Ar 160. 34. Jahrg. nbonncmcntS'Bedinaungcn: KlonncmctUä. Dreis viänumer-mda Lierleljähr!. 8.S0 M!, monall. 1,30 MI, wöchenlliit, S0 Pjg� Ire» tnZ Hau», einzelne Nummer 5 Pig, EonnlaaS- nunimcr mir illultrierisr kamuag»- LeUage.Die Neue Weil* 10 Pfg. Poit- kbonnemeM! ILO Marl vre Monat. eingetragen in die Von• Zeitung». Bmeline. Unter Kreuzband iüi Deutichland und Oesterreich. Ungarn ZbO Marl, für da- übrige ilujlani « Marl vro Monat, Postabonnemem» nebmen an Belgien, Dänemarl, Holland, Italien, Luxemburg, Porlugal, , Schweden und die Schwei» eklchewl lsgllch. 5 Pfennig) Die Tniertions-Gebüljf beträgt fflt die sechSgeibaltenekolonel- teile oder deren Raum«o Pig., itir »olitiiche und gewerlschattliche VereinZ- «nd Bcrsammlungs- An zeigen SO Mg. �Kleine Bnzetgen". das ikUgedrullie feort 20 Pfg.(zulässig 2 rcttgcBnnfle Cortci, jedes weitere Wort 10 Big, ktellengejuche und SeulaisieUeiian- lcigen das erste Wort lv Pfg„ jedes weitere TortbVjg, Worte über lü Buch- (laben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Stummer Btflffcn bis b Uhr nachntiUags in der Exbedition »hgcgeben werden. Die Srbeoitjoa(jl dt» 1 Uhr abend- geolincl, Berliner BolKsblntk. ZcntraXorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfcblanda. xelegramm-Adresie: �oziaidusoJcat Bcrlii". Leüaktion: EW. HS, Linüenstraße Z. fferniprecher: Amt Morivvlan. Slr. 1S1 SV— 15197. Donnerstag, den 14. Juni 1917. Expedition: EW. 68, Linüenstraße 3. Kerniprecher: Amt Moritzplatz. Nr. 151 SV— 151 g7. ver ententeschlag gegen Griechenland. Kartoffeln und örot. Eine Mitteilung des Nriegsernährungsamts. Eine nicht mehr lange Frist trennt uns von der Herein- bringung der neuen Ernte, und es kann kein Zweifel daran bestehen, daß diele Frist vom deutschen Volke in irgend einer Weise über st anden werden wird. In dreijäh- riger Erfahrung hat sich der Hungerkrieg als eine ganz unzu- längliche Waffe erwiesen, um ein Volk, das sich verteidigen will und verteidigen muß, auf die Knie zu zwingen.. Desto offener dürfen wir aussprechen, daß die Dinge wieder einmal nicht eben erfreulich liegen, und daß die neueste Eröffnung,.dw uns das Kriegsernährungsamt zu machen hat. von der Masse der Bevölkerung nicht mit bochgestimmten Gefühlen aufge- iwmmen werden wird. Sie besagt folgendes:. Nachdem die Frühjahrsbestellung im wesentlichen beendet ist und-erfreulicherweise, trotz der immer schwieriger werdenden Ver- hältnisse.und de» ungewöhnlich späten Frühjahrs wieder zu einer restlosen Bestellung de» deutschen Ackers geführt hat, läßt sich de: nach Abzug der Saat verbliebene Stand an Bodenerzeugnissen der alten Ernte genauer als bisher übersehen. Die dieser Tage statt- gehabten Beratungen über die Getreideeinfuhr aus Ru- mäni en haben auch, über die in dieser Hinsicht bestehenden Aus- sichten die srüher fehlende Klarheit geschaffen. Danach ist entgegen den bisher von manchen Seiten gel>egten Befürchtungen die Mög- üchttit gesichert, die derzeitige Brotr-ation bis zur neue» Ernte unverkürzt zu lasse n. ' An Lpeisekartvffeln sind zur Versorgung der nichtlandwirt- schaftlichen. Bevölkerung mit 5 Pfund wöchentlich bis gegen Mitte Juli, wo aussein volles Einseben' der' neuen Frühkartoffeln zu hoftcn ist, noch etwa 12 Millionen Zentner nötig. Nach den- im Frühjahr aufgestellten Berechnungen war mit Bestimmtheit zu erwarten, daß diese Menge vorhanden sein würde. Der schwere im Osten bis in den?lpril hinein dauernde Frost hat aber mehr Schaden hervorgerufen, als man nach den zunächst eingehenden Berichten erwarten mußte. In vielen Bezirken ist die Fäulnis der Kartoffeln infolge der Frostschäden des Winters in den letzten Wochen sehr groß gewesen. Infolgedessen hat schon bisher die b-Pfundration in manchen Orten nicht aufrechterhalten werden können und e» hat Mehlersatz geliefert werden müssen. Mit dem weiteren Schmu den des Restes der alten Vorräte wird die Ausrechtcrhaltung der bis- herigen Äartoffelration auch in den übrigen Bezirken vielfach nicht mehr möglich sein. An dem Grundsatz, daß für sehlende Kartoffeln Mehl oder Brot zu liefern ist, wird seftgehallen werden, die Lage der Brotgetreidebcständc macht es aber nötig, die Ersatzmmgo vorsichtig zn bemessen. So weit die Mitteilung des.Kriegsernäbrungsamts. Wie wir erfahren, hofft man die fehlenden Kartosselratwnen und die„vorsichtig bemessenen" Mehl- und Brotersaßmengen durch vermehrte Zufuhr von Fischen und reichlichere Verteilung von Konserven, Dörrgemüse und Sauerkraut einigermaßen aus- gleichen zu können. Ueberdies sollen wenigstens die Schwer- arbeiter den Leibriemen nur etwa zehn Tage lang enger zu schnallen brauchen, denn in der Zeit zwischen dem 20. und 22. Juni werden-bereits größere Ilebersckmßmengen aus- ländischer Frühkartoffelernten in Deutschland erwartet,' mit deren Hilfe, man die Versorgung der Arbeiter besonders in Berlin und in den rheinisch-westfälischen Industriegebieten wesentlich aufzubessern gedenkt. Wie weit diese Hoffnungen und Envartungen in Er- füllung gehen werden, müssen die nächsten Wochen zeigen. Daß das Publilsttm die Versprechungen mit unbedingter Zu- verficht aufnimmt, werden die Behörden leider kaum noch er- warten können. Die Sicherheit, mit der die Vertreter der Regierung bei der letzten Krisis vor knapp zwei Monaten auftraten, und mit der sie alle Einwände der Zweifler bei- seite schoben, steht denn doch in einem allzu schroffen Wider- spruch zu dem Geständnis, das sie uns heute machen müssen. „Verhungern" wird Deutschland in diesen Wochen nicht und zweifellos wird es der heroi'chen Lpferwilligkeit des Volkes gelingen, auch eine Kunstpause der Lebensmittelversorgung zu überwinden. Daß es aber unvermeidlich war, demdeutschenVolkanchnochdiesesneuePlns an Entbehrungen aufzu erlege nj kann nicht zugegeben werden. Nicht inehr als ein Viertel der normalen deutschen Kartoffelernte genügt zur Deckung unseres umnittelbaren Bc- darfs an sopeisckartossclw Mag also die letzte Ernte noch so dürftig und mögen die Schäden, die der Frost den Vorräten zugefügt hat, noch so umfangreich geivesen sein: dieses Viertel stand unter allen Umständen zur Verfügung, und wenn es seiner Bestimmung nicht zugeführt lvorden.' ist. so trägt die mangelhafte Organisation der Lebens- m i t t e l v e r t e i l u n g die S ch u l d d a r a n. Den Behörden standen genügend Mittel zur Verfügung, »m die Menge der ländlichen Aartoffelbestände rechtzeitig und genau zu kontrollieren und die vorhandenen Vorräte zweck- mäßig zu' fassen und zu verteilen. Sie haben, sich dieser Mittel, darüber kann noch dem neuesten Fehlschlag kein Zweifel bestehen, in unzulänglicher Weise bedient. In der gegenwärtigen entscheidenden Zeit, wo alles auf dem Spiclj steht, und von jedem Deutschen die Aufbietung der höchsten Willens- und Arbeitskrost verlangt wird, haben manche Or- gane der Regierung es an der erforderlichen Energie und Um- ficht fehlen lassen, Den guten Willen der Z en t r alleitung in allen Ehren — aber an den nachgeordneten Stellen hat es sowohl mit der Fähigkeit wie mit der Zuverlässigkeit gewaltig gehapert! Es ist ein öffentliches Geheimnis, daß die deutschen Kortoffclvor, räte durch Schlcichhandel und Schiebungen aller Art aufs gewissen lose st e geschmälert'worden sind, und daß die Behörden, deren Pflicht es gewesen wäre, dem Treiben Einhalt zu ge- bieten, dieser Pflicht keineswegs immer genügt haben. Wir glauben in der Vermutung nicht fehlzugehen, daßderplötz- liche Wechsel in zahlreichen Regierungsprä- sidien und Landratsämtern, der in letzter Zeit st a t t g e f u n d c n hat, mit diesen Dingen in engstem Zusammenhang st e h t. Eine beruhigende Wirkung kann man unter solchen Um- ständen weder von behördlichen Erklärungen erwarten, noch von Zeitungsartikeln, die sie melodisch begleiten, sondern nur von konsistenteren Dingen wie Fischen. D ö r r g e m ü s e, Sa ue r br ä ll't usw.'Sic sind uns angekündigt. Mögen sie sich in einigermaßen ausreichenden Mengen rechtzeitig ein- stellen! Mögen insbesondere gleichzeitig auch die Störungen beseitigt werö.en, die sich in der letzten Zeit in der F l e i s ch Versorgung bemerkbar machten! Ein Stillschweigen der Presse zu offenkundigen Mißstän den oder ein, leichtes Hinweggehen über sie würde nicht das Volk, sondern nur die Behörden beruhigen. In diesem Sinne auf sie einzuwirken, liegt aber wirklich nicht der allermindeste Anlaß vor. Stockholm. die Aussichten öer ßrieüensarbeit. Eine Unterredung mtt Stauning. ynvenbagen, 12. Juni.(Eitz. Drahtbericht des„Bnrwärts".) Stouttinsj, der aus Stackholm.zurückaetehrt ist, hat sich in einer Unter- redung folstendermasirn. ausgesprochen: Wir sind wieder an einem kritischen Punkt angelangt. So hoffnungsvoll wie früher kann ich mich nicht mrhr aussprechen. Immer wieder wird die Fricdensarbeit durch chauvinistische Strömungen getreuzt. Auf die Frogr, wirweit die Verhandlungen in Stockholiii gediehen seien, antwortete Stauning: In der Hauptsache halten wir ü b e r d i e Auffassuug der Parteien der Zentral mächte Klarheit bekommen. Aber es geht langsam vorwärts. Das Komitee hatte für den 15. Mai bis ll). Juni Separatverhandlungen gcvlant, aber mit diesem Plan mußte gebrochen werden. Tic Ver- treter der drutsKen Minderheit waren zum 15. Mai einbe- rufen, sind aber bisdrr nicht gekommen. Nicht Pastschwierigkcitcn, sondern private Gründe haben ihre Abreise verhindert. Tie Ber- Handlungen mit der deutschen Delegation haben längere Zeit in Anspruch geuouuncn. Jetzt hat die Delegation ein Memo- r o n d u m abgegeben, das Erklärungen über die Frie- dcnsbedingungcn enthält, für die die deutsche Sozialdcmo- kratic arbeiten wird. Das Memorandum soll veröffentlicht werden, sobald mit der Minderheit verhandelt worden ist. Es wird die Un- Wahrheiten entlarven, die durch Unwissrnhcit überall verbreitet worden sind. Nach Besprechung der Schwicrigkcitcn mit den En- tentc- Sozialisten sagte Stauning auf die Frage, was ge- schchcn soll, wenn Engländer und Franzosen nicht teilnehmen: Dann muß überlegt werden, ob dir Konferenz mittlerweile abge- brochen werden, oder ob sie allein für jene Parteien weiter fort- gesetzt werden soll, die ihren Anschluß an die Friedensarbeit der Soziatdemotratic erklären. Stauning teilte weiter mit, daß die Delegation aus Rußland schon abgereist gewesen sei, aber h e i in g c r u f e n wurde. Eine Verhandlung werde möglicherweise in Petersburg stattfinden durch Delegierte aus Stockholm, die dort- bin abreisen wollten. Stauning schloß: Mit vollem Ernst spricht man jetzt von einem neuen Winterfcldzug. ja van einer zwei- bis dreijährigen Fortsetzung des Krieges. Hoffentlich aber wird die Sozialdemokratie aller Länder verstehen, welch ein ungeheure« Unglück das für dir Menschheit sein würde. Wir haben bis jetzt erreicht, daß überall über den Frieden gesprochen wird und daß die Wahrheit zutage kommt. Nicht länger ist man berechtigt, von der deutschen und von der österreichischen Sozial-- dcmokrotie als von Stützen einer Eroberungspolitik zu sprechen. Sie haben das klar und entschieden zurückgewiesen und haben da- durch den Gcnosien aller Länder gezeigt, aus welcher Grundlage die gemeinsame Aktion für den Friede« anfgenommen werden kann. Ein öefreierstück öer Entente. Die �büankung öes Griechenkömgs erzwungen. Die Entente führt bekanntlich den Kreuzzug fist Frechest und Demokratie. Sic hat jetzt zum erstenmal ein �otück ihres völkcrbcglückcnden Programms durchgesetzt: in Griechenland wurde der König abgesetzt, der Kronprinz von der Thronfolge ausgeschlossen. Das griechische Volk ist jetzt also..befreit". Griechenland darf dafür.ucchrechnen, was die Befreiung Land und Volk gekostet hat. Tie Entente ging von der Vor- aussetzung aus, daß das griechische Volk die Neutralitäts- Politik seines Königs nicht billige. Das griechische Volk ver- langte angeblich sein demokratisches Recht, sich für die Entente totschießen zu lassen. Was es mit diesem Völkswillen auf sich hat, zeigt uns Portugal. Auch das portugiesische Voll soll ja ähnliches verlangt haben. Nur als es ans Totschießen— oder vielmehr ans Sichtotschießenlasscn ging, meuterten die hierzu auserkorenen Regimenter. Also dem unterdrückten griechischen Volk mußte gegen seinen absolutistischen Herrscher die Freiheit zurückerstattet werden. Zu diesem Zweck raubte die Entente dem g r i e ch i- schcn Volke— nicht dem Herrscher— seine Kriegsflotte. Darauf wurde dem Volke— nicht dem Herrscher— dos wichtigste Ausrüstungsstück der Armee, die Artillerie, fortgenommen, die halbentwaffnete Armee im Peloponues interniert. Dann