Jr. 126. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Bost- Abonnement: 3,30Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 3. Juni 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Der Fünfundvierzigstes ift in Sachſen längst Wirklichkeit. Eine größere Portion Ordnungsparteien dagegen nur wenig berührte. Und diese Verstand als in Sachsen haben die Ordnungspartei ler auch Maßregel war keine vereinzelte sie wurde in sehr vielen ist gewählt. Der Plauener Wahlkreis im sächsischen Vogt- anderwärts nicht; auch keine größere Portion- Unbefangen Gemeinden durchgeführt, woraus mit Bestimmtheit auf einen land, um den wir seit 20 Jahren gerungen haben, ist heit in bezug auf sie Anwendung der Mittel; und auch gemeinsamen Plan geschlossen werden muß. endlich in unseren Händen, und die Bevölkerung jenes eine eifrigere Unterstützung seitens der Behörden vom Der Wahlkampf selbst ist der heftigste, der jemals in Kreises, der zu vollauf neun Zehnteln aus Arbeitern und obersten Minister bis zum untersten Dorf- Nachtwächter diesem Wahlkreis und in Sachsen gekämpft worden ist. Proletariern besteht, hat zum ersten Male statt können sie in keinem anderen Land finden. Alle geistigen Waffen" unserer Gegner wurden hervoreinen Vertreter des Geldsacks einen Vertreter Wenn nun das Alles in Sachsen uns keinen Schaden geholt und sie wurden benutzt ohne Scheu und Scham. der Arbeit in den deutschen Reichstag Reichstag gesandt. hat zufügen, wenn es unseren Marsch nicht hat hemmen Kein Mittel der Einschüchterung und der Bethörung blieb Und jetzt hat die Sozialdemokratie a cht sächsische Reichs- können, dann wird es auch in dem übrigen Deutschland unversucht; die plumpsten und gemeinsten Lügen gegen die tags- Mandate mehr als jemals zuvor in diesem Mutter nicht geschehen. Mehr als die vereinigte Reaktion in Sozialdemokratie sogar das Ammenmärchen vom„ Theilen", und Musterlande des Kartells, wo seit 20 Jahren seit Sachsen leistet, kann sie überhaupt nicht leisten wenn sie wurden den Wählern vorgesetzt; die schuftigsten VerleumMitte 1875 sämmtliche reaktionäre Parteien sich gegen nicht zu offener Gewalt greift. Und das steht auf einem dungen wieder aufgewärmt oder original aus den Fingern die Sozialdemokratie zusammengethan, und in der Regierung anderen Blatt. gesogen. Von Vernunftgründen, von Belehrung keine Spur und allen Staats- und Gemeindebehörden die rückhalt- und rücksichtsloseste Unterstützung gefunden haben. Die Plauen'sche Wahl war eine richtige Kraftprobe". nur der Appell an die Dummheit und an die niedrigsten Unsere Feinde selbst haben sie als eine solche bezeichnet; und Instinkte und Leidenschaften. Die antisemitische Jauche, Eine Zeit lang gelang es in Sachsen der koalirten und sie haben alles aufgeboten, was in ihrer Macht ist, um uns der konservative Mist und der unsaubere nationaltartellirten reaktionären Masse, den Vormarsch der Sozial- den Sieg zu entreißen. Was sächsische Behörden vermögen, das liberale Quark, die bei der ersten Wahl einander gegens demokratie aufzuhalten und sogar sie in diesen und jenen haben die Wahlen gerade in diesem Plauen'schen Wahlkreis uns seitig ingrimmig befehdet hatten, waren zu einem Wahlkreisen zurückzudrängen, nicht indem man uns klassisch gezeigt. Die reaktionäre Energie, die in der duftenden Ordnungsbrei zusammengelaufen, der sich wie Boden entriß, sondern dadurch, daß die politisch Beamtenschaft jenes Kreises steckt, hat sich in ihrem ganzen der Ausbruch eines Schlammvultans über den Plauener Trägen und Gleichgiltigen gewaltsam mobil gemacht Glanz bei der vorjährigen Wahl gezeigt, die der Reichstag Wahlkreis ergoß. -herangeschleppt" wurden, eine Praxis, die bei den ob der zahlreichen Ungesetzlichkeiten gröbster Art hat kassiren Die Sozialdemokratie war auf dem Posten. Die Lügner wüsten Faschingswahlen des Jahres 1887 zur höchsten müssen ein Umstand, der bei der hierdurch nothwendig wurden entlarvt und die Verleumder, wie unartige Hunde, Blüthe gelangte. gewordenen Nachwahl eine wunderbar gute Trumpfkarte mit der Nase in den eigenen Unrath gestoßen. Leider nicht Die Sozialdemokratie ließ sich aber nicht irre machen. in den Händen der Umsturzpartei" bildete. Diesmal waren persönlich. Ihre Feigheit sorgte dafür, daß wir der Buben Auch sie ging unter das Heer der Unwissenden und In- die Behörden vorsichtig, und von Dresden aus waren nicht habhaft werden konnten. Sie warfen ihre Stintdifferenten, und begann das Werk der Propaganda. gewiß die ftrittesten Ordres erlassen. Die Staatsbeamten bomben und Schmuzkübel aus dem Hinterhalt, sie tagten oder befleißigten sich auch sichtbarlich einer studirten Un- richtiger: nächteten hinter verschlossenen Thüren, und bemühten sich uns mundtodt zu machen, indem sie nach Kartellbruder" Die sozialdemokratischen Lehren, die aus der Wissenschaft und aus den Thatsachen ihre Kraft saugen, und durch parteilichkeit. die wirthschaftlichen und politischen Verhältnisse den Daß man die Stichwahl auf einen so frühen Termin Sitte die Säle abtrieben. Nun so konnten wir unter Stempel der Wahrheit aufgedrückt bekommen, erwiesen anberaumte, sollte natürlich nicht eine Ueberrumpelung freiem Himmel, nach guter alter germanischer Sitte ins sich stärker als die Lehren der Kartellbrüder, deren sein, deren sein, denn die Sozialdemokraten lassen sich bekanntlich Gericht gehen mit den Lügnern, Verleumdern und VoltsWorte durch ihre Handlungen und durch die Logik der nicht überrumpeln. betrügern. Und es ward ihnen nichts geschenkt. Thatsachen Lügen gestraft wurden. Und allmälig ging es Und daß just der Tag der Stichwahl für die Am 1. Juni hat das Volk seinen Wahrspruch abwieder vorwärts. Die Sozialdemokratie zeigte sich stärker Einberufung der Reserven( ausgesucht ward, ist un gegeben. Er lautete auf Schuldig gegen die Kartellals alle übrigen Parteien zusammengenommen. Seit zweifelhaft nur ein Zufall, der freilich für gesellschaft. Der Plauen'sche Wahlkreis ist vor dem„ Uebel" 1890 ist fie trotz aller Anstrengungen der vereinigten die Ordnungsparteien recht glücklich war, sintemalen er bewahrt worden, und Gerisch mit imposanter Mehrheit reaktionären Parteien und Machtfaktoren wieder stetig uns etliche hundert Wähler mehr entzog als ihnen. gewählt. Es ist das kein Augenblickserfolg, den der Augenim Avanciren. Wie schon gesagt, heute haben wir in Sachsen Nicht dieselbe Bartheit der Auffassung bekundeten die blick wegschwemmen kann es ist das Ergebniß harter, mehr Reichstagssige als jemals zuvor; und die Zahl der sozial- Gemeindebehörden vieler Ortschaften. Sie erließen z. B. fleißiger Arbeit und viel- jahre langer Kämpfe,- von jahrelanger demokratischen Wähler nimmt fortwährend zu. Es ist dies Ukase, die alle Wähler, welche seit Aufstellung der Wähler- beiden Theilen mit Aufgebot all ihrer Kräfte geführt. wichtig für die Beurtheilung unserer Partei- Aussichten- listen der Hauptwahl verzogen" find, d. h. den Wohnort Der Plauen'sche Wahlkreis ist erobert und er gehört und die beste Widerlegung des albernen Geredes der gewechselt haben, des Wahlrechts für die Stichwahl verlustig von nun an der Sozialdemokratie. Bennigsen und sonstigen Kannegießer: die Sozialdemokratie erklären eine durch nichts zu rechtfertigende Willhabe ihren Höhepunkt überschritten und es bedürfe nur fester türmaßregel, die viele hunderte von sozialdemokratischen Geschlossenheit der Ordnungsparteien, um uns zurück- und Wählerngan der Ausübung des Stimmrechts verhinderte schließlich niederzuwerfen. Was diese Klugmeier wollen, die, aus wirthschaftlichen Gründen seßhafteren Wähler der Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. " Vivat sequens. Plauen ist unser folgen. Pinneberg wird Nimm mein Bedauern, alter Kämpe," erwiderte Da- selbst. Nach und nach wurde allenthalben der Raum enger, gobert:" Ich denke aber, wenn's zum Treffen kommt, läßt denn die zum Kampf gemeldeten und schildfähigen Ritter Dein Knecht so wenig von Dir, als Du von ihm zu lassen und Edle kamen langsam zu Rosse angerückt, umgeben von 54 gedenkst. Es müssen nur erst einige Tage über dem Zwist reisigen Wappnern mit Fähnleinträgern und Trompeten vergangen sein. Laß mir den Burschen heute. Ich habe bläsern. In doppelter und dreifacher Reihe scharten sie sich einen Ritt zu thun, der mich bis übermorgen außen halten um die noch verschlossenen Schranken der Stechbahn. Zug dürfte. Vollbrecht soll wohl genährt werden während dieser weise tamen nun auch die anmuthig und köstlich geschmückten Frist, und ich verspreche Dir im voraus, daß er wieder Frauen herbei, und bildeten den schönsten Kranz auf den bei Dir eintritt, wenn Du die Zusage leisten willst, ihr überfüllten Emporbühnen. Die vornehmen Würdenträger Des Herzogs Worte waren bedenkliche Räthsel für den nicht mehr gar so schmählich hungern zu lassen, als der Kirche, die, adeliger Geburt und selbst unter Inful jungen Mann; allein, gewöhnt, in ihm den trefflichen bisher."- Bon Herzen gerne!" versicherte der Edelknecht: und Kardinalshut weltlicher Ritterlust nicht entsagend, Mann zu verehren, grübelte Dagobert nicht lange nach dem allein, wie sagt Ihr? Ihr habt einen Ritt vor? heute den Abscheu nicht theilten, mit welchem die Geistlichkeit dunkeln Sinn, sondern ging, um sich zu seiner Aufgabe an diesem Ehren- und Freudentage sämmtlicher Ritterschaft? niederen Ranges die Kampfspiele betrachtete, nahmen die vorzubereiten. Auf der Straße kam ihm Gerhard entgegen, Wie ist das zu verstehen?"" Das heißt so viel als: Dich für sie bestimmten Bänke ein, und musterten lächelnd, in vollständigem Fechterzeug, von vielem Volte umgeben, fümmert's nicht," entgegnete Dagobert. Wo finde ich den in fremder wie einheimischer Zunge scherzend, das schöne, um sein Wappenschild dem Turnierkönige zu überbringen. Langen?"" Im Maulbeerbaume figt er," murmelte Ger- überzählig anwesende Geschlecht. Noch war die Bahn leer, Freundlich hielt er bei seinem jungen Freunde, allein dieser hard:" Ihr aber seid ein Geheimnißkrämer, mit dem nicht noch lagen die Fallbäume und Gitter im Schloß; da eilten merkte bald, daß sogar die Freude über die bevorstehende auszukommen ist. Schon gut indessen. Ich hole mir Ruhm geschäftig die Kampfrichter herbei, begaben sich durch das Kampfeslust nur schlecht einen heimlichen Merger verbarg, und Preise, während Ihr ich schwöre es- auf irgend engste Pförtlein in den Rennkreis, bestiegen ihre Stühle, der sich nicht von dem Gesichte des Hilfshofners verdrängen ein verliebtes Abenteuer zu Dorfe reitet, und am Ende mit und winkten den Turniervögten zur Ordnung, den Spielließ. Dagobert fragte nach der Ursache, und Gerhard, der zerbläutem Rücken heimkehrt." leuten zur Pflicht. Von den Söllern der letzteren ertönte vom Pferde stieg, und seine Schildträger allein ziehen ließ, Sie trennten fich, und Dagobert ging nach dem be- ein vollstimmiger andauernder Jubel, und festlich prangende zögerte nicht, sie ihm zu entdecken.„ Stellt Euch vor;" sprach zeichneten Hause. Wer indessen Füße hatte, zu laufen, und Klänge. Denn der Kaiser langte foeben, von dem leucher:„ der Schuft, mein langer Vollbrecht, hat mir den Dienst Ellenbogen, sich in dem Gedränge Platz zu machen, stürmte tenden Geschwader prächtig gerüsteter Fürsten und Herren aufgefagt. Denkt Euch, der Bursche, der mich seit zehn dem Turnierplage zu. Die Mittagsstunde kam und ging. umringt, auf dem Plaze an. Sein lentsamer Schimmel, Jahren begleitet, wie der Schatten den Körper, hat mir Die Sonne schien heiß auf die Scheitel der gaffenden bunt verziert mit Straußenfedern und Goldbändern, tanzte Balet gesagt. Er behauptet, der unverschämte Knecht... Menge, aber unbeweglich wie eine Mauer hielt das Volk stolz daher, indessen neben ihm der schwarze Hengst des er werde mit jedem Tage magerer in meinem Brote. Ab- den Platz besetzt. Die Fenster und Erker und Söller der Herzogs von Desterreich- Tyrol seinen schweren gewichtigen scheuliche Verleumdung! Da habe ich ihn denn ziehen lassen umliegenden Häuser füllten sich mit Neugierigen, die Giebel- Schritt hielt. Der Herr der Pfalz und Bayerns Fürst in Gottes Namen, ärgere mich aber dergestalt, daß mich zacken und Dachrücken trugen unzählige von tecken, schwindel- ritten dicht hinter Friedrich, welcher, den Wirthspflichten eine Katze in den Sand strecken würde, falls ich jego mit freien Gesellen, die, gleichsam in freier Luft schwebend, sich getren, schnell an der Treppe, die au des Kaisers Stuhl ihr turniren sollte." etwas darauf einbildeten, höher zu siken als der Kaiser führte, absprang, mit der linken Hand eine Geberde machte, 00 Politische Leberlicht. Berlin, den 2. Juni. noten. Profeffor Dr. Paasche warnte vor einem Schablonisiren neue Parteiprogramm versammelt hatte, welche unter dem in einem etwa vorzulegenden Gefeßentwurf. Rittergutsbesizer Vorsitz des Abg. Reinh. Schmidt( Elberfeld) stattfanden Wenndorf zieht bei allen etwa einzuschlagenden gesetzlichen und zu einer vollständigen Einigung in den einzelnen Gerisch zieht als 45. sozialdemokratischer Reichstags: Maßregeln die obligatorischen statt der fatulativen Be- Punkten führten". Der Entwurf werde demnächst noch einer ftimmungen vor. Den letzten Standpunkt theilt Herr Abgeordneter und als achter Vertreter unserer Partei im von Blöß; er findet sich aber am schärfften bei Profeffor endgiltigen formellen Redaktion durch eine Subkommiſſion Königreiche Sachsen aus dem schweren Wahlkampfe. Wir Dr. Ad. Wagner und Graf Zedlig ausgeprägt, während unterzogen, so daß er einige Wochen vor dem Parteitag in würdigen die Bedeutung dieses Ereignisses an leitender Professor Dr. Sering auch heute wieder die in seinem einleitenden Eisenach veröffentlicht werden könne. Stelle und begnügen uns deshalb hier das ziffernmäßige Vortrage empfohlene fakultative Ginführung der Verschuldungs- Mit dem neuen Programm wird die freisinnige VolksResultat etwas zu beleuchten. grenze vertheidigte und, unter anderen Borschlägen, die reichere partei ebenso wenig Glück haben, wie die deutsch- freisinnige Gine zu spät für die Aufnahme in das gestrige Blatt Ausstattung der Rentenbanken empfahl. es mit dem alten gehabt hat. Die Partei ist dem Untereingetroffene Depesche lautet:" In der letzten Sigung vom Sonnabend wurde aus den Glänzender Sieg, Gerisch 12 582, Uebel 10 374 Stimmen. Die Kreditorganisation verhandelt.- Go viel sich aber gange geweiht, sie ist nicht nur im Rückgange, sondern auch In der Stichwahl im vorigen Jahre fielen auf Gerisch werden die in der Konferenz gegebenen Anregungen vorerst dahin Decke sich abspielenden Streitigkeiten werden durch die Aeußerungen des Ministers von Heyden entnehmen läßt, großen inneren Mirren ausgesetzt, ihre heute noch unter der 12 052, auf Bolenz 12 766 Stimmen. Somit hat, unter wirken, daß sich verschiedene Subkommissionen bilden, welche die Persönlichkeit Richter's und dem Ehrgeiz ihrer" Jungen" der Voraussetzung, daß die uns telegraphirten Bahlen schwierigen juristischen Fragen einer gründlichen Durchberathung verschärft. Mag Eugen noch so voll den Mund nehmen, die definitiven sind, die Sozialdemokratie gegenüber der unterziehen. Bei den landschaftlich so ganz verschiedenartig ge- über die Situation seiner Partei täuscht er und täuscht Stichwahl des vorigen Jahres 530 Stimmen gewonnen, stalteten Verhältnissen wie dies 3. B. in den benachbarten sich Niemand mehr. während der reaktionäre Mischmasch 1892 Stimmen vers Provinzen Rheinland und Westfalen so charakteristisch hervorloren hat. Auch eine Quittung an die Konservativen für Subkommissionen eine Enquete betreffs der einschlägigen Fragen meldet uns, daß drei Genossen, darunter Dr. Gradnauer, fritt müßte, unserer Ansicht nach, aber der Tagung der Sächsisches. Ein Privattelegramm aus Dresden ihre Abstimmung gegen den russischen Handelsvertrag, an in den einzelnen Bezirken vorangehen. Hierhin zielt auch die Redakteur der Sächsischen Arbeiter Beitung" angeblich der Herr Polenz auch theilgenommen hatte. Anregung. So dürfte sich die Sammlung und Sichtung des Ge- schlößchen Brauerei verhaftet wurden. Uns erscheint diese Finanzminister Miquel Donnerstag angedeutete wegen der Verrufserklärung gegen die Dresdener Walds fetesmaterials noch ziemlich lange hinziehen. Professoren Drs. Knapp, Schmoller und Gering, sowie dem eine Bestätigung derselben abwarten wollen. Professor Dr. Brunner- Berlin stellt in Verbindung mit den Meldung so unwahrscheinlich, daß wir vor ihrer Besprechung Herrn von Knebel Döberih den Antrag auf Kombination der Die Verfassungsreform steht in der württembergischen obligatorischen Rente bei Rentengütern mit einer fakultativen zweiten Rammer noch immer auf der Tagesordnung. Aus Lebensversicherungs- Prämie in der Weise, daß die Prämie als bem vom Wolff'schen Bureau übermittelten telegraphischen Buschlag zur Rente erhoben wird und die Versicherungssumme Berichte theilen wir das Folgende mit: zur Abfindung der Miterben nach dem Tode des Versicherten verwendet werden wird. Der Antrag wurde des näheren begründet. Gegenüber der Wahl in der vorigen Woche stellt sich das Resultat für unsere Partei überaus günstig; wir haben nicht weniger als 2663 Stimmen gewonnen, unter diesen waren kaum mehr als eine Handvoll gegnerischer Stimmen, denn den 10 874 Stimmen, die gestern Herr Uebel auf sich vereinigte, stehen 10 666 Stimmen gegenüber, welche für die brei nichtsozialdemokratischen Kandidaten abgegeben worden find. Die Vereinigung der Gegner hat nichts geholfen, wir aber haben den glänzenden Sieg blos unserer eigenen Thattraft, der unablässigen und geschickten Agitation, unserem den Sieg verheißenden Programmie zu danken. vom am Regierungsrath von Buch- Frankfurt a. D. tann eine weitere Ausdehnung der landschaftlichen Beleihungsgrenze nicht empfehlen. Bundesrath. In der am 1. d. M. unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs Geheimer Regierungsrath, Profeffor Dr. Ad. Wagner- Verlin des Innern Dr. v. Bötticher abgehaltenen Plenarsizung befürwortet Dezentralisation der dem Personalkredit dienenden des Bundesraths wurden der Antrag des Königreichs Banken, Verbindung derselben unter einander und ZusammenSachsen, betreffend Abänderung oder Auslegung der Be- fassung zu einer großen Zentralbank. Die Mittel zur Gewährung ftimmungen über den Verkehr mit Sprengstoffen, der An- ausgedehnteren Personalkredits seien nicht durch staatliche Bodentrag Sachsen- Meiningens, betreffend den Erlaß von Tabak- scheine zu beschaffen, sondern auf bessere Ausbildung des Deposteuer wegen Verwendung von Tabakstengeln als Streu- itenbankwesens und Ausgabe von Obligationen für fürzere Zeit zeug, sowie die Rechnung der Kasse der Ober- Rechnungs- sei ein hervorragendes Gewicht zu legen. Präsident Mez- Frankfurt a. D. begründet folgenden, von dem kammer und des Rechnungshofes des Deutschen Reichs Grafen Bedlitz und den Professoren Schmoller und Paasche mitfür 1892/93 den zuständigen Ausschüssen überwiesen. unterzeichneten Antrag: Bei der Uebernahme eines ländlichen Den Ausschußanträgen zu den Vorlagen, betreffend Grundstücks durch einen Grben( Anerben) können die Miterben die zollfreie Ablassung von Stahlrohren pp. bei ihre Erbtheile nicht in Kapital, sondern nur in fester Grundrente der Verwendung zum Schiffsbau, und von Bleiröhren bei verlangen. Auf Antrag eines der Betheiligten kann diese Rente Verwendung zur Ausrüstung von Seeschiffen wurde die in eine Amortisationsrente verwandelt, und diese kann bei vorZustimmung ertheilt. Endlich wurde über den dem Kaiser bandener Sicherheit auf Antrag eines Miterben gegen Abfindung zu unterbreitenden Vorschlag wegen Besetzung einer Mit- in Rentenbriefen auf die Rentenbank übernommen werden." gliedsstelle beim Reichs Versicherungsamt, sowie über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt. 2 -= Ministerpräsident Frhr. v. Mittnacht wandte sich gegen die Ausführungen der Abgg. Payer und Hausmann über eine reine Boltskammer auf grund des allgemeinen Stimmrechts, indem er betonte, daß eine solche Kammer die Ruhe des Landes und die Sicherheit der Monarchie gefährden könnte.