Zlr. 186. 34. Jahrg. flbonncmtntS'Bedlngungen: Bbonnementä• Stet» vrSnmnercmd»- l'iencljätitl 5,90 SKI, monatl. L30 Mk. wöchenllich 30 Pjg, frei ins Haus. einzelne Nummer ö Pia Konnlags- nunimer mU illustrierler Eomuags- Vellage.Die Neue Welt" 10 Big, Poll- Hbonncniem: 1,30 Marl vre Munal, eingetragen m die Vost-Zeitungs» Preisliste. Unter Kreuzband tür Deutichland und Oesterreich- Ungarn 2,S0 Mart, für das übrige Ausland « Marl vro Monat, Poitadonnementi nehmen an Belgien, Dänemarl, Holland, Italien. Luxemburg. Portugal. «untänien. Schweden und die Schwei. ülcheim täglich. Zevlinev VolkcsblÄtt. ( 5 Pfennig) DIt InlcrtlonS'Gebflftr betrügt für die sechsgesvaltene kolonel. selle oder deren Raum 60 Psg., süt dolitiiche und gewerlichaiiliche Vereins- und Lersamnilungs- Anzeigen 30 Psg, »Aletne Znieigen". das iettgedructie Wort 20 Pig.(zulässig 2 sengedruckte Wortes, jedes weitere Wort 10 Pig. Siellengeiuche und Schlaritellenan- zeigen das erste Wort 10 Pjg. jedes weitere Wort SVsg, Worte über lö Buch- Kaden zählen für zwei Worte,?iiicroic tet die nächste Nunimer müsjeit bis t> Ubr nachmittags in der Expedition »bgegeden werden. Die ervedllio» ist bis 7 Uhr abends geojjnet. Delegranim-Adresje: .Zoiizistmokm BerBs" Zentralorgati der rozialdemokratifd�cn parte» Deutfchlands. Redaktion: EW. HS, Linüenstcaße Z. flernivrecher: Amt Morttzplan, Nr. 15» 90— 151 97. Expedition: EW. HS, Änöenstraße 2. iiserniprecher t Amt Morivplatz, Nr. 151»0—151 S7. friedliche llmroälsvng. Der die letzten Tage mit offenen Augen miterlebt hat, der kann nicht mehr daran zweifeln, daß das Reich auf dem Wege zu einer friedlichen Umwälzung ist. Noch ist dieser Entwicklungsprozeß nicht abgeschlossen, drohen ihm Störungen und Hemmungen, die ihn für kurze Zeit zum Stocken bringen, ja ihn aus seiner ruhigen Bahn werfen können— was niemand wünscht, was jeder auf seine Art zu verhindern destrebt sein soll. Aufzuhalten ist er nicht niehr! Was notwendig geworden ist, kann sich in Tagen. Wollen oder Monaten vollziehen, mit einem Schlage oder Stück für Stück. Tos Ganze aber wird sich zum Schluß als eine Um- wälzung darstellen, die zu den großen geschichtlichen Ereignissen zählt und das Bild der Weltlage gründlich verändert. Wer aber erkannt hat, daß diese innere Umwandlung un- vcrmeidlich geworden ist, der handelt verbrecherisch an den Interessen des Landes, wenn er sie zu hemmen versucht. statt sie tatkräftig zu fördern. Zeit ist heute nicht nur Geld. Zeit war heute Blut. Opfer, die daheim nicht gebracht werden, sind draußen mit Menschenleben zu bezahlen. Eine Mehrheit hat sich im deutschen Reichstag zusammen- gefunden, die den großen Versuch unternehmen will, dem deutschen Volk die Freiheit und der Welt den Frieden zu geben. Die Sozialdcniokrati sche Partei hat dicseni Versuch vor gearbeitet, und sie arbeitet heute an ihm m i t. Wird er aber unternommen, so mutz ganze Arbeit geleistet werden, und der Reichstag darf sich nicht derselben Fehler schuldig machen, die er an der Regierung mit Recht getadelt hat. Er geht nicht an, vor notwendigen Entschlüssen zaudernd stehen zu bleiben, halbe Erklärungen abzugeben, hinkende Ltompromisse zu schließen und im übrigen auf die Zukunft zu vertrösten. Rasche und ganze Arbeit ist notwendig. Nach so vielen Fchlschlägcn und Enttäuschungen ist es sreilich schwer, boffnungsvoll zu bleiben. Die Parteien, auf denen die Verantwortung für Gelingen oder Scheitern der ganzen Aktionen ruht, sollten sich aber klar darüber sein, welche der- 1 ängnisvolle Wirkung es aus das Ausland und auf das eigene Volk haben müßte, wenn es zum Schluß abermals hieße: Viel Lprm um nichts— oder um eine Omelette. Die Kriegshetzer des feindlichen Auslandes würden daraus den für sie naheliegenden Schluß ziehen, daß das arme deutsche Volk sich eben doch nicht selbst befreien könne und daß daher gar nichts anderes übrig bleibe, als ihm von außen her mit Schrapnells und Gasgranaten zu Hilfe zu kommen. Wie will man aber den Stimmungsumschwung jener Bolksmassen verantworten, die in den letzten Tagen wieder ein wenig hoffen gelernt haben, und die dann erst recht den bittersten Empfindungen ausgesetzt wären? Nein, da wäre es schon besser, lieber erst gar nicht angefangen zu haben. Wer bei der gegenwärtigen V o I k s st i in m u n g Hoffnungen erregt, um sie nachher wieder zu enttäuschen, handelt wie einer, der die Folgen seines Tuns nicht zu über- sehen imstande ist. Was wären die Folgen? Wir wollen es uns sparen, sie in düsteren Farben auszumalen. Aber sicher ist eines: führt die gegenwärtige Krise nicht zu entscheidenden positiven Er- gebnissen, so wird sie sich sehr bald in verschärfter F o r m w i e d e r h o l e n. In verschärfter Form und unter unangenehmeren Begleiterscheinungen. Dies aber dem beut- schon Volk zu ersparen, ist die Pflicht aller, die sich ihrer Verantwortung bewußt sind. Was notwendig ist. das ist ein S y st e m w c ch s e l in schen Volk zu ersparen ist die Pflicht aller, die sich ihrer der inneren wie in der auswärtigen Politik. Nichtiger gesagt: die Ersetzung der bestehenden Systemlosigkeit durch ein System. Dieses System kann gar kein anderes sein als das demo- lratisch- parlamentarische nach innen, verbunden mit einer Politik stetiger und umfassender Friedensbereit- s ch a ft nach außen. Die Entwicklung steuert zur Bildung einer p a r l a- mcntarischen Regierung der nationalen Verteidigung. Sie wird uns den Frieden bringen, den »vir brauchen, um als freies Volk unter freien Völkern leben zu können. Ist dieses Ziel einmal als richtig erkannt, so muß darauf zugesteuert werden mit ganzer Kraft ohne Schwanken und ohne sentimentale Rücksichten. Ter Reichstag soll sich sagen, daß es auf dem betretenen Wege kein Zurück mehr gibt, sondern nur ein Vorwärts. Er soll sich sagen, daß es leichter ist. Großes zu erreichen als Kleines. Er soll dem deutschen Volk einen Umweg ersparen, von dem keiner weiß, wohin er führt. preußische Wahlreform im herbst Allgemeines, gleiches, geheimes und direktes Wahlrecht! Im Reichstag verlautete gestern mit großer Bestimmtheit. daß sich die preußische Regierung entschlossen habe, dem Land- tag im Herbst eine Wahlrechtsvorlage zu unterbreiten. die das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht in Borschlag bringen wird. * Mit großer Hartnäckigkeit erhält sich das Gerücht, daß Veränderungen im preußischen Staatsministcrium bevorstehen, Insbesondere wird die Verabschiedung des Kultus- Ministers von Trott zu Solz und seine Ersetzung durch Geheimrat H a r n a ck angekündigt. Harnack gehört zu den Unterzeichnern jener Professorenerklärung, die die so- fertige Einführung des gleichen Wahlrechts in Preußen verlangt. Nach einer Meldung, die uns in später Abendstunde zugeht, soll ein Massensturz preußischer Minister bereits vollzogene Tatsache sein. Genannt werden außer deni schon erwähnten Herrn v. Trott zu Solz: der Minister des Innern v. L o e b e l l, der Landwirtschastsministcr Frhr. v. S ch o r l e m e r, der Handelsinin istcr S y d o w und der Justizminister B e s c l e r. Eine Kriegszielerklärung öes öeutfchen Volkes. Ein deutsches Koalitionsministcrium. Zu den jüngsten Vorgängen im Reichstag wird der „Germania" aus parlamentarischen Kreisen folgendes mitgeteilt: In der Haushaltskommission des Reichstags hat der Abg. Erzberger eine Aktion unternommen, mit dem Ziele, den Reichstag zu einer KriegSzielerklärung zu veranlassen. Die- selbe ist gedacht als erneutes Bekenntnis zu dem Kriegs« Programm vom t. August 1914, daß uns nicht EroberunzS- sucht zu diesem Kriege treibt, sondern daß das deutsche Volk nur zu den Waffen gegriffen hat zur Verteidigung seiner Freiheit und Unabhängigkeit und zur Wahrung des territorialen Besitzstandes scincS Landes. Es soll ferner in dieser Erklärung zum Ausdruck kommen, daß das deutsche Volk zu einem V e r- ständigungsfrieden nach wie vor bereit ist unter Ab- lehnung aller Pläne, die auf wirtschaftliche Absperrung und Verfeindung der Völker nach dem Kriege abzielen. Solange unsere Feinde einen solchen Frieden zurückweisen, wird das deutsche Volk in unüberwindlicher Einigkeit den Krieg mit ungebrochener Energie fortsetzen. Das ist zielgcmäß die Tendenz der Erklärung, die Erzbcrger erstrebt. Erzberger hat von seinem Vorgehen vorher einem Partei- freunde und auch dem Vorstand der Fraktion Mitteilung gemacht. Die Zentrumsfraktion selbst hat am Freitag und Sonn- abend sich in langen ernsten Beratungen mit der Frage befaßt und hat schließlich in überwältigender Mehrheit— nur einige Abgeordnete haben sich nicht angeschlossen— beschlossen, die Aktion Erz- bergers zu unterstützen und für eine noch zu formulierende Er- klärung des Reichstages zu stimmen. lieber die Beratungen zur Vorbereitung einer solchen Kundgebung des Reichstags sind die Leser des„Vorwärts" bereits unterrichtet. In ihnen ist ein Text vereinbart worden, dem auch die Sozialdemokraten, die Fortschrittler und— wenigstens zum großen Teil— auch die Nationalliberalcn zustimmen können. Die„Germania" behauptet, daß der Reichskanzler im Haushaltsausschuß„die Idee dieser Kundgebung akzeptiert habe." Die„Tägliche Rundschau" will umgekehrt wissen, daß der Reichskanzler seine Entlassung nehmen werde, falls die Kundgebung zustande komme. Danach will eS scheinen, als ob sich der Reichskanzler wieder einmal nicht ganz deutlich erklärt hätte. Die Mitteilungen der„Germania" fahren fort mit einem Rückblick auf frühere Friedensangebote, deren Wirkung durch die falsche Vorstellung durchkreuzt worden sei, es handle sich nur um„Machwerke dcS preußischen Militärabsolutismus". Darum genüge es nicht, wenn der Kanzler die Er- klärung des Reichstags übernehme: Der Ernst dieser Kundgebung wird nur dann seine volle Würdi- gung finden, wenn das deutsche Volk durch eine parlamen- tarische Vertretung verantwortlich mit an der Regierung beteiligt wird.... Es wird deshalb die Bildung einer Art Koalitionsministcrium vorbereitet, in das führende Parlamentarier a l l e r Parteien ein- trete« werden. Es wird weiter ausgeführt, daß dieses Koalition?- Ministerium keine„mechanische Nachahmung" des englischen Vorbildes sein, sondern sich der deutschen Eigenart anpassen solle. Zur Ostcrbotschaft und zur Preußenfrage wird ausgeführt: Da mit einem schnellen Kriegsende nicht zu rechnen ist, so wird es zur gebieterischen Notwendigkeit, die innerpolitischen Reformen in Preußen schon jetzt in Angriff zu nehmen. Es soll auch dadurch den feindlichen Verdächtigungen die Spitze abgebrochen werden'— die besonders in Rußland eine große Rolle spielen—, als sei die Osterbotschaft ein Versprechen, das nachträglich nicht gehalten würde. Deshalb wird in Preußen unverzüglich die Reform des Wahlrechts einzuleiten sein. Unter den gegebenen Verhältnissen kann nur dns gleiche, geheime und direkte Wahlrecht unter Anpassung an die preußischen Verhältnisse in Betracht kommen. Daraus erwächst die Notwendigkeit, daß auch im p r e u ß i s ch cn Ministerium eine Homogenität für diese Reform herbeigeführt wird. Das wird auch hier einen Wechsel der Personen zur Folge haben; in welchem Umfange steht noch dahin. Zu diesen Mitteilungen von zentrnmSparlamentarischer Seite können wir nur bemerken, daß sie im großen Ganzen richtig sind. Hinzuzufügen ist, daß es sich selbstverständlich nicht um eine isolierte Aktion des Zentrums handelt, sondern um eine gemeinsame Aktion aller Parteien mit Ausschluß der Konservativen. Wie diese letzteren die Sachlage beurteilen, erkennt man am besten aus ihrem ojfi- ziellen Organ, der„Kreuz-Ztg.", die, gegen den„Vorwärts" polemisierend, schreibt: Nennt man die Dinge bei dem richtigen Namen, so ist eS das Parlament, das nach Alleinherrschaft strebt. Denn was bedeutet der Monarch, wenn die Mehrheitsbeschlüsse des Parla- ments dafür maßgebend sind, wer regiert und wie regiert werden soll? Nicht allein der König von Preußen, sondern alle deutschen Bundesfürsten würden durch den den deutschen Reichsparlamen- tarismus ihrer Souveränität im Reiche entkleidet werden. Der Bundesrat, der jetzt der Träger dieser Souveränität ist, würde zu einem Exekutivorgan des Reichstags werden. Die„Neuorientierung", der jetzt die wichtigsten Lebensintercjsen des deutschen Volkes zum Opfer fallen sollen, wäre in Wahrheit eine zwar unblutige, aber um so folgenschwerere Revolution, die mit jahrhundertealten segensreichen Ueberlieferungen des deutschen Staatslebens bricht. Wer denkt da nicht an Goethe:„Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage I" Wir wollen in dieser Stunde mit der „Krcuz-Zcitung" nicht darüber streiten, was in der Ver- aangenheit segensreich war, was nicht. Wir schenken der „Kreuz-Zeitung" die ganze Weltgeschichte, wenn nur die Zukunft einem freien Deutschland gehört. Und wer will leugnen, daß sich nun endlich die Wolken zu röten beginnen, als ob es endlich auch beginnen wollte, zu tagen. Der Reichskanzler im Hauptausschuß. Die gestrigen Verhandlungen im Hauptausschuß waren wieder streng vertraulich, was einen Teil der bürgerlichen Presse nicht hindert, über sie zu berichten. Danach hol zunächst der Nationalliberale Stresemann eine scharfe Rede gegen den Reichskanzker gehalten, deffen auswärtige Politik er lebhaft kritisierte und dem er vorlvarf. c i n Hindernis für den Frieden zu sein.— Der Reichskanzler soll in seiner Erwiderung nach dem„Lokal- Anzeiger" erltärl haben, eS läge ihm nichts ferner, als sich an sein Amt zu klammern, jetzt aber komme eS darauf au, daß das Vaterland keinen Schaden leide und aus diesem Grunde halte er sein Verbleiben im Amte für notwendig.