raubte die Entente dem Volke— nicht dem Herrscher— die gesamte, fürdäs kleine Land sehr beträchtliche Handelsflotte. Zugleich riß sie ein Stück nach dem anderen vom Körper Griechenlands los: Der' Besetzung' derägäischen Inseln folgte die Selbständigkeitserklärung Salonitis. dann kamen die Jonischen Inseln daran, zuletzt raubte sich Italien Jmiina und den Epirus. Sodann wurde über das Volk — nicht den König— die Hungerbtockade verhängt. Die Eisenbahnlinien kamen unter Verwaltung der Entente. Und schließlich beschlagnahmte die Entente noch die Ernte Thessa- liens, des einzigen fruchtbaren Landstrichs, von dessen Ertrag- nissen das Volk zur Not hätte ernährt werden können. Nachdem dies alles geschehen war, kam endlich die Freiheit an die Reihe, wurde der König durch einen Eingriff in die sou-. veränen Rechte des Staates abgesetzt. Heil der Entente! Die Griechen sind jetzt ein völlig freies Volk— von verhungernden, ohnmächtigen Bettlern. Nutzanwendung: Dies ist ein schwacher Vorgeschmack, wie die geplante Befreiung Deutschlands durch die Entente aussehen würde. Ein schwacher. Denn die Griechen sind immerhin Neutrale, wir aber sind die F e i n d e. Die„Großmut", die Wilson am Schluß seiner russischen Note einem de- siegten Deutschland verheißt, erhält durch das Schicksal Griechenlands eine konkrete Gestalt. Ja, man wird'uns be- freien— nachdem man uns wie Griechenland, oder nach etwas mehr wie Griechenland, zugrunde gerichtet hat. Griechenland ist ein deutlicher Beweis, daß jede Befreiung durch die Enteute nicht nur teuer, sondern vernichtend teuer bezahlt wird. Die deutsche Sozialdemokratie hält sich gegenüber den Befrciungsanerbietungen der Entente an das Wort des Reichskanzlers:„Wo wir uns von etwas z n b c- freien haben, da werden wir es selber turr." Ja, wir werden es tun, und wir werden uns das Maß der Freiheit, dessen wir bedürfen, von keiner vorgesetzten Behörde vorschreiben lassen. Aber einen anderen Weg der' Befreiung, der mit den Interessen des deutschen Volles in Einklang zu bringen wäre, gibt es nicht. Tie Abdankung. Athen, 12. Juni. Havasmeldung. König Konstantin hat zugunsten seines Sohnes Prinz Alexander abgedankt. Athen, 12. Juni. Havasmeldung. Montag vormittag hatte der Oberkommisiar der Alliierten I o n n a r t mit dem Mintsterprusi- Kenten Z a i m i S eine Unterredung, in tvelcker er von ihm im Namen der Schutzmächte die Abdankung des Königs und die Bezeichnung eines Nachfolgers unter Ausschluß des Thron- folgers verlangte. Zaimis erkonnte die Uneigennützigkeit der Machte an, deren einziges Ziel die Wiederherstellung der Einigkeit Griechenlands auf Grund der Verfassung sei, erwiderte aber Jonnart, daß ein Eni- schluß vom König erst am Abend nach Zusammentritt eines Krön- rates, bestehend au» den ehemaligen Ministerpräsidenten, gefaßt werden lönnte. Trotz der„Hetzereien gewisser Agitatoren" wurde die Ruhe in den Straßen Athens nicht gestört. Nachdem Zaimis Jonnart den Brief mit der Annahme der Abdankung überreicht hatte, hat der ehemalige König die Absicht ausgesprochen, sich auf ein englisches Schiff zu begeben und über Italien nach der Schweiz zu fahren. Die Truppen, die zur Verfügung des Ober- lommissarS der Machte standcu, hatten Befehl erhalten, nicht zu landen, bevor der Enlschluh des Kölligs bekannt war, Athen, 13. Juni. Der Ministerpräsident gab dem Oberkommissar Jonnart die Antwort der Krone in folgendem Brie zur Kenntnis: Herr Oberlommiffar! Nachdem Frankreich, Rußland und Großbritannien durch Ihre gestrige Note die Abdankung Seiner Majestät des Königs Konstantin und die Bezeichnung eines Nach- tolgerS gefordert haben, hat der unterzeichnete Ministerpräsident und Minister der Auswärtigen Angelegenheiten die Ehre, Eurer Exzellenz zur Kenntnis zu bringen, daß Seine Majestät, wie immer auf das Wohlergehen Griechenlands bedacht, beschlossen hat, Griechen- land mit dem Kronprinzen zu verlassen und den Prinzen Alexander als seinen Nachfolger bezeichnet. lgez.) Z a i« l». Tie Aktion der Entente. Amsterdam, 13. Juni. Aus Athen wird gemeldet: Senator Jonnart hat dem Ministerpräsidenten ZaimiS Mitteilung von dem Beschluß der Schutzmächte gemacht, die Ernte von T h e s s ä l i e n aufzukaufen, die Verteilung der Ernte in den griechischen Provinzen zu kontrollieren und vollständige Gctrantien für die Sicherheit der Orientarmee, Wiederher st ellung der Einheit im Königreiche und normale Wirkung der Konstitution zu fordern. Senator Jonnart teilte weiter mit, daß Militärposten der Alliierten die Landenge von Korinth überwachen würden und fügte hinzu, daß eine Militärmacht zu seiner Verfügung gestellt würde, um nötigen Falles die Ordnung aufrechtzuerhalten. Die griechische Regierung hat eine Mitteilung veröffentlicht, in der erklärt wird, daß die Mächte nicht die Absicht haben, einen Anschlag auf die Rechte Griechenlands auszuführen, sie wollten nur, daß Griechenland kräftig und unab- hängig bleibe. Die Bevölkerung fei ruhig, kein einziger Zwischen- fall sei gestern im Zusammenhang mit der Landung fron« zösischer? ruppen in Korinth und der Besetzung Thessaliens durch eine französisch- englische Kolonne gemacht worden. Tie Vorbereitung der Aktion. Rotterdam, 12. Juni. Nach dem.Nieuwe Rotterdamsche Eou- rant" meldet die„Times" au« Athen vom 7., tS. würden offenbar durchgreifende Maßregeln geplant, um die griechische Frage zu lösen. Wenn die Mission Jonnarts ergeben sollte, daß eine militärische Intervention unvermeidlich sei, so würden außer dem französischen Gesandten auch der englische und russische die Stadt verlassen. Vom 10. desselben Monats meldet derselbe Berichterstatter, daß in Athen sedermann glaubt, daß durch die Besetzung der Stadt I a n i n a durch die Italiener mit einem Vorgehen begonnen würde, dessen Zweck die Beschränkung der Machtbefugnisse der Stadt Athen sei. ES sei bekannt, daß mehrere Ofsiziere deS Nachts Pläne ausarbeiteten, um den W i d e r st a n d gegen einen militärischen Eingriff der Alliierten vorzubereiten. Bern, 12. Juni. Zu der Entsendung JonnartS nach Griechen- land erklärt„Petit Parisien", die allgemeine Richtlinie sei nun- mehr angenommen. Jonnarts Politik werde schon in den nächsten Tagen klar werden. Sicherlich hätten die Schwierigkeiten, auf die die Entente gestoßen sei, die Furcht aufkommen lassen, daß der König und die griechische Regierung bei günstiger Gelegenheit sich gegen die Entente aussprechen könnten. Um ein derartiges Vor- gehen zu verhindern, müsse vor allem die thessalischr Ernte beschlagnahmt werden. Aehnlich äußert sich.TempS". der sagt, die Lebensmittel- Versorgung der Orientarmee müsse sicher gestellt werden. Die thessalische Ernte könne der Orientarmee gefährlich werden. Wenn die griechische Regierung die Ernte in die Hand bekomme, brauche Griechenland keinen Brotmangel mehr zu fürchten und die Blockade der Entente wäre damit hinfällig. Daher sei eS die erste Pflicht JonnartS, Maßnahmen zu treffen, um die thessalische Ernte unter die Aufsicht der Alliierten zu bringen. Amsterdam, 13. Juni. Im englischen Unterhause teilte Lord C e c i l mit, daß Senator Jonnart Frankreich und England in Griechenland vertreten werde, für den Fall, daß sie gemeinschaftliche Schritte zu unternehmen wünschten. Frankreich, Rußland und Eng- land bleiben in Griechenland in der bisherigen Weise vertreten. Die Presse verlangt eine bestimmte Aktion..Daily Chronicle" sagt: Ist es nicht Zeit, daß die alliierten Regierungen einen d e- finitiven Schritt tun, der früher oder später doch unver- meidlich ist. nämlich die Absetzung des Königs..Pall Mall Gazette" fordert in einem Leitartikel, Konstantin mutz zurücktreten. Die Wirkung in Athen. Paris, 13. Juni. Die Agence Havas meldet an» Athen: Trotz der Bemühungen von Reservistengruppe«, U n- ruhen zu erregen, scheint die Nachricht von der Abdankung des Königs in Athen keine wirkliche Bewegung hervorgerufen zu haben. Im Laufe des Montag Abends sammelten sich zweitausend Reservisten um den Palast, um mit ihre» Leibern eine Schutzwehr für den König zu bilden. Eine vom Fregattenkapitän MavromichaliS geführte Abordnung begab sich darauf iu das Schloß, um den König der Ergebenheit von Heer und Bolk zu»ersichern. Anstatt jeder Antwort mahnte der König nur zur Ruhe. Bald blieb in der Umgebnng des Schlosses nur noch eine Menge Neugieriger zurück, die gekommen waren, um die Ereignisse abzu- «arten. Ter Staatsanwalt Lavirrates, der die Sturmglocke läuten ließ, durcheilte erfolglos die Kaffeehäuser, n« die zu Kundgebungen Aufgelegten anzufeuern. Er versuchte vergeblich, die friedliche Bevölkerung zum Aufruhr zu ermutigen, die sich vor de» Schloß bei Einbruch der Nacht angesammelt hatte. Offiziere erklärten, das Heer sei bereit zu gehorche». Bis jetzt ist kein ernstliches Ereignis gemeldet. Epirus und Korinth. Rotterdam, 12. Juni. Wie.Nieuwe Rotterdamsche Courant" berichtet, gibt.Daily Telegraph' die Meldung der athenischen Presse wieder, wonach die italienischen Truppen die Janina besetzten. den griechischen Zivilbehörden und der Garnison befohlen hätten, die Stadt binnen einer Viertelstunde zu verlassen. Die italienischen Truppen rückten südwärts weiter vor, um Prevesa und den Rest von Epiru» zu besetzen. LuS gleicher Quelle wird gemeldet, es liefen Gerüchte um, daß Truppentransport- schiffe der Alliierten im Golf von Korinth an- gekommen seien; Truppen seien in Jtea gelandet worden. Jiea liegt in einer Bucht der Nordküste deS Golfs von Korinth. Der Platz ist wichtig für die Verbindung deS nördlichen thesialischen Griechenland mit dem Peloponnes. weil er die Straße beherrscht, die nordwärts zur Larissabahn führt. Stockholm. Tie Verhandlungen mit de« Deutsche«. Stockholm, 12. Juni.(Eig. Drahtbericht deS..vorwärts'.) Heute schließen die Verhandlungen des holländisch-skandinavischen Komitees mit der deutschen Delegation ab. KEeirn die deutsche Minderheit nicht kommt, soll mit den Mraurern Englische Angriffe bei Warneton und am Souchez-Bache— Fliegerbomben auf London. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 13. Juui 1S17. jW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronpriuz Rupprecht. Ja starken Feuerwellen bekämpfte« sich die Artillerien im Apern-Bogen und südlich der Douve. Westlich von Warneton kam mittags ein englischer Angriff in unserem Beruichtungsfeuer nur an wenige» Stellen aus den Gräben; die vorbrechende» Stnnnwellen wichen in unserer zusammengefaßten Infanterie- vnd Artillerieabwehr unter Ber- lüften zurück. Abends scheiterte dort in gleicher Weise ein erneuter Angriff der Engländer. Westlich der Straße ArraS— LenS lag morgen« heftiges WirkungSfeuer auf unseren Stellungen. Starke englische Kräfte, die auf de« Nordufer deS Souchez-BacheS angriffen und in unsere Gräben drangen, wurden in krafwollem Gegenstoß ge- worfen. In nachfolgenden erbitterten Handgranatenkämpfen engten unsere Stoßtrupps eine noch verbliebene EinbruchssteUe ein. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In einzelnen Abschnitten der Aisne-Front, in der Champagne und an der Maas zeitweilig lebhafte Fcuertätigkeit. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Nichts NeurS. Auf dem östliche» Kriegsschauplatz und au der verhandelt werden, von denen bisher der Oefterreicher Tenrnizkhj anwesend ist. Ein russischer Ukrainer soll gleichfalls zu den Per- Handlungen erscheinen. Dann folgen die Tschechen, von denen Nemec und Habermann Sonntag von Prag abreisten. Smeral wlgt am Tag darauf. Eine Depesche an die hiesige französische Gesandtschaft deutet an, daß die Ankunft zweier französischer Sozia- listen bevorstche. Doch ist kein Zeitpunkt dafür angegeben. Die deutsche Minderheit begründet ihren Reiseauffchub damit, daß den älteren Teilnehmern die mehrfache Reise erspart werden soll. Genosse Albard a bittet,«ine Kopenhagencr Meldung deS „Vorwärts" zu berichtigen, wonach er sich über die Aussichten der Konferenz pessimistisch geäußert haben soll. Das ist nicht richtig. Alberda hat mit einigen amerikanischen Journalisten über die letzte Rede RibotS gesprochen und dann bemerkt, daß et die Sache de? Friedens in diesem Jahre nicht sehr günstig be- urteile, weil die Vorbereitungen zu einer Verständigung zu spät getroffen werden. Von der deuffchen Delegation kehren die Genoffen Legten und Sassenbach am Mittwoch nach Berlin zurück; die anderen verlängern ihren Aufenthalt in Stockholm. die Stimme Elsaß-Lothringens. Für Deutschland und Frieden! Die Zweite Kaminer Elsaß-Lothringens, die am 12. Juni ihre kurze Tagung schloß, ist auf Grund des allge- meinen, gleichen Wahlrechts gewählt, ist also eine wirkliche Solksvertretung. Der freigewählte Präsident dieser Volks- Vertretung ist der Altelsässer Dr. Georg Eugen Ricklin, der 1862 unter französischer Herrschaft in Tammekirch geboren ist und einen Teil seiner Studien drüben in Frankreich absolviert hat. Dieser Präsident, dem kein Mensch, am allerwenigsten ein Demokrat das Recht absprechen kann, im Namen eines— wir wollen uns sehr vorsichtig ausdrücken — sehr großen Teils des elsässischen Volkes zu svrechen, hat nun die Kammertagung mit einer Rede geschlossen, die als Antwort an den Präsidenten Ribot folgendes ausführte: Meine Herren! Wir können nicht auseinandergehen, ohne dem Wunsch und der Hoffnung Ausdruck zu verleihen, daß uns bald ein ehrenvoller Friede beschieden sein möge. Wir dürfen diesen Ruf nach Frieden laut und nachhaltig erschallen lassen, da unser Land und seine Bevölkerung unter diesem Kriege unsägliches zu leiden haben, und immer offenbarer wird, daß die Loslösung Elsaß-LothringenS vom Deutschen Reiche unter den gegnerischen KriegSzielen eine hervorragende Stelle ein- nimmt. Daher halte ich es für unsere Gewissensplficht, zu er- kläreu, daß das elsatz-lothringische Volk den Ge- danken, daß um seinetwillen dieses entsetzliche Blutvergießen fortgesetzt wird, mit aller Eni- schiedenheit zurückweist(lebhaftes Bravok), und nichts anderes erstrebt, als in seiner unlösbaren Zugehörigkeit zum Deutsche« Reiche seine kulturelle, wirffchastliche und staatsrechtliche Zukunft unter vollster Aufrechterhaltung seiner be- rechtigten Eigenart zu Pflegen und zu fördern.(Lauter Beifall auf allen Bänken des Hauses.) Die im Felde stehenden tapferen Söhn« unseres Landes, unser Stolz und unsere Hoff- nug, kämpfen und sterben nicht nur um die Rettung und den Bestand des Deutschen Reiches. Sie haben noch ein eigenes be- fondcres Kriegsziel. Sie erkämpfen ihrem Heimatlande die Gleichberechtigung und Gleich st ellung unter den deutschen Bundes st aaten und das deutsche Volk kann diesen Helden seinen Dank auf keine würdigere und edlere Weise abstatten, als daß«S sie nach erkämpftem Frieden als gleich- und vollberechtigte Staatsbürger in ihre Heimat zurückkehren läßt. (Lebhafter Beifall.) Ihr Beifall bezeugt mir. daß ich Ihnen aus der Seele gesprochen habe. Im gleichen Sinne hat sich auch der Präsident der Ersten Kammer, Dr. Höffel. in der Ersten Kammer ausge- sprachen. Kommt sein Urteil als Ausdruck einer allgemeinen Volksstimmung auch nicht in dem gleichen Maße in Betracht wie das Urteil der Volkskammer, so beanspruchen doch seine folgenden tatsächlichen Feststellungen Beachtung: ES ist nie so viel vom Nationalitätenprinzip ge- schrieben und geredet worden, wie beute. Die Nationalität hat ihre Grundlage in Abstammung und Sprache. Die amtlichen Ermitte- lungen, die aus Volkszählungen beruhen, auf eigenen Angaben der Bevölkerung, ergeben in Elsaß-Lothringen 87 Proz. deutsch. sprechende, 12 Proz. französtschsprechende und 1 Proz. fremdsprachige Einwohner. Wo das Nationalitätenprinzip hin gravitiert, zeigen diese Zahlen zur Genüge Ist der Krieg Frankreichs um Elsaß-Lothrmgen nun ein Eroberungskrieg oder ist er es nicht? Frankreich will dennoch Elsah-Lothringen l Petersburg. 13.Juni.(Reutermeldung.) In der französischen Antwort aus die russische Proklamation vom 8. April(über die mazedonlschen Front keine größeren Kampfhandlungen. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abeildbericht. Amtlich. B e r l i n, 13. Juni 1917, abends. Bon den Fronten sind bisher keine größeren Kampf- Handlungen gemeldet. Die Festu ug London wurde heute von unseren Fliegern mit Bomben beworfen. Ter österreichische Bericht. Wien, 13. Juni 1917.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Ocstlicher und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Wie aus den jüngsten Feindberichtcn hervorgeht, ist es aber- malS die italienischerseits oft beklagte Witterungsunbill, die auch in den letzten Tagen die italienische Stoßkraft nicht zu macht- vollerer Entfaltung gelangen läßt. So vermochte auf der Hoch- fläche der Siebe» Gemeinden der Gegner gestern erst nach Einbruch der Dunkelheit seine Angriffe wieder aufzunehmen, die er zuerst im Zebio-Gebiet und nach Mitternacht auch gegen den Monte Forno und die Grenzhöhen ansetzte. Unsere alpcn- ländischen Truppen schlugen den Feind zurück. Er erlitt— namentlich am Nordflügel seiner Angriffsgruppe— sehr schwere Verluste. Bei der Jsonzo- Armee stellenweise ledhafterer Geschützkampf. Der Chef des Gcneralstabes. wir in der gestrigen Ausgabe berichteten, Red. d.„V.") heißt e»: Frankreich verlasse sich auch die Gesinnung seines alten loyalen Bundesgenossen und stelle mit Freude die völlige Uebereinstimmung zwischen der russischen Regierung und dem russischen Volk« über den Sieg fest. Frankreich denke nicht daran, irgendein Volk zu unterdrücken, sondern es sei entschlossen, jede Unterdrückung aus- zurotten. Frankreich strebe die Befreiung und Zurückgabe von Elfaß-Lothringen an und werde mit den Alliierten für die Wieder- Herstellung ihrer territorialen Rechte, für die volle Vergütung des angerichteten Schadens und für Sichcrstellungen für die Zukunft kämpfen. Der Sozialistenßeg bei öen rußlschen Staütratswahlen. Petersburg, 13. Juni.(Meldung der Petersburger Tele- grapheu-Agentur.) Nach vorläufigen Meldungen hat der sozia- listische Block, namentlich die revolutionären Sozialisten, die demokratischen Sozialisten und die Arbcitspartei, bei den Wahlen für die städtische» Bezirksräte, bei denen zum e r st c n M a l e in Rußland das allgemeine Stimm- recht zur Anwendung gelangte, den Sieg davongetragen. Die Kadettenpartei blieb au zweiter Stelle. �wei Lager in Kronftaüt. Der Gegensatz, der auch sonst von der russischen Front bekannt- geworden ist, zeigt sich auch in Kronstadt: Die Infanterie ist pazi- ftstisch und neigt zu Verbrüderung, indes die Artillerie Kriegs- Haltung bewahrt. Nach einer Meldung des Reuterschen BureauS aus Petersburg vom 12. Juni ist die Lage in Kronstadt jetzt so, daß die Artilleristen die Vorläufige Negierung und den Vertreter- ausschuß der Arbeiter und Soldaten in Petersburg unterstützen, während die Infanterie die Partei des Kronstadter Vertreter- ausschusses ergriffen hat. Wie die Petersburger Telegraphen-Agentur mitteilt, besprach der Kongreß der Bauernabgeordneten aus ganz Ruß» land in einer Sondersitzung die Ereignisse von Kronstadt und nahm mit 1000 gegen 4 Stimmen folgende Entschließung an: Der Kongreß bringt zur Kenntnis der Bevölkerung von Krön- stadt, daß die Bauern die Lieferung aller Lebensmittel nach Kronstadt einstellen werden, wenn die Stadt nicht alsbald ihre aufständischen Streitkräfte mit denen der russischen De- mokratie vereinigt und gleichzeitig die Vorläufige Regierung aner- kennt. Die Entschließung fordert ferner die Regierung auf, von Kronstadt völlige Unterwerfung zu verlangen und im Falle der Ab- lehnung die tatkräftigsten Matzregeln zu ergreifen, um den Sonder- besttebungen ein Ende zu machen, und verspricht der Regierung die Unterstützung aller Bauern in diesem Kampfe gegen Krön st ad t. Ueber Matznahmen der Regierung gegen Kronstadt verlautet nichts. Die Vorbereitung des Konstituante- Wahlrechts. Petersburg, 13. Juni. sPetcrsburger Tclegr.-Agentur.) Ter zur Ausarbeitung eines Wahlgesetzes für die Verfassung gebende Versammlung eingesetzte Ausschuß setzte das Mindest- alter der Wähler auf 20 Jahre fest. Spanien bleibt neutral. Erklärung Datos. Vcrn, 13. Juni.„Nouvclliste de Lyon" meldet aus Madrid,(Dato habe nach der Eidesleistung erklärt, er werde sich hauptsächlich den großen nationalen Fragen widmen. Be- züglich der äußeren Politik beabsichtige er, die strengste Neutralität durchzuführen. Die Regierung werde der Landesverteidigung und den wirtschaftlichen Fragen besondere Aufmerksamkeit schenken. Das Unterhaus gegen Verhältniswahl. Amsterdam, 13. Juni. Aus London wird gemeldet: Bei der Behandlung der GcsctzcSvvrlage betreffend die Wahlrechts- reform hat das englische Unterhaus sich mit 119 gegen 141 Stimmen gegen das Prinzip der Proportionalvertrctuug aus- gesprochen. Die Wirren in China. Amsterdam, 13. Juni. Der„Times" wird aus Peking vom b. Juni gemeldet: Fast alle Militärgouverneure n ö r d l i ch deS Jangtse haben die gegen die Regierung gerichtete Bewegung unterstützt. Ter Vizepräsident von Nanking erklärte, neutral bleiben zu wollen. Tie Truppen von Peking bleiben offenbar der Regierung treu. Man glaubt aber nicht, datz sie den Truppenv Tonnen Schmieröl, 10 000 Sack Wachs nach Frankreich und weitere 1500 Tonnen Weizen. 2. Unsere U-Boote im Mittelmecr versenkten neuerdings sieben englische Dampfer und zehn italienische Segler mit insgesamt 33 370 Tonnen. Es waren die bewaffneten Dampfer Ton Diego(3032 Tonnen) mit Stückgut von Cardiff nach Alexandrien, Amplcsorth(3873 Tonnen) mit Kohle von Cardiff nach Alexandrien, England(3798 Tonnen) mit Kohle von Cardiff nach Malta, Manchester Tradcr(3938 Tonnen), Elmmoor(3744 Tonnen) mit 5700 Tonnen Weizen von Karachi nach Livorno, der Dampfer Umaria(5317 Tonnen) mit unbekannter Ladung von Kalkutta nach Marseille und das Lazarettschiff Dover Castle <8271 Tonnen), das mit zwei großen Dampfern der Union-Castle» Linie von zwei Zerstörern geleitet im Konvoi fuhr. Die versenkten italienischen Segler waren Debronia Maria Antonia, Binzenzino, Rosina, Natale Monaco, S. Antonio di Padua, Diego Ruszo, Angel» Padre, Luigi, Maria Guiseppa und Rosa M. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Kein Lustschiff über üer Kjoegebucht. Berlin, 13. Juni./z Seemeilen von der dänischen Küste entfernt, also sogar außer« halb der dänischen HoheitSgewässer gehalten hat.— Sollten dänischer- seits tatsächlich Warnungsschüsie abgefeuert worden sein, so wäre ihr Zweck nicht ersichtlich. u 52 in Caüix interniert. Cadix, 11. Juni.(Havasmeldung.) Ein spanisches Torpedo« boot fand beute früh in der Nähe der Bucht von Cadix das deutsche U-Boot U 52, dessen Maschinen durch einen Kanonen- schuß beschädigt waren. Die Besatzung beträgt 20 Mann. Das U-Boot ist in den Hafen von Cadix eingeschleppt worden. Es darf mit den Schiffen der Mittelmächte, die im Hafen Zuflucht gesucht haben, nicht in Verbindung treten. Da die Ausbesserungen mehr als zwei Tage dauern werden, wird das U-Boot interniert werden. Der deutsche Kommandant stattete den Behörden einen Besuch ab, der von diesen erwidert wurde. Ein amerikanischer Dampfer versenkt. Amsterdam, 13. Juni. Reuter meldet aus Washington: Ein deutsches U-Boot hat den bewaffneten amerikanischen Dampfer Petrolite(3710 To.) torpediert. 20 Mann wurden gelandet, während zwei Boote mit Schiffbrüchigen noch vermißt werden. Norwegische Sceversicherungskosten. Kopenhagen, 13. Juni..Nationaltidende' meldet aus Kristiania: Wie die NeichsversicherungSanstalt mitteilt, verursackten die Schiffsverluste des Krieges der Anstalt an Ausgaben für 1914 171000 Kronen, 1915 450000, 1910 792 000 Kronen. Die Kriegsversicherung zahlte den Hinterbliebenen von 23 schwe- dtschen und 11 dänischen Seeleuten 115 000 bzw. 55 000 Kronen. Die Sprengmaffen von Mejstnes. Bern, 12. Juni. Der.TimeS". Vertreter im Hauptquartier be- richtet, daß zur Sprengung der deutschen Stellungen bei Meisines 000 Tonnen Sprengstoffe in etwa 20 über 10 englische Meilen verteilten Stollen verwandt worden seien; das schreckliche' Schauspiel habe dem plötzlichen Ausbruch von Vulkanen geglichen, und die Erde habe auf weil« Entfernung gebebt. Amsterdam, 12. Juni. Der militärische Mitarbeiter der.Times" schreibt über die letzte englische Offensive: Wenn die Engländer nur beabsichtigt bälten, mit Rücksicht auf eine mögliche deutsche Offen- sive einen taktisch günstigen Punkt zu besetzen, so ist ihr Vorhaben vollständig geglückt. Sollten sie aber die Absicht gehabt haben, die Deutschen von der Seeküste zu vertreiben, was nur durch einen Durchbiuch bei Wylschaele möglich gewesen wäre, so wurde ihre stiaiegische Absicht keineswegs erreicht und es bleibt nur ein tak- tischer Gewinn von sehr mittelmäßigem Werte übrig. Die erste politische Kriegsöebatte in Gesterreich. In der sich am Dienstag an die Regierungserklärung schließen- den Debatte drückte der Tscheche Siran Sky seine schmerzlichen Gefühle darüber aus, daß K r a m a r s ch im Hause fehle sowie die anderen verurteilten tschechischen Abgeordneten, deren Verbrechen nicht in Hochverrat gegen Oesterreich bestanden habe, sondern i n ihrer Treue gegen Volk und Vaterland. Wir streben, sagte der