Zlr.AW. S4.Z«chrs. fl bonncmen ts-Bedl ngunge»: Kbonnemenlä- Breis vrünumermid» iZierleljährl. S.S0 MI, monatl. 1L0 MI, ivöchsnlliib S0 Big. irei mZ HauS. einzelne Nummer S Big. Sonmagz. Nummer MI! illusirrerier SonnragK- Beilage.Die Neue Welt' lll Big Boll. Sbannement! I.Z0 Marl vro Monal itingeiragen m die Bon-Zeuung»- Breisliiie. Unier Kreuzband lür Deuiichland und Oeslerreild- Ungarn 2La Marl, für daZ übrige iwsland t Marl pro Monai. Basiabonnememt nehmen an Belgien. Dänemarl Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Rumänien. Schweden und die Schweiz. Crfdldlt ÜgNch. Vevlinev Volksblnkk. 5 Pfennig) Dct Bnzrigenprels behfigt f. die fiebengeshaliene Kolonel- »eile 60 Pfg...Uleinc Znreigen", das fettgedruckte Wort So Pfg.(ja. lässig 2 setigedruckic Sorte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere WoriKPjg. Worte über 1ö Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20%. 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Sie dauert« die Nacht hindurch an. Unsere für die Führung des Feuerkampfes unentbehrlichen Fesselballone waren längs der ganzen Front das Ziel erfolglosen feindlichen Frrnfeuers; östlich von Dpern wurde» sie einheitlich auch durch zahlreiche Fluggeschwader augegriffen. Unsere Kampf- fliegcr und Abwehrgeschütze brachte« diese Luftangriffe zum Scheitern. Die Fesselballone blieben unversehrt; acht feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Erkundungsvorstöße englischer Bataillone scheiterte«. Heftige nächtliche Angriffe erfolgten zwischen Avioa und Mericourt; Anfangserfolge des Gegners wurden ausgeglichen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Bei guter Sicht lebte durchweg die Feuertätigkeit auf. Am Nordhang des Wiuterbcrges bei Craonne gelang eS in kraftvollem, durch Feuer gut vorbereiteten Angriff, dir eigene Stellung m 1 Kilometer Breite vorzuverlegen. Braadenbu»ischc und Gardetruppcn warfen die Frauzofen aus mehreren Grabenlinien zurück und brachten über 239 Gefangene ein. Am Cornillct-Berge südlich von Nauroy waren Unternehmen hessisch-nassauischer Stoßtrupps erfolgreich. Eins unserer Fliegergeschwader warf gestern vormittag mit beobachtet guter Wirkung Bomben auf Harwich an der englischen Ostküste. Die Flugzeuge kehrten vollzählig zurück. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des G e« e r a l f e l d m a r s ch a l ls Prinz Leopold von Bayern. Heeresgruppe des Generaloberst v. Eichhorn Längs der Düna, insbesondere bei Dünaburg, und beider- feits des Narocz-Sces»ahm die Artillcrietätigkeit erheblich zu. Südwestlich von Tüuaburg ist ein russischer Borstoß ge- scheitert. Südlich von Smorgou bis einschließlich Krewo griffen nach den verlustreich gescheiterten Angriffen des Vorabends die Russen am Morgen erneut an. Trommelfeuer ging dem Sturm voraus, der zu wcchfclvollen Kämpfen in unserer vorderen Stellung führte, in die au einzelne« Stellen die Russen eingedrungen waren. Am Abend war die Stellung dank ftisch durchgeführter Gegenstöße bis auf zwei Eiubruchstellcn wieder in unserer Hand. Heute früh blieben neue breite Angriffe der Russen südlich von Smorgou in unserem Sperrfeuer liege». Heeresgruppe des Generaloberst v. Bvehm- Erntolli. Unser Gegenangriff südlich des Screth ist eine Operation geworden: der Russe weicht bis in die Karpathen hinem! Hervorragende Führung und ungestümer Drang der Truppen nach vorwärts haben das erhoffte Ergebnis verwirklicht. Wir stehen auf den Höhen hart westlich von Tarnopol, haben die Bahn Rohatyn— Ostro« östlich unserer alten Stellung überschritten und die Borwärtsbewcgung zu beiden Seiten deS Dnjestr begonnen. Der Feind leistete südlich der genannten Bahn starken Widerstand. Front deS Generaloberst Erzherzog Joseph. LängS deS Karpathcnkammcs bis zur Putna nahm die russische Gefechtstätigkeit merklich, besonders im Südteil, zu. Mehrere Borstöße des Feindes wurden abgeschlagen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen Am unteren Sereth deutet lebhafte? Feuer auf bevorstehende Kämpfe. Mazedonische Front. Nichts NeueS. Der Erste Generalquartiermeister. Ludcndorff. Der österreichische Bericht. Wien, 23. Juli 1917.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Geueralfeldmarschalls von Mackense u. Stellenweise starker Gcschüykampf. HcereSfront des Generaloberst Erzherzog Joseph. Zwischen dem Susita-Tal und der Dreiländereckc lebte die Gefechtstätigkeit erheblich auf. Der Feind unternahm an mehrere» Stellen Angriffe; er wurde überall zurückgeschlagen. Heeresfront de? Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Die verbündeten Truppen erreichten im siegreiche« Bor- dringen bei Tarnopol den Sereth und überschritten die Bahn Kozow— Ostrow beiderseits der Strypa in bretter Front. Die Russen brechen auch an der Narajowka ab. Die Rückwirkung des Sieges greift auf das S ü d u f e r d r S Dnjestr bis zu den Karpathen hin über. Ueberall räumt der Feind seine Stellungen. Italienischer und südöstlicher Kriegsschauplatz. Nichts Neues. Der Chef deS GeneralstabeS. schütz, Sozialversicherung werden vorbereitet. Die Agrar- reform soll nach dem Grundsatz der Ueberlassung des Landes an die Arbeiter durchgeführt werden. Der Aufruf schließt: Indem die Regierung diese Probleme aufzählt, hält sie sich für berechtigt, bei ihrer schweren und verantwortungsvollen Arbeit auf die ergebene Unterstützung aller lebendigen Kräfte des Landes zu bauen, und sie fordert von ihnen das Opfer ihres gesamten Besitzes, ja selbst ihres Lebens für das große Werk des Wohls des Lande?, das aufgehört hat, für die es bewohnenden Völker eine grausame Rabenmutter zu sein. Für daß Land, das sich bemüht, sie alle ans der Grundlage vollkommener Freiheit und Gleichheit zu vereinigen. Abendbericht. Amtlich. B e r I i n, 23. Juli 1917, abends. Artillerieschlacht in Flandern«nvcrmiudert. Starke rnsfische Angriffe südwestlich von Dünabnrg sind gescheitert. In Ostgalizicn reiht sich in raschem Fortschritt Erfolg an Erfolg. Em fiüftuf öer russischen Regierung. „Tie Stunde der Gefahr hat geschlagen!" Petersburg, 22. Juli.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Die Vorläufige Regierung hat eine Er- klävung erlassen, die folgendermaßen beginnt: Bürger! Die Stunde der Gefahr hat geschlaKen. Die Heere des Deutschen Kaisers haben die Front der uatimialeu revolntto- aöre« Armee Rußlands durchbrochen. Diese furchtbave Tat wurde ihnen erleichtert durch verbrecherischen Leichtsinn und blinden Fanatismus gewisser Leute und durch den Verrat anderer. Die einen wie die anderen haben das neue freie Rußland bis in sein« Grundfesten mit Verwirrung und Zer- fall bedroht. In diesem Augenblick der Gefahr können sich, unter Ausnutzung der allgemeinen Unordnung, die verborgenen Kräfte der Gegenrevolution erheben. Die neugebildet« Vorläufige Regierung legt sich klar Rechenschaft ab über die Verantwortung, die mit großer Schwere auf ihren Schultern ruht. Aber die Regierung ist erfüllt von festem Vertrauen in die Kräfte des ganzen großen russischen Volkes. Die Regierung vertraut auf die schnelle Gesundung des politischen Lebens des Landes.' Nachdem die an- steckende Krankheit, die den nationalen Organismus erschüttert«, sich gezeigt und sich in ein« akute Krise aufgelöst hat, glaubt die Re- gierung fest, daß diese Krise zur Heilung und nicht zum Tode führen wird. Stark in diesem Glanbon ist die Regierung zum Handeln bereit und sie wird mit aller Tatkraft und Entschlossenheit handeln, die die augenblicklichen außergewöhnlichen Verhältnisse erfordern. Die Regierung erblickt die nächste hauptsächlichste Aufgab« in der Anwendung aller Kräfte zum Kampf gegon den äußeren Feind und znr Bertcidigung der neuen Regiernngsform gegen alle anarchi- schcn und grgenrevolutionärrn Anschläge, ohne vor den strengsten Maßnahmen Halt zu machen. Gleichzeitig wird sie durch ihre äußere Politik von neuem bestätigen, daß die revolutionäre Armee nur in den Kampf ziehen kann mit der festen Ueberzeugung, daß nicht ein Tropfen Blute? eines russischen Soldaten vergossen wird für Ziele, die dem Rechts- gefühl der Demokratie fremd find, die fie offen vor der ganzen Welt als ihre friedlicheLösung ausgegeben hat. Zu diesem Zweck hat die Regierung in Ausführung der Grundsätze der äußeren Po- litik, die in der Regierungserklärung vom 19. Mai dargelegt waren, die Absicht, die Alliierten zn einer Konferenz der Alliierten im August einzuladen, um eine allgemeine Orientierung der äußeren Politik der Alliierten festzustellen und ihre Handlungen betreffend Anwen- dung der von der russischem Revolution verkündeten Grundsätze in Einklang zu bringen. Auf dieser Konferenz wird Rußland außer duirch Diplomaten auch durch Vertreter der russischen Demokratie der- treten sein. Der Ausruf wendet sich dann den inneren Re- formen zu. Die Wahlen zur Konstituante am 30. Sep- tember sollen auf alle Fälle gesichert werden. Selbständigkeit der Gemeinden und Semstwos auf Grund des gleichen Wahl- rechts wird angekündigt. Klassen, Ränge, Aus- zeichnungenderBeamtenwerdenabgeschafft, nur militärische Auszeichnungen bleiben bestehen. Gesetze über Arbeitsbörsen, Schiedsgerichte, Achtstundentag, Arbeiter- die gegenwärtige Lage in Rußland. Bon I. Weinberg, Leiter des Stockholmer Bureaus de? Petersburger Arbeiter- und Soldatenrats. Die zweite Provisorische Regierung des revolutionären Rußlands ist durch den Abgang der vier Kadetten- m i n i st e r(Mitglieder der Partei der Volksfreiheit) in die Brüche gegangen. Sofort wurden, wie das Zirkulartelegramm des Ministerpräsidenten, des Fürsten Lwoff, meldet, Vorhand- lungen mit einer ganzen Reihe politischer Parteien und Frak- tionen eröffnet, um die Regierungskoalition wieder herzu- stellen. Aber diese Unterhandlungen wurden schon im Anfang durch eine Demonstration Bewaffneter unter- brochen, die zum Taurischen Palais kamen, mit der Forde- rung, der Arbeiter- und Soldatenrat solle die ganze Regie- rungsmacht