( Beifall.) Groeber, Zentrum, verurtheilte die Vorlage. Redner gab 811, daß das allgemeine Wahlrecht namentlich hin sichtlich der Stichwahlen Mängel habe. Das Wahlrecht müsse verbessert werden durch Wahlen von organisirten Berufsständen, damit eine richtige und vollständige Interessenvertretung erreichbar werde. Als Uebergang hierzu empfahl Redner das Proportional- Wahlsystem, das sich mehrfach bewährt habe. Schnaidt( Volkspartei) verlangte die reine Boltskammer. Leibbrand( Landespartei) empfahl die Regierungs- Vorlage, falls nichts anderes zu stande kommen sollte; dieselbe sei weit besser als die reine Volkskammer. Storz ( Volkspartei) sprach sich für die reine Volkskammer aus. Auer( Landespartei) erklärte, er werde für die Regierung stimmen. Die Abstimmung darüber, ob das Haus in die Einzelberathung der Vorlage eintritt, wird Dienstag erfolgen. Für die Verfassungsreform in Hamburg sind verstandenen Antrag von Blög auf Ausgabe von Bodenscheinen, fanden, obgleich unsere Hamburger Genossen ihre Nachbarn Professor Dr. Sering Berlin widerlegt den gestern miß unsere Genossen ohne Unterlaß an der Arbeit. Am 1. Juni empfiehlt für die Organisation des Personalfredits lokale Ge Agrarenquete. Im Laufe der gestrigen Sigung der Agrar nossenschaften oder unter Schilderung der betreffenden Ver- in Pinneberg- Elshorn in der aufopferungsvollsten Weise im tonferenz hob der landwirthschaftliche Minister Herr v. Heyden hältnisse in Elsaß Lothringen von der Gemeinde ausgehende Wahlkampfe unterstützen, 12 startbesuchte sozialdemokratische Cadow die Unmöglichkeit hervor, alle juristischen Einzelfragen Krediteinrichtungen mit Gemeindebürgschaft und befürwortet Versammlungen statt. In allen wurde eine gleichlautende über das Anerbenrecht und die Verschuldungsgrenzen hier in der sodann auf das wärmste den Antrag des Präsidenten Meh. Resolution angenommen, in der zur Unterstützung einer großen Ronferenz genügend und gründlich zu erörtern. Es seien Staatsminister von Heyden resümirt furz den Gang der Petition an den Reichstag aufgefordert wird, um die Daher eine oder mehrere Unter Kommissionen zur näheren Verhandlungen. Wenn auch noch keine direkt gefeggeberisch zu obligatorische Einführung des Reichswahlrechts auch für die Prüfung dieser Materien in Aussicht genommen. Die verwerthenden Resultate der Natur der Sache nach hätten erzielt einzelstaatlichen parlamentarischen Vertretungen in den Diskussion der Freitags Sigung eröffnete Profeffor Dottor werden können, so sei doch das zu bearbeitende Feld wesentlich einzelnen Bundesstaaten zu beschließen. Schmoller, welcher auf die genossenschaftliche Organisation geklärt und nun Raum für die schon in Angriff genommene der Landwirthe hinwies; hierdurch könnte den schwächeren weitere Bearbeitung der schwerwiegenden Fragen geschaffen. Je Caligula. Zu der Meldung, daß die Beschlagnahme Kräften am ehesten geholfen und der Personalkredit am besten nach dem Fortschreiten derselben behalte er sich die Einberufung des„ Gen.- Anz." für Hamburg- Altona aufgehoben und die gefördert werden. Der frühere Abgeordnete Dr. Sombart betonte einzelner fachkundiger Bertrauensinänner vor und sei auch in Untersuchung wegen des Caligula- Artikels eingestellt worden Insbesondere die Nothwendigkeit von der Anpassung des Grund- einem späteren Stadium die Wiedereinberufung der Konferenz in fei, wird von der Redaktion des Gen.- Anz." mitgetheilt, stückswerthes und Preises an den Ertragswerth des Grund Aussicht genommen. Mit dem Dank der fgl. Staatsregierung sei, wird von der Redaktion des„ Gen.- Anz." mitgetheilt, stücks und ging dann auf die Schilderung von sozialen Berhält an die Theilnehmer der Konferenz wird hierauf von dem Minister daß weder die Beschlagnahme des Blattes aufgehoben, noch nissen einiger Grundbesizer über. Dieser Darstellung begegnete die Verhandlung geschlossen." die Untersuchung wegen des Caligula- Artikels eingestellt später Herr v. Plöß, bezeichnete derartige Fälle übertriebenen Aufwandes als ganz vereinzelt auftretende Ausnahmen und wie die Freisinnige Beitung" mittheilt, in Eisenach am Nr. 116 des Gen.- Anz." bestätigt und die Voruntersuchung Ein Parteitag der freisinnigen Volkspartei soll, die wegen Majestätsbeleidigung erfolgte Beschlagnahme von worden ist. Das Amtsgericht zu Hamburg habe vielmehr stellte der Schilderung des Herrn Sombart die der entfagungs: 22., 23. und 24. September abgehalten werden. vollen Lebensfitten des größten Theils der ländlichen Bevölkerung gegenüber. Graf Holstein befürchtet durch die den Realkredit wegen des Auszugs aus der Quidde'schen Broschüre schwebe noch. Die Broschüre selbst sei in Hamburg nicht beschlagnahmt worden und liege in den Schaufenstern aller größeren Buchhandlungen aus. treffende vorgeschlagene Maßregel eine Schädigung des Personal tredits. Herr Rittergutsbesitzer Knebel- Döberitz machte einige neue Borschläge, so z. B. in Betreff der Ausgabe von SchuldAm legten Sonntag und Montag tagte hier der vom Am legten Sonntag und Montag tagte hier der vom Bentralausschuß zur Feststellung des Entwurfs eines Parteiprogrammis eingesetzte engere Ausschuß, der, durch einige aus wärtige Mitglieder verstärkt, sich zu Berathungen über das " Das erkannte auch Artillerie- Generalmajor v. Saffe an, der zum Schluß vor versammelter Mannschaft so etwas wie eine Kritit abhielt. Er dankte den Veranstaltern und sämmtlichen betheiligten Behörden im Namen des Zentralfomitees der Vereine vom Rothen Kreuz und pries den deutschen Gemeinsinn, der auf dem Boden deutscher Treue solche Er folge zu erzielen vermag, der uns von der Selbstfucht befreit, zur Selbstzucht führt und zu Herren unserer selbst macht. Bessere Webungen als die Frankfurter habe er trotz seiner großen Praxis auf diesem Gebiet noch nicht gesehen. Der Werth solcher sanitären Üebungen sei nicht nur für den Kampf mit dem äußeren Feind, sondern auch für etwaige Kämpfe mit den Feinden des Staates und der ganzen Nation im Innern bestimmt. Er wünsche zwar natürlich, daß es nie dazu komme, aber Gott allein wisse, ob nicht auch dieses Opfer noch nöthig werde, angesichts der Thorheiten und fürchterlichen Erscheinungen" unferer Zeit." " Gegen Demokraten helfen nur Soldaten- dies alte Lied hat ein königlich preußischer Generalmajor vor als berühre er den Steigbügel, und mit der Rechten dem des grauen Rosses Zügel um den Arm geschlungen hielt, einigen Tagen nach berühmten, sehr berühmten Mustern absteigenden Sigmund die äußersten Fingerspigen zur Hilfe und ängstlich bald auf das Pferd, bald auf den vermuth- wieder einmal abgewandelt und zwar anläßlich einer darreichte, die aber auch von dem König nicht angenommen lich nicht angenehmen Nachbar schielte, bald endlich die Sanitätsübung, die freiwillige Pflegekolonnen in Frank wurden. Hierauf begnügte sich Friedrich, mit der Hand nach Augen' gen Himmel drehte, und ebenfalls das Aeußere eines furt a. M. vor ihm abhielten. Ueber den Schluß dieser der Treppe zu weisen, und dem dahingehenden Sigmund Beters annahm. Der lange hagere Mann steckte in einem Uebung berichtet die Frankfurter Zeitung" mit überschwäng noch einmal seinen Arm als Stüße anzubieten, der aber geringen Gewande, wie es ein unbemittelter Edelmann lichen Lobesworten, um hinzufügen: ebenfalls versagt wurde. Ein lautes Lebehoch und Trom- allenfalls seinen leibeigenen Knechten zu geben pflegt. Ein petengeschmetter empfing die Fürsten, da sie in dem goldenen halb geübtes Auge mußte sogleich wahrnehmen, daß er Belte angelangt waren, und Sigmund ließ sich huldvoll nicht einheimisch in diesem Kleide war. Die Last der Reitnickend am Rande der Brüstung auf dem Brokatfessel stiefel zog die Knie hernieder; der Koller von Büffelleder nieder. Die Fürsten im Kreise um ihn her, Friedrich zu hielt Backen und Kinn in unbequemer Steifheit; die Handseiner Linken. Alle noch freien Pläge waren in einem Nu schuhe waren zu weit, wie der Gürtel, an dem zurückvon den Rittern und Edelknechten, Hofjunkern und Dienst- geschoben wie ein unnüß und ungewohnt Geräth, ein kurzes mannen der Gewaltigen eingenommen, und auf ein mit Schwert hing. Dasjenige aber, was das größte Widerspiel einem weißen Tuche vom Herzog Friedrich gegebenes Zeichen zu dem reisigen Gewande bildete, war des Mannes Gesicht, sprangen Schlagbäume und Pforten auf, und unter dem das aus dem fingerbreiten Halsstreif dunkelbraun herausGetöne aller Instrumente ritten die bezeichneten Kämpfer sah, wie der Kopf eines Mauren. Die großen Augen, deren in geschlossenen Gliedern ein auf den Play, und zogen Weißes grell gegen die Olivenfarbe abstach, wechselten uninnerhalb der Schranken rund um denselben, die Paniere gemein schnell mit ihrem Ausdrucke. Jetzt lauerten sie schwingend, die Lanzen neigend, und ihre Rosse fin stolzem furchtsam nach der Seite, dann wurden sie ernst und düster Schritte haltend. Hierauf wurden sie in Rotten abgetheilt, nachsinnend; darauf nahmen sie sogar eine Art von Hoheit nach eigener Willkür und der Anordnung der Kämpfältesten. an, die mit dem übrigen nicht zusammen zu reimen war. Die Reihenfolge der Renn- und Fußkämpfe wurde bestimmt; Die Augenbrauen waren dick und schwarz, keine Spur von Also sogar angesichts der friedlichen Liebesthätigkeit des Königs Friede und Bann nach allen vier Winden von Backen oder Rinnbart war vorhanden; die Haare ver- zum Besten verwundeter Volksgenossen verstummt die dem Herolde und seinen Helfern ausgerufen und die Seile steckte eine schwarze Müze, die beinahe über die Ohren Drohung des Militarismus, den Feind im Innern" mit wieder straff gezogen vor den gewappneten Haufen, die mit herabgezogen war, und auf dieser Müze faß eine Säbel und Flinte liebevoll behandeln" zu wollen, nicht. einem Gesammtstechen das Turnier eröffnen sollten. Die graue Filzkappe, an welcher welcher ein dürftiges Feder- Nur zu in dieser Weise! Uus schadet es nichts, denn Spielleute trommelten und pauften; die Grießwärtel büschlein schwankte. Dagobert fonnte sich eines leichten wir machen dem Militarismus das Vergnügen blutiger schlugen an die Lanzen, die Stricke fielen, und los brach der Schmunzelns nicht völlig erwehren, da er seine auserlesene Butsche nicht, und die Gleichgiltigen werden durch diese Kampf, nach dem sich Ritter und Knecht, Edle und Geringe Reisegesellschaft in Augenschein nahm, und erwiderte obenhin Säbelfuchterei ohne jeden äußeren Anlaß lediglich zu uns mit gleicher Lust gesehnt hatten. den unterwürfigen Gruß Ben Davids. Nun, mein herübergetrieben. Während nun die Vesperglocke vergebens ihre hellen Freund," wendete er sich zu dem Fremden: sind wir bereit, Klänge in die Luft sandte, um die Zuschauer von dem abzureiten? Ich dächte, es wäre Beit."" Es ist doch antrages heute wieder im öft erreichischen AbgeordnetenDie Wahlreform stand infolge eines DringlichkeitsTurniere weg zur Kirche zu locken, das Rittergefecht ein wahrlich Beit;" fiel der Jude mit einem besorglichen Seiten- hause zur Diskussion. glänzendes Ende nahm, und nun zum Rennen eingeritten blick auf den Berkappten ein: laßt uns eilen, geftrenger Die Verschleppungstaktik der österreichischen Regierung Die Dringlichkeit wurde abgelehnt. wurde, pochte Dagobert an die wohlverschlossene Pforte des junger Herr, dieweil die Straßen noch sind leer." Der dauert fort. herzoglichen Hofs." Desterreich über Alles!" gab er dem fragen- Fremde warf einen verdrießlichen Blick auf den Plauderer, den Wächter zur Antwort, und erhielt Einlaß. Der mürrische nickte dem jungen Geleitsmann zu, und machte Miene, zu Falkenau und Oftrau. Im österreichischen AbThorwart deutete, da er seiner ansichtig wurde, auf Roß zu steigen.„ Ei, ei, lieber Herr, wie geberdet Ihr geordnetenhause berichtete der Gewerbe- Ausschuß über die das vorspringende Vordach der Stallung, und Dagobert Euch doch?" fragte Dagobert halb mitleidig, halb unwillig, Untersuchung der Regierung über die Vorgänge in Falkenau gewahrte daselbst schon der auf ihn harrenden Begleiter. da aller Hilfe ungeachtet das Aufsteigen nicht gelingen und Ostrau. Bei dieser Gelegenheit ergriff der Abg. PernerDer Herzog hatte dieselben ganz genau geschildert, und mit wollte:" Der mag's bei Gott verantworten, der Euch zum storfer das Wort. Aus feinen Ausführungen theilen wir leichter Mühe erkannte der Jüngling in dem einen den reisigen Manne stempelte. Ein Glück, daß des Herzogs das folgende mit: Juden Ben David, seiner Esther Vater, der, auf einem Leute alle ferne sind, und der Thorwart seine Augen auf Maulthiere hängend, still vor sich hinsah, und, wie es schien, seinen brummigen Lieblingskater gerichtet hat, Ihr würdet ein Gebet murmelte. War aber schon der Jude wunder- ansonst wohl schwerlich dem Spottgelächter entgehen." lich anzusehen auf dem langohrigen Thiere, so war es doppelt sein Nachbar, der, mehrere Schritte von ihm entfernt ( Fortsetzung folgt.) Die Sache erscheine zwar insofern abgeschlossen, als das Parlament nichts mehr nach dieser Richtung thun tönne. In dem Sinne sei aber die Sache nicht abgeschlossen, daß durch diesen Bericht der Regierung, der es mit der Angelegenheit ernst meine, zufrieden sein könnte. Die Untersuchung wurde von der Regierung auf die Weise geführt, daß durch die LandeZchefS besonders geeignete Referenten an Ort vnd Stelle entsendet wurden. Bei den Vorgängen in Falkenau und Polnisch-Ostrau sind aber die Landes-Chefs sehr betheiligte und verantwortliche Personen, und verantwortlichen Personen giebt man nicht das Recht, eine Untersuchung zu leiten, bei der vielleicht heraus- kommen kann, daß sie selbst sehr in der Schuld sind. (Beifall auf der äußersten Linken.) Die Untersuchung ermangelt daher von allem Ansänge an des Werthes, den sie haben sollte. Er hätte es nicht erwartet, daß die Regierung sich aus den Standpunkt stellen werde, daß in Falkenau und Ostrau alles schön sei; die Wohnungen seien schön, die Löhne seien schön. das Ver- hältniß zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sei schön, und auch das Schießen war schön. Der Falkenauer Bezirksleiter Schmidt werde als ein pflichttreuer gewissenhafter Mann hingestellt, ein Mann, gegen den die schwersten Gravamina erhoben worden sind, und der alles eher sei als der Vertrauens» mann der Arbeiter. Es wird im Ausschußberichte gesagt, daß im Falkenauer Revier nach dem Streik nur die Hetzer nicht mehr aufgenommen wurden. Unter diesem Verwände werden gewöhnlich die alten Leute nicht mehr aufgenommen, sowie es auch beim letzten Gasarbeiter-Streik in Wien der Fall war. Diese alten Leute bekommen dann von ihren Ein- Zahlungen in die Bruderlade gar nichts; das wäre vielleicht «ine neue Art, um die Bruderladen zu saniren. Im Falkenauel Bezirke seien 41 Arbeiter entlassen worden, welche zusammen nicht weniger als S89Sfl. 34 kr. in die Bruderlade eingezahlt haben. (Hört! Hört! auf der äußersten Linken.) Außerdem seien noch 240 Arbeiter entlassen worden, und wenn man nun annimmt, daß diese nur dreimal so viel als die Vierzig gezahlt haben, so ergebe sich eine Summe von 23 593 fl., die blutig erworben und in die Bruderlade hineingezahlt wurde, welche aber für die Leute verschwunden ist. Redner schildert sodann den Vor- fall bei der„Agnes''.Zeche, wo ein Auflauf dadurch verursacht worden sei, daß die Gendarmen den Arbeitern verweigerten, die Leiche eines bei ihnen besonders beliebten Werkbesitzers zu begleiten. Es schildert sodann weiter die Vorfälle beim Zu- sanimenstoße in Zieditz und führt aus, daß die Leute nichts Gewaltthätiges im Smne gehabt haben. Durch den vorliegenden Bericht werde gar nichts auf- gehellt. Der Bericht thue dasjenige, was in Oesterreich sozu- sagen eine gewohnheitsmäßige Arbeit der Regierung ist, er färbt schön. Es sei bedauerlich, daß es Leute gebe, welche nicht be» greifen, daß Jemand leidenschaftlich erregt sein kann, wenn er das Elend des Volkes, wenn er Unrecht und Gewalt sieht. Nach einem Ausspruche Edmond de Amici's bekämpfen die Gegner der sozialen Unordnung dieselbe die einen mit der Bibel in der Hand, die anderen in der Hand das Buch des Marx, die dritten mit der leuchtenden, brennenden Flamme. Durch 19 Jahrhunderte besteht die Bibel und war nicht im Stande, das maßlose Unrecht zu bekämpfen, das auf dieser Erde geschieht.(Abg. Pastor: Das ist nicht wahr!) Aller- dings seit das Christenthum in die Welt gekommen, hat eS immer nur seine Heimstätte bei den Elenden und Verlassenen gefunden und die Herrschenden und Mächtigen dieser Erde sind längst verlassen von jedem Geist des Christenthums. In unseren Tagen ist eine neue Lehre aufgekommen, die auf Grundsätzen der Wissenschaft aufgebaut und mit der es möglich ist, mit Besonnenheit und Ruhe die soziale Umgestal- tung unserer Zeit zu bewirken und eine friedliche Revolution herbeizuführen. Dafür aber haben Sie kein Verständniß und keine Neigung, und so steht es so traurig, als ob nur die mit der brennenden Fackel in der Hand die Entscheidung fällen könnten über das Schicksal der kommenden Tage. Wie das auch sei, ich überlasse Sie Ihrer Ruhe und Besonnenheit, in der Sie nichts thun und nichts vorkehren, und zähle lieber bis ans Ende meiner Tage zu jenen unbesonnenen und leiden» schaftlichen Menschen, die leidenschasilich und wahr das Volt und das Recht lieben.(Lebhafter Beifall auf der äußersten Linken.) Lockspitzel. AuS London kommt die„sensationelle* Nachricht, ein Bursche Namens T y n a u(?) schreibt ein Bucy, worin er den„Beweis* liefere, daß Parnell und die Parnelliten um die Mordthaten im Phönirparl und sonstigen Fenier-Verbrechen gewußt hätten. Die Parnelliten seien„moralisch vernichtet*. Nun— diese„moralische Ver- nichtung* ist schon vor 7 Jahren, also lange vor dem Tode Parnell's von der„Times" in dem berühmten Prozeß gegen Parnell versucht worden. Und das Ergebniß war die „moralische Vernichtung" der„Times* und! des Lock- spitzel-Gesindels, von dem sie ihre Lügen- notizen empfangen hatte. Was jetzt von irgend einem salschbuchstabirten Lumpacius verübt wird, ist nur ein Anklang jenes in Wahrheit sensationellen Prozesses, der den Beweis lieferte, daß auch die englische Regierung zu der Lockspitzelpraxis gegriffen hat, und daß die senischen Dynamit-Attentate, die auf das englische Volk einen, den Jrländern so ungünstigen Ein- druck machten, von englischen Lockspitzeln ver- anlaßt worden sind, unter denen der„Radikalste der Radikalen", Herr O'Donnovan Rossa, lange Zeit Führer des linken Flügels der Fenier, der bekannteste ist.— Die Depeschenzensur für die nach dem Auslande gesandten Telegramme wurde in Bulgarien eingeführt. Es muß schlecht um den Fürsten Ferdinand stehen, wenn zu solchen Mitteln gegriffen wird.— ZZarkeinackivichken. Der Berliner Bierboykott greift mehr und mehr auch nach der Provinz über. Verschiedene Gubener Gastwirthe führten bisher Bier aus doykottirten Berliner Brauereien. Während einzelne von ihnen jrüher an Arbeiter sehr erhebliche Posten absetzten, haben sie jetzt diese Kundschaft vollständig verloren. Ein Restaurateur, der an die Arbeiter einer größeren Fabrik früher täglich einige hundert Flaschen Schultheiß- Bier absetzte, verkauft an dieselben nach der Berrufserklärung der Schultheiß- Brauerei keine Flasche Bier mehr.