltet. Viele Unternehmer- stellten die Unterstützungen ein. Mancher sab sich allerdings auch deswegen dazu veranlaßt, weil die Familien der-Kriegsteilnehmer wenig, meist gar nichts-davon hatten, denn den Kriegersrauen wurde die staatliche und kommunale Unterstützung um den Betrag der vom Unternehmer ge- währten Zuwendungen gekürzt. In einigen Fällen versuchten die Unternehmer dann mit der von ihnen gezahlten Unter- stützung die Zusicherung des zum Heeresdienst eingezogenen Arbeiters zu erwirken, daß er nach Austritt aus dem.Heere sich zur Arbeit in seinem früheren Betriebe verpflichten sollte. Dagegen mußte erst öffentlich energisch Einspruch erhoben werden, sonst hätte dieses Vorgehen sicher Schule gemacht. Daß diew von den Unternehmern gewährten llnter- siützungen- nicht in einer Anwandlung überquellenden Patrio- tismus oder aus rein humanitären Gründen gezahlt werden, sondern daß ihnen sehr reale, materielle Absichten zugrunde siegen, wird auch jetzt von anderer, unparteiischer Seite her- vorgehoben. Im„Archiv für Sozialwissenschast und Sozial- Politik" bespricht Pros. Dr. M. Weber-Heidelberg in einem Aussatz über die Unternehmerorganisationen diese Kriegsunterstützungen. Er sagt: „Von' den Arbeitaeberverbänden werden wiederholt die großen Aufwendungen bervorgehoden,. welche industrielle Unter- ncbmungen für. die KriegZunterstützmigen an Angehörige ihrer einberufenen Arbeiter, wachen. Solche Taten wurden schon im Vorjahr mitgeteilt, und auch das„Reichsarbestsblatt" registriert in dem erwähnten Sonderheft u. a. die Tatsache, daß nach einer Umfrage des'Kriegsausschusscs der deutschen Industrie, in 54 industriellen Verbänden und 17 Einzelfirmen, an Unterstützungen ein Betrag von 1 52 Millionen Mark gewährt worden sei, und zwar in den ersten lt bzw. 12. Ariegsm onaten. Dieselbe Organisation nimmt bei vorsichtiger' Schätzung. Aufwendungen im Gesamtbetrage von.300— 320 Millionen Mark in der deutschen Industrie tm ganzen an. Diese Aufwendungen werden von den Ar- beitgeberocrbänden stets in einem gewissen Sinn als Dokument des Wohlwollens gegenüber den Arbeitern, und als Beweis dessen angeführt, daß die Organisationen der Arbeitgeber wesentlich mcbr als die der Gewerkschaften für derlei Zwecke aufbringen. Es ist dann nicht zu verwundern, wenn von getoerkschaftlichcr Seite darauf hingewiesen wird, daß dies« Aufwendungen von den Ar- bcitgebcrn persönlich für ihre Betriebe, nicht aber von den Ver- bänden geleistet werden, und weiterhin, daß die Arbeitgeber diese Ilitterstützungen auf Konw Werbekosten buchen/also sehr wohl er- kennen lassen, daß sie nur aus eigenem, wohl verstandsnem Jntcr- ekse so erbeblich» Summen für ihre Arbeiter und deren'Auge- �borige aufwenden. Ohne zu, leugnen, daß uielfach bei diesen Unterstützungen das Gefühl für die einzelnen Arbeiter und' deren Angehörige mitspricht, kann doch astdcrerseits kau in bestritten wer- do», daß die Erhaltung' des Arbeil erstammcs hierbei das ent- schchhende Motiv ist, insbesondere-dort, wo es sich um so lang andchternde Unterstützungen handelt. In diesem Sinn haben wir es datzu mit einer— allerdings für die Unternehmer, sehr kost- spieligen und-etwas riskanten—„Wohlfahrtseinrichtung" zu tun. Daß sie'in solchem Umfang ins Leben, gerufen wurde und nunmehr weitergeführt werden mutz, hängt u. a. auch mit der fatschen Cinschätzupa der ÄriegSdauer zusammen, z. T. vielleicht auch mit einer sich nicht ganz realisierenden Einschätzung der Konjunktur und Produftumsmöglichkeiten. Neben. den Unternehmungen, welche durch besonders Hobe Unterstützungsfu mmen ausfallen, stehen diejenigcht an erster Stelle, welche die Gunst einer besonders gesteigerten' Kriegskonjunktur genießen." . Zutreffender zu sagen ist, daß die durch besonders ge- steigerte Kriegskohfunktur begünstigten Unternehmer. nur noch-Unterstützung zahlen. Nach einer Angabc des.„Arbeit- geber" wurden, wie durch eine Umfrage festgestellt wurde, im Verein deutscher Eisen-.und Stahlindustrieller in den e r st e n 12'Kriegsmonaten in Mitgliederwerken ca. oO Millionen Mark solcher Unterstützungen gezahlt. Interessant wäre fest- zustellen, ob dieser'Eifer nicht nachgelassen bat und wie hoch die Summe 1916 war. Wch wollen die löbliche Absicht vieler Unternehmer, die sich in'diesen Zuwendungen immerhin kund tut, keineswegs herabsetzen, ccher zu überschwenglichen Lobes- Hymnen scheint uns schon in Anbetracht der unendlich großen materiellen Opfer— diese sollen nur in Parallele gestellt werden—, die die deutschen Arbeiter in drei Jahren Kriegs- dienst leisteten, kerne Veranlässunig zu sein. veutfthes Textilarbeiterverband im Jahre ISIS. Das KrizgZjahr 1916 steigerte die?lple der deutschen Textilindustrie. Durch den Rohstosftnangel trat die Produktion zur Befriedigung des Bedarfs der Zivilbevölkerung immer mebr zurück gegen die Produktion für die Bedürfnisse dife Heeres. Soweit es den Arbeitern möglich war. wanderten sie in andere, gut lohnende Industrien ab, die Beschäftigungslosen waren stuf die Unierstützung angewiesen. Aus der Tcrtilindustric wurde eist systematisch unter Staatsaufticht gestellter und vom Staate rcglcmcrsticrtcr Zweig der Volkswirtschaft. Der gesamte tertile Rohstoff wuchtz bis auf wenige Reste konzentriert im. Kriegsamt. Rohstoff-Abteilung- Die im freien Handel befindlichen Quanten gingen im Laufe deScIahres immer mehr zurück und spielten in der Gesamtproduktion überhaupt keine Rolle mehr. Jede Freigabe von Rohstoff mutzte durch besonderen Antrag an das„Kricgsamt erwirkt werden und war hierzu der Nach- weis eines bestimmten Auftrags in Kertigsabrikaten Erfordernis. Der Staat legte die Hand an die Rohfaser, dann aus den Stoff und schließlich auf das fertige Kleid. Die gesamte Produftion und Konsumtion, von der Rohfaser bis zur Abnutzung der getragenen Kleidungsstücke wurde unter behördliche Kontrolle gestellt uyd vom Staate geregelt. Die Jnnehaltung dieser, durch viele Verordnungen vorgeschriebmien Formalitäten mutzte begreislicherweise zu zitier Verminderung der Produktion führen. Die Zahl der Beschäftigten ging daher erheblichzurück. Am 1. Januar 1916 berichteten 906 Oris- und Jnnungskrankerd- kassen über 112 974 männliche und 199 498 weibliche versichertes Textilarbeiter; am 1. Januar 1917 waren in 913 solchen Sassen' 87 122 männliche und 172 320 weibliche versicherte Textilarbeiter. Dabei wurden die meisten Versickerten nur teilweise beschäftigt. sie ist gegen das Vorfahr«m IS 549 zurückgegangen. Eng damit zusammen hängt. auch notwendigerweise ein Rückgang der Jahres- einnahmen. Tic Einnahme aus Beiträgen betrug im Jahre 1915 1 Ob 1 401 Mark, im Berichtsjahre aber nur 720 651 M. Die Ausgaben für Unterstützungen' aus der Hauptkast'e dagegen im Jahre 1915 218 379 M., im Berichtsjahre aber 332 757 M. Tic Mehr aus- g a b e n für Unterstützungen entfallen einzig a u f d i e A r b e i t s- losenunterstützung. Der Rückgang der Organisation scheint mit Ablauf des Jahres 1916 sein Ende geninden zu baben. In den ersten vier Monaten des Jabres 1917' sind bereits 5240 neue Mitglieder gewonnen wor- den. Zurzeit herrscht ein reges Leben innerhalb der Mitglieder- kreise. U eberall ist man dazu übergegangen, gedrängt durch die wirtschaftliche Teiieriing, erhöhte Lohnforderungen zu stellen. Größcrc'Bewegungen in Sachsen, Thüringen, in der Lausitz und anderwärts sind erfolgreich beendet, oder ihrer Beendigung trabe. Rastlose Tätigkeit wird den'Tcxtilar'bcitervcrband im neuen Jahre wieder ein gutes Stück vorwärts und aufwärts dringen. Serlin unö Umgegend. Erhöhung der Ucberstundcnbczahlung in de« Berliner Brauereien. Der Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend teilt mit, däß er beschlossen hat. im Hinblick am die durch die Gewäh- xung erheblicher Teuerungszulagen geschaffene Lage der Gesamt« entlobnung der Arbeiter eine solche Teuerungszulage auch für die von den Arbeitern zu leistenden Ueberstunden zu gewähren. Diese ist auf 25 Pf. sür die geleistete Ueberstunde festgesetzt worden und gelangt mit Wirkung vom Beginn der kommenden Lohnwoche, erst- malig am Freitag, den 15. Juni 1917, zur Auszahlung. An die dem Verein der Brauereien• nicht angehörenden Brauereien Groß- Berlins ist der Antrag gestellt worden, die Bezahlung der Ueber- stunden in der gleichen Weise vorzunehmen. ftlSlOtlS. Die fivmschen Gewerkschaften. Kopenhagen, 8. Juni..Berlingske Tidende' meldet aus Hapa- randa: Die finnischen Arbeiterfachverbände richteten an die sozia« Iistische Fraktion des Landtags die Aufforderung, für die Einführung de-5 achtstündigen Arbeitstages sowie sür kommnnolr Wahlrechts« reforme» cinzulrctcn. Falls die Forderung abgelehnt wird, drohen die Arbeiter mit einem allgemeinen Ausstand in ganz Finnland. Zrauen-Leseabenüe. Schöneberg. Der Leseabcnd für Frauen findet erst am 18. Juni 1917 statt._ Jrrtreltaiölc vtemeinde. Sonntag, den 10. Juni, vormittags 9 Uhr. Pappelallcc 15/17, Nenköllni Joealkaimo, Weichiclftraße 8, Ober- schöiicwcidc. Klarajtr. 2:' Freireligiöse Vorlciung. Vormittags 106, Uhr, Kleine Franksinter Straße 8: Vortrag von Heirn Dr. Paul Krischc: „Das Dcse» der Gemeinschastsarbcit-. Gäste willkommen. WetterauSstchten für das uiittlcrr RorddeuOchlaud dl» Montag mittag. Im Küstengebiete ziemlich kübl, trocken und vor- wiegend heiter� im Binnenlande etwas starker bcwöUt, am Tage'warm und besondeis tm Südwesten strichweise Gewitter. 