Redner, die Umgestaltung der Monarchie in eine G e- meinschaft freier, gleichberechtigter Staaten an. D o b e r n i g erklärte: Die Vertreter des deutschen Volkes Oesterreichs sind bereit. Kaiser Karl auf dem Wege, den er gemäß seiner Thronrede gehen will, zu folgen. Die Friedcnssehnsucht ist bei uns gewiß sehr groß, aber es besteht auch die Entschlossenheit. den Krieg bis zu einem guten Ende fortzuführen. Der gleiche(5nt- schlutz herrscht auch bei den Bundesgenossen. Der furchtbare Krieg muß uns die Sicherung unserer Grenzen oder doch die Gewähr der dauernden Beeinflussung deS Gebietes, das in dem gewaltigen Mtzgen ge&mi'.ell fimrü«, und Mlvgfchasten fflr die VstWhafkkiche' EntWickelung zu Lande und zur See sowie die Grundlage für eine durchgreifende Ordnung im Innern bringen. Korosec erklärte, mit ihrer Rechtverwahrung wollten die Südslawen sagen, daß alle in der Monarchie lebenden Slo- wenen, Kroaten und Serben unter dem Szepter der Habsburger Dynastie vereint werden sollten. Häuser(christlichsozial) erklärte: Wir ersehnen den Frieden, aber es muß ein Frieden sein, bei dem Oesterreich auch weiter in Ehren bestehen kann. Romanczuk(Ukrainer) erklärte: Das neue glückliche Oester- reich kann nur ein auf Grund der nationalen Autonomie auf- gebautes Oesterreich sein. Der Rumäne A n c i u l stellte fest, daß für die Vereinigung des gesamten rumänischen Volkes in Oesterreich-Ungarn alle Vor- aussetzungen bestehen. Die rumänische Bauernschaft des König- reiches Rumänien verabscheue die bisherige Herrschaft, die sie poli- tisch entrechtet und wirtschaftlich zu Grunde gerichtet habe. Es brauche ihr nur Freiheit der Entschließung gewährt werden, damit sie von selbst mit überwältigender Mehrheit noch vor dem Friedens- schluß den Kaiser von Oesterreich zum König von Rumänien wähle. Seih über Stockholm. Wien, 13. Juni. Im Abgeordnetenhause sagte in der fortgc- setzten ersten Lesung des Budgetprovisoriums der Sozialdemokrat Seitz: Die Stockholmer Friedenskonferenz könne nicht den Frieden machen. Ihre erste Aufgabe sei, di« M i ß v e r- ständnisse zu beseitigen. Wenn wir Glück haben, fuhr er fort, werden wir in Stockholm vielleicht auch imstande sein, eine Vereinbarung zu treffen, um in allen Staaten eine einheit- liche große Bewegung für den Frieden zu entfachen. Redner stellte fest, daß die Vertrete� des Proletariats frei und unabhängig von jeder Regierung ausschließlich im Auftrage und im Interesse des Proletariats nach Stockholm gingen. Wir sind, sagte Seitz, dem Rufe derer gefolgt, die Europa vom Zarismus brfreiten, dem Rufe des russischen Proletariats, das als erstes die Parole ausgab: Friede ohne Annexionen und ohne Kontributionen. Wir fordern von der Regierung eine offene, vorbehaltlose Erklärung, daß sie bereit ist, alles daran zu fetzen, um dem furchtbaren Gemetzel ein Ende zu machen und in feierlicher Kundgebung für einen Frieden auf der Grundlage ohne Annexionen und ohne Kontributionen nicht nur dem Friedenswillen der Völker hier Rechnung zu iragen, sondern auch unzweifelhaft den bestehenden Friedenswillen in den Massen anderer Völker, auch den in den feindlichen Staaten, zum Durch- bruch zu verhelfen und zu stärken. SVi Milliarden Dollar. Amerikas Kriegsbudget. Washington, 13. Juni. Reutermeldung. Das Repräsentanten- Haus hat den Bericht über das KriegSbudgct von 3281 Millionen Dollar angenommen. Kleine Kriegsnachrichten. Einschränkung der dänischen Fcttausfuhr. Das dänische Justiz- Ministerium veröffentlicht eine Bekanntmachung über die Ein- schränkung der Feltausfuhr. Diese soll demnach zukünftig nur noch 20 Proz. der Gesamterzeugung ausmachen gegen 40 Ploz. bisher. politische Uebersicht. Tie uneigennützigen Konservativen. In der„Kreuzzeitung" frischt Wolfgang Eisenhart ein altes Bismarckwort aus dem Jahre 1848 auf, um vor der Neuorientierung graulich zu machen. Er schwenkt statt des roten Lappens den„mit Rot gefütterten deutschen Kaiser- mantel", um zu belvcisen, daß jede freiheitlichere Gestaltung unserer inneren Zustände eine Gefahr für die Mon- archie sei. An wen sich diese Worte richten, ist unschwer zu erraten. Auch von einer bescheidenen Heranziehung anderer Parteien als der konservativen zur positiven Mitarbeit im Staate will Herr Eisenhart nichts wissen, da diese Par- teicn doch leicht unverschämt werden und gar— man entsetze sich— Forderungen stellen könnten. Denn, meint Herr Eisenhart in köstlicher Naivität, ..die. vornehme Gesinnung der konservativen Partei in Deutschland, niemals für ihre Mit- arbeit am Staate einen Lohn zu fordern, wird leider immer die Ausnahme bilden." Dieses Eigenlob erinnert etwas an den Prozeß gegen den„ollen ehrlichen Seemann". Der Angeklagte berief sich zum Zeichen seiner Ehrlichkeit darauf, daß er doch den Namen „der olle ehrliche Seemann" geführt habe. Als der Gerichts- Vorsitzende darauf einen Zeugen fragte, wer denn den An- geklagten so genannt habe, erwiderte dieser phlegmatisch: „Merschdendeels er selber!"__ Sachsens Stellung zur Neuorientierung im Reiche. AuS Dresden wird uns geschrieben: Am Dienstag verabschiedete der VerfassungSausschuß der Zweiten Kammer des sächsischen Landtags den Antrag der sozial- demokratischen Fraktion: Die Regierung zu ersuchen, im Bundes- rate für die alsbaldige Durchführung der politischen Neuordnung im volkstümlichen und freiheitlichen Sinne ein- zutreten. Die sozialdemokratischen Vertreter nahmen in der De- batte Bezug auf die Osterbotschaft des Kaisers und die Zusiche- rungen, die der Reichskanzler gegeben hat, und hoben besonders hervor, daß es sich nicht nur um daS in der Osterbotschaft beson- derS erwähnte preußische Dreiklassenwahlrecht, sondern auch um die Klassenwahlrechte in den anderen Einzelstaaien handle. Nicht minder scharf wurde der gesamte Umfang der Neuorientierung im Reiche gekennzeichnet. In der allgemeinen Tendenz des Antrags, der vor allem die alsbaldige Durchführung der Neuordnung zu fordern bestimmt ist und der sächsischen Regierung das Ein- treten für den politischen Fortschritt zur Richtschnur geben will, war seine allgemeine Fassung gegeben. Aus diesem Grunde glaubte ihn besonders der Vertreter der unabhängigen Sozialisten bemängeln zu sollen, nachdem der fortschrittliche Referent ihm darin vorangegangen war. Die Konservativen lvendeten sich gegen den Antrag. Sie erklärten, ihn besonders nach der von sozialdemokratischer Seite gegebenen Begründung in bczug auf unsere Wahlrechtsforderungcn ablehnen zu müffen. Von sozial- demokratischer Seite wurde diese Bemerkung begrüßt, da aus ihr der Sinn des Antrags klar erhellt und der Verschleierung desselben die Spitze abgebrochen sei. Die Nationalliberalen erklärten sich für den Antrag, lehnten aber ab, sich auf„Einzelheiten" festzu- legen. Ihren Versuch, sich um eine klare Entscheidung über, den Begriff der Neuorientierung herumzudrehen, gaben sie zwar nicht auf, in gewissem Grade sind sie aber doch eine Verpflichtung auf die Neuorientierung eingegangen. Das Ergebnis der Beratungen war die Annahme des Antrags gegen die konservatwen Stimmen. Novelle zur ReichSverMerungSorbnuns. Im ReichSamk deS Innern sind nach einer Notiz des„Berliner Lokalanzeigers" Bor- arbeiten für eine Novelle zur Reichsversicherungsoiwnung im Gange. Es handelt sich insbesondere um neue Bestimmungen be- treffend die Einbeziehung der Hausgewerbetreibenden in die Reichsversicherung sowie um die Kriegswochenhilfe. Die Novelle dürfte aber dem Reichstage in diesem Jahre noch nicht zugehen, wahrscheinlich erst nach Beendigung des Krieges. Quellenwcrk über die Kricgsfürsorge. Berliner Blätter be- richten: Mit Reichsmitteln wird bereits an einer Bibliographie der Sozialwissenschaften gearbeitet. Das Reichsamt des Innern hat es sich angelegen sein lassen, die Arbeit wirksam zu fördern und dabei auch die Unterstützung des Reichstages sowie anderer Reichs- ämter und der verschiedenen Bundesregierungen gefunden. In letzter Zeit wurden die Wirtschaftswissenschaften besonders berück- sichtigt. Diese Bibliographie wird jetzt so ausgebaut werden, daß sie ein zuverlässiges bibliographisches Quellenwerk der aus Anlaß des Krieges getroffenen sozialen Fürsorgemaßnahmen darstellt. Industrie und Handel. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Oren st ein». Koppel— Arthur Koppel A.-G. weist im Geschäftsbericht darauf hin, es sei bei dem Brultowaren- gewinn in Betracht zu ziehen, daß infolge des Krieges die Ergeb- nisie der Filialen im feindlichen Auslande und der Filialbetriebe in den neutralen Ländern, mit denen der Briefverlehr gestört sei, nicht berücksichtigt werden konnte». Die Gesellschaft erzielte im Jahre 1913 einen Bruttowaren« gewinn von 21701 110 M.(1915: 16 III 596). Abschreibungen aus Anlagekonto sind auf 4 867 002 Vi.(2 078 096) bemessen, wodurch Bestände und Zugänge auf e'i n e Mark abgeschrieben werden. Ein- schließlich des Vortrages von 2 474 837 M.(2 469 891) ergibt sich ein lleberschuß von 8 816 837 M.(7 273 420). Hieraus wird eine D i- vid en d e von 12 Proz. gegen 9 Proz, im Vorjahre vorgeschlagen. Lette Nachrichten. Stauning gegen Angriffe. Kopenhagen, 13. Juni. Minister Stauning, der Vertreter der sozialdemokratischen Partei im Ministerium Zahle, erklärte gestern abend in einer öffentlichen Volksversammlung, er sei in- folge �er gegen ihn gerichteten Angriffe eines Teiles der dänischen Presse, die eine Verletzung der dänischcn Neutralität in seinen Fricdensbcstrcbungcn erblicken wolle, bereit, aus dem Mi- nistrrium auszutreten, wenn dieses seine Tätig- krit zur Bereinigung der Völker in der Friedens- arbeit für unzulässig erachten sollte. Als Vertreter der Sozialdemokratie in der Regierung sei er in dieser nicht voll- kommen aufgegangen. Meuterei an der rumänischen Front. Petersburg, 13. Juni.(Meldung der Petersburger Tele- graphenagentur.) Kriegsminister Kerenski hat einen Bericht des Generals Tscherbatschew erhalten, der besagte: Drei Regimenter weigerten sich, befehlsgemäß nach einem neuen Kampfgebiet zu begeben. Die Soldaten nahmen einen Regiments- kommandeur und sieben Offiziere fest. Nachdem der Ausschuß der Armee mit dem Generalstab beraten hatte, beschloß er, den Unbotmäßigen gegenüber Straftnatznahmcn zu ergreifen. Ein entsprechender Auftrag wurde dem kommandierenden Ge- neral einer Kavalleriedivision erteilt, dem zwei Ka- valleriedivisionen, zwei Jnfanieriebataillone, eine Fcldbattcrie und eine Abteilung Panzerkraftwagen zur Verfügung gestellt wurden. Die Abteilung des Generals besetzte den Ausgang des von dem meuternden Regiment besetzten Dorfes, während Vertreter des Heeresausschusses mit einem.Ultimatum an dieses Regiment ge- schickt wurden. Das Ultimatum verlangte die sofortige Ausliefe- rung des Rädelsführers Unterleutnant Filipoff und� seiner Mit- schuldigen und befahl dem Regiment, sich sofort nach der ange- gefcenen Richtung in Bewegung zu setzen. Gegen Abend berichtete einer der Abgesandten dem General, daß eine Einigung nahe be- vorstehe, als Filipoff begann die Soldaten aufzureizen und zu den Waffen zu rufen, wobei er ausrief, die Unterhändler seien ge- kommen, um sie der Freiheit zu berauben. Der General griff nunmehr das Dorf mit einem Infanterie- bataillon und zwei Eskadronen an. Sobald diese Truppen in das Dorf eindrangen, nahm das meuternde Regiment alle Bedingungen an. Filipoff und drei zu seiner Partei gehörige Offiziere wurden nur mit Mühe der Wut der angreifenden Truppen entrissen. 