— Hoch die Solidarität! » �» Bon der Slgitatio». Der Genosse Liebknecht sprach am 29. v. M. in einer Volksversammlung in Kottbus über: „Die wirthschaftliche und politische Lage Deutschlands und die Parteien*. Die Versammlung war von über 2000 Personen besucht, darunter eine große Anzahl Frauen; seit den letzten Wahlen ist eine solche Versammlung in Kottbus nicht mehr abgehalten worden. In seinem zweistündigen Vortrage, dem die Anwesenden mit großer Spannung folgten, unterzog Redner das Verhalten der bürgerlichen Parteien einer scharfen Kritik. Gegner meldeten sich nicht zum Wort und so sprach nur noch der Kandidat des Kreises, Genosse Gottfried Schulz. Eine sehr fruchtbare AgitationStour unter« nimmt gegenwärtig der Genosse T h. v. Wächter in den thüringischen Bergwerksdistrikten. Am letzten Sonntag sprach er in einer Versammlung in T e u ch e r n, wo über 890 Personen, darunter viele Nichtsozialdemokraten, zugegen waren. Das Thema lautete: Die Stellung der Sozialdemokratie zum Privat- eigenthum, Königthum, Vaterland, Ehe und Religion. Dieses Thema hatte auch einige Pastoren angelockt, die in der Dis- kussiondaSWortnahmen und einer von ihnen sprach auch verhältniß- mäßig recht sachlich. Vieles von W ä ch t e r' s Ausführungen mußten sie als richtig anerkennm und mit dem Rest wurden sie gehörig heimgeleuchtet. Der Eindruck der Rede Wächter'S auf die Versammelten war ein sichtbar günstiger. ** Parteikonferenz. Die dritte Landeskonferenz der Meininger und Koburger Parteigenossen tagte am 27. Mai in Sonne- berg; vertreten waren 25 Orte. Genosse Seige gab zunächst einen Rückblick seit dem vorjährigen Parteitag in Gräfenthal. Aus dem Kassenbericht entnehmen wir, daß die Einnahmen 2374,57 M. mit 13,20 M. hinter den Ausgaben, welche 2387,83 M. betrugen, zurückbleiben. Fortschritte in der Organisation und Agitation seien unzweifelhaft zu ver- zeichnen, jedoch müsse noch immer mehr geschehen; besonders müsse man unermüdlich sein im Geldsammeln, denn ohne Geld lasse ein Kampf sich nicht führen. Eine längere Debatte wurde hervorgerufen durch den Punkt: Parteipresse. Es wurde konstatirt, daß der Abonnentenstand des„Thür. Volksfr." stetig zunehme und 2000 bereits überschritten habe, auf der anderen Seite mußte aber auch hervorgehoben werden, daß durch Nicht- bezahlen der Abonnements u. s. w. große Verluste entstehen, so daß die Presse nicht genügend leistungsfähig ist. In jedem der letzten 3 Jahre mußten aus dem Preßfonds beinahe 400 M. zu- geschossen werden für nicht bezahlte Abonnements- beitrüge. Genosse Hoffmann als Redakteur und Verleger wußte allen sonstigen Einwendungen gegen die Führung des Partei-Organs zu begegnen. Beschlossen wurde, in Zukunft die Restanten zu veröffentlichen. Hiermit war die Tagesordnung erledigt und wurde die Konserenz geschlossen. »» Einen Maulkorb hat die Dresdener Amtshauptmann- schaft dem Herrn Hünig angelegt. Derselbe habe in einer in Bühlau ftattgesundenen Versammlung den Anarchismus „als etwas edles und somit folgerichtig(!) auch dessen gemein- gefährliche Thaten als nachahmenswerth hingestellt". Daraufhin hatte die Amtshauptmanuschast verfügt, daß der überwachende Beamte dem H ü n i g das Wort in Versammlungen überhaupt nicht mehr gestatten sollte. Auf eine Beschwerde Hünig's wurde dieser Maulkorb nicht abgenommen, sondern nur ge- lockert. Er darf nun wieder in der Diskussion reden— so lange als er will— nur ein Referat scheint der fürsorglichen Polizei von einem Manne, der die Theorie des Anarchismus als etwas „edles* hinstellt, zu gefährlich. Es ist doch gut, wenn das Auge der Polizei so umsichtig wacht; da» gemüthliche Sachsen wird so wohl nochmals gerettet sein. Der Boykott der Dresdener Waldschlößchen- Brauerei seitens unserer dortigen Genossen dürfte bald zu gunsten der Letzteren entschieden sein. In der letzten Nummer der„Sächsischen Arbeiter-Zeitung* geben allein gegen 45 Ge- schäftsleute bekannt, daß sie Waldschlößchen- Bier nicht mehr verschänken. Das Denkmal Bracke'S wurde anläßlich feines Todestages mit schöne» Kränzen der Braunschweiger und Wolfen- b ü t t l e r Parteigenossen geschmückt. Der pfälzische Arbeitertag, der am 27. Mai in P i r- masens tagte, war von 44 Delegirten beschickt, welche 38 Ort- schaften vertraten. Der Antrag, ein Partei-Organ für die Pfalz zu gründen, wurde abgelehnt, da das Unternehmen sinanziell vorläufig noch nickt bestehen könne. Die Preßkommission wurde beauftragt, sich behufs Einführung der„Neuen Welt" als Beilage der„Mannheimer Volksstimme" an die Redaktion der „Neuen Welt" zu wenden. In einer Resolution sprach sich der Arbeitertag für die Betheiligung an allen Gemeinderaths-Wahlen aus. Der nächste„Parteitag der pfälzischen Sozialdemokratie" — so soll der Arbeiterlag in Zukunft heißen-- wird in Neustadt a. H. stattfinden. � Ei» Staatsanwalt unter Anklage gestellt und zwar wegen Beleidigung eines Sozialdemokraten— dürfte wohl auch noch nicht dagewesen sein. Der Staatsanwalt Lorenz hatte gelegentlich einer Verhandlung gegen Hülle die beleidigende Aeußerung geschleudert, er sei ein„gewerbsmäßiger Ehr- abschneide r". Hülle wandte sich mit einem Strafantrag an das Amtsgericht, wurde aber abgewiesen. Jetzt hat Hülle vom Landgericht, bei dem er Berufung eingelegt, den Be- scheid erhalten, daß der ablehnende Beschluß des Amtsgerichts aufgehoben und gegen den ersten Staatsanwalt Lorenz wegen Beleidigung(Vergehen gegen§§ 185, 186 Str.-G.-B.) das Hauptversahren vor dem königlichen Schöffengericht eröffnet worden ist. »» Polizeiliches, Gerichtliches:e. — Beschlagnahmt wurde seitens der Hallenser Polizei in einer Anzahl Restaurationen an der Zimmerwand be- festigte Blechkästen, welche mit Ausschrift:„Für Unterstützung der Familien politisch verurtheilter Sozialdemokraten" versehen waren. — Wegen unbefugten Redens am offenen Grabe wurde der Arbeiter F. Gohrisch in D e u b e n (Sachsen) vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 30 M. verurtheilt. Er hatte einem Freunde beim Niederlegen des Kranzes auf dessen offenes Grab einige Abschiedsworte nach- gerufen und dafür hat er das Vergnügen, 30 M. zu bezahlen. — Dasselbe Gericht verurtheilte den Genossen B. Morgen st ern in Zschicdge ebenfalls zu 30 M. Geldstrafe, weil er versucht hatte, eine nicht angemeldete Versammlung ab- zuhalten. — Auf staatsanwaltliche Einladung hat der Genosse Hans Künzel, Redakteur der„Voigtländischen Volkszeitung", sich nach Zwickau begeben müssen, um 4 Monate dort Aufenthalt zu nehmen. — Wegen Anstiftung zur Majestäts- beleidigung wurde am Mittwoch der Genosse Hülle von der Strafkammer des Landgerichts Meiniugen zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Anklage lag folgender Thatbcstand zu Grunde. Während des vor- fährigen Wahlkampfes besuchte Hülle und eine große An- zahl anderer Genossen eine von den Konservativen einberufene Wählerversammlung in Suhl. Der Einberufer, ein antisemitischer Rechtsanwalt, brachte in seiner Eröffnungsansprache ein Hoch aus den Kaiser aus. Hülle, der die Absicht merkte, stieß die in seiner Nähe sitzenden Tischler Müller aus Suhl an und raunte ihm zu:„Ein Hoch auf die Sozialdemokratie!" Müller brachte darauf, und zwar kurz bevor dasHoch aufdenKaisererfolgte,ein Hoch auf die Sozialdemokratie aus. Gegen Müller wurde nun Anklage wegen Majestätsbeleidigung erhoben und derselbe zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt. Hülle wurde bei jener Verhandlung als Zeuge vernommen und gab als solcher die obige Darstellung des Sachverhalts und fügte hinzu, daß es ihm darum zu thun gewesen sei, seine Parteigenossen vor Majestätsbeleidigungsklagcn zu bewahren, indem er sie durch das Hoch auf die Sozialdemo- kratie zum Aufstehen bewegte. Die Folge war eine Anklage gegen Hülle wegen Anstiftung zur Majestätsbeleidigung und im weiteren Verlauf die oben gemeldete Verurtheilung. Revision wird eingelegt. Die Verurtheilung Müller's hat das Reichs- gericht nicht beschäftigt, da durch ein Versehen des Vertheidigers die Revisionssrist versäumt wurde. Soziale Ueverstchi. Achtung, Brauereiarbeiter! Wir fordern nochmals die Brauereiarbeiter auf. streng dem Beschluß der Versammlung vom 16. Mai d. I.(Abgabe von 10 pCt. des Arbeitslohnes an die Ausgesperrten) nach zu kommen. Es sind 675 Brauer, Böttcher und Hilfsarbeiter mit 769 Kindern zu unterstützen. Jeder von Euch kann morgen oder über- morgen in die gleiche Lage kommen, schon aus diesem Grunde ist eS Ehrenpflicht eines jeden noch arbeltenden Kollegen, seine ehemaligen Mitarbeiter zu unterstützen. Die Zahl der Ausgesperrten wächst von Tag zu Tag, immer größere Kreise werden in Mitleidenschaft gezogen, und infolge dessen muffen auch größere Opfer gebracht werden, um binnen kurzer Zeit unsre gerechte Cache zu einem für uns siegreichen Ende ßzu führen. Darum, ihr arbeitenden Kollegen, unterstützt die noth« leidenden, die darbenden Brüder, denn unser Sieg ist auch der Eurige. Die Agitationskommission der Brauer und Brauerei-Hilfsarbeiter, An die ansgesperrteu Brauerei-Arbeiter! Die Unter- stützung der Ausgesperrten wird regelmäßig jeden zweiten Tag ausbezahlt. und zwar Vormittags von 9—12 und Nachmittags von 2-5 Uhr im Lokale des Herrn Henke(Vertreter Miede- mann). Blumenstr. 38. Ausgesperrte Brauerei- Arbeiter, denen die Kündigungsfrist ausbezahlt worden ist, haben erst nach Ab- lauf von acht Tagen Wartezeit das Recht, die Unterstützung zu erheben. Für Verheirathete mit 3 Kindern und mehr beträgt die Unterstützung.. 2,— M. pro Tag, für Verheirathete........ 1,50„„, für Unverheirathete....... 1,—„„ Die Ausgesperrten haben die Verpflichtung, nach ihren Kräften für die strengste Durchführung des Boykotts zu sorgen. Die Agitationskommission der Brauer und Brauerei-Hilfsarbeiter. Der Kongreß der französischen Eisenbahn- Arbeiter. Vom 24. bis inkl. 27. Mai fand in Paris im„Cafs Parisien" der fünfte Landeskongreß der französischen Eisenbahn- Arbeiter und Angestellten statt. Derselbe lenkte diesmal die besondere Aufmerksamkeit auf sich, da er der Anlaß zum Sturze des Ministeriums Perier war. was seinerseits wieder zur Folge hatte. daß sämmtliche Eisenbahn-Verwaltungen, die der Staats- Eisen- bahnen miteingeschlossen, den Kongreßdelegirten den ihnen vorher verweigerten Urlaub allsogleich bewilligt hatten. Das erste, was der Kongreß gethan, war denn auch, den Abgeordneten, die für die Wahrung der Gewerkschaftsrechte eingetreten sind, den Dank zu votiren. Was die eigentlichen Verhandlungen anbelangt — so schreibt man uns aus Paris—, beschäftigten diese sich in erster Linie mit den inneren Angelegenheiten. Aus denselben geht hervor, daß die GewerkschaftLkammer der französischen Eisenbahnarbeiter in stetem Zunehmen begriffen ist, und zwar in einem Maße, daß sie, mit etwaiger Ausnahme des Grubenarbeiter- Verbandes, gegenwärtig als die größte gewerkschaftliche Arbeiter- organisation Frankreichs betrachtet werden kann. Während sie nämlich ans ihrem vorjährigen Kongreß— April 1893— 42 310 Mitglieder zählte, war diese Zahl bereits zu Ende Dezemzer ans 54 483 gestiegen, und beträgt zur Stunde über 60 000. Die Gewerkschaft ist in Sektionen eingetheilt, deren Zahl gegenwärtig 177 beträgt, und sich selbst auf die Kolonien erstrecken. In der That waren auch Delegirte aus Algier anwesend. Der Kongreß hat darum auch be« schloffen, daß der offizielle Gewcrkschaftstitel künftig zu lauten habe:„Gbambro syndicale des ouvriers efc ernployßs des chernins de fer de France et des Colonies*— Gewerkschaftskammern der Arbeiter und Angestellten der Eisen- bahnen Frankreichs und der Kolonien. Der Mitgliedsbeitrag beträgt vierteljährlich 1 Fr. für männliche und 50 Cts. für weib- liche Eisenbahnbedienstete. Um nun den letzteren, die gar so schlecht hezahlt werden, den Beitritt noch mehr als bisher zu er- leichtern, hat der Kongreß ihren Beitrag auf 25 Cts. herabgesetzt. Trotz dieser geringen Beiträge konnte aufgrund des abgelaufenen Berichtsjahres ein Budget votirt werden, das die Einnahmen mit 106 000 und die Ausgaben mit 68 200 Fr. vorsteht. Hiervon sind nebst den Verivaltungslosten, die mit Personal, Miethe k. aus 20 700 Fr. veranschlagt stick, 19 800 Fr. für das Gewerk- schastsorgan:„Le Röveil des Travailleurs de la Voie ferröe" bestimmt. Einen Hautpunkt des Kongresses bildeten die Forde- rungen der Eisenbahnarbeiter an die Kompagnien. Diese Forve- rungen wurden bereits auf dem vorjährigen Kongreß votirt und nachträglich den verschiedenen Kompagnien unterbreitet, die es jedoch unter ihrer Würde gehalten hatten, darauf zu antworten. Der Kongreß beabsichtigte, die Forderungen in vielen Punkten in einer den Kompagnien entgegenkommenden Weise Izu modifiziren, wollte aber zuvor wissen, wie sich die Kompagnien überhaupt zu ihnen verhallen. Zu diesem Zweck hatte der Kongreß eine be- sondere Delegation entsendet, die jedoch unverrichtetcr Dinge zurückkehrte, da die Eisenbahndirektoren sich ans eine Diskussion der Forderungen entweder gar nicht einließen oder nur aus- weichende Antworten hatten. Diesem abweisenden Verhalten gegenüber beschloß der Kongreß seine bisherigen Forderungen unverkürzt aufrecht zu erhallen., Dieselben betreffen in erster Linie die Errichtung einer für alle Kompagnien gleich- förmigen Pensiottskasse und bestimmen in der Haupt- fache folgendes: nach zwanzigjährigem Dienst hat jeder Eisenbahn- Arbeiter oder«Angestellter Anspruch aus volle Pension. Dieselbe hat zwei Drittel des Jahresverdienstes und mindestens 1200 Fr. zu betragen. Diejenigen, deren Pension eine Höhe von 1800 Fr. und darüber erreicht, sind nach Ablauf der 20jährigen Dienstzeit von Amtswegen in den Pensionsstand zu versetzen. Tritt Jemand aus dem Dienst, ist ihm eine im Verhältniß zu seinen Dienstjahren bemessene Penston zu zahlen. Im Falle eintretender Arbeitsunfähigkeit ist dem Betreffenden, unbeschadet seiner sonstigen Entschädigungsansprüche für Ver- letzung:c., und wie viel auch immer seine Dienstzeit betragen haben mag, die volle Pension zu geben, bis zu deren Liquidirung er seinen vollen Lohn resp. Gehalt zu erbalten hat. Im Falle seines Todes ist die Pension auf die Wittwe resp. auf die un- mündigen Kinder oder die Ascendenten des Verstorbenen zu über- tragen. Für den Pensionsfonds haben die Kompagnien auf- zukommen. Von den übrigen Forderungen wären zu ver- zeichnen: Wiedereinstellung aller wegen Streck- oder Gewerkschafts- angelegenheiten Entlassene»; Minimallohn von 5 Fr., für Eisen- bahnwächterinnen 2V2 Fr., gleiches Gehalt bei gleicher Arbeit für alle in den Bureaus Beschäftigten, gleickgiltig, ob es Männer, Frauen oder junge Leute sind; Achtstundentag, Ueberstunden nur bei Unglücksfällen, Schneeverwehungen ic., in welchem Falle jedoch oie Ueberzeit doppelt zu bezahlen ist; Aufhebung des GüterdiensteS an Sonn- und Feiertagen; allwöchentlich eine Ruhe- pause von ununterbrochen 36 Stunden und alljährlich ein Urlaub von 14 Tagen. Dafür Beseitigung aller Gratifikationen. Wie bereits erwähnt, waren bedeutende Modistkationen vor- gesehen, die leicht zu einem Einverständniß hätten führen können, wenn die Kompagnien sich nur Herbeigelaffen hätten, die Forderungen zu diskntiren. Der Generalsekretär der Gewerkschaftskammer, Genosse Guerard, konnte denn auch in der Volksversammlung der Eisenbahnbediensteten, mit der der Kongreß schloß, mit Recht sagen, daß die Kompagnien künftig allein alle Verantwortung für ihr Verhalten zu tragen haben werden. Die Arbeiter haben ihnen ein Beispiel von Mäßigung gegeben, indem sie sich bereit erklärt hatten, einen guten Thal ihrer Forderungen auszugeben. vorausgesetzt, daß man sie diskutire. Wenn einmal die Majorität der Eisenbahnbediensteten hinter der Gewerkschafl stehen werde, dann werde sich nicht mehr diese bittend einstellen, sondern die Kompagnien es sein, die von ihr Konzessionen ver- langen werden. Mit einem Hoch auf die Gewerkschaftskammer wurde denn auch der Kongreß geschlossen. Die Dockarbeiter Londons hielten kürzlich ihren vierten Jahreskongreß ab. Der Präsident des Gewerkvereins, Tom Mann, hielt die Eröffnungsrede. Er meinte, Europa mache schnelle Fortschritte mit der Verdauung des alten Sauer- teiges der sozialen Frage. In den nächsten Jahren schon würden sich seiner Ansicht nach großartige Umwälzungen in dem System der Arbeit vollziehen. Der Gewerkverein der Dockarbeiter besitzt ein Baarvermögen von 4387 Lstr. Sein sonstiges Eigenthum ist 1000 Lstr. werth. Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 3. Juni. Freie Volksbühne( National: Theater). 1. Abtheilung. Beginn Nachmittags 21/2 Uhr: Die Erstürmung der Bastille. Central- Theater. Unferm Rafftrer Herrn Of u ft zu Wiegenfeste die herzlichsten Glückwünsche. Der Vorstand 1057b Sozialdemokratischer Wahlverein Alte Jakobſtraße 30. der Wäsche und Kravattenbranche für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Letzte Vorstellung in dieser Saison. Zum Benefiz für Frau Josefine Dora. etes Gastspiel von Emil Thomas. Sonntag, den 3. Juni 1894: Der Traum des Aktionärs. Dramatisches Quodlibet in drei Akten ( 5 Bildern). Dr. Peschte; Schladerit; Gener; Strigow; Gaspard; Blasel Opernhaus. Hochzeitsmorgen. Ca- Thomas. valleria rusticana. Carneval. Montag: Der Freischüß. Schauspielhaus. Christoph Marlow. Montag: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Denisches Theater. Senator. Montag: Faust. Der Herr Berliner Theater. Dr. Robin. Dir wie mir. Der Geizige. Montag: Das Käthchen von Heilbronn. Leffing- Theater. Gêne. Madame SansMontag: Dieselbe Vorstellung. Residenz Theater. Jugend. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Der Traum des Aktionärs. Adolph Ernk- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz Theater. Demimonde. Montag: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Italien in Berlin. Montag: Diefelbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Farfarello. Apollo Theater. Die verkehrte Welt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Novität! Novität! Italien in Berlin. Große Ausstattungs- Poffe mit Gefang Emil Central- TheaterGarten bezw. Saal. Alte Jakobstr. 32. außer Täglich( Sonnabends) Leipziger Serren Wilh. Sänger. Todes- Anzeige. Allen Verwandten und Be fannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und unser guter Vater, der Restaurateur Gustav Dehne, Brizerstr. 41, am 2. Juni nach langen schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 4. Juni, Nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobi- Kirchhofes aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Wolff, Horvath, Gipner, Röhl, Achtung, Stockarbeiter. Grosch, Böhmer, Ledermann. Eintritt 50 Pf. Kart. 30 Pf. Big. Handl. Pache( im Hause) u. f. Plak. Passage- Panopticum. Ein Wir erfüllen die traurige Pflicht, das in der Nacht zum 1. ds. Mts. erfolgte Ableben unseres Mitgliedes Oscar Behmelt mitzutheilen. Wir betrauern in dem Verstorbenen den Verlust eines braven Kollegen und rührigen Mitgliedes. Dahomey- möge ſein Andenken in Ehren geDorf halten werden. Die Beerdigung findet von der Zeichenhalle des Andreas Kirchhofes aus am Sonntag, den 3. d. M., Nachni. 4 Uhr, 289/2 mit 51 wilden in Wilhelmsberg ftatt. Wir bitten um Weibern. Tägl. 8 Vorführungen. Sensationell! eu!! Sensationell!!= eapel- Panorama } Diorama. Katakomben= VesuvausbruchBahnhof Thiergarten- 9 Uhr bis zur Dunkelheit. Hente: 25 Pf. Eintritt. Noack's und Tanz in 4 Aten von Cart Peters Sommer- Theater. Musik von A. Wiedecke. Dekorationen aus dem Atelier von Müller und Schäfer. Kostüme vom Obergarderobier Paul Hildebrandt. Regie: Mar Sam ft. Raffeneröffnung 8 Uhr. Anfang der Borstellung 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Luftspielen, Poffen sowie Spezialitäten ersten Ranges. Raffenöffnung 3 Uhr. Anfang 4 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Letzte 13. Aufführungen! Charley's Tante. Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Schluss der Saison: Freitag, den 15. Juni. Victoria- Brauerei, Lüßowstraße 111-112. Garten refp. Saal. Täglich. ( mit Ausnahme Sonnabend 3); Stettiner Sänger Herren: Meysel, Häckel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Bliemchen und Blank. Anf. Sonntags Uhr. Entree 50 Pf. Neu! Neu! Neu! Britton als Charley's Tante. Det is ja jrade wat Scheenes. Herr Steidl. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Castan's Panoptikum. Der 13 jährige Riese. Neu: Christliche Märtyrerin. Brunnenstrasse 16. Täglich: Großes Konzert, Theater- und SpezialitätenVorstellung. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Puhlmann's Sommer- Theater. Schönhauser Allee 148. KastanienAllee 97/99. Direktion: August Reiff. Gr. Extra- Konzert, Theaterund Spezialitäten- Vorstellung. Saftfpiel Bendix. des urkom. Neu einstudirt: Unsere Ulanen. Liederspiel von Robert Linderer. Musik von R. Thiele. Auftreten der Gymnastifer Allfiery, des Schattensilhouettisten Alberty, des Liedersängers Walter Kröning und des gesammten neuengagirten Sänger- u. Schauspiel- Personals. STIEN- BRAUERE FRIED DRICHSHAIN AktienBrauerei Friedrichshain am Königsthor. zahlreiche Betheiligung. Der Vorstand des Vereins Wahr.d.Interessen d. Stockarbeiter. zur Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Sozialdemokrat. Wahlvereins f. den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis zur Nachricht, daß das Mitglied Karl Griep, Schlosser, verstorben ist. 492/12 Die Beerdigung findet Montag, Nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabethkirchhofs ( Gesundbrunnen) statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Allen Kollegen hiermit zur Nachricht, daß die Beerdigung d. Kartonzuschneiders Georg Bresler heute, Sonntag, 4 Uhr, vom Kirchhof Rummelsburg aus stattfindet. 1050b P. Haenel. Nach langem Leiden starb am 30. Mai in jungen Jahren unser treuer Mitarbeiter Dienstag, 5. Juni, Abends 81/2 Uhr, in Renz' Ballsalon( Inh. Vehse), Naunynstr. 27: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Dr. Zadek über: Leistungen der Berliner Stadtverordneten auf dem Gebiete der Gesundheitspflege. 2. Disfussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 492/11 Mitgliedsbuch legitimirt. Gäste willkommen. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 5. Juni, Abends 8 Uhr: Zwei Versammlungen. 1. Jt Hensel's Salon, Invalidenstr. 1a. 2. Jm Feldschlösschen, Müllerstraße Nr. 142. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragetaften. Der Vorstand. 490/14 Achtung! Bildhauer. Dienstag, 5. Juni, Ab. 8 Uhr, im Restaurant Ehrenberg, Annenstr. 16: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom Streit der Steinbildhauer beim Hof- Steinmet meister Karl Schilling. 2. Ersatzwahlen zur Agitationstommission. 3. Bericht des Delegirten zur Gewerkschaftskommission und Verschiedenes. Die Kollegen aller Branchen sind verpflichtet, vollzählig zu erscheinen. 42/13 Die Agitationskommission. J. A.: G. Winkler, SO., Wrangelstr. 