Ur. 183. ( 5 Pfennig) C- Wennig) Bbonncments-Bcdlngnngn): HbonnemtnlS• 9BteiS pränumerando! ZZierteljährl. 3,90 Mt, monatl, 1,30 Mk. wöchentlich 30 Pfg, frei ins Haus. Einzelne Nummer ö Pfg, Sonntags, nunimer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Well' 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,30 Mark pro Monat. Einpetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband ,l,r Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2,60 Mark, für das übrige Ausland i Marl pro Monat. Posiabonnements nehmen an Belgien. Dänemarh Holland. Italien. Luxemburg, Porwgal. Ilmiiiiiiien, Schweden und die Schweiz. vlchelil täglich. 34. Jahrg. Wf Inlfrtlons- Gebühr lehSgt für die lechsgespaliene Kolonel- geile oder deren Raum M Pfg. tür politische und gewerlschasiliche Bereins- und Bersammtnungs-Anzeigen 30 Psg. „kleine Anreigen", das settgedruckie Wort 20 Psg. lzulässig 2 fetigedruckie Wortes, jedes writerc Wort 10 Psg. Giellengeiuche und Schlasstcllenan- »eigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes wellere WorlöPsg. Worte über tö Buch-, ltaben zählen für zwei Worte Inserat« für die nächste Nummer müsse» bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijl big 7 Uhr abends geöffnet. Delegramm- Adresse: «5»I»Iilev»Il»l Bttlig*. Reichstag und Regierung. Neue Mißerfolge französischer Angriffe— Luftangriffe auf Trier, Mannheim, Lud- wigshafen— Luftangriff auf London— Ruffenangriffe bei Zborow, Stanislau, Huta. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 8. Juli 1917. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht An der Küste, im Apern- und Wytschaete-Abschnitt sowie bei Lens und zwischen Somme und Life wechselnd starker Feuer- kämpf. Während östlich von Apern englische Erkundungsvorstöße zum Scheitern gebracht wurden, gelang es unseren Aufklärungs- abteilungen, nordwestlich und westlich von St. Quentin Ge- fangene zu machen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nach tagsüber starker Artilleriewirkung stießen die Fran- zosen gegen Abend mit erheblichen Kräften zum Angriff öst- lich von Cerny vor. Ter Ansturm brach in unserem Feuer und im Handgranatenkampf verlustreich zusammen; mit gleichem Mißerfolg endeten nachtö mehrere Vorstoße gegen unsere Grä- bei südlich des Gehöftes La Bovelle und südöstlich von AilleS. Unseren Sturmtrupps glückte der Ueberfall einer feind- lichen Feldwache beim Gehöft Mennejean südlich der Straße - Laon— Soissons.— In der Westchampagne wurde gestern morgen ein weiterer Angriff der Franzosen am Eornillet-Berg zurückgewiesen. Auf dem linken Maasufer steigerte sich abends das Ar- tillerieseuer zu großer Heftigkeit. Nachts erfolgte ein starker französischer Angriff an der Höhe 394 und am Westhang des „Toten ManneS". Der Feind ist abgeschlagen worden; in eini- gen Grabenstücken wird noch gekämpft. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Außer zeitweilig auflebendem Feuer in der Lothringer Ebene und einem erfolgreichen Borfeldgefecht am Rhein- Nhone-Kanal keine besonderen Ereignisse. In der Nacht vom 6. zum 7. Juli haben außer Bomben- würfen nahe an der Front auch Luftangriffe auf deutsches Gr- biet stattgefunden. Feindliche Flieger warfen im westfälischen Industriegebiet, in Trier und Umgebung, ferner auf Mannheim, Ludwigshasen und Rodalben insgesamt über lOO Brandbomben ab. Militärischer Schaden ist nicht entstanden. Eins der feindlichen Flug- zeuge fiel in unsere Hand. Am Morgen des 7. Juli griff darauf eins unserer Flieger- geschwader London an. Gegen 11 Uhr vormittags wurden die Docks, Hafen- und Speicheranlagen an der Themse ausgiebig mit Bomben beworfen. Brand- und Sprengwirkung wurde festgestellt. Eins der zur Abwehr aufgestiegenen englischen Flugzeuge ist über London abgeschossen worden. Auch auf Margate an der Lstküste Englands wurden Bomben abge- worfen. Unsere Flugzeuge sind sämtlich zurückgekehrt bis auf ein auf See notgelandetes, das von unseren Seestreitkräften nicht mehr geborgen werden konnte. In den Luftkämpfen und durch Abwehrfeuer an der Front haben die Gegner gestern 9 Flugzeuge eingebüßt. Eins davon ist durch Leutnant Wolff abgeschossen worden, der damit den 33. Luftsieg errang. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des GeneralfeldmarfchallS Prinz Leopold von Bayern. Heeresgruppe des Generalober st v. B» e h«« E r m o l l i. Auf dem Kampffeld zwischen Stryp« und Zlota Lipa haben die Russen ihren Angriff nach den nutzlosen Opfern der Bor- tage nicht erneuern können. Heute morgen brach ein Angriff ohne Feuervorbereitnng bei Zborow verlustreich zusammen. Bei Stanislau ist gestern und heut früh gekämpft worden. Oefterreich-ungarische Regimenter wiesen dort im Nahkampf mehrere russische Divisionen ab, deren Sturmwellen, durch unser Vernichtungsfeuer gelichtet, bis an die Stellungen vor- gedrungen waren. Auch bei Huta im oberen Teil der Bystrzyea Solotwinska wurde ein Angriff der Russen abgeschlagen. Bei den übrigen Armeen der Ostfront hielt sich die Ge- fechtstätigkeit in mäßigen Grenzen. An der Mlqzedonischen Z?ront ist die Lage unverändert. Der Erste G c n er al q u a rti er m ei st e r. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, amtlich. 8. Juli abends. Am Chemin-dcs-Tamcs südöstlich von Pargny— Filain brachte uns ein Angriff beträchtlichen Raum- gewinn und über 7W Gefangene ein. Im Osten haben heute die Russen bei Stanislau er- acut angegriffen und Gelände gewonnen. Der österreichische Bericht. Wien, 8. Juli. Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. In den Karpathen nur mäßiges feindliches Artilleriefeuer und geringe Aufllärungstätigkeit. Bei Stanislau hat der Feind seine Angriffe gestern und heute früh mit großer Zähig- keit wiederholt; nach einem mißlungenen schwächeren Borstotz setzte er gegen 1 Uhr nachmittags starke überlegene Kräfte zum entscheidenden Stoß gegen unsere Stellungen beiderseits der Straße Stanislau— Kalusz ein. Alle Angriffe zerschellten an der tapferen Haltung und dem vortresslichen Zusammenwirken aller Waffen unserer Miskolezer Division. Der an wenigen Stellen in die vordersten Gräben eingedrungene Feind wurde durch sofortigen Gegenangriff geworfen. Ein weiterer An- griff in den Abendstunden wurde schon durch unser Artillerie- feuer niedergehalten, auch blieb ein heute früh ohne Borberei- tungsfeuer unternommener Borstoß ergebnislos. Im Tale der Bystrzyea Solotwinska nächst Huta hat der Feind ebenfalls stärkere Kräfte zum Angriff angesetzt. TaS bewährte schlesische Infanterie-Regiment Kaiser und König Franz Josef I. Nr. 1 behauptete hier in zähem Kampfe alle sein« Stellungen. In den Hauptangriffsräumen der Vortage haben mit Ausnahme eines erfolglosen feindliche» Vorstoßes südwestlich Zborow keine größeren Kampfhandlungen stattgefunden. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Chef des Generalstabes. die Krise. Die Presse ist voll von Gerüchten über Stand und vermut- lichen Ausgang der gegenwärtigen Krise. Bon einer Seite wird behauptet, daß es dem Reichskanzler durch seinen Vortrag beim Kaiser gelungen sei, seine Stellung von neuem zu befestigen, von anderer Seite werden schon die Namen seiner voraussichtlichen Nachfolger kolportiert: Graf Hertling, Fürst Bülow, Graf N o e d e r n und andere. Merkwürdig ist bei alledem, daß sich die Presse nurjür die Personenfragc zu interessieren scheint, die doch verhältnismäßig gleichgültig ist. Ob sich der Reichskanzler in seiner Stellung be- festigt oder nicht, ist viel weniger wichtig als die Frage, nach welchen Grundsähen die auswärtige und innere Politik des Reiches weitergeführt werden soll. Vom Reichskanzler werden gerade seine Freunde annehmen müssen, daß er bei seinem letzten Vortrag nicht für seine Stellung gewirkt hat, sondern für die Anerkennung von Grundsätzen, durch deren Anwendung das Reich bestehen und Wieder gedeihen kann. Hindenburg und Ludendorff sind, wie amtlich ge- meldet wird, nach Erledigung ihres militärischen Vortrages beim Kaiser