25 758 Die Mitgliederzahl- im Verbände betrug im Jahresdurchschnitt '58 männliche und 35 889 weibliche, zusammen 61 647 Mitglieder, Vermitwortl. f. Politik: Tr. grenz Tirderich, Berlin-Friedenall! für d. übrigen Zeil des Blattes: Alfred Scholz, Zleutoltn,' für Inserate: Tb. OHoifr, Berlin. Diftck u. Verlag: Vorwärts Vuchdriickcrei v. VerlagSanftalt Paul Singer i. Co., Berlin LV. Hierzu Z Beilagen. jytiillSMifciuMuflNrtviiis UllUffllfWHll Damenkleider IvTai"! aus gestrciftem Schlclerstoff, Taille mit IvlClU niod. 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Seilage öes vorwärts Sonntag, IS.Iunk 1 617 GroMerün das stille Irenen. - Draußen an den Gärten verblüht der letzte Flieder. Ein feiner lila- und elfenbeinfarbener Rauch umspielt die Büsche und erweckt den Gedanken an das große Freuen, das uns im ersten Frühjahr überfiel. Wie jedes Jahr. Und das nun farteilt, ein Wegestein auf der Straße des Lebens. Weiter, weiter!- Wieviel Wegesteinc werden noch folgen? Schon ist es nicht mehr das' himmelhohe Freuen, die hoch- gemute Stimmung:„Ter Mai ist gekommen", mit ihren über- schwänglichen Lebensplänen, blutgeschwellt und hemmungs- Ios,�ind ganz unbewußt, nur begehrlich nehmend, wie sie uns im Frühjahr überfiel einst in der Jugend. Es ist längst ein bewußtes Freuen, ein dezentes Nehmen und zugleich stiller Tank, daß wir das alles noch mit erleben dürfen. Im März und April, da geschah es. Ter erste Löwenzahn war gekommen, lugte vorsichtig auf kürzen Stielen: Krokus stand, violett, weiß und gelb, im ersten Grase. Da dachte ich an eine Wiese im Schwarzatal, übersät mit kleinen Schlüsselblirmen, an einen erwachenden Wald in Norddeutschland, im zarten Deppich weißer Oster- blumen.s an Weiden voller Kätzchen in Bruch und Gesträuch am. Niederrhein. Da ward die� Luft schon geladen wie von aufsteigenden Wundern. Die Lust und die Seele. Nun ja, man ist nur fünfundvierzig Jahre.... Und dann ward mit Macht der Aprilwinter vom Früh- ling vertrieben. Er tvar da, in wenigen Tagen, mit Wärme, Zärtlichkeit und Blumen.... Die Aprikosenblüte stand strahlend in.der Sanne da, an den Kirschbäumen war kein Blatt zu sehen vor- Blüten, die Birnbäume gebürdeten sich ein- fach hemmungslos, und die Apfelbäume kamen über und über erröteüd nach.-Die jungen, als ob sie nicht wüßten was ihnen geschehe, und die alten, daß ihnen so was immer noch geschah. Der Wald glühte empor wie eine mächtige grüne Flamme, der Löwenzahn kam in ganzen gelben Schoren, die Blumenmärkte in der Stadt erstahlten von starken satten Farben: überall Sonnenwind, Duft, Wärme und hochzeitliches Blühen. Und auf den Straßen mit verblüffender Geschwindigkeit sommer- lich gekleidete Damen. Nun ja, man sieht aus dies, mit fünf- uirdvierzig Jahren.... Nun haben die Obstbämnc alle schon ausgeblüht. Sie Husen trächtig unter ihrem schäuinenden, grünen, noch wachsen- den Laub die neuen Früchte im Warten und Wachsen. Der Flieder verhoucht sein letztes müdes Duften. Aber schon sieben die weißen Blütenteller des Hollnnders bereit, sich zu entfalten, nicken die Schmetterlingsblüten des Goldregens von schwanken Zweigen, lüftet süß duftender Jasmin seine Rispen, treten die alten Bauernblumen in den Gärten in ihre Rechte. Draußen auf den Feldern blüht der Raps in langen breiten Streifen, auf Heide und. Hängen züngelt der Ginster in tausend upd aber tausend schimmernden Blüten wie ein« glühende, sprühende goldene Flamme. Der Sommerhimmet jagt.Wolkenwtmder von kühnsten Formen. Und an den Aben- den,, die so kühl und duffja�ilffd�floten die Schwarzamseln in ■ voller-•Wünsche und, Verlangen.-t*-.--- Und noch immer lebt in unserer Seele das stille Freuen, Althandel der K.-V.-G. Der Verkaufvon gebrauchten Kleidern, Wäsche und Schuhwerk, der an die Groß-Berliner K le. i d e r- V er- wertungs-Gcs ellschaft sK.-V.-G.) übertragen worden ist, bat bei der Hauptstcllc Berlin in dieser Woche begonnen. Im Hause Koinmandantenstr. 80/81 Gabe dem Dönhossplatz). wo die Haupt- stelle sich befindet, herrscht jetzt ein lebhaftes Treiben/ ein unaus- horüches Kommen und- Gehen von Käufern. Zum Kauf wird nur zugelassen,, wer vorher' bei einer der achtzehn in Berlin und Vor- orten eingerichteten Annahmestellen der K.-V.-G. sich schrift- licb gemeldet hat und die ihm daraus übersandte Einkaufs- kartb vorlegen kann. Das; die bezugscheinpflichtigen Waren auch hier nui/ gegen Bezugschein verkauft werden dürfen, ist selbstverständlich, aber nicht allen.Kaufluftigen scheint das finzu- leuchten. Die Einkaufsiarte setzt jedem angemeldeten Kauflustigen einen bestimmten Tag für seinen Einkauf fest, wobei.viöglichst jedem Tag nicht mehr als 300 Käufer zugeteilt werden, damit allzu- großer Andrang vermieden wird. Als wir aber am gestrigen Vor- mittag gegen V2U Uhr die Verkaufsräume betraten, bot sich uns ein Bild, wie. wir es in diesen.Kriegsjahren leider oft genug und immer wieder vor den Geschäften des Lebensmittelhgndels gesehen haben. Auch bei der K.-V.-G. mußten die Käufer /sich in langer Reihe anstellen, weil sie sogleich bei dem auf 10. Uhr festgesetzten Beginn der Geschäftszeit in großer Zahl herbeigeströmt waren, um womöglich die ersten zu sein. 03 dOcsOcsOc ineioUnnng an die Werft eure Zeitung nicht fort, nachdem ihr sie gelesen habt! Sendet jede Nummer an Bekannte ins Feld! Sie wird dort von Kand zu Äand gehen und dazu beitragen, den Zusammenhang mit der Partei auf- recht zu erhalten und zu festigen. Es gibt keine Nummer des„Vorwärts", die nicht zahlreiche Mitteilungen, Nach- richten, Aufklärungen und Anregungen enthielte, die für unsere feldgrauen Genossen interessant und wichtig sind. Ohne einen Pfennig Kosten zu haben, könnt ihr auf diese Weise mit geringer Mühe unserer Partei sehr wertvolle Dienste Oes- leisten. =x30S 30CSOG SO Zur Verteilung der Brotzufatzkarte«. Von den Angestelltenorganisationien Grotz-BerlinS erhalten wir folgende Zuschrift: Die Angcstelltenorganisationen Grotz-B«r- lins sind seit langem bemüht, eine Berücksichtigung der Ange- stellten bei der Verteilung der Brotzusatzkarten zu erreichen. Die anläßlich der letzten Streiks in der Rüftirngsinduftrie ge- bildete Kommission der Arbeitergewerkschaften hat dem Er- n ä hru n g-.a us schuß für Groß-Berlin neue Vorschläge für die Wer- teilung der.Brotzusatzkarten unterbreitet. Danach sollen die De- griffe Schwer- und Schwerstarbeiter beseitigt und alle Arbeiter mit Ausschluß der Dienstboten in herrschaftlichen Häusern, des Hotel- Personals' und der Angestellten bei der Verteilung der Brotzusatz- karten gleichmäßig berücksichtigt werden. Diese willkürliche Aus- schaltung aller Angestellten hat in den Kreisen der Angestellten Groß-Merlins lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. Eine von mehreren Tausenden von Angestellten besuchte Versammlung hat die.Angestellteuorganisationen beauftragt, die Wünsche der Ange- stellten an maßgebender Stelle zu vertreten. Außerdem sind nach- träglich noch Zehntausende von Zustimmungserklärungen bei den Vorständen eingelaufen. Mit' den Arbeitergewcrkschaften haben !V erHandlungen stattgefunden, die leider erfolglos blieben. Da die endgültige Entscheidung in der Frage der Verteilung der Brot- zusatztarten noch nicht gefallen ist, haben. die Angestellten- organisationen den matzgebenden Stellen folgende Wünsche unterbreitet: Unter. Zugrundelegung, der Vorschläge der Arbeiter soll die zur Verfügung, stehende Zusaizmenge auch--unter die Sin* gestellten i>»rteilt. werdem Es.sollen dabei Am'prnch mrst-eine Zusatzkarte in gleicher Höhe wie die Arbeiter, hahcu: 1. IIe Angestell- ten, die bei ungeteilter Arbeitszeit mindestests 8 Stunden arbeiten, ohne Gelegenheit zur Einrnchme einer warmen Mahlzeit zu haben. 2. Alle Angestellten, die bei geteilter Arbeitszeit mindestens 10 Stunden arbeiten. 