Ar. l98. 84. Jahrg. flDonnemcntS'BcdlngungeB: Blonnementä• SBrnS Drünumeranbo BterteliäötL B.90 2K£, monalL 1,30 Mi, toödiemlid) 30 BtS- Hei ins Haut, Einzelne Nummer ö Vfg, Eonnlagt» nunimer niu Mulnnerlei konmagt- Vellage.Die Neue Well' 18 Pig Voll- Rbonncmem: 1,30 Mark Bto Könnt. Eingetragen in die Bau. Zcnungt- Vreisline. llmer Kreuzband iür Deulichlanb und Oesterreich. Ungarn Z.ÖO Kart, für bat übrige iluslanb « Kart uro Kanal, Poftabannememt nebmen an Belgien, Dänemaich Hallanb, Italien. Luxemburg, BormgaH lltuumuen. Schweden und die Schwei. kricheinl täglich. Verlinev Volksblcrkt. ( S Pfennig Der Hnzelgcnpreis MrAgt f. die fiebengesbaltene Kolonel. »eile SO Pfg,„kleine Knaeigen". da« fetigedrucklc Wort 00 Pfg,(zu» lässtg 2"fetigedrucklc Warte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erite Wart 10 Pig„ jedes weitere WartZPig, Warte über 15 Buchstaben zählen jür zwei Warte. Teuerungszuschlag 20°/» Politische u, gewerlschaftlichc Vereins- anzeigen die siebengesballenckalonel» zeile tO Vfg, Familtenanzeigen 50 Pt, Anzeigen für die nächste Nununer müssen big 5 Nhr nachmittags in der Hauvt-Exvedition abgegeben werden. Geäffnet b.SUhr früh bis 7 Uhr abends. Teiegramm- Adreff e: „StilaliKBiokrät Berlin". Zentralorgan der fozi aldemokrati fchen parte! Deutfcblands. RedüEticn: Ew. 68» Linöenstraße 2. Fernsprecher: Amt Morivpla«, Rr. ISI Sv— l.Sl S7. Expeüttion: Ew. 68, Lindenstraße 2. Fernsprech«!:«mt Morichplatz. Rr. IM 90—161 97. Tor der Kanzlerrede. stein Zurück! Heute spricht der neue Reichskanzler. Nn Mann, den keine Last der Vergangenheit drückt, den die Welt weder liebt noch haßt. Sein Vorgänger galt dem Ausland als der Ver- antwortliche dieser Weltgreuel, als der Mann, der von dem belgischen Neutralitätsvertrag ivegwersend als von einem Blatt Papier sprach. Zu jener Zeit saß Herr Michaelis, ein un- bekannter Beamter, fern den großen Weltereignissen über seinen Akten. Ob er es will oder nicht: das Deutschland des sechsten Reichskanzlers trägt für die Welt ein friedlicheres Gesicht als das Deutschland des fünften. Die kriegerisch gesinnte Presse des Auslands, die nicht weniger munter ist als die unsere, greift jedes Wort begierig auf, aus dem hervorzugehen scheint, Herr Michaelis wäre der Mann der Alldeutschen und Annexionisten. Sollte sich heute herausstellen, daß er das nicht ist, so wäre das für sie eine große Enttäuschung. Wäre er es aber doch, so würde die Freude bei»Daily Mail" und„Matin" groß sein. Inzwischen vollführt die Annexionistenpresse ihren letzten Sturmlauf gegen das Friedensprogramm des Reichstags. Sie verfügt dabei über eine große Nummer, den Herrn d. Tirpitz, der nicht nur Basserinann, wie wir schon gestern mitteilten, sondern auch Spahn antclegraphierte, er möchte um alles in der Welt die Annahme der Resolution verhindern. Herr v. Tirpitz galt bisher auch bei seinen Gegnern als ein kluger Politiker. Aber diesen Ruf hat er sich durch sein neuestes Rundtelegramm völlig verscherzt. Man kann daS Friedensprogramm deS Reichstags für einen falschen taktischen Schritt halten. Aber man muß als denkender Politiker einsehen, daß jeder Versuch, diesen Schritt wieder rückgängig zu machen, den vermeintlichen Schaden niemals wieder gutmachen, sondern ihn nur unendlich ver- grbßern kann. Das Friedensprogramm ist veröffentlicht. ES ist bekannt, daß eine gewaltige Reichstagsmehrheit, bis in die Rechte hinein, ihrer wirklichen Gesinnung nach auf dem Boden dieses Programms steht. Es ist weiter bekannt, daß in den großen Fraktionen Abstimmungen stattgefunden haben, durch die dem Programm eine starke Mehrheit gesichert ist. Das Ausland kennt also schon die wahre Meinung des Deutschen Reichstags, die zugleich die Meinung des deutschen Volkes ist. Welchen Erfolg könnte es noch haben, wenn es gelänge, die Annahine des Programms zu hintertreiben? Höchstens doch den, daß das Ausland sagen würde, der Reichstag sei zwar so unvorsichtig gewesen, seine wirkliche Meinung zu verraten, er sei aber zu feige, sich zu ihr zu bekennen. Eine weitere Folge wäre eine Steigerung der schon vor- handenen Verwirrung bis zum Chaos. Das Vertrauen in die politische Führung des Reichstags, das sich in den letzten Wochen einzuwurzeln begann, würde mit einem Schlage wieder vernichtet werden. Und der Reichswagen, der endlich eine fahrbare Straße gewonnen hat, würde wieder in den alten Taumelkurs verfallen, der zwischen Friedensangeboten und Vernichtungsdrohungen haltlos hin- und herschwankt. Der Versuch, eine andere Politik zu treiben, als die des reinen Verteidigungskrieges, hätte nie gc- macht werden dürfen. Er hat dem Reich nichts als Unheil gebracht. Jetzt, nachdem er elend zusammengebrochen ist. ihn »och einmal aufzunehmen, ist ein Ansinnen, das nur vou ver- rannten Fanatikern gestellt werden kann. Die wollen unter allen Umständen recht behalten, möchte darüber auch alles, aber auch alles in Scherben gehen. Wir haben in diesen Tagen der Krise der Welt unser wahres Gesicht gezeigt, und das ist nicht das Gesicht des kriegSwildcn Raubvolkes, das wir in der feindlichen Presse so oft abgemalt gefunden haben. Jetzt müssen wir uns zu diesem wahren Gesicht bekennen, da hilft gar nichts mehr! Offenheit, Ehr- lichkeit, klares Bekenntnis zu deni, was wir wirklich wollen. damit kann der Reichstag der Welt noch imponieren. Durch feiges Auskncifen vor der erkannten Wahrheit, könnte er nur sich und das Volk, daS er vertritt, dem Hohn der ganzen Welt ausliefern. Jetzt gibt cS kein Zurück mehr, jetzt heißt eZ: Durch!* das§rieüensprogramm öes Reichstags. Eine Sprengpatrone der„Krenz-Zeitung". Die„jireuzzeitnng" schreibt über die Mehrbeits- b i l d u n g im Reichstag das folgende: ... Wir haben nun s Telegraph" meldet, Geddcs Ernennung findet allgemeine Zustimmung in Marinekreisen, da er tüchtiger und energischer Fachmann ist. Er war bisher Kon- trollcur der Marine und vorher Generaldirektor des Transport- Wesens, ursprünglich Betriebsleiter bei der Eisenbahn. Die Er- ncnnung Churchills wird vermutlich viel Kommentierungen zur Folge baben. obwohl man wußte, daß Lloyd George beabsichtige, von Churchills großer Energie Gebrauch zu machen. Cburchill verließ im Herbst ISIS daS Koalitionskabinett Asquiih, als mit dem Aufgeben des Dardanellenabenteuers für die Kriegstreiber in England minder gute Tage anzubrechen schien««. Er wurde sogar aus dem Ministerium sozusagen hinausgedrängt. Die seit einiger Zeit umlaufenden Mitteilungen von seiner Rückkehr ins Ministerium sind, wie sich nun zeigt, mehr als Gerüchte gewesen. Die Berufung diese« ganz waschechten englischen Imperialisten an Lloyd Georges Seile kann nicht als widernatürlich erscheinen. Insbesondere scheint auch die Willigkeit Churchills, die politische Farbe zu wandeln, zu der doppellänzerischen Art de« englisch«« Ministerpräsidenten organisch zu passen. Die Aeußerungen o,« „Daily Telegraph" machen den Eindruck, als solle der Aunasiung vorgebeugt werden, daß die Berufung eine neue Betonung des un- begrenzten Kriegswillens Englands darstelle. der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 17. Juli. Amtlich, Neue U- Boot- Erfolge i« Englischen Kanal: 23000 Drutto-Register-Tonnen. Unter den versenkten Schiffe» befanden fich drei bewaffnete tief- geladene Dampfer, von denen einer Munition geladen hatte und in drei Sekunden nach dem Torpcdotreffrr in die Luft flog, serner ein bewaffneter ticfgcladencr großer Tankdampfer, der aus einem stark gesicherten Gclcitzuge herausgeschossen wurde. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. Englische Ilieger gegen flandrische Küstenplätze. London, 16. Juli. Die Admiralität meldet: Morineflug- zeuge warfen gestern nacht mehrere Tonnen Bombe» aus die Solvay- Werke in Zcebrüggc, Eisenbahnknotenpunkte und AuSweichestellen von Osteude, AuSweichestellen und Abladeplätze von Middrlkerke, de» Eisenbahnknotenpunkt Thonrout, Automobillastzüge und Eisenbahn- auswcichstcllcn von Lichtcrvelde. Alle Flugzeuge sind zurückgekehrt. Wolfis Bureau bemerkt dazu: Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist lein militärischer Schaden angerichtet worden. Ludendorff über den U-Doot-Krieg. Nach Mitteilung von Wolfis Bureau hat bei den Besprechungen über die militärische Lage, die in Berlin zwischen Oberster HeereS- leitung und Mitgliedern des Reichstags stattfanden, General Ludendorff über den U-Boot-Krieg u. a. folgendes geäußert: Bei der Obersten Heeresleitung war für die Führung deS U-Boot-Krieges zunächst der Wunsch bestimmend, die feindliche Kriegswirtschaft und namentlich die Muni- tionSerzeugung zu treifen. Die Westarmcen haben durch die U-Boote ein« wesentliche Entlastung erfahren. Die feindliche Munitionsanfertigung ist gemindert, die U-Boote haben diese Auf- gäbe erfüllt. DaS Zusammenwirken der Marine mit der Armee stellt stch somit als muflergSltig dar, entsprechend den nngehenren Verhältnissen des Weltkriege«, in dem wir noch mit beiden Füßen stehen. Die Oberste Heeresleitung erwarte von dem U-Boot-Krieg ferner, daß er die Kriegsfähigkeit Englands durch Verminderung de« Frachtraumes auf dem Weltenmeer und durch die sich daraus ergebenden Fragen bricht. Die Er- füllung auch dieses zweiten Wunsche« werde kommen und damit— trotz Amerika— die Beendigung des Weltkrieges und der auch von der Obersten Heeresleitung gewünschte Friede. * Haag, 18. Juli. Das Korrespondenzbureau erfährt, daß die britische Regierung ihre Verantwortung für das Abwerfen von Bomben auf Zierikzee in der Nacht vom 23. auf den 20. April zugegben hat. Der Angriff auf üie deutschen Kohlenschiffe. Die englische Admiralität gibt bekannt: Einige unserer leichten Kreuzer, die in der Nordsee patrouillierten, sichteten gestern vor- mittag eine Anzahl deutscher Dampfer, machten ihnen Signal: An- hallen! von Bord gehen! und feuerten ihnen quer vor den Bug. Der Befehl wurde nicht befolgt, die Schiffe flüchteten in der Richtung aus die holländische Küste. Zwei erreichten, durch unser Feuer schwer beschädigt, das Ufer, die übrigen vier wurden abgeschnitten und genommen. Unsere Zerstörer, welche Prisenmannschaftcn an Bord setzten, fuhren sie unter eigenem Dampf fort. Zwei von diesen Besatzungen verliehen ihre Schiffe, die anderen beiden wurden gr- fangen genommen. Die vier Schiffe liegen in einem Hafen unseres Lande«, sie heißen Prllworm, Brietzig, Marie Horn und Heinz Blumberg. Nach einer Meldung des Reuterichen Bureaus aus London schreibt die.Times" in einem Artikel, daß die sogenannte sichere Fahrrinne in der Nordsee, die durch die neuen englischen Sperr- maßregeln geschlossen wurde, nur scheinbar im Interesse der neu- tralen Schiffahrt geschaffen worden sei. In Wirklichkeit habe sie als Verbindungslinie zwischen Norddeutschland einerseits und Rotterddam und Zeebrügge an- der e r s e i t S gedient. Die Deutschen hätten Kohlen und Eisenerze nach Rotterdam geschickt, die dort nach Westdeutschland umgeladen wurden. Dadurch wären die überbürdeten deutschen Eisenbahnen entlastet worden. Auch die deutschen U-Boote hätten die Fahrrinne benutzt. Die britische Admiralität habe gut daran getan, diesem ein Ende zu machen. Ferner schreibt da« Blatt: Wir sehen die Schwierigkeiten der Lage Holland« ein und wir wünschen sie nicht zu vergrößern. Aber die Alliierten können nicht zugeben, daß der Krieg nur aus Rücksicht auf die Interessen der nieder- l öndischea Kriegsgcwinnmachcr verlängert wird. Tas Unterhaus über Verletzung neutraler Hoheitsgewässer London, 17. Juli. Unterhaus. B e l l a i r S fragte nach der Zahl der britischen und alliierten Schiffe, die seit Beginn de« Krieges in neutralen Hoheitsgewäffcrn, namentlich in spanischen Gewässern, von deutschen Fahrzeugen angehalten oder angegriffen worden sind, und wa» die Alliierten dagegen zu tun gedenken. Lord Robert Cecil antwortete: Soweit meine Kenntnis reicht, ist die Zahl solcher Fälle, die sich nach dem Zeugnis der Kapitäne oder der Schiffsmannschaften in den spanischen Gewässern ereignet haben, höher als 23; alle haben sich seit 1314 abgespielt. Ich weiß nicht» davon, daß Fälle in den HoheitSgewässern anderer Länder tatsächlich festgestellt worden sind. Der spanischen Regierung find die ernstesten Vorstellungen gemacht worden und sie versichert, alles tun zu wollen, was in ihrer Macht steht, um eine Verletzung ihrer HoheitSgewäffer zu verhindern. Sie hat früher in aller Form Unterseeboote von ihren HoheitSgewässern und Häfen ausgeschlossen. B e l l a i r« fragte weiter: Denkt Cecil noch daran, daß ich vor einiger Zeit die Aufmerksamkeit auf die E m S m ü n d u n g ge- lenkt habe und daß in holländischen Zeitungen Notizen erschienen sind, die durchblicken ließen, daß die Deutschen wiederholt die niederländischen Hoheitsrecht« verletzt habe«. Cecil erwiderte: Wir haben die Angelegenheit nicht aus den Augen verloren. » Holländische amtliche Tarstellung des Angrisss. Haag, 18. Juli.(Korrespondenzbureau.) Amtlich. DaS Marine- departement teilt folgendes mit: Am frühen Morgen des 16. Juli sichteten die Posten der Küstenwache sieben Frachtschiffe unbekannter Nationalität, die durch die Hoheitsgewässer in nördlicher Richtung fuhren. Um 6 Uhr IS Minuten wurden von einem der Küsten- Wächter etwa 20 britische Kriegsschiffe gesichtet, die um 6 Uhr S0 Minuten in die Höhe von Petten kamen und innerhalb der Hoheitsgewässcr die Handelsschiffe zu beschießen begannen. Vier Frachtdampfer wurden, obwohl sie innerhalb der Hoheitsgewässer fuhren, von den Kriegsschiffen weggenommen. Zwei fuhren direkt auf den Strand zu und wurden, nachdem sie schon festgelaufen waren, noch immer beschossen, mehrere Geschosse fielen auf das Land. Ein Handelsschiff ankerte bei dem Untersuchungsfahrzeug am Eingang nach dem Schulpengat. Als das Untersuchungsfahrzeug 18 eng. lische Torpedojäger sichtete, lichtete eS die Anker und legte sich zwischen das Handelsschiff und Torpedojäger, worauf diese in südlicher Richtung wegfuhren. Als um 6 Uhr S2 Min. in den Helder die Nachricht eintraf, daß britische Torpedojäger innerhalb der Hoheitsrechte auf Frachtschiffe Jagd machen, wurden das Kriegs- schiff Kortcnaer und vier Torpedoboote abgeschickt, die um 8 Uhr 25 Min. an Ort und Stelle kamen. Zwei andere Torpedoboote erhielten den Befehl, bei Texel am Schupengat zu kreuzen. Zwei mußten zwischey Vlieland und Texel kreuzen und zwei bei dem am Sonntag gestrandeten deutschen Schiffe. Es steht fest, daß der Angriff innerhalb der Hoheitsgewässcr stattgefunden hat. Caillaux spricht wieüer. liegen die Kopfsteuer. Bern, 18. Juli. Lyoner Blättern zufolge erörterte die fran- zösische Kammer gestern da» Einkommensteuergesetz, besonders die Einführung der Kopfsteuer. Tie Regierung schätzt das©teuer- Erträgnis auf 45 Millionen Franken. C a i l l a u x sprach sich gegen die Kopfsteuer aus. Es sei ungerecht, daß die Arbeiter eben- soviel zahlen müßten wie die Reichen. Durch die Steuer würden 500 000 bisher steuerfrei gebliebene Personen betroffen werden. Tie Steuer werde im Lande verstimmen. England habe einge- sehen, daß die Finanzpolitik während des Krieges die Armen ver- schonen und die Reichen treffen müsse. Die indirekten Steuern Frankreichs lasteten augenblicklich schwer auf dem ganzen Volke. Finanzminister T h i e r r y erwiderte, die Regierung müsse das Gesetz befürworten, selbst während der Revolution habe man die Bürgertaxe eingeführt. Der Antrag wurde schließlich ange- nommen. Caillaux hat damit zum ersten Male wieder seit der Er- mordung d«S.,Figaro"-Redakteurs Calmette durch seine Frau in der Kammer das Wort ergriffen. Die Kämpfe im Westen.] Berlin, 18. Juli.