Sonnabendabend wieder ins Große Hauptquartier zurück- gekehrt. Nach Mitteilungen der bürgerlichen Presse haben in der letzten Zeit im Reichstag interfraktionelle Beratungen stattgefunden, an denen Zentrumsabgeordnete, Ratio- nalliberale. Fortschrittler und Sozialdemokra- t e n teilnahmen. Ter Zweck dieser Beratungen war die Einigung auf eine bestimmte Erklärung, in der die Reichstagsmehr- hcit, unabhängig von der Regierung, ihren Stairdpunkt zur ent- scheidenden Frage der auswärtigen Politik formulieren sollte. Die Aussicht, zu einer Einigung zu gelangen, wird g ü n st i g beurteilt. Selbstverständlich hat sich noch keine Partei offiziell zu diesen noch schwebenden Verhandlungen geäußert. Da» kann auch von sozialdemokratischer Seite erst geschehen, wenn sie abgeschlossen sind. Gährung. Die Sensationsente, die Sozialdemokraten hätten dem Kanzler ein„Ultimatum" gestellt und die„sofortige Er- nennung führender Parlamentarier zu Ministern und Staatssekretären" verlangt, ist gestern vom sozial- dwnokratijchen Fraktionsvorstand nach Gebühr dementiert worden. Ein vernünftiger Mensch konnte sich ohnehin sagen, daß kein sozialdemockraitschcr und auch kein bürgerlicher Par- lamentarier mit gezogener Pistole vor den Reichskanzler treten und ihm sagen würde:„Ernenne mich auf der Stelle zum Minister oder ich schieße dich tot". � Das mit dem Ulti- matum und der Forderung der sofortigen Ministererncnnung ist also greifbarer Unsinn. Liebenswürdige Kritiker, an denen es ja niemals fehlt, könnten nunmehr schlußfolgern: Also die Sozialdemokraten fordern überhaupt nichts, und sie legen auf die Einführung des parlamentarischen Systems kein Geimcht. Solcher Eni- stellung muß von vornherein mit dem größten Nachdruck ent- gegen getreten werden. . � Die Forderungen der Sozialdemokratie sind kein Ge- heimnis: Sofortige Demokratisierung Deutschlands und so- fortige Erklärung nach a l l c n Seiten, zu einem Frieden ohne Annexionen und EntschädiguiMN init weitestgehenden inter- nationalen Sicherungen bereit zu sein. Zur sofortigen Demo- kratisierung.gehört auch die s o f o r t i g e. E i n s.ü h.r p n g des p ar.l g m e np a.r i sch e n R c g fe r n �g ssp.st e ni s.' 'Wie sich Hcir v, Bethinänn zu djesem, System' gruudsälp- lich stellt, ist unbe-kpunt. Keinesfalls hat er bisher Neigung gezeigt, ihm Zugeständnisse.zp machen.. Es ihm.pe r sp n- lich aufzudrängen und ihn aufzufordern, sich mit einem Kranz � parlamentarischer Staatssekretäre und Minister zu umgeben, wäre geschmacklos. Vielleicht wäre Herr v. Beth- mann durch seine Ueberzeugung genötigt, aus der Einführung des parlamentarischen Regierungssystcms' andere Konsc- yuenzen zu ziehen, und solche Ueberzeugung soll man respektieren. Zum Wesen des parlamentarischen Systems gehört ferner auch, daß die Parlamentarier sich nicht um Ministerpostcn bewerben, sondern daß sie, weil man sie braucht, e i n g e- laden»Verden, in die Regierung einzutreten. Ob sie einer solchen Einladung Folge leisten, hängt von Umständen und Verhältnissen ab. So hat die österreichische Regierung v. Seid- ler die sozialdemokratische Partei eingeladen, den Genossen Dr. R e n n c r in das Kabinelt zu entsenden: die sozialdemo- kratische Partei hat aber diese Einladung abgelehnt. Das parlamentarische System fordern heißt älso nicht, einen bestimmten Reichskanzler zur Ernennung von Parka- mentsministern auffordern, es heißt auch nicht, seine eigene Bereitschaft zum Eintritt in die Regierung erklären. Das sind Fragen, der Ausführung im Einzelnen, die erst gelöst werden können, wenn die grundsätzliche Frage selbst zur Ent- scheidung gekommen ist. Man versucht jetzt, auf den Kaiser einzuwirken und ihm nahezulegen, daß er durch jedes Zugeständnis an das parlamentarische System wichtige Kronrcchte preis- gebe. Aber diese Theorie der Preisgabe wirkt letzten Endes nicht monarchisch, sondern a n t i m o n a r ch i s ch. weil sie von der Vorstellung ausgeht, daß die Dynastie an Rechten desto reicher ist, je ärmer an Rechten das Volk und seine Vertretung sind. Es ist eine gefährliche Lehre, die verkündet, daß ein Monarch desto höher stehe, je niedriger die Volksvertretung gestellt sei, und es ist obendrein eine falsche Lehre. Nach dieser Lehre wäre beispielsweise einem Negcrhäuptling, der ganz- lich ohne Parlament regiert, eine höhere Rangstufe zuzuweisen als etwa dem König von Dänemark. Ein Staatsoberhaupt kann in der Welt aber niemals mehr gelten, als sein Staat und sein Volk gilt. War in Europa vor dem Kriege der a b s o l u t e st c aller Herrscher, der russische, vielleicht auch der angesehen st e? Im Gegenteil! Dadurch, daß er sein eigenes Volk degradierte, degradierte er sich in den Auge» Europas selbst. In der mo- dernen Welt gilt der Mann und das Volk, das Streben nach Alleinherrschaft ober bringt weder Ruhm noch Gewinn. Es sind gefährliche Ratgeber, die einem Monarchen die Dinge so darstellen, als wäre das, was das Volk als Gewinn für sich betrachtet, für ihn selber ein Verlust. Im Reichstag sind Bestrebungen im Gange, eine Mehrheit zu schaffen, deren Bestand die einheitliche Führung der Reichspolitik sichern sott. Die Bildung einer solchen Mehrheit wäre ein spätes Glück. Sie wäre ein doppeltes Glück, wenn sie sich energisch zu den bekannten Notwendig- keiten der deutschen Politik nach außen und nach innen bc- kennen wollte. Aber den Nutzen, den das Volk von ihr er- wartet, könnte sie nur dann stiften, wenn sie srn von persön- üdycn Rücksichten und' Sfirtfuti orten etuf ein t e t« f a ch 1 1 che 5 Ziel hinsteuert»). Dieses Ziel ist tiie freiheitliche Neuord. nung des Staotswesens einschließlich der Parlamentari- sierung und die ehrenvolle Ueiberleituny des gegenwärtigen Kriegszustandes in einen Zustand des dauernden Welt- friedens. Ob dieses Ziel erreicht wird, ob zu seiner Erreichung die richtigen Mittel und Wege gefunden werden, steht dahin. Wo aber ein solcher Versuch gemacht wird, da kann sich die Sozial- demokratic der Pflicht nicht entziehen, durch Rat und Tat an seinem Gelingen mitzuarbeiten. Indem sie dies tut, macht sie sich von jeder Verantwortung für sein mögliches Scheitern frei. Als vollkommen feststehend darf einstweilen dies be- trachtet werden: Eine Regierung, die sich zum Programm der sofortigen freiheitlichen Neuordnung und eines ehren- vollen Verstandigungsfriedens nach allen Seiten hin be- kennt, würde im Reichstag über eine erdrückende Mehrheit verfügen. Wenn in früheren Zeiten mit einem Schein von Necbt gesagt werden konnte:„Dies und jenes wäre ja ganz schön und recht, aber eine Mehrheit dafür ist eben nicht vorhanden," so gilt das heute nicht mehr. Für einen Kanzler, der will, ist eine Mehrheit da; zu einer Mehr- heit, die will, wird sich auch der Kanzler finden, der mit ihrem Programm übereinstimmt und es zur Durchführung bringt. So ist es heute die eigentliche Frag« des Tages, die Schicksalsfrage des deutschen Volkes, ob sich jeht ein neues W i l l e n s z e n t r u m im Reichstag bilden wird oder ob dort mir«in Kartenhaus gebaut wird, das der nächste-Wind- stoß wieder»nnvirst. Das Toben einer gewissen Presse über den Reichstag ist ein so gutes Vonzeichen, daß es selbst einen eingefleischten Pessimisten wieder hoffen lassen könnte. Ein Beispiel für viele mag genügen. Das„große" Organ der Alldeutschen, die„Deutsche Zeitung", schreibt: An dieser Stelle ist wiederholt der Auffassung Ausdruck ge- geben, daß der gegenwärtige Reichstag nichts weniger als die Auffassungen und Stimmungen deS deutschen Volkes wi edergibt. Wer diese Tatsache gelegentlich zum Anlaß des Be- dauerns genommen hat, der wird in Ansehung der Ereignisse vom Freitag dem Schicksal Dank wissen, daß eS so ist. Denn wenn die Stimmung, die in den letzten beiden Tagen den Reichs- tag beherrschte, die Volksstimmung wäre, dann allerdings stunde es übel um Deutschland... Was am Freitag sich im Wallotbau zeigte, das nennt man gemeinhin Panik. Vollkommene Kopf, und Ratlosigkeit, Verlieren jeden Augenmaßes aller Urteilsfähigkeit, riesenhaft« Vergröße- rung von Kleinigkeiten, keine' Spur des Bedenkens der Folgen. Die Klique, die ihr Spiel verloren siebt, scheut also nicht einmal mehr davor zurück,«durch eine fälschende Dar- stcllung vertraulicher Ausschußverhandlirngen die Feinde zu neuer Siegeszuversicht aufzuhetzen. Die Behauptung, im Reichstag habe an irgend einem Tage Panikstimmung ge- herrscht, ist eine s ch ä n d l i ch e U n w a h r h e i t. Nein, was in diesen Tagen in Erscheinung trat, war kein Nachlassen der Kraft, sondern ein Steigen des Selbstver- trauens, ein Besinnen auf sich selbst und auf die eigenen Wirkungsmögllichkeiten, ein verheißungsvoller Ansatz zu klarem Wollen und bestimmtem Hantdeln. Mag sich der Reichstag«das Lob der Gesthichte verdienen, daß er in ent- scheidender Stunde nicht schwach geworden ist, mcht versagt hat!