3. Alle Angestellten, deren Arbeitszeit zum größten Teil in die Zeit von 10 Uhr ahends bis 6 Uhr morgens fällt. Berliner Lebensmittelnachrichte«. Die Zuckerversorgungsstelle des Magistrats veröffentlicht eine Bekanntmackiung über die Ausgabe von Einmachezucker. Danach werden auf Abschnitt 17 der Berliner Zuckerkarte, welcher vom 1. bis IS. Juli läuft, außer dem üblichen 1/t Pfund Zucker noch 2>/z Pfund Zucker für Einmachezwecke, zusammen also Psund Zucker verausgabt. Um aber die Möglichkeit einer früheren Verwendung des ZuckerS für Einmachezweckc zu geben, kann auf Abschnitt 17 schon vom 20. Juni ab der Zucker ent- nommen werden. Um ferner einen Ausgleich zu schaffen, daß auf Abschnitt 17 nur Zucker entnommen vterden kann, wird gestattet. daß Abschnitt 18, der an sich erst zum 15. Juli ab Gültigkeit hat. bereits vom 1. Juli ab benutzt werden kann, sofern an Stelle des auf Abschnitt 18 fallenden Zuckers die Aushändigung- von Kunst« Honig gewünscht wird. Ferner können, diejenigen Personen, welche längere Zeit verreist sind und Zuckerunitauschkarten erhalten haben, nach Rückkehr von der Reise von der Zuckerversorgungsstelle Karten sür Einmachezuckcr erhalten, bevor neue Karten von der zuständigen Brotkommission ausgehändigt werden. Vereinbarung zwischen Berlin und Charlottenburg über Fischbeliefcrung. Die Stadtgemeinden Berlin und Charlottenburg haben vcr« einbart, daß sowohl Berliner Einwohner unter Vorlegung ihrer Lebensmittelkarte in den Charlottenburger Fischgeschäften frische Fische beziehen können, als auch umgekehrt Charlottenburger Ein« Ivohuer unter Vorlegung ihrer Lebensmittelkarte in den Berliner Fischgeschäften frische Fische erhalten.. Für alle anderen Fischwaren, wie Räucherwaren und Fischkonservcn gilt jedoch diese Verein« barung nicht,_ Knochensammlung durch Gemeindeschüler. DaZ Räch richte namt des Berliner Magistrats schreibt: DaS Ergebnis der Einsammlung der in den Haushaltungen ab- fallenden Knochen ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben, DaS bisher gewonnene Fett kann in der jetzigen Beschaffenheit nicht an die Bevölkerung abgegeben, vielmehr lediglich als technisches Fett der« wendet werden. Wenn dieses Ergebnis gewiß an sich erfreulich/ist, so muß doch mit allen Mitteln, dahin gestrebt werden, stir die Bc« völkerung mehr Fett zu gewinnen. Aus alten, bereits längere Zeit lagernden Knochen kann nur für technische Zwecke verwendbares Fett gewonnen werden, während Speisefett lediglich ans frischen oder solchen Knochen hergestellt- werden kann, die sofort nach dem Auskochen in die Verwertüngsansialt gelangen. Ilm nunmehr die in den Haushaltungen abfallenden Knochen in möglichst frischem Zustande und alsbald verarbeiten zu können, werden die Schüler der ersten vier Klassen der Gemcindeschulen in die Organisation der Knocheneinsammlung mit einbezogen werden. Durch diese Neuorganisation soll nicht nur die Knochenmenge ver« mehrt, sondern auch durch das schnellere Verwerten die Güte des Speisefetts verbessert. werden. Die mit der Ein- iammlung betrauten Schüler erhalten blaue mit dem Magistrats« stempel versehene Ausweiskartcn. Jedem Schüler werden be« stimmte Häuser durch seine Schule zugeteilt. Die bisher mit der Einsammlung betrauten Personen zahlten den Haushaltungen 4 Pf. für das Psund Knochen. Die Schüler können jedoch weder die ihnen abgelieferten Mengen schätzen oder abwiegen, noch etwaige Zahlungen leisten. Die Abgabe an die Schüler ist daher im Gegensatz zu dem bisherigen Verfahren eine unentgeltliche. In den Haushaltungen können die Knochen ausgekocht werden, und da sie dann für den Haushalt wertlos sind, bedeutet die unentgeltliche Abgabe keine Schädigung. Der Magistrat bittet die Bevölkerung, auch hier die Schüler bei ihrem so oft bewährten Sammeleifer durch bereitwilliges und ausgiebiges kostenloses Uebcrlafsen der im Haushalt abfallenden Knochen zu unterstützen._ Erzeuger Richtpreise für Gemüse und Tomaten. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat weiter für folgende Frühgemüie die nachfolgenden Erzeuger-Richtpreise je Pfund auf« gestellt: Für Frühzwiebeln(Steckzwiebeln): bis 1. Juli mit Kraut 0,20 M., von da ab ohne Kraut 0,10 M. Für Früh- Wirsing und Rötkohl: bis 20. Juli 0,15 M., bis 10. August ■0,1® M.,'brs 1: September"0,0 M.. bis 20. September 0.7 M. Für T-o m-g-kv-n: bis 1».- ANgust kkM Mi, vom dw-ab 0,25 M.— Diese Richtpreise gelten sür den Abschluß von LieferungSber» trägen als Vertragspreise, bis die zuständigen Preiskommissionen mit Genehmigung der Rcichsstelle andere Preise beschlossen haben. Besitzer beschlagnahmter Aluminium-Gegenstände, welche diese bisher nicht gemeldet haben, werden vom Magistrat zu deren un« verzüglichen Nachmeldung aufgefordert. Die Meldevordrucke sini» bei den' städtischen Steuerkassen und im Bureau des Magistrats- kommissars für Militärangelegenberten(Metallabteilung), Stadt- Haus, Klosterstraße, Zimmer 39/40, zu entnehmen und dort aus- gefüllt abzuliefern. In den Sammelstellen werden ohne znvorige Meldung noch sämtliche nicht beschlagnahmte Gegenstände' aus Aluminium sowie Aluminium-Altmaterial zu einem Preise von 2,50 M. für jedes Kilogramm angenommen. Die den Materialien und Gegenständen anhaftenden Teile aus anderen Stoffen müssen vor der Ablieferung entfernt werden. Für die enteigneten Gegenstände wird der neuerdings vom Kriegsministerium festge- 20) Der starke Mann. Eine schweizerische OffzierSgeschichte von Paul JIg. Lenggenhager bütcte sich wohl, die Wahrheit cinzu- gestehen.„Ich glaube schier, mir würde etwas fehlen, wenn ich diesen Menschen nirgends mehr antreffen könnte!" sagte er, sich selbst ein wenig tauschend.„Er haßt in mir ja nicht nur den Beleidiger, sondern den Stärkern, die bessere Rasse. Wäre ich inzwischen irgendwie heruntergekommen, so hätte er keinen Grund mehr, sich zu rächen, aber jetzt— ich fürchte, der Anblick, den ich ihm soeben verschaffte, hat den armen Teufel wieder klaftertief in die Kloake gestürzt. Er muß fühlen, daß ich seinem Haß von Tag zu Tag mehr entrückt werde, während die Ursache im gleichen Maße zu- nimmt. Sie havbn ihn zu allem noch höhnisch angelacht. Das wird er mir doppelt ankreiden, meinen Sie nicht?" Er suchte der Freundin keck in die Augen zu blicken. Es gelang ihm nicht. Sie schien nur auf den Gang des Pferdes zu achten, das bei ihren Zurufen blitzschnell die Ohren stellte. Dagegen konnte sie die innere Zufriedenheit nicht verbergen. Auch für sie war es eine glückhafte Fahrt. Unter dem flaunthaarigen FuchShaupt schlug ein sturmbewegtes Herz. Das kaum dreiundzwanzigjährige Mädchen fühlte, daß jeder Versuch, sich gegen den Willen deS Begleiters aufzulehnen, nur Schmerz erzeugen, ihre Abhängigkeit mehren würde. Es war ihr, als ob die Kraft, die Zügel zu führen, von ihnr ausgehe, daß sie überhaupt keiner eigen- mächtigen Handlung mehr fähig sei. All ihr Fühlen und Denken mündete in den sehnlichen Wunsch, von seinen starken Armen vom Wagen gehoben, irgendwo hingetragen zu werden. Durch ihn wollte sie jetzt das„eigentliche" Leben kennen lernen, nachdem sie das �andere auf jede erdenkliche Art durchschmarotzt hatte. Sie mußte ihn mit mehreren anderen Bewerbern vergleichen. Vor allen hatte er doch' diesen ungebrochenen Willen voraus, der ihn so fest: zugreifen ließ, und aus feinen Augen strahlte sie eine, aufheiternde Bläue von Gesundheit an, die aus cineni uneiischöpflichcn Quell zu fließen schien. Das wog mehr als ein Wappen und verhieß höhere- Freude als der stilvollste Reich- tum: Der Vater, dessen Adjutant Lenggenhager bei den letzten Manövern war, schätzte au dem jungen Offizier die gleichen Eigenschaften, die auch der Tochter so gut gefielen. Also brauchte sie vor jenem nicht zu zittern. Wenn er ihre Wahl nicht ohne weiteres guthieß, so konnte er sie auch nicht gleich mißbilligen. „Wir fahren ja regelrecht in den Frühling hinein-— kommt es mir vor!" bekannte der glückliche Geselle, dem an- gesichts der altvertrauten Seelandschaft das Herz überging. Ein Zug mit Ausflüglern kam hinter ihnen her, lenzfreudige Hände winkten Grüße, staunende Blicke folgten dem eleganten Gefährt, sehnliche Mädchenwünsche:„Oh, wenn ich es'auch einmal so gut haben könnte!"' .Vom Purpurstrom seiner. trunkenen Sinne umflossen, schaute der Offizier Bild um Bild der geliebten Heimat. Die laue Lilft lvar voller Seligkeit und Offenbanmgsdrang. Auf dem spiegelklarcn Wasser jagte sich das Völklein der Taucher und Wildenten, hoch überflogen von den weißen Seglern der Himmelsbläue. Längst waren auch die Sonntagsschiffe unter- wegs: sie leuchteten wie Schneeburgen oder gleich Königinnen der Mode in dem neuen Putz, den ihnen die Winterrast ein- getragen hatte. Aber schöner noch als Menschenhand firnißte die liebe Sonne; blendend hell, goldgetränkt winkten die Städtchen am andern Ufer. In der Nähe des väterlichen Anwesens erfaßte Lenggen- hager wieder eine peinliche Unruhe. Was hatte er von den Seinen für einen Empfang zu erwarten?/ Vielleicht traf er die Mutter allein zu Hause. Das war dann freilich die beste Lösung. Mit dem rauhbeinigen Alten, dem jedes freundliche Wort sauer wurde, konnte er bei seiner Begleiterin ohnehin keinen Staat machen; der legte ja auch gar keinen Wert auf diese Anstandsvisite. Die Losung lautete demnach kurz und bündig:„Das ist mein Vater, das meine Mutter, und hier habt Ihr meine Braut!" Was diesem Besuch an Unzuträglich- keiten drohen konnte, mußte vorsichtig aus dem Wege ge- räumt werden. Es kam jedoch ganz anders als er dachte. Im Anfahren warf er durch die"offenen Fenster einen Blick in die Stube, wo die alte Magd den Sonntzigstisch deckte. „He, Liesbeth, ist die Mutter daheim! Sie soll schnell einmal ans Fenster kommen!" rief er das graue Gespenst an, das darauf ohne«n Wort verlauten zu lassen, entsetzt die Flucht ergriff. Nach einer Weile kam die unselige Schwägerin mit einem Gesicht, das nicht geringere Bestürzung verriet, obgleich sie sich mühte, einen freundlich cni Zug hineinzudrücken.