200 Soldaten des meuternden Regiments wurden verhaftet. Der Zwischenfall wurde ohne Blutvergießen beendet. In der folgenden Nacht begab sich das Regiment zusammen mit einem anderen Re- giment in der befohlenen Richtung auf den Marsch. Der Arbeitermangcl in Frankreich. Bern, 13. Juni. Lyoner Blätter melden aus Paris: Der Sc- na t erörterte gestern den Gcsetzesantrag Bcrangcr über die Zivil- inobilisierung. Der Minister der öffentlichen Arbeiten, Bour- geois, befürwortete die Annahme des Gesetzes über die Zivil- Mobilisierung. Es sei zur Organisierung der verfügbaren Arbeiter- scherst notwendig, und zwar müsse man zunächst alle Kampffähigen an die Front senden und sie durch Zivilpersonen und andere Hilss- kräfte ersetzen. Ferner müsse man alle verfügbaren Kräfte der Industrie und den Werkstätten für die Landesverteidigung zur Verfügung stellen. Kolonialarbeiter könnten in gewissem Maße Hilfe bringen, auch das Ausland könne Arbeiter abgeben. Jedoch sei es nicht gut, allzuviele Ausländer einzu- stellen. Auf jeden Fall müsse man 400 009 bis 450 900 Arbeiter finden. Die Kolonien könnten höchstens 100 000 Mann stelle», der Rest müsse durch die Zivilmobilisierung gefunden werden. Ter Senat wurde sodann auf Donnerstag vertagt. Ein Kindcsmord. Ein Kindesmord wurde in der Nacht zu gestern unter seit- samen Umständen verübt und ebenso gestern nachmittag entdeckt. In einem Gasthof in der Möckernstraße kehrte nachts um 1 Uhr ein Paar ein, das sich als Ehepaar Just aus Jessen eintrug und vom Nachtpförtner ein Zimmer anweisen ließ. Gestern kam es nicht zum Vorschein und ließ auch nichts von sich hören. Niemand merkte, daß der Mann oder die Frau das Zimmer verlassen hätte. Als nachmittags das Zimmermädchen klopfte, um aufzuräumen, antwortete die Frau, sie sei gleich fertig. Das Mädchen wartete und nach nicht allzulanger Zeit verließ denn auch die Frau das Zimmer. Gleich darauf entdeckte das Mädchen dort eine größere Blutlache. Es eilte der Frau nach, holte sie auf dem Flur noch ein und stellte sie wegen der Verunreinigung zur Rede. Als es eine Mark besonderes Trinkgeld erhielt, gab es sich zu- frieden. Jetzt fand es aber auch das ganze Bett noch voll Blut. Der Geschäftsführer, den es nun rief, sah genauer nach und ent- deckte im Ofen inmitten von verbranntem Papier die angebrannte Leiche eines neugeborenen Knaben, der allein An- scheine nach erst in der Nacht geboren worden war. Den Mann hat niemand weggehen sehen. Wie er aus dem Gasthofe heraus- gekommen und wo er geblieben ist, weiß man nicht. Aueb die Frau ist jetzt verschwunden. Sie ist etwa 35 Jahre alt, 1,70 Meter groß, schlank und stattlich gebaut, hat dunkelblondes Haar upd trug einen runden weißen Strohhut mit weißem Band und weihen Blumen und einen hellen Mantel oder ein helles Kostüm. Der Mann ist etwa 50 Jahre alt und etwa 1,73 Meter groß. Er hat einen starken dunkelblonden Schnurrbart und dunkelblondes Haar und. trug einewdunkelgrauen Jackettanzug.. p-■, GewerffchOsbewEuag Die tzlittenherren unü üas tzilfsöienftgejetz. Aus dem S a a r g-e biet wird uns geschrieben' Ein hiesiges Zentruinsblatt, die„Saarpost", bringt einen Aufsatz, der ein bezeichnendes Licht auf die GesetzeSfreudigkeit der südwestdeutschcn Großindustriellen wirft. In dem Aufsatz heißt es: Das Gesetz über den tiaterländiichcn Hilfsdienst hat für die Ar- beiterschaft, vornebmlicb für die Meiallarbciter, eine gcaenüber den früheren Zustäi�den veränderie Lage geschaffen. Insbesondere ist durch das Gesetz die alle sforderung der Arbeiterichost nach Errichtung von Arbeilerausichüsjen in allen Betrieben, die mebr als SO Arbeiter befchafligen. endlich erfülll worden. Wahrend für die Arbeiter im Bergbau, die der Landesgeietzgebung unterstehen, die Einrichtungen von Arbeilerausschüsien schon vor dem Kriege geschaffen worden war, entbehrten ganz besonders die in den großen Hütten- und Eisenwerken beschäftigten Arbeiter bis iveit in den Krieg hinein diese Einrichtung. Sie waren daher nicht in der Lage, ihre Wünsche und Beschwerden durch ihr Vertrauen be- sitzende Vertreter ihrem Arbeitgeber unterbreiten zu können. Diesem bedauerlichen Zustande ist nunmehr durch das Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst ein Ende bereitet. Trotzdem nun aber das Gesetz bereits seit dem 5. Dezember 1916 in Kraft ist und bereus seil dem 22. Januar 1917 die preußische Wahlordnung für die Errichtung von Arbeiter- und Angestelltenausschüssen vom Minister für Handel und Gewerbe erlassen ist, fehlen in fast allen Großbctricben der Hüttenindustrie des Saarrevicrs die Ardeiterausschnsic immer noch. Während in fast allen Jndustriereviereu Teutschlands die Arbciterausschüsse längst errichtet sind und ihre segensreiche Tätigkeit ausüben, sind iy den Hiitlcnbctrieben an der Saar»och keinerlei Anzeichen zu erkennen, daß auch hier endlich diese Bestimmung des Hilfsdicnst- gesctzes zur Durchführung gebracht werden soll. Der Unwille der Saarhültenarbeiter über diese unterschiedliche Behandlung kam so recht zum Ausdruck in mehreren überfüllten Versammlungen, die der christliche Metallarbeiterverband in den letzten Tagen in Tillingcn abgehalten hat. Ter größte Saal in Tillrngeu konnte zu wiederholten Malen die herbeigeströmten Schoren der Hüllen- arbeiler nicht fassen, hunderte mußten mit einem Plätzchen in dem anstoßenden Garten vorlieb nehmen." Die von uns in Fettdruck hervorgehobenen Stellen sind so auch im Original zu lesen. Sechs Monate n.ach I n k r-a f t t r ei�e n des Hilfsdienftgesctzes exi- stiert es fiir die Hnttenberren im Saar- gebiet noch rmmcr nicht. Auf einem hiesigen großen Hüttenwerk.wurden die Arbeiter mit Hinweis auf ihre„Vater- ländische Pflicht" gewarnt vor dem Besuch einer Hütten- arheitervcrsammlung, weil dort„das gute Einvernehmen" zwischen Arbeiter und Wcrksunternehmer„gestört" würde. Diese Versammlung war vom— christlichen Metallarbeiterverband arrangiert! Derart sieht es in Saarabien immer noch aus, nach bald dreijähriger Kricgsdauer! Soweit der Bericht..Herr General G r ö n e r wird Veranlassung nehmen müssen, den Hüttenherren im Saar- bezirk begreiflich zu machen, daß auch ihr Herrschafts- gebiet den deutschen Reichsgesetzen unterstellt ist. Die Hüttenherren im Saargebiet gehören zu den cnragiertcsten alldeutschen Annektionisteu. In ihrer Presse schwärmen sie für die„Befreiung der deutschvölkischen Flamen von der wallonisch-ftanzöftschen Unterdrückung ihres Volkstums". Wie wäre es, wenn die alldeutschen Hüttenherren zunächst einmal„ibrc" deutschen Arbeiter von der würdelosen saarabisch-kapitalistischen Unfreiheit befreiten? verlin unö Umgegenü. Streik bei der ftrirma Julius Piutsch A.-G. Die Arbeiterinnen der Presserei und Formierung von der Fadenabteilung der Firma Pintsch haben am Mittwoch früh die Arbeit eingestellt, weil die Direktion sich weigerte, die von den Arbeiterinnen aufgestellten Forderungen zu bewilligen. Die Arbeiterinnen, die bisher einen Ai ifangslohn von 38 Pf. pro Stunde hatten, forderten einen Anfangslohn von 10 Pf., nach einer Bc- schäingung von 4 Wochen 45 Pf., und nach einer Beschäftigung, von 10 Wochen 50 Pf. Für die Aklordavbeitertnnen wird ein Verdienst cm Akkord von 75 Pf. gefordert und wenn diese Wkordarbciterinnen vorübergehend in Lohn arbeiten, verlangten sie 60 Pf. pro Stunde. .. Diese überaus bescheidenen Forderungen lehnte die Firma ab, worauf die Arbeiterirtnen noch§ 13 dcZ Hilfsdienst- gesetzes den Kriegsausschuß der Metallindustrie als Schlichtungs- ausscküß anriefen. Der K r i e g s a u s s ch u ß stellte sich auf den Standpuntt, daß die Forderungen der Arbeiterinnen durchaus angemessen sind und deshalb von einer Schlichtung kaum gesprochen werden kann. Ter Firma wurde erklärt, daß sie wohl oder übel die be- scheidenen Forderungen der Arbeiterinnen bewilligen müßte und wurde ein demcntsprech'cnder Schiodsspruch beschlossen. Dabei ist zu beachten, daß schon verschiedene Vereinbarungen bestehen, die für Arbeiterinnen einen Mindefwcrdicnft von 60 Pf. für die Stunde vorsehen. Tie Firma sollte sich bis Sonnabend erklären, ob sie den Schiedsspruch annehmen will oder nrcht. Die Arbeiterinnen er- klärten sich mit d c in Schiedsspruch ohne weiteres einverstanden. Die Firma hat diesen Schiedsspruch nicht angenommen, sondern versuchte, von den an sich schon geringen Forderungen noch etwas abzuhandeln.� Das lehnten die Arbeite- rinnen ab und traten darauf in den Streik ein. Es ist geradezu unglaublich, wie in diesem Falle eine Firma von Weltruf die Lebeusvedingungen von Arbeiterinnen behandelt, denn das, was die Arbeiterinnen gefordert haben, ist. ja noch unter dem Eristenzminimum. Was nutzt es den Arbeiterinnen, wenn sie nach§ 13 des Ge- setzeS über den batcrländischen Hilfsdienst den Kriegsausschutz als Schlichtungsstelle anrufen tonnen, wenn nicht zugleich auch dafür gesorgt wird, daß dem Schiedsspruch Geltung vcr- schafft wird? Diese Lücke des Gesetze? ist um so schwerer, weil die Arbeiterinnen in diesem Falle tatsächlich um ihre bittere Eri- stenz kämpfen. Hoffentlich wird die Firma von den in Frage kommenden Behörden darauf auftnerksom.gemacht, daß ihr Standpunkt nicht nur rückständig, sondern unverantwortlich ist. MusianS. Tie Streitbewegung der Textilarbeiter i« Ronen. Zürich, 13. Juni. ftKötn Ztg.ch Zuverlässige Berichte aus Rouen melden, daß die Streikbewegung unter den Textilarbeitern großen Ilmfang angenommen hat, so daß die Befürchtung besteht, daß die Baumwollfabrilen und ebenso die Wirkwarenfabriken, welche in Frankreich überbaupt nur noch arbeiten, auf längere Zeil zum Stillstand kommen werden, sofern nicht eine Einigung er- zielt wird. Parteinachrichten. Aus dem Wahlkreise Solingeu. Nachdem im Kreise Solingen die Organisarion der sozialdemo- kratischen Partei Deutschlands wieder hergestellt ist. beginnt im Kreise schon eine lebhafte politische Arbeit. In den meisten Distrilren haben sich Distrikrsorgaitisalionen wieder konstituiert. Für den letzten Sonntag hatte man nach Ohligs eine öffentliche Volks- Versammlung einberufen, für die der Reichstags abgeordnete Genosse Krätzig als Redner gewonnen war. Die Versammlung war gut besucht. Genosse tträtzig behandelte das Thema Sozial- deniokratie. Krieg und Frieden in einer Rede, die lebhaften Beifall fand. Obwohl Unabhängige anwesend waren, wurde eine Diskussion nicht beliebt. Aus der Mitte der Versamm- lung wurde folgende Resolution eingebracht: „Die heutige gulbesuchte Versammlung erklärt nach dem Re- serate des Reichsabgeordneten Genossen Krätzig, daß sse die vom V o r st a n d e der S o z i a l d e nr o hr a t i f ch e n Partei und von der R e i ch s t a g s f r a k t i o n im Kriege verfolgte Taktik in v o l I e m U m f a n g e billigt, namentlich das Eintreten für einen Verständigungsfrieden ohne Annexionen und Ent- fchädigmigen.' Ahrem altbeMähxten Reichs tägs- abgeordneten Genossen Scheide mann drückt die Versammlung für seinc erfolgver sprechende Friedensarbeit thre volle Anerkennung a uS und versichert ihn ihres rückhaltlosen Vertrauens." Diese Resolution wurde von der Versammlung gegen zwei Stimmen angenommen. Zur Berfassuugsäuderuug der Hauseftädte. Mit der Verfassungsänderung in den drei Hansestädten bc- schästigte sich am Sonntag, den 10. Juni, in B r e m e n eine Kon- sxrenz der sozialdemokratischen Fraktionen der Hansestädte. Räch eingehender Diskussion wurde folgender Beschluß gefaßt: Die sozialdemokratischen Burgerschaftsftaklioncn von Hamburg. Bremen wrd Lübeck erachten eine recht baldige Reform der Ver- fassungen der drei Hansestädte auf freiheitlicher demokratischer Grundlage für dringend notwendig und erhoben erueut die Forderung: 1. Einssthrung des allgemeinen gleichen, geheimen und. dircssten Wahlrechls zur Bürgerschaft für alle volljährigen Staatsangehörigen beiderlei Geschlechts nach dem Grinidsotze des Verhältniswahlsystems;- 2. Beseitigung aller privilegierten Wahlen; 3. Wahl des Senats durch die Bürgerschaft ohne jede direkte und indirekte Mitloirkung des Senats und ohne jede Beschränkung auf bestimmte Berufsgruppen, Aushebung der lebcnslängllchen Amtsdauer; 4. Demokratische Selbstverwaltung für alle Körperschaften. Von diesem Standpunkt ausgehend, ist es Pflicht aller Bürger« schaflsverlretcr in den drei Hansestädten, alles zu tun und alle Be- strebungen zu unterstützen, um diese Grundsätze zu fördern und zur Durchführung zu bringen. An der Konferenz nahmen 12 Vertreter aus Hamburg, 7 aus Lübeck und 11 aus Bremen teil. Soziales. Die Not der HaudeMchm. Daß neben den Handarbeitern auch, die Kopstrrbciter� Wer schlechte Zustände zu klagen haben, ist eine Erscheinung, auf die wir schon oft bingewieien haben. Während des Krieges ist dies sogar mehr in Erscheinung getreten als vorher. Die. Ardeiter haben durch festen Zusammenhalt verstanden, ihre LKme zu erhöben, womit nicht etwa gesagt werden fall, daß diese Erböbungen Schritt gehalten hätten mit der Verteuerung aller Bedarfsartikel. Vereinzelt wird dies zutreffen, im allgemeinen aber keineswegs. Bei den Kopfarbeiiern sind zwar auch hier und da Teuerungszulagen cj;« wäbri worden, aber sie sind doch durchgängig sehr ins Hintcrtrcften gekommen. Das gilt ganz besonders von den Handelslehrern. Auch die Handelsschulen haben Hochkonjunktur. Der Andrang der«chakr bat sich um ein Vielfaches gesteigert. Das gibt Mebreimiahmea und Mehrarbeit. Die Einnahmen fließen den Besitzern der Han- delsschulen zu, auf den Handelslehrern lastet die größere Leistung, und zwar ohne daß sich ihr Gebalt erhöbt bat. Leistung und Gebalt hat schon früher nicht in Einklang mitein- ander gestanden, lins sind z. B. die Verhältnisse eines Handels- lchrers