_ Zahlreiche Zliegerangriffe auf deutsches Industriegebiet. Berlin, 8. Juli. tAmtlich.) Feindlich« Flieger haben m der Nacht vom K. zum 7. Juli zahlreiche Angriffe auf da« deutsche Heimatgcbiet unternommen. Der Erfolg der mit starkem Krtlfte- einsah gemachten Angriffe war, um dies vorweg zu nehmen, völlig gleich Null. Es wurde weder irgend ein Betrieb der RiistungS- industrie noch irgend eine sonstige militärische Anlage getroffen. Soweit man nach den abgeworfenen Bomben und dem Flieger- geräusch urteilen konnte, galten die Angriffe den Mannheimer und Lugwigshafener Fabrikanlagen und dem Saargebict. Bei Mann- beim, Ludwigshafen und im Saargcbiet läge« samt- lichc Bomben in weitem Umkreise um die vermutlichen Ziele zer- streut. Ein oder zwei feindliche Flieger dehnten ihre Reise bi« in das Ruhrgebiet aus. In der Gegend von Essen«wurden Iroh eifrigen Suchens erst im Laufe de? Tages auf einem Felde zwei Bombeneinschläge gefunden. Sechs andere zertrümmerten i» einem 40 Kilometer von Essen entfernten Dorfe mehrere Fensterscheiben. Ein Teil der feindlichen Flieger scheint ssch verirrt zu haben, denn zahlreiche Bomben fielen in Gegenden nieder, wo überhaupt kein Ziel zu finden ist, wie zum Beispiel in den friedliche« Dörfern Speicher, Ehrang und Oberemmel, wo ein Kind dem Angriff zum Opfer fiel. In der militärisch ganz bedeutungslosen Stadt Neunkirchen wurden ein Mann getötet, eine Frau schwer und ein Kind leicht verletzt. I» einem B o r o r t Dirdhofens tötete eine Bombe eine dreiköpfige Familie. In Trier wurde der Tachstuhl des Franziskaner-Klostcrs durch eine Bombe in Brand gesetzt. Darüber hinaus ist, abgesehen von zerbrochenen Fensterscheiben, auch an Privatbesitz nirgendwo Sach- noch Personenschaden verursacht worden. Einer der Angreifer von Trier wurde durch unsere Abwehr- matznahmen bei Saarburg an der Saar zur Erbe gezwungen. Das Flugzeug ist zertrümmert; die Insassen, von denen der eine vcr- wundet ist, sind festgenommen. AuS welchem Grunde die offene und militärisch völlig bedeutungslose Stadt Trier wiederum be- worfen wurde, ist unverständlich. Essen(Ruhr), 7. Juli. In der dergongenen Nacht war hier zweimaliger Fliegeralarm. Bon 2 Uhr 23 bis 2 Uhr 33 und van 3 Uhr 23 bis etwa 3 Uhr 40 Minuten waren die Flaks überaus heftig tätig. Bombenabwürfe oder irgendwelcher Sachschaden sind nicht gemeldet worden. Auch war nicht mit Sicherheit festzustellen, ob tatsächlich feindliche Flieger über unserer Stadt gewesen sind. Stockholm. Stockholm, 7. Juli.(Eig. Drahtber. des„Vorwärts".) Außer Grimm, dem alle bekannten Zimmerwaldcr das Geleit zum Bahnhof gaben, reisten gleichzeitig dir deutschen Delegierten Her- mann Müller(Sozialdemokratische Partei) und Oskar Eohn (Unabhängiger) von hier ab. Der russische KriegSministrr hat«ach eiaer hier vorliegeude« Meldung dem russischen A.- u. S.-Rat mitgeteilt, Ott» Bauer, Wien dürfe nach Petersburg kommen. Unser Wiener Genosse Otto Bauer, dessen Name über Oester- reich hinaus den dessen Klang hat, geriet vor zwei Jahren in russische Kriegsgefangenschaft und hat sein hartes Los in Sibirien ertragen müssen. Daß er jetzt nach Petersburg gelangt, wird ats ein Werk internationaler Brüderlichkeit dem A.- u. S.-Rat zu ver- danken sein. Eine Abordnung der Fflämen. Kopenhagen, 7. Juli. Eine flämische Sozialistenabordnung ist auf der Durchreise nach Stockholm hier eingetroffen. Ihr Führer, der Antwerpener Verleger Joris, führte über ihre Ziele gegenüber einem Vertreter des Blattes.Socialdmokraten" unter anderem aus: Die Lösung der flämischen Frage ist ein« unerläß- liche Bedingung für«inen dauernden Frieden. Denn sie enthält den Keim zu einem neuen deutsch-ftanzösischen Kriege, solange sie nicht gelöst ist. Wir Flamen verlangen nicht die Errichtung eines neuen flämischen Staates, sondern nur die kulturelle, wirtschaftliche und politische Selbstverwaltung. In welchem Grade die belgische Regierung die flämische Sprache ver- nachlässigt, geht daraus hervor, daß fast jeder dritte Flame Anal- phabet ist. Wenn der Weltkrieg abgeschlossen ist, ist auch der ent- scheidende Augenblick für uns gekommen. Unsere Friedens- bedingungen sind nach wie vor keine Eroberungen und keine Entschädigungen. Belgien mutz wiedererr-chtet werden, und wir schlagen vor, daß alle kriegführenden Regierungen nach ihrem Ver- mögen an den Kosten der Wiederaufrichtung teilnehmen. Zur Wer- hütung eines zukünftigen Krieges soll ein europäischer Staatenbund ohne Zollschranken zwischen den verschiedenen Staaten errichtet wenden. Wir sind auch Gegner eines Wirtschaftskrieges nach dem Kriege und ver- langen, daß die belgische Regierung den Beschluß der Pariser Konferenz von 1046 für ungültig er- k l ä r t, da sie nicht das Recht gehabt habe, sich ihm anzuschließen. In allen Ländern soll das allgemeine und gleiche Wahlrecht durch- geführt wenden. Die Eindrücke der tschechischen Abordnung. Wien, 6. Juli. Die Abendblätter veröffentlichen Aeußerungen der heute au« Stockholm zurückgekehrten tschechischen sozialdemo- kratischen Abgeordneten Remec, Habermann und S m e r a l. Nemec erklärte, daß er die besten Eindrücke aus Stockholm mitbringe und daß es ihn keineswegs reue, an den Vorkonferenzen teilgenommen zu haben. Bei den Besprechungen, die in erster Linie bezweckt hätten, die gegenwärtigen KriegSziele kennen zu lernen, sei allerseits das Bestreben zu erkennen gewesen, die friedenSfteundliche Stimmung zu fördern. Allgemein erwarte man. daß es gelingen werde, im August oder September eine allgemeine Friedenskonferenz zustande zu bringen. Der Schwerpunkt liege bei den Russen. Gelinge e«, wie man hoffe, die Vertreter der russischen Arbeiterschaft ftir die allgemeine Friedenskonferenz zu gewinnen, dann sei auch die Teilnahme der Arbeiterparteien Englands und Frankreichs, sowohl der Mehrheiten wie der Minderheiten, gesichert. China bleibt Republik. Aus der Haltung der englischen und französischen Presse ging hervor, daß der Staatsstreich der chinesischen Monarchisten als für die Entente unbequem empfunden wurde, und schnell hat sich die Propheze-ung erfüllt, daß das neue Mandschu-Kaisertum nicht von langer Dauer sein werde. Ein Pekinger Telegramm von gestern meldet: Der Kaiser von China hat wieder abgedankt. Sein Regi- ment hat nur eine Woche gedauert. Die Monarchisten sind vor den entschlossenen Mienen und Maß- nahmen der Republikaner zurückgewichen. Diese rührten sich auf der ganzen Linie. Ein Reutcrtelegramm aus Schanghai sagte zwar, die Lage in China werde immer verworrener, aber nach dem Gang der Ereignisse haben die Monarchisten darin keinen Vor- teil sehen können. Die Reutermeldung sagte, es seien jetzt b vcr- schiedcne Parteien entstanden: nämlich die Partei der Wiederher- stellung, die bürgerlichen Republikaner, die Partei Tuan Tchi-Juis, die Partei des Tsenk-ku-Shang, welcher, wie man behauptet, nach der Präsidentschaft strebt und deswegen mit der vorläufigen Rc- gierung in Nangking verhandelt, und endlich die©changhai-Repu- blikaner, welche den Kreuzer Haitsjei nach Shing-Wian-Wai ent- sandten, in der Hoffnung, Li Juan Hung nach Schanghai