„Die Mutter ist zur Predigt nach Lachen gefahren: aber der Vater ist auf dem Hofe. Soll ich ihn rufen?" Es klang ungefähr so, als hätte sie berichten müssen:„Die Mutter ist gestorben und Vater hat den Ver- stand verloren." Die Augen des großen Mädchens hasteten ganz entseelt an der Erscheinung des vornehmen Fräuleins. das gar nicht neugierig schien, wie es wohl mit der Heimat ihres Verlobten bestellt sein möchte, sondern in aller Seelen- ruhe mit der Peitschenschnur nach den zuckenden Ohren des Pferdes angelte. Unverhofft erschien jedoch ein andere? Wesen, um die Honneurs zu machen. Es war Lenggenhagers Tigerdogge. Sie hatte die Stimme des Herrn vernommen und �kam durch das offenstehende Gitter in begeisterten Sätzen auf den Wagen zu. Bevor der Herr Oberleutnant abspringen konnte, war das Unglück schon in vollem Gange. Kaum hatte näm- lich Thras den aufgeregt japsenden Windhund erblickt, ver- gaß er die Begrüßung des Meisters und stürzte sich mit ur- weltlicher Feindschaft und Mordgier auf den fremden Köter, als hätte er von Geburt an nur auf dieses eine Treffen gewartet. Renee Steiger stieß einen Schrei des Entsetzens aus: „Mein'Gott, der Hund ist ja toll; schlagt ihn doch tot!" und folgte dem grausigen Kampf mit angstverzerrter Miene. Lenggenhager hatte ihr die Peitsche entrissen. In blinder Wut hieb er auf die blutgierigen Bestien ein, die ihrerseits Geschrei und Hiebe durchaus als kräftigen Zuspruch verstanden und nur noch rasender drauflos hackten. Im Nu- kam alles Lebende in Haus und Hof zum Vorschein, die Kostgänger und Pfeifenraucher im Nebenhaus inbegriffen. Erschütternd war der Anblick des kleinen Grooms, der mit seinem Rosetten- zhlinder wie ein Clown um das Schlachtfeld tanzte, mtt weinerlicher.Stimme gebietend: i„Hierher,-Mirza!", Das vom Geschrei und Getümmel geängstigte-Pferd war im Begriff durchzugehen und konnte nur- mit Mühe daran verhindert werden. Die Ackermannschen Gesellen hatten ihre Pfeifen weggeworfen; der eine griff in die Zügel, der aiidere wollte das zeternde Weibsbild vom Wagen heben, ein dritter haschte nach Mirzas Schwanz, um die unversöhnlichen Parteien von hintenher zu trennen. Ganz zuletzt kam hm Besitzer des Hofes an seinem Stocke herboigehumpelt. (Forts, folgt] sehte nachträglich erhöhte Uebernahmepreiö von 12,— M, für jedes Kilogramm Aluminium ohne Beschläge und S,60 M. für jedes Kilo- gramm Aluminium mit Beschlägen gezahlt. Beförderung von Personen mit Traglasten aus der Straßen- l>ahn. Die iÄrotze Berliner Straßenbahn gibt bekannt: Soldaten mit Tornistern und Personen mit Traglasten lRucksäcken) dürfen auf dem Wagen nicht so Aufstellung nehmen, daß die Gegenstände in die Fahrbahn eines entgegenkommenden Zuges hineinragen, weil damit eine Gefahr für den Träger verbunden ist. Diese Lasten sind möglichst aus den Wagenboden abzusehen. Bor dem Hinaus- lehnen des Ellenbogens über die Fenstcrbrüstung offener Wagen wird gewarnt, desgleichen auch vor der Mitnahme übergroßer Gegen- stände, im besonderen kaufmännisch verpackter Waren, Körben mit Blumen, Gemüsen und dergleichen, durch die die Fahrgäste erheblich belästigt werden. Die Fahrgäste müssen jedenfalls bei ihrem Gepäck Aufstellung nehmen; es ist unzulässig, daß sie beispielsweise im Wagenicknern Platz neh»»en und ihre Gepäckstücke auf den Platt- formen aufstellen oder auf der Plattform einen bequemen Stirn- wandplatz einnehmen und ihre Gepäckstücke am Schalttisch ausstellen und den anderen Fahrgästen die Unbequemlichkeiten in der Platz- ausnutzung zumuten. Tie Beförderung von Gepäckstücken aller Art ohne gleichzeitige Beförderung ihres Begleiters ist verboten. „Hans, der Amerikaner". Als„internierter Amerikaner" tritt ein Schwindler auf, der schon viele Frauen und Mädchen betrogen hat. Sein letztes Opfer war eine Arbeiterin. Als sie sich am' Äemperplatz im Tiergarten auf eine Bank gefetzt hatte, gesellte sich ein Mann zu ihr und knüpfte ein Gespräch an. Er erzählte, daß er früher AchiffSkoch gewesen sei, eine zeitlang auch in Berlin als hergestellten Karten und zur Ermittlung und Festnahme der Täter sowie zur Beschlagnahme der Maschinen und Geräte führende An- gaben unterstützen. Bei dieser Gelegenheit wird gleichzeitig darauf hingewiesen, daß die Behörde auch für die H i l s e i c i st u n g c n bei der Auf- deckung von Levensmittelkartendiebstählen und Schwindeleien sowie bei der Ueberführung von Lebensmiitelkartenhändlern Belohnungen bewilligt. Für jede Nachricht, die zur Herbeischaffung der unrechtmäßig erworbenen Karten und zur Ueberführung und Bestrafung des Täters führt, wird dem Ueberbringer eine der Wichtigkeit des Falles entsprechend hoch zu beMesscnde Vergütung gezahlt werde». Hinsichtlich der Auszahlung dieser Belohnungen macht es keinen Unterschied, ob die zur Aufdeckung gelangenden Strassälle sich in Berlin selbst oder im erweiterten Berliner Kriminalpolizei- und Landespolizeibezirk ereignet haben.- Eharlottenburg. Lebensmittel der nächsten Woche. Es ye- langen zur Ausgabe 3lK> Gramm Fleisch, 5 Pfund Kartoffeln und falls nicht erhältlich, an deren Stelle Gebäck, ferner 9» Pfund Zucker. Abschnitt 06 der roten Nahrungsmittelkarte berechtigt zur Entnahme von 100 Gramm Weizen�ries, 07 von 100 Gramm Suppen llose oder in Würfeln), beide Abschnitte vom 7.— 16. Juni. Auf Abschnitt 101 gibt es 30 Gramm Bratfett und außerdem auf den Wochenabschnitt der Speiscfcttkarte 80 Gramm Butter. Auf Abschnitt 24 der Eierkarte werden für die Zeit vom 4.— 17. Juni 3 Eier abgegeben. In der Zeit bis zum 13. Juni findet die An- Meldung zum Bezüge von Einmachezucker oder Kunsthonig oder Süßstoffmarmelade auf Konttollabschnitt 04 statt. Auf die Haus- — Lebensmittelabgabe. In der nächsten Woche gelangen zur Verteilung auf Abschnitt b0i1 und e 2 Pfund Kartoffeln oder 300 Gramm Mehl, Abschnitt 50a, b, c 3 Pfund.Kattoffeln oder 500 Gramm Gebäck. Auf Lebensmittelkarte ohne Marken: Rübensauer- kraut, Salzschneidebohne», Kriegsmus und holländisches Frühge- miisc. Soweit Salzblumenkohl, Salzroscnkohl. Ealzrvtkohh und Salzspinat noch vorrätig, kann Abgabe noch erfolgen. Aus Ab- schnitt 38. können entnommen werden: 100 Gramm lose Suppen öder 2 Suppenwürfel, aus Abschnitt 30 60 Gramm Bratfett in fertiger Packung in denjenigen Geschäften, in welchen die Kunden znmSpeisefettbezuge eingetragen sind, aus Abschnitt 40E Vi Pfund Sauerkohl. Ferner ohne Marken: Gebratene Tauben, Telikateß- Heringe, Heringe in Gelee, Anchovis, Muscheln in Gelee, Sardinen in Tomaten, Sardinen in Brühe, Gänseleberpastetc, Dorsch in Butter, Heringe in Brühe, Stinte in Gelee, Aal in Gelee. Fisch« klöße, Salzkrabben. Krabben in Büchsen. Rogen, Rollmops, Muschel- Fleischwurst/ Räucherwaren, frische Fluß- und Seefische. Spandau. Beschränkung der Kodlenabgabc. Nach einer Be- ! kamttmachung des Magistrats dürfen Kohlen und Briketts bis auf ' weiteres an private Haushaltungen nur vis zu 10 Zentnern abge- geben iverden. Ueber alle Verkäufe von Mengen über einen Zern- ' ner haben die Händler eine Liste zu führen, die Namen und Woh- nung des Käufers und die abgegebene Menge enthält und am Monatsschluß beim Magistrat einzureichen ist. Zuwiderhandlungen werden mit den üblichen Geld- oder Freiheitsstrafen bestrast. Koch gearbeitet habe und jetzt als Amerikaner interniert sei. Aus j � � ngsb c z ugma r k e(l wird 1 Büchse kondensierte oder stettlisierte der Hejrnat bekomme er oft billige Nahrungsmittel, Butter, Kakao, Vollmilch je nach Vorrat gelrefert. Auf die große Bezugmarke englisches Weißbrot, Marmelade. Kasse, auch Seife, usw. Alles i auwdem noch e'«« Buchiekondensiette Magermilchabgegeben. müsse er in der Tircksenstraße abholen. Man aß zusammen in � Aus Achchnttt 0 der Nahrnilttelzusatzkarte für Jugendliche können einer Mittelstandsküche und die Arbeiterin gab dazu ihre Karten i Gramm Hafernahrmittel m der Zeit vom II.—-17. Jum ent- sowi« auch das Geld her. Eines abends holte der„Amerikaner" i nommen werden. Ferner gibt es auf die LebensmittclausweiSkarte b£s Manchen von der Arbeitsstelle ob und empfing �s mit der j �tunb getrocknete Steinpilze und& Pfund �'ischrauchertvaren fuc freudigen Mitteilung, ein Paket sei da, und sie werde sich wundern, � ie�e Haushaltung. was alles darin sei, wenn sie nach Hause komme. An demselben Abend brauchte der gute Mann 50 Mark, um einen ausgebesserten Anzug vom Schneider holen zu können. Er erhielt das Geld um so eher, als er versicherte, daß er in den nächsten Tagen 250 Mark aus Amerika bekomme, und eine Quelle wisse, wo man feine Damenftiefel ohne Bezügschein erhalten könne. Mit der Verab- redung, sich batd wieder zu treffen, verabschiedeten sie sich. Z» Hause angekommen, wunderte sich das Mädchen allerdings, denn es war klein Paket da. Als es aber den Amerikaner am verabredeten Treff- punkt auch vergeblich erwartete, durchschaute es endlich den Schwindel. Der Gauner, der sich mit Bornamen„Hans" nennen ließ, ist etwa 28 Jahre alt und eher klein als mittelgroß. Er spricht eng- lisch, hat einen Schnurrbart nach englisch-amerikanischer Att und trug einen dunklen, ein wenig gestreiften Jackettanzug und einen schwarzen Filzhut. Im Keim erstickt wurde eine neue Brotkartenfabrik. Ein Buch- binder Hesse, der in Bernau wohnt und in einer Druckerei in der Schmidstratze zu Berlin beschäfigt ist, verleitete hier einen Lehrling, ihm Bernauer Brotkarten nachzudrucken. Er selbst lieferte ihm das Papier und versprach ihm als Lohn Mehl und Brot. Die Fälschungen kamen aber ans Licht, bevor sie noch grüße- ren Umfang angenommen hatten. Der Anstifter und der Ver- führte wurden verhaftet. Die Kindesleiche im Feldpostpakct. Im Köllnischcn Park an der Wallstraße wurde am Freitag ein Feldpostkarton gefunden, der postmäßig verschnürt, aber mit keiner Aufschrift versehen war. Als man ihn öffnete, um den Aibsender festzustellen, fand man darin die Leiche eines neugeborenen Knaben. Das Opset eines eigenartigen Unfalles ist die Hguswärtenn