Nr. 169. 34. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Brets bránumerando Bierteljährl 8.90 M monatl. 1,30 M wöchentlich 80 Bfg. frei ins Haus Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,30 Marf bro Monat Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Marl bro Monat. Bostabonnements nebmen an Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal Rumänien, Schweden und die Schweis Ericheint tägle. SW Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel jeile oder deren Raum 60 Big., für bolitische und gewertschaftliche Vereins. and Versammlungs. Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das fettgedrudte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan jeigen das erste Wort 10 Pig., jedes. weitere Wort 5 Big. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Ervedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplas, Nr. 151 90-151 97. Sonnabend, den 23. Juni 1917. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplat, Nr. 151 90-151 97. Das Ende der Regierung Clam- Martinic. Endgültige Demission ihren Eintritt in die Regierung, ohne sich deshalb zu schnödem! Opportunismus zu bekennen. in Man kann auch, nicht Arbeitszeitverkürzung in den Berliner [ ierung eines kriegführenden Staates unzuläſſig ſei. Es wird Eisenbahnwerkstätten. sagen, daß der Eintritt eines Sozialdemokraten in die Redes österreichischen Kabinetts. vielmehr immer darauf ankommen, in welcher Stellung das Seit längerer Zeit herrschte Unzufriedenheit unter den ArbeiWien, 21. Juni.( Meldung des Wiener K. K. einzelne Parteimitglied besser für den Frieden wirken kann. tern der Berliner Eisenbahnwerkstätten über die lange Arbeitszeit, Telegr.- Korr.- Bureaus.) In den Abendstunden So sind die russischen Sozialisten in die Regierung einge- die ihnen zugemutet wird. Seit drei Jahren find regelmäßig wurde im Parlament bekannt, daß Ministerpräsi- treten, gerade um für den Frieden zu wirken, und sie würden Ueberstunden gemacht worden, so daß die tägliche Arbeitszeit in dent Graf Clam Martinic, da sich gegenwär- gewiß auch nicht das Portefeuille des Außenministers ab- der Regel auf 11 Stunden ausgedehnt war. Je mehr sich im tig die Unmöglichkeit ergab, ein durch Aufnahme lehnen, das sich einstweilen noch immer in der Hand eines Laufe der Zeit die Ernährungsverhältnisse verschlechterten, desto von Landmannministern erweitertes Kabinett bürgerlichen Politikers befindet. Ramsay Macdonald größer wurde der Unwille über die lange Arbeitszeit. Erschwerend zu bilden, dem Kaiser die Bitte unterbreitet hat, und Longuet würden es sich nicht zweimal überlegen, in tommt noch hinzu, daß die Arbeiter meistens stundenlange Wege den Rücktritt des gesamten Kabinetts die englische bzw. französische Regierung einzutreten, wenn von der Wohnung nach der Werkstatt zurückzulegen haben. anzunehmen und eine andere Persönlichkeit mit der sie dort einen ausschlaggebenden Einfluß zu Gunsten des Kabinettsbildung zu betrauen. Friedens ausüben könnten. men. In den letzten Tagen haben die Eisenbahnarbeiter energische Schritte unternommen, um die tägliche Arbeitszeit auf das nor= Wien, 22. Juni. Der Kaiser hat die Die braven Leutchen der alten Zeit aber werden wie male Maß von 9 Stunden zu verkürzen. Diese Bewegung ist Demission des Kabinetts angenom- Meister Anton die Welt nicht mehr verstehen. In Ungarn spontan unter den Arbeitern entstanden.. Anfangs dieser Woche wird der Autokrat Tisza aus Amit und Würden unsanft ent- wandten sich die Arbeiterausschüsse in den einzelnen Werkstätten Clam- Martinic verschwindet endgültig aus dem Vorder- fernt und die Einführung eines radikalen Wahlrechts als mit ihrer Forderung an die Betriebsleitung. Verhandlungen wurgrund der politischen Bühne. Nach dem oppositionellen Be- Parole des Königs ausgerufen; in Desterreich bekennt sich den in Aussicht gestellt, aber die Arbeiter erklärten, die 9stündige schluß des Polenklubs strebte er zwei Zielen zu: ein großes, der Kaiser in seiner Thronrede zur Demokratie und Arbeitszeit müsse sofort eingeführt werden, da sie nicht mehr imauf längere Zeit berechnetes Konzentrations mi- läßt einem Sozialdemokraten ein Ministerium antragen. stande seien, namentlich bei der großen Hike, länger zu arbeiten. nisterium zu schaffen, in dem die Nationen durch Lands- Das sind sicher Zeichen dafür, daß der Wille zur Er- Die Verwaltung verfügte dann, daß bei großer Size nur bis mannminister bertreten sein sollten, oder im Falle des Miß- neuerung vorhanden ist. Ob er sich kraftvoll genug durchsetzen 5 Uhr, das heißt 9 Stunden, gearbeitet werde. Diese Arbeitszeit lingens dieses Planes die Polen durch Zugeständnisse wird, ist eine andere Frage. Immerhin scheint man in Dester- wurde denn auch vom Dienstag bis einschließlich Donnerstag innewenigstens für die des winnen. Aber selbst diese bescheidene Absicht konnte nicht er- daß große Biele nur mit großen Mitteln erreicht werden nachgelassen hatte, wieder bis 7 Uhr gearbeitet werden. Doch die reicht werden. Wie sich alsbald herausstellte, fräftigte sich fönnen. Arbeiter waren entschlossen, die 9ftündige Arbeitszeit dauernd beiim Laufe der Verhandlungen vielmehr die Solidarität Das große Ziel, in Deutschland wie in Oesterreich, muß zubehalten. Eine in den Werkstätten vorgenommene Abstimmung der Polen mit den übrigen slawischen Par- es sein, die feindliche Legende zu zerstören, daß diese Staaten ergab eine überwiegende Mehrheit dafür, daß auch ferner nicht teien. und ihre Völker einer Befreiung von außen bedürften. Die länger als 9 Stunden gearbeitet werde. In Befolgung dieses BeDie verfehlte Politik des Grafen Clam- Martinic illu- Advokaten der sogenannten„ Machtpolitik" sind darum hüben schlusses terließ der größte Teil der Arbeiter in striert nichts besser als sein Versuch, ein Konzentrations- wie drüben in diesen Zeiten die gefährlichsten Berater, die allen Werkstätten am gestrigen Freitag um 5 Uhr ministerium" durch Ernennung von sechs Landsmann- Vorkämpfer der Demokratie, der nationalen Freiheit jedes die Arbeit. ministern zu schaffen, wovon auf die Deutschen zwei, auf einzelnen Volksstamm im Rahmen des Staats sind die besten Der Deutsche Eisenbahnerverband, der sich der spon Polen, Tschechen, Südslawen und Ruthenen je einer entfallen Freunde ihres Vaterlandes, denn sie führen die moralische tan ausgebrochenen Bewegung in diesem Stadium annahm, hielt sollen. Diese Landsmannminister hätten absolut nichts zu Landesverteidigung, die nicht weniger notwendig ist als die gestern eine Versammlung im Lehrervereinshause ab, die den tun gehabt und hätten sich damit vergnügen können, dem physische. großen Saal bis auf den letzten Platz füllte. Die Versammlung Spiel der Fliegen zuzusehen und den nationalen Streit zu Der freiheitliche Ausbau Desterreichs zu einem Staats- fand so zeitig statt, daß nur die, welche um 5 Uhr Feierabend geschüren. Daß die Deutschen gar zwei Landsmannminister, wesen, in dem alle Nationen Ellenbogenfreiheit für ihre macht hatten, an ihr teilnehmen fonnten. Es wurde festgestellt, daß einen für Böhmen und einer für die Alpenländer bekommen kulturelle und politische Entwicklung finden, ist eine gemein- wenigstens zwei Drittel aller Arbeiter um 5 Uhr aufgehört haben. sollten, mehrt die Originalität des grotesken Gedankens. same Lebensnotwendigkeit der Mittelmächte. Jeder Schritt Das letzte Drittel hofft man auch noch für die Bewegung zu geSieben Monate war Graf Clam- Martinic im Amt und abseits von dem einmal beschrittenen Wege wäre verhäng- winnen. An der errungenen Verkürzung der Arbeitszeit soll für sechs Monate hatte er verstreichen lassen, ohne auch nur einen nisvoll. die Dauer unbedingt festgehalten werden. Ferner wird eine LohnFinger für eine wirksame Vorbereitung der parlamentarischen erhöhung gewünscht, um einen Ausgleich für den fortfallenden Arbeit zu rühren. Ja, er hatte bereitwillig das Erbe Stuergkh angetreten, vor dem Körber zurückgeschreckt war, und den Deutschbürgerlichen gegenüber die Verpflichtung übernommen, Slawen und deutsche Arbeiter durch das kaudinische Joch einer Verfassungsrevision unter Ausschaltung des Reichsrats zu schicken. Körber, der von Anfang den unwürdigen Gedanken an den§ 14 zurüdwies, ist jetzt glänzend Berichterstatter Steinwender Im Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses beantragte der Familienvätern um 4 M. für jedes Kind erhöht. Mitgeteilt wurde statt eines sechsmonatlichen noch, daß für nächsten Montag Verhandlungen des Arbeiterausgerechtfertigt. Der Reichsrat lebt und nach der russischen ein viermonatliches Budgetprovisorium und forderte Begrenzung schusses mit der Direktion zugesagt sind. Revolution kann auch keine Regierung mehr den traurigen ber in unbeschränkter Höhe angeforderten Kredite auf sechs Einstimmig wurde beschlossen: diese Budgetprovisoriums zu ge- reich schon etwas besser als in Deutschland verstanden zu haben, gehalten. Am gestrigen Freitag aber jollte, weil die Hibe ettvas Das Abgeordnetenhaus hat sich mit Rücksicht auf die Minister- Lohn der Ueberstunden zu erhalten, und den Lohn auf eine den frise bis Dienstag vertagt. Bis zum 30. Juni muß das Zeitverhältnissen entsprechende Höhe zu bringen. Diese Forderung Budgetprovisorium erledigt und die Krise gelöst sein, da sonst wird damit begründet, daß der gegenwärtige Stundenlohn für mangels parlamentarischer Zustimmung ein sogenannter& y= leg= tommt eine monatliche Zeuerungszulage von 18 M., die sich bei & g= ler- Handwerker 56 bis 90 Pf., für Arbeiter 52 bis 77 Pf. beträgt, dazu ( gesekloser) Zustand eintritt. Mut finden, ihn zu sprengen. Die österreichische Regierung milliarden. braucht ihn und die deutsche Presse von den Berliner Neuesten Nachrichten" bis zur Frankfurter Zeitung" hat den verantwortlichen Leitern der Donaumonarchie einen schlechten und der feindlichen Presse einen guten Dienst erwiesen, als sie die Lebenskraft und Lebenslust des österreichischen Reichsrats leugnete und sehnsüchtig nach dem verschwundenen AbsoIutismus des Grafen Stuergfh rief. " „ Die Versammelten verpflichten sich, für die Beibehaltung der neunstündigen Arbeitszeit voll und ganz einzutreten und den Arbeiterausschuß zu veranlassen, nicht für einen Lohnausgleich wegen der fortfallenden Ueberstunden, sondern für eine Lohnerhöhung einzutreten, die den Lohn der Eisenbahner den Löhnen gleichartiger Arbeiter in Privatbetrieben gleichstellt." Stockholm. Stockholm, 21. Juni.( Eig. Drahtbericht des„ Borwärts".) Erfreulich in der trüben Zeit sind zivei Erklärungen tschechischslawischer Sozialdemokraten. Tusar sagte:„ Die Tschechen, insbesondere die tschechischen Sozialdemokraten stehen vorbehaltlos auf dem Boden des Staates" und Tomaschet bemerkte sehr richtig: Statt von Grund auf mit dem Neuaufbau des Staates zu beginnen, nähert man sich soeben wieder einer neuen Vereinbarung, die nichts verwirklicht als die Forderung des Tages." Solche Im lekten Augenblick hat Graf Clam- Martinic das fluge Stimmen sind besonders aus dem Lager der Tschechen zu besinkende Vertrauen zu seinem Kabinett durch Berufung grüßen, die sich nur allzu leicht in eine halsstarrige Opposition verunseres als Staatsrechtler, Finanzpolitiker und Volkswirt- rennen und dabei lediglich den Polen in die Bügel helfen. Der schaftler hervorragenden Genossen Dr. Renner zu heben tschechische Agrarier Seblak erklärte, der böhmische Verband werde In Erwartung der russischen Delegation. versucht. Selbstverständlich hat der Klub der deutsch- öster- gegen die Regierung stimmen, aber nicht gegen den Staatsreichischen Sozialdemokraten höflich„ Nein!" gesagt. bedarf, wenn er von einer anderen Regierung vorgelegt werde. Selbstverständlich! Denn Renner ist zu gut, Der Elowene Jare erklärte, die Südslawen würden alles tun, um Das holländisch- skandinavische Komitee gibt bekannt: seine Arbeitskraft zu wertvoll, als daß er leichthin als Parade die Arbeitsfähigkeit des Parlamentes zu ermöglichen. Die Süd- Verschiedene sozialistische Parteien haben sich anläßlich des Empstück eines Ministeriums ohne flaren Willen und feste Energie slawen seien eine staatsbejabende Partei. Nachdem die vom fanges der im Namen des russischen Arbeiter- und Soldatenrats erabgenützt werden dürfte. Ein Eintritt selbstbewußter Poli- Plenum des Ausschusses angesetzte dreitägige Frist abgelaufen war, gangenen Einladung zu einer allgemeinen Konferenz beim holländischtifer in das Ministerium ist nur möglich auf Grund eines in erklärte der Obmann, daß er gemäß der neuen Geschäftsordnung die Einzelheiten ausgearbeiteten Aktionsprogramm 3. die Beratung des Budgetprovisoriums abbrechen und die Vorlage, das gemeinsames Werf einer Arbeitsmehrheit ist, die den un- ohne daß hierüber eine Abstimmung erfolgt wäre, an das Plenum beugsamen Entschluß bekundet, ihren Willen auch gegen den leiten werde. frondierenden nationalen Radikalismus durchzusetzen. Zur Schaffung dieser Voraussetzungen ist ein Uebergangsministerium von tüchtigen unparteiischen Verwaltungsbeamten nötig, die nach erfolgter Mehrheitsbildung und nach erzielter Eini- Kopenhagen, 22. Juni.( Meldung des Bureau Ribau.) Nach- Privaten Mitteilungen zufolge ist die russische Delegation be gung der führenden Parteien auf ein großes Aktionspro- dem Minister J. C. Christensen in einer Versammlung der reits von Petrograd abgereist. Sie wird in diesen Tagen gramm einem Konzentrationsministerium zu weichen hätten. Partei der Linken die gegenwärtigen politischen Verhältnisse in Stockholm eintreffen. Die Beratungen mit der russischen DeWir glauben, daß sich die österreichischen Genossen einem ffargelegt und dabei hervorgehoben hatte, daß das Abkommen vom legation werden in allernächster Zeit also stattfinden können; fie solchen Ministerium, das den nationalen Ausgleich 30. September 1916 als gegenstandslos anzusehen sei, wenn Rott werden sich auch auf die Bedingungen, unter welchen die Teilnahme schafft, die schwerer sozialen Kriegsschäden heilen will und böll auf Verlangen der Konservativen seinen Abschied als Minister am Kongres stattfinden soll, und auf die Einladung erstrecken. Der würden. In politisch weiter vorgeschrittenen Ländern aner erhalte, schloß sich die Partei seinem Standpunkt an und ermächtigte Zeitpunkt der Tagung des Kongresses soll so gewählt werden, daß fennen auch die Sozialisten aus langer Erfahrung den hohen ihn, in den nächsten Tagen sein Abschiedsgesuch einzu es allen Parteien möglich ist, ihre Delegierten nach Stocholm entWert der tätigen, wirkenden, verantwortenden Arbeit durch reichen senden zu fönnen. Die dänische Regierungskrise. standinavischen Komitee nach der Einberufung eines allgemeinen Kongresses aller an der Internationale angeschlossenen Barteien erkundigt. Das Komitee hat geantwortet, daß die Frage der Einberufung einer allgemeinen Konferenz nicht endgültig entschieden werden könne, ehe nicht die russische Delegation, deren Ankunft angekündigt worden ist, mit dem Komitee beraten hat. Das linksjozialistische Drgan„ Bolitiken" berichtet, der russische Englische Einzelvorstöße erfolglos- HeftiA.. und S.- Rat habe 16 Delegierte für die Welt- Konferenz in Stodholm bestimmt. Das Zustandekommen der Konferenz werde ernstlich betrieben. Sie soll am 28. Juni( alter Zeitrechnung, das ist nach unserem Kalender der 8. Juli) stattfinden. Die franzöfifche Minderheit und die Syndikalisten ersuchten den ruffischen A. und S. Rat auf telegraphischem Wege, bei der franzöfifchen Regierung für die Erteilung der Pässe an die Stocholmer Delegierten zu wirken, damit diese in Stocholm den internationalen Sozialismus verteidigen können. Die Beratungen des holländisch- standinavischen Komitees mit den Amerikanern find beendet. Morgen wird das Komitee über die Verhandlungen ein Communiqué veröffentlichen. Die holländischen Mitglieder Troelstra und Alberda reisen am Montag nach Holland zurüd, da sie infolge ihrer Wiederwahl ins Parlament vereidigt werden müssen. Stockholm, 22. Juni. Laut Socialdemokraten wird die Anfunft der deutschen sozialdemokratischen Minderheit für heute erwartet. Die amerikanische Delegation in Stockholm. ger Kampf um die Gräben bei Vauxaillon Deutscher Sturmgewinn am Poehlberg. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 22. Juni 1917.(. Z. B.) Weftlicher Kriegsschauplah. Seeresgruppe Kronprinz Ruppre& t. Bon Ypern bis Armentières abends und nachts in einigen Abschnitten sehr rege Feuertätigkeit. Englische Vorstöße nordwestlich von Warneton und östlich von Houplines wurden zurückgewiesen. Zwischen La Baffée- Kanal und Sensée- Bach war zeitweilig das Feuer lebhaft. Ein Angriff der Engländer, der gestern morgen füdwestlich von Lens einsette, scheiterte verlustreich im Fener. Heeresgruppe Deutscher Kronpring. Mit großer Hartnäckigkeit suchten die Franzosen die bei Baugaillon verlorene Stellung zurückzuerobern. Gestern vormittag liefen fie nach starkem Feuer viermal unter Einsatz frischer Kräfte an. Nach zähem Nahkampf verdrängten fie unsere Truppen aus einem Teil der Gräben nordöstlich von Baugaillon, die weiter südlich angesetzten Angriffe hatten keinen Erfolg; der Feind erlitt hier durch unsere Abwehr hohe Berlufte. Rege Kampftätigkeit herrschte in der westlichen Champagne. Morgens griffen die Franzosen am Sattel östlich des Cornillet ax und brangen in unsere Linien ein. Gegenstöße verhinderten fie, den errungenen Borteil auszubauen. Abends brachen unsere Stoßtrupps nordöstlich von Brunay und füdwestlich von Nanroy in die französischen Gräben ein und holten 30 Gefangene und Beute stücke zurück. Am Poehlberg, südöstlich von Moronvilliers, gelang ein Einer Depesche aus Washington zufolge hat die Ankunft der amerikanischen Delegierten in Stocholm großes Erstaunen in der amerikanischen Presse hervorgerufen. Man bemühe sich auch sehr, den Delegierten sowie ihren Organisationen jegliche Bedeutung abaufprechen. Hiergegen erklärt der Stockholmer Socialdemokraten", daß nach Mitteilung des Holländisch- standinavischen Komitees Goldfarb von der Socialist Party in richtiger Weise delegiert worden ist. Reinstein habe in einer Zeit von über 25 Jahren für den Sozialismus in den Vereinigten Staaten gekämpft und ist außerdem Mitglied des Internationalen Sozialistischen Bureaus für Amerika. Davidovitch ift Vertreter einer jüdisch- amerikanischen andere ber Prostribierten haben sich bereits eingeschifft.- Bugleich, Drganisation und seine Vollmacht ist in der vollständigsten Weise aber kommt die Nachricht, daß Venizelos im Piraus geausgefertigt. In bürgerlichen Kreisen Amerikas, schreibt Social demokraten" weiter, scheint man übrigens an sozialen und sozialistischen Fragen so wenig intereffiert zu sein, daß die Un befanntschaft mit diesen Männern gar nichts Ueberraschendes bietet. Die italienische Sozialdemokratie und der Annexionismus. N " landet ist. Unter den 103 unter Aufsicht gestellten Personen befinden sich Dragumis, Stuludis, Lambros, Tjellos, der Minister des Innern im Kabinett Lambros war. Eine gewisse Anzahl von Offizieren aller Grade werden sämtlich überwacht und müssen Athen verlassen. Sie werden an Orte gebracht werden, wo es ihnen unmöglich sein wird, zu fliehen. Und das alles wird die französische Regierung mit der Berufung auf Recht und Gerechtigkeit deden. Die Erklärung Grimms. Der Hergang der Ausweisung. sorgsam vorbereiteter Angriff in vollem Umfang. Tetle von thüringischen und Altenburger Regimentern nahmen nach kurzem Feuerüberfall die feindliche Stellung in 400 Meter Breite. Ueber 100 Gefangene wurden eingebracht. Während der Nacht sette der Gegner fieben heftige Gegenangriffe an, die ihm nur unwesentlichen Gewinn brachten. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Reine besonderen Ereignisse. Deftlicher Kriegsschauplatz. Wieder war bei Smorgon, westlich von Luck, an der Bahn Bloczow- Tarnopol und an der Narajowka die Gefechtstätigkeit lebhaft. Mazedonische Front. In der Struma- Ebene Postengeplänkel. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. Berlin, 22. Juni 1917, abends. 2 Im Westen bei Regenfällen nur geringe Feuertätigfeit. Erfolgreicher Vor stoß südöstlich Filaiu, nördlich der Aisne. Sonst nichts Besonderes. Der österreichische Bericht. 