bekannt, her seit 23 Jähren Unterricht in sämtlichen Buch- tübrungSarten, Korrespondenz, Rechnen, Deutsch, Stenographie. Schreiben, Handels-, Wechsel- und Schecktund«, Rechts, und Prozeß- wesen, Handelsgeographic. Bank- und Börsenwesen usw. erteilt und dafür monatlich 250 M. erhält. Ter Betreffende ist verheiratet. Er soll standesgemäß auitreten, entsprechend irobnen und dergleichen. Während des Krieges ist keine Gehaltsaufbesserung erfolgt, wäh- rend die Anforderung an die Arbeitskraft gewaltig gestiegen ist. Fast in allen Handelsschulen beträgt die Unterrichtszeit für die Lehrer 16—50 Stunden wöchentlich. Daß dies ein Mißverhältnis ist, ergibt sich daraus, daß die Lebrer an den VoffS- und Fort- hildurigsschulen wöchentlich nur eine Ilmerrichtszeit von 26--V0 Lehrstunden haben. Dabei ist aber noch ein anderer Unterschied in Betracht zu ziehen. Während im ollgemeinen die Schillröume gesund und lustig zu sein pflegen, muß der Handelslekrer in Räu- men unterrichten, die zumeist gar nicht für diesen Zweck gebaut sind. Es sind in der Regel ehemalige Wohnzimmer, die schlecht ventiliert und noch dazu überfüllt' sind, wodurch an der Gesundheit und Lebenskraft der Lebrer, die oft in einer Unterrichtsstunde in 4— 5 Abteilungen zugleich Unterricht erteilen müssen, geradezu Raubbau getrieben wird. Es gibt ztvar auch großmütige Handelsickulbesitzer. Diese gewähren eine vierteljährliche Prämie von 60 M.. wobei sie sich aber wieder vorbehallen. daß diese Prämie für jeden versäumten Tag, gleichviel wie die Versäumnis entstanden ist, um drei Mark gekürzt wird. Das sind im allgemeinen Zustände, die nach allen Richtungen hin abäuderungsocdiirftig sind. Solange aber die HandelSlebker nur die Faust in der' Tasche mächen, toird sich daran kaum etwas ändern lassen. Es mag richtig sein, daß der Selbsthilfe bis zu einem gewissen Grade der Umstand im Wege ist, daß intelligente Schuler und Schülerinnen, wenn sie einen Kursus hinter sich haben, ort zu Lehrern gemacht werden. Das kann aber nur in minder wichtigen Spezialfächern der Fall sei». Jede Handelsschule, die etwas leisten will, muß einen Stamm tüchtiger Lebrer haben, und wenn diese die gar nicht angebrachte„standesgemäße" Zurückhaltung abstreifen und sich organisieren würden, dann würden sich ihre Anstellungs- und'Arbeitsverhältnisse doch ändern lassen. Hoffentlich lernen sie in dieser Beziehung von den Arbeitern. tZerantworll. f. Poiack: Dr. Kranj Dimrich, Berlin-Friedeinui: für i. üirigen Zeil bei MatteS: Alfred T-twlz. JleijfjIIn; für Inserate: Tb«leite, Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts Buchbruckerei u. Verlagsanstalt Paul Ttnger& Co., Berlin?w. pierzn 1 Beilage und Unterbat tu Ilgsblotl. Herr n~Klcidun g Lüster- Jacketts ÄTl 9.50 13.50 LilSter-AnZÜge hell- u. dunkel geslreiit 30 M. TuSSOr- Anzüge imitierte Seide.... 25 M. AmWirrr» aus braui,em grünem rr Op0ri-/\nzuge i�nZen und Ebeviot... JJ M. Sport-Paletots Reise-Artikel Handkoffer 50 ' 7.25 Länge cm 6.50 8.00 8.75 ■U__ Jlr-z-v-f-fö-t- mit dunkelbraunem Sfoffbezug. 8 Sdiutzdecken, beweg- nanUKOIier liebem Metallgriff u. zwei Schlösse Länge cm ans hellen Cover-Coat- Stoffen......... M. 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Angestellte und Arbeiter in städtischen Anstalten, die daselbst Raturalverpflegung erhalten, es nicht verheiratete stehen in der Zu- läge den Ledigen unter 18 Jahren gleich; b) verheiratete..ohne Kinder stehen in der Zulage den Ledigen über 18 Jahren gleich. 3. Die Zulagen werden ab 1. Juni nachgezahlt. Von feiten der Magistratsvertreter und der bürgerlichen Mehr- beit wurden die Anträge auf. das lebhafteste bekämpft. Ein Ver- l reter des Magistrats erklärte, daß sich die Angestellten in den Krankenhäusern und Irrenanstalten weit besser stehen, well sie dort verpflegt werden. Alle die Sorgen, die. die Arbeiter, die nicht in Kost sind, mit dem Beschaffen der Lebensmittel haben, fallen für diese Angestellten fort. � Eine Erhöhung der Zulage» sei demnach nicht angebracht. Außerdem würde auch die Belastung durch die von den Sozialdemokraten geinünschte- Erhöhung den Stadtsäckel ganz erheblich. belasten. Für zirka 6000 ledige. Arbeiter und An- gestellte betrügen die Aufwendungen jetzt.pro Monat im Durch- schnitt 90 000 M.;.sie würden nach der Erhöhung 135 000 M. be- tragen. Die Lasten, die. die Stadt Berlin zu tragen habe, seien zu groß. Diese Ausführungen wurden selbstverständlick von den bürgcr- lichen Stadtverordneten unterstrichen, sagte doch einer dieser Herren, daß wir hier in Berlin nur 60 000. Zensiten haben, die ein Einkommen über 3000 3?!. versteuern. All die anderen. Steuerzahler versteuern weniger als 3000 M.; diese müßten also die Kosten der erhöhten Teuerungszulage für die Arbeiter und Angestellten in erster Linie tragen. Ein Standpunkt, den nie geltend gemacht wird, wenn es sich um leitende Beamte und Angestellte der Stadt Berlin handelt. Entsprechend dieser Nimmung wurden dann auch die Anträge der Sozialdemokraten gegen die Stimmen derselben abgelehnt. Statt dessen wurde beschlossen, die Teuerungszulage der Ledigen unter 18 Jahren auf 14 M.(bisher 12 M.) und über 18 Jahre auf 22 M. bisher 20 M.) zu erhöhen. Weiter wurde noch der Satz für Ver- heiratete ohne Kinder, die ein Gehast von 3000 bis 6000 M. be- ziehen, von 22 M. auf 30 M. erhöht. In diesem Falle hatten die bürgerlichen Herren ihre eigene Argumentation, daß doch der größte Teil der Steuerzahler unter 3000 M. habe, diese aber die Kosten mit decken müßten, wiederum vergessen. Bei einem solchen Standpunkt des Magistrats und der bürger- lichen Mehrheit ist es kein Wunder, wenn die städtischen Betriebe Qualitätsarbeiter auf die Dauer nicht behalten. Eine Aufbesserung der Gehälter und der Löhne wird abgelehnt, weil während' der Kriegszeit Veränderungen nicht � vorgenommen werden sollen, so daß in städtischen Betrieben heute noch Arbeiter und Angestellte vor- banden sind, die über nicht mehr als 110, 120, 125 Di. Einkommen im Mona: verfügen.� Buchbinder werden noch mit 3,70 M. Tageö- jatz. chzgtzstelll.'_______............ I..,. ..Man sollte doch nun erwarten� haß Wenigstens durch. gusreichEide Teüerullgszulagen ein.Ausgleich gegenüber den geringe» Löhnen ge- schaffen wird. Hierfür ist aber bei der bürgerlichen Mehrheit der Skadlverordneten und beim Magistrat kein Entgegenkommen zu fin- den. Arbeiter und Angestellte sollten daraus die Lehre- ziehen, sich ibrcn in Betracht kommenden Organisationen anzuschließen, um io durch die Macht der Organisation Verbesserun- gen herbeizuführen. Das Schicksal der Englischen Gasanstalt. Bon dem Vorfitzenden des Kreisausschusses des Kreises Teltow wird zu der kürzlich veröffentlichten Darlegung des Ber- lmer Magistrats geschrieben: Wie berichtet wird, hat sich Berlin an die- zuständigen Mi- nrster mit der dringlichen Bitte gewandt, die sachlich gebotene Regelung der Gasangelegenheit nicht durch.kommunalpolitische Gegnerschaft" beeinflussen zu lassen. Es begründet seinen An- Ipruch aus die Anstalt damit, daß die Einwohner der von ihm Gemeinden sieben Achtel des gesamten, von den englischen Marken erzeugten Gases verbrauchen. Diese Beweis- fuhrung ist a b w e g i g. Mit der„kommunalpolitischen Gegner- schuft find die Kreiskommunalverbände Teltow und Nieder- 6a 5 n'ch gemeint, in deren Bezirk die Hauptanlaycn der Eng- 'ander liegen und die sich ebenfalls um die Anstalten bewerben. Drefe Kommunalverbände vertreten einen großen Teil der- s e I b e n G a s a b u e h m er, die sich Berlin zugute rechnet, nämlich die Bewohner der kreisangehörigen Gemeinden. Die Gemeinden selber kommen als Abnehmer nicht in Frage. Gänzlich irreführend ist ferner der Hinweis, als könne durch den Zuschlag an die kkreiskommunalverbände die Zer- splitterung in der Gasversorgung vergrößert werden. Das Gegenteil ist der Fall. In den Gemeinden, die Berlin vertritt, wird Gas nur von den Engländern verkaust, andere Gasanstalten sind dort nicht vorhanden. Nur in Berlin selbst ist neben den Engländern, die zwei kleine Bezirke versorgen, die Stadt Berlin selbst Ver- käuferin von Gas. Bertin lehnt es aber begreiflicherweise ab, seine große Gasanstalt mit der zu erwerbenden englischen zu Vereintgen. Der Erwerb durch die Berliner Gruppe würde also an der bestehenden Zersplitterung nichts ändern können. Dagegen befinden sich zahlreiche einzelne Gasanstalten in den beiden Kreiskommunalverbäiiden, die sich zum großen Teil sofort mit den Kreisen vereinigen würden, wenn diesen die Englische Gasanstalt zufiele. Die angeblich erstrebte Vereinheitlichung der Groß-Berlmer Gasversorgung würde also nicht durch einen Zu- schlag an Berlin, das sogar eine Vereinigung mit seiner eigenen Gasanstalt ablehnt, sondern eben nur durch den Zuschlag an die Kreiskommunalverbäirde gefördert werden können. Sowest die Mitteilung des Kreisausschusses. Seine Einwen- düngen gegen die gestrigen Ausführungen Ues Berliner Magistrats sind völlig gegenstandslos. So vor allem, wenn erklärt wird, daß die beiden Kreiskommunalverbände„einen großen Teil derselben Gasabnehmer vertreten, die sich Berlin zugute rechnet". Diese Gasabnehmer haben sich dock durch ihre Gemeindevertretun- gen mit Berlin zusammengeschlossen. Die Landgemeinden sind gewissermaßen in dieser Frage aus dem Kreise ausgebrochen und der Kreis hat demzufolge kein Maichat mehr, ihre Interessen in der Gasversorgimg zu vertreten. Es bleibt also schon dabei: sieben Achtel der Interessenten werden durch die Städte Berlin, Schöne- berg urch Wilmersdorf und durch die größeren Landgemeinden deö Kreises Teltow vertreten und nur ein Achtel von den beiden Land- kreisen. Hoffentlich erleben wir hierbei nicht wieder das be- schämende Schauspiel wie beim Verkauf des Tempelhoter Feldes, wo auch die Interessen einer kleinen Landgemeilche den Jnler- «sien Berlins vorgezogen würdem, lieber den augenblicklichen«tand der Angelegenheit berichtet eine vielfach von amtlichen Stellen unterrichtete Lokalkorrespondenz: Wie wir von zuständiger staatlicher Stelle erfahren, ist eine Entscheidung über die von. den beteiligten Gemeinden und Ge- meindeverbänden abgegebenen Angebote auf das Unternehmen der Englischem Gasgesellschaft noch nicht getroffen worden. Die Angelegenheit bildet, da auch gemeindepolitische Fragen hinein- spielen, die eine Berücksichtigung erheischen, zurzeit den Gegen- stand dahingehender Besprechungen zwischen- den Ministern für Handel und des Innern. Auch die Rcichsregicrung(Auswärt!- ges Amt) ist an den Verhandlungen beteiligt. In erster Reihe steht jedoch die. Preisfrage. Wie verlautet, hält man in staat- lichen Kreisen die bisher abgegebenen Angebote für zu niedrig. Also die Berliner müssen tiefer in den Beutel greifen, dann haben sie Aussicht, das Werk zu bekommen! Zu dieser Angelegenheit geht uns von feiten des Berliner Magistrats folgende Erklärung zu: Die tatsächlichen Voraussetzungen/ von denen die Erklärung -de? Landrats ausgeht, sind vollständig, unzutreffend. Berlin, 'Schöneberg, Wilmersdorf. Friedenau/ Steglitz. Lichterfelde, Maricnselde, Mariendorf/ Lankwitz, Zehlendorf stehen vollständig einheitlich da und wünschen die Englische Anstalt als ein Ganzes anzukaufen und zu betreiben. Dagegen streben die beiden Kreise ' an, eine völlige Zerschlagung dadurch herbeizuführen, daß der Stadt Berlin ihr eigener Anteil, dem Kreis Niederbarnim das, was in ihm liegt, und endlich dem Kreis Teltow dasjenige zu- fällt, was nicht nur ihm. sondern dazu auch noch den beiden Städten Schöneberg und Wilmersdorf gemeinsam ist. Die Zer- splitterung ist also ganz auf feiten des Angebots der Kreise. Bei einem Zuschlag auf dieses Angebot würde das vollkommen widernatürliche Ergebnis entstehen, daß nicht nur diejenigen Ge- meinden Teltows, welche durchaus städtischen Charakter tragen und ganz wie Berlin ein Teil des Grotzstadtgebikdcs sind, sondern daß sogar auch die Städte Schöneberg und Wilmersdorf mit dem Kreise Teltow zusammengeschmiedet und.unter seine Leitung gebracht- würden. Das wäre ein Ergebnis, welches vom Stand- punkt der städtischen Entwicklung Groß-Berlins schlechterdings unerträglich erscheint, und eben um dieser Entwicklung entgegen- zuarbeiten, steht' Berlin' mit den'anderen neun Gemeinden fest zusammen. Auch hier begegnen wir den eigenartigen-Versuchen: die Sachlage so darzustellen, als ob das' gemeinsame Angebot ein spezifisch berlinisches sei. TaS Gegenteil ist der Fall.' Berlin betrachtet die ganze Angelegenheit lediglich vom Standpunkt der Groß-Berliner Entwicklung aus und bestrebt sich, ein Ergebnis bintanzuhalten, welches für die Sicherung der Groß-Berliner Werkbetriebe geradezu verhängnisvoll werden müßte. Keine Beschlagnahme der diesjährigen Obsternte. Die jüngst verbreitete Nachricht, wonach die Reichsstelle für Ge- müse und Obst die gesamte Obsternte zu beschlagnahmen beab- sichtige, ist nach einer Erklärung der Reichsstelle nicht zutreffend. Eine solche Maßnahme ist nur als äußerstes Notstandsmitlel für den Fall in Aussicht genommen, daß es nicht gelingen sollte, das für die Obstmusherstellung erforderliche Obst im Wege von LieferungS- Verträgen zu beschaffen. Lieserungsverträge über Gemüse dürfen, worauf die Reicks- stelle erneut hinweist, nach dem 1. Juli nicht mehr abgeschlossen werden. An diesem Tage verlieren alle Berechtigungsausweise ihre Gültigkeit.