135 I. Bund der gesell. Arbeitervereine Berlins u. Umg. Versammlung Sonntag, den 10. Juni, Vormittags 10 Uhr, Annenstr. 16. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Borchardt, über, Moderne She und freie Liebe". 2. Aufnahme neuer Vereine 3. Bundesangelegenheiten und Fragekasten. Bundesvereine werden ersucht, vom Stiftungsfest abzurechnen. Sonnabend, den 16. Juni: 495.5 Achtung! Königsbank, Gr. Frankfurterſtr. 117. Achtung! Grosser Sommernachts- Ball sämmtlicher in der Schirm- und Stock- Branche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen des unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins ,, Apollo"( M. d. A.-S.-B.) unter Leitung seines Dirigenten Herrn Gartmann, Kraft- Turnvereins, Hoffnung", Auftreten verschiedener Spezialitäten sowie Großes Garten Konzert, ausgeführt von Mitgliedern der Freien Bereinigung der Zivil- Berufsmusiter, Dirigent Herr Gartmann. Großartige Garten Illumination und Fackel Polonaise. E Anfang S Uhr. Entree: Damen 25 Pf., Herren 50 Pf.- Das Comité. Billets find zu haben bei den Herren R. Krämer, Adalbertstr. 72, Hof lints 2 Tr.; B. Mitsching, Kleine Markusstraße 5, Hof 3 Tr.; E. Mechsner, Gartenstr. 52, 1 Sr.; A. Pierker, Chorinerstr. 33, of 1 Tr.; G. Schwartz, Bärwaldstr. 48, Hof 2 Tr.; 0. Ebeling, Roßstr. 5, Hof 3 Tr. 1033b Hermann Rosenfeld. Weimann's Volksgarten, Babir.56, Bankſtr. 25. Heute Sonntag: Ein durch und durch idealer Konzert, Spezialitäten ersten Ranges, Ball. Charakter, allzeit bereit zu helfen, hat er rastlos an der Aufklärung und dem Schutz der Bedrückten mitgearbeitet, bis die Proletarierfrankheit auch ihn aufs Krantenlager warf. Ehre seinem Andenken! Die ArbeiterSanitäts- Kommission. Zum Schluß: Fatalitäten in der Küche, Neger- Pantomime. Die Kaffeefüche ist geöffnet. Entree 25 Pf. Dienstag: Hippel's Stettiner Sänger. Mittwoch: Rinderfest. Donnerstag: Frühlingsfest. Benefiz der Hauskapelle. 810M Neue Welt. Safenhaide Nr. 108-112. Sonntag, den 3. Juni, Ob schön, ob Regen". Vorstellung sämmtlicher Spezialitäten. Dirigent: Gr. Konzert. s. Finsterbusch. Gr. Ball. 10625 Brillant- Feuerwerk. Leichnitzu. Bau. Entree 30 Pf., Kinder 5 Pf., Militär 10 Pf., referv. 50 Pf. 808 Allen Kollegen zur Nachricht, daß der Metallschleifer Hannefriede am 31. Mai nach schwerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Juni, Nachmittags 4 Uhr, vom Urban aus nach dem Emmaus- Kirchhofe statt. Die Kollegen der Lampenfabrik von Hirschhorn. Märkischer Hof, Admiral Ausstellung Italien in Berlin. ( Stadtbahn- Station: Zoologischer Garten.) Täglich geöffnet von Morgens 10 Uhr bis Abends 12 Uhr. Massen- Konzerte sämmtl. italien. Musikkorps, darunter des Gr. italienischen Opern- Orchesters des Maestro Gav. Gialdino ■ Strasse Nr. 18 c. Gialdini, der Bersaglieri- Kapelle des Maestro Giacomo Gatti, des Venezian. Serenaden Orchesters des Mobile de Malipiero, des Mandolinen- Korps des Jeden Sonntag: Heute, Sonntag: Grosser Ball. Prof. Frouth. Ferner: Mailänder Marionetten- Theater u. Venezian.Variété etc. Grokes Konzert forts. Königin Augusta Garde- Grenadier Regiments 4 ( Koblenz) in Uniform. Anfang 42 Uhr. Eintritt 30 ẞf. Kinder frei. Programm unentgeltlich. Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Andreasstraße 64. Heute, Sonntag, den 3. Juni: im großen Saale: Grosser Ball bei stark befehten Orchestern. Anfang 512 Uhr. 74/8 C. Saeger. Entree frei. Tanz frei. Ende 2 Uhr. Die beiden Säle find noch Sonnabende und Sonntage zu allen Festlichteiten und Versammlungen zu vergeben. Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: Auftreten des Cav. Prof. Eugenio Pini, Fechtmeister der königl. italienischen Marine. In der großen Arena um 9 1hr: Floret, Degen- und Säbel- Mensuren, an welchen sich Fechter gegen vorherige Meldung im Bureau der Ausstellung Restaurant Willerscheidt.betheiligen können. N., Wollinerftr. 24.1 Allen Genoffen beftens empfohlen. Gutes Lagerbier, Brauerei Nordstern. Vorz. Weißbier, Brauerei B. Gebhard. Vereinszimmer für 25-30 Perf. Borwärts u. Gastwirthsgehilfe liegt aus. Achtung, Restaurateure! Brauerei 2772 2739 Müggelschlößchen. Keine Ring- Brauerei. Mit dem heutigen Tage übernehme ich den Vertrieb des vorzügl. VersandtBieres zu Tagespreifen à 21 M. inkl. Herm. Friesecke, Rummelsburg, Hauptstraße 81. von früh 5/2 Sonntag Morgen- Serenade sämmtlicher Musikkorps. Entree bis 10 Uhr 30 Pf. 000000-0-000 Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Im neu Volksbelustigungen aller Art. } parquettirten Saale: Täglich: Gr. Ball. Bon 5-72 Uhr: Freier Damentanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Pf., Billets vorher 25 Pf. 0000000-0-000000 Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pönsch in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 126. Boykoffirt hind: 1. Schultheiss- Brauerei, Aftien- Gesellschaft, Berlin( und Tivoli). 2. Brauerei F. Happoldt. 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( AdlerBrauerei). 5. Vereins- Brauerei Rixdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien Gesellschaft Schloss- Brauerei Schöneberg. Der„ Verein gegen Verarmung " veröffentlicht jetzt seinen Rechenschaftsbericht über 1892 und 1893. Wir haben selten einen Bericht eines Wohlthätigkeits"-Vereins gelesen, in dem ein gleich großes Maß von Selbstzufriedenheit hervortrat, und der zugleich in dem Grade die Ohnmacht erwies, gegen die fortschreitende Berarmung weiter Kreise der Berliner Bevölkerung etwas auszurichten. Aus diesem Grunde müssen wir uns mit dem Verein, dessen Thätigkeit wir schon wiederholt beleuchtet haben, hier noch einmal beschäftigen. Der Bericht sagt, die Vereinsthätigkeit habe wiederum in ausgiebiger und ersprießlicher Weise Dabei ist die Zahl der Unterstützten entfaltet werden können. Sonntag, den 3. Juni 1894. 11. Jahrg. er nicht für hinreichend bedürftig und würdig hält, ferner die befizer am wüthendsten vertheidigt. Ueber die Gesinnnung Eugen's Haus- und Straßenbettler, zu deren Abweisung er seine Mit- haben wir uns noch nie einem Zweifel hingegeben. Hätte es slieder verpflichtet, und noch viele andere Nothleidende. Für die das Unglück gewollt, daß Eugen Richter Minister geworden sorgen natürlich andere Vereine, aber mit demselben Erfolge", wie der Verein gegen Verarmung". Obwohl das Elend jedem, der sehen will, täglich in den verschiedensten Formen entgegen tritt, obwohl die Selbstmorde aus Nahrungssorgen sich häufen, hat dieser Verein den Muth, in seinem neuesten Rechenschaftsbericht zu erklären, daß bank dem harmonischen Zusammenwirken richtig fungirender Vereinswohlthätigkeit und der geseh lichen Armenpflege in Berlin Niemand zu betteln braucht". Er mag das in gutem Glauben annehmen; aber es giebt eine Art des guten Glaubens, die in ihrer schnellen Bereitwilligkeit nahe n Leichtfertigkeit streift. " Ueberhaupt unterstützt wurden mit: Von je 100 wurden unterstützt mit: wäre, so hätte er den Buttkamer noch überputtfamert. Das Verhalten der Mitglieder des Brauereiringes zeigt deutlich, wie der Schlag, der gegen sie geführt wurde, gesessen hat. und manchem der edlen Kämpen mag schon die Reue gepackt haben, daß er sich für 10 000 Silberlinge dem Hauptführer vers tauft hat. Die Besorgniß des Herrn Happoldt für die Gesundheit der Arbeiter verräth aber doch ein christliches Gemüth! Ein unverschämterer Aft als das geheime Birkular des Herrn Happoldt an die Fabrikbefizer ist noch nicht dagewesen. Hätte Herr Happoldt einen legalen Weg beschritten, so wäre dagegen nichts einzuwenden. Dem Arbeiter aber vorzuschreiben, welches Bier er trinken solle, ist eine unerhörte Anmaßung. Und wieder ist es Eugen Richter, welcher diesen Aft der Willkür gutheißt. Hätten die Kapitalisten die Macht im Reiche, zu schalten wie sie wollten, dann würden unerhörte Zustände Platz greifen. Wie stehts nun aber mit der Vertreterin der öffentlichen Darl. Masch. Gesch. Meinung, der Presse? Im ersten Augenblick, als das Attentat gegen die schuldlosen Brauerei- Arbeiter erfolgt war, stand fast die gesammte Presse einen Moment ob dieser Unverschämtheit verblüfft da, in unseren Reihen selbst fanden sich Optimisten, die da meinten, es scheine die Scham bei den bürgerlichen Blättern noch nicht ganz erstorben zu sein, das moralische Schuld. bewußtsein würde hinreichen, sie von einer Stellungnahme gegen die mißhandelten und brutal provozirten Arbeiter ab= zuhalten. D, wie täuschte man sich! Nur ein paar Tage dauerte dieses verlegene Schweigen, da fand man sich in der Angst um den bedrohten Profit wieder, und nun gellt es im Chore: Terrorismus der Arbeiter und so fort. Drehen wir nun den Die Rixdorfer Brauerei hat die Böttcher Spieß einmal um. gemaßregelt. Wie, wenn sich die Sozialdemokratie nun z. B. an den Verband der Eisenindustriellen und an den Vorstand der freifinnigen Partei wendeten mit dem Verlangen: Entweder diesen Arbeiterausschluß, der ja auch ein Boykott ist, rückgängig zu machen, oder über ihre Mitglieder und Parteis bringen. Angehörigen schwere finanzielle Schädigung zu würde es Warum Welche Frechheit! heißen. untergefammte bürgerliche Presse schlägt die gesammte bürgerliche Presse so beharrlich den Brief der Gewerkschafts- Kommission? Im Aufsichtsrathe der und jener Brauerei sizzen Leute, die mit der Presse in engster Fühlung stehen oder Aktien dieser Unternehmungen besißen; Leute wie der nach Bier und großen Thaten dürsten'de Alexander Meyer, der vielgewandte. Sogar Frl. Else v. Schabelsky fann es nicht über's Herz bringen, in einer Frauen- Zeitschrift für die armen Aktionäre einzutreten. BULKOTE543322222IIIIT Dar: Ma Gelehen schinen schent. Summa 1870 1871 1872 1156 128 982 2266 1218 285 1048 2551 1251 311 51 48 6 11 43 41 1271 2833 44 11 45 ff 1873 1179 423 1255 2857 41 15 44 1874 1240 380 2271 3891 32 10 58 1875 1052 305 3182 4539 23 7 70 1876 1193 274 3897 5364 22 73 1877 1153 191 4045 5389 21 75 1878 922 150 4435 5507 17 80 1879 765 143 4578 5486 14 83 1880 807 143 4857 5807 14 84 1881 852 139 5555 6546 13 85 1882 702 108 5195 6005 12 86 1883 645 99 4912 5656 11 87 1884 591 112 4232 4935 12 86 1885 562 67 4473 5102 11 1 88 1886 426 48 3585 4059 11 1 88 1887 330 45 3723 4098 91 1888 348 38 4003 4389 91 1889 354 42 4385 4781 1 92 1890 1891 341 42 4366 4749 92 357 53 4300 4710 1 91 1892 1893 418 298 4145 4607 9 90 64 4079 4441 92 seit Jahren in der Abnahme begriffen! Sie betrug im ersten Jahre, 1870: 2266, stieg bis 1881 auf 6546 und fiel unter einigen Schwankungen bis 1893 auf 4441. Das Fallen ist nicht etwa auf eine vermeintliche Besserung der Erwerbsverhältnisse zurückzuführen. Der Verein hat vielmehr, ohne Rücksicht auf die thatsächliche Verschlechterung der Erwerbsverhältnisse, feine Thätigkeit eingeschränkt; vermuthlich deshalb, weil seit einer Reihe von Jahren die Zahl der Mitglieder und damit die Höhe der Beiträge zurückgeht. Wenn er auch jetzt noch beHauptet, teiner, der der Hilfe bedürftig" und würdig" sei, bitte bei ihm vergeblich, so mag das wahr sein, aber nur deshalb, weil er die Begriffe bedürftig" und würdig" immer schärfer faßt. Auf genau dieselbe Weise pflegen nicht nur die meisten anderen Wohlthätigkeits"= Vereine, " die Staats= 4545 8877817 111 Die dreizehn öffentlichen Versammlungen, Einstimmig wurde in allen Versammlungen folgende Resolution angenommen: Resolution. Die heutige Versammlung erklärt den über die sieben Brauereien: 1. Schultheiß- Branerei, Attien- Gesellschaft, Berlin( und Tivoli). 2. Brauerei F. Happoldt. 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft Aktien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Brauerei), 5. Vereins- Brauerei Nigdorf, auf 6. Spandauer Berg Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg, 7. Aktien- Gesellschaft Schloß- Brauerei Schöneberg ausgesprochenen Boykott mit allen Kräften so lange weiter zu führen, bis die Forderungen der Arbeiter erfüllt sind; sie wird sich durch feine von der gesammten bürgerlichen Presse im Auftrage und Interesse der Brauereien tagtäglich ver übten Lügen und Fälschungen von dem Kampf abspenstig machen laffen, der ihr ohne jeden Anlaß durch die brutale Maßregelung von Hunderten von Familienvätern aufgezwungen wurde; sie ermächtigt daher die Boykottkommission behufs wirksamer Durchführung des Boykotts und zur Verschärfung der Kontrolle die Mitarbeit der Lokalkommission in Anspruch zu nehmen. Die Versammlung erklärt es endlich als eine Ehrenpflicht jedes Arbeiters, den Boykottbeschluß energisch durchführen zu helfen, damit die Berliner Arbeiterschaft fünftig geschützt ist gegen solch frivole, aus tapitalistischem Uebermuth entsprungene Angriffe. Die Ursachen des Bierboykotts hat die bürgerliche Presse verschwiegen, da sonst auch der bornirteste ihrer Leser erkannt hätte, daß die Arbeiterschaft den Kampf nicht gesucht, sondern daß er ihr aufgedrungen wurde. Daß man den Kampf von jener Seite suchte, verräth die Kreuz- Zeitung", das Orgam des Junterthums, das die Geschäfte der Brauer besorgt, was wiederum beweist, daß der Sozialdemokratie gegenüber alle Parteien eine reaktionäre Masse sind. Ein Theil der Gegner argumentirt: Ihr wollt die Floalition der Unternehmer, ihr gesetzliches Recht illusorisch machen." Wir stehen das Recht der Organisation Jedem zu, aber hier handelt es sich um eine Abwehr der Vernichtung des Versammlungsrechtes. Der Brauerring erstrebt blos den Zweck, das Koalitionsrecht der Arbeiter zu zerstören. Wenn durch das Sprengen dieses Ringes und unseren Boykott nebenbei die Dividenden, die Faulenzerprämien etwas beschnitten werden, so ist das kein Unglück. Haben die gegnerischen Parteien das Recht, das Mittel des Boykotts anzuwenden, nun so wird man es den armen mißhandelten Lohnftlaven auch zugestehen müssen. Weil alle moralischen Mittel bei dem Gemüth der Ringbrüder nicht verfangen, so verstopfen wir ihnen die Quellen, aus denen der goldene Strom fließt. Die Klugheit gebietet vorerst einem kleinen Kreise den Boykott schmecken zu lassen.„ Den Siebener- Boykott fönnen wir ein ganzes Jahr führen, bei einem allgemeinen Boykott müßten alle die Taufende nicht unseren Organisationen angehörigen Arbeiter sich wochenlang jedes Tropfens Bier enthalten; der allgemeine Boykott müßte in vier Wochen gewonnen sein, oder er wäre verloren den jahre langen Siebener- Boykott halten die Arbeiter, nicht aber die Brauer aus daher unsere ganze Kraft, unsere ganze Energie, unsere ganze Wachsamkeit auf diese Sieben gerichtet." -GOO Die Recherchen der Lokalkommission über den Ausschank der boykottirten Biere sollen mit allem Gifer fortgesetzt werden. Zu dem Zweck wurden in den Versammlungen einige Genossen zur Unterstützung der Kommission gewählt. Der Ertrag der Tellersammlung wurde zum theil den aus. gesperrten Kuhnheim'schen Arbeitern, den Brauerei- Arbeitern und der Boykott- Kommission überwiesen. Tokales. sondern auch der Berliner Magistrat und regierung den Nothstand aus der Welt zu schaffen. Das Mittel die am Freitag Abend tagten, bekundeten wieder durch den ist auch wirklich probat, so probat, daß man bei hinreichend starken Besuch, dessen sich alle Versammlungen zu erfreuen hatten, enger Begrenzung der Begriffe Würdigkeit" und Bedürftigkeit" die rege Antheilnahme der Arbeiterschaft an der energischen felbst mit dem furchtbarsten Elend im Handumdrehen und ohne Durchführung des Kampfes. viele Rosten fertig werden könnte. Der Verein gegen Verarmung" hat aber auch innerhalb dieser engeren Grenzen die verschiedenen Gebiete seiner Thätigkeit in ihrem Verhältniß zu einander immer mehr verschoben, und zwar in einer Weise, die den Erfolg seiner Thätigkeit noch weiter verringert hat. Der Verein bezweckt in erster Linie Schutz gegen Verarmung und Aufhilfe von Verarmten; daneben, auch ohne Aussicht auf Aushilfe, Unterstützung von Armen, denen der nothwendige Lebensunterhalt anderweitig nicht beschafft werden kann. Er hält es daher für seine Hauptaufgabe, an die von Ver armung Bedrohten Darlehen zu geben, zu deren Rückzahlung sich die Unterstützten verpflichten müssen, und Nähmaschinen zu liefern, deren Preis nach und nach abzuzahlen ist; wo fein Aufhelfen mehr möglich ist, giebt er Geldgeschenke.( Außerdem weist der Verein angeblich Stellen nach, gewährt Rechtsschutz, ertheilt Rath u. f. w., doch fehlen im Bericht zahlenmäßige Belege hierfür.) Anfangs bildete das Darlehen die Regel und das Geschenk die Ausnahme. 1870 erhielten 1156 Personen ein Darlehen und 128 eine Maschine, aber nur 982 ein Geschenk. Die Zahl der Personen mit Darlehen blieb auch bis 1877 im allgemeinen dieselbe. Aber schon 1878 betrug fie nur 922, und in den folgenden Jahren fiel fie( unter gelegentlichen Schwankungen) fortgesetzt bis auf 298 im Jahre 1893. Die Zahl der Nähmaschinen stieg bis 1873 auf 423, fiel dann aber bis 1893 auf 64. Die Zahl der beschenkten Personen betrug 1870: 982, 1873: 1255, stieg dann, in der Zeit nach dem Krach, bis 1876 gleich auf 3897, weiter bis 1881 auf 5555, und sant unter mehrfachen Schwans fungen bis 1893 wieder auf 4079. Gegenwärtig ist also das Geschenk die Regel und Darlehen die Ausnahme. Diese Wandlung, zu der sich der Verein hat bequemen müssen, obwohl sie seinem Prinzip thatsächlich widerspricht, hat mit dem Mitgliederschwund nichts zu thun, wohl aber mit der fortgesetzten Ver= Wir haben bereits in der gestrigen Nummer über den Besuch schlechterung der Erwerbsverhältnisse. Daß die Vermehrung der der Versammlungen furz berichtet. Bei der gleichlautenden Geschenke besonders nach dem Krach sprungweise zunahm, ist Tagesordnung und dem gleichen Gedankengang aller Referenten bemerkenswerth. Bei den Beschenkten handelt es sich, wie ge- in den 13 Versammlungen, erübrigen sich einzelne Berichte über sagt, vorzugsweise um solche, denen schon nicht mehr zu helfen alle Versammlungen; wir geben deshalb ein Resumee über sämmtist, die man nur nicht ganz verhungern lassen will. Der Be- liche Referate. richt über 1876 wies auch ausdrücklich hierauf hin. Er fügte Der ganze Kampf ist nichts weiter als ein Verfuch zur Zer- ausgesperrten Brauereiarbeiter ersuchen Euch dringend, dem jedoch hinzu, diese Vermehrung fönne fchon um deswillen nicht störung von Organisation und Abtreibung von Sälen. Jeder, Flaschenbier- Handel der boykottirten Brauereien eine größere als bedenklich erachtet werden, weil sie nur als etwas Vorüber der die Wahrheit sehen will, muß überzeugt sein, daß mit der Aufmerksamkeit zu schenken als es bisher geschehen. Von den gehendes, als eine Folge der wirthschaftlichen Kalamität zu be- Aussperrung der Brauerei- Arbeiter die Brüskirung der Sozial: 200 000 Flaschen pro Tag umgefeßt. Man hätte erwarten 7 boykottirten Brauereien wurden vor dem Boykott zirka trachten ist, unter der wir seit einigen Jahren zu leiden haben". demokratie beabsichtigt war. Das erste Gefühl, nachdem dieser Eine Befferung der Erwerbsverhältnisse werde auch die Zahl der Stoß nach dem Herzen der Arbeiter geführt, war, daß der müssen, daß, ähnlich dem Faßbierumfaß, auch dieser gewaltig Das ist aber Beschenkten wieder verringern. Leider ist von beidem das Gegen- Kampf auf der ganzen Linie aufgenommen werden müsse. Ver- gegen dem früheren Konsum zurückbleiben müßte. theil eingetreten. Jezt, wo der Verein in sein 25. Jahr eintritt, geltung für die Schmach, die man uns angethan! Die kühle nicht der Fall. So verkauft die Schloßbrauerei Schöneberg zur ist die Zahl der Darlehen gegen 1870 auf weniger als den Ueberlegung mußte aber den Genossen sagen, daß in demselben Beit immer noch gegen 40 000 Flaschen( vor dem Boykott 4. Theil gesunken, die Zahl der Beschenkten auf mehr als das Maße, wie die Unternehmerschaft mit dem Ehrgefühl nicht( 56 000), Schultheiß 52 000,( 85 000), Böhmisches Brauhaus Bierfache gestiegen. Der Verein muß also bei denen, die sich an rechnet, fie desto mehr Gewicht auf den nervus rerum, den heiligen 20 000( 32 000) und ähnlich verhält es sich mit den übrigen. Hier ist es Sache der ihn wandten, immer seltener die Möglichkeit einer Aufhilfe vor- Profit legen müsse. Darum griff man sieben der Hauptführer Frau, der Parteigenossin, gefunden haben und auf grund seiner bekanntlich sehr strengen heraus und hing fie als warnendes Erempel auf wenn nöthig, and ans Werk zu legen. Den größten Flaschenbier- Handel Prüfung zu der Ansicht gelangt sein, daß die Verarmung bereits werden sie ein ganzes Jahr hängen bleiben. Wir haben zunächst händler und alle sonst nur möglichen Händler der Nahrungshaben die Bierverleger, die Kaufleute, Grünkramhändler, Milcheingetreten war. Nachstehende Tabelle möge genauer erweisen, wie die Beit, abzuwarten, ob die Solidarität der Proßen so weit geht, und Genußmittelbranche. Hier kann die Frau helfend eingreifen. ohnmächtig sich der Verein gegenüber der