in seine Hand nehmen. Die Demonstration mit allen ihren noch nicht vollständig aufgeklärten Folgen hat die Ministerkrise noch mehr verwickelt und verschleppt und es ist schwer zu sagen, wie lange die Krise dauern wird. Es scheint, als ob die Frage der neuen Regierungsmacht nur durch den allrussischenKongreßderArbeiter-undSol- d a t e n r ä t e, der aber erst in 14 Tagen zusammentreten soll, grundsätzlich und praktisch gelöst werden kann. So muß das revolutionäre Rußland mitten im Feuer der schweren Schlachten an der Front und in der Zeit der schwersten finanziellen und ökonomischen Komplikationen eine ernste ministerielle Krise durchmachen, Wochen der Anarchie, während deren ein Land ohne jede Negierungsgewalt bleibt, kommen auch in Friedenszeiten und fester stehenden Staateinheiten teuer zu stehen. Desto mehr wäre es für unser Land nötig, dieser Gefahr aus dem Wege zu gehen, für ein Land, das noch nicht fest genug dasteht, das von allen Seiten von Feinden umringt ist und für seine Existenz verzweifelt kämpfen muß. Desto größer ist aber auch die V e r a n t w o r t u n g, die aus die Urheber der neuen Staatserschütterung fällt. Die abgegangenen Minister haben erklärt, die Unmöglich- keit, weiter im Kabinett zu bleiben, in einer schweren Ver- letzung der Verfassung zu erbkcken, die durch andere Mitglieder der Provisorischen Regierung begangen sein soll. Die Besrie- digung der nationalen Wünsche der Ukrainer, die diesen auf den Bericht Zeretcllis, Terestschenkos und Keren- skis hin gegeben wurde, zerstört nach der Meinung Schin- garews, Manuilows, Schachowskoss und Nekrasows(der aus- geschiedenen Minister) die Einheit Rußlands. Diese Befriedigung der ukrainischen Wünsche, sagen sie, widerspreech direkt dem Grundsatz der Unteilbarkeit Rußlands, der ohne Aenderungen aus den alten Grundsätzen in den Berfas- sungsvertrag üebrnommen wunde, welchen die Parteien, die an der Revolution teilgenommen haben, geschlossen haben. Es ist besser, wegzugehen, sagten die Kadettenminister, als an der Teilung des großen Rußlands, das durch jahrhundertelanger Arbeit gebildet wurde, teilzunehmen. Ist es denn wirklich so? Haben wirklich Zeretelli und KeratstS die Interessen Rußlands einem Parteiprogramm oder einer verbrecherischen Schwäche, einer Furcht vor dem Murren der Ukrainer ge- opfert? Wir wollen dein nachgehen und es untersuchen. Für jeden unvoreingenommenen Beobachter rmterliegt es keinem Zweifel, daß die Hartnäckigkeit der nationalen Forde- rungen der Ukrainer die jetzt äußerst notwendige Zusammen- fassung der revolutionären Kräfte schwächt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die die Ukraine beherrschenden nationalen Losungen nichts anderes sind als eine krankhasteReak- tion des Nationalgefühls, das von dem alten Rc- gime solange unterdrückt Warden war. Es unterliegt weiter keinem Zweifel, daß die ukrainische Bourgeoisie diese Reak- tion benutzt und deren krankhaften Charakter verstärkt hat, indem sie unter den Banernmassen der Ukraine separatistische Bestrebungen förderte. Damit wird von der ukrainischen Bourgeoiste ein reaktionäres Werk betrieben, das bewußt gegen die russische Revolution gerichtet ist. Und docki konnte nur die Kadettenpartei, der schlimmste Feind der Revolution, die aus dem Verstecke mißtrauisch die Regierung beobachtet hat, m des minimalen Garantien, die die provisorische Regierung dem nationalen Selbstbewußtsein der Ukrainer gewährte, ein Zeichen des Zerfalls des Landes, einen Anfang vom Ende erblicken, obwohl doch diese Garantien viel kleiner waren als sie die erste provisorische Regierung Finnland gegeben hatte. Die Kadetten mit ihrem Vor- schlage gegen die krankhaften Bestrebungen der Ukraine, die Gewalttaten des alten Regime anzuwenden, gleichen dem Ratschlag, in den Sumpf zu kriechen, um sich vonr Schmutz zu reinigen. Sie wollen die Regierungsmacht dazu bewegen, mit der Ukraine so fertig zu werden, wie es Oesterreich mit den Tschechen getan habe. Aber das tun, hieße unsere junge Frei. heit entehren und ihr die moralische Autorität abzunehmen, die ihre Hauptwaffe im ungleichen Kampfe mit den Jmperia- listen der ganzen Welt ist. Es hieße, ein neues Oesterreich im Nordosten Europos bilden, das weniger glücklich wäre. Tarauf konnte und wird die russische Revolution nicht ein- gehen. Ter Abgang der Kadettenminister bedeutet nur, daß die Partei, die uns die politischen Griffe Nikolaus II. aufdrängen wollte, zu dem äußersten Mittel greift, um die russische Re- volution zu bekämpfen. Sie sagten:„Wir waschen die Hände in Unschuld. Ihr Herren Sozialisten macht es selbst, wie Ihr es versteht." Nein, nicht die Morgenröte der nationalen Befreiung, die den lange unterdrückten Ukrainern aufgegangen ist, son- dern der R e g i e r u n g s b o y k o t t. den die Kadetten offen anwenden, bedroht die Sache der Freiheit mit schweren Kom- plikationcn. Die Geschichte wird sagen, daß der russische Am- perialismus