Schulz in Friedenau, Handjerystraße. ggeworden. Eine in dem- selben Hause wohuendc Frau I. versuchte sich in cincin Schwer- mutSanfall das Leben zu uebmen, indem sie sich aus dem Fenster ihrer im dritten Stock gelegenen Wohnung aus den Hof hinabstürzte. Dabei fiel sie auf die über den Hof gehende Frau Schulz, die unter der Wucht der Last besinnungslos zusammenbrach. Ein Arzt stellte lest, daß die Hauswärterin schivere innere und äußere Verletzungen davongetragen hatte, während ZrauJ. fast unversehrt geblieben war. Gegen die Brotkartenfabriken. Das Berliner Polizeipräsidium gibt bekannt: Behufs wirksamer Bekämpfung und Unterdrückung der in letzter Zeit aus dem Gebiete der Lebensmittelversorgung durch Fälschung von Brot- und Lebensmittelkatten hervorgetretenen Uebelstände werden auf Veranlassung des Staatskommissars für Votksernährung für die Entdckung heimlicher Betriebe zur Herstellung gefälschter Brot- und Lebensmittelkarten Belohnungen bis zur Höhe von je 3 0 0 0 M. i m Einzelfall ausgesetzt. Diese Belohnungen sind ganz oder teilweise, entsprechend der Wichtigkeit der Mitteilung, unter Ausschluß des Rechtsweges nur für Leute aus der Bevölkerung bestimmt, welche die Polizei durch zweckentsprechende, zur Auffindung des Betriebsortes, der bereits Neukölln. Lebensmittelversorgung. In der kommenden Woche werden abgegeben: Brot, Mehl. Fleisch und Zucker wie bisher, 80 Gramm Butter; außerdem 60 Gramm Bratfett auf Abschnitt 24 der Lebensmittelkarte in den Buttergeschäften, in denen die Ein- tragung in die Kundenliste erfolgt ist. Jeder Einwohner erhält am Donnerstag bei seinem Fleischlieferanten Vi Pfund Schmalz« ersatz zum Preise von 1,25 M. aus Abschnitt 26 der Lebensmittel- karte. Da die Zufuhr an Kattoffeln nach wie vor unzureichend ist, wird auch in nächster Woche die vorgesehene Menge von 5 Pfund pro Kopf nicht voll verteilt werden können. Ersatz wird voraus- sichtlich in Gebäck gewährt werden. Um eine gleichmäßigere Ver- teilung der Kartoffeln zu erreichen, ist befttmmt worden, daß zu- nächst(bis einschließlich Mittwoch, den 13. Juni) nur je 2 Pfund Kartoffeln auf jede Kartoffelkarte und Kartoffelzusatzkarte ent- nommen werden dürfen. Auf Abschnitt 25 der Eierkarte werden in der Zeit vom 4. bis einschließlich 17. Juni 3 Eier abgegeben. Weizengries gelangt in einer Menge von 100 Gramm auf einen Abschnitt der Lebensmittelkarte in den Kolonialwaren-Geschästen zur Ausgabe. KriegsmuS und Sauerkohl werden bei den Klein- Händlern und in den städtischen Verkaufsstellen freihändig abge- geben. Der Verkauf von losen Suppen in den städtischen Verkaufs- stellen auf Abschnitt 20 der Lebensmittelkarte, je Vi Pfund an Nachzügler, wird weiterhin fortgesetzt. — LebenSmittel-Zusabkarten für Jugendliche. Wie wir er- fahren, beabsichttgt der Magistrat Neukölln die Ausgabe von bc- sonderen Lebensmittel-Zusatzkarten für jugendliche Personen im Alter von 12 bis 17 Jahren. Auf die Zusatzkarte werden jeden Monat 94 Pfund Nährmittel oder auch andere für diese Zwecke geeignete Waren durch die städttfchen Verkaufsstellen zur Verteilung gelangen.......... Wilmersdorf. Lebcnsmittelabgabe. In der Woche vom 11. bis 17. Juni kommen zur Ausgabe: 500 Gramm Fleisch, voraussichtlich 5 Pfund Kartoffeln: bis einschließlich 17. Juni 3 Stück Eier und auf Abschnitt 28 der grauen Hausbaltungskarte eine 14-Packung Sacharin. Auf die grüne Bezugkarte für Einzelpersonen werde» abgegeben bis einschließlich 16. Juni: aus Abschnitt dl gemäß Voranmeldung, auf Abschnitt L 394 Pfund Brotaufstrichmittel zum Preise von 2,30 M., und zwar 1 Pfund Kunsthonig, 1 94 Pfund Südfruchtmarmelade und 1 Pfund Tpeisesyrup; aus Abschnitt 8 25 Gramm Speiseöl zum Preise von 00 Pf., auf Abschnitt U 250 Gramm Haserspeiscmehl oder Hafergrütze zum Preise von 22 Pfennigen. Anträge auf Bewilligung von Krankenbrot und Krankenmehl sind vom Arzte des Kranken unter Benutzung des für Kranke vor- geschriebenen Vordruckes an das Städtische Lebensmittelamt, Abteilung für Krankenernährung, zu richten. Es muß aber bemerkt werden, daß nur schwer magenkranke Personen, die womöglich schon vorher mit Sonderbewilligungen bedacht waren, berücksichtigt werden können._ Lichtenberg. Abstempelung der neuen Flcischkarten. Die neuen Fleischkarien sind Montag von 7— 12 und von 3—8 Uhr, den Marktschlächtern auch noch am Markttage, Mittwoch, während der Ver- kaufzeit vorzulegen. Steglitz. Graupen- und KriegsmuSverieiUing. Außer der üblichen Wochenratc werden in der Woche vom 11. bis 17. Juni noch verteilt pro Kopf: ungefähr 350 Gramm Graupen und etwa 250 Gramm � Kriegsmus._ Britz. Lebensmittelversorgung. In der kommcndcn Woche ge- ! langen in der Verkaufsstelle der Gemeinde zur Abgabe aus Ab- � schnitt 18; Malzkaffec nebst Kaffecmischung(94 Pfd. für Hausbalte ; bis 4 Personen, 94 Pfd. für Haushalte über 4 Personen), Ab- i schnitt 10: Sago i9L Pfd. je Person), nur Karten Nr. 1—2000, Nu- i dein(94 Pfd. je Person>. nur Karten 2001 bis Schluß. Abschnitt 20: 'Bouillonwürfel(1 Stück je Person», Abschnitt 21: Kriegsmus ab Donnerstag bei den Aleinbändleru, Abschnitt 22: Verschiedene , Waren(Fifchkonferven. Viandai-Fleischextrakt und Nährhefe), Ab- • schnitt 23; Sonderzuteilung. Auf die Abschnitte 2 und 3 der Eierkarte kann je ein Ei ab- gegeben werden.__ Potsdamer Ttadtverordnetenbeschlllsic. Tie Potsdamer Stadt- verordneten beschlossen in ihrer letzien Sitzung die Einsetzung eines Ausschusies zur Vorbereitung der Neuwahl des Oberbürgerliieisters, dessen Amtsdauer am 25. Mai 1018 abläuft. Mit dem Vorschlage des Magistrats zur Ausgabe von Notpapiergeld erklärte � sich die Versammlung mit der Maßgabe einverstanden, daß 120 000 Stück 50-Pfennig-Schcine im Format 5X7 Zentimeter ausgegeben iverden. Beim städtischen Säuglingsheim wurde die Anstellung von drei Schwestern und die Mietung einer Schwesternbcwohnung be- schlössen._ Groß-Serlmer parteinachrichten. Lichtenberg. Mittwoch, den 13. Juni, abends 8 Uhr, im Lokale des Genossen Hampsch, Weserstr. 25, Ecke Friedrich-Karl-Straße, Zahlvcrfammlung. Tagesordnung:>. Vortrag des Genossen Wu- s ch i k:„Tie Aufgaben der Arbeiterschaft nach dem Kriege." 2. Aus- spräche. 3. Stellungnahme zum Parteitag. 4. Verschiedenes. An- und Ummeldungcn werden entgegengenommen. Reinickendors-Ost. Mittwoch, den 13. Juni, abends 8 Uhr, findet bei Dölchner. Residenzstr. 50, eine Mitgliederversammlung statt. Vortrag des Genossen L e i d n e r. Vorwärtsleser und Gäste' willkommen. Oberschöneweide. Ter Zabiabend findet statt: Mittwoch, den 13. Juni, abends 8 Uhr, im Restaurant Ladewig. Laufcnerstr. 5. Vortrag des Genossen Scheffel und Vereinsaiigelegenheilei'- Wer verhindert ist, am Zahlavend teilzunehmen, kann seine Bei- lräge beim Genossen Krüger, Westendstr. 18 v. III, entrichten. Die Mitglieder werden auch auf unsere Bücherei aufmerksam gemacht. Dieselbe ist jeden Tonnerstag, abends von 7—8 Uhr, bei Genossin Freidank, Bfsmarckstr. 25 I. geöffnet. Lichterfelde. Dienstag, den 12. Juni, abends 894 Uhr, im Lokal von Draegert. Hindeiiburgdamm 45, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Ernährungssragen und Lebens- iinttelverforgung in Lichterfelde. Aussprache. Vereinsangelegenheiten. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung find Gaste, bc- sonders Frauen, willkommen. Jugenüveranftaltungen. Schöneberg. Arbeiterjugend. Deü Mitgliedern zur Nachricht, daß am Mittwochabend Spielen auf dem Schöneberger Spielplatz, RubenSstrahe, stattfindet. Anfang 8 Uhr pünktlich. Gäste willkommen. Ortskrankenkasse für die Kewerbt der Tischler vnd Piauofortearbeiterm Kerlm Den Herren Arbeitgebern sowie den Mitgliedern zeigen wir bierinit an, dafi die am 30. April 1917 vom Ausschuß beichlossene Aenderung des § 57 der Satzung am S. Juni 1917 die Genehmigung de« Königlichen OberverficherungsamtS Groß-Ser!in erhalten bat und am 11. Juni 1317 in Kraft tritt. Artikel I. § 57 der Satzung erhält folgende Faflung: Die gewählten Mitglieder des Bor- stände« erhalten jedoch, mit A»S> nähme des Borfitzenden, für den durch Wahrnehmung der Borstands- gefchäsie ihnen erwachsenen Zeit- Verlust eine Entschädigung von 3 M. für die Sitzung. Notwendige, durch die Amtsführung erwachsene bare Auslagen find den Borstandsmit- gliedern zu ersetzen. Der Vorfitzende erhält für seine Tätigkeit«inen Gesamtbetrag von monatlich 30 M. Bei Behinderung de» Borfitzenden geht die Enstchädigung iür die Dauer der Wahrnehmung der VorstandSgefchäfle aus den Stellvertreter über. 277/11 Artikel II. Borstehende Aenderung tritt mit dem ersten Montag nach Bervjjenl. lichung der Genehmigung seitens des OberverficheruiigSamls in Kraft. »trlin, den 30. April 1917. Der Borstand der Ortskrankenkasse ftzr die Gewerbe der Tischler und Pianofortearbcitcr zu Berlin. Emil Boeabe, B>lta Zinke, Lorsitzender.+- Schriftführer. Allpeine Oilskrankenltasse iler Stadt Berlin-SetMerg. Zatiiiärzlliclies Institut. Vom I. Juni INI? ab werden vorübergehend Bienatnga and Freltaga die Nachmittags« Sprechstunden statt von 31/,— 7 Uhr, von 41/. bis 8 Uhr abend« stattfinden. 277/10 Der Torstand. F. Krukow, Artur Schuldt, Vorsitzender. Schriftführer. MÖBEL in erstklassigerAusführung •/.u allerbilligsten Preisen liefert unmittelbar ab Fabrikgebäude an Private IHObel-Gr oß-Iiagcr Berl. Tischler- uTapezierermstr. 