fortschreitenden Ver- daß die kleinen Brauer den Millionären in diesem Kampfe bei- und Genußmittelbranche. Hier kann die Frau helfend eingreifen. armung erwiefen hat. Bei feinem derartigen Kaufmann, Grünkramhändler u. s. w. hat springen damit sie in nächster Zeit von den Nimmersatten die Frau etwas zu holen, ohne sich davon überzeugt zu haben, Hat der Verein gegenüber diesem geradezu erschreckenden Er- verschlungen werden. Vor allem ist nöthig, das Ziel fest im Auge daß der Betreffende kein boykottirtes Bier führt. Parteigenossen gebnis das Recht, mit stolzer Selbstzufriedenheit von seinen„ Er- zu behalten; die Arbeiterschaft hat keine Ursache, sich den Kopf und Genofsinnen! Nur durch die strengste Durchführung des folgen" zu sprechen? Er hat im Gegentheil fast von Anfang an der Wirthe zu zerbrechen. vor der immer weiter um sich greifenden Verarmung Schritt für Sollte in Deutschland die Praxis playgreifen, den Boykott Boykotts wird es uns möglich sein, den Stolz der Herren Schritt zurück weichen müssen. Es handelt sich bei Konsta- gerichtlich zu verfolgen, so hätten wir nicht nur gegen einen der fauer erworbenen Arbeitergroschen zu denjenigen, die uns Wasserfärber zu brechen. Darum nochmals: Tragt keinen Pfennig tirung dieser Thatsache nicht um diesen Verein an sich der derartigen Mißbrauch der Gesetze entschieden zu protestiren, fönnte uns am Ende sehr gleichgiltig sein sondern darum, sondern auch zu verlangen, daß endlich Jene aufhören, die Arbeiter indirekt den Kampf erschweren. Hoch die Solidarität der Arbeiter daß hier einmal an einem eklatanten Fall nachgewiesen werden zu boykottiren, welche dies heute im ausgedehntesten Maße thun. schaft. Die Kommission. tann, wie wenig mit der vielgepriesenen Privat- Wohlthätigkeit Boykottirt nicht die Militärbehörde seit langem eine Anzahl Wirkt der Boykott noch? Den Schreihälsen in der gegen das Elend auszurichten ist. Gerade der Verein gegen Gastwirthe? Benuhen nicht die Staatsbehörden dasselbe Mittel? bürgerlichen Presse, die einerseits nicht genug über den„ TerroBerarmung" verfügt über eine Mitgliederzahl, ein Kapital und Und ist nicht jedem die schmähliche Handlungsweise der Krupp rismus" der Arbeiterschaft zetern können und die nach anderer eine Organisation, die fast ohne Gleichen dastehen. Und troß- und Kühnemann und Konsorten bekannt, welche Arbeiter durch Seite wieder im Interesse der Brauereiproßen der Welt vordem nach einer Thätigkeit von einem Vierteljahrhundert dieses schwarze Liſten dem wirthschaftlichen Ruin überantworten? Wenn lügen müssen, daß keine der gezeichneten Sieben etwas von der Ergebniß! Dabei fommt hier nur ein ganz bestimmter, durch solchen Boykott Arbeiter- Existenzen vernichtet werden, so Abwehr merke, die ihnen die Arbeiterschaft Berlins entgegen winziger Theil der Nothleidenden in Betracht. Das große Heer fragt von jener Seite kein Mensch danach; wagen es aber sehen muß, diesen Schreihälsen geben wir in nachstehendem berjenigen, die noch nicht den Berliner Unterstützungswohnsiz haben, die Arbeiter einmal, die Herren Bourgeois mit gleichen Bahlenmaterial wieder ein Quantum Stoff zum Beschnüffeln. bleibt, von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, von vornherein Waffen zu bekämpfen ja, Bauer, das ist ganz etwas anderes! Mögen die Herrschaften das nachstehende Material ausvon der Berücksichtigung des sich an die fommunale Armenpflege Bezeichnend ist es, daß gerade die Freifinnige Zeitung", das nußen, wie es ihnen beliebt, eine Thatsache wird auch vor ihnen anlehnenden Vereins ausgeschloffen. Dazu tommen die. welche Organ des Herrn Engen Richter die Intereffen der Brauerei- immer deutlicher aufsteigen, nämlich die, daß die Berliner Are " Männer und Frauen des arbeitenden Wolfes! Die beiterschast ihrer Pflicht, den Nebermuth der Branereibcsitzer ein- NidKminen, im vollen Mnßc nachkommt! Die boykottirten Brauereien setzten ab in Tonnen: Schultheiß I. Schultheiß II. Böhmisch Bereinsbrauerei Spandanerberg Schöneberg Happoldt Gregori Kurz vor dem Boykott Wochen- Sonir tags abends Unter dem Boykott 750 800 450 350 300 380 140 100 1600 1800 1100 600 550 600 280 250 205 316 186 225271 278,302 265 10 31 238 238 98 168 74 27 221 103 172 303 105 186 82 29 25 28 30 26 222 241 217 88 174 80 33 372 365 245 105 231 83 37 207 32 45 In den mit' bezeichneten ist Bahnbier einbegriffen. Im Flasche nbier-Handel verkauften die boykottirten Brauereien pro Tag: Schultheiß I früher 35 000 Flaschen, jetzt ca. 20 000 Flaschen, II„ 50 000„„„ 32 000 Böhmisch„ 32 000„„„ 20 000 Spandauerberg„ 6 000„„„ 4000 Echöneberg„ 56 000„„ 40 000 Happoldt„ 7 500„„„ 3 000 Gregori„ 10 000„„„ 4 500 Zum Beste» der ausgesperrte» Branerei-Arbeiter wird am Sonntag, den 10. Juni, in den Konkordia-Festsälen eine große Gesangsmatinee, verbunden mit Deklamationen und humoristischen Vorträgen abgehalten werden. In anbetracht des guten Zweckes steht zu erwarten, daß die Arbeiterschaft Berlins an diesem Fest zahlreich theilnehmen wird. Billets sind an allen mit Plakaten belegten Stellen zu haben. Die Berliner Frauen- Agitationskommissio» hält am kommenden Donnerstag drei Volksversammlungen ab, zu deren Besuch ganz besonders die Fr auen aufgefordert werden. Die Tagesordnung dieser Versammlungen lautet: D e r B i e r- b 0 y k 0 t t. Lokale und Referenten werden noch durch Annonce bekannt gegeben. Die Frauenvereine werden von der Agitations kommission ersucht, am Donnerstag keine Versammlungen ab- �zuhalten. Es giebt einzelne Berliner Wirthe, welche noch von sicher im Besitz von Brauerei-Aktien sich befinden. Aber so mmTlche dieser Aktien mußten im Laufe der Jahre bei den be- tresfi enden Brauereien als Pfand hinterlegt werden. Der Boykott tobt auf der ganzen Linie, die Aktien weichen und sinken. Und die Hr rrcn Direktoren fnrchten, daß sie stürzen werden, in Bälde, kopfabn'ärts. Wohl aus dieser Erwägung heraus hat die Nord- deutsche Brauevdi unlängst die Lombardirung der bei ihr vepo nirten Akrien zurückgezogen, die Wirthe mußten verkaufen und weinen natürlich ihrem Verlust so manche stille Thräne nach Manch' einer sch nipst wohl auch. Wir uns däucht, ohne Grund. Wie, ,venn die Braueret weniger vorsichtig gewesen wäre und zugewarcket hätte? Dann wäre der Verlust der Wirthe noch großer geworden. Und daß das nicht geschehen, darüber beklagen sie sich.und stellen Betrachtungen an, in welchen Geldschrank ihre Aktien wohl gewandert? Die Undankbaren. Die'.Urbeiter�reundlichkeit, welche in der Schultheist- Brauerei beka,mtli.ch bis zur höchsten Blüthe gediehen ist, äußert sich ebenso stchr in Worten, wie in Thaten. Von den Thaten legt j.ede kapitalistische Zeitung fast täglich rühmendes Zeugniß ab, die arbeltersreundlichen Worte da- gegen äußern sich mehr, wenn auch gerade nicht im Stillen, so doch innerhalb der Kerker-— pardon Keller- mauern der Brauereien. Und sie hören sich gar lieblich an, n�enn von ihnen das Echo der festen Grundmauern mit all- gewaltigem Dröhnen wiederhallt.„Sie dummes Luder, Si e d u m m er K e r l, Rrndvieh. scheerenSie sich hinaus." Das find so ein paar Redeblütheu, die aus dem Rosenmündchen des Ober»Maschinenmeisters Engelhardt zartdnstend hervorquellen. Ein erst am letzte» Freitag wiederum ohne ersichtlichen Grund Gemaßregelter erzählt. daß er, bevor er das harmonievolle Arbeiterglück in der Brauerei des Herrn Röficke genoß, lange Jahre zur See gefahren war. Aber, so sagt dieser in seinem Auftreten durchaus bescheidene Mann, was der Kohlenzieher an kräftigen Flüchen über sich er- gehen lassen muß, die Behandlung, die einem an Bord zu theil wird, kommt der in einem Damenpensiomat gleich, verglichen mit den Rohheiten, die z. B. der Maschinenarbeiter in der Schult- Heißbrauerei erdulden muß. Unter diesen Umständen ist es durchaus begreiflich, daß ein Arbeiter vor einiger Zeit der un- würdigen Behandlung halber die Arbeit freiwillig aufgab, trotzdem er nicht wußte, wie er hinfort für seine Familie Brot schaffen sollte. Und auch unser Gewährsmann sagt, daß er erleichtert und mit frohem Herzen die Räume verlassen hat, in denen man ehrliche und pflichtgetreue Arbeiter fast tagtäglich mit Rohheiten regalirt, die ein gesitteter Mensch selbst seinein Vieh gegenüber anzuwenden sich scheut. Sollten Sie, Herr Rösicke, sich nächstdem wieder einmal be- müßigt fühlen, Ihr von Arbeiterbeglückung triefendes Institut vor dem deutschen Philisterthum m bengalischer Beleuchtung erstrahlen zu lassen, so vergessen Sie nicht, Ihren Herrn Ober-Maschinenmeister in die Mitte des glanzvollen Dekorations- werks zu stellen! Anläßlich des Bierboykotts weiß die gegnerische Presse gar mancherlei vom Denunziantennthum unter der Arbeiterschaft zu fabeln. Daß von den erzählten Dingen neun Zehntel erlogen ist und das eine Zehntel, bei Licht betrachtet, derart liegt, daß der bewiesene Eifer der Arbeiterschaft nur zur Ehre gereichen muß, weiß die gegnerische Presse zwar sehr gut; aber wo bliebe das Prinzip, wenn man der Arbeiterschaft nicht bei jeder Ge- legcnheit eins anhängen wollte? Etwas anders wird das Denunziantenthum aber vom wirk- lichen Lumpengesindel anläßlich des gegenwärtigen Kampfes geübt. Vor einigen Tagen erhielt ein Arbeiter in der Vereins- brauerei zu Rixdors eine Postkarte folgenden Inhalts an seine Arbeitsstätte zugesandt: Hiermit sagen wir unfern besten Dank für die 3 M., welche Sie bei der letzten Sammlung für die streikenden Böttcher gezeichnet haben. Hochachtungsvoll: Ein Anhängsel. Der anonyme Schuft, der diese Karte geschrieben, erreichte seinen Zweck: Am folgenden Tage wurde der selbst im Sinne des Protzenthums völlig unschuldige Arbeiter ohne Weiteres entlassen. Das Slklerneneste k Daß die Herren Brauereibesitzer und Direktoren gar klug berechnende Leute sind, wer wollte das in Abrede stellen? Daß sich jene Herren aber auch mitunter oer- rechnen, kann vorkommen, und daß dies in ihrem jetzigen Kampfe gegen die Arbeiterschaft der Fall ist, darf wohl angenommen werde», wenn jene Herren auch alles aufbieten, um ihre Rechen- fehler zu maskiren. So ernst wie der Kampf ist. so fehlt es m ihm doch nicht an heiteren Episoden, und es»st wohl angebracht, dieselben gewiffcnhaft zu regisiriren, damit sich unsere wackeren Kämpfer an ihnen erfreuen und neue Kräfte sammeln zum frischen, fröhlichen Bierkrieg. So wirkt wahrhaft herzerfrischend eine Nachricht, welche im„Handelstheile" der kapitalistischen Zeitungen, dieser gut dotirien Abladestelle für Börsennachrichlen aller Art, wie eine holde Stlatschrose prangt. Aus dieser Nach- richt zu schließen, haben die Herren Brauereibesitzer und Direktoren endlich ein probates Mittel gesunden, dem großen Publikum den Staar zu siechen und die Augen zu öffnen über die wahren Wirkungen des Bierboykotts, den Teufel durch Beelzebub aus- zutreiben und den Boykott durch sich selbst zu bekämpsen. Wer bisher geglaubt hat, daß der Boykott den Brauereien Schaden bringt, der muß nach Lesung besagter Notiz zu seiner Beschämung gestehen, daß er sich gewaltig geirrt hat, daß die Brauereien durch den Boykott keinen Schaden, nein, im Gegentheil einen großen Nutzen haben. Und wenn dem so ist, wenn der Boykott den Brauereien Nutzen statt Schaden bringt, hat dann der Boykott nicht gänzlich seinen Zweck verfehlt? Ist es denn nicht bester, daß der Boykott aufgehoben wird? Also spinlisiren jene klugberechnenden Herren, jedoch— sie haben sich auch hier wieder einmal ver- rechnet, und zwar in doppelter Hinsicht. Die gedachte Notiz lautet: Aktien-Gesellschaft Schloßbrauerei Schöneberg. Der Bier absah im Monat Mai cr. ist der größte, den die Brauerei seil ihrem Bestehen erzielt hat, und um so bemerkenswerther, als derselbe durch schlechtes Wetter und sonstige Ereigniste beeinflußt war. Der Absatz erreichte die Höhe von 14 539 Hektoliter gegen 13 526 Hektoliter im gleichen Monat des Vorjahres, überstieg somit denselben um 1013 Hektoliter. Der Gesammtabsatz Oktober bis Ultimo Mai cr. beziffert sich auf 96 630 Hektoliter gegen 88 576 Hektoliter oder auf 8054 Hektoliter mehr. Ein Schauspiel für Götter! Die Schloßbrauerei Schöneberg ist eine der boykottirten Brauereien. Durch diese Notiz soll einmal dem großen Publikum gegenüber die scheinbare Unwirksamkeit des Boykotts aä oculos demonstrirt werden; zum zweiten soll diese Notiz ein Beruhigungsmittel für die ängstlichen Aktionäre abgeben. Thatsächlich ist es aber eine starke Zumuthung, zu glauben, daß gerade in diesem Mai trotz„schlechten Wetters und sonstiger Ereignisse"(Boykotts der größte bisher dagewesene Bierabsatz zu verzeichnen sei. Ob es wirklich Jemand glaubt? Das schadet aber nicht, und bald werden wir sehen, daß ähnliche Notizen auch von den anderen boykottirten Brauereien in der kapitalistischen Presse auftauchen. Alle werden versichern, daß sie gerade während des Boykotts die besten Geschäfte gemacht haben. Nun, die Arbeiterschaft ist gar nicht rachsüchtig, sie gönnt den Brauern ihren gesteigerten Verdienst und es ist ihr recht gleichgiltig, ob die Brauereien in den Lokalen, die von ihnen abhängig sind, die Keller mit vollen Fässern vollpfropfen, damit den Aktionären trotz des Boykotts ein guter Absatz vor- gemalt werden kann. Damit es jenen Herren noch wohler und besser ergehe, kann sie ja gar nichts besseres thun, als den Boykott konsequent auch weiterhin durchzuführen. So, da haben sich die schlauen Herren, die da glaubten, den Teufel durch Beelzebub austreiben, den Boykott durch sich selbst erdrosseln lassen z» können, aber ganz gewaltig verrechnet. Die Direktion deS Passage-PalioPtikimiS theilt unS mit, daß sie den Volksschulen die Besichtigung der ethnologisch so überaus interessanten Dahomeh-Truppe zu dem geringen Eintritts- preise von 10 Pf. pro Kopf gestattet, sofern die Schüler trupp- weise unter Anführung eines Lehrers im Panoptikum antreten. Nm de» Besuchern der llrania wie bisher die Möglichkeit zu bieten, das interessante Experiment der Opernübertragung zu genießen, werden von nun ab die Vorstellungen des„Wissen- schaftlichen Theaters" eine Viertelstunde später als bisher, also um 7�/4 Uhr beginnen. Man"ird also gerade noch den Beginn der in dem 3 üm entfernten Opernhause stattfindenden Auf- führungen in der Urania anhöre» können, ehe nian von dort aus die Ozeanreise nach Amerika antritt, die gleichfalls von heute ab auf vielfachen Wunsch eine Zeit lang wiederholt in Szene gehen wird. Der Eintrittspreis zum Operntelephon ist auf 75 Pf. er- mäßigt worden.— Die Sommerferien des Instituts beginnen am 16. k. M., die Wiedereröffnung findet am 5. August statt, Zoologischer Garten. Heute, am 25 Pfennigtag sei das Publikum ganz besonders darauf aufmerksam gemacht, daß der Restaurateur des Gartens boykotlirtes Schultheiß. b i e r anszapft. Arbeiter, die Ihr heute den Garten besucht, seid eingedenk des am Freitag auf's neue bestätigten Boykott- beschlusses und meidet dieses Bier! I» Weimanu's Volksgarten(Gesundbrunnen) und Paradegarten(Tempelhofer Feld) sind Plakate des„Münchener Brauhauses" und der Brauerei„R eichenkron" und„Carls- berg" angeheftet; wahrscheinlich zu dem Zweck, die Arbeiter in dem Glauben zu bekräftigen, daß in den Lokalen kein boykottirtes Bier verschänkt wird. Wie uns nun von gut unterrichteter Seite mitgetheilt wird, gelangt neben diesem Bier in dem ersteren Lokale Bier aus der Gregory-Brauerei und in der anderen Schöneberger Bier zum Ausschank. Lasse sich von den Arbeitern Niemand durch diese Manipulation täuschen. Die Ergänzungstvahlen zum Gewerbegericht sind auf den 26. September angesetzt. Die Durchsicht der Wählerlisten ist vom 15. bis 28. Juni vorzunehmen. Genaue Mittheilungen über die Eintheilung der Wahlbezirke K. bringen wir in den nächsten Tagen. Akademisch gebildetes Louisthum. In der„Deutschen Warte" vom Mittwoch steht folgendes Heirathsgesuch: Kavalier, akadcmifch gebildet, Mitte Zwanziger, wünscht sich ein unabhängiges, hübsches, gebildetes, munteres, häusliches Mädchen als Gesellschafterin und W i r t h i n. Spätere Heirath nicht ausgeschlossen. Offerten von Damen, welche genannte Eigenschaften in sich vereinigen und eine kleine Wohnungseinrichtung besitzen, erbitte(möglichst mit Photographie) unter„Gesellschaft" Postamt 19. Leider läßt der„Kavalier" nichts darüber verlauten, wieviel Geld er pro Tag von seiner Gesellschafterin als Unterhalt verlangt. Eine Familienkatastrophe, die in große» Zügen an den Schaas'schen Familienmord erinnert, hat sich in der verwichenen Nacht in dem Hause Große Hamburgerstr. 7 abgespielt. Dort wohnte im zweiten Stock des Vorderhauses seit dem 1. Oktober 1879 der am 19. Juni 1843 geborene Malermeister Karl Seeger mit seiner am 4. Juni 1846 geborenen Ehefrau Elise Karbs und den 4 Kindern Rudolf, Bruno, Martin und Elisabeth, die im Alter von 19, 13, 10 und 7 Jahren standen. Die Eltern haben die Kinder zunächst gewürgt, dann vergiftet, schließlich aber selbst zum Strang und Giftbecher gegriffen. Das Familiendrama scheint schon lange vorbereitet gewesen zu sein. Die 2 Treppe» links belegene Wohnung hat zwei Zugänge, deren einer durch die hofwärts belegene einfenstrige Küche führt, während der zweite ebenfalls vom Treppenflur in ein zweifenstriges Vorder- zimmer geht. Die ganze Wohnung besteht aus drei Zimmern. zwei Kammern und der Küche. Von der letzteren gelangt man zunächst in einen dunklen Raum ohne Fenster, in dem der Bater init dem jüngsten Sohne schlief. Neben der Kammer nach dem Hofe liegt eine einfenstrige Stube, die dem 44 jährigen Bruder Seeger und den beiden ältesten Söhnen als Schlafrauni diente. Auf der anderen Seite die Kammer nach den Vorderräumen zu liegt ein zweites dunkles Gelaß, wo das Bett der kleinen Elisabeth steht. Von dort gelangt man in ein zweifenstriges Borderzimmer, wo Frau Seeger auf einem Sopha schlief, endlich in ein gleichfalls zweifenstriges Vorderzimmer, das als gute Stube benutzt wurde und unmittelbar vom Flur aus zu betreten ist. Gestern Abend um 10 Uhr ging der Maler Rudolf Seeger(der Brilder des Familienoberhaupts) zu Bett und drückte dabei der Schwägerin Verwunderung darüber aus, daß die beiden Söhne»och nicht schliefen. Darauf erhielt er die Antwort:„Nein, geh- nur, Rudolf und Bruno schlafen heut Nacht bei uns." Obgleich der so abgefertigte Schwager Anfangs stutzig wurde, beruhigte er sich doch und schlief bald ein. Als er am Morgen um 6 Uhr seine Kammer verließ, sah er Martin angekleidet als Leiche in seinem Bette liegen. Das Bett des Vaters war unberührt. In der zweiten dunklen Kammer lag Elisabeth entkleidet und todt auf ihrem Lager. Bruno lag entseelt auf dem Sopha, das d'.e Mutter zum Schlafen benutzt. In fürchterlicher Aufregung suchte er nun das zweite Vorderzimmer aus und fand seinen Neffen Rudolf an der nach dem Korridor zu belegenen Thür todt liegend aus; sein Bruder hing an der Thürzarge, während Frau Seeger hier mit einem Strick um den Hals todt aus dem Sopha lag. Sofort eilte er nach dem nahe belegenen St. Hedwigs- Krankenhause, holte den Dr. Sasse und benachrichtigte den Polizeilieutenant Enke vom 13. Polizeirevier. Die erste Aufgabe war, den Familien- vater abzuschneiden und, da er noch Leben zeigte. Wieder- belebungsversuche anzustellen. Seeger starb aber alsbald, ohne das Bewußtsein erlangt zu haben. Die Besichtigung der übrigen Leichen hat nun ergeben, daß die drei jüngsten Kinder theils mit einem Strick, theils mit der Hand gewürgt wurden, bis sie be- wußtlos geworden sind. Dann ist ihnen anscheinend Gift ein- geflößt worden. Der älteste Sohn scheint dem mörderischen Elternpaar große Gewalt entgegengesetzt zu haben, denn er hat nicht blas die Würgemarke am Halse, sondern ist auch noch mit einem Küchenmesser bearbeitet worden. Die Pulsader der linken Hand ist durchschnitten. Er hat nach Annahme der Polizei um den Plan gewußt und zuerst sein Einverständniß erklärt, hat auch vielleicht bei der Tödtung seiner Geschwister mitgewirkt. Dann ist ihm aber die That leid geworden; denn er hat au eine Wand mit Kreide geschrieben:„Ich bin dumm". Dabei scheint er vom Vater gestört zu sein. Die grausige Ermordung der Kinder ist anscheinend kurz vor 1 Uhr Nachts geschehe», denn der Obermeister der Malerinnung, Fritz Schnare, hat heute Morgen«in Schreiben Seeger's erhalten, daS den Stempel Postamt 24 trägt und zwischen ein und fünf Uhr dem Briefkasten übermittelt worden ist. Der Brief, der die Beweg- gründe für das schaurige Drama enthält, lautet wörtlich: „Viele Verluste, welche ich seit Jahren erlitten, haben mich ruinirt. Nach jahrelangen Kämpfen bin ich zu Ende! Gewährt die Innung auch Selbstmördern einfache Beerdigung, so bitte ich darum. Wenn es Dir möglich, gedenke meiner in Ehren. Es sendet die letzten Grüße an Dich und alle, die eine Theilnahme für mich hegen. Lebe wohl C. Seeger." Bereits vor 14 Tagen hat sich Seeger bei der Frau des Obermeisters genau nach den Statuten der Sterbekasse erkundigt, ern Beweis, daß die That schon damals geplant war. In dem Zinmier, wo die drei Leichen(Eltern und Rudolf) lagen, waren die Möbel bunt durcheinander geworfen. Dies läßt auf einen Kampf mit dem ältesten Sohne schließen. Auf einem Tisch hatte Seeger zwei Gift enthaltende Milchtöpse und zwei Weingläser gestellt. Sämmtliche Papiere, Rechnungen und Alterversichcrungs- Karten waren auf dem Tische niedergelegt. Die Schnüre. die zur Erwürgung benutzt waren, lagen auf dem Fußboden. Seeger muß die Absicht gehabt haben, an die Polizei zu schreiben, ein zerschnittenes Papier zeigt die Worte:„Euer Hochwohlgeboren theile ich ergebenst mir— Die drei ältesten Kinder besuchten das Sophien-Gymnasium, das jüngste die Gemeindeschule in der Gipsstraße. Die Leichen sind nach dem Schauhause gebracht, die Wohnung ist polizeilich geschloffen. Zwei Briefe an Verwandte sind noch nickt geöffnet. Zu dem Familiendrama in der große» Hamburgerstraße wird noch mitgetheilt, daß Seeaer dem Anschein nach auch seine Frau mit ihrer Einwilligung erdrosselt hat, ehe er Hand an sich selbst legte. Die Leiche der Frau Seeaer lag in der linken Sophaecke, und die Schnur, die sie um den Hals trug, war an der linken Seite fest im Genick mit den Händen zugedreht worden. Das kann die Frau aber kaum selbst gemacht haben. Die scheuß« liche That muß bei Lampenlicht ausgeführt worden sein, denn eine ausgeblasene Lampe stand auf dem vom Sopha zurück- gezogenen Tische in dem Zimmer, wo die Leichen der Eltern und des ältesten Sohnes lagen. Nachdem Seeger alle Familienmit- glieder umgebracht hatte, hat er erst die Briefe geschrieben und einen davon an den Obermeister selbst m den Briefkasten geworfen. Er hat seinem Leben erst gegen sechs Uhr Morgens ein Ende'gemacht, nachdem er die feste Ueberzeugung erlangt hatte, daß alle anderen schon todt waren. Das Gift, das die Eltern selbst genommen und den Kindern eingeflößt haben, ist dem Aussehen der Flüssigkeit nach in Milch gemischt worden. Seeger genoß den Ruf eines sehr arbeitsamen und nüchterner« Mannes. Doppelselbstmord. In einem hiesigen Gasthofe, so be- richtet nne Korrespondenz, kehrte Anfang der Woche ein Pärchen ein, das sich für mehrere Tage ein Zimmer miethete. Der Herr trug sich als Nähmaschinen-Reisender Sch. und Frau in oas Fremdenbuch ein. Der Zimmerpreis und die Zeche wurden pünktlich bezahlt, die Beiden lebten ganz bescheiden und blieben den Vergnügungen der Großstadt fern. Mittwoch früh erklärte der Mann, er müsse abreisen, ließ sich das wenige Gepäck nach Bahnhof Friedrichstraße bringen und löste dort zwei Fahrkarten nach Kottbus. Am andern Morgen wurden in der Nähe der Eisenbahnbrücke bei Kottbus zwei aneinander gebundene Leichen aus der Spree gezogen. Es waren der Reisende und dessen Be- gleiterin, die vor ihrem Tode erst Berlin besucht hatten.