nur auf eine bequeme Gelegenheit gewartet hat, um die ihm verhaßte Regierung in dem Kampfe für den Frieden ohne Annexionen und Kontributionen zu isolieren. Er fand den passenden Anlaß für ein Parteispiel in dem Ge- rechtigkeitsakt den Ukrainern gegenüber und beeilt sich, alle Kräftederrus fische n Reaktion unter dem Banner des Kampfes gegen die separatistischen Bestrebungen der Nationalitäten Rußlands zu sammeln. Ein wohlbekanntes Banner das. die alte Fahne der russischen„Schwarzen Hundert"! Tic Worte, die auf diesen Fahnen geschrieben waren, wurden durch die Revolution zertreten, aber unsere Liberalen haben diese Worte wieder hervorgesucht und er- warten, daß diese Losungen ihnen die Millionen Herzen zu- wenden werde, die um das Schicksal des sich innerlich ver- zehrenden und durch Unruhen zerrissenen Rußland bangen. Dos Land auf dem Wege der baldigsten Verwirklichung der Bolschewikischen Losung des Machtüberganges ausschließ- lich in die Hände des Arbeiter- und Soldatenrates— was für eine merkwürdige Losung für die Kadetten! Aber die Partei des Herrn Miljukoff hat sich das geflügelte Wort des vor einem Monat zurückgetretenen Ministers Konowalofs an- aeeignet:„Die Revolution soll schneller ihre Phasen durchlaufen: so i st es besser!" Die Hoff- nung dieser Leute ist kurzsichtig, und klar ist der Weg, den sie sich vorgezeichnet haben: die verhaßten Sozialisten zum Sturze zu bringen, die isoliert an der Macht bleiben sollen, die ver- urteilt sind, bei dem feindlichen Schweigen der Bourgeoisie allein mit den gewaltigen äußeren und inneren Schwierig- keiten zu kämpfen. Die russischen Imperialisten, die hart- näckigsten, wenn auch die kraftlosesten, haben sich den Weg nach Konstantinopel über die Leiche der Revolution vorge- zeichnet. Der Revolution, die sich hoch zum Fluge erhob und dann in den Tod abstürzen soll. Ter blutige Thiers und die Versaillesversammlung von 1871 sind das Vorbild der Mil- jukoff und des reaktionären Vollzugsausschusses der Reichs- duma gewesen. Wir haben kein Versailles, wohin sie sich ver- stecken könnten, aber ihre Absicht ist immer dieselbe— mitten in einer Revolution, die von den Deutschen und dem Hunger belagert wird, abzutreten, die Erschöpfung der De- mokratie abzuwarten und sie dann zu ver- Nichten! Stockholm. Rosanoff gegen üen neuen franzosischen Verschiebungsantrag. Der Delegierte des Allrussischen Kongresses, Genosi« Wladimir Rosonoff, schreibt, wie bereits kurz telegraphiert wurde, dem Srockholmer Bulletin des Arbeiter- und SöldatenrateS: Wie die Telegramme der schivodischen Tagesblätter melden, wollen die französischen Sozialisten die Konferenz wieder vertagen. Au» diesem Anlaß wird eS wohl nicht überflüssig sein, folgendes wieder ins Gedächtnis zurückzurufen. Die Konserenz wurde zum ersten Male von dem Voll- zugSauSichuß des Arbeiter- und SoldatcnratS auf die Zeit zwischen dem 28. Juni und dem 8. Juli angesetzt. Die Commission admini- strativc der französischen sozialistischen Partei hat aber gebeten, die Konferenz zu verschieben, indem sie darauf hiiuoieS, daß sie ihre Beratungen der Frayen, die mit der Konferenz in Ver- bindung stehen, noch nicht zu Ende geführt, daß Schwierigkeiten in der Paßfrage bestehen, und auch, daß die französischen Genossen erst mit uns Rücksprache nehmen wollen. Der VollzugSauZ- schütz drahtete darauf, daß er diesem Wunsche entgegen- kommen wolle und bat die Genossen R e n a u d c l, und L o n gn c t, ti« von der Kommission administrative zu Delegierten gewählt wur- den. um M i t t e i l u n g, wann sie nach Petrograd kommen werden. Diese? Telegramm blieb unbeantwortet. Jetzt will die Commission administrative die Konferenz wieder ver- schieben, und zlvar mit der Begründung, daß die französischen Genossen erst zu einem Einvernehmen mit den Sozialisten der En- ienteländer gelangen wollen. Dieser Standpunkt war uns fremd. Wir rechnen, daß uns all« guten Sozialisten ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit alliiert sind, die bereit sind, entschieden im Interesse der Arbeitcrmasien gegen die Interessen der imperialisti- schen Bourgeoisie zu kämpfen. Im vollständigen Einvernehmen damit hat Genosse Tscheids?, der Vorsitzende des Zentralkomitees des Allruffischen Kongresses, den englischen Sozialisten geantwortet, daß unsere De- legation eine en tonte sozialistische Konferenz nur zu informatorischen Zwecken aufsuchen kann. Die Delegation wird auch hingehen, um die französi- schen und englischen Sozialisten zu bewegen, die Sache der internationalen Vereinigung nicht zu verschleppen. Von diesem prinzipiellen Unterschied der An- schauungeu abgesehen, wird es doch erlaubt sein, die französi- schen und englischen Genossen zu fragen, bis zu welchem Zeitpunkt sie beabsichtigen, die K o n s e r e n z z u v e r sch i e- b e nk Wir verstehen es, wenn die englische und französische Re- gierungen sich nicht beeilen, den Sozialisten die Reise paffe für die Konferenz