(Der„Lokal-Anzeigcr" der- sieht diese Erklärung mit einem überaus boshaften Au-srufungs- zeichen I) Später sprach Genosse David, der sich scharf gegen die Konservativen wendete und die Etnführung des parlamentarischen Systems forderte. Herr Erzberger vom Zenlrum beharrie dem Marinesekreiär v. Capelle gegenüber auf seiner Auffassung des U-Boot-Kriegcs. Dann gab der Reichskanzler eine neue Erklärung ab. Fehrenbach vom Zentrum sprach entschieden für das parla- mentarischc System. Der verfaßungsausschuß ist infolge der kritischen Verhandlungen des Hauptausschusses noch immer zu keiner Sitzung gekommen. Ueber die Fassung der Wahl- rechtsresolution soll nach Mitieilung bürgerlicher Blätter zwischen den Parteien eine Einigung erzielt worden sein. Bestätigt sich in- des die Nachricht, daß die preußische Regierung ohnehin im Herbst die Einführung des gleichen Wahlrechts in Preußen beabsichtige, so verliert die hariumstrittene Entschließung viel von ihrer Ursprung- lichen Bedeutung. Im Juni über eine lüillion tonnen versenkt. Die peeffe zur inneren Krise. Die Presse sährt fort, die innerpolitische Krise zu behandeln. Einen sehr scharfen Artikel gegen den Kanzler brachte am Montagmorgen der„Berliner L o k a l- A n z e i g c r", der u. a. schrieb: „Wohin sind wir denn gekommen? Die innere Lage ist politisch so Verlvorren und zerklüftet, daß es unmöglich ist, sie ohne tiefste Betrübnis zu betrachten. In diesem Zustande sollen wir den schlvereu Kampf fortführen und erfolgreich bestehen, sollen wir die Nervcnstärke ausbringen, die dazu notwendig ist. Das ist ein uninöglicheS Verlangen. Wir sind mitten im Kampfe, ohne jede politische Führung, und weil unser tapferes Boll bei allen Sorgen und Entbehrungen richtig empfindet, daß am Steuer des Staatsschiffes die kundige, feste und kurSsichere Hand fehlt, deshalb ist die Stimmung im Lande nicht Vorhaaden, die wir so bitter nötig brauchen." Das„Berk. Tagebl." vom Montagabend schreibt: „Tie Kanzlerkrise besteht nach wie vor. In engem Zusammen- hang damit steht die Frage, ob auch Staatssekretär Dr. Hclfferich im Amt verbleiben wird. Die inncrpolitische Krise wird noch dadurch verschärst, daß auch innerhalb der Par- teien keine völlige Uebereinstnnmung herrscht. Die Forde- rungen der Linken scheinen heute nicht mehr bloß auf die Bildung eines Koalitionsministcrims, sondern lunter Aus- schaltung der Kcnservalivcn) auf die Schaffung eines ausgesprochenen MehrheitSmimsteriums hinauszulaufen. Die Schwierigkeiten im Zentrum sind gestern abend beigelegt worden. Die Mehrheit der Fraktion hat sich hinter Erzberger gestellt. Da- gegen ist die Sachlage in der nationalliberalcn Partei noch völlig ungeklärt." Nach Mitteilungen der„National-Zeitung" scheinen die Nationalliberalcn wieder abspringen zu wollen. Das Blatt schreibt: „Die Nationalliberalen können sich jedoch unmöglich jenem Teil der Resolution anschließen, der die Kricgszielfrage in einer mit den Anschauungen der Partei widerstreitenden Form behandelt. Des« halb kann angenommen werden, daß die Erzbergersche Formel be- züglich der KricgSziele nicht aufrecht erhalten bleibt, sondern minder bestimmt gefaßt wird, wodurch allerdings wiederum Schwierigkeiten bestehen, die Sozialdemokraten zu befriedigen." Viel wahrscheinlicher, als daß die Resolution abgeändert wirb, ist, daß die Nationalliberalcn bei der Beschlußfassung über sie g c« i r e nn t abstimmen werden. Eine große Mehrheit dürfte ihr trotz- dem gesichert sein. Stockholm. Stockholm, 9. Juli. Heute trafen die sozialistischen Per- scchtcr der flämischen Unabhängigkeit, Joris und P r i m v aus Antwerpen, ei». Die Genossen T r o e I st r a und A l b a r d a, die durch parlamentarische Pflichten zu einer Reise»ach Holland vcran- laßt waren, sind wieder angekommen. Das holländisch-standinavische Komitee verhandelt heute mit dem Russen. Sranting als Enthüller Grimms. Branting wehrt sich in einem von der„Chemnitzer Volks- stimme" veröffentlichten Brief an einen deutschen Genossen gegen den Vorwurf, die Affäre Grimm-Hoffmaun als erster enthüllt und dadurch ciuc Friedeusaktion zum Scheitern gebracht zu haben. Darin heißt es: „... Jusolgrdesscn beeile ich mich, Ihnen kurz mitzuteilen, daß die deutsche iund ästerrcichischcl RegierniigSpressc aller Schaitie- rungen, welche mich ncnlich wegen der Vcrvsscnilichung im Stockholmer „Svciatdcmolratcn" wütend angegriffen hat, dabei ganz verschwiege» hat, das- die Depesche von Hoffmann an Herrn Odicr in Petrograd, die dem Herrn Grimm mitgeteilt werden sollte, schon eine Woche vor der Veröffentlichung im„Socialdcmokratcn" in Petrograd bekannt war und der Uiitcrsiichuiig der Verhältnisse GrimmS seitens der sozialistischen Minister Tscrctclli und Skobclcff zugrunde ge- legen hat. Stockholm hat folglich in dieser Geschichte nur die Rolle eines Vermittlers für die Dcffcntlichkcit des übrigen Europa ausserhalb Rußland« gespielt. Die Skandale waren schon da— denn es ist und bleibt ein Skandal, daß ein Minister in einem neutralen Lande sich dazu hergibt, für einen Separatfrieden aktiv zu wirken, d. h. die Zerrcissuilg der einen der beide» kümpfenden Mächtegruppe» anzudahncn zu versuchen. War er dabei auch von den an sich aller Achtung werten Bestrebungen für den Friede» ganz erfüllt, als neutral wird seine Haltung niemals gelten können, und daß er selbst das auch anerkannt hat, da« zeigt sowohl die Tat- fache, daß er sich genau gehütet hat, seine Kollegen in der schmelze- rischcn Regierung über sein Vornehmen zu unterrichten, wie auch sein Zurücktreten, nachdem die Sache in die Dcffcntlichkcit ge- kommen." Branting erklärt Grimms Rechtscitigungsversuche als ungenügend und schließt mit der Bemerkung, daß eine andere An- gclcgenhcit— die Berhaflimg eines deulschen Kuriers in Norwegen — das öffentliche Jntcresje in Skandinavien vollkourmen beherrscht. * Stockholm, 8. Juli. lEig. Drahtbericht des„Vorwärts".) Der B ericht, den die Kommission zur Untersuchung der Grimm- A s s ä r c an die drille Zlinnierwald-Konferenz erstattet, stellt fest, daß Grimm in keiner Weise deutscher Ageilischafr verdächtig ist, daß cr im Interesse ciiicS allgemeiucn, nicht eines Sondersricdcnö vorging und so die Sicherung der russischen Revolution iin Auge hatte. Getadelt tvird seine Eigenmächtigkeit, begangen durch Nichtein- weihung der übrigen Zimmerwaldcr, und sein geheimdiplomalischeS Vorgehen._ Die /Abrechnung über öie französische /lpril-Gffensive. Poincare auf der Auklagebank. Paris, 8, Juli. Kammer.(Ergänzende Meldung.) Nach Verlesen der Tagesordniliigen durch Doschancl forderten die Kien- taler Brizon, Blatte und Raffin-DugenS sowie der Vertreter der Minderheit Mistral den Kammerpräsidenten ans, ihre ihm zugc� stellte Tagesordnung gleichfalls zu verlesen. Tcschanel lehnte das ad. Die Tagesordnung erscheine ihm unannehmbar, sie laufe der Verfassung zuwider und enthalte eine Beleidigung der Regierung und ciitc mißbrünchlichc Einmischung in das Oberkominando. Nach längerem erregten Hin und Her konnte endlich Augagncur das Wort ergreifen. Llugagneur bedauerte, daß die Regierung toiederum nur die allgemein gehaltene Tagesordming Renault und Genossen zu der ihrigen gemacht habe. Er verlangte Strafen sogar für die höchsten militärischen Stellen. Die Regierung müsse einen Gesetzantrag«inbringen, der das Militärftrasgesetzbuch in diesem Sinne abändere. Wenn es notwendig sei. sollten selbst Mi- mstcr in Anklagezu stand versetzt werden. Die Regierung müsse an die Soldaten denken, die das Vertrauen � a d c n müßten, daß man mit ilircm Blute nicht Missbrauch 'reibe, unnütze Opfer erspare und tollkühne Unternehmungen unterlasse. Äbfii fi-cipö sprach sodann von der Leteiligimg der vvr- Tentscher Gewinn am Chemin- des- Dames.— Der russische Erfolg südlich des Dnjester. Amtlich. Grosses Hauptquartier, de« 9. Juli 1917.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Regen und Dunst blieb in fast allen Frontabschnitten das Feuer bis zum Abend gering. Es lebte dann mehrfach aus. Nachts kam es an verschiedenen Stellen zu für uns erfolgreichen Erkunduiigsgcfcchtcu. Bei der Heeresgruppe Deutscher Krouprinz wurde ein Angriff zur Verbesserung unserer Stellungen am Chcmiil-dcS-Damcs mit vollem Erfolge durchgeführt. Nach einem Feuerüberfall von Minen- und Granatwerfern auf die Sturm- ziele brach die Infanterie, gedeckt durch das Riegelfcucr der Ar- tillcrie, zum Einbruch vor. Die aus Nicdersochsen, Thüringern, Rheinländern und Wessialen bestehenden Sturmtruppen nahmen i» kraftvollem Stoß die französische» Gräben südlich von Pargny bis Filai» in o{j2 Kilometer Breite uud hielten die gewonnenen Linien gegen fünf feindliche Angriffe. Zur Ablenkung des Gegners waren kurz vorher au der Strasse Laon— Soisious Sturmabteilungen heffcn-iiaffauischer und westfälischer Bataillone in die französischen Gräben gedrungen; sie kehrten nach Erfüllung ihres Auftrages mit einer größere» Zahl von Gefangenen befehlsgemäß in die eigenen Linien zurück. Der überall heftigen Widerstand leistende Feind erlitt hohe blutige Verluste, die sich bei ergebnislose» Gegenangriffen auch während der Nacht noch steigerten. ES sind 90 Offiziere und über 890 Mann gefangen eingebracht worden; die Beute an Kricgsgerät ist sehr erheblich. Auf dem Wcsiusrr der Maas habe» die Franzosen auS den Kämpfen in der Nacht zum 8. 7. einige kleine Grabenstücke in der Hand behalten; heut vor Tagesgrauen nordöstlich von ESncs einsetzende Vorstöße sind zurückgewiesen worden. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des Gcneralfeldmarfchallß Prinz Leopold von Bayern. Heeresgruppe des Generaloberst v. Voehw- E r m o l l i. Während zwischen Slrypa und Zlota Lipa nur lebhafte Ar- tillcrictätigkeit herrschte und uns einige Borstöße Gefangene ein- brachten, kam es bei StauiSlau zn neuen Kämpfen. Durch starke russische Angriffe wurde» die dort stehenden Truppen zwischen Eiezow und Zngwozdz(12 Kilometer) gegen die Waldhöhen des Czarny las zurückgedrängt. Durch Eingreife» deutscher Reserven kam der Stoß zum Stehen. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph In den Karpathen hielt die rege Tätigkeit der russischen Batterien au; örtliche Angriffe der Ruffcn sind an mehreren Stellen gescheitert. Bei der Heeresgruppe dcS GeneralfeldmarfchallS von Mackensen und an der Mazedonischen Front ist die Lage unverändert. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. B e r I i u, 9. Juli 1917, abends. Vom Westen nichts Neues. Im Osten haben die Russen an der Straße K a- lusz— Stanislau von neuem angegriffen; ihre Kräfte wurden durch Gegenstoß zum Stehen gc- bracht. Nördlich des Dujcstcr keine besonderen Ereignisse. Ter österreichische Bericht. Wien, 9. Juli 1917.(W.T.B.) Amtlich wird vcrlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. In den Karpathen und an der oberen B y st r y z c a Solotwinska sfühlten tue Russen mit stärkere» AuftlärungS- abtcilungen vor. Nordwestlich von Stanislau mußte gestern »ach zweitägigem erbitterten Ringen die erste Stellung unserer BcrteidiguiigSaiilagcn dem Feinde überlassen werden. Eine Er- Weiterung des russischen Gcländcgcwiiins wurde durch das Ein- greifen von Reserven verhindert. Nördlich des Dnjester, namentlich auf galizischcm Bode», starke Artillcrietätigkcit. Italienischer Kriegsschauplatz. Bei Bodicc wurde ein italienischer Vorstoß abgewiesen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Chef dcS Generalstabes. ** • ♦ Berlin. 9. Juli 1917.(W. T. B.) Amtlich. Durch kriegerische Mastnahmen der Mittelmächte ist nach den eingegangenen Meldungen im Monat Juni an Handelsschifssraum über eine Million Brutto-Rcgister-Tounen versenkt worden.— Diese Erfolge des U- Boot- Krieges rechtfertigen volles Vertrauen in die unausbleibliche und entscheidende Wirkung auf unsere Gegner. Ter Chef des Admiralstabes der Marine. schiedeuen Alliierten an den militärischen Operationen und der- langte, daß die Engländer größere I r o n t st ü ck c über. nehmen und mehr Mannschaften»acki Frankreich schicken. Takll iez erklärte, die Verantwortung für die Apriloffensive falle dem Kriegs rate in Eampiegne zur Last. Dieser habe dem Drucke der anwesenden Generale(Zurufe von links: „Und Poincares!" Großer Lärmt nackgegeben. Dalbiez verlas einen Brief von der Front, wonach von zwei Kompagnien auf der Hochfläche von Eraoiuic im ganzen 49 Mann zurückgekehrt und die Ucberlcbendcn der einen Kennpagnie vor ein Kriegsgericht gc- stellt worden seien, weil sie sich nicht genügend verteidigt hätten. Ein großer Teil der Kammec sowie der Kriegsminister erhoben Einspruch gegen die Verlesung des Briefes, der nur der deutscheu Provoganba zustatten komme, worauf Dalbiez erklärte, er habe den Brief verlesen müssen; cr habe dem Kriegs- Ministerium schon oft Mißstände gemeldet, ohne daß eingeschritten wurde. Er wolle deswegen das Land auf dem Laufen- den erhalten, um einen Druck auszuüben. Dalviez forderte ferner von der Regierung eine Verständigung mit den Alliierten, damit man toissc, wann die Verstärkungen kämen und im Lande nicht trügerische Hoffnungen bezüglich der Hcimseudung der ältere» Klassen genährt würde». I o b er t erklärte, im K r i c g S r a t e i n C o m p i e g n e sei eine geheimnisvolle, unfaßbare,»nneniibarc Macht schlecht inspi- ricrt gewesen. Diese übel tätige Macht locrdc man hofscnt- lich bald kennen und aburteilen. Ter Präsident der Rc- publik könne nur von der Deputiertenkammer in A n k I a g e z u st a» d versetzt und vom Senate a b g c- urteilt werde». Ter Präsident sei aber gemäß der Vcr- faffung nur im Falle des Hochverrats verantwortlich, in allen anderen Fällen seien es die Minister. Diese Ausführungen Jo- bcets wurden von den Sozialisten mit lebhaftem Beifall ausge- nommen. R i b o t wandte sich dagegen, daß Poincarc in die De- battc gezogen wurde. I ob c r t fuhr fort, er müsse diese Macht zur Sprache bringen und geißeln; sie sei zwar in der Minderheit, habe aber die ausschlaggebende Stimme, Es wäre ein Sakrileg, daß die Soldaten Frankreichs den Wahnsinn anderer mit dem Leben bezahlen müsstrn. Darauf kam es zu einem außerordentlich erregten Zusammen- stoß zwischen Accambray und Viviani und großem Lärm in der Kammer. Sodann ergriff Kriegsminister Painlcve das Wort. * Zu P a i n l c b e S K a m m c r r c d e schreiben die Auistcr- damcr„Nieuws van den Tag": Glaubt man wirklich, daß Minister Painlcve die Rede, worin die bekannte Sprache über Sieg oder Untergang und über die c i n- z i g c Gefahr, die Frankreich drohe, die der inneren II n e i n i g I e i t, führt wurde, gehalten haben würde, wenn diese Gefahr nicht zu ernstlich wäre? Alles, Ivas wichtig ist, hat man hinter geschlossenen Türen sagen uiüsscn, und dann ist, nachdem die Pforten sich öffneten, um die Pressevertreter einzulassen, der Kriegsminister noch einmal aus die Tribüne gestiegen und bat ci« Rede vor der Galerie, vor den Bundesgenossen, vor Neutralen und Feinden gehalten, die hieraus den Eindruck dckoiiimeii mutzten, daß in Frankreich der Himmel immer noch voller Geigen hängt. Wir haben jedoch während des Krieges lesen gelernt, und>vir wissen nun, was cS bedeutet, wen» immer ausgerufen wird: Wir inüffcn kämpfen! Dies geschieht, weil es viele Mensch«» gibt, welche nicht mehr kämpfen wollen. Und wenn wir lesen, daß Fehler bei der Offensive begangen worden sind, und daß Generäle, die dafür verantwortlich waren, u. a. der Oberbefehlshaber Nivclle, von ihren Aemtcrn ent- hoben worden sind und vor einem llntersuchuiigsousschuß erscheinen werden, dann verstehen wir, wie die Dinge sich verhalten. Die Rc- gierung ist über dao Mißlingender Offensive im Früh- jähr befragt worden. Dem sraiizösischcn Volke war für diesen Sommer Frieden und Sieg versprochen worden, und nun sieht es, daß daraus nichts werden kann. Daraufhin ist die Regierung zur Verantwortung gerufen worden und sie hat die Schuld auf N i p c l j x abgewälzt Die Wieüeraböankung ües Manöschukaifers. Peking, 7. Juli,(ReUtermeldung.) Am Morgen warf ein Flugzeug Bomben auf d e n K a i s e r p a l a st. Tschang Hsun über reichte später dem Kaiser sein Rucklrittgesuch: dieser erließ ein Edikt mit der Bekanntgabe seiner Abdankung. Die Republikaner besetzen die strategisch wichtigen Stellungen der Außenbezirke der Stadt. Eine sriedliche Beilegung ist wahrscheinlich. der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 8. Juli. Amtlich. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum 25000 vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich sechs Dampfer, die in Grlcitzügcu fuhren; vier von ihnen wurden a u S ein und dem selbe» Geleit; ug herausgeschossen; ferner wurden versenkt die englischen Segler Eount Lcß und Lizzie Ellen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Ein üeutsch-bollänüischer U-Doot-Streitfall. Berlin» 9. Juli. Im Februar und März 1l>l7 sind kurz nach- einander die deutschen U n l e r s e e b o o t e 17. B. 36 und U. B. 6 in niederländische Territoriolge wässer geraten und dort interniert worden. Die deutsche Regierung ist auf Grund des ihr vorliegenden Materials zu der Ueberzeugung gelangt, daß in beiden Fällen die Komuiaiidaiiien die nötige Sorgsalt zur Vermeidung der niederländischen Gewässer angewandt haben und nur infolge einer Havarie oder des ZustaiideS des Meeres in diese Gewässer gelang! sind; da in solchen Fällen nach Artikel S Nr. I der nieder- ländiicheii Neutralitätserklärung das Einlaufen von Kriegsschisien Kriegführender ausdrücklich gestattet ist, hat die Deutsche Regierung die Freilassung der Boote Verla ngi. Diesem Verlangen glaubte die Niederländische Regierung nicht entsprechen zu sollen, weil nach ihrer Ansicht die U-Bvot-Kommaiidanten bei Anwendung der erforderiichen Sorgsalt die niederlöiidischeii Gewässer hätten der- meiden lönnen. Bei dicicr Sachlage sind die beiden Regierungen überein- gelommen, die Taifrage, ob das Einlaufen der U-Boote in die niederländischen Territorialgewäsjer auf einem Unterlassen der nötigen VorsichlS maßregeln seitens der deutschen Kom- Mandanten beruhte oder nicht, durch eine mternationale Kom Mission entscheiden zn lassen. Die Kommission wird am 12. Juli im Haag zusammentreten und aus je einem Seeoffizier Deutsch- lands, der Riedeilande, Argentiniens, Dänemark und Schwedens be- stehen. Die russische Offensive in Osigalizien. Russischer Heeresbericht vom 7. Juli. Westfront: In der Gegend' von Pinsk zerstörte unsere Flottille Brustwehren und Minen auf dem Pinafluß. In der Richiung Z l o t s ch o w in der Gegend von Ralow— Mauahur griff unsere Infanterie nach Ar- tillericvorbereitung die starkbcfejtigtcn scindlichen Stellungen an und es gelang ihr zuerst, drei Linien Schützengräben zu besetzen, aber am Ende des Tages drängte der Gegner durch eine Reihe von Gegenangriffen unsere Abteilungen ein wenig, zurück. Auf der Front der Höhen nördlich Presiowtsc— Lawrikowtsc— Travotloki—- Gododwald westlich des Dorfes Koniwiskhi ergriffen unsere Truppen die Offensive und führten am 6. Juli den ganzen Tag einen erbitterten Kamps. Die Werke und befestigten Punkte gingen aus einer Hand in die andere. Der Feind, der frische Verstärkungen krerangezogen hatte, unternahm eine Reihe Gegen- angriffe, davon die erbittertsten in der Richtung des Dorfes Ur- low und der Wälder westlich von K o n j u ch y, Ivo es dem Gegner gclmtg, in vbchrcreu Abschnitten unsere Angrisfstruppen zurück- zuwerfen. Am Schlüsse des Tages behielten wir in unserem Besid die Höben nordwestlich Pressowtse, das Torf Labrikowtse-Travotloki und die Höben östlich von Godow. Im Laufe des 6. Juli nahmen wir im Kampfe 17 Offiziere und 672 Soldaten gefangen. In der Richtung auf D o l i n drängten unsere Vorhuten in der Gegend südlich von«tanislau nach Artillerievorbereitung den Feind auf der Front Jamnica— Passetschna zurück und besetzte» feindliche Schützengräben. Südlich von Vogorodschany übcrrumpel- tcn unsere Vorhuten einen feindlichen Posten und drangen auf der Front Siakhowtsche— Dzlviniatet vor. Nachdem sie den letzteren Ort besetzt hatten, schlugen sie feindliche Gegenangriffe zurück und ebenso einen gegnerischen Posten in der Gegend von Jawlonka Porotli. Im ganzen haben wir bei den Kämpfen am 6. Juli in der Richtung auf Dolin 280 Mann gefangengenommen. Reichstag. Sozialdemokratische Interpellation über die wirtschaftlichen Nöte. Wie zum Hohn rieselte am Montag, am Tag der sozial- demokratischen Interpellation über die Mißstände auf dem Gebiete der Obst- und Ge m ü s c v e r s o r g u n g, zum ersten Male seit Monaten ein echter und rechrer Landregen bom Himmel. Wäre er eher gekommen, zur Zeit, als Obst und Gemüse dringend die Erfrischung des Rögens brauchten, wäre die Interpellation vielleicht lveniger nötig golvescn. Zu allen übrigen Beschiirerden und Nöten nun auch noä? die Sorge um das Gemüse, das uns über die schlimme Zeit vorder neuen Getreideernte hinlvegbringen sollte, und um das Obst, das wir für die Marmelade an Stelle des fehlenden Fettes in den kommeirden Monaten so dringend brauchen! Freilich ist es nicht nur die Ungunst der Witterung, die uns in diese Schwierigkeiten bringt, nicht minder sind sie auf Mängel der Organisation zurückzuführen, worüber unser Ge- nosse Hoch, der Begründer der sozialdemokratischen Interpellation, ein reiches Material in scharfer Anklagerede vor- tnijj. Ebenso groß sind die Befürchtungen über die recht- zeitige und zweckmäßige Regelung der Kohlenversorgung. Die Förderung ist geringer, die Ansprüche sind groß. Wird die Regierung aus istren pielcn bitteren Erfahrungen gelernt baden, rechtzeitig das Nötige zu tun? Nach dem Staotssekre- lär Helffcrich geschiebt zwar olles, aber seinen Zusiche- rungen schenkt das deutsche Volk herzlich wenig Vertrauen. Eine dritte ernste Sorge bereiten den minderbemittelten Volksschichten die von den Hausbesitzern geplanten Kündi- gungen und Mietsteigerungen. Herr Helfserich verwies auf Bundcsratsvcrordnungcn. Aber was nützt das Papier! Aus dm-chgrcifcirde Taten kommt es an. Schutzhast. Eine Anfrage im Reichstag. Im Reichstag hat der Abg. Rühle(wild) folgende Anfrage an den Reichskanzler gerichtet: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß Frau Dr. Rosa Luxemburg am 10. Juli 1916, nachdem sie eben erst eine Gefängnis- sirafe von einem Iabre verbüßt hatte, in Sicherheitshast genommen worden und bis auf den heutigen Tag der Freiheit beraubt ist, ohne daß etwas gegen sie vorliegt, was nach dem Schutzhaft-Gesetz die Verhängung der Haft rechtfertigen könnte? Ist dem Herrn Reichskanzler weiter bekannt, daß gegen Frau Tr. Luxemburg nicht einmal ein Strafverfahren auch nur eingeleitet worden ist, das die Rechtfertigung der Sicherheitshaft bilden könnte? Weiß der Herr Reichskanzler, daß Frau Dr. Luxemburg in- -wischen als Delegierte für dir Stockholmer Konferenzen gewählt worden ist und daß das Holländisch-Skandinavisckc Komitee die deutsche Regierung um Freilassung der Frau Luxemburg für die Stockholmer Konferenzen ersucht hat? Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun. um die gegen Frau Tr. Luxemburg verhängte, dem Schuhhaft-Gesr» widersprechende Sicherheitshaft zur Aufhebung zu bringen, und ivic gedenkt er das Ersuchen des Holläudisch-Standinavischcn Komitees zu bcautwortcn, um nicht im In- und Ausland den Eindruck aufkonimcn zu lassen, daß in Frau?r. Luxe», bürg eine politische Gegnerin der Regierung verhindert werden soll, in Stockholm für den Frieden zu wirken? Berichtigung. In dem Artikel des bulgarischen Gesandten ?. Rizofs..Ilm Mazedonien"«Nr.>84 d. Bl.l ist ein Satz durch einen Schreibfehler sinn störend entstellt. Richtig muß er heißen: ..Tie Regierung des Sultans Hamid, die die mazedonischen Pul- garen fürchtete und die sie schwächen wollte, gewährte diesen „Serben" vollen Schutz." Reichstag. IlZ. Sitzung vom Montag, den 9. Juli, nachmittag Z Uhr. Am BundeSratStisch: Tr. Helsferich, Botocki. Auf der Tagesordnung steht die Interpellation Antrick und Genossen lSoz.) betreffs der Mihstäudc auf dem Obst- und Gemüsemarkt und i» der Kohlenversorguug und betreffs der von de» Hausbesitzerorganisatioiien beschloffencn Kündigungen und Mietsteigerungrn. Staatssekretär Dr. Helsferich erklärt sich zur sofortigen Bcant- wortung der Interpellation bereit. Zur Begründung der Interpellation erhält das Wort Abg. Hoch(Soz.): Unsere Anfrage betrifft zunächst die geradezu un ertrag- lichen Mißstände auf dem Obst- und Gemüsemarkt. Die Zusuhren sind vollständig verschwunden, und nur zu Wucher- preisen ist Obst und Gemüse zu haben. Sa darf es nickr weiter gehen, es muh dafür gesargt werden, daß auch die große Maffe der Bevölkerung Obst und Gemüse zu angemessenen Preisen erhält. Die Mavmeladensabrikalion kommt für dieses Verschwinden des Obstes vom Markte gar nicht in Betracht, denn von der diesjährigen Ernte daben die Marmeladenfabrikcn noch so gut wie gar nichts bekommen. Obst und Gemüse werden in diesem Jahre für unsere Ernährung eine weit wichtigere Rolle spielen als je vorher, weil za andere Lebensmittel von der Bildfläche verschwunden sind. Das Versahren der Reichsgemüsestelle beruht aus dem Grundsatz der Höchst- preise, neben denen man aber auch den srelen Wettbewerb er- halten will. Ohne die Höchstpreise wären die Verhältnisse noch viel schlimmer, eS kann sich daher nicht um ihre Beseitigung, sondern nur um ihre Verbesserung und Vervollständigung handeln. Sie er- füllen ihre Aufgabe nicht, wenn mit ihnen nicht eine Regelung deL Vertriebes der Waren verbuiiden ist. Tie Waren müssen von der Gesamtheit erfaßt und an die Masse des Volkes abgeführt werden. Zur Enlschuldigung der Verhältnisse führt man an. es handele sich hier um lcichiverderhliche Waren, deren schnelle Verteilung nur die tüchtigsten Fachleute besorgen können. Dos ist richtig. Aber niemand verlangt, daß beim Eingreifen der Reichs- leitung die tüchtigen Fach, und Kausieute nicht mitarbeiten sollen. wir klagen im Gegenteil darüber, daß sie nicht in genügendem Maße herangezogen werden; freilich darf das Volk nicht den Kausleulen zur Ausbeutung überlassen werden. Tie Marmeladcsabri- talion hätte planmäßig unier Benutzung der größten Fabriken und Entschädigung der kleinen ausgebaut werden müssen..Statt dessen' hat man gestoitet, neue kleine Fabriken zu gründen, die unwirb schoftlich arbeiten. Das läßt man zu in einem Augenblick, wo man in anderen Gebieten aufs schärfste eingreift, um Maschinen zu- sammenzulegen und Kohlen zu sparen. Jeder Fachmann hätte dringend von der Gründung solcher kleinen, unwirtschaftlich arbei- tenden Fabriken abgeraten. Eine andere merkwürdige Maßnahme der Reichsstelle für Obst und Gemüse ist die vollständige Revision der Betriebe, die bereits von der Kriegsgesellschaft kontrolliert wer- den. Ich bitte, uns die Tatsachen mitzuteilen, die es nötig machen, in dieser eingehenden Weise einen doppelten Kontrollapparat zu haben. Lebhaft wird auch darüber geklagt, in wie ungehöriger Weise die Geschäftsleute von den Reichsstellen behandelt werden; die Fachleute werden von oben herab behandelt und geradezu abge- kanzelt. Tie Herren von den Behörden sollten sich bewußt bleiben, daß sie von den erfahrenen Geschäftsleuten noch sehr viel zu lernen haben, denn das ganze Beamtensystcm hat völlig abgewirtschaftet und sich als völlig unfähig erwiesen, den Aufgaben der KriegSzeit gerecht zu werden. Bei richtigem Zusammenarbeiten zwischen Fach- leuten und den Reichsstellen kann alles gelöst werden, was zu lösen ist, die Ernte kann dann vollständig und zur richtigen Zeit erfaßt werden. Man muß sich dazu des Großhandels bedienen und ihm Gewinn in angemesienen Grenzen gestatten, zngleich aber muß man jede andere Abgabe der Ware vollständig verbieten. Die Reichsleitung hat aber den freienWettbewerbwieder zugelassen. Ich frage, welche Mengen sind durch die Liefe- rungsvcrtröge gesichert worden? Das ist ganz minimal. Außer- dem arbeitet dieser ausgeklügelte, unpraktische Apparat furchtbar umständlich. Nach de» bisherigen Erfahrungen bleibt nichts übrig, als jeden freien Verkauf zu verbieten und den Verkauf durch die Gemeinde» zu organisieren. Die kleinen Geschäftsleute zu verfolgen, die sich nicht im Schleich Handel Waren verschassen können, ist ganz falsch. Vor allem muß auch eine Verständigung herbeigeführt werden zwischen den Gemein- den und den Mormeladefabriken, wonach gewisse Teile des Obstes, je nach dem Ausfall der Ernte zur Marmeladebereitung zur Vcr- fügung gestellt werden. Je mehr Obst die Gemeinden zu diesem Zwecke zur Verfügung stellen, desto mehr müßte ihnen Marmelade gesichert werden. Eine solche planmäßige Regelung wär- durchaus möglich. Zu unhaltbaren Zuständen hat der Umstand geführt, taß man die Fabriken aus der Kontrolle h-rauSge- lassen hat, die ein ganz minderwertiges Aufstrichmittei herstellen, und daß mau zuläßt, daß diese sog. Marmelade zu viel höherem Preise verlaust wird als die richtige Marmelade aus Obst. Nach den papicrnenBestimmungen, die man müStrafen durchsetzen will, kann sich ein gewissenhafter Familienvater heute gar nicht richten, weil er seine Kinder nicht verhungern lassen will, lschr wahr!) Alle solche Strafvcrfügungen haben nur den Erfolg, daß der kleine Mann, der sich nicht anders Helsen kann, gefaßt wird, der Reiche kann sich immer sichern. Strafbestimmungen setzen immer eine vernünftige, sachverständige Regelung voraus. Mit den Saat- kartoffeln ist ein geradezu unerhörter Schwindel getrieben worden, der große Erbitterung bei den Bauern hervorgerufen hat. Kommt es zu Unruhen wie in Striegau, werden die schwersten Strafen, viele Monate Gefängnis verhängt. Vorher war Striegau eine ganze Woche fast ohne Brot gewesen. Hört, hört!) Also aus der dringendsten Not heraus sind die Frauen zur Verzweiflung getrieben.(Sehr wahr l> Ich komme zu unserer Frage betreffs der Kohlenversorguug. Lassen Sie uns nicht von hier weggehen, ohne uns genauere An gaben zu machen. Der Staatssekretär hat erklärt, es werde alles geschehen, um die Förderung zu heben. Zweifellos werden Sie sich alle Mühe geben. Aber hier rächt es sich, datzeinsowichtiger Produkuonsztoeiginden Händen einiger Privatleute ist.(Sehr richtig!) Der Staatssekretär will zweifellos die Kohlenproduktion fördern; aber hat er sich auch der Erlaubnis de? Herrn Kirdorf versichert? Auf einer Versammlung der Zechen' besitzer hat Herr Kirdvrf es klar ausgesprochen, daß die Schwierige leiten einer stärkere» Förderung unüberwindlich sind, wenn nicht für Ruhe unter den Ardeitern im Sinne des Herrn Kirdorf gesorgt ivird und wenn das schädliche tz i l f s d i e n st g e s e tz nicht beseitigt wird. Ich frage den Staatssekretär, ob er diesem übermüti- gen Machlbc wüßt sein der Kohle»Herren gegenüber dein Willen des gesamten Volkes nachkommen will, daß die Kohlen. schätze der Erde in den Besitz der Gesamtheit übergeführt werden.«Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Schließlich beichästigt sich unsere Interpellation mit den von den Hausbesitzerorganisatioiien beschlossenen Kündiaunacn, die bereits in ftai-kein Umfange erfolgt sind. In der Gesetzgebung der Schweiz und Oesterreichs haben wir lercits ein Borbild, wie dagegen eingeschritten tverden kann. Tort muß in jedem Einzelfall unter- sucht tverden, ob eine M i c t st c i g e r u n g unerläßlich ist. Und Ivo das der Fall ist, können wir die gesteigerte Mictlast unmöglich auf die Schultern der Mieter allein legen. Viele lleinc Geschäftsleute, Handwerker und Arbeiter können eine höhere Mictlast gar nicht tragen, da muß die Gesamtheit eintreten. Mit entsprechenden Maß- nahmen darf inan aber nicht bis zum 1. Oktober ivartcn, hier ivic bei den KriegSniaßiiahmen überhaupt heißt es: Schnell handeln. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Tr. Hclffcrich: Beim Obst- und Gemüsebau erkennt die ReichSleitung die Schwere der Situation an. Sic übersieht auch nicht die Mängel der Organisation, aber die Hauptursache der Schwierigkeiten ist die große Dürre der letzten Wochen. Tic nicht leichte Situation ans dem Gebiet der Kohlenversox- Nung ist im Hauptausschuß eingehend erörtert worden. Die Produktion ist angenähert gleich der in Friedenszeiten, aber der B e- darf i st jetzt g r ö ß e r g c w o r d e n, vor allem durch die enorme Ausdebirnng der Rüstungslndustrie. ES wird dafür gesorgt werden, daß ein Ausgleich zwischen Förderung und Verbrauch eintritt und ein genügender Spielraum für Reserven bleibt. Der Ausgleich mutz herbeigeführt werden durch weitere Steigerung der Förderung und durch Eiiischräiikuiig des Verbrauchs. lieber die bereits im Gange befindlichen Maßnahmen zur Steigerung der Förderung häle ich in der Kommission nähere Ausführungen ge- macht. Sic werden Erfolg haben, wenn Streiks unter- bleiben, die alle Berechnungen über den Haufen werfen können. Die streikenden Arbeiter sollten sich vor Augen hallen, daß sie vor allem andere Arbeiter treffen, solvie die Verteidigung des Vater- landcs. Für die Organisation der Verteilung ist ein eingehender Plan von dem Kohlenkommissar bereits entworfen. Die linier- Verteilung wird in die Hände der Kommunen gelegt locrden, die mit dem Recht der Beschlagnahme ausgestattet werden. Nun zu den Mietsteigeningen. Hier müssen wir uns auch die schwierige Lage der Permieter vor Augen hallen, die sehr ost nur schwer belastete Hhpothekenschutdner sind. Durch BundeSratsvcr- Ordnungen sind die Kriegerfamilien gegen geivaltsainc Räumung ihrer Wohnungen geschützt worden. Auch Helfen ihnen die Miet- nnterstützungen, die von den Gemeinden gezahlt iverden. Für die Mieter in der Gesamtheit ist durch BuiidcSratsvcrordnung gleich zu Anfang des Krieges eine dreimmiatliche ZahluugSfrijt gewährt worden. Auch die Int er essen der Vermieter sind durch Bundesratsverordnungeii geschützt worden, durch die eine Verlänge- riliig der Hypotheken sowie eine sechsmonatliche Zahlungsfrist für die Hypothekcnzinfen und Erleichterung der Steuern ermöglicht wurden. Auch die Mietuntcrstützungen der Gemeinden kommen vielfach den Vermietern zugute. Nicht z» verkenneir ist, daß die Kosten des Hausbcsitzes auch erheblich gestiegen sind; dazu kommen die Mietausfälle, ein Ivahl- loses Verbot der Mietsteigerungen kann daher nicht erfolgen, das würde vielen Haiisbesitzern de» LchenSfaden abschneiden. Es muß ein billiger Ausgleich der Interessen der Mieter und Vermieter erfolgen. Der Bundesrat Ivird in den allernächsten Tagen Vor- schlüge in dem damals dargelegten Sinne machen. Dem Miel- Wucher wird natürlich aufs sihärfste entgegengetreten werden. Die Interessen der Kriegsteilnehmer und ihrer Familien sowie der Minderbemittelten iibcrbaupt sollen besonders berücksichtigt werden.