(W. T. B.) An der Westfront beeinträchtigte regnerisches Wetter und teilweise schlechte Sicht am 17. Juli die Gefechtstätigkeit. Am Vormittage war das Feuer nur nördlich Dp ein stärker. Gegen Mittag steigerte sich das häufig durch Flieger geleitete feindliche Artilleriefeuer gegen unsere Infanterie- und Batteriestellungen und schlug auch bis tief ins Hintecgelände. Ein in der Nacht vom 17. zum 18. unter erheblicher Artillerie- feuersteigerung erfolgter Angriff einer englischen Patrouille dicht südlich des Kanalknies bei Hollebeke blieb in unserem Ar- tillerie- und Jnfanteriefeuer liegen. Gegen Mitternacht gelangte der Vorstoß einer stärkeren englischen Abteilung in der Gegend Ostaverne in unsere Gräben, wurde jedoch sofort im Gegenstoß bis auf ein kleines Engländernest geworfen. Gegen 3 Uhr abends spielte sich eine grosse Luftschlacht ab, an der auf jeder Seite etwa 50 Flugzeuge be- t e i l i g t waren. Unsere Kampfflieger stießen gegen den geschickt manöverierenden und zähen Gegner mit außerordentlicher Kühn- heit und Unerschrockenheit vor und schössen 11 feindliche Flugzeuge ab. Weiter wurde ein Ballon durch einen Flieger abgeschossen, während vier feindliche Ballons durch unsere Batterien zum Niedergehen gezwungen wurden. Im Artois griff eine etwa 400 Mann starke feindliche Ab- teilung 6 Uhr nachmittags nach kräftigem Feuerwirbel östlich M o n ch h unsere Stellung westlich Bois-du-Vert an. Was im Sperrfeuer nicht liegen blieb und verjagt wurde, wurde im Hand- granatenkampfe geworfen. Wir machten Gefangene. Feindliche Flieger beteiligten sich mit Bombenabwurf und Maschinengewehr- feuer am Kampfe. 10 Uhr 40 Min. erfolgte nach heftigem Artillerie- feuer ein neuer Angriff. Er wurde unter äußerst blutigen feind- lichen Verlusten zurückgeschlagen. Nur tvestlich des BoiS-du-Vert vermochten die Engländer in Kompagnicbreite in unserem Trichter- feld Fuß zu fassen. Stärkere feindliche Patrouillen südlich Queant und nordöstlich Monchy wurden, zum Teil im Nahkampfe, abge- wiesen. Bei dem gemeldeten Vorstoß der Franzosen in 5 Kilometer Breite vom Avocourt-Walde bis zum Grunde westlich des Toten Manne? vermochte der Gegner in etwa 2 Kilometer Breit« und 520 Meter Tiefe in unsere Stellung einzudringen. Seine äußerst schweren Verluste wurden durch unser VernichtungS- feuer und Sperrfeuer vermehrt, das gegen 10 Uhr abends einen weiteren französischen Angriff ins Stocken brachte. Die Lage an öer Lomnica. Russischer Heeresbericht vom 16. Juli. Westfront: An der unteren Lomnica Gewehrfeuer und Artillerickampf. Nordöst- sich von Kalusz machten die Deutschen am Morgen des 15. Jutt erbitterte Angriffe und versuchten unsere Truppen über die Lom- nica zurückzuwerfen. Schwach an Zahl, aber stark an Mut, wies das Jnfanterie-Regiment Kinburn, gegen dessen Abschnitt die Hauptmassen der Deutschen anstürmten, die Angriffe ab. Der Befehlshaber des Regiments Kinburn, Oberstleutnant Simonowsky, wurde verwundet. Fortgerissen durch den tapferen Hauptmann Zilpow, der den Befehl des Regiments übernahm, ergriff dieses die Offensive und warf den Feind zurück, wobei es ihm Verluste zufügte, und Gefangene und Maschinengewehre einbrachte. Der Kampf auf der Front Landestreu-Ldziany-Krasna hielt den ganzen Tag über an. Nach heißem Kampf wurden die Oester- reicher aus dem Dorfe L d z i a n y vertrieben und gegen die Lom- nica zurückgetrieben. Aber unter dem Druck der von Roznatoff an- gelangten Reserven und im Hinblick auf die hohen Verluste unseres Offizierkorps wuxden unsere Truppen gezwungen, ein wenig zu- rückzuweichen und sich am ästlichen Ende von Ldziany festzusetzen. Bei dem Kampfe am 15. Juli machten wir 16 Offiziere und etwa 300 Oesterreicher und Deutsche zu Gefangenen und erbeuteten einige Maschinengewehre. Die Gesamtzahl der Gefangenen und der Beute vom 1. bis 13. Juli beträgt 834 Offiziere, 35 803 Mann, 33 schwere und leichte Geschütze, 28 Grabenmörser, 403 Maschinen- gewehre, 44 Minenwerfer, 45 Bombenwerfer, 3 Flammenwerfer, 2 Flugzeuge und eine große Masse verschiedenen Kriegsmaterials. K aukafuS-Front: Südwestlich von Gümischkhane wiesen unsere Truppen drei feindliche Angriffe beim Garras-Paß in Rich- tung auf Pendjwin ab. Nach einem Kampf hielten wir die türkische Offensive auf._ Kleine Kriegsnacbrichten. Die Pariser Konferenz der Entente, die für den 13. Juli an- gesetzt war, wurde nach Meldung des„Corriere della Sera" aus Rom um einige Tage verschoben. Man nimmt an, daß die Zusammenkunft am 23. Juli stattfinden wird, falls nicht die Mit- glieder der englischen Regierung infolge der Sitzungen des Unterhauses noch länger in London zurückgehalten werden. „Humanite" und WolffS Bureau. Wolffs Bureau teilt nun- mehc mit: In einer Meldung des Wolffschen Bureaus vom �10. Juni war eine Aeußerung Renaubels in der„Humanite" wiedergegeben, die angeblich besagte:„Wenn der Sieg nicht die Nicderdrückung, Zerstückelung und Vernichtung des deutschen Volkes ist, dann fürchten wir, daß der Friede niemals kommt." Wie sich nunmehr herausstellt, hat Renaudel das Gegenteil geschrieben:„Wenn der Sieg die Unterdrückung, Zerstückelung und Vernichtung des deutschen Volkes ist, dann fürchten wir usw." Der unzutreffenden ersten Nachricht lag ein bedauerlicher Fehler in der tele- graphischen Uebermittlung zugrunde. Die rumänische Offensive. Wie die französischen Zeitungen aus Jassy melden, steht die Offensive der rumänischen Armee in nächster Zeit bevor. Die Krise in der russischen Metallindustrie. Nach einer Mel- dung von„Aftonbladcd" aus Haparauda mußte infolge der Krise in ixr Metallindustrie am 14. Juli die große Fabrik Guschon in Moskau den Betrieb einstellen. Aus gleichen Gründen werden demnächst die Metallwarenfabriken Bari, Dunamo und Bromleh schließen. Proteststreik in Portugal. Die„Times" vernimmt aus Lissabon: Es ist wahrscheinlich, daß ein allgemeiner Streik von einem Tage als Protest gegen die Unterdrückung der Arbeiteruncuhen stattfinden wird. Das Straßenbahn- personal hat die Arbeit niedergelegt, ebenso die Flußschiffahrt, wo- durch der Transport auf dem Flusse stillgelegt werden wird. Die Metallarbeiter treten gleichfalls in-den Ausstand. In der Kammer legte Affonso Costa den Bericht über die Er- e i g n i s s e vom 12. Juli vor und forderte Fortdauer der Auf- Hebung der verfassungsmäßigen Sicherheiten für 30 Tage. Die Kammer hat die Borlage angenommen, die die Auf- Hebung der verfassungsmäßigen Bürgschaften für dreißig Tage vorsieht. Erste Anfragen an üen neuen Reichskanzler. An den neuen Reichskanzler ist eine lange Reihe kleiner An- fragen gerichtet worden, die aus der Fraktion der„Unabhängigen" stammen und fast sämtlich Fragen des Belagerungszu- standes und der. Zensur zum Gegenstand haben. Eine Anfrage Kunert, vier Seiten füllend, beschäftigt sich mit 127 Fällen von Einziehungen neutraler und feindlicher Staatsbürger zum deutschen Heeresdienst. Grne Anfrage Drtkm«m behandekk totrHoie da« Versammlungen der.Unabhängigen" in Berlin, Slamen bei Spremberg und Verhinderung der Verbreitung von Werbezetteln in Breslau. Eine weitere Anfrage Dittmaron betrifft da? Verbot des Ober- kommandos in den Marken, die Stockholmer Denkschrift der„Unabhängigen" zu veröffentlichen. Eine Anfrage Ledebour beschäftigt sich mit dem wiederholten Verbot der Generalversammlungen des deutschen Metallgr- beiterverbandes, Ortsstelle Berlin, mit der angeblichen Be- gründung, die Behörde habe ein Interesse daran, daß ein Wechsel in der Leitung nicht stattfinde. Eine Anfrage Vogtherr betrifft die Einstellung von Mann- schaften der Marin« in Arbeiterabteilungen— wegen schlechter Gesinnung. Schließlich behandelt eine Anfrage Herzfeld den von uns schon besprochenen ungeheuerlichen Fall der Verhängung der Zwangs- erziehung über einen Minderjährigen in Elberfeld wegen sozialistischer Gesinnung. Die Beantwortung dieser Anfragen wird zeigen, ob von dem Wechsel im Reichskanzleramt ein besserer und freierer Kurs zu er- warten ist. Sie laj)en sich nicht beirren! In den„Berliner Neuesten Nachrichten" von geste.rn (wirklich vom gestrigen Tage) schreibt der Vizeadmiral z. D. Kirchhoff: „Wir müssen heraus aus der deutschen Bucht, auS dem nassen Dreieck; müssen unsere Stützpunkte auch weit im Westen ausbauen; müssen England bei solchem Vorstoß sofort in der Flanke fassen können; müssen seine unmittelbar vox unseren Häfen liegenden Kriegs- und Handelshäfen sofort tatkräftig an- greifen können; also: Antwerpen, Zebrügge, Calais und Bou- logne müssen in unserem Besitz sein, um sofort auf dem Wasser, in der Luft und von der Küste aus England wirksam anzufassen. Haben wir so England dauernd fest an der Leine, dänw erlangen wir damit auch noch weit Größere», nämlich eine ge- waltige Erhöhung des Risiko? für England, so daß es vor einem Kriege alsdann aller Voraussicht nach zurückschrecken wird. Also: ein erweitertes Deutsch-Flandern(d. h. mithin abhängiges Belgien) nebst großem Kolonialgewinn und Seegeltung, so muß die Losung im Westen lauten. Alles Drei ist anzustreben, mutz erlangt werden! Diejenigen, die anderer Meinung zu sein sich erlauben, nennt Herr Kirchhof liebenswürdigerweise„Schwächlinge" und „Philister mit Sklavengesinnung". Die Redaktion der„33. N. N." selbst hat für einen Verständigungsfrieden(ohne Calais und Boulogne) ein hübsches neues Wort erfunden:„Schmach. frieden"._ Papierüberfluß für alldeutsche Propaganda. Kein Papiermangel besteht für die Behörden, die alldeutsche Propaganda als nebenamtliche Beschäftigung mit einem einer besseren Sache würdigen Eifer betreiben. So existiert ein Flugblatt eines Bremer Schlossers namens Wahl, in dem die Sozialdemokratie des Arbeitrrverrats bezichtigt wird, weil sie einen schnellen, ehrenvollen frieden für besser hält als kolonialen Gewinn. In Hadersleben, Marne und Elmshorn wurde dies Flugblatt durch Polizeibeamte verbreitet. In Rendsburg beglückle die Stadtverwaltung ihre städtischen Arbeiter damit. Im Munitionsdepot der kaiserlichen Märine in Dietrichsdorf bei Kiel war es auf den Tischen der Speifeanstalt ausgelegt, was nicht ohne Zustimmung der Verwaltung möglich ist. ES ist an« zunehmen, daß das Flugblatt allen Behörden in Stadl und Land zugesandt worden ist, denn an Geld zu einem solchen Massenvertrieb fehlt eS den hinter der alldeutschen Bewegung stehenden Kreisen nicht. Die Oeffentlichleit hat aber ein Interesse daran zu erfahren. ob der Versand an die unteren Behörden mit der Zustimmung höherer erfolgt ist._ Letzte Nachrichten. Der Bundesrat für Bcthmann. Berk», 18. Juli.(W. T. B.) Der Bundesrat entsandte heute eine Deputation zu dem aus dem Amte geschiedenen Reichskanzler v. Bethmann Hollweg. Der bayerische Gesandte Graf v. Lercher, feld gedachte in seiner Ansprache der Größe der Verdienste, die sich der scheidende Reichskanzler um das Reich erworben hat, und brachte den Dank des Bundesrats in warmen Worten zum Ausdruck. Herr v. Bethmann Hollweg dankte in einer her�- lichen Erwiderung für das ihm von dem Bundesrat geschenkte Ver- trauen. Parteitag der offiziellen Sozialisten Italiens. B a f e l, 18. Juli. Die„Basler Nachrichten" melden aus Mailand: Die Parteileitung der offiziellen Sozialisten Italiens wird auf den 23. Juli nach Florenz zufammenberufen. Auf der TagcS- ordnung stehen u. a. die Stockholmer Konferenz und der Fall Grimm. Rückwirkung der deutschen Krise in Frankreich. Bern, 13. Juli.„Journal du Peuple" meldet, daß die Mit- glisder der Minderheit der französischen sozialistischen Partei in einer Versammlung die politische durch die deutsche Krise ge- schaffcne neue internationale Lage besprochen haben. An der Aus- spräche nahmen u. a. Longuet, Bourderon und Loriot teil. Die Versammlung kam zu der Ansicht, daß die durch die Vorgänge in Deutschland geschaffene neue Lage auch der französischen sozia- listischcn Partei eine veränderte Haltung zur Pflicht mache. Nach einer Zensurlücke berichtet das Blatt ferner, daß eine am Schlüsse der Versammlung angenommene Tagesordnung auf sofortige Ein- berufung des Nationalkongresses der französischen sozialistischen Partei besteht. Argentinien und Deutschland. Basel, 18. Juli. Havas berichtet aus Buenos Slires: Die deutsche Regierung benachrichtigte die argentinische Regierung, daß diedeutscheAntwort bezüglich der Torpodierungen infolge des Kanzlerwechsels um einige Tage ver- zögert werde.___ Um Friedrich Adler. Wien, 18. Juli. Der ruthenisch-sozialdemolratische A'bgeord- nete N h t i k richtete an den Präsidenten des Abgeordnetenhauses Groß eine schriftlilbe Anfrage, in der er ihm nahelegt, für eine Begnadigung Friedrich Adlers einzutreten. Präsident Groß erwiderte schriftlich, er halte sich nicht für befugt, in den Gang der Rechtsprechung einzugreifen. Renate Leonhard wieder flott gemacht. Amsterdam, 18. Juli. Aus Alkmaar wird gemeldet: DaS in Bergen an Zee auf Strand gejagte deutsche Äohlenboot Renate Leonhard ist heute morgen um 3�4 Uhr flott geschleppt und nach Amniden gebracht worden. Vier niederländische Torpedoboote kreu- zen noch immer vor der Küste. GewerkschBsbewMW veutkÄ>cs Reich. Kohlennot und Bcr�arbciterstreiks. Nachrichten aus den Äohlerrdiftrikten haben heute infolge der unleugbaren Kohlcnnot in weiten Verbrauchertreifen(abgesehen von der auch hierin bevorzugten Äriegsindustrie) cm erhöhtes Interesse. Im Hilfsdienjtgesetzausschuß des Reichstages wurde auch Verschiedenes über die Bcrgarbeitei ausstände in O d e r s ch l e s i e n geredet. Von der„Rechten" ist gesagt worden, die Ausstände seien auf politische Hetzereien zurückzuführen, eine Auffassung, die, wie gewisse Maßnahmen andeuten, auch in regierenden Kreisen ein- flußreiche Anhänger besitzt. Tie neueste Nummer der„Berg- arbeiter-Zeiwng" bringt nun aber über die oberschlesrsckie Arbeiter- bewegung Mitteilungen, die erkenneii lassen, vonwclchcr Seite die Kohlennot verschärft wird. Aus dem Fachorgan geht hervor, daß der Ausstand eine erheb- liche Zahl der oberschlesischen Kohlengruben erfaßte. Die Hilf»- dienstausschüsse haben sich bereit» i» der Vorwocke mit den Forderungen der ausständigen Arbeiter von sechs Gruben befaßt. Tic Vertreter der freien, christlichen, polnischen und Hirsch-Du n ck e r scke n Gewerkschaften der Bergleute und der Metallarbeiter sind am 10. d. M. zu einer Aussprache a>if da» Oderbergami in Bre»- lau geladen worden. Dort haben sie vor dem schlesischen Oder- präsidenten, dem kommandlerenden General des 6, Armeekorps, dem Berghauptmann und anderen offiziellen Notabein die Situation im Kohlendistrikt erläutert. Die Gewerkschaftsvertreter wiesen da bei den Verdacht, die spontanen Aus st än de seien auf„auswärtige Agenten oder auf irgendwelche parteipolitischen Bestrebungen zurückzuführen" als„durchaus ungerechtfertigt" zurück! Wenn irgend wer, dann sind doch die in dem Bezirk ansässigen Arbeiterführer in der Lage, ein kompetente» Urteil über die Beweggründe de* Arbeiterausstände abzugeben. Weil diese Ardeitcrsübrer den per- schiedensten parteipolitischen Richtungen angehören, gewinnt da» Urteil dieser Männer noch an Bedeutung. Dem Bergariheiterorgcm ist weiter zu entnehmen, daß die Arbeiterführer im Oberbergamt auch Vorschlage für die schnellste Beilegung der ganzen Ausstandsbewegung gemacht baben. Diese Vorschläge bewegten sich auf der Linie eines Schiedsspruchs, den der HilfsdicnstauSschuß in Beuthen für die Grube„Cleophas" gefällt hat. Auf der Basis dieses, von der Betriedsleitung atzep- tierien Schiedsspruch» möchte alsbald eine generelle Ein iqung er folgen,— so schlagen die Arbeiterführer vor. Hinterher fand auf dem Oberbergamt eine Bespreckmng von Repräsentanten der Unter nehmer statt, ohne Zuziehung.der Arbeitervertretung. Am Schluß dieser Besprechung ist den Arbeitcrvcrtretcrn mitgeteilt worden, daß ihre EinigungSvorschlügc von den Unternehmer» abgelehnt worden feien! Der Bescheid lautete: Die einzelnen Arbeiteraiisschüfse möchten ihre Forderungen vor die Hilfsdienstausschüffe dringen. Damit war der löbliche Versuch der?