auszufertigen, aber wir berstehen e» nicht, wenn die rranzöfischen und englischen Sozialisten dieselbe Saumseligkeit an dvn Tag legen. Diese ganze Geschichte mit der Verschiebung der Konferenz und besonders die Sache mit den Pässen hinterlassen einen peinlichen Eindruck. Berichtigung. Bei der telegraphischen Uobermittlung der gemeinsamen Kons er enzeinladungdes Arbeiter- und Soldatenrats und des holländisch-skandinavischen Komitees sind einige Worte ausgefallen. Es muß in der Aufzählung der einge- ladenen Parteien heißen, daß auch die während des Krieges der Berner internationalen sozialistischen Kommission beigetretenen Parteien eingeladen werden. Weiter sind in den Unterschristen einige Irrtümer bei der Auf- lösung der Tcpesche entstanden: Branting ist natürlich nicht Ersatzmann, sondern Mitglied des holländisch-skandinavischen Ko- mitees, Wibaut und Bliegen sind Ersatzmänner und ein Mitglied„Hammer" existiert nicht. Kriegszustanü mit Slam. Bangkok, 22. Juli.(Reuter.) Siam hat erklärt, daß der Kriegszustand mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn besteht. Alle Deutschen und Oesterreicher sind ver- haftet und die Handelshäuser geschlossen worden. Neun Dampfer mit einem Tonnengchalt von 18 963 B.-R.-T. sind beschlagnahmt worden. Hierzu wird mitgeteilt, daß an Berliner amtlichen Stellen eine Bestätigung dieser Nachricht bis jetzt nicht vor- liegt; bekannt sei allerdings, daß besonders England und Frankreich seit langem mit allen Mitteln auf Siam drücken, um es zum Bruch mit Deutschland zu bewegen. Die Republiksrage in Rußlanö. Ursache und Teillösung der Ministerkrise. Petersburg, 23. Juli.(Petersburger Telegraphen- agcntur.) In der Bormittagssitzung des Ministeriums er- fuhr die Ministerkrist eine Teillösung. Es wurde festgestellt, daß das Auseinandergehen derAnsichten über dieVerkündungRußlandszurRepublik hauptsächlich daher rührt, daß einige Kabinettsmitglicder die Ver- öffcntlichung eines Aktes verlangen, der sofort erklärt, daß Rußland ein republikanischer Staat ist, während die Er- klärung, die jetzt über diese Frage ausgearbeitet wird, im Hin- blick auf die Genehmigung durch die verfassunggebende Ver- sammlung lediglich eine vorbereitende Maß- nähme für die Verkündigung der russischen Republik dar- stellt und die beabsichtigte Erklärung in keiner Weise in die VorrechtederverfassunggebendenVersamm- l u n g eingreift. Alle Mitglieder der bleibenden Regierung sind sich h i e r ü b e r e i n i g geworden, ebenso über die augenblickliche Untunlichkeit, in einem schwierigen Augenblick der Bedrängung unserer Front eine grundsätzliche Frage auszuwerfen, nämlich, ob es nötig ist, die Duma und den Staatsrat aufzulösen oder nicht, da diese Frage für die Richtlinien des Handelns der Regierung keine ausschlaggebende Bedeutung hat. Der N ü ck t r i t t des Ministerpräsidenten Fürsten L w o w wurde hauptsächlich durch die Agrarfrage veran- laßt, in der ein unversöhnlicher und wesentlicher Gegensatz der Anschauungen zwischen ihm und den sozialistischen Ministcrn, namentlich dem Landwirtschaftsministcr T s ch c r- n ow, entstand. Tie vorläufige Regierung nahm Kenntnis von dem Rücktritt des Fürsten Lwow von seinen Aemtern als Ministerpräsident und als Minister des Innern, nahm den Rücktritt des Finanzministcrs S ch i n g a r e w, des Verkehrs- Ministers N e k r a s o w, des Unterrichtsministers M a- n u i l o w, des Ministers für öffentliche Wohlfahrt Fürsten Schachowskoi und des Justizministrrs Perewer scw an und ernannte den Kriegs- und Marineminister Ä e r e n s k i zum Ministerpräsidenten unter Beibehaltung der Portefeuilles lies 5lriegcs und der Marine; N r k r a s o w wurde als Minister ohne Portefeuille mit der Vertretung K e- renskis als Mini st er Präsident in dessen Abweseu- zeit betraut. Das Ministerium des Innern wurde T s e r e- t e l l i übergebe«, der vorläufig das Amt des Postministers beibehält. Das Unterrichtsministerium wird wahrscheinlich dem gegenwärtigen Landwirtschaftsminister Tschernow übertragen werden. Jedenfalls ist die Frage offen geblieben, ebenso wurde die Frage der Verteilung der übrigen Aemter ür die nächste Sitzung des Ministerrats zurückgestellt. « Haag, 23. Juli. Reuter berichtet aus Petersburg vom Sonntag- morgen 1 Uhr: Die Minister berieten über die sofortige Prokla- mation einer demokratischen russischen Republik. Nachdem der ausführende Ausschuß des Rates der Arbeiter und Sol- daten einen Beschluß über diesen Vorschlag gesaßt hat, wird die Entscheidung fallen. Die Vorgänge in Petersburg. S t» ck h» l«, 23. Juli. sEig. Drahtbrricht des„Vorwärts".) Eine soeben eingetroffene Depesche des Arbeiter- und SoldatcnratS berichtet, daß die erdrückende Mehrheit der Peters- burger Garniso» sich dem Arbeiter- und Soldatenrat anschloß. Am 19. Juli war die Ruhe wieder hergestellt. Der Arbeiter- und Soldatenrat ermahnt, bi« zum Abschluß der Arbeiten der auf Ersuchen der Bolschewikis«in- gesetzten