„Er" war verheirathet, er liebte„sie" und sie„ihn", und da beide aller Geldmittel bar waren, entschlossen sie sich zu sterben. In Berlin widerte sie nicht nur das Leben sondern auch das Sterben an und so kehrten sie nach ihrer Heimathstadt zurück, um hier vereint in den Tod zu gehen. Ein sehr roheS Attentat ist gegen die 22jährige Luise I. in der Nacht zum 28. v. M. verübt worden. Sie hatte im Krankenhause im Friedrichshain zu thun und wurde fpäter auf der Straße von Burschen gefaßt, hochgehoben und trotz Schreiens und Sträubens in das Gebüsch geschleppt. Dort wurde sie von den vier im Alter von je 18 Jahren stehenden Thätern vergewaltigt. Die Burschen sind jetzt ermittelt und ver- hastet worden. Fiinf Leichen von Ertrunkenen, die sämmtlich aus der kurzen Strecke zwischen dem Schlülersteg und der Alsenhrücke aus der Spree gezogen wurden, sind gestern im Leichenschauhause ein- geliefert worden. An Blntveraiftuna starb vorgestern Vormittag die 16 Jahre alte Tochter des Eigenthumers W. in Rixdors. Das Mädchen hatte Mittwoch Abend einen„Mitesser", der die zarte Haut ver- unzierte, mittels der Fingernägel herausgedrückt. Donnerstag früh schon war die Backe geschwollen, am Abend hatte sich die Geschwulst über das ganze Gesicht verbreitet. Der erste herbei- gerufene Arzt stellte sofort die Diagnose auf Blutvergiftung, ein zweiler ebenfalls. Trotz aller Bemühungen der Aerzte verschied die Aermste vorgestern gegen Morgen. Wodurch die Blutvergiftung hervorgerufen worden ist, ist noch nicht festgestellt. Vermuthet wird, daß beim Ausdrücken des Mitessers Nnreinlichkezt in die Haut gedrungen ist. Wegen versuchten MordeS verhaftet ist der arbeitslose Arbeiter Hermann Wolter. Er lag schon seit längerer Zeit in Streit mit seiner Ehefrau, weil er nichts verdiente, und es wurden ihm auch gestern wieder in der in der Skalitzerstraße belegenen Wohnung Vorwürfe gemacht, dabei fiel der Frau auf, daß Wolter diesmal alle Reden ruhig über sich ergehen ließ, sich aber unter dem Tisch mit irgend einem Gegenstand beschäftigte. Plötzlich brachte er einen Revolver hervor und feuerte einen Schuß auf die Brust seiner Frau, die indessen unverletzt blieb. Wolter be- hyuptet, daß er mit dem Revolver, den er sich am Nachmittag für 3 M. gekauft und für ungelaben gehalten habe, nur die Frau habe schrecken wollen. Die Polizei schenkt aber diesen Angaben feinen Glauben. " Gerichts- Beitung. " richten an. Gent, Adalbertftr. 95. Sonntag: Theaterverein 2halta bei Schröder, in Etralau, Nachmittags 3-4 Uhr. Theatergesellschaft Romelia" alle tag v. b. 1. b. Mts. 14 Tage, Adalbertstraße 8 bet Sauermann. Ge Bergnügungsflub Oftenb, Krautftr. 6 bet Rudolf von 5-6 Uhr. feliger Verein der geilen bauer, Gartenftr. 16, bet Metzner, jeden SonnKyczewsky, alle 14 Tage, 4-6 Uhr Nachm. Bergnügungsverein Geerofe, Vergnügungsverein Helgoland 2, Langestr. 9 bei Grilnerweg 25 in Hahn's Bierhaus. Pfeifentiub elfenfe ft bei Echuborbt, Königsbergerfir. 24. Bergnügungsverein Glück stern 1, in den Germania- Feftsälen, Chauffeeftr. 103, 5-6 Uhr Nachm.. Montag: riftischer Verein Pipifar bei Frösche, Fichtestraße 29. SumoMora, Märtifcher Hof, Admiralstr. 18c, Abends 9 Uhr. Theaterverein Vergnügungsverein" Felfen fe f", Sirdorf, Germannstraße 167 bei Fülleborn, 8½ 1hr. Kartentlubustige Brüder", Krautstr. 48 bet Mattte, Abends 8 Uhr. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Theater- und Theaterverein Concordia Seughofstraße 8 bet koch. Theaterverein Bergnügungsverein Sarletin, heute Nachmittag 5 Uhr Beughofftr 8. Othello jeben Sonntag 4 Uhr bei Foge, Köpenickerstr. 191. Nachher: Fidelitas. Blumenstraße 20 bei Bernicke. Nachher: Fidelitas. Theaterverein Concordia", Sigung Sonntag, Nachmittag 5 Uhr, bet ftraße 150. Krebs, Ohmgaffe 2. Nach der Sigung Fidelitas. Vergnügungsverein Germania, alle 14 Tage Versammlung Sintent. Bergnügungsverein Deutsche Ginigtett, Nachm. 4-6 Uhr, Bergnügungsverein Titania, Machm 5-6 Uhr, bei Tempel, Langeftr. 65. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends 6 Uhr bei Keller. Theater Verein Zuftige Seelen, Sonntag 4 Uhr bei Stehmann Sigung, Tanz, Fidelitas. Vergnügungsverein 2uftig, Gonntag, Staligerstr. 54( S. Sente), 5% Uhre Bergnügungsverein Gemüthlichteit, Sigung jeden Sonntag Nach Melchiorftr. 15. mittag& uhe im Restaurant Schrödter, Urbanftr. 37. Einer jener vohen Patrone, welche einen gewissen Stolz Der Triumph der Elektrizität. Bürgerliche Blätter darin sezen, anständigen Damen das Fahren auf der Stadtbahn wissen zu melden: Der Kaiser bereitete seinem Gaste, dem König zu verleiden, stand gestern in der Person des Arbeiters" Wein von Sachsen, am Dienstag Abend eine ganz eigenartige ich act aus Charlottenburg vor der zweiten Straftammer am Ueberraschung, die ebenso neu wie originell ist. Der Wagen, Landgericht II. Der Angeklagte fuhr eines Tages in Gesellschaft mit dem der Kaiser den König vom Zentralbahnhof abholte, war des Arbeiters" Frey von Berlin nach Charlottenburg. Beide im Innern sowohl als nach außen hin durch elektrische Flammen saßen während des letzten Theiles der Fahrt allein in einem tages hell erleuchtet. Aber nicht nur die Equipage, auch die Koupee, während in dem benachbarten Koupee eine Dame mit Pferde, die sie zogen, erstrahlten von elektrischem Licht, ihrer halberwachsenen Tochter faß. Als die ersteren Beiden be= das an den Geschirren angebracht war. Die Fahrt durch merkten, daß die letzteren Beiden auch allein in ihrem Abtheil faßen, die belebten Straßen machte auf die dicht gedrängten Zuschauer belästigten sie diese mit den empörendsten und unfläthigsten Redens. einen festlich märchenhaften Eindruck. Die Erleuchtung arten. Schutzlos mußten die Damen den Hagel von Boten über sich geschah mittels Affumulatoren. ergehen lassen. Auf der Endstation wandte sich jedoch die Polizeibericht. Am 1. d. M. wurden in der Spree und stellen ließ. Das Charlottenburger Schöffengericht verurtheilte Weltere an den Stationsvorsteher, der die beiden Patrone feftim Humboldthafen vier Leichen angeschwemmt, und zwar Vor: bie Angeklagten wegen öffentlicher Beleidigung und mit Rückmittags gegenüber dem Grundstücke Kronprinzen- Ufer 13 die ficht auf die Schwere derselben zu je drei Monaten Ge Leiche eines Bootsmannes, und ferner im Humboldthafen, beim fängniß. Fren beruhigte sich bei dem Erkenntniß, Weinschack Schloffe Bellevue und am Kronprinzen- Ufer die Leichen von drei bagegen legte Berufung ein, um eine geringere Strafe zu erFrauen. Morgens schoß sich ein Handwerker in seiner Wohnung, zielen. Die Straftammer sprach aber nur ihr Bedauern aus, in der Frankfurter Allee, eine Revolverfugel in die Schläfe. Er daß die Strafe nicht erhöht werden könne, was der Angeklagte wurde noch lebend nach dem Krankenhause gebracht. mittags erfchoß sich ein Poſtſchaffner in seiner Wohnung, in der verworfen. or wohl verdient habe. Die Berufung wurde daher kostenpflichtig Amalienstraße. An der Ecke der Friedrich- und Linienstraße Vergnügungsperein Normania 2. Gigung 4% Uhr Röpnickerstr. 62. Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefelliger Berein wurde Nachmittags ein mit seinem Geschäftswagen nach dem 8 wiebelfifche, Rirdorf, Abends 9 Uhr in Barta's Lotal, BerlinerOranienburger Thor zu fahrender Mann durch die Deichsel eines firaße 120. Bergnügungsverein Freundestreue, jeben Montag bet in die Friedrichstraße einbiegenden Arbeitswagens an der Brust Möring, Admiralftr. 18c.- Gefelliger Klub Namenlos, jeben Montag im Nestaurant zum Sutunftsstaat, Kastanien- Allee 35. Gemischter Chor getroffen und anscheinend innerlich verletzt. In der Kleinen Klarheit", Uebungsstunde bei Deftreich, Tempelhofer Ufer 15, 9-11 libr. Alexanderstraße gerieth ein Knabe unter die Räder eines Ge- gießer und Stürzer beschäftigte sich in seiner Vereinsversamm- surf in het toe Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Zink- Gefangverein Männertlang übt Montags von 9-11 Uhr eine schäftswagens und erlitt schwere innere Verlegungen. Auf Dem Wilhelmsplate wurde ein Mädchen durch eine Droschke bei der Firma Welt( Inhaber Winkler). Mitgetheilt wurde, fung am 22. Mai nochmals mit der Erörterung der Verhältnisse sinte, Bergstr. 54, Fidelitas. Bergnügungsverein Auf Helgoland Gigung jeden Montag Uhr bet überfahren und anscheinend innerlich erheblich verletzt. Abends daß sich der betreffende Herr in teine Unterhandlung mit der Bergnügungsverein Ginigteit 1890. Geben Montag Sigung bei Roll, wurde ein Arbeiter in der Schönleinstraße mit einer anscheinend dazu beauftragten Kommission einläßt. Sodann gelangte ein Sigung 6 Uhr. Bergnügungsverein" Gulalia" bet Herrn Reggentin, Barnim str. 4-5, von einem Schlage herrührenden Verlegung am Kopfe Antrag zur Annahme, der die Werkstatt Kontrollkommission beaufgefunden und nach dem Krankenhause gebracht.- Am Pfropfenrerein Wedding, Abends 8 Uhr, bet Wolf, Gerichtsstr. 44. Privat- Theater- Gesellschaft Soffnung, Sigung b Sauermann, Adelberts 2. d. M. Morgens wurden ein in der Großen Hamburgerstraße auftragt, mit den Kollegen der Fabrik in Verbindung zu treten. ftraße 8. Dilettanten Verein Veilchen, Landsbergerstr. sa, bei Albert, wohnhafter Maler erhängt und seine Frau und seine vier Kinder Der Frauen und Mädchen Bildungsverein( Filiale ijeden Sonntag Abend 5 ühr: Sigung mit Damen. Nach der Sigung: im Alter von 16, 18, 12 und 7 Jahren offenbar vergiftet in der Moabit hielt) am 27. Mai eine Vereinsversammlung ab. Das Tanzfränzchen. Wohnung vorgefunden. Die Frau und die Kinder waren bereits Referat über das Thema:" Die Entstehung und Aufgabe der Pfeifentlub& elfenfeft, Abends 9 Uhr, Königsbergerftr. 20 bei Schabrobt Rauchklub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, Bernauerstr. 14 bet todt, während der Mann, der anscheinend ebenfalls Gift ge- Arbeiterbewegung" hatte der Genoffe Pause übernommen. In nommen hatte, noch schwache Lebenszeichen von sich gab. Die der Diskussion betheiligten sich die Genoffen Bringmann, Prinz, ftraße 27. Uhr, fofort angestellten Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. Frau Mesch und Fr. Ludwig im Sinne des Referenten. Zum -Im Laufe des Tages fanden drei fleine Brände statt. Schluß wurde noch von einigen Rednern aufgefordert, den Bierboykott zur strengen Durchführung zu bringen. Druckfehler- Berichtigung. In dem Artikel„ Für die Ferienkolonien", Nr. 125, 1. Beilage, muß es heißen: Daß es sich bei dieser Behauptung nicht um eine unbewiesene Redensart, um ein„ Sentiment" handelt." Witterungsübersicht vom 2. Juni. Stationen. Swinemünde Hamburg Berlin Wiesbaden. Barometer reduzirt auf d. Meeressp. SIEGO Windrichtung Windstärke 761 SSM 760 GD • .. 762 GD 761 Still München 765 SM Wien Haparanda 760 Petersburg 761 749 758 OND 762 SSM · (- 1215 21323 Wetter Temperatur Dersammlungen. Studiateure. Gonntag, den 3. Juni, Bormittags 11% Uhr, öffentliche Berfammlung in Jatob's Salon, Grunewaldstraße 110.( Stehe inferat vom Freitag.) hallen, Kommandantenstr. 20.1 Bentral- ranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbaner. Bersammlung Bezirk 6, Berlin. Sonntag, den 3. Juni, Bormittags 9% Uhr, Usedomftr. 33, Cafee Humboldt. Tagesordnung: Wahl eines Raffirers." Vergnügungsverein ,, Heitere Gesellschaft". Sonntag, den 3. Junt, 6 Uhr, Sigung und Fidelitas bei Pallaz, Raupachstr. 6. Billets zum Sommernachtsball. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Boltes für Berlin und Umgegend. Mittwoch, den 6. Junt, Bersammlung in den ArminFreie Vereinigung der Graveure, Ciseleure etc. Montag, ben 4. Junt, Abends 8% Uhr, Dresdenerfir. 25, Vortrag. Auch findet bafelbst die Flugblattvertheilung statt. Verein der Maschiniften und Heizer Berlins. Sonntag, den 3. Junt, Nachmittags 5 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20, Ber E fammlung. Arbeiter- Bildungsschule. Montag Abends 8-10% Uhr: Nord: Schule, Müllerstr. 179a und Südoft- Schule, Waldemarfir. 14: Nationalötonomie. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Beit aufgenommen Regen bedeckt 12 12 Regen 13 Regen 13 bedeckt wolfenlos 15 9 Dunst 11 halb bedeckt 13 halb bedeckt bedeckt 11 15 50 G. 4° R.) Cort. Aberdeen Paris Witterung in Deutschland am 2. Jnni, 8 Uhr Morgens. Bei etwas niedrigerem Luftdruck und schwachen füblichen Winden hat sich in ganz Deutschland wiederum trübes Wetter eingestellt. Wilhelmshaven hatte gestern Nachmittag Gewitter; heute Morgen finden, namentlich in den westlichen Landestheilen, zahlreiche Regenfälle statt. Die Temperatur ist im Often etwas gestiegen, bis auf 16 Grad in Neufahrwasser; in den meisten Gegenden liegt sie am Morgen zwischen 12 und 13 Grad Celsius. Wetter- Prognose für Sonnabend, den 3. Juni 1894. Beitweise aufklärendes, vorwiegend trübes, regnerisches Wetter mit schwachen südwestlichen Winden und wenig veränderter Temperatur. Berliner Wetterbureau. Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jezt, im Laufe des Semesters, eintreten. Montag, Abends 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Gefeßestunde. Südost- Schule, Reichenbergerstraße 133: Deutsch. Ost- Schule, Markusstr. 31, Unterricht in Gefegestunde. balberiftr. 11, Abends 9 Uhr. Alle 14 Tage an Senoch. Rauchflub Ivira, Abends 9 Uhr bei Lehmann, Friedrichsfelberalgerir. 65, bei suufe, bei Serrn Grande, Laufigerstr. 50, Rauchklub Bruderbund 2 jeden Montag Rauchflub Veronita", Sigung Montag Abends 9 Stattlub Grand", Abends% 9 Uhr bei. Subrich, Lübbenerftr. 22. Stattlub Roth- Junge". Sigung alle Dienstage nach dem 15. unb Spiel Serrath. abend alle Dienstage von 9 bis 11 Uhr im Restaurant Böchstr. 7 beli Herrn Frete Bereinigung ber Raufleute. Jeben Montag gemüthe liches Beisammensein im Reftaurant Rosenthalerstr. 38 bei Bühler. Dermischtes. Oppeln macht bekannt, daß die Cholerafälle in Myslorvik auf Cholera. Der Regierungs Präsident von den Seucheheerd Silbe im Bendziner Kreis zurückzuführen sind und daß der Grenzfluß Przemsa verfeucht ist. Eine Einschränkung des Grenzverkehrs ist angeordnet. Die Ausstellung von Pässen seitens der Behörden bei Wallfahrten ist schon auf beiden Seiten der Grenze untersagt. Ein viertägiger Knabe ist in Myslowitz an der Cholera gestorben. Bergsturz. Lerida, 1. Juni. Ein Theil des Berges Nargo stürzte auf das Dorf Esplabuis ab, wobei 14 Personen getödtet und mehrere verwundet wurden. Der große Dampfer Glendowa", mit 2000 Ballen Baumwolle nach Hamburg bestimmt, ist in New- Orleans in Brand gerathen. Man hofft, das Schiff zu retten. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs. Mar Kayser, jeden Sonntag Vormittags 10% Uhr im Restaur. Schömann, Heimftr. 16. Reimer, jeden Montag, Abends 9 Uhr, bet Rudolph Bahr, Gerichtsstr. 19. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag. Alle Briefkaffen der Redaktion. Renderungen im Vereinstalender find zu richten an Fr. Kortum, Manteuffel- Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Zahl fraße 49, vorn II. Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer MitAlteber." Dirigenten chor", Stadtbahnstation zur Börse, Restaurant Herkules. Frohsinni, Rummelsburg, Berlinerstr. 82 bet Friefecte Liedertafel der Maler u. v. Berufsg. Annenstr. 16 Zonblüthe, Görligerstr. 50 bei Siewert. Blüthe, anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden foll. Henckell's Buch der Freiheit ist nicht verboten. D. G. 55. Helene" ist nicht in Buchform erschienen. A. M. Kamenz. Derartige Steckbriefe nehmen wir prinzipiell nicht auf. Nachm. 1-3 Uhr.- Montag, Norddeutsche Schleife, Melchiorstr. 15. bei Stehmann. bet Ehrenberg. Restaurant Krüger. Myrthenblätter, Belforterstr. 15, bet Schneider. Ballifadenstr. 9 bet Stege.iebesfreiheit II, Strausberg, im Gesangverein Sieberzweig, Waidmannsluft Berlinerstr. bei Berbe. Sur ist, müssen Sie den Wirth verklagen, sonst den Prediger. N. 75. C. N. Wenn dem Prediger das Waschen erlaubt Fichte". Frisch auf in Schönwalbe t. b. Mart bet Schulz.- Frisch zur lifabeth Stirchstr. 14 bei R. Hirthe. ohr'sches Doppel- Quartett, Freiheit, Simeonftr. 23 bei Flid. Bieber'scher Männerchor, A. 2. 80. Nicht verjährt. Sie müssen zahlen. Büschingstraße 7 bet Jatob. 5. R. 28. 1. Sie tönnen, wenn Sie Vermögen erhalten, Nr. 95/96. Bruberbers, Krautfr. 6, bet Rudolf.- Rosalia, Rebuser: tönnen als Erbe eingesetzt werden. Glodenrein( gem. Chor) Kaftanten- Auee auf Erstattung der Kosten in Anspruch genommen werden. 2. Sie traße bei Gräg.- Glodenrein( gem. Chor), Tresdorftr. 55 bei knapp. ftraße 5, bei. Nemiz. 6offnung 2, Wilmersdorf, BrandenburgischeSolidarität, Jakobitirchstr. 7 bei Golla.- Wiederball, Röpenider: ftraße 191 bet Foge. Sie können aber auf grund Ihres ehemännlichen NießbrauchsC. J. Sie sind nicht verpflichtet, wohl aber Ihre Frau. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegens rechtes der Gretution widersprechen. ( Alle Zuschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find zu Stein. Nein. Achtung! Lederarbeiter Berlins. Achtung! ( Weißgerber, Lohgerber, Färber u. s. w.) Versammlung Große öffentliche Dienstag, den 5. Juni, Abends 8½½2 Uhr, in Uhlik Salon, Badftr. 19. Zages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Millarg über Unternehmergewinn und ArbeitsTöhne. 2. Diskussion. 3. Revisoren- Wahl zur Abrechnung. 4. Wahl des Vertrauensmannes und Delegirten zur Gewerkschaftskommission. 4. Verschiedenes. Der Vertrauensmann. Fachverein der Lapezirer Berling und Umgegend. Dersammlung am Dienstag, 5. Juni, Abends 81/2 Uhr, bei Boltz, Alte Jakobstraße 75. Tages- Ordnung: 1. Vortrag: Die Zattit im Befreiungskampfe des Proletariats. 2. Dis fussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 312/15 Der Vorstand. Heilbronn am Neckar. Gasthof zur Rose. Verkehrslokal und Herberge der vereinigten Gewerkschaften. Reinliche Betten von 30 Pf. an. Für organisirte Arbeiter billiger. Gutes helles und dunkles Exportbier. Reine Weine. Billige und gute bürgerliche Küche. Aufmerksame Bedienung. Allen zureifenden Arbeitern und Geschäftsreisenden bestens empfohlen. 498/15 Die Kontrollkommission der vereinigten Gewerkschaften. Allen Parteigenoffen empfehle mein Weiß- u. zu Weissensee. Alte Parteikneipe ist Alters wegen Bayrisch- Bierlokal ou verkaufen. Breis 4000 M. 2602 Julius Wernau, = Zum Pfeifen- Müller, Königs Chaussee 38. Kein Ring- Bier. Ich erkläre hiermit, daß der Ref. b. Sterbefasse Boruffia", Prinschaft sucht für Berlin u. die Provinz staurateur Heinrich Saf, Markgrafen straße 102, tein bontottirtes Bier aus 1043b 1051b Herren j. Standes w. als Vertreter Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesell zessinnenstraße 19, gegen hohe Provision thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. gesucht. Hohe fortlaufende Bezüge event. auch festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter 0. P. 2 nimmt die Expedition entgegen. 219L* Bebauern zurück. geschänkt hat, und nehme diese Aeußerung mit Emil Bernstein, Lindenstr. 22. Ich warne jeden, meiner Frau etwas zu borgen, da ich für nichts aufkomme. Wilhelm Neumann, 811M Lübbenerstraße 5, vorn 4 Tr. Kein boykottirtes Bier fammlung im Lotale„ Süd Dt Die am Freitag Abend in der VerWaldemarstraße, von einem Redner aus gesprochene Behauptung, in meiner einsbrauerei ausgefchänkt, erkläre ich Wirthschaft werde Bier von der Ver als grobe unwahrheit. Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich Kochstraße 33 eine Restauration eröffnet habe. 1034b Hochachtungsvoll:" C. Kleischmann. ! Roh- Tabak! Sämmtl. in- und ausländischen Sorten, gute Qualität, tadelloser Brand, RohtabakBettstellen m. Matraße 27, Banfftr. 29. Kleiderspind 35, Wäschespind 37, Abessinerbrunnen für Feld u. Garten, gebraucht und neu, find billig zu ver faufen bei C. Kauffmann, Eisens handlung, Grimmstr. 29, Am Urban. wird milienanschluß für gef. j. Heinr. 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Nachdem: Gemüthliches Beisammensein. Herren) sehr willkommen. 93/2 Gäfte( Damen und Der Vorstand. Wir haben aus Rücksicht auf Sauberkeit und Hygiene Maschinen zur HerVerein der Plätterinnen n. verw. Berufsg.tellung des Teiges und zum Sieben der Mehle eingeſtellt und machen speziell darauf aufmerksam, daß wir nur reine Roggenmehle verbacken, unser Brot demnach als Berlins. Außerordentl. General- Versammlung Dienstag, den 5. Juni 1894, Abends 8 Uhr,' in Pa st e r's Salon, Neue Königstr. 7. Tages Ordnung: M Klar1. Wie kommen wir zu den ausstehenden Geldern des Vereins? legung der Zustände im Verein. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Masken ball. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. [ 496/4] Schneider und Schneiderinnen! Montag, den 4. Juni 1894, Abends 81/2 Uhr, Große öffentliche Versammlung im Lokale Wedding- Park( Inhaber Schröder), Müllerstraße 178. Lages Ordnung: = 399/4 1. Die Zustände in der Konfektion und wie streben wir nach Besserung. Referentin: Frau Reimann. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Zu dieser hochwichtigen Tagesordnung sind alle Schneider u. Schneiderinnen der Herren, Damen- und Knaben- Konfektion, Mäntelnäherinnen, Bügler, Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Stepper 2c. besonders eingeladen. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Die Agitations- Kommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Verband deutsch. Zimmerleute Lokalverband Berlin. das sauberste und schmackhafteste Berlins empfohlen werden kann. Folgende Niederlagen führen unser Brot: Ackerstr. 35, Schulz. " " 69, Thoma 3. 79, Freiberger. Admiralstr. 17, Horst. Adolfstr. 9, Rusch. Alexandrinenstr. 116, Arnholz. Anklamerstr. 56, 3 abel Andreasstr. 2, Sydow. Antonstr. 1, Engel. Arndtstr. 11, Heiland. 17, eßner. 26, Paul. Barnimstr. 3, Hof part., Rahmer. 21, Sy bow. Bärwaldstr. 48, Schulz. Belforterstr. 6, Pezold. 17, Diez. Bernauerstr. 92, Hohenstern. Besselstr. 4, Steinbiß. Beuffelstr. 16, Jacob." n 29, Rabelis. 52, Roschinsky. Biefenthalerstr. 17 Tanzti liefert frei Haus. Blankenfelderstr. 5, Jurt. Boeckhstr. 14, Herzberg. Boyenstr. 9, Kroll. Brandenburgstr. 11, uhm. Bremerstr. 62, Linneten. Breslauerstr. 10, Grill. Sonntag, den 10. Juni, Vorm. 10½ 1hr, bei Bolt, Alte Jakobstr. 75, Brizerstr. 38, Meyer. Generalversammlung. Tages Ordnung: 1. Wahl des gesammten Vorstandes. 2. Wahl des Ausschusses. 3. Verschiedenes. 472/12 NB. Die Bezirkskassirer werden verpflichtet, dieses ihren Mitgliedern bekannt zu machen, da weitere Einladungen nicht stattfinden. Der Vorstand. Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen. Bureau und Arbeitsnachweis: C., Neue Grünstraße 10, I. Mitglieder- Versammlung am Dienstag, den 5. Juni 1894, Abends 9 Uhr, im Klubhause, Kommandanten- Strasse No. 72. Tages Ordnung: Brunnenstr. 61, Gebert. 93, Körner. " 165, Gasser. Buchholzerstr. 4, Rempf. Chauffeestr. 104, Herrmann. Christinenstr. 35, Otto, Cöslinerstr. 11, Knorr. Colbergerstr. 17, Horn. Cottbuserstr. 18, Halfpapp. Cuvrystr. 32, Beeskow. Danzigerstr. 97, Fischer. Dennewigstr. 4, Malice. Demminerstr. 51, Merz. Dessauerstr. 37, Siller. Diedenhofenerstr. 4, Galleiste. Dieffenbachstr. 29, Wörner liefert frei Haus. Eisenbahnstraße, Markthalle Stand 217, Müller. Falckensteinstr. 29, Scholz. Fehrbellinerstr. 26, Liesegang. Fidicinstr. 16, Burisch. 1. Mittheilungen. 2. Die Beschlüsse des Hallenser Kongreffes. träge des Vorstandes. Bezahlen der Beiträge. 3. An477/14 Das Sommerfest am 10. Juni( Bockbrauerei) findet nicht statt. Jedes Mitglied muß in der Versammlung erscheinen. Fliederstr. 4, Allmer. Der Vorstand. Achtung! Schiffer. Achtung! Mittwoch, 6. Juni, Ab. 8 Uhr, in den Germania- Sälen, Chauffeestraße: 361/12 Große öffentl. Volts- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten August Bebel: Der russische Handelsvertrag" mit besonderer Berücksichtigung des Schifffahrts: Gewerbes. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Achtung! Der Einberufer. Achtung! Getreideträger, Schipper und Speicherarbeiter. Sonntag, den 3. Juni 1894, Vorm. 11% Uhr, Große öffentliche Versammlung, aller in der Getreidebranche beschäftigten Personen. in Fey's Salon, Brunnenstr. 184. gemacht. Diskussion. 2. Bericht der Delegirten vom Rongreß zu Halle. 3. Be Tages- Ordnung: 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt richt des Vertrauensmannes und Neuwahl desselben. 4. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Die Mehl und Getreidekutscher find ganz besonders eingeladen. [ 494/4 Der Vertrauensmann. Schöneberg. Versammlung des Arbeiter- Bildungs- Vereins am Montag, den 4. Juni, Abends punkt 8 Uhr, im Saale von Jacob, Grunewaldstraße 110. Tagesordnung: Vortrag des Genoffen Mäther über: Streik und Boykott". Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen im neuen Versamm Der Vorstand. lungslokale ersucht für 108/18 Oeffentliche Versammlung Rummelsburg und Umgegend Montag, den 4. Juni, Abends 8 Uhr, Forsterstr. 2, Durin. " 16, Hientsch. 49, Schilt. Frankfurter Allee 90, 3 abel. Fransedistr. 3, Zöpert. Fürbringerstr. 29, Jacob. Georgentirchstr. 3, Golée. 14, Vogler. Gerichtstr. 5, Krause. 75, Herzberg. Gitschinerstr. 81, Neumann. Gozkowskistr. 36, Mann. Gneisenaustr. 30, Burmann. 83, Klinge. Gräfestr. 8, Ener. 32, Brix. Graudenzerstr. 14, Benice. Grenzstr. 4, Tauschel. Grüner Weg 14, 3ippte. 22, Bölter. Grünauerstr. 3, Golz. 11, 3 unte. 24, Müller. Gubenerstr. 59, Siewert. Hagelsbergerstr. 5, Kert. Hagenauerstr. 12, Kammer. " Heiligegeiſtſtr. 37, Werner. 32, Clement. Hochstr. 43, Molet. Höchfteftr. 18, Krüger. Hochmeisterstr. 17, Gliewe. Sollmannstr. 1a, Rießenhain. 10, Günther. Holzmarktstr. 12, Moser. Hussitenstr. 12, Köhne. 18, Strafinsty. " 29, Schol. Invalidenstr. 146, Saffiat. Kastanien- Allee 12, Sonntag liefert frei Haus. Rastanien- Allee 74, Braun. " Klosterstr. 83, Salzwedel. Roppenstr. 30, Kernchen. 85, Teichert. Neue Königstr. 7, Schmelzer. Rönigsbergerstr. 11, ide. 39, 2anger. Köpniderstr. 126a, 2egler. Lackirer! Dienstag, den 5. Juni, Abends 81/2 Uhr, findet bei Schöning, Stallstatt. im Lotale des Hrn. Müller, Kick- Rummelsburg, Neue Prinz Albertstr. 70. schreiberstr. 29, die Filialversammlung Tages Ordnung: 1. Bortrag über Boykotts. Referent: Millarg. 2. Bericht der Boykott- Kommission. 3. Diskussion. Diejenigen Gastwirthe, welche noch boykottirtes Bier führen, werden besonders ersucht, zu erscheinen. Ferner werden die Arbeiter der Orlamünderschen und Lehmann'schen Fabrit ausdrücklich ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 484/11 Tagesordnung: 214/12 1. Vortrag des Genossen G. Reinke über: Religion und Moral. 2. Diskussion. 3. Filialangelegenheiten. Krautstr. 40, Meumann. Kürassierstr. 4, Neumann. Langestr. 11, Rothe. Straußbergerstr. 39, Knauerhase. Straßburgerstr. 52, Schubert. Stromstr. 45, Bohl. 56, Müller lief. frei Haus. Swinemünderstr. 8, Wunderlich. " " 96, Rupsch. " 104, Wagner. Laufiberstr. 20, Irrgang. Lessingstr. 36, Bartsch. Liebenwalderstr. 50, Schönfelder. 61, Knäbel. Liegnigerstr. 3, Börsch. " 17, Kästner. 42, a afe lief. frei Haus. Linienstr. 68, Greiffenberg. 106, Griepentrog. Lindowerstr. 17, Fischbach. Lindenstraße, Markthalle, Stand 247, Scherzen. Lübbenerstr. 12, Stolze. 26, Schneider. Manteuffelstr. 2, Schulz. 8, Haman. " 25, Oldenburg. " " 37, Grüneberg. 61, Schlicht. " 107, Müller. Mariannenstr. 4, Kliesche. Marienburgerstr. 23, H a man. Markusstr. 3, Neindorf. Magstr. 14, Klose. Memelerstr. 60a, Danneberg. Meterstr. 15, Tischer. 23, Jes. Moritstr. 7, Plutte. 21, Refsinger. Müllerstr. 145, 23 eyde lief. frei Haus. 163a, Krüger. Münchebergerstr. 8, Döring. Mustauerstr. 49, Grimpel. frei Haus. Naunynstr. 11a, Krause. " " 65, Neumann. 88, Neye. Neue Hochstr. 16, Conrad. 55, othe. Oberbergerstr. 16, Meyer. Ohmgasse 3, Reich. Oppelnerstr. 11, Erl. 45, Renter. 116, Winkelmann. 121, Peters. Teltowerstr. 41, Mannsfeld. Thurmſtr. 66, örn. Tilsiterstr. 79, 3 ander. Tresd owstr. 47, Pohl. Urbanſtr. 8, Schubert. 36, Berger. " 127, Gerhard. Veteranenstr. 2, 2äwe. Binetaplah 1-3, Miethte. Waldstr. 32, 2iley. Waldenserstr. 19, Wiese. 21, Drendel. Weberstr. 10, Schulze. 59, Lubasch. Weinstr. 15, Steuer. Wendenstr. 4, 2ange. Weißenburgerstr. 3, Münch. 26, Wiegand. 44, Dreier. " Wienerstr. 31, Jerratsch. Wiesenstr. 14, Stolzenburg. Wollinerstr. 4, Weder. 19 15, Wunderlich. 27a, Seidel. 36, Konopasch. SP 52, Hensch e I. 3offenerstr. 37, Mix. Zimmerstraße, Markthalle, Std. 195/96, Janisch. Zionskirchstr. 32, Weiß. Zwingliftr. 6, Set. 25, Pohlmann. Rixdorf. Berlinerstr. 38, Pfohl, I. frei Haus. Sobrechtstr. 2, Hadler. Jägerstr. 2, Hellwig. Kirchhofstr. 1b, Schulz. 56, Bürmann u. Co. Lessingstr. 8, Liebscher.. Mühlenstr. 15, Wagner. Brinz Handjernstr. 41, Sasse. Steinmegstr. 68, Winkler. Wißmannstr. 13, 2ich e. 30, Mittmann. Oranienstr. 189, Rofiat. Pantstr. 31a, Herrmann. Ballisadenstr. 91, Knappe. Pappel- Allee 3, Hutmacher- Börse. 23, Masuch. Perlebergerstr. 13, Baumgard. 28, Hermerschmidt. Plan- Ufer 15, Frehse. Posenerstr. 32, Mispel. Prenzlauer Allee 222, Meyer. Prinzen- Allee 52, Stein, 62, Tie z. Buttbuserstr. 38, Gelnast. Natiborstr. 7, Dietrich. 20, Bochow. Reichenbergerstr. 84, Wiegler, " " 149, Raiser. 160, üd. Reinickendorferstr. 37a, Rrocher. 46E, Freyer. 56, Wendeler. Rheinsbergerstr. 6, Kulisch. Ritterstr. 9, Gläser. 14, Faßhauer. Rostockerstr. 44, Rawarit. Rüdersdorferstr. 8, Böhl. Rügenerstr. 20, Brußhafer. Ruppinerstr. 11, Roth. Rytestr. 12, Ewald. Schönhauser Allee 68, Schulz. 151, 3öllner. Schönholzerstr. 6, Sander. Schönleinstr. 24, Holzhüter. 30, Hannemann. 33, Zimmermann. Schwarzkopffftr. 9, Beckmann. Schwedterstr. 33, 2ießte. 266, Gläse. Staligerstr. 20, weißner, 24a, Böh I. " 59, Hallmann. Simeonstr. 24, Hübner. Solmsstr. 18, Piste. Sorauerstr. 7, Halizky. 29, 30ldau. Stallschreiberstr. 8, Heprich. Stendalerstr. 6, Ränisch. 15, Bach stein. Steinmetstr. 52, Hannemann. 58, Paulin t. Stephanftr. 23, Klatt. Stralsunderstr. 53, Mathes. 64, Neumann. Ziethenstr. 27, Schwieger. 39, Standtke. 52, Robu 3. Weissensee. Kronprinzenstr. 12, 2öhnert. Lederstr. 2, Leuchtenberger. Friedrichsberg. Gürtelstr. 29, Jachmann. Rummelsburg. Göthestr. 10, Rehm. Schöneberg. Bahnstr. 44, Schröder. Kolonnenstr. 38, Hoffmann. Gleditschstr. 20, Lange. Grunewaldstr. 118, Wegel. Helmstr. 11, Wendt. Herbertstr. 3, Werner. Kyffhäuserstr. 1, Iserhof. 4, Schulze. 17, Schulz. Nollendorfstr. 88, Schiller. Sedauftr. 14, Albrecht. Stubenrauchstr. 12, Do cha u. " Charlottenburg. Cauerftr. 17, Wendt. 19, Linde. Christstr. 2, Rose. Kantstr. 59, Krüger. 113, Krausnid. Potsdamerstr. 19, Haat. 31, Reimann. Pestalozzistr. 11, Krause. " 3, Mende. 29, Bressel. Passauerstr. 41, Ronneburger. Sophie Charlottenstr. 27, Marth. Schlüterstr. 86, Barthmann. Wallstr. 6, Schulz. Straße 6 a. d. Cauerstraße, Wendt. Weitere Niederlagen werden noch eröffnet und wolle man sich dieserhalb an den Vorstand, Müllerstr. 34, wenden. Telephon Amt Moabit 644. Die Gewerkschaften werden um ihren Besuch gebeten. 99/3 Rixdorf. Am Montag, den 4. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Wiersing, Knesebeckstraße Nr. 77: Große öffentliche Volksversammlung. Zages: Drdnung: 1. Der Stand des Bierboykotts und welche weiteren Schritte sind gegen Gastwirthe und Lokalbefizer einzunehmen, welche Ningbier verzapfen? Referent Reichstags- Abgeordneter Gastwirth Zubeil. 2. Diskussion. Die Gastwirthe sind besonders verpflichtet, zu erscheinen. In diesem Lokale wird kein Ring- Bier verschänkt. Der Einberufer: Bier- Kontrolleur G. Ostermann, Jägerstr. 47. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Der Vertrauensmann. Der ,, Vorwärts" ist Jüdenstr. 20 zu lesen im Lokal. 1060b 481/8 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. r. 126. Sonntag, den 3. Juni 1894. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. Kammer III. Vorsitzender Assessor Lohmeyer. Sikung vom 29. Mai. Ter Maler A. fordert vom Malermeister Chmillon Lohn entschädigung für zwei Tage und 5 M. rückständigen Lohn. Die zwei Tage hatte er„ aussezen" müssen. Den rückständigen Lohn zu zahlen, weigert sich der Beklagte nicht. Zu einer Ent schädigung für das Aussehen" hält er sich nicht verpflichtet. Nach erfolgter Beweiserhebung über verschiedene, sich gegenüberstehende Behauptungen der Parteien wurde der Kläger mit seiner Entschädigungsforderung abgewiesen.( Die 5 M. Lohn wurden gezahlt.) Gründe: Das Gericht habe angenommen, daß Kläger mit dem Aussehen einverstanden gewesen sei; denn derselbe habe wie festgestellt wurde nichts gegen das Aussetzen eingewandt, sondern habe an den beiden fraglichen Tagen beim Beklagten nach Arbeit angefragt und solche dann auch wieder erhalten, worauf er ruhig weiter arbeitete. Lohnentschädigung im Betrage von 62,40 m. beansprucht der Maurer D. vom Zimmermeister Kegel; er will zu Unrecht entLassen sein. Im ersten Termin wurde das persönliche Grscheinen des Beklagten bei Vermeidung einer Strafe von 30 M. angeordnet und beschlossen, durch Vernehmung eines Poliers darüber Beweis zu erheben, ob der Kläger freiwillig auf eine vierzehntägige Weiterbeschäftigung verzichtet habe oder nicht. Die Ladung des Zeugen wurde von einem durch den Beklagten zu leistenden Kostenvorschuß abhängig gemacht. Der Vorschuß wurde nicht eingezahlt, die Ladung des von Kegel vorgeschlagenen Zengen unterblieb deshalb. Der Beklagte erschien am Soziale Ileberlicht. 11. Jahrg. boykottirtes Bier! Die sozialdemokratischen Buchdrucker Bukarests haben sich zu einem Verein zusammengethan, der folgende Zwecke vers Die Weber der Fabrik Bellingrath u. Hau in sozialpolitischer und folgen foll: 1. Die Tagesfragen studiren und diskutiren fchild in Osterode a. H. haben die Arbeit am 26. Mai Arbeiter ökonomischer Hinsicht. 2. Alle gekündigt; die Ursache der Kündigung besteht in den traurigen 3. Bewußte Propagandisten bilden, welche jederzeit bereit sein zum politischen Kampf aneifern. Lohnverhältnissen. Es wurde Waare auf die Stühle gebracht, sollen, für die Rechte der Arbeiter, insbesondere der Buchdrucker für welche früher 171/2 Pfa. per Meter, jetzt aber nur 10 Pig. einzutreten. 4. Das Klassenbewußtsein fördern. 5. Eine Bibliothek per Meter bezahlt wird. Die Weber wurden vorstellig, daß sie gründen. bei diesen Löhnen höchstens 7-7,50 M. die Woche verdienen Auslande möglichst unterstüßen, auch andere Streifs 6. Die Buchdruckerstreits im In- und fönnten. Der Fabrikant lehnte jede Mehrforderung ab, und unterstützen. 7. Sich der rumänischen sozialdemokratischen Partei sahen sich die Weber veranlaßt, zu kündigen. auschließen. . N. Tabacovici, Kassirer; Tache Georgescu und George Das Komitee besteht aus folgenden Genossen: heißen den neuen Verein willkommen in den Reihen des kämpfenEteneann, Schriftführer, und Georg Lascu, Bibliothekar. Wir den Proletariats! Mögen alle rumänischen Arbeiter seinem Bei spiele folgen, denn nur vereinte, bewußte Arbeiter werden zu einer Macht, mit welcher die Bourgeoisie rechnen muß. Wir appelliren an die Weber Deutschlands, den Zuzug streng fernzuhalten. Alle schriftlichen Angelegenheiten sind an den Unterzeichneten zu richten. Theodor Nothdurft, Freiheit 42. Osterode a./H. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Der Maurerstreik in Schwedt a. D. dauert trotz der Der innere Feind. Eine beachtenswerthe militärische AnBehauptungen der Unternehmer in den gegnerischen Blättern un- sprache hat General v. Sasse am Sonntag bei der Uebung der geschwächt fort. Zwar ist es den Unternehmern gelungen, Sanitätskolonne zu Frankfurt a. M. gehalten. Der General einige Streifbrecher zu erlangen und mit Hilfe der Polizei gleich sagte der" Franki. Zig." zufolge: Der Werth solcher ſanitärer Gefangenen festzuhalten, die Streifenden aber führen den Kampi lebungen sei nicht nur in dem Kampje mit dem äußeren Feinde, weiter und ersuchen, den Zuzug sireng fernzuhalten und sie sondern auch für den etwaigen Kampf mit den Feinden materiell zu unterstüßen. des Staates und der ganzen Nation im Innern. Tiefes Ausplaudern des Herrn Generals bedeutet nichts anderes, als die Bestätigung einer uns längst bekannten Thatsache, aber es ist doch gut, wenn es von jener Seite zitgestanden wird. Die fchweizerische Fabrikinspektion hat foeben ihren Der Streif der Stettiner Steinsetzer dauert fort. Bis jetzt haben sich Streitbrecher noch nicht gefunden; die von den Meistern nach Stettin gelockten Steinfeger werden regelmäßig 29. Mai abgefangen und wieder nach Hause geschickt. zu dem neuen Termin abermals nicht, sondern schickte Der Streik der Tischler Wiens geht nach mehr Amtsbericht 1892/93 herausgegeben. Nach dem Berichte standen wie das erste Mal einen Vertreter. Zunächst erhielt er die an- als sechs wöchentlicher Dauer seinem Ende gedrohte Strafe von 30 M. zudiktirt. Dann wurde er gemäß entgegen. Mit einer bewundernswerthen Ausdauer, unter Gnde 1893 unter dem Fabrikgesetz 4753 Etablissements mit dem Klageantrage verurtheilt. Das Urtheil wurde damit be- allen erdentlichen Gutbehrungen und bei einer kaum neunens 190 402 Arbeitern. Die Zahl der Inspektionen betrug in der gründet, daß die Behauptung des Klägers, entlassen worden zu werthen Unterstützung haben sie dem profithungrigen Unterweijährigen Periode 10 524, so daß jedes Etablissement einmal sein, als erwiesen angesehen werden müſſe, weil der Beklagte nehmerthum einen Widerstand entgegengesetzt, welcher gewiß die jährlich, eine weitere Anzahl derselben mehrere Male revidirt den Vorschuß nicht eingezahlt hat, von dem die Ladung seines allgemeine Achtung verdient. Und das Resultat? Es steht in worden sind. In bezug auf die Arbeitszeit wird berichtet, daß Zeugen abhängig gemacht wurde. feinem Verhältniß zu den gebrachten Opfern! in der Holz und Eisenindustrie der Zehnstundentag immer größere Verbreitung gefunden hat. Die Fabrifgesetze werden nach Angabe der Inspektoren fortwährend verlegt; in 303 Fällen trat eine Bestrafung ein. " = Kammer VI. Borsigender: Assessor Leo. Die größten Betriebe, auf welche es der Hauptsache nach Einen Beisiger, den Restaurateur Wiese, aufam, waren nicht nur unter sich, sondern auch mit den übrigen beanstandete der Vertreter eines flagenden Kellners mit Großfabrikanten kartellirt und der Begründung, ersterer habe nicht das Recht, jetzt noch dem Die von den Arbeitern als auch vom Gewerbe- Inspettor hier erlagen die Arbeiter. Die gesammte Bußensumme( inklusive Rosten) betrug Berliner Gewerbegericht anzugehören, nachdem er nach Wannsee inszenirten Unterhandlungen wurden von einem Theile der Unter- 7111 Frante, ein Betrag, dessen Geringfügigkeit am besten daraus übergesiedelt sei und dort ein großes Restaurant übernommen nehmer brück zurückgewiesen, ja c3 haben die am 28. Mai erhellt, wenn man ihn in Vergleich setzt mit der im dritten Kreiſe habe. Nach dem Gefeß, betreffend die Gewerbegerichte sollten beim Gewerbe- Jufpettor zu Unterhandlungen erschienenen( Schaffhausen ze.) den Arbeitern von den Unternehmern wegen die Belsizer im Bezirk des Gerichts, hier, Berlin, wohnen Gewerbsinhaber die progenhafte Erklärung abgegeben, daß sie ebertretung der Fabrikordnung auferlegten Bußen, welche die oder beschäftigt sein( Gewerbebetrieb haben). Tas Gericht es unter ihrer Würde halten, mit den Arbeitern Summe von 17 132 Franks, pro Arbeiter durchschnittlich 57 Cts., Summe von 17 132 Frants, pro Arbeiter durchschnittlich 57 Sts., lehnte ein Eingehen auf den Antrag des Klägers, bezw. zu unterhandeln. erreichten. Namentlich Dr. Schuler übt scharfe Kritik an diesem seines Vertreters, den Beisiger Wiese von der Verhandlung Er fonstatirt, daß man beDie Ungleichheit des Kampfes wurde noch dadurch erböht, wirkungslosen Bußensystem. auszuschließen, ab. Begründend führte der Vorsitzende aus, das daß die Behörden in rücksichtslosester Boreingenommenheit Partei fonders in ländlichen Bezirken viel eifriger die üble Be Gericht ser deshalb nicht in der Lage, in eine Prüfung einzu ergriffen für die wirthschaftlich Stärkeren, die Unternehmer. In handlung der Thiere ahndet, als die übermäßige Austreten, weil nach dem Ortsstatut nur der Oberpräsident befugt einem Rückblick auf den Tischlerstreit" verspricht die Wiener uzung der Menschen, die Gefährdung ihrer Gesundheit. sei, über die Enthebung eines Beisitzers vom Amte zu entscheiden. Arb.- 3tg." eine Reihe fonkreter Fälle zu veröffentlichen, in denen Was soll man dazu sagen, wenn für das Anspannen Nicht für zulässig erachtete der Gerichtshof, daß von zwei die direkte Ungeseglichkeit feitens der Polizei- Organe vorliegt. eines Hundes genau Die gleiche Buße ausgesprochen gegen ein und denselben Mann klagenden Personen die eine In einer ganzen Reihe von Werkstätten sind die Forderungen die wiederholte Verwendung von allzu jungen Kindern? wird, wie von einem St. Gallischen Bezirksgericht für der Sache der anderen als Zeuge auftritt. Im be- übrigens bewilligt worden und es wird nun Aufgabe der Ge: Wenn Hühner in einen zu kleinen Korb, Kühe in einen zu engen züglichen Falle wurde auf das Zeugniß eines Kellners verzichtet; werkschaft sein müssen, wenigstens das nun einmal Errungene Stall gesperrt werden, besinnen sich Gerichte nicht, 20-30 Frants es wurde angenommen, er sei beim Ausgang des Prozesses aufrecht zu halten und sich für einen später zu führenden Kampf Buße zu verhängen; aber was müßte alles geschehen, bis ein eines Kollegen interesfirt, weil er ebenfalls Ansprüche an den vorzubereiten. Beklagten richtete. Angesichts vorstehender, anscheinend nicht Geschäft bestraft würde, das eine Schaar Mädchen in Räumen nur für einen Einzelfall( den gerade vorliegenden) bestimmten Tagen stattgehabten Versammlung erstattete die Kommission haben!" Ferner wird ein im Kanton Glarus vorgekommener Der Bierboykott in Braunschweig. In einer vor etlichen beschäftigt, wo sie nicht einmal 4 Rubikmeter Luftraum per Kopf Entscheidung erheben wir hiermit die Forderung an das Gericht, in Zukunft auch nicht mehr die Theil Bericht über den Stand des Kampfes. Nach demselben sind im Fall erwähnt, wo der Vertreter einer sehr großen Firma zugab, haber von Firmen, gegen welche sich klagen Ganzen 335 Arbeiter ausgesperrt, darunter befinden sich 205 Ver- daß sie Monate lang eine Menge Leute Ueberzeit arbeiten ließ, richten, als Zeugen 3 11 vernehmen, heirathete mit 368 Kindern und 130 Ledige. Bur Unterstützung aber keine Bewilligung nachfichte,„ da ihr die Versagung das bisher sehr oft geschah, sowie auch nicht haben sich davon gemeldet 93 Verheirathete mit 168 Kindern und Tausende geschadet hätte". Diesen Taufenden von Gewinn mehr die Frauen oder Männer der beklagten 111 Ledige, 99 gehören einer Organisation an. Verschiedene gegenüber verhängte das Gericht 25 Frants(!!) Buße. Und Parteien. Dieselben haben notorisch mehr Interesse am Redner sprachen sich gegen die Kutscher aus, welche durch ihr eine solche Buße sollte den Zweck erfüllen, den Straffälligen von Ausgange der fraglichen Prozesse, als zwei unter verschieden- unsolidarisches Verhalten viel zur Verzögerung des Sieges bei der Wiederholung seiner Uebertretung abzuschrecken Sollte sie artigen Umständen entlassene Kellner eines Arbeitgebers trügen. Im übrigen wurde von allen Seiten die Fortführung nicht das Gefühl erwecken, daß man nur recht umfangreich das gegenseitiges Interesse am Ausgang ihrer Prozesse des Kampfes verlangt und eine dahingehende Resolution ange Gefet verlegen müsse, um die Uebertretung troß Buße recht besitzen. rentabel zu machen?" in Sonntagsplauderet. wie nommen. richtig funktioniren. Ja, Schnecken wird's regnen. nicht die reinste Menschenliebe ist, will ich Hans heißen. Bauchweh giebt's und muß es geben in die Million? Und Dafür müssen sich doch die Bedachten irgend wie erkenntlich wer hat den Schaden davon? Die Unternehmer, die Ar- zeigeit. Und sie thun es auch. Der kleinste Budiker wird Nein, das hätte niemand erwartet! Wasserfärber beitgeber. Darum ist es ihre heilige Pflicht, ihren Arbeitern jetzt von ihnen behandelt, wie ein robes Ei. Sie setzen hatte man sie genannt, von Bierproßen wurde geredet und ein solches Bier zu verordnen, sie nur solches Bier trinten sich mit ihm zu Tisch, trinken, daß es stäubt und reden die von Dividendenschluckern; es hatte nicht viel gefehlt, und zu lassen, das ihnen auch bekömmlich ist. Und Happoldt- schönsten Reden; und sie sind seelenvergnügt und voll be= der Sang wäre angeſtimmt worden:" Nottet sie aus, rottet Bräu ist das Beste. Unberufen. friedigt, wenn er ihnen auch nur ein Biertelchen oder fie aus, die verderbliche Brut," und da auf einmal, am Es wird wohl mancher fommen und da sagen: Ja, Achtelchen abnimmt. legten Sonntag, hat es sich herausgestellt, daß unter den Herr Happoldt ist doch kein Darmhändler, Herr Happoldt Aber all die oftentativ vorgezeigte Menschen und Bielgeschmähten, Starkverlästerten einer drunter fitt, mitten ist doch Bierbrauer! Was versteht denn der von den Därmen? Nächstenliebe wird den Brauherren nichts helfen. Nicht mang, dessen Herz weicher ist denn Bärme, der edel, hilf Gemach. Kein Brauherr ist heute oder gestern vom Himmel einmal die Bierbeißer werden sie gewinnen, obwohl sie reich und gut ist, wie nur einer, der es an Menschen gefallen. Das wäre auch nicht gut möglich. Wie ihnen jetzt vorreden wollen, daß all das jetzt nicht gefreundlichkeit, hingebender Sorge für das Wohl des Nächsten, das Volkslied raunt, sind die Herren ganz wo anders trunkene Bier später, nachdem es abgelagert, gut und stark tiefer Kenntniß der treibenden Ursachen und Zusammen- beheimathet. Entweder war er früher selbst Braubursch geworden, ihnen zufallen werde. Diese alten Bierbeißer hänge im wirthschaftlichen Leben aufnehmen kann mit einem oder er hat wenigstens ab und zu einmal zugesehen, wie sind sonderbare, aber erfahrene Leute; sie halten sich an Jeden, soweit die deutsche Kouponscheere klingt. man das braune oder gelbe Naß siedet, kühlt, in Bottiche den Göthe'schen Spruch: Getret'ner Quard wird breit, Katholische Beichtväter, staatlich verordnete Prüfungs- und Fässer abläßt. Und auf das Bierabziehen, gerade nicht start, und sagen: Ein Bier, das durch künstliche tommissäre find nicht davor zurückgeschreckt, die ihnen darauf kommt es an. Jetzt nimmt man dazu Gummi- Mittel schnell abgegohren oder der Gährung beraubt würde, Ueberlieferten zu prüfen bis auf Herz und Nieren; Herr schläuche, aber noch vor wenigen Jahren gebrauchte man kann durch längeres Liegen zwar sauer, aber niemals gut Happoldt aus der Hasenhaide geht weiter, seine Menschen- Därme. Jawohl, schöne, gesunde Rindsdärme. Versteht werden. freundlichkeit ist noch tiefergreifend, sie erstreckt sich bis auf nun ein Bierbrauer noch immer nichts von Därmen? O doch, So nüht denn alles nichts, selbst nicht die schönste Magen und Gedärme der verehrlichen Mitmenschen. Aber wenn auch nicht jeder soviel wie Herr Happoldt aus der Vermummung. Wie lange wird es dauern, und so manches nicht auf die der Reichen und Hochgestellten. Für die läßt Hasenhaide. Und deshalb möchten wir unserem Arbeiter Glied des Braurings sigt als armer Gregor zwar nicht er den Hausarzt walten. Nur den Armen und Gedrückten freund einen kleinen Vorschlag unterbreiten. Was auf dem Steine, dafür aber auf dem Pfropfen, wenn er gilt seine Fürsorge, den Arbeitern. Um die kümmert sich gesund ist, ist luftig. Wer luftig ist, trinkt Bier. nicht gar in ganzer Lebensgröße auf dem Bauche liegt, ja niemand. Und was die zusammenessen und zusammen- Ein gesunder Darm wird feine Trübsal blasen. wie der fußflinke Schauspieler Blenko. Ueber's Jahr, wenu trinken, es ist der reine Jammer. Was sie nur triegen Alsdann: Herr Happoldt kaufe ein schönes Schild, nagle die Schwalben wieder kommen, werden die hochmüthigen fönnen, spaziert die Kehle hinab. Kartoffel sind es zumeift. Da ist es, an feine Cchantstätte und lasse darauf schreiben: und hochgemutheten Herren in derselben Gemüthsstimmung sein, es denn gar kein Wunder, daß sie die inneren Schönheiten eines Happoldt's Gartenwirthschaft wie jener Bauer. Der zog einst seine Furchen und ließ Filets, eines Rehziemers oder eines gebratenen Fasans nicht " Bum luftigen Darm". nicht ab, obwohl ein Gewitter heraufzog. Da schmetterte zu würdigen wissen. Was hat das Bolk für eine Ahnung, Aber nicht blos der Mann in der Hafenhaide ist zart der Bliz herab und erschlug dem Bauer die beiden Ochsen. wie Austern schmecken! Und wie die Kinder sind diese Ar- fühlend, jeine Herren Kollegen sind auch nicht von Eisen. Und er mußte sich andere faufen. Zum ersten Male war beiter. Geradejo. Buttermilch und Sauerkohl würden sie In der Noth frißt der Teufel Fliegen und selbst der er mit ihnen zu Felde gefahren, und eben hatte er die Hand durcheinander effen, wenn man sie nicht hinderte. Und dickste Bierfahrer anderswo nennt man ihn den Bier- auf den Pflug gelegt, da sah er am Horizont ein schwarzes dann dieser Troy, diese Bockbeinigkeit, diese sträfliche Hals- versilberer wird höflich. Allerdings, ihre Herren, die Wölfchen aufsteigen, und es fam ihm vor, als hätte er das starrigkeit und Verbissenheit! Besonders bei den Berlinern. Bierbrauer sind ihnen vorangegangen. Obwohl sie gegen leise Brummen des Donners vernommen. Da hob er die Das schönste Happoldt'sche Lagerbier unberufen Gewährung fetter Annoncen schreiben ließen, der Boykott Hand gegen die Wolfe, schüttelte sie und schrie:„ Hau? Lassen sie stehen und greifen nach dem wässerigen Weißbier, thäte ihnen taum weher als ein Flohstich, haben doch die Schmöckest d'halt wieder ein paar Dechsla!" Und er wandte das doch noch so gottserbärmlich jung. Und da sollen jenigen von ihnen, auf welchen der Verruf nicht lastet, Pflug und Ochsen und jagte heimwärts, so schnell er dann die Mägen in Ordnung bleiben und die Därmel ihren Fahrern sieben Thaler monatlich zugelegt. Wenn das konnte. -O Bekanntmachung. Kinderwagen- Bazar Max Brinner, Da der Vorsitzende des Vorstandes Jerufalemerstr. 42, der Orts- Krankentasse der Böttcher part. und 1. Etage, Berlins, Herr Seemann, ungeachtet und Brunnenstr. 6, wiederholter Aufforderungen die Er Hof parterre. füllung seiner statutenmäßigen Db: Großart. Auswahl Kinderwagen, liegenheiten verweigert hat, wird hierDurch mit der Wahrnehmung der Puppenwagen, Befugnisse und Obliegenheiten des Kindersportwagen Vorsitzenden der genannten Kasse Herr billigst. Magistrats- Sekretär Rittershausen als Vertreter der Aufsichtsbehörde gemäß§ 45 Absatz 5 des KrankenVersicherungsgesetzes beauftragt. Gewerbe- Deputation des Magistrats. gez.: Friedel. Theilzahlung gestattet. Aeliere Muster billiger. Aerrig nur für amen. Hulda Thieme Wissenschaftliche Zuschneidekunst bisher Inhaberin der Firms Prospekte gratis n. franco. ehr- Institut für wissenschaftliche Zuschneidekunst Henry Sherman lebrt ohne Freibaudzeichnen in furzer Zeit feine neu verbesserte lethede. Diagnehmen ohne Apparate. Theoretisch 20 Mark einfoließlich fünfthe liger Zebrmittel, gefeßlich geSchutzt. Reine Reben- Ausgaben. Laglich Aufnahme Rabcurfus 30 Dart. Sauptbureau: 40 Berlin W. Leluzigerstr. 40 3weia Pehr Institute: im In- u. Unslande. Lebrerinnen ge fibt. 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Juni cr., Vormittags präzise 10 Uhr, im Saale der Brauerei Friedrichshain: Uebungs- Stunde. " Es werden geübt die Lieder Sommersonnenwende"," Bannerlied" und " Drei Ehrengrüße" zur Vorbereitung zum Sängerfest in Schmargendorf am 8. Juli 1894. Die Vereine werden ersucht, pünktlich uni vollzählig zur Stelle zu fein. Seitens des Dekonoms des Lotals wird für Selterwasser gesorgt. Während der Uebungsstunde Ausschuss- Sitzung. Tages Ordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Interne Bundesangelegenheit. 3. Ver schiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung entsprechend müssen sämmt. liche Vereine vertreten sein. Der Vorstand. Im Nebensaale Ausgabe von Billets zum Volksfest in Friedrichshagen am 17. Juni. Die Adresse des 1. Vorsitzenden ist: Ad. Neumann, Basewalterstraße Nr. 8, part. 107/10 Gauverein Berliner Bildhauer. Laut Beschluß der Versammlung vom 29. Mai ist das für den 16. Juni in der„ Neuen Welt" festgesetzt gewesene Sommerfest des eingetretenen BierBoykotts wegen bis August vertagt worden. Di bereits verausgabten Einlaß farten find zu dem späteren Fest nicht zu verwerthen, sind daher an Kollegen Otto Meyer, Strelitzerfir. 28, vorn 4 Tr.( Dienstags und Sonnabends Abends bei Ehrenberg, Annenstr. 16) zurückzugeben. 42/12 Der Vorstand. Fr. Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend. Dienstag, den 5. Juni, Vorm. 10% Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Nene Friedrichstr. 44: Ausserordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: Die Mitwirkung zur Matinee für die ausgesperrten Brauereiarbeiter. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein 487/10 Der Vorstand. Achtung, Töpfer und Berufsgenossen! Wir machen hiermit bekannt, daß der Arbeitsnachweis des Vereins zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer und Berufsgenoßen Berlins u. Ümgegend sich vom Sonnabend, den 2. Juni d. J., ab, Gipsstr. 16 im Restaurant befindet. 470/19 Auch werden dort von da ab die freiwilligen Beiträge entgegengenommen. Ebenfalls werden dort die Beiträge zur Zentral- Kranken- und Sterbe tasse der Töpfer Deutschlands entgegengenommen, sowie Mitglieder aufgenommen. Das Krankengeld wird Sonnabends, Nachm. von 2-5 Uhr, ausgezahlt. J. A.: Richard Topf, Gipsstr. 16. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Bezirks- Versammlungen Montag, den 4. Juni, Abends 8½ Uhr. Norden: Jm Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen C. Hoffmann über„ Organisation". 2. Distuffion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Süd- Osten: Im Vereinshaus Süd- On, Waldemarstr. 75. Lages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Alfred Bernstein. 2. Diskussion. 8. Ver bandsangelegenheiten und Verschiedenes. 489/19 Achtung! Müggelschlösschen. Achtung! Friedrichshagen. Friedrichshagen. Sonntag, den 17. Juni: Großes sozialdemokratisches Volks- Fest unter Mitwirtung des Arbeiter- Sängerbundes und der Arbeiter- Bildungsschule, sowie von Mitgliedern der Freien Volksbühne. Großes Doppel- Concert ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Civil- Berufsmusiker. Massengesänge. Volksbelustigungen, theatralische Aufführungen etc. etc. Zur Aufführung gelangt unter Anderem: Die Leichenfeier des Königs Mammon. = Große humoristisch satirische Darstellung. Leichenzug, Volksbelustigungen zur Feier des Begräbnisses im Theater, Museum, Panoptikum 2c. Großes Wettrudern, Großes Schauturuen des Turnvereins ,, Fichte", Mitgl. d. Brdb. Arb.-T.-B. veranstaltet vom Ruderklub ,, Vorwärts", Produktionen auf dem Wasser vom Schwimmklub ,, Secht". Beluftigungen, Spiele zc. für Erwachsene und Kinder. Eierrennen, Blasenstechen, Dreibeinlaufen, Stangentlettern u. s. w. Bücher- und Bilder- Verloosung. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Anfang des Konzerts Morgens 8 hr. Billets 25 Pf. inkl. zweimaliger Ueberfahrt. Fahrgelegenheit: Von allen Stationen der Stadt- und Ringbahn, Dampfer- Gesellschaft Stern" ( Abfahrt von Café Alfen, vor dem Schlesischen Thor, von früh 6 Uhr an halbẞündlich. Kremser. Für ausreichende Hin und Rückfahrt ist Sorge getragen. " Billets find in allen Zahlstellen der Freien Volksbühne" und Arbeiter- Bildungsschule, sowie in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Die Vertrauenspersonen. 492/8 Künstl. Zähne, orig. Garantie, ſchmerzl., Zahnschmerz beſeitigt, ſchmerzMittheilung für die Herren Gastwirthe! loses Zahnziehen. Theilzahlung. Goldstein, Oranienite 128 Erlaube mir hierdurch anzuzeigen, daß ich aus dem Verein der Berliner Brauereien ausgeschieden bin, und offerire mein goldfarbenes und dunkles( Münchner Farbe) Carlsberger Bräu mit Jeden Montag und Donnerstag Jahren 21 Mark pro Tonne inkl. 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Spezialitäten- Vorstellung. Die Kollegen der oben genannten Bezirke werden dringend ersucht, aus 2 verde dite Kegelbahnen. jeder Werkstatt einen Vertreter zu den Versammlungen zu senden. Mitglieder- Versammlung der in Holzbearbeitungsfabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschl.& itiale Berlin 1) am Montag, den 4. Juni, Abends 8/2 Uhr, bei Säger, Grüner eg 29. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Stadverordneten Dr. Zadek. 2. Diskussion. Gewerkschaftliches und Fragekasten. Der Vorstand. Fachverein der Studentenre Berlins! Versammlung am Montag, den 4. Juni, Abends präz. 8 Uhr, im Restaurant Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Kaffeeküche. NB. Für Vereine, Fußpartien, Festlichkeiten und Leichenzüge stehen meine Lofalitäten zur Verfügung. 178L* Friedrich Reichenkron, Brauerei- Carlsberg, Charlottenburg, Spreestraße 3( Telephou Nr. 83). 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Edmund Renter, Straße 45. Auch sind Töpfersteine zu haben. B. Nieft's Festsäle, Empfiehlt sich zu Vergnügungen und Fortuna- Säle 17. Weberstr. 17. Versammlungen. Tagesordnung: 1. Vortrag von Frl. Baader, über Gesez und Recht. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Gäste willkommen. Inhaber von Bibliothetsbüchern! Bitte die Bücher zwecks Regelung der Bibliothek ab 3. zuliefern! [ 436/18] Der Vorstand. Unterstützungs- Vereins deutscher Hutmacher ( Filiale Berlin) am Montag, den 4. Juni cr., Abends 8 Uhr, bei Böhow, Prenzlauer Thor, A. Bethge's Konzert- und Spezialitäten- Park, Britz, Chausseestraße 39, vorm. E. Engel. Jeden Sonntag Konzert, Spezialitäten- Vorstellung und Lauz Mittwoch: im großen Riefensaale. Herrlicher Aufenthalt im großen Bark. In den übrigen Gesellschaftsräumen Konzert- Unterhaltung durch ein großes Orcheſtrion. Sämmtliche Räume sind mit elekt. Licht versehen. Für gute Speisen und Getränke Weiß- und Bairisch- Bier · ist bestens gesorgt. Strausberger- Straße 3. Familien tönnen Kaffee tochen. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Jm tleinen Saal: 89* Den geehrten Vereinen empfehle mein Etablissement zur Abbaltung von Sommerfesten( auch Sonntags). Fahrgelegenheit: Endstation der Pferdebahn. A. Bethge, Gastwirth. Spezialität.- Vorstellung. Treptow, Strasse. Park Bade's Volksgarten. Jeden Donnerstag: Grosse Gesellschaftsstunde. Mitglieder- Versammlung Empfehle meine Säle zu PrivatTages- Ordnung: 1. Raffenbericht der Hauptverwaltung und Bericht der Kontrollfommission. 2. Anträge der Haupt- Verwaltung auf Erhöhung der Beiträge oder Herab fegung der Unterstüßungen. 3. Verschiedenes. Festlichkeiten u. Versammlungen; auch find einige schöne Vereinszimmer zu haben. 5731L* Wegen der wichtigen Tages- Ordnung machen wir es jedem Mitgliede zur Schüßenhaus Schmargendorf. Pflicht, zu erscheinen. Jeden Sonntag: Frei- Konzert. Bier: Reichenkron. Robert Wegner. 175/15 1041b N. B. Die am Dienstag, den 5. Juni cr., festgesette monatliche Sigung fällt aus. Der Vorstand. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Ausschank von Weiss- und Bairisch- Bior. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Bankow. W. Buge's Vereinshans Station Pantow( Nordbahn), Schulzentr. 28. Jeden Sonntag: BALL. Garten und Regelbahn. Wohin? Nach Adlershof zu Vater Wöllstein. Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthitraße 2.