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Vcreinsangelegenheilen. SonaidemoKratischerVerein fiiröerlin ll. Mitgliederversammlungen: I. onÄ II. �Kt�tlanjr bei Schneider, Wintcrseldistr. 8(Ecke Frobenstratze). Vortrag. III.. 1 V,. VlI. undYllI. Abtcilimsr Friedrichstadt und btüden, Lindenslrage 3, Ii. Hos links III. Vortrag des Genossen Ernst H e i l m a n n. und VI. Abteilung; Südwesten bei Habel, Bcrginannstr. b/S. Vortrag des Genössest Bernhard Bruns. SoualdemilKllitisljitr Verei» für ö erlin III. Mitgliederversammlung bei Wille. Sebaslianstr. Ig. Tagesordnung: 1. Bor- trag des Reichslagsabgeordnctcn Georg David- söhn: Der Krieg in der Literatur. 2. Vereins« angclcgenhciten. Aonaldemokratischer Verein fnrKerlin IV. Mitgliederversammlungen: Fetersbarixer Viertel im Lokal von ftorl Sühne, Schreineritr. 58. Vortrag und Entgegennahme von Parteibeilrägen. linndsberzrer Viertel im(klnsium, Lands- beiger Alice 45. Vortrag des Genossen Hugo P o c tz s ch. Diskussion und Verschiedenes. Franltfnrter Viertel bei Boeker, Weberstr. 17. Vortrag, Mitteilungen und Verschiedenes. Strnlaner Viertel bei(f. Rast, Warschauer Slratze 57. Mitteilungen, Vortrag und Vcr« schiedenes. lütiellt�er und Köpenicker Viertel bei o-röhltch, Muskauer Str. 1. Vortrag des Land- tagsabgeordneten Paul Hirsch: Die Neu- oricntierung in Prcustcn. Diskussion und Gc- schästliches. KoualdtmoKrlitisllikr Vtikil: für Strlin V. Mitgliederversammlung in den Unions Fektsäle«. Greisswalder Str. 222 (Kleiner Saal.) Tagesordnung: 1. Dortrag:.Storkholm und der Friede.« 2. Organisationsangelegenheiten. SMdtmokratischer Verein für Kerlin VI. Mitgliederversammlungen: 1.«. 2. Abt. bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. 3.. u. 4.?lbt. bei Burg, Prenzlauer Allee 183. 5. u. 7. Abl. im(«enossenschaftshaus, Stargarder S trage 3. 6. Abt. bei Goldschmldt, Stolpischc Strasie 3K. 8. Abt. bei Hoffmann, Swincmündcr Straße 47. 3. Abt. bei Obiglo, Straffimder Straße 11. 10. Abt. bei Garud, Boltastr. 37. II. Abt. bei Spiegel, Ackerstr. 1. 12. u.tb. Abt. bei Renter, Birkenstr. 23». 13.il.14.?lbl. bei Kleinert. Iagowstraße, Ecke Lcvetzow- straßc. 18. u.i7. Abt. bei Sachse, Lindower Straße 28. 18. u.I3. Abt. im.Schtvedenzelt«, Schweden- und Exerzierftraße Ecke. 20. Abt. bei FuchS, Wcddingstr. 8. 21. u.22. Abt. bei Lewandowski, Seestr. 104. ZnMldrmokratischer Verein für Teltm- Kreskow-Storklilv-Eharlottenburg. Mitgliederversammlungen: Adlershuf. Im Lokal Feyerstein, Bismarckstr. 82. Reserent Genosse G r o g c r. »nhnsdnrl. Restaurant Grabow, am BaHnHos Grünau. Brlt«. Bei Bahr, Werderstr. 37. vharlnttenbnrß;. BolksHau»(Jugendheim). Reserent Redakteur Genosse K u t t n e r. Friedenau. Bei Schulz, Wiesbadener Str. 78, Ecke Laubacher Straße. Küpenick. Im �Stadttheater«, ffrtedrichstr. 3. 1. Bericht und Neuwahlen. 2. Die Lebensmittel- und Kohlenvcrsorgung. Uchterfelde. Dienstag, den IL. Juni, bei Drager, Hindenburgdamm 45. Reserent Genosse Wenzel. Marienleide. Bei Staffel, Berliner Sw. 133. Zienkülln. In den solgenden Lokalen: I. bis 4. Bc. zirk bei Schulz, Rcuterür. 47, Ecke Lenaustraßc; 5. u. 8. Bezirk bei H. Schittlrr, Wcichselstr. 5, Ecke Donaustraße: 7. bis 3. Bezirk bei Rod. Iben. Boddinstr. 58, Ecke Jsaritraße; 1 l. Bezirk im. Dnrncrheim, Böhmische Str. 13; 10. u. 12. Bezirk bei Kiiknsch. WtPPcrslr. 1; 13. bis 17. Bezirk bei. Job. Genkel, Hcrmannstr. 178. Ecke Thomas- slrasie; 18. bis 20.' Bezirk bei Gd. Richnow, Prinz- s. Handjcry-Str. 83; 21. bis 24. Bezirk bei Hcrm. Hentschel, Hcrrsurthstr. 27. Schünebere. l. Bezirk: Paul?1iilde, Rollen- dorsstraße 16: 2. u. 3. Bezirk: Folger, kivsshäuscr- flraße 1V; 4. Bezirk: Karl Henkel. Meiningcc Straßc 8; 5. Bezirk; August Meistucr, Koburger Straßc 5; 8. Bezirk: Brock, Bahnstr. 13/20; 8. Bezirk: Gottlieb Grost, Scdanslr. 17. und Paul Lehmann, Scdanstr. 53; 10. Panl Rathmann. Tcmpclhoser Str. Iba; 11. Lehmann, Bcgasstr. 1. Stexllt-. Bei(Clement, Düppelstr. 7. Tempelhol. Bei Dtnller, Berliner Straßc 37. Bor- trag. Reserent Genosse Bartels. Treptow-»annischnlcnwcx. Der Juni-ZaHl- abend fällt a» s. IVlIincrsdorl. Bei Jona?, Durlacher Str. 8. AlMtoldkmokratisliitt Nerein für Nikderüllrniin. Mitgliederversammlniigen: Vlederschönhansen bei GretH. Bismarck'tr. 37.. Kelnlckcndorl-Vst bei Dölchner, Residenz- straße 50. Vortrag des Genossen Leidner über die Demokratisierung des Wahlrechts. IVelßensee bei Starrte, Ebarlollenburger Str. 3. Genossen und Genossinnen, die auf dem Boden der sozialdemokratische» Partei ftehe». sind alS Gäste t» allen Bersammlungen will kommen. Beiträge sowie Neuaufnahmen werden entgegengenommen._ Zahlstellen öer Partei-Organisationen Grost-Oerlins: Ausschneiden! In allen Zahlstellen: Aufbewahren! Neuaufnahme von Nitglieüern. � Umtausch üer alten Vücher unü Annahme von Beiträgen.— Abonnements auf üen �vorwärts". Berlin I. Sustav Glaue, Kommandanten? straße 88. QSIar Schulz, Parochialüraße 38. Emil Scheibe, Alexanderuser 1. Berlin II. .-r- Hermann Fritze, Zietenstr. kb. Äugult Brandenburg, Eharlöttcn. Maße 17. 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Wilhelm Erbe, Gastwirt, Baumschulcnstr. 14; Frida Gerisch, Behringstr. 48; (Clfriedc Rhneck, Kiesholzstr. 180; Bohnsdorf. Privalstr. 14. Emil Hamann, Brlt». Wilhelm Butenschön, lliungiusslr. 37b I F. Radecke, .Pintschallee 34 II. Buekow-. Emil Strobel.Ehauffee« straße 20; Franz Kitzing, Gast- wirl. Rudower Slr. 85. Charlottenbnre. Johann Schneider, Rostnenftr, 4, Seiten- flügcl IV: Max KIch, Rosinen- straße 4(Neubau IV): Otto Neu« mann, Königin-Eiisabcth« Str. 6a: Max Prill, Knesebeck, trage 2; Friedrich Rausch, Lictzcnburger Straße 15; Richard Preczang. Sickingenstr. 51 I, Eingang Neues lkscr. Flehwalde. Lskar Mahle, Grünauer Str. 37. Frledenan. Wilhelm(Diese, Schwalbach er Str. 2, Ausgang III; A'aver RnitzrowSki, Rvntieberg- siraße.4..,' .Johannisthal. Max Eckert, Kalser-WilHelin-Slr. 35 pari. Uüpenick. Rudolf Krüger. Muggclheimer Str. 32; Otto Hoene, Kaiscr-Wilhelm-Str. 103. Fankw lt-. Paul Lampke, Ehar« lottenstr. 50 I. I-Iehtenrade. Bikt. Jereezeck, Verl. Roonstraße. 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Hermann Metten, Chcmigraph, gefallen am 1. Juni 1917. Ein ehrendes Andenken ist ihnen gesichert. 156/5 I>!v OrtsvenvsItniiA. Deutscher Transportarheiter-Yerbsnd. Bezirksverwaltung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Droschken- sührer �nton Welk am 3. Juni im Alter von 58, Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den lt. Juni, nachmittags 4� Uhr, von der Leichenhalle des Sankt Sebastian- Kirchhofes m Reinickendorf, Humboldtstr. 68, aus statt. �iadhrak. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Lagerarbeiter Ideoltor Warlenberg am 31. Mai im Alter von 52 Jahren verstorben ist. Ehre ihre« Andenken: Die Bezirksverwaltung. Verband derßrauerel- nJiihlen- arheiler u. verw. ßeruisoenossen Zahlstelle Berlin. Wir bringen unseren Kollegen zur Kenntnis, daß unser Mitglied, der Flaschentellerarbeiter Georx Barlösius (Brauerei Patzenhoser, Abt. I) gestorben ist. Ehre seiurm Andenken l Die Beerdigung findet am Dienstag, den 12. Juni 1917, nachmittags 4l/2 Uhr, aus dem Kirchhot der Markus-Gemeinde, Hohenschönhausen- Wilhelmsberg, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 49/11 Die Orrsverwaltung. Zentralverband derSehiibmacher Deutschlands. Geschäftsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinen- arbeUer Nik. Szynka verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Montag, den 11. Juni, nach- mittags 4 Uhr. von der Leichen- halle des Auserstehungs-Kirchhoses aus statt. 170/7 Die Orisverwaltung. Schwimniferein„Vorwärts" Berlin 1897. Nachruf. AIS Opfer des Weltkrieges be- klagen wir den Schwimmgenvssen �eindvld Marx Abt. Rummelsburg. Ferner verstarb im Lazarett unfer Schwimmgenoffe vskar kottctier Abt. Gerichtstraße. Ehre ihrem Andenken! 292/10 Der Borstand. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser einziger Sohn, Bruder und Bräutigam, der Kanonier Mfilli Lunau im Alter von 23 Jahren am 30. April durch Granatsplitter v er- mundet wurde und am 1. Mai seinen Berletzungen erlegen ist. In tiefem Schmerz 'rheoSor Born und Frau verw. k-nnsn als Eltern, Tlartha l nnanals Schwester, Klara TVeiske als Verlobte, nebst Angehörigen. -- 2555b Du sankst dahin wie Rosen sinken, Wenn sie in voller Blüte steh'n, Und heiße, bittre Tränen fließen, Weil wir Dich niemals wicderseh'n. Du warst so gut, so arbeitssrendig, Und vorwärts strebte stets Dein Sinn, Doch alles ist umsonst gewesen, Denn Du bist selber nun dahin. Lieber Willi, swlas in Ruh', Meine Liebe deckt Dich zu I Dein Klärchcn. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metall- arbeiter frnil Pause, Ackerstr. 158, am 6. Juni gestorben ist. Die Beerdigung stndrt am Montag, den 11. Juni, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- balle des St. Elisabeth-Kirchhoses in Pankow, Wollankstraße 16, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Kollegen serner zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Kernmacher Rudolf Neuraann, Plesser Str. 12, gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 176/9 Die Orisverwaltung. Als Ovser des Weltkrieges starb I am 1. Mai 1917 unser einziger,! guterSohn und Bruder, der Pionier 1 Walter Conrad im 23. Lebensjahre infolge Granat- Verletzung den Heldentod, nachdem er 19 Monate läng alle Strapazen des Krieges ertragen. Ruhe sonst in fremder Erdel In tiefem Schmerz Deine lieben Eltern Bciaholit Conrad u. Frau nebst Schwester Martha und Anni als Braut. Berlin, Höchstestraße. In der Blüte der Jugend, In der Fülle der Kraft Hat des Feindes Kugel Dich dahingerafft. 