Untcrsuchungskvmmission, die angebliche deutsche Agentrnschaft Lenins unerörtert zu lassen. » Kerensti, Kronstadt und die rufst sch e ' Gstseeflotte. Petersburg, 22. Juli. Der Kriegsminister Kerenski hat an die Flotte folgenden Tagesbefehl gerichtet: Seit dem Beginn der Revolution in Kronstadt und aus gewissen Schissen der Ostseeflotte unter dem Einfluß von deutschen Agenten und von Provokatoren traten Personen auf, die zur Tat aufforderten, indem sie die Revolution und die Sicherheit des Vaterlandes bedrohten. Während unsere tapfere Armee sieb heldenhaft opferte und sich in den blutigen Kamps mit dem Gegner warf, während die treue demokratische Marine ohne Unterlaß und voller Selbstverleugnung ihre schwere Ausgabe erfüllte, sind Krön- itadt und mcbrcre Schiff e mit der Republik, Slava und Pc- tropawlowst an der Spitze durch ihr Bor gehen ihren Ka- meradcn in den Rücken gefallen, indem sie einen Beschluß gegen die Offensive annahmen, zum Ungeborsam gegen die revolutionäre Gewalt, dargestellt durch die Vorläufige Regierung, aufforderten und versuchten, eine» Druck auszuüben auf den Willen der demokratischen Organe Ruß- lande, den Arbeiter- und Soldatenrat und den Bauernrat ganz Rußlands. Gleichzeitig mit der Offensive unserer Armee brachen in Petersburg Unruhen ans, die die Revolution bedrohten und unser« Armee den Gefahren von feiten des Feindes preisgab. Als auf einen Befehl der Vorläufigen Regierung, der im Einvernehmen mit dem Vollzugsausschuß des Arbeiter- und Sol- datenratcs und des Bauernrates erlassen war, die Schiffe der Flotte bestimmt wurden, schnell und entscheidend gegen die Seeleute von Kronstadt vorzugehen, die an diesen Unruhen in Petersburg teilnabmen. riefen die Feinde des Voltes und der Revolution, indem sie sich des HauptauSschusscs der Ostseeflotte bedienten, durch lügcnbafte Auslegung dieser Maßregeln unter der Mannschaft Unruhen hervor. Diese Verröter hinderten die Entsendung von der Revolution er- gebcnen Schiffen nach Petersburg, sowie die zur schnellen Unter- drückung der vom Feinde angestifteten Unruhen erforderlichen Maß- nahmen und verleiteten die Mannschaften Willkürakte z u begehen, nämlich den Generalkommissar abzusetzen, die Ver- Haftung des Adjutanten des MarinemiuisterS. Kapitän Du- d o r o w, zu beschließen und eine Reihe von Forderungen an den Arbeiter- und Soldatenrat zu richten. Die verräterische Tätigkeit einer Reihe von Personen zwang die Vorläufige Regierung, die unverzügliche'Verhaftung der Anstifter zu befehlen. So ließ die Regierung die Abordnung der Ostseeflotte in Petersburg festnehmen, um eine Untersuchung über ihre Tätigkeit vorzunehmen. In Anbetracht des Gesagten befeble ich: 1. unverzüglich den HauptauSschuß der Ostseeflotlc aufzulösen und einen neuen zu wählen; 2. allen Abteilungen und Schiffen der Ostsecflotte bekanntzu- geben, daß ich sie auffordere, sofort aus ihrer Mitte ver- dächtigc Personen zu entfernen, die zum Ungeborsam gegenüber der Vorläufigen Regierung auffordern und gegen die Offensive hetzen und diese nach Petersburg zur Untersuchung zu bringen: 3. befehle ich den Abteilungen von Kronstadt und den Linienschiffen Petropawlowsk, Republik und S l a- wa, deren Namen beschmutzt sind durch gegenrevulutionäre Hand- lungen, innerhalb von 24 Stunden die Anstifter festzunehmen und sie zur Untersuchung und Aburteilung nach Petersburg zu bringen sowie die Versicherung vollständiger Unterwerfung unteb die Vorläufige Regierung abzugeben. Ich erkläre den Abteilungen von Kronstadt und den Mann- schaften dieser Schiffe, daß sie, wenn sie diesen Befehl nicht ausführen, als Feinde des Vaterlandes und der Revo- lution erklärt und die schärfsten Maßregeln gegen sie ergriffen werden. Kameraden, infolge von Verrat befindet sich das Vaterland am Rande des Abgrunds. Tödliche Gefabr bedroht die Freiheit und die Errungenschaften der Revolution. Die deutschen Armeen unternehmen bereits die Offensive auf unserer Front. Jeder Augenblick kann entscheidende Handlungen der geg. nerischen Flotte herbeiführen, die aus der augenblicklichen Verwir- rung Nutzen ziehen möchte. Scharfe strenge Maßregeln sind nötig, um diese Verwirrung endgültig auszurotten. Das Heer bat bereits derartige Maßregeln ergriffen und die Flotte muß mit ihm gleichen Schritt halten. Im Namen des Vaterlandes, der Revolution, der Freiheit und der heiligen Interessen der arbeitenden Massen ruke ich euch auf, euch um die Vorläufige Regierung und die Organisationen der gesamten Demokratie zu scharen und die furchtbaren Schläge des äußeren Feindes abzuwehren und den Rücken gegen die Treu- losigkeiten elender Verräter zu schützen. * Petersburg, 22. Juli.