> rbeiterfiihrer, die ganze Aus- standsbewegung„generell und sofort" durch die allgemeine Anerkennung des bereits von dem Hilfsdienstausschutz Beuthen im Falle der„CleophaS"-Grube gefällten Schiedsspruchs zu beendigen, ge- scheitert. Da» Verhalten dm Unternehmer ist dittieri von ihrer prm- zipiellcn Abneigung, mit den Gewerkschaften über Arbeiterfragen zu verhandeln. Die geivcrkschaftlichen Ei irigui igsvorschl äge konnten nicht als„uudiskutabel" bezeichnet werde», ist doch am 12. d. Je. von dem Hllfsdienstausschutz wieder für vier weitere � Gruben ein Schiedsspruch gefällt worden, der in.der Hauptsache mit den Eint- gungSvorschlägen der Gewerkschaften übereinstimmt. Dieser Schied»- spruch wurde auch von den Werksbefitzervertretungen— darunter der Generaldirektor Dr. Williger— als durchführbar aner- kannt. In gewöhnlichen Zeilen könnte iiian dies tropfenweise Einigungsverfahren schließlich hinnehmen. Zurzeit aber, wo uns die Kohle n not auf den Nägeln brennt und das unnötige Versäumen von Schichten bekannt- I i ch von Regierungsorganen geradezu als Ion- dcsvcrrätcrisch bezeichnet wird, da ist der Gc- danke unerträglich, daß lediglich durch das gewer! schaftssein dl i che Verhalten bestimmter Großunternehmer die Kohlen not noch erhöht » i r d. Wemi.erst die Dichende in Frage kommenden Kohlengruben jede einzeln die Hilfsdienstausschüffe beschäftigen müssen, bevor «tue Einigung und die Wiederaufnahme der Arbeit erzielt ist, dann könnte sich die Bewegung noch lange hinziehen. Zwar berichtet man uns au» Breslau, daß mittlerweile der Ausstand nur noch wenige Gruben betrifft, aber eine Bürgschaft für die dauernde Aufrechterhaltung der vollen Förderung ist nickt eher vorhanden! als bis die Unternehmer sich entschließen, im Verein mit den Arbeiterorganisationen die Lohndiffercnzen so auszugleichen, daß die Arbeiter über die Durchführung der Abmachungen beruhigt sein können. Solange die» nicht geschieht, muß ininicr mit Förderverlusten gerechnet werden. Durch die sich über eine Woche hinzieheirden Teilausstände sind schon mehrere Millionen Zentner Kohlen so rderung verloren gegangen. Das ist ein Quantum, das die kohlenbedürftige. Bevölkerung sehr empsindlick vermißt. Durch die Verhandlungen vor dein SchlichiungSaiiSschutz ist auch, der„Bergarbeiter-Zeitung" zufolge, herausgekommen, daß die fraglicken aüsstZndigen Betriebsarbeiter nicht etwa ohne weiteres die Arbeit e i n ite l l t en. ffondc-n sie baben durch ihren Ausschuß wiederholt und vergeblich um Verhandlungen über die gcstellicn Forde r un gen ersucht! Dann erst kam e» zum Ausstand. Kann es die kohlenbedürftige Bevöllerung ertragen, daß so durck die brüske Nickiachiung der Arbeiter und ihrer Vertretungen die ohnehin sehr knappe. Kohlenzufuhr nock weiter verriiigeri wird? Ist besonders die jetzige Zeit dazu angetan,. daß die Grubenbesitzer sich, wie sie» getan, weigern, mit„ibren" Arbeitern loyal über die Arbeits- bsdingungen zu verhandeln, es sogar ablehnen, über die zum Zwecke der sosortigeu allgemeinen Wiederausnahme der Arbeit gestellten Einigungsvorschläge mit den Arbeiterorgaliisationen in eine Be- ratung einzuircien? Georg Tiehl gestorben. Freunden und näheren Bekannten kommt die Todesnachricht nicht überraschend. Seit langer Zeit sckon war Diehl, der lang- jährige Zentralvorsitzende des Tachdeckerverbandes, durch ein schweres, unheilbares Leiden an das Krankenlager gefesselt. Seinen tätigen Mitarbeit in der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiter- bewegung war damit schon vorzeitig ein Ziel gesetzt. In der Nackt zum DicnSiäg hat der n nervi Micke Tod ein Loben beendet, das drei Jahrzehnte lang der proletarischen Sache treu und Pflicht- vewutzt diente. Schon in sehr jungen Jahren, erst 19 Jahre alt, widmete sich D.ichl der politschen Bewegung. Seit 1885 stand er schon in füh- rcnder Stellung in der Gewerkschastsbewogung. er gründete damals in Frarrkfurt o. M. den Dachdeckerverein ans lokaler Grundlage. Ter VerbandStag 1897 wählte ihn zum Zentralborsitzenden, welches Amt er zunächst zwei Jahre ehrevamtlick versah;, über 29 Fohre hat er seiner Berufsorganisation als tüchtiger Führer und Berater vorgestanden. Der Verband nahm unter seiner Leitung einen prächtigen Auf- schwung. Mit 1799 Mitgliedern übernahm Diehl 1897 die Leitung, über 8509 Mitglieder waren es. als schwere Krankbeit ibn zwang, die Leitung anderen zu überlassen. Seine Rufte und Besonnenheit machten ihn besonders zum Gewerkschaftsführer geeignet. Tic Art seines Auftretens erleichterte die Verhandluitgen bei Lohn- bewcgungen, bei denen er, wenn andere alles schon aufgaben, immer noch zum Vorteil seiner Kollegen etwas erreichte. Seine Berufs- kollegen haben ibn dann auch in dankbarer Anerkennung dieser seiner Verdienste um die Organisation und bei der Vertretung ihrer Jntereffen stets einstimmig als Vorsitzenden wiedergewählt. Neben seiner Gewerkschaftstätigkeit gewann er noch Zeit, sich auf politischem und sozialpolitischem Gebiete zu betätigen. Viele Favre uwt er 2. Vorsitzender der Ortstrankenkaffc, Aufsichtsrats- Mitglied des Volks-, Bau- und Sparvereins, auch des Gewerkschaftshause?. Bei drei Reichstagswahlen kandidierte Diebl für den Wahlkreis Lohr, später im Kreis Atarburg. Seit l912 war er Stadtverordneter für den Bezirk Sachsenhanfen-Ost. Noch bis in die letzte Zeit hinein wollte er für seine gewerk- schaftticke Organisation tätig sein, er loollie nichts vom Kranksein wissen, obgleich seine Lebenskraft längst gebrochen war. Zentralvorstand und Ausschutz des Dackdeckerverbandes widmen ihrem verstorbenen Vorsitzenden einen warmen Nachruf, in dem sie sein Verdienst um die Organisation mit dankbaren Worten an- erkennen. Als schönsten Dentstem— so sagen in ihm Vorstand und Ausschuß— für Georg Diehl sollten in jedes Kollegen Herz mit linauslöscklicker Schrift die Worte stehen, die cr selbst uns tausend- mal anfeuernd zurief: „Halici dem Orgcmis ationsgedankcn die Treue!" vertin und Umgegend. VerbandStag des„Verbandes der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands". Die Verhandlungen wurden ani Mittwoch fortgesetzt. Zunäckst stellte die Mandatsprüfungskommission fest, daß von den 98 Zahl- itellen 52 vertreten sind. Es sind 95 Delegierte anwesend. Außer- dem der Verbandsvorfitzende, der Hauptkassierer, der Redakteur des„Freien Gastwirt" und der Obmann der Kontrollkommission. Die Diskussion übel- den Kassen- und Geschästsbericki wurde fortgesetzt. Unter anderem wurde lebbaft der Antrag erörtert, der für die zum Heere eingezogenen Mitglieder an Stelle der bis- herigen bedingungslosen Befreiung vom Beitrag Vorsicht, daß unter gewissen Voraussetzungen die Freilassung vom Beitrag er- fo lg«». k an n. Lebhaft diskutiert wurde auch der Antrag der Berwaltungs- stelle Nürnberg, für Nürnberg und anliegende Bezirke einen tockre- tär anzustellen, wozu vom Verbände«n jährlicher Zuschuß von 1999 Mark gefordert wird.— Die vorliegenden Anträge wurden zunächst der ista-tutenberatungskommission überwiesen. Einige wesentliche Punkte der Statuienbcratung wurden dann vorweggenommen. Vom Hauptvorstand wird bean- tragt, den Namen des Verbandes zu ändern. Unier Streichung des Wortes„freien" soll der Verband sich nennen:„Verband der Gast- und Schankwirte Deutschland»". Auch soll in Verbindung damit ans dem 8 1 de» Statuts der Passus unter d gestrichen werden, der als eine» der Mittel zur Er- reickung des Verbandszweck» die„Unterstützung der sozialderno- kratischen Partei Deutschlands" nennt. Der vorgeschlagene neue Titel de» Verbandes drücke alles aus, was der Verband vertrete. Was jemand politisch tut und will, solle seine Angelegenheit sein in der politischen Partei. W o er sich betätige, w i e er sich betätige, für welche Richtung et eintrete, solle seine ureigenste An- gelegenheit seüi. Ausgedrückt werden solle, daß es sich um einen Verband von Gast- und Schankwirten bandele, in deren Milte jeder genehm sei, der die Fnierejsen der Wirte wahrnehmen wolle. In Verbindung damit stehe der Antrag auf Sireichiing des' Absatzes d des§ 1. Wenn dort die Unterstützung der sozialdemokratischen Partei genannt werde, so wäre heute die Frage auszuwerfen, welckc von den beiden sozialdemokratischen Parteien gemeint sei. Bliebe jener Passus bestehen, so würden die Versammlungen vom politischen Streit beherrscht werden. Tos wolle man aber nicht. Ter Verband habe die wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder zu verlreten. In einer lättgcrcn Debatte sprachen sich alle Redner, mit einer Ausnahme, für die Aenderung de» Titel» und für die Streichung des Passus d im 8 1 aus. Die Anträge gingen in die Statuten- beratungskommisjion. Tann wurde nach einer Einleitung von L i t f i n zur Frage des ttebcrganges in die Friedenswirtschaft folgende Resolution einstimmig angenommen: „Der Hauptvorstand wird beauftragt, sich mit dem Zentral- verband Deutscher Wirtevereimgungen in Verbindung zu setzen, daß 1. aus die Reichsregierung bzw. Bundesregierungen einge- wirkt, daß den Gastwirten zur Ausrechterbaltung ihrer Existenz cinc staatliche Unterstützung gewährleistet wird, 2� muß es Aufgabe der Wirteorganisaiion sein, neue Kredit- inöglichkeiteii zu schaffen, um damit bedrängte Kollegen unter- stützen zu können. Diese Möglichkeit besteht nur dann, wenn Fühlung mtt anderen größeren Wirtschaftsverbänden gesucht wird, um Institute zu schasien. die durck staatliche Darlehn aig irgend eine Weise Gelder gegen Sicherheiten ausleihen, 3. muß vom Zentralvorstand auf die Regierung eingewirkt werden, daß sie Bestimmungen erläßt, durch welche die Gastwirte vor rücksichtslosen Gläubigern, unter Berücknchtigung der finanziellen Lage des Schuldners, mehr als bischer geschützt werden. 1. Weiter müssen die vereinigten Wirteorganisationcn bestrebt sein, daß die Ausschankbeschränkungen sowie die den Ge- Werbebetrieb einengenden Verordnungen nach eintretendem Frieden sofort aufgehoben und Erleichterungen geschaffen werden, welche das Gastwirtsgewerbe in die Lage versetzen, die Wirt- schaftlüchen Rückschläge des Krieges leichter überwinden zu können. 5. Um für die außerordentliche� Schädigung des Gastwirts- gewerbes durch den Krieg und seine Folgen den Beweis liefern zu können, betrachten wir c» als unbedingt notwendig, daß sofort statistische Erhebungen veranstaltet werden. Ter Vorstand des Zeniralvorstandes oder die Vorstände aller Wirteorganisationen sollen sich unverzüglich Über die aufzustellenden Fragen verständigen, damit durch eine einheitliche Aktion und Kundgebung der gewollte Zweck erreicht wird." Die allgemeine Lage im Gastwirtsgewerbe Teutschlands betraf ein Referat von Rickard Wiehle, dem Redakteur des„Freien Gastwiri". Eingehend legte er unter Vcrvertung eines großen Material» dar, welche Schwierigkeiten aus den Kriegsvcrhälinissen für das GastwirtSpclverbc erwachsen sind. Er verwies im einzelnen auf die außerordentliche Steigerung aller Unkosten, auf die Verminderung und Verteuerung der Per- kaussprodutte des WirtegewcrbeS und auf die Schwierigkeit ihrer Beschaffung. Sodann ging er auf die Fülle von behördlichen Maß- nahmen ein, die die Ausübung de» Gastwirtsgewerbes direkt ein- schränken, zum Beispiel die Alkoholverboie in den Grenzdistriktcn, die Einschränkung der Ausslbankzeifen für Alkohol in allen anderen Gegenden, die Verkürzungen der Polizeistunde usw. Ein anderes für die Wirte schlimmes Kapitel betrifft die Verhängung von Strafen.— Neue Gefahren und Belastungen stehen bevor. Mit der Möglichkeit einer Verschärfung der Konzessionsgesetzgebung sei zu rechnen. Ein erheblicher Teil der Kollegen habe im Laufe de» Kriege» den Betrieb cinstellen müssen, weil sie wegen der Wirt- schaftlichen Schwierigkeiten ihn nicht fortftihren konnten. Redner dringt Zahlen dafür bei. Zu beachten sei auch, daß das Brauerei- gewerbe. wie Tatsachen und Zahlen ergeben, außerordentlich ge- rüstet aus dem Kriege hervorgehen werde- Bei der großkgpitg-- kifti sehen Entwicklung des Braugewerbes könne mit einem Privat- Monopol der Bierproduktion in den Händen einer Anzahl Brauereien für die Zukunft gerechnet werden, und infolgedessen mit einer Preisdikiahir.— Au» allem Angefübrien ergebe sich, daß sich bie Wirte zum Kampf für ihre wirischaftlichc Eristenz und zur Wahrung aller ihrer Fnterssen mehr wappnen müßten als bisher. Das könnten sie nur durch weitgehendsten Zusammenschluß; der Zentralverein aller Gastwirtsverbände müsse ins Leben gerufen werden. In einer Diskussion über den fast zweistündigen Vortrag wurden die Schilderungen de» Referenten von allen Rednern als zutreffend bestätigt. Es wurde beschlossen, den Vortrag in Broschürenform drucken zu lassen. Eine im Sinne des Referats gehaltene Resolution wurde angenommen, in der unter anderem gesagt wird: „Die Versammelten fordern die Verbandsleitung auf, sich sofort mit den anderen Berufsverbänden in Verbindung zu fetzen. damit der Porstand de» Zentralvcrbandes deutscher Wirievereini■ gungen sich schnellstens konstituiert, um in einer allgemeinen Denk- schrift den maßgebenden Stellen der Staats- und Reichsregierung den Beweis zu erbringen, welche vernichtende Wirkung die in vielen Fällen unverständlichen Kriegsmaßnahmen auf das Gast- wirtsgeckerbe ausgeübt haben. Es muß durch die Leitung des Zcntralveröandes allerschnellstens dahin gewirkt werden, daß zahl- reiche, den Gewerbebetrieb der Gastwirte einengende Bestimmungen gemildert und soweit nur immer möglich aufgehoben werden. ES müssen Erleichterungen auf gesetzlicher Grundlage geschaffen werben, welche die Gewähr bieten, daß dem(siasiwfrtsfiande nicht nur während der Uebergangszcif in die Friedenswirtschaft, sondern auch nach dem Kriege eine Eristenzmöglichkeit gesichert ist." Deraniworti. f. Volikik: Dr. granz Ticdrrich, iScrlin-Frlcdenau: tiir b. iibrigrn Teil des Viastes: Älsrcb«rtiolz. Neukölln: für Jnleroie: Dl. vilocke, Berlin. Druck u. Verlag: Lorirärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer de Co., Berlin SiV. Hierzu 1 Beilage und UntervaltungsKalt. Memancl ist so klug jedem Drger und Verdruß aus dem Wege gehen zu könneu.Aberjenem täglich Wiedel kehrenden kleinen nervösmachenden Ärger mit schlecht passenden oder schlecht sitzenden Augengläsern können Sie sich ein für allemal ersparen, wenn Sie nur OplikerRubnke s garantierieAugengläser tragen. Wir garantieienZufriedenhcit und tuen alles für Sie, was überhaupt möglich zu machen ist. Wir halten was wir versprechen, das beweist nachstehendes Schreiben: Sehr geehrter Herr Ruhnkel. Als Fhr langjähriger, treuer Kund« Och wohnie früher in Friedenau) möchte ich nicht verfehlen. Ihnen meinen herzlichsten Dank aus- zusprechen>ür die aufmerksame Bedienung, die ich wieder einmal in Ihrer Geschäftsstelle am Mexanderplatz erfahren habe. Die große Mühe, die sich zwei Ihrer Herren' Angestellten bei der gewisienhaiten (kostenlosen) Äugenunieisuchung. bei der sorgfältigen Answahl eines gol- denen Fingerkneifers und beim Schleifen der mög- lichst großen Sanoskopgläser gegeben haben, machen es mir zur angenehmen Pflicht, auch weilerhin Fhr dauernder Kunde zu bleiben und Ihre Firma in meinen Kreisen bei jeder Gelegenheit zu empfehlen Weitgehendste Kulanz in Verbindung mit gediegen- ster Arbeitsleistung und mäßigem Preise ist Fhr Ge- schästsprinzip. eine Tatsache, die in dieser schweren Zeit für ein Geschäft nicht hoch genng angeschlagen werden kann. Hochachiungsvoll ergebenst A. H......... Kgl. Seminarlchrer. V Optiker Ruhnke Heu: Friedrich. Str. t06 Eck« Ziegel-Str. Schöneberg: hanpi- Straße 121 (®m Kailer-WUHelm-PIatz). Sin's die Augen. Geh' zu Ruhnke I CStm Alexander-plotz VV/ Leipziger Str. 113, M\X/ Ariebrich-Str. 150, neben Aschiager."