2ien, 22. Juni 1917.( W. Z. B.) Amtlich wird verlautbart: In Galizien dauert die gesteigerte Feuertätigkeit an. Sonst it die Lage überall unverändert. Der Chef des Generalstabes. Odier nach Bern berufen. Bern, 22. Juni.( Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur.) Der Bundesrat hat beschlossen, den Gesandten Obier aus Petersburg zu mündlicher Berichterstattung zu berufen. England und der U- Boot- Krieg. Die Lebensmittelfrage. Tetzt was Bern, 22. Juni. Bathurst versicherte auf der Ausstellung für Stockholm, 21. Juni. Zwei der soeben aus Petersburg in Stocksparsame Lebensmittelwirtschaft in Cheltenham am 16. Juni: holm eingetroffenen italienischen Sozialisten, 2abriola und Deutschland fann uns nicht aushungern. Daran schloß er aber Raimondo erklärten einem Mitarbeiter von„ Afenposten, daß folgende Ausführungen: Man solle nicht in den Fehler verfallen die italienische Sozialdemokratie zwar den Frieden wünsche, aber anzunehmen, daß die Tätigkeit der Tauchboote abnehme. Legtere nicht auf die Losung Ohne Annegionen und Ent. Stockholm, 21. Juni.( Eig. Drahtbericht des„ Bortvärts".) suchten sich jetzt Schiffe von größerem Raumgehalt aus, was in fchädigungen" eingeben könne. Es sei unmöglich, auf Grimm übergab bei der Niederlegung der Leitung der Zimmer- der amtlichen Verluststatistik nicht zum Ausdruck fomme. Wiewohl diesem Grundsatz einen dauernden Frieden aufzubauen, da ja dann walder Gruppe die Geschäfte einem hier eingesetzten Komitee, das die Handelsschiffe jetzt fast alle bewaffnet und häufig imstande die Kriegsursachen, wie Elsaß- 2othringen und Trient aus den schwedischen Linkssozialisten Carleson und Nerman anhaltend ernst, und es sei feineswegs unwahrscheinlich, daß der seien, die Tauchbootangriffe abzuwehren, seien die Verluste unverändert bestehen bleiben würden. Im übrigen baue man seine besteht. Juni eine schlimmere Zahl ausweisen werde, als der Mai. Wenn Berechnungen darauf, daß Deutschland in sechs bis sieben. Monaten England den Krieg gewinnen wolle, seien drei Dinge nötig: bollständig vernichtet sein werde. Rußland werde auf feinen SonderErzeugung, berminderter Wer frieden eingehen, sondern im Gegenteil eine vervielfältigte Tätigkeit Grimm veröffentlicht eine Erklärung über die Umstände brauch von Lebensmitteln Stockholm, 20. Juni.( Svenska Telegrambyran.) Nationalrat Bergrößerte und vor allem sparsames bei seinen militärischen Unternehmungen entwickeln. Haushalten damit. Der Redner führte weiter aus, seiner Ausweisung aus Rußland, in der er sagt: Am 9. Juni seien die bort der Admiralität zugestandene unbedingte Be Apelrod und Martoff bei ihm erschienen und hätten ihn ge= borzugung der Getreideverschiffungen erreiche demnächst ihr Sonderkongreß der Entente- Sozialisten? fragt, ob der schweizerische Gesandte in Petersburg Friedensbor Ende. Selbst Sonderschiffe für Gefrierfleisch wären schläge der deutschen Regierung zur unmittelbaren oder mittelAmsterdam, 21. Juni. Reuter meldet aus London: Das berbaren Uebermittlung an die russische Regierung ihm übergeben hin für den Getreidetransport herangezogen worden, mutliche Resultat des Besuches Henderson in Rußland werde fein, oder ein dahingielendes Anfinnen an ihn gerichtet habe. gebe preiſe fei. Die Regierung habe während der letzten Wochen Es beiläufig einer der Gründe für die hohen Rindfleisch baß ein internationaler Rongreß von Arbeitern ein derartiges Schriftftüd, in dem der Name Grimms erwähnt und und Sozialisten aus den alliierten Ländern nach London das von einem russischen Agenten in Bern an das Ministerium des Weizen und Zuder zu höheren Preisen eingekauft als zu denen, Eine Besserung berufen werde. Aeußern in Petersburg gesandt worden sei. Er, Grimm, habe die im Kleinhandel dafür verlangt würden. Schon einmal bor zwei Jahren hat ein solcher Kongreß beide Fragen verneint und diese Verneinung schriftlich zu Händen des Zudermarktes fei nicht zu erwarten. Vor zwei Monaten seien in London getagt. Er erhob aber nicht den Anspruch, als ein inter- der Minister Tseretelli und Efobeleff bestätigt und hinzugefügt, er innerbelo zehn Tagen 40 000 Bentner Buder versenkt worden. Bathurst betonte, während des weiteren Verlaufes des Krieges nationaler zu gelten. Ein Kongreß der Sozialisten der Entente- lehne es überhaupt grundsäglich ab, den er werde England mehr und mehr auf die in der Heimat erzeugten mittler von Friedensplänen imperialistischer länder wollte er sein, und es tam darauf an, den Geist zur Geltung Regierungen zu spielen. Diese Grilärung sollte am Nahrungsmittel angewiesen sein. Keinerlei Körnerfrucht werde zu bringen, der damals die französische Partei vorwiegend be folgenden Tage in der" Jsvestia" erscheinen. Die Sache eilte. Man während der Wintermonate für Futterzwecke verfügbar sein und Herrschte. Wenn jetzt ein solcher Sonderkongreß zustande kommt, so wollte, sagte Grimm, Angriffen der bürgerlichen Presse zuvor nur die Hälfte der üblichen Rationen für die Arbeitspferde. wird er nach allem, was inzwischen in der französischen Partei zu fommen und durch rechtzeitige Abwehr auch eine Einmischung des Der Smithfield Statistit zufolge betrug die englische tage getreten ist, anders geartet sein als sein Vorgänger. Bermut- in Rußland weilenden französischen Munitionsministers Albert Fleischeinfuhr in der am 16. Juni endenden Woche 2424 lich wird sich diesmal nicht wieder wie damals ein nationalistischer Thomas bermeiden. Am nächsten Tage enthielt die Tonnen gegen 3657 Tonnen im entsprechenden Zeitraum des VorSturm des Unwillens erheben, wenn ein sozialistischer Minister sich vest ia" aber die Erklärung nicht. Man sagte jetzt, jahres. Die Veröffentlichung bemerkt dazu: Der Fleischverbrauch sei erdreisten sollte, an der Tagung aktiv teilzunehmen. Man wird daß weitere Nachforschungen über das Vorhandensein des Schrift- annähernd der gleiche wie im Vorjahre, während die Einfuhr, be sonders bei Rindfleisch und Hammelfleisch, bedeutend zurüdgehe, stückes angestellt würden. bielmehr jetzt seine Teilnahme wahrscheinlich für höchst erwünscht woraus fich die hohen Preise erklärten. halten, damit ein Resultat zustande kommt, mit Hilfe deffen die Gefahr, die sich mit dem Abstimmungsumschwung des legten franzöfifchen Parteitages ankündigte, sich irgendwie beschwören läßt. Aber was auch geschehen wird, die Konferenz wenn es dazu tommt wird ihre Bedeutung erst durch ihre Beziehung auf den Stocholmer Kongreß erhalten. Sie wird nicht mehr als eine Vortonferenz dieser allgemeinen Tagung sein, und der Wille der russischen Sozialdemokratie wird über ihr sein. Venizelos für Wiedervereinigung. Proskriptionen Venizelos im Piräns. Am 13. Juni erhielt Grimm auf sein Verlangen dr Bermittlung Tseretellis und Stobeleffs eine Abschrift det Berner Kundgebung der englischen Eisenbahner. Depesche an den Schweizer Gesandten in Petersburg, die am Bern, 22. Juni. Der Nationalverband der englischen Eisenfolgenden Tage veröffentlicht werden sollte. Grimm sollte aber Gelegenheit haben, vor deren Veröffentlichung eine bahner veranstaltete am 17. Juni im Hydepark eine große KundErklärung au erlassen. In dem Entwurf dieser Ergebung gegen die Aufhebung der Grundsäge der flärung führte Grimm aus, daß eine solche Depesche ihm Gewertschaften und gegen die industrielle Dienst weder unmittelbar noch mittelbar zugestellt wor- pflicht sowie zugunsten eines dauernden, die Heimbevölkerung den sei. Wenn das Telegramm ein deutscherseits unternommener vom Fluche des Militarismus befreienden Friedens. Der GeneralVersuch sei, seine Anwesenheit in Petersburg zugunsten der Zwede fefretär des Verbandes, Thomas, führte aus: Die Lebens. des deutschen Imperialismus und eines deutschen Sonderfriedens mittelverwaltung in England sei ein öffentlicher Sandal. auszunügen, so betrachte er einen solchen Versuch als eine Herausforderung. Die Minister hätten jedoch eine Die zunehmende Verteuerung des Lebensunterhaltes sei unvereinbar schärfere Spike gegen die deutsche Regierung und einen scharfen mit den bedeutenden Gewinnen, welche die Bilanzen der Angriff gegen die Schweizer Regierung verlangt, was er trop der Gesellschaften aufwiesen. Die Entente ift an der Arbeit, die Borbedingungen für ein Drohung mit seiner Verhaftung und schimpflichen Ausweisung ab. neues Regiment Benizelos in Griechenland zu schaffen. Die gelehnt habe. Schon deswegen habe er sich auf diese Zumutung Der verbotene Ukrainer Soldatenkongreß. " Times" bernimmt aus Athen, daß Venizelos und Jonnart in nicht einlassen können, weil der Ursprung des Telegrammes noch Stockholm, 22. Juni. Russischen Blättern zufolge erhoben die Saloniki einen Entwurf betreffend die Wiedervereinigung Griechen- feineswegs festgestellt war. Lands aufgestellt haben. Das Kabinett Zaimis werde refor Freunden einen neuen Entwurfeiner Erklärung, der Kerensti erlassene Verbot gegen die Abhaltung eines ukrainischen Später vereinbarte Grimm mit einigen politischen ukrainischen Soldaten heftigen Widerspruch gegen das von miert werden, und zwar in der Weise, daß in die Hände von den Ministern unterbreitet wurde und deren Inhalt schon durch die Soldatenkongresses. Der Kriegsminister erhielt zahlreiche höflich Venizelisten das Ministerium des Auswärtigen, Petersburger Telegraphen- Agentur veröffentlicht wurde. Die Mi- gehaltene briefliche und drahtliche Proteste ukrainischer Soldaten. das Justiz ministerium und das Kriegsministerium nister blieben aber bei ihrer Meinung, auch diese Ukrainische Offiziere gaben die Erklärung ab, trotz des Verbotes gelegt werden sollen. Ungefähr 400 Kretenser Gendarmen werden Erklärung genüge nicht Martoff und Axelrod unter- doch einen Kongreß in Kiew abhalten zu wollen. die Polizei bilden. Eine Anzahl Offiziere der Armee in Saloniki stüßten Grimm; es wurde eine Einigung erzielt. marte bereits in Samalis darauf, in Athen in Funktion zu treten, fobald die benizelistischen Minister ihre Aemter übernommen haben. Durch Dekret werden alle Beamten der vorläufigen Regierung in ihren Aemtern bestätigt werden. Die Kriegslage. Die militärische Lage in der letzten halben Woche stellt sich im allgemeinen folgendermaßen dar: An der Westfront dauern die Kämpfe fast ununterbrochen an. Die Engländer scheinen fich für eine neue Offensive vorzubereiten und umzugruppieren. Längs des Die Verhandlungen waren bisher streng vertraulich geführt worden, nun aber erklärte die Partei Grimms durch Martoff, man fühle fich durch kein Geheimnis mehr gebunden: Grimm selbst werde sich zwei bis drei Tage zur Verfügung der russischen RegieInzwischen werden die Gewaltmittel, die im Kriege für ung halten, nachdem seine Abreise schon früher für den 15. Juni vorgesehen war. Freitag am späten Nachmittag wurde Grimm in " normal" gelten, in Anwendung gebracht, um dem Lande die Form die Wohnung Stobeleffs gerufen; er begab sich, von Axelrod aufzupressen, die den Ententewünschen nach Sicherheit entspricht. begleitet, dorthin und traf dort Tieretelli, später auch Stobeleff. Chemin- des- Dames und in der Westchampagne fanden in den letzten Reuter meldet aus Saloniki: Obschon Theffalien nicht gänzlich Ohne weiteres wurde ihm erklärt, die Minister fänden Tagen Kämpfe statt, wobei das französische Artilleriefeuer auf der von den Truppen der Alliierten besetzt wurde, sei das Ziel der Expe- seine Erklärung ungenügend. Die Regierung beabsichtige teine ganzen Front in wechselnder Stärke anbielt. Deutsche Vorstöße am bition doch erreicht. Der Versuch einzelner griechischer Offiziere der im Maßnahmen gegen ihn; da aber zu befürchten sei, daß nach der Damenweg brachten uns verschiedene Vorteile und Gefangene ein, Veröffentlichung des Sachverhaltes Ausschreitungen entstehen fönnBeleponnes internierten Armee, sich die Mitwirkung der dorti- ten, werde er höflich gebeten, sofort abzureifen, wo- während die Franzosen in der Nähe von Hurtebise erfolglos Vorgen Truppen für die Bildung einer Sonderregierung zu rein er willigte. Die Abreise Grimms wurde darauf äußerst stöße versuchen. In den Vogesen Ruhe. Auf dem östlichen Kriegssichern, scheine mißglüdt zu sein. Die Bewegung sei in ge- beschleunigt. Am folgenden Tage verließ Grimm Petersburg Schauplatz und an der rumänischen Front bis auf wenige abgewissen Kreisen für ernst angesehen worden. und erreichte die Grenze ohne irgendwelche Schwierigkeiten. schlagene Erkundungsvorstöße bei Brzezany nur das übliche geNatürlich schafft man sich die mißliebigen Berfonen kurz und Zum Schluß erklärte Grimm, er halte es für unter seiner ringe Artilleriefeuer. Italienische Front: Der Brennpunkt der Kämpfe bündig nach schon früher gegen deutsche Konsuln und Gesandte er- Würde, fich gegen den Vorwurf, er sei deutscher Agent, au hat sich nunmehr vom Blödenabschnitt auf die Hochfläche der Sieben probtem Rezept vom Halse. Wie Havas meldet, hat das Ministerium verteidigen und gehe über eine solche Verdächtigung mit Berachtung Gemeinden verschoben, wo nach furzer Artillerievorbereitung am des Innern am 18. Juni eine Liste der aus Griechenland aus. hinweg. Bevor sie auseinandergingen, fragte Grimm Tjere 19. die italienischen Infanterieangriffe auf 25 Kilometer Front von gewiesenen Persönlichkeiten veröffentlicht. Sie ent. felli und Stobeleff als Sozialisten, nicht als Minister, ob hält dreißig Namen, darunter Gunaris, Streit, Merkuris, Vater fie ihn für fähig hielten, die Rolle eines Agenten irgendeiner Macht fiago bis zum Suganatal einsetzten. Nur am Cima disci gelang hält dreißig Namen, darunter Gunaris, Streit, Merkuris, Vater zu spielen. Beide verneinten die Frage und erklärten, fie bees den Italienern, teilweise in den vordersten österreichischen Gräben und Sohn, Dusmanis, Metaras, Eglin und Sayas, den Führer des bauerten es, daß er in seiner Erklärung nicht Fuß zu fassen. In Thessalien haben nach der vorangegangenen BeRejervistenverbandes, sowie feinen Sohn. Gunaris und dreißig ichärfer aufgetreten iei segung von Larissa, Bolo usw. die Franzosen, von Norden her bor dringend, mm auch ParsoloZ imb Furka besetzt. Die ItaNmer haben dagegen im Süd« und WestepiruS Fuh gefaht und dabei ins« besondere den wichtigen Hafenplatz Prevesa in die Hand bekommen. Die Engländer haben nach der vorhergehenden Besetzung ionischer Inseln nunmehr auch Truppen in Patis, am Golf von PatraS ge« landet und damit neue Stützpunkte nach Aegypten geschaffen. Die Kämpfe bei vauxaillon. Französischer Heeresbericht vom 21. Juni nachmittag?. Der gestrige deutsche Angriff auf die Bodenwelle östlich von Vauxai l- l o n war außerordentlich heftig. Er war durch eine mächtige Be- schietzung vorbereitet und wurde von besonderen Sturmtruppen ausgeführt, die frisch soeben erst von der russischen Front ange- kommenen Divisionen angehörten. Der Angriff stieß auf erbitter- ten Widerstand unserer Truppen. Alle Anstrengungen der Deut- schen, die im ersten Anlauf errungenen Vorteile zu erweitern, wurden im Feuer und durch Gegenangriffe gebrochen. Die Deut- schen konnten schließlich nur in unseren Gräben der ersten Linie an Zwei Stellen, südlich vom Affenherge auf einer Front von un- gefähr 400 Meter und nördlich vom Pachthofe von CroisilleS auf einer Strecke von 200 Meter, eindringen. Eine kräftige Gegen- offensive unserer Truppen gestattete uns heute morgen, den südlich vom Affenberge besetzten Teil zurückzuerobern, wo wir zahlreiche Leichen fanden, die die erheblichen deutschen Verluste beweisen. Wir machten SO Gefangene. In der Champagne brachte unS eine lebhaft durchgeführte Teilkampfhandlung einige Fortschritte nördlich des Cornilletberges, wobei wir Gefangene machten und S Maschinengewehre erbeuteten. Vom 21. Juni abends. Im Laufe des Tage» wurde der Kampf mit Vorteil für UnS östlich von Vauxaillon fortgesetzt. Ein Gegenangriff unserer Truppen auf einen Teil der vom Feind im Abschnitt des Gehöftes N o i s h besetzten Gräben zeitigte gute Ergebnisse. Wir haben zurzeit alle unser« Stellungen mit Au». nähme 400 Meter nordöstlich von dem Gehöft, wo sich feindliche Ab- teilungen noch halten, wiedergewonnen. Der Artilleriekampf blieb sehr lebhaft in der ganzen Gegend. Zwischen Hurtebise und Craonne ziemlich heftige Beschießung unserer vorderen Linien. In der Champagne wurde der heute vormittag von unseren Trup- Pen nordöstlich vom C o r n i 1 1 e t- Berge errungene Fortschritt unter besonders glänzenden Umständen vervollständigt. Versuche der Deutschen, gegen 3 Uhr die Stellungen zurückzuerobern, die wir ihnen am 18. Juni zwischen dem Cornillet-Derge und dem Blond-Berge entrissen hatten, wurden durch unsere Granatenwerfer vereitelt, die ihrerseits zum Angriff übergikigen und die feindlichen Abteilungen bis in ihre AuSgangsgräben, deren sie sich bemächtig- ten, verfolgten. Wir haben so einen Fortschritt von 300 Meter Tiefe in einer Ausdehnung von MO Meter erzielt. Hunderte von feindlichen Leichen sind auf dem Gelände gebliebe«. Der Krieg auf den Meeren. Berlin, 21. Juni. Im Atlantische» Ozean wurden nenerdingS eine Reihe feindlicher Handelsschiffe mit wertvoller Ladung durch nnsere U-Boote vernichtet. Nuter den versenkten Dampfern befanden sich die englischen b e- waffneten Dampfer Drumeliffe(4072 To.) mit Kriegs- Material nach Rußland, Parthenia(5160 To.) mit Hafer und Esneh(3217 To.) mit Stückgut. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. Berlin, 21. Juni. tischen Kanal: Neue U-BootS-Erfolge im Eng 31500 Dr.-R.-T. Unter den versenkten Schiffen befanden sich: der englische, tiefbeladene, frühere deutsche Dampfer Wega, ei« beladener englischer Dampfer von Größe und Anssehe» des«night Companion(7241 T.), ein italienischer bewaffneter Dampfer mit 4000 T. Kohlen, der französische Segler Vigoureuse mit einer Ladung Eisenerz nach England, ferner ein großer unbekannter bewaffneter Dampfer, ein Oeldampfer von mindestens 5000 Br.-R.-T. und zwei große tiefbeladene Dampfer mit Kurs auf Le Havre, die ans G e l e i t z S g e n herausgeschoffen wurden. Der Chef deS AdmiralstabeS der Marine. ck London, 21. Juni. Die Admiralität teilt mit: 5 Schiffe»nter und 27 über 1 6 0 0 Tonnen sind während der letzten Woche versenkt worden. « �Amsterdam, 22. Juni. Havas meldet auch Paris: Die Blätter in San Sebastian berichten, daß am Sonntag einige Meilen von der Stadt entfernt ein Gefecht zwischen einem f r a n z ö s i- schen S ch i f f und einem deutschen Unterseeboot statt- fand. Das französische Fahrzeug, das 4200 Tonnen groß war und tn östlicher Richtung fuhr, wurde von dem U-Boot angegriffen und erhielr Treffer in den Aufbewahrungsraum für Schmieröl, wodurch ein Brand am Bord des Dampfer» ausbrach. Da» Schiff, da» mit Geschützen bewaffnet war, beantwortete da» Feuer de» U-Boote». Abermals Daralong. c 26. Berlin, 22. Juni. Schon vor einiger Zeit nach Deutschland gelangte Gerüchte über die Behandlung Ueberlebender unsere» im Mai in Verlust geratenen U-Baote» C 26 habe» jetzt auf de« Weg« über daS neutrale Ausland ihre vollgültige Bestätigung er- fahren. Danach wurde daS Boot während de» Tauchen»»an einem englischen Zerstörer gerammt und zum Sinken gebracht. Von der Besatzung gelang e» acht Mann, sich an die Oberfläche emporzuarbeiten, von denen die Engländer absichtlich nur zwei retteten. Die Uebrigen überließen sie wie im Falle deS Torpedoboote» S 20 ihre« Schicksal. * Was 869 000 Br.-R.-T. bedeuten. Die Maibeute unserer Boote betrug 800 000 Br-R.-T. Schiff». räum. Da fast ausschließlich gewöhnliche Frachtdampfer versenkt wurden, deren für Ladung nutzbarer Raum besonders groß ist, da für Unterbringung von Kesseln, Maschinen, Kohlen, Ausrüstung usw. wenig Platz verbraucht wirb, so darf man rechnen, daß 869 000 Br.-R.-T. ungefähr B 5 0 0 0 0 N.-R.-T. entsprechen. Etwa durch Verdoppelung dieses Raummaßes ergibt sich, soweit nicht Sperr- gut, sondern Frachtgüter mittleren spezifischen Gewichte», wie bei- spielsweise Getreide, Futtermittel, Kohlen, Wolle, in Frage kommen, die zugehörige Tragfähigkeit in metrischen Gelvichtstonnen zu je 1000 Kilogramm. 550 000 N.-R.