2566b Nuchruf. AlZ Opser des Weltkrieges fiel am 21. Mai 1917 durch Kopfschuß im Alter von 19 Jahren unser lieber Freund und Vereinskollege Gustav Pietzker. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Kollegen des Wandenereins Wanderlreunde. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Einäscherung meines lieben Mannes, des Ge- schästsdieners Faul Miiller, sagen wir hiermit unseres berz- lichsten Dank, insbesondere dem Vor- stand des Deutschen Transport- arbeiterverbandes, sowie der Branchen- leunng der Textilarbeiter, Herrn Paul Müller I sür die trostreichen Worte am Sarge, und den Genossen des Sozialdemokralischen Vereins Berlin V. Frau BertaMüllergeb.Jannosskn nebst Kindern. 22a. Weitmunn's Trauermaädzin Größte Ausvahi. Billigste Preise. L MohrenstraBs 37a (Kolonnaden) IL Or. Frankfurter Str. 115 (nahe Andreasstr.) Aaswablsandungen«olart, Amt Zentrum 7890. Sonntag 12— 2 Uhr geöffnet. DiiemaUe WMWM macht die Haut neu und samtweich, glättet yv jede Runzel. Nur allein echt 3 bei• Fatma R. Bich, Charlottenburs* V, Weimarer Str. 28. Viele Dankschreiben. Ohne Konkurrenz Wanzen mit Brut beseitigt in wenigen Stunden durch mein ges. gesch. Vernebelungsverfahrcu, kein Spritzen. Pinseln, t'riesekcs Besinfet+ions-Anstaltu. Kammer- jägerei, lieckstr. 28, Laden. 47/10 Deutscher Textilarbeiter-Verband. Filiale Berlin. Arbeitsnachweis: Andreasstr. 17, in der Geschäftsstelle. Tel.: Kgft. 1873. Mittwoch, den tZ. Juni 1017, abends O'/z Uhr, im Gewerkschaftshans, Saal 1, Eugeluser 15: Versammlung der Uniform- und llandfticlserlnnen. Tagesordnung: Vortrag des Kollegen Max Gruhl:»Die unzulängliche« Löhne in der Gold- und Tilberstiekerei sür Uniformen und wie find Zier- besserungen zu erzielen." Hieran anschließend: Freie Aussprache. NB. Zweck der Versammlung ist, Ausklärung zu schaffen über die unterschiedlichen Löhne der einzelnen Firmen und Beschlußfassung zur all- gemeinen Lohnausbesserung. Es liegt im Interesse aller Stickerinnen, in der Versammlung zu er- scheinen. Vereinzelt seid Ihr nichts. Vereinigt alle?! ES ladet ein Ter Borstand. 190/11_ J. A.: Max Grubt, O 27, Andreasstr. 17. 1 7>eIZ-| 1 VurnMbejdungm Ij xuerden jd5» nach den naua-5ten T�Lad�Uen auatgje|uhxt Billigste Preisberechnung. (m m. 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Von Magengeschwulst, Vcr- stopfung u. Nervenschwäche in 6 Wochen geheilt. Sollte operiert werden.~ Herr K. Wilthaus, Berlin, Blumenthalstr. 3. Von Geschwulst und Abszest au alter Lpcrationsnarbe mit 15 Be- Handlungen geheilt.— Frl. M. Muschick, Bln.-Schöneberg, Sedan- straizc 17 il bei Friebick. Von Geschwulst u. Nervenschwäche in 4 Wochen geheilt. Vorher dringend zur Operation geraten.— Herr A. Sch labiu, Berlin. Caprivistr. 24. Von Geiichtslupus in 1 Monat vollständig gebeilt. Vorher 6 Wochen mit Radium in einer Berliner Klinik ohne Erfolg behandelt.— Frau E. Popp, Lichten- berg, Gärtnerstr. 10. Von chron. Frauenleiden. Herzschwäche und Verstopfung geheilt.— Sohn des Gärtners H. König. Pankow. In 6 Wochen von veralteter Beinlähmung gebeist. Vorher anderweitig jeder Erfolg abgesprochen.— Von Nervenschwäche in vier Wochen geheilt. Erklärt sich selbst sür ganz gesund.— Herr Milch. Händler Eckert, Beilin, Grcisenhagcner Str. 26. Von gichtisch- rheumat. Schmerzen in Bein u. Fußgelenk gehellt. Sehr zufrieden. Herr A. Brose. Bcrlin-Mariendors, Strelitzer Str. U. Von chroni- uischer Nückenmarkentzündung und Lähmung geheilt. Vorher für unheilbar erklärt.— Herr R.Zöllner. Rcinickendors-Ost, Provinz- straße 117. Von Lungenbluteu mrd Katarrh geheilt.— Frau I- Herold. Berlin, Ramlerstr. 23. Von Bronchiatkararrh geheilt. — Zwei Kinder des Kohlenhändlers Herrn Linke. Berlin, Strelitzer Straße 6. Vor 9 Jahren von Lungenleiden gehellt, beute noch gc- sund.— Herr G. Röppe, Bim-Rummelsburg. Alt-Borhagen 8. Von doppelseitigem Lungenspinenkatarrh geheilt.— Herr C. Nen- mann. Lichtenberg, Blumenthalstr. 13. Von Neurasthenie und ner- vöser Magenschwäche geheilt.— Frau E. Grosse, Berlin, Zwingli- straße 26. Von Leberleiden geheilt.— Frau Rcstauratcur Hering, Berlin, Schönhauier Allee 87. Von Basedowscher Krankheit gc- bellt.— Herr Erich Bock. Berlin, Stendaler Str. 17, IV. Von Nieren- n. Blaseuleiden, Wassersucht, allgemein,� großer Schwäche geheilt. Borher im Krankcnhause�crsolglos behandelt. Jetzt Fliegersoldat. Getrennte BchandluustSräume für Damen und Herren 1 Sprech- u. Bcbandlungszcit 9-l, 4-7'/, Uhr. Sonnt, u. Feiertags 9-1 Uhr. Berlin 3016, Bruckeustr. wd 1 1 •••••••••••••••••••••••••••»•••••••••••• ' tf/Sg Berlin L« gg Wallstr. 1» Gardinen Spezialsirma: Gardinenhaus Bernhard Schwarlz Nr. lZH�Z4. Jahrgang 2. SeilagL öes vorwärts Sonntag, IS.?uni 1417 Parteinachrichten. Tic strcitcndcu Brüder. Tie Radikalen und Radikalsten bezeugen sich mit löblichem Eifer, das; tvcdcr die eine noch die andere Gruppe den Talisman des allein echten Radikalismus besitzt und das; ihren Führern die persönlichen Eigenschaften schien, gewaltigen Zeiten gerecht zu werden. Äürziich rempelte die Bremer„Arbeiterpolitik" die Haascatcnschast dcrb an; nun antwortet das Berliner„Mitteilungsblatt" nicht minder schwungvoll: „Reben sonstigen Verstiegenheiten, von denen diese, wie die meisten Rummern der„Arbciterpolitit" wimmeln, heiht es dann:„Tie Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutsch- lands ist eine Verhöhnung der 5klasse»kämpser Sie ist wie die Sozialdemokratie alten Stils der wandelnde Gegensatz zwischen Worten und Taten usw." Auch Genosse Tittmann wird aus Grund ganz summarischer und unzuverlässiger Zeitungsberichte von dein überreizten Skribenten antrakcelt,— was Genosse Dittmann wohl verschmerzen wird. Es genügt, wenn man solche exaltierten Schreib- Übungen einmal niedriger hängt. Tie aufmerksamen Leser des Mitteilungsblattes werden ohnehin wissen, dag alle Anwürfe ans die Unabhängige Partei in Fragen der Stockholmer Kon- sercnz haltlos und unwahr sind. Im übrigen warten wir Tag für Tag auf die großen„Taten", die die Bremer im Gegensatz zur Un- sobäugigen Soziaidemokratic in dieser Kriegszeit vollbringen werden. Glauben die Leutchen wirklich, daß die dcut- schen Arbeiter, von denen viele er st das Abc des Sozialismus und die Grundbegriffe des Klassenkanipfcs lernen niüssen, mit solchen überhitzten und verstiegenen Tiraden, mit denen man wobt einem kleinen Kreise intellektueller Fanatiker inipo- nicren kann, z n Massenaktionen und zum Vec- l'tändnis des Sozialismus erzogen werden können?" Tie Unabhängigen fragen, was die Linkestcn erreicht haben; a�er was in aller Welt berechtigt sie zu der vorwurfsvollen Frage, was baben sie s e l b st erreicht? Ein gewisses KuriositätSintcresse hat es. daß das„Mitteilung»- blakt" den gegen die Stockholmer Friedenskonferenz protestierenden Franz Mehring, seinen eigenen Mitarbeiter, offenbar auch zu den überreizten Skribenten rechnet. Flugblattprozcß. Tas Reichsgericht hat die wegen Verbreitung de? auf der inter« nationalen Fraucnkonfcrsnz in Bern 1915 des versuchten Landck- verreis Angeklagten Dietrich. Kruse, Zimmer und W e st« m c»ex freigesprochen und die Kosten der Rcickskasse auferlegt. Tie Angeklagten Schwarz und W i n t e r g e r st wurden wegen Verbreitung des Flugblattes: Ter.Hauptfeind steht im eigenen Land! wegen Aufreizung zun: Klassenhaß zu einer Gefängnisstrafe von je drei Monaten verurteilt, die als durch die Unterfuchungs- bnt>ür verbüßt erklärt wurde. Tas Veisahrcn gegen die erkrankte Klara Zetkin und im Felde schwer verletzten Lithographen HanS Titlet wurde abgesondert. 