•»cke Vtauer-Str. l n VV. Ecke Dorotheen-Stl. Spittelmarkt.«cke w--.»» Lluk-Str. 1. a.p«wt»,»-e;>r. Jyf Chaussee-Str. 72. CO Oreniem-Sfr.**. Friedrich-Str. 180,' llnaoBöen-Str. 164, OV-/« nahe Oranien-Blatz. Ec?e Tauven-StQ Ecke Brunnen-Str. Charlottenburg. I«uentzien-Str. 15, Ecke Marburger Etr Zoachimsthaler Str. 2. am Bahnb»? go». Wilmersdorf: Berliner Str. 132-3 a d. Uhlanb-Ste. Friedenau: «Heia-Str IL,«ck- aegenaber der Uouer-Sicb« Heilage öes Vorwärts Donnerstag, 1�. Juli 191 7 Nr. 195* Z4. Jahrgang die Reichskonferenz öer fozialöemokratifchen Krauen. Für iüe der Grotz-Berliner Parteiorganisation angehörenden F ra u e n veranstaltete die Bezirksorganisation in Groh-Berlin(S. P. D.) am Dienstag eine Zusammenkunst, in der die Berichterstattung über die Reichskonfe- renz der sozialdemokratischen Frauen gegeben wurde. Genossin Ryneck hob in der Einleitung ihres Berichtes her-- vor, daß jetzt in der Organisation, was der Krieg zerstört hat, wieder aufgebaut werden müsse. Nachdem die reinliche Scheidung sich vollzogen habe, werde man wieder Arbeit leisten können. Das Ergebnis der auf der Konferenz geführ- ten Verhandlungen über die Frauen in der Kriegswirtschaft wurde von der Berichterstatterin dahin zusammengefaßt, daß die Zustimmung zu der Beteiligung an dieser sozialen Fürsorgetätigkeit und zu ihrer Fortdauer klar zum Ausdruck gekommen sei. Die Frau werde sich noch sehr viel mehr als bisher bemühen müssen, durch weitgehende Mitarbeit an der Lösung kom- munaler Aufgaben ihren Einslutz zu steigern. Damit werde auch die Werbearbeit der Partei gefördert werden. Zur Frage der Agitation sei auf der Konferenz festgestellt worden, daß sie in der Kriegszeit unter dem Mangel der Führung gelitten habe. Schon bald hätte zugegriffen und die Aenderung durchgesetzt werden müssen, die erst jetzt zustande gekommen sei. Von dem Wechsel in der Redaktion der„Gleichheit" dürfe man Förderung für das Blatt und für die ganze� Frauenagitation der Partei erwarten. Nach Erörterung des Referates über das Frauenwahlrecht schloß Ge- imssin Ryneck: Alles in allem hat die Konferenz gezeigt, daß es nicht so trübe in unserer Bewegung aussieht, wie viele von uns geglaubt haben. Wir alle wollen jetzt, nachdem die Scheidung vollzogen ist, frisch an die Arbeit gehen, zum Segen unserer Organi- sation, zum Segen unserer ganzen Frauenwelt. Dem beifällig aufgenommenen Bericht folgte eine sehr rege D i s k u s s i o n, die sich bis in die Mitternachtsstunde hinzog. Die Ausführungen aller Rednerinnen ließen erkennen, daß der Verlauf der Reichsionferenz befriedigt hat. Weiterzuarbeiten in der sozialen Fürsorgetätigkeit auch nach dem Kriege, forderten ver- schiedene Rednerinnen. Genossin I u ch a c z bedauerte, daß in Grotz-Berlin keine Zentralstelle besteht, an der man sich ein ge- schlossenes Bild der von den Frauen in den Gemeinden bereits jetzt geleisteten Arbeit machen kann. Genossin Luise Kähler bat um mitarbeitende Unterstützung der von ihr geleiteten proletarischen Hilfsaktion, die den Wöchnerinnen und Säuglingen zugute kommt. Zum Wahlrechtskampf wies sie darauf hin, daß bei der jetzt er- folgten Verheißung eines freien Wahlrechts für Preußen man der Frauen nicht gedacht hat. Auf die Frage der Fabrikpflegerinnen, die auf der Konferenz miterörtcrt und in der Berichterstattung erwähnt wurde, ging Genossin Martha Hoppe näher ein. Gegenüber dem Unternehmer müsse die Fabrikpflegerin ihre Rückenstärkung in der Arbeiterschaft finden, in dem Arbeiterausschuß der Fabrik; doch das Interesse hierfür fehle leider noch vielen Arbeiterinnen. Die Fabrikpflegerin dürfe nicht Angestellte des Unternehmers sein, aber auch nicht Angestellte der oft von Unternehmern beherrschten Gemeinde, sondern ein Organ des Staates, vielleicht angegliedert der Gewerbeinspektion. Das zusammenfassende Schlußwort des Vorsitzenden Genossen Eugen Ernst hob hervor, alle von den sozialdemokratischen Frauen geleistete Tätigkeit müsse Aufllärungs. arbeit sein und der Sozialdemokratie dienen. Die versprochene Wahlrechtsreform sei natürlich nur eine Etappe auf dem Wege zum wirklich allgemeinen Wahlrecht, dem Wahlrecht für die Frauen wie für die Männer. Vorgelegt wurden die beiden auf der Reichskonferenz ein- stimmig angenommenen Resolutionen, deren Wortlaut im .Vorwärts" vom 1l). Juli mitgeteilt ist. Die erste billigt die prak- tische Tätigkeit der sozialdemokratischen Frauen in der Kriegsfür» sorge, geißelt die Mängel der Lebensmittelversorgung und das Treiben der Lebensmittelwucherer, fordert für die Frau volles Mit- bestimmungsrecht in Reich. Staat und Gemeinde, im besonderen das aktive und das passive Wahlrecht, bedauert die Spaltung der sozialdemokratischen Partei, stellt sich entschieden auf den Boden der alten Partei und billigt den Wechsel in der Redaktion der „Gleichheit". Die zweite Resolution fordert von den maßgebenden Stellen im Reich unverzügliche Maßnahmen zur Herbeiführung eines möglichst baldigen Abschlusses des blutigen Völkermordens, be- grüßt die seit Kriegsausbruch bis zur Stunde im Interesse des Friedens ausgeübte Tätigkeit der sozialdemokratischen Reichstags- fraktion und der Parteileitung und erwartet von einem auf dem Boden der Verständigung ohne Vergewaltigungen und Demüti- gungen zustande kommenden Frieden eine Wiederaufnahme und Verbesserung der internationalen Beziehungen des kämpfenden Proletariats aller Länder, im besonderen auch eine herzliche Wiederanknüpsung der internationalen Verbindungen der sozial- demokratischen Frauen. Beide Resolutionen wurden von der Ver- sammlung einstimmig gutgeheißen. GroMerlm warum kriegt Serlin so wenig Gemüse? Ueber die Kartoffelversorgung Berlins sollte man Näheres erfahren in einer Konferenz, zu der Oberbürgermeister Mermuth die Vertreter der Presse eingeladen hatte. Die Frage, wann es wiederKartoffeln geben wird, beschäftigt jetzt allerdings die Bevölkerung sehr lebhaft. Leider wurde aber in der Konferenz hierüber beinahe nichts vor- gebracht. Das Ergebnis der Unterhaltung war eigentlich nur, daß man„nichts Gewisses weiß". Dagegen wurde vom Oberbürgermeister Mermuth und von dem durch ihn als Beistand herangezogenen GeschöftSsührer des Deutschen Städtetages, Stadtrat a. D. Luther, sehr ausführlich über die Schwierigkeiten der Gemüseversorgung gesprochen. Den Anlaß bildeten Mitteilungen, die nach der bei der Reichsstelle für Obst und Gemüse stattgehabten Presse- konferenz in die Oeffentlichkeit gelangt waren und von dem Oberbürgermeister als Angriff gegen Berlin empfunden wurden. Oberregierungsrat von T i l l y bezeichnete es in jener Konferenz als„verdammte Pflicht und Schuldigkeit" der Kom- munen, sselber durch Abschluß von Lieferungsv e r trägen die Versorgung ihrer Bevölkerung mit Gemüse zu fördern. Dagegen ist Oberbürgermeister Mermuth der Ansicht, daß alle Lieferungsvcrträgc nichts nützen, solange den Städten dabei die Unterstützung durch die öffent- lichen Gewalten fehlt. Stadtrat Dr. Luther forderte zur Versorgung der Städte mit Gemüse und Obst die Ein- richtung von Sammelstellen auf dem Lande, wie sie bei der Versorgung mit Milch und Eiern sich bewährt haben. Richtig ist. daß die S t a d t Berlin auf ihren eigenen Riesel- g ü t �r n gegenüber ihren Pächtern sich ohnmächtig fühlt und die Pächter nicht zur Ausführung der für Berlin ver- sprochenen Gemüselieferungen anzuhalten vermag, die sie sich übrigens nicht durch wirkliche Lieseruugsver träge gesichert hat. Man kann aber fragen, ob in diesen Zuständen eine Entschuldigung für Berlin und nicht vielmehr ein Vorwurf liegt. Die Offenheit des Geständnisses, daß der Magistrat hilflos ist, verdient Anerkennung. Nur wird man damit keine nach Gemüse verlangende Hausfrau befriedigen können. Ein schlechtes Beispiel. Entsprechend der Herabsetzung der Rindviehpreise hat der Magistrat der Stadt Berlin eine Ermäßigung der Rindfleischpreise vorgenommen. In seiner bezüglichen Mitteilung findet sich jedoch folgender merkwürdige Satz:„Leider konnte die Ermäßigung nicht völlig entsprechend der Verminderung der Stallhöchstpreise ausfallen, da die den Gemeinden und Fleischern bisher ent- standenen Verluste zu einem Teile zu decken waren." Man wird fragen müssen, um was für Verluste es sich handelt, die da jetzt ausgeglichen werden sollen. Will die Stadt Berlin ihre Unsere Kelöpost-Monnenten bitten wir. ihrAbonnement für August möglichst bald erneuern zu wollen. Soll in der Zustellung des.Vorwärts' zu Ansang nächsten Monats keine Unterbrechung eintreten, so müssen wir die Ueberweisung der emzelnen Feldpostabonnenten-Wressen an die Post schon von Mitte Juli an bewirken, well die Post sonst nicht in der Lage ist, diese Tauscnde von Abonnenten rechtzeitig und regelmässig zu bestellen. Im Monat Juti gingen uns besonders zahlreiche Beschwerden zu. Wir können denselben nur durch frühzeitige Ueber- Weisungen abhelfen, was wiederum zur Voraussetzung hat, daß die Einsendung des Abonnementsbetrages von ILO M. pro Monat schon jetzt, nicht erst Ende des Monats erfolgt. Die Abonnenten müssen erwägen, daß auch die Post mit ewig wechselnden ungeübten Arbettskrästen nicht so präzis arbeiten kann, wie das stüher mit ihrem geübten ständigen Personal der Fall war. Also frühzeitige Erneuerung deS Abounemeuts! Verlag deS»Vorwärts". bisher gezahlten Zuschüsie etwa wieder hereinholen? DaS dürfte doch kaum zulässig sein. Erst recht muß man nach den Verlusten fragen, die den Fleischern erwachten sein sollen. Die Festsetzung der Klein- Handelspreise ist nach genauer Prüfung, ob der Fleischer auch einen angemessenen Gewinn erhält, erfolgt. Die Spannung zwischen Vieh- und Fleischpreisen ist infolgedessen fortwährend größer geworden. Trotzdem sollen nun noch Verluste der Fleischer durch einen höheren Kleinhandelspreis, als wie er der Senkung der Vieh« preise entspricht, auszugleichen sein, was mit anderen Worten be- deutet, daß die Spannung zwischen Vieh- und Fleischpreisen aber- mals erhöht worden ist. Wer hat die Ansprüche der Fleischer fach- gemäß geprüft? Ist überhaupt eine solche Prüfung erfolgt, oder hat man den dahingehenden Angaben der Fleischer guten Glauben geschenkt? Die vom Kriegsausschuß für Konsumenteninteressen geforderte Aufklärung ist hier dringend geboten. Der Magistrat der Stadt Berlin macht sich mit dieser Maßnahme die gleiche bedenkliche Praxis zu eigen, die in Friedenszeiten im Fleischergewerbc üblich war: Preissteigerungen wurden immer rasch und nie gering vorgenommen, Preissenkungen dagegen nur langsam und meist nie mehr als bis auf die frühere Grenze. Von dem einmal erhöhten Preise blieb ein immer höherer Prozentsatz für den Zwischengewinn übrig. Diese Praxis auch auf die Kriegswirtschaft zu übertragen, besteht keine Veranlassung; sie ist sehr bedenklich. Das Verschwinden des Bienenhonigs. Wir befaßten uns gestern mit dem Wucher, der mit dem Bienen- bonig getrieben wird. Zur Ergänzung entnehmen wir dem„Verl. Tageblatt" das folgende: Als den märkischen Bienenzüchtern von der Reichszuckerstelle zur Winterfütterung ihrer etwa SO 000 Bienen- Völker 600 000 Kilo Zucker überwiesen wurden, glaubte die groß- städtische Bevölkerung, daß sie in diesem Jahre Honig zu ange- messenem Preise erhalten würde. Die Hoffnung hat sich nicht er- eriüllt. Nachdem kürzlich die Höchstpreise für Honig herauskamen. die sich gut 100 Proz. unter dem vorjährigen Preise hielten, ist der Honig vollständig vom Markt verschwunden. Ab und zu findet sich ein Angebot von Honig. Den Reflektanten wird indessen ein Preis abgefordert, der die Höchstpreise bedeutend übersteigt. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, haben wir in diesem Jahre eine Honigernte aufzuweisen. wie sie lange n i ch r da war. So hat Mecklenburg einen ausgezeichneten Ertrag. Oft- und Westpreußen und Pommern sind mit der Ernte mehr als zufrieden. Wir haben im Reiche etwa 2 800 000 Bienenvölker, die etwa 3,S Millionen Kilo Honig hervor- bringen. Warum die Großstädte von diesem großen Quantum nilbts oder nur ganz wenig erhalten sollen, ist unerfindlich. Gewiß wird viel aus dem Lande verbraucht, da die Imker den Transport scheuen und nach den Höchstpreisbestimmungen vom 26. Juni 1S17 vom Erzeuger direkt 2ö Pf. für das Pfund mehr erhalten als vom Händler. Ein Teil der Ernte mag wohl auch an Krankenhäuser und Lazarette gehen, angebracht wäre es aber auch, wenn die Groß- städte bei dem Mangel an Obst, Fett und Aufstrichmitteln gewisse Honigmengen erbielten. Der Reichsstelle für Gemüse und Obst ist neuerdings eine Abteilung für den Honig beigeordnet worden. Auf- gäbe dieser Reichsstelle müßte es sein, auch den Großstädten genügend Bienenhonig zukommen zu lassen. Berliner Lebensmittel. Die Stadt Berlin gewährt auch im Monat August Kindern bis zum vollendeten zweiten �Lebensjahre 1 Pfund Haferflocken., Die zur Empfangnahme berechtigenden Bezugsscheine werden von den Brotkommissionen zusammen mit den Milchkarten in der bisherigen Weise nach Straßenzügen verteilt. Der Auswciszwang für Obst- und Gemüsc-Kleinhändler tritt am nächsten Dienstag in Kraft. Jeder Kleinhändler, der Obst und Ge- müfe aufkaufen will, muß einen vom Magistrat ausgestellten Aus- weis besitzen. Großhändler dürfen nur an Personen mit Aus- weisen verkaufen. Man hofft, dadurch den Warenverschiebungeo an große Privalabnehmer, Hotels usw. etwas vorzubeugen. Dagegen, daß die Kleinhändler verschieben, ist allerdings noch leine Maßregel erfunden. Die Burcauröume der„Kriegshilfskasse der Stadt Berlin" sind von Poststr. S nach dem Stadthaus, Eingang Klosterstraße, Zimmer Nr. 33 verlegt worden. � Fernsprechanschluß über die Zentrale ,Ma- gistrat" unter Nr. 2SS. Versuch einer Straßendcmoustration. WolffS Bureau meldet:„Von böswilligen Schwätzern werden Gerüchte verbreitet, die von Unruhen im Anschluß an einige Versammlungen der Unabhängigen Sozialdemokraten, zu erzählen wissen. Wie das Wolffsche Telegraphenbureau dazu von zuständiger Stelle erfährt, sind diese Gerüchte aus der Luft gegriffen. Tatsache ist nur, daß sich am Dienstagabend im. Norde» Berlins von dem eine» Ver- fammlungslokal aus ein Zug von noch nicht SOO Personen in Bewegung gesetzt hat, der sich bald von selbst zerstreute. Lose Teile dieser Menge begaben sich mit Omnibussen und Straßenbahnen nach dem S t a d t i n ner n und versuchten dort unter Führung eines bekannten Landtagsabgeordneten in der üblichen Weise durch Lärmen zu demonstrieren. Diese Trupps in Stärke von Zusammen noch nicht 300 Personen wurden durch die Polizei mühelos und ohne jeden Zwischenfall südwärts und nordwärts der Linden zerstreut. Dem Ursprung der übertriebenen Gerüchte wird von feiten der Behörden nachgegangen." Bei einem Wohnungsbrande umS Leben gekommen ist der sieben Jahre alte Erwin Summer aus der Eichenallee 4 in Cbarlotten- bürg. Die dort im Kellergeschoß wohnende Frau Summer war nach- mittags zur Erledigung einer wichtigen Besorgung ausgegangen und hatte ihre drei Kinder allein zu Hause zurücklassen müssen. Bald darauf nahmen Vorübergehende wahr, daß aus dem Keller Rauch hervordrang; sie benachrichtigten den Hauswirt, der wiederum die Feuerwehr verständigte. Als die Wehr eintraf, fand sie einen großen mit Wäsche gefüllten Korb brennend und die Wohnung vollständig mit Qualm angefüllt vor. Die Mannschaften brachten zunächst zwei im vorderen Zimmer befindliche Kinder ins Freie und löschten dann mit leichter Mühe das Feuer. Leider haben die beiden jüngeren Kinder wohl in der Aufregung und Angst zu- nächst nichts davon gesagt, daß der ältere Bruder sich im hinteren Räume aufgehalten hatte. Als dies bekannt wurde und die Feuer- Wehrleute nochmals in die Wohnung eindrangen, fanden sieden Knaben, der auch mehrere Brandwunden aufwies, in fast leblosem Zustande vor. Er wurde mit dem Mannschaftswagen der Feuer- webr nach dem Krankenhause geschafft, wo er jedoch trotz aller Be- mühungen der Aerzte bald an den Folgen der erlittenen Rauch- Vergiftung starb. Handel mit gestohlenen Brotkarten. In einer Wirtschast an der Jüdenstraße beobachtete ein Beamter, daß ein Arbeiter Paul Machaiski dort einen ständigen Brotkartenverkauf eingerichtet hatte. Als Gehilfe und besonders als Schlepper dienten ihm ein Arbeiter Erich Hertrampf und ein fahnenflüchtiger Soldat Seifert. Als das Geschäft gerade wieder flott ging, eischien die Kriminalpolizei und nahm alle drei fest. Sie besaßen noch über 1000 Brotkarten. Diese stammen zum Teil aus dem großen Einbruch in Neukölln, bei dem kürzlich 18 000 Nahrungsmittelkarten gestohlen wurden. Ein zwölfjähriger Knabe als Gewohnheitsdieb. Als Warenhaus-, Bahnhofs- und Kollidieb wurde der zwölfjährige Kurt Paulsen festgenommen, der sich hier auf den Bahnhöfen umhertrieb. Gestern bot er sich wieder einem Raisenden ans dem Anhalter Bahn- Hof als Gepäckträger am. um mit seinem Koffer zu verschwinden. Der Mann beobachtete ihn jedoch, nahm ihn fest und übergab ihn der Polizei. Er wurde festgestellt als der aus der Anstalt ent- wichene Fürsorgezögling Kurt Paulsen, der sich, wie er sagt, in Berlin aufhielt, um hier seine Mutter zu erwarten und mit ihr nach Hamburg zu fahren. Im Besitze des Knaben fand man allerlei Gegenstände aus Warenhaus- und Kollidiebstählen und den Gepäck- schein über einen Rohrplattenkoffer. den er auf einem Bahnhof gestohlen und nach Art gewerbsmäßiger Diebe in Verwahrung ge- geben hatte, um ihn bei Gelegenheir abzuholen und zu verkaufen. Einbrecher suchten in der Nacht zu Mittwoch das Damenkletder« geschäft und Trauermagazin von Bogen, Brunnenstr. 16, heim. Sie erbrachen die Hintere Tür einer Wohnung im ersten Stock, bohrten in einer Stube über dem Laden ein großes Stück aus der Decke und schafften für 35 000 M. fertige Kostüme, Röcke, Mäntel und Stoffe hinauf. Bevor sie diese ganze Beute wegschaffen konnten, müssen ste irgendwie gestört worden sein. Denn sie ließen den größten Teil in der Stube liegen. Hier fand der Geschäftsinhaber morgens für 2S 000. M..Sachen, wleder. während für 10 000 M. verschwunden sind. Die Einbrecher, die in der üblichen Art einen Schirm be- nutzten� ut» den. Deckenmörtel zur Berhinderung von Geräusch auf« zuiängen,' hatten sachkundig die ivertvollsten fertigen Stücke und Stoffe ausgesucht, wollene und seidene, besonders ältere fertige Sachen aus reiner Wolle. Auch Kassen und Kassetten hatten ste er- brachen, darin aber nichts gefunden. Spandau. Lebensmittel. Grieß darf zum Presse von 28 Pf. für ein Pfund verkauft werden.— In vielen Geschäften sind noch Haferfabrikate gegen Feld 12 der Lebensmittelkarte zu haben. Kinder über ein Jahr erhalten in Zukunft ein« Zuckerzusatz- karte.— Für Säuglinge werden besonders gekennzeichnete Milchkarten ausgegeben.— Ein Nachtrag zur Verordnung über die Verausgabung von Brotkarten enthält Bestim- mungen über die Abgabe der Brot- und Mehl- menge für Kinder, über Entnahme von Kuchen, sowie die Abgabe von Weizen- und Ro-ggenmehl an Gast- und Schankwirtsckaften, Krankenhäuser usw.— Die ersten Frühkar toffeln sein Pfund auf die letzten vier Abschnitte 17 bis 20 der Kartoffelkarte) werden in dieser Woche zum Preise von 15 Pf. zur Verteilung gelangen, sowett der Vorrat reicht.— Margarine ist auf Margarineabschnitt 2 der Speisefettkarte noch in folgenden Geschäften zu haben: Dreweck, Wröhmännerstr. 18, Wendland, Weißenburger Str. 13, Demilrowitz, Lynarstr. 31, Lach, Weißenburger Str. 23. Dresp, Damm 8, Oldenburg. Tiefwerder- weg 32, Jarozewski, Jungfernsteig 8, Weiß, Wattstt. 13, Schilder, Rilterstr. 15.— Die Milchkarten für August werden vom 17. bis 22. Juli, vormittags 8— 12>/z Uhr, in deu BrotkartenauSgabe- stelleii ausgegeben._ Neukölln. Lebensmittel. Vom 20. bis 26. Juli dürfen in den« jenigen Geschäften, in welchen die allgemeine Lebensmittelkarte mit den Abschnitten 15 bis 32 zum Bezüge von Kolonialwaren sGrieß. Graupen usw.) angemeldet ist, auf dem Abschnitt 36 der Neuköllner Lebensmittelkarte 250 Gramm Haferflocken abgegeben und entnommen werden. Der Verkaufspreis beträgt für 250 Gramm Haser- flocken 22 Pf.— Vom 19. bis 25. Juli dürfen in denselben Geschäften auf den Abschnitt 35 der Neuköllner Lebensmittelkarte 375 Gramm K u n st h o n i g abgegeben und entnommen werden. Der Verkaufs- preis beträgt für 500 Gramm Kunsthonig, AuSstichware oder"in Würfelpackung 55 Pf., für 500 Gramm Kunsthonig in Rollenpackung 60 Pf. Wer Bruchteilen darf der Betrag auf volle Pfennige ab- gerundet werden.— Die neu ausgelegte Kundenliste für den Bezug von Kolonialwaren hat bei diesen Verläufen von Haferflocken und Kunsthonig noch keine Gültigkeit. Wilmersdorf. Lebensmittel. In der Zeit vom 19. bis einschließ- lich 26. Juli kommen auf Abscknitt 15 der gelben HauShaltungs« Bezugökarte 2 Pfund Gemüsekonserven zum Verlauf. Die Preise sind verschieden und auf den einzelnen Büchsen vermerkt. Auf die.Bezugskarte für Einzelpersonen">3. Ausgabe, rosa) werden in der Zeit vom 20. bis einschließlich 27. Juli 200 Gramm lose Suppen zum Preise von 0.40 M.(Abschnitt M> und 100 Gramm Perlsago im Preise von 0,17 M.(Abschnitt N> abgegeben. Die Entnahme der Waren hat in denjenigen Gesckiäften zu erfolgen, wo der Inhaber der Bezugskarte in die Kundenliste zum Bezug von Grieß, Graupen, Grütze,'Teigwaren usw. eingetragen ist. Pankow. Die Ausgabe der Brotzusatzkarten' für' die Zeit vom 23. Juli bis 5. August wird am heutigen Don- n e r s t a g erfolgen. Die Karren werden den Hausbesitzern bezw. deren Stellvertretern zugestellt. Die Verteilung der Karten- ist �un«' verzüglich zu bewirken. Nicderschönhausen.- Neue Kartoffeln sollen von den Lieferungsbezirken bestimmt noch in dieier Woche angeliefert werden, so daß es möglich sein dürfte, am Ende dieser Woche auf-vier Kartosselkartenabschnitte 2 Pfund zu entnehmen. Auf die übrige» 6 Lbschultte werbe» Gebäck oder Mehl verubfolgt. X KrciS Teltow. Der Landrat V. Achenbach erläßt folgende kleine Aufmunterung an die Landwirte des Kreises: Die Fälle, in denen Landwirte wegen unberechtigter Abgabe von Lebensmitteln unter Ueberfchreitung der Höchstpreise zur An- zeige gebracht werden, mehren sich ganz außerordentlich. Dem mutz unter allen Umständen Einhalt geboten werden. Ich richte deshalb an die Erzeuger des Kreises erneut das Ersuchen, sich bei Abgabe ihrer Erzeugnisse künstig genau an die Bestimmungen zu halten. Geschieht dies nicht, so werde ich jedem, der zum zweiten Male angezeigt wird, die Selbstversorgung unnachsichtlich entziehen und ihn auch bei der Verteilung von Sonderzuweisungen an Lebensmitteln ausschließen. NowaweS. Die Geschäftsräume des Arbeitsnachweises deS Ge- werbe- und KaufmannSgerichtS, des MietSeinigungSamtS, de« Ber- jicherungS- und WahlbureauS, der Kriegsbeschädigten- und Kriegs- Hinterbliebenenfürsorge und des Standesamts sind wieder im Rat- Hause. Linden- und Priesterstratzen-Ecke, untergebracht.— Bezugscheine über Web-, Wirk-, Strick- und Schuhwaren werden in Zukunft nur noch gegen Vorlage eines amtlichen Ausweises, z. V. de« polizeilichen Wohnungsnachweises oder der Lebensmittelkarte, ausgefertigt. — Eier- und Käseverkauf. Auf den Kartenabschnitt IS der Eier- karte werden in der laufenden Woche zwei Eier pro Kopf abgegeben, während auf den Karlenabschnilt 3S der grünen Lebensmittelkarte Edamer Käie zur Verteilung kommen soll. Die Anmeldungen zum Bezug von Käse müsien bis zum Donnerstag, den 19., bei den Klein- Händlern erfolgt fein._ Groß-Serliner parteinachrichten. L rrlin lV. Heute abend 8>/z Uhr: Generalversammlung bei Heinrich. Große Frankfurter Str. 30. Bohnsdorf. Die Mitgliederversammlung findet heute abend gi/z Uhr bei Grabow statt. bereitung sich hinwegsetzen, etwa weil er Kohlennot vorschützt? Das Kanimergericht hat im Urteil 2 U. 2297. Kgl. Kammergericht, veröffentlicht 30. Juni 1917 in allen Zeitungen generell feine Haftung als Vertragspflicht präzisiert I Mit welchem Recht will der HauZbefitz in den Grundbefitzer- zcitungen Propaganda für generelle einseitige Mietssteigerungen, 5—10 Proz. der Bruttomiete, machen, etwa weil er in den Auf- munterungen dazu nötigt, keine Renovierungen vorzunehmen, da der Gewerbler das Dreifache der Löhne fordert? Die Behörden sollen ihn schützen in seinem unglaublichen Ver- langen, obschon die Hypothekenbanken stunden I Der hohe Ueber- schütz in FriedenSzeiten wird einfach totgeschwiegen! Die Klagen der Krankenkassen über unhygienische Wohnungen werden natürlich nicht publiziert I In Einzelfällen mag auch bei den HauSbesttzern eine Notlage bestehen, uicht aber bei den zahllosen Besitzern der Spekulations- objekie, die ohnehin mit 1-�2 Proz. leerer Wohnungen rechnen! Also die E i n z e l l a g e des Falles entscheidet und direkt lächer- lich wirkt die generelle Forderung aller I Ein Todesurteil wurde vom Schwurgericht in Bielefeld verhängt. Am 19. März wurde in Oberjöllenbeck die Ehefrau Reck- stieget, deren Ehemann sich in englischer Gefangenschaft befindet, am Bettpfosten erhängt aufgefunden. Die Begleitumstände liehen auf gewaltsamen Tod schließen, und der Verdacht lenkte sich auf den verheirateten Tischler Nolle aus Oberjöllenbeck, der mit der Frau ein intimes Verhältnis unterhalten hatte. Er hat die Frau umgebracht, weil sie sich weigerte, seinen Namen als Vater des von ihr zur Welt gebrachten Kindes zu verschweigen. Soziales. Mietssteigerunge«. von sachverständiger Seite erhalten wir zu unserer Notiz über unberechtigte Mietssteigerungen, die zum Teil lediglich einer ganz ungerechtfertigten Bereicherung des Hausbesitzers gleichkommen, wie wir dieses schon andeuteten, folgende Ergänzung: Mit welchem Recht sucht der Hausbesitzer generell die Miets- steigerung zu rechtfertigen, etwa damit, daß er die Mieten pränu- merando verlangt, er selbst aber die Hypothekenzinsen postnumerando zahlt, und zwar halbjährlick, vom 8. bis 10. des OuartalmonatS, also mehr oder minder auf ein Vierteljahr die Zinsen doppelt zieht? Mit welchem Recht sucht der Berliner Hausbesitzer seine angeb- liche Notlage allgemein zu behaupten, vielleicht weil erder Ehrenpflicht und der GesctzeSpflicht der Obdachspflicht für unsere schwer kämpfenden Krieger zu genügen hat und dabei von den Kommunen den größten Teil seiner Mietsausfälle gedeckt erhält? Mit welchem Recht will der Hausbesitzer einseitig über die Ver- pflichlung der Lieferung der Zentralheizung und Warmwasier- Gerichtszeitung. Ein gegen einen Nachtwächter verübter Gewaltsakt führte den Kellner Paul S ch i s k o w S k i und den Abträger Otto Vielecke vor die vierte Strafkammer des Landgerichts I. Beide Angeklagten haben erhebliche Vorstrafen wegen der verschiedensten Vergehen und Verbrechen. In einem Hause der Linienstratze hatte sich im ersten Stockwerk ganz im geheimen ein sogenannter Bouillon., keller" auf- getan, in dem sich nächtlicher Weile alle möglichen zweifelhaften Ge- stalten einfanden, die dort Bier. Spirituosen, Kaffee u. dergl. ver- zehrten und auch dem Glücksspiel huldigten. Der Betrieb stand unter Leitung eines Händlers Schmidthaber, der eine Schank- konzession nicht besaß. Zu den Gästen gehörten auch die beiden Angeklagten in der Nacht zum 22. Januar. Es ging in jener Nacht besonders lustig zu. so daß der Wirt wiederholt um möglichste Ruhe bat, damit die Polizei nicht aufmerksam werde. Die beiden Ange- klagten, die viel Schnaps und Bier genossen hatten, bekamen eine Art Blaukoller, so daß Bielecke sich zu der Drohung verstieg:„Wir schlagen dem ersten Schutzmann oder Wächter, der uns begegnet, über den Brägen!" Diese Drohung wurde wahr gemacht, als ihnen beim Betreten der Straße der seit langen Jahren dem dortigen Revier zugeteilte Wächter der Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer, Blankenheim, begegnete. Ohne jeden Grund stürzte sich Bielecke auf ihn, stieß ihn mit zwei Fingern so heftig in die Augen, daß er nichts mehr sehen konnte; dann warfen ihn die An- geklagten und ein unbekannter Dritter zu Boden und schlugen mit Messer und Schlagring auf ihn ein. Ueber und über mit Blut be- sudelt wurde B. von einem Schutzmann aufgesunden und nach dem Krankenhause gebracht. Dort wurden mehrere talergroße, bis auf den Knochen gehende Kopfverletzungen, ferner Verletzungen am Backenknochen und am Arm festgestellt. Der Ueberfallene hat 11 Wochen im Krankenhause zugebracht und wird auch jetzt noch ärztlich behandelt, da bei ihm ein nervöses Zittern der Gliedmaßen zurückgeblieben ist.— Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten SchiskowSk! zu LZh Jahren, den Bielecke zu 3 Jahren Ge- f ä n g n i s. Mus aller Welt. Geheimnisvolles Dahinsterben einer zahlreichen Familie. In Hohenbrcden bei Altenbeken verlor der Schuhmacher und- Briefbote Joseph Wewer-Bartold, der zurzeit im Felde steht, in kauni acht Tagen vier von seinen Kindern im Alter von 12 bis 2 Jahren. Die Frau liegt im Krankenhause schwer danieder mit noch drei Kindern, an deren Aufkommen noch gezweifelt wird. Die Ursache dieser erschrecklichen Krankheit wird auf Genuß verdorbene»- Margarine zurückgeführt, in der die Frau Pfannkuchen gebacken hat." Die ganze Familie wird vielleicht dem Tode geweiht sein. Ein neues Kampfmittel. Im Anzeigenteil einer weimarnchen Zeitung veröffentlicht eine Ehefrau aus einem benachbarten Dorf folgende fürchterliche Drohung:„Achtung! Ich brauche nichts auf meines Mannes Namen zu borgen, da ich viel mehr besitze als er. Ich habe durch Fleiß und Vermögen die Wirtschaft begründet. Ich habe ihn nicht böswillig verlassen, sondern weil er mich mißhandelte. Wenn er dies wieder tut, kriegt er nicht nur einen, sondern zwei Töpfe Schläppermilch an den Kopf geworfen!" öriefkasten der Redaktion. ®. G. 100. Wenden Sie sich mit einer brieillchen Anfrage an die nachsolgende Adresse: Agence de rpn?eigiiements pour prisonnier« de guerre, Genf, Rue de l'AtbenSe 3, Der Brics geht portofrei: er mutz auf der Vorderseite den Vermerk„KrlcgSgesangeneiilendung" tragen und ofsen gesandt werden.— R. B 47. 1. Wenn der Tod insotge der Verletzung eintrat, so hat die Frau Anspruch auf Rente. 2. Aus der In- validenversicherung hat die Fra» Anspruch auf Witwengeld, we>.n sie selbst Marten geklebt hat, sonst aus Witwenrente auf Krund der vom Ehemann geklebten Marlen nur, wenn sie selbst invalid ist. Für das Sims besteht Anspruch auf Waiscngeld.— O. P.'ZttH. Die von der Krankenkasse ge- zahlten statutarischen Sätze entsprechen den Sätzen der Kriegswochenhiljc. Die Krankenkasse ist zu weiteren Leistungen nicht verpflichtet. Auch die RcichSwocheiihilsc gewährt darüber hinaus nichts.— M. 77. Ja. — K. M. 0. Die Zuwendung der Verkehrsgesellschast an die Kricger- fiauen ist eine sreiwillige und kann deshalb in besonderen Fällen ein- gestellt werden.— Westend 100. 1. Ja. 2. Das steuerpflichtige Sin- kommen wird dann nach dem gegenwärtigen Wochenverdienst ermittelt und aus ein Jahr umgerechnet. 3. Wenden Sie sich direkt an die Kleider- verwertungSslellt. Kommandantenstr. 81— E. S1. 7. Gewünschte Adressen finden Sie im Adrctzbuch, 2. Band, II. Teil,«eile Löl.— Abonn.- BSetterauSstchten kür das mittlere Storddeiirirliinud VIS Freitag mittag. Ziemlich warm, vorwiegend wolkig niit leichten, nur im Nordwesten elwaS stärkeren Regensällcn, dazwischen zciiweisc ausliar end. 4>«at»clie<, Tneoter. Heute und folg. Tage 8 Ulir: Mix Pallenberg in Der kleine Napoleon. Kammernpicle. Heute u. folg. Tage 71;, Uhr; Die TünBcrln mit Leopoiilfne Konstantin. Volksbühne. Theater am BUlowplatz. Untergrundb. Sobönh. Tor. Heute u. folg. Tage T'/. Uhr: Die Künlgln der Lnft. Xiesslngr-Theatcr. Heute u. folg. Tage Tlt Uhr: Maria Ottmann u. H. Watmann in Hinha Oper. y.O. Blumenthal HiUUC Mugik v. Osk. Straus. Theater 1. d. KOniggrätzcrstr. 8 Uhr: Künstlerische Tänze. .Frage an daa Schicksal". .Abaohladasouper". Komödienhaus 8: Wie(easlt loh meinen Mann? Berliner Theater 7WU.! Die tolle KomtcB. NJLTIONAL THEATER Töpen!ckerStr.S8. TS gl.'/.SUHr Grosser Erfolg! ....... I Bolksslück in 7 Bildern m. Gesang ES empfiehlt sich, rechtzeitig Billett« zu besorgen. Balasi Tigl. Tl, Sonnt. 3'/. u. 7'/, R. Stellst, ä. MQHer-Llneke, Qertr. Grlbner, B. Lahnhoff in„Der Herr ohne Wohnung". Dazu: � fra, die Seltsame usw. Bahnh. Friedrichstr. Anfang 8 Uhr. Ranchcn' gestattet. Kühler Aufenthalt. Das neue Pro- gr. u. a. — I-ala n. Sohn 1 1 Die Unzerbrechlichen 4 Veras phän. Draht-Akt Tnrl Uamhofer Parforoe- Schnitzelj. Halali Rose-Theater. Tl, Uhr: Die®tn«he de« BertranrnS.— Gartenbflhne Berlin, wie es liebt und haSt. Walhalla-Theater. Uhr: Zigeuner. Gartenbühne: Vorstellung. Berliner Prater-Theater. Kastanienallee 7—9. Heute: Aha— famos! Gr. Ausstattungs-Opereltenpcss« in S Alten mit Gesang u. Tanz. Vorher d. gr. Varieteprogramm. _ Anfang i'l, Uhr._ jer. Anf. T'isU. Am 1./8. Wiederbeginn d. Vorstellungen der Stettin. Sänger. Admlrals-Palast. Abrakadabra phantastisches Ballett auf dem Else. Angenehm, kühl. Aufenthalt. ?'lt U. Vorzügl. Küche. Theater ffir Donnerstag, den 19. Juli. Deat.che. Opernhans vi, uhr- Nanon. Fricdrtcb-Wlibelmat. Theater T'/.uhr: Das DrEiiÄrHm Gebr. Herrnfeld-Th. Operetten-Gestspiel Tv.tihr: Die ledige Elielrao. Kleines Theater 8 Uhr: Ii Komische Oper Ü& Die Dose Sr. Majestät Lustspielhaus , Die blonden Mädels 7»/. Uhr. vom Lindenhot. Metropol-Theater nuhr. Die CzardasHB. Neues Operettenhaus Schiffbd. 4b. Hassent. Kd. 281 7v.uhr: Oer Soldat Warie. Kesidcns-Theater Kä; Die VerhDlKe. Schlllep-Theater O ti, uhn Martha. »chlllcr-Xh. Charl. T/.vhr: ilt-Beidelherg. Thalia- rhoatef ti, uhr; Soonwendzauber. Theater am Nollendorfplatz ti, uhr: Die Gulaschkanone. Theater des Westens u/. uhr: stolze Thea. Triauon-Theater 7., TT. vis Lore. ' f. u- Die sittliche Forderung. Voigt-Theater. Badstr. 58. Badstr. 58 Taglieh pOe Eitrarorstellong. Pleperu. Sperling «rftklaisiges Gpezialttäten-Programm. Ans. Sonnt. 4, wocheni. Uhr. »eschlagnahmfrete Mengen gebrauchter>/, bis Sekt- Wein- f.74« Korke und alle anderen Sachen sowie Zelluloid-! Film- Guttapercha- Hartgummi- Wachswalze«- Schallplatten- � kaust Ordower G. m. b. Ä. Berlin, Georgenkirchstr. 60 beim Alexanderplab» 9—12, 3—6 Uhr. 64/9» ZurBequcinlichkeit bet Sparer haben wir eine neue Zweigstelle V der Sparkasse am Wannseebahnhof Grast- Görschenstraste im Hause Bahnstretze 10 errichtet. Ein- lagen werden von 1 Mark an entgegengenommen und sogleich im Sparbuch quittiert. Rück- Zahlungen erfolgen in glelcher Weise wie bei unseren übrigen Kafsenstellen. Bei der neuen Zweiastelle kännen auch Ein- und Auszahlungen in Depo- fiten-, Kontokorrent-, Scheck- und Giroverkehr bewirkt werden. Kassenstunden von 8'/, Ms l'/i, Sonnabend bis 1 Uhr. BIn.-Schänebcrg, im Juli 1917. Der Spartafienvorftand. WS Mengen Sektkorken 28 Ptennig Weinkorken 6 Pfennig sowie alle anderen Sorten gebrauchter und neuer Korken kauft W.Nelke Berlin, Krausenstr. 75 (neben Kempinski) Bülowstraße 24, Ecke Potsdamer Straße. 9—1. 8— O. Am 16. Juli fiel auf dem Felde der Ehre unser hoch verehrter Chef Herr Fabrikbesitzer Kurt Dittmann Leutnant der Reserve in einem Peldartillerie-Begt Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Wir betrauern in dem Gefallenen den Verlust eines herzlich gutgesinnten und gerechten Arbeitgebers, welchem wir ein treues, unvergeßliches Andenken bewahren werden. 2984b Berlin-Wittenau, den 18. Juli 1917. Die Arbeiter der Firma F. G. Dittmann, Fahrzeugfabrik, Berlin-Wittenau. Buohdruekerel and Verlagaanatalt Q. Birk» Ce. m. b. H. In München. Soeben erschien: Der II. Band des Handbuch der sozialdemokratisclien Parteitage von 1910 bis 1913 gut gebunden, 688 Seiten, Dk. 10.— Auch der zweite Band des Handbuches wird für jeden Parteigenossen und Gewerkschaftler unentbehrlich sein, weil durch die sorgfältige und sachliche, alphabetische Zusammenstellung der auf den Parteitagen kundgegebenen Anschauungen damit eine sonst nicht vorhandene üebersichthohkeit des Materials geboten wird. Von dem I Band, 1863— 1909(Preis Mk. 7.—), ist noch ein geringer Vorrat vorhanden. Alle Buchhandlungen und Kolporteure nehmen Bestellungen entgegen. 5182L* WWWWVVV»S Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Kraveur Ngsinsnii Henschel Sulmftr. 83, am 14. Juli gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. Juli. nachmittags 31/, Uhr, von her Leichenhalle veS Luther- Kirchhofes in Lankwitz aus statt. Rege Beteiligung wird er- wartet. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, datz unser Kollege der Schlosser Mit Hinz Samariterstr. 13, am 16. Juli gestorben ist. 177/19 Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe deS Gemeinde- Friedhofes In Marzahn aus statt. Rege Beteiligung wird er- wartet. N»olirut. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, datz unser Kollege, der Schlosser Hgitnsnn Paul Ntederschönbausen, Juli gestorben ist. am 12. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, datz unser Kollege, der Dreher lZöosg Hiöllei Rüdersdorser Str. 43, am 9. Juli gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die OrtSverwaltnng. VolW Feufrbestallimgs- �VereinGroB-Eerlin Die Einäscherung unseres verstorbenen Mitgliedes Herrn M» Graßhold Berlin, Holzmarktstr. 44 findet morgen Freitag, nach- mittags 2 Uhr, im Kremn- lorium Berlin, Gerichtstr. 87, statt. 293/6 Ehre feinem Andenken! Wehmütige Erinnerung zum Sterbelage meine« heitz. geliebten und unvergetzlichen Manne«, deS Landsturm- manneS ö4A �ftiir Naujoks gestorben an feinen schweren Wunden am 19. Juit 1916 in einem Feldlazarett. Ruhe sanft in fremder Erde. Du, der einst mein Alles war; Stets werd' ich Dein gedenken. Heut, wie vor einem Jahr." Und ob mir's Herz auch blutet. Da» Auge Tränen weint, Ich glaube und ich hoste. Eins» werden wir vereint l In tteistem Schmerz Deine Dich nie vergessende Frau Anna Naujoks geb. Plaschte nebst allen Verwandten und Bekannten, Berlin, Martin-Opitz-Str. 19. Dem Auge fern. Dem Herzen ewig nah. iZSKns mit u. ohne Platte, mit eohtem Frieden»- kautschuk. Goldkronen, Brücken, Plomb. ------— L'marbeltg.schleclitaltBender Geblase. Reparaturen sofort. KahnBlehen in Örtlicher Betäubung. Billige Preise, auch Teilzahlg. Tel. Nord. 10438. ».t-U-er slßS iw-M«. Am Sonniaa. den 15. Juli, mittags 12 Uhr, oerschied nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, guter Sohn, Schwiegersohn, Bru- der, Schwager und Onlel, der Schlosser Adolf Hinz im noch nicht vollendeten 31. Lebensjahr. DieS zeigen tiesbetrübt an A.ana Hinz: geb. Eichhorn und alle Verwandten. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 1». Juli, nachmittags 3 Uhr, in Mar- zahn statt. 67a Absahrt des Zuges 2.14 Ubr Bahnh. Friedrichsseide. Für die mir bewiesene Teil- nähme beim Helmgange meiner lieben Frau Emilie und meines Töchleichen Agnes meinen herz- tichsten Dank. 64/10 .Arno Schuster, _ Steglitz. Allgemeine' Ortsllrankenllasse Kerlin- Marieu- dnrfu. Umgegend Donnerstag, den 20. Juli, abends tP/, Uhr, im Lokal von Karl Kenicheck, Berlin- Mariendors, Chausseestr. 27: Außergrdkiltllche AiigschAMiilg der Vertrete? der Arbeit- geber und Versicherten. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes über Erwerb eine« Baugrundstücks. 2. Beschluhiassung über Abände- rung des Voranschlages für 1917. 3. Verschiedenes. 278/12 Etwaige Anfragen'oder Be- schwerden. bei denen Einsicht- nähme in die Kassenakten er- sorderlich ist, sind spätestens bis zum 23. Juli er., dem Borstande ichrsstlich einzureichen. Berlin-Mariendors, 17. Juli 1917. Der Kaffenvorstand. August Lelp, Vorsitzender. O �B.&* Kennen Sie die Wohltat � einer Leibbinde 8 Sämtliche Systeme am Lag. resp. nach Maßanf ertig. so wi e Bruchbandagen Artikel z. Gcsnndhclts- und Krankenpflege. Pollmann, Bandagist, Berlin N., Lothringer Str. 60.* Lieferant füi Krankenkass. H.Pfau, ®c!,M,Direksenslr.20 zwisch. Sabnb. Alepanderptatz u. Vollzeivräfid.— Amt Kst. 3208. Für Damen Frauen-Bedienung. Lteserant jüralle Krankenkass. nt.1�5—-m? Unterhaltungsblatt öes vorwärts Donnerstag, 19. Juli /lus Zinnlanös Gesihichte. Zu seiner Nnabhängigkeitserklärung. Das Unglück der Finnen war seit jeher, das; sie ein GrenBoll bildeten. So waren sie in unablässigen Kriegen der Zankapfel zwischen den beiden mächtigeren Nachbarn, lind immer wieder wurden auf ihrem Boden blutige Kämpfe ausgefochten. Es lag auch in der natürlichen geschichtlichen Entwicklung, daß Finnland, längst mit der schwedischen Herrschaft ausgesöhnt, schließlich an Nuszland überging, das im Laufe der Jahrhunderte außerordentlich erstarkt war und den einst mächtigeren schwedischen Nachbar an Macht und BolkSreichtum weit überflügelt hat. Stammverwandt sind freilich die Finnen so wenig mit den Nüssen wie mit den Schweden; sie gehören dem uralaltaischen Völker- stamm an, aus dem in Europa neben den Finnen nur noch die Ungarn und die Türken hervorgegangen sind. Die finnische Sprache weist dann auch nur an die Idiome dieser beiden Völker Anklänge auf. Als in der Zeit der Völker- Wanderung die Vorfahren der heutigen Finnen weit aus dem Südosten guer durch das heutige Nußland zogen, um sich auf der Landenge zwischen deni Ladogasee und dem Finnischen Meer« busen seßhaft zu machen, lebte in dieser Gegend vermutlich ein gotischer Stamm, der aber von den Einwanderern verdrängt wurde. Allmählich breiteten sich diese Einwanderer am Ufer des Finnischen Meerbusens aus. bis sie schließlich das ganze Land besetzt hatten. Luch auf der Südseite des Finnischen Meer- busenS setzten sich finnische Stämme fest, die Esthen, Liven und Kuren. Diese sind jedoch im Laufe der Jahr« hunderte in stärkerem Maße als die Finnen nördlich des Meerbusens mit slawischen Volksteilen in Verbindung gekommen, so daß auch deren Sprache eine vom Finnischen wesentlich abweichende Ent- Wicklung durchgemacht hat. Daß die Finnen durch anderthalb Jahr- lausende hindurch ihre völkische Eigenart fast unverfälscht haben be- wahren können, das ist hauptsächlich dem Umstand zuzuschreiben, daß ihr Wohnsitz als das nördlichste aller Kulturländer der Erde landschaftlich in sich abgeschlosien und so überaus entlegen ist. Ihre staatlichen Einrichtungen waren während der ersten Jahr- hunderte noch sehr primitiv, und wenn schwedische Könige auch schon im v. und 10. Jahrhundert EroberungSzüge nach Finnland unternommen haben wollen, so ist doch geschichtlich nicht erwiesen, daß Schweden zu so früher Zeit bereits die Herrschaft im Lande gehabt habe. Erst um die Mitte des 12. Jahrhunderts eroberte König Erich der Heilige den südwestlichen Teil Finnlands und erbaute zum Schutze des eroberten Gebietes das Schloß Abo. Es war ein Kreuzzug, den der schwedische Herrscher unternommen hatie; er blieb aber ergebnislos, und erst ein Jahrhundert später konnte das Christentum in Finnland festen Fuß fassen. Es war der schwedische Neichsverwescr Birger Jarl, der die Finnen endgültig unterwarf. Die Schweden behandelten Finnland milde und führten dort die gleichen, freien und volkstümlichen Ein- richtungen ein, wie sie in Schweden schon herrschten. Ilm die Mitte des 14. Jahrhunderts konnten die Finnen sogar an der Wahl der schwedischen Könige teilnehmen. Ein ein- heimischer Adel entstand, und die Bischöfe waren Finnen. Der be- deutendste unter ihnen war Magnus Olai Tawast<1412—1450), zu dessen Zeit die katholische Kirche in Finnland ihre ganz« Macht und Pracht entfaltete. Unter Gustav Wasas Negierung<1ö28— lövv) wurde in Finnland die Neformation eingeführt; unter Gustav Adolf kämpften Schweden und Finnen auf Deutschlands Schlachtfeldern. Dann kamen für Finnland auf lange hinaus schwere Leidenszeiten, die Kämpfe zwischen Schweden und Russen, die nach zahlreichen Kriegen und blutigen Schlachten, wobei Finnland mehrfach den Be- sitzer wechselte, im Jahre 1800 zum endgültigen Uebergang des Groß- siirstentums Finnland an Rußland führten. Wie öle Klayiker entlohnt wnröen. Es ist noch nicht solange her, daß daS Wort von der brotlosen Kuvst auch inb ezug auf Dichter und Literaten seine Geltung hatte, und erst die neueste Zeit hatte in dieser Hinsicht Wandel geschaffen. Man weiß, daß unsere beliebten Erzähler allein für den Erst- abdruck ihrer Romane von den großen Zeitungen und Zeitschriften Honorare beziehen, die lief in die Zehnlausende gehen, und selbst ein mäßig beliebter Autor vermag sich, sofern er etwa in geschäft- lichen Dingen nicht gar zu weltfremd ist. von seiner Feder recht auskömmlich und standesgemäß zu ernähren. Wie alles, so ist eben in unseren Tagen mit seinem weit entwickelten Verlagswesen auch der Marktwert der Literatur ganz außerordentlich gestiegen; würden die Dichter, die vor hundert Jahren gelebt haben, heute wieder unter uns erscheinen, sie würden nicht wenig erstaunt sein über die Entlohnung, die in unseren Tagen der geistig Schaffende findet. Noch ungleich schlechter waren die Schriftsteller früherer Jahrhunderte daran. Zu Luthers Zeiten galt ein Honorar von sechs Groschen für den Druckbogen als höchst anständige Bezahlung. Voß bot im Jahre 1779 seine Homerübersetzung für zwei Taler das Exemplar zur Subskription an, weil ihm kein Verleger drei Taler für den Druckbogen bezahlen wollte. Klopstock erhielt für die ersten Gesänge seines.Messias" nur zwei, für die letzten, nachdem der Anfang des Epos großen Er- folg gehabt hatte, zwölf Taler für jeden Druckbogen. Schiller und Goethe waren die einzigen deutschen Dichter, die schon damals von ihrem Verleger Cotta ein für jene Zeiten sürstliches Honorar er« zielten. So erhielten Schillers Erben von Cotta für das Verlags- recht sämtlicher Werke des Dichters die Summe von 100 000 Talern ausgezahlt, während Goethe und seine Erben von dem gleichen Verleger nahezu S00 000 Taler an Honoraren bezogen. Bessere Honorare als in Deutschland wurden in früheren Zeiten in England den bedeutenden und beliebten Dichter» bezahlt. So hatte Shakespeare, als er auf der Höhe seines Ruhmes stand, ein Jahreseinkommen von etwa 400 Pfund Sterling. also 8000 Mark, eine Summe, die aber damals die gleiche Kaufkraft besaß, wie in unsereir Tagen 80 000 Mark. Während Milton sich für jeden Druckbogen seines.Verlorenen Pa- radieseS" mit fünf Pfund begnügen mußte, brachte Gibbon seine Römische Geschichte nicht weniger als 20 000 Pfund ein. Lord Bstron bezog innerhalb von fünf Jahren von seinem Verleger Murray 18 000 Pfund. Geradezu lonigliche Honorare aber wurden Lord Beaconsfield und Alfred Tennyson zuteil. Von englischen Tages- schriftstcllern ist in der zweite» Hälfte des vorigen Jahrhunderts wohl Stanley am besten bezahlt worden, besten afrikanische Reise- schilderungen einen der größten buchhändlerischen Erfolg« des vorigen Jahrhunderts gebildet haben. Unsummen verdient auch Rudyard Kipling; Theodor Roosevelt hatte es dank der Bombenreklamen, die er für sich zu niachen wußte, fertiggebracht, daß der Ver- lag des.Outlook", an dem er nach der Rückkehr von seiner afrikanischen Jagdexpedition Redakteur wurde, ihm einen Dollar Honorar für jede Zeile zahlte. Auch Eugöne Sue, der unr die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Frankreich geradezu verschlungene Vielschreiber, bezog für die Ver- öffentlichung seiner Romane in der Pariser Presse ein Zeilenhonorar von 1 Frank. Sue nutzte diese Honorarvereinbarung in gerissener Weise aus, indem er seine Figuren andauernd in ganz kurzen, ab« gehackten Redewendungen spreiben ließ, derart, daß zahlreiche Zeilen nur ein oder zwei Worte, oder gar nur ein Fragezeichen oder irgendeinen einsilbigen Ausruf enthielten. Deni Verleger wurde das schließlich zu bunt, und er ließ diese einsilbigen Sätze fort- laufend setzen, ohne stets, wie der Dichter vorgeschrieben hatte, eine neue Zeil- zu beginnen. Dagegen sträubte sich wieder der Dichter, und als ihni das nichts nützte, griff er zur Selbsthilfe, indem er die Zeitung mit den Fortsetzungen des bereits im Erscheinen begriffenen Romans, der noch nicht fertiggestellt war, warten ließ und so in größte Verlegenheit brachte. Schließlich kam dann doch eine Eini» gung zustande._ Dunöesrat, Nationalrat und Stänüerat. Während wir in Deutschland unter dem Bundesrat eine Körper- schaft verstehen, wird in der Schweiz das Wort, ebenso wie Nationalrat und Ständerat, auch für ein einzelnes Mitglied einer solchen Behörde gebraucht. Da im Anschluß an den Rücktritt des Bundesrats Dr. Artur Hoffmann diese Siamen jetzt häufig gebraucht werden, dürfte manchem ZeirungSleser eine Erklärung der der Schweiz eigentümlichen Verfassungseinrichtungen erwünscht sein. Die Schweiz, die früher ein eidgenössischer Staatenbund, d. h. eine Vereinigung selbständiger Republiken war, wurde 1848 in einen Bundesstaat umgewandelt. Die 25 Einzelstaaten oder Kantone sind aber insoweit souverän geblieben, als ihre Selbst- berrlichkeit nicht durch die Bundesverfassung beschränkt ist. Politische Bündnisse zwischen den Kantonen sind verboten und nur dem Bunde steht das Recht zu, Bündniste und Staatsverträge mit dem Ausland einzugehen, Krieg zu erklären und Frieden zu schließen. Die oberste Gewalt wird durch die Bundes- Versammlung ausgeübt, die aus zwei Kammern, dem Nationalrat und dem Ständerat, besteht. Der Nati�onalrat ver« tritt die Nation und wird aus Abgeordneten des Schweizer Volkes in direkter Wahl gebildet. Auf je 20 000 Einwohner entfällt ein Mitglied, so daß bei einer Bevölkerung von 3 781 000 der National- rat jetzt aus 189 Mitgliedern besteht, die auf 3 Jahre gewählt sind. Der S t ä n d e r a t vertritt dagegen die eidgenössischen Stände, d. h. die Kantone, und besteht aus 44 Abgeordneten, d. h. je zwei aus jedem Kanton und je einem aus jedem Halbkanton. In einzelnen Kantonen wählt die gesetzgebende Behörde sKantonsrat, Großer Rat), in den übrigen das Volk die Mitglieder des Ständerats. Beide Kammern beraten getrennt. Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse find nur gültig, wenn beide Körperschaften ihre Zustimmung gegeben haben. Dem Volk ist noch insofern ein direkter Anteil an den Arbeiten der Gesetzgebung gewährt, als es eine Abstimmung des ganzen Landes über Gesetzentwürfe verlangen kann. Wenn 50 000 Schweizer Bürger durch ihre Unterschrift einen Gesetzentwurf beantragen, so muß dieser zur allgemeinen Abstimmung sReferendum) gebracht werden. Handelt es sich um einen dem Parlament bereits vor- liegenden Bimdesbeschluh oder Bundesgesetzentwurf, so genügen schon 30 000 Unterschriften oder die Forderung von 3 Kantonen. Der Bundesrat ist die oberste leitende und vollziehende Behörde, also die Regierung, die aus sieben Mitgliedern besteht, aber jetzt auf neun erweitert werden soll. Die einzelnen Mitglieder. die wir als Minister bezeichnen würden, aber dort Bundesräte heißen, werden von der Bundesversammlung in gemeinsamer Sitzung gewählt. An der Spitze stehen der Bundespräsident und der Vize- Präsident, die auf je ein Jahr gewählt werben. Jedes Mitglied hat ein besonderes Departement, doch geht die jeweilige Entscheidung stets vom Bundesrat als der Gesamtbehörde aus. Alkohol als für ekerlegenöe Hühner. Ein französischer Geflügelzüchter versichert in einer Fachzeit- schrift, daß Hühner, denen man Wein verabreicht, eine ganz be« sonders große Anzahl von Eiern legen. Zwölf je 18 Monate alte Hennen wurden in zwei Abteilungen geschieden, von deren erster jedes Tier morgens 80 Gramm Körnerfutter, mittags 100 Gramm gekochte Kartoffeln, abends 50 Gramm Brot, dazu Grünfutter nach Belieben bekani. Die gleiche Fütterung wurde den Hennen der zweiten Abteilung gereicht, doch erhielten diese noch je 100 Gramm Wein täglich. Das Getränk wurde ihnen mit Brot verabreicht, das mit dem Wein zusammen eine Art dicker Suvpc bildete. Das Er- gebni« war erstaunlich. Die Hennen der ersten Abteilung legten im Oktober je vier Eier, im November eins, im Dezember� keinS und im Januar 22. Die anderen acht Hühner, die ihre tägliche Weinration erhalten hatten, legten hingegen je 23 Eier im Oktober, 57 im November, 44 im Dezember und 48 im Januar, übertraien somit ihre enthaltsamen Schwestern um 143 Eier. Das gleiche Experiment wurde darauf mit zwei Hühnerserien, von nur aö-t Monate alten Tieren mit dem gleichen Ergebnis wiederholt. Notizen. — Wanderung einer Jnfanteriekugel in ein Menschen herz. Am 25. Okiober des vorigen Jahres wurde ein Artillerist mit einem Beckenschusse im Lazarett eingeliefert: am 2. November traten starke Atembeschwerden und Lungenschmer- zen auf, man dachte an Lungenentzündung, deren Symptome schritten fort, und am 14. November trat der Tod des Mannes ein, der zur Leichenöffnung eingeliefert wurde. Das'Ergebnis der Untersuchung war nun, daß in der rechten Herzkammer ein russi- scheS Jnfanteriegeschotz steckte, das freibeweglich an der Rückwand lag. Irgendeine Verletzung oder Vernarbung war an den Herz- muskcln nicht aufzufinden, und die Untersuchung des übrigen Kör- pers bewies, daß das Geschoß durch den Blutkreislauf ins Herz geschleppt worden war. Der Einschuß lag auf der rechten Rückenfcite oberhalb der Darmbeinschaufel; das Geschoß war in die untere Hohlvene gelangt, die eine linsengrotze Oeffnung auf einer Seite zeigte. Offenbar war die Wucht des Geschosses nur gering gewesen, denn die andere Wandung dieser Ader war unverletzt. Dann muß das Geschoß mit dem Blutstrome durch den rechten Vorhos des Herzens in die rechte Kammer gespült worden sein, und hier war es hängen gsblieben. — D i e Warschauer Hochschule soll im Oktober wieder eröffnet werden. Alle frühereu Studenten müssen sich neu immatri- kulieren lassen. /toöers hjarmfteö. Von Jakob Knudsen. Von Vrejby! dachte Anders. Ja, da waren sie ja ge- recht. Aber obwohl es in Wirklichkeit nur wenige Meilen bis Vrejby war, wurde für sein Denken doch daraus eine Art von Paradies außerhalb der Welt. Sonst war also die ganze Welt ein einziges großes Asyl der Ungerechtigkeit. Es war so beängstigend, daß nur sein Vater eine Ausnahme machte. Denn wenn er nun den Glauben an den verlöre!— Anders schien es wohl wiederum, als sähe er gleichsam zu alleroberst ein Stück blauen Himmels. Doch die Vorstellung glitt gleich wieder weg, ohne daß er sich eigentlich etwas dabei ge- dacht hätte.— Im Lauf des Nachmittags hatte Per Hjarmstedt seine Handelsgeschäfte„weiter im Osten" abgeschlossen und hielt nun wieder mit dem Wagen an der Wahlstelle.— Die Wahl war zu Ende und die zwei Kragclunder Männer kamen wieder zum Mitfahren auf den Wagen. Sie waren ein wenig an- getrunken und überaus gesprächig. „Ja, wir haben ja trotzdem für den Rechtskandidaten ge- stimmt," räumte Jens Hvam ein. „Ja, das habe ich mir wohl denken können," sagte Per Hjarmstedt.„Ihr wärets ja wert, daß ich euch alle beide vom Wagen runterschmisse." „Gewiß, das ist ja so verständlich. Aber— äh— Teyffen, der bat uns so im allgemeinen darum, und da— da haben wir ja auch an das gedacht, was Du uns gesagt hattest, Pier, — daß es sich gleich bleibe."-- „Ihr solltet ja doch nach eurer Ueberzeugung stimmen." „Ah, das sollten wir ja auch— aber— äh— als eS darauf ankam, da hatten wir ja keine Ueberzeugung, und Teysscn, der kann uns nun später doch ein ganz Teil an- haben, wenn ers sich mal in den Kopf setzt." „Dann könnt ihr ihm wohl später auch was anhaben." „Ach, mit dem Kriegswesen ist daS nicht so leicht." „Nein, aber auf dem Nacken könnt ihr ihn euch alle herumtanzen lassen; dann seid ihr sicher, daß kein Krieg daraus entsteht I"— Anders konnte es wohl leiden, seinen Vater so etwas sagen zu hören. Dann fühlte er sich sicherer in seinem Glauben an Pers Gerechtigkeit. Der Tanghof war in früherer Zeit ein kleiner Herrenhof gewesen. Doch nun war da nichts andres, was daran �cr- innerte, als vermeintliche Spuren von Gräben um den Hof herum, das unverhältnismäßig große Wirtschaftsgebäude, das mit seinen Giebeln weit über den Ost- und Wcstflügel hinausragte, und endlich ein paar mächtige Lindenbäume, deren Wipfel ganz gewiß voni Winde weggeweht worden waren, deren Stämme und untere Zweige aber von mehrhundcrt jährigem Alter zeugten. Wenn man sie sah, mußte man an ein Haupt denken mit kahlem Schädel, aber mit kräftigem, buschigem Haarwuchs um Schläfen und Nacken. Ging man zwischen diesen beiden Linden durch, so trat man gerade auf die Haupttür des Wohnhauses zu. Links war die Küche, rechts lagen die Stuben.— Nur eine„Stube" war auf der linken Seite der Haustüre; das war Per Hjarm- steds„Kammer".— Dieses Zimmer hatte nur eine Tür, und niemand durfte es betreten außer dem Mann und der Frau selber. Sie durfte eigentlich auch nicht eben viel mehr als es betreten. Durfte ganz und gar nicht an die Papiere oder Papierfctzen rühren, die da bunt verstreut lagen, zusammen mit zerbrochenen Hufeisen, abgefallenen Matrizen. Pferde- gcschirresten, Harkcnzähnen, Tüderpflöcken, angesammelten Gänse- und Hühnerfedern, Tauenden, Bindfadenresten und andern Kleinigkeiten, auf dem Tisch, auf Wandbrettern, auf der offenen Schatullklappc und auf Stühlen. Sie durfte den Fußboden reinmachen, aber an etwas anderes wurde sie nicht herangelassen da drinnen. In den Stuben auf der anderen Seite des Ganges herrschte eine Ordnung, die man sogar einzuatmen schien, sie machte die Luft leicht; eine Reinlichkeit, die dem Eintretenden gleichsam zu Herzen ging, weil man fühlte, daß sie ein Be- dürfnis der Seele war, ein angeborener innerlicher Drang bei dem Menschen, von dem sie ausging. Nie wurde ein böses Wort zwischen Per Hjarmsted und seiner Frau gewechselt; aber von seiner Seite wurde un- endlich viel Anlaß dazu gegeben. Wenn ein Mann mit seinem Stecken dasteht und in einem Ameisenhaufen stochert, so sagen oder tun die Ameisen nichts, um es zu hindern. Aber niit unverdrossener Emsigkeit und Schnelligkeit bessern sie den Schaden aus, der angerichtet wird; bei jedem rücksichtslosen und zwecklosen Schlag oder Stoß, der mit dem Stock ausgeführt wird, versammeln sie sich auf der Unglücksstättc und bauen auf mit Fleiß und Kunstfertigkeit. Wenn Per Hjarmsted zur Nachmittagsvesper vom Felde heimkam, konnte er schrecklich ausschauen, besonders bei feuchter Witterung. Seine Holzschuhstiesel waren dann ganz bis zum Schaftrand hinauf mit Lehm bedeckt, dasselbe war mit den Knien und den Hinterstückcn seiner Hosen der Fall. Seine Hände waren schwarz und sein Gesicht feuchtglänzend vom Schweiß und Schlickerwetter; es war nicht viel niehr davon zu sehn als die kleinen, braunen Augen, die große, gebogene Nase und die etwas hervorstehenden Backenknochen; der Rest war mit weiß-brauncn Bartstoppeln oder langen, grauen Haarzotteln bedeckt.— Ohne sich irgendwie zu reinigen oder das Schuhzeug zu wechseln, ging er nun in die Wohnstube hinein, wanderte auf seine seltsam unruhige, wolfsartige Weise in der Stube hin und her, so daß Lehm und Erde im ganzen Zimmer verstreut wurden und setzte sich dann, wenn der Kaffee kam, unten am Tische nieder, die Mütze im Nacken. Er nahm seine kurze Holzpfeife aus dem Mund und stellte sie in die Ecke der Ruhebank, steckte ein paar Stück braunen Zuckers in den Mund, beugte sich tief auf die Tischplatte nieder und schlürfte den Kaffee ein. Bei dieser Gelegenheit war er fast immer ganz stumm und seine Augen waren stier, der Ausdruck abwesend. Wenn seine Frau den Kaffee vor ihn hingestellt hatte, drehte sie sich um und betrachtete den Fußboden, indem ihre dunkeln Augen langsam hin und her glitten unter dem Rande der halb niedergeschlagenen Augenlider, und dann konnte ihr blasses Gesicht einen ganz erstaunten Ausdruck annehmen, trotzdem eS durchaus kein neuer Anblick war, was sie sah,— aber der Ausdruck ihres Gesichts war nun ein- mal immer ein wenig erstaunt. Dann ging sie, ohne ein Wort zu sagen, zur Tür hinaus und kam mit Kehrschaufel und Flederwisch zurück und schickte sich an. die Lchmklumpen und Schmutzlachen, die des Mannes Holzschuhe hinterlassen hatten, vom Boden zu beseitigen.— Und es kam vor, daß er dasaß und ihr bei dieser ihrer Ar- best zuschaute; aber ob er eigentlich sah, was sie tat, war schiser zu entscheiden. Gewöhnlich saß er wohl, während er Kaffee trank, und dachte über seine Rechnungen nach, wie er sich denn auch gerne nach dem Kaffee auf seine„Kammer" begab.— Aber nicht immer ging er sofort da hinein; manchmal konnte er seine Pfeife nehmen und am Wohnstubentisch sitzen und rauchen; dann spuckte er breit und gedankenvoll auf den Fußboden, von wo soeben die Spuren der Holzschuhe ent- fernt worden waren.— Manchmal wich das Verschleierte aus seinem Ausdruck, und er kannte erwachen. Doch es geschah nicht in der Art, daß er zur Erkenntnis deS Unpassenden gelangte, das in seiner Aufführung lag; dieser oder jener bemerkenswerte Zug aus seincin letzten Handel mochte ihm eingefallen sein und er konnte seiner Fran davon erzählen— wie sie da so auf dem Fußboden lag— in sachlich interessiertem und auch überaus freundlichem Tone. (Forts, folgt.) SgjiüDemotiafJetelo für Berlin vi iul? 8l. Noldesleiii, Photographie. Kopierer, Laboranten- Assistenten erhalten sofort Anstellung. Meldungen von— 10, 12 bis 1/,2 und 6—7 Uhr. A. Wertheim, Königstr. 31/38. 1S7K Tüchtige Einrichter sür Revolvcrbänke sür sofort verlangt � 2978b* fitebr.' Dictmann, Ringbahnslr. 4. UliFniaclier nnf Heercsarbeit verlängt Tachometerban X,chnibeck&,Co..Oraaien. Straße 107. 29805* Mocbel-Boebel, Moritzplatz 58, Fabrikgebäude. Spezialität: Ein- und Zweizimmer-Ein- richtungen. Größte Auswahl, niedrigste Preise. Besichtigung 8U— 7.____. 257* Möbcleinkauf! Kleiderschränke, Bertikos, Plüschsofas, Triuneaus, Bettstellen, Wasch- toiletten, Kücheneinrichtung, ganze Wirtschaften und Nach- lässe kauft höchstzahlend Höfer, Prinzenstraße 71.(Moritzplatz 1078.)_____* Gelegenheitskäufe, Eichen- Speisezimmer, moderne Form, Büfett mit reicher Kristall- verglasung, komplett 1283, Herrenzimmer, entzückend, 950, Schlafzimmer, flammigbirken, 1550. Besichtigung sehr loh- nend. Möbelhaus Osten, nur Andreasstraße 30. 168K .Musikinstrumente Pianinos, günstige Gelegenheiten, 250,00 aufwärts, Flügel 175,00 aufwärts. Krüger, Neue Königstr. 31 (Alexanderplatz). 233/15 Kauf gesucht Gebrauchte, beschlagnahmefreie Sektkorke bis 26 Pfennig, Weinkorke bis 4 Pfennig sowie alle anderen Sorten gebrauchte und neue Korke, jeden Posten, Schallplatten und-walzen kauft Matthäus, Berlin, Alte Leip- zigerstraße 21.__ 123K* Platinabsälle! Gramm bis 7,70! Zahngcbisic! Schmuck- fachen! Ketten! Ringe! Mi- litärtressen! Glühstrnmpfasche! Filmabfälle! höchstzahlend, Sil- berschmelzerei, Metall-Einkauss- bureau, Weberstraße 31. Tele- Phon Alexander 4243. 261* Schalplatten, abgespielte, so- wie zerbrochene, kauft und tauscht jedes Quantum, Musik- baus, Große Frankfurter Straße 110. 242K*! Speml-trct Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90«umÄ. Bchandl. von Syphilis- Haut-- Horn-, Frauenleiden, svcz. chron. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- rcn, schmerzlose, türzeste Be- Handlung ohne Berussftörung. Blutuntersuchung. Mäß. Preise. Tellzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und ö— 8, Sonnt. 11— 1. Nutzhiihnerzucht. Ein Buch sür Anfänger. Mit zahlreichen Illustrationen. Statt 1 Mark nur 50 Pfennig. Buchhand- lung Vorwärts, Lindenstraße 3 (Laden). Leinölfirnis, Standöl bis 16,50, Oellacke, bis 8,50, Spi- rituslackc kaufen Borowski, Gneisenaustraße 5. Nollendorf 2379. �_____* Licht- und Kraftanlagen, neu und gebraucht, kauft„Elektro- technik", Skalitzer Straße 43, I. Fernsprecher Moritzplatz 14892. ________[246K* Platinabfälle per Gramm bis 7,80 Mark, Ketten, Ringe, Schmucksachen, Bestecke, llhren, Tafelaufsätze, Tressen, Film- und Zelluloidabfällc, phowgra- phische Rückstände, Papiere, Glühstrnmpfasche, alte Zahn- aebisse, sowie sämtliche Abfälle, deren Rückstände und Gekrätze usw. kauft Platin- und Silber- schmelzerei Brob, Berlin, Kö- penickcrstraße 29. Telephon Moritzplatz 3476. Eigene Schmelze, direkte Verwertung. Vertreterbesuch. 171* Schnellauf- Spiralbohrer, Werkzeuge, Stahl kaust Metall- einkauf Herrmann, Kottbuser Damin 66. 136K* Platinankaus, Gramm bis .7,60(ebenfalls Ankauf alter Zahngebiffe, Bestecken, Ringe, Schmucksachen, Ketten, Glüh- strumpfasche zu gesetzlichen Preisen. Metallkontor John, gegriindet 1903, nur Alte Ja- kobstraße 138 und Kottbuser- straße 1. Kottbusertor). Moritz- platz 12858. Firma genau be- achten.* Leim, Schellack, Schleiföl, Polieröl, jegliche Abfallöle, auch kleinste Quanten kauft Minerva, Mohrenstraße 15. 8— 5 Ilhr. ___[51482* Elektrische Materialien aller Art kauft Schumann, Vete- rancnstraße 25, Hochparterre. Telephon Norden 558.* Leim, Leinölfirnis, Paraffin, Harze, Oellacke, Borax, Aehn- liches kauft Drogerie, Liebig- straße 34. 04/6 Unreines Blut Zur Ausscheidung all. scharfen und kranken Stoffe aus Blut und Säften, gegen Blutverdickung, Blutandrang, rotes Gesicht. Hautunreinig- keiten ist mein Blntrclni- snngspnlvcr Saltarln seit über 25 Jahren wirksam erprobt. Versand d. Nachnahme: Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstraße 4. Für Wanderfahrten empfehlen wir eine Anzahl Wander- karten zu herabgefetzten Prei- sen. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Schmucksachen, Brillanten, Perlen, Farbsteine, Ketten, Ringe, Zahngcbiste, Platina 7,60, Uhren kauft Juwelier Fuß, Sehdelstraße 32, Ecke Spittelinarkt. 5141L* Kaufe alles: Firnis, Leim, Bienenwachs, Paraffin, Kopal usw. Zahle anerkannt höchste Preise. Roack, Große Frank- furter Straße 25. 64/8 Unterricht Rösners Handelslehranstalt, Neue Promenade 3(Börsen- bahnhof) und Berliner Hau- delsschule, Sehdelstraße 1, An« fang August Beginn neuer Kurse. Ausbildung zu wirklich perfekten Buchhaltern, Buch- halterinnen, Kontoristen, Sie- nothpisten, Bureaubeamfinnen, Halbjahrskurse, Jahreskurse. Honorar 20— 25,00, Abendkurse 15,00. Einzelsächer, Stenographie, Schreibmaschine, Buch- fuhrung 15,00, Richtigsprechen, Richtigschreiben, Schönschreiben, Wechscllehre, Rechnen, Korre- spondenz. Englisch, Französisch, monatlich 6,00. Aelteren Per- sonen und Nichtkaufleuten Ein- zelunterricht. Abgangszeugnis kostenlos.Gratisprospckt.[247/8* Englischen Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und französische Stunden erteilt G. Swientv, Charlottenburg, Stuttgarter. platz 9, Gartenhaus iv.* Verschiedenes Kunststopserei Große Frank- furterstraßc 67. 68K* Arheitsrnsrht Stellenangebote Kassierer, auch Frauen, für gute Sonntagstouren sucht Greblcr, Weinbergsweg 4. 63/15 Wesfmiinn's TtwiMSozin Größte Auswahl, Billigste Preise L MohrenstrsDs 37a (Kolonnaden) MU Or. Frankfurter Str. Ilfc (nahe Andreasstr.) Amwahlssndungen»eiset Amt Zentrum 7890. ionntag 12— 2 Uhr geitlnei Briefmarkensammlung kaust Keßler, Lausitzer Straße 52.* 12641b* Packer sofort gesucht. Mel- düngen zwischen 10—12 Ilhr vormittags in unserer Haus- inspcltion.Kaufhaus desWestens G. m. b. H.. Berlin IV 50. Tauentzienstraße 21/24. s254K* ~ Hausdiener sofort gesucht. Meldungen zwischen 10—12 Uhr vormittags in unserer Haus- inspcktion.Kaufhaus desWestens G. m. b. H.. Berlin 50, Tauentzienstraße 21/24._* Bohnermcister, der im Stande ist, Reparaturen an Parkettfußböden vorzunehmen, sofort gesucht. Meldungen von 10— 12 Uhr vormittags in un- serer Hausinspektiom Kauf- haus des Westens G. m. b. H., Berlin IV 50, Tmlentzien- straße 21/24.__* Linoleumleger, tüchtige, für dauernde Beschäftigung suchen W. Reimsfeld u. Co., Char- lottenstraße 86._ 29896 Korbmacher auf 66er, halbe, 21cr, Ringkörbe, 98er und Drillingsgestelle verlangt Zos- sener Straße 4. 2987b Invaliden und Kriegsbeschä- digte, gut zu Fuß, zur Zeit- schriftenlieferung. Buchhand- lung Schild, Lindenstraße 105. ___.[29546* Destillateur-Borarbeitcr für Estenzenfabrik, der mit ein- sckilägigcn Arbeiten vertraut ist, wird gesucht. Kriegs- beschädigte werden berücksichtigt. Schriftliche Meldungen Otto Reichel, Eiscnbahnstr. 4. f152K Kellcrarbciter, nüchtern und intelligent, verlangt Roedel u. Vetter, Estenzcnfabrik, Alehan- derstraße 22._ 51588 Korbmacher auf Munitionskörbe werden eingestellt. Lohn- tarif. Auch ein tüchtiger Korb- macher zur Führung der Werk- stelle gesucht. Auskunft erteilt A. Wiesener, Sebasfianstr. 61. 286« i Schneidermeister, der im Stande ist, Aenderungen und Reparaturen an Uniformen vorzunehmen und unserer Be- kleidungskammer vorzustchen, sofort gesucht. Meldungen zwischen 10—12 Uhr vormittags in unserer Hausinspektion. Kaufhaus des Westens G. m. b. H., Berlin IV 50, Tauentzien- straße 21/24.__ Zuschneider und Rahmenmacher verlangt Paul Klinke, Köpenicker Straße 21. 2986b Watteflugel- Näherinne«, Heimarbeit, verlangt Most. Frankfurter Allee 85.___* Hausdienerinnen, kräftig, sofort gesucht. Meldungen zwi- scheu 10— 12 Uhr vormittags tu unserer Hausinspektion. Kaufhaus des Westens G. m. b. H., Berlin V 50, Tauentzien- straße 21/24.______* Backsischkleider- und Blusen- Arbeiterinnen, die bessereSachen arbeiten, gesucht gegen Vorlage von Probearbeit. Orgler u. Fidelmann, Mohrenstraße 20/21, Hof rechts, drei Treppen.[29246* Hausdienerinnen, tüchtige. sofort. Meldungen von 9—12 Uhr vormittags oder 5— 7 Uhr abends im Personalbureau, 4. Stock, A. Jandorf u. Co., Bcllealliancestr. 1/2. 255K Frauen und Mädchen zur Zeitschriftenlieferung. Buch- Handlung Schild, Linden- straße 105.___ 29556* Arbeiterinnen, auch ungelernte, stellt sofort ein Zlktiengesellschaft Mix u. Genest, Schönehcrg, Gencststraße 5. Arbeiterinneu und Packe- rinnen sofort gesucht. Kluge u. Morgenstern, Kunstverlag, Blücherstraße 32._ 298vh Stepperinnen außer dem Hause auf Filz und Leder ver- langt Schubfabrik Goldmann, Köpenicker Straße 126. 2985b! «MM sucht 64/14 Berliner Metallwarenfabrik H. A. JOrst& Co. A.-G., Adlershof. KMWl It/S Brauerei, Lichterselderstr.lt/17. Jigurenschneider Kupeinsetzer Tertigmacher Vorrichter Bohrerinnen stellen sofort ein 64/19 Oskar Köhler A.-G. Grelfswalder Str. 155/156. Zuschneider s-in) geübt in maschinell. Zuschneiden von Militär- Ausrüstungs- stücke.« u. Arbeiterkonfektion sofort gesucht. 277/2 Persönl. Vorstellung 12—2. I.. Jac. Mendelsohn& Co., C.. Dirckseustr. 47. Kmer LimrliM SuMilerlmeii werden sofort eingestellt Neubau der Sprcngstoffabrik Döberitz. Meldungen Bauführer Michi, Baubureau aus der Baustelle, oder Berlin, Bülowstraße 90, Aktiengesellschaft für Bau- ausführungen.» Tüchtige Heizungshelfer stellen ein(51608* Rietsekel Oeieberg ch"1;! Berlin S 42, Brandeniurflstr. 81. J Packerinnen sofort gesucht. Meldungen zwischen 10— 12 Uhr vormittags in unserer Haus- inspektion.Kaushaus desWcstens G. m. b. H., Berlin �V 50. Tauentzienstraße 21/24_* Packcrin, jugendliche, für durchschnittlich leichte Arbeit verlangt Elkan, Dernburg- straße 48, Hof links Part. fi124 Botcnsraueu verlangt sofort Ausgabestelle Greisenhagener- straße 22.__* Zeitungsausträgcrinnen können sich melden.„Vorwärts"- AusgabcstelleLausiyerplatz 14/15. Frauen zum Zeitunosaus- tragen sucht„Vorwärts-Aus- gabestelle Alt-Boxhagen 56, Laden.* ZeftungStrögeriu sofort ver- langt Spedition Lichtenberg, Wartenbergstraße 1, Laden.* Zeitungsausträgeriu sür große Tour mit Hilfe sofort einzustellen. Vorwärtsspedition Moabit, Wilhelmshavenerstraße 48, von 11— 1l4 und 4%— 7 Uhr.________• Zeitungsträgerin verlangt Neukölln, Neckarstraße 2.* Botenfrau. Tour Reinicken- dorf-West, stellt ein Kienost, Borsigwalde, Räuschstraßc 10. „Vorwärts"-Spedition._* Zeitungsausträgeriu verlangt „Vorwärts"-Spedition Schöne- berg, Nlciningerstraße 9._* Botenfrauen werden einge- stellt„Vorwärts", Charlotten- bürg, Sesenhermerstr. 1._* Zeitungsbotin verlangt„Bor- Wärts"-Ausgahestellc Berlin- Niederschöneweide, Brücken- straße 10 u l., Unruh._* Zeitungsausträgeriu stellt so- fort ein„Vorwärts"-Spedition Jmmanuelkirchstr. 12. Botenftan für Mahlsdorf stellt ein„Vorwärts"-Spedition Kaulsdors, Ferdinandstraße 17, ! Heßberg. Arbeitsburschen /jüngere) sofort gesucht. Institut »oser. Potsdamer Straße 110. Cellbte Arbeiter auf Tresorbügel und Fertig- machen. Adolf David. 64/10_ Ritterstraße 90. Arbeiterinnen kräftige, sür sofort sucht Seifen- fabrtk Arndtstr. 33. 62/17» Mamsells Tamenpaletots, verlangt sL* leierrath. Kastanienallee 36. Zigarrenkisten- Kleberinncn Verl. Cothcnius- strafte 3._ 5154g* Arbeiterinnen für U. K.-Maschineu. Cardinal-Cigarettcnfabrik, Friedrichstr. 94. Photographie. Kopiercrinnen, Laborautinnc« Assistentinnen erhalten sofort Anstellung. Meldungen von fl,9— 10, 12 bis '/,2 und 6—7 Ubr. A. Wertheim, Königstr. 31/32. 157.« Arbeiterinnen kräftige, z. Kohlenpresa, Löterinnen für Zinkhrilsen, 64/15* Löterinnen für Batterien, sucht Sif Zeiler Rungestraße 20. Verkäuferin ir Küchengeräte sofort verlaugt. Saudow, Uhland straße 104. Geübte Schweißerinnen auf iTugzeugteile sofort gesucht.* Flugzeugwerke Rictiard Goetze, MebMemmmWes werden sosort eingestellt. Zu melden bei 203/19 Bos�vau.öt Knauer G. m. b. Ii. Berlin W 8, Mohrenstrafte 49. Tüchtige Bahnpacker Nacht 187K Zigarettenfabrik Garbäty, Pankow, Hadlichstraße. Wir suchen für dauernde Beschäftigung f. unseren Betrieb ungeiemte Arbeiter uPlatzarbeiler�wieFraaen in größerer Zahl; femer Heizer, Schlosser, Dreher, Maschinen- arbeiter, Maurer, Zimmerer, 10 Böttcher und 5 Elektromonteure. Arbeitsuchende wollen sich schriftl. od. mündi wenden an Arbeiter-Annahmestelle Pulverfabrik Premnitz, Rathenow, Bahnhofstraße 22. Tüchtige Maschinenschlosser stellt sosort ein 51378* Loeb& Co. G. m. b. H., Berlin- Hohenschönhausen, Goeckestraße. Tüchtige Dreher für Spifteudrehbäukc, Schi« sser«. selbständige Ankerwickler für Gleich, und Drehstrom-Metorcu werden verlangt. E�liHck& Graetz, Berlin SO 36, Elsenstrafte»O—»4. �Werkzeugschlosser ie zugleich Einrichtung d. Drehbänke verstehen, sowie 20 bis 30 Schlosser für Flugzeugteilarbeitgesucht.[231 /16» I Flugzeugwerke Richard Goetze, ÜM/": Spitzendreher, geübte, möglichst militärfrei, auch kriegsbeschädigt, sucht 2963B* 1 Stock Motorpflug, ggS.» WeMilhes I für die Zigarettenindustrie wird eingestellt. ügerettensahrik Garbäty Pankow, Hadlichstrahe. 1292* Kohlenarbeiter werden sofort eingestellt. Meldungen: 30OK* Einstellungsbureau Ehrenbergstraße. AnergeseUscbaft, O. 34. Bandsägenschneider, Abrichter und Fräser für Holzbearbeitungsmaschine sosort gesucht. 221/18* ilugzeugverke Richard Goetze, Johannisthal, Flugplatz, Eingang Sa. Tüchtige Arbkitklilinen GOOSt* werden eingestellt. Meldungen im Emßeltbureall Kertin 0 17, Ehreubergstraße. �.norxosSlleichakt. Weibliche Arbeitskräfte II für dauernd gesucht Insbesondere: Packerinnen, Banderoliererinnen, Tabaksortiererinnen, Kartonnagenmacherinnen, Maschinen=Hilfsmädchen, auch ungeübte Mädchen werden angelernt! Manoli- Zigarettenfabrik Berlin SO 16, Rnn�estraßc 22124| RanolthanM. 2550L*4