-T. besitzen also ein Lade- gewich t von rund 1,1 Millionen metrischen Tonnen. Di- Betriebsmittel der vollspurigen Eisenbahnen in Deutsch- land umsatzten im Jahre 1014 nach der Reichsstatistik rund 700 000 Güterwagen mit einem nutzbaren Ladegewicht von 10,2 Millionen Tonnen. Ein Zehntel diese» Betrage» hätten die im Mai versenkten Handelsschiffe laden können. Gemessen an Eisenbahnwagen, die dem Binnen. länder als Maßstab für Gewichtsmengen vertrauter sind als Re- gistertonnen, hat die Entente im Mai etwa 70 MO Güterwagen zu durchschnittlich je 15 Tonnen Tragfähigkeit verloren oder, noch anschaulicher ausgedrückt, 2000 Güterzüge z» j« siebzig Achse«. DaS ist ein kägklcher Schiffsverkusi, aukgedrKckl in Tkfen« bahnwagen, von wicht weniger als 60 Güterzügen! « London, 22. Juni. In SchiffahrtSkreisen verlautet(nach dem .Hamburger Fremdenblatl', daß nur noch sechs Höfen in Groß« britannien für den transatlantischen Schiffahrts- verkehr offen sind. Alle anderen werden von überseeischen Dampfern nicht mehr angelaufen, sondern dienen nur der Küsten- fahrt. Au» einem Bericht des Hafenkommandanten der britischen Küste an die Admiralität gebt hervor, daß auch im Mai 1Sl7 wieder eine Anzahl Patrouillenfahrzeuge durch die Minen verloren gingen. Im April waren eS 16, im Mai 21. Kleine Kriegsnachrichten. Der neue ruffifche Botschafter in Frankreich. HavaS meldet: Die französische Regierung hat ihre Genehmigung zur Er« nennung MaklakowS zum Botschafter Rußlands in Frank- reich erteilt. v« Gängelband de» GeschäftSjonrnaNsten. Im Oberhause find der englischen Regierung wegen der Mission Lord RorthcliffeS nach den Vereinigten Staaten bitterste Wahrheiten gesagt worden. Die liberalen Peers protestierten energisch gegen die Wahl des Lord Northcliffe. Lord Ribblesdale sagte ironisch, das Land scheine eine Regierung zu besitzen, die sich von einem ZeitungS- befitzer am Gangelbande führen ließe. Lord Curzon erklärt« namens der Regierung, daß Lord Northcliffe zwar als Vertreter der Regierung nach Amerika gegangen fei, aber in keiner Hinficht als Nachfolger Balfour» zu betrachten fei. Erklärung öes Kabinetts Esterhazp. friede« und Wahlrecht. Am DonerStag hielt der ungarische Ministerpräsident Graf Esterhazy seine ministerielle Jungfernrede. Er sagte: Die Grundlage des Kabinetts bildet die W a h l r e f o r m. Die Altersgrenze kür das Wahlrecht wird auf 24 Jahre festgesetzt, je- doch werden die Kämpfer an der Front, die das Karlskreuz be- sitzen, auch unter dieser Altersgrenze das Wahlrecht hoben. Die Wähler müssen von Amtswegen in die Wählerlisten aufgenommen werden. Die Reinheit der Wahlen wird durch ein Verbot der Zahlung von Reisekosten, der Verpflegung der Wähler und durch ein Verbot von Abzeichen und Fahnen gesichert werden. Sollt« die gegenwärtige formale Mehrheit de» Abgeordneten- Hanfes die Schaffung dieser unerläßlichen Reform gegen nnsere Hoffnung verhindern, so werden wir genötigt sein, Neuwahlen anzuordnen. Der Ministerpräsident entwickelte sodann eingehend sein Pro- gramm der Fürsorge für Kriegsinvaliden, KriegSwitwen und -Waisen, ferner die Grundlagen der Besitzpolitik. Bezüglich des Ausgleiches mit Oesterreich erwähnt« er, sein« Regierung habe diesen schon vorgefunden und auf dieser Grundlage würden die schon im vergangenen Jahre mit Deutschland begonnenen Ver- Handlungen fortgesetzt. Di« Regierung beabsichtige ein« endgültige Erledigung deS Ausgleiches einem zukünftigen Reichstage vorzubehalten, falls nicht vom Willen der Regierung un- abhangige Zustände frühere Maßnahmen unvermeidlich machten. Bezüglich der auswärtigen Lage sagte Graf Esterhazy, er befinde sich nach Rücksprache mit dem Minister des Aeußern mit diesem in vollem Einvernehmen. Auch die neue Regierung halte an dem langbewährten engen Bündnis mit Deutsch- land, sowie an den im Kriege geschlossenen, aber, wie er hoffe, zu langer Dauer besfimmten Bündnissen mit der Türkei und Bul- garien fest und wisse sich dabei der vollen Zustimmung des HauseS sicher. Mit Befriedigung könne er die günstige militärische Lage feststellen, die sich bei der jüngsten heldenmütigen Abwehr der italienischen Offensive, bei der auch die ungarischen Truppen ihre Tapferkeit bewährt hätten, gezeigt habe. Gerade dieS Bewußtsein unserer Stärke, schloß der Ministerpräsident, gestattet unS, ohne schwächlich zu erscheinen, an der von uns und unseren Verbündeten kundgviebenen Bereitwilligkeit zu einem für uns und unsere Gegner annehmbaren Friedens- schlnß festzuhalten.(Allgemeiner, lebhafter Beifall.) Graf TiSza als Führer der Opposifion befaßte sich in der Debatte mit der Kritik des Programm» des Ministerpräsi- deuten und bekämpfte die Wohlreform. Graf Andrassh erklärte, für die Auffassung der Regie- rung in der Wahlrechtsfrage einzutreten. Nach Schluß der Sitzung des Mgeordnetenhauses hatte eine überaus zahlreiche Volksmenge auf dem Platze vor dem Parlament Aufstellung genommen und den Ministerpräsi- denten sowie jene Abgeordneten, die sich als Kämpfer für das Wahlrecht hervorgetan haben, mit großen Sympathie- kundgebungen empfangen. An verschiedenen Punkten der Hauptstadt fanden große Kundgebungen statt, wobei Redner Ansprachen an das Volk hielten und die Bedeutung des Tages für die freiheitliche EntWickelung feierten. politische Hebers, cht. Majestatsbeleidigung. Dem„Verl. Tagebl.' wird aus Königsberg berichtet, daß dort der außerordentliche Professor der Theologie an der Königsberger Universität, Friedrich Leziu», einer der hauptsächlichsten Wortführer der annexionistischen Bewegung in der ostpreußischen Hauptstadt, wegen Majestätsbeleidigung von seinem Lehramt suspendiert worden sei. Der Bericht- erstatter bemerkt noch: Prof. Lezius lebte früher als Pfarrer in Kurland und war von der Regierung des Zaren seinerzeit zwangsweise nach Sibirien abgeschoben worden. Demagogenverfolgung. In seiner Zeitschrist.DaS größere Deutschland� beschwert sich der Landtagsabgeordnete Bacmeister über eine.Dema- gogenverfolgung", der die alldeutsche Bewegung auS- gesetzt sei. Er spielt damit auf die Verfolgungen an, unter denen die freiheitlich gesinnten Patrioten des deutschen Bürger- tumS in der Zeit nach den Befreiungskriegen zu leiden hatten. Im übrigen gilt fein Artikel der Polemik gegen eine Schrift des Kieler Theologicprofessors Baumgarten.Das Echo der alldeutschen Bewegung in Amerika", die zwar u. E. vernichtende Feststellungen gegenüber der alldeutschen Politik enthält, aber in keiner Weise zu ihrer gewaltsamen Ver- folgung auffordert. Herr Bacmeister schreibt zum Schluß: Verschweigen wir nicht, daß Baumgarten und seine Freunde für eine.steiheitliche Einrichtung" eintreten, für die Ein- fübrung de« ReichStagSwahlrechtS in Preußen. Aber warum denn wohl? Wir können un» des Eindrucks nicht erwehren, daß eS deshalb geschieht, um diejenigen, deren Wünsche und Hoffnungen sich in der Richtung der alldeutschen Ziele be- wegen, mundtod zu machen: essoll durch jene„freiheit- liche Einrichtung" die feste und alleinige Herrschast der- j e n i g e n begründet werden, die für alles, wa» nach alldeutschen Wünschen aussieht, mir ein Hohngelächter haben. Damtt Ist zugestanden, daß dem Alldeutfchtmn von einer allgemeinen Volksabstimmung das polittsche Todesurteil droht. Aber selbstverständlich sollte und könnte die Demokratie, wie wir sie wollen, die Alldeutschen in ihrer M e i n u n g s- freiheit nicht im allergeringsten beschränken. Als Demo- kraten treten wir für die Meinungsfreiheit unserer Gegner genau so ein wie für unsere eigene. Anf dem Holzwege— aber wer? Ein Teil der Presse fährt fort, der Regierung ausein- anderzusetzen, daß sie gewisse unangenehme Erfahrungen, die sie in der letzten Zeit mit ihrer östlich orientierten Politik gemacht hätte, nur den Ratschlägen der Sozialdemokratie zu danken habe. So meint jetzt auch die.Nationalliberale Korre- spondenz": Vielleicht Hilst das Schicksal des Hoffmannschen Friedens- telegramms den Eindruck verstärken, den Scheidemann und Ge- nassen von der ersten Vernehmung in Stockholm mit heimgebracht haben(?), den Eindruck, daß sie als die Pfadfinder des Friedens auf dem Holzwege sind. Wir können dazu nur wiederholen: Die Politik der Rc- gierung ist nicht die Politik der Sozialdemokratie, und die Politik der Sozialdemokratie ist nicht die Politik der Re- gierung. Die Sozialdemokratie hat in der letzten Jnter- pellationsdebatte vom Reichskanzler eine öffentliche Er- klärung gefordert, daß er nach allen Seiten hin die Formel eines Friedens ohne Eroberungen und Entschädi- gungen akzepttere. Das wäre eine ganze Tat geivesen, und wir bedauern auch heute noch, daß sie nicht getan worden ist. Etwa? HalbeSmehrmals tun, ist noch nicht so viel, wie etwaS Ganzes einmal wnl EtttfShrnng von Wirtschaftskarten für die landwirt- schaftlichcn Betriebe. Vom KttegSernährungSamt werden jetzt die Unterlagen zur Erfassung der diesjährigen landwirtschaftlichen Produktion bekannt gegeben. Um diese Produktion restlos zu erfassen, ist die Einführung von Wirtschaftskarten für die landwirtschaftlichen Betttebe des Deutschen Reiches beschlossen. Zur Führung dieser Karten sind die Kommunal- verbände verpflichtet, die wiederum ihren untergeordneten Gemeinden die gleiche Verpflichtung auferlegen können. Der Zweck der Wirtschaftskatte ist die möglichst genaue Feststellung der Ernteerttäge und die scharfe Kontrolle des den Unternehmern zustehenden Eigenverbrauchs und der ihnen auferlegten Lieferungen. Zu diesem Zweck muß auf der Karte vermerkt werden: die Bodenfläche des landwirtschaftlichen Betriebes und der zum Betrieb gehörenden Personen. Zahl und All des vorhandenen Viehes, die mit Frucht bebaute Fläche, das Ergebnis der Ernteeinschätzung und der Nach- Prüfung, die Menge und die Kontrolle deS benötigten Saat- gutes, der für den Bettieb notwendige Anteil von Brot- und Futtergetreide, die fortlaufende Kontrolle der nach Abzug der vorher erwähnten Menge noch verbleibenden Vorräte. Die Kommunalverbände sind berechtigt, noch weitere Feststellungen vorzunehmen, insbesondere wenn ihnen die mitgeteilten Ernteerttäge zu hoch oder zu genug erscheinen. Die Gemeinden sind verpflichtet. Selbstversorgerlisten an- zulegen, in denen auch der Name des Müllers angegeben sein muß. Ein Wechsel desselben ist nur in besonderen Fällen mit Zusfimmung der amtlichen Stelle möglich, um den Selbst- verbrauch an Getreide nicht der Kontrolle zu entziehen. lieber die abgelieferten Produkte erhält der Unternehmer Quittungen, die er bei vorzunehmenden Revisionen vorzu- legen hat, auf Grund deren der noch vorhanden sein sollende Bestand festgestellt wird, der dann nachzuweisen ist. Zur Kontrolle der Selbstversorger sind Mahlkarten vor- gesehen, welche das Mehl auf dem Wege zur Mühle begleiten. Für die Versorgungsberechfigten ist die Entnahme von Brot und Mehl an Brotkarten geknüpft. Bersorgungsgebührnifse von Kriegsteilnehmern. Für versoraungSberechfiote Unteroffiziere und Mannschaften, die vor dem 1. April 1005 anSgeschieden, wähnend deS Kriegs aber wieder zum akttven Militärdienst herangezogen worden sind, ist aus besonderen Reichsmitteln ein Pensionszuschuß eingeführt worden, der sie für die Gebührnisse aus dem Gesetz vom 31. Mar 1006, die ihnen nicht zustehen, entschädigen soll- Als Kriegstell- nehmer gelten diejenigen, die die feindliche Grenze zu kriegerischen Zwecken uberschritten haben oder ein Gefecht, einen Stellungskampf. eine Belagerung mitgemacht haben, oder sich aus dienstlichem Anlaß mindestens zwei Monate im Kriegsgebiet aufhielten. Anträge auf Gewährung solcher Pensionszuschüsse würden als- bald— mündlich oder schriftlich— unter Vorlage der Militär- papiere bei dem zuständigen Bezirksfeldwebel zu stellen sein. Der Bundesrat hat in seiner Eitzung am 21. Juni 1017 eine Verordnung beschlossen, nach welcher der Reichskanzler ermächtigt wird, die Erzeugung, die Fortleilung und den Verbrauch von Elektrizität und Gas sowie von Dampf, Druckluft, Heiß- Leitungswasser zu regeln. Die nach der Verordnung dem Reichs- kanzler zustehenden Befugnisse kann dieser durch e»re, einer Auf,, cht unterstehende Stelle ausüben. Letzte Nachrichten. Tie russische Offensive beschlossen. Amsterdam, 22. Juni.(W. T. B.) Der Stockholmer Korrespondent des„Algemeen Handelsblad" erfährt aus gut unterrichteter russischer Quelle, daß die vorläufige Regirrung und der Vertreter-Ausschuß der Soldaten und Arbeiter am 21. Juni die Wiederaufnahme de�r Offensive aufderganzen russische«Front beschlossen haben. (Nach einer näheren uns vorliegenden Nachricht ist dieser Beschluß nach einer Rede Z e r e te l l i s mit ü b e r w ä l t i- gender Mehrheit angenommen worden.(Red. d.„V") Albert Thomas in London. Land»», 22. Juni.(Reutermeldung.) Ter französische Muni- tionSminister Thomas ist aus Petersburg in London angekommen. Fliegerbomben auf Nancy. Bern, 21. Juni.„Nouvelliste de Lyon" meldet aus Nancy. in der Nacht zum 17. Juni seien von deutschen Fliegern etwa 15 Bomben geworfen worden; der Sachschaden sei gering, aber 50 Militärpersonen wurden getötet oder verletzt; bisher betrage die Zahl der Toten stebenzehn. Prevesa den Griechen genommen. Bern, 22. Juni.„Temps" meldet aus Saloniki, das) Prevesa von einer französischen Abteilung besetzt worden sei. Die griechischen Truppen und die Gendarmerie hätten sich zurückgezogen. Gewerkschaftsbewegung Berlin und Umgegend. um Aus dem Kriegsausschuß für Groß- Berlin. Aus einem Werf der A. E. G. erscheint der Fräser H. und wünscht einen Abkehrichein. Da aber in diesem Wert eine vom Unternehmer und von den Arbeitern anerkannte Vereinbarung besteht, die während des Krieges mehrfach erneuert worden ist, und des Fräfers H. nicht entsprochen werden. H. dieser Vereinbarung gemäß bezahlt wird, fonnte dem Verlangen eine Abneigung des Rheinisch- westfälischen Koblenfyndikate gegen Berlin zurückzuführen. Vor dem Kriege haben die Berliner Gaswerfe englische Kohlen bezogen, die sie billiger erhielten als die Kohlen aus Rheinland- Westfalen. Daraus erklärt sich die Abneigung des Kohlensynditats gegen Berlin. Die Kalamität, die durch Kohlennot. Gasmangel. Mietssteigerung. das Aufhören der englischen Zufuhr beim Ausbruch des Krieges einMit diesen drei Quellen eines drückenden Notstandes, der die trat, hat bis jetzt angehalten. Die Dinge find so weit gediehen, daß große Masse der Bevölkerung in nächster Zeit schwer bedroht, be- im Oftober oder November die Gasversorgung der fleinen Verbraucher 35 Montageschlosser aus einem anderen Werk der A. E. G. schäftigte sich am Donnerstag eine Versammlung der Ge- aufhören wird. Es ist eine unserer Hauptaufgaben, uns gegen das wünschen eine Erhöhung ihres Verdienstes. Es wird beſchloſſen, die wertschaftsfommission. Ueber Eintreten eines solchen Mißstandes zu wehren. Der Notstand der Sache zur nochmaligen Verhandlung an den Betrieb zurückzuverweisen. Kohlennot und Kohlenversorgung Gaswerke ist nur dadurch zu erklären, daß das Kohlensyndikat seine Da der Direktor dieses Werks zurzeit verreist ist und die Verhand referierte Landtagsabgeordneter Otto Hue. Geschäftsinteressen über die Interessen der Bevölkerung stellt, indem lungen erst bei dessen Rüdfehr beginnen können, wird vereinbart, In einem längeren, auf gründliche Sachkunde und mit reiches die Kohlen zurückhält, um sie für koks zu verarbeiten, was ge- daß die bei den Verhandlungen etwa zugestandene Mehrbezahlung haltigem Zahlenmaterial gestützten Vortrage wies der Referent nach. winnbringender ist als die Lieferung an die Berliner Gaswerke. bis zum Termin der Verhandlung vor dem Kriegsausschuß d. i. am daß Deutschland den größten Koblenreichtum in ganz Europa besitzt. Allerdings werden bei der Verkolung der Kohle Nebenprodukte ge- 14. Juni zurückdatiert werden sollen. Gemessen an dem seitherigen Bedarf, reichen die, unter deutschem wonnen, die für den Heeresbedarf notwendig sind. Diese können 50 Schlosser der J. M. W. wünschen eine Reg- lung ihrer Ber Boden lagernden Kohlenschätze noch für 1500 Jahre aus, aber bei der Verarbeitung der Koble zu Gas ebenso gut dienste. Es wird in Kolonnen gearbeitet. Weil die Arbeiter nicht den Kohlenbedarf Deutschlands zu decken. Wenn auch amtliche An- gewonnen werden. Die Spekulation des Kohlensyndikats wird feststellen können, wie ihr Verdienst errechnet wird und sie auch nicht gaben über die Kohlenförderung seit 1916 nicht mehr gemacht dadurch gekennzeichnet, daß es die gute rheinisch- westfälische Kohle werden, so kann doch als feststehend angesehen werden, daß die nach Belgien liefert, wo Striegspreise dafür bezahlt werden und die nachprüfen können, ob ihr Verdienst richtig festgestellt ist, hält der Kriegsausschuß eine bessere Regelung für dringend erforderlich und Förderung von Steinkohlen in den Kriegsjahren sehr stark zurück- minderwertige belgische Kohle nach Deutschland einführt. verweist die Einzelberatung nochmals an den Betrieb zurüd. gegangen ist, während die Förderung von Braunkohlen infolge ver1800000 Tonnen Kohlen lagern beim Syndikat, 150 Mechaniker der Firma G., die wegen Verdiensterhöhung besserter technischer Einrichtungen, besonders der Anwendung stellungen, die gegen die Praxis des Syndikats erwarten nunmehr endgültige Regelung. Bei der ersten Verhand aber Berlin bekommt nichts davon. Alle Vor schon mehrfach vor dem Kriegsausschuß waren, erscheinen wieder und menschliche Arbeitskraft ersparender Maschinen, bedeutend zu genommen hat. Der Rückgang der Steinkohlenförderung ist darauf an die Regierung gerichtet wurden, haben geschulten Arbeitsfräfte entzogen hat. Dazu kommt, daß die noch Berhältnisse etwas Dampf gemacht werde und daß die Vertreter der probeweis von einem Weister herstellen zu lassen. Die Mechaniker zurückzuführen, daß der Krieg dem Bergbau den größten Teil der feinen Erfolg gehabt. Wir wünschen, daß hinter diese ung hatte die Firma in der Annahme, daß aus dem bestehenden Preis mehr Verdienst herauszuholen ist, sich erboten, die Arbeit im Bergbau tätigen Arbeiter unzureichend entlohnt werden, sich eine Gewerkschaften uns beauftragen, bei den maßgebenden Stellen die hatten in der Voraussetzung, daß der betreffende Meister in gleicher Verbesserung ihrer Ernährung durch Ankauf von teuren Lebens. Interessen der Berliner Bevölkerung energisch zu vertreten. Der Weise arbeiten müßte wie fie, ſich mit diesem Versuch mitteln nicht leisten fönnen und deshalb in ihrer Arbeitsleistung ebenso unheilvoll bemerkbar gemacht wie der Einfluß der Agrarier trieb gemacht. Einfluß der Kohlenmagnaten, der sich in der Kohlenversorgung einverstanden erklärt. Daraufhin wurde der Versuch im Bebeeinträchtigt find. Auch die Behandlung der Bergarbeiter, über die Es fonnte nunmehr festgestellt werden, daß schon immer mit Recht viel geflagt wurde, ist auch jezt noch derart, in der Lebensmittelversorgung, muß beseitigt werden. der von der Firma bestellte Mann trog aller Mühe auch nur undaß die Arbeitsfreudigkeit nicht gehoben wird. Troß des Arbeiters Die Gefahr der Mietsteigerungen wesentlich mehr Verdienst erzielte, als die Mechaniker. Es erfolgte mangels find Maßregelungen wegen Zugehörigkeit zur gewerkschaft. nunmehr eine Verständigung auf der Grundlage, daß der Preis für licher Organisation und wegen Eintretens für Verbesserung der beleuchtete Stadtverordneter Eugen Brüdner. Er erinnerte an die betreffende Arbeit so erhöht wird, daß 15 Pf. für die Stunde Arbeitsbedingungen an der Tagesordnung. Zum Schluß faßte den Beschluß der Hausbesigervereine, eine Steigerung der Mieten um mehr verdient werden kann. der Referent seine Ausführungen dahin zusammen: Die mindestens 10 Proz. vorzunehmen, die schon am 1. Juli eintreten Der Schlosser K. von der Firma B. will einen Abkehrschein, natürlichen Bedingungen für die Kohlenversorgung find soll, anderenfalls die Wohnung als zum 1. Oftober gefündigt weil er anderwärts Beschäftigung als Betriebsleiter erhalten kann. in Deutschland außerordentlich günftig. Eine Kohlennot gilt. Wie der Redaktion des Vorwärts", so sind auch dem Bureau Da das einwandfrei festgestellt wird, entscheidet sich der Kriegsfann also nicht eintreten, wenn die technischen Bedingungen ge- der Gewerkschaftskommission zahlreiche Fälle dieser Art mitgeteilt. ausschuß dahin, daß die Firma dem Schlosser K. entweder einen schaffen werden, die eine ausreichende Kohlenversorgung gewähr- Durch das Vorgehen der Hausbesitzer werden nicht nur die Mieter gleichen oder ähnlichen Posten zur Verfügung stellt oder ihm den leisten. In dieser Hinsicht sind durch den Krieg allerdings Schwierig getroffen, die daveim sind, sondern auch die, die im Felde stehen. Abkehrschein gibt. feiten erwachsen. Aber sie fönnen und müssen behoben werden. Die Hausbesitzer gehen davon aus, daß sich die Mieter die Steige- Von der Firma M. 2. W. erscheinen 60 Dreher und wollen Wenn das allerdings nicht rechtzeitig geschieht, dann ist für den rung gefallen lassen werden, weil Ilmzüge gegenwärtig mit großen mehr Lohn haben. Die Firma erklärt, daß sie Vorbereitungen gekommenden Winter eine viel größere Kohlennot zu befürchten, als Schwierigkeiten und hohen Kosten verbunden sind. Gegen dicses troffen hat, daß, während jetzt ausschließlich in Stundenlohn wir sie im vergangenen Winter gehabt haben. Um uns vor der Treiben der Hauswirte muß etwas unternommen werden, und zwar gearbeitet wird, in spätestens sechs bis acht Wochen in Stücklohn drohenden Gefahr einer Kohlennot zu sichern, müssen aber nicht bald, denn der Kündigungstermin steht vor der Tür. Der Ausschuß gearbeitet werden soll, wobei dann ein der gegenwärtigen Zeit ent nur die technischen Borbedingungen geschaffen werden, sondern der Gewerkschaftskommission ist der Meinung, daß gemeinsam mit sprechender Verdienst erzielt wird. Bis dahin erhalten die Dreher die Leistungsfähigkeit und die Arbeitsfreudigkeit der Bergarbeiter den anderen Gewerkschafts- und Angestelltenorganisationen zur Ab- 10 Proz. Lohnaufschlag. mug gehoben werden durch Erhöhung der Löhne, beffere Ernährung, wendung dieser Gefahr eine Eingabe und persönliche VorAcht Mechaniker der Firma G. wollen Verdiensterhöhung. Nach bessere Behandlung. Nach dieser Richtung hin müssen die Arbeiterstellung beim Obertommando und beim Bundesrat längerer Beratung wird vereinbart, daß die Mechaniker ſofort 5 Proz. organisationen tätig sein. Dann wird es auch gelingen, die Gefahr erfolgen soll. Diese Behörden sollen veranlagt werden, und am 1. Juli 1917 weitere 5 Proz. erhalten. der Kohlennot zu bannen. wie es in anderen Orten schon geschehen ist, Verordnungen zu erlassen des Inhalts, daß Mietsteigerungen nur vorgenommen werden dürfen, wenn die Notwendigkeit derselben nachgewiesen ist und Kündigungen Der Rotterdamer Hafenausstand beendet. den Behörden zur Genehmigung eingereicht werden müssen. Ausschuß bedauert, diesen Vorschlag machen zu müssen, weil er einen Rotterdam, 22. Juni. Die Arbeit im Hafen ist heute wieder Eingriff in das Selbstverwaltungsrecht darstellt, aber es gibt feinen aufgenommen worden. Damit ist der Hafenarbeiterausstand beanderen Ausweg, weil die Gemeindebehörden auf diesem Gebiete endet. machtlos sind und der Gefahr nur im Verordnungswege begegnet werden kann. Die Gasversorgung für den Winter besprach Stadtv. Adolf Ritter. Er führte aus: Der Ausschuß der Gewerkschaftskommission ist der Meinung, daß der Einfluß, den fich die Vertretung der Berliner Arbeiter auf die Verteilung der Lebensmittel gesichert hat, auch auf die Kohlenversorgung ausgedehnt werden muß. Es handelt sich um hier um eine Angelegenheit, die für den kommenden Winter von der allergrößten Bedeutung ist. Die Vertretungen der Gemeindebehörden Groß- Berlins haben ja schon einen Beschluß über die Kohlenrationierung gefaßt. Wie die Arbeiterkommission in der Ernährungsfrage mit den Gemeindebehörden in Fühlung gekommen ist, so muß es auch mit der Kohlenversorgung geschehen. Diese Auffassung besteht auch in Kreisen, die Sonst feine Berührung mit Arbeitern haben und die wünschen, durch Fühlungnahme mit einer Arbeitervertretung die Bedürfnisse und Wünsche der Arbeiter fennen zu lernen um sich bei den maßgebenden Stellen darauf berufen zu fönnen. Im Bu fammenhang mit der Kohlenfrage steht die Gasversorgung. Auch diese ist eine für den fleinen Haushalt sehr wichtige Angelegenheit, denn wegen der Kohlenfnappheit im vergangenen Winter find biele kleine Haushaltungen zur Anlage von Gastocheinrichtungen übergegangen. Die kleinen Abnehmer von Gas, das sind die, welche unter 400 Rubikmeter verbrauchen, haben sich um mehr als 300 000 vermehrt. Die Berliner Gaswerke befinden sich wegen ihres Kohlenbedarfs in der gleichen Lage wie der Privatmann. Sie fönnen nur den feine Kohlenvorräte anschaffen, sondern immer Bedarf für ganz furze Zeit deden. Sie leben sozu Sagen aus der Hand in den Mund. Dieser Uebelstand ist weniger eine Folge wirklichen Kohlenmangels, sondern mehr auf Deutsches Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Max Pallenberg in Familie Schimek. Kammerspiele. Heute u. folgende Tage 7%, Uhr: Die Tänzerin ( mit Leopoldine Konstantin). URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Tirol Volksbühne. Theat. a. Bülowplatz. einst und jetzt. Untergrundb. Schönhauser Tor. Heute u. folgende Tage 7%, Uhr: Die Königin der Luft. Lessing- Theater. Heute u. folg. Tage 7%, Uhr: Rose- Theater. 71, br: Der Mann seiner Frau. Marie Ottmann u. Hans Waßmann in Gartenb.: Berlin wie es liebt u. haßt. Niobe. Musik v. Osk. Straus. Oper. v. 0. Blumenthal. Sonnt. nachm. 3.( kl. Pr.): Armut. Dir. C. Meinhard R. Bernauer. Theater i. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Schnitzler- Abend. Komödienhaus 8 Jhr: Wie fessle ich meinen Mann? Berliner Theater 720 Uhr: Die tolle KomteB. Apollo FRIEDRICHSTR AN DER KOCHSTE Allabendlich 7, Uhr: Das vielseitige Varieté- Programm! Die Kasse ist ab 10 Uhr geöffnet Theater für Sonnabend, den 23. Juni. Deutsches Opernhaus 7 Uhr: Nanon. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 7, Uhr: Das Dreimåderlhaus. Metropol- Theater 74, Uhr: Die Czardasfürstin. Residenz- Theater Gebr. Herrnfeld- Theater. 7 Uhr: Der Leibgardist. 7% U.: Das Pensionsschwein. Schiller- Theater O 71, Uhr: Robert and Bertram. Kleines Theater 7, U.: Hans im Schnakenloch. Komische Oper 348 Uhr: Die Dose Sr. Majestät. Lustspielhaus Schiller- Th. Charlottenb. 7%, Uhr: Kammermusik. Thalia- Theater Der Die Versammlung ermächtigte den Ausschuß, wegen der Kohlenversorgung und der Wohnungsfrage im Sinne der von den Referenten gemachten Vorschläge vorzugehen. Kriegsausschuß für die Metallbetriebe Groß- Berlins. Die Arbeiter und Angestellten sämtlicher Berufsgruppen in GroßBerlin, mit Ausnahme der Belleidungsindustrie, wollen beachten, daß alle Beschwerden wegen Verweigerung des Ablehrscheins münd lich in der unterzeichneten Beschwerdestelle zu Protokoll gegeben werden können. Die Beschwerdestelle ist werktäglich geöffnet von 9-12 Uhr bormittags und 4-6 Uhr nachmittags. Alle Beschwerden, die von Montag bis einschließlich Sonnabend in der Beschwerdestelle aufgegeben werden, stehen am darauffolgenden Donnerstag zur Berhandlung. Die Verhandlungen finden immer Donnerstags statt. Beschwerdestelle des Kriegsausschusses für die Metallbetriebe Groß- Berlins, C 54, Linienftr. 83/85, Portal IV, Zimmer 6. NATIONAL- THEATER Köpenicker Str. 68. Ueber 190 Male! Stürmischer Erfolg! 8 Uhr. Was junge Mädchen träumen! Posse mit Gesang und Tanz. Musik von Walter Bromme. Sonntag 3: Schmetterlingsschlacht v. Sudermann. Vorverk. ab 10 U. Deutsche Volksspende zum Ankauf von Lesestoff für Heer und Flotte. Ehrenpräsident: Generalfeldmarschall v. Hindenburg. Am Opfertage für die Reichshauptstadt Berlin, Sonnabend, den 23. Juni, nachmittags 4 bis 7 Uhri patriotische Feier im Charlottenburger Schloßpark 1000 Mitwirkende. Wethespruch, vorgetr. von Theodor Loos Kosteckscher Bläserbund Grossberliner Sängerbund Militär- Musik- Abteilung Huldigungszug zum Mausoleum Eintrittskarten 1 Mark in den bekannten Vorverkaufsstellen, a in der Geschäftsstelle des Roten Kreuz, Markgrafenstraße 40 A Bon Oberbaumbrücke- saldenstein str. der Sonntags 8, 1. u. 2 1. Dampfer- Extrafahrt Boltersdorfer Schleuse, Sonntags bin u. zur. 1,50. Sonntags 8, n. n. 2, U. Nen- Heringsdorf. Wochentags 1.00. Nächste Woche 9 Uhr vorm. Dienstag u. Donnerstag Woltersdorfer Schleuse u. Neu- Heringsdorf. Mittwoch Neue Mühle. Reederei Kieck, Faldensteinstr. 48. Tel.: Mpl. 8197. 2142 7, Uhr: Sonnwendzauber. Theater am Nollendorip Berliner Prater- Theater 7, U.: Die Gulaschkanone. 7%, Uhr: Die blonden Mädels Morgen 3, Uhr: Unsere Käte. Theater des Westens vom Lindenhof. Neues Operettenhaus U. Stolze Thea. Schiffbd. 4a. Kassentel. Nord. 281 Trianon- Theater 74U.: Der Soldat der Marie. 7º Uhr: Der Star. Kastanienallee 7-9. Heute: Aha famos! Große Ausstattungs- Operettenposse in 3 Atten mit Gelang und Tanz. Vorher das große Varietéprogramm. Anfang 4 Uhr. Admirals- Palast. Abrakadabra großes phantastisches Ballett auf dem Eise. Angenehmer kühler Aufenthalt 7 Uhr. Vorzügl. Küche. Rusland. Aus aller Welt. Hafenbrand in Genna. Laut Journal de Genève" verbrannten im Hafen Unglücks ist unbekannt. Das Blatt schreibt, der Vorfall erGenua fünf italienische Dampfer. Die Ursache des innere an die Zerstörung von Striegsschiffen im Vorjahre. Bosener Getreideschieberprozeß. Nach dreitägiger Berhandlung ging in Posen der Prozeß gegen den Getreideschieber Guts. befiger Lorenz Markietan aus Brudnia im Kreise Hohensalza zu Ende. Das Urteil lautete auf eine Gesamtstrafe von 15 Monaten Gefängnis, wovon 6 Monate als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtet wurden, und außerdem auf 26 800 Mart Geldstrafe. Durchdringende Regengüsse sind seit der Nacht zu Freitag in ganz Kuchessen und dem angrenzenden Waldeck und Pyrmont, im südlichen Westfalen und Süd- Hannover niedergegangen. Zirkus A. Schumann Bahnh. Friedrichstr. Anf. 8 U. Rauchen gest. Kühler Aufenthalt. gramm. Das Zirkus- Varieté- Progroße Unter Die 3 Grazien am Draht. ander.: Bayr. Alpen- Spiele. Dir. A. Schumanns Schulund Freiheitsdressuren. Halali. ParforceSchnitzeljagd. Sonntag 3, und 8 Uhr. Nchm. 1 Kind frei sowie GratisPony- Reiten für Kinder. Voigt- Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Täglich große Extravorstellung. Pieper und Sperling Erstklassiges Spezialitäten Programm. Anf. Sonntags 4, wochent. 45 Uhr. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Cabaret „ Feldgrau" Anfang 7%, Uhr. Walhalla- Theater. 7%, Uhr: Zigeuner. 5 Uhr: Gartenbühne Vorstellung. Palast The aler Am Zoc Tägl. 734 Sonnt. 3, u. 73% Triumph der Schönheit und das großė, neue Varieté- Programm. Angenehm kühler Aufenthalt. Spezialarzt Dr. med. Colemann für Haut-, Harn-, Frauenleiden nerv. Schwäche, Beinkranke, Ehrlich- Hata Kuren, ( Dauer 12 Tage), Behandlung schnell, sicher und schmerzlos ohne Berufsstörung. Stadtbhf. Königstr.34-36, Alexanderpl Spr. 10-1 u.5-8. Sonnt. 10-1. Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Prg. Weißbierflaschen sofort zu kaufen gesucht. Kammerichwerke Berlin- Wittenau, Wittestraße 47/48. Nr. 16934. Jahrgang Beilage des Vorwärts Die Sozialdemokratie für die Feldgrauen. ( Schluß) wurden. T Sonnabend, 23. Juni 1917 Diesem würde die Förderung und Verwaltung dieser Gebiete zu übertragen sein. Und daneben würde ein unabhängiger Gerichtss hof zu schaffen sein, der die sich auf diesem Gebiete ergebenden Rechtsfragen als höchste Instanz zu entscheiden hätte. Tas Beschwerberecht. Es ist denn auch eine Verfügung in diesem Sinne ergangen, mit Es ist charakteristisch, daß Prof. Grotjahn im Reichsversiche Seit dem Jahre 1880 wird im Reichstage der Kampf um eine der Ausdehnung, daß auch die Bäter finderreicher a rungsamt ausschließlich eine Art sozialpolitischer Verwaltungsbes Reform des Beschwerde rechts geführt. Ueber die berechtigten Be- milien von der Front zurückgezogen werden sollen. Leider ist hörde sieht. In der Tat liegen ihm eine Reihe von Verwaltungsdenten der Mannschaften, von diesem Beschwerde recht Gebrauch das nicht in dem wünschenswerten Umfange geschehen; vielmehr aufgaben ob. Wie sie jedoch das Reichsversicherungsamt zu einent zu machen, ist schon genug gesprochen und geschrieben worden. ist in zahlreichen Einzelfällen einfach erklärt worden, daß die dem Stande der hygienischen Wissenschaft nicht entsprechenden fostSelbstverständlich hat die Sozialdemokratische Fraktion auch wäh- Zurücknahme aus dienstlichen Gründen nicht möglich sei. Unsere spieligen Experimentieren geführt haben sollen, ist uns wirklich rend des Krieges immer wieder versucht, eine zeitgemäße Senoffen haben mit aller Deutlichkeit gefordert, daß solchen ErReform des Beschwerde rechts herbeizuführen. Gerade auf diesem lassen Geltung verschafft werden müsse, wenn nicht alle die zahl- fchleierhaft. Dafür auch nur einen einzigen Beweis anzuführen, Gebiete aber verhielt sich die Militärverwaltung ganz reichen Hoffnungen zerstört werden sollen, die darauf aufgebaut dürfte Herrn Grotjahn schwer werden. Dazu bietet sich dem besonders hartnäckig, und sie sand dabei die UnterReichsversicherungsamt auch gar feine Möglichkeit. Verwaltungsstüßung der Mehrheit der bürgerlichen Barteien. So wurde im Die Kriegsbesoldungsordnung. aufgaben liegen dem Reichsversicherungsamt namentlich auf dem April 1916 ein sozialdemokratischer Antrag abgelehnt, der forderte: Für den Frieden ist im Etat genau festgesetzt, welche Ge- Gebiete der Unfallversicherung ob. Hier ist es Aufsichtsbehörde dem Reichstag spätestens bis au seiner nächsten Tagung den hälter die Offiziere und Beamten beziehen. Im Kriege ist das der Berufsgenossenschaften. Taß diese sich zu sozialpolitischen ExEntwurf eines Gesetzes, betreffend Abänderung des Beschwerde. anders. Sier gilt die Kriegsbesoldungsordnung, die nicht auf perimenten hergegeben hätten, ist ein so absurder Gedanke, daß rechts der Soldaten vorzulegen. Der Entwurf soll insbesondere einem Gefeß, sondern auf einer Jahrzehnte alten preußischen Ber- Herr Prof. Grotjahn dieses Gebiet nicht meinen fann. Auf dent folgende Bunfte berücksichtigen: ordnung beruht. Diese Kriegsbesoldungsordnung galt natürlich Gebiete der Invalidenversicherung fann das Reichsversicherungsamt 1. Wegfall des Begriffs der leichtfertigen Beschwerde; auch 1870 und ist dann später in den tolonialen Kriegen ange2. Strafvollzug nicht vor Erledigung der Beschwerde." wendet worden. An die gesetzliche Regelung dieser Materie dachte nur die Genehmigung zu Maßnahmen der LandesversicherungsIm Bleuum sowohl als auch im Ausschuß fam es immer wieder niemand, weil man mit einem bevorstehenden Krieg nicht rechnete. anstalten erteilen oder ablehnen. Diese Maßnahmen sind auch zu lebhaften Auseinandersehungen über das Beschwerde recht. Das Interesse an der Kriegsbesoldung wurde natürlich plötzlich wieder durch gefeßliche Vorschriften umgrenzt, und daher scheidet Bon einem Recht hier zu sprechen, ist eigentlich etivas phantasie- afut, als der Krieg ausbrach. Nun aber war es ganz unmöglich, auch dieses Gebiet für sozialpolitische Experimente des Reichsverboll, besser drückt man sich dahin aus, daß dem Soldaten die Mögein Gremplar der Kriegsbesoldungsordnung zu erlangen. Fast ficherungsamts aus. Ja wir müssen sagen, daß selbst da, wo sich lichkeit der Beschwerde gegeben ist. Diese Möglichkeit aber birgt ein Jahr verging, bis es möglich war, Einblick in die Kriegsbe die Möglichkeit großzügigen Wirkens bietet, das Sozialhygienische für den Soldaten eine solche Fülle von Gefahren aller Art, daß er soldungsordnung zu gewinnen. Die Gehälter erwiesen sich teilweise im weiteren Sinne aufgefaßt, in der Rechtsprechung des Reichsin der Regel davon Abstand nimmt, diesen Weg zu beschreiten. als enorm hoch. Die Regierung vertrat zuerst den Standpunit, Die Auffassung militärischer Kreise über die Beschuverde tommt daß die Festsetzung der Besoldung im Kriege ein Ausflug der recht drastisch zum Ausdruck in einer Abhandlung des Professors taiserlichen Kommandogewalt sei. Dem traten die Dr. Ernst Mayer über dieses Thema. Er sagt dort u. a.: Sozialdemokraten energisch entgegen, mit dem Hinweis darauf, „ Die Beschwerde enthält ganz regelmäßig eine Auflehnung daß es geradezu finnlos wäre, wenn der Reichstag, der im Frieden gegen Maßnahmen des Vorgesezten und gefährdet dadurch die die Höhe der Gehälter festzusehen hat, im Kriege lediglich das Stellung des Befehlshabers; breitet sie sich aus, so fehrt sie Geld zu bewilligen, in dessen Verwendung aber nicht hineinzu das Subordinationsverhältnis ins Gegenteil um, die Kritik wird reden hätte. Unterstützung fand die Regierung nur bei den dann von denjenigen geübt, die in erster Linie verpflichtet sind, Stonservativen, alle andern Parteien pflichteten der sozialdemo ihr Verhalten kritisieren zu lassen. Das Beschwerde recht ist da- kratischen Auffassung bei, daß die Kriegsbesoldung auf dem Wege her ein notwendiges Uebel, notwendig zur Bekämpfung der Gesetzgebung feitzusehen sei. Im August 1915 stimmte der des Unrechts, ein Uebel, weil ihm eine leise Gefährdung Reichstag eine von den Sozialdemokraten im Hauptausschuß einder Disziplin eigentümlich ist." gebrachte Resolution zu: Solche Ansichten darf man nicht respektieren, sondern man muß fie bekämpfen, um sie letzten Endes zu überwinden. In der jetzt abgeschlossenen Tagung des Reichstags beantragten daher die Sozialdemokraten abermals: ,, mit möglichster Beschleunigung eine Reform des militärischen Beschwerderechts herbeizuführen." Diesmal wurde der Antrag sowohl im Ausschuß, als auch im Plenum angenommen, In einem gewissen Zusammenhang damit steht die Frage des Anbindens als Disziplinarstrafmittel. Wer im Felde mit strengem Arrest bestraft wird, kann statt eingesperrt, angebunden werden und zwar gilt zwei Stunden Anbinden für einen Tag Arrest. Ueber das Barbarische dieser Strafart ist kein Wort zu verlieren und nur ein einziger Konservativer fand sich im Ausschuß, der es fertigbrachte, diese Strafart als nicht entbehrlich zu bezeichnen. Die Sozialdemokraten beantragten: zu veranlassen, daß die Strafe des Anbindens im Heer und in der Marine beseitigt wird." Der Kriegsminister verhielt sich zunächst strikte ablehnend, der Antrag fand aber einstimmig Annahme. Mittlerweile ist durch eine Verordnung des Kaisers das Anbinden in der Armee verboten worden. Zurückziehung älterer Mannschaften. Die militärische Dienstpflicht endet mit der Vollendung des 45. Lebensjobres. Tie Wehrordnung enthält aber die Einschrän fung, daß während eines Krieges niemand aus dem Wehrverhält. mis ausscheiden kann. Bei der langen Dauer des Krieges stehen infolgedessen heute viele Landsturmlente bereits im 48. Lebensjahr. Der Wunsch dieser alten Landstürmer, in die Heimat entlassen zu werden ist begreiflich. demokraten dann:" Im März 1916 brachten die Sozialdemokraten folgenden Antrag cin: „ bei der Obersten Secresleitung zu veranlassen, daß Mannschaften, die das 45. Lebensjahr überschritten haben, in weiterem Umfange als bisher, hinter der Front verwendet werden." Dieser Antrag fand keine Mehrheit. Beim nächsten Zusammentritt des Reichstags, im Oftober 1916, beantragten die Sozial„ daß die Jahrgänge 1869 und 1870, lettere, soweit und sobald fie das 47. Lebensjahr vollendet haben, aus dem Heeresdienst entlassen werden." Dieser Antrag wurde abgelehnt und statt deffen folgender Antrag der bürgerlichen Parteien, denen der sozialdemokratische Antrag zu weit ging, angenommen: ,, die verheirateten Mannschaften, besonders solche mit großer Kinderzahl, der älteren Jahrgänge, soweit es nus militärischen Gründen angängig erscheint, für längere Zeit in die Heimat zu beurlauben." Angenommen wurde aber dann der weitere sozialdemokratische Antrag: ,, in Erwägungen darüber einzutreten, ob und welche Maß nahmen ergriffen werden können, damit die im Heeresdienst fichenden weiteren Söhne solcher Familien, die bereits einen oder mehrere Angehörige durch den Tod im Felde ver loren haben, zum Dienst in der Etappe oder in der Heimat verwendet werden." Ein Reichsamt für soziale Fürsorge. ,, eine sofortige allgemeine Revision der Kriegsbesoldungsordnung zu veranlassen." Der Bundesrat stimmte aber nicht zu, sondern sagte in seiner Entschließung: „ Eine allgemeine Revision des Kriegsbesoldungswesens muß mit Rücksicht auf die gegenwärtige Belastung der beteiligten Ressorts versicherungsamts versagt. Einengend und einschränkend werden die das alte Recht erweiternden Vorschriften der Reichsversiche rungsordnung ausgelegt. Hier ist von großzügigem Wirken feine Spur. Vielleicht, daß sich hier gerade die Verquickung rechtsprechen. der mit der Verwaltungstätigkeit geltend macht. Natürlich den einzelnen in Betracht kommenden Herren ganz unbewußt. Aber sei dem wie ihm wolle, das Reichsamt für soziale Kürs forge oder wie man es nun nennen will, muß sich lediglich der Ausführung und weiteren Entwickelung der sozialpolitischen Gesche widmen. die Entscheidung der sich aus ihnen ergebenden Rechtsfragen hat ein unabhängiger Rechtshof vorzunehmen. Das Reichsversicherungsamt eignet sich für den Ausbau zu einem solchen. Wir freuen uns, daß nun auch in bürgerlichen Kreisen die Erfenntnis kommt, daß es so, wie es ist, nicht bleiben kann. mit dringlicheren Arbeiten einer späteren Zeit vorbehalten Zur 13. Generalversammlung der Metallbleiben. Fortgesetzt wird aber darauf Bedacht genommen, auftretende Mängel der heutigen Gebührnisfestsetzung noch während des Krieges zu beseitigen." arbeiter. k Stöln, 28. Juni. Im Dezember 1915 wurde der Antrag wiederholt, insbesondere mit dem Hinweis darauf, daß mit der Reform bei den schlechter Der Metallarbeiterverband ist die einzige Gewerkschaftsorgani bezahlten Stellen eingesetzt, die hochbezahlten Stellen aber gar- sation, die unbeirrt durch die Kriegswirren ihre Verbandstagungan nicht berührt würden. Der Antrag fand wieder Zustimmung; der abhält. Am 27. Juni tommen die berufenen Bertreter dieser stärksten Bundesrat erklärte abermals, es werde daran gearbeitet, Mängel Gewerkschaftsorganisation im Fränkischen Hof" hier zu ihrer oor, sie beschnitt schließlich auch die Gebälter der neu ernannten sammlung, zusammen. zu beseitigen. Die Regierung nahm auch fortgesetzt Reformen zweiten Striegstagung, der dreizehnten ordentlichen GeneralverGeneräle. Die Sozialdemokratische Fraktion hat jede Gelegenheit Die erste Kriegstagung des Metallarbeiterverbandes, in Berlin benüßt, immer wieder eine Reform der Kriegsbesoldungsordnung 1915, ist ziemlich ruhig verlaufen. Die übergroße Mehrheit des zu verlangen: Streichungen bei den oberen, Herauf Verbandstages stimmte der Auffassung des Vorstandes über die jezung bei den unteren Stellen. Sie übte scharfe Stellung der Gewerkschaften zur Kriegspolitik zu. Unterdeisen Kritik an der Art, wie diese Reformen vorgenommen wurden und haben sich die parteipolitischen Gegensätze in der Arbeiterbewegung verlangte immer wieder die geseßliche Regelung dieser Materie, verschärft. Diese parteipolitischen Meinungsverschiedenheiten denn alle Reformen mußten schließlich Stück und Flickwert bleiben. haben vielfach in den Reihen der Gewerkschaften ihren Ausdruck gefunden, auch im Metallarbeiterverband. Schon die Wahlen der Delegierten standen unter diesem Zeichen. Es ist in manchen Städten für die Kandidaten der verschiedenen Richtungen schr rührig gearbeitet worden. Die ungültigkeitserklärung mancher Wahlen ist vielleicht die Folge. Die Tätigkeit der Sozialdemokratischen Reichstagsfrattion, die sie im Interesse der Feidgrauen entwidelt hat, ist mit dieser Inappen zusammenstellung feineswegs erschöpft. Sie erwies sich stets als die treibende Kraft. Eine Fülle von Anregungen, die von Für die Tagung sind diesmal nur vier Tage in Aussicht geihr ausgingen, hat Beachtung gefunden. Die Interessen der nommen; die Verhandlungen beginnen Mittwoch und sollen Soun Offizier- und der Beamten- Stellvertreter wurden von den Sozial- abend zu Ende sein. Es ist aber sehr fraglich, ob dieses Programm demokraten so gut wahrgenommen, wie die Interessen der Unter- eingehalten werden kann. Nicht etwa, weil die Tagesordnung offiziere. Gegen die Briefzenjur im Felde wurde scharf an überlastet wäre. Diese umfaßt nur wenige Punkte: außer den gefämpft und gefordert, daß die Zensur, wenn sie vorübergehend Geschäftsberichten und der Statutenberatung nur ein Referat über notwendig sein sollte, nicht bei der Kompagnie, sondern bei einem„ Die Schaffung von Staatsmonopolen in der Eisen- und Metallhöheren Stab vorgenommen werden solle, auch, daß aus dem In- industrie und die Arbeiter". Beim Bericht des Vorstandes dürfte halt solcher Briefe dem einzelnen Mann fein Nachteil erwachsen es aber eine Auseinandersetzung geben, die ihren Untergrund in dürfe. Eine gerechie Verteilung der Kantinenüberschüsse und den parteipolitischen Streitfragen hat. In der„ Metallarbeiteranderer, den Mannschaften gehöriger Gelder ist immer wieder ver- zeitung" gab's hierzu eine lebhafte Ouvertüre. Zur Haltung der langt worden. In zahllosen Fällen war es möglich, dirett einzu Verbandsinstanzen zu den durch den Krieg aufgeworfenen Fragen greifen und Nebelstände zu beseitigen, die besonders drückend waren. Auf die schlechten Beförderungsverhältnisse des Zeug und Feuerwerkspersonals ist wiederholt hingewiesen worden. Die da und dort auftretenden Verjuche politischer oder religiöser Bedrückung wurden scharf gegeißelt, und in der Regel gelang es auch, Abhilfe zu schaffen. Die Lage der Kriegsgefan genen wurde eingehend besprochen, die rasche Entlassung unfauglich gewordener Mannschaften gefordert und dringende Vorsicht bei den Aushebungen empfohlen. Es ist kein Eigenlob und feine Uebertreibung, wenn man konstatiert, daß die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion ein gewaltiges Stüd Arbeit im Interesse unserer feldgrauen Brüder geleistet hat, als ein wahrer Sort des Boltes in Waffen, dem recht bald eine glückliche Heimtehr beschieden sein möge, um dann wieder arbeiten zu können an den Werken der Menschlichkeit und der Kultur. lichkeit und der Stu 2. Stüdlen, M. d. R. liegen mehrere Anträge vor, die wünschen, daß der Verbandsiog dieie Haltung zum Krieg und den Striegsmaßnahmen mißbillige. An erster Stelle steht eine lange Berliner Resolution, die„ das Verhalten der Vertreter der Gewerkschaften im Reichstag" nicht billigt und besonders gegen das Verhalten der Generalfom mission protestiert. Der Verbandstag solle beschließen, keine Beis trage mehr an die Generalfommission abzuführen. In Leipzig sind die Metallarbeiter aus dem Gewerkschaftskartell ausgetreten, ein Austritt aus der Generalfommission der Gewerkschaften wäre ein wesentlich anderer, aber verhängnisvollerer Schritt auf dieser Bahn. Es ist daher faum anzunehmen, daß eine wesentliche Anzahl von Delegierten für einen solchen Antrag stimmen werden. Die Haltung des Verbandsorgans findet in den Anträgen auch viels sach Kritit; es wird, wie schon öfters, die Einsetzung einer Prekommission verlangt.- Von den übrigen Anträgen zum Vorstandsbericht sind bemerkenswert: Anträge zur Frauenarbeit. Es wird mit Recht gefordert, daß die Schutzbestimmungen für Frauen und Jugendliche wieder in Kraft gesetzt werden sollen. Die Arbeitszeit Statutenberatung werden größere Aenderungen wohl Bei der für die Frauen soll höchstens acht Stunden betragen. faum vorgenommen. Sehr wahrscheinlich ist aber, daß die Kran fenunterstübung nach den alten Säßen wieder zur Einführung kommt. Nicht weniger als 73 Mitgliedschaften und darunter die größeren beantragen die Wiederinfrastfeßung dieser Unterstüßung in alter Form. Zurzeit werden die halben Säße der statutarisch festgelegten Beiräge gewährt. Der Geschäftsbericht des Vorstandes an die General. versammlung liegt in zwei diden Jahrbüchern für 1915 und 1916 vor. In der Berichtszeit fonnte der Verband auf eine fünfund swanzigjährige Tätigkeit zurückblicken: am 4. Juni 1891 wurde der Verband zu Frankfurt a. M. gegründet. Das Jubiläum ist wegen des Krieges sehr still begangen worden. Der Verband fann aber mit Stolz auf die 25 Jahre eifriger Arbeit zurübliden. Die Widerstände aller Art, die die nene Organisation zu überwinden hatte, waren groß. Der Streit um die Organisationsform, ob Industrieverband oder Berufsorganisation, verschärfte sich nach der Gründung und legte sich lähmend auf den neuen Verband. Der Metallarbeiterverband fehte sich aber durch, der GeVon den vor der Gründung des Verbandes ihm gegenüberstehenden danke des Industrieverbandes siegte allen Semmnissen zum Trop. oder nachher gegründeten Branchenverbänden bestehen nur noch Keim verfehlte Reichsversicherungsanstalt für Angestellte, bei dieser Gelegenheit ganz verschwinden, während andere, wie etwa das Bundesamt für Heimatswesen, durch Angliederung der Siedelungs. Prof. Dr. med. Grotjahn erörtert im„ Berliner Tage- geschäfte, zu erweitern wären. Den größten Ruben von dem neuen blatt" voih 20. Juni- Abendausgabe unter der Ueberschrift: Staatsjetretariat würden Reichsgesundheitsamt und Reichsversiche -" Gesundheitspflege und soziales Versicherungs- rungsamt haben, weil sie beide ihre Eigenart beibehalten und doch wesen" die Frage der Errichtung eines Reichsstaatssekretariats fich gegenseitig mehr als bisher befruchten und vor Reichstag und für die eben benannten Gebiete. Er geht aus von der Errichtung Bundesrat sich weitaus fräftiger zur Geltung zu bringen vercines Ministeriums für Volksgesundheit und soziale möchten als bisher. Es würde mit einem Schlage der jetzt von Fürsorge in Oesterreich und der Tatsache, daß in England seit jozialhygienischer Seite so starf empfundene liebelstand fortfallen, Jahrzehnten ein besonderes Sygieneministerium besteht. Aus dem daß im Gesundheitsamt des Reiches zur sehr Theorie und Wissen Mangel an Einheitlichkeit auf dem Gebiete der Gesundheitspflege schaft ohne Fühlung mit der Verwaltung getrieben werde, im ergebe sich die Frage, ob nicht aus dem ungefügen Songlomerat Reichsversicherungsamt dagegen häufig der gute Wille und die von Behörden, die jetzt das heterogene Reichsamt des Innern bil- Möglichkeit eines großzügigen fozialbygienischen Wirkens zu einem den, verschiedene abgespalten und zu einem besonderen Reichsstaats- dem Stande der hygienischen Wissenschaft nicht entsprechenden fost sekretariat für Gesundheitspflege und soziales Versicherungswesen spieligen Experimentieren führe. zujammenzufassen feien. Prof. Grotjahn nennt das Reichsgesund- Der hier erörterte Gedanfe ist fein neuer. Wir haben seit heitsamt, das Reichsversicherungsamt, die Reichsversicherungsan- langem die Schaffung eines Reichsamis für soziale Fürsorge gestalt für Angestellte, das Aufsichtsamt für Privatversicherung, das fordert. Ter ihm von Prof. Grotjahn zugedachte Aufgabenfreis Bundesamt für das Heimatswesen und das Reichskommissariat ist ein viel zu enger, es sei denn, daß G. unter Gesundheitspflege die Verbände der Kupferschmiede und der Maschivisten und Heizer; für das Auswanderungswesen. die hierfür in Frage kommen. Das alle auf wirtschaftliche, geistige und fitliche Sebung der breiten alle übrigen sind in der Einheitsorganisation aufgegangen. Mi Berbindende liege derin, daß es sich um Behörden handle, deren Volksmassen gerichteten Bestrebungen zusammenfaßt. Alle die berechtigter Genugtuung fann der Vorstand im Bericht jagen, der Betätigung den Menschen selbst zum Mittelpunkt habe, also das Gebiete, die das weite Gebiet der gesamten Sozialpolitik um Metallarbeiterverband habe organisatorisch und verwaltungstech physische Substrat unserer Nation, das durch die Verluste des fassen, Arbeiterschutz, Arbeiterversicherung. Armenwesen, Wohnisch einen Erfolg in seiner bisherigen Wirksamkeit errungen, wie Krieges und das Einsetzen des Geburtentüdganges feineswegs nungspflege, Jugendpflege. öffentlicher Gesundheitsschuß. Neuge- enormen Entwidelung des Verbandes geben folgende Zahlen: Ant ihn feine zweite Gewerkschaft verzeichnen fönne. Ein Bild der mehr als so ungefährdet angesehen werden könne wie noch vor staltung des Arbeitsrechts. Arbeitsvertiefung usw. müssen zu Schluß des Gründungsjahres zählte der Verband 23 205 Ditwenigen Jahrzehnten. Ginige dieser Aemter lönnten, wie die im fammengefaßt in die Sand cincs Reichsministeriums gelegt werden, glieder, 1903 waren es 160 135 und nach weiteren zehn Jahren, Gerichtszeitung. Ende 1913, über eine halbe Million, nämlich 544 934. Die Ein ihre Aftionäre für die vor einiger Zeit erfolgte Rapitalszusam- retisch vorgebildete Kaufleute gehört werden. Die Erfüllung nahmen der Hauptfasse betrugen 1892 154 034 M., 1903 menlegung zu entschädigen ein billiger Borwand, da die Attio- dieses Wunsch: würde einen idealen Zustand schaffen, wenn nicht bereits 2 813 466 W. und 1913 18 758 424 M. An die Mitglieder näre durch den außerordentlich hohen Kursstand und durch die die Gefahr bestände, daß solche Sachverständige zu Anwälten der zurückgeflossen in Form von Unterstützungen sind sehr erhebliche staatlichen Dividenden des Unternehmens bereits mehr als ent- Preistreiber werden. Beträge: 1892 betrugen die Ausgaben für Unterstützungen aller schädigt sind und eine Kapitalserhöhung mehr den Spekulanten Art 54 084 M., 1903 1827 719. und 1913 12 343 813 D. Haupt- als den Daueraktionären dient. Im Augenblicke scheint noch fein tasse und Lolalkassen zahlten in den Jahren 1891 bis 1915 an Grund zur Rechtfertigung für die Kapitalserhöhung gefunden zu Unterstübungen in runden Zahlen: Streif- 34,5 Millionen Mark, sein. Arbeitslosen- 27 Millionen, Kranken- 26,4 millionen und Reise- Reichsbank und preußisches Handelsministerium haben bekannt- fichinahme gegenüber einem friegsbeschädigten Gehilfen am Blaze Arbeitsversäumnis eines Kriegsinvaliden. Daß eine gewisse Rid unterstüßung 6 Millionen Mark. Der Krieg brachte eine Hemlich oft erklärt, daß Kapitalserhöhungen in dieser Zeit unpatrio- ist, dafür sprach sich die 1. Kammer des Berliner Kaufmanns. mung in der Entwickelung; wir haben darum auch zum Vergleich tisch und schädlich find, weil sie das Anlage suchende Kapital bon gerichts in ihrer letzten Cigung aus. Die Drogenfirma die Zahlen von 1913 angegeben. Zweifelsohne wäre der Fort- den Kriegsanleihen ab und zur Spekulation hinleiten, außerdem Gebrüder Reutner hatte einen Kriegsbeschädigten als Lage febrilt in den Jahren 1914--16 ohne diesen ungeheuerlichen Krieg natürlich die Kapitalbeträge immobilisieren, die eben für die Rapi- risten unter Bedingungen engagiert, zu denen sie unter den heutigen fein geringerer wie in den Vorjahren gewesen. talserhöhung gebraucht werden. Man darf begierig sein, ob die angeführten amtlichen Stellen gegenüber den begehrlichen Wünschen der Verwaltungen und der Aktionäre den Raden steif halten werden. Der Mitglieder bestand ist trok des Krieges kein unbefridigender. Im Jahresbericht für 1916 wird die Hoffnung aus gesprochen, daß der Verband die Kriegszeit ohne allzu großen Mit gliederverlust überstehen dürfte. Trotz der Zunahme der zum Heeresdienst Sinberufenen war es möglich, i m lezten Jahre die Mitgliederzahl zu steigern; sie erhöhte sich von 234 307 im Jahre 1915 au 247 360 Gnde 1916, also um 13 053. Im Jahre 1916 fanden 114 176 Neuaufnahmen gegen 91 832 im Jahre 1915 att: ein Zeichen von reger Werbetätigkeit Zugang einiger Heineren Verwaltungen und deren Anschluß an benachbarte größere Mitgliedschaften etwas zurückgegangen; fie betrug Ende 1916 424. des Verbandes. Sicherung der Auslandsforderungen.. Der Verband zur Sicherung der deutschen Forderungen an das feindliche Ausland" verlangt, daß die deutschen Forderungen an das feindliche Ausland nach dem englischen Vorbilde dadurch Vorschuß von 50 Proz. gewährt, für den der Inhaber der Fordemobilisiert werden, daß das Reich auf diese Forderungen einen rungen nicht nur mit dem Reſte dieser Forderungen, sondern auch mit feinem gesamten übrigen Vermögen haftet. Freiheitsanleihen". Die neue russische Freiheitsreichsanleihe, die bei einem Bins bon 5 Proz. zu 85 aufgelegt wurde, hat statt der vorhergehenden drei nur 1,2 Millionen Rubel betragen. Auch die russischen Städte, besonders Moskau, leiden schwer unter Zahlungsschwierigkeiten und müssen für Anleihen bis zu 8 Proz. bewilligen. Der Kampf um bessere 2ohn- und Arbeitsbe= dingungen für die Arbeiter hat auch in den Berichtsjahren nicht geruht. Das zeigt das Kapitel Lohnbewegungen und Streifs. Es wird darüber im Jahrbuch für 1916 gesagt, daß während in den Jahren vor dem Krieg bei den Bewegungen das Hauptgewicht auf die Verkürzung der Arbeitszeit und die Regelung der Arbeitsverhältnisse durch Tarifverträge gelegt wurde, in der Kriegszeit Die amerikanische Freiheitsanleihe" hat zwar zwei Milliarden diese Forderungen zurüdstehen mußten gegenüber der Er Dollar( elf Milliarden Mark) getragen, wird aber mit Rücksicht reichung höherer Löhne. Während 1916 nur in 25 Fällen auf ihren niedrigen Binsfuß von nur 3½ Broz. bereits mit einem hert wurde, ist in 667 Fällen mit 382 946 beteiligten Arbeitern fieber in Amerika nicht allgemein ist und weil die vielfachen anderen mit zusammen 4976 Arbeitern Verkürzung der Arbeitszeit gefor- Sursabschlag notiert. Das ist durchaus begreiflich, weil das KriegsRohnerhöhung und in 511 Fällen mit 249 596 beteiligten Arbeitern hochrentablen Anlagemöglichkeiten für Sapital den Besitz eines nur Ein Teil der Unternehmer 3½pros. Papiers nicht als besonders vorteilhaft erscheinen laffen. Teuerungszulage gefordert worden. hat auch in Anerkennung der abnormen Zenerungsverhältnisse ohne weiteres angemessene Lohnerhöhungen oder Teuerungszulagen zuSchiffahrtsgewinne gestanden, aber vielfach waren dazu erst langwierige BerhandNationaltidende" meldet aus Kristiania: Norges Handels lungen nötig. Und verschiedentlich ist es trop des Burgfriedens" og Sjöfartstidning" berechnet nach der Kriegsgewinnsteuer den zur Kündigung und sogar zur Arbeitsnieberlegung, Gewinn der norwegischen Handelsflotte im Ge wenn auch nur von furzer Dauer, gekommen. Mehrmals war es schäftsjahr 1916/17 auf 375 Millionen Kronen. erst auf Grund von Beschwerden bei militärischen Stellen und dadurch das Eingreifen dieser Behörden möglich, die Unternehmer 3 Zugeständnissen zu zwingen. An den Bewegungen waren beteiligt: 1915 306 300 Beschäftigte und 1916 669 017 Beschäftigte, darunter 209 109 Verbandsmitglieder. Von den Bewegungen hatten fast alle vollen oder teilweisen Erfolg. Erfolglos waren nur 19 Bewegungen im Jahre 1915 und 1916 gar nur 5 Bewegungen. Erreicht wurde durch die Bewegungen im Jahre 1916: für 4452 Personen eine Arbeitszeitverkürzung um 12 195 Stunden für die Woche oder um 24 Stunden für den einzelnen und eine Lohnerhöhung für 519 255 Beteiligte um 2288 063 M. in der Woche oder um 4.40. für jeden Beteiligten. Der Stand der Tarifverträge hat fich im Jahre 1916 wesentlich verändert. Sowohl die Zahl der Tarife wie auch die Zahl der Betriebe ist zurücgegangen; dagegen zeigt die Zahl der Personen, für die die Tarife in Betracht kommen, eine recht erheb liche Zunahme. Ende 1915 bestanden 1077 Tarife für 11 754 Betriebe mit 124 436 Personen. Ende 1916 dagegen war der Stand: 938 Tarife für 10 017 Betriebe mit 161 955 Personen. Die Frauenarbeit in der Metallindustrie hat cine außerordentliche Zunahme erfahren. Nach der Krankenkassenstatistik des Reichs- Arbeitsblattes", die aber lüdenhaft ist, betrug die Zunahme feit Striegsbeginn bis Ende März 1916 111 025. G dürften zurzeit mehrere Hunderttausend Frauen und Mädchen sein, die feit Kriegsbeginn in der Metallindustrie in Arbeit ges treten find. Gegen diese Zunahme der Frauenarbeit hat der BerFand vom volkswirtschaftlichen, insbesondere aber vom gesundheitlichen Standpunkt aus im Hinblick auf die Bevölkerungsökonomie erhebliche Bedenken. Die Frauen werden zu Arbeiten verivendet, die ihre Körperkräfte erheblich übersteigen und je länger je mehr zu schweren gesundheitlichen Schädigungen führen. Besonders nachteilig für die Gesundheit der Frau wirft die lange tägliche Arbeitszeit. In einer Eingabe an den Reichstag forderte der Verband die Wiederinkraftsehung der Arbeiterinnenschutzbe stimmungen, Berbot der Frauenarbeit in den Eisen- und Zinkhütten und den Walz- und Hammerwerken, Festschung der Arbeitszeit für Frauen auf höchstens acht Stunden für schwere Arbeiten und Ausbau der Gewerbeinspektionen durch Zuziehung von Beiräten aus den Kreisen der Aerzte, Unternehmer, Arbeiter und Arbeiterinnen als gewerbliche Gesundheitsämter zur Beurteilung der Körperlichen Eignung der Frauen und der jugendlichen Arbeiter für seither ausgeübte oder neu übernommene geterbliche Berufe. Bezüglich der Entlohnung gilt für den Verband der Grundsah: für die gleiche Arbeitsleistung der gleiche Lohn. Durch eine Umfrage wurde festgestellt, daß von 174 283 in der Kriegsindustrie beschäftigten Arbeiterinnen nur 13 870 gleich 8 Prozent und von 20 888 in der Friedensindustrie beschäftigten Arbeiterinnen nur 4085 gleich 19,6 Prozent den gleichen Verdienst wie die Männer erzielen. Die Organisation muß alles daranseben, dieses ungünstige Verhältnis zu ändern. Sie kann nicht zuLassen, sagt der Vorstand im Bericht, daß durch die Zunahme der Frauenarbeit die Männerlöhne herabgedrückt werden und die allgemeine Lebenslage von Millionen von Staatsbürgern verschlechtert wird. Auch diese Frage dürfte auf der Generalversammlung eingehend erörtert werden. So stehen auf dem Verbandstage der Metallarbeiter Fragen zur Beratung, die nicht nur das Interesse der Metallarbeiter, sondern das der gesamten Arbeiterschaft erwecken. Mögen die Beratungen und Beschlüsse zum Nuzen und Gedeihen des Verbandes und der Arbeiterbewegung beitragen. Industrie und Handel. Kapitalserhöhungen. Die Handelspreffe meldet von einer ganzen Reihe bevorstehender Kapitalserhöhungen. Auch bie Mig u. Genest- Aktiengesellschaft in Berlin- Schöneberg soll eine solche planen, um Cigarren, Cigaretten, Rantabake Engros F. Ernst Borch, Elsasserstr. 21. Alkoholfir. Getränke Erscheint 2 mal wöchentlich. Otto Wolff, Treptow, Krüllst. 16 Zwangsabstinenz. Der norwegische Finanzminister erklärte in einem Bericht über Die Staatseinnahmen, es sei taum zweifelhaft, daß das gegenwärtig bestehende vorläufige Branntweinberbot sehr bald durch ein dauerndes Verbot abgelöst werden würde. Auf der Tagung der Steinhandelsberufsgenossenschaft, die am 19. Juni in Berlin stattfand, wurde verlangt, daß vor Anklagen wegen Preistreibereien praktisch erfahrene und nicht bloß theoVerband der Fabrikarbeiter Beutschlands. Verwaltung Groß- Berlin. Am Montag, den 18. Junt, ver starb unser Mitglied Hermann Thiele. Die Eindscherung findet heute Sonnabend, den 23. Suni, nachmittags 2 Uhr, im Krematorium, Gerichtstraße, statt. Um rege Beteiligung wird er sucht. Nachruf. Ebenfalls am Montag, den 18. Juni, verstarb unser Mitglied Wilhelm Ahrendt. Ehre ihrem Andenken! 56/14 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Karl Fritsche Dppelner Str. 83 am 19. Juni gestorben ist. Ehre seinem Anbenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 23. Juni, nac mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Tabor- Kirchhofes in Ahrensfelde aus statt. 0 Rege Beteiligung erwartet 176/19 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Sage allen Freunden und Be Tannten, dem Schwimmverein Charlottenburg und den Hausgenossinnen für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Verhältnissen schwerlich einen gesunden Menschen finden würde, nämlich zu 32 M. Monatsentlohnnug. Der Gehilfe hatte sich im Felde ein schweres Nervenleiden zugezogen und blieb, als es fich besonders schwer bemerkbar machte, einen Tag vom Dienst feru. Die Folge dieses einmaligen Fehlens war die sofortige Entlassung. Vor Gericht begründete dies die Beklagte noch damit, daß der Kläger 2. dem Prinzipal, der den angeblich erkrankten 2. befuchen wollte, nicht öffuete, und daß er fein ärztliches Attest einreichte. Der Kläger hingegen macht geltend, er wollte am atveiten Tage den Arzt aussuchen, Das Kaufmannsgericht verurteilte die Beklagte antragsgemäß ging dann aber, da die Schmerzen nachließen, wieder ins Geschäft. zur Zahlung des Gehalts bis Ablauf der Kündigungsfrist. Nach der Kriegsbeschädigung sei, so begründete der Vorsitzende, Magistratsrat Techow, das Urteil, die Arbeitsunfähigkeit an dem einen Tage durch aus glaubhaft. brauchte auch den Chef nicht in die Wohnung zu laffen, er wollte vielleicht damit einer unliebfamen Szene in seinen Räumen und damit einer Verschlimmerung seines Nervenleidens vorbeugen. Aus einem eintägigen Fehlen sollte auch ein Arbeitgeber nicht gleich einen Kriegsfall machen. tennen gelernt, eine Das nächtliche Abenteuer eines Türken, bei dem diesem eine Brieftasche mit 8000 M. Inbalt verschwand und bei dem eine faliche Frau Hauptmann" eine Rolle spielte, beschäftigte die dritte Straj weilender Türfe aus Konstantinopel in einem Lokal im Westen die fammer des Landgerichts II als Berufungsinstanz. Wie seinerzeit schon berichtet, hatte ein hier in geschäftlichen Angelegenheiten unverebelichte Margot Gortalow& ti bierzehnmal wegen Diebstahls, Betruges, Sittenfontravention suiw. borbestrafte Person, die sich Frau Hauptmann H." nannte und in der Rosenheimer Straße eine Fünfzimmerwohnung besaß. Es entspann sich dann im Lofal ein Wein und Settgelage, das in der Wohnung der Frau Hauptmann feine Fortiezung fand. Als der Türke am nächsten Vormittag die Wohnung mit noch wüstem Kopfe wieder verlassen hatte, ver mißte er feine wohlgespidte Brieftasche, die den ganzen Umständen nach bei der Frau Hauptmann geblieben sein mußte. Seine Versuche, von der Genannten, deren Adresse er in dem Lokal schließlich erfahren, die Brieftasche mit dem Gelde herauszubekommen, waren vergeblich und so erstattete er Anzeige. Die Folge war, daß das Schöffengericht Berlin- Schöneberg die Beschuldigte wegen Diebstahls zu drei Jahren Gefängnis verurteilte. Gegen dieses Urteil legte die Angeklagte, die total betrunken gewesen sein will, Berufung ein und die Straffammer segte das Urteil auf zwei Jahre Gefängnis herab. Pracht- Modelle! 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In der kommenden Woche dürfen zunächst auf die vier weißen Abschnitte 61d und 61e der Kartoffelfarte je 1 Bfd. Kartoffeln, zufammen also höchstens zwei Pfund Kartoffeln entnom men werden. Als Ersaz für die restlichen 3 Bfd. Kartoffeln soll auf die sechs übrigen Abschnitte in der gleichen Woche, bei einer Brotverkaufsstelle in Berlin unter gleichzeitiger Vorlegung einer Berliner Lebensmittellarte Gebäck entnommen werden dürfen, und zwar entsprechend der staatlicherseits dem Magistrat zur Verfügung ge stellten Menge Mehl, 50 Gramm Gebäd auf jeden Abschnitt, zu sammen also höchstens 300 Gramm Gebäd. Auf die Kartoffel zusaglarten dürfen 2 fund Kar toffeln abgegeben werden. Wer auf die Zusatzlarten Startoffeln nicht zu erhalten vermag, ist berechtigt, für jeden Kartenabschnitt über 1, Bfund Kartoffeln ebenfalls 50 Gramm Gebäd, also zufammen och stens 200 Gramm Gebäd zu entnehmen. In derselben Weise dürfen auch Militärurlauber, falls fie auf ihre Karten Kartoffeln nicht erhalten lönnen, für jeden Abschnitt über Pfund Kartoffeln je 50 Gramm Gebäd entnehmen. Wer bis Freitag, den 29. Juni einschließlich die 2 Pfund Kartoffeln nicht zu erhalten vermag, foll berechtigt sein, auch auf die vier weißen Abschnitte je 50 Gramm, also zusammen höchstens 200 Gramm Gebäd in gleicher Weise zu entnehmen. Verbot der gewerblichen Pflaumenmusherstellung. Die zuständige Kriegsgesellschaft für Dbstkonserven und Marmeladen hat mit Zustimmung des Bevollmächtigten des Reichstanzlers durch neuere Bekanntmachung jede Art der Herstellung von Pflaumenmus zum Zwecke des Absatzes und jeden Abschluß von Berträgen über Herstellung und Lieferung von Obstkraut, insbesondere Apfelfrant, ohne ihre Genehmigung unterfagt. Aus zahlreichen bei der Reichsstelle für Gemüse und Obst eingegangenen Anträgen ist die irrige Auffaffung ersichtlich, daß Händler zum Ankauf von Obst im Wege der Lieferungsverträge wie auch im übrigen amtlicher Ausweise bedürfen, wie solche für den Abschluß von Lieferungsverträgen über Gemüse für die Beauftragten der zum Abschluß von Verträgen befugten Stellen vorgeschrieben worden sind. Zur Aufklärung der beteiligten Behörden und der Händler stellt die Reichsobststelle jetzt ausdrücklich fest, daß diese Bestimmung sich auf den Ankauf von Obst durch Händler nicht bezieht. 28ohlüberlegte Preispolitik. Die Reis stelle für Gemüse und Obst schreibt: Durch mehrere Zeitungen ging die Nachricht, daß die Kriegsgefellschaft für Obstkonserven und Marmeladen für reine Marmelade und für Kriegsmus übereinstimmend 60 Bf., für mit Rüben gestreckte Südfruchtmarmelade dagegen 90 Pf. je Pfund gefordert habe. Die Tatsache ist richtig, aber nicht ettva der Ausfluß einer merkwürdigen Breispolitit", fondern das Ergebnis reiflicher Ueberlegung im Interesse der Verbraucher und beruht auf einer Anordnung des Vorfigenden der Reichsstelle für Gemüse und Obst. Die reine Marmelade wurde nämlich nur vorübergehend als Ersatz für noch nicht fertiges Kriegsmus und nur in geringen Mengen abgegeben. Wäre dafür der an sich angemessene Preis von etwa 1,20 m. anstatt von 60 Pf. zugelassen worden, so hätte auch alsbald das Kriegsmus, das damals ebenfalls zur Ausgabe tam, 1,20 m. getoftet. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hält daran feft, daß zur gleichen Zeit für Erzeugnisse einer und derselben Gattung immer nur ein einheitlicher Breis gefordert werden darf und hat durch die Anwendung dieses Grundfazes bereits Drdnung in die vor dem Verfahren gewesenen Preisforderungen der Absatzstellen gebracht. Sind Karten verfallen, weil innerhalb zweier Jahre nicht 20 Marten geklebt wurden, so soll versucht werden, die Anwartschaft wieder aufleben zu laffen. Wichtige Ansprüche können durch bloße Unachtsamkeit verloren gehen. Darum nüzet die Zeit! 23. Juni 1917 Sier gezahlt, wenn die Ehefrau beim Lode thres Mannes selbst mindestens weist in ihrem Bericht darauf hin, daß auch die vor Erfüllung 200 Marten geflebt hat. Mitunter fehlen mur noch einige Marken der Schulpflicht mit Dispensation entlassenen Stinder 2327 an der Anwartschaft. Darum prüfet! in 1915/16 sämtlich schon die Oberstufe besucht haben müssen. Fügen wir, wie die Schuldeputation es tut, diese Kinder noch hinzu, dann erhalten wir für 1915/16 überhaupt 27 616 Ent laffungen aus der Schulpflicht( 25 289+2327), an denen die ganze Oberstufe mit 25 510 beteiligt war( mit 23 1832327). nach hätten von je 100 überhaupt aus der Schulpflicht ent Taffenen Kinder diesmal 92,87, gegenüber 92,41 im vorhergehenden Jahr, die Oberstufe erreicht.( Der Schuldeputationsbericht er rechnet hierfür die Anteilziffer 99,13, die ebenso sinnlos ist, wie die in den Berichten über das vorlegte und das vorvorlegte Jahr ent haltenen Anteilziffern 98,28 und 98,46. In allen drei Berichten der Schuldeputation erklären sich diese falschen Ziffern nicht aus Druckfehlern, sondern wie die nachrechnende Prüfung ergibt-aus Nechenfehlern.) An unsere Leser! Wiederholt erhalten toir lagen über verspätete oder unregelmäßige Zustellung des Vorwärts. Sehr häufig wird darin der Druderet, der Expedition, den Spediteuren die Schuld beigemeffen. Am guten Willen fehlt es auf feiner Seite aber die gegenwärtige Striegszeit mit ihrem Mangel an Arbeitsfräften macht ein pünktliches Arbeiten oft zur Unmöglichkeit. Sämtliche Berliner Zeitungen leiden an diesem Uebel stande, verschiedene Zeitungen haben aus Mangel an Botenfrauen die Zustellung in den Vororten bereits einstellen und die Abonnenten bitten müssen, die Zeitung auf der Poft zu bestellen. Eine Anzahl von Privatspediteuren haben ihren Betrieb ganz eingestellt, weil sie überhaupt feine Botenfrauen mehr befommmen fonnten. Wie allgemein der Uebelstand im Zeitungswesen ist, zeigt auch nachstehender Aufruf, zu dem sich das Berliner Tageblatt" heute gezwungen fieht: „ Die Kriegszeiten werden gegenwärtig für alle Beschwernisse verantwortlich gemacht. Aber während der Einwand Es ist Strieg" jedem als Entschuldigung dienen soll, will der Zeitungsleser ihn für die Zeitung nicht gelten lassen. Dabei ahnen weite Streise nicht, welchen ungeheuren Schwierigkeiten heute nicht nur die Herstellung der Zeitungen begegnet, sondern auch wie unendlich mühevoll der Bertrieb und die Zustellung der Zeitung geworden ist. Die Hauptexpedition leidet unter der oft unpünktlichen Fertigstellung des Blattes, die wiederum in den Transportsdjwierigkeiten, der Papier. not und dem Mangel an Sehern, Maschinenmeistern, Badern und Falzern ihre Ursache hat. Von der Haupterpedition muß die Zeitung rechtzeitig nach den Bahnhöfen und Filialen befördert werden. Die Autos sind beschlagnahmt, das brauchbare Pferde. material eingezogen und die eingearbeiteten Hilfskräfte im Waffendienft. Die Botenfrauen wechseln wie noch zu leiner Zeit, neu eingestellte müssen fich erst einarbeiten, und viele find noch an andere Arbeiten, sei es in staatlichen Betrieben oder in der Munitionsfabrit, gebunden." Wir dürfen daher unsere Abonnenten wohl um Nachsicht und Geduld bitten. Aus dem Hauptansschuß der Nationalstiftung für Hinterbliebene- Bezirksverband Berlin. Die preußische Verwaltungsreform und die Städte. " Unterstaatssekretär Drews, der fönigliche Kommissar für die Vorbereitung der preußischen Verwaltungsreform, hatte der Vorstand des Preußischen Städtetages um Mitteilung seiner Wünsche zur Verwaltungsreform gebeten. Der Vorstand hat darauf nach Vorbereitung durch einen Ausschuß und Beratung der einzelnen Städteverbände Leitfäße aufgestellt, in denen es unter anderem heißt: Der Ausgangspunkt jeder Verwaltungsreform in Gebiete der Staatsaufsicht muß eine gefeßliche Festlegung deffen sein, was Staatsaufsicht über die Verwaltung der Städteangelegenheiten ist, und zwar dahin, daß die Staatsaufsicht ausschließlich das Recht und die Pflicht bedeutet, darüber zu machen, daß die städtische Berwaltung entsprechend den Gesehen und rechtsgültigen Verordnungen geführt wird, sowie dafür zu sorgen, daß etwaige Mißstände, die den geordneten Fortgang der Verwaltung gefährden, beseitigt werden. Ferner muß gefeßlich festgelegt werden, daß die Staatsaufsicht mur über die Stadt als solche, vertreten durch ihren Vorstand, und nicht über einzelne Beamte oder Angestellte oder Einrichtungen geführt wird. Den städtischen Verwaltungen muß ferner eine Klage im Verwaltungsstreitverfahren gegen staatsauffichtliche Anordnungen zugestanden werden. Ferner wird der Fortfall einer Reihe von staatlichen Genehmigungen gewünscht. Giner bölligen und grundlegenden Umgestaltung bedarf das Verhältnis von Staats- und Gemeindeverwaltung im Gebiet des Schulrechts. An der Stelle der jeht auf diesem Gebiete nur so genannten Staatsaufsicht, die tatsächliche eine unmittelbare Berwaltungstätigkeit der Staatsbehörden bedeutet, muß mit Ausnahme der im einzelnen aufzuzählenden sogenannten„ inneren Schulangelegenheiten" die Beschränkung auf eine wirkliche Staatsaufsicht treten. Besonders hervorgehoben sei, daß Schulen anderer Art, namentlich die Fortbildungsschulen, als reine städtische Beranstaltungen auch hinsichtlich der inneren Angelegenheiten" zu bctrachten sind. Die Leitfäße des Preußischen Städte ages schlagen hierfür eine besondere gesetzliche Regelung vor. Zuschüsse des Staates zu gemeindlichen Veranstaltungen sind in möglichst großem In der letzten Sigung des Hauptausschusses wurde durch den Umfange nach festen gesetzlichen Normen und nicht auf Grund nur Vorsitzenden Stadtrat Doflein ein furzer Tätigkeitsbericht erstattet. verwaltungsmäßiger Entscheidung des Einzelfalles zu gewähren. Aus demselben ist hervorzuheben, daß seit dem 21. Oktober 1916, Auch vom Standpunkt der Städte aus heißt es in den an welchem Tage der Hauptausschuß seine Tätigkeit aufnahm, bis Zeitfähen ist die Aufhebung der Bezirtsregierun31. Mai 1917 9348 Fälle, also im Durchschnitt wöchentlich 309, an- gen und die Uebertragung ihrer Befugnisse auf die Oberpräsidien hängig gemacht worden sind. Dem Hauptausschuß standen 108 000 sehr erwünscht. Die treisangehörigen Städte sind in ganz gleicher Mart aus den Mitteln der Nationalstiftung und 38 000 m. aus den Weise wie die freisfreien Städte unter die Aufsicht der OberMitteln der Hauptstiftung zur Verfügung. Für Preußen ge- präsidien zu stellen. Für die Reichshauptstadt Berlin ist die langten 2 108 000 m. in diesem Jahr zur Verteilung, davon unmittelbare Unterstellung unter die Instanz der Ministerien anerhielt Berlin von den in Berlin gesammelten 265 000 m. gezeigt. 185 000 M. Nach den Grundsätzen der Stiftung dürfen auss den Sammlungsmitteln Verwaltungsfoften nicht bestritten werden. Dem Arbeitsnachweise der Stadt Berlin wird zum 1. Juli eine Das Gesamtvermögen der Stiftung beträgt zurzeit 88 000 000 m. besondere Fachabteilung für das Verkehrs, HandelsDer Ausschuß Berlin beschloß, von den städtischen Körperschaften und Transportgewerbe angegliedert werden. Der Arbeitweitere 150 000 M. für Verwaltungszwede anzufordern. Neben geberverband für dieses Gewerbe und der Deutsche Transport der direkten Barunterſtützung der Hinterbliebenen ist die Tätigkeit arbeiterverband, Bez. Berlin, werden zu dem angegebenen Zeitpunkt des Hauptausschusses hauptsächlich darauf gerichtet, den Hinter- ihre besonderen Arbeitsnachweise einstellen und in einem paritätischen Die bisher als Unterlage für die Lebensmittelfartenverteilung zur Erlangung der Hinterbliebenenrente einzuleiten, als auch Führung der neuen Fachabteilung des städtischen Arbeitsnachweises bliebenen beratend zur Seite zu stehen, die notwendigen Schritte Kuratorium unter Vorsiz eines städtischen höheren Beamten die dienenden Hauslisten bedürfen einer Ergänzung. Zwecks schärferer bie Hinterbliebenen über ihre sonstigen Ansprüche an Kontrolle sollen in Zukunft alle Haushaltsmitglieder Landesversicherungsanstalt, Angestelltenversicherung usw. aufzuklären. haften Beitrages an die Stadtgemeinde verpflichtet. die überwachen. Beide Verbände haben sich zur Zahlung eines nam namentlich aufgeführt werden, so daß es leichter möglich ist, Veränderungen im Haushalt( durch Fortzug, Reisen, Tod, mili Eine Ergänzungs- und Förderklasse ist an der städtischen tärische Einziehung usw.) sofort zu erfassen. Hierzu ist eine AufBaugewerksschule zu Berlin, Kurfürstenstr. 141, nahme der ortsanwesenden Bevölkerung erfordereröffnet worden, in der wochentäglich nachmittags von 2-7 Uhr lich. Diese soll Montag, den 25., erfolgen. Die Brottom behandelt ein Erlag des Unterrichtsministers. Es wird darin darauf unterrichtet wird. Angehörigen des Baufaches, auch Kriegsmissionen werden zu diesem Zweck Kartenblätter an die einzelnen aufmerksam gemacht, daß für die Regelung dieser Schulverhältnisse beschädigten, ist hier Gelegenheit geboten, ihre theoretischen Kennt Haushaltungen durch Vermittelung der Hausbefizer zur Verteilung die für den Unterbringungsort zuständigen Schulbehörden maß- nisse aufzufrischen und zu bereichern sowie fich im technischen Zeichnen bringen. Jeder Haushaltsvorstand hat die in der Nacht vom 24. gebend find. Ihren Weisungen haben die zur Mitwirkung bei der fortzubilden. Für den Besuch der Förderklasse beträgt das Schulzum 25. Juni im Haushalt befindlichen Personen in die ihm über- Beaufsichtigung und Schulung der Kinder herangezogenen aus- geld 30 M. Kriegsbeschädigte sind hiervon befreit, auch werden fandte Liste namentlich einzutragen. Auch solche Per- wärtigen Lehrer und Lehrerinnen, die sich bei dem zuständigen Drts- ihnen von der Kriegsfürsorge der Stadt Berlin alle Lernmittel fonen, die vorübergehend abwesend sind, jedoch von ihrer Schulinspektor rechtzeitig melden müssen, Folge zu leisten. Es ver-( Beichenmaterial, Hefte, Bücher) zur freien Benutzung zur Verfügung Brotkommission teine Abmeldebescheinigung erhalten steht sich, wie der Minister hervorhebt, von selbst, daß die für den gestellt. Sie können außerdem am Unterricht der Fachschule haben, sind mit anzugeben. Im Kartenblatt find 2 Gruppen unter- Unterbringungsort zuständigen Schulbehörden mit denen des Heimat- für Maurer, 8immerer und Dachdecker teilnehmen, schieden: die erste umfaßt den Haushaltsvorstand und die Familien- ortes der Schulkinder in allen wichtigen Angelegenheiten nach Mög- die gegenwärtig in demselben Schulhause Kurfürstenstr. 141 mitglieder, die ständig in der Familie verbleiben, die zweite lichkeit Fühlung nehmen, namentlich auch wegen der Zahl der zur untergebracht ist. alle sonstigen Haushaltsangehörigen( Dienstpersonal, Penfionäre, Mitwirkung bei der Beschulung und Aufsicht erforderlichen LehrZimmermieter, Schlafleute, im Haushalt wohnende Gewerbegehilfen fräfte. Zur Lichteinschränkung hat der Polizeipräsident bon Berlin anIn einem weiteren Erlaß weist der Unterrichtsminister geordnet: Die Beleuchtung ist im allgemeinen auf ein Drittel und andere beim Haushaltsvorstand wohnende Personen). darauf hin, daß für die kränklichen Schulkinder, die besonderer Pflege der vorgesehenen Stärte herabzusehen, und nur Die ordnungsmäßig ausgefüllten und mit der Versicherung der und Schonung bedürfen und daher für die allgemeine Versendung ausnahmsweise nach Lage der Verhältnisse eine stärkere Beleuchtung Richtigkeit versehenen startenblätter hat der Haushaltungsvorstand auf das Land nicht in Frage kommen, wie bisher nach Möglichkeit zuzulassen. Diese Ausnahmefälle für alle größeren Läden, Gast am Montag, den 25. Juni, jeinem Hauseigentümer oder durch die Aufnahme in Ferienkolonien, Kinderheilstätten und der wirtschaften, Kaffeehäuser und sonstige Innenräume sind der Abdessen Stellvertreter zu übergeben. Dieser trägt die Haushaltsgleichen teilung IX ausdrücklich zu melden. Auf die Theater erstreckt sich borstände seines Hauses in eine Haushaltsliste ein und übermittelt gleichen zu forgen sein wird. fämtliche Kartenblätter des Hauses zusammen mit der Haushaltslifte diese Anordnung nicht. Ferner ist darauf zu achten, daß Innender Brotkommission. räume nicht bei Tage beleuchtet werden an solchen Stellen, wo das Tageslicht einen ausreichenden Zutritt bat. Dieses scheint besonders in Kaffeehäusern der Fall zu sein. Einer Umgebung dieser BeDie Perſonenaufnahme für die Verteilung der Lebensmittelkarten. Die Schulverhältnisse der aufs Land überwiesenen Kinder Die Erfolge der Berliner Gemeindeschule. zu treten. Die Schuldeputation der Stadt Berlin veröffentlicht in ihrem Die ordnungsmäßige Ausfüllung der Startenblätter Jahresbericht über das Schuljahr 1915/16, den der Magistrat jest liegt im eigensten Intereife jedes Haushaltungsbekanntgibt, die alljährliche Statistik der aus den Gemeindeschulen ſtimmungen durch Einsetzen stärferer Lightbirnen ist entgegen borstandes und der gesamten Bevölkerng, da die nach vollendeter Schulpflicht entlassenen Kinder. Kartenblätter in Zukunft die Unterlage für die Buteilung fämtlicher Diesmal schieden am Schluß der beiden Schuljahre zusammen 25289 Lebensmittelfarten an den Haushalt bilden werden. Unrichtige An- Kinder nach Schulpflichtvollendung aus, davon aus der Oberklasse" Die Ablieferung getrageuer Uniformen erfolgt, wie die Reichsgaben sind überdies unter Strafe gestellt. 13 110, aus Klasse I 6881, aus Klasse II 3242, aus selaffe III 1265, bekleidungsstelle mitteilt, noch immer nicht in dem Maße, wie es im aus Klasse IV 330, aus den Klassen V, VI, VII zusammen 35, aus Interesse unserer Kriegswirtschaft wünschensatert erscheint. BekanntBringt enre Invalidenkarten in Ordnung! Nebentlassen 476. Daß Gemeindeschultinder nach Vollendung des lich sollen die abgelieferten Iniformen für Zivilbeamte, insbesondere Wiederholt haben wir an dieser Stelle auf die Notwendigkeit 14. Lebensjahres noch in den mittleren oder gar in den unteren für die der Post, Eisenbahn und Polizei, umgearbeitet werden, um der Aufrechterhaltung der Ansprüche an die Invalidenversicherung Klaffen figen, haben wir uns aus besonderen Umständen zu erklären, so den vorhandenen Bestand der neuen Uniformstoffe nach Möglich hingewiesen. Am 30. Juni nach Schluß der Postschalter merden die nicht immer nur aus Mangel an Fähigkeiten oder an Fleiß, sondern oft feit zu streden. Sehe also ein Jeder seine Schränke daraufhin nach, bisher im Verkehr gewesenen alten Quittungsmarten eingezogen aus wiederholten und langdauernden Krankheiten und auch aus ob er dort noch ein überflüssiges, nicht dringend gebrauchtes Uniform und nur noch die ab 1. Januar 1917 gültigen verkauft. Da frei leider recht ungünstigen Familienverhältnissen. Im letzten Jahr- stück hängen hat. Db es viel oder wenig getragen, borschriftsmäßig willige Beiträge bis auf ein Jahr zurüd entrichtet werden dürfen, zehnt hat in den Gemeindeschulen Berlins die Zahl der Kinder, die oder veraltet ist, kommt nicht in Betracht, weil jede Uniform noch so muß derjenige, der für die Zeit vom 1. Juli bis 31. De- es bis zu einer der drei obersten Klassen brachten, sich allmählich eine Verwendung findet. Jede Altbekleidungsstelle nimmt die Unizember 1916 davon Gebrauch machen will, dann die alten immer mehr erhöht, offensichtlich mit unter dem Einfluß des endlich formen an. Marlen von der Landesversicherungsanstalt beziehen. Dieser zustande gekommenen Achtklassensystems, das inzwischen schon wieder Nätselhafte Kindesentführung. Der Gastwirt Meyer aus Weg ist umständlich, zumal die Landesversicherungsanstalt zu einem Siebenklassensystem nebst frönender Oberklasse" der Belzigerstraße 47 zu Schöneberg, hat eine er= auch die Marken erst nach Feststellungen verabfolgen wird. reformiert" worden ist. Leider sehen wir nun im Schuljahr wachsene Tochter und ein Söhnchen Georg, das erst 2½ Jahre Wer also mit der Verwendung der Marken im Rückstande ist, 1915/16 bei denjenigen Kindern, die sogar aus der alt ist. Mit diesem Kleinen ging die Großmutter jeden Tag auf insbesondere wer in den letzten zwei Jahren nicht 20 Marken als Oberklasse" abgingen, nicht eine weitere Steigerung einige Stunden nach dem Schöneberger Stadtpark. Hier näherte Weiterversicherter und 40 Marken als Selbstversicherter geklebt hat, ihres Anteils an der Zahl aller nach Vollendung der Schulpflicht sich ihr Donnerstag eine feingekleidete und gewandt auftretende hole schleunigst das Versäumte nach. Wer in nächster Zeit das ausscheidenden Kinder, sondern einen sehr merklichen Rückgang. junge Dame von etwa 18 Jahren, knüpfte ein harmloses Gespräch 65. Lebensjahr erreicht, sollte seine Karten prüfen lassen, um an der An je 100 nach Schulpflichtvollendung entlassenen Kindern waren in an und spielte dann längere Zeit mit dem Knaben. Zahl der Bartezeit eventuell noch fehlende Marken bis zum 30. Juni 1915/16( wir stellen in Klammern die Anteilziffern für 1914/15 gegen Mutter des Kleinen dazufam, fragte die Dame fie, ob sie den nachtleben zu können. Das Arbeiterfekretariat Engel- über) beteiligt: die Oberklaffe" mit 51,84( 53,02), Slasse IKnaben nicht nach ihrer großen Befihung in Lichtenrade mitnehmen ufer 15- Sprechstunden vormittags von 11-12% und nach mit 27,02( 26,48), laffe II mit 12,82( 12,44), Selasse III mit fönne. Frau Meyer lehnte das ab und ging bald wieder nach mittags von 6-7 Uhr, Sonnabends nachmittags geschloffen ist 5,00( 5,15), Klaſſe IV mit 1,30( 1,01), Klasse V- VII mit 0,14 Hause. Kurz darauf, zwischen 11 und 12 Uhr vormittags, bat gern bereit, die Nachprüfung vorzunehmen. Auch versicherte Ehefrauen( 0,16), Rebenklassen mit 1,88( 1,74). at man die Klassen II und I die Dame die Großmutter, den Kleinen ihrer Schwester, die follten ihre Karten prüfen. Beim Tode eines männlichen Versicherten und die Oberklasse" zusammen zur Oberstufe, so wurden aus ihr Kindergärtnerin und grade auch im Parke sei, zeigen zu dürfen. haben die Ehefrauen, wenn dieselben selbst geklebt haben, Anspruch in 1915/16 23 183 Kinder entlassen, das sind von je 100 nach Die alte Frau willigte ein, und die Dame entfernte sich mit dem auf Witwengeld. Dieses beträgt zurzeit zirka 80 m., es stellt eine Schulpflichtvollendung ausscheidenden Kindern diesmal 91,68, Knaben, tehrte aber nicht wieder zurück. Jetzt forscht die Kriminaleinmalige Abfindung dar. Das Witwengeld wird aber nur dann gegenüber 91,94 im vorhergehenden Schuljahr. Die Schuldeputation polizei cifrig nach der unbekannten Entführerin und dem Kinde " Als die Der Kleine ist ein 85 Centimeter großes hellblondes, lebhaftes| Fällen, wo die Betroffenen benachteiligt werden, soll das Minus Die Versammelten erflären einen solchen, wider Recht und ge Kind mit braunen Augen, kräftig entwickelt. Er trug einen weißen, durch die Gemeinde ausgeglichen werden. Die fürzlich erfolgte Ber- werkschaftliche Beschlüsse verstoßenden Beschluß für sich nicht als pben rot gestickten Kittel und eine weiße Hofe. Die Entführerin legung einer Maschinengewehrkompagnie nach Reinickendorf zeitigte bindend und fordern alle diejenigen Genossen und Gewerkschaftler ist mittelgroß und voll, hat braunes gescheiteltes Haar und lange eine längere Aussprache. Es lag ein zwischen der Garnisonver- Potsdams und Groß- Berlins auf, die sich nicht mit einem derbraune Augenwimpern. Sie trug einen blauen Cheviotrock mit walung, und dem Gemeindevorstand abgeschlossener Bertrag zur artigen frebelhaften Spiel und Treibereien einverstanden erklären Trägern, eine weiße Bluse mit berwaschenen Blumen und langen Genehmigung vor. Der Vertrag räumt den: Militär die völlige wollen, nach wie vor in unserem Parteilokal Friedrichsgarten" Wermeln, und sprach Berliner Mundart. unentgeltliche Verfügung über die 6. Gemeindeschule ein. weiter zu verkehrer.. Straßenbahnzufammenstoß. Am Morigplatz stieß am Donners Alle Lasten aus diefem Miets"-Verhältnis wurden dem Eigen- Die Leitung des Kreiswahlvereins Osthavelland( S. P. D.) wird tagabend ein Straßenbahnzug der Linie 58 mit einem der Linie 12 fimer, der Gemeinde, aufgeladen, nicht einmal ein Termin für hiermit beauftragt, bei der Generalfommission der Gewerkschaften guammen, wobei mehrere Personen Schaden leichter Art erlitten die Beendigung der eigenartigen Befizergreifung war vorgesehen. Deutschlands Schritte zu unternehmen, um derartige Quertreibehaben sollen. Zwei Anhängewagen entgleisten. Der Verkehr er auf ihre energische Opposition erfuhren unsere Vertreter, daß diese reien, die mit den Interessen der Gewerkschaften nichts zu tun fuhr eine halbjilindige Unterbrechung. Die Schuldfrage ist noch Vereinbarungen einem Normalbertrage der Militärverwaltung ent- haben und dieselben aufs schwerste schädigen, in Zukunft unmöglich ungeflärt. Wie eine Lokalforrespondenz meldet, soll eine Schaffnerin lehnt scien. Unsere Genossen versuchten, den Vertrag möglichst zu zu machen." jajt 12 Stunden bei der großen Hige Dienst getan haben. verbessern, lehnten ihn aber im ganzen ab. Nachy Erledigung ciniger interner Vereinsangelegenheiten wurde die sehr gut besuchte Versammlung geschlossen. Teppichdiebe an der Arbeit. Am 20. und 21. dieses Monats entwendeten Teppichdiebe in der Zeit von 1 bis 3 Uhr nachmittags aus mehreren Häusern der Heinersdorfer und Greifswalder Straße eine Anzahl Treppenläufer im Werte von mehreren Hundert Mart. Der Schaden wurde erit bemerkt, als die Diebe längst außer Schweite waren. Es müssen mehrere Perfonen gewesen sein, die sich zusammen in die Hände arbeiteten. Es wäre zu wünschen, daß die Anwohner der genannten Straßen ein wenig auf die in den Häusern ein- und ausgehenden Personen aateten, sonst fönnte derartiges am hellichten Tage nicht vorfommen. Grossener tam in der Nacht zu Freitag um 10 Uhr in der Friedenstr. 46 aus bisher noch nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch. Es stand dort auf dem Hofe die Tischlerei von Kaluichte und eine andere Tischlerei in Flammen. Diese hatten, als die Mehr eintraf, schon vom dritten Stock aus das vierte Geichoß mit dem Badstuhl erfaßt. In furzer Zeit waren zahlreiche Löschzüge zur Stelle. Es gelang, eine weitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Der Dachstuhl mit dem dritten und vierten Stock des Fabrik cebäudes ist zum größten Teil mit den Vorräten ausgebrannt. Perjonen sind nicht zu Schaden gekommen. Charlottenburg. Berlegung der Metallsammelstelle. Die Metalljammetjielle Lützower Straße 15 wird heute nach der Turnhalle der städtischen Elisabethschule, Kirchhofstraße 5, verlegt. Die Stelle ist von 9-2 Uhr geöffnet. Schöneberg. Lebensmittelversorgung. In der nächsten Woche werden ausgegeben: vom Dienstag ab: ½ Pfund Grieß auf Abschnitt 33 der grünen Lebensmittelfarte; vom Freitag ab: 1 Lese oder 2 Flaschen Dauermilch oder 100 Gramm Milchpulver auf Mofchnitt 33 der roten Lebensmittelfarte. Die Anmeldungen baben bis Dienstag, den 26. Juni, zu erfolgen. Ferner 1 Kilo gramm Gemüsetonierben auf Abschnitt 86 der roten Lebensmittelfaric, 1 Pfund Haferfabrikate auf Abschnitt 36 der grünen Lebensmittelfarte und 100 Gramm Puddingpulver auf Abschnitt 10 der Nährmittelfarte für Jugendliche. Die Anmeldefrist darf nicht versäumt werden, nachträgliche Anmeldungen finden nicht statt. Brot, Fleisch, Kartoffeln, Speisefett und Eier werden in den gleichen Mengen verausgabt wie in Berlin. Be Briefkasten der Redaktion. Altersrente. Die Senlung des Wafferspiegels auf dem Gelände des Gemeindewasserwerkes zwingt zur Erweiterung der Rohrbrunnenanlage. Von allen Rednern wurde die zu späte Einbringung der Vorlage bemängelt, da die jezt vorhandene Waffermenge an heißen Tagen nicht ausreicht und schwere Gefahren z. B. bei Bränden fürchtet werden müßten. Die Arbeiten sollen mit Beschleunigung R. N. 13. Ihre Frage ist bereits in der Nr. vom 10. Juni beanl durchgeführt werden. Die unerquicklichen Ernährungsverhältnisse wortet, nur durch einen Druckfehler ist die Antwort unter St. Rt. 13 erfolgt. führten ebenfalls zu einer längeren eingehenden Aussprache. Hier Benn der Sohn für den Unterhalt der Eltern wesentlich beigetragen hat, fann- wie der Bürgermeister erklärte der Gemeindevorstand kann int Bedürftigkeitsfall die Löhnung gezahlt werden. leider nicht helfen, denn wo nichts vorhanden ist, kann auch die in Bezuge der Altersrente muß das 65. Lebensjahr vollendet sein und guwilligfte Gemeindeverwaltung nichts mehr verteilen. 1206 geflebte Marken nachgewiesen werden. Für die Zeit, die der Bes Leider treffende nach Infrafttreten des Gejeges am 1. Januar 1891 über 35 Jahre dürften die Verhältnisse in den nächsten Wochen noch schlechtere alt war, werden ihm für jedes Jahr 40 Marken als geklebt angerechnet. werden, die Gemeinden tragen aber daran teine Schuld. J. H. 2917. Benden Sie sich zunächst mit einer Beschwerde an die Direktion des Krankenhauses. G. Geisler, Kauffung. Machen Sie dem Striegswucheramt in Berlin- Schöneberg, Apostel- Paulus- Straße 9, davon Anzeige. E. M. 53. Sie müssen sich mit Ihrem Anliegen an Ihren Borgelegten wenden, von dem Sie nähere Austunst erhalten. 2. R. 100. 1. Sie müssen der Steuerkasse davon Mitteilung machen, die Unterstügung fommt in Fortfall. 2. Nein. Z. B. 27. Von dem 750- Mart- Nachlaß der Mutter erbt der Ehemann die Hälfte, die andere Hälfte erben die Stinder zu gleichen Zeilen. Die Auszahlung muß erfolgen. P. R. 103. 1. und 2. Wenn Ihnen die Füllung auf Ihren Wunsch nicht herausgegeben wird, könnte event. Anzeige bei der Staatsanwalts schaft gemacht werden. Wir würden das aber wegen des geringen Objekts nicht empfehlen. 3. Anleitung dazu erhalten Sie in unserer juristischen Sprechstunde. P. 44. 1. Die Kasse ist im allgemeinen dazu nicht ver pflichtet; fie tönnte nur verpflichtet werden, wenn vom Arzt ein Attest vorliegt, in dem bescheinigt wird, daß durch das Fehlen der Zähne Ihre Er werbsfähigkeit beeinträchtigt wird. 2. Auch die Landesversicherungsanstalt ist dazu nicht verpflichtet; fie gewährt aber auf Antrag einen Teilbetrag. Der Antrag ist an die Landesversicherungsanstalt Berlin, Am Köllnischen aus zutreffend. Wir würden Ihnen empfehlen, sich mit einer Beschwerde Part 3, zu richten. Milch 10. Ihre Begründung erscheint uns durch an die Fettstelle Groß- Berlin( Milch), Poststraße 16, zu wenden Für den Soldatenbüchertag Jeder etwas spenden mag. Groß- Berliner Parteinachrichten. Potsdam. Die am Sonntag abgehaltene Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins nahm unter anderem Stellung zu dem bevorstehenden Parteitag und der Kreisgeneralversammlung. In einer recht regen Debatte wurde die Haltung der Partei und der Reichstagsfraktion in der Kriegst und Friedensfrage einmütig gebilligt. Als Delegierter zu der Kreisgeneralversammlung wurde der Genosse Kirchner gewählt. Eine recht eingehende Aussprache fnüpfte sich an den Bericht der letzten Gewerkschaftsvorständetonferenz, welche vom Wahlverein der Unabhängigen" widerrechtlich einberufen war, um den Boykott über das Lokal unseres Wahlvereinsvorsitzenden Genossen Schubert zu verhängen. Nach den von den Genossen Schubert und Stahl geschilderten Vorgängen ist das Verhalten einzelner Personen und die Beschlußfassung durch bewegung. Nachstehende Resolution fand einstimmige Annahme: nichts gerechtfertigt und dürfte einzig dastehen in der Arbeitersozialdemokratischen Wahlvereins Potsdam( S. D. P.) protestiert " Die am 17. Juni tagende Bersammlung der Mitglieder des mit aller Entschiedenheit gegen den Boykottbeschluß der Konferenz Spandan. Städtische Lebensmittel. Der Verlauf der städtischen der Vertreter des" Unabhängigen Wahlvereins" und einzelner MitBuiter auf Feld III der Butterkarte bat begonnen. Auf jeden Ab- glieder von Gewerkschaftsvorständen gegen das Lokal des Kartellschnitt werden 50 Gramm zum Preise von 27 Bf. verausgabt. Mit borsibenden Genossen Emil Schubert. Ablauf von Donnerstag, den 28. Juni, verliert Feld III seine Gültigkeit. Heute beginnt auf, geld VIII der Margarineverlauf. nf jede Karte werden 30 Gramm zum Preise von 12 f. verausgabt. Mit Ablauf von Donnerstag, den 28. Juni, verliert Feld VIII seine Gültigkeit. Reinickendorf. Aus der Gemeindevertretung. Die letzte Sigung beschloß, die bisher den Lehrern gewährte Teuerungsanlage aufzus heben, da solche fünftig vom Staat bezahlt werden soll. Nur in den Sie erblick tin diesem Beschluß den Ausfluß politischer Unduldfamkeit und Intoleranz sowie persönlicher Treibereien einzelner Personen der Leitung des Wahlvereins der 1. S. P. gegen die Sozialdemokratische Partei. Sie bedauert auf das tiefste, daß organisierte Arbeiter sich ohne jeden stichhaltigen Grund und Beteismaterials zu einem derartigen Spiel gebrauchen ließen. Die Versammelten protestieren aber auch auf das entschiedenste da gegen, daß unberufene Personen sich anmaßen, derartige Beschlüsse zu fassen, ohne dazu befugt zu sein. Sonntag mittag. Weitere Abfühlung; zeitweise beiter, aber sehr ver änderlich mit öfter wiederholten Regensäulen; strichweise Gewitter. Wetteraussichten für daš mittlere Norddeutschland bis Bezugsquellen- Verzeichnis Berlin- Norden Bei Einkaufen empfohlen. Drogen, Farben Benckendorfinah Behaizendorfet. Hochstr. so Fleisch- u. Wurstw. Getschmanns Centr. Wicht Kolonialwaren M. Saegebarth Strelitzer Str. 57 Möbelmagazine Wiese& Co. Beinickendorfrat, 97 Tischlermeister Bezugsquellen- Verzeichnis Berlin- Oston Erscheint wöchentlich einmal. Bei Rinkäuten empfohlen. Butter, Eler, Käse AP. H. Ackermann,& Filialen CE Mehlhandlung Joh. 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Bowlenkannen dr. Stück 2,25 3,25 Tischläufer, Holzstäbchen. St. 48 55 PL. Pr. m. . Einkochapparate Einkochgläser Einmachehafen von bis 5 Liter. · Einkochbüchsen Nr. 169-1917 Unterhaltungsblatt des Vorwärts Nächtliches Wandern. Johannistag, Lichthöhe des Jahres! Alle erdgeborene Kraft ist in der Fülle des Blühens. Mitternachtsdämmerung. Der Abend reicht die Hand dem Morgen. Doch wir wandern nachts. Noch grüßt vom Westen der Abendstern, der Sonne gefellt. Dann sinkt auch er. Nachtfühle weht die Schläfe an. Im Dunkel werden alle Formen groß und weich. Gebändigt liegt die Fülle des lebendigen Landes vor dem schreitenden Fuß. Duft reifender Saat zieht der befreite Atem ein. Wald schweigt am Hügel. Sterne blinken, spiegeln ihren Strahl im See. Wir feiern ein Fest des Menschseins. Ein Fest der Gleichheit. Gleiche Freiheit, gleiches Müssen. Der Tag zicht den Blick nach außen, die Nacht schließt die Tiefe auf. Darum wandern wir nachts. Die Nacht ist heller als der Tag. Eine Sonne nur durchflutet tags die Luft mit ihrem Licht. Nachts leuchten tausende. Soviel Sterne, soviel Sonnen. Nachts schweigt die Erde. Alle Fernen reden. Alle Zeiten werden Gegenwart. Vor Jahren, vor Jahrzehnten entließen diese Sterne den Strahl, den heute Dein Auge fängt; vor Jahrhunderten sprang i en er Sterne Leuchten auf, vor Jahrtausenden entſtrömte das heute hier landende Licht den Millionen fernen Sonnen, deren Scheinen den Schimmer der Milch straße macht. Licht, milliardenfach verivoben, füllt den Raum, eint alle Fernen, alle Zeiten. ,, umNachts ist das Auge frei. Ohne Schranken sinkt der Blid ins Tiefe, Dunkle, Grenzenlose. Ins Unendliche. Was ist das endlich"!? Ein Tor zum Herzen der Welt. Einer geht vorüber. Einer klopft, horcht, wundert sich. Einer rüttelt am Tor, bis die Kräfte versagen. Keinem tut dies Tor die Flügel auf. Unendliches begreift kein Endlicher. Sternheere auf Sternheere hebt der Often empor. Streifend gleiten sie zum Westen. Und versinken. Größte Geseke zeigen sich in allem Bewegen lebendig. Die Menschen schwimmen alle im Strom. Keiner hat die Quellen gesehen. Die gleichen Wellen sind's, die dich heben und senten, und die Brüder. Dasselbe Müssen, das dich treibt, die Arme schwimmend zu regen, ist in des andern Brust. Die Menschen find alle gleich. Wir tragen alle dieselben Ketten, wir haben alle dasselbe Los. Der Tag trennt. Sein Licht beleuchtet Gegenfäße. Hier ist Freude, dort ist Leid. Hier sind Freie und Herren, dort Unfreie und Dienende. Hier sind Mächtige, dort sind Rechtlose. Der Tag stellt Meinung gegen Meinung, Echein gegen Echein. Der Tag bindet. Er ist vieltönig, tausendfarbig. Gr dringt auf dich ein. Er fesselt ans Sollen. Die Nacht löst. In der Stille wacht Weltveite auf. Birken hat seine Zeit, und Besinnen hat seine Zeit. Darum wandern wir nachts. Der Tag lügt. Denn tags sieht man nur die Gede, nachts die Welt. Der Tag zeigt das Zufällige, das Kleine, das Vergängliche, was uns trennt. Nachts sieht das Auge die Größe der Welt, das Bleibende, das Albewegende. Tags reißen dich die Strudel der Erde mit sich, dieses Weltenstäubchens, das unser Stern ist. Nachts dringt der Herzschlag des Weltganzen zu dir. Wo Sterne einander grüßen, werden Menschen Brüder. Vor dem Unendlichen werden Endliche gleich. Keiner ist Knecht und keiner Herr. Jeder ist int felben unentrinnbaren Zwang der Mächte, die Sterne über Abgründe des Raumes dahinführen. Keiner begreift den Weltwillen, der im Herzen der Dinge all das große Bewegen schafft. Aber in jedem lebt auf gleiche Weise dieser Urgrund des Seins. Wir alle sind frei, und Herren; denn das Herz der Natur ist auch in uns. Es ist keine Macht, die die Freiheit des Willens in dir angutasten vermöchte. Keiner bestimmt über den Gang, den du nimmst, als der eigene Wille in dir. Ihn rein zu halten, seiner klar und fest zu werden das ist der Sinn des Wanderns in Nacht und Stille. Dann mag der Tag kommen, an dem es heißt, zu wirken. Ein Land, das nicht unter dem Kriege leidet. Sonnabend, 23. Juni gefähr 15 Geiftliche oder Miffionäre, die in Dänemark ausgebildet find. Die Grönländer reden ihre eigene Estimofprache; nur einige Hundert verstehen Dänisch. Im Süden, in Godharbu, befindet sich eine Ausbildungsschule für Lehrer, die hier sechs Jahre verbleiben und dann nach den Dörfern zurückkehren, um Unterricht zu erteilen. Steuern fennt man nicht. Das Geld für geleistete Arbeit Daß es auf der Welt noch ein Land gibt, das nicht unter dem wird nach festgesezten Breifen bezahlt und von dem, was wir_bcKriege leidet, dürfte nicht allgemein bekannt sein, aber es gibt einen zahlen, behalten vir 20 Prozent zurüd für die nötigen Ausgaben. folch glücklichen Flecken Erde. Es wird den Leser interessieren, 3wei Drittel davon gehen in die Bezirke, ein Drittel in die Graf etwas über diese Insel der Glücklichen zu hören und zu erfahren, schaftsräte. Landbau tennt man nicht. Es gibt nur vereinzelt was Dr. Dangard Jensen, der Direktor der dänischen Verwaltung Bäume und etwas Strauchgewächs. Pferde fehlen ganz. Im von Grönland, denn um dieses handelt es sich, zu erzählen Sommer erfolgt der Verkehr in Booten, im Winter in Hundeschlitten. weiß. Dr. Dangard Jensen, der als erster Verwaltungsbeamter Ginzelne Estimos im Süden besigen wohl eine Kuh, und in den Grönlands nicht ständig dort lebt, sondern ihm nur jährlich einmal letzten Jahren ist durch Bemühung der Regierung der Anfang mit einen Besuch macht, hat auf seiner Rüdreise London berührt und der Schafzucht gemacht worden. dem Londoner Korrespondenten des Amsterdamer„ Algemeen Handelsblad" mancherlei Wissenswertes mitgeteilt. Eine Polizei ist ebenfalls nicht vorhanden, denn diese haben die Grönländer, ein friedfames Völkchen, nicht nötig. Falls eine Grönland- lagte er ist wohl das einzige Land, das nicht lebertretung beftraft werden muß, so erfolgt dies durch das Bezirks vom Kriege betroffen wird. Alles geht dort seinen gewöhnlichen haupt, das dann als Richter auftritt. Die vereinzelten größeren Gang und obwohl zwei Zeitungen erscheinen und auch gelesen Bergehen werden von den Hauptverwaltern, denen zwei Dänen und werden. fie erscheinen monatlich einmal und werden an die Be- zwei Grönländer beigegeben werden, abgeurteilt. Solche Fälle wohner gratis verteilt - obwohl viele illustrierte Zeitschriften aus fommen jedoch im Jahre faum öfter als vier- oder fünfmal vor. Dänemark ins Land kommen, so daß die Bevölkerung gut weiß, was in der Welt vorgeht, begreifen die guten Bürger Grönlands schichte Grönlands. Im Jahre 984 hatte ein Mann auf Island, Zum Schlufie erzählte Dr. Jensen no einiges über die Ge doch nicht, was das alles heißen soll. Sie verstehen absolut nicht, Erit der Rote genannt, ein Verbrechen begangen. Er wurde des warum die Menschen einander töten. Gewiß ist es schon dann halb brei Jahre verbannt. Grit famt in das Land der Estimos, wo und wann vorgekommen, daß ein Grönländer feinen Nebenmenschen tötete, aber das war dann in einem Streit oder wegen anderer er die drei Jahre verblieb. Er fand das Land so wohlhabend, daß persönlicher Gründe, das bewußte Töten im Kriege übersteigt aber das Land, das er wegen seines Reichtums Grünland nannte. 988 die Begriffe dieser Leute. folgten nicht weniger als 25 Schiffe feiner Führung, und so landeten die ersten Rolonisten auf Grönland. Als Christen schickten sie dem Bapst regelmäßig Berichte, und das ist der Grund, daß in den Archiven des Vatikans so viel über die Geschichte Grönlands ge Es handelt sich hier nicht etwa um Eskimos, die noch im primitibsten Zustande leben und aus diesem Grunde die europäische Kultur und einen europäischen Krieg nicht erfassen tönnen, sondern die Bewohner Grönlands, nach meiner Schätzung ungefähr funden wurde. 13 000 Menschen, find fultiviert, Dänemark sorgt dafür. Trotzdem 1002 ging der Sohn Erit des Roten nach Amerika. Er landete es mußte in den legten 50 Jahren etwa zwei Millionen Kronen fagt, daß Kolumbus, bevor er nach Amerifa fuhr, viel von dem Dänemark von dieser Kolonie feinen Vorteil hat im Gegenteil, wahrscheinlich(?) an der Stelle, wo jest New York liegt und man zuschießen und sie nur aus Gründen der Tradition und Mensch- Lande, das er entdecken wollte, von den Portugiesen gehört hatte, lichkeit behält, hat es der Bevölkerung gute Gefeße, Schulen, die damals oft nach Jsland zum Walfischfang tamen und von den Kirchen und gute sanitäre Einrichtungen verschafft. Die Estimos, Jsländern die alte Historie über das von Crits Sohn verzum Teil durch Heirat mit Dänen bermischt, leben ein glückliches nommen hatten. Es ist jedoch nicht bewiesen, daß Kolumbus Dasein fern der europäischen Welt, mit der sie weder in Berührung wirklich etwas von diesen grönländischen Erzählungen wußte. fommen fönnen noch wollen. Die Blutmischung hat nicht, wie sonst vielfach in den Kolonien, die ursprünglichen Einwohner verdorben. Gerade die Menschen gemischten Blutes find die intelligentesten, und aus ihnen gehen die meisten Lehrer, Geistlichen, Strankenpfleger und Beamten hervor, die eine gewisse Zeit in Dänemart verbrachten, um Studium und Eramen zu machen. Biele Jahrhunderte lang, ungefähr vom Anfang des 15. bis zum 18. Jahrhundert gab es aus verschiedenen Gründen teine einzige Berührung zwischen Skandinavien und Grönland, aber im Jahre 1721 glaubte ein norwegischer Geistlicher, Hans Egede, daß es feine Pflicht sei, nach Grönland zu gehen und das Volt zu unterrichten, und seitdem bestehen auch zwischen Dänemark und Grönland die regelmäßigen Beziehungen. Deutsches Opernhaus:„ Nanon". Aber die Grönländer find nicht mit den Uebeln behaftet, die die europäische Kultur kennzeichnen. Man fann nicht nach Grönland gehen, wie man beispielsweise in Friedenszeiten in Europa von einem Land ins andere reist. Nur tver eine Erlaubnisbescheinigung von der dänischen Regierung hat, die nur nach mehrmaliger ärztlicher Untersuchung ausgestellt wird, um jede Ansteckungsgefahr auszuschalten, darf hinüber. Auch kann man nicht Ein Couplet: Anna, zu dir ist mein liebster Gang" wird bei mitnehmen, was man will. Alles, was der Bevölkerung nachteilig älteren Theaterbesuchern die Erinnerung an Nanon", als eine werden lönnte, darf nicht an Land gebracht werden. So sind der während der siebziger, achtziger Jahre und noch etwas später ihr alkoholartige Getränke durchaus fremd, denn sie werden bekanntesten Operetten wachrufen. Alle Welt" fang, jeder Leiernur eingeführt, soweit sie für medizinische Zwede nötig sind und fastenmann turbelte die Melodie. Ob sie heute wieder so lebendig für solche, von denen man weiß, wie weit sie bei dem Gebrauche werden kann wie dazumal, darf bezweifelt werden. Immerhin hat gehen. " Nanon" dasselbe Recht, wie andere Operetten aus längst verwehten Der gesamte Handel Grönlands wird von der dänischen Ne- Tagen, wieder einmal gehört zu werden. Weniger allergierung nach dem Grundsaz geleitet, dem Lande abzufaufen, was dings des Textes wegen; denn für die aus dent es entbehren kann, und zuzuführen, was es braucht. Kauf und Leben Ludwigs XIV., des Sonnentönigs", fowie einiger Verkauf erfolgen nach festen Preisen, die allen bekannt gemacht und feiner Kurtisanen geschöpfte Handlung bermag man sich doch jede fünf Jahre erneuert werden. Seit dem Kriege hat darin teine Menderung stattgefunden, und Grönland darf man wohl als das einzige Land dieser Art betrachten. Dem Wert wurde eine rechte gute Aufführung zuteil. Haupt- nebst einigen Seitenpartien, mit Einschluß des Chors und des Balletts, find forgsam betreut. ek. nicht mehr so recht zu erwärmen. Für die Mufit dürfte sich indessen ein größeres Intereffe aufbringen lassen. Richard Genée, ihr Urheber, war mit einem liebenswürdigen Talent begabt, seine und ich erhalie meine Weisungen vom Minister des Innern und Glanzepoche der Wiener älteren Operette. Die immer wieder emporWie ich sagte, bin ich der erste Verwaltungsbeamte in Grönland Musik zu„ Nanon" bewegt sich doch vorwiegend in den Bahnen der Kultusminister, denn die Kirche untersteht auch meiner Aufsicht. sprühenden Tanzrhythmen Walzer vor allem atmen die ganze Grönland ist sehr ausgebreitet, und ein großer Teil des Nordens ist| finnenfreudige, prideinde Alt- Wiener Atmosphäre, in der ein Johann natürlich faum bevölkert. Die Menschen wohnen längs der Küfte Strauß, Suppée als die Größeren geschaffen haben. In der unbein zahlreichen kleineren Dörfern und leben von Jagd( Robben und fümmerten Art, wie hier deutsche Tänze des 19. Jahrhunderts gleichRenntierjagd) und Fischerei, und die Produkte hiervon sind es vor- fam zum Ausdrud des galanten" franzöfifchen Zeitalters erhoben wiegend, die an die dänische Regierung verkauft werden. Die werden, find wohl auch Einflüsse Offenbachs erkennbar. Das Beste Häuser sind flein gebaut, aus Steinen und Erde, Boden und Wände an Genées Musit ist aber jedenfalls ihre humorige Frische und bestehen aus Holz. Meist gibt es nur einen Wohnraum. Die Dörfer Sangbarkeit. liegen weit auseinander, da die Jäger für ihre Tätigkeit Raum nötig haben. Alle Bewohner gehören zur lutherischen Kirche und es gibt un Geschäftemacher, denen nur die Bilanz heilig ist, stärker auch| Gerichte dampften. Die Musikanten beeilten sich, ihre Inals die ewige Zwietracht der Rassen und stärker als jener strumente und Köpfe in Sicherheit zu bringen. Nur einige heillose Geist der Entfremdung, der Tausende in ihren Grund- Auswärterinnen, denen das schöne Geschirr leid tat, erwiesen gefühlen wankend macht, ist im Volte immer noch die Liebe sich als würdige Töchter Tells, indem sie mit schnellen Griffen Eine schweizerische Offizier sgeschichte von Paul Jlg. zur Heimat, zu ihren Bräuchen, ihren Rechten, ihrem Her- und Sprüngen retteten, was zu retten war. kommen. Was auch für Gefahren kommen mögen- soviel Um weiteres Unglück zu verhüten, beschlossen die im " Ja, da sieht man's!" brummte der Gefeierte dazwischen steht fest: das alte„ Einer für alle- alle für einen" ist Treppenhaus versammelten Senioren, das Fest aufzugeben. und warf den Kopf energisch gegen das Fenster hin. Seine heute noch der zündende Funke in des Schweizers Brust. Die Jungen flogen schon mit Belzen, Tüchern und Mänteln Gattin hingegen vergoß derweilen die schönsten Tränen des Und warum? frage ich. Weil wir begreifen und fühlen, treppauf, thre schußbedürftigen Tänzerinnen underMenschenherzens, Tränen des Stolzes über die ihrem Ge- daß kein Volk der Erde edlere Güter zu wahren hat als die richteter Dinge durch die Hinterpforte ins Freie und nach fährten erwiesene Ehrung, und augenblicklich war fie aus Nation der Eidgenoffen. Wie Spreu im Wind werden die Hause zu geleiten. Das mußte geschehen, bevor der Volksgesöhnt mit dem„ Grobian", wie sie den Redner soeben noch fleinlichen Zerwürfnisse und Sonderbündeleien zerstieben, so- Haufe sich auflöfte und alle Straßen unsicher machte. An gescholten hatte. bald es im Ernste gilt, unser Haus, unsere Rechte zu ver- Wagen war nicht zu denken. 31] " Der starke Mann. um Denn die große Aufgabe des militärischen Erziehers," teidigen. Bereitschaft ist alles. Wir fümmern uns so wenig Oberleutnant Lenggenhager befand sich unter den fam Oberst Erismann zum Schluß, beruht eben darin, nicht um die politischen Wettermacher wie um die Weltfriedens Lekten, die den Saal verließen. Gestachelt von den Geden billigen Kadavergehorsam, sondern den Bernunftgehorsam schalmeien. Gewehr bei Fußbewachen wir unser Haus. danken, diese Ausschreitungen des Publikums hervorgerufen, herbeizuführen, dem Jüngling die Augen zu öffnen für die Freund und Feind soll wissen, daß wir jeden Einbrecher mit das Fest regelrecht geschmissen" zu haben, dazu er Notwendigkeit vollkommener Unterordnung und den dauernden Stolben laufen. Dazu brauchen wir eine Armee. Und an bittert wegen der erlittenen Demütigung, glich seine Seele Gewinn, den er selbst in der freudigen Erfüllung seiner dieser soll nicht gerüttelt werden. Ohne Waffen kein Friede, einem friegüberzogenen Land, wo eine Truppenmacht der Pflichten davonträgt. Der Dienst ist die Schule des Vater- ohne Armee kein Vaterland! Wer mit mir dieses Glaubens andern weichen muß. Er fühlte, wie die Sympathien, die Landes. Aber wer begeisterte Schüler will, Ihr Herren ist, der möge sich erheben und einstimmen in den Ruf: Unsere ihm noch vor einer Stunde zuströmten, langsam versiegten. Leutnants, muß selber durchdrungen sein vom Gedanken an Armee, unser Vaterland lebe hoch!" Es waren gewiß nur wenige, die ihm auch jetzt noch die ein gemeinsames Vaterland. Nicht die Allerweltsbrüder, die Aber wie nun alle begeistert aufsprangen, der Tusch des Stange hielten, das heißt nicht ihn allein für den unglück. von Völkerbünden und ewigem Frieden schwärmen, sind die Orchesters dreinklang und die Schar der Saaltöchter in lichen Ausgang des Festes verantwortlich machten. Hier trat schlechtesten Bürger, sondern die Streber und Kleber, die Landestracht mit dampfenden Schüsseln hereinstürmte, geschah wieder einmal klar zutage, daß der Erfolg einer Sache für Wichtigtuer und Profitjäger im Lande, die dem Vaterland an- das, was niemand mehr gefürchtet hatte. Ein gut gezielter das Urteil der Leute ungleich entscheidender ist als ihr Urgehören wie Hinz und Sunz ihren Vereinen: nämlich der Wurf traf die Mitte der langen Fensterfront. Unter dem sprung. Es gab fast nur noch kummervolle oder wütende guten Kundschaft halber! Für die Gemeinschaft, deren Geist Klirren der Scherben dem Aufschrei der Damen Gefichter. Eine unerhörte Blamage!" gestand einer dem " und Verfassung diesen ein Buch mit sieben Siegeln ist, leisten flog der Stein über die Tafel ins Drchester hinein.„ Bravo! andern; im Hinblick auf die Veranstalter immerhin mit dem sie das Unumgängliche mit Hängen und Würgen; wie sie darüber Weiter im Text!" hörte man die Menge drunten brüllen. angenehmen Nachgefühl:" Ich wasche meine Hände..." hinaus zu fördern und zu heben wäre, macht ihnen hingegen Und dann klirrte eine Scheibe, ein Doppelfenster nach Selbst der friedliebende Oberleutnant Hösli konnte nicht ohne wenig Summer. Vor diesem Schächergeist wird sich der rechte dem andern. Vom großen Leuchter regneten Splitter einen Seitenhieb an seinem Gegner vorbeikommen: Was Soldat bewahren. Er, der zum Schuße der Heimat aufge- einer zerschmetterten Glocke auf die Köpfe herab. Entsetzt habe ich Ihnen prophezeit, Herr Kamerad? Da sehen Sie rufen ist, weiß am besten, was das bedeutet: Baterland! Es flüchteten die Damen, alles im Stiche lassend, ins Innere nun die Bescherung! Ich glaube, mit Kaltwasser würden ist die schönste, mächtigste Idee. seit Menschen schaffen und des Hauses; auch die Offiziere verließen langsam ihre Blätze. Sie jetzt auch nicht gerade gut abschneiden. Wenigstens denken. Und woher stammt sie? In dem unübersehbaren Etliche suchten die Garderobe auf, um wenn nötig mit dem möchte ich Ihnen nicht raten, die Sache selber in die Hand Ringen, dem gewaltigen Für und Wider der Rassen und Völker, Degen in der Hand dem weiteren Gang der Dinge ent- zu nehmen!" rief er ihm mit hohnvoller Genugtuung zu. die versöhnlichen Grenzen der Heimat zu fühlen, eine Stimme, gegenzusehen. Der Präsident hatte dem vor Angst kreide- Da in diesem Augenblick die Obersten Erismann und ein Vorbild ſein zu können in der engeren Gemeinschaft gleich bleichen Wirt, der sich wohl schon ant obersten Balken seines Hugentobler vorübergingen, ballte Zenggenhager all' seine artiger Wesen: das ist, mein' ich, der Ursprung des vaterländi Hauses aufgehängt. fah, Befehl gegeben, das Licht abzu- Empörung zusammen und erwiderte, so laut, daß auch die schen Gedankens. Bohin wir schauen, sind aus ihm die größten stellen, so daß der eben noch von Glanz und Vorgesetzten es hören mußten:„ Wasser? Nein, Botteufel, Werke und Taten hervorgegangen. Er wird die gefunden Gläserklang erfüllte Raum plößlich in eine dunkle Trümmer- dafür bin ich auch nicht mehr. Jetzt gehören scharfe Patronen Geister immer wieder anziehen, wie der Magnet das Eisen, stätte verwandelt schien. Stühle lagen umgeworfen, Ser- her, und eine Kompagnie Füfiliere. Dieses Kommando übersolange die Welt besteht. Stärker als die Gewinnsucht der vietten zerstreut, während auf den Tischen noch die warmen nehme ich mit Bonne!" Gorts. folgt) Verkäufe @challplatten, abgespielte, sowie zerbrocjene, tauft und tauscht jedes Quantum, Mufifhaus, Große Frank jurter Strake 110. 2428 Fahrstuhlführerinnen fofort gesucht. Meldungen im Majajinenbaus. 21. Zandorf 1. Co., BelleAlliance- Straße 1/2. 2538* Bohrer und Polierer, Elettriche Materialien aller Art Bogensängerin, auch einzulernende, Bohrerinnen u. Polierinnen faust Schumann, Beteranenfirage 25. bochparterre. Telephon Norden 558. Reinölfirnis, Borar, Koval, StoLeihhaus Rosentaler Tor, Linienstraße 203/4, Ede Roienthalerſtraße, verkauft neue Herrengarde roben, Pelzitolas, Mussen. Goldene, filberne Herrenuhren, Damenuhren, Ketten, Schmudsachen, Brillanten. Silbertaschen. Auf libren dreijährigen lopbonium, Zerefin, Parafin, fämt Garantieimein. 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Gaebert, Berlin C 54, Sophienstr. 22/ 22a. Mehrere gelernte Präzisionsdreher Hobler 53/3 6 Maschinenbauer und 6 Maschinenschlosser für Werkzeuge und Werkzeugmaschinen stellen ein Lindner& Co.. Frankfurter Allee 807. Kutscher für schweres Fuhrwerk wird gesucht. Zigarettenfabrik Garbáty, Berlin- Pankow. Arbeiterinnen, auch ungelernte, sucht Auergesellschaft, Naglerstraße 17/18. Sohlenarbeiter Weibliches Hilfsperfonal fuchen 53/ 18* baus, Brenzlauer tee 29.[ 27186 Gebr. Schack, Bahnhof Halensee Silberschmelzerei Brob, Berlin, Köpe Fahrstuhlführerinnen sofort geniderstraße 29. Telephon Moribolas iucht. Meldungen im Maschinenhaus. Steinschleifer htt 3476. Eigene Schmelze, direkte 2. Sandorj Berwertung. Bertreterbeju. Straße 21. 11. Co., Moser, 2538 Potsdamer Str. 110. 53/20 für die Zigarettenindustrie wird eingestellt. 1292* Zigarettenfabrik Garbáty Bankow, Hadlichstraße. Zwei Kutscher für unsere Geschäftsfuhrwerke mit Rur guten geugnissen verlangt. fchriftl. 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