— Die über O b st abgeschlossenen Lieserungsverträge der Reichsstelle für Gemüse und Obst sind dieser unverzüglich von den in Preußen bestehenden Provinzial- und Bezirksstellen weiter- zureichen. Dies ist erforderlich, damit die Leitung der Reichs- obststelle so schnell wie möglich einen Ueberblick über die durch Lieserungsverträge gesicherten Mengen erhält, lieber bie Anzeige von U e b e r s,ch r c i tun g.e n. d e r Ge- m ü i e h ö ch st preise weist die. Reichsstelle für Gemüse und Obst infolge zahlreicher bei ihr aus nachgeordneten- Stellen täglich ein- gehender Beschwerden erneut darauf hin, daß derartige Eingaben nur dann ihren Zweck erreichen können, wenn sie die Einzelheiten, vor allem die Namen der Personen, die die Preise überschritten haben solle», und die geforderten Preise möglichst genau angeben, so daß ein Einschreilen erfolgen kann. Allgemein gehaltene Klagen und Beschwerden ohne Angabe solcher Einzelheiten sind ohne jeden Wert. Ueberschüsfige Milch. Bekanntlich ist die Milchverteilung in Groß-Berlin durch Karten geregell und das Quantum, das den Bezugsberechtigten zugeteilt wird, ist sehr gering. Auch kranke Personen erhalten nicht immer die ihnen dringend notwendige Menge. Nun kann man aber täglich in den Straßen von Moabit von den Wagen der M i l ch a n stall Schweizerhof und auch Volles Milch, die nicht abgesetzt wurde, in großen Mengen und natürlich ohne Karten kaufen. Manche Frauen erscheinen mit großen Eimern und erhalten bis sieben Liter. Weshalb wird, fragen wir. diese überschüssige Milch, wenn die Verteilung auf die Geiamtbevölkerung nicht durchgängig ist, nicht den Krankenhäusern überwiesen, wo doch die Kranken auch nur gerade notdürftig ernährt werden? Die Versammlung des Zweckverbandes Grost-Berlin ist zu ihrer nächsten Sitzung auf Montag, den 25. Juni, nach dem Berliner Rathaus einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die beiden-Zustimmungsverträge wegen Herstellung einer durchgehenden Stratzenbahnverbindung zwischen Neukölln und Spandau, die inzwischen schon in Betrieb gesetzt worden ist, und wegen der Verlängerung einer jetzt in der Dorfstraße zu Berlin- lvkariendorf endigenden Linie der Großen Berliner Straßenbahn in die Grotzbeerenstraße und späteren Fortführung nach dem Bahn- hos Marienfclde, der Bericht des Sonderausschnsses über die Wahl des juristischen Oberbeamten, für die, wie gemeldet, Regierungs- assessor Dr. Erich Schumacher in Potsdam vorgeschlagen wird, und eine Reche kleinerer Vorlagen. Der. Versammlung ist ferner eine Vorlage des Verbands- direktors zugegangen, in der ein Bericht über die zahlreichen Brände in den Groß-Berliner Verbandswal- düngen erstattet wird. Nach dieser Vorlage sind allein in den Monaten April und Mai 1917 innerhalb des Dauerwaldes 19 Waldbrände entstanden, wozu noch 8 Fälle konuncn, in denen das Feuer in der Entstehung erstickt werden konnte. Die beschädigte Fläche umfaßt rund 390 Morgen, der Schaden beträgt mindestens 45 000 M. lieber die Entstehungsursachen der Brände ist festgestellt worden, daß es sich beim Schonungsbrand in der Potsdamer Forst um eine vorsätzliche B r a n d st i f- t u n g, in den meisten anderen Fällen aber um leichtsinniges Umgehen mit Zigarren, Zigaretten oder Streichhölzern beim Rauchen handelt. Besonders zahlreich sind die Fälle, bei denen festgestellt ist, daß das Anlegen von Kochfeuer durch Wander- vögel. Jungmannen und andere Gruppen von Ausflüglern die Ursache gewesen ist. Die Bekämpfung der Waldbrände konnte in den meisten Fällen wirksam durchgeführt werden. Nur bei dem großen Brand in der Oberförstcrei Grünau fehlte es an rechtzeitiger Löschhilfe._ Die Ablieferungsfrist für die enteigneten Kupfer-, Messing- und Reinnickelgcgenftände ist bis zum 15/Juli 1917 verlängert worden. Die Ablieferung dieser Gegenstände kann also noch bis zu diesem Termin in der Sammelstelle Stadthaus, Eingang Stralauer Str. 15/22, Einfahrt I, Hof rechts im Keller stattfinden. Verkürzte Verkaufszeit im Schuhhandel. Der Schuhhandel Groß- Berlins hat den Beschluß gefaßt, vom Montag, den 18. Juni d. I., ab seine Geschäfte nur noch von morgens 9 Uhr bis nach- mittags s Uhr für den Verkauf offen zu halten.] „Gräfin Höchstem" nannte sich eine junge Dame, die vor einigen Togen in einem großen Hotel im alten Westen abstieg- DaS Edel» fräulem halte nur wenig Gepäck bei sich, erzählte aber, daß cS ihre Eltern erwarte, und erhielt darauf Kredit. Als die Hotclschuld be- trächtlich angewachsen war, versuchte sie, heimlich abzureisen und dabei auch noch ihre geringen Habseligkeiten mitzunehmen. Hier- durch erregte sie die Aufmerksamkeit der Angestellten, wurde ange- halten und entlarvt als eine 17 Jahre alte Elisabeth Reich aus Leipzig, die von dort aus auf Abenteuer ausgegangen ist. Ein Kakao-Schlnchhändler, der seine Ware auch noch verfälschte, wurde auf offener Straße festgenommen. Ein Malcrgehilse Kurt Schmidt hatte sich irgendwo außerhalb Berlins eine Kakaoquslle erschloffen und verlrieb die Ware unter der Hand in Berlin zu 30 Mark das Pfund. Auch dieser Preis genügte ihm noch nicht. Ersetzte seiner Ware noch Mehl zu, so daß seine Abnebmer oft mehr Mehl als Kakao erhielten. Eine Frau, die auf diese Weise bewuchert und betrogen worden war, traf den Schwindler zufällig auf der Straße und übergab ihn einem Schutzmann. Die Kriminal- Polizei fand bei ihm einen Gepäckschein über zwei Koffer, die er auf dem Bahnhof Alexanderplatz in Verwahrung gegeben hatte. Sie enthielten noch 30 Pfund Kakao. Schmidt war eben mit einem neuen Vorrat nach Berlin gekommen. Charwttenburg. Errichtung eines städfischeo ArveitSamtes. Der.Magistrat schlägt den Stadtverordneten die Errichtung eines städtischen Arbeitsamtes vor. Die Deputation für dieses Amt soll bestehen- aus fiinf Magistratsmitgliedern, zehn Stad merordne ten, darunter drei Arbeitgebern und drei Arbeitnehmern, und endlich ständigen Sachverständigen, � darunter mindestens drei Frauen. Der Deputation sind als Organe anzugliedern pgxi- tätische- Fachausschüsse. für die-wesentlichen Berussarken, sowie Be- rufspfleger und Berufspflegerinneu, die den- einKelnen Fugend» lichen oder sonst besonderer Fürsorge Bedürftigen zugewiesen wer- den. Die Erfahrungen, die zurzeit in der Fürsorge für Kriegs- beschädigte gemacht werden, legen es nahe, die Berufssürsorge in einer längst als notwendig erkannten Weise auszubauen. Von den einzelnen Zweigen der Fürsorge werden diejenigen, die sich nur apf die Vorbereitung-für eine Berufstätigkeit erstrecken,- in einer gewissen Zeit nach dem Kriege ihre Tätigkeit ganz oder teilweise einstellen können.-Dagegen wird die Sorge für die ArbeitSbc- schaffung, die im wesentlichen den'öffentlichen Arbeitsnachweisen obliegt, fortbestehen müssen. Immerhin muß die weitere Mit» arbeit der ärztlichen Fürsorge und der Berufsberatung auf alle Fälle gesichert werden, da es sehr wahrscheinlich ist, daß sie auch weiterhin in Anspruch genommen werden. Die Frage, ob diese Instanzen nicht auch erweiterten Aufgaben nutzbar gemacht werden können; liegt nahe. Eine solche Aufgabe wäre die Fürsoxge für die Invaliden des Friedens, die durch Krankheit öder Unfall um einen Teil ihrer Erwerbsfähigkeit gekommen sind. Die für die Kriegsbeschädigten geschaffenen Fürsorgeorganisationen werden die gleiche Arbeit für diese Invaliden des Friedens ohne weiteres leisten können. Sie werden ferner in erheblichem Grade mitar- betten können bei der Beratung und Ausbildung der gewerbsrätigen Jugend. Durch die Einrichtung und den Ausbau des Arbcitsnäch- weises, durch Angliederung einer Berufsberatungsstelle, verbunden mit Lehrstellc.nvcrmittlung, ist man seit langer Zeit bemüht, diesen Aufgaben gerecht zu werden. Die genannten Einrichtungen können ihren Zweck aber erst dann ganz erfüllen, wenn ihr AufgabenkreiS eine doppelte Erweiterung erfährt, und zwar: erstens durch Schaffung von sorgfältig durchgearbeitetem theoretischen und praktischem Material als Unterlage für eine durchgreifende Berufs- bireftung-Ätttd zwetteus sine-Eiavoiterung diirch Einrichtung eiuer umfassetrden; Berufsfürsorge,, die-es ermöglicht, den. in Frage kommenden Personen auch-weiter helfend und beratend zur- Seite zu stehen. Es würde demnach das- neue Arbeitsamt 5 Teile um» fassen: 1. die Abteilung für Sammlung und Ausarbeitung des Materials für die Zwecke der Berufsberatung, 2. die Berufsbe- rawngsstelle, 3. die Lehrftellenvcrmittlung, 4. den Arbeitsnachweis, 5. die Berufspflcge mit Sonderabteilung für Jugendliche(Er- ziehungsbeirat). Charlotten-burg besitzt fast alle Einzelorgane, die für die Erftillung der Aufgaben des neuen Arbeitsamtes erforder- lich sind, nämlich die schulärztliche Organisafion, die Mitwirkung der Schule und der Schulärzte bei'Feststellung von Angaben über die zur Entlassung kommenden Schüler und Schülerinnen, ferner den städtischen Arbeitsnachweis mit Lehrstellenvermittlung und Be- rufsberatung, einen Beirat mit Fachausschüssen, zunächst für die Kriegsbeschädigten, der aber zur Uebernahme der gleichen Ausgaben für Unfallverletzte. Kranke und Jugendliche durchaus bereit ist, eine Anzahl ehrenamtlicher Berufsberater, den Erziehungsbeirat der öffentlichen Waisenpflege, eine Beratungsstelle für Kviogerwitwen und Waisen, den Hauptausschuß firr Fugendpflege, die Fürsorge- stellen für Lungen-, Alkohol- und Geschlechtskranke und eine ärzt- lichc Beratungsstelle zunächst für die Kriegsbeschädigten.* Um ein großzügiges zielbewußtes Arbeiten aller dieser Einrichtungen auf die Tauer zu sichern.'ist nur die Zusammenfassung der'w-fchfigsten von) ihnen- zu einer Amtsemheit und der! zweckmäßige Ausbau der anderen erforderlich._ Neukölln. Verkauf von schierem Fleisch. Es sind darüber Klagen laut geworden, daß die letzten Kunden beim Rindsleischbezug nur Suppenfleisch erhalten können, während die ersten Kunden durchweg für alle Flcischkarten schieres Fleisch entnehmen. Damit auch den später kommenden Kunden schieres Fleisch geliefert werden kann, ist es erforderlich, daß die früher kommenden Kunden heim Einkauf etwa zur Hälfte schieres Rindfleisch und zur anderen Hälfte Rindfleisch mit eingewachsenem Knochen entnehmen. Der Magistrat von Neukölln hat eine dahingehende Anordnung bereits getroffen. Er weist ferner daraus hin, daß der Verkauf von Schmorfleisch mit einer Knochenbeilage, z. 33. 400 Gramm Schmorfleisch=- 2,32 M, und 100 Gramm Knochen= 5 Pf., zusammen 2/37 M. zu dem für Roastbeef festgesetzten Preise von 2,80 M. das Pfund u n z u» lässig ist und eine Preisüberschrcitung darstellt. Der Fletsch- Verkäufer macht sich hierdurch strafbar. Der Preis für ein Pmnd Knochen beträgt sowohl auf die Reichs- als auch auf die städtische Fleischkarte 22 Pf. — Lebcnsmittclnachrichtcn. Von heute bis nächsten Mittwoch dürfen in denjenigen Geschäften, in welchen die Anmeldung zuyl Bezüge von Grieß, Graupen usw. erfolgt ist, auf Abschnitt 27 der Lebensmittelkarte 100 Gramm Weizengrieß entnommen werden. Der Verkaufspreis beträgt für 100 Gramm 6 Pf., für 200 Gramm 12 Pf., für 300 Gramm 17 Pf., für 400 Gramm 23 Pf. und für 200 Gramm 28 Pf. Infolge der verspäteten Schlachwichbelieferuitg können die Fleischverkäufer ihre sämtlichen Kunden mit billigem Fleisch (städtische Fleischkarte) erst am Freitag und Sonnabend beliefern. Nach Befriedigung sämtlicher Kunden mit dem billigen Fleisch erfolgt der Fleischverkauf der aus die Reichsfleischkarte zustehenden Wochen- menge. Die Verkaufszeiten sind aus dem Kundenaufruf der Fleisch- Verkaufsstellen ersichtlich._ Schöneberg. Eierverteilung an werdende Mütter. Der Ma- gistrat gewährt bis auf weiteres allen schwangeren Frauen in den letzten 3 Monaten vor der Entbindung wöchentlich 2 Eier. Die Karten für die nächsten 4 ZVochen werden den Empfangsberechtigten durch die Post zugestellt._ Spandan. Städtische Lebensmittel. Der Magistrat schreibt; Von den hiesigen Einwohnern ist lebhafi darüber Klage geführt wor- den, daß sie in den Geschäften, insbesondere bei Brot und Butter. nicht das richtige Gewicht erhalten. Verschiedene Butterhandlungen haben auch die Einrichtung getroffeu, daß sie die auf eine Leben-- mittelkaris �ntfaffcnSa NuüermengS einzeln SuSwiegeN und' den Käufern soviel Pakete verabfolgen, als Lebensmittelkarten Vorhan- den sind. Es tritt hierdurch eine Benachteiligung der Käufer ein, da ihnen durch das Mitwiegen des zum Verpacken benutzten Papiers eine entsprechende Buttermenge entgeht. Die Geschäfte werden drin- gend ersucht, der genauen Gewichtsfeststellung besondere Aufmerk- samkeit zu schenken, da sie im andern Falle Bestrafung zu gewär- tigen haben. Geschäfte, welche städtische Lebensmittel zu verkaufen haben, müssen jetzt ihre Läden pünktlich um 7 Uhr morgens öffnen, andern- falls muß ihnen der Verkauf von städtischen Lebensmitteln ent- zogen werden. Es ist eine weitere Sendung Kriegsmus eingegangen, welches den Geschäften in der Altstadt, Stresow und Klosterfelde zugeführt wird. Mit dem Verkauf kann sofort begonnen werden und zwar ist gegen Vorzeigung der Lebensmittelkarte, ohne Abtrennung eines Feldes, ein Pfund Kriegsmus zum Preise von VM M. zu verabfolgen. Sriefkaften üer Reüaktlon. 