3nöustrie unö hanöel. Tas mitteleuropäische Wirtschaftsbündni?. Die„Frankfurter Zeitung teilt mit. daß die politische Hoch» konjunttur in Sesterrcich und Ungarn keine Zeit für die Fort- führung und Abschluß des WirtschaftSbündnisscZ lasse, für das bereits Vorverhandlungen stotlgefunden hecken. Tie Schweiz in der Kriegswirtschaft. Die wenigstens teilweise Absperrung von den wichtigsten Roh- stoffmärkten bat die Schweiz gezwungen, Roh- oder Halbprodukte herzustellen, die sie früher aus dem Auslande bezog. So wird sogar nach Kohle geschürft. Auch die Tccrdestillation ist für die hocheni- wickelte chemische Industrie neu aufgcnonnnen. In Basel ist b:- rc:!Z eine Fabrik für die Erzeugung von Schwefel- und Salpeter- säure, in Zuzach eine Sodafabrit gegründet worden. Die Eidge- nossenschast pauk eine große Fabrik für Sprengstoffe. Auch soll Stickstoff aus der Lust gewonnen werden. Tie Lonza-Attiengcsell- schasl will Alkohol und Essigsäure durch Ausbeutung eincS neuen Verfahrens aus Calcium-Karbid anstatt aus Holz und aus Mehl- früchtcn gewinnen. Auch sonst hat die chemische Industrie einen großen Aufschwung genommen und stellt früher aus den, Ausland bezogenen Erzeugnisse oder Ersatzstoffe für Färberei, Bleicherei, Appretur und Gerberei her. Tie Fabrikation von Kaltleim, der als Ucbcrzug für Meer- und Lufischiffe gekauft wird, hat großen Um- sang angenommen. Tic Maschinen- und Konstruktionsiudustric hat sich ebenso wie die Uhrciiindustrie der Westschwciz auf die �cr- stcllung von Kriegsbedarf eingestellt. Soziales. Lbcrbcrsichcrungsamt und Rcchtsprcchuag. Bei der Entstehung einer inneren Krankheit ist es oftmals schver, die Emstchungsursache genau festzustellen. Dieses trifft auch zu, wenn als Enistehungsursache ein Unfall in Betracht kommt. Ter Kistenmacher H. war ani 22. Lktober 1914 in einer Tisch- lerci damit beschäftigt, einen in einer Kiste verpackten Schrank hoch zu heben. Hierbei verspürte H. plötzlich in der rechten Seite einen starken Ruck, Schmerzen stellten sich«in. Ter Urin war blutgemischt. Am nächsten Tage muhte sich der Verletzte in ärztliche Behandlung begeben. Ter Arzt ordnete die sofortige Aufnahme des H. im Krankenhaus an. Die Rorddeutsche Holz-BerufSgcnossenschaft lehnte den An- spruch des Verletzten ab, indem sie zur Begrülchung sagte, daß nicht anzunehmen sei, daß das Anheben der Kiste von wesentlicher Be- dcutung für die Entstehung des Leidens gewesen ist. Selbst aber wenn die Tätigkeit als auslösendes Moment in Frage käme, darin doch nocb nicht ein Betriebsunfall im Sinne des Gesetzes erblickt werden könne. Tas Oberversicherungsamt Groh-Berlin wies die gegen den Bescheid der Berufsgenossenschaft eingelegte Berufung zurück, indem es glcichsalls den Gründen der Genossenschaft folgte. Die vom Kläger ausgeübte Arbeit wurde weder in bezug auf die Schwere der Kiste, noch in bezug auf die Art der Verrichtung als eine das bctriebSübliche Matz ubersteigende angesehen. Eine außer- gewöhnliche Anstrengung habe nach Ansicht des OberversicherungS- amtcs nicht vorgelegen, infolgedessen auch von einem Betriebsunfall keine Rede sein kann. Diese Entscheidung ivurde gefällt, obwohl der den H. gleich nach der Entstehung dcS Leidens behandelnde Arzt im Krankenhaus den Zusammenhang des Leidens mit dem Unfall ausgesprochen hatte. Tos ReichSversichcrungSamt erhob weiteren Beweis durch Ein- forderung eines Lbergutachtcns auS der Königlichen Charitc. Der Obergutachter Professor Tr. F. kam zu dem Ergebnis, daß das bei H. bestehende Nierenleiden Folge des am 23. Oktober 1914 er littencn Betriebsunfalles sc!. Entsprechend diesem Obcrgutachtcn wurde die Genossenschaft dem Grunde nach verurteilt. Der Fall zeigt wieder einmal, wie wenig die OberversicherungS- ämtcr in der Rechtsprechung des Ncichsversicherungsamts zu Hause sind. Dieses hat unzählige Male entschieden, daß es nicht zu Merk- malen eines Betriebsunfalles gehöre, daß die schadcnbringende Arbeit eine über das betriebZübliche Maß hinausgehende sein müsse. Rur als Beweismoment ist eS erheblich, ob die Arbeit ungewöhn- lich oder schwer war. Auch Körperbeschädigungen, Die bei der gewöhnlichen Arbeit, selbst wenn diese leicht ist, eintreten, sind Be- triebsunfällc. So sagt daS RcichSvcrsichcrungsamt. Da die Berufs- gcnossenschaften ihre Aufgabe mehr in der Rentenversagung alz in der Rentengewährung erblicken, kann man verstehen, daß sie immer und immer wieder über diese RechtSauffassung hinwegsehen, daß dieS aber auch Oberversicherungsämtcr ständig fertigbringen und aucb die Aufhebung ihrer Urteile sie nickit belehrt, ist höchst bedauerlich. Oder ist es nur ein Zeichen, wie flüchtig bei ihnen die Streitsachen überhaupt bearbeitet werden? WohnungSfürsorge für klnberreiche Familien. Die städtische Sparkasse in Duisburg Hot im verflossenen Jahre einen Ueberschuß von 3b» 900 M. abgeworfen. Davon sollen 210 00» M. dem Rück- lagekapital zugeführt werden; der Rest von 17» Vy» M. aber zur Schaffung von Wohnungen für kinderreiche Arbeiterfamilien vcr- wendet werden. Gerichtszeitung. Spclzsprcumehl. RahrungSmittelverfälschung im Sinn« des Rahrungsmittelgesetzes wurde dem Bäckermeister Zimmer in Reinickendorf zur Last gelegt, weil er bei der Zubereitung von Roggenbrot 4 Prozent Spelzspreu mehl dem Teig hinzu- gefügt hatte. Dieses Mehl wird aus den Sülsen der Getreide- lörner gewoniien und ist für die menschliche Ernährung ebenso wertlos, wie Strohmehl. Es kann sogar zu Magenbeschwerden führen. Tas Landgericht als zweite Instanz nahm NahrungS- mittelverfälschung an und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 50 M.— Tas Kammergericht verwarf die vom Angeklagten eingelegte Revision. Spelzspreumchl gehöre nicht zu den behördlich zugelassenen StrcckungSmitteln. Dies sei dem An- geklagten bekannt gewesen. „Tie geschenkte Brvtkarke". Mit unserem Bericht in Nr. 152 über eine Verhandlung des SlhössengerichtS Bcrlin-Mitte sind wir — und mit uns ein großer Teil der Berliner Presse— leider durch einen gelegentlichen Gerichisrcporier irregeführt worden, der, w:e er nachträglich zugab, der Verhandlung selber nicht beigewohnt hatte. Tatsächlich hat der angeklagte Ingenieur nicht eine Broi- karte geschenkt erhalten, sonder» e i n e größere Anzahl von dem Unbekannten gekauft. Bei dieser Sachlage war die Ver- ucteilung wegen Hehlerei immerhin erklärlich. fius aller Welt. Ter Fusttritt des Herrn Inspektor?. Tas Koburger„Volksblatt" berichtet: Turch einen tritt bat der Inspektor Sterz von Leitzkau den Tod der elfjährigen Tochter des Bierfahrers Köhler aus Gommern verursacht. Tas Mädchen lmirde mit Rübenverziehen auf A l t h a u s- L e i tz k a n beschäftigt. Als die kleine Köhler etwas lässig die Rüben verzog, gab der Inspektor dem Kinde einen derartigen Fußtritt, daß es vorn überfiel. Bei seiner Heimkehr klagte das Mädchen über Leibschmerzen, weS- balb die Mutter ihre Tochter zu Hause ließ. Da sich bei dem Kinde auch Erbrechen einstellte, zog die Mutter den Arzt zu Rate, der die sofortige Ueberführung nach dem Magdeburger Krankenhause anordnete. Hier erlag am 1. Psingstfeiertag nach erfolgter Operation das Mädchen einer D a r m z e r- reißung, die durch den Fußtritt des Jnspek- tors verursacht worden ist. Der Vater der Verstorbenen befindet sich im Kriege. Nach Aussage von Kindern soll der Inspektor das Kind auch geschlagen haben. Schweres Erdbeben in San Salvador. Ein Telegranun aus San Miguel(San Salvador) meldet: Die 60000 Einwohner zählende Hauptstadt San Sal- vador ist vollkommen zerstört, unzweifelhaft durch ein Erdbeben oder durch den Ausbruch eines Vulkans. Ein weiteres Telegramm aus Tcgusigalpa besagt: Auch sechs andere Städte wurden z e r st ö r t. Tas letzte Telegramm, das noch aus der Trümmerstätte eingetroffen ist, meldet: Alles rings in einem Umkreise von 40 Meilen ist zerstört. Tic Einwohner von San Salvador lagern in den Straßen und Parkanlagen. Ver- mutlich ist das Unglück durch den Ausbruch des Vulkans verursacht, an dessen Fuß die Stadt gelegen ist. Kaffernaufstand bei Kapstadt. Vom 28. Mai wird auS Kapstadt gemeldet: Etwa 500 Ein« geborene rotteten sich in Grahamstown zusammen und bewaffneten sich mit Knüppeln, so daß die Polizei von Elizabeth geholt werden mußte und in Gemeinschaft mit der Stadlwache gegen dieselben vorging. l(5 Eingeborene wurden verhaftet und einer erschossen. Die Unruhen begannen mit Diebstählen der Eingeborenen im Albonn- Abschnitt und wurden verschärst, als ein Polizist einen der Em- geborenen erschoß und einen zweiten schwer verwundete. Sriefkaften üer Reüakt!on. Tie jursstische Sprechstunde findet für Wonnenten Lindenstr. 8, 1, Hof links, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Eonnaben» von ö bis 6 Uhr statt. Jeder siir bei! B r s e s l a st e n bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen b-izusügen. Briesliche Ani- Wort wird nicht erteilt. Ansragen, denen leine Abonnementsquittung bei- gefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprech- stunde vor. Bertröge, Echrtststiicke und dergleichen»ringe mau in die Sprech- stunde mit. Keitel. Die Kriegsunteistützung— auch die ftaailichc— wird nur im Fall der Bedürftigkeit gezahlt, die bei dem angegebenen Ankommen bei Ihnen nicht als vorliegend erachtet wird.— Rasjertünge Original- Amerik. 3 Stück 3,35 Mark iraiiko. Betrag voraus. Pieck, Bertin. Meyerbeerstrah» 9. 2S2/ll Leliibau« Rosentalcr Tor, Liilienslratze 203/4, Ecke Noienlbaicr- sirahe, vcrkauit neu« Herrengarde. robcn, Pelzstotas. Müssen. 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Botenfrauen werden eingestellt .Vorwärts*, Eharlottenburg, Sesen- heimcrslr. 1.* Boteiifran stillt sosort ein.Vor-, wärtS'-speditivn Spandair, Moitke- straße 7.* Zeitnngsaustrügerin sosort ver« langt ,Vorwär!s*«Spedition Pankow, Mühlcnstraße 70.* Aeitungsausträgerin sür Weißen- see sosort gesucht..Vorwärts'-Spe- dition, Verliner Allee 11.* Zicacnfus! verlangt 130 flotte Mamsells, einfache Paletots, Garn vorhanden. Wollinerstraße 27a, Fabrikgebäude III. 238K Arbeiterinnen werden bei guter, dauernder Beschäftigung sosort noch eingestellt. SlunitionSsnbrik Joses Hcllbach, Berlin- Hohenschönhnnscn, GLckcstraßc. 233K* Photographischcs Atelier. Po sitiv- und NegatiocRetoucheuse, sür obige Abteilung, sofort gesucht. Meldungen in unserer Personalver- waltung im III. Stock. Kaufhaus des Westens, G. m. b. H., Berlin W 50, Taucntzienstraße 21/24. 2Z2K* Korbmacher auf Ringkörbe, 10- cm- Patronenkörbe gesucht. 25336* Kramer& Co., Wallstraße 25. Wie und I«(, werd. eingestellt. 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