bringen zu können. Die ausländischen Diplomaten in China hielten eine Konferenz ab, in welcher beschlossen wurde, die kaiserlicbsn Truppen vor ernste Folgen zu warnen, da diese eine weitere Erschwerung des Verkebrs auf der Peking-Tientsin-Esi'enbahn nach sich ziehen würde. Tie Kaiserlichen erklärten daraus, sie würden sofort das Nötige ver- anlassen, um die Bedingungen des Protokolls von 1901 durchzu« führen. Das schnelle Ende vom Liede ist der Verzicht auf ihre Mandschu- plane gewesen, und es scheint, daß militärische Ereignisse den Ver- zicht dringlich gemacht haben. Wie Reuter aus Schanghai meldet, berichtet der frühere Premierminister Tuanchijui, daß die Mon- archisten Freitag bei Langsang angegriffen und geworfen wor- den seien. Die Republikaner verfolgten den Feind und rückten zehn Meilen in der Richtung auf Peking vor. Der frühere Präsident Lijuanhung ernannte Tuanchijui zum Premierminister und übergab ihm die Siegel des Präsidenben zur Uebcrmittlung an Tcmgkuotschang, der die tatsächliche Präsident- sichaft antreten wird und die vorläufige Regierung in Nanking gründen soll. Russischer Protest gegen üie„Sefreiung Griechenlands". Valkankonferenz der Alliierten. Nach einer Meldung der Petersburger Telegraphen- ageutur vom gestrigen Tage wird Mitte Juli eine Konferenz der Alliierten in Paris zusammentreten, die sich mit der Balkanfrage beschäftigen wird. Die russischen Vertreter sind angewiesen,„ganz besonders auf der Anwendung der all- gemeinen Grundsätze der auswärtigen Politik zu besteben. wie sie von der russischen Demokratie proklamiert worden ist." Weiter heißt es wörtlich: Im besonderen beziehen sich diese Anweisungen auf die grie- chische Frage im Zusammenhang mit den letzten Ereignissen. In dieser Frage konnten wir nicht von einer Mißbilligung der Mittel absehen, durch die ein König gewaltsam durch einen anderen ersetzt worden ist. Gewiß waren wir in dieser Hinsicht nicht von dem Wunsche beseelt, König Konstantin zu unter- stützen, dessen persönlicke Politik wir gemißbilligt babcn und weiterhin vollkommen mißbilligen, sondern von dem Gedanken der Hn- zulössigkrit einer Einmischung in die inneren Angelegenheiten deS hellenischen Volkes. Dies veranlaßt« uns zu einem entsprechenden Einwand und dem Verzicht auf die Teilnahme russi- scher Truppen an dem Vorgehen in Südgriechenland. Bei den Besprechungen mit de.« Alliierten nahmen wir den Standpunkt ein, daß die Einrichtung der Regicrungsform in Griechenland, so- wie die dortige Organisation der Verwaltung ausschließlich Sache des griechischen Volkes ist, und wir erklärten, daß die Sympathien des russischen Volkes, das sich soeben vom dynastischen Joch befreit hatte, ausschließlich einer freien und ähnlichen Lö- s u n g seitens des griechischen Volkes gehören. Es ist unvermeidlich, darauf hinzuweisen, daß die m i l i t ä- rischen Operationen unserer Truppen unserer Stimme bei den internationalen Angelegenheiten mehr Gewicht vcr- leihen, und daß die auf die Taten der revolutionären Armee sich stützende russische Demokratie eine besondere Bedeutung er- langt. Das ist im Hinblick auf die beabsichtigte Pariser Konferenz sehr wicht'g, deren Arbeiten sicherlich in Beziehungen zu den Ar» hamstern und Nausen. Allerlei Sprachliches von Hans Pandel, Hamstern— kaum ein Wort wird so oft wie dieses gesprochen, geschrieben und gedruckt, seitdem es Sitte geworden ist, daß Haus- fraüen und Familienväter miteinander in dieser heimkriegerischen Betätigung wetteisern. Wer aber glaubt, das Wort Hamstern sei etwas Neues, eine sprachliche Neubildung, der irrt sich. Schon die Brüder Grimm kennen einen solches, von dem Tiernamen abge- leitetes Zeitwort in mehreren Bedeutungen: neben einem Hamstern, das gierig zum Munde führen bedeutet und sich in Thüringen, Obersachsen und im Nassauischen findet, verzeichnet ihr Wörterbuch auch ein Hamstern im Sinne„habsüchtig zusammenraffen", das landschaftlich weiter, wie es scheint, über ganz Miteldeutschland verbreitet ist. Bei Auerbach wird bereits„alles Eingehamsterte gestohlen", und er erzählt von einer Person,„die von Gehöft zu Gehöft wandert und sich allerlei einhamstert"— ganz wie in unserer Zeit. Die Gegenwart hat sich des Wortes ganz besonders angenommen und eine Reihe von zeitgemäßen Zusammensetzungen geschaffen, deren Zahl wohl noch weiter wachsen wird: der Hamster geht auf die Hamsterfahrt, um sich, ivenn er Glück hat, in seiner Hamstertaschc oder seinem Hamsterkoffer ein ganzes Hamsterlager zusammenzuschleppen; oft freilich bedarf es besonderer Hamster- kniffe. Bedeutend älter als dieses Drum und Dran der Hamsterei ist der Hamsterkasten, in dem das junge Mädchen alles zu sammeln pflegt, was es für seinen künftigen Haushalt als Frau gebrauchen zu können glaubt, wobei freilich der Kasten nur in der Einbildung. nicht in der Wirklichkeit vorhanden zu sein braucht. Der Hanister. schrank dagegen, den die ältere Sprache kannte, war ein wirklicher hölzerner Schrank mit vier Fächern nach dem Vorbilde deS echten Hamsterbaues. Das Zeitwort hamstern ist eins der Musterbeispiele der deui- fchen Sprache für eine ganze Reihe von Bildungen, in denen aus einem Dingworte, das ein Tier bedeutet, ein Zeitwort abgeleitet ist. Bei schlängeln ist eine ganze Zftergruppe mm Vorbilde genommm und die Fortbewegungsart ist der Vergleichsgegenstand. In zahl- reichen anderen Fällen hat eine ganz bestimmte Eigenheit, die ein bestimmtes Tier hat oder die ihm zugeschrieben wird, eine svtche sprachliche Bildung hervorgerufen. Uraltes«Sprachgut ist kukuken; schon im Mittelhechdeutschen, in TrimbergS Renner, findet es sich, und unverändert hat es sich bis in unsere Zeit gehalten:„Neulich hat mir der Kukuk vom Goldbcrge gckukuket" liest man bei Rnckcrt. Es liegt nahe, in dem Zeitworte drosseln eine entsprechende Ab- leitung zu vermuten; das zugrunde liegende Wort Drossel ist jedoch nicht der Vogelname, sondern bedeutet Schlund, Kehle; besonder? lange hat e? sich in der Waidmannssprache behauptet. In anderen Fällen sind Tiere wegen ihrer Stimme wirklich ebenso wie der Kukuk zur Bildung von Zeitwörtern vorbildlich gewesen. Unken ist zunächst auf die dumpfe Stimme auch beim Menschen ange- wandt worden, und später ist das Wort auf die Aeußerungen der Schwarzseher übertragen worden; genau ebenso hat dann gleich- zeitig das Dingwort Unkenruf eine neue, übertragene Bedeutung erhalten. Auch bei schwanen ist die Ableitung vom Tiernamen sicher, obwohl der«Schwonengesang bei der Bildung des Zeitwortes noch viel umstritten war. Aber man schrieb dem Schwan die Fähigkeit zu, seinen Tod voraus zu wissen und bildete so die Rede- Wendung: mir schivant etwas im Sinne: ich habe eine dunkle Ahnung von etwas. Uebrigens hat sich der Sprachgebrauch ge- wandelt; noch Leibniz schrieb: mich schwant;«Schlegel dagegen wendet den dritten Fall an und schreibt beispielsweise in seiner Syakespearcübersetzung:„Schwant Dir nicht, Jupiter, wie nichts- nutzig Du warst?"(„Lustige Weiber.") Ein in sprachlicher Hinsicht merkwürdiges Kleeblatt bilden Ochs, Büffel und Krebs. Die von ihnen abgeleiteten Zeitwörter haben nämlich den gleichen Sinn und bedeuten: schwer arbeiten, sich plagen. Krebsen in dieser Beziehung gehört freilich auSschließ- lich dem Schweizerdeutsch an; besonders in der Redewendung „krebsen und raxen" wird eS gebraucht. Im Gemeindeutschen heißt krebsen ferner— von der Bedeutung des KrebsfangenS abge- sehen—, sich langsam oder mühsam bewegen, besonders in dem zusammengesetzten Worte herumkrebsen. Ochsen und Büffeln ge- höxcn beide ursprünglich der burjchtIojen Sprache an; beide find in ungewandelder Bedeutung in die«Schülcrsprache eingewandert. Büffeln wendet Auerbach gern an, ebenso das zugehörige Dingwort Büffelei. Recht alte Bildungen sind Flöhen und Lausen, die das Jagen nach Flöhen und Läusen bedeuten, wie Fischen, Krebsen, Fuchsen, Mausen und andere Wörter das Jagen deZ genannten Ticrcs. Während aber flöhen bei dieser Grundbedeutung stehen geblieben ist, hat lausen seinen Geltungsbereich etwas erweitern können. Heine braucht es frech im übertragenen Sinne: Lauset Euch an Christi Brust/ Von der Sünde Ungeziefer. Wenn man beim wirk. lichen Lausen zu derb vorgeht, wird daraus prügeln, und diesen Sinn hat eS auch angenommen, zum Beispiel in den Versen: Hab in Jtalia die Pfaffen gelaust/ Und manche Republik zerzaust. Mausen, das bereits erwähnt wurde, hat ein etwas größeres Sprachgebiet erobert; mehrere Eigenschaften der Maus sind es, die zum Vergleichen herausforderten. In der BiHeutuug des heimlichen«Schleichens wendet es Hans Sachs an, ebenso Luther, wenn er schreibt: im Finstern mausen. In der Jägersprache wird es zu. weilen noch in diesem Sinn gebraucht: mausen heißt dann ein Wild beschlei«chen. Den Sinn des Stehlens hat dem Worte vermut- lich eine Standcssprache, die der Landsknechte, zuerst beigelegt; wo man bei Götz von Berlichingen mausen liest, heißt es stehlen. Heute ist der Sinn etwas abgeschwächt, und mausen ist einer der vielen scherzhaften Ausdrücke für stehlen. Eine ganz andere Bedeutung kommt dem zugehörigen Mittelworte gemaust zu; hier ist die Flink- heit der Maus der Verglcichsgegenstand:„Wo— ihr das Heu so flog als wie gemaust" schreibt Kleist im„Zerbrochenen Krug". Ein Seitenstück zu mausen gleich stehlen ist mopsen, ein junges Wort, da der Mops kaum vor 1700 bekannt war. Uebrigens hat mopsen je nach der Landschaft noch andere Bedeutungen; in Berlin wie in Leipzig und wohl auch anderwärts bedeutet sich mopsen: sich langweilen; an manchen Orten versteht man unter mopsen auch: je- manden ärgern. Zu mausen und mopsen kommt als dritter harm- loser Ausdruck für stehlen: luchsen, abluchsen, wobei mehrere Eigen. schoflen de? Luchses gleichzeitig gemeint sein können: wie ein Luchs spähen, auf listige Weife einen Vorteil erlangen. Deliebt ist bei Verlaufs b« letzten Offensibe begangen worden seien. Die Führer, die für die Fehler verantwortlich seien, in erster Linie der Ober- kommandierende, seien ihrer Posten enthoben worden. Später wandte sich der Sozialist R e n a u d e l gegen die von gewissen Leuten geforderten Unterdrückungen und forderte von der Negierung, daß sie sich über die geheime Propaganda erkläre. Er sagte: Die Regierung soll den Soldaten sagen: Der Friede, den wir wünschen, ist nicht ein Friede zur Zerschmetterung des geg- nerischcn Pottes, so schuldig es auch fem mag. Ministerpräsident Ribot führte auS: Seit drei Jahren trägt Frankreich die schwerste Last des Krieges. Der Augenblick ist ge- kommen, wo man mit den Verbündeten prüfen mutz, ob es kein Mittel gibt, die Lasten gerechter zu verteilen. Deutschland w'rd alles versuchen, um die Gegner zu verwirren. Ribot spielte in dieser Hinsicht aus die Entdeckung eines Schecks von bedeutender Höhe und verdächtigen Ursprungs an, den der Leiter eines Pariser Blattes erhalten habe, Ribot erklärte, daß eine Untersuchung eingeleitet und eine Verhaftung vorgenommen worden sei und die Regierung keinerlei Rücksicht walten lassen werde, und sagte denen, die bewußt oder unbewußt sich bemühen sollten, uns diesen ehrlose« Frieden zuzuführen, den Deutschland wünscht und der un- sere Schande wäre, verweigere ich die Redefreihesi. Zum Schluß forderte Ribot die Kammer aus, eine Vertrauens- tagcsordnung anzunehmen, was mit 375 gegen 23 Stimmen geschah. beiten der allgemeinen Konferenz der Alliierten stechen werden, die bald stattfinden wird, und zu der die Vorläufige Regierung bereit» Vorbereitungen trifft. Das kritische(Quartal. Im österreichischen Abgeordnetenhause erörterte am Sonn- abend der Leiter des Ernährungsamtcs Minister Höfer eingehend alle getroffenen Maßnahmen, um den Schwierigkeiten, die sich auf dem Gebiete des Eruährungswesens in diesem Jahre in erhöhtem Maße ergaben, zu begegnen. Er erwähnte hierbei auch, daß das Deutsche Re'ch und Ungarn in der kritischen Zeit vom Januar bis zum April ausgeholfen haben. Bei Be- sprechung der Schwierigkeiten bezüglich der Beschickung der Märkte mit£bst und Gemüse bemerkte der Minister auf einen Zwischen- ruf: Wir müssen eine gewisse Menge Obst nach Deutsch- land ausführen. Wir müssen Kompensationen hergeben. Außerdem'st unser Obstbestand in der Gesamtheit so groß, daß wir nicht imstande sind, ihn mit unseren Transportmitteln zu erfassen. Deutschland schickt für diese Obsttransporte seine eigenen Waggons her und sorgt für den raschen Abschub. Tie Obstmenge, die wir jetzt an Deutschland geben, beträgt 5000 Waggons, was im Vergleich zur Gcsamtcrzcugung, zirka 90 000 Waggons, ein verschwindend kleiner Te'l ist. Es muß einer dem an- deren Helsen, worin er Uebcrfluß hat. Das Haus könne überzeugt sein, schloß der Minister, daß die Regierung alles daran setzt, damit unsere so geduldige Bevölkerung in dieser schweren Zeit so gut als möglich durchhalte. Womit Deutschland in dem kritischen ersten Vierteljahr aus- geholfen hat und wie groß die Aushilssmenge gewesen ist. scheint nicht mitgeteilt worden zu sein. An welchen Lebensmitteln hatte Deutschland damals„Ucbcrsluß"? Der neue Fliegerangriff auf Lonüon. S?crltn, 8. Juli.(W. T. V.) Die befestigte Stadt London wurde am 7. Jul' erneut von deutschen Flugzeugen mit Bomben belegt. Der Angriff gegen den Hauptquell der englischen Kriegsstärke er- folgte wiederum am hellen Tage. Ein Geschwader Großkampfflug- zeuge unter Führung seines Kommandeurs, des Hauptmanns Kleine, stieß um ll Uhr vormittags gegen London vor. Der Angriff richtete sich in erster Linie gegen die am Ostrande der Cith gehäuften Ma- gazine, RüstungSbctriebe und d-e London- und St. Eatherine-Docks. Bei klarer Sicht belegte das Geschwader die Speicher, Lagerhäuser, Bahnanlagen und Docks auf dem Nordufer dör Themse, zwischen dem Bahnhos Charingcrotz und den Docks östlich Tower-Bridge, in einviertelstündigem Angriff mit genau gezielten Bomben. Die Em- schlüge lagen gut; ihre Wirkung zeigte sich in dichten Rauchwolken und starken Explosionen, u. a. wurde der Bahnhof Charingcroß mehrfach getroffen. Die London-Bridge erhielt ebenfalls einen Voll. treffer. Ein Nebenangrsif richtete sich zu gleicher Zeit gegen den be- festigten Hafen M a r g a t e; auch hier wurde gute Wirkung er- reicht. Das Abwehrfeuer der englischen Artillerie setzte ein, als unsere Flugzeuge sich der Küste näherte», folgte dem Geschwader während der ganzen Dauer seines Fluges über englischem Boden und steigerte sich über London zu äußerster Heftigkeit. Feindliche Flugzeuge stiegen in großer Zahl hoch und warfen sich unseren Flugzeugen entgegen. S'e vermochten aber ebensowenig wie das Artillericfeuer das Geschwader an der planmäßigen Durchführung seines Auftrages zu hindern. Ein feindliches Flugzeug wurde im Luftkampf abgeschossen. Unsere Flugzeuge sind bis auf eine?, das ohne feind- liche Einwirkung infolge Motorschadens auf See niedergehen mußte, sämtlich-n ihre Heimathäfen zurückgekehrt. Die französische Kammer unü öie �priloffensive. Die ftenzösisÄe Kammer nahm am Sonnabend nach Beendi- gung der Geheimsitzungen die öffentliche Sitzung zur Besprechung der Interpellationen über die Führung der militärischen Operatio- nen wieder aus. Deschanel verlas die vierzehn eingebrachten Tages- ordnungen. Augagneur erklärte, er wolle aus den Besprechungen in der Geheimsitzung einige Schlüsse ziehen. Der Mißerfolg der letzten Offensive rühre her von der ungenügenden Autorität der Regierung und dem Mangel an Kontrolle über das Oberkommando. Abel Jerry bezeugte der Ausrichtigkeit Englands seine Hochachtung und verlangte, daß man sich an England"wende zwecks gerechterer Verteilung der Streitkräfte der Alliierten an der Front. Dallbiez erörtert die Frage der Verantwortlichkeit für die letzte Offensive und geht auf die Verwertung der Truppenbe- stände ein. Laut..Petit Parisicn" wurden in der letzten Geheimsitzang der Kammer sämtliche Anfragen über das militärische Ge- sundheitswesen behandelt, das in folgender Reihenfolge Schriftstellern besonders abluchsen, das sich beispielsweise bei Chanrisso findet:„Dem der Teufel sein Spiegelbild abgeluchst." Eine gewisse Wcsensverwandtschaft findet die Volksmeinung zwischen Luchs und Fuchs, wobei der Reim eine Rolle gespielt haben könnte, der auf listige Weise errungene Vorteil kann auch durch Fuchsen erlangt sein; dann heißt fuchsen jemanden prellen, besonders beim Spiel. Sonst bedeutet Fuchsen daS Fuchshetzcn im übertragenen Sinne, jemanden plagen, und besonders in der burschi- kosen Sprache kommt ihm diese Bedeutung zu, freilich eingeengt, denn es wird dabei ausschließlich an den Schulmeister, Schulfuchs, gedacht. Ein Beispiel dafür bringt Gutzkow, wenn er schreibt: «Nach Schultheoricn gefuchst." Nicht gerade Hof-, wohl aber literaturfähig sind die Zeitwörter, die von Sau abgeleitet sind. Sauen heißt zunächst, säuisch mit etwas umzugehen, dann jedoch: unsaubere Reden führen, Zoten machen. So wendet Droysen es an:„Ihr, die Ihr saut..." Der niederdeutsche Swinegel, der im heutigen Hochdeutschen zum Igel schlechthin geworden ist und nur ganz selten Schweinigel genannt Üvird, wird in dieser Form übertragen mit dem Schwein auf eine Stufe gestellt: Schweinigeln gleichbedeutend mit Sauen kennt schon Kindlebens Studentcnlexikon aus dem Jahre 17öl.„Unflätige -Reden führen" liest man dort als Erklärung. DaS Zeitwort wie "das zugehörige Tingwort Schweinigelei sind noch heute üblich. Einige seltener gebrauchte hierher gehörige Zeitwörter seien schließlich noch erwähnt: aalen ist ein alter Kunstausdruck der Röhrenmcistcr, die eine verschlämmte Röhre mit Hilfe eines Aales oder eines Neunauges reinigten; das„sich aalen" in der Bedeutung: sich räkeln, hängt möglicherweise mit dem Tiernameu ebenfalls zu- sammcn. Assen im Sinne: sich zum Aisen machen, toendct Uhland an:„Sei weis', laß Dich nicht äffen." Tigern bedeutet in der älte- ren Sprache bunt oder scheckig machen; so war eS allgemein verständlich, wenn es heißt, eine Wolke tigert den Himmel, so lange sich der Bestandteil Tiger noch nicht als selbständiges Wort von Tigertier losgelöst hatte. Erst als dies geschehen war, konnte tigern in der Bedeutung des Hinundhergehens wie das Raubtier im Käfig gebildet werden, was in neuester Zeit geschehen ist. � kritisiert wurde: 1. die Unzulänglichkeit der Anzahl von' Ambulanzen in der Feuerlinie und von Evakuationsspitälern, die auf der ganzen Frontlinie nicht mehr Betten enthielten, als wäh- rend der Sommeroffensive im Juli 1916; 2. die ungenügende Anzahl von Chirurgen und überhaupt von Acrzten; 3. die ungc- nügenden Bestimmungen über die Beförderung der Verwundeten- züge und die Stockung der Abtransporte aus den Bahnhöfen, vor allem aber die ungenügende Versorgung der zurückbefördcrten Ver- Mundeten in den Etappenlinien. Die Anfragen beanstanden ins- besondere, daß das Unterstaatssekretariat des Gesundheitswesens die Mißstände daraus zurückführte, daß das Oberkommando gar keincoderteilweiseverspätete Anweisungen erteilt habe, und daß die Organisation in der Angriffs- front ungenügend durchgeführt worden sei.„Petit Parisicn" schreibt dazu, wem immer die Verantwortung für die traurigen folgenschweren Vergehen zufallen möge, die Hauptsache sei, sie für die Zukunft unmöglich zu machen. Die Folge des Mißlingens der französischen Offensive waren bekanntlich allerlei Veränderungen im französischen Oberkommando, durch die der Oberbefehl Nivellcs verschleiernd aufgehoben wurde. Krupp kauft Sie �weserzeitung". Das Ende eines liberalen Blattes. Bremen, 8. Juli.volle. Als sie vier Tage später den Sarg nach dem Krankenhaus brachte, wünschte sie, die Leiche nochmals zu sehen. Ein Angestellter zeigte ihr jetzt in der dunklen Leichenhalle ein Kind und deckte eS dabei nur so weit auf, daß sie Beine und Unterleib sah. Sie holte dann einen Kinderwagen, mit dem sie Sarg und Leiche wegschaffen wollte. Bei ihrer Rückkehr fand sie die Leiche bereits eingesargt und den Sarg geschlossen. Daß nicht nur die Schrauben eingedreht, sondern noch Nägel hineingc» hämmert waren, fiel ihr erst unterwegs auf. Argwohn ergriff sie und ihre sie begleitende Schwester. Der Sarg wurde zur Schwester gebracht und dort nochmals geöffnet— und nun sahen die Frauen mit Schrecken, wie berechtigt ihr Verdacht gewesen war. In dem Sarg lag e i n f r e m d e s K i n d! ES war größer als der fire das dreimonatige Kind berechnete Sarg und paßte nur in ihn hinein, weil es gekrümmt dalag. Die Körperentwicklung und besonders die in dem halbgeöffneten Mund sichtbare Zahnreihe ließ vermuten, daß dieses Kind wohl schon zwei Jahre alt war. Sollte die Mutter für möglich halten, daß einer es mit ihrem dreiMonatealten Kinde verwechseln könnte? Im Krankenhaus gabs große Aufregung und ratloses Suchen, als sie die fremde Kindesleiche zurückbrachte. Es sei„nur eine Ver- wechslung", wurde unter dem entschiedenen Widerspruch der beiden Frauen immer wieder versichert. Schließlich schickte ein Beamter die Lcichendienerin nach der Leichen sammelstclle in der Diestel- meyevstraße, um von dort die richtige Leiche zurückzuholen. In einer Packpapiertüte(!), die er mitgab, sollt« die Angestellte die seit vier Tagen liegende Leiche—„die halbverweste Leiche!" murrte sie— aus der Diestelmeyerstraße bis nach der Reinicken- dorfer Straße schaffen. Wie sie ihren Auftrag ausgeführt hat, ist nicht bekannt. Als die Angehörigen des Kindes am nächsten Tage wieder zum Krankenhaus kamen, wurde ihnen zur Beerdigung eine Leiche übergeben, in der sie das Kind wiederzuerkennen glaubten. Daß irrtümlich die Leiche zusammen mit den auf Stadtkosten zu beerdigenden Leichen zur Sammelstelle gebracht worden war, mag entschuldbar sein. Wie aber will man erklären und ent- schuldigen, was auf diesen Irrtum folgte? Soll die Einsargung der fremden Leiche hingenommen werden wie eine der gewöhnlichen, in Krankenhäusern leider nicht ganz seltenen Lcichenverwechse- lungen? Wir begreisen eS, daß die Mutter sich bei den ihr gege- benen Erklärungen nicht beruhigen will. Kleinhandelspreise für Gemüse und Obst. In der Bekanntmachung vom 6. Juli sind die Kleinhandel?- preise für P r e i ß e l b c c r c n und süße, große, harte K i r s ch e n durch einen amtlichen Schreibfehler auf 54 Pf. angegeben. Der Klcinhandclshöchstpreis beträgt tatsächlich 64 Pf. für das Pfund. Zur Gemüse- und Obstversorgung. AuS Zchlcndorf wird uns geschrieben: Seit langem bestand auf dem Wockcnmarkt die scböne Sitte, daß Leute mit großem Geld- beulet und lräftigen Ellenbogen uns weniger vom Glück be- günstigtcn vor der Nase alles aufkauften, oder besser gesagt, ein- hamsterten. Denn zum Teil waren diese Waren zu Preisen zu kaufen, die wir nickt bezahlen können. Nun hat unser Gemeinde« vorstand in anerkennenswerter Weise diesem Hamstern einen Riegel vorzuschieben versucht! Die Händler auf dem WoÄenmarkt sind an- gewiesen worden, die Waren nur gegen Zehlendorfer LebcnSmiltekarlen abzugeben. Damen vom Amt, auch Ehrendame» leiten an jedem Stand den Verkauf, indem sie bestimmte Nummern der LebenSmiltelkarle absckmeidcn. Inzwischen hat der Landrat des Kreiseö Teltow Höchst- preise erlassen. Wer nun ain Sonnabend hoffte, auf Grund dieser Preise billiges Obst und Geinüse zu erstehen, irrte sich. Doch da halte noch jeder Käufer die Einsicht und meinte, die Händler haben noch teuer eingekauft, gut zahlen wir nochmal Uber die Höchstpreise; am Mitiwoch wird's dann gewiß besser sein. Naja, irren ist mensch- lich. Als wir am Mittwoch zum Markt kamen, lebrte uns ein Blick auf die Preisiafeln, daß die Händler sich selbst Höchstpreise� gemachr batten. So kostete 1 Pfund Kirschen durchschnittlich t M., 1 Pfund Johannis- und Stachelbeeren desgleichen, Erdbeeren kosteten 1,50 M., alle? selbstverständlich 1. Wahl(andere sah man nämlich nicht). Als wir uns an einen Beamten wandlen mit der Bitte um Auftlärung, weShatb die Höchstpleise nicht innegehalieil werden, erwiderte er uns, der Gemeiudevorsiand hat die Preise für Zehlendorf so geregelr, da wir sonst lalso beim Einhalten der Höchstpreise) gar keine Zutuhr hätten. Auf meinen Hinweis, daß doch Kriegersrauen und - w 1 1 iv e u sich und ihren Kindern so teures Obst und Gemüse nicht katifen könnten, erhielt ich prompl die Antlv ort, aber die Herrschaften täten es.— Was nützt denn da die Regelung deS Verkaufs, wenn eS den, von FortuuaS Glück weniger Begünftigten nicht möglich ist, das durch die Negelung Frcigcivordene zu kaufen? Gegen Wucherpreise für Möbelfuhren. Die Volkswirtschaftliche Abteilung des KriegsernährungSomtS hat infolge der zahlreichen Klagen über die außerordentlich gc« stiegencii Kosten für Rollgeld, Fuhrlohu, Möbelsuhren und ähnliches ein Rundschreiben an die PteiSptüsungsstcllcn erlassen, worin in Uebereinstimmnng mit dem Staatssekietär des Reichsjustizamts, den preußischen Mtnistertt sür Justiz und Handel sowie deS Staats- komnMarS auZgefülirt wird, daß Rcils�eld, FuMeljn, Mökelfu�ren und dergleichen nicht als Gegenslände des täglichen Bedarfs an» itusehen sind. Diese Auffassung hindert indessen nach Ansicht des Staatssekretärs des Neichsjusti�amls, der sich die Volkswirlschast liche Abteilung des K.»E.-A. anschließt, nicht.bei der Prüfung der Frage, �ob der Preis der Gegenslände des täglichen Bedarf einen übermäßigen Gewinn enthält, unter Umständen auch die von dem Verkäufer in Rechnung gestellten Beiörderungskosten auf ihre Angemessenheit zu prüfen. So kann z. B. eine st r a s b a r e Umgehung� der Preiswuch ervorfchriften vorliegen. wenn der Verkäufer zwar für die Ware einen angemessenen, für ihre Ansubr jedoch einen übermäßigen Preis verlangt". Aehnlich hat sich der preußische Justizminisler ausgesprochen. Ferner er- scheint es nicht ausgeschlossen, daß die G e m e i n d e n eine Preis- regeln n g für Transporte von Möbeln und anderen Sachen des notwendigen Lebensbedarfs anordnen. Um den Treptower Bebauungsplan. Die Treptower Gemeindevertrctcrsitzung hatte kürzlich c i n � st i m m i g beschlossen, den Ausschuß des Zweckverbandes Groß Berlin zu ersuchen, ihrem eingereichten Bebauungsplan eine schnellere Förderung angcdeihen zu lassen. Der Zweckoerband hat darauf entgegnet, daß die Gemeinde, die selbst jahrelang an ihrem Plan gearbeitet habe, nicht'verlangen könne, daß derselbe in ganz kurzer Zeit erledigt werden muß. Vom Treptower Gemeinde- vorstand erhalten wir nun in dieser Sache eine längere Erklärung, der wir entnehmen: Das noch nicht fluchtlinicnmäßig aufgeteilte Gebiet des Treptower Bebauungsplanes umsaßt eine Fläche von rund 322 Hektaren. Das unerschlossene Gemeindegebiet macht jeden baulichen Zusammenschluß der rund 3 Kilometer von einander entfernt liegenden bebauten Ortsteile(Berliner Ortsteil, Gractz- straße und Baumschulcnweg) unmöglich. Die Gemeinde ist dabei seit einer Reihe von Jahren um die Aufstellung eines Bc- bauungsplanes bemüht gewesen. Verschiedene in dieser Zeit bereits fertiggestellte Pläne konnten wiederholt nicht zur Vorlage gebracht werden, da inzwischen vorgenommene Bauklassenändcrungen jedes- mal eine neue Aufteilung bedingten. Die Aufstellung eines Gc- samtbebauungsplancs wurde dadurch noch dringender, daß vor- gesetzte Behörden die Prüfung von Einzelbebauungspläncn für Teile de? GemcindegcbicteS ablehnten und die Vorlage eines Ge- samtbcbauungsplanes nebst Parzellierungsplänen usw. verlangten. Die Gemeinde hat daher trotz Ausbruch deS Krieges und in ständiger Fühlungnahme mit den beteiligten Behörden eine er- neute eingehende Bearbeitung des Bebauungsplanes vorgenommen. Die der begutachtenden Tätigkeit des Zweckverbandes in erster Linie unterliegenden Verkehrszüge, Schnellbahnen uitd dergleichen, sind im Einverständnis mit dem Zwcckverband hinsichtlich ihrer Lage und Abmessungen in den Plan aufgenommen. Dem Kleinhausbau ist, wie die nachfolgenden Zahlen ergeben, dadurch in außerordentlicher Weise Rechnung getragen, daß z. B. in dem der Stadt Berlin gehörigen Gebiet des mittleren Ortsteiles von rund lKO Hektaren Größe der zweigeschossigen Bauweise rund 63 Hektar, der dreigeschossigen Bauweise rund 79 Hektar und der viergeschossigen Bauweise nur rund 18 Hektar zugewiesen worden sind. Durch diese aufgelockerte Bauweise, durch die gänzliche Ver- meidung von Hintergebäuden für Wohnzwecke und reichliche Aus- Weisung von Freiflächen ist u. E. allen Anforderungen in bau- polizeilicher und gesundheitlicher Hinsicht Genüge getan. Wir haben nicht erwartet, daß die Begutachtung des vorgelegten Bebauungsplanes, an dem diesseits nicht 13 Jahre, sondern 2 Jahre gearbeitet worden ist, durch den VerbandSauSschuß„in wenigen Wochen" erfolgen würde, sind aber der Anficht, daß ein Zeitraum von fast einem Jahre hierzu wohl ausgereicht haben dürfte. Da im übrigen noch eine Reihe von Behörden mitzuwirken haben, wird erfahrungsgemäß bis zur endgültigen Feststellung des Planes' noch längere Zeit vergehen. Schon aus diesen Umständen geht hervor, daß wir selbstverständlich an„ein Bauen während deS Krieges" niemals gedacht haben; jedoch haben wir den begreif- lichen Wunsch, daß die Feststellung des Planes derartig beschleunigt wird, daß die nach Beendigung des Krieges zweifellos außer- ordentlich steigende Kleivwohnungsnot in unserem Wald- und parkreichen Gemeindcbczfrk in baulich einwandfreier Weise be- friedigt werden kann._ Berufswahl der Berliner Gemeindeschulkindcr. Seit einer Reibe von Jahren bringt die Berliner Sebul- beputation in ihren Jahresberichten die Ergebnisse der halbjäbr» lichen Umiragen darüber, welchem Beruf die nach Erfüllung der Schulpflicht zu entlassenden Gemeindeschnlkinder sich zuwenden werden. Die schließliche Entscheidung der Eltern wird nicht immer den vor der Entlassung gemachten Angaben entsprechen, aber im ganzen dürste die danach von der Schuldeputation zusammengestellte Statistik doch ein ungefähr zutreffendes Bild von der Berufswahl der Berliner Gemeindeschulkinder bieten. In dem Schuldeputations- bericht über das Schuljahr 1915/16, den der Magistrat erst jetzt ver- öffenllicht bat. umfaßt die Berufsstatistik 12 947 Knaben und 13 930 Mädchen. Aus ihnen sind auszusondern 1228 Knaben und 6488 Mädchen, über die angegeben wurde, daß sie noch im Eltern- Haus verbleiben würden. Der Anteil dieser Kinder ist alljährlich bei den Mädchen sehr viel größer als bei den Knaben: in 1915/16 belief er sich bei den Knaben auf noch nicht ein Zehntel, bei den Mädchen aber auf ziemlich die Hälfte. Bei den übrigen 11713 Knaben lautete die Acrufsangabe 453l)mal Handwerker, 2712mal Arbeiter, 838mal Fabrikarbeiter, 1234mal technisches Gewerbe, 164mal Kunstgewerbe, 1504mal Handel, 294mal Schreibdienst. 118mal Gastwirtschast, 131mal Land-, Garten-, Forstbetrieb, außerdem war 294 mal noch Ein- tritt in Berufsschulen und 43mal Eintritt in höhere Lehranstalten beabsichtigt. Von den übrigen 7442 Mädchen wollten 1959 private Handarbeit übernehmen, 1899 in einen Dienst und 343 in die Fabrik gehen. 3928 in kaufmännischen Betrieben ihren Broterwerb suchen, II der Kunst und 14 dem Staats- dienst sich widmen. 35 sonstige Berufe ergreifen und 153 noch in höhere Lehranstalten eintreten. Gegenüber dem vorhergehenden Jahr ist es bei manchen Berufsgruppen zu merklichen Verschiebungen gekommen, die man auf Einflüsse d e r Kr i eg s z e i t wird zurückführen müssen. Besonders fällt auf bei den Knaben die Mehrung der Gruppe.Arbeiter" von 2019 auf 2712, bei den Mädchen die Minderung der Gruppe.Dienst" von 2443 auf 1899 und die Mehrung der Gruppe.kaufmännischer Betrieb" von 2709 auf 3928._ Keine reifen Erbsen zu Gemüsekonserven. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat in einer Verordnung die gelverbsmäßige Verarbeitung reifer Erbsen zu Gemüsekonserven und die getverbs- mäßige Herstellung von Gemüsekonserven mit Fettzusatz verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldstrafe bis zu 10 000 M. oder mit einer dieser Strafen belegt. Charlottenburg. Die städtische Sparkasse Eharlottenburg hat auch im Monat Juni einen außergewöhnlichen Zugang an Spar- einlagen zu verzeichnen gehabt. Die Einzahlungen im Juni be- trugen rund 4,2 Millionen Mark, die Rückzahlungen 1,9 Millionen Mark, so daß 2.3 Millionen Mari mehr eingezahlt als zurückgezahlt wurden. Für den Momit Juni stellt dies wiederum eine Höchstzahl dar. Die Spareinlagensumme ist jetzt auf 821� Millionen Mark angewachsen, während sie zu Beginn des Krieges 68� Millionen Mark betrug. Tie Anzahl der Sparer hat sich im Juni um 1564 und seit Beginn des Krieges um 34 793 erhöht. An Schrankfächern zur Aufbewahrung von Sparbüchern, Wertpapieren, Urkunden und Schmucksachen sind trotz des noch nicht vierjährigen Bestehens der Stahlkammer bereits 7154 Stück vermietet worden. — Zur Beschleunigung der Ausführung von DcSinfektionea i» dringenden Fälle» empfiehlt es sich, sie bei der Charlottenburger. städtischen Desinfektionsanstalt(Amt Wilhelm 42lf unmittelbar zu beantragen, ohne die polizeiliche Anzeige bei dieser abzuwarten. Im Interesse der Angehörigen des Kranken oder des Toten wird dadurch viel an Zeit gespart. Die polizeiliche Mitteilung dient der Anstalt nur zur Entscheidung über die Gcbührcnpflicht. Spandau. Buttcrvcrkauf. Auf Feld I der Speisefett- karte ist noch Butter in folgenden Geschäften zu haben: Bolle, Jägerstr. 1; Bolle, Neumeisterstr. 16; Schönhoff, Pichelsdorser Straße 115; Goß, Fcldstr. 40; Korsig, Strcitstr. 79; Radt, Strelitz- straße 8; Drcnskc,«chäferstr. 13;«chmidt, Sckiönwalder Str. 74; Sontag. Staakencr Str. 20; Paetsch, Bcrgsir. 12; Tuhen, Luther- straße 17; Braun, Blumenstr. 1; Raczinski, Fichtenweg 1; Nowack Nachf., Neuendorfcr Str. 96; Zart, Klosterstr. 31; Großmann, Nonnendammallce 86. Sammelt Platinstifte. Amtlich wird mitgeteilt: Einzelne Gold- ankaufstellen haben neuerdings irrtümlich die Annahme von Platin- brennstisten abgelehnt. Demgegenüber weist die Kricgs-Rohswff- Abteilung des Kriegsamts darauf hin, daß sie großen Wert auf die jetzt vielfacki unbenutzten Platinstifte aus Brmidmalereiapparaten legt. Dia Goldankaufstellen und auch die Schulen nehmen solche Stifte an. Nach Feststellung des Platininhaltes werden für jedes Gramm reines Platin 8 M. vergütet. Ein Thcatcrvcrcin wurde im Südosten der Stadt von der Kri- minalpolizci gesprengt und a u s g e l ö st. Er bestand aus Ein- blechern, die sich zugleich auf der Bühne betätigten und vor ge- ladenen Gästen mit Vorliebe in den Rollen austraten, die sie auch im wirklichen Leben svielten. Die me'sten Mitglieder wurden wegen VerÜbung von Geschäfts- und Wohnungseinbrüchen verhaftet und in Untersuchungshaft gesetzt. Ein Spezialist der Bande war ein 24 Jahre alter Arbeiter Otto Ball. Er Pflegte mit Bcstohlenen so- wohl wie mit Leuten, die er noch zu bestehlen beabsichtigte. Fern- gespräche zu führen. So nannte er sich«n einem Falle Hauptmann von Salisch und unterhandelte mit einer Firma wegen Herstellung von Flugzeugteilen. Die Namen von Michaelis und Ball finden sich vermutlich in Arbeiter- und Angestellienlisten von Firmen, denen Treibriemen oder Motore von Einbrechern gestohlen wurden. M't- teilungen, die nach dieser Richtung das Treiben der Bande weiter aufklären können, werden im Zimmer 62z des Polizeipräsidiums entgegengenommen. Spvrtpark Treptow. Den Glanzpunkt der gestrigen Radrennen bildete ein Heraussorderungsrennen Pawkes an den S'eger und Zweiten im Memento 1914, Lcwanow und Bauer. Das Rennen führte über 100 Kilometer, die in drei Läufen nach Punktwertung über 20, 30 und 50 Kilometer ausgefahren wurden. Aber auch ein Prämienfahren über Vi Stunde bot durch seine zahlreiche Besetzung und durch die Teilnahme von Ruit und Lorenz ein erhöhtes' Jnter- esse. Den Beschluß machte cm Malfahren über 900 Meter für die dritte Klasse der Treptower Fliegergilde. In dem Dauerrennen gelang es Pawke, seine letzte Niederlage auszugleichen. Er ging im ersten und zweiten Lauf als Sieger hervor, obwohl Bauer jedesmal in flotter Fahrt mit der Führung abging. Den dritten Lauf gewann dann Bauer, aber erst nach scharfem Kampf. Der Ueberraschungssieger im Memento 1914, Lc- wanow, versagte völlig; er kam über den dr'tten Platz nie hinaus. Das Prämienfahren gewann im Endkampf Rütp knapp vor Lorenz. Reichlich ausgesetzte Zeitprämien sorgten für eine durch- weg flotte Fahrt, wodurch das Rennen recht spannende Momente zeitigte. Resultate. Herausfordcrungsrenncn, 1. Lauf über 20 Kilo- metcr: 1. Pawke 17 Min. 10 Sek., 2. Bauer 380 Meter zurück, Le- wanow auigegeben; 2. Lauf über 30 Kilometer: 1. Pawke 26 Min. 22 Sek., 2. Bauer 510, 3. Lewanow 1120 Meter zurück; 3. Lauf über 50 Kilometer: 1. Bauer 46 Min. 2 Sek., 2. Pawke 240, 3. Lc- Wanow 4340 Meter zurück; Gefamtresultat: 1. Pawke 4, 2. Bauer 5, 3. Lewanow 6 Punkte.— Prämienfahren über Vi Stunde: 1. Rütt 20 Kilometer 310 Meter. 2. Lorenz, 3. Hahn, 4. Rudel. 5. Niederkrone; Rudel sicherte sich außerdem die ausgesetzte Führungsprämie. — Malfahren für Klaffe 3: 1. Weife 1. Min. 34 Sek., 2. Schulz, 3. Lauter, 4. Dahnke. Wetterbericht bis Dienstag mittag. Im östlichen Küstengebiet noch ziemlich heiter ohne erhebliche Niederschläge, in den anderen Gegenden überwiegend bewölkt mit iveit verbreiteten, im Süden vielfach starken, sonst meist geringen Regenfällcn und wenig ver- änderten Temperaturen, strichweise Gewitter. Fiiis aller Welt. Schweres Grubenunglück. Herne, 6. Juli. Ein schweres Grubenunglück ereignete sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gegen 1 Uhr auf der Zeche Necklinghousen l. Unter Tage ereignete sich eine verhängnisvolle Sprcngstoffexplosion. Hierbei wurden leider eine Anzahl Knappen getötet und verletzt. Die sofort aufgenommenen Rettungsarbeiten wurden durch die heftigen sich entwickelnden Gase sehr erschwert. Nach einem weiteren Bericht sind nach den endgültigen Fest- stcllungen 13 Bergleute bei dem Unglück ums Leben gekommen. 1 wird vermißt. 28 Bergleute befinden sich noch im Krankenhaus, während 84 bereits wieder entlassen wenden konnten. Das Un- glück hat sich auf der 6. Sohle ereignet. Bei den Rettungsarbeiten sind leider zwei der braven Retter tödlich und drei weniger schwer verletzt worden. Tie Zeche Recklinghausen l ist Eigentum der Harpencr Bcrgbau-Aktiengesellschaft in Dortmund. Genossenschaftliches aus Island. Aus Island kommt die inter- cssante Mitteilung, daß beabsichtigt ist, für das Personal der dort bestehenden Genossenschaften, insbesondere der Konsumvereine, eine Schule zu errichten. Anfangs beabsichtigte man, die bereiiS bestehende Handelshochschule in Reykjavik für diesen Zweck zu be- nutzen, schließlich kam man aber zu der Ueberzeugung, daß eine selbständige Lehranstalt besser sei. Außer den geschäftlichen Fächern soll in GenossenschaftSgeschichte und-theorie unterrichtet werden. Ter Unterrichtsplan ist noch nicht endgültig festgelegt; vielleicht wird, wie in anderen Ländern auch üblich, nur ein Kursus von zwei- bis sechsmonatiger Dauer abgehalten. Jedenfalls zeugt der Plan, von hohem genossenschaftlichem Interesse in Island. Beim Antreten zum evangelischen Gottesdienst, so erzählt der Simplizissimus, geht der Feldwebelleutnant durch die Ouariicrc, um die Drückeberger herauszuholen, und findet außer einigen katholischen und jüdischen Mannschaften auch einen Soldaten, der erklärt, Dissident zu sein. Auf die erstaunte Frage;„Nanu— Dissident? Was ist daS?" erwidert der Mann:„Mein Vater war auch Dissident, und ich bin religionslos erzogen." Da schüttelt der Feldwebelleutnant den Kopf:„Da kannst du wohl auch nicht lesen und schreiben?!" zicrantworll. f. Politik: Dr. Fraoz Ticdcrich, Derlin-Fricdenau: für d. übrigen Teil deS DlalteS: Alfred Scholz, Nculölln: für Jnferole: Tg. Klo-kc, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. VerlagSanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. ■ Admirals-Palast. I Abrakadabra I grobe» phantastisches Ballett auf dem EImc. | Angenehmer kühler Aufenthalt Uhr. Vorzügl. Küche. Schmiede aus HcercSarbeilcn(jjufjcfimitt, und andere). 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