51. B. 17. Sie sind zur Rückgabe der Geschenke nicht uerpflichlet.— Pcctsch. Wenn Bedürftigkeit vorliegt, wird die Kriegsunterstützung ge- zahlt. Antrag ist unter Einreichung des Unterstützungsschcines, den Sie von Ihrem Ehemann einfordern müssen, an die zuständige Steuerkasse zu stellen.— M. G. 423. Ja.— L. F. G. Antrag aus Unterstützung zu stellen erscheint uns aussichtslos. Dagegen könnte Ihr Mann beim dortigen Kriegsausschug einen Antrag aus Ueberweisung nach einem hiesigen Be- triebe stellen.— Scki. G. 5. Die Zeichen kennen wir nicht.— L. 108. 1, Von doppelier Löhnung ist nirgends etwas bestimmt. 2. Für Mannschaften besteht leider solche Bestimmung nicht wie illr Unteroffiziere. — K. B. Wenn Sie nachweisen können, datz Ihre Söhne Sie vor der Sinbcrusung überwiegend unterstützt haben, können Sie Kriegsunterstützung beantragen. Es besteht aber wenig Aussicht aus Erfolg.— Zl. H. 100. Wir können Sie auch nur an ein Farbenspezialgeschäst verweisen.— E. H., Spandau. Im Gewerkschastshaus und den Konkordia-Fcstsälen.— C. W. 100. Wenden Sie sich an den Magistrat, Abt. sür Krankenernährung. — Köpenick 20. Für die Tagesschicht steht Ihnen keine Brotzusatzkarre zu.— Zl. E. III. Der Mindestbctrag der Zuchthausstrafe ist ein Jahr. — KriegSinbaNde Malmö 7178. 1. Holländer. 2. In Schweden handelt es sich um einen sozialistischen Jugend verband, der sich als selbständige Organisation neben der dortigen Partei entwickelt hat und eigene soz. radikale Politik betreibt. 3. Ohne Teer.— I. K. Solche Adressen geben wir grundsätzlich nicht an.— Ä. M. Württemberg.— I. B. Berlin-Friedenau, Feuerbachstr. IS.— M. W. Warten Sie jetzt erst einen Bescheid ab und teilen Sie uns diesen dann zur evtl. Veröffent- lichung im Blatte mit.— F. W. 234. Sie haben leinen Anspruch aus Monatsgehalt.— H. S., Köpenicker Str. Reichseinkommcnsteucr können Sie nur einmal zahlen, dagegen können Sie bei doppeltem Wohnsitz zweimal zur Gemeindeeinkommensicuer verpslichlet werden.— F. H. 25. Wir verneinen die Schadenersatzpflicht, da es von der Firma fahrlässig gc- handelt ist. einen so jungen Menschen mit solchem Austrag zu betrauen.— ff. K. 42. Auch sür die auss Land geschickten Kinder ist Einmachezucker bestimmt. Mitteilungen über die Art und Zeil dieser Verteilung werden. erst später erfolgen.— Nieder-Schöneweide 0. 1. und 3. Ja. 2. Rem. WetterauSsichte« für daS mittler« Rorddentictila»» dt« Freitag mittag. Warm, trocken und vielfach Hefter, im Süden strichweise leichte Gewitter. Sind Augengläser schädlich? Nur. wenn si, schief sitzen, nicht passen oder verkratzt sind. Ein schief hängendes Bild ist den meisten Menschen ein Greuel; aber wenn deren Gläser in unmöglicher Stellung vor den Augen sitzen, so finden sie nichts dabei. Doch lönnen darunter die Augen leiden. Meist wird dadurch Ermüdung und Nervosität begiinstigt. Sitzen die Gläser schlecht, so ist dies ebenso nachteilig, als wenn sie schlecht passen. Aber häßlich und schädlich sind zerschrammte Gläser, die nicht mehr passen und schief sitzen. Wir haben elegante, fest und gut fitzend« SugenglSser, deren Stellung vor den Augen wir Ihnen ebenso genau anpassen werden wie die Gläser, die wir Ihnen auf Grund sorg- sältiger Untersuchung fertigen. Vielleicht genügt eS schon, wenn Si» sich«in Paar neu», punktuell abbildende Punktorikgläser für M. 4.— oder ein Paar Sanoskopgläser sür M. 6.— in Ihr« alte Fassung setzen lassen. Wir richten Ihnen dann das Gestell, wenn irgend möglich, genau grade und sorgen ge« wissenahft sür schönen Sitz. Wir garantieren sür passende Gläser sowie für guten Sitz und für die Haltbarkeit der Fassung. Ihr Augenlicht ist unersetzlich. Bringen Sie eS nicht in Gefahr, nur um eine lleine Aus« gab» für neue Gläser zu ersparen, sondern lesuchen Si»»nS recht bald. Wilmersdorf: Vnflner Str. 132-3 a. v. utzla»d Elitz» Optiker RuHnke SO. Vm Alexander-Platz neben»sitztug««. Sxlltelmarkk.«"» verkauft! Die original Standard Bereifung Fahrräder ist neu. leicht und gefällig. 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Den Kollegen zur Nachricht, dass unser Mitglied, der Mecha- niter �Vildelm küdf Berlin-Buchholz, Ehamilsostr. 8, am 10. Juni gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. Juni, nach- mittags 3st, Uhr, von der Leichen-. Halle deS Gcmeinde-FriedhoseS in Buchholz aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. hfaehrnfe. Den Kollegen serner zur Nach- richt, dass unser Mitglled, der Dreher Ulbert OKI am 7. Juni gestorben ist. Den Kollegen serner zur Nach- richt, dass unser Mftglied, der Fräser Eimil Franke Pankow, Berliner Str. 78, am 8. Juni gestorben ist. Ehre ihrem Andenke» l 175/10 Tie Ortsverwaltung. Vertiand der Bnreacangestellten Deulsctilands. Ortsgruppe GroU-Berltn Am 10. Juni verstarb unser Mftglied, der Krankenkassen- angestellte Wütietm Ehrhardt (Jnnungskrankcnkasse der Bäcker) im 54. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhoss in Neukölln, Mariendorser Weg, auS statt. Um zahlreiche Beteiligung ersuch! 47/2 Die Ortsverwaltung. flesangverein „Unverdrossen44 Als weiteres Opser deS Welt- trieges siel am 30. Mai 17 unser lieber Sangesbrudcr Otto. Wir werden seiner stets in Ehren gedenken. 50/19 Der Borstand. Dectsclier Transportarbeiter-YBrtanil. Bezlrksverwaltung Groll-Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dass unser Kollege, der Bier- sahrer Georx Radunke am 10. Juni im Aller von 47 Jahren verstorbm ist. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 14. Juni, nach- mittags 2'/, Uhr, von der Leichen- Halle des neuen Neuköllner Fried- hoses, Goltlieb-Dunkelstrasse, auS statt. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, dass unser Kollege, der Bretterträger �uxusi Hiddel von der Fa. E. Stumm, Elsenstr., am 9. Juni im Alter von 52 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Domierslag, den 14. Juni, nach- mittag» 3 Uhr, von der Leichen. balle des Martha-KirchhoscS in AhrenSseldc aus statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dass unser Kollege, der Hausdiener Wilhelm Weike von der Fa. C. M. Hossmann, Niederwallstrasse, am 11. Juni im Alter von 57 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 14. Juni, nach- mittags 5'/, Uhr, von der Leichen- halle des neuen Jakobi-Kirch- hoses, Neukölln, Hivmannstrasse 99/105, aus statt. Um rege Beteiligung wird er- sucht._ Nachruf. Den Mitgliedern lenter zur Nachricht, dass unser Kollege, der Kohienarbeiter Karl(nese am 10. Juni im Alter von 50 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenke« k 5/2 Ole Bezlrksverwaltung. 3 nAreien Stunden. Romane und Erzählungen für das arbeitende Volt. Pro Heft 15 Ps Buchhandlung Vorwärts. Berlin SW 58, Lindenstrass« 8. Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, ildass am l. Juni mein lieber, unvergehlicher jüngster Sohn. >Iunser guter Bruder, Schwager und Onkel, der Tclegraphist Walter Saupe in einem Feldlazaiett seiner drei Tage zuvor erhaltenen schweren Verwundung im blühenden Alter von 19 Jahren erlegen ist. In tiefster Trauer im Namen aller Hinterbliebenen MWb Die schmerzcrsüllte Mutter Wlftve Aiigaste Sanpe. Ruhe sanft in fremder Erde! Berltn-Paokow, Neue Schönholzer Str. 13p, den 11. Juni 1917. (Beileidsbesuche dankend verbeten.) Unterhaltungsblatt öes vorwärts So fern unö doch so nah. Stockholm, 8. Juni 1S17. ES sind Wortehandwng Vorwärts, Berlin LW. 68, Lindern siratz? 3. Niesenknuincheii, Riesenbelgier, Riesenjchecken. meitzc Riesen, Deck- flation, snoiibillig, Riesenauswabl. Steine)!, Arndtstratze 46. 241 K* Tevvcch-Thomas, Drtmtenftr. 44 spottbillig, sarbsebierbafte Teppiche, Gardinen. Vorwärtslejern 5 Prozent Eztrarabatä_______ 64* LkaNincheii, Belgier, weitze Riesen, Silber, KreuzungStier«, drei große Rammler. 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Meldungen werktäglich von 10—12 Uhr in Berlin-Schöneberg, Vorbergstr. 4 II. 49/7 Korps der AltersMreiwilligen. sucht Hintz- Fabrik, Berlin-Mariendorf, Lankwitzer Str. 16. 4829L Zeitungsausträgerin für Reinickendorf-West geiucht. Kienafi, Borsig- Walde, Räujchstratze 10.* i Frauen zum Zeitungaustragen sucht„Vorwärts*-Ausgabestelle, All- Boxhagen 56, Laden.* Botenfrau sür Mahlsdors zum 1. Juli sucht..Vorwärts*-Svedition Kaulsdors, Ferdinandstratze 17, Hetz- berg.* Zeitungsausträgeriunen können sich melden.„Vorwärts"-Ausgabe- stelle, Lausitzerplatz 14/15.* Botenfrauen verlangt sofort Aus- gabestelle Greijenhagenerstratze 22.* Botenfrauen werden eingestellt „Vorwärts", Charlottenburg, Sesen- heimerstr. 1.* Botenfrau stellt sofort ein„Vor-, Wärts'-Ipeditton Spandau, Moltke- stratze 7.* Zeitungsausträgerin sofort ver- langt„Vorwärls"-Speditton Pankow, Mühlen siratze 70.* Zeitungsausträgerin für Veitzen- see sofort gesucht..Vorwärts"-Spe- dition, Berliner Allee 11.* Zeitungsausträgerin verlangt Vorwärts"- Spedllion Schöneberg, Meiningerstratze 9.* formateschneider für photogr.?apiere gesucht. Olm Werke vorm. Dr. Heinrich Byk, 48j5» Oranienburg. Norardeiter für Klempnerei, Kupferschmiede und Dreherei, Einrichter für Revolverdreherei und Fräserei, Betriebsschlosser, Zimmerleute »der Bautischler stellen ein I�umpler>Verl(e G. m. b. H., Arbeiterinnen werden bei guter, dauernder Beschäftigung sofort noch eingestellt. Atunilionssabrik Joses HeUbach, Berlin- Hohenschönhausen, Göckestratze. 239K* 'Anlegerinnen sowie jugendliche HUjsardeiterinnen josort. Buch- druckcrei Ziminerstratze 88. 241K* Biusemtähertn, guter Genre. Akkord, dauernde Leschäjtigung, auch Anlernen. Fuhrmann, Romuuener- stratze 23, vorn. Lehrmädchen fürs Lager mit guter Handschrfft sucht sofort S.Rosen- bäum, Jnb. Emil Knoller, Damen- konsektion. Alle Leipziger Str. 7/9. Bet>I!n-.loIlz»imistIml. 482SL i Tüchtige Montagearbeiter für Effenkonstrukttonen werden sofort emgestellt. Kammerickwerke. Zu melden Neubau Deutsche Waffen- und MunllionS-Fabriken, Tor 3, Wittenau, bei Montagemeister Hartmann. 276/14* SuchhäntUerin mit einigen Literaturkenntnissen für unsere Lad enbuchhandlung gesucht. '.Hauptexpedition des„Vorwärts", Lindenstr. 3. 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Einige tüchtige Glasbläser, mit der Herstellung von Glühlsnipell o*« Thernißsllaschen vertraut, werden zur Herstellung von Kriegsbedarf gesucht von der Porzellanfabrik Ph.Roseiitbal&Co, A.C. _ Selb(Bayern) 49/6 tilchler als Hausdiener sucht sofort 2614b Credithaus„Belle-Aliiance" Belle-Alliancc-Stratze 100. Alllklstrilllltll sucht Druckerei 48302\ Hintz-Fabrlk, Berliu- i Mariendoif, Lankwitzer Stratze 16 Ärbeiterinnen auf Blusen u. garniert eKIeid er autzerm Hause suchen 2610b* Bnll& Müller. Schütz enstr. 15/17, Port. II, Hos III. Frauen n m sür schwere Transport-Hos- und W Ladearbeiten i. Freien verlangt. I Meldung 1I19— 9 Uhr morgens. | Alex. Herman, G. m. b, H. Berlin. Pankttr. 39.* Fantasiefedern. Tüchtige, geübte Flügetkleberinnen sowie Binderinnen im und autzerm laufe verl. A.& J. Freystadt, oinmandantenstr. 77,78.__* Arbeitlmneii sucht Buchbinderei j Blnt--Fabrlk. Berlin Mariendors, Lankwitzer Sttatze 16. I in- h tzc 16. � Maschinensteppertünen, geübte. verlangt Friede. 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