(Reuter.) Die Abordnung der Mann- schaffen der Ostsceflotte wurde auf Verlangen des Zentralkomitees des Arbeiter- und Soldatenrats gestern abend freigelassen. Nach der Börsenzeitung faßte eine Versammlung von Vertretern des Preo- brazenski-Regimcnts und der Regimenter an der Front eine Eni- schließung, daß die unmittelbare Notwendigkeit bestehe, unbeschränkte Machtvollkommenheit in die Hände Kerenstis zu legen. Die Freilassung der genannten Abordnung, über deren Ver- hastiiH der Tagesbefehl KerenskiS sich ausläßt, widerspricht den Verfügungen dieses Befehles nicht. AuS der Freilassung läßt sich schließen, daß die Abordnung während ihres Petersburger Aufenr- Halts die Grenzen ihres Auftrags nicht überschritten hat, also vor allem nicht zu den„deutschen Agenten" und„Provokateuren" ge- zählt wird, die der Tagesbefehl KerenskiS nach jetzt üblich geworde- ncm Rezept zur Unterstützung des Willens der Regierung auf- marschieren läßt. DaS Preobrazenski-Regiment gehört zu den Truppenteilen, die in der Märzrevolution die Entscheidung herbei- führten. Petersburg 22. Juli.(Reuter.) Kerenski ist am Sonn- abend an die Front abgereist. Zloyd George gegen Georg Michaelis. WolffK Bureau gibt die von uns schon gestern mitgeteilte Rede Lloyd Georges gegen Michaelis in einem ausführlicheren Text, dem wir noch einige bemerkenswerte Stellen entnehmen. die sich auf die Rede des deutschen Kanzlers beziehen. Von ihr sagte Lloyd George: Es ist eine Rede, die durch die Verbesserung der niililäriscken Lage verbessert werden kann und wenn die Deutüben im Westen gewinnen, wenn sie im Osten die russische Armee zerstören, wenn ihre Freunde, die Türken, die Engländer ouS Mesopotamien vertreiben, und wenn die U-Boote mehr Handelsschiffe versenken, dann bc- deutet diese Rede, daS können Sie mir glauben, Annexionen rings- herum und festere Begründung der militärischen Autokratie denn je. Wenn aber andererseits die Deutschen im Westen zurück- getrieben und im Osten geschlagen werden, und wenn ihre Freunde, die Türken, in Bagdad einen Mißerfolg haben und wenn die U-Boote auf dem hohen Meere ein Fehlschlag sind, dann ist die Rede gerade recht. Wir müssen alle dazu helfen, eine gute Rede aus ihr zu machen. Sie enthält Möglichkeiten, eine ausgezeichnete Rede zu werden. Stehen wir dem Kanzler bei, leihen wir dem neuen Kanzler unsere Hilfe, seine Rede zu einem wirklichen Erfolge zu machen. Augenblicklich aber bedeutet sie, daß die Militärpartei ge- Wonnen hat... Ich habe die Rede gelesen, wie eS meine Pflicht war. Ich hahe sie einmal, zweimal, dreimal gelesen, um irgend etwas in ihr zu finden, woraus ich Hoffnung für das Ende des blutigen Kampfes schöpfen könnte. Und ich finde in ihr eine falsche belgische Unabhängigkeit, eine falsche Demokratie für Deutschland und einen falschen Frieden für Europa, Und ich sage, Europa hat nicht Millionen seiner tapferen Söhne geopfert, um den Boden, der durch ihr Blut geheiligt ist, nur zu einem Heiligtum für Lug und Trug zu machen. Man sieht, die Rede ist ganz im Sinne der„Kreuz- Zeitung" gehalten, die nieint: Die Oberste Heeresleitung ist nicht gewillt, sich die Erfolge ihres Schwerts verderben zu lassen." Lloyd George sagt, die Militärpartei habe in Deutsch- land gesiegt, es herrsche die militärische Autokratie, und das Friedens Programm des Reichstags behandelt er als nicht existierend, er spricht von ihm überhaupt nicht., Wenn der deutsche Reichskanzler erklärte, er betrachte dieses Fricdcnsprogramm als bindende Richtlinie seiner Politik, so würde er damit seinem Gegner die gefährlichste Waffe aus der Hand schlagen. Auch in diesem Zusammenhang drängt sich wieder die Frage auf: Hat daS Parla- ment in Deutschland etwas zu sagen oder hat es nichts zu sagen! Der vormarsth auf Tarnopol. Berlin, 23. Juli.(SB. T. B.) In O st a a l i z i e n blieb die kraftvolle Vorwärtsbewegung auch am 22. Juli im Fluß. Das ungestüme Nachdrängen unserer Truppen hat die russische Front von Tarnopol bis ins Karpathen» Vorgcländc ins Wanken gebracht. Unsere Truppen zwischen Brzczanh und Halicz sind ebrnsalls im Vorgehen! die Zahl der Gefangenen steht noch nicht fest. Bisher find 47 Geschütze, dar- unter eine große Anzahl schwere, eingebracht worden. Trotzdem die Russen die Slbsicht hatten, wie bei früheren Rückzügen, alles in Flammen aufgehen zu lasten, konnten sie diesen Plan in der Eile des Rückzuges nicht voll verwirklichen. Bei Z b o r o w haben sie lediglich die große Chausscebrückc verbrannt; die zahlreichen, rechts und links davon über den Strvpagrund führenden Holz- brücken mußten sie unzerstört lasten. Ebenso die große Straßen- brücke in Jezicrna über die Wosuszka. Die russischen Quartiere in den Ortschaften hinter der Front bezeugen überall den über- stürzten Ausbruch. Vielerorts fielen bedeutende Mengen von Nahrungsmitteln und Munition in die Hände der Verfolger. Die Versuche der Russen, die Munitionslager in Jezierna in die Luft zu sprengen, gelangen nur zum Teil. Gewaltige Bestände blieben unzerstört, und bereits am Vormittage dcS 21. trafen deutsche Last- zügc ein, um sie zur eigenen Verwendung abzutransportieren. Auch die riesigen Verpslcgungsvorräte in Jezierna konnten die Russen nur teilweise durch Jlebcrgicßen mit Petroleum unbrauchbar machen. Bereits gegen Mittag des 21. waren die Ortschaften Medowa und Kozlow, 1l> Kilometer südwestlich und südlich von Jezierna erobert, während unsere Truppen bereits bis auf ll Kilometer gegen die Stadt Tarnopol vorgedrungen waren, die seit Beginn des ersten Kriegsjahres in russischen Händen ist. Bon den genommenen Höhen sahen die Verfolger bereits deutlich den Kirchturm von Tarnopol. Weder durch zusammengefaßtes Feuer auf die große Landstraße noch durch starke Gegenangriffe vermochten die Russen den deutschen Vormarsch aufzuhalten. Auch ein Vorstoß mit von Tarnopol heran- geführten Panzerantos schlug fehl. Das Sperrfeuer der deutschen Geschütze zwang die Panzerwagen zur raschen Umkehr. Der 22. Juli brachte abermals gewaltigen Raumgewinn für die Verfolger.?lm östlichen Ufer der Strypa vorgehende Kolonnen erreichten bereits in der Nacht zum 22. Juli mit Kavallerie bei der Station D e n y s o w an der Strypa die Eisenbahnlinie Kozowa-Tarnopol. Die ostwärts abziehenden russischen Kolonnen wurden häufig mit vernichtender Wirkung von unserer Artillerie gepackt. Auf allen Straßen und Wegen liegen Reihen russischer Gefallener verstreut. Ei« Eisenbahnzug, der nach Osten zu entkommen suchte, wurde von Dcnysow von Ulanen und Jägern zur Umkehr gezwungen. Außer Unmengen von Munition und Lebensmitteln wurden hier 6 schwere Flachbahngeschütze erbeutet, die am Bahnhofe zum Verladen bereit standen. Am Bormittage des 22. wurde die Bahnlinie von Infanterie in breiter Front über- schritten. Obwohl die zahlreichen Verteidigungsanlagen am öst- lichcn Strypaufcr mit ihren weit ausgedehnten und noch völlig in- takten Drahthindernissen eine vorzügliche Gelegenheit zur abschnitt- weisen Verteidigung boten, leisteten die Russen nirgends ernst- haften Widerstand. Ihre Nachhuten wurden überall geworfen. Weithin am Horizont sah man zu beiden Ufern der Strypa die weichenden russischen Kolonnen, deren Rückzug stellenweise zur Flucht ausartete. Das warme, trockene Wetter begünstigte das rasche Vordringen unserer Truppen. Die Wege haben sich gebessert. Tic Feldbatterien ziehen mit der vordersten Infanterie und auch die schwere Artillerie bis zu den schwersten Kalibern wird mit be- merkenswerter Schnelligkeit nachgezogen. Bor Tarnopol leisteten die Russen hartnäckigen Widerstand. Auf den Höhen östlich der Stadt hatten sie eine große Masse schwerer und leichter Artillerie zusammengezogen. Am Morgen des 22. Juli erreichte die deutsche Infanterie den vor Tarnopol seeartig erweiterten Sereth. Die russische Artillerie überschüttete das Westufer dieses Flusse? mit einem Hagel von Schrapnells und Granaten. Gleichzeitig eröffneten zahlreiche Maschinengewehre, die auf dem Kirchturm und hohen Gebäuden der Stadt aufgestellt waren, durch schweres Feuer auf die Stadt, die ihnen Schutz und Deckung bietet, den Widerstand zu brechen, ähnlich wie die Franzofen in solchen Fällen sich nicht scheuten, ihre eigenen Städte in Grund und Boden zu schießen. Stimmung und Geist unserer Truppen ist den glänzenden Er- folgen entsprechend sicgeifroh und angriffsfreudig. verzweiflungsschrei von der russischen ßront. Berlin, 23. Juli.(W. T. B.) Das Komitee der ge- schlagenen 11. russischen Armee richtete folgendes drahtlose Telegramm nach Petersburg: Die deutsche Offensive, die am IS. Juli vor der Front der 11. Armee ihren Anfang nahm, entwickelt sich zu einer furchtbaren Katastrophe» dir unter Umständen den Untergang de? revolutio- nären Rußlands zur Folge haben kann. In der Stimmung der Truppen, die vor kurzem durch die heldenmütigen Anstrengungen der zielbewußten Minimaliften vor- geschoben wurden, hat sich ein scharfer und gefahrdrohender Um» schwang vollzogen. Di« Angriffslust erschöpfte sich rasch. Die meisten Truppenteile befinde« sich im Zustande einer zunehme«. den Zersetzung. Bon einer Anerkennung de? Borgesetzten»md einer Subordination ist keine Rede mehr. Zureden und Belehren sind völlig wirkungslos geworden, sie werden durch Drohnugen, zu- weilen sogar durch Erschießen der Zuredenden beantwortet. Manche Formationen verlassen die Schützengräben, ohne das Herankommen des Feinde? abzuwarten. In einigen Fällen wurde der Befehl, zur Unterstützung der Kämpfenden vorzurücken, mehrer« Stunden hindurch in Versannn- lungen besprochen: die Folge davon war ein Verspäten der Unter- stützung um� 24 Stunden. Wiederholt haben Truppen bei den ersten Schüssen ihre Stellungen verlassen. Hinter der Front ziehen sich kilometerweit Züge von Flüchtlingen mit und ohne Gewehr, gesund, frisch, bar aller Scham und im Gefühl völliger Sicherheit vor Strafe. Zeitweilig entfernten sich ganze Truppenteile. Die Mitglieder des Armee- und Frontkomitees erkennen an, daß die Lage die äußersten Mittel und Anstrengungen erfordert und daß man vor nichts halt machen darf, um die Revolution vor dem Untergang zu retten. Heute haben der Oberbefehlshaber der Südwestfront und der Komman- dcur der 11. Arme« in Uