Ar. 183* 34. Jahrg. flbonnementS'Bedlnaungtn: HlonnementS. VrelZ Brnnumnrmba Bicitsliäötl 3,90 MI. monaU. L30 Ml. wllchcnililb 30 Pfg,, ttei utä Hau». einzelne Nuinmei b Vi«, eonntayt. nunmier niil iHuflnertct Sonnlay». Lei!-jge.Die Neue Well' 10 Piy, La!». llbonnement: I,ZO Mark vro Monal. eingelragcn in die Poil.Zeuuny». Preislüie, Unler Keeuzband im Deutichland und Lclierrcich. Unyarn 2�0 Marl, iür da» übrige Ausland t Marl xro Monal, Posmbannemeni» nebnicn an Lelgien, Dänemari, Holland, Iialien, Lurembury, Ponuyal. «mnänieu. Schweden und dle schwel. ürlchcioi taalia. Verlinev VolKsblAlk. ( 5 Pfennig} Di« TnfertionS'Gcbübr beträgt für die sech?aespaltciie Kolonel- »eile oder deren Rauin SO Big,, für dolitischc und gewerlnuaiiliche Verein»» >uid Bersammlungs. Anzeigen A Pig. .Mein« anietgen". das iettgedruett« Bott 20 Pjg,(jUinifig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Pfa. Stellengesuche und Schlaiitellenan- »eigen das erste Wort 10 Pfg,. jede» weitere Wort 5 Vfg. Worte über l ö Buch. ltaben zählen iür zwei Worte, Iniora,« für die nächste Nummer müsseil bis S Übt nachmittags in der Expedition »dgegcdeii werden. Die Erbesinon ijt hl»? Uhr abends geoftuet. relegramm-llldresse: »5«ti3lliew»litsl lleellb". Zentmlorgan der fozialckmokratifcben parte» Dcutfcblands. Neüaktion: SM. 68, Linöenstraße 3. Fernivrecher: Ami Mortuplatz. Rr. IK»»0—151 37. Sonnabend, de« 7. Juli 1917. «Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. ksserusprecher- Amt Mortupla«, Nr. ISISv— 1S1S7. TebraierigKeiten der inneren I�age. Krise! Die Dinge im Reich stehen vor einer Entscheidung. Es ist aber zu befürchten, daß sie vor ihr stehen bleiben werden, und das ist so ziemlich das schlimniste, was passieren kann. Es muß wieder regiert werden, so oder so! Dieses Gefühl isl ganz allgemein. Man kann sich eine Regierung denken. die alle bisher gemachten Friedensangebote widerruft, alle inneren Reformen bis nach dem Kriege vertagt, alle Bc- wegungen zugunsten solcher Reformen und zugunsten des Friedens mit eiserner Gewalt unterdrückt und die Fort- führung des Krieges für unbestimmte Zeit bis zur Erfüllung eines wcitgesteckten Eroberungsprogramms zum unWiderruf» lichcn Beschluß erhebt. Oder mau kann sich eine Regierung denken, die, auf die Massen des Volkes gestützt, sofort eine durchgreifende Demo- kratifierung aller öffentlichen Einrichtungen vorninimt und zugleich zum Standpunkt des 4. August zurückkehrt, daß dieser Krieg nur als Verteidigungskrieg geführt und sobald als möglich, durch einen Frieden, ohne Eroberungen und ohne Entschädigungen beendet werden soll. Eine Regi�rung aber, die ivcdcr das eure noch daS.andere ist, läßt sich nicht denken. tAtdes. dieses Unausdenkbare ist Wirklichkeit. Wir haben eine Regierung, die es den Nationalisten und den Jntcr- nat.ionalen. den Alldeutschen und den Sozialdemokraten, den Bis»anS- Ende- Kriegern und den Anhängern eines Verstän- digüngsfriedens, den Gegnern und den Freunden der Demo- kratic, den Befürwortern einer sofortigen Reform und den GralShütcrn des schon sagenhaft gewordenen Burgfriedens gleich recht machen will. Das geht nicht! Eine erdrückende Fülle von Beweisen liegt dafür vor, daß daS nicht geht. Rechts und links ruft man nach Aenderung. In der Mitte— wo kein fester Kurs herrscht und wo man ängstlich späht, woher der Wind weht— steigern sich Ratlosigkeit und Unsicherheit bis zur Verzweiflung. So kann es nicht weitergehen! Im Interesse des Landes, für das Millionen bluten und die ungeheuersten Opfer bringen, kann es so nicht weitergehen. Die Regierungspolitik ist' zu einem Ferment der inneren Zersetzung geworden. Aber wir brauchen Einigkeit, Zusammenhalt, festen Kurs, heute mehr denn je! Und es fragt sich nur, wie wir diese verloren gegangenen notwendigen Güter zurückgewinnen können: durch die Anwendung der konservativen oder der demokratischen Formel. Wir sprechen hier nicht von Partei- und Klasseninteressen, nicht von Moral und Weltanschauungen, sondern nur von den Möglichkeiten einer erfolghcischendcn Politik, von nichts anderem. Würde heute ein alldeutsch-konservativer Regierungskurs einsetzen— hätte er Aussicht- auf Erfolg? Es wird wenige geben, die noch den'Mut aufbringen, diese Frage zu bejahen. Die meisten sind der-' Ueberzcugung, daß ein solcher Kurs- Wechsel das schwerste Unglück wäre, das Deutschland treffen kann. Es ist nicht notwendig, zu warnen oder zu drohen. Man stelle sich nur einmal vor. daß ein Reichskanzler käme, der da sagte:„Wir führen den-Krieg weiter, wollen nichts von Frieden wissen, solange nicht Belgien, Kurland, Longivh-Briey und soundsoviel Dutzend Milliarden uns zugesichert sind. Das Volk hat bis dahin alle Beschwerden, die der Krieg bringt, lautlos zu tragen, es hat auf alle Reformwünsche zu verzichten, für deren Erfüllung sich die Regierung alle Freiheit vorbebält." Gibt es einen Mann im Reiche, der, würde er morgen Reichskanzler, so zu sprechen wagte? Die Konservativ-Alldeutschen wissen selbst genau, daß jetzt ein solcher Reichskanzler unmöglich ist. Ueberflüssig, mit ihnen zu streiten, ob es ein Glück für das Reich gewesen wäre, wenn es seit Anfang des Krieges einen solchen Kanzler gehabt hätte, oder ein Unglück! Diese drei Jahre Weltgeschichte können nicht ausgelöscht werden. Friedenserklärungen sind abgegeben, Ver- sprechungcn freiheitlicher Reformen sind gemacht worden, jede kommende Regierung inuß sich in cincni Hause einrichten, das bis ans Dach mit Hypotheken belastet ist. � Sie kann ihre Geschäftsführung nicht damit bcginneu, daß sie über die Hinter- lassenschast ihrer Vorgängerin den Bankrott erklärt. Ein Kurswechsel nach rechts ist nicht der Weg zur Kata- strophe, er ist die Katastrophe selbst. Wenn aber solch' ein Kurswechsel nicht— wir wollen uns ganz genau ausdrücken — heute nicht mehr möglich ist, was bleibt übrig? In Oesterreich ist das Wort von der Politik des Fort- wurstelns und Durchfrettcns geprägt worden, aber diese Politik ist dort— nicht zum Heil des Landes— in Fricdenszeitcn getrieben worden. Daß man in Zeiten, wo alles auf dem Spiele steht, ohne die Anwendung heroischer Mittel nicht aus- kommt, das hat man allmählich auch dort begriffen: die Amnestie in Oesterreich und die Wahlreform ür' Ungarn zeigen es. Nein, es geht weder mit dem Fortwursteln noch mit dem Kurswechsel nach rechts. Was aber dann übrig bleibt, das ergibt sich von selbst, und die im Interesse des Ganzen unvermeidlich gewordenen Konsequenzen sollten jetzt mit unerbittlicher Folgerichtigkeit auch von denen gezogen werden, die von Hause aus keine begeisterten Freunde des Verständigungsfricdcns und der Demokratie ge» wesen sind. Es ist Gefahr im Verzuge! *• * Für die Verworrenheit unserer inneren Zustände haben die gestrigen Verhandlungen des Verfassungsaus- schusses einen neuen niederdrückenden Beweis geliefert. Nachdem die Nationalliberalen erklärt hatten, daß sie unter „voller� staatsbürgerlicher Gleichberechtigung", wie sie der An» trag Müller-Meiningen forderte, nicht unbedingt das gleiche Wahlrecht verstanden wissen wollten, ist die Einigung auf diesen Antrag wieder in die Brüche gegangen. Tie Kommission lief ziemlich ratlos auseinander und will versuchen, in einer späteren Sitzung zu einem Beschluß zu gelangen. Die Haltung der Nationalliberalen steht in enger Wechsel- Wirkung zu dem Verhalten des Regierungsvertreters L e w a l d, der die tvundervolle Erklärung abgab, der Passus der Oster- botschaft über die Wahlreform bedeute weder das gleiche Wahlrecht noch bedeute er es nicht! Man fühlt sich ein wenig an den Sonntagsrciter der „Fliegenden Blätter" erinnert, der auf die Frage:„Meyer, wo reitest du hin?" mit schlichter Aufrichtigkeit antwortet: „Was weiß ich? Frag das Pferd!" Aber man begreift dann auch wieder rasch, daß die Zeit für Späße zu ernst ist. (juo vadis, Germania? Deutschland, wohin gehst du?___ Wahlrechtsdebatte im Verfassungsausschuß. Zweideutige Erklärung der Regierung. In der Sitzung am Freitag unterbreiten zunächst die Kons»- vativcn noch folgenden Antrag: Der Reichstag wolle beschließen, an den Herrn Reichskanzler folgende Erklärung zu richten: Angesichts der gewaltigen Leistungen des ganzen Volkes in diesem furchtbaren Kriege bekennt sich der Reichstag zu der an den Reichskanzler und den preußischen Ministerpräsidenten gerichteten Osterbotschaft des deutschen Kaisers und Königs von Preußen. ' Die Turchfübrung der darin angekündigten Aenderungen des Wahtrechtes ist nach der Retchsvcrsassung aus schließ- l i'ch die A ujr g a b e der ö i n z e l st a a t e n. Wie alle schichten des Volkes in pflichtbewußter Aufopfc- rung au der glücklichen Durchführung des gewaltigen Krteges mitwirken, so werden auch die großen wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben, die bei Ausgang des Krieges und nach dem Kriege zu erfüllen sind, der hingebungsvollen und freudigen Mitarbeit des ganzen Voltes bedürfen. Auf der Grundlage der in den Verfassungen verbrieften vollen staatsbürgerlichen Gleichberechtigung werden in Staat und Reich machtvolle neue Kräfte für den Aufbau des deutschen Lebens zur Entfaltung gebracht werden. Die Deutsche Fraktion brachte gleichfalls eine Resolution ein, folgendes Wortlautes: Der Reichstag wolle beschließen, an den Herrn Reichskanzler folgende Erklärung zu richten: freudig bat der Reichstag die an den Reichskanzl» und ischen Mmisterpräsidentcn gerichtete Osterbotschaft des deutschen Kaiser? und Königs von Preußen begrüßt. Das ganze Volk hat für die glückliche Führung des Krieges unsägliche Opfer gebracht, gewaltige Aufgaben harren seiner in der Zukunft. Ihre Lösung bedarf der freudigen und hin- gcbungsoollen Mitarbeit aller Teile des deutschen Volkes. Vor- aussctzung bierfür ist. daß in allen Bundesstaaten die Ordnung des Staatswesens, insbesondere auch des Wahlrechts frei- h c i t l i ch und auf d» Grundlage vollen gegenseitigen Ver- trauens baldmöglichst durchgeführt tverdc. Die Gestaltung dieser Neuordnung in den Bundesstaaten bleibt deren vcrfastungSmäßiger Zuständigkeit vorbehalten. Abg. Graf Westarp,(k.) erklärt, seine Partei stehe auf dem Boden der Osterbotschaft, das solle die Resolution zum Ausdruck bringen. Die Osterbotschaft stelle nicht das gleiche Wahlrecht in Aussicht. Die Konservativen werden dem gleichen Wahlrecht für Preußen niemals zustimmen. wie sie auch an dem Standpunkt festhalten, daß die Reformen erst nach dem Kriege in Angriff genommen werden dürfen. Aus diesen Gründen sei für die Konservativen die Resolution" Mull»- Aleiningen unannehmbar. Abg. Mcrtin(Deutsche Fraktion) würde cS begrüßen, wenn alle Resolutionen zurückgezogen wux- den, denn schließlich hätten Resolutionen dock keinen Wert. Die Resolution Müller-Meiningen bringe in die Osterbotschaft das Reichstags wablreckt binein. In Preußen b est eh c Wer c/i ts die staatsbürgerliche Gleichberechtigung, denn jeder Preuße habe das Wahlrecht. Teshalv sei das Verlangen nach staalsdürgerticher Gleichberechtigung ganz überflüssig. � Abg. Schiffer(natl.): Es wäre ein Armutszeugnis, wenn der Ausschuß zu keinem Resultat käme. Die konservativen Anträge bedeuten- eine Ab- schwächung der Resolution Müller-Mioinmgeu, noch mehr die Begründung, die diese Anträge fanden. Wir wünschen nicht, daß das Reich in preußische Verhältnisse eingreift, aber das schließt nicht aus. daß auch wir die preußische Wahlrechte frage für eine deutsche Frage halten. Das gleiche Wahlrecht muß in Preußen selber für Preußen geschaffen werden. Tic Verfassung fleht die staatsbürgerliche Gleichberechtigung vor, in der Praxis besteht sie nicht. Die Voraussetzungen der Ostcrbotsckaft. daß der Krieg bald zu Ende sein wird, sind hinfällig gclvorden. Der Krieg kann Nock lange dauern, deshalb darf die Reform nickt hinausgeschoben wcr- dcir. Die Stunde der Tat ist gekommen. Abg. Landsbcrg(Soz.): Graf Westarp hat den Wunsch nach einer etnheitiichen Kynd- gebung des Ausschusses ausgesprochen. Wirkeb.nen die tön- ser v at i v e" E n t sch l i effun g a b, weil' sie die Befugnis' de? Reiches, in deutschen Fragen in die Verfassungen der Eiuzelsiaäten einzugreifen,.bestreitet,, weil sie. ivom Wahlrecht in de« Bundes- staaten, der wichtigsten innerpolsiischen Frage der Gegenlvarflni'chls sagt, und weil sie von den Aneragsteliern' mit ihr»"Gegnerschäit gegen das- gleiche Wahlrecht begründet wird. Wir halten die gesetz» gebenden Körperschaften des Reiches für bereckiigi und.verpflichtet, die Frage des Wahlrechts der Einzelstaaten zu tösen, und bleiben bei unserem Antrag, durch die Rcichsverfassung in die Bundes- staaten das allgemeine, gleiche, geheime Wahlrecht für beide Geschlecht» unter Berücksichtigung des Verhältniswahlsystems einzu- führen. Sollte der Antrag abgelehnt werden, so kömren wir ftir die Resolution Müller-Meiningen stimmen, aber nur weil Herr Müller die Resolution dahin ausgelegt hat, daß mit ihr das gleiche Wahl- recht gefordert wird, und weil der nationalliberale M i tan trag- steller die Richtigkeit dieser Auslegung durch sein Schweigen bestätigt hat. Was die Gegner des gleichen Wahlrechts ver- anlaßt, die Resolution abzulehnen, bestimmt uns,' ihr eventuell zuzustimmen. Miuisterialdtrcktor Lewald weist darauf hin, daß sich die Osterbotschaft nicht aus preußische Verfassungsfragen beschränkt, sondern sich weit. darüber.hinaus auf Fragen erstreckt, die das ganze deutsche Volk berühren. Der Reichstag habe deshalb unzweifelhaft das volle Reckt, zur Oster- botschaft Stellung zu nehmen, und auch das empfindlichste födcra- tive Gewissen könne nicht annehmen, daß der Reickstag scine Kompetenzen überschreite, iveirn er dies tue.>T» Miinstcrial- direktor stellt ausdrückttch fest, daß die Osterbotschaft' sich' in der Frage des gleichen Wahlrechts die volle Entschlichnngsfreihrit vor- behalten habe.. Abg. Kreth(kons. I: Wenn wir sagen, wir bekennen uns zn-d» Osterbotschaft, so ist das von unserem ch r i st I i ch e n.Standpunkt ein feierliches-Gelöbnis. Tic volle staatsbürgerliche Gleichberechtigung in Preußen ist in der Verfassung festgelegt, sie braucht also nicht erst gefordert zu werden. Abg. Herold(Zentr.) erklärt für seine Partei die Zysiimmung zu der Resolution Müller-Meiningen. Dies entspreche der Haltung, die das Zentrum stets eingenommen habe..•. Adg. Wurm(Unabh.) begrüßt die Erklärung LetvaldS, weil.sie die Illusion zerstört, daß die Osterbotschaft das gleiche Wahlrecht verkündet habe. Die Resolution Müller-Meiningen bedeute eine Verschlimmerung. Der Druck von außen, der zwetfellos gewirkt hat, muß noch stärker werden, bis man den Wünschen des Volkes Reck- nung trägt. Ministerialdirektor Lewald betont gegenüber einem Abge.ord- netcn der Unabhängigen Sozialdemokratie, daß er nicht erklärt habe, die Osterbotschaft lehne das gleiche Wahlrecht ab. Er habe lediglich festgestellt, daß die Osterbotschaft sich in dies» wie» in anderen Beziehungen volle Freiheit der Entschließung vorbehalten habe. Abg. Schiffer(natl.): Aus de in Schweigen der Ratio- nalliberalen darf nicht der Schluß gezogen wer'- der, daß sie der Deklaration z n st i m in c n, die Mb g. Müller-Meininge'n seiner Resolution gegeben ha t. Die Mehrheit der Nationallibcralcn ist ab» der Ansicht/ daß das jetzige Wahlrecht in Preußen mit der staatsbürgerlichen Gleich- berechtigung nicht im Einklang steht. Abg. Hofmann-Kalf»slautern(Soz.): Die Debatte fängt an interessant zu werden in dem Augenblick, in dem sie eigentlich schon geschlossen war. Interessant und bedeutungsvoll war die Erklärung des Regierungsvertrctcrs. Er sagte, die Osterbotschaft bat sich auch in der Frage des gleich e'n Wahlrechtsvoll- ständig freie Entschließung vorbehalten. Eine Un- klarhcit der Osterbotschaft ist beseitigt. Die Ostcrbotschast / wie MW« Ii MW ZlsWWMM Artilleriekampf in Ostgalizien.— Ver- nichtttn- sfeuer am Cafinntal.— Bewegung an der unteren Donau. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 6. Juli 1917.(W. T. B.) Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Biackenscn An der untere» Donau war der Feind unruhiger als in letzter Zeit. Mazedonische �-ront. Keine größeren Kampfhandlungen. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. derspricht also nicht das gleiche Wahlrecht. Was sie verspricht und will, steht heute noch nicht fest. Tie Regierung weiß es selbst noch nicht. Und das ist das geradezu Ungeheuerliche. Selbst in der jetzigen überaus schwierigen Situation weiß die Regierung noch nicht, ob sie dem Volte, das so Ungeheures geleistet und geduldet, das gleiche Wahlrecht geben will oder nicht. Sic weih das nickt in dem Augenblick, wo das gleiche Wahlrecht in Preußen für unser Vaterland eine Existenzbedingung ist. Die Haltung der Regierung ist einfach ein Skandal. Sehr interessant und bedeutungsvoll war auch die Erklärung des Abg. Dr. Schiffer. Er ist mit seinen Freunden, von denen einer Mitantragstcller ist, nicht für ein gleiches Wahlrecht in Preußen. Seine Erklärung schließt lediglich gewisse Sorten von Pluralwahlrcchteu aus, hält aber ausdrücklich den Weg für andere offen. Ich habe den Wert der freisinnigen Resolution nie hoch eingeschätzt. Nach dieser Haltung der national- liberalen Vertreter hat sie für mich jeden Wert verloren. Sie war früher nicht besonders nützlich. Sie ist jetzt direkt schädlich. Ich lehne die Resolution ab. Abg. Miillcr-Meiningen verteidigt seine Resolution gegen die Angriffe Wurms. Abg. Fehrenbach sZentr.): Tie Regelung des Wahlrechts muß Sache der Einzelstaatcn bleiben. Der freiheitliche Ausbau der Wahl- rechte in den Einzelstaaten ist eine unabweisbare Notwendigkeit. Abg. v. Graefe(kons.): Klarheit müsse geschaffen werden, es dürfe nickt wieder gehen wie bei der U-Boot-Resolulion, die jede Partei in ihrem Sinuc auslegte. Nur die konservative Resolution schafft in der Vcrfassuugsfrage die nötige Klarheit. Man soll nicht immer zweischneidige Waffen schmieden. Abg. Junck(natl): Die Erklärung Schiffers ist offenbar nickt richtig verstanden worden. Die Nationalliberalen wollen nichts wissen von Differenzierung nach Besitz, Vermögen und Steuer- leistung,. Dagegen könne man denken an eine Dif- ferenzierung nach Alter, Kindcrzahl und Erfül- l u ii g der Wehrpflicht. Er persönlich sei für daS gleiche Wahlrecht in Preußen. Wir setzen aber auch in Preußen das Vcr- trauen, daß es eine brauchbare Wahlreform fertig bringt. Abg. Landsbcrg(Soz.): Was die Nationalliberalcn heute sagen, hätten sie vorgestern sagen sollen. Nach Ansicht der Nationallibe- ralen bedeutet die Resolution doch die Möglichkeit der Einführung eines nicht gleichen Wahlrechts. Redner beantragt, den Passus in der Resolution Miillcr-Meiningen: „Hierfür aber ist eine unerläßliche Voraussetzung, daß die volle staatsbürgerliche Gleichberechtigung in allen Bundesstaaten ohne Verzug durchgeführt wird", dahin abzuändern, daß die Worte hinzugefügt werden: „und insbesondere das Reichstags Wahlrecht in ihnen eingeführt wir d." Abg. Heine(Soz.) wünscht ebenfalls eine klare präzise Fassung. Eine Einigung auf eine Resolution, unter der schließlich jede Partei etwas anderes versteht, hat wirklich keinen Zweck. Abg. Miiller-Meiningen(Vp.) stimmt dem von Landsbcrg bcan- tragten Zusatz zu und beantragt gleichzeitig, in seiner Resolution den Schlußsatz zu streichen, der lautet: „Dadurch werden in Staat und Reich machtvolle neue Kräfte für die Entscheidung des Krieges sowie für den neuen Aufbau des deutschen Lebens zur. Entfaltung gebracht werden." Abg. Schiffer(nail.) ist gegen den Zusatzanirag Landsberg, daraus möge man aber nicht schließen, daß er ein Gegner des gleichen Wahlrechts sei. Uebrigens sei der Ausdruck „gleiches Wablrccht" auch nicht klar, denn schließlich könnte man darunter auch das Frauenwahlreckt verstehen. Besitz, Einkommen und Steuerleistung müßten vei der Neugestaltung des preußischen Wahlrechts oiisscheidcn. Abg. Wurm(Unabh.): Auch der Antrag Landsberg verbessert d:e Sache nickt. Ter Reickstag muß von seinem Recht Gebrauch machen, ein Wahlrecht für die Einzelstaaten zu schaffen. In den einzelnen Landtagen wird man nichts erreichen, insbesondere nicht in Preußen, wo die Konservativen alles aufbieten werden, ihre Macht zu erhalten. Beharre der Reichstag nicht aus seinem Recht, dann treibe man politische Heuchelei. Das Volk werde die richtige Antwort geben.' Abg. Beckcr-Arnsberg(Zentr.): Das Reich dürfe den Einzel- staalen kein Wahlrecht aufzwingen. Für die Festsetzung des Wahl- alters auf 29 Jahre und für das Fraucnwahlrecht sei seine Partei nicht zu haben. Auch für den Zusatzantrag Landsberg könnten seine Freunde nicht stimmen, sonst würde man auch noch dazu kommen, für die Gemeinden das Rcichsiogswahlrecht einzuführen. Damit war die Debatte erschöpft. Auf Antrag der Fortschrittler wurde die Abstimmung auf Sonnabend 9 Uhr vormittags verschoben. Stockholm. die Vorkonferenzen. Stockholm, 5. Juli.(Eig. Trahtberlcht des„Vorwärts".) In der heutigen Besprechung Adlers und Müllers m i t d e n Vertretern des russischen A.- u. S.- R a t s wurden die durch den Aufruf de? A.- u. S.-Rats aufgeworfenen Fragen unter Berücksichiigung der politischen Situation in Deutsch- land durchgenommen und dabei auch die bisherige Tätigkeit der deutschen Partei für den Bcrständignngsfricdcn ohne Annexionen und Eiilschädigungen behandelt. Ueber die Verhandlungen soll der Fraktion und dem Parteivorstand ein Bericht gegeben werden, nach welckem die Entscheidung über die Teilnahme an der ans Grund des russischen Aufrufs vom 2. Juni zu berufenden allgemeinen Konferenz gefällt Iverdcn soll. In den Ver- Handlungen wurde deutscherseits die Initiative der russischen Ge- nassen zur Fricdcnsaktivn lebhaft begrüßt. Es darf erwartet werden, daß es den Russen gelingt, entsprechend ihrer Absicht, die Konferenz noch im August zuftaiidezubringen. Die Verhandlungen wurden in kameradschaftlichem Geiste geführt. Die Hoffnungen auf Stockholm dürften nickt zufchanden werden. Im Kreise der Zimmerivalder wird der 10. August als der Tag bezeichnet, an welchem die Allgemeine Konferenz in Stockholm beginnen soll. Etwas früher soll die Konforenz der Zimmcrwaldcr stattfinden. Leider ist mit einem so frühen Termin, an dem die Konferenz zusammen treten soll, nicht zu rechnen. Ein am 24. Mai an da? Internationale Bureau gerichtetes Telegramm der italienischen Partei, in dein diese ihre Beteiligung an der Stockholmer Konferenz anzeigte, hat das Bureau nicht erhalten. Tie T-epcsche ist vermutlich von der italienischen Zensur zurückgehalten worden. Das Exekutivkomitee des irischen Gewerkschafts- kongresieS verlangt die Zulassung scincr Delegierten auf der Stockholmer Konferenz. Das Internationale Bureau ersuchte die englische Labour Party, den irischen Delegierten die Pässe für die Reise nach Siocklwim zu besorgen. Rosanoff gegen die Sonderkonferenz der Entente» Sozialisten. Aus Stockholm drahtet Borgbjerg seinem Blatt, dem Kopenhagener„Sozialdemokraten": Rosonvff schilderte die Eni- Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Dunst und Regen herrschte tagsüber nur die gewöhn- liche Stcllungskampstätiglcit. AbcudS lebte bei besserer Sicht das Feuer vielfach auf. Nachts spielten sich mehrere Erkundungs- geseihte ab. Hart nördlich der Aisne holten Stoßtrupps eines württcwbcrgischcn Regiments nach erbittertem Nahkampf eine größere Zahl von Franzosen aus ihreu Gräben. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des G e n e r al f e ld m a r s ch a l l S Prinz Leopold von Bayern. Zwischen Zborow und Brzezany nahm gestern der Artillerie- kämpf große Stärke an, ließ nachts»ach und hat sich seit Tages- grauen wieder gesteigert. Auch bei Zwyzyu, Brody und Smorgon war die Feuer- tätigkcit zeitweilig sehr lebhaft. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph Erkannte Bereitstellungen rumänischer Infanterie zum An- griff gegen einige von uns gehaltene Höhen südlich des Casinu- Tales wurde» durch Beriüchtungsfruer zerstreut. Wicklung in Rußland als durchaus crsreulick». Es werde nicht mehr soviel diskutiert, desto mehr aber an der demokratischen Organi- sierung des Landes auf allen Gebieten gearbeitet. Die Vorkonse- renz der Entente-Sozialisten in London siebt er als über- flüssig an. Huysmans ist hingegen der Ansicht, daß sie von Nutzen sein könne. Rosanofs kebrt in 11 Tagen wieder nach Ruß- land zurück; die anderen Russen hingegen fahren nach London, Paris und Rom, um für den Frieden zu wirken. Wie der Stockholmer„Sozialdemokraten" in Erfahrung ge- bracht haben will, ist im bolländisch-skandinavischen Komitee beantragt worden, die Freigabe Rosa Luxemburgs aus dem Gefängnis zu verlangen, damit sie irach Stockholm kommen könne. Die Absicht steht mit einer geplanten polnischen Delegation nach Steckholm in Verbindung. Rosa Luxemburg ist zwar in Deutsch- land tätig gewesen, aber sie ist Mitglied eines Zweiges der Polin- schen Sozialdemokratie und Vertreterin dieser Zweigorganisaiion im Internationalen Sozialistischen Bureau. Ohne sie dürste es nicht möglich sein, eine vollständige polnische Delegation schassen zu können, die aber mit Rücksicht auf die besonderen polnischen Fragen sehr notwendig erscheint. das Memoranüum vanüervelüe-örouckere. Stockholm, 4. Juli. Das holländisch-skandinavische Komitee hat heute ein Memorandum veröffentlicht, das ihm am 30. Juni von der„belgischen Delegation, bestehend aus Emile Vandervelde, Prä- sident des Internationalen Sozialistischen Bureaus, und Louis de Brouckere, stellvertretender Delegierter zum Internationalen Sozia- listischen Bureau, beides Mitglieder des Generalrats der Arbeiter- Partei Belgiens," übergeben worden ist. Das Memorandum um- faßt nicht weniger als 24 Seiten in Maschinenschrift, wir können— aus räumlichen, aber auch aus anderen begreiflichen Gründen— nur einen Auszug aus dem französischen Original dieses Schrift- stückes wiedergeben: In der Einleitung wird ausgeführt, daß der jetzige Krieg der vermutlich entscheidende Krieg zwischen den srercn Nationen, die bereits ihre demokratische Revolution gemacht hätten, und den drei letzten halb oder ganz feudalen Reichen sei. Der Welt würde von einem Triumph der letzteren unerträgliche Knechtschaft drohen. Ztveisellos bestehe auch eine Mitverantwortlichkeit aller kapitalistischen Regierungen am Kriegsausbruch, aber die direkte Verant- wortlichkeit hätten die Zentralmächte. Allerdings seien auch unter den Alliierten imperialistische Kräfte vorhanden. Aber dort seien sie durch die demokratischen Kräfte in Schach gehalten, das habe sich auch in dem gezeigt, was diese Staaten zur Vermeidung des Krieges getan haben. In den gegnerischen Staaten sei die Demokratie in der entscheidenden Stunde ohne Kraft gewesen. Das werde auch durch die deutsche Parteiminderheit bezeugt. Das belgische Memo- randum widmet hier den jetzigen„Unabhängigen" sehr warmherzige Worte und fährt dann fort: Tie Entente sozial! st en führen den Kampf gegen den stets kriegS schwangeren Imperialismus un- eniwcgt fort. Sie wollen diesen Krieg als Verteidigungskrieg von allen Eroverungs- und Unterdrückungstcndenzen freihalten. Die belgische Regierung babc in ihrer Note an Wilson jede Eroberiings- Politik abgelehnt und erklärt, daß Belgien nichts anderes anstrebt, als einen Frieden der gerechten Wiedergutmachung und Bürg- schaften für die Zukunft. Nach der russischen Revolution könnten die Sozia- listen aller Länder mit besseren Ersolgsaus sichten gegen den Imperialismus vorgehen, nicht nur bei den Regierungen und in den Parlamenten, sondern auch durch Ausruf der öffentlichen Meinung zu Massenaktionen, die nach Vereinigung des Kampfzieles streben. Ais die wichtigste sozialistische Pflicht wird in dem Memorandum Vandcrvelde-Brouckere die Verteidigung gegcndendeut schen Imperialismus und seine Führer- schafistendenzen erklärt. Sehr ausführlich wird unter scharfen An- griffen auf die deutsche Verwaltung Belgiens die Pflicht der Belgier zur Landesverteidigung auseinandergesetzt und der Burgfrieden ge- rechtfertigt. Der deutschen Parteimehrheit wird jedoch das Recht, die gleichen Gründe geltend zu machen, bestritten. Tic Vereidigung gegen einen imperialistischen Angriff fordere aber mehr als das bloße Zurücktreiben des Gegners über die Grenzen. Verträge könnten keine Sicherheit mehr gewähren; der dauerhafte Frieden könne nur mit denivlratisierten Zentralmächtcn geschloffen werden. Die belgischen Sozialisten wollen nicht eine Zerstückelung Deutschlands oder Oesterreich-Ungarns, sie wider- setzen sich auch einem künftigen Wirtschaftskrieg, aber V o r s i ch t s- maßregeln seien nötig, damit das Deutschland von heute sich nicht gegen die Menschheit wende. Als die größte Gefahr im Augenblicke erscheint es diesen' beiden belgischen Sozialisten, daß die Völker aus Ermüdung auch zu einem„brüchigen" Frieden bereit sein könnten. Ohne Vorbehalt unterstütze man die Friedcnsparole des Arbeiter- und Soldatenrats:„Keine Annexionen, keine Kontri- bnitionen.«elbstbestimmungsrecht der Völker!", aber es seien ver- schiedenartigc Auslegungen möglich. Hierzu wird erklärt: Die Wiedervereinigung Elsaß-Lothringens mit Frankreich würde, Ivenn sie von den Bewohnern gewünscht werde, keine Annexion sein, son- dern ihr Gegenteil, ebenso die nationale Einigung Polens, Italiens, Serbiens, wenn die Bewohner es wünschen. Die Ablehnung jeglicher Annexion bedeute noch nicht die Auf- rechierhaltung des Statutsguo. Grenzregulierungen mit Zustimmung der Bewohner seien nicht auszuschließen, so z. B. die Rückgabe einiger wallonischer preußischer Dörfer bei Stave- Abendbericht. Amtlich. Berlin, 6. Juli 1917, abends. Vom Westen nichts Neues. In Ostgalizien ist die Schlacht heute neu entbrannt; Massenstürme der Russen sind zwischen Zborow und K o u j« ch y und bei Brzezauq unter schwersten Ber- lusteo für den Feind zusammengebrochen. Ter österreichische Bericht. Wien, 6. Juli 1917.(W.T.B.) Amtlich wird verlautbart: Qeftlicher Kriegsschauplatz. Südlich des C a s i n u t a l e s wurden bereitgestellte rumä- nische Angriffstruppen zerstreut. Im galizischen Kampfabschnitt hat das feindliche Artillerie- feucr gestern nachmittag und heute früh wieder zugenommen. Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Der Chef dcS GcneralstabcS. lot und die Wiedervereinigung Luxemburgs Mit Belgien, wenn die Bewohner dies unzweideutig als ihren Willen ausdrücken. Entsprechend der grundsätzlichen Anerkennung einer deutschen Schadenersatzpflicht gegenüber Belgien, die der Reichskanzler am 4. August 1914 im Reichstag ausgesprochen, wird deutscher Ersatz für alle in� Belgien entstandenen Schäden verlangt. Das Selbstbcstimmungsrecht der Nationen bebe, konsequent durchgeführt, vielfach den s-tatusquo auf. es bedeute aber auch nach innen die Demokratisierung, die auch ein Reckt der andern, mit dem betreffenden Staat Frieden schließenden Nationen sei. Tie Entwicklung in allen Ländern gehe nach dieser Richtung. Zur Konfcrenzsrage wird erklärt: Da die Aktion der Massen der Aktion eines internationalen Kongresses notwendig voraus- gehen müsse, und dieser sich auf jene stützen müsse, können diese beiden sich gegenwärtig nicht für eine allgemeine Konfe- rcnz aller dem I. S. B. angeschlossenen Parteien aussprechen; sie würde unnüd und gefährlich sein, wenn die- jenigen sozialistischen Parteien, die gegenwärtig imperialistische Regierungen stützen, daran teilnehmen würden. Sie haben aber nichts einzuwenden gegen die Teilnahme derjenigen, die in den Zentralstaaien sich der imperialistischen Politik widersetzen und im Grunde dieselben Ziele verfolgen wie die Verfasser des Memo- randums.(Zu verfolgen behaupten. Anm. d. Ber.) Sie würden eine Begegnung auch mit den M e b r h e i t s s o z i a l i st e n der Zentralstaaten nicht ablehnen, wenn diese ihre gegenwärtig g e h Irrtümer abschwöre n und offen gegen ihren Heimi- scheu Imperialismus Partei ergreifen würden. Darum sei als Z u l a s s u n g s b e d i n g u u g zur Konferenz die Zustimmung zu diesem antiimperialistischeh Programm zu fordern. Es wird verlangt, daß in allen Ländern die Sozialisten Be- wegungen inszenieren, um die Regierungen in diese Bahn zu bringen. Auf dieser genauer präzisierten Basis des Sowjät(Ar- beiter- und Soldatenrats; wird ein Meinungsaustausch, wie ihn das holländisch-skandinavische Komitee angeregt hat, akzeptiert. Diese Verhandlungen könnten dann zur Ausarbeitung des un- zweideutigen Programms einer allgemeinen sozialistischen Konfe- rcnz führen, das alle diplomatischen Manöver der Gegner vereitelt und die nur dem Namen nach sozialistischen Fraktionen fernhält, die nicht ehrlich entschlossen seien, mitzuwirken an dem sozialisti- schen Werk. Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, würden die belgischen Sozialisten glücklich sein, an einer Vollversammlung der wahren Internationale teilzunehmen. In einem Anhang wird noch zur flämischen Frage erklärt, daß das Flamenvolk weiter zu Belgien gehören wolle. Unser Stockholmer Berichterstatter bemerkt: Der langen Red« kurzer Sinn ist also, daß Vandervelde die deutsche Sozialdemokratie erst wieder als sozialistische Partei anerkennen will, wenn sie ihre wohl- und oft erwogene Politik aufgibt und abschwört, und reuig im Büßergewande naht. Den sozialistischen Parteien der Entente- ländcr stellt er diese Bedingungen nicht. Der Konferenzgedanke bat an dem einstmaligen Führer der Internationale den schärfsten Gegner. Eine Note Argentiniens an Deutsthlanü. Amsterdam, 6. Juli. Aus London wird berichtet: Wie die„Times" aus Buenos Aires meldet, hat die argentinische Regierung gestern eine?sote nach Deutschland gesandt, worin Entschuldigungen und Entschädigungen für die Versenkung der Oriania und der Tora ver- langt werden, ferner Bürgschaft für die freie Fahrt argen- tinischer Schiffe in allen Gewässern Amerikas. Eine Bestätigung dieser Meldung liegt, wie die Tele- graphen-Union an zuständiger Stelle erfährt, bisher nicht vor. Süöchina gegen Norüchina. Englische Bläter bringen Mitteilungen aus China, die der neuen Mandschuherrschast ein nur kurzes Dasein prophezeien. Truppen des republikanischen Südens rückten bereits nach Norden, und Tschangshun sehe jetzt ein, daß der monarchische Staatsstreich ein Irrtum gewesen sei. Reuter erfährt, daß die tclegraphische Nachricht von der Errichtung einer vorläufigen Regierung in Nanking eingetroffen ist. Nach einer anderen Meldung hat in Shanghai eine Konferenz stattgefunden, unter deren Teilnehmern sich auch Sunyatsen befand; sie beschloß, den Sitz der republi. konischen Regierung nach Shanghai zu verlegen. Ter republika- nische Truppensührer Tuan-Tsjisuf wird von 1b Provinzen unter- stützt. Der Zliegerangriff auf tzarwich. Heber den am Mittwoch ausgeführten Angriff auf Harwich wird des Näheren mitgeteilt: Die deutschen Luftstreitkräfte haben den Quellen englischer Kraft einen neuen schweren Schlag zugefügt. Der Angriff galt diesmal einem der Hauptstützpunkte und-ichlupf- Winkel der englische!,„großen Flotte". Am 4. Juli, vormittags 8 Uhr. erschienen deutsche Flugzeuggeschwadcr über Harwich und belegten Festung und KrtcgShafen ausgiebig mit Brand- und Sprengbomben. Die Großflugzeuge erzielten in den Arse- nalen, Barackenlagern, Docks und Werjteu, aus 6inem Flugplatz und auf mehreren Kriegsschiffen zahlreiche Volltreffer. Tie klare Sicht gestatlete eine deutliche Beobachtung der Einschläge. In den Docks entstand ein großer Brand, der während des Rückfluges über See noch lange zu er- kennen war. Ter dem Gegner zugefügte militärische Schaden ist bedeutend. Der Nachrichtendienst des Feindes hatte diesmal besser ge- arbeitet. Schon Nor der Tchemsemündung empfing die Flugzeug- geschwader st ä r k e s A b w e h r f c u e r der vor der Ostküste liegen- den britischen Seestreitkräfte. Der Gegner folgte mit Feuer wäh- rcnd des ganzen weiteren Fluges. Besonders starke Gegenwirkung setzte über Harwich ein. Ueber der Festung kam es mit den zur Abwehr gestarteten feindlichen Fliegern zu zahlreichen Luftkämpfen. Tie verliefen ergebnislos für den Gegner. Ter Rückmarsch führte in gerader Strecke 150 Kilometer über See. In der Gegend von Zeebrügge erwarteten neue feindliche Kampfflieger von der Station Dünkirchen die Bomben- geschwader. Aber auch die mit ihnen sich entspinnenden Einzel- kämpfe brachten dem Gegner keinen Erfolg. Die deutschen Flug- zeuge sind vollzählig in ihren Heimatshäfen gelandet.(W. T. B.) der Krieg auf den Meeren. Berlin, 5. Juli. Amtlich. Durch unsere U-Boote sind i m Atlantischen Ozean und in der Nordsee weitere 18 Dampfer, K Segler, 3 Fischcrfahrzcugc mit SZHHH Hr.-Reg.-To. vernichtet worden. Unter den versenkten Schiffen befanden sich die englischen bc- waffnctcn Dampfer Jölc of Jura(3808 To.) mit 2000 To. Munition und 3197 To. Koks von Middlesborough nach Savona, HuntStrick (8131 To.) mit 10 000 To. Stückgut von Plymouth nach Gibraltar, Serapis(1932 To.) mit Kohlen von Glasgow nach Marseille, Kapitän und Steuermann gefangen genommen, der englische Drei- mastschuner Biolct, der italienische bewaffnete Dampfer Baldiere (1637 To.) mit 6000 To Munition von Ncw-Orlcans nach Genua, der portugiesische Dampfer Espinh» mit Gerste, Mais und sehr vielen Schweinen von Casablanca nach Lissabon, die ruisischcn Schuner Ncra mit 712 To. Tonerde von Focwy nach Cadiz, Gaita mit 600 To. Salz nach Island; ferner zwei Dampfer mit EnglandkurS, die durch Torpcdodoppclschust aus einem Geleitzug herausgeschossen wurden, ein mittclgroster schwer bcladencr Dampfer, aus Zerstörer- sichcrung herausgeschossen, und ein bewaffneter großer Dampfer mit Kohlen von Amerika nach Osten. Ein neutraler Dampfer, der in Charter der französischen Regierung fuhr, hatte Gewehre und Munition von Marseille nach Dakar an Bord. Dir Ladungen der übrigen versenkten Schiffe bestanden, soweit sie haben festgestellt werden können, in der Hauptsache ans Kohlen, Stückgut und Wolle. Auf Grund der bisher vorliegende» Meldungen unserer ■J-Boote ist schon jetzt zu übersehe», das, die Ü- B o o t S- erfolge des Monats Jnni die des Monats Mai erheblich über st eigen werden. Ter Chef des AdiuiralstabeS der Marine. die rufllfche Offensive. Kaukasus— Persien— Iinaifrout. Russischer Heeresbericht vom 4. Juli. W e st f r o n t: In Rich. tung auf K o w e l Artillerickampf. In Richtung auf Z l o z 0 w erbeuteten unsere Erkundungsabtcilungcn in der Gegend des Dorfes Godow ll deutsche Maschinengewehre. Ein deutsches Panzerauto- mobil, das in der Gegend von Wyschky vorzudringen versuchte, wurde durch unsere Artillerie vertrieben. Oestlich und südöstlich von Brzezanh Aritlleriekampf von wechselnder Stärke. Unsere Offcnsivabteilungen unternabmen beute keinen Angriff. Wir schlugen durch Gewehr- und Maschinengewehrfeuer bei dem Torfe Metschi- tschew feindliche Gegenangriffe zurück. Während der Kämpfe am 1. Juli nahmen nach vorläufiger Zählung unsere Truppen 300 Ossi- ziere und 18 000 Soldaten gefangen und erbeutetc» 29 Geschütze und 33 Maschinengewehre. Kaurasussront: Unsere Truppen nahmen nach Kämpfen die Stadt P c n d j w i n. Im Schwarzen Meer lief am 30. Juni eines unserer Torpedoboote alter Bauart auf eine Mine, die der Feind vor einigen Tagen gelegt hatte.- Straßenkrawalle in Amsterdam. Der eintägige Demonstrationsftrcik in Amsterdam war nicht allgemein und hat zu Zusammenstößen zwischen den Streikenden und Nichjstreikcnden geführt. Tie Nedcrlandsch Telegraaf Agent- schap meldet gestern: Neue Unruhen brachen in Amsterdam aus, als die Arbeitswilligen von den Munitionswcrken an der Hcmbrug nach Amsterdam zurückkehrten. Sie wurden von Streikenden empfangen, was Anlaß zu Krawallen und Massenansammlungen gab, die sich über Haarlemmerplein, HaarlemMerdhk und die be- nachhalten Straßen ausdehnten. Die Infanterie mußte vrr- schiedentlich feuern, wodurch ein Mann getötet und 11 Personen verwundet wurden. Kleine Kriegsnachrichten. Das russische Bcutcfeld der Tollarfinanzicrs. Ter Peters- burger Mitarbeiter der„Associated Preß" telegraphiert, daß eine vom Handelsministeriuni ausgestellte Kommission empfohlen hat, einen großen Teil der russischen und sibirischen Berg- werke und Mineral lager dem amerikanischen Kapital zur Ausbeutung zu überlassen. Tie Insel Sachalin soll einer amerikanischen Finanzgruppe zur Ausbeutung der Petroleum- felder und Steinkohlenlager übertragen werden. Die Bedingung ist. daß Amerika sich verpflichtet, möglich viele russische Arbeiter und russische Ingenieure einzustellen. Rücktritt des italienischen MarineministerS. Admiral Triangt, der italienische Marineminister, ist zurückgetreten infolge der in den Gcheimsitzungen der Kammer gegen ihn ge- richteten Angriffe. Brasilien muß helfen. Wie aus New Dork gekabelt wird, sind brasilianische Schiffe in den amerikanischen Gewässern eingetroffen, um mit der nordamerikanischen Marine zusammen zu operieren. Das spanische Militürkabinctt. Ter spanische König unter- zeichnete ein Dekret, das seinem Militärstabe eine neue Grundlage gibt. Tie 12 Offizier«, die das Militärkabinelt bilden und bisbcr ibren Posten aus unbegrenzte Zeit inne hatten, sollen künftig alle » Jahre wechseln Aus der Peter PaulS-Fcstung entlassen. Aus Petersburg wird gemeldet: General Sehn, der frühere Generalgouverneur von Finnland, wurde aus der Peter Pauls-Fcstung entlassen. Reichstag. Aenderung der Reichstagswahlkreise. Ein erstes sichtbares Zchrittchen auf dem Wege zur Neu- oricntierung ist vom Reickstage getan worden, und die Re- gierung hat ihn mitgemocht. Es ist ein'ehr bescheidenes Tchrittchen und daher hoben wir keinen Grund zum Froh- locken. Allenfalls darf man einen Stoßseufzer der Erleichte- rung daranseLen, wie man zu tmi pflegt, wenn man bei drückender Last endlich irgendwo einmal ein zwar kleines aber ärgerliches Päckchen abwerfen kann, Der erste Antrag des Verfassungsaus- s ch u s i e s lag am Freitag dem Plenum vor: für große, schnell gewachsene Reichstagswahlkreise soll bis zur allgemeinen Neu- regelung der Wahlkreise eine Vermehrung der Mandate und Einsührung der Verhältniswahl herbeigeführt werden. Ein sozialdemokratischer Antrag verlangte demgegenüber die volle Reform des Reichstagsivahlrechtes im Sinne unserer Forde- rungen, besonders durch Ausdehnung des Wahl- r e ch t s a u s d i c F r a u e n, ein Verlangen, dessen dringende Notwendigkeit der Krieg wahrlich auch dem verstocktesten Gegenwartsmenschcn klargemacht haben sollte. Obwohl Ge- nosse Gradnaucr diese Gründe für das Frauenwahlrecht wie für unsere übrigen Forderungen überzeugend darlegte, stimmten doch sämtliche bürgerlichen Parteien dagegen. Es möge den Frauen der bürgerlichen Stimmrechtsbewogung überlassen bleiben, ihre männlichen Vertreter, besonders die Mitglieder der beiden liberalen Parteien, durch die nötigen Mittel zu einer besseren Erkenntnis zu bringen. Denn die fetzige kleine Reform, der die Regierung durch den Mund des Staatssekretärs Helfserich ausdrücklich zustimmte, bedeutet nur einen Ansang, nur ein Kncgsgesetz. Die Reform des Reickstagswahlrechts ist aber damit ins Rollen gebracht. Die Verhältnisse nach dem Kriege werden dafür sorgen, daß sie weiter rollt, bis zu einem befriedigenden Ende. Ohne eigentliche Debatte wurden die beiden Vorlagen er- ledigt, die eine Verlängerung der Legislatur- v e r i o d e sür den Reichstag und für den elfaß-lothringischen Landtag verlangten. Beides ist notwendig, so ungern jeder Abgeordnete, wenigstens jeder'ozialdemokratische, auch die Last seines Amtes ohne erneute Befragung der Wähler weiter trägt. Aber Neuwahlen sind im gegenwärtigen Zeitpunkt noch weniger möglich als im vorigen Jahre. Wer das Gegen- teil sagt, hat kein Augenmaß für Tatsachen oder treibt dema- gogische Politik. Wichtiger als die Plenartagungen sind zurzeit d i e A u s- schutzbcratnngen des Reichstages. Aus diesen Umstand ist auch zurückzuführen, daß entgeaen den Verein- barungen am heutigen Sonnabend keine Vollsitzung statt- findet. Ter Hauptausschuß soll genügend Zeit zu seinen bedeutungsvollen Beratungen haben. Hoffen wir, daß sie ein Ergebnis zutage fördern, mit der das deut- sche Volk zufrieden sein kann! Sozialüemokratische Interpellation zur wirtschaftlichen Krise. Die sozialdemokratische Fraktion hat im Reichstag folgende Interpellation eingebracht: Sind dem Herrn Reichskanzler die unerträglichen Ber- h ä l t n i s s e auf dem Obst- und Gemüsemarkt und in der Kohle n Versorgung bekannt? Äst dem Herrn gicichökaiizler bekannt, daß Hausbcsitzerorgani- sationen beschlossen haben, zum Nachteil auch der wirtschaftlich schwache» Mieter, nameiitlich auch der Familien von KriegStcil- nchmerii, Steigerungen des MictzinseS um 10 bis 33 Proz. durch Kündigung der Mictsvcrträgc durchzusetzen. Was gedenkt der Herr Reichskanzler gegen diese Mißstände zu tun? Zu Rednern sind von der Fraktion die Genossen Hoch und Baudcrt bestimmt worden. 5ür Erhöhung üer �lrbeiterrente.. � Abg. Eb ert(Soz.) hat im Reichstage folgende Anfrage eingebracht: „Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß die auf Grund der Rcichsversichernngsordnung gewährten Invaliden- und Nnfallrenten, die sür normale Lebensverhältnisse schon sehr gering bemessen sind, hente nicht mehr ausreichen, um die Invaliden der Arbeit vor der äußersten Notlage zu schützen? Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um dieser Notlage der Arbeitsinvaliden baldigst abzuhelfen?" �auptausschuß ües Reichstags. Tie Ernährungsfrage.— Vertagung der politischen Aussprache. Böhle(Soz.) besprach eine Reibe clsaß-lothringischer Fragen. U. a. verlangte er, daß die jetzigen günstigen Schiffahrtsverhaltnisse ausgenutzt werden, um Kohlen nach Elsaß-Lothringen, besonders nach dem Oberelsaß und ähniichcn Bezirken zu befördern. Dann führte Herr v. Batocki aus: Er anerkenne den vollen Ernst, der augenblicklich in bczug auf die Ernährung geboten fei. Aus der jetzigen Lage ergebe sich eine große Verantwortung für ihn und seine Mitarbeiter. Juni und Juli seien auch im Vorjahre die schlimmsten Monate gewesen. Die Dürre in einem Teil von Deutsch- land habe hinsichtlich der Obst- und Gemüseernte die Lage ver- schärft. Gerade bei diesen schnell verderblichen Waren sei eine gleichmäßige Versorgung der Verbraucher durch behördliche Maß- nahmen vesonders schwer durchzuführen. Die Gefahr, daß die ver- ringerte Brot menge nicht durchgehalten werden könne, habe in der Tat zeitweilig bestanden: jetzt aber sei sie beseitigt. Bon Anfang oder Mitte August ab werde mehr Mehl gegeben, aber gleichzeitig die Flcischineiigc ermäßigt werden, um unsere Milchkühe zu er- halten. Bestimmte Voraussagen über die neue Ernte seien heute unmöglich. Söbwarzseherei sei heute ebensowenig angebracht wie Schönfärberei. Der Acker sei trotz außerordentlicher Schwierigkeiten fast restlos bestellt. Die Aussichten für Brotgetreide seien in der Mehrzahl der Bezirke gut oder befriedigend. Der schlechte Stand auf dem ganz leichten Sandboden in der Umgebung Berlins dürfe nicht verallgemeinert werden. Der Kartoffel- stand sei fast überall gut. Man kann hoffen, daß die Kartoffel- ernte, welch« die wichtigste Grundlage der Ernährung ist, wesentlich besser sein wird als im letzten Jahre. Der Bestand an Rindvieh und Schafen sei trotz der starken Schlachtungen und der Bestand der Schweine im Verhältnis zu den Futtermöglichkeiten eher zu hoch als zu niedrig. Im Herbst müsse die Schweinefrage nach den Vorschlägen der Rcichstagskommission, die Deutschland bereist habe, mit Nachdruck und erforderlichenfalls mit Rücksichtslosigkeit gelöst werden. Geschähe das, so könne man der Versorgung im neuen Erntejahr mit vollem Vertrauen entgegensehen. Ein Vertreter des Kriegs mini st eriu ms erklärte auf eine in der vorigen Sitzung an das Kriegsministcrium gerich- tete Anfrage, daß das Kricgsministerium sich seiner Pflicht be- wüßt sei. für die Opfer des Krieges, die Berletztcn und Hinterbliebenen in ausreichendem Maße gesetzlich zu sorgen. Im Kriegsministerium sei keinen Augenblick der Gedanke vorherrschend gewesen, daß sich das Reich dieser Pflicht durch freiwillige Spenden entziehen könne. Vielmehr sei es die Absicht des Kriegsministeriums, nach dem Kriege das Gesetz so zu ändern, daß die Versorgung der Verletzten und Hinterbliebenen allen Ansvrüch�n genüge. Bis dahin werden quS den dem Kriegsministerium zu' diesem Zweck zur Verfügung ge- stellten Mitteln Zuschüsse zu den Renten geleistet. Abg. Dr. Pfleger(Ztr.) erklärt sich durch die. Auskunft des Präsidenten nicht in vollem Umfange befriedigt. Durch eine rich- tige und durchgreifende Regelung, wie sie in Bayern sowohl in der Fleischversorgung als auch in der Abgabe von'Gemüse und Obst vorhanden sei, könnten viele Mißbräuche verhindert werden. Die außerordentlich hohen Preise, die zum Beispiel hier für Obst und Gemüse gefordert und bezahlt werden, stehen in einem geradezu unbegreiflichen Widerspruch zu den Preisen, die für das aus Bayern eingeführte Obst und Gemüse bezahlt werden. Der Präsident des Er nahrungSamts versprach, daß im kommenden Jahre nur gute Marmelade auf den Markt kommen solle. Was irgendwie geschehen könne, auch Obst zu angemessenen Preisen abzugeben, solle geschehen; jedoch könne man die Preise dort, wo eine gute Zufuhr ist, wie in Bayern, nicht vergleichen mit einem Bezirk wie Berlin, wo nicht so viel eingeht wie gebraucht wird. Gegen Bedenken des Abg. Pfleger müsse er ausdrücklich sie- tonen, daß wir in der Tat im Vergleich zu den vorhandenen Futter- Mitteln zuviel Schweine haben und daß unter allen Umständen ein richtiges Verhältnis zwischen den Futtermitteln und dem Vieh- bestand hergestellt werden müsse, um zu verhindern, daß nicht solche Nahrungsmittel, die zur menschlichen Ernährung geeignet, sind, in unverantwortlicher Weise verfüttert werden. Hierauf trat der Ausschuh in die Beratung der politischen Fragen ein. Dabei handelte es sich wesentlich darum, die Schlußfolgerunge» aus den bisher gemachten Ausführungen zu ziehen. Im Lauf dieser Beratungen, die vertraulich waren, kam der Ausschuß dazu, dem Reichstag vorzuschlagen» am Sonnabend keine Plcnar- sitzung, dafür aber Ausschußsitzung abzuhalten. Streikdrohung der öerliner 'in Schi" ad in(Reutlingen) wies darauf hin, wie notwendig der Redaktionswechsel in der..Gleichheit" geworden ist. Sie selbst war Mitarbeiterin derselben, wurde aber durch die einseitige.«daltiing ausgeschaltet. An die Frauen sei vor allem.mit praktischer Arbeit heranzutreten; es gelte sie zu informieren, wie es nach dem Krieg aussehen werde. Ferner seien ihnen unsere Gegenwartstordernnaen zu erläutern und nicht lediglich vom Frauenwahlrecht zu sprechen, sondern auch von der Ausgestaltung des Schulwesens, weil darin unserer Kinder Zukunft liegt." Unsere Pflicht ist es, dafür zu sorgen, daß ihnen auch in der Volksschule Gelegenheit gegeben wird, sich die Kennt- nisse anzueignen, die nötig sind, um eine würdige Lebenshaltung zu erringen und das Wort des Reichskanzlers„Freie Bahn allen Tüchtigen" wahr zu machen. Tie Genossinnen Schradin(Reutlingen) und Blos(Slutt- gart) würden auf die Reichskonferenz delegiert. Aus den Organisationen. Am Sonntag, den 1. Juli, iand für den Wahlkreis Kiseiinch- Dcrmliach eine Gcneralvertamnckung iiir die MilyUeder der alten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands im Gasthof„Zum Engel" in Eiienach statt. Mehr ivie 40 Genossen hatten sich zu dieser Ver- sammlung aus der Siadt Eisenach eingetundcu, außerdem waren auch die Ortschaften der nächsten Umgebwtg vertreten. Gewiß ein schönes Resultat, wenn man die gegenwärtige Eisenachcr Partei- bewegung in Betracht zieht und die jetzige Zeit, wo. gerade die läudlichen Genossen in Feld und Garten, überbeschäftigt sind. Genosse Leber referierte über:„Die N e u o r d- nu n g der P a r l e t g e i ch ä s t e im Wahlkreise und in Eiienach". Obwohl einige„Unabhängige" die Ver- sammlung in die Länge ziehen woliien, erledigte die Versammlung die reichhalüge Tagesordnung in wenigen Stunden. Als K r e i s v a r s i tz e n d c r tv u r d e Genosse Heinrich Linß aus Kittclslal bei E i s e n a ch gewählt; als K r e i s k a s s i c r e r: Genosse A u g n st B a n m- E i s e n a ch. Zum Parteitag irnirde Genösse Leber als Delegierter gewählt. Die Ausspräche über die Presse ergab, daß die Genossen an der „Weimariichen Volkszeitung" feilhalten. Wegen Herausgabe des Vereinsvermögens und des Vereinsmatcrials ivurden die Genossen Linß und Kimpel beauftragt, mit dem.unabhängigen" Kreis- und Ortsvorstand ioforl in Verbindung zu treten. Sollte eine gütliche Einiguiig nicht erzielt Ivcrden, dann werden die nötigen Schrille, die zur Herausgabe des Materials und des«Vereins- Vermögens führen, eingeleitet werden. Als der neugcwählte Vor- stand nach Schluß dcr Versammlung noch eine Sitzung abhielt, koimie er koiislaiieren, daß 50 Genossen und Genossinnen der alten Sozialdemokratischen Partei sotort beigetreten waren. Die„llnab- bängigen" werden es in kurzer Zeit erleben, daß trotz ihrer Hetze in Eisen ach-Dcrmbach für sie nicht viel zu holen ist. ichendcn reaktionären Geist zwar d'er Uniernehmergewin» gesichert werden würde, die Interessen der Arbeiter und Koniumenten aber gar nicht berücksichtigt würden. Es erklärt demgegenüber, daß diese erste öffentlich. rechtliche Monopolbildung nach« Einreichung der gc- meinsamen Eingabe aller Gcwerkschastsrichtungen an den Reichs- kanzlcr von diesen als Prüfstein angesehen werden müsse, wie weit die Reichsbehörden geneigt sind, bei der Schafsung von Monopolen auch Arbeitcrintcressen wahrnehmen zu lassen. Soziales. Industrie und Kandel. (ßinc Grncraiprobc. Ter Bun.deskizt hat unier dem 9. Junt..bcschlosssen",«alle deutschen .Seifenfabriken zu einem Zwangsmönopol zusammenzuschließen, das auch bei Friedensschluß nicht aufgelöst, sondern noch ziemlich lange Zqit danach fortbestehen dürste, lieber die. Regelung dcr Arbeits- bcdingungen und eine Vertretung der Arbeiter im Ileberioachnngs- ausschuß ist bisher nichts bekannt geworden. Das„Korrespondenz- blatt" dcr Generalkommission spricht die Befürchtung aus, daß bei dem feit dem Weggang Delbrücks im Reichsamt des Innern Herr- Gewerbliches Recht und gelehrte Richter. Im Juni-Het? des»Reichsarbeitsblattes" wird ein Urteil des Gewerbegerichts Charlorteiwurg und die endgültige Entscheidung des Landgerichts über die erhobene Berufung wiedergegeben. Ter«Ab- druck dieser Urteile erfolgt natürlich ohne Kommentar, aber die Entscheidungen erscheinen wichtig genug, um sie einer kurzen Be- fprechung zu unterziehen. �Die Tapezierer-Zwangsinnung zu Charlotten bürg hat am 13. Oktober 1915 beschlossen, den verheirateten Gehilfen eine Teile-. r iiigszulage von 10 Pf. die Stunde zu gewähren. Der beklagte Meister ist Mitglied der Zwangsinnung und er hat dem Kläger auf dessen wiederholtes«Verlangen versprechen, ihm eine Teuerungs- Anlage zu zahlen, wenn sie bewilligt sei. Tatsächlich zablte er aber nicht und der Gehilfe klagle seine Forderung beim Gewerbegericht ein. Er forderte für_26 Wochen zu je 40«Arbeusininden den Zu-• schlag von 10 Pf. die �stunde, ermäßigte aber die Gesamtforderung, die 104 M. betragen hätte, auf 100 M. Dcr Kläger batlc im Akkord gearbeitet und der vom Gewervegericht als Zeuge vernommene Obermeister bestätigte, daß der Akkordtarif nicht umgerechnet wurde, sondern daß den Atkordarbeitern für jede Arbeitsstunde 10 Pf. Zu- schlag' zu zablcn waren.«Das Gcwerbegerickst hat bei diesem klaren SaclwerbaU den Bctlagicn am«25. Juli 1916 dem Klageantrag entsprechend verurteilt. Der verurteilte Meister erhob aber Bernfung. beim L a nd- g e r i cht III in Berlin. Dieses hat die Forderung des«Ar- b e i t e r s durch Urteil vom 22. Januar 1917 abgewiesen. Eigentlich wäre das'Urteil, da dcr Wert des Streitgegenstandes 100 M. nicht übersteigt, nicht bernfungssäbig gewesen. TaS Land- gerickst deduzierte aber, der Kläger habe zwar«erklärt,„im ganzen beanspruche ich 100 M-Vaber damit habe er auf die überschießenden 4 M. nicht für die Zukunft verzichtet. Der Wert des Strcitgegen- standes übersteigt also 100 M. und ist somit« b e r u f u n g s fä h i g.' In der SaÄc stellte sich das Landgericht auf den Standpunkt, daß die Jnnungsveriammlung, deren«Beichluß auch für den«Be- klagten bindend ist. nur für die Srundenar'beiter gelte, nicht aber iür die Akkordarbcitcr, deren«Tarif ja nicht erhöht wurde. Dem Zeugnis des Obermeisters, daß die Zahlung des Zuschlages auch an die Attorsarbeiter ortsüblich. sei. legte das Gericht lerne Bedeutung bei. denn der Zuschlag habe nach der Auslage des gleichen Zeugen teils 10 Pf., ieils 5 Pf. betragen, und einige Firmen hätten ftart des Slundcnzuschlages eine Erhöhung der Stücklöhne bewilligt. Bc- weisanträge, um darzutun, daß sich eine feste Uebung bezüglich der. Erhöhung dcr Löhne der«Akkordarbeilcr gebildet habe, sind nicht gc- stellt worden, nnd das Gericht nimmt das Gegenteil an, zumal es zweifelhaft erscheint, daß sich ein Ortsgehraiich nach geltendem Rech! in so kurzer Zeit bilden konnte.«Die Klage des«Arbeiters wurde deshalb abg ebv lesen. Tie Entscheidung des Gewerbegerichts entsprach dem naiür- lichen Rechtsempfinden. Tie gelehrten Richter des Landgerichts ließen aber die Verhältnisse des praktischen Lebens außer«Betracht und urteilten nach dem«Buchsraben des Gesetzes!«Durch knifslicke Auslegungen wird dcr klare Sachverhalt den«Ansorderungen der Gesctzcsparagraphen angepaßt und so ein Urteil gefunden, das jedenfalls ollen jurisliichcn«Anforderungen entspricht, aber das ge- snnde Rechtsb.ewußtsein des schlichten Mannes., unbefriedigt läßt. Die Gegemiberstellnng der. beiden Urteile läßt den Wert der Ge- «.verbegerichtc deutlich erkennen. «b>erantwortl. f. Politik: Tr. g-ranz Tirdm-li, BerNn-Friedcnou: für d. übrigen Teil des Blattes:«Alfred Scholz,?ieulöll>!: für Inserate: Tli. l«Nocke, Berlin. «brück u. Pcrlag: BorträrlZ Buchdruckcrei u. Lerlagsanstalt Paul Singer& Co., «Berlin SW. Hierzu 1 Beilage. Bekanntmachung. (Semätz| 3 der Verordnung vom 3. Juli 1316 betreffend Regelung deS Verbrauches und Absatzes von Kartoffeln wird hiermit für Berlin sol- gendcs bestimmt: � In der«Loche vom 3. Juli bis 15. Juli 1917 dürfen zunächst aus die k! weihen Zlbichnittc<53 v dcr Kai tofielkarte je ssj«Pfund Kartoffeln. zusammen also höchstens l«Pfund Kartoffeln'abgegeben und ent- nommcn werden. Wer bis zum Freitag, den 13. Juli 1917 cinfchliehlich auch das Psiino Kartoffeln nicht zu erhalten veiinag, soll bercchiigt fem, aus die«2 weißen Abschnitte se 100 Gramm, also zusammen je LUV Gramm Gebäck in gleicher«Weise zu entnehmen. � «Als Ersatz für die rcillichcn 4 Pfund Kartoffeln toll auf die 6 schraffierten«Abschnitte 63 a— 63 c und die 3 weihen Abschnitte 63«I in dcr gleichen'Woche bei einczn Berliner«Bäcker oder bei einer ionsligen Brotverkaussstelle in«Berlin unter gleichzeitiger Vorlegung einer Berliner LcbenSmiltclkartc fgebnck entnommen werden dürfen, und zwar entsprechend der staatlichcrseits dem«Magistrat zur Verfügung ge- itellten Menge Mehl, 100 Gramm Gebäck aus jeden Abschnitt, zusammen also höchstens 866 Gramm Gebärt«. III. Auf die Kartoffelzusahkartcn dürfen«2 Psnnd Kartoffeln abgegeben und entnommen ivcrden. Wer auf die Zusatzkarten Karioffeln nicht zu erdallcn vermag, iit berechtigt, für jeden Karienabichnitt über ein halbes «Pfund Kartoffeln ebenfalls IVO Gramm Gebäck, also zusammen höchstens 466 Gramm Gebäck zu entnehmen. IV. «Ptilitärurlauber sind berechiigt. aus ihre Kartofielkarten nur Gebäck zu entnehme» und zwar für jeden Abschnitt über V, Pfund Kartoffeln je 166 Gramm Gebäck. V. Zuwiderhandlungen gegen dicie Bestimmungen sind nach Maßgabe der angezogenen Verordnung stralbar. Berlin, den 6. Juli 1917. Magjjirat der Königliche» Kaupt- und KeßdemSadt. J.-Rr. 882 Kart. 17. 8k c i et c. Deuttichcs Tiieater. Heute und folfrende Tage 8«Uhr Max Pallenherg in Familie Mtchimok. Kanin: erspiele. Heute u. folgende Tage 71/. Uhr: Die Tänzerin (mit Leopoldine Konstantin). Volksbühne. Theat. a.Bülowplatz. Untergrundb. Schönhauser Tor. Heute u. folgende Tage 7ss, Uhr: Ole Königin der l-uft. Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. Komödienhaus 8 Uhr: Wie fessle ich meinen Mann? Berliner Theater ."Uhr: Wie tolle Komteß. littsslnsr-TIiealer. Heute u. folg. Tage 7,/4Uhr: Marie Ottmann u. Hans Wavmann in Oper. t.O. Blumenthal. UllOKf 6* Muslh v. 0$fc. Straus. URANIA Taubenstraße 18/49. 8 Uhr Die Insel Rügen. V oig�t-Theater. Badstr. ÖL. Badstr. 58. Täglivh große Extravorstellung. IPieper und Sperling Erstklassiges Spezialitäten-Programm. Ans. Sonntags 4. wochent.'/Fi« Uhr. RosesTheater. ''/.��DieSWeilesFertrauens Eartcnb.: Berlin wie es liebt u. haBt. Theater für Sonnabend, den 7. Juli. Uentsohes Opernhaus 7'/-u.: Nanon. Friedricta-Wilbelmstädt. Theater. T'/jUhr: Das Dreimaderltiaus. Kleines Theater s uhr: Im Bahnwärleriiaus. Komische Oper 48 uhr: Dia Dose Sr. Majestät, 3« Lustspielhaus 7'/, Uhr: Die blonden Mädel» vom(-indenhof. Morgen 31;< Uhr: In Vertretung. Metropol-Theater 7'fauhr: Die Czardaslürstin. Neues Operettenhaus Schiffbd. 4a. Kasseutel. Xord. 281 i'u u.; Der Soldat der Marie. Residenz- Theater 7»;. uhr: Die Konkurrenten. Schiller-Theater O 7 uhr: Die Jüdin. Schillcr-Th. Charlottenb. vi,v.: Ait-Beidelberg. Thalia Theater 7-/- uhr: Sonnwendzaulier. Theater am\'ollcadortpl. 3V4 Uhr; Der tVildschtttz. 7fl.u.: Die Gulaschkanone.' Theater des Westens tuv.: stolze Thea. Morg. 31/, Uhr: Hasemanns Töchter. Trianon Theater 7*/4 uiut Der Star. Herrnfeld-Theater Kommandantenstr 57. DIB LEDIGE EHEFRAU , VssjUhr, Berliner Praler-Tüeater Kastaiiienallee 7—9. Heute: Aha— famos! Große AuSstatiungs- Operettcnvosfe in;■>«Akten mit Gesang und Tanz. Vorher das grvSe Varieteprogramm. Anfang 41/. Uhr. f Admirais-Palast. Abrakadabra I I großes phantastisches Ballett I auf dem£ise. 1 Angenehmer kühler Aufenthalt B a 7ss. Uhr. Vorzügl. Küche. S Reichshallen-Theater. Stettiner Sänger. Cabaret „F eSd- � grau" Auf-ng 7'/, Uhr. Walhalla-Theater. uh/: Zigeuner. Gartcnbühnc: Vorstellung. Tägl. l'U Sonnt. L-j, n. 73/4 R. Steidl. A. Müller-Llncke, Gertr. Gräbner, B. Lehnhoff in„Der Herr ohne Wohnung'*, Dazu: Afra, die Seltsame usw. Beschlagnahmefreie Mengen gebrauchter 1/ Sektkorken Weinkorken 36 Pf. das 3IM 4 Pf. Zelluloid- film- Guttapercha- Hartgummi- ßlachswalzen- Schallplatten- «Abfälle lauft Ordowcr G. m. b. H. Georgen kirchsw. 50, b. Älexandervlatz. 9—12, 3-6 Uhr. 54/9' «/kTl0«�l.-Tli�Tck. Köpcnickcr Str 68 Tägl.'Iß Uhr Die Lieder des DIMM! Volksstück in 7«Bildern v. Kncisel. (In erster Besetzung.) Vorvertaus ab 10 Uhr imunterbt. Zirkus A. Schumann Am Bahnh. Friedrichstr. Rauchen gest. Kühler Aufenthalt. Neue ZSrkliS- Programm U. a.: Auf der AI m. Dir. Schumanns Meisterdressuren. Hai Sali Parforce- B n<1 H d B■■ Scbnitzeljagd. Variete-, Sonntag 3'/, und H Uhr. Xchm. IKmdirei sowie Cratis- DenisdierHElallarbeiter-llErliaDil Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur«Aachricht, das; unser Mitglied, der Werkzeug- machet Paü\ Jeltsch am 29. Juni an Ruhr gestorben ist. Ehre seinem Andenken I 177/7 Tie Lrtsverwaltung. Vertiand der Brauerei- u. Mlililen- arbeiteru. verw. Beruisgenossen Zatalntclle Berlin. Xachrnf. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser Kollege, der Hilss- arbeitet LULlkt? kllffMSNll (zuletzt Brauerei«Patzenhoser, Abt. I) im Micr von 47 Jahren verstorben ist Ghrc seinem Andenken k 44/5 Tie Lr»Svcrwaltung. «Am 4. Juli 1917 starb nach langen, schweren, in Geduld gc- tragenen Leiden mein lieber, guter Mann, de«.« Luchdrucker- Invalide Wilhelm �eich im 44.« Lebensjahre. «Dies zeigt in tiefem Schmerz an Frau Beta Reich, Berlin, Quitzowstr. 112. �Die Beerdigung findet am Sonntag, den 8. Juli, nachmittags 31/, Uhr. auf dem neuen Sankt- Johanuis-Friedhos bei Plötzensec statt. Nr.lSZ>54« Jahrgang Seilage öes vorwärts Sonnabenö, 7. FulilHI? Reichstag. 112. Sitzung. Freitag, den 6. Juli 1917, nachmittags 3 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen. Abg. Dittmann(Unabh.): Ist dem Reichskanzler bekannt, dast das Generalkommando in Leipzig verboten hat, zwei Artikel der «Leipziger V o l k s z e i t u n g", betitelt:„Die Wahrheit über die Friedenspolitik der Rcgicrungssozialistcn" als Flugblatt zu verbreiten? Billigt der Reichskanzler diese Parteinahme zugunsten einer einzelnen politischen Partei und was gedenkt er zu tun, um die ungehinderte Erörterung der ftriegsziel- und Friedensfrage gegen solche Eingriffe militärischer Befehlshaber sicherzustellen? Ministerialdirektor Lcwald: Das Verbot des stellvertretenden Generalkommandos des 19. Armeekorps ist dem Reichskanzler de- kannt. Eine Parteinahme zugunsten einer einzelnen politischen Partei in dieser Mahnabmc zu erblicken, ist nicht zutreffend.(Ge- lächter bei den Unabh.) Diese Annahme wird schon dadurch wider- legt, daß der Abdruck zweier mit dem Flugblatt inhaltlich überein- stimmender Artikel in der„Leipziger Volkszeitung" nicht bean- standet worden ist. Wenn die Verbreitung des Flugblatts untersagt ist. so ist das aus Gründen der öffenllichen Sicherheit geschehen. (Erneutes Gelächter bei den Unabh.) Die Verbreitung des Flug- blatts wäre geeignet, Unruhe in die Bevölkerung auch durch etwaige scharfe Entgegnungen zu tragen, was in der jetzigen Zeit vcr- mieden werden mutz. Die Verantwortung für die öffentliche Sicherheit und Ruhe trägt aber allein der zuständige Militär- vefehlshabsr. Abg. Kuckhoff(Zentrum) fragt an, ob der Reichskanzler bereit sei, umfassende Maßnahmen zur Sicherung der Hausbrandkohlc für die weniger kaufkräftigen Verbraucher zu treffen. Unterstaalssekrctär Richter: Es ist dafür gesorgt, durch Steige- rung der Produktion und durch Regelung der Äohlenverteilung, daß der erforderliche Bedarf an Hausbrandkohle für Minder- bemittelte für den nächsten Winter zur Verfügung steht. Abg. Tovc(Vp.) fragt an, was der Reichskanzler zu tun ge- denke, um die mit dringenden Aufträgen der Heeresleitung be- schäftigte Industrie oder sonst als kriegswichtig anerkannte Be- triebe in Berlin und der Mark Brandenburg vor den Wirkungen der Verfügung über Einschränkung des Verbrauchs elektrischer Kraft zu schützen. Unterstaatssekretär Richter: Ter Reichskanzler verkennt nicht die große Bedeutung dieser Frage; sie unterliegt zurzeit noch der Prüfung. Abg. List(natl.) fragt an, ob infolge der durch den Prozeß Kupfer enthüllten Vorgänge sofort mit rückwirkender Kraft Maß- nähme zur Einziehung unlauterer Kricgsgewinne herbeigeführt werden sollen. Ein Direktor im RcichSjustizamt erwidert, daß zunächst das Ergebnis der Kvnimissionsberatuiigen zur Prüfung von Heeres- lieferungen abgewartet werden müsse. Abg. Göhrc(Soz.) fragt an, welche Schritte der Reichskanzler gegen die schwere Belastung und Beunruhigung der Arbeiterschaft und des kleinen Mittelstandes durch die Mictkündigungcn und Mietsteigerungcn zu tun gedenke. Ministerialdirektor Lcwald: Die schwierige wirtschaftliche Lage der städtischen Hausbesitzer ist anzuerkennen. Sic durch Mictstcigcrungen abzuwenden, erscheint während des Krieges jedoch nur s o w e i t berechtigt, als diese M' et ste: ge r u n g e n notwendig sind, um den städti. schen Hansbesitz vor wirtschaftlichem Zusammenbruch zu bewahren. Es sollen Einrichtungen getroffen werden, um im Einzelfalle oie Notwendigkeit von Mietstelgcrungen nachzuprüfen und Abhilfe zu schaffen. Der Reichskanzler wird alsbald mit entsprechenden Vor- schlügen an den Bundesrat herantreten. Reichstagswahlrecht und Wahlkreiseinteilung. Es folgt der Bericht des Verfassungsausschusses über die Fragen der Aegderung des Wahlrechts im Reich. Der Ausschuß verlangt erne Vorlage, in der bis zu einer allgemeinen Neufestsetzung des Verhältnisses der Wählerzahl zu der der Abgeordneten für die Wahlkreise mü besonders starkem Bevölkerungszuwachs, die ein zu- scnnmer, hängendes Wirtschaftsgebiet bilden, eine entsprechende Ver- mchrung der Mandate nebst der Einführung der Verhältniswahl vorgesehen wird. Ein Antrag Antrick und Genossen(Soz.) verlangt dagegen eine Vorlage, die für den Reickstag das Verhältniswahlsystem bei all- gememem gleichen direkten Wahlrecht mit peheimer Abstimmung wünscht, an der alle über 20 Jahre alten Reichsangebörigen ohne linterschied des Geschlechts teilnehmen. Tie Wahl soll an einem Sonn, oder Feiertag stattfinden. Staatssekretär Dr. Hclsserich: In Uebereinstimmung mit dem Beschluß des VerfassungsauS- schusses sind die Verbündeten Regierungen der Ansicht, daß eine Neuordnung hinsichtlich der Wahlkreise mit besonders starkem Be- Völkerungszuwachs geboten ist. Sie werden dem Reichstag eine Vorlage zugehen lassen, die eine angemessene Vermehrung der Mandate dieser Wahlkreise vorsieht. Die Vorlage wird dem Reichs- tag so zeitig zugehen, daß die nächsten Wahlen bereits auf der Grundlage der beabsichtigten Aenderungen vorgenommen werden. Diese Aenderungen liegen in der Richtung des Ausbaus unserer. innerpolitischen Verhältnisse, die die frohe und freudige Mitarbeit aller Glieder des Staates und Reichs.sichern, für die das Volk den Boden bereitet hat und die feierlich angekündigt ist. Sie ent- spricht dem Geist der Osterbotschaft und wird in diesem Geiste durchgeführt werden.(Beifall.) Abg. Dr. Gradnaucr(Soz.): Wären unsere Anträge im Ausschutz angenommen worden und hätten sie die Zustimmung der Regierung gefunden, so wäre in der Tat ein wertvolles Reformwerk in Angriff genommen, während das Ergebnis der Ausschutz-Verbandlungen recht wenig bedeutet. Er- freulich ist in diesem Ergebnis der Gedanke des Proportionalwahl- rechts, in dem wenigstens eine Frucht unserer Bemühungen zu sehen ist. Aber weiter verlangen wir die volle politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Frauen. Das ist nicht nur eine Rechtsforderung, sondern eine Kulturforderung allerersten Ranges, für die der Krieg neue starke Begründungen gebracht hat. In den drei Kriegsjahren sind Mil- lionen und aber Millionen von Frauen ans eigene Füße gestellt worden und haben bewiesen, daß sie im Dienst der Gesamtheit zu wirken imstande sind. Wenn unser Land aus diesem schlocrcn Kriege gut hervorgehen wird, haben wir das in allererster Linie unseren Frauen zu danken. Wie will man es da noch rechtfertigen, daß sie auch ferner nur Objekt und nicht auch Subjekt der Gesetz- gebuug sein dürfen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das Wort:„Freie Bahn dem Tüchtigen" mutz auch für die Frau gelten. Die Frauen und Mütter werden einmal imstande sein, einen solchen unheilvollen Krieg zu verhüten, den die Männer in unserer Zeit nicht haben verhüten können.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Weiter verlangen wir die Herabsetzung deS W ah l- alters. Gerade bei der arbeitenden Klasse müssen die jungen Leute schon in sehr frühen Jahren selbständig sein und die große Verantwortlichkeit für ihre ganze Lebensführung tragen. Diese jungen Männer zahlen Steuern, sie sind wehrpflichtig und fechten jetzt den Krieg aus. da sollen sie auch bei den Wahlen ihre Stimme mit tn die Wagschale werfen. Freilich verkennen wir nicht, daß auch die staatsbürgerliche Erziehung der Jugend eine weit stärkere werden mutz.— Die Verhältniswahl will der Ausschutz nur in Wahlkreisen mit besonders starkem Bevölkerungszuwachs. Das ist ganz unzureichend. Wir verlangen für das ganze Reich ein gleiches Wahlrecht. Das gegenwärtige ist ungleich und ungerecht sowohl wegen der Beibehaltung der veralteten Wahlkreise als weg-'n des Grundsatzes der Mehrheitswahlnu durch die die Min- derhciten völlig ausgeschaltet werden. � Von Jahrzehnt zu Jahrzehnt ist das Wahlrecht von der ursprünglichen Annäherung an die Gleichheit weiter zurückgekommen, durch die EntWickelung der Wahl- kreise ist«S ein Pluralwahlrecht oder bielmehr ein Pluralwahl- unrecht geworden, unter dem besonders die Großstädte leiden. Nur durch dieses schmähliche Unrecht konnte die agrarische Politik vor dem Kriege zu einer solchen Stärke anwachsen,' wie wir eS erlebt haben.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Im Ausschutz hgt.man Wahlkreise mit einer Bcvölkerunzz von 250 000 Seelen als noch nicht unttormal' bezeichnet.(Lebhaftes Hört! chört!) Dann würde die Refornl nur in 30 Wahlkreisen Platz greifen. Die Bevorzugung der gering bevölkerten Kreise sucht man zu recht- fertigen mit der Theorie, daß das Wahlrecht auch nach der Fläche bemessen werden muß. Der wirkliche Grund ist, daß die Konservativen glauben, die ländliche Bevölkerung sei agitawrischem Einfluß von demokratischer Seite weniger zugänglich. Es handelt sich hier lediglich um Partciintercsfc».(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Deshalb niutz gründlicher Wandel geschaf- feu werden, wie ihn die Worte des Staatssekretärs leider nicht in Aussicht stellen. Trotzdem werden meine Freunde für den Aus- schutzantrag stimmen, weil darin der Gedanke des Proportional- Wahlrechts, für den wir seit Jahrzehnten gekämpft haben, endlich zu einem Zlnfang des Erfolges gelangt. Dazu kommt, daß die großstädtische Bevölkerung wenigstens teilweise von dem gegen- wältigen Unrecht befreit werden soll. Aber wcnsentliche Uebel- stände de? Reichstagswahlrechts werden nicht behohen. Es bleibt die Ungleichheit der meisten Wahlkreise, und ein neuer Ucbelstand ist eS, daß nach zweierlei System gewählt werden soll. Wir können das nur als eine Uebergangszeit auffassen. Ein besonderes neues Unrecht ist, daß die Minderheiten in den Großstädten vertreten werden sollen, in den kleinen Städten und ländlichen Gebieten da- gegen nicht, das heißt also, dort nicht, wo die demokratischen Rieh- tungen in der Minderheit sind. Diese Ungerechtigkeit allein zeigt schon, daß es sich hier nur um ein Provisorium handeln kann, nicht um etwas Dauerndes. Es wird Sachecker Wähler und des nächsten Reichstags fem, dafür zu sorgen, daß auf der beschrittenen Babn fortgeschritten wird, bis die volle Gleichberechtigung errungen ist. (Lebhafter Beifall hei den Sozialdemokraten.) Abg. Kreth(k.): W:r sind mit einer Vermehrung der Mandate in Wahlkreisen mit besonders starkem Bevölkerungszuwachs ein- verstanden, legen aber Wert darauf, daß diese Wahlkreise ein zu- sammenhängendes Wirtschaftsglied bilden. Die Verhältniswahl lehnen wir ab. Das enge persönliche Verhältnis des Wählers zw dem Gewählten würde bei diesem Wahlsystem fortfallen. Wird die Verhältniswahl gestrichen, so stimmen wir dem Antrag deS Ausschusses zu. Abg. Bcckcr-ArnSberg(Z.): Den sozialdemokratischen Antrag � lehnen wir ab. Wir halten es nicht für angängig, die Frauen in das politische Leben hineinzuziehen und 20jährigen jungen Leuten das Wahlrecht zu verleihen. Auch.die Sonntagswahl lehnen wir ab. Wir stimmen dem Beschlüsse des Verfassungsausschusses zu und hoffen, daß dieser Anfang der Neuorientierung mit grotzer Mehrheit beschlossen werden wird., Abg. List(natl.): Aus der Erklärung des Staatssekretärs Dr. Helfferich ging nicht hervor, ob die Regierung sür die Neuwahlen in den großen Wahlkreisen die'Verhältniswahl einführen will. Sollte das nicht geschehen, so wäre es besser, es bliebe bei der bis« herigen Zahl der Abgeordneten. Den Antrag der Sozialdemokraten halten wir nicht für durchführbar. Die Ausdehnung des Stimm». rechts auf die. Frauen bedarf noch eingehender Prüfung in ruhigen Zeiten Tic Verhälwiswahl durch das ganze Reich hindurch halten wir noch nicht sür möglich. Abg. Waldstcu«>Vp.): Meine Freunde im Lande sind von den Arbeiten des Verfassungsausschusses zum Teil enttäuscht; man findet, der kreißende Berg habe ein Mauslein geboren. Dem Be» schluß des Ausschusses stimmen wir natürlich zu; er entspricht einer alten Forderung unserer Partei. Die Herabsetzung des.WahlalterS auf 20 Jahre lehnen wir ab. Wenn wir. so dem sozialdemokratischen Antrag nicht zustimmen können, so entscheiden wir danut nicht über die Frage des Frauenwahlrechts, diese Frage lassen wir offen; sie wird auf Grund der Erfahrungen des Krieges später zu regeln sei. Abg. Mertin-Oels(D. Fr.): Die übergroßen Wahlkreise haben auch wir fett Jahren für ein Hebel gehalten. Gegen die.Per- hälhüswabl in diesen Riesenwahlkreisen hat ein Teil meiner Freunde Bedenken. Abg. Stavthagcn(Unabh.): Am 22. März haben wir einen Antrag gestellt, mit öem. der.'heutige Antrag der Sozialdemokraten dem Sinne nach übereinstimmt. Damals erklärte die„Dresdener Bolkszeiwng", es nicht für angebracht, einen solchen Antrag ein- zubringen. Der leitende Redakteur dieser Zeitung ist Dr. Grad- nauer, der heutige Redner der Sozialdemokraten.(Hört! hört? bei den Unabh.)— Der Antrag des Ausschusses bringt keine Besse- rung, sondern die schlimmste Verschlechterung. Ein Beweis dafür ist ja die' Zustimmung der Regierung, die immer nur zu reaktio- nären Matznahmen erfolgt.(Sehr richtig! bei den Unabh.)— Tie Ausdehnung der Frauenarbeit während des Krieges ist eine ganz ungeheuerliche. Wenn inan ihnen da die Gleichberechtigung vcr- sagt, so zeigt sich darin nur die Herrennatur des Mannes, der erklärt: Du hast zu arbeiten, aber Rechte bekommst du nicht. In allen Kulturstaaten ist das Frauenwahlrecht schon eingeführt oder doch auf dein Marsch, nur iu Deutschland enthält man den Frauen dieses''Reckt vor. Diese Ungerechtigkeit muß sich an dem gmizen Gemeinwesen bitter rächen.(Zustimmung bei den Unabh.) Das heutige Wählsystem, unter dem ein Wahlkreis 13ural so viel. Wahl- reckt hat-wie eilt-'anberer,-ist eine Fälschung des allgarnvinen gleichen Wahlrechts. Der Aus schutzantrag will den Minderheiten nicht überall das gleiche Recht geben, sondern lediglich aus Partei- und politischen Rücksichten will man nur in den Mammuthwahl- kreisen den Minderheiten zum Recht verhelfen� Dadurch will man zu der bisher schon bestehenden Berniträchtigung der Arbeiter eine weitere fügen. Daß auch die Fläche des Wahlkrerfeö mit ent» scheidend sein soll für das Wahlrecht, daß also auch die Anzahl der Ochsen von Wichtigkeit sein soll für das Wahlrecht, ist lediglich eine Redensart, mit der man das bestehende Pluralwahlrecht aufrecht erhalten will. Wer für den Ausschutzantrag stimmt, stimmt nichli für einen Fortschritt, sondern für einen Rückschritt. Das werden wir selbstverständlich nicht trni. Dieser Antrag des Ausschusses will das Volk in derselben Weise betören, wie es nach 1813 ge- schehen ist.(Lebhafter Beifall bei den Unabh.) Die Debatte schließt. Abg. Dr.(tzradnaucr(Soz.)(persönlich): Den vom Vorredner erwähnten Artikel der„Dresdener Volkszeitung" habe ich weder verfaßt, noch war ich an seiner Veröffentlichung beteiligt. Ter sozialdemokratische Antrag wird abgelehnt, der Antrag des Ve r f a s s u n g s a u s sck u s's e S wird mit Beibehaltung der Verhältniswahl gegen die Stimmen der Konservativen ange» n o m m c n. 43) Der starke Mann. Eine schweizerische Offiziersgeschichte von Paul Jlg. Er war nicht überrascht, als er nach dem ausgiebigen Bad in Luit, Licht und Wasser gegen Mittag den Bruder in der Stube vorfand. Der Pfarrer kam zu dieser Stunde nicht vom Nackbardors herüber, um einen Anstaiidsbesuch zu machen. Adolf hörte ihn aufgeregt mit dem Vater sprechen und vernahm auch gleich durch die ihm besorgt entgegen- eilende Schwägerin, was den andern Hergetrieben hatte. „Woher weiß er denn das schon wieder? Hast du etwa aus der Schule geschwatzt?" fragte der sonngcbräunte Mann im leichten offenen Sportsanzug. Er überlegte eine Weile, ob er sieb deni drohenden Verhör entziehen, einfach wieder verschwinden solle. Oder wenn er sich in seine Bude ein- schloß und überhaupt keine Auskunft gab? Aber angesichts der treuen Seele, die zitternd vor ihm stand und jeden seiner Atemzüge belauschte, wollte er nicht wie ein Feiglings aus- kneifen. Ohnehin sah er, daß sie ahnte, was auf dem Spiele stand. Ihre angstentstellten Züge gaben ihm z» erkennen, wie schnell die srohc Erwartung verflogen sei. Auf seine Frage gab sie zuerst nur zurückhaltend Bescheid:„Er hat dem Vatxr das Progranim gezeigt, wo dein Name draiif steht!" Dann verriet sie aber doch, daß sie aus lauter Liebe und Sorge gelauscht, Schlimmes vernommen habe. „Also gut, dann kann ja der Tanz losgehen. Ich will mich nur noch dafür zurechtmachen!" beschied er das be- stürzte Wesen, das ihm mit flehendem Blick ihr Herz unter die Füße legte. Es riß ihn plötzlich zu dieser sehnlichen Demut hin. Er fühlte, daß sie ihre Liebe nicht mehr be- wahren konnte, und er selbst war jetzt von der blutwarinc'n Hingabe und kniefälligen Bereitschaft seltsam ergriffen. „Komm, du kannst mir schnell etivas helfen!" rief er' ihr die Erregung schürend zu und lief, seiner selbst ungewiß, niit Gefühlen, die über einem Abgrund tanzten, in seine Stube voraus. Nur als Vorwand zeigte er der atemlos Nach- kommenden einen geringen Schaden an seiner grünen Bluse; denn als sie auf der Schwelle eine Sekunde bange zauderte und mit verdunkeltem Blick die Hand nach dem ftlcidnngs- flück ausstreckte, ergriff er schnell, was sich ihm bot und nabm den nur schwach widerstrebenden Körper, der das zarte, mit Blaubändchen verzierte Mullkleid schier sprengte, schonungslos gefangen. Solange hatte sie ihn also mit ihrem zärtlichen Verlangen unnvorben, bis seine Sinne endlich auch noch Feuer fingen. War es die �schicksalsschwere Stunde oder diese überraschende Sonntäglichkeit ihres Wesens... der ihm gewidmete Putz und Wohlgeruch? sein Stolz unterlag im Nu der aufrauschenden Jugendlust. Sie ließ ihn lautlos gewähren; Schmerz und Seligkeit der- dunkelten und erhellten ihr Gemüt in blitzschnellem Wechsel. Das war ja noch die kleine, gemütliche Studentenbude von damals, ganz in Sonne getaucht und von süßen Tabak- düften getränkt! O, sie hatte jenen um Jahre zurückliegenden Sommertag nicht vergessen, an dem der. flotte Student ihr, der Sechzehnjährigen, gerade so unverhofft seine Liebe ge- stand und sie fast ebenso kühn wie heute überfiel mit Küssen und Gewaltsamkeiten. Damals freilich war sie eher empört als entzückt hinausgelaufen; aber jenes Erlebnis hatte denn doch gar wunderbar in ihr nachgeklungen und mit jedem Tag an Bedeutung gewonnen, obgleich Adolf Lenggenhager bald danach andere Wege ging und später nie mehr daran rühren mochte. Aber jetzt? Was ging denn auf einmal in seiner Seele vor? Beinahe furchtbar sah er in der dunklen Farbe des Sonnenbruders aus, als hätte er sich während all den verzweifelten Schlendertagen mit Lebensglut bis zum Wahnsinn vollgesogen. „Komm' nur, mach' keine Flausen.... Es ist jetzt doch einmal so und nicht anders! Beim Eid, Trudle, das ist noch das einzig Wahre I" flüsterte er zwischen schreckhaften Küssen. Sie bekam die Schneide seiner scharfen Zähne zu fühlen und erschauerte bei der Berührung mit der breiten Narbe. Wahr- Haft böse sah er aus. wie ein halbverhungertes, losgelassenes Tier. Die Furcht überdrang das Glücksgefühl. Das starke. Mädchen— Adolf trug sie, wohin er wollte— bebte gleich einem Vogel in Menschenhand. Wie kam es, daß er auf einmal. so stürmisches Verlangen nach ihr trug? Oder dachte er dennoch an die andere, die ungetreue Aristokratin, während er die liebe Einfalt vom Lande in den Armen hielt und kaum mehr zu Atem kommen ließ? Allein im Sturm der Sinne gab es keine Klaxheit, kein Halten mehr. Aus schamerstickendcn Sehnsuchtsqualen emporgerissen in den Taumel der Liebe, so berauscht, daß sie die Augen selbstver- loren schloß, nunmehr Erfüllung und Opferlamm— mutzte sie seiner Willkür erliegen. Sie atmete Wollust und witterte Verderben. Und als sich ihre Lider wieder hoben, blickte sie in einen Wirbel von Sonnenstäubchen, der wie ein Nüuchlein Seligkeit anzuschauen war.„O, Lieber, du Lieber.. betete sie den Ueberwältiger an; denn kein ihrem Gewissen eingeschärftes Matz reichte in diesem Augenblick hin, Gut und_ Böse ihrer Gefühle zu messen. Was nach dieser Stunde kam, war gleich einem Wetterleuchten von' weltentfernten Gewittern. Eine end- lose Wüste von Schmerz und Kummer niochte ihr künftiges Leben sein; aber mitten darin lag dann doch ein grünes Ei- land von Glückseligkeit... Beinahe gewaltsam machte sich Adolf Lenggenhager frei, als wollte er ein gestohlenes Gut schnell in Sicherheit bringen. In der Stube, die gerade unter seiner Kammer lag. hörte er die Stimmen von Vater und Bruder.„Teufel, das geht ja nicht, ich mutz mich ja fertigmachen und denen da unten stellen, sonst kommen sie am Ende noch herauf!" knirschte er, völlig verrannt, ernüchtert und mit sich selbst zerfallen. Was er getan hatte, verivarf'cr'im Grunde selbst als schlecht und ehrlos. ES half ihm nichts, datz er sich obenhin reimvusch im Gedanken, der verliebten Törin sei mir nach ihrem eigensten Willen geschehen. Im Spiegel seiner tiefern Er- kenntnis erschien das Bild eines braven Mädchens, das zu ihm stets wie zu einem gerechten Manne aufgeblickt hatte. Bald begriff Gertrud Gmür, was ihr loiderfahrcn war und bevorstand. Ihre Brust hatte Zentnerlasten zu heben. Der, dem sie ihr Herz zu Füßen legte, war brutal darüber hinweggeschritten, nur begierig nach einer für ihn gereiften durststillenden Frucht. Auf einmal ivehte ihr die faule Luft des verspielten Menschen entgegen. Instinktiv fühlte sie, daß ihn nur die Verzweiflung zu ihr getrieben hatte. Unter die Räder geraten, an Leib und Seele verwüstet, schoß sie auf und hinaus. Ihr Sonntag, der sie eben noch so verheitzungs- voll anstrahlte, war zu Ende. (Forts, folgt.) Es folg! Sic Vorlage über Hc Verlängerung der Legislaturperiode auf ein weiteres Jahr. Abg. Slbrccht lUnabh.): Das vorigemal haben Mir die Ver längerung der Legislaturperiode bedauert, diesmal müssen wir sie ablehnen. Erstens verlangen wir prinzipiell zweijährige Legislatur. Perioden und dann sind wir der Meinung, daß die Wähler, nach. dem die Legislaturperiode schon so lange dauert, endlich einen Anspruch darauf haben, zu entscheiden, ob ihre Vertreter während des Krieges in ihrem Interesse gehandelt haben und vor allem ein Urteil abzugeben über da« Verhalten der Regierung während des Krieges.(Sehr wahr! bei den Unabhängigen.) Die Vorlage wird hierauf in allen drei Lesungen angenommen Eine weitere Vorlage verlangt dasselbe für E l s a tz- L o t h ringen. Abg. Ledebour(Unabh.): Wir lehnen aus denselben Gründen auch diesen Gesetzentwurf ab. Abg. Emmel(®oz.): In Elsaß-Lothringen ist e« zurzeit gar nicht möglich, Neuwahlen vorzunehmen, da in einer ganzen Reihe von Wahlkreisen Wähler vom Landtag nicht vorhanden sind. Die Ablehnung der Vorlage würde bedeuten, datz die Elsatz-Lothringische Verfassung aufs Spiel gesetzt würde. Abg. Ledebour(Unabh.): Ich kann diese Gründe nicht an. erkennen. Wir verlangen Aufhebung des Belagerungszustandes auch in Elsast-Lothringen.,,„«,.*•, Abg. Emmel(Soz.): Ich stell« fest, dah eine Anzahl von Wahl. kreisen nicht wählen können, weil sie in den Händen der Franzosen sind. Andere Wahlkreise sind infolge der Operationen der Fran- zosen oder unserer.Heeresleitung von den Bewohnern geräumt. Der Wunsch des Abg. Ledebour ist also undurchführbar.(Sehr richtig' vnd große Heiterkeit.) � Auch diese Vorlage wird hierauf In allen drei Lesungen an- genommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Präsident Dr. K-empf teilt mit, daß eine JnterpelutUlt «ntrick(Soz.) und Genossen eingegangen ist, die Maßnahmen gegen die unerträglichen Verhältnisse auf dem Ob st- und Gemüse» markt, zur Beseitigung der Kohlennot und gegen dir M i e t- st e i g e r u n g e n verlangt. Nächste Sitzung Montag 3 Uhr.(Die eben mitgeteilte Jnter. pellalion. Bericht des Hauptausschusses über Fragen der inneren und äußeren Politik, Fortsetzung der Beratung über die neuen Kriegskredite.)_.« Schluß 6/4 Uhr. Ausschuß für Hanüel unö Industrie. Neichskommlssar S t h a m e r hielt am Freitag«inen Portrag über die bisherigen Arbeiten in Sachen der NebergangSwirtschaft. Unter anderem bemerkte er, daß ein auS zirka 37t> Mitgliedern be,� stehender Beirat gebildet ist. Diesem Beirat gehören auch sieben Arbeitervertreter aus den verschiedenen Organisation»- richtungen an. Daneben werden noch Selbstderwaltungskörper für die einzelnen Industrien gebildet. Fackel(Soz.) empfiehlt nach Friedensschluß ganz besondere Berücksichtigung der kleinen und stillgelegten Betriebe durch das Reichskommissariat, gegenüber den großen, die jetzt weiterarbeiten können. Die Macht des Großkapitals ist ohnehin durch die aus den Kriegs, ivhvendigkeiten herausgewachsenen Syndikate sehr ge wachsen und wird weiter wachsen durch die in Aussicht genommenen Zwangssyndikate der Uebergangswirtschaft. Das ist nicht besonders günstig für die Arbeiter. Es ist deshalb nötig, daß die Arbeiter in die in Aussicht genommenen Selostverwaltunaskörper für die ein- zelnen Industrien berufen werden. Der große Beirat mit seinen zirka 370 Mitgliedern wird wenig zu leisten vermögen. In den Beiräten der einzelnen Industrien ist die Mitarbeit der Arbeiter bei der Verteilung von Rohstoffen unbedingt Vonnöten. Redner fragt, ob Arbeiterversreter hinzugezogen werden. Reichskommissar Sthamer lehnt die Zuziehung von Arbeitervertretern ab. Die Arbeiter würden in jenen Ausschüssen wenig positiv zu arbeiten vermögen.— Abg. K e i n a t h (natl.) hält die Zuziehung von Arbeitervertretern gleichfalls nicht für geboten.— Abg. I ä ck e l(Soz.) bedauert die Haltung der Re gierüng in dieser Frage. Er stellt fest, daß die Arbeiter von den Arbeiten znr UebergangSwirtschast fast vollständig ausgeschlossen sind. Nur ein Vertreter der freien Gewerkschaften und je einer der anderen Arbeiter und Angestelltenrichtungen, sowie ein Gelber gehören einem Beirat von 37V Mitgliedern an! Während die Unternehmer in allen sonstigen Kommissionen sitzen, sind die Ar- bester aus allen diesen Körperschaften ausgeschlossen. Im Gegen- satz zu Oesterreich, wo die Arbeiter in allen Kommissionen ver» treten sind und bestimmend mitwirken, werden die deutschen Ar- beiter in Deistschlcrnd nicht zugelassen. Weiter beschäftigte sich der Ausschuß mit der Frage der Wieden, qufrichtung dev deutschen Handelsschiffahrt. Den Verhandlungen lag eine vom Verein deutscher Reeder einge- reichte Petition auf Zahlung von Entschädigung für Schiffsverluste durch das Reich zugrunde. Der Regierungsvcrtreter gab die Erklärung ab, daß dem Bundesrat bereits ein entsprechender Gesetzentwurf unter- breitet ist. Dieser Entwurf steht eine Entschädigung für Schiffs- Verluste in Höhe des Friedenswertes sowie einen angemessenen Zuschuß zum Ausgleich der gesteigerten Herstellungskosten vor. Ferner sei Ersatz von Heuerverlusten und Verlust von ÄuSrüstungS- gegenständen an die Schiffsmannschaften vorgesehen. Schließlich gelangte nachstehender Antrag zur«instimmigen Annahme:»Der Ausschuß für Sandel und Gewerbe erachtet die Mitwirkung des Reiches zum baldigen Wiederaufbau der deutschen Handelsschiffahrt für dringend geboten und spricht den Wunsch auS, daß der dem Bundesrat bereits vorgelegte Gesetzentwurf dem Reichstage noch in dieser Tagung zugehen möge." Die Kohlenversorgung im tommenöen Winter. Die Bezirksorgan isation Groß-Derlin der sozialdemokratischen Partei Deutschlands hatte zum Donnerstag naoy vem LehrervereinShaus eine Versammlung einberufen, in der Genosse Stadwerordneter Adolf Ritter das wichtige Thema Kvhlenver sorgung im kommenden Winter behan- delte. Er verwies auf die schlimmen Erfahrungen im vorigen Winter, die man in einem der reichsten Kohlenländer nicht für möglich halten sollte.— Nup ist zwar ein Reichskommissar für die Kohlenversorgung eingesetzt worden, den, ein Beirat beigegeben wurde. Was man aber bis jetzt von dieser Einrichtung hörte, hat nur geringen Wert. Redner gab ap der Hand von Zahlen ein« Ueberstcht über die deutsche Kolstenproduktian sowie überhaupt über Deutschlaub als Kohleuland und die sonstig?» in Betracht tom- «enden Verhältnisse aus dem Kohlenmarkt. Ein Fachmann hat auf die Notwendigkeit einer Lagerbildung hingewiesen, um Reserven zu scbafsen. Einen solchen Lagerbestand herqnzu- schaffcn, wäre die zunächst liegende Ausgabe. Der Magistrat und überhaupt die städtischen Körperschaften im allgemeinen sind leider nur«iisrührenbe Organe deö Staats und der Reichsverwaltung. Auch während der Kpiegszeit sind ihnen keinerlei wirtsame Exekutiv- mitte! in die Hand gegeben worden. Jedenfalls liegen die Schmie- rigkesten der Versorgung auf einem anderen Gebiete als auf dein Tätigkeitsgebiet des Magistrats und der Gemeindebehörden. Gegenüber der Notwendigkeit, rechtzeitig«ine Organisation für den kommerdeii Winter zu treffen, mutet es eigentümlich an, daß auf einer Könsercnz mit Kommunalvertrstern der Oberregie- rungsrat Fuchs erklärte, e r" w olle tzen Teilnehmern eigentlich nur mitteilen, daß im nach st en Winterl überall in der gewünschten Menge vorhanden sind. Im Laufe des gespart werden müsse. Ja, das wußte allerdings schon Monats Juli werden aber sicher all« Wünsche befriedigt werden jeder vorher! Offenbar wußte der Reichskommissar der Kohlen- können. stelle nicht, wie er sich heraushelfen sollte aus der Situation, wo auf der einen Seite die Interessen der konsumierenden Bevölkerung und a�u f der anderen Seite die des Rheinisch- we st fälischen Kohlensyndikats stehen. In dem in Berlin bestehenden Ausschuß war man einig darüber, daß die Versorgung mit Hausbrand an Dringlichkeit und Bedeutung hinter der Kriegs- industrie nicht zurücktreten darf. Die Sorge für die Belieferung ist aber Sache des Reichskommissars. Eine Verordnung über di Kohlenrationierung jsst in den nächsten Tagen zu erwarten. Leider ist damit die Sache nicht erledigt. E» droht eine weitere Gefahr. Wenn aus dem Kohlenmarkt die jetzigen Zustände anhalten, dann ist mit der Tatsache zu rechnen, daß die Berliner Gaswerke Oktober und November nicht mehr in der Lage sind, ihren Verpflichtungen gegenüber den Verbrauchern nachzukommen. Wenn eS noch einige Monate so weiter geht, dann ist die im Sommer gegebene Möglich keit eines erleichterten Transports vorbei. Die kleinen Verbraucher von denen sich viele wegen des Kohlenmangels noch Gasanschlüsse haben herstellen lassen, komme so in eine doppelt schlimme Lage.— Ferner kann auch die Wasserversorgung infolge des Kohlenmangels gefährdet werden. Zu all den warnenden Stimmen, die bisher schon erhoben worden sind, muß auch die der heutigen Versammlung kommen.(Lebhafter Beifall.! Nach einstimmiger Annahme einer Resolution, in der die Versammelten sich mit den Ausführungen des Referenten einver standen erklärten und die Vertreter der Sozialdemokratie in Reich. Staat und Gemeinden ersucht wurden, ihren Einfluß an den maß- gebenden Stellen für eine sofortige Besserung der Zufuhr an Kohlen geltend zu machen, schloß Genosse Eugen E v n st die Ver sammlung mit einem anfeuernden Aufruf, für den Ausbau der politischen Organisation und für die weiteste Verbreitung des„Vor tvärts" zu sorgen. GroßSerlw Sroßhanüels-unöKleinhanüels-höchftpreife für Obst und Gemüse. Die auf Grund der Anordnung der Reichsstelle für Gemüse und O b st vom 26. Juni 1917— R 2572— bei der Staatlichen Vert«ilungsst«lli kür Groß-B-rlin gebildete Preiskommission hat mit Genehmigung bezw. auf Anordnung der Reichsstess« folgende Erzeuger-, Großhandels- und Kleinhandels- Höchstpreise festgesetzt: Erzeuger- Höchstpreis Erdbeeren I. Wahl.)... 0,82 . ll-...... 0.45 III., unsortiert. 0,64 Walderdbeeren...... 1,50 Johannisbeeren...... 0,50 Stachelbseren....... 0,85 Himbeeren......*. 0,80 Preßhtmbeeren...... 0,55 Blaubeeren........ 0,05 Preiselbeeren....... 0,40 Kirschen, a) saure..... 0,40 » d) süße, große, halte. 0.40 o) Glaskitschen, Schattenmorellen Groß- Handels- preis 0.98 0.54 0,77 1,80 0,60 0,43 0,96 0,66 0,43 0.48 0,48 0,48 Kleinhandelspreis 1,30 0,73 1,05 2,10 0,80 0,56 1.28 0,88 0,56 0,54 0,54 0,54 und Natten...... 0,60 0.72 0.96 Rhabarber........ 0,10 0,12 0,16 Erbten......... 0,40 0,48 0,64 Bohnen, a) Stangen- u. Bnschb- 0.50 0,60 0.80 , b) Wachs» u. Perlb.. 0,60 0,72 0,96 , c) aarlrnmäßig gezogene Puff» und Saubohnen 0,30 0,36 0,48 Möhren u. lg. Karotten m. Kraut 0.26 0,30 0,40 Mairüben........ 0,12 0,15 0.20 Karotten, runde kleine, m. Kiaut 0,30 0,36 0.48 Kohlrabi......... 0,35 0,80 0,40 Spinat......... 0,30 0,06 0,48 Früh, wiebeln ohne Kraut.. 0.22 0,27 0.36 Frühwirsing» und Rotkohl.. 0.25 0,30 0,40 Sämtliche Preise verstehen sich in!...tl je Pfund. Die festgesetzten Preise sind maßgebend vom 7. Juli d. I. ab, Die Preise für Johannisbeeren, sämtliche Bohnensorten, kleine, runde Karotten, Kohlrabi, Frühwirsing- und Rotkohl haben auf Anordnung der Reichsstelle zunächst nur Gültigkeit bis zum 20. Juli d. I. Die festgesetzten Großhandels- und Kleinhandelshöchstpreise haben Gültigkeit für alle Waren, auch für diejenigen, welche ouS anderen inländischen Erzeugergebieten herrühren. Ueberschreitungen der festgesetzten Höchstpreise werden auf Grund de»'Gesetzes über die Höchstpreise vom 4. August 1914 in der Fassung der Bekanntmachung vom 17. Dezember 1914 bestraft. Ter Minister des Innern gegen den Schleichhandel. Gegen den Schleichhandel wendet sich ein Erlaß des Ministers deS Innern an die Regierungspräsidenten. Trotz aller Gegenmaßnahmen nehme dieser immer weitere Ausdehnung, so daß es eines nachdrücklicheren Borgehen« als bisher bedürfe. Insbesondere soll gegen die zahlreichen unzuverlässigen Gast- und Schanlwirtschaften, Konditoreien, Bäckereien, Feinkostgeschäft« usw. unnachsichtlich eingeschritten werden. >a diese am Schleichhandel hauptsächlich beteiligt seien. Außer der 'ofortigen Beschlagnahme, der Schließung der Betriebe und der Ausschließung einzelner Angestellter sei die gerichtliche Stras- Verfolgung zu betreiben. Die öffentliche Brandmarkung der gemäß- regelten Betriebe wird als«in geeignete« Mittel bezeichnet, um da« Vorgehen wirksamer zu gestalten. Die polizeiliche N a ch scha u soll unter Iusammenziehung aller verfügbaren Voll- zugsbeamten so häufig als möglich vorgenommen werden. Berliner Lebensmittel. Da« Nachrichtenamt der Stadt Berlin schreibt: Wie bereis« gestern durch di« Presse bekanntgegeben ist, hat sich da« KsiegSernabrungSamt«nischlosien, mit Rücksicht auf die un- siinstige Entwicklung de« FrühgemüseS eine erhöhte Meblmenge al« kriatz für den Ausfall von Kaitoffeln zu gewähren. Infolge der besonderen Schwierigketten, welche in diesem Jahre der recht- zeitigen und hinreichenden Versorgung Berlins mit Gemjiie und Frühkartoffeln«ntgegensteben, ist der Stadtgemeinde Berlin für die folgende Woche Mehl in solchem Umfange zugewiesen worden, daß sie die als Ersatz für Kartoffeln gewährte Brotration liegenüber der in der letzten Woche gegebenen Ersatzmenge erheblich »erauszusetzen vermochte. Dayiit eigibt sich für die Berliner Be- völkerung zugleich die Möglichkeit, in größerem Umfange, als dies bisher geichehin konnte, die Mehlmarken der Brotkarte nicht in Brot, ondern in M«bl einzulöten. Das Nähere ergibt die an den Ber- liner Anschlagsäulen veröffentlichte Bekanntmachung. Der R a ch s ch u b von Sirup hat eine Verzögerung r f a h r e n, so paß noch einige Zeil vergehen wird, ehe der Lebens- mittelkartenabschnitt 84 überall eingelöst«erden kann. Auch find so große Anforderungen an Kunsthonig in den Ladengeschäften ge- tellt worden, weil der Einmachezucke» vielfach für den täglichen ve- >arf im Haushalt verwendet und deshalb auf Zuckerkarte Kunsthonig verlangt wird, daß nicht alle Geschäfte in der Lage sind, sofort zu liefern. Der Magistrat macht darauf aufmerksam, daß nach den Verordnungen kein Anrecht auf Belieferung mit Sirup oder Kunsthonig besteht und daß der einzeln« Ladernnhaber keine Schuld trägt, wenn diese Ausstrich, nitiel, die bei der Hitze zerfließen und bei Pen schlechten Fässern sowie der schwierigen Transport- gelegenheit nicht so schnell herangeschafft werden können, nicht sofort Eine„saftige" Antwort. Es kommt leider häufig vor. daß Hausfrauen, die es sich leisten können, dem wucherischen Verhalten gewisier Gemüsehändler durch Ueberbieten Vorschub leisten. Ein solcher Fall, bei dem der Betreffenden eine wohlverdient handgrejs» iiche Belehrung zuteil wurde, hat sich auf dem letzten Wochenmarkt in Friedenau abgespielt. Dort halte sich eine Frau eben Kohlrabi sür 2,75 M. gekauft und war im Begriff, zu zahlen, als eine Hintsr ihr stehende„Dame" der Verkäuferin zurief:„Heber- lassen Sie mir den Kohlrabi, ich zahlen Ihnen 3 M." Die Käuferin wandte sich blitzschnell um und verabreichte ihrer„Nebenbuhlerin" links und rechts ein paar schallende Ohrfeigen, wobei sie ihr di» nötige Belehrung zuteil werden ließ. Großfeuer kam am Freitag früh um 5 Uhr in der W a l d e n s e r Straße 33 aus noch nicht ermiltelter Ursache— die Hausbewohner vermuten Brandstiftmig— zum Ausbruch. Als die Gefahr bemerkt wurde, schlugen die Flammen schon aus dem Dach- stuhl des Vorderhauses und des Seitenflügels an mehreren Stellen hell empor. Die Mieter wurde» durch den Feuerlärm aus dem Gchlake geweckt und stürzten halbbekleidet aus ihren Wohnungen. Der Qualm erschwerte die Uebersicht und den Zugang zum Brand- Herd. Die Flammen erfaßten in kurzer Zeit den ganzen Dachstuhl des Vorderhauses sowie den größten Teil des Setlenflügels. Die Feuerwehr mußte gleich mit mehreren Motorspritzen von allen Seiten angreifen. Ueber die Treppen, Nachbargrundstücke und mechanische Leitern wurde vorgegangen und längere Zeit tüchtig gelöscht. Da- durch gelang es. die Flammen auf die beiden Dachstühle zu be- schränken. Gegen Mittag konnte die Wehr wieder abrücken. Der Schaden soll erheblich sein- Verhaftung eines SchalterräuderS. Ein dreister Raub ist auf dem Bahnhof Zoologischer Garten verübt worden. Ein junger Mensch bemitzte die Gelegenheit, da einer der Fahrkarten- schalter sür kurze Zeit unbesetzi war. das Schiebesenster hochzuheben und eine» kühnen Griff in die Kasse zn tun. Mit einem Bündel kleinerer Geldscheine gelang es ihm z» flüchten. Die an einem Nebenschalter tätige Beamtin hatte den Diebstahl beobachtet. Sie veranlaßte sofort die Verfolgung des Täter», der denn auch bald festgenommen werden konnte. Er enipuppte sich als ein Friseur Kurt W i n k l e r aus der Joachimsthaier Str. 85. DaS gestohlene Geld wurde ihm abgenommen. Ein kostspieliges„Seifengeschäft". Ein Mann in der BreSlauer Straße, der dort mit seiner Schwester und seiner alten Mutier wirtschaftet, hatte 16 000 M. gespart und in Papier- und Metall- geld, darunter auch Gold, zu Hause liegen. Zu ibm kam ein Kutscher Otto Polte und schlug ihm ein sehr aussichtsreiches Ge- schüft mit Seife vor. Die Ware sei vorzüglich und der Kapitalist. der sein Geld in da« Geschäft stecke, könnte es in kurzer Zeit ver- doppeln und verdreifachen. Der Mann ging auf den Handel ein und beantwortete PolteS Frage, ob er auch das Geld zur Verfügung habe, damit, daß er ihm die 16 000 M. zeigte. Als nun bald darauf er und feine Schwester nicht zu Hause waren, lockte Polte die Mutter unter der Volspiegelung, daß er ihr die Ware zeigen wolle, aus der Wohnung. Unterdessen brachen zwei seiner Spießgesellen ein, räumten die Wohnung ans und stablen die 16 000 M. Polte besaß bei seiner Verhaftung nur noch 106 M. SchS neberg. LevenSmittrl. In der Zeit von Sonnabend, den 7. bis DienSIpg, den 10, Juli, find anzumelden: l/, Pfund Erbsmehl auf Abschnitt Nr. 41 der Nährmitlelkarte, l/4 Psuud Grieß auf Abschnitt 4L. Vg Pfund Kunsthonig auf Abschnitt 43. Nachträgliche Anmeldungen finden nicht statt.— Ausgegeben werden in der nächsten Woche:'/z Pfund Himbeersaft auf Abschnitt 11 der Nähr- mittelkarte sür Jugendliche, 1 Kilogramm Gemüsekonserven auf Abschnitt 36 der roten Lebensmittelkarte. 100 Gramm Graupen auf Abschnitt Nr. 38 der Lebensmittelkarte. 100 Gramm Perlsago aus Abschnitt Nr. 39. 2 Suppenwürfel auf Abschnitt Nr. 40. Eier auf Abschnitt Nr. 27 der Eierkarte.— Bon Mittwoch, den 11. Juli, ab wird KriegSmuS gegen Vor- weiS der Nährmittelkarts verkauft.— An B r 0 t. Fleisch. G p e i s« f e t l werden die gleichen Mengen ausgegeben wie in Berlin.— Die einzelnen Abschnitte der LebenSmitrelkarte haben nur Gültigkeit, wenn sie noch von Kopf- oder Mittelstück der Karte nicht abgetrennt sind. Es itt also bei jedem Einkauf die ganze Karle vorzulegen.— Die Brotkommissionen find am Sonntag, den 8. Juli, in der Zeit von 9—12 Uhr für den Reiseverkehr- ge- öffnet._ Treptow. Lebensmittel. In der kommenden Woche gelangen zur Verteilung: 1600 Gramni Brot. 600 Gramm Gebäck für Kar- toffeln, 500 Gramm Fleisch, Fsttmenge wird durch Aushang bekannt gegeben, 2 Eier, außerdem für werdende und stillende Mütter Eier. 125 Gramm Marmelade auf Abschnitt 53, 125 Gramm Haferflocken auf Abschnitt 54. 50 Gramm Puddingpulver, 125 Gramm Gemüsesuppen und 3 Kraftbrühwürsel kür Jugendliche aus Ab- schnitt 5, 375 Gramm Zucker auf Abschnitt 18, außerdem 250 Gramm auf Zuckerznsatzkarte sür Kinder. Ferner gelangen zum Berkauf ohne Einschränkung gegen Vorzeigung der LebensmittelbszugSkarte Törrgemüse, Flußfische, Fischmarinaden. Räucherwaren. Obst und Frühgemüse. In den einschlägigen Geschäften sind Wäschestärke und Streichhölzer gegen Vorzeigung der LebenSmittelbezugskarte zu haben. Weißensee. Nochmalige Aenderung der Strompreise für Elektrizität. Vom 1. Oktober ab wiro der Kriegszuschlag für elektri- scheu Lichtstrom von 20 Proz. auf 33� Peroz. wie auch der Kraft- trom von 30 Proz. auf 33% Proz. erhöht, so daß von da ab die Kilowattstunde für Lichtstrom 40 Pf. und für Kraftstrom 13)� Pf. beträgt. Di« Bezahlung eines Mindestverbrauches wird nicht mehr tattfnchen uird nur der tatsächliche Verbrauch in Rechnung gestellt werden. — Ständige Mannschaften für FcuerlSschzwecke sind aus Anlaß de? letzten Brandes in der Hennigerschen Nudelfabrik von der Mili- tärverwaltung zur Verfügung gestellt worden, da die Besetzung der 'reiwilligen Feuerwehr durch die vielen Einberufungen notleidet. Es kommen 15 Mann in Frage, die von der Gemeinde einlogi-srt und beköstigt werden müssen. Für die Feuersicherheit im Orte ist durch Vertrag mit der Berliner Wehr Vorsorge getroffen, aber leider wird diese Hilfe immer durch die maßgebende Stelle zu spät ein- geholt._ Groß-Serliner parteinachrichten. Lichtenberg. Die Juli-Zahlversammlung fällt aus. Reinickendirf-Ost. Mitttpoch. den 11. Juli, abends 8 Uhr, indet eine Versammlung bei Sölcher, Residenzstr. 50, statt. Gaste willkommen. Niederschönewride. Mitgliederversammlung, Sonn- a g, den 8. Juli 1917. vormittags lOl-» Uhr, bei Schneider, Hasselwerderstr. 36?. Wichtige Tagesordnung. Alle Parteigenossen und„VorwätrS"-L«ser, die auf dem Boden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands stehen, werden um ihr Erscheinen gebeten. Jugenüperanstaltungen. GchSneberg. Arbeiterjugend. Sonntag findet � eine Sviel- Partie nach dem Zehlendyrsir Spielplatz statt. Trefspuntt 7 Uhr morgen» Kaiser-Wilhelmplätz. Faorzeld 20 Pf— Mittwoch: Spielen aus dem Platz Rubenslratz«. Ansang S Uhr. Gäste find willkommen. ««gemeine Familiensscrbekasse. 3—6 Uhr im Restaurant Gerichtstr. 12/13: Sonntag, den 8. Juli. Zahl, und Ausnahmetag. von «SetteranSflch»«» für da» mittlere«orddenttchlan» di« Sonntag mittag. Mäßig warm, vielfach heller, aber vttänderlich, keine erhebtichen Niederschläge. Ii- Nkrwllliungsßtlle Kerliu. N 54, Fimenstr. 88—85. Geschäftszeit von 9—1 Uhr«nd von■t—T Uhr. __ Seletbon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9711,_ Äonntag. deu H. Juli 1917, vormittags 10 Uhr, im Lokal von Hummel, Sophienstr. 5: Branche, l-Vers amml« ng der Bauanschläger. Tagesordnung: Verbands- und Branchenangelegenheiten. 177/8 2. Sisfuffioti ES wird jedem Kollesen zur Pflicht gemacht pünktlich und zahl- reich zu erscheinen. Tie Ortsverwaltung. »v n i mfin.ohne Platte, mit echt. Frledenskantsehak, / Q ntlQ Goldkronen, Brücken, Plomben, Umarbeitung U. U 1 1 1 1 U sch lechtslt«. Gebisse. Reparatur, tof. Zah nslehen 1. Betünbung. Billige Preise, auchleilzahl. Tel. Nord 10438. D. 1. Löser SÄ— Rosenlhalerstr. 69-70 Bezugsqueiien-Uerzeichnis _ BTlIn-Worden_ o WM Oroaeu, Farben «»» Htokitr. n»li,Sckiil»end»ffit. "1 «ekU.| 1 Fleisch- u. Wurstw.* scliinaDnsEeDfr.Ä Kolonialwaren U Saeoebartli iwr C*■abelmagazlno 1 Wl«eSCi.ul,irt"4",Ml#7 . Tiiehlermsieter 0 Bezogsquellen-Uerzelchnls Berlin-Osten OBntter, Eier, Klee n JJd(erüiar.n.8rillaleDH Mehlhsndluna "*" Könij* StraJ dluna aaq igsberger 1 S« 26/27 t Photograph. Atellara B Tt.WenzellSrf.�l WerenhSuser__ Ultölirier WuiiktuHu Flesslif llAlt-itrsI«» 11 ,T»rw..U«.«tH'/q-I Militär-irmbandühr rOII tgut.Ubrmacherwerkt, soweitVorrat jM UU 6' tgut.Uhnnacherwerkt, soweitVorrat mit fladium-l-enobiKraN 8,40 M. mit„ Leuchtzahlen 9,85 M. Unzerbrechliche Gläser, starkes Schutzgehäuse 1 M. — Reelle schristliche Garantie.— E. MSbis, Spezial-Haus für Uhren, 14 Beuths Straße 14 (neben Cass Aschinger, am SpiitelmarKt). Mikroskopische Blut- und klinisch-chem.-bateriologische Untersuchungen von Barn, Sputum und Bagensaft werden besten? ausgeführt. Hyglen.-med. Uaborntorlnm, Jnvalidrnstraste 5 (nahe Bruiinenstrage). Sprechzeit 9—12. 3—7. 45602" l!llil!!tl!tli!di!l MaM>>��M>MESDWM>ULW Leihhaus Warschauerstrabc 7. Pelz- JmM garnituren! Neue Herrcngarderobe I �flm>*mM>wawnnMU>�Ui� A-Uenverkaui I Pluschdeckeu! Tüll« Vornehme Herrenanzüge, Paleinls und Ulster aus haltbarsten Stossvn, ebenso Hosen. Versandhaus Grr- mania. Unter den Linden 21." Pfaudleihhaus, Vrinzenswatze h\V. öchstt Beleihung aller Werlsacheti, «rlaus eleganter neuer Herrenars- zuge, Sominerpaletots, Beinkleider, Westen,. hocheleganter. Seidenbluscn, Glockenröcke, Pelzkragen, Herren- Uhren, Uhrenarmbänder. Kavalier«' leiten, Schmucksachen. Verleihe aus Tage Gebrockanziige, Smokinganzüge, Mackanzüge. Weingarten, Prinzen« ftratze 88(früher 28). 60/5 Tevvlch-TbomaS, Oranienirr. 44 svottbillig iarbseblerbaste Tevviche, Gardinen. VorwärlSlesern 5 Prozent Extrarabatn_ 259Ä* Lethhaus Rosentaler Tor, Linienstratze 208/4, Ecke Noimibaler- straste, verkaust neue tzerrengarde. roden, Pelzstolas, Muffen. Goldene, Silberne Herrenubren, Damcnubren, leisen, Schmucksachen, Brillanten, Silbertaschen. Aus Uhren dreijährigen warantieicheiu. Eigene Werkstatt." Liescrwagc», Klappjportwagen, olzräder, alle Reparaturen an � inderwagen, Korbmacher Weidlich, Brunnenstratz- 96. 280K* Leihhaus Moripplau 58a. Meine 2äger bieten noch große AuS. Ivqhl in Rockanzügen, Aackettanzügen, Pasctois. Ulstern, teils aus Seide, »rima Verarbeitung, billige Preise. ferner Damenkostümc, Uliler, Mäntel einsachster bis elegantester Aus- ührgug.— Riescnaudwahl in Pelz. achen, Skunt», Marder, Nerz, Ulaskasüch'en, modernster Aus- sthrung, 30—150 Mark.— Angebot n Herren-Gehpelzen, Wagen-, Reise- pelzen.— Extraangebot in Lombard aewejener Portieren, Betten, Uhren, . Ringe. Brillanten, Schmucksachen sehr billig._ 188«* Krtschmilchemde Ziegen, 30 Rasse- kaninchen umständehalber preiswert lu oerkausen. Frau Stelzer, Küstrin« �eustadt, LandSbergerstratze 54.* R Lethhaus Warschauerstratzc 7. Pelz garnituren! Neue Herrengarderobe I Bettenverkaus I Pluschdeckcn I Tüll- gardinen! Prachtteppiche l Uhren Verlans! Schmucksachen! Wand- bilder l Allerbilligste Preise! 169K' Leinenrock, modern, 12,—, Kostüm 25,—. Setdenjacken, einige elegante Kleider, Bluien 10,—. Küntzelstratze 25, vorn Hochparterre links. 50782 Futterschweine und Läuser stehen zum Verkauf bei surierallee 281. Weinert, Frank. Alexander 4885.* k-tObsl Gediegenes schwergtschnihieS iSpeifezimmer, groheS Büfett, wunder- Polle moderne Form mit Kristall« »erglasung, aparte Kredenz, grotzer ovaler Tisch, 6 Lederftühle, ganz hervorragende Tischlerarbeit, noch asltzergewöhnlich billig. Besichtigung lohnt. Altbekanntes Möbelhaus 'ÄÖoritz Hirschowitz, nur Skalitzer- stratze 25. 196K* > Musikinstrumente PianinoS. billigst- Gelegenheiten, ZOO, 00 auswärts, Blüthnerpianos, Rämhildpianos, Biesepianos, KaPS- pi-mos, Llüthnerflügel, Hagspiel- slünel. Krüger, Reue Königflratze 3t (Alrxanderplatz). 233/4* reusahrrad, Tai rad, Motorlahrrad, alle? spolt- billig, auch Sonntags. Kämmereit, Graste Franksurterstratze 14, Hos. yQEiBEBBI33i PleitinabfiMe: Gramm bis 7,70 l Fahngtbisse I Schmucksachen I Ketten! Ringe! Afllitärtressen I Glühstrumps« asche! Filmabsälle! höchstzahlend, Silberschmelzerei, Melall> Einkaufs- bureau,. Weberstratze 31. Telephon Alexander 4243. 261* Elektrische Materialien laust höchstza slend Wogas, Schönhauser Allee 109(Hochbahnhos Nordring) Norden 7853. 50772* Staunende Preise für Möbelftücke, ganz« Einrichtungen, Warenlager, Pelzsachen, Federberten. Teppiche und Nachlässe zahlt Goldmann, Danziger. slratze 49. Königstadt.7631, 182K' Platiuankauf. Gramm bis 7,60 (ebenfalls Ankauf alter Zahngebisse Bestecken. Ringe, Schmucksachen, Ketten, Glühstrumpsasche zu gesetzlichen Preisen. Metallkontor John, gegründet 1903, n»r Alte Jakob- trotze 138 und Koitbuserstratze 1. ottbusertor). Moritzplatz 12858 Firma genau beachten. Licht- und Kraftanlagen, neu und gebraucht, kaust.Elektrotechnik*. Skalitzer Stratze 43, I. Fernsprecher Moritzplatz 14892._ 246«* Kaufe alles: Firnis, Leim, Bienenwachs, Parassm, Kopal usw. Zahl« anerkannt höchste Preise. Noack, Krotze Franksurterstratze 25. 57/16* Schallplatten, abgespielte, sowie zerbrochene, laust und tauscht jedes Ouanlum, Musikhaus, Trotze Frani- surser Stratze 140. 242K' Leim, Leinölfirnis, Paraffin, Harze, Oellacke, Borax, Aehnliches kaust Drogerie, Aebigstratz« 34. Leinölfirnis, Standöl bis 15,00, Oellacke. bis 8,50, Epiriwslacke kaufen Borowski, Gnefsenaustratze 5. Nollendors 2379.* Kleiderspind, Bettstellen, Wasch- toilette, Wäschespind, gebraucht, taust Jacob», Gormannstrahe 42. 60/6 Piatinabfälle per Gramm bis 7,80 Mark, Ketten, Ringe, Schmuck« lachen, Bestecke, Uhren, Taselaussätze, Tressen, Film» und Zelluloidabsälle, photographische Rückstände, Papiere, Glühstrumpsasche. alte Zahnaebisse. so- wie sämtliche Abfälle, deren Rückstände und Gekrätze k. kaust Platin- und Silberschmelzerei Prob, Berlin, Köpe- nickerstratze 29. Telephon Moritzplatz 3476. Eigene Schmelze, direlte Verwertung. Vertreterbesuch. 474 Schnellauf-Spiralbohrer, Werk- zeuge, Stahl kaust Metalleinka-us Herr- mann, Kottbuser Damm 66. 436«* Möbeleinkauf! Kleiderschränte, Bertikos, Plüschsosas, TrumeauS, Bellstellen, Waschtoiletten. Küchen- einrichtung, ganze Wirtschaften und Nachlässe kaust höchstzahlend Höser, Prinzenstratze 74.(Moritzplatz 4078.) Elektrische Materialien aller Art kaust Schumann, Veteranenstratze 25, Hochparterre. Telephon Norden 553. UnterrkM Mandol inenspiel, Gitarren-, Lautenspiel, Dreimonatskurse zur perfekten AuSbi ldung, 6.— Monats- bon orar, auf Wunsch Ausbildung in kürzerer Zeit. Lehrinstrumente billigst, Klavier, Violine unterrichtet schnell- fördernd Ernst. Oranienftratze 466.* Englischen Unterricht für An- länger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und französische Stunden er- teilt G. Swienty, Chariatlenburg, Stuttgarterplatz 9, EaNenhanS IV. Qrdeitsmsrkt Stellenangebote Selterabziehcr verlangen Rensch u. Pluge, Zvffencrstraße 50. 2882b Beleuchter sosort gesucht. Mel- düngen im Maschinenhau» Kauf- Haus des Westens G. m. b. H.. Tauentzienstratze Zt/24. 254K* Packer sosort gesucht. Meldungen zwischen 40—42 Ubr vormittags in unserer Hausinspektion. Kaufhaus des Westens G. m. b. H., Berlin W 50, Tauentzienstratze 21/24. Hausdiener sofort gesucht. Meldungen zwischen 40—42 Ubr vormittags in unserer Hausinspektion. KaushauS des Westens M. m. b. H.. Berlin W 50, Tauentzienstratze 21/25. Beleuchter sofort gesucht. Mel- düngen im MaschinenhauS A. Jan« dors u. Co., Große Frankurter- stratze 413. 251«* Maschinen- Schlosser,-Bohrer zu sofortigem Anirttt. Maschinenfabrik Nostizstratze 30._ 28696* Drechsler sucht Soschwitz, Neue Frledrichstratze 48._ 59/5* Laufbursche» suchen Mesch u. aldemarstratz aufbursch Lichtenseld, W ratze 43. f9 Drulterlehrltng gesucht. Buch. druckerei Walter Grützwacher, Berlin SV. Blücherstratze 22._ 2683b Lagerbnrschen verlangt Georg Stille, Verlagsbuchhandlung, Miltel« stratze 18. 2886b Knabe» sür nachmittags zu Voten- gängen verlangt. Georg Stilke, Ver- lagsouchhandlung, MIttelktratzc 13. Kreissägenschneider ans Horn oder Elsenbein gesuchL Boschwitz. Neue Friedrichstratze 48. 59/17* Arbeiter und Arbeiterinnen sür leichteErdarbeitenvcrlangt.Meldungen vormsttags Bcllealliancestratze 32, Slratzen- und Tiesbau- Gesellschaft Gebrüder Hein._ 57098* Hausdienerinucu,'trästig, sofort gesucht! Meldungen um 10—12 Uhr in imserer Hausinspektion. Kauf- haus des Westens G. m. b. H., Berlin V 50,Tauentzlenstratze 21/4. Packertnnen sofort gesucht. Mes. düngen zwischen 40—12 Uhr vor- mittags in unserer HauSinspeltion. KaushauS des Westens G. m. b. H., Berlin V 50, Tauentzienstratze 24/24. Kontoristinnen» tüchtige, nicht unter 48 Jahren, mit guter Hand- schrist, sosort gesucht. Meldungen 4—2 Uhr mittag? oder 6—7 Uhr abends. A. Jandorj u. Co., Belle. alliancestratze 4/2. 254«* SSotteflugel-Näherinnen, Heimarbeit, verlangt Most, Franknnter Allee 85.» Positiv- und Negatio-Retoucheusc sür unser photographisches Atelier sofort gesucht. Meldungen um 4t Uhr vormittags oder zwischen 6— 7 Uhr abends. Kaufhaus des Westens, G. m. b. H.. Berlin W 50, Tauentzienstratze 21/24. 254«® Knopfiochstepperin, die auch ausser tigt, ans Kindermäntel verlangt Atelier Gehr u. Arthur Mehcr, Jcrusalcmerstratze 20/24. 5093L Gehilfin sür Schnellphotographic sosort gesucht. Meldungen um 44 Uhr vormittags oder zwischen 6—7 Uhr abends. Kausbans des Westens, G. m. b. H., Berlin V 50, Tauentzien- stratze 24/24._ 254«* Lehrmädchen! Junge Mädchen aus achibaren Familien, im Alter von 14—45 Jahren, welche mindestens die erste Klaffe einer Gemeinde- schule besticht haben, zur Erlernung des Verlaufs sofort gesucht. Mel- düngen in unserer Personalverwaltimg im 3. Stock. Kaufhaus des Westens, G. m. b. H., Berlin V 50, Tauentzien- ftratze 24/24. 254K* Lehrmädchen Mcsch n. Lichtenseid t Buchdruckerei 'aldemarstr. 43. Zlrbeiterinne« sür leichte Arbeit osort verlangt. Dr. Weidner u. Ca., ilhelmstratze 23, zweiter Hos III. F/ahrftuhlführerinnen iosört ge sucht. Meldungen im Maschinenhans Kaufhaus des Westens G. m. b. H„ Tauentzienstratze 21/24. 254«* Puv-Zuarbeiterinne», tüchtige, sofort gesucht. Meldungen um l t Uhr vormittags oder zwischen 6—7 Ubr abends.— KaushauS des Westens G. m. b. H., Berlin, V 50, Tauentzien- stratze 21/24.__;_'254«* �Handuähertu, dauernde Scfthä!« ttgung. sucht Scheine, Bülowstratze 79.* Schuleutlafiene Mädchen sür leichte Lagerarbeiten und Verkauf ver- langt. Schristliche Angebote an die Deutsche Kiosk-Gesellschaft. Mittel- stratze 48,'2887b Botenfrauen verlangt sosort Aus- gabestelle Greisenbagenerstratze 22.* Zritüngsäüsträgerinnen können fich melden..Vorwärts"-Ausgabestelle, Lausitzerplatz 44/15.* Mraueu zum ZeitungsauStragen sucht.Vorwärts'-AuS gabestelle Ali- Boxhagen 56, Laden._* Zeitung» trügeri» sofort verlangt. Spedition Lichtenberg, Wartenberg- ftratze 1, Laden,_* Zeitungsausträgerin verlangt Berendsee, Steglitz, Mommsenstr. 59. Zeitungsäusträaerin sür große Tour mit Hilfe sofort einzustellen. Vorwärtsspedition Moabit, Wilhelms- havenerstratze 48, von 11—12/. uai- 4-/,-7 Uhr._* Zeitinigsträgerin verlangt Neu- kölln, Neckarftratze 2._* Botenfrau. Tour Reinickendorf- West, stellt ein Kienast, Borsigwalde, Räuschstratze 40,.Vorwärts"- Spedition.________* " Botenfrau stellt ein.Vorwärts"- Spedition. Neukölln, Siegsried- stratze 2L/'29._* Zeitungsbottn"per 1. 7. 17 verlangt.„Vorwärts"- Ausgabestelle Berlin-Niederschönewcide, Brücken- stratze 10 II Unruh._* Zcitungsausträgerin verlangt .Vorwärts*- Spedition Schöneberg, Meining er itratze!l._____* Botenfrane» werden eingestellt »Vorwärts*, Charloltenburg, Sejen- heimerstr. 1._* Zeitungsausträgerin sofort»erlangt.VorwärtS*-Spedition Panlow, Mühlenttratze 70. Boten zum Austragen bestellter Zeitschristen verlangt. 40,— Mark Kaution erforderlich. Meldung Wochen« tagS 9—3'/,. Markiewicz, Buchhand- lung, Kochstratz« 53. 28815 Maurer werden eingestellt Bsuxescliökt Hermann Schäler, Xenban Kablbtium, Adlerebot. Zu melden beim Portier Mlobael. 223/7 SvKIoSKvI' werden sofort eingestellt. 1 Große Berliner Streißenbahn B,dflr. 44a. Userstr. 9 Schönhauser Allee 123 «ckerstr. 3/4 Marktlsstr. 7/ Brandenburgstr. 78/77 KreUzbergstr. 16/20 Osener Str. 1 Reinickendors, Pankower Allee 62/63 NiederschönhauIen,Kais.-Wilh.-St.44/2 ohenichönhausen, Degncrstr. 25' eitzenlce, Bcrnkastcler Hir. 80 Lichtenberg. Sicgsriedstr. 30/35 Treptow, Elsenstr. 444/444 Neukölln. Iköllnische Allee 4/40 Britz, Grahcstr. 4/17 Tcmpelhos, Katserin-Augusta-Sir. 40 Schöneberkp Beiziger Str. 44/46 Lichterselde, Hindenburgdamm 67/70 WUmersdors, Westsälische Str. 73/75 CharloitenÜurg, Svandauer Str. Z2 Charlottenäurg, Wiebestr. 30 Tegel. Sch-iotzstr. 40/44. 4683L Ivedliger 8ed!osser oder«ssehilleodsiier sofort gesucht. Cigarettenfabrik Garbäty 187K* Pankow, Hadlichstrafie. Arbeitskräfte zur Splzverladung, Feldvahnbetrieb, Bahnbau uub Waldarbeit gesucht. Dieldungen an die Giiterverwaltung der Herrschaft»unzendorf a. d. Bielr, Kreis Habelschtverdt. 5076L* sucht luer-Vesellsedslt. Berlin 0. 17. Zu melden im Einstellbureau EhrenbergstraBe. Hmdiem mld Kkllnarbkitrr sucht 208« Hermann l'letz, Krausenstr. 51. [ Meldungen in der Hauswspettion 9—10 und 4—6 Uhr. lusedlSger uml Äoelgesellell sucht sofort 59/41* Schulz te. Holdefleift. Ftnnftr. 43. Hausdiener, eventl. Kriegsbeschädigter, möglichst aus der Putzsedernbranche findet dauernde Stellung. 2884b* A.» 5. Freestadt, Kommandantenstratze 77/78. Arbeitsburschen, jüngere, sucht sosort Institut Böser, Potsdamer Str. 440. Arbeiter und Kesselheizer sür Brauereibetrieb gesucht. JohanniSslr. 48/19. 60/43 Kriiln Kötilher gesucht. Mövchtlltr Krauhaus A.-G. JohanniSstr. 18/49. 60/44 Arbeiter"*Z Hsttdelsgasellseh. Deutsch. Apotheker. Dortmunder Str. 12. Fahrperfonal sucht Schuithelh' Branrrei, Lichter- selber Stratze 14—47. 27366+ Hausdiener erhalten sosort Anstellung. 456«* I tiMSÄBSti Schmiede aus HecreSarbciten(Hufschmied und andere), Schirrnieifter für einfache Arbeiten verlangt 447L Xlex. Herman Z!'. Berlin, Pankftr. 29. paeker erhalten sosort Anstellung. 456«* 1 1. mtok, Ä'Re. Eine» erfahrenen Schdlhtmkistkr sür Erdarbeiten stellen sosort ein ölobell8bvq.,8tsin5stzluslzw, Spandau, Birkenst». 25. Tel. 1497. 50882 feilere Leitspindeldreher, Masehmen- und Werkzeugschlosser so«ie Elektromonteure stellt ein Auer-Gesellschafti Berlin Oa 17. Zu melden in Einstellbnreau Ehrenbergstraßo. II 1292* für die Zigarcttcninbustrie wird eingestellt. Zigarettenfabrik Garbäty Pankow, Hadlichstrahe. Gummi-Arbeiter perfekte, aus Autodecken u. Schläuche josort gesucht. 50842* Brie«fcKempkc, Alt-Moabit 405 Fahrsluhlführer erhalten sos. Anstellung. Meld. v. 8-/,— 40. 42—'Iß u. 6—7 Uhr. IWntlHlm,„X'ai'k. Schmiede aus Heeresarbeiten(Huffchmied und andere), Schtrrmeister für einfache Arbeiten verlangt 447L �!ex. Herman Berlin-Tempelhof. «alser-Wilhelm-Stratze 10/44. Ümmsileuls,?o8!sngösellg vlllj �guisi "klliei'glll Fsallllenälle 5OO0L* bei Nauen. Llelilromoälevi'e erhalten sos. Anstellung. Meld. v. 8'/,— 40. 42—'1,2 tt 6—7 Uhr. A. Wertheim, Jfes. Sehaehlmeister mit Arbeitern od. Arbeiterinnen per sosort sür Grotz-Berlin gefucht. Meld, bei Bcklmanu Jt l itt mann, W 9, Linkste. 17. 28752 AeltkrerSchiihmachttJ�de. für leichte Arbeiten verlangt Neue Winterseldtstr. 46(Laden). 58/2' oder junges Mädchen zum Anlernen verlangt Pccelinauri Stange, Oranitnstr. 183. 60/11 Inljfrin gesucht. Löscher& Kümper, BUlowstr. 56. 60/9 Mehrere jüngere Leiterinnen (nicht unter 16 Jahren) sür Bohr- und Schleifarbeiten verlangt* AIsi. Herman 6. m. b. H,, Berlin IV SO, Panbatr. SO. CthlltlN��-.W-rkstaltarbeit Wtnterscldtstratze 16, esuchi. Schlesinger. Neue 58/19* Mehrere Schmiede auf Heeresarbeiten(Hufschmiede u. andere), Schirrmeister(auch arbeits- die Heimat 265«* oerwendungssähige sür sür einfache Arbeiten. AIsi. Herman 6. m. b. H., Berlin X 80, Pankatr. 89. Beleuchter erhalten sos. Anstellung. Meld. v. S'/r-lO, 12-'/� u. 6—7 Uhr. König- straffe 81/38.1 OSSS»OSO»»SSSSOSSOW Arbeiterinnen! kräftige, sum Kohlenpresa., I Löterinnen für Zinkhülsen, 57/12* Löterinnen für Batterien, ancht BFa,"brik' Zeiler Rungestraße 20. flrbeiterlnnen verlangt 247/1 Handelsgesetlach. Deutsch. Apotheker, Dortmunder Str. 12. sür bessere Sachen, hohen Arbeits- lohn, verlangen gegen Vorlage von Legitimation und Probearbeit* Moses& Schlochauer, «ommandantenftr. 85/86. 3Mffll- tOlIßfv ■Porzellan. 1 verschied.' Formen 95 ei. ] Miltüljpfe HorzeHan. I m. reich. BordQr. J SS.-... 12 BD'üitESSßn! Porzellan, fioi Uei te Meclier Porzellan ©5 pt.. 4 ilciitcpfe Porzellan, mit reicher Verzierung *&5n z Viktofialieclier SS Porzellan, mit Goldrand u. ( Fruchtverzierg. 95 w. 1 Mß Porzellan. *-1)00 kel,- chied. 95 IR. Fraoz- brapptwßiD SS p'- 1 ZalipPüisle lIu!!.Zalt!pa[t2| zusaimnen VZ pt A. Dandorf&0 Belie-Alliance-Strusse Gr. Frankfurter Strasse Brunnen-Strasse Kottbuser Damm U/ilmersdorfer Strasse Y erlangen Sie bei Einkäufen'Rabattmarken Bunt-Porzellon 3 Frühstiicksteller mit Cioldraud und Fruchtverzierg. p� i m. reicher Gold Q K verziernng.Satz"1' P'- 4 Kaffeebecliep 95 2 Kaffeetassen mit Untertassen, reichen Verzier., sortierte QlZ Formen 6 Eierbecher dekoriert gg pl 1 Teekanne mit Blume nverzier. mitTablett' 95 pf. 2 Abend- brotteiier mit Goldrand sort. Formen I Butterdose 95 p. 1 SaIalschalerndBGÖSran„T-.95 IPorzellantahlett, ncich 1 zusammen 1 Zuckerdose BISL 1 Milchtopf Terziert 2 Milchtcpfe m. reicherGoId- verzierung 95 pr. 1 Kaffeekanne 12 Tass.Inhaltmit Qf> reichen Verzierg. 1 Blumenvase �LLtun". 95 pf. PeiH-Porzellnn 1 Kaffeekanne,1�?"?"; 95 n 4 Obertassen grosse Form 95 pt. 5 Milchbecher 95 pf. 4KaffeebecheCtTorm95pf. 3 Untersätze f. Blumentöpfe 95 Pf. 1 Bratenplatte g??sas28?m 95 Pf. OlrlscliBlls-flrtiKel 1 Abstäuber.............. 95 p.. 1 Kleiderbürste.......... 95 pi. 1 Gebäckkasten Formen.". 95 pi. 1 Glanzbürste............. 95 pr. 1 Kuchenblech........... 95 p.. 1 Brotmesser............ 95 pt. 1 Küchenbrett 95 pt I Deckel- balter lackiert 95 pi. 1 Kannenuntersatz Sniage"?? 95 1 Pfelfermühle........... 95 pt. IVorrats- dose dekoriert 95 pi. 1 Backform............... 95 Pf. 1 Brotkorb 1".??.!!?. 95 pf 1 Obstkuchenform........ 95 pt 1 Tablett mit hunfer Finlage 95 Pf. lEinbol- tasobo 95 pf. 1 Springform............. 95 p.. 2 Fleischbretter.......... 95 pi. 3 Frübstücksbrettoben. 95 pt 1 Messerkasten.......... 95?. 1 Koptbürste............. 95 1 Scheuerbürste......... 95 pi. 1 Tablett ukaÄlrn?11.!! 95 p.. 1 Gazeglooke.............. 95 p.. Spegialavzt II>r. nietl. Eisea-,StahlwM Werkzg/�j oh.Ant.Stecks.DniabMStBflaair. ManufaktarwM Re»te]«g- 1 aufmann, Ocbr., ßubrort. |Ob»ttGetn ute, h artoiiv Hand 1 HnnSznn H Filicnsir. lS7.T«!.lfl8l OcuiVtu,n.Lief d. Kons. Eimrzckt. I Optiker u. Mechan. I H.Kriewitz SpetisMnstitnt f. Rsihenower Optik Kuhstr. lO.liftf. an alle Kr&akcnk&st Werkstatt mit clektrisehem Betrieb. > Wipteohaften 1 ZurBurgscfaenke M.Biesgen. E fWflidBricli n.Rosenbleck.Kris.,Lösorterstr.4 Obermarxloh I BS I ickcrci Jes. bix, Uzirnsniilt. 71 i Walsuni-flidenrad« 4 .Schäaicr.KUt-■.dtkrauaMi. Parfumerie 1 Flasche Birkenwasser 95 p. 1 Flasche Mundwasser.. 95 pi. 1 Toilette-Papierhalter«k mit Spiegel................ P'- 2 Pakete Puderpapier... 95 pt 1 Rasierpinsel............. 95 pi 1 Flasche Parfüm....... 95 p.. Olk» 95 pi. gross, gg Pt 3 Likörschalen I Blumenvase farbig, et-QR wa 42 cm 1 Obstsobale mit ÜK hohem Fuss IKäseglocfe. reiches Pressmuster 1 Wasserkaraffe mit Glas.......... 3 Wassergläser &!yj\wf mit Randverzierung. 1 Blumenvase 95 1 Salatschüssel 95 Formen, schweresPrcssmuster 1 Butter- glocke gross, reich. Press- QC 1—_.— �—» muster®1� 3 Weingläser..... 95 pt 5 Likör- becher 95 pl 95 pi. 1 Butterdose 1 Zückerschale 3 Eisschälchen 95 pt 6 Glasteller............. 95 pt Biloeterie zusammen 1 Tablett................ 4 Gläser-Untersätze j95p' 1 ObStkOrb mit Henkel... 95 PI. 1 Schreibzeug............ 95 pl 1 Wandspiegel........... 95 pi. 1 Kinderring süber sooiooo 95 pl 1 Halskette m. Anhänger 95 pl 1 Paar Wachsperl-Ohrnnge 95 SihreliiMaren 50 Briefbogen.......... I C|K 50 Umschläge 1 pl 1 Briefblock«Äk 95 pl I Kasten 95 pl Sfeinam 3 Iforratstonnen......... 95 ti. 1 Essig- cicr Oelflascfie mit Üelltd/;kot 95 pt. IWasci/gar- nitur-lanno dekoriertj95 Pf. 1 Wasohgarnitur Schüs�l dekoriert................. � 1 Nachtgescliirrdekoriert. 95 pl 3(Üewürz- tönachfin mit Dfclltdekor 95 pl 4 Kaffeetassen Goldrand"'�"" 95 6 Obertassen 95 IVori/atstonne viere'Fkigc Form D'/Htdekor 55 pl 1 Bratenplatte To* 95 pl 1 Blumenkübel Majoka... 95 pl 1 Salzmeste............... 95 pl 1 Mehlmeste.............. 95 pl 1 Kartotfelschüssel 95 Emiille neublau oder 0g 1 Mascbinentofff braun.... I Schaff nerkanne verschiedene QK Grössen p'- 1 Bratpfanne mit Stiel...... 1 Maschinentojff dekoriert 95 pl 1 Brotkorb RÜarchbT0Cb- 95 pl 1 SlßhspifiBßl j | mit Metallrand J 95 pl l�BrOSSßiOllen lollßllßDapier 95 P... 1 'RasiEfBamitür 95 pl 1 RGCknailß] Tula-Silber 95 � IPpslkaiißn- IPIfl sebflnem Einband AMpR Silber 800)1000 95 iPakelß Edßl- WasflipoiVtr @5» Porzellan, Form 95 VillW VOB (Stößllßl'art i Trompeter von f Säkkinren Band 95 Fl. BezugsQueiien-uerzeichnis Boriin-SUden Fleisch- u.Wuratwar.| jPaiil Miiiler, Friesepstr. 22. j [Job. fleisch, Gnfiisenaosl.97 A.Scbleinit2,Mari8nnensU4 Uhren, Goldwaren aca Fenske, Kottbns.Damm 96rt Streng roe.l, anerkannt bilt-M H Heukfilln C. Dittmannj Berlinerstr. 43 J. WUd- Geflügel- Flache.H Soldaten- SprachMrer Seutsch.Zranzö'jisch Neutsch. polnisch doö Stück zu 15 Pf. Neutsch> Italienisch Neutsch. Englisch Neutsch. s»u,sisch das Stuck zu 20 Pf. Porto je Z Pf. Buchhandlung Vorwärts Berlin EW. 6S, Qndenstrape 3 («niiTflt�Tit.~ per 4T5Ö (itäntestückcnfleiich per Pfö. 3.Ä5 (Hnnicfcufcti.., 5.50 TpickganS...... 10.00 NobeS Gänsefett. Max Westheimer, __ Neue Jakobstr. 12. 28896 Möbel jeder Art sowie ganze Nachlässe kauft höchstzahlend* Frosch. Neukölln, Steinmetzstr. i. Möbel, UllilsWe. ganlt Mttschastku ka»ft Böhme. Neukölln, stnzengrubcrstr. 2. Für Ostpreusjen suche Bettstellen. Kleiderschränke« Bertikos, ZosaS, Federbet.ten. Vfs/nsteck, Neukölln, Knesebeckstr.36. Telesou-Auschlub 2126.•