— Die Frage des Abg. Hoch;„Haben SU g z ch o n Herrn Kirdorfs gefragt?" weise ich als eine Kränkung entschieden zurück. Aus private Einflüsse gebe ich nichts. Private Sachkunde machen wir uns zunutze, aber wir tun das Beste für das gemeine Wohl.(Bravo!) Präsident des Kricgsernährungsamts von Batocki legt zunächst die vom Kriegsernährungsamt ergriffenen Maßnah- men zur Versorgung mit Obst und Gemüse dar. Die Produktion ist erheblich gesteigert worden. Die Liefcrungsverträge umfassen 860 000 Morgen. Die Ernte ist bis sehr weit unter dem Mittel z u r ü ck g e b l i e b e n. Die Möglichkeit einer Be- schlagnahme von Frühaemüse und Obst mußten wir nach dem Rat aller Sachverständigen als ausgeschlossen betrachten. Sie hätte zum Verderben der«Zachen führen müssen, die innerhalb 24 Stun- den, wenn sie vom Acker kommen, verbraucht werden müssen. Wir mußten das Höchstpreissystem durchführen, sonst wären wir zu Preisen gekommen, wie jetzt bei den Melonen, die man für 59 bis 69 Bkark das Stück bekommt. Wir müssen in erster Linie für die Hausfrauen sorgen, die für den Tagesbedarf einkaufen, damit diese niicht völlig leer ausgehen, mutz der Hamsterei entgegengetreten tverden. Das erschwert das Einmachen. Aber zlvei Hasen können «vir nicht auf einmal jagen. Entweder müssen wir den Frisch- konsum fordern oder das Einmachen, und da geht mir der Krisch- konsum vor. Ein bestimmter Teil mutz auch für die Mar m e- ladefabriken reserviert werden. Kohlrüben werden nicht mehr zum Strecken der Marmelade verwandt werden. Ersatz- marmeladen haben nichts mit dieser Regelung zu tun. Gegen Betrüger und Schieber auf dem Gebiete des Ersatzmittelschwindels ist schwer vorzugehen; es geschieht aber da alles, was möglich ist.— Wirklich befriedigende Zustände kann ich bei der schlechten Ernte und dem Riesenbedarf auf dem Obst- und lstcmüsemarkt nicht in Aussicht stellen. Für den Herbst liegen die Aussichten durchaus nicht ungünstig. Die Brot- getreideerute verspricht der Ernte von 1915 gleichzukommen; die Kartoffelernte wird sicher besser sein als die schwere Mißernte von 1916. Damit sind die beiden Grundlagen unserer Ernährung für dip Zukunft gesichert.(Bravo!) Auf den Antrag«des Abg. Scheidcmann wird die Bc- sprcchung der Interpellation beschlossen. Abg. Giesberts(Zkr.): 5'' Die efeiibe Preistreiberei auf dem Gemüsemarkt, die wir jetzt haben, ist ein Produkt unserer Preispolitik. Man kann unmöglich alle die Händler und Frauen einstecken, die die� Höchitvreise über- schreiten. Die wirklichen Schieber, die nicht Gefängnis, sondern«die Prügel st rase vcrdienien, trifft man damit nicht. An den hoben Gcmüsepreisen im Rheinland, Westfalen tragen auch die Ge- meinden schuld, die für jeden Preis sich Gemüse aus Holland zu verschaffen suchen. Zur Beseitigung der Kohlennot ist sehr wichtig, daß die Wünsche der Bergleute in bezug auf Ernährung und Löhne nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Ich verurteile aufs schärfste jeden Streik von Munitionsarbeitern und Bergleuten in der jetzigen Zeit, aber wenn die Bergleute streiken, so tun siedas keinesfalls aus Mutwillen. Die Debatte wird vertagt. Nächste Sitzung Mittwoch, den 11. Juli 3 Uhr: Debatte über äußere und innere Politik. Kreditvorlage. Achtung, Metallarbeiter! Nach den uns von den verschiedenen Seiten gewordenen Informationen haben die Unternehmer am Montag, den 9. d. M., den Versuch gemacht, und werden wahrscheinlich auch noch lvcitcrc Versuche machen, um die Arbeiter in den Betrieben der Rüstungsindustrie zu einer anderen Stellung- nähme bezüglich der Brotration zu veranlassen, als dies in unseren Vertraucnsmännerkouferenzen in letzter Zeit geschehen ist. Die Mctallindustricllen wollen augenscheinlich durch diese Versuche Material haben für eine tvichtige Besprechung, die heute, Dienstag nachmittag, in dieser Sache stattfindet. Wir haben festgestellt, daß die Informationen der Unter- nchmer an die Arbeiterausschüsse usw. nicht objektiv sind und zwar ztvciselloS zu dem Zweck, um ein den Unternehmern geeignet erscheinendes Resultat zu erzielen. Wir ersuchen unsere Kollegen, sich auf nichts einzulassen und ruhig abzu- tvartcn, bis sie von uns weitere Informationen bekommen. Deutscher Mctallarbeitcrvcrband Verwaltungsstelle Berlin. Letzte Nachrichten. Scheitern üer Reichstagsaktion? Wir uns in später Abendstunde mitgeteilt wird, droht die .lsiriegszielkundgebung des Reichstags an dem unschlüssigen Verhalten der N a t i o n a I l i b c r a l c n zu scheitern. Auch nach dem Ausscheiden der Natianalliberalen würde eine starke Mehrheit für die vcrcinbartc(frkläruag übrig bleiben. Das Zentrum erklärt jedoch, seine Zustimmung zu ihr von der Mitwirkung der Nakivunlliberalen abhängig zu machen! Unabhängig bon dem Schicksal der geplanten Kundgebung werden die Bestrebungen zur P a r l a m c n t a r i s i c r u n g der Regierung weiter sortgcsctzk. Tic Nationalliberalcn zeigen an ihnen lebhaftes Jntcrcssc, da ein sehr starker Teil der Fraktion einen Personenwechsel an der höchsten Verantwortlichen Stelle für unbedingt notwendig hält. Tic tschechischen Sozialdemokraten für nationale Verständigung. Prag, 9. Juli. Die Vertrauensmänner der tschechischen So- zialdcmokratischen Partei nahm eine Entschließung an, wonach zur Herbeiführung einer natioilaleu Verständigung zwi- s ch e n Deutschen und Tschechen die ReichSratsabgeord- netcn aus Böhmen mit den Rechten einer Landestonstituante ve- traut Iverden sollen, um die ganze nationale Frage zu crörtcru auf Grund des Lclbstbestiimnungsrcchts der Nationen. Tic Schecks des„Bonnct Rouge". Bern, 9. Juli. Im„Bonnet Rouge" beabsichtigte Alnereida den Sachverhalt bezüglich des von Ribot in seiner Rede erwähnten Schecks darzulegen. Die Ausführungen sind jedoch von der Zensur gestrichen. Alnereida erklärt sodann, er dürfe nicht alles sagen, was in der Angelegenheit interessant sei, aber er bestehe auf seiner und des Blattes Unschuld. 1l! Sozialisten in Rumänien erschossen. Basel, 9. Juli. Dem„Matin" wird unterm 6. Juli aus Rotter- blad" gemeldet, daß 13 Sozialisten wegen der Befreiung von R a k o w s k» auf Befehl der rumänische» Regierung vor der richterlichen Verurteilung erschossen wurden. Hierüber herrscht in rumänischen Kreisen große Erregung. Streikbewegung in Holland. Basel, 9. Juli. Dem„Matin" wid unterm 6. Juli aus Rotier- dam gemeldet: Nach den letzten aus Amsterdam einlaufenden Nach- richten nimmt der Streik in den S c e lv c r f t e n mit großer Schnelligkeit eine immer größere Ausdehnung an. Der Hafender- kehr ist bereis vollständig lahmgelegt. Alle Kundgebungen in den Straßen sind ixifterjagt, Reichskonferenz öer sozialdemokratischen Zrauen. Berlin, den 8. Juli 1317. Zweiter Bcrliandlungstag. L r. Hebet unsere Agitation referierte Genossin Juchncj. Sie führte aus, wie naturgemäß unter dein Krieg auch unsere Frauenorganisafion gelitten hat. Schon uor dem Krieg war ein gewisser Stillstand in ihr eingetreten, der dann nach Kriegsausbruch Au eitlem Rückgang wurde. Es wurde z.B. in dielen Orten der Be- schlug gesaßt, den Kriegerfrauen keine Beiträge abzufordern. Das hätte nicht geschadet, trenn der Krieg drei Monate gedauert hätte, so aber gingen diese Genossinnen auf die Dauer der Organisation verloren, weil sie nicht besucht wurden und auch sonst nicht mehr zu den Veranstaltungen herangezogen wurden. Es habe überhaupt an der richtigen Führung gefehlt. Jetzt gelte es. Versäumtes wett zu machen und Verlorengegangene wiederzugewinnen. Das wird in einer Hinsicht nicht leicht sein, da wir mit häßlichen Gegenmitteln von der Gegenseite zu rechnen haben und ivir dürfen nicht der- kennen, daß die seetische Verfassung so wielcr Frauen dem agitatori- schen Vorgehen der Unabhängigen günstig ist. Wir werden uns «wer hüten, ihnen darin zu folgen, deniagogische Mittel anzuwenden. Wir wollen unsere„Gleichheit" zu einer Zeitschrift machen, die von allen Leserinnen ganz verstanden wird. Wir wollen uns vor allem auch davon leiten lassen, daß wir Frauen nicht eine besondere selbständige Betocgung bilden, sondern in allem nur ein Teil der Gesamtbewegung sind. So werden wir da, wo wir uns in den Körperschaften Sitz und Stimme erringen wollen, dies in gemein- satner Arbeit mit den Männern tun. All die alten Mittel und Methoden der Agitation, die sich bewährt haben, brauchen wir nicht preiszugeben. Aber die Zeit hat uns wieder neue Möglichkeiten der Agitationsarbcit gezeigt; diese wurden von der Referentin zu einer Menge praktischer Winke und Vorschlüge zusammengefaßt, deren weiteste Befolgung uns die Wirkungen des Krieges— dessen sind ivir uns gewiß— wird üiberwinden lasten,— Auch diesem ruhigen, instruktiven Vortrag wurde reicher Beifall zuteil. Die Genossinnen Ansorge-Oberlangenbielau, Vlase-Mannheim, Roack-Drcsden, Schradi»-Reu klingen, Schilling-Döbeln, Simon- Brandenburg; ferner die � Genossen Schreck-Bielefeld, König-Dortmund, Schulz, Redakteur, und Ebcrt und Braun vom Parteivorstand sprachen in der Diskussion. Der Genosse Eberl gab auf Wunsch eine Darstellung der gegen- wärtigen Situation. Genossin Egc-Frankfurt a. M. plädierte für größere Berück- sichtigung der Frauen im Sinne von aus Frankfurt gemachter Vor- schlage auf Vermehrung der Frauensitze im Parteivorstand, An- stellung von Sekretärinnen im Lande, stärkere, Vertretung der Frauen in den Agitationskommissiouen und Kreisleitungen, den Ortsvorständen und Leitungen der Stadtbezirke, den Preßkommissio- neu u. a. m. Genosse Braun vom Partcivorstand legte dar, wie die Anträge Frankfurt in vielem offene Türen einrennen, weil das. tvas dort verlangt wird, bereits in unserem Organisationostatut steht. Braun gibt dann die Gründe bekannt, die den Partei- vorstand zur Aufhebung des Frauenbureaus bestinimten. Da nur der Parteitag die freigewordencn Plätze im Vorstand wieder besetzen kann, hat der Vorstand, um die Frauen- bewegung zu fördern, die Genossin Juchacz, die vorher in Köln als Sekretärin, mit Erfolg tätig war, als Hilfsarbeiterin herangezogen. Er hat die Hoffnung, ia die Zuversicht, daß es ihr gelingt, sich das Vertrauen der Genossinnen draußen im Lande zu erwerben. Wie bei den Vorstandsmi tgli e dern Zietz und Wengels, so wurde der Vartcivorstand auch bei der Genossin Zetkin zum Einschreiten bc- stimmt, als sie, die schon lange einer anderen Organisation ange- hörte, nun in die Leitung der Unabhängigen eintrat, ohne selber die Konsequenz zu ziehen, ihr Amt uicderMlcgcii. Braun bc- leuchtet die Treiber der Entrüstuwgskmnpagn� die einfach Heuchler find, da die Gegenseite schon längst vorher Redakteure und Ange- stellte entlassen hätte, wo es ihr notwendig erschien. Er geht auch auf den sonderbaren Protest holländischer Genossinnen ein, der von Unkenntnis zeuge, aber auch von einer Arroganz, die sich der deutsche Vorstand unwüberhaupt die deutsche Partei, die es vermeide, sich, in die inneren Angelegenheiten ausländischer Parteien einzumengen, nie erlauben würden. Es wurde Schluß der Debatte beschlossen, als noch lö Redne- rinnen auf der Liste standen. Genosse Schulz, der Redakteur der„Gleichheit", legte noch unter großer Aufmerksamkeit die Gründe dar, die ihn zur Uebernahme der Redaktion bewogen haben, und gab ein Bild, wie die jetzige Redaktion die„Gleichheit" gestalten will. Die theoretische Aufklä- rung soll keineswegs vernachlässigt werden, aber es geit.', die Form zu finden, nach der auch diese Artikel für die einsame Frau ver. ständlich sind. Auch das Interesse der Kinder an der Kinderbeilage soll gehoben werben. In allem äder ist Unterstützung und schristl'che Mitarbeit der Genussinnen nöt g, damit die„Gle.chheit" möglichst ein Spiegel unserer Frauenbe:ocgung im Lande abgibt. Genossin Juchacz sprach noch ein wirkungsvolles Schlußwort; dann wurden auf Vorichlag Brauns dA erwähnten Frankfurter An- träge dem Vorstand überwiesen. Tann referierte Genossin Wally Zepler-Bcrlin über den letzten Punkt der Tagesordnung. Das Frauenwahlrecht. In einem interessanten historischen Ueb er blick grisf Rednerin zurück auf die erste Entstehung der Frauenwahlrechtsfrage. zurück auf die große französische Revolution und von da die Wandlungen der Frage zeigend bis in die nwderne Gegenwart. Da besonders durch diese letzten Ausführungen eine Reihe tak- tischer Fragen aufgerollt wurde, begnügte die Konferenz sich mit der Entgegennahme des Referats und überwies die Anregungen dem Parteivorstand in dem Sinne, daß er sie zu gelegener Zeit im Ver- ein mit den Genossinnen Juchacz und Zepler nutzbar mache. Folgende zwei Resolutionen wurden einstimmig angenommen: I. „Die Rcichskonferenz der sozialdemokratischen Frauen stellt auf Grund der Berichte aus allen Orten Deutschlands fest, daß die sozialdemokratischen Frauen während des Krieges zu Tausenden in rastloser Mitarbeit auf allen Gebieten der Kriegsfürsorge bemüht gewesen sind, nach vesten Kräften die Leiden mildern zu helfen. Die Konferenz billigt diese praktische Tätigkeit der sozial- demokratischen Frauen, auch die dadurck notwendig werdende ge- mcinsame Arbeit mit öffentlichen Behörden und bürgerlichen Frauenorganisationen, denn gerade durch die Mitarbeit der sozial- demokratischen Frauen in solchen Körperschaften war es möglich, die Interessen der Arbeiterinnen sachgemäß und erfolgreich zu ver- treten. Die Erfahrungen der sozialdemokratischen Frauen in der Kriegsfürsorge, besonders aber in der Lcbensmittclbc- schafsung, veranlassen die Konferenz, den schärfsten Einspruch gegen die unerträglichen Zustände auf dem Gebiete der Volksernäh- rung zu erheben. Sie fordert von der Reichsrcgicrnng, wie von den staatlichen und gemeindlichen Behörden die rücksichtslosesten Maß- nahmen zur Bekämpfung des unerhörten Lebens- mittclwuchers und zur Sicher st cllung einer mög- lich st gleichmäßigen Verteilung der vorhandenen Lebensmittel zu erschwinglichen Preisen. Die Konferenz erneuert angesichts der vermehrten sozialen Pflichten, die die Frauen während des Krieges übernommen haben, mit verstärkter Enischiedeiiheit die alten Forderungen der sozial- demokratischen Frauen auf volles M i t b c st i m m u n g s r c ch i der Frauen in Reich, Staat und Gemeinde und ihre Zulassung zu allen öfsentlicheik Körperschaften. Insbesondere verlangt sie das a k t i v c u n d p a s s i p c W a h l- recht für die Frauen im Sinne der sozialdemokratischen WabI- rechtsforderungcn. Sie unterstützt daher auch auf das entschiedenste den Kampf, den gegenwärtig die sozialdemokratische RcichstagSfrak- tion.zur Venwitflichung dieser.. Forderung führt; verpflichtet aber zugleich auch alle sozialdemokratischen Frauen zu unablässiger tat- kräftiger Propaganda durch das ganze Deutsche Reich, bis ein unein- geschränktes Frauenwahlrecht erreicht ist. Die Konferenz bedauert auf das tiefste die Spaltung der sozial- demokratischen.. Partei durch die Gründung der Unabhängigen So- zialdemokratischen Partei. S i e st e l I t s i ch e n t s ch i e o e n auf den Boden der alten Partei und fordert demgemäß alle Arbeiterfrauen auf, gleichfalls den alten Organisatonen treu zu bleiben und tatkräftig für sie zu wirken. Die 5tonfcrenz billigt endlich auch den Wechsel in der Redaktion der„Gleich- h e i t", der durch den Uebcrtritt der bisherigen Redakteurin zur Partei der Unabhängigen Sozialdemokratie notwendig geworden war. Sic sieht in der„Gleichheit" das wichtigste geistige Bindeiniliel für die sozialdemokratische Frauenbewegung und macht es allen Parteigenossinnen zur Pflicht, für die weiteste Verbreitung der „Gleichheit" unter den proletarischen Frauen Sorge zu tragen." II. „Tie auf der Reichskonfcrenz sozialdemokratischer Frauen ver- sammelten Vertreterinnen deutscher Arbeiterfrauen und Arbeite- rinnen, die in erster Linie unter den furchtbaren, seelisch zerrütten- den Wirkungen des Krieges zu leiden baben, fordern von den maß- gebenden Stellen im Reiche die unverzügliche Einleitung von Maß- nahmen, die den möglichst baldigen Abschluß des blutigen Völker- mordens herbeizuführen geeignet sind. Die Konferenz begrüßt die zähe und entschlossene Tätigkeit, die die sozialdemokratische Reicks- tagsfraktion in Verbindung mit der Parteileitung seit Ausbruch des Krieges bis zur gegenwärtigen Stunde im Interesse des Friedens ausgeübt hat und wünscht ihren lveiteren Bemühungen schnellsten und vollen Erfolg. Das ganze deutsche Volk, insbesondere die schwergeprüfte proletarische Frauenwelt, bvauchen dringend den sofortigen Frieden, nicht minder aber die Volksmassen in den feind- liehen Ländern. Den proletarischen Frauen und Diüttern jenseits der Schlachtfronten sprechen die Versammelten ihre schwesterlichen Sympathien aus und fordern sie auf, die sozialdemokratischen Par- ieien in ihren Ländern zu tatkräftiger Arbeit zugunsten eines schien- nigen Friedens zu veranlassen. Von einem möglichst baldigen Fric- den, der ohne Vergewaltigungen und Demütigungen der beteiligten Völker auf dem Boden der Verständigung zustande kommt, erwartet die Konferenz auch eine Wiederaufnahme und Verbesserung der internationalen Beziehungen des kämpfenden Proletariats � aller Länder, im besonderen auch eine herzliche Wiederankniipfung dcr internationalen Verbindungen der sozialdemokratischen Frauen." * Weitere Anträge lagen nicht vor. So war damit die Tages- vrdnung erschöpft. Genosse Braun würdigte in begeisternden Ab- schiedsworten den Wert der Verhandlungen, die gezeigt haben, daß der alte Geist der Kameradschaftlichkeit unter den"sozialistischen Frauen noch herrsöhe, daß ferner der Krieg eine solche Fülle von praktischen Fragen aufgerollt habe, die, wenn sie von uns in Angriff genommen und gelöst werden, die wirksamste Propaganda für den Sozialismus sind. Er schloß die harmonisch verlaufene Tagung mit dem Wunsche, daß die nächste Franenkonfcrenz, auf der wir unsere Erfahrungen austauschen, unter Friedensverhälknissen stattfinden möge. Berichtigung. Unser gestriger Bericht üer die Frauenkonfcrenz läßt die Genossin Hanna für das Sy st emderFabrikpfle gerinnen eintreten. Tic Genossin Hanna legt Wert auf die Feststellung, daß hier ein Jrrlum obwaltet. Bei der Begründung der Notwendigkeit der Mitarbeit der sozialdemokratischen Frauen in den Organisa- tioncn der sozialen Fürsorge erwähnte sie das Wort Fabrikpflege- rinnen nur, um zu zeigen, daß infolge unserer bisherigen verhält- nismätzig geringen Beteiligung auch zu diesen jetzt so modernen Posten fast ausschließlich Frauen aus bürgerlichen Kreisen ge- iwmmen werden. Verantwortl. f. Politik! Dr. granz Ticdrrich, Bcrtin-Friedcnnu: siir d. iwriaen Teil des Blattes: Alfred Scholz, Neukölln: für Inserate: TV. Glocke, Vcrli,,. Stuck u. Verlag: Vorwärts Luchdrucketei u. Verlagsanflalt Paul Einger& Co. Berlin Li?. Hierzu 1 Beilage. Ucntijclies Tlreater. H ontb und folgende Tage 8 Tklrr: Max Rallenberg in Familie Schlmck. Kammerspicle. Heute u. folgende Tage T'/jtThr: l>le Tänasepln tmit Leopoldine Konstantin). Volksbähne. Theat. a.Bülowplatz. Hntergrundb. Schönhauser Tor. Heute u. folgende Tage Uhr: I>ie Königin der Laift. liessins-TTieater. Heute u. folg. Tage T'/jUhr: Marie Ottmann u. Hans Waßmann in m Oper. v. 0. Blumenthal. "■ Musik v. Osk. Straus. Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. HComödSenhaus 8 Uhr; Wie fessle ich meinen Mann? BerBiner Theater 7MUhr: IMe tolle Komteß. NÄTlßKÄL- THEATER. ßopcnidev Str. 68 Tägl. 8/48 Uljr OielÄfte Hauten! Bolksslück in 7 Bildern v. Kneisel. tili Stück aus der guten, alten Zeit!' (In erster Besetzung:.) Toi|yt-Tlieater. Badstr. 58. Badstr. 58. Täglhli große Extravorsteliung. Pieper und Sperling Erstklassiges Spezialitätcu-Programm. Ans.>sonntags 4, wochcnt. 8/45 Uhr. Miß A. Schumann Am Bahnh. Friedrichstr. Anfang 8 Uhr. Rauchen gest. Kühler Aufenthalt. glänzende ZlriCUS- Variele-�mm u. a.: Tnre Bamhofcr Bayr. Alpen-Spiele. 3 Borknms 3 Peppos kom. Dressur-Akt. 6� als« IS Parforce- IXicsIcSIIb Schnitzel jagd. «BBMBDB&OBDanHIB Berlinep Prater-Tliealer Kastaiiienallce 7—9. Heute: Aha— famos! Mrohe Ausstattungs- Operettcnposse in 8 Akten mit Gesang und Tanz. Vorher das grcOc Varietsprogramm. Aniang ill, Uhr. MM GASTSPIEL Herrnfeld-Theater Kommandantenstr. 57. DIE LEDIGE EHEFRAU T'/jUhr, - Admirals-Palasl. Abrakadabra gro&es phantastisches Ballett auf dem Else. Angenehmer kühler Aufenthalt 7%l, Uhr. Vorzügl. Küche. Theater für Dienstag, den 10. Juli. Deutsches Opernhaus p/.p: Maiion.___ briedrich-Wilhelmstädt. Theater, V'/jUhr: DUS vskiMMgllZ. Kleines Theater s Uhr-, im Bahnwärferliaus. Komische Oper �8 Uhr: Die Dose Sr. Majestät. Lustspieihaus 73/4Ulir; Die blonden ülildcls vom liindenhof. Metropol-Theater p/.uhr: Die Czardasförstin. Neues Operettenhaus SchiSbd. 4a. Kassentel. Nord. 281 7st.u.: Der Soldat der Marie. Residenz-Theater 7-/. Uhr: Der Weg zur Hölle. Thalia-Theater 7� uhr: Sonnwendzauber. Schiller-Theater O 7 uhr: Die Jüdiu. Schiller Th. Charlottenb. p/,u.: Alt-Heidelberg. Theater am IKollcndortpl. 31/. Uhr: Was ihr wollt. 7V, u.: Die Gulaschkanone. Theater des Westens 7*/. u.: stolze Thea. Trianon-Theater wu-. Der Star. Tägl. l'l. Sonnt. 3'/, u. 7'/, R. Steidl, A. Müller-Lincke, Gertr. Gräbner, B. Lehnhoff in„Der Herr ohne Wohnung44. Dazu: Afra, die Seltsame usw. RosesTheater. p/.�r:DieStüDde desfertraw G artend.: Berlin wie es liebt u. ha8f Walhalla-Theater. uh'r: Zigeuner. Gartenbühne: Borstellung. Relchshalien-Theater. Slettiner Sänger. Cabaret „Feldgrau" Ansang 71/, Uhr. SiWllitMrlitWr ilctein für Kerliu I, (Sczialdemclratische Partei Deutschlands.) Morgen Mittwoch, de« 11. Juli, abends 8 Uhr: MitKlieder-Versammlung bei Glane, Kommandantenstr. 88. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Parteitag. 2. Wahl eines Delegierten. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet 204,1X0*______________ Der Torstand. SoMiilkiiiollrntifiliet Perm Knlin II fSozialdemokratische Partei Deutschlands). Morgen Mittwoch, de» 11. Juli, abendsSUhr, in Habels Branerei, Bergmannstraße 5— 7: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Ter bevorstehende Parteitag und seine Aufgaben. Referent: Abgeordneter Genosse Biebard Fischer. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Delegierten und Stellbertreters zum Parteitage. 4. Kreissachen. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch wird gebeten. Der Vorstand. . J. A.: H. Schröder, Hagelberger Str. 54. Neumeldungen sowie Beiträge werden in solgenden Zahlstellen ent- gegengenommen: Herm. Jrisie. Zietenstr. öd: August Brandenburg, Cha: lottenstr. 17; Heinrich Sauerloeyer. Markgrasenstr. 13; Georg Felsmann, Lindenstrahe 2; Anglist Kens» er. Hagelberger Straße 20a; Heinrich Schröder, Hagelberger Str. 54; Reinhold Böhmchen. Kreuz- bergstr. 12: Karl Schuster, Ehamissoplatz 4; Gustav Schmidt, Bärwald- straße 42; P. Wisnewski, Prinzenilr. 110.__ 207/19* S'opliimolttatililsiT Ncreiil föt llrtlin III. (Sozialdemokratische Partei Deutschlands.) Morgen Mittwoch, den 11. Juli 1917. im Lokal»Zum Alexandriner", Alexandrinenstr. S7s: General-Versammlnng. Tagesordnung.: Der bevorsteheude Parteitag. Referent: Rcichstagsabgcordnetcr Genosse Pfannluch.— Wahl des Delegierten.— Vercin-angciegenheiten. 210/11» Der Vorstand. SliMliikmIlrutislherNkrriu für KerliuIV. (Sozialdemokratische Partei Deutschlands.) Morgen Mittwoch, den 11. Juli, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlungen. Oöpenlcker Viertel. bei Fröhlich, Muslauer Str. 1, abends 8 Ubr. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Parteitag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Dbrlitzer Viertel. bei DauS, Lausitzer Straße 46. Tagesordnung: 1. Geschässliches. 2. Hat der gegenwärtige Krieg uns von der Verwirklichung des Sozialismus entfernt oder näher gebracht? Stralancr Viertel, bei Nah, Warschauer Strasze 57. Tagesordnung: 1. Mitlcilungen. 2. Stellungnahme zur General« Versammlung. 3. Verschiedenes. Vraakfurter Viertel, bei Boeker, Wcbcistr. 17. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Sassen:»Das Friedens- mcmorandum der Sozialdemokratie. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. I,andsberj|-er Viertel, im ElNsiuin, Landsberger Allee 40. TageSordnun g: 1. Vortrag des Genossen Retchstagsabgeordneteu G. Dabidsohn. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. I*etersbnrg:er Viertel, im Lokale von Karl Kühn, ischrcinerstr. 58. Genossen und Genossinnen, die. aus dem Boden der Sozialdemokratischen Partei stehen, sind als Gäste in allen Bersammlungcn willkommen. Bei. träge sowie Neuaufnahmen werden entgegengenommen. 217/8* Der Borstand. ZüliuliikUiollrütlslljcr vtlkill für Scrli» V. (Sozialdemokratische Partei Deutschlands.) Morgen Mittwoch, den ll. Juli 1917, abends 8 Uhr, w den UnionssestsSlen, GrcifSwalder Str. 2S1: General-Versammlnng. Tagesordnung: 1. Ter Parteitag in Würzburg. Referent: Reichstagsabgcordncter Robert Schmidt. 2. Freie Aussprache. 3. Wahl des Delegierten. 4. Organi- sationsangelegcnheitcn. 223/8* Der Vorstand. S'opikinolltatifilikr JJctciu für Kerli» VI. (sozialdemokratische Partei Deutschlands.) Morgen Mittwoch, den 11. Juli, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlungen. l. n. 2. Abt. bei Tobroblaw, Swinemünder Sir. 11. 3. u. 4. Abt. bei Burg. Prenzlauer Allee 18g. 5. u. 7. Abt. im Genosseiischaftshaus, stargarder Str. 3. 6. Abt. bei Goldschmidt, Slolpische Stratze 36. 8. Abt. bei Hofsiliann, Swmemünder Slr. 47. 9. Abt. bei Dbiglo, Stralsunder Str. 11. 10. Abt. bei Garus, Voltaftr. 37. 11. Abt. bei Spiegel. Ackeritr. 1. 12. u. 15. Abt. bei Rcntcr, Birkeustr. 29a. 229/3* 13. u. 14. Abt. bei Röttier, Waldstr. 31. 16. u. 17. Abt. bei Sackse, Lindower str. 26. 18. u. 19. Abt. im„Schwedcnzelt", Schweden- und Exerzierstraßen-Ecke. 20. Abt. bei Fuchs, Weddingstr. 5. 21. u. 22. Abt. bei Lewandowski, Seestr. 104. Am Donnerstag, den 10. Juli, findet unsere Generalversammlung bei Jranke, Badstr. 10, statt, die sich mit dem Parteitag in Würzburg beschäftigen wird. Wir erwarten zahlreiche« Besuch. Der Vorstand. ♦ 34. Jahrgang Heilage öes vorwärts Parteinachrichten. Bewußtes Preisgeben wichtiger Grundrechte der Arbeiterbewegung. Die„Internationale Korrespondenz" schreibt: Der Fuchs kommt aus dem Bau! Gegenuber der Enthüllung der„Leipziger Volks- zeitu�g", daß bei der Gründung des neuen Parteiorgans in Leipzig m�iue lliiternehmer die Bitte gerichtet worden ist, seine Propaganda en den Fabriken nicht zu stören, wurde auf ein Rundschreiben der .Nordhäuser Volkszcitung" hingewiesen, in dem„die sozial Höher-- stehenden" gebeten werden,„das Vorurteil abzustreifen, das ein Verhängnis für Volk und Vaterland gelvesen, und unserem Blatte und seiner Politik die Beachtung zu schenken, die sie im Interesse des deutschen Volkes verdienen". Ueber zwei Spalten verwendet die »Nordhäuser�VolkSzeitung" darauf, dieses Rundschreiben zu ent- schuldigen. Sie stellt es als eine Lesertverbung hin, die sich schließ- lich in der Form ettvas vergriffen habe; aber was in Leipzig ge- scheben sei, sei ein bewußtes Preisgeben lvichtiger Grundrechte der Arbeiterbewegung überhaupt. Das wollten lvir nur hören. Wir richten nunmehr an die „Nordhäuscr Volkszeitung" folgende Frage: Ist es eine Preis- gäbe wichtiger Grundrechte der Arbeiterbe lvegung überhaupt, wenn diese Zeitung zu einer Zeit, als sie schon Organ der unabhängigen Sozialdemo- kratie war, um Inserate zu erhalten, sich unter- schriftlich verpflichtet hat, eine bestimmte kapi- talistische Institution nicht mehr anzugreifen? . die Antwort der„Nordhäuser Vollszeitung" aus diese Frage ab, um über die Wächter der Parteiprinzipicn und der Grundrechte der Arbeiterbewegung das Weitere zu sagen. Agttativnsversammlungcn um Nicderrhein. Im Bezirk Niedcrrhein sprach Landtagsabgeordneter Hirsch lBcrlin) in Elberfeld. Hagen und Meiderich über die Neuorien- tierung in Reich und Staat. In den gut besuchten Versammlungen stimmten die Zuhörer den Ausführungen des Referenten, der die Notwendigkeit der sofortigen Uebcrtragung des Reichstagswahlrechts aus Preußen betonte, bedingungslos zu. Sie gelobten, noch während des Krieges an der Herbeiführung freiheitlicher Zustände in Deutsch- land und in Preußen mitwirken zu wollen, nicht nur im Interesse der deutschen Arbeiterklasse, sondern auch um unseren Feinden den Grund zu nehmen,� Preußen und Deutschland fortgesetzt als Hort der Reaktion erscheinen zu lassen. Die Versammlungen, die von . stsft®11 Geist beseelt waren, stimmten darin überein, daß ein geschlossenes Vorgehen der Arbeiterklasse unbedingt erforderlich sei und daß deshalb jeder, dem es ernst sei mit der Demokratisierung un, er er innerpolitischen Zustände, der sozialdemokratischen Partei die Treue halten müsse, GroßSerün Die Kohlenvertcilung in(Sroh-Berlin. Das Oberkommando in den Marken erläßt soeben eine„Ver- Ordnung betr. die Regulierung der Kohlenverteilung in Groß- Berlin", durch die der Verbrauch an Kohlen auf das unbedingt not- lvendige Maß eingeschränkt werden soll. Tie Verordnung ist nach Beratung mit den Groß-Berliner Gemeinden und den Landräten der Kreise Teltow und Niederbarnim erlassen. Sie bezweckt in wüster Linie eine sofortige Sperre zur Verhinderung un- gleicher und übermäßiger Versorgung einzelner und sodann eine gleichmäßigere Verteilung der vorhandenen Vorräte, damit vor Wintersansang jeder für den notwendigsten Be- darf versorgt wird. Das Oberkommando erwartet von dem bewährten Gemeinsinn der Berliner Bevölkerung, daß diejenigen, die bereits Vorräte haben, soweit sie überhaupt noch berechtigt sind, weitere Mengen zu beziehen, ihre vollständige Versorgung, die ge- rade durch die scharfen Bestimmungen der Verordnung auch für später auf alle Fälle gesichert ist, zunächst zurückzustellen und den- jcnigen ihrer Mitbürger den Vortritt lassen, denen es am Nötigsten myngelt. Ganz besonders gilt dies für den Bezug des in der Ilebcrgangszeit zulässigen halben Zentners Kohlen/ besten Bezug zeitlich unbegrenzt ist und von jedermann auch später nachgeholt werden kann. Für Küchen, und Ofenbrand ist die Einführung der Kohlenkarten vorgesehen. Es sollen erhalten: Gruppe I: l heizbares Zimmer oder Küche 5 Zentner; Gruppe II: 2 heizbare Zimmer einschl. Küche 10 Zentner; Gruppe III: 3 heizbare Zimmer einschl. Küche 15 Zentner; Gruppe IV: 4— 5 heizbare Zimmer einschl. Küche 20 Zentner; Gruppe V;_ mehr als 5 heizbare Zimmer einschl. Küche 30 Zentner. Für Wasch- und Küchenzwecke werden für Haushaltungen in Wohnungen mit Zentralheizung Sonderkarten ausgegeben, und zwar für Waschzwecke 2 Zentner chei Haushaltungen von mehr als 6 Personen 3 Zentner), für Küchenzwecke 3 Zentner(bei Haushaltungen von mehr als 0 Per- sonen 5 Zentner). Für Zentralhcizungsanlagcn ist eine Regelung getroffen, die eine vorläufige Einschränkung der Belieferung auf 50 Proz. des vorjährigen Verbrauches vorsieht. Auch die gewerblichen Betriebe müssen sich eine Kür- zung gefallen lagen. Betriebe mit einem Turchschnittsmonats- verbrauch von höchstens 10 Tonnen werden auf etwa 00 Proz. ihres Verbrauches in dem entsprechenden Äalendervierteljahr des Vor- jahres beschränkt. Eine entsprechende Regelung für die Großbc- triebe bleibt der Entscheidung des Reichskohlenkommissars vorbe- halten. Die Geschäftsräume von Reichs-, Staats-, Gemeinde- und Kirchenbebörden, sowie die öffentlichen Krankenhäuser und Schulen, ferner die Bäckereien, werden mit den gleichen Mengen versorgt wie im Jahre 1015/16. Durch Bestandsmeldung und Feststellung eingelagerter Vor- räte wird verhindert, daß ihre Besitzer zum Schaden der Allgemein- bcit weitere Mengen beziehen. Für die Uebcrgangszcit bis zur Fertigstellung der Karten dürfen diejenigen, die gegen- wärtig keine Kohlen besitzen, gegen Abgabe des M i t t e l st ü ck s der für die Zeit vom 9. Juli ab gültigen Reichs- s l e i s ch k a r t e für Berlin uud Nachbarorten entnehmen. Für alle übrigen Verbraucher beginnt die gleiche Befugnis mit dem 15. August. Die Dauer der Befugnis zur Entnahme ist für alle Verbraucher unbegrenzt. Wenn auch bei der Wichtigkeit des Gegenstandes und mit Rück- ficht auf den Ernst der Lage und die Verantwortung, die jeder einzelne mitträgt, Zuwiderhandlungen nicht erwartet werden, so ist doch Vorsorge getroffen, daß die Kriegsamtsstelle im Falle der Zuwiderhandlungen Kohlenhändlern den Fort- betrieb des Handelns untersagen kann, unbeschadet der gerichtlichen Verfolgung des schuldigen Kohlenhändlers und Verbrauchers. Anderseits hat aber die Kriegsamtstelle auch die Möglichkeit, die mannigfaltigen unvermeidlichen Härten der Ver- ordnung in der Durchführung zu mildern, indem sie in besonderen Fällen im Einvernehmen mit den Gemeinden Ausnahmen zu- lassen kann. Für Fälle besonderer Not ist eine Lagerbildung in der Weise vorgesehen, daß Kohlenhändler, die waggonweise oder in Kahnladungen Briketts auf Lager zu nehmen haben, die bis auf tvciteres als beschlagnahmt gelten, und für Notfälle zur Verfügung der Behörden stehen. Es wird empfohlen, daß jeder Abnehmer sich an seinen vor- jährigen Lieferanten wendet, und jeder Lieferant seine vorjährigen Abnehmer nach Maßgabe der Verordnung und entsprechend der zur Verfügung stehenden Mengen weiter versorgt. Ferner ist es bei dem Mangel an geeigneten Arbeitskrästen zweckmäßig und erwünscht, daß die Verbraucher die Kohlenhändler bei dem Abtragen der Kohlen unter st ützcn. Die Kohlenhändler dürfen daher solche Personen, die ihnen eine der- artige Unterstützung gewähren, vor anderen beliefern. Tie ganze Verordnung ist insofern eine vorläufige, als gehofft wird, im Laufe des Winters der Bevölkerung weitere Kohlenmengen zuführen zu können. Da ihr Umfang aber in keiner Weise sicher ist. muß sich jeder Verbraucher äußerste Sparsamkeit zur Pflicht machen. Wir halten die Zuteilung der Kohlenmengen an die einzelnen Mietergruppen für unglücklich und für unhaltbar. Die Men- gen für die kleinen Wohnungen sind viel zu gering. Für ein heiz- bares Zimmer lodcr Küche) werden nur 5, für zwei heizbare Zimmer(einschl. Küche) nur 10 Zentner abgegeben; wer aber 4—5 oder mehr als 5 heizbare Zimmer mieten kann, dem stehen 20 bzw. 30 Zentner zur Verfügung. Der Wohlhabende wird natür- lich soviele Zimmer nicht heizen, dafür aber die anderen Zimmer um so besser beheizen können. Der Kleinmieter, der sich auch nicht in dem Maße wie sozial Bessergestellte durch warme Kleidung und zweckentsprechende Ernährung gegen die Kälte schützen kann, ist gegen jene aufs ärgste benachteiligt. Das Oberkommando hat vor Erlaß der Verordnung zwar die Gemeindebureaukratie und die Kohlenhändler, nicht aber die Vertreter der Verbraucher gehört. Im anderen Falle würden die Bestimmungen den hier aufgezeigten schtoeren Mangel wohl nicht enthalten. Es ist aber noch genügend Zeit, dies nachzuholen. Ein Jahr Berliner Volksspeisung. Am 10. Juli 1916 wurde die erste Zentralküche in der Markt- halle Wvrlber Straße-Tresckowstraße mit zunächst acht Ausgabestellen eröffnet. Im selben Monat folgten die Küchen II in der Turnhalle Grannstraße. III auf dem städtischen Vieh» und Schlachthof und IV ans dem Grundstück der Gasanstalt in der Sellerstraße, im August die Küchen V in der Zentralmartthalle am Alexander- platz und VI in der Marktballe Pücklerstraße, schließlich im September die Küche VII in der Markthalle am Armin iusplatz, Vlll in der Markthalle Luisenufer-Dresdener Straße und IX in der Markthalle am Marheineckeplotz; nach einem längeren Zwischenraum dann noch im Februar 1917 die Küche XI auf dem Grundstück des Wasserturms in der Beliorter Straße. Die in einem Speichergrundftück in der Lohmühlenstraße errichtete Küche X ist bisher ihrem Zwecke noch nicht zugeführt worden. Die Zahl der Ausgabestellen beträgt gegenwärtig 66. Am 1. Oktober 1916 bat die städtische Volksspeisung auch die bis dahin vom„Verein für Kindervotkslüchen und Volkskindcrhorte" besorgte Speisung bedürftiger Schulkinder übernommen. Die Zahl der Teilnehmer unterlag erheblichen Schwankungen. In den letzten Wochen ist sie bedeutend gestiegen. In der ersten Woche des Oktober 1916, also nach Inbetriebnahme der ersten neun Küchen und nach Uebernahme der Schulkinderspeisung ist an 53 187 Personen täglich Essen verabfolgt worden. Im Februar 1917 stieg die Zahl auf 152 730 täglicher Teilnehmer, während sie im April 1917 aus 117156 herabging; für die gegenwärtige Woche ist sie wieder auf 171597 tägliche Teilnehmer gestiegen. Eine Reihe von Fabrikbetrieben sowie auch von Behörden, im gan,en zurzeit 110, entnehmen für ihre Angestellten Essen in größeren Mengen. Kein„Kriegsmus" im nächsten Winter. Eine für die Lebensmittelversorgung unserer Bevölkerung im nächsten Winter besonders ersteuliche Nachricht geht uns zu. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat sich infolge der schlechten Er- fahrungen mit dem durch Zusatz von Kohlrüben„gestreckten" Kriegs- mus entschlossen, für das kommende Wirtschasisjahr auf die Ver- Wendung von Kohlrüben zur Marmeladenherstellung vollständig zu verzichten. Es wird also kein„Kriegsmus" in dem üblen Sinne mehr geben, wie es wohl alle Schichten der Bevölkerung leider bis in die letzte Zeit hinein llnnen gelernt haben. Im nächsten Winter wird es lediglich Kriegsmus geben, das aus mehreren Obstsorlen zusammengekochr ist— eine Herstellungsweise, die in vielen Haus- Haltungen schon im Frieden mit bestem Eefolge angewendet worden ist. Das„Kriegsmus" war in gewisser Hinsicht eine der schlimmsten Prüfungen, die unserer Bevölkerung msterlegt wurde. Das Ergebnis war denn auch, daß die Gemeiriden zuletzt das Kriegsmus freihändig in beliebigen Mengen abzusetzen versuchten, und als sie es auch auf diese Weise nicht verkaufen konnten, der Kriegs- marmeladengesellschaft überhaupt nicht mehr abnahmen. Diese Gesellschaft hat ungeheure Mengen von Kriegs mus zurückbehalten, die jetzt wertlos sind. Erwischte Schleich- und Kettenhändler. Das KriegSwucheramt faßte eine Gesellschaft von acht Ketten- Händlern ab. die 100 Zentner Schinken und Speck zum Preise von 8,40 M. das Pfund verschieben wollten. Die Ware, als deren Eigentümer sich ein gewisser Friedrich Knapp bezeichnete, wurde aus einem Fabrikhos in Weißensee vorgefunden und beschlag- nahmt.— Ein anderes Kettenhandelsgeschäfr, an dem sieben Per- sonen beteiligt waren, konnte das Kriegswucheramt verhindern, indem es für 50 000 M. Leberwurst in Dosen beschlagnahmte, als deren Besitzer sich ein B a n k i e r M e h r d o r f in Nikolassee aus- gegeben halte. Die Ware lagerte in einem Speditionsgeschäft in der Reichenberger Straße.— I» der Schlegelstraße 4 nahmen Beamte des Kricgswucheramts dem vielfach vorbestraften Fuhr- Halter Jhloss zwei geschlachtete und vier lebende Rinder ab. An der verbotenen Schlachtung waren beteiligt der Techniker Erich M estr z e l, der Chauffeur Otto Baumgart und der Händler Julius Maddee, die sämtlich festgenommen wurden.— Wegen verbotener Schlachtung wurde festgenommen der Schweinemästcr Wilhelm Kurzweg. Weißensee, Charlottenburger Str. 78. Dieser halte aus einem Platz gm Wedding, in der Stahlheimer Straße 28, der dem Hausbesitzer Grimm gehört, ein Rind geschlachtet und zerlegt. Das Fleisch und noch 30 lebende Schweine konnten beschlagnahmt werden.— Der Handelsmann Jung, Groß- görschenstr. 37, schlachtete heimlich in seiner Laube in Werneuchen ein Schwein, das er ebenfalls dem-Kriegswucheramt ausliefern mußte._ Auskunft für Kriegsbeschädigte. Wir werden gebeten, darauf aufnierksam zu machen, daß auf Veranlassung eines Ausschusses von cutlassenen Kriegsteilnehmern und Kriegsbeschädigten in der Linden- straße 114<3 Treppen, Fahrstuhl) jeden Mittwoch abends 7— 8 Uhr eine Sprechstunde eingericblet ist, in der ein kriegs- beschädigter Rechtsanwalt Auskunft erteilt in allen Angelegenheiten, in denen Kriegsbeschädigte juristischen Rates bedürfen. Kosten ent- stehen den Auskunflsuchenden nicht. Gegen den Vorwurf des Schleichhandels, der dem Feinkosthandel in dem bekannten Erlaß des Ministers des Innern an die Regie- rungspräsidenten gemacht wird, verwahrt sich der Reichsverband deutscher Feinkostlausleute e. V. in einer Eingabe au den Minister des Innern. Er behauptet, daß gerade der Feinkosthandel selber am allermeisten unter dem Schleichhandel zu leiden habe, der in der Regel von Einzelpersonen gelrieben werde, die nie im Handel tätig waren, aber m verwandtschaftlichen und anderen Beziehungen zu den Produzenten stehen. Unfall auf der Grünauer Uferbahn. Ein schwerer Zusammen- stoß auf der emgleifigen Grünauer Userbah», bei dem mehrere Personen verletzt wurden, erfolgte am Sonnlag gegen 8 Uhr abends. Entgegen der Vorschrift setzte der Führer eines von Schmöckwitz kommenden Zuges nach längerem Warten an einer Weichenstelle seinen Weg fort, anstatt den aus der entgegengesctzten Richtung kommenden Zug abzuwarten. Die Folge mar ein Zusammenstoß. der erheblichen Materialschaden zur Folge hatte. Mehrere Personen wurden schwer, neun leichter verletzt.— Die Fahrgäste waren sehr ungehalten darüber, daß der Verkehr nicht durch Umsteigen vor und hinler der Unfallstelle aufrechterhalten wurde. Großfcucr kam am Sonntag, nachts, aus bis heute nicht er- mitteller Ursache auf dem 3. Hofe des großen Grundstückes Schön- hauser Allee 78 zum Ausbruch. Dort stand der Seitenflügel in großer Ausdehnung in Flammen. Die Gefahr war erst bemerkt worden, als die Flammen hell aus mehreren Bodenluken empor- loderten und dicker Oualm die Treppen um den Hos füllten. Die Feuerwehr fand einen ausgedehnten Brandherd vor und mußte längere Zeit mit mehreren Schlauchleitungen löschen, um eine weitere Ausdehnung des Brandes�zu verhüten. Der Dachstuhl ist nieder- gebrannt. Die oberen Stockwerke haben nur wenig durch Wasser gelitten. Mehrere Mieter sollen empfindlich geschädigt sein durch den Verlust von Habe in den ausgebrannten Bodenkammern. Neukölln. Umtansch schlechter Eier. In unserer Bevölkerung wird lebhaft darüber Klage geführt, daß sich die Eierhändler weigern, schlechte Eier umzutauschen. Wie uns der Magistrai mit- teilt, ist diese Weigerung durchaus unberechtigt, sofern das Publikum schlechte Eier innerhalb 3 Tagen zurückbringt. CZpenick. Lebensmittel. Stadtseitig verteilte Lebensmittel ge- langen vom Donnerstag, den 12. Juli, ab in den Lebensmittel- Handlungen der Stadt zum Verkauf. Spandau. Lebensmittel. Die Fleischverkaufsstellen find von Mittwoch, den 11. d. Mts., vormittags-7 Uhr bis Donnerstag, den 12. d. MtS., abends 8 Uhr, geöffnet. Von Sonnabend, den 14. d. Mts., vormittags 7 Uhr ab bis einschließlich Sonntag, den 15. Juli, wird nur Fleisch auf Reichsfleischkarte verkauft. Weißensee! Lebensmittel. In der laufenden Woche dürfen zu- nächst auf die Abschnitte 631 und g der Kartoffelkarte je 70 Granim Mehl oder je 100 Gramm Gebäck entnommen werden. Ueber die Verwendung der Abickmitte 63a, i und n ergeht noch besondere Bc- kannimachuug. Auf Abschnitt 63a und b köniien je 250 Gramm Gemüsekonserven und auf die Abschnitte 63o und ck je 125 Gramm Suppen oder Hasernährmittel entnommen werden. Bei den Kon- serven und Suppen kann ein Unterschied zwischen den einzelnen nicht gemacht und deshalb Anspruch aus eine bestimmte Sorte nicht erhoben werden. Sie sind alle als gleichwertig zu behandeln. Die Entnahme muß in dem Geschäft stattfinden, in welchem der Inhaber der Kartoffelkarten sich angemeldet hat. Außerdem sind in den Gc- meindeverkaufsläden erhältlich: Brotaufstrich. Stockfisch, Klippfisch, Fischpudding, Heringe in Brühe, Muschelfleisch in Gallert, Mittags- fisch(gebratener Schellfisch)._ Niederschönhimsen. Lebensmittel. In dieser Woche gelangen zur Ausgabe 70 Granim Sago zum Preise von 12 Pf. oder 70 Gramm Suppensabrikot(9 Pf.), sowie 125 Gramm Teigwaren (18 und 13 Pr.), 375 Gramm Sauerkohl, Auslandsware,(27 Pf.) und 1 Pfd. Marmelade tAepfel-Pflaumen. 50 Pf.)— Für schwangere Frauen und kranken Personen über 70 Jahre ist Reis überwiesen, von dem pro Woche Vs Pfund abgegeben werden. Anmeldungen bis spätestens heute 1 Uhr gegen Vorlegung eines ärztlichen Attestes bei kranke Personen, der Stillbescheinigung resp. einer Bescheinigung des Mütterheims in Pankow für Frauen.— Durch die Brolkommisjare gelaugt bei der Neuausgabe der Lebensmittelkarte gleichzeitig die Käsekärte zur Ausgabe, auf welche zirka Vr Pfd. ausländischer Fettkäse entnommen werden kann.— Von heule ab gelangt ein kleinerer Poste» Eisig-Sardineu zum Verkauf im Gemeindeladen. Der Preis pro Faß beträgt 6.90 M. Ebendort gibt es auf Lebensmittelkarte Vz Pfd. Deltlateßheringe zum Preise von 1,50 M. Von Mittwoch ab gibt es auch bei den Geschäftsleuten norwegische Heringe in Brühe, in Dosen von zirka 2 Pfund, welche 5,60 M. kostet.— Für Kartoffeln werden zunächst für die 6 Abschnitte a, b, o bis Donnerstag 50 Gramm Gebäck pro Abschnitt verabfolgt. Bulter 50 Gramm, Margarine 30 Gramm.— Die für die Volksküche reservierten alten Kartoffeln sind verbraucht, wofür jetzt mehr Mehl und Teigwaren benutzt werden sollen._ Rosenthal. Ncbcrschuß der Gemeinschaftsküche. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde mitgeteilt, daß die am 1. Juli 1916 eröffnete Gemeinschaftsküche in den ersten zehn Monaten einen Ueberschuß von 2000 M. ergeben hat. Es wurden in dieser Zeit 60 000 Mittagessen zu 50 Pf. ausgegeben. Im Hinblick hieraus tourde von sozialdemokratischer Seite der Antrag gestellt, den Preis flir die Portion auf 30 oder 40 Pf. zu ermäßigen. Die Mehrheit der Gemeindevertretung kam aber zn dem Ergebnis, vorläufig von einer Preisermäßigung abzusehen, weil in der nächsten Zeit mit erhöhten Ausgaben für alle Rohstoffe, Miete und Löhne gerechnet werden müsse._ Hroß-Herliner parteinachrichten. Charlottcnburg. Die Mitglieder deS Soz. Wahlvereins für Teltow-Beeskow iBezirk Charlottenburg) werden hiermit besonders auf die morgen Mittwoch, den 1 l. Juli, abends 8'/� Uhr, im Volkshaus(kleiner Saal) stattfindende Mitgliederver- sammlung aufmerksam gemacht. Die Wichtigkeit der Tages- ordnung. Stellungnahme zur Kreisgeneralvcrsammlung und Stellung- »ahme zum Parteitag, erfordert, daß die Mitglieder vollzählig er- scheine». Für den Vorstand: Joh. Schneider. Spandau. Die am Mittwoch, den 11. Juli, fällige Mitglieder- Versammlung des Wahlvercins kann nicht staufinden. Dieselbe findet voraussichtlich am Mittwoch, den 25. Juli, statt. Schöncbcrg. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am Millivoch, den 11. Juli, abends S1/» Uhr, bei Eggebrecht. Meininger Str. 8(Tunnel) statt. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Palteilog und zur streisgeneralvertammlung. 2. Abrechnung vom letzten Quartal. Da alle Äezirlssührer in der Versammlung anwesend sind, werden auch die fälligen Mitgliedsbeiträge ein- kassiert. Steglitz. Sozialdemokratischer Ortsverein. Mitt- wach, den 11. Juli, abends 8 Uhr. bei Clement, Düppelstr. 7, Mitgliederversammlung. Tagesotdnung: 1. Vortrag des Reichs- tagsabg. Heinrich Schulz: Der Parteitag in Würzburg. 2. AuS- spräche und evcnt. Antrüge. 3. Die Kreisgeneralversammlung und Wahl der Delegierten dazu. 4. Verschiedenes. Tegel. Der Zahlabend am Mittwoch, den 11., fällt aus, dafür findet ein Extra-Zahlabend am Mittwoch, den 13., statt, wozu sämt- liche Genossen, die aus dem Boden der Mehrheit stehen, eingeladen sind. Die Bezirksleitung. Reiilickciidors-Os». Morgen, abends S'/a Uhr, bei D ö l ch n e r, Residenzstr. 50(Ecke Marlstraße), gemeiistamer Zahlabend. Alle Parleigenosseu und„Vvrwärls"-Leser Huben Zutritt. Trrptow-Bauwschulcnweg. Der Sozialdemokratische Verein hält am Mittwoch, den 11. Juli, abends 8l/g Uhr, bei Geyer, Treptow, Parkstr. 2, eine Generalversammlung ab: 1. Vortrag: Der Parteitag in Würzburg. Referent Genosse Krüger- Cöpenick. 2. Stellungnahme zur Kreisgeneralversamm- lung und Wahl der Delegierten. Kaulsdors. Mitgliederversammlung am 11. Juli. abends 8lit Uhr, im Lokal von O. H a m p e l, Hönower Str. 5. Tagesordnung: 1. Berichte: a) von der Generalversammlung, b) der NezirkSleilung, c) dcS Kassierers. 2, Sektere Etellyng- nähme üu der Lebensmittel- undKohlenversor- g u n g. L. Berschiedenes. Die Bezirksleitung. Bohnsdorf. Die Mitgliederversammlung findet nicht am Mitt- woch, 11. 7., sondern erst am Donnerstag, 10. 7., statt. Johannisthal. Die Mitgliederversammlung findet erst in der nächsten Woche statt. Wcihenscc. Morgen, abends 8l/„ Uhr, Iahlabend bei Stacrke, Charlottenburger Str. 3. Mttglicder'iverdcn aufgenommen. Znöustrie unö Handel. Der Kurs der Neichsmark konnte durch die bekannten Goldversendungen der Rcichsbant leider nur ganz vorübergehend nach oben beeinflußt werden. Seitdem ist die Mark wieder gesunken. Sonnabend wurden für IkW M. nur 69,50 Fr. in Zürich gMhlt. Im Gegensatz zum Sinken des Markkurses vor einigen Wochen solgcn diesmal die Notierungen ausländischer Zohlungsniittel an der Berliner Börse der Bewegung des Markkurses im NuSland, woraus zu schließen ist, daß die Rcichsbank mit einer längeren Dauer der jetzigen WährungSvcrhältnisse rechnet. Die KrtegSle?er-A..T. Eine von einigen Zentrumsabgeordnetcn im Reichstage ein- gebrachte Anfrage wirft ein eigenartiges Schlaglicht auf die Prinzipien, nach denen in der Kriegsleder-Ä.-G. gearbeitet wird. In der Anfrage wird festgestellt, daß die Gesellschaft noch Ende April die Waldbesitzer aufgefordert hat. so viel als möglich Rinde zu gewinnen und zur Verfügung zu stellen. Das sei vater- ländische Pflicht, und die Verantwortung für eine spatere Gerb- stoff- und Lederknappheit mit ihren unübersehbaren Folgen für Heer und Reich würde die Waldbesitzer treffen, wenn sie nicht die ihnen möglichen Mengen Gerbrinde heranschaffen würden. Da- nach mußte angenommen werden, daß die aufbereitete Rinde gute Abnahme findet. Statt dessen hat die Gesellschaft alle Angebote aus Fichienrinde zurückgezogen und sämtliche Rindeneinkäuse vorläufig eingestellt. So ergibt sich das merkwürdige Bild, daß mitten in der Kriegsnot bei größtem Leutemangcl und dringendsten sonstigen Arbeiten von obenherunter zum Rindenschälen energisch aufgefordert ivird und die geschälte Rinde dann unverkäuflich bleibt. Der Reichskanzler wird aufgefordert, bekanntzugeben, was er zu tun gedenke._ Russisches Metallausfuhrverbot. Cin russischer RegierungS- erlaß verbietet die Ausfuhr von Kupfer. Blei, Zinn, Nickel. Zink, Alu- mimum, Mangan und Antimon aus Rußland nach Finnland. Gerlchtszektung. Gefängnis für Kohlenwucher. Eine empfindliche Strafe batte das Schöffengericht Berlin-Mitte über den Kohlenhändler Otio H o r st verhängt, indem es ihn wegen KriegSwucherS mit Preßkohlen zu einem Monat Gefängnis verurteilte. Er Halle Ilse- Brikells zu 2 M. das Hundert anstatt 1.20 M. verkauft. Seine Berufung wurde von der Strafkammer verworfen. Mus aller Welt. Zahlreiche größere Erdbeben haben nach römischen Blättern in den letzten Tagen wieder in Mittel-Jtalien stattgefunden. Das Zentrum der Erdbeben dürste in der Gegend von Ricti liegen. rsetterauSfichten für das mittlere Norddeutiailand bis Mittwoch mittag. Vorwiegend trübe mit weit verbreiteten, ösUich der Oder vielfach stärkeren, im Westen meist geringeren Regenfällen bei wenig veränderten Temperaturen; später im Westen vorühergchende Aui- heiterung. A.3ai\dorf&0 Belle-Allinnce-Strasse Gr. Frankfurter Strosse Brunnen-Strosse Kottkoser Damm Ulllmersiiorter Strasse Y erlangen Sie bei Einkäuten Rabattmarken Bunt-Porzellon 3 FrQhstucksteller mit Goldrand und FrachtTenierg. 95 pi. MM Porzellan 95 pi. III 4 Milchtöpfe"evÄe„rgGsafz95 p.. 4 KatfeebecheP ÄhÄ 95 2 Kaffeetassen mit Untertassen, reichen Verzier., sortierte QR Formen � 6 Eierbecher dekoriert QC mitTablett 0 J PI. 4 Miltiuöpie Porzellen, mit reicher Verzierung �5 p. 3 TiktoriabMl SS lUnlelltp Porzellan, 1 mit Goldrand n.' l'ruchtveriierg.J 95 Ft 1 Teekanne?Lenr.rzi.r. 95 Pf. 1 Butterdose V"nh„V 95 p. I Salatschale TndÄnd"'. 95 1 Porzellantablett Irefch 1 zosammcn 1 Zuckerdose bw« verziert 1 i xiuaauin 95 pf. 1 Milchtopf 1 Blumenvase vitfÄ. 95 OlrtHhafts-flrtlKel 1 Abstäuber.............. 95?«. 1 Kleiderbürste.......... 95 1 Gebäckkasten;ren.d-. 95 pi. 1 Glanzbürste............ 95 n 1 Kuchenblech........... 95 1 Brotmesser.....•...... 95 pr. 1 Kannenuntersatz 1 Pfeffermühle........... 95 p« 1 Vorratsdose dekoriert 95 pf 1 Backform............... 95 n. 1 Brotkorb 1 flbstkuchenform........ 95 pr. 1 Tablett mit bunter Einlage 95 Pf. 1 Einholtasche 95 pi. 1 Springform............. 95 pi. 2 Fleischbretter.......... 95 pl Porfumerle SMmn 50 Brietliogen.......... 50 Umschläge äT". l Priellilook 05 1 Kasten 35« 185 I Pl. pi. mos 3 Likörsohalen......... 95 k. 1 Blumenvase farbig, et-QR_. wailomOat,f- 1 Obstschale mit l hohem Fuss' IK&seylockBgrow,«e reiches Preeimneter" IWasserkaraffeQR.,, mit Gla».......... 03 PL 3 Wassergläser qs mit Randverzierung. Pf. 1 Blumenme KÜST 05 1 SalatsDliiisssl SJ.T..., 05 n. Formen, eohwerezPressmueter IButter- groes, reich. Preet- f m aeter 3 Weingläser Ä* 1 Butterdose........ 1 Zuckerschale...... 1 Fruchtschale �„chen. Steingut UstOKSiOllED Toilettepapier 95 ph 3 Vorratstonnen......... 95 1 Essig- oder Oelflasche mit Delltdekor 95 p». nitur-Xanne dekoriert 9 5 Pt. 1 Waschgarnitur- Schüssel dekoriert..................... i'a l Nachtgeschirrdekoriert.. 95 pe 3 Gewürztönnohen mit Delltdekor 95 pr. 4 Kaffeetassen 95 6 Obertassen �••.Äm' 95 IVorr&tstonne viereckige Form Delltdekor 95 pf. 1 Bratenplatte Tc* 95 pf. 1 Blumenkübel u.joiika... 95 pi 1 Salzmeste............... 95 pi. 1 Mehlmeste.............. 99 pl IPoslkarteo- lÖÜP] tchdne Einband 95» Spezialarzt Dr. med. Colomann f Geschlechtskrankh, Haut-, Harn-, Frauenleid., nerv. Schwäche, Beln- kranke, Ehrllch-Hntn-Kuren (Dauer 12 ll'axe). Behandlung schnell, sicher u. schmerzlos oh.Berufsstör. i. Dr.Homcj'er A Co. Konz. Labor, f. 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Hsndwerker sollen nicht verslutnen, Ihre Kenntnisse und Fertigkeiten der kommenden Zeit anzupassen, um teilzunehmen in den wirtschaftlichen Erfolgen, die naturgemäß das Ergebnis des gewaltigen Ringens sein müssen. Das beste Mittel, rasch und gründlich, ohne Lehrer, durch einfachen Selbstunterricht eine gründliche Ausbildung In technischen Wissenschaften zu erwerben, sind die technischen Selbst- unterrichtfwerke„Sy«t.Kaniack« Hachfcld". 80 S. starke Broschüre kostenlos» Bonness J> Hochfeld, Potsdam. PoiKactt 187/ Spezial-Arzt Dr. med. Ha«che, Frlidilchslr, 90«Äffl., Behandl. von tiyptatli«, Haat-, Hapii-.Francnleid.,(pe5.d|ton. Fälle. Ehrlich-Hata-Kuren, schmerz- lose, kürzeste Behandlung ohne Be- russilörung. Bluluntersuchung. Max. Preife. Teilzahlung. Sprechstunden IW uai ir-di,«onai. U— h Nr.ISH— 1�17 Unterhaltungsblatt öes vorwärts Dienstag, IS. �luli Stockholm in öer Hefihichte. Der internationale Sozialistenkongreg in Stockholm lenkt aller blicke nach der schwedischen König�sladt. In dem Grauen des Weltbrandes, in dessen endloser Nacht wir den Morgen eines neuen Tages ersehnen, steht wie ein Symbol serner Zukunft die merk- würdige Jnselstadt, die gerade in dieser Jahreszeit nur Tage und keine Nächte kennt. Kaum eine schwache Dämmerung ist es, die sich für ein paar Stunden zwischen einem und dem anderen Tag über Stockholm senkl. Steht man um Mitternacht droben am Lejonbaken. der mächtigen, von Löwen flankierten Granitramp«. die zum EingangStor des Schlosses führt, so grüht noch von überallher waches Leben herauf. Die gelben Segel stehen auf Niddar ffjörden und SallSjön und drängen sich durchs Labyrinth der Schären, über dem Mälarsee liegen vor dem zortgrauen Nachthimmel die Rauch- streiten der Dampfer und ohne Pause flutet der Verkehr über die Nordbrücke. Hier oben, wo das Schloß die Insel Staden und damit Stock. Holm überhaupt beherrscht, stehen wir im Herzen de« Landes. das, eingeschmiegt zwischen die hohen Kämme der Berge und den Boitnischen Golf, seit bald einem Jahrtausend aus dem Dämmern der Sage ins helle Licht der Geschichte gestellt, sich in vielen Fährnissen zu behaupten wußte. Seit genau 730 Jahren ist Stockholm Schwedens Herz, von hier aus trugen seine Könige die Waffen weit nach Osten gegen Finnland und in« Reich de« weißen Zaren, hier hatten sie ihr Bollwerk gegen die Feinde. die sich— Dänemark voran— aus Süden immer wieder heran« drängten. Im Jahre 1187 hat Knut Erikson an dieser Stelle eine Burg gegen die Esten gebaut und Birger Jarl, der erste aus dem Geschlecht der Folkunger, erhob die klein« Anstedlung, die sich unter den Fittichen der Burg gebildet hatte, zur Hauptstadt des Reiches. Nach zweihundert Jahren, in denen Schweden immer wieder um feine Freiheit kämpfte, war es Johann I. von Dänemark, der sich in Stockholm zum König von Schweden krönen ließ, nachdem er die Stadt erobert hatte. Das war 1437, und bereit« vier Jahre darauf nahmen die Schweden Stockholm wieder ein. Hier in Stock- Holm war es dann, wo im Jahre 1520 Christian 7l. von Däne« mark, nachdem die Hauptstadt vor ihm kapituliert, da» berüchtigte «Stockholmer Blutbad"' anrichtete und, vertragsbrüchig, auf dem großen Marktplatz 34 der ersten Bürger der Stadt, die er als Dänengegner kannte, enthaupten ließ. Sein Treubruch entflammte das Land und drei Jahre darauf fiel die Stadt in Gustav WasaS Hände, der. kurz vorher zum Schwedenkönig erwählt, von hier aus Finnland eroberte. Stockholm steht in den folgenden Jahrhunderten immer wieder im Brennpunkt des europäischen Interesses, Schweden wird zur ersten nordischen Macht, zur Großmacht überhaupt, und Stockholm erlebt seine Glanzzeit, bis unter Karl XII. im Slockholmnr Frieden der Zerfall des weit ausgedehnten Reiche? seinen Anfang nimmt. Mehr als einmal ist vor Stockholms Toren viel Blut geflossen, und nichr weniger als 0000 Fahnen stehen bei den KönigSgrüften in der Rrddarholmskirche und erzählen von der Vergangenheit. Vielleicht aber wird ihre Gegenwart wieder von historischer Be« deutung werden und neue Wege für den Erdteil finden, als dessen Symbol die große Bronzegruppe Molin» an der Nordseite des Stockholmer NationalmujeumS erscheint.«Bältespännare*— .Gürtelipanner' heißt die Gruppe und stellt zwei Männer dar, die >n heißem Rivgeu gegeneinander stehen, aber durch einen Gürtel zusammengebunden sind— Feinde, ober doch im tiefsten Grunde ihres Wesens zusammengehörig. Ein rätselvolles Pflanzengeschlecht. Wxr jetzt m den heißen Sommertagen einen kühlen Wald auf- sucht, kann nichr achtlos an den zierlichen Blättcrbüschen vorüber- gehen, die wie stammlose Palmen den Waldboden bedecken und die gerade jetzt in ihrer üppigsten Entfaltung stehen. ES sind dies die Farne, die wir auch mit den nicht gerade schönen Namen Farn- kräuter belegen. Der Name Farn geht auf denselben Ursprung zurück wie das altindische Wort parna, das soviel wie Flügel oder Feder bedeutet: Farn heitzr also soviel wie fedcrförmiges Blatt. Die Naturkundigen belehren un« freilich, daß das Blatt der Farne streng genommen kein Blatt ist wie dasjenige der Rosen, Eichen und so weiter. Die Farne gehören zu den Kryptogomen, wie sie Linne ge- nannt hat, d. h. zu den im Verborgenen sich befruchtenden Pflan- zen. Es fehlt also den Farnen im Gegensah zu dem Blatt die Blüte, ihr.Blatt" ist ein selbständiger, keiner Vergleichung unter- worfcndr Teil, und man tut besser daran, es nicht als Blatt zu bezeichnen, sondern eS mit der besonderen Benennung Wedel zu belegen. Betrachtet man die Rückseite eines Farnwedels genauer, so entdeckt man auf ihr längs des feinen GeäderS verteilt die zahl- reichen gruchthäufchen, die in besonderen Samenkapseln die zur Fortpflanzung bestimmten unzähligen Keimkörner enthalten. Man hat berechnet, daß ein großer Farnivedcl über 1200 Fruchthäufchen /aufweist, in denen sich über eine halbe Million Samenkapseln und in diesen über 15 Millionen Kcimkörner befinden. Man unter- scheidet streng die Kcimkörner oder Sporen der Kryptogamen von den Samenkörnern der Phanerogamen, die immer schon einen vor- gebildeten Keim enthalten, während die winzig kleinen Sporen der Kryptogamen die Anlage der jungen Pflanze beim Keimen erst bilden. Da früher die Kenntnis der Sporenkörpcr»nd die Entstehung der Pflanzen aus ihnen gänzlich unbekannt war, so fand hier der Aberglaube ein leichtes Spiel, und man brachte die Pflanze nni dämonischen Kräften in Verbindung. Man sagte sich, daß die Pflanze Samenkörner haben müsse, um sich fortpflanzen zu können, und man maß diesen nun die Kunst zu, sich unsichtbar zu machen. Nur besonders bevorzugten oder mit bösen Geistern in Verbindung stehenden Menschen sei es möglich, in den Besitz des rätselhaften Samens zu gelangen, der auch seinem Träger die Gabe der Unsichtbarkeit verleihe. Noch andere wunderbare Kräfte schrieb man dem Samen zu. Sein Besitzer erfreute sich einer un- venr-clklichen Jugend und verfügte über übermenschliche Kräfte. Wer den Samen bei sich trug, dem wurden alle Wünsche erfüllt, und legte man den Farnsamen zu seinem Geld«, so bewirkte er, daß sich dieses trotz aller Ausgaben nicht verringerte. Dieser uns heute sonderbar anmutende Aberglauben ist aber immerhin ein Ausdruck dafür, wie manche Naturerscheinung nie aufhört, den menschlichen Geist zu beschäftigen, bis nach vielfachen Irrwegen die wissenschaftliche Forschung die richtige Lösuna finden vermochte. Die moderne Naturwissenschaft hat das Rätsel der Fortpflanzung der Farne ergründet. Sie hat auch festgestellt, daß diese Pflanzcnart in den feuchten Wäldern der heißen Zone noch heute Äaumfarne aufweist, die eine Höhe von 15 Metern und darüber erreichen und die riefige Wedel tragen. Die Wissenschaft hat uns aber noch weit mehr enthüllt. Sie hat uns gezeigt, daß einst vor Millionen von Jahren in unseren Breiten bei gänzlich anders gearteten klimatischen Verhältnissen noch riesigere Baum- farne standen, die in Riesenwäldern Ivette Striche bedeckten und deren gewaltige Stämme dann vom Meer überflutet und von den festen Bestandteilen der Meeresfluten begraben, unter dem starken, Jahrtausende anhaltenden Druck sich in starke Steinkohlenflöze ge- wandelt haben. Die reizvollen und zierlichen Farnwedel, die uns heute im Waldesschatten erfreuen, sind also die recht winzig ge- wordenen Nachkommen der riesigen Baumfarne, die unS vor Millionen Jahren den Stoff zu unseren Steinkohlen geliefert haben. Die Seife im Kriege. Liebig hat als Maßstab sür den Kulturgrud eines Volke? seinen Verbrauch an Seife bezeichnet; sollte das wirklich gelten, so wären wir heute recht übel dran, denn das bißchen Seife, da« un» die Seifenkarte zugesteht, kann uns keinen sehr hohen Platz erringen. Freilich ist unser Seifenverbrauch noch immer reichlich so groß wie der unserer Vorfahren vor hundert Jahren. Für so viele Reini- gungsarbeiten, für die früher Sand und ähnliche Stoffe ausschließ- lich verwendet wurden, wie z. B. Scheuern von Fußböden, Treppen, ja sogar der Straßen nahmen wir aus Bequemlichkeit Seife und verschwendeten so die darin enthaltenen wertvollen Fette. Da diese technischen Fette, wie man sie nennt, zum größten Teil aus dem Auslande stammen, schufen wir damit eine Abhängigkeit vom Aus- lande. Wie der Mensch die reinigende Kraft der Seife erkannt und Seife überhaupt herzustellen gelernt hat, ist noch in vollständige Dunkelheit gehüllt. Jedenfalls ist die Kenntnis uralt. Die reinigende Wirkung der Seife beruht auf den darin enthaltenen Alkalien. Alkalien gewann man ursprünglich durch Verbrennen von Pflanzen: Soda aus See«, Pottasche aus Landpflanzen, in deren Asche sie vorkommen. Vielleicht bat ein Höhlenbewohner seine vom Wegräumen des Feuers beschmutzte Hand abgespült und gefunden, daß sie viel sauberer wurde. So mag diese Erfahrung in die Welt ge- kommen sein. Zweifellos sind lange Zeit hindurch die Alkalien, Soda und Pottasche, unmittelbar zur Reinigung benutzt worden wie eS in der Wäscherei noch heute geschieht. Ihre große Wirkung beruht auf ihrer auflösenden Kraft gegenüber Fetten. Unser Körper scheidet au« den feinen Hautdrüsen, die gewöhnlich die Poren heißen, eine Menge Fett aus, an dem der uns anfliegende Schmutz kleben bleibt. Da hilft denn auch kein Scheuern und Schaben, das Fett und der von ihm festgehaltene Schmutz sind nicht wegzukriegen. Erst wenn durch Verwendung der Alkalien das Fett' gelöst ist, kann vollständige Sauberkeit erreicht werden. Die Alkalien in reiner Form reizen aber die Haut ganz beträchtlich, man suchte nach einer Form, in der sie so abgestumpft sind, daß sie nicht mehr reizen können, und fand sie in der Seife. Bei dieser ist das Allali mit einer Fettsäure verbunden und dadurch abgestumpft, wenn man sie aber in Waffer auflöst, wird ein Teil des Alkalis frei und kann da« Körperfett auflösen. Der Rest bildet ein neue», settsaureS Alkalisalz, das in feinen, glänzenden Schüppchen ausscheidet und den farbenschillernden Schaum bildet. Dieser Schaum, in dem viele die Hauptsache beim Waschen er- blicken, wirkt aber durchaus nicht schmutzlösend, wie gewöhnlich angenommen wird, sondern unterstützt nur die schwemmende Wirkung des Wassers. Wenn nämlich durch die Auflösung des Körperfeltes die Schmutzteilchen frei und beweglich geworden sind, dann hängen sie sich an den Schaum und können mit diesem zusammen abgcspnlr werden. Unsere Kriegsseife, die fettarm ist. kann also, obwohl sie nur wenig schäumt, doch recht wohl reinigend wirken, nur mutz man die Haut mehr reiben, um die Schmutzteilchen abzustreifen. Das vorbilü ües �Valöwebens". Das..Waldweben", das in Wagners„Siegiried" vorkommt, ist keineswegs eine Slhöpfnng der Pbantasis des Tondichters, sondern eS bandelt sich um ein Naturgeräusch, und zwar um einS, dessen Beobachtung gar nickt besonders schwer ist, wenn man einnial aus seine Quelle aufmerksam gcmackl worden ist. Ein Mitorbcilcr der.Bayreuther Blätter", Karl Vollmöller, macht hierauf auf- merksam. Vor einiger Zeit bereits kam er durch einen Zufall auf die Quelle des..WaldwcbenS": eS war an einem schöne», sonnigen windstillen Tage; er ging von Tölz in Oberbayern nach Fiichbach, und sein Weg führte ihn an euicr kleinen Schlucht hin. in deren Grund ein munteres Bächlein fließt. Am Rande stehen hochstämmige Tannen, die ihre Wipfel im Sonnenschein baden. In den Wipfeln nun hörte er ein Summen wie von unzähligen Bienen, und schnell und deutlick erkannte er zu seinem Staunen den Rhythmus des WaldwebenS I Bienenschwärme waren nun nicht vor- handen; daS.Waldweben" mußte mithin rein physikalisch erklärt werden, und Vollmöller nimmt an, das Geräusch käme durch den Ausgleich zweier verschieden warmer Luftschichten zusammen; in her Scklucht ist die Luft kühler, in den Tannenwipseln dagegen wärmer, und dadurch sollen die Nadeln der Tannen in rhythmische Bc- wegungen versetzt loerden. Die Fachgelehrten wer.den nachzuprüfen haben, ob diese Erklärung richtig ist, oder woraus das.Waldweben" sonst beruht; an der Richtigkeit der Beobachtung ist nach Voll- möllerS Angaben wohl nicht zu zweifeln. Er hat das Natur- geräusch nicht nur einmal, sondern des öfteren an verschiedenen Orten gehört. Laubholzbäume bringen es unter den gleichen Um- ständen nicht hervor, sondern es ist auf die Nadelhölzer beschränkt. Bedingung für die Erscheinung ist eine Schlucht mit Nadelhölzern, deren Wipfel dem Sonnenlichte ausgesetzt sind. Wenn kein Sonnen« schein vorhanden ist oder der Wind geht, ist das Waldweben nichr zu hören. Man vernimnit es nur bei sonnigem, warmem Wetter und fast völliger Windstille. Es ist recht wahrscheinlich, daß Wagner bei einem Spaziergange das.Waldweben" gehört und daß sein feiner musikalischer Sinn sich sofort dieser Erscheinung bemächtigt hat; auch die Szenenangabe am„Siegfried" spricht dafür, denn er schreibt einen Ort vor, der dem oben beschriebenen ähnelt. Notizen. — Treptow-Sternwarte. Ueber die letzte totale Mond- finster nis vom 4. Juli und deren Beobachtungen sowie über neue Mondprobleme wird der Direktor der Sternwarte, Dr. Archen- hold, am heutigen Dienstag, abends 7 Uhr, einen Vortrag unter Vorführung zahlreicher Lichtbilder eigener Aufnahmen im großen Bortragsaal der Treptow-Sternwarte halten. — Ein Andr�e-Gedenktag. Am 11. Juli werden es zwanzig Jahr, daß der schwedische Forscher Andräe seine berühmte Ballonfahrt zum Nordpol antrat, von der er nicht wiederkehren sollte. Mit seinem kühnen Plan leitete er eine neue Epoche der Ge- schickte der Polarforschung ein, da eS der erste Versuch war, die Flugkunst in den Dienst derselben zu stellen. Er entwarf den Plan schon 1895 und ließ, als die erforderlichen Mittel aufgebracht waren, auf Spitzbergen eine Halle, die zur Füllung des Ballons dienen sollte, errichten. Er gedockte die Fahrt 1896 zu beginnen, mußte seinen Plan jedoch wegen ungünstiger Verhältnisse bis zum folgenden Jahre anfsckieben. Im Juni 1897 war der Ballon reiscserllg, und am 11. Juli stieg Andr4e mit seinen beiden Gefährten Strindberg und Fränkel auf, um auf dem Luslwege die unerfoischtcii Gebiete zu durchdringen. Seitdem ist keine Kunde von den mutigen Männern mehr zu»mS gedrungen, und anck die Funde, die Gegen- stand eingehendster Untersuchungen und Nachforsckuiigcn waren, haben nicht dazu helfen können, den Schleier zu lüfte», der über das Schicksal AndröeS und seiner Begleiter gebrestet liegt. — DaS Jubiläum des Beton S. Heute, am 10. Juli, sind es 50 Jahre her. daß der Pariser Gärtner Joseph Monier sein später so bedeutsam gewordenes Patent auf den Beton—- zu Blumenkübeln!— erhielt. Monier war der erste, der Blumenkübel auS Zementmörtel und Eiseneinlage fertigte, später auch Patenic auf Brücken, Treppen und Eisenbahnschwellen ans Beton mit Eisen» einlage nahm. Das Glück mar dem genialen Gärtner abhold und er mußte 1870 seine sämtlichen Patente wegen Nichtzahlung der Gebühren verfallen lassen. Später nahm er aber neue Patente und es gelang ihm, seine Erfindung ins Ausland zu verkaufen- Bei uns erwarb sie Adolf Wayß, der mit der ,.Monier"-Bauweise in Berlin umfassende und sehr erfolgreiche Versuche anstellte. Ter Betonbau wurde dann besonders in Dcuffchland wesentlich vervoll- lommnet. 45] Der starte Nonn. Eine schweizerische OssizierSgeschichte von Paul Jlg. „Ich gestehe dir offen." fuhr der Pfarrer im Auf- und Abgehen fort,„trotz der Schande fiel mir ein Stein von der Brust, als deine Entlassung verfügt wurde.„Das kann viel- leicht seine Rettung sein," tröstete ich mich und die anderen in dem traurigen Augenblick. Das ganze Unglück rührte doch nur von deiner Vcrstiegcnhcit her. So wie du mit uns zer- fallen bist, hast du eben auch die Fühlung mit unserem Volks- tum verloren. Ich habe dich ja oft genug vor den Gefahren deines Berufes, vor Brutalität und Dünkel gewarnt. Ein Opfer der Volkswut, wie du dir einbildest, bist du nicht, Gott behüte l Deine Abdankung ist eine notwendige Folge der Spannung, die Ihr selbst zwischen Euch und dem Volk erzeugt. Darum sage ich immer: Menschen, die geflissentlich hochmütig vom Volk abrücken, sollen nicht Erzieher oder Führer sein. Ihr ver- wechselt Mittel und Zweck. Und schließlich ist Euch das Volk nur noch ein Werkzeug, das man beliebig handhaben.— eine Waffe, die man schleifen, mit der man nach innen und außen drohen kann. Fort mit diesen Scharfmachern, die drauf und dran sind, unser Land in Abenteuer zu stürzen. Unsere Neutralität ist Euch bekanntlich ein Dorn im Auge; Ihr möchtet sie gern zum alten Eisen werfen, um desto unbekümmerter rasseln zu können. Stierstößig schwatzt Ihr vom kommenden Krieg in der heimlichen Erwartung, es werde Euch gelingen, auch uns irgendwie hineinzutreiben. An der Wahrung unserer Freiheit, unserer Rechte und Sitten ist Euch im Grunde kein Pfifferling ge- legen, und für unsere friedliebende Mission, das gute Beispiel, das wir der Welt mit Werken des sozialen Fortschritts geben, habt Ihr nicht das geringste Verständnis. Die Welt in Waffen! Das Volk unter der Fuchtel I ist all Euer Sinnen und Trachten. Und weil du zu dieser Gattung Offizier ge- hörst, mußtest du eben unschädlich gemacht werden. Ich Hab es dir vorausgesaßt: unser Volk ist wie kein anderes auf dem Posten I" „Alles schön und gut. Ich begreise nur nicht, was das damit zu tun hat, ob ich das heutige Wettreiten mitmache oder nicht?" höhnte der Offizier, der jetzt wahrlich genug mit dem eigenen Wohl zu tun hatte und nicht an das Vaterland denken konnte. „Soviel, daß wir daraus sehen, ob du inzwischen halb- wegS zur Einsicht über dein Wesen gekommen bist oder nicht!" entgegnete der andere bitter.„Ich hoffte nämlich, in diesen nachdenklichen Wochen sei dir vielleicht die Lust zu irgend einem Neubau gekommen; eben dazu wollten wir dir die Hand bieten. Mit deinen dreißig Jahren kannst du das, denk' ich, wohl noch wagen. Irgend etwas mußt du doch versuchen, oder nicht?" „Was meinst du eigentlich? Weinreisender? Roßhändler oder Versicherungsagent?" unterbrach ihn der andere mit künstlicher Gelassenheit. Aber die Wut erstickte ihn fast und funkelte unheimlich in seinen verdüsterten Zügen. „Ganz gleichviel— wozu du eben am meisten Neigung verspürst!" fiel Daniel ruhig ein, den verwahrlosten Bruder fest im Auge behaltend. Er merkte wohl, was jetzt in dessen Seele vorging. Der Sturz aus seiner vermeintlichen Lebens- höhe in die Niederung der gemeinen Geldverdiener war für den stolzen Kavalier zerschmetternd. Doch der besorgte Pfarrer ließ ihm keine Zeit, diese Pein auszukosten. „Hast du denn noch nie an die Wiederaufnahme deines Studiums gedacht? Warum denn nicht? Zwei, drei Semester noch— dann hättest du das Diplom und könntest praktizieren. Hier zum Beispiel, auf diesem Grund und Boden. Dein eigener Herr. Haus und Hof wie dafür ge- schaffen. An einer guten Kundsame sollte es dir gewiß auch nicht fehlen. Wir haben ja keinen Ueberfluß an Tierärzten. So würdest du auch als Bürger wieder Boden fassen und deinen Waffcnrock entschieden bald mit ganz anderen Ge- fühlen tragen!" D-r fand eS auch die Frau Bratwursterin an der Zeit, in die herzbewegende Handlung einzugreifen. Die Angst einer Mutter um ein bedrohtes Kind konnte nicht inniger sein als die der Schwester um den verzweifelten Bruder.„Gelt. hör' auf den Daniel, du. Dazu sind wir doch Geschwister, um einander zu raten und zu helfen, nicht? Und denk' doch auch' ein bißchen an den verelendeten Vater. Wie froh der darüber sein würde!" bat sie dicht an Adolfs Seite, so daß dieser von eifernder Sorge und Liebe heiß in die Mitte genommen war. „Du mußt ja auch fühlen, daß wir dir nichts durchstreichen wollen," drang sie heftiger auf ihn ein, da er nur die- Achseln zuckte.„Aber auf das. was vorher gewesen ist, kannst du dich doch, wie es scheint, keine Spur mehr ver- lassen; sonst hättest du dich in den Unglückswochen nicht so mutterseelenallein hier herumdrücken müssen." An diesem Punkt der Betrachtung ließ sich die gekränkte Frauenseelc doch tviedcr zu einem unzeitgemäßen Ausfall hinreißen.„Jetzt wirst du ja endlich merken, wieviel sie wert ist— die vornehme Brautschaft, von der so ein Gestürm und großes Wesen gemacht wurde! Da kann man. weiß Gott, auch sagen: „Gestern noch auf stolzen Rossen"... Ich bin nur froh. daß die Mutter davon nichts mehr hört und sieht; sie hätte sich sonst noch hintersinnen müssen!" Unter der Haustüre kam derweilen Getrud Gmür zum Vorschein. Sie rief die anderen mit matter Stimme zum Mittagessen auf, verschwand aber gleich wieder, wie wenn sie den Glanz öeS Sommers nicht mehr ertragen könne. Ihrem Rufe folgten auch nur die Kinder, denen noch die Leckerbissen der lieben Großmutter im Sinne lagen. Adolf Lenggcnhager hatte genug vernommen. ES war Zeit zu gehen, obgleich er ja nicht wußte, wo er morgen sein Zelt aufschlagen sollte. Nein, niemand durfte sein Elend betasten, ihn aus dem„Sumpf" ziehen wollen. Hatte er das Spiel wirklich verloren, so'mochte er künftig keine Karte mehr in die Hand nehmen. „Für Euren guten Willen dank' ich, es kann aber nichts draus werden. Ob Agent oder Viehdoktor"— er schnalzte vor Geringschätzung—„auf d e m Weg ist mir nun einmal nicht mehr zu helfen!" bekannte er dumpf, mit einem stieren Lächeln. (Forts, folgt.) Dentselier TFansportartieiteF-Vcrhanl Bezirksverwaltung GroB-Berlin. JVachrnf. Den Mitgliedern zur Nachricht, dah unser Kollege, der Industrie- arbeitcr August Sydow am 19. Juni im Mter von 48 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken: 6/10 Die Bezirksverwaltung OentsebeFletailaFbeiter-Yerbaml Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen znr Nachricht, dast unser Mitglied, die Arbeiterin LLkIotdauel' am 30. Juni infolge Unglücks- falls gestorben ist. Ehre ihrem Andenken I 177/11 Tie Ortöverwaltung. Brietmarkensammlung Keßler, Lausitzerstraße 52. kauft 26416' Die vekanntmachnag bei Ofiertoamanbel te den Marke«, betresfenb .Höchstpreise für Spinnpadier aller Art sowie für Papiergarne und'-Bind- fäderi' tritt mit dem 10. Juli 1917 in Kraft. Die vollständige amtliche Bekanntmachung erfolgt an den Anschlagsäulen und in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung". Berlin, den 10. Juli 1917. 424. I. Mil. 17. 163K Der BolizeiprSfident. mit echtem Friedenskautschuk Künstl. Zähne Goldkronen, Brücken, Plomben, Zahnziehen mit Betäubung, Umarbeitung. Reparaturen sofort. Billige Preise, auch Teilzahlung. 276/17* Zalm-Praxis M. Löser, nur firunnenstr. 185, nahe Invalidenstr. Persönl. zu sprechen 10-7, SonnL 10-12. Nord. 11508 H.& P. Uder, Berlin SO. 16, engel-Clfer 5, Tabak-Großhandlnnj; und Tabakfabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak roa Q. A. Kaneuiacker, Qrimm 8t Triepel. ---- Stets frisch zu den äußersten Engrospreisen. ■ Amt Dloritzpl. 3014.===== " I__ mitu.ohne Platte, mit echt. 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ZeitungSanSträgerin verlangt Berendfee, Steglitz, Mommsenstr. 59. ZeittmqsauSttägerin sür große Tour mit Hilfe sosott einzustellen. Vorwärlsspedition Moabft, Wilhelms- havenersttatze 48, von 11— l1/, und 4'/,— 7 Uhr. Zeitungsträgerin verlangt Neu- kölln, Ncckarstratze 2.' Botenfrau, Tour Reinickendorf- West, stellt ein Kienaft, Borsigwalde, Räuschftratze 10,„Vorwärts"- Spedition.» Zeitnngsbotin per 1. 7. 17 der- langt.„Vorwätts". Ausgabestelle Berlin-Niedcrschöneweide, Brücken- stratze 10 II l.. Unruh.' ZeitungSanSträgerin vttiangt „Vorwärts"« Spedition Schöneberg. Meiningerstraße 9.' Botenfrauen werden eingestellt „Vorwärts", Charlottenburg, Sefen- peunerstr. 1.* ZeitungSanSträgerin sofort verlangt.VorwärIs".Spedftion Pankow, Mühlenstratze 70.» Spitzendreher geübte, möglichst Militärs rei/ mich kriegSbeschädtgt, stucht Ltock �iotorpflux, GOpenlekee Str. 48/4». 28606* Wir suchen kür dauernde Beschäiti�ung k. unseren Betarieb ungeiemteArbeiler" Platzarbeiter�owieFrauen In größerer Zahl; ferner Heizer, Schlosser, Dreher, Maschinenarbeiter, Maurer, Zimmerer, 10 Böttcher nnd S Elektromonteure. Arbeitsuchende wollen sich, schriftl. od. mündl. wenden an Arbeiter-Annahmestelle Pulverfabrik Premnitz, Kathenow, Balmhof«trnße 22. Deutsche MotorennBaugesellschaft Marienlelde (Strafie94, neben Eikofilmgesellsch.) Für unseren ; Flugmotorenbau; suchen wir noch eine große Anzahl erstklassiger Praezisionsdreher und W erkzengdreher Revolverbank-Einrichter, Automaten-Einrichter, Werkzeugdreher stellen sofort ein S102L Spezialkonstruktioncn, Steglitz, Bftkbuschstratze 37/39. 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