Nr. 163. flSonnementS'Bedlngungrt! ■Jonnememä• Viel» pränumerando BiftteljöW. 8,90 M!. monotl 1,30 DÜ. «ächenllich 30 Lsg, sre> m» Haut, Einzelne Nummer S Lsg KonnlagS- numzner Mil lllullrierler Sonnlag». Belage.Die Neue Well' 10 Big Poll, kbonnemenli ILO Marl pro Munal. eiNAeträgen in die Posl-Aeilung». PreisMlel llnler Kreuzband für Deutschland und Oelierreich- Ungarn ZSO Mar!, für da» übrige NuKIand 4 Mar! pro Monal, Poslabonnementt nehmen an Belgien. Dänemark Holland, Italien. Luxemburg, Portugal. . Schweden und die Schwel» (iMttBi tian*. Berliner Volksblntl. Zentralorgan der fozialdemokratifcbcn Partei Deutfcblands. 34. Jahrgims. Ble Infcrflons'GfbBIjr Mhigt sür die Icchögejpallcnc kolonel- »«ile oder deren R-nim 60 Psg., für doli tische mid gewerlschafiliche Perein»- dnd LersammlungS- Anzeigen 30 Pfg. .Kleine Hnrtictn". da» iettgedniltic kort A> Psg. izuiäsfig 2 sellgedructic Körles, jede» weitere Eorl 10 Psg, Stellengesuche und Cchlafitellenan- zeigen da» erste Wort 10 Psg, jede» »euere Wort ö Pfg. Worte über 13 Buch- stoben zählen für zwei Worte, Inseraie mr die nächste Nummer müssen bi» t> Uhr nachmittag» in der Expedition »bgegeden werden. Die Ervedilioir ist bi»? Uhr abend» geotsnel. Delegiamm-irdiielsio .!»»szstIiwSiltS> keui»". Neüaktion: EW. HS, �iaöenstraße Z. sserssprecher: Ami Moritzplan, Kr. 15190—15197. Sonntag, de« 17. Jnni 1917. ExpeöUioa: Sw. HS, Lwöenftraße 2. stkern spreche«: Amt Moritzplatz, Skr. 151 SO— 15197. HttillerieKampf im Avilchaete-Kogen. Starkes Feuer bei Hollebeke und Warneton Englischer Angriff östlich Loos— Abends und nachts zunehmendes Feuer an der Aisne und in der Westchampagne. Amtlich m?.. iM. 9 Großes Hauptquartier, btn 16. Jim! T. S.) Westlicher Kriegsschauplatz. , Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Wieder fieigcrle sich die Kampstätigkeit an der flandrischen Front erst in den Nachmittagsstnnden. Starkes Feuer lag in Gegend von Hpllebrkc und westlich von Warncton, wo ein engli- scher Angriff durch die zusammengefaßte Wirkung unserer Batterie» niedergeljalten wurde. An mehrere» Stellen der Artois-Front kam cS zu heftigen Kämpfen. Nach dem Scheitern der Angriffe am 14. 6. abends griffen gestern morgen die Engländer crneut östlich von LooS an. Anhaltische und altcnburgische Balaillonc wiesen den Feind ab und warfen ihn im Nahkampf zurück, wo er eingedrungen war. Auch nordwestlich von Builecourt wurden die Engländer, die am frühen Morgen bis in uuserr» 2. Graben vorstießen, durch einen lröftigeu Gegenangriff von dort wieder verdrängt. Heute früh haben fich hier und östlich von Monchh neue Gefechte entwickelt. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Längs der AiSne und i« Westteil der Champagne nahm die Artillerietätigkeit abends erheblich zu und blieb an vielen Stellen auch in der Nacht lebhaft. Heeresgruppe Herzog Albrccht. ErkuudunzSvorstöße brachten in der Lothringer Ebene eine Anzahl Gefangene ein. Oestlicher Kriegsschauplatz. Seine Aenderung der Lage. Au der mazedonischen Front hielt sich die Gefcchtstäligkeit in mäßigen Grenzen. Der Erste Generalquarticrmeister. Ludcndorff. Abendbericht. Berlin, Amtlich, 16. Juni 1917, abends. In einzelnen Abschnitten der flandrischen und ArtoiS- front sowie an der Aisne und in der Champagne lebhafter Artilleriekampf. Die Bormittagsangrifse der Engländer bei M o n ch U und östlich von Crotsilles wurden abgewiesen; sie haben eine Aevdcruug der Lage nickst herbeigeführt. Bom Osten nichts Neues. Der österreichische Bericht. Wien, 16. Juni 1917.(W. T. v.» Amtlich wird verlavtbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Russische? Geslliützfeurr in Ostgalizicn stellenweise stärker. Sonst nichts zu melden. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kampfpause am Jsonz« hält an. Auf dem PlZckcu-Paß ist die Tätigkeit de§ FeindcS sehr lebhaft. Auf dem Grenzkamm südlich des Sugana-TalrS entwickelte« sich gestern wieder heftige Kämpfe. Der Feind wurde zurückgeschlagen. Im Zebio-Gebict scheiterte«in feindlicher Borstoß. Im Adamcllo Abschnitt de- mächtigte sich hrr Gegner rines m die Gletscher vorgeschobenen Postens. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Vnv er ändert. Der Ehef beS GenerakstobeS. Wie». 16, Juni 1917.(W. T. S.) Amtlich wird verlautbart: Ereignisse zur Tee. Eines uulerer U-Boote hat am 1 1. d. M. t« Mittclmeer einen englische« Torpedobootszerstörer der l- Klaffe, etwa 1009 Tovveu, versenkt, Flottenkowwando. Vorarbeit für venizelos. Das nächste Ergsbiiis des Ententeattenitats gegen die bis- berige regierende Gewalt in Griechenland wird die Rückkehr Venizelos' nach Athen sein. Daran ist nicht zu zweifsln. Auch aus Ribots Erklärungen ergibt eS sich, und wenn, wie Reuter meldet, der Oberkontrolleur der Entente Jonnart dem griechischeu Ministerpräsidenten Iaimis nunmehr mitgeteilt hat, er habe Be- fehl, die Blockade aufzuheben, so wird auch diese Matz- regel darauf berechnet sein, für alles wettere, was die Entente auf griechischem Boden untermchmen wird, die nötige Stimmung zn schaffen. Hungernde Massen sind schlechte Garanten von.Sicher- heiten", wie die Entente sie im Rücken ihres Heeres braucht. Bei Besprechung der Ereignisse in Griechenland gab Ribot im Senat dieselben Erklärungen ab, wie in der Kammer. Er der- sicherte, datz über den Verrat in Larissa gegen eine englisch- französische Abteilung, die nach Thessalien geschickt worden war, die Gerechtigkeit ihren Lauf nehmen würde. Griechische Truppen hatten fich zur Wehr gesetzt und es gab einen Kampf. Ribot erklärte, Prinz Alexander trage augenblicklich die Krone unter der Bedingung der B c stätigung durch die Verfassung- gebende Versammlung. ZaimiS bleibe an der Spitze der Regierung. Venizelos werde sich noch Athen begeben, so- bald die Versöhnung gesichert, sei. Ribot stellt« fest, datz der König von Griechenland nicht als Gefangener der Alli- ierten betrachtet werde. Wenn er sich nach Deutschland begebe, so würde er nur seine wirklichen Gefühle verraten. Ribot zweifelt nicht an den Folgen der Abreise, deren Bedeutung die ganze Welt begreife. Sie sei für Frankreich ein moralischer Sieg, den man nicht abschwächen dürfe. Was die Entente für die Folge erwartet, lätzt sich aus folgender Meldung ReuterS erkennen: Die Annahme ist berechtigt, datz die venizelistische Regierung demnächst nach Athen übersiedeln und die am llO. April erwählte Kammer, die König Konstantin auflöste, einberufen wird. Es darf angenommen werden, datz die Abdankung des Königs die Wiedervereinigung beider Teile Griechenlands und einen Wendepunkt des Balkan- fkldzilgcs bedeutet. Diese mit sützem Köder und fettem Hoffen gespickte Meldung stammt auS Saloniki, also aus dem Lager der Sarräil und Venizclös. Alan wird also nicht etwa Neuwablcn in Griechenland vor- nehmen, denn die könnten der Entente die Antwort erbringen, die dsn begangenen Vergewaltigungen entspricht. Kurzerhand wird eine Parlamentsauslösung, die immerhin verfassungsmätzig war, für null und nichtig erklärt, und das würde allerdings vortrefflich in das Bilderbuch des Kampfes passen, den die Entente gegen Autokratie und für Demokratie zu führen vorgibt. » In Thessalien besetze» die Entcntetrnppen, wie cS scheint, ohne auf erheblichen Widerstand zu stotzen, schnell weitere beherrschende Punkte. Der Heeresbericht der französischen Orientarmee vom 15. Juni meldet: In Thessalien hat fich die Hauptmacht unserer Truppen in der Umgegend von Larissa eingerichtet. Unsere vorgeschobenen Abteilungen haben ohne Schwierigkeit Denirli und Karditsa an der Eisenbahn von V o I o nach Trikala besetzt. Diese Bahn durchläuft Thessalien von dem Küstcnplatz Volo aus in westlicher Richtung. die Petersburger Staütratswahlen. Kommandowechsel.— Sozialpolitische Kulturtaten. Petersburg, 16. Juni.(Petersburger Telegraphen- Agentur.) Das endgültige Ergebnis der Stadtratswahlcn in Petersburg ergibt für den sozialistischen Block 567 982 Stimmen. Die bürgerlichen Parteien erhielten 166 369 Stimmen, was die Zeitungen mit der Gleichgültig- keit dieser Parteien für die Wahlen erklären. Die Maxhna- listen erhielten 117 766 Stimmen, Die Blätter melden den Rücktritt des Hochstkoliunandie- renden der Ät o r d s r o n t D r o g o m i r o w, der durch General Klembowsky ersetzt worden ist, ferner den Rücktritt des Oberbefehlshabers der Kaukasusfront, Generals I u d c n i t s ch, an dessen Stelle General Prschewalsky trat, und des Adnnrals M a x i m o w, Oberbefehlshabers der Ost- secflotte, der durch Konteradmiral WcrderewSki ersetzt war- den ist. Die Vorläufige Regierung bat das Gesetz abge- schafft, daS unter der alten Regierung die Verwendung von Frauen und Kindern bei Nachtarbeit und in den Bergwerken gestattete. Die albanische Proklamation. Bern, 16. Juni. Dem„Avanti" zufolge hat die offizielle soziali st isSe Kammergruppe bei dem Minister des Atutzeren Soimino und dem Ministerpräsidenten eine Interpellation über die albanische Proklamoiion, die damit zusammenhängenden Fragen und die daraus eutstandeue Krise eingereicht. vom öauernöen Zrieöeo. Der gestrige Sonnabend hat über den Zertungsleser ein wahres Füllhorn von Dokumenten ausgeschüttet, die sich alle mit der e i n e n Frage unserer Zeit beschäftigten, ob der Krieg fortgesetzt oder beendet werden und auf welcher Grundlage der Frieden in naher oder serner Zukunft geschlossen werden soll. Die größte Rolle spielt in all diesen Denkschriften, Reden, Artikeln das Problem, wie der Frieden, der ja einmal doch kommen muß. dauernd gesichert werden kann. Herr Wilson, der politisch und geistig ganz in das Lager der Entente eingeschwenkt ist, erwartet die dauernde Friedenssichevung nur von einem katastrophalen Sturz des preußischen Militarismus, der durch äußere Gewalt herbeigeführt werden soll. Die Denkschrift der deutschen Sozialdemokratie hingegen hält eine Sicherung des künftigen Friedens auch ohne äußerste Kriegs- entjcheidung durch den demokratischen Fortschritt der Völker und durch den Ausbau internationaler Rcchtseinrichtungcn für die gegebene Lösung. Wir wissen nun heute noch nicht, wann der Frieden kommt und wie er kommt. Aber ein sehr hohes Maß von Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß er sehr lange w ä h r cn wird. Nach dem großen Aderlaß der napoleonischeu Kriege dauerte es ein halbes Jahrhundert, bis Europa wieder von einer größeren Welle kriegerischer Erschütterungen erfaßt wurde. Und ungefähr ebenso lange dauerte dann wieder der Frieden unter den großen europäischen Staaten bis zum Aus- bruch des Weltkrieges. Dieser Weltkrieg selbst ist nach menschlichem Ermessen sür Jährzehntc, die ihm folgen werden, die beste Friedens- sicherung. Er wird alle großen Völker in tiefer Erchöpfung zurücklassen. Weil er, wie keiner seiner Vorgänger, alle mensch- lichen Schicksale auf dem ganzen Erdenrund berührte, wird er den Ekel vor dem Krieg, die Abscheu vor einer Wiederholung ähnlicher Greuel bis in den letzten Weltwinkel hineintragen. Die Demokratie eröffnet allen friedenssrenndlickicu Beskrebun- gen Wirkungsmöglichkeiten wie in keiner Zeit zuvor. Tic beste Sicherung des Friedens aber werden die Staatsfincmzen abgeben, die der Weltkrieg überall in einem Zustand schwerster Zerrüttung zurücklassen wird. Kein Staat, kein Volk wird in, absehbarer Zeit mehr Krieg führen wollen, es wäre denn, daß sie von der V e r z w e i f l u n g in ihn hineingetrieben würden. Dorum bietet der Zerschmettcrungsfrieden, wie er von den Bis-ons-Ende-Kriegern beider Lager ersehnt wird, die geringste Aussicht aus lange Dauer. Eine auf das Recht der Eroberung gegründete deutsche Weltmacht wäre ein Koloß mit thönernen Füßen. Ein Friedensbund, in den Deutsch- land gewaltsam hineingezwängt würde, nachdem man es vcr- stüminelt hat, wäre in ständiger Gefahr, von Deutschland ge- brachen zu werden. Und brächte der Weltbund, der fich gegen Deutschland gebildet bat, den Franzosen wirklich Elsaß- Lothringen wieder, so wäre das für die Franzosen das gefähr- lichstc Geschenk. Kann denn Frankreich, das Elsaß-Lothringen aus keinen Fall allein erobern konnte, es im Bedarfsfall einer möglichen Zukunft allein verteidigen? Und wer bürgt Frankreich bei dem steten Wechsel alles Menschlichen, zumal alles Politischen, dafür, daß es in einem solchen Fall nicht allein bliebe? Der kommende Frieden darf für kein Volk einen Zu- stand schaffen, der von ihm als unerträglich empfunden würde und der ihm keine Hoffnung auf Besserung ließejienn durch einen neuen Krieg. Und so haben die deutschen Sozialdemokraten, indem sie ihr Land verteidigten, auch den kommenden Frieden sichern geholfen. Schließt der Krieg ab, ohne daß eine der beiden Mächte- gruppen die volle Ueberlegenheit über die andere gewinnt, oder ohne daß diese Ueberlegenheit, nachdem sie errungen ist, mißbraucht wird, dann ist die wichtigste Grundlage des dauernden Friedens durch den Krieg, feine wirtschaftlichen und seelischen Wirkungen, automatisch geschaffen. Aber nicht nur vom Kriege selbst, auch von der F n r ck t vor ihm, von der V o r b e r c i t u n g zu ihm will die Mensch- heit erlöst sein. Ein Menschenalter long nach 1876/71 gehörte ein großer europäischer Krieg zu den unwahrscheinlichsten Dingen der Welt. Was hätten die Völker in diesem Menschen- alter ersparen, wie ganz anders hätten sie für den Fortschritt ihrer Kultur arbeiten können, wenn sie in dieser Zeit statt mit der bloßen UnWahrscheinlichkeit des Krieges mit einer voll- kommenen Sicherheit des Friedens hätten rechnen dürfen? Die an sich gegebene.Unwabrscheinlichkcit eines nahen Krieges nach dem Weltkrieg in eine vollkommene Sicherheit des Friedens— wenigstens für einen Zeitraum von einigen Jahrzehnten— umzuwandeln, das ist das große Problem, das si chjetzt für alle Friedensfreunde der Welt eröffnet. Die DenkschriftderdentsckienSozialde m o- k,r a t i e an das holländisch-skandinavische Komitee iocist dazu einen Weg. Sie verlangt obligatorische.Schiedsgerichte, Schaffung einer überstaatlichen Rechtsorganisation, Rüftungs» Begrenzung, Unterstellung eiller Staatsverträge unter die denwkratitche Kontrolle der Volksvertretungen. Die Fragen, die damit aufgeworfen sind, sind hundertmal wichtiger als die künftige Grenzgestaltung oder das Hin- und Herschieben einiger Milliarden. Gelingt es, über sie eine Einigung her- bciziiführen, so werden alle Land- und Geldfragen, die zwischen den Staaten spielen, beinahe wesenlos. Auch die beste strategische Grenzsicherung ist ein kümmer- sicher Notbehelf gegenüber der Sicherheit, die es gewährt, jenseits der Grenze einen friedlichen Nachbar zu wissen. Auch die größte striegsentschädigung erscheint gering gegenüber der Ersparnis, die es bedeutet, wenn ein Staat drei- oder viermal zehn Jahre lang von Rüstungslasten freibleibt. Was nützt denn eine„Grenzsicherung", eine„Kriegsentschädigung", wenn man zur Sicherung dieser„Sicherung" von der erhaltenen Kriegsentschädigung Wucherzinsen— in Form steigender Rüstungslasten bezahlen muß!? Diese Erwägungen sind allen Sozialisten gemeinsam. Mit ihnen sollten alle Verhandlungen zwischen den Sozialisten und später zwischen den Diplomaten begonnen werden! Es berührt seitsam, daß R e n a u d e l kürzlich in der wHunranitä", gegen den„Vorwärts" polemisierend, folgendes ausführen zu müssen glaubte: Zurückwerfung der Imperialismen, Demokratisierung der Diplomatie, freie VerfSgung der Völker über sich selbst, Gesell- schaft der Völker mit obligatorischer Schiedsgerichtsbarkeit und internationalen Sanktionen! Wir werden niemals aufhören zu sagen, daß dies die Bedingungen sind, die die Internationale festsetzen muß, damit sich ihre Zukunft in voller Fruchtbarkeit enttvickcln kann. �_ Ronaudel hatte den„Vorwärts", den er noch immer „wzialinipcrialistisch" nennt,(wer denkt da nicht an das Bibelwort vom Splitter und vom Balken?) angegriffen, weil er aus Anlaß des letzten Nationalratsbeschlusses die Hoffnung ausgesprochen hatte, es werde sich zwischen deutschen und französischen Sozialisten eine Verständi- gung erzielen lassen. Wer hier, in dem, was er schreibt, hat er die Verständigung— das Kompromiß, wie er es nennt— selber gefunden. Er sagt, was der „Vorwärts" unzählige Male gesagt hat und was jetzt in der deutschen Denkschrift für Stockholm mit einleuchtender Klar- heit ausgeführt ist. Die französischen Nationalisten, die die Internationale für die„Erfindung eines preußischen Spions" ("namens Karl Marx) halten, werden mit Renaudel diesmal sehr unzufrieden sein. Sagt er doch in französischen Worten ganz genmi dasselbe, was die deutschen„Sozialimperia- listen" mich sagen. Ob zwischen Renaudel und der deutschen Sozialdemokratie eine wirkliche Gesinnungsgemeinschaft gegeben ist, wie es nach dem Wortlaut der beiderseitigen Erklärungen scheint, wollen wir nicht entscheiden. Daß diese Gesinnungsgeineinschaft aber vorhanden sein m u ß, wo internationale Sozialisten mitein- ander verhandeln, ist ohne weiteres klar. Sie festzustellen, wo sie vorhanden ist, sie zu festigen, zu vertiefen, ist erne wichtige Aufgabe des Stockholmer Komitees. Denn hier handelt es sich um das Wesentliche, um die Fundamente des Friedens, die dem Bau Festigkeit und breiten Wohnraum fiir alle gewähren, wie immer der Wind die Wcttersahnen droben bewegen mag!_ Stockholm. das erste Ziel ist erreicht. Haag, IS. Juni. Der..Frankfurier Zeitung" wird von hier be- richtet: Generalsekretär HuySmanL sagte in einer Unterredung in Stockholm. cS sei kein Geheimnis mehr, daß eine völlige Einigkeit zwischen Rußland, England und Frankreichs Regierung bestehe. Aber das erste Ziel der Stockholmer Konferenz sei doch schon erreicht, denn in kurzer Zeit, kürzer als erwartet wurde, hätten sich alle Sozialisten der kriegführenden Länder bereit erklärt, an der Stockholmer Konferenz teilzunehmen. HuhSmanS sagte, man könne nicht annehmen, daß die französische Regierung die Arbeitervertretcr zum Widerstände reizen werde, indem sie an iirer Gegnerschaft gegen die Stockholmer Konferenz beharre; ebenso Ivenig könne man dies von England annehmen. die gehmöerten Delegationen. Der Leiter der norwegischen Seemanns- und H e i z e r- U n i o n hat erklärt, daß die norwegisch« Union sich nicht wie die englische weigern würde, englische Delegierte nach Stock- Holm zu fahren. Wie der schweizerische Preßtelegraph oui Paris meldet, der- langte die Liga für Menschenrechte in einer öffentlichen Erklärung die Aushändigung der Pässe an die franzlsischrn Delegierte» für Stockholm. Die Delegation der deutschen Minderheit hat ihre Fahrt nach Slockholm noch nicht ausgeführt. Die„Leipziger Volks- zeitung" teilt dazu mit, daß nicht, wie gesagt worden, private Gründe irgend welcher Art der Anlaß sind.„ES waren ausschließlich politische Erwägungen, die eine Verschiebung rätlich machten. Er- wägungen, deren Berechtigung die in Stockholm versammelten Genoffen sicher anerkennen werden, sobald unsre Vertreter in der Lage sind, sie ihnen mitzuteilen." Wie jede Behinderung, ist auch diese im Interesse der FricdenSarbeit, die iu Stockholm geleistet wird, zu bedauern. Die Joröerungen üer Ukrainer. Budapest, 1(3. Juni.(DU.) Dem Pester Lloyd" wird aus Stockholm gemeldet: DaS hollänöisch-skandinavische Komitee verhandelte gestern mit dem ukrainischen Abgeordneten Dr. Temniczky. Der Berichterstatter erklärte, die höchste Forderung sei die Ve reinig ung der russisch-polnischen Ukrainer und der ungarischen Klcinrussen zu einem selbstän- digen Staate. Sic wollen aber keinesfalls an Palm angegliedert werden; eventuell möchten sie wie Kroatien an Ungarn angeschlossen werden oder sich einer russischen Konförderation anschließen. Die Zahl der Kleinrusscn wird in Ungarn mit einer Million angegeben. Es werden die Komitate bis Bereg gefordert. AIS Mindestforde- rung gilt die vorläufige Autonomie der Ukraine, sowohl in kultu- rellcr, als in politischer Hinsicht, und Mitberatung über Finanz- fragen und auswärtige Angelegenheiten im Reichstag, andernfalls eine Personalautonomie im Sinne der in Renners Buch entwickelten Ideen. Die Koalition gegen Deutsthlanü. In Beantwortung einer Anfrage sagte Lord Robert Eecil im englischen Untcrhause: Folgende Staaten haben die diplomatischen Beziehungen zu Deutsch- land abgebrochen: Rußland, Frankreich. Belgien, Großbritannien. Serbien, Montenegro, Japan. Portugal, Italien, Rumänien, die Bereinigten Staaten, Kuba, Panama, China, Brasilien, Bolivia, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Liberia, Haiti und San Domingo. Bon den genannten Ländern befinden sich die ersten 13(Rußland bis Panama) im Kriegszu stände mit Deutschland und muffen in dieser Hinsicht als im Bundesverhältnis angesehen werden. Havas meldet aus Montevideo: Anläßlich der Wider- rufung der brasilianischen Neutralitätserklärung drückte die Regierung von Uruguay ihre Sympathie für die Sache der Verbündeten aus und befürwortete die Gründung einer Liga der Nationen zur Wahrung des Völkerrechts. Uruguay greift also Wilsons Ruf auf und wird der nächste der ameri- kanischcn Staaten sein, der sich in die Koalition, die jetzt von den Vereinigten Staaten mit Idealen ausstaffiert wird, ein- gliedert. Wilsons vollmacht über öie amerikanische Ausfuhr. Eiu Gesetz gegen die Neutralen Europas. Lern, 15. Juni. Ein Sonderbeiicht des„Matin" ouS New Aork meldet: Ter Senat nahm gestern das Gesetz an, das dem Präsidenten Vollmalt über die amerikanisckie Ausfuhr gibt. Ferner wird der Präsident die Kontrolle über die Handels- schiffe aller Staaten ausüben. Kein Schiff wird künstig ohne be- sonder« Erlaubnis die Häfen der vereinigten Staaten Verlaffen, noch Waren ausführen können. Die augenblicklich in Häfen der Vereinigten Staaten liegenden neutralen Schiffe, die aus Furcht vor deutschen U-Booten nicht ausfahren, muffen die Schiffahrt sofort wieder aufnehmen oder die Häfen der Vereinigten Staaten der- laffen. Wilson beabfichtigt, wie das Blatt behauptet, das Gesetz in ganzer Schärfe anzuwenden und besonders die Ausfuhr an die Neutralen Europas, die unter der einen oder der anderen Form Deutschland verproviantierten, schärf st enS zu überwachen. Keine Kriegsgefangenen mehr in üer ZeuerZone. Berlin, 16. Juni. Amtlich. Seit dem Herbst ISIS wurden, wie bekannt. deutsche Kriegsgefangene im Ope- r a i i on S g e b i e t der englischen Armee in Frank- reich, zum Teil sogar in der Feuerzone, bei unwürdiger Behand- lung und Unterbringung zu völkerrechtswidrigen Arbeiten ge- wungen. Deutsche Proteste blieben erfolglos. Daher schritt die deutsche Heeresverwaltung im Februar dieses Jahres zur Vergeltung. Eine Anzahl englischer Kriegsgefangener wurde in die Fsuerzone übergeführt und dort den gleichen Bedingungen unterworfen wie die kriegSgefangenen Deulschen hinter der englischen Front. England war diese Gegeninaßregel vorher angedroht und gleichzeitig mitgeteilt worden, daß sie in Krast bleiben würde, bis alle deutschen Kriegsgefangenen mindestens 30 Kilometer hinter die Front zurückgenommen würden, wo sie nicht mehr durch deutsches Feuer gefährdet sind. Die Gcgenmaßrcgcl hat ihren Zweck erreicht. Die englische Re- gierung hat die deutschen Forderungen erfüllt und erklärt, daß die Rückführung aller deutscher Kriegsgefangener aus 30 Kilometer hinter die Front nunmehr beendet sei. Daraufhin veranlaßre die Heeres- Verwaltung, daß auch die englischen Kriegsgefangenen auf mindestens 30 Kilometer hinter die Front zurückgeführt werden. Slavijche Gefahr unö Geschäftsorönung. Der österreichische Ncichsrat. In einem Teil der deutschen Presse wird sehr scharf gegen das österreichische Parlament mobil gemacht. So gebärdet sich Dr. Gans — Korrespondent der„Frankfurter Zeitung" in Wien, ein Mann mit vielen Verbindungen— ganz verzweifelt:„Oesterreich muh gerettet werden, damit nicht neue, noch schwerere internationale Konflikte entstehen; es muß gerettet werden vor diesem Parlament, das die österreichischen Länder in einer Zusammen- sctzung zeigt, die nicht bleiben kann, wenn Oesterreich bleiben soll." Der unmittelbare Anlaß zu diesem Verzwciflungsausbruch ist die neue Geschäftsordnung des Abgeordnetenhauses und der angeb- liche Mangel an Staatsbewußtsein bei den slawischen Völkern. Das Abgeordnetenhaus hat sich eben eine neue Geschäftsordnung gegeben, welche die das parlamentarische Leben vernichtende Obstruktion aus- schalten soll. Durch einen tschechischen Antrag wurde die Bestim- mung hinzugefügt, daß auch die nichtdeutschen Reden im Gegensatz zu der bisherigen Uebung protokolliert werden sollen. Dadurch fällt für die slawischen Abgeordneten der Anreiz weg, in deutscher Sprache zu reden und eS entsteht die große Gefahr, daß die Vertreter aller acht Rationen in ihrer Sprache reden, wodurch jede parlamentarische Arbeit, ja selbst die bloße Geschäftsführung, unmöglich gemacht würde. Aber die Gefahr darf auch nicht überschätzt werden, min- destens nicht in so unsinniger Weise überschätzt werden, wie es von dem Vertreter der„Frankfurter Zeitung" geschieht: Um im Parka- ment wirken zu können, muß der Abgeordnete deutsch sprechen, nicht nur, weil das deutsche Volk am stärksten im Abgeordnetenhausc vertreten ist, sondern weil auch den nichtdeutschen Abgeordneten nur die Kenntnis der deutschen Sprache gemeinsam ist. Außerdem wird nur der nichtdeutsche Abgeordnete auf eine ausführliche Berücksichti- gung seiner Reden in der deutschen Welipreffe rechnen können, der sich der deutschen Sprache bedient. Wenn geflissentlich versucht wird, den tschechischen Antrag als einen in nationalistischem Chauvinismus verübten Anschlag auf Parlament und Staat zu denunzieren, so mutz doch gesagt werden, daß seine Annahme nur dadurch möglich war, daß von den deutsch-bürgcrlichen Abgeordneten ungefähr 30, zum allergrößten Teil ohne zwingende Rechtfertigung, fehlten und mit ihrer Lässigkeit ein sehr geringes Interesse am Parlament und Staat bewiesen. Artikel wie der aus der„Frankfurter Zeitung" angeführte, können höchst unheilvoll wirlen, nicht weil sie über- treiben— das geschieht oft genug, ohne sich zu rächen—> sondern weil sie notwendig den Anschein erwecken, als ergreife auch die rcichsdeutsche Oeffentlichkeit gegen die österreichischen Slawen in feindseliger Absicht Partei. Eine solche taktlose Einmischung in innerösterreichische Verhältnisse würde mit maßloser Erbitterung zurückgewiesen werden. Wenn darüber geklagt wird, daß die Slawen zu wenig Staate- beloutztsein gezeigt haben, so ist immer zu fragen, ob vor dem Kriege alles geschehen ist, um ein echtes und starkes Gefühl für den Staat, das nicht hoch genug zu schätzen ist, bei ihnen großzuziehen, ob nicht zivile und militärische Bcrwaltungsmatznahmen einen tiefgewurzelten Groll haben anwachsen laffen, der sich nun gewalt- sam Luft macht und gelegentlich in seinen Ausdrucksmitteln nicht wählerisch ist. Charakteristisch ist, daß am Schluß der Mittwoch- sitzung eine tschechische Interpellation eingebracht wurde, die über 200 Druckbogen(3200 Seiten) zählt, und in der die Tschechen Bc- schwerde über die Matznahmen während der Parlaments losen, der schrecklichen Zeit führen. Zur Schaffung einer sicheren Mehrheit verhandelt der Mc- nisterpräsident mit den Polen, die nicht umsonst über ihre ga- lizianischcn Verhältnisse geklagt haben wollen und auf Abschlags- zahluilgen warten. Tag die Polen jur jede öjlexrcichijchc Regierung notwendig sind, die sich nicht auf Deutsche und Tschechen stützen kann, ist wohl auch schon früher in Berlin bc- merkt worden, ohne daß die deutsche Presse daraus Schlüsse gezogen hätte. Die Internationale- eine öeutsche Grfinöung Marx, ein prcustischer Spion. Wie seinerzeit berichtet wurde, hat der Bonapartist Pugliesi Conti bei der Patzdebatt« in der Pariser Kammer den Am rag gestellt, alle nichtoffiziellen Friedensverhandlungen als Verbrechen zu bestrafen. In den mittlerweile angelangten französischen Blättern kann man nun auch die Begründung dieses komischen Antrags genießen. Herr Pugliesi Conti sagte, daß sowohl die erste wie die zweite Internationale nur Werkzeuge der beut- scheu lliegierung gewesen seien. Als deutscher Ober- spion fungierte Karl Marx, der als treuer Diener der Hcbenzollern die Arbeiter der ganzen Welt für die Eroberungspolitik der Preußen gewinnen sollte. Tie ganze Lehre vom Klossentampf sei— wie der reumütige und büßende Hcrve'o glänzend bewiesen habe— eine deutsche Erfindung, eine Boche-Jdee, um das nationale Leben Frankreichs zu vernichten. Die deutschen Ideen sowie die deutschen Bazillen seien so konstruiert, daß sie besonders den Organismus der l a- t e l n i s ch e n Rasse tödlich angreifen. Be. unS zulande sagen die Pugliesi ContiS. die Demokratie sei eine romanisch-angelsächsische Erfindung, die dazu bestimmt sei. den Organismus der deutschen Rasse tödlich anzugreifen.— Trollig. wie die Leutchen doch überall dieselben sind. der Krieg auf öen Meeren. Neueröings 73116 Tonnen versenkt. Berlin, 15. Juui. Amtlich. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote auf de« nördlichen Seekriegs schau- Plätzen sind weitere 1 9 566 örutto-Negifter-Tonnen vernichtet worden. Unter den Schiffen befanden sich o. a. ei» englischer Tankdampfer vom AnSfehen Konakry mit Oel nach Eng- land, ferner ei» großer tief bcladener, bewaffneter Erz- d a m p f e r»nd zwei»vbekannte Frachtdampfer, die im Doppelschuß vernichtet worden. Der C�hef des Admiralstabe» der Marine. Berlin, 16. Juni. Amtlich. 1. In den S P e r r g e- biete» des nördlichen Kriegsschauplatzes sind durch unsere Unterseeboote neuerdings 21 366 S.'R.-T. versenkt worden. Unter den versenkten Schiffen befanden sich her bewaffnete franzSsische Dampfer Sequana(5557 T.), der englische Trcimastschoner Detlef Wagner mit Korkladung, sowie drei tief- beladen« Dampfer, von denen zwei aus Geleitzügen herausgeschossen wurden, und ein großer Segler mit Stückgutladung nach Frankreich. Die Ladungen der übrigen Schiffe blieben unbekannt. 2. Bon unseren Unterseebooten im Mittrlmccr wurden wieder eine große Anzahl von Dampfern und Seglern mit zusammen 32 316 Tonnen versenkt. Nnter diesen Schiffen befanden sich die vollbeladene» bewass- netcn englischen Dampfer Militen Knigbt<3563 T.) und Bold- well<3118 T.), welche beide aus ostwärts steuernden Gcleitzügen herausgeschossen wurden, und ein bewaffneter englischer Dampfer vom Typ Horcestershire<7175 T.), forner wurde ein be- waffneter französischer Dampfer von 6500 T. versenkt, der in einem von zwei Zerstörer« gesicherten Geleitzuge von drei Dampfern suhr. Der Ghef des AdmiralstabcS der Marine. « Paris, 16. Juni.(HavaSmeldung.) Das zu militärischen Zwecken benutzte Fahrzeug A n n a m wurde gclrphlt. Nur in einem Distrikt, in dem. die Wahl- lätigkeit eine sehr laue war, kommt ein Kandidat der Staatspartei mit einem Sozialdemokraten in die Stichwahl, wobei der Sozial- demokrat voraussichtlich mit größter Mehrheit gewählt werden dürste.— Sämtliche 50 zurücktretenden Mitglieder der Zweiten Kammer wurden wiedergewählt. Kleine Kriegsnüchrichten. Gegen die Petersburger Telegraphen-Agenwr. Aus Stockholm wird dem„Allgemeen Handclsblad" gemeldet: Der russische Ar- heiter- und Soldatenrat hat einen Vertreter hierher ge- sandt. um einen täglichen Nachrichtendienst einzurichten, damit im Auslande bessere Nachrichten über russische Verhältnisse ver- breitet würden als die Petersburger Telegraphen- Agentur sie bisher geliefert hat. Die mexikanischen Unruhen. Den Pariser Blättern wird aus New Vork telegraphiert: Man meldet aus El Paso, oie Truppen des Generals Villa marschieren in drei Kolonnen auf Chihuahua. Zwischen 40 Mexikanern und einer amerikanischen Kavallerie- Patrouille kam es zu einem Zusammenstoß. Mehrere Amerikaner wurden getötet. Die englischen Eesamtverluste im Mai betrugen nach amtlichen Aufzeichnungen, ausschließlich der Flotte, 114 580 Mann und 12 310 Offiziere. politische Ueberstcht. Das Stockholmer Memorandum. Die Denkschrift der deutschen Sozialdemokratie an die Stockholmer Konferenz ciibt der alldeutschen Presse natürlich Veranlassung zu den gewohnten Schimpfereien, Allerdings muß sie schon sehr merkwürdige Manöver anwenden, um aus dieser Denkschrift Preisgabe wirklicher deutscher Volksinteressen folgern zu können, und— wie Graf Reventlow in der „Deutschen Tageszeitung"— alle möglichen Dinge in sie hmeinlesen, die nicht darin stehen. Wir verzichten auf jede Auseinandersetzung hierüber und begnügen uns, hier abzu- drucken, was ein linksstehendes bürgerliches Blatt, das„B. T.", über die Denkschrift ausführt: Die von uns im heutigen Morgenblatt mitgeteilte Antwort der deutichen sozialdemoiraiischen Delegation aus die vom Stock- holmer Komitee gestellten Fragen darf weit über die Kreise der deutschen Sozialdemokratie und der soziali- stischen Internationale begrüßt werden. Mit einer über- zeugenden R u he und Sammlung wird hier aus- gesprochen, was nicht bloß viele Tausende denken, sondern was tatsächlich geeignet sein dürfte, dem Weltkrieg in ab seh- barer Zeit_cin Ziel zu setzen. Und wenn an diesen Ausführungen etwas besonders hervorgehoben werden soll, so möchten wir den Nachdruck darauf legen, daß sich in ihr Selbstbeherrschung mit voller Entschlossenheit in d e r V e r t r e t u n g der nationalen Notwendigkeiten paart. Hier, wenn irgendwo, ist der Beweis dafür geliefert, daß derBlickdes Kulturmenschen über die Schranken des eigenen Staate« hinauSreichen kann, ohne daßer des- halb die vaterländischen Lebensbedingungen zu übersehen braucht. Und gleichzeitig ergibt eine ein- gehendere Prüfung, daß der Wille zum Frieden sehr wohl mit einer würdigen, aber entschiedenen Vertretung des eigenen Standpunktes zusammengehe»» kann. Selbstverständlich ist auch die Erklärung der sozialdcmo« kratischen deutschen Mehrheit in Stockholm nicht das letzte Wort sowohl in der Richtung der deutschen Friedensforderungcn, wie in Hinsicht der der gegnerischen Anschnnungen. Aber wenn der Ton die Musik macht, dann wird man sagen dürfen, daß auf dem von den Vertretern der deutschen Sozial- demolratie eingeschlagenen Wege sich aller- dingS eine nützliche Aussprache über den Welt- frieden herbeiführen laiseu wird, sofern auch die anderen Richtungen sich der gleichen Müßt- gung und Sachlichkeit zu unterwerfen ent- schlössen sind._ Der Annexionsverzicht gegen Nustland und die Alldeutschen. Der gestrige Artikel der„Nordd. Allg. Ztg." hat, wie zu erwarten, die alldeutsche Presse furchtbar in Aufruhr ge- bracht. Ihre Seelenstimmung spiegelt sich in Artikelüber- schriften, wie:„Mußte das sein?"—„Verfehlte Taktik I"— „Blinder Eifer". Recht merkwürdig sind die Kommentare, mit denen einige alldeutsche Blätter die erste, wenn auch nur teilweise Festlegung der Reichsregierung auf die Formel des Friedens ohne Annexionen und Kontribiitionen begleiten. So schreibt die„Post": Auf jeden Fall läuft di« deutsche Regierung mit ihrer heutigen Kundgebung Gefahr, zu irgendeinem Zeitpunkte einmal ganz wörtlich auf den Frieden ohne Annexionen und Entschädigungen fe st gelegt zu werden— sei es auch erst an dem Tage, an dem wirklich Verhandlungen zwischen Deutschland und Rußland beginnen. Die Unzuträglichkeiten, die sich dann ergeben würden, dürften auf der deutschen Politik desto peinlicher lasten, je weniger die heutige Erklärung positiven Erfolg erzielen wird. Ganz ähnlich die„Berliner Neuesten Nachrichten": Und nun stellt sich die Reichsregierung der Form nach ausdrücklich auf den Boden des Scheidemann- Friedens! Sollte ihr« gestrige Erklärung etwas ande- res bedeute.», wie man vielleicht aus dem Hinweis auf die Ziele einer friedlichen Verständigung schließen könnte, so wäre das ein« sehr gefährliche, verfehlte Taktik! Wenn diese Blätter den Anschein zu erwecken suchen, als sei es der deutschen Regierung mit ihrer offiziösen Erklärung an Rußland nicht ernst, so wird das ja vom feindlichen A u s I a n d e gebührend beachtet werden. UebrigenS noch eine Bemerkung: Tie„Berliner Neue- sten Nachrichten" wundern sich darüber, daß der Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." in der deutschen Presse so wenig be- sprachen worden ist und vermuten, daß der darin enthaltene Annexionsvcrzicht gegenüber Rußland nianchem die Sprache verschlagen habe. Es gab aber vielleicht noch einen anderen Grund, diesen Artikel nicht zu kommentieren, den zwar zur- zeit schwerlich die Oeffentlichkeit, aber sehr leicht die„Nordd. Allg. Ztg." erraten kann._ Neuorientierung auf Mecklenburger Art. In Mecklenburg tagt zurzeit ein„Verfasiungsausschuß", der im Grunde nichts weiter ist. als ein privaler Zirkel eingeladener Per- ionen. Wie vorsickitig bei der Siebung dieses unverantworllichen Diskutierklubs zu Werke gegangen ist, erhellt daraus, daß von den mecklenburgischen ReicbstagSabgeordnelen nur ein Konser- Vati ver und ein N a t i o n a l l i b e r a l er, dagegen kein Fortschrittler und kein Sozialdemokrat hinzu- gezogen wurde. Wie wir der„Mecklenburger Warte" entnehmen, wurde zunächst die Frage beraten, ob die bisherigen(mittelalterlichen) Stände als öffentlich-rechtliche Korporationen auszuheben oder an der neuen LandeSvemetung durch gewählte Vertreter zu beteiligen seien. Sämtliche in dem TiSkut>erklub ver- lretenen Ständemiiglieder stellten sich dabei auf den Standpunkt, daß die Stände als öffentlich-rechtlich« Korporalionen beizu« behalten und an der neuen Landesvertretung zu beteiligen seien. Von den nicht ständischen Vertretern war nur eine, Minderheit dafür, den öffentlich-ttechtlichen Charakter der Ständ� und ihre Sonderdertrelung im neuen Landlage zu beteiligen. Di« Besprechung ging dann über zu den Fragen des Wahlrechts, und zwar wurden hier sämtliche Wahlrechts systcme vom Dreiklassenwahl- recht bis zum Reichötagswahlrecht zur Diskuision gestellt, lieber das Ergediiis ersäbrr man nicht«. Die Verbandlungen sind streng vertraulich. Wir sind überzangt, daß man auch bei Vcröffen:- iichung der Verhandlungen nichts Erfreultches erfahren wird. Ter Bund der Landwirte gegen Herrn v. Gebsattel. Ter Bund der Landwirte erjiäßt einen Aufruf, anläßlich des im Februar 1918 zu begehenden Jubiläums des 22 jährigen Be- stehens des Bundes einen I u b�i l ä u m s f o n d§ als Kriegs- schätz für die kommenden Kämpfe zu schaffen. In dem Aufruf heißt eS: Daß es unS gelungen ist. die deutsche Landwirtschaft leistungs- fähig zu erhalten, seyr uns allein m den Stand, wirtschaslüch diesen Krieg zu bestehen, Das weiß unser Volk. Und dennoch verunglimpft Uebelwollen die deutschen Land- Wirte, und Feigheat duldet das frevle Spiel. Das lebrt uns ertkennen, was unser nach dem Kriege harrt: Kampf stärker als je um den Bestand dar deurschen Land- Wirtschaft, Kampf für unser geordnetes Staatswesen und unseren Thron gegen die frech angedrohte Revo- l u t i o n. Kampf für unlereS Volkes Zukunft und Größe. Das hätte sich Herr v. Gebsattel wohl nicht»räumen lasten, daß er vom Bund der Landwirte einmal atS„frech" b.:zeicvnel werden würde. Denn der«Kampf gegen die frech angedrohte As- Volution" kann sich doch wohl nur auf den Brief des Herrn v. Geb- sattel an den Reichskanzler beziehen?! Enthaltsame Alldeutsche gesucht. In den alldeutschen Bläticrii bettelt jemand:„Wenn nur 15 000 Alldeutsche mir je eine Mark für meine EnthaltsamkeitS-Arbeit gespendet hätten, brauclue ich nicht noch einmal zu bitten. Ich erröte, wenn ich es nieder- schreibe: ich habe nicht einen Pfennig für diese brennende Vater« ländische uns alle angehende Arbeit erhalten!"— Daß die sana- tischen Bekämpfer des„EnthalsamkeilSfriedens" Geld für eine Schrifr über Enthaltsamkeit spenden sollten, ist doch eine starke Zu- mutung. Und nun gar IS 000— soviel Alldeutsche gibt es ja gar nicht._ Letzte Nachrichten. Revision der Haushaltungen. DaS Oberkommando in den Marken wird im Laufe der nächsten Wochen durch Revision der Haushaltungen, Gastwirtschaften, HotelS, öffentlichen Küchen usw. feststellen lassen, ob die gemäß der erlassenen Bekanntmachung abzuliefernden Gegenstände aus K u p- fer, Messing, Neinnickel vollständig abgeliefert worden sind, sowie ob die Melde- bzw. Ablieferungsfrist der gleichfalls be- troffcncn Aluminiumgegen stände erfüllt worden ist. Sofern die etwa versäumte Ablieferung bzw. Meldung unverzüg- lich und insbesondere vor erfolgter Revision nachgeholt wird, will da? Oberkommando von einer Strafverfolgung absehen. England gibt irische Märtyrer frei. Anläßlich des baldigen Zusammentritts des Konvents, der Beziehungen Englands zu Irland auf neue Grundlage stellen iM- erklärte Bonar Law im Unterhaus, daß alle Gefangenen, die wi Zusammenhang mit dem jüngsten Aufstand in Irland sich in HMs befinden, ausnahmslos freigelassen werden. D e v l i n, der Führer der irischen Nationalisten, drückte seine Dankbarkeit für den Entschluß der Regierung aus. Wardle(Ar- beiterpartei), Eugen Wason(Schottische Liberale) und Ellis Gnffiih (Walliser) sprachen ihre herzliche Zustimmung zu der Handlung?- weise der Regierung aus._ Die Polenfrage im Reichsrat. Wien, 16. Juni. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die erste Lesung des BudgetprovisoviumS fort. Der Abgeordnete Krck (Slowene) trat für die Erfüllung der südslawischen Forderungen ein, die nur im Interesse der Adriapolitik und der Balkmipolitik der Monarchie gelegen feien. StapinSki(polnische Volkspartei) sagte: Alle Hoffnungen auf Uneinigkeit unter den Polen werden an der Geschlossenheit aller polnischen Parteien für die Idee eines unabhängigen Polens scheitern. Die Polen wollen mit Oesterreich gehen, aber die Regierung hat alles getan, um den Polen diese Gefühle zu verleiden.— Das Budgetprovisorium wurde sodann dem BudgetauSschuß zugewiesen. Italiens Interventionisten in Opposition. Lugano» 16. Juni. Die Verhandlungen zur Umbildung des Kabinetts sind abgeschlossen. Neubesetzt worden sind die Nessorts deS Handels, des Innern, deS Krieges und das der Marine. Ferner wird daS bisherige Munitionssekretariat in ein Ministerium umgewandelt. Die Kammer wird am A>. Juni mit einer großen politischen Debatte eröffnet werden.— Die Jntcrventions- fraktion beschloß, gegen da» umgewandelte Ka- binett zu stimmen. Klage des Königs wider Willen. Basel, 16. Juni. Havas berichtet unterm 16. Juni aus Athen: König Alexander leistete im Thronsaal in Gegenwart der Minister deS HofeS und der Geistlichkeit den Eid. Er richtete hierauf folgende Proklamation an das Volk:„In dem Augenblick, da mein ver- ehrter Vater, indem er dem Vaterland ein sehr großes Opfer brachte, mir die schweren Pflichten deS hellenischen Throne» anver-� traut, spreche ich den Wunsch aus, Gott möge meine Bitte erfüllen, Griechenland beschützen und uns erlauben, daß wir es wieder einig und stark sehen. JndemSchmerze, untersopeinlichcn Umständen von meinem vielgeliebten Vater getrennt zu werden, habe ich als einzigen Trost die Erfüllung seines geheilig- ten Mandates und ich werde mit allen Kräften danach streben, es nach den Leitsätzen auszuüben, die seine RegierungSzeit so glänzend gestaltet haben. Ich werde es unter Beihilfe des Volkes tun, auf dessen Liebe sich die griechische Dynastie stützt. Ich habe die lieber- zeugnng, daß das Volk, indem es dem Willen meines Vaters folgt, durch seine Ergebenheit dazu beitragen wird, daß wir gemeinsam unser geliebtes Vaterland au» der Lage befreien können, in der es sich befindet. Balkanzug-Entgleisung. München, 16. Juni. Amtlich. In der Station Großkaro» linenfeld entgleisten vormittags halb elf Uhr vom Balkanzug München— Konstantinopel die Lokomotive und die ersten drei Wagen. Die Lokomotive und der Packwagen fielen um. Tie vier letzten Wagen blieben im Gleise. Der Lokomotivführer erlitt einen Arm- druch, sonst wurden Personen nicht verletzt. Tie Ursache der Cnt- gleisung ist im Gleise gelegenes Holz. Ter Balkanzug hatte eine zweistündige Verspätung. GewerkschBsbelWMlg verlin und Umgegend. Aus dem Kriegsausschutz für die Betriebsleitung der Firma, wo er jetzt beschäftigt ist, mit der Betriebsleitung der neuen Firma in Verbindung, um, wenn möglich. den Abschiutz eines Engagements zu Verbindern. Er wäre auch bei- nahe verhindert worden und damit dem Ingenieur F. ein großer Schaden entstanden. Der Kriegsausschutz stellte sich auf den Stand- Punkt, datz selbst wenn, wie die jetzige Firma des Ingenieurs er- klärte, eine Aufbesserung des Gehalts eintreten würde, doch auch mit berücksichtigt werden mutz, datz F. bei der neuen Firma eine in sozialer Beziehung höhere Stellung bekleiden würde und das sei auch schon ein ausreichender Grund, um dem Ingenieur F. den Abfebrschein- zuzusprechen. Der Kriegsausschutz stellte der bis- herigen Firma anheim» dem Ingenieur F. neben einer Gebaltsaus- besserung auch eine entsprechende soziale Stellung einzuräumen, wenn das nicht geschehe, habe F. Anspruch auf einen Kriegsschein. Bei dieser. Gelegenheit sei darauf aufmerksam gemacht, daß es durchaus nicht, wie viele Firmen glauben machen wollen, darauf ankömmt, nachzuweisen, datz ein Arbeiter oder Angestellter in einem! anderen Betriebe mehr verdienen kann. Arbeiter und Angestellte! sind durchaus nickt verpflichtet anzugeben, zu welcher Firma sie! geben wollen; die Entscheidung des Kriegsausschusses basiert ledig- j lich auf der Grundlage: Ist das zurzeit verdiente Geld ein ange- s messcner Verdienst, d. b. der gegenwärtigen Zeil entsprechend? Wenn das nicht der Fall ist und die Firma sich weigert, einen ange- meffenen Verdienst zu zahlen, stebt dem Arbeiter oder Angestellten der Abkebrschein zu, gleichdiel, ob bereits eine andere Stellung in Aussicht steht oder nicht. Wenn dagegen der Verdienst des Ar- beiters oder Angestellten angemessen ist, spielt e» keine Roll«, ob irgend eine andere Firma noch mehr zahlen will. Den Abkehr- schein kann ei in letzterem Falle mit Rückficht auf das Röhr bei einer anderen Firma niemals geben. erwachsen sind, also immer nock Zeit für eine Umkehr wäre. Da auch weitere Kreise der Versichcrungswelt und die geWerk- schaftlickcn Angestelltenverbände dem Vorschlage Manes bei- traten, so entstand unter den Anhängern der Sonderve rsiche- rung und auch' beim Direktorium der ReichSversickerungs- anstalt für Angestellte eine gewisse Nervosität. Man benutzte säitictzlich den ziemlich einseitig zusammengesetzten Vcrwal- tungsrat der Angestelltenversicherung, um in einer Sitzung am 8. Mai„mit Befriedigung festzustellen", daß alles gut und schön ist itrtd die„neuerlich hervorgetretenen Bestrebungen auf Zusammenlegung� der Angestelltenversicherung und In- Die Cinglkeöerung öer /lngeftellten- Versicherung in öie?nvaliöenverficherung. Kaum ein anderes Gesetz bietet in seiner Entstehungs- geschickte ein äbnlich zutreffendes Bild für die Tendenz der Reichssozialpolitik in Angestelltcnsragen, wie das am 20. Dezember 1311. geschaffene Gesetz über die Angestelltenversiche- rung. Ungeachtet aller versichcrungstechnifchen Einwände und im unbedingten Gegensatz zu dem so erstrebenswerten Ziel einer Vereinbeitlichrrng der deutschen Sozialversicherung. wurde damals eine Sonderversicherung für die Angestellten beschlossen,„inn die Angestellten nickt auf das Niveau des Lohnarberters bcrabzudrücken". Der Gedanke, die Hand lungsgehilfen, Techniker usw. von der Arbeiterschaft gesetzmäßig zu trennen, entsprach durchaus dem sozialpolitischen Kurs, der nickt nur tn d'er Auffassung der Reichsregierung. sondern auch in der politischen Konstellation des Reichstags verankert war. Die Forderung nach einem Ausbau der bc- stehenden Arbeiterversicherung und die Eingliederung der Angestellten in diese war„sozialdemokratisch" und mußte abgc- lehnt werden. Die Folgen dieser Absonderungspolitik eines Teils der Arbcitnehmerschast sind nicht ausgeblieben. Die vom vor sichcrungstechnischcn Standpunkt beklagenswerte Schaffung einer völlig neuen Verwaltmrgsorganisofton hat zu gewalti- gen Unkosten gefichrt, die mit der auf anderen sozialpoliti- scheu Gebieten als notwendig bezeichneten Sparsamkeftstheoric nicht in Einklang gebracht werden können. Betragen doch jetzt schon die Verwaltungskosten der Sonderversicherung 3 Millionen Mark; lO Millionen sollen für ein Gebäude noch verausgabt werden; der Bcamtenopparat der Sonderversichc- rung umfaßt 3000 Personen. Dabei beträgt die gab! der Zwängsversicherten, die mehr als 2000 bis 5000 Mk. Jahres- einkommen beziehen, nur 418000 Privatangestellte. Alle übrigen Zwangsmitglieder der Angestelltenversicherung haben unter 2000 Mk. Einkommen und gehören gleichzeitig der Invaliden- und Altersversicherung an; über 70 Proz. der Der- sicherten werden doppelt verwaltet. Es ist nur verstandlich, wenn diese, volkswirtschostliche Verschwendung gerade in der.KriegSzert ernschase Sozialpolitiker zu einer Nachprüfung anregte, ob dieser unwirtschast- liche und unsoziale Zustand allezeit beibehalten werden müsse. Der bekannte VersicherungSwistenichastler Pros. Dr. Alfred Manes ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß es auch blaues: rxuamt; m �ecate: n. moät, Berlin. heute noch möglich sein müßte, den. Fehler von 1911 wieder£tu4 B- EciUia: 8OTtofett � � �&' Hierza 3 Beilage«. validenvcrsicherung abzulcbnen seien". Ter Beschluß wurde der Tagespresse. zur Verbreitung übermittelt und damit glaubt das Direktorium seine Schuldigkeit getan zu haben. Diese„Feststellung" entbehrt aber in Wirklichkeit jeglicher jach- licken Begründung. Ein Mitglied des Verwaltungsrats batte nämlich, wie die„Deutsche Industriebeamten-Zeitung" bc- richtet, in derselben Sitzung folgenden Antrag, gestellt, der aber glatt abgelehnt und nicht veröffentlicht wurde: .Der Vcrwalrnngsrat bittet dos Direktorium der Ange- stelltenversicherung in eine Nachprüfung darüber einzutreten, ob durch die Zusammenlegung der Angestellten- und Invalidenversicherung unter voller Wabrung der Interessen der Ver- sickerten eine Verbilligpng der Sozialversicherung herbeigeführt werben kann." � Es feblt also mangels einer Nachprüfung einstweilen noch jegliches Material, daß die Vereinheitlichung � der Sozialver- sicherung aus sachlichem Grunde abzulehnen sein soll. Um- gekehrt sprechen aber gewichtige Gründe für eine Zusammen- legung der Angestellten- und Arbeiterversickerung. Einmal könnte die Verbilligung der einlieitltchen Verwaltung den Versicherten zugute kommen. Ferner bedeuten die- der- sckiedenartigen Bestimmimgen über die Definierung des In- validitätsbegriffes, die Heilbehandlung, die Witwenrenten Ww. auf die Dauer eine unhaltbare Ungerechtigkeit. Prof. Manes schreibt dazu: „Die doppelte Organffation; die doppelle Verwaltung und doppelte Rechtsprechung in Invaliden». Alters- und Hinkerbliebe- nenversicherung»fachen wird, wenn erst das jetzige Gesetz voll in Wirksamkeit käme, verwirrend und abträglich in weiten Volks- kreisen wirken. Di« doppelte Beitragsentrichtung, die zweifachen illenten, die von zwei verschiedenen Stellen ausgebende Heil- bebandlung, die nach verschiedenen Grundsätzen gehandbabt wird und zu verschiedenen Zeiten eintritt, wird die gesamte Sozial» Versicherung nur weniger volkstümlich machen. Auch wird die Einheit der GesctzcsauSlogung dadurch gefährdet, datz nicht die- selbe� Endinftanz vorhanden iist. Es wird weiter nachgewiesen, daß auch finanzpolitisch viel großzügiger und sozialer gelvirtschaftet werden könnte. Dann aber hat gerade der Krieg die ohnehin vielfach flüssigen Grenzen zwischen Arbeiter- und Angestelltenschaft noch weiter verwischt. Es sei z. B. daran erinnert, daß Hunderte von Technikern jetzt als Schlosser usw. arbeiten und umgekehrt kricgsbeschädigtc Handarbeiter Zeichner werden. Auch hin� sichtlich des Einkommens ist die getrennte Versicherung der Angestellten und Arbeiter bei einem Vergleich der Löhne und Gehälter nicht zu rechtfertigen. Alle Kriogsmaßnahmen der- Landcsvcrsicherungsan stalten auf dem Gebiet der Arbeits- losenunterstützung, der Bekämpfung von Geschlecht skrankheivd» unter den Kriegsteilnehmern usw. blieben für die Angestellten Halbheiten, weil'ihre Sonderversicherung nicht konnte und tvollte. Von jeher haben wir.die Eingliederung der Angestellten- Versicherung in die Invalidenversicherung gefordert. Im Reichstag ist die Sonderversicherung der Angestellten von uns bekämpft worden. Schließlich dringt nun doch die Erkenntnis auch in anderen Krerscn durch, daß nun wenigstens nachträg- lich der gemachte Fehler Wied«: gutgemacht werden muß. Die Reichsrcgierung wird nach alledem nicht umbin können, sich doch ernsthaft mit dem ganzen Problem zu be- fassen. veraMwortl. f. Politik: Dr. Kranz Tlrderich, B erlm-Frtedrnau: für d. sbrigr« gut zu machen und die Sonderversicherung für Angestellte in A. WERTHEIM W aschstoffe Damen-Handschuhe Seidenstoffe Baumwoll-Musselin MnT.tr. Bedruckter Schleierstoff in modernen Mustern Mtr. Mtr. 2.40 3.25 I Bedruckter Krepp m*. 3.50 Weiss Schleierstoff m». 3.90 Weiss Glasbatist?!•".'f. � 4.50 Schleierstoffe Mtr.7.00 Weiss Schleierstoff 7.00,8.00 bestickt, etwa 1 10cm breit....... Mtr. Leinen-Ersatz fart>it,«to schwarz, mit 2 Drckkn....... Waschleder-Ersatz r°»- m.2Drekkn. 7xjrir*rt durchbrochene» Gewebe, farbig und �Wirn weiQ mit 2 Drckkn.......... Leinen-Ersatz farbig, weiß u. sebwan mit 2 Drckkn................ 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Auf meine letzte Bitte um Zu- sendung gelesener Nummern des„Vorwärts"— da es mir leider nicht möglich ist, von meiner feldgrauen Löhnung das Zeitungsgeld zu bezahlen— antwortest. Du mir, daß es Deine Gewohnheit sei, die wegen Zeitmangels in der Woche nur flüchtig überflogenen Nummern Sonntags eingehend zu stu- dieren mtd daß ich wohl kaum noch Interesse an so veralteter Lektüre haben dürfte. Wenn Du wüßtest, was für alte zerlesene Schmöker, noch dazu zweifelhaften Inhalts, was für Jntelligenzblättchen vor- sintflutlichen Datums sich bei uns in der Stellung herum- treiben und die Langeweile totschlagen müssen, so würdest Tu das Irrtümliche Deiner Auffassung sofort einsehen. Du solltest Dir mal einige Tage lang ein paar Bändchen„Krieg und Liebe" zu Gemütc führen, solltest Dich einmal an der Flut seimig frömmelnder und kindisch belehrender Traktätchen bis � zum Brechreiz überfüttern und spaltenweise Tümpels- dorfer. politische Lokalweishcit genießen— um überhaupt erst richtig zu würdigen, was ihr großstädtischen Arbeiter an Eureni Parteiorgan habt. Eine gute Zeitung verliert mit ihrer Aktualität sebr wenig. Es hieße sa fast unserer Parteipresse dia Bcrechti- flunci absprechen, wenn sich ihr Zweck mit der möglichst schnellen Wiedergabe der Heeresberichte und der politischen Ereignisse erschöpfte. Ja, ich möchte fast behaupten, daß der Zeitabstand eine viel kritischere und darum wohl auch richtigere Stellung' nähme zu den Geschehnissen ermöglicht. Und abgesehen vom politischen Teil— für uns, die wir im fremden Lande erst richtig fühlen, wie sehr wir mit der Heimat verwachsen sind, stellen diellokalen Nachrichten einen Kontakt her, den wir un- bedingt nicht missen möchten. So manche kurze Mitteilung, die Ihr kaum beachtet, löst bei uns die lebhafteste Anteil- nähme und oft angeregte Debatten aus. Hältst Du so wenig vom Leben der Arbeiterbewegung, ihren Kämpfen und Auseinandersetzungen, von ihrer par- lamentarischen und sozialen Tätigkeit, daß es mit dem Tage an Bedeutung verliert? Da ist das Feuilleton, besten gute Romans und Artikel höhere Erkenntnis vermitteln und unser Sinnen über die Dual und die Sorgen der Gegenwart hinausheben in lichtere, friedlichere Sphären. Glaube mir, ein Gedicht von Mar Barthel oder Karl Bröger kann wie eine Glocke sein, die unsere Hoffnung auf eine schönere Zukunft stärkt und auf- rechte Kraft in unser Blut singt! Also schicke mir bitte den„Vorwärts", mag er ruhig Wowen alt sein- er wird hier bei uns Freude machen und vor ollem unserer Sache Freunde werben, die wir doch einmal so notwendig brauchen können. In aller Herzlichkeit_ Dein A. Z. Schnellere Aestfichung der DHftprekfel "'i�perspätete� KeNetzung von- Erzeugerrichtprsiseii uÄ"HinF detshöchstpreisen für Erdbeeren und Kirfchen bat tri den letzten Tagen zu unliebsamen Preisausschreitungen geführt, die auch in Groß-Verlin empfindlich zu spüren waren. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst weist aus diesem Anlaß darauf hin, daß es, um derartigen Vorkommnissen für die Zukunft nach Möglichkeit vor- zudeugen, unbedingt erforderlich ist, daß zunächst die für die ein- zelnen Wirtschaftsgebiete eingesetzten Preisausschüsse die Erzeuger- preise so rechtzeitig festsetzen, daß auch die Handelspreise spätestens dann vorliegen, wenn die Ware auf den Markt gelangt, damit von vornherein eine klare Richtschnur für die Preisbildung gegeben ist. Zu diesem Zweck ist außer einem rechtzeitigen, nötigenfalls wieder- holten Zusammentreten ein schnelles Arbeiten der Preiskommissio- nen nötig. Die Bekanntgabe der Preise muß in allen vielgelesenen Zeitungen. und mehrfach wiederholt an den Anschlagsäulen und auf den Märkten selbst erfolgen. Es ist auch notwendig, daß die Stadtverwaltungen auf die Preisaushänge in den Verkaufs- st e l l e n für Gemüse und Obst besondere Aufmerksamkeit ver- wenden. Gerade wegen des häufigen Wechsels der Preise, der sich aus der Natur der Dinge ergibt, ist die wirksame Bekanntgabe der Obstpreise dringend notwendig. Zkicht nur die beteiligten Erwerbs- kreise, sondern auch die Verbraucher müssen, um eine wirkliche Ueberwachung der Preisbildung zu sichern, von den behördlichen Preisfestsetzungen stets auf schnellstem Wege Kenntnis erhalten. Diese Rüge der Reichsstelle für Gemüse und Obst richtet sich hauptsächlich gegen die Schwerfälligkeit der Groß-Berliner Preis- Prüfungsstelle, des Fachausschusses fiir Obst und Gemüse, lieber die Zustände, die dadurch eingetreten sind, schreibt das„Berliner Tageblatt":.. „Das Fehlen der Kleinhandclshöch st preise für Obst hat auf dem Markte eine große Verwirrung hervorgerufen. Die einzelnen Obstsorten werden zu ganz willkürlichen Preisen verkauft. Hierzu ist ein Umstand gekommen, der, wenn nicht sofort eingeschritten wird, die Obstversorgung Groß-Berlins auf das be- denklichste gefährden kann. Die Werderschen Ob st züchte r, die, wie erinnerlich sein dürfte, bereits im Vorjahre, als die da- maligen Richtpreise veröffentlicht wurden, Berlin zu boykottieren versuchten, sind auch mit den diesjährigen, in Anbetracht der guten Ernte, wahrlich genug hohen Erzeugerhöchstpreisen un- zufrieden und weigern sich, ihre Ware zu diesen Preisen abzugeben. Sosort nach Veröffentlichung der Preise stockte schon vorgestern und gestern die Zufuhr in. bedenk- lichstem Maße, und gestern früh kam es in der Zentralmarkrhalle sogar zu erregten Szenen. Die Werderschen Händler, so- weit sie in spärlichen Mengen Obst hereingebracht hatten, weigerten sich, an Kleinhändler zu d«i vorgeschriebenen Preisen zu verkaufen, und es kam zu Streitigkeiten zwischen beiden Parieren. Die Vertreter der PreisprüfungSftelle, die zur Revision in der Markthalle erschienen waren, erstatteten sofort die Anzeige gegen jene Werde- rianer, die den Verkauf verweigert hatten. Gleichzeitig wurden entsprechende Vorkehrungen getroffen, daß die allzu begehrlichen Obftzüchter in Werder keine Ge- legenheit finden, ihr Ob st anderwärts als nach dem ihnen zugewieseneu Groß-Berlin zu liefern. Es sollen ihnen die Frachtbriefe nach anderen Orten nicht bewilligt werden und das Obst, wenn nötig, beschlagnahmt werden. Inzwischen hat nun der Berliner Magistrat eine Verordnung erlassen, wonach der Großhandel einen Aufichlag von 15 Proz. und der Kleinhandel dazu einen solchen von 33 Proz. erheben kann. Die Lehrerschaft zur Schulreform. Zu den Schulreformplänen des Berliner Magistrats hat nun auch der hauptsächlich aus Gemeinde schullehrcrn zusammengesetzte Berliner Lehrerverein sich geäußert. Gemeindeschul- rektor Paul Ruthe pries in seinem Referat über die geplanten „Begabtenschulen" den jetzt der Stadtverordnetenversammlung vor- liegenden Entwurf des Magistrats als„eine sozialpädagogischc und organisatorische Leistung ersten Ranges". Er empfahl aber noch Aenderuugen, durch die er die Möglichkeit des Aufstiegs begabtester Schulkinder zu höherer Bildung noch besser werten will. Jlntcr anderem forderte er, daß für die Auslese der„Tüchtigen" mehr die lamgjährigen Beobachtungen der Rektoren, Lebrer und Schulärzte zur Geltung kommen. Sie hätten ihre Vorschläge zu machen und über diese würde dann eine Kommission entscheiden, in der auch mit Bcgabungspsychologi« und Begabungsdiagnose vertraute Lehrer sitzen sollten. Die den Fvefitellenanwärtern zugedachte be- sondere Prüfung des. Charakters und des„gesitteten Wesens"— der„Vorwärts"', hat� diesen/ Cllnfall des M�istrats sofort gekenn-- zeichnet— wurde vom Vortragenden auch wegen der Zweiseihafug-� lest des Erfolges abgelekmü Daß er die. Fotderung- aller ein- sichtigen Pädagogen, Ke Vorschulen zu beseitigen, erneut betonte, versteht sich von selber. Er wies hin auf die Notwendigkeit, nicht nachzulassen in der Pflege unserer Volksschule, die der breiten Masse normalbefähigter Kinder als Bildungsstätte dient. In der sehr ausgedehnten Besprechung, die sich an den Vortrag knüpfte, sprach auch Stadtschulrat Reimann, der Vater des Entwurfes der„Begabtenschulen". Der Referent hatte die Annahme umfangreicher Leitsätze beantragt, in denen die von ihm vorgebrachten Wünsche zusammengefaßt waren. Der Lehrervercin erhob aber nicht diese zum Beschluß, sondern nahm eine kurze Er- kläruug an, die erfreulicherweise vor allem das in den Leitsätzen vermißte entschieden« Bekenntnis zur Einheit S- schule enthält. Er erblickt in der Schaffung der geplanten„Auf- stiegsmöglichkeiten" eine„dankenswerte Entwicklung des Berliner Schulwesens" und erwartet eine solche Ausgestaltung des Planes, daß der Ausstieg der Begabten gesichert wird und auch die weiter- gehenden Forderungen der Einheitsschule Berücksichtigung findet. Bekanntlich hatte der Magistrat geglaubt, in seiner Vorlag« be- wnen zu müssen, daß ihm die Forderungen der Einheiisschul- fteunde zu weit gehen. Zu derselben Frage hat übrigens auch der Bund der Real schulvereine, Sitz Berlin, Stellung genommen und sich gegen den Fortfall der Vorschulen ausge- sprachen. Er beftnchtet nämlich in dem gewaltsamen Auseinander- reißen der wirtschaftlich besser gestellten von den weniger be- mittelten Knaben nach dem dreijährigen gemeinsamen Schulbesuch eine erneute Vertiefung des Standesunterschiedes".(!) Die Steigerung der Wohnungsmictcn. Zu unserem Artikel in Nr. tllt ist uns neben zahllosen zustimmenden Schreiben aus Mieter« kreisen auch die Meinungsäußerung eines Vertreters der Haus- besitzer zugegangen. Damit man uns nicht vorwirft, daß wir ein- seitig sind und uns den von der Gegenpartei ins Feld geführten Beweisgründen verschließen, geben wir das Schreiben unfern Lesern vollinhaltlich zur Kenntnis. Es lautet also: „Um wieviel mag wohl der Hanswurst, der den Artikel: Steigerung der Wohnungsmieteu, geschrieben hat, seinen Hauswirt seit Ausbruch des Krieges ausgcwuchcrt, ausgeplündert und be» schwindelt haben, und um wieviel gedenkt er ihn noch zu begaunern, gleich den h« n d e rtt a u s e n d r u Genossen, Ar- beitern, Proletariern, die in allem U cberflusse schlemmen und ihre Hauptaufgabe im Betröge und in der Gaunerei erblicken. Gleiche Brüder, gleich« Kappe», gleiches Gesindel." Wir beglückwünschen die steigernden Groß-Berliner Haus» besitzer zu diesem leider anonymen Wortführer ihrer Interessen, sind aber zu höflich, um auch ihnen gegenüber das Sprichwort „Gleiche Brüder, gleiche Kappen usw." in diesem Fall zur An- Wendung zu bringen. Verteuerung der Elektrizität. Der Berliner Magistrat beab- sichtigt bekanntlich, die Einnahmen der städtischen Eleklrizitätswerke, die im abgelaufenen Jahre erhebliche Mindererträge ergeben haben, durch Einführung einer Zählermiete zu erhöhen. Diese würde t,1 Million Mark ergeben. Ein Teuerungszuschlag für die Erhöhung der Kohlenpreise und Löhne in Höhe von 25 Proz. wird der Stadt« vcrordnetenversammlung vorgeschlagen werden. Die Mehreinnahmen dürften sich auf 5 Millionen Mark vom 1. Oktober d. I. ab be« laufen. Diese Erhöhung bedarf natürlich für die Abnehmer in den Vororten noch der Genehmigung der beteiligten Gemeinden. Im Palast-Theater am Zoo finden heute wieder zwei Vor» stellnngen stalt. Nachmittags fsi/z Uhr darf jeder Erwachsene ein Kind frei einführen. In beiden Vorstellungen gelangt das vor- wiegend humoristische Variete-Programm ungekürzt zur Ausführung. Explosion auf dem Bahnhof �-riedrichstrasie. Sonnabend vormittag 4% Uhr zersprang bei der Einfabrt eines Zuges aus dem Fernbahnsteig des Bahnbofcs Friedrichstrahe eine 34 Kilogramm schwere stählerne Gasflasche. Drei Personen. der Bahnsieigschasfncr R ü ck e r t, die� Schülerin Rosa Skrzipek aus Hindenburg und der Wehrmann Hör st mann von einer Maschinengcwehrkompagnie in Hannover, sind schwer. 10 weitere Personen leicht verletzt. Die Beschädigungen an den Bahnanlagen sind unerheblich. Der Betrieb ist nicht gestört, . Eharlotteuburg. Lebcusttlntclnnchrichten. In der kommenden Woche werden außer den üblichen Mengen an Brot, Fett, Fleisch und Zucker'2 Pfund Kartoffeln und' Zgg Gramm Gebäck auf die Abschnitte a— c der Kartoffelkarte verteilt. Die rote NahrungS- mittelkarte ergibt auf Abschnitt 93 100 Gramm zubereitete Heringe oder 100 Gramm Sardinen in Essig oder eine Dose Sardinen in Oel vom 18. Juni ab. Auf Abschnitt 100 werden 12S Gramm Hafernährmittel bis zum 23. Juni abgegeben, auf Ab» schnitt 102 vom 21. bis 30. Juni 128 Gramm Graupen oder Gerstengrütze. Weißkohl- und Rübensauerkraut wird bis zum 20. Juni freihändig abgegeben. Für die Zeit vom 18.— 25. Juni gibt es 4 Eier auf Abschnitt 26. Aus die HaushaltsbezugSmarke Q wird eine Büchse(1 Liter) kondensierte oder sterilisierte Vollmilch ad- gegeben(kleine Bezugsmarke), auf die große BezugSmarke gibt es außerdem noch eine Büchse kondensierte Magermilch bis zum 23. Juni. Jugendliche erhalten auf ihre Nährmittelzusatzkarte Ab« schnitt 10 125 Gramm Graupen oder Gerstengrütze vom 18. bis 24. Juni. Auf die Lebensmitrelausweiskarie gibt es außerdem ein Pfund getrocknete Steinpilze und frische Fische in den einschlägigen Geschäften. 26J Der starke Mann. Eine schweizerische Offiziersgeschichte von Paul Flg. Auf der obersten Treppenstufe wandte sich der Reiter- offizier plötzlich um, vom Jähzorn überwältigt. Sein Gesicht war entstellt, leichenfahl im Laternenschcin; die Rechte packte unwillkürlich den �äbelgriff, während sein Blick mit wilder Verachtung über die große blöckende Herde glitt. Das über- schäumende Krastgefühl gab ihm ein, daß er diese mit ge- schwungener Klinge ganz allein in die Flucht treiben könnte. Ein wahnwitziger Drang, sich in noch nie dagewesener Art aus- zuzeichnen, eine unerhörte Mannestat aufzustellen, ließ die eitle Seele aufschauern. „Laßt nur die Hydranten ein paar Minuten knattern, die Bagage wird dann schon Platz machen!" rief er den Feuer- Wehrmännern großartig zu. Da der Wagen gerade weiter- fuhr, stand er plötzlich weithin sichtbar allein vor dem Portal, aufrecht wie von weißen Blüten des Ruhms umtanzt, ein eindrucksvolles Bild jugendlicher Todesverachtung. Gleichwohl mochte er sich der Wirkung seiner Worte schwerlich ganz be- wüßt sein. Als hätten die Vordersten sprungbereit nur auf die Herausforderung gewartet, stürmten sie von allen Seiten auf ihn ein. Die Leinen lagen im Handkehrum durchschnitten am Boden; die Luft erzitterte von einem unmenschlichen Wutgeheul, Steine und Schneeballen suchten das lebende Ziel. „Drauf! Faßt ihn, niedergehauen das Bürschchen! Reißt ihm die Briden herunter, schlagt ihm den Säbel um die Ohren I schrien die hinteren, die am liebsten auf den Köpfen der Vordermänner herbcigestürmt wären. Den Verständigen mußte jedoch die Lust„am Krawallen" vergehen, als sie erkannten, in welcher Gefahr der Bedrohte schwebte. Anr Portal war eine Weile nur ein wüster Knäuel von Angreifern und Verteidigern zu sehen. Aber lange dauerte das Scharmützel nicht. Einige Hiebe mit der blanken Waffe brachten auch die verwegensten Draufgänger wieder zur Besinnung. Nicht eine der gereckten Fäuste halte Lenggenhager getroffen. Zwei Kameraden zogen den Verwegenen, der ernstlich Miene machte, den tollkühnen Kampf auizunehmeu. gewaltsam in Sicherheit. Hinter ihm wurde die schwere Eichentür zugeworfen, verriegelt und ver- schanzt. Da sah man viele erleichtert ausatmeu, denen noch der Atem stockte im Gefühl eines mit knapper Not verhinderten Blutbades. Während vorn die Auf rührer unter andauerndem Lärm jede Verhaftung zu vereiteln wußten, zerstreute sich allmählich' ein Teil jener Zuschauer, deren Neugier nicht größer war als die Furcht vor Schlägereien und deren Folgen. Ein Riese mit blutüberströmtem Gesicht torkelte halbbetäubt von den empfangenen Hieben die Treppe hinunter, den Schnee vor sich her rotfärbend. Er rief alle Anwesenden zu Zeugen auf, daß keiner der verfluchten Profoffen(womit er die Polizisten meinte) sich unterstehen werde, ihn nochmals anzurühren. „Das sind Eidgenossen!" schrie er höhnisch.„Die wären beim Eid auf Geßlers Seite, wenn er wieder käme. Möchten uns am liebsten karbatschen und schurigeln. Aber soweit sind wir noch lange nicht, ihr elenden Hallunken. Aufgepaßt!" und er hob seine Faust auf gegen die Polizei, die wirklich zögerte, Hand an ihn zu legen. Hinter dem verschlossenen Portal der Schmiedenzunst gab es desgleichen bestürzte Gesichter und Fragen. Adolf Lenggen- hager war im Nu von seinen Kameraden und einer Schar erregter Balldamen umringt, die ihn halb besorgt, halb vor- wurfsvoll, aber nicht ohne Bewunderung ausfragten. Er hielt eine Weile atemlos den Türgriff umklammert und horchte hinaus, tvie der Sturm langsam verebbte. In den bleichen Augen loderte noch das Feuer des Jähzorns, bis ihm mit eincmmal das volle Bewußtsein der hinter ihm liegenden Gefahr aufging. Da erschlaffte der zu äußerster Spannkrast gereizte Körper, die gereckten Schultern fielen ein, und im Gefühl der gezogenen Klinge in der Rechten färbte sich Lenggenhagers Antlitz mit einer brennenden Röte der Scham und Verwirrung. „Schier mit Richter Lynch Bekanntschaft gemacht. Wie ist das nur möglich?" mußte er denken, und getraute sich kaum mehr aufzublicken. „Danken Sie Ihrem Herrgott, daß Sie mit heiler Haut davongekommen sind, Sie Heißsporn." begrüßte ihn die kleine, rundltzhe Gattin des Platzkommandanten, indem sie seine Hand ergriff und ihn mütterlich strafend ins Auge faßte.„Uns einen solchen Schreck einzujagen l Weg da mit dem Blutigel! Der Angesprochene ließ darauf die Waffe schnell in der Scheide verschwinden. Aber dbs Bewußtsein. im entscheidenden Augenblick der- art die Herrschaft über sich selbst verloren zu haben und jetzt in den Augen der ganzen Gesellschaft als Theaterheld dazu-s stehen, trieb ihn dermaßen in die Enge, daß er nahe daran war, wieder hinauszustürmen. Noch einmal entbrannte in ihm der Zorn gegen die unangefochtene Gewaltherrschaft der Gasse.„Wenn sich die Kerle für bessern Lohn vor den Werk- stätten zusammenrotten, so hat das doch noch einen Sinn; aber die Sippschaft da draußen verdiente allerdings mit flachen Hieben gesprengt zu werden!" wehrte er die Tadler ab, und eL fehlte nicht an Stimmen, welche dieser Meinung offenen Beifall zollten. Sie bedauerten nur, dem Wort nicht die Tat folgen lassen zu können. Ungestüm verwarf Adolf jetzt den letzten Rest der langgehegten Liebe zum Volke, jenes Bewußtsein der Zusammengehörigkeit von Arm und. Reich, von Schwachen und Starken unter dem Baldachin des Vater- landes. Er verhöhnte diesen Glauben, der auch ihn einmal warm beseelt und gehoben hatte. War es nicht jedem ver- ständigen Sinn offenbar, daß der große Haufen einen sträf» lichen Wucher trieb mit dem ihm anvertrauten Gut und' die edle Macht der Freiheft an kleinen Zwecken erprobte?„Worin besteht denn das gemeinsame Band, das mich mit denen da draußen verknüpft? Um ein Haar hätten sie mich gleich einem tollen Hund niedergemacht, weil mir im gerechten Zorn über ihr unflätiges Hohngelächter eine Drohung entfahren ist." Doch blieb ihm fürs erste nicht viel Zeit für solche Ge- danken. Während um ihn weise Mäßigung und jugendliches Ungestüm gegeneinander standen, warf er einen schnellen Blick auf den Korpskommandanten, der den Vorfall, mit an- deren Herren am Fenster stehend, beobachtet hatte. Die an- deren traten ahnungsvoll beiseite, wie Leute, die von einem grellen Blitz geblendet mit Bangen den Donnerschlag erwarten. Nur die Platzkommandantin machte, als sie die Gefahr erkannte, einen rührenden Versuch, das Gewitter abzulenken. Sie streckte dem gefürchteten Oberbefehlshaber scheinbar Harm- los, als sei alles lauter Schobernack, die Hand zum Gruß ent» gegen:„Jetzt sagen Sie, Herr Oberst, Kraut und Rüben durcheinander,— was machen denn unsere Treustädter für Kalbereien? Woher kommt auf einmal der wüste Blast?" „Vermutlich kann uns der Herr Oberleutnant Auskunft geben," entgegnete der Geftagte ungehalten, hinter der Brille hervor einen zornigen Blick auf Lenggenhager schießend.„Alle Achtung, das heißt man ein Beispiel von militärischer Selbstbeherrschung. Zum Teufel nochmal I" Damft stieg er die Saaltreppe hinauf, ohne dem Gemaßregelten überhaupt Ge- legenheit zu einer Rechtfertigung zu bieten. (Forts. foloU Neukölln. LcöcnZmittrlvcrsvrgung. In der kommenden Woche »en abjzesieben: Brot. Mehl und Zucker lvie bisher, SOO Gramm \\ii, 50 Gramm Butter und 30 Gramm Margarine, auf schnitt L7 der Eierkarte l Ei. Kartoffeln dürfen itunäckst nur in er Stenge von je 2 Pfd. auf jede Karioffclkarte»nd Kartoffel- atzkarte abgegede» werden. Wenn weitere Kartoffeln zur Ver- iiiig gelangen können, wird dies besonders bekannt gemacht rden. Ersatz wird in Gebäck gewährt und zwar entfallen auf cn Kartenabschnitt 50 Gramm. Ausländische Marmelade<220 ramm je Kopf) wird aus Alffchniit 25 der Lebensmittelkarte vom ättivoch ab abgegeben. Suppenwürfel gelangen in einer Zahl von . Stück je Kopf vom Tonncrstag ab auf Abschnitt 23 zum Verkauf. ondcnsierte Milch wird in den städli'cheil Verkaufsstellen an Inhaber k HauShaliskanen für 2 Personen, Buchstabe M— Z und für ■ Personen, Buchstabe A— E abgegeben. Fisch- und Räucherwaren. oeren. Zufuhr voraussichtlich reichlich erfolgen lvird, sind in den ein- ch'ägigen Oieschäfien welterhin ohne Marlen und ohne Beschränkung aus eine Höchstmenge erhältlich. Lichtenberg. LeSciismittelv-rsorgung. Es gelangen gemäß der llcreinbarung in Berlin und den Vo-ortgemeinden zunächst nur 2 Pfund Kartoffeln und 300 Gramm Gebäck zur Ausgabe. Gegen Äbtrennung von Marken löniien entiiominen werden: auf Abickniil l2 8 Pfund Haferflocken oder Hafergrütze, aus Abschriiit 42 X. O, l. E je Pfund Haferflocken oder Hafergrütze, ans Abschnitt 43 K. Gl, I, E je'/a Pfund Kuustboiiig, auf 2 Abschnitte 44 E 1 Flaichc sterilisierte ausländische Milch und auf Abschnitt 4ö E 50 Gramm Aalnnszöl. Ohne Abtrennung von Marken werden abgegeben: Rübensauer- kraut, Salzichneidebohnen, Kriegsmns, Salzblumenkobl, Salzrotkoh! und Salzspinat sowie Muschslfleischwurst. Sardinen und andere Fisch- und Räucherwaren sowie frische Fluß- und Seefische. Wilmersdorf. LcbenSmittelauSgabe. In der Woche vom 18. bis 24. Juni gelange» folgende Lebensmittel zur Ausgabe: 500 Gramm Fleisch, 5 Stück Eier a 31 Pf. auf die Abichnittc 24—23 der El-rlarteie. Uns wird geschrieben: Die Lebensminelverkorgung der Gemeinde ist in hohem Maße unbefriedigend. Schon während des Winters, als die Kar- loffelknappheit einsetzte, wurden den Einwohnern mir recht gering- fligige Lebensmittel als Ersatz zugewiesen. Im Vorsriihjabr, als die Lebcnsmiltclnot durch Beschränkimg der Brotration sich erheblich verschärfte und Berlin und andere Vororigemeinden größere Mengen Lebensmittel verteilen ließen, versagte die Gemeindeverwaltung völlig. Wochenlang erhielten die Einwohner auch nicht die gering st c besondere Zuivendung von Lebensmittel n. Unter diesen Umständen griff der Sozialdemokratische Bezirkswahlverein von KaulSdorf ein. Er legte beim Kriegseniähnuigsamte energischen Protest gegen diese Behandlung der Gemeinde ein und wies auf die Gefahren hin, die einzutreten drohten, wenn nicht für schnelle Abhilfe gesorgt werden würde. Diesem Prolest traten V01 Einwohner durch Unterschrift bei. Such die auf die Verleiltnigsstelle Groß- Berlin qe- letzten Hoffnungen wurden arg getäuscht. Bor zwei Wochen wurde die Kartoffelration von 5 auf 3 Pfund herab- ae'ctzi, ohne für die fehlende Menge Ersatz zu bieten. Den Flauen bemächtigte sich nun eine ziemliche Erregung, die sich noch steigerte, alS auch iür die vorige Woche diese Maßnahme bestehen blieb. Nach der Kqrtoffelverteilung am Freitag begaben sich zirka 250 Frauen nach dem Gemcindebau». Etwa dreißig von ihnen gelang es, vor den Gemeindevorsteher zu kommen und die Be« ichwerden der Frauen vorzutragen. Um den Frauen entgegcnzu» lammen, hatte die Gemeindeverwaltung bei der KarloffelauSgabe am Freitag bereit» wieder 5 Pfund verteilen lassen und den Ein» wobnern, die am Dienstag nur 3 Pfund erhalten hatten, durch An- 'chlag velannt gegeben, daß sie als Eriatz für das geringere Ouan« tum Kartoffeln Mehl iiachgeliefert belomnren würden. Der Ge- meindevorstther erklärte den Frauen, daß nunmehr die Gemeinde durch größere Einkäufe in der Lage wäre, die 5-Pfundration bis zur Ernte aufrechtzuerhalten. Im übrigen hielt er die Beschwerden der Frauen für völlig berechtigt. Nach seinen Erklärungen habe er sich bisher redlich, doch leider erfolglos bemüht, bet den maßgebenden Stellen eine bessere Belieferung der Gemeinde herbeizuilihren. Er werde über das Lorgeben der Fraueir und ihre Wünsche diesen Stellen berichten und hoffe, durch daS Auftreten der Frauen einen größeren Einfluß zugunsten einer besseren Bersorgung zu gewinnen. Erwünscht wäre et» versönlicheö Voiftelligwerden der Frauen bei den Zentral« stellen. Die Frauen beschlossen denn auch sofort, eine Deputation von drei Frauen aus ihrer Milte an Herrn Dr. Michaelis zu ent- senden, um ihm den Notstand der Einivohner vorzutragen und seine Hilfe anzurufen. Steglitz. LebcnSmittelabgabe. Außer der Üblichen Wochenrate werden in der nächsten Woche pro Kopf verteilt: etwa 500 Gramm Marmelade, etwa 200 Gramm Kunsthonig, etwa 125 Gramm Hafer- grütze und 3 Eier. Haferfabrikate an Kranke tverdcn nur auf Bezug- schein abgegeben.__ Britz. LcbrnSmittelvcrsiirgnng. In der Woche vom 18. bis 24. Juni gelangen in der Bertaufsstelle der Gemeinde zur Abgabe: auf Abschnilt 24 Hafermehl(llt Pfund je Person), auf Absdjmm 23 Bouillonwürfel(1 Stück je Person), auf Abschnitt 23 verschiedene Waren sFischkonserven, Würztunke Liandal-Fleischeptrakt und Nähr- Hefe), auf Abschnitt 27 Sonderzuteilung und auf Abschnitt 23 Kunst« Honig<>/jj Pfund je Person ab DonnerSlag bei den Kleinhändlern). Ferner werden abgegeben: Pfeffer, Zwieback, Salz. Gurken, Streichhölzer und Salmiak-Waschmittel. Groß-Serlmer parteinachrichten. Sluskunft über Parteiangelegenheiten in Groff-Borlin erteilt daS' Bezirkssekretariat, SW 68, Lindenstraße 8, II. Hof 3 Str. Fernsprecher: Amt Moritzplatz Nr. 364. Groh-Bcrlin. Parteigenossen, die in den Betrieben des FIu�« platzcS Johannisrhal beschäftigt sind und auf dem Boden der Parier- mehrheil stehen, werden gebeten, ihre Adresse an den Genossen Alfred K o fs a tz. Berlin S1V 2V, Marienborfer Straße 2, einzusenden. Berlin o. An die Mitglieder und Zahlstcllenlnhabcr. Da der Kassierer Genosse Glas Hagen durch schwere Kranlheit zurzeit behindert ist seines Amtes zu walten, sind die Kassengeschäfte seinein Stellvertreter, dem Genossen Hugo Snhr, Mulackstraße 19, übertragen worden. Alle Kaffenangelegenhciten sind daher mit diesem zu erledigen. Johannisthal. Mittwoch, abends 8>/z Uhr, findet im lfiestaurant A. Gobin, Roonstr. 2, der Zahladend statt.»AorwärtS'-Lefer und Gaste sind willkommen.— Wer verhindert ist. daran reilzunehmen, kann seine Beiträge beim Genosicn M. Eckert, Kaiser-Wilhelm- Straße 33, vorn parterre, entrichten. Jnüustrie unö Kanöel. Niedergang der Markwährnng. Vor dem Kriege wurden für 100 Mark ungefähr 125 schiveize- tische Franken oder 30 holländische Gulden gewechselt: in diesen Tagen wurden an der Züricher Börse für 100 Mark 36 Franken, an der Amsterdamer 34 Gulden gezahlt. Gegenüber dem Friedens- stand hat also die Markwährung im Verhältnis zum holländischen Gulden einen Preisrückgang von über 50 Prozent aufzuweisen. Es bedarf, nicht vieler Worte, um zu schildern, was diese Entwertung der Reichsmark für den Bezug ausländischer Nahrungsmittel und Rohstoffe bedeutet. Von der Verteuerung der Waren durch die Knappheit an Waren ganz abgesehen, zahlt heute jeder Deutsche für eine holländische Ware in Mark doppelt so viel als vor dem Kriege. Besonders in letzter Zeit Hai sich der Rückgang geradezu sprunghast und mit panikartiger Schnelligkeit vollzogen. An einem einzigen Tage sank der Kurs der Reichsmark in Zürich von 33 auf 35 Franken. Für die Entwertung der Reichsmark werden mannigfache, den augenblickliche» finanziellen Verbältnissen entwachsende Ursachen an- geführt. Deutschland führt im Kriege mehr ein als aus, kann seine ausländischen Guthaben nicht realisieren uno ausländische Anleihen infolge hei wirtschaftlichen Drucks der Entente nur äußerst schwer und in nur ungenügendem Maße aufnehmen Dazu tritt der euer- gische Kriegswille der Vereinigten Staaten, der im neutralen Aus- land einen ganz außerordentlichen Eindruck macht, dann der Um- stand, daß seitens Privater und auch von Städten Kredite im neu- tralen Auslände aulgenommen wurden, die bei Fälligkeit natürlich bezahlt werden müssen und deren Termine wie Bedingungen ziem- lich ungünstig zu liegen scheinen. Schließlich ist zu bemerken, daß große Schwankungen in unserer jetzigen Valuta sich unschwer aus markttechnischen Gründen erklären. Weder Zürich noch selbst Amsterdam waren im Frieden Märkte für ausländische ZahlungS- mittel im großen Stile. Sie sind es auch nicht im Kriegs gewor- den. Es ist aber als ein Fundamentalgesetz der Preisbildung zu werten, daß Märkte desto größere Preissprünge zeigen, mit anderen Worten desto unzuverlässiger arbeiten, je kleiner sie sind. DaS beste Mittel gegen die Entwertung der Reichsmark ist ein baldiger Friedensschluß. Alles andere ist nur notdürftiges Hilfsmittel, das die Abwärtsbewegung eindämmen»Nd aufhalten kann, was auch schon sehr schätzenswert ist. Aber eine Hebung der Markbaluta ist unmöglich, solange Deutschland gegen den Weltbund zu seiner Vernichtung Krieg führt. Zu den kleineren Mitteln der Stärkung unserer Valuta zählen wir: ?lllerenergischste Förderung der Ausfuhr, schärfste Kontrolle über den Zahlungsverkehr mit dem Auslande und Aufnahme von Aus- landsanleihen nach Möglichkeit. DaS dauernde Ergebnis dieser Be- mühungen ist wesentlich von dem Kriegsende bestimmt, insbesondere davon, ob Deutschland zum Bezüge ausländischer Rohstoffe im großen Teil Kredit aufnehmen kann. Leider kann die Reichsbank nicht von dem schweren Vorwurf freigesprochen werden, daß sie allzulange vor der wirksamen Kon- trolle des Zahlungsverkehrs zurückgeschreckt ist. Erwähnt sei, daß die allerdings noch sehr viel stärker entwertete österreichisch-ungarische Wahrung in letzter Zeit nur geringerem Preisdruck ausgesetzt war. Gratisaktien, Hurra! Eine Aktionärgruppe der Daimler-Motoren-Gesell- schaft wünscht auf einer außerordentlichen Generalversammlung die Ausgabe von Gratisaktien durchzudrücken, da sie mit der kleinen Dividende von 32 Prozent niäht zufrieden ist. In Er- Wartung des erhofften glücklichen Ereignisses ist der Kursstand fabelhaft hoch. Auf der letzten Generalversammlung zeigte diese Aktionär- gruppe. die von den Berliner Bankfirmen Schwarz, Gold- schmtdt u. Co.'und Zaffa u. Levin geführt wird, erhebliche Stärke. Doch hatte die Verwaltung noch immer mehr als die Zwei- drittelmehrheit hinter sich. Wenn also die Opposition setzt einen Vorstoß mit einiger ErfokgSaussicht unternimmt, so dürste er der Verwaltung letzten Ende« nicht unwillkommen sein. Für die Arbeiter gibt es keine„Gralislöhiw". Oiäsfc lX macht die Haut neu und samtweich, glättet jede Runzel. 1�' Kur allein ooht bei Mus aller Welt. Bei der Epplosion in Astztun under Lpnc find, wie jetzt amtlich festgestellt ist, im ganzen 41 Personen tödlich verunglückt und 130 verwundet worden. Die Explosion wurde durch einen Brand ver- ürsacht. Die Mehrzahl der Slrbcitcr vermochte sich zu retten. Geheimnisvoller Einbruch. Aus Stockholm wird gemeldet: Laeit „Börsenzeitung" ereignete sich am vorigen Sonntag abermals ein aufsehenerregender Einbruch bei einem fremden Diplomaten. Das Opfer war diesmal der englische Ärbcitsminister Henderson, dessen Hotelzimmek, während sich der Minister in der englischen Botschaft befand, von oben bis unten durchsucht wurde. Die Absiebt der Ein- brechet habe offenbar, darin bestanden, gewisser Schriftstücke hao- Haft zu werden, doch seien ihnen nur unwichtige Gegenstände in die tzände gefallen.— lieber die vor einigen Wochen spurlos aus dem russischen Ministerium de« Aeuhercn verschwundenen geheimen Är- künden verlautet, diese seien in einem besonderen Kuvert nach Kopenhagen gebracht und von dort inzwischen nach London weiter- befördert worden. Die Teuerung in Frankreich. Die„Humanitä" vom 10. Juni schreibt: Eine Hausbälterin teilt uns folgende Unterredung mit. die sie mit ihrem Fleischer hatte:. „Man ficht Sie ja gar nicht mchrl" sagte mir der Fleischer in vorwurfsvollem Tone. „Ihre Fleischpreisc sind so hoch. Wir müssen uns also beschrän- ken," aniworlete ich., „Bah! Das Gemüse ist ja auch teuer. Sie zahlen doch für Ihre Kartoffeln ungefähr 20 Sous(1 Fr.) das Pfund. Ein Salai- köpf kostet 12 Sous(30 Centimes)." „Das ist jedoch noch immer weniger als 40 Sous(2 Fr.) für ein Schnitzel." Diese Unterredung, bemerkt die„Humanste", ist typisch. Sw enthält alle Tatsachen des Problems. Juxienöveranstaltungen. Slrbeiterjugeni> Schöneberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Mttlwrch. den 20. lluni, abends 8 Uhr, im Lokal von Henkel Mei- ninaer Sir. 8, eine Abonncnienvcrsammiung ftailfindet. Aus bestimmtes Erscheinen eines jeden einzelnen rechnet der Jugendausschuß. I. A.: Kaal Stcnzel, Kricmhiidstr. 3. ömfkasten öer Reöaktion. Motte 5. 1. New, solange Sie nickt zum Unterosfizier ernannt sind. 2. Tie gainilicnlinikrstiüwng wird deshalb nicht ei höhl. 3. Anscheinend ja, wenden Sie sich mit einer Beschwerde an den Vorgesetzten. 4. Ja.— 31.~. 1000. Die steuern werden nicht gestundet. Ter Kritgstellnehmcr ist von der Staatseiiikommcnstcucr bcsreit, cS sei denn, sein Sinkommen betrüge noch über 8000 M. Es handelt sich bei dem Kameraden jedenfalls um räcksländige Steuern. �—<3. B. 0. Die Fälligkeit tritt am T. Juli ohne vorherige Kündigung ein.— B). P. ILO. 1. ila, wenn Ihr Sohn zu Jdreni Lebcnsunterbait beigetragen hat. 2. Nein. 3. Einen rechtlichen lin'vrnch haben Sie nicht. Nachzahlung wird nicht erfolgen. 4. An die sttr Ihren Bezirk ziisinndige Für'orqcslelle.— O. Et. i!i. 1. Nein. 2. Ja. — 10. E. Darüber ist uns nichts bekannt.— Unwissend'4. Alls Ihre vielen Fragen können wir Ibncn nur mündlich in der Sprechstunde Aus- hinst erteilen.—®, SS. 530. In dem Falle wird nur die staatliche Unterstützung gewährt werden.— 100. S. T. Wenn Sie den Vertrag mit uniemeichnel Haber,, tann die Kündigung Ihnen allein gegenüber er- iolgcn. Sie müssen die Wohnung am I. Oktober räumen bczw. sich zur Mehrzahiung bereu crlläien.— 2k. 7. Nein, Sic müssen Ihre EuIIassung abwarten.— F. 43. 1. Es besteht in dem Falle kein Anspruch aus LöbNung.. L. La, Sie brauchen nicht für Kleidung de« Sohnes sorgen.— Zt. M. 50. Das Mädchen ist zum Besuch der Forlbildungischule dö>. »»'lichtet.— B. 8Ü. Därübcr gibt»« keine bestimmten Vorschriften, es u'cgi das immer wieder im Belleben dcs'Porgesctzml.' 2.' Eewohtilich alle Jahre einmal._.•,•; BsetternuSstchtei« ffir das mittlere llkorddentickuao» vis Montag«ttttag. Sebr warm, zunächst Nocken Und vorwiegend heiter später im Resten langsame Zunahm« der Bewölkung und vereinzelte Gewitter. Innungs-Kraiilsenkasse der Tisctiler-innung zu Berlin. De» Herren Atbeilgebcrn sowie den Mitgliedern zeigen wir hientill an. daß die am 5. März 1917 vom Aits- schuß bcfchlosscne Acnderung der 5§ 11 rmd 4-2 der Satzung,.qm u, Juni 1917 die Kenchmigung des Königlichen' Obcrvcrsicherungsanit« Ärotz-Borlin ereaihen hat und am 18, Juni 191? i» Kraft tritt, Nachtrag zw Satzung der Jniiuiigs-Kraiikeu- rässe der Tischler-Jimung lZwangS- Innung) zu Berlin.' Zlrtikel l. t. Im S 11 Absatz 2 wird In der eiste» Reihe„des halben" gestrichen und dafür gesetzt.von SO Prozent deS". 2. Im§ 42 wird hinter be'.getrieben hinzugesetzt:.dem, Bcitrcibungsvet- fahren geht eine schriftliche Mahnung voran, für die eine Mahngebühr er- hoben wird. Diese beträgt: bis 3 M.— 0,10 M. über 3 M. bis 15„=r 0,20„ . 15.. 100,= O.tO. , 100„, 200„--- 0,73, . 200,, � 1-. Nrtlkel II. Dieser, Nachtrag tritt hinsichtlich der Acndernng des S 43 am zweilen Montag nach der Genebmigung dmch das Königliche Obervcrsichirungsami Groß-Berlin in Krast., 2?7/t6 Ii«»-'Voi-stantt. Otto Gronau. Vorsitzender. Fatnm R. Bich, Charlottenbaivr V, Weimarer Str. 29. Viele Dankschreiben. enlietzl. Beti-tzauijucken geheilt In 2Tag. o. Berussslör. 100000 s. bew. Monatl.Üb. lOO Hetiber. Vers. n. ausw. Personenz. eng..Haiti«', Bochum 60. Kortumstr. 13. Bariin-Weißensoe. Gemäß§ 4 unserer Wahlordnung bringen wir hiermit zur Kenntnis der Vertreter im Ausschuß, daß am DievStafi, den 14. Ausiitst 1917, abends von 0—10 Uhr» im Restaurant„Zum Prälaten", zn Lsrlin- Weißensee, £KF~ Lehderstr. 122"stfcü die Wahl von S ersten und S zweiten Ersatzmännern der den Arbeitnehmern angehörtgen Vorstandsmitglieder statt- sinden wird. Wablbcrcchligt und wäblbar find nur Mitglieder des Ausschusses. Wir laden zu diesem Wahltcrmin die Arbcttnehnicrvettrcier im Aus- schuß mit dem Hinweise ein. schrist« Iiche Wahivorschläg« einzureichen. welche nicht mehr als die vor- geschriebene Anzahl der Namen der zu wählenden Personen enthalten dürfen. Jeder Wadloorschlag muß von drei AuSschußmiigiiedern aus den Kreisen der»Arbeitnehmer unier- zeichnet sei» und in jedem Wahl- Vorschlag m»n aujwrdem ein Ver- tretet des Wahloorfchlages und em Stellverlreler für ihn aus der Mitte der Unterzeichner ersichtlich gemocht werde». In den Wahlvorschlägcn sind die vorgeschlagenen Personen unter fort- lausender Nummer auszusühren. welche die Reidcnsolge ihrer Be- ncnn ing ausdrückt, und nach Zu- und Vornamen, Beruf und Wohnung zu bezeichnen. Mir den Wahlvorschlägen ist ferner von jedem der Borgeschlagenen eine Ertlärung darüber einzureichen, daß er zur Annahme der Wahl bereit ist. Die Wahlvorfchläge müssen spü- testenS am Montag, den IS. Juli 1917, beim KastenvorftaNd eingerctcht werden, um zugelassen zu werden. An die zugelassenen Wahlvorschläge ist die Stimmabgabe bei der Wahl gebunden, die Wahl anderer Kandl- baten ist ungülltg. Die zugelassenen Wahlvorschläge können von den Ausichußmttglteocrn in unserem Jinlscnbuicau, hier, Ptstociusjtraße 17, während der Dienstiiuiiden von 3—1 Uhr vor« mittags eingefehen werden. Berlin-SOeißensee, den 17. Juni 1917. Der Voratand. 277/17 F eud ei. Vorfitzender. j. Baei«, ß3i!jtr.28prinzC-4!lee Herren- und Knuden- Moden, Berufekleidung. Eineegnungt-Anzüge, Joppen. Gr. 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Von GeffchtölnpuS, in 1 Mannt vouitändig gehe!!« Vorher v Wochen mit Liadium in ciner Bcrllner Klinik ohne Ersolg behandelt.— Frau E. Popp, Lichlcn-. derg, tSärtiierstr. 10. Bon chro». Frauenleiden, Herzschwäche lind Derftopsnng geheilt.— Sohn des Gärtners H. König, Pankow. Hn s Wachen vhn veralteter Beiiilähliiung geheilt.Vorher anderwcitig jeder Erfolg abgesprochen.— Von Nervenschwäche In vier J2 Wochen gehellt. Erklart sich selbst für ganz gesund.— Herr Milch- 3 Händler Erkrrt, Söcilm, Greisenbagener Sir. 26. Von gschtisch» i« i henmat. Schmerzen In Bein u. Fuggelenk gehellt. Sehr zufrieden. CJ Herr A. Bpose, Beriin-Mariendorf, Streltker Sir. II. Van chrout» Ä nischcr NASevtnarkentzÜndnag und Lähmung gehellt. Borher Z !ür nnbeilbar erklärt.— Herr gk. Zöllner, vteiniaendors-Ost, Provinz- � slrahe jn.'Vair Lnugelibluto.» und Katarrh geheilt.— ftrun« I. Herold, Berlin. Ramlerhr. 23. Von Branchiaikatarrh geheilt. — Zwei Kinder bei. Kohlenhändlers Herrn Linke- Berlin, Strelitzer Slrajze 6. Vor 9(Zabren von Lnngeiiietden geheilt, heute noch q-- Inns.— Herr G. Köpp«, B!n.fRummelelt ge- heilt.'— Herr Geich Boch, Berlin,. Stendaler Sir. 17, IV. Von � Nieren« u. Blasenleiden, Wassersucht, allgemeiner groher Schwäche * gebellt. Vorher im Kranlcnhause erfolglos behandelt. Jetzt Filegersoldat. � Getrennte.Beha»d!>nigsräui:ie für Damen und Herren: Sprech« n. BebandlinigSzeit 9-1, 4-7'/, Nhr. Sonnt, u. Feiertags 9-1 Uhr. V Berlin 80 tk. Brücke,»str. 10h ÄaSÄe» i Zyssisl-Arzt Dr. med. Doschc,"' Frisdrichslr.'eo Bebandll von Sypliälfa, Ifnnr-, I{«4rn-.l<'ranc!i»!crid.,(pes.it)vaft. Fälle. Ehrlich-Hata-Kuren, schmerzlose, lürzeste Behandlung ohne Be- ruststörung. Blutnntersuchmup Mag. Preise. Teilzahlung. Sprechllundeä 10— I und 5—-S, Sonnt.'11— 1 fcy!*chv?tnd.RcbneUtt.9elimer2l dnicb ,i' ||-J IWypobÄlJuiHia, sicher bewahr- 1 zD teste äusserl. AnwenduD? 1(jUorJeichsifßcrlir.dSEiacnbahnstr<. S —-— .. 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Sem Meiileii unirat oof um siileMWigg gefaOcneH Senofieii! Auf dem Schlachlselde starb im Alter von 13 Jahren der Stobt. oeroidnete, Genosse 1B9/13 j Oustav Marx. Sozialdemokratischer Verein Teltow. Am 17. April fiel der Genosse MTrU« Keraklsch llnterosfizier, Inhaber des Eisernen Kreuzes. Sozialdemokratischer Verein für Berlin VI, 7. Abt 229/17 I !!» Buir- Zahlstelle Berlin. Dienstag, den 10. Juni 1017, abends 0 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Eugelnfer 15, Saal 3: Branchen-Versammlung oller iu dru Serliuer Aldum-, Mappen- und Galanterie- hetnelien beschäftigten Mitglieder. . Tagesordnung: 1. Bericht über die mit den Fabrikanten stattgcsuudcnen Ber- Handlungen betreffs Berlängeruug des Dariss und Bewilligung von Teuerungszulagen. 2. Verbandsangelegeuheiten. Lollzähiigen Besuch zu dieser wichtigen Versammlung erwartet 9f)/<5_ Die Ortwverwaltnng. in der Garte Falkenhagen-West Gartenboden 148L -.50 m Kartoffel bau und Obst- anlagen, auf.h Wald�rund- .--tücke, direkt am Bannhof Seegefeld beginnend, 20Mi- nuton ab Charlottenbur�und .lungfernheide, die meisten Straßen gepflastert, mit Gas und Wasserleitung. Qu.-Rutc v.M. 15.- aufwärts! Günstigste Zahlungsbedingungen| Auskunft: a. Bahnhof Seegefeld und bei Eigenheim-Gesellsciiaft, Berlin NO., Neue Königstr 16 I Gartenland zur Anlage von (■pmÜNe- 1>. ObNtglirti'n.l Billigste Kaufgelegenheit schönster Gartengrundstücke in 148L Kaulsdorf am Bahnhof beginnend QEate 12 M. an KaulsdorfsSud StaGon Sadowa □ Rute 15 M. an Petershagen Bahnhof Kredorsdorf Q Rute lO M. an. Biesdorf Station der Stadtbahn □ Rute 25 M. an { Ausk.anden obigenBahnhöfen u.b. EUMcnhcim-GrscllsclL., j Berlin NO 43, Neue Kdnlgstr. 16. 1 Verein der Berliner Buchdrucker und SchriflpieBer. Bei den Kämpfen fiel unser lieber Kollegs und lang- jähriger Mitarbeiter, der Kassenbote 28/6 Max Pfeiffer. Ein treues Andenken bewahrt ihm Der Vorstand und die Yerwaltang, ir Fabrikarbeiter Deutschlands Berwaltuug Groff-Bcrlin. Gefalle» sind folgende Mitglieder: Wlilielm Zerbe,««mh». Robert Muschal,«-»irr Prltz Schäfer, Bezirk Tharlottenbnrg. Karl Krause,»czw»cwirfenbotf. Wilhelm Bremer,«e». Reinickendorf. Hermann Vesse,»ezire esboft. Richard K�ehmldt,« t r« Ehre ihrem Andenke«: Kavhrns. Am Sonnabend, den 9. Juni verstarb unser Mitglied Max Rltz Lilhetmsberg. Weltzenscer Weg 44. Straßenbahn Ar. 164, NO. 24051' tteilihans Roientaler Tor, Linienjnajte 208/4. Site Rolentbaler- straye, vertäust neue Herrengarde- roden, Pelzstolas, Muffen. Goldene, silberne Herrciiubrcn, Damenuhreri, Kelten, Schmucksachen, Brillanten. Aus Uhren dreijährigen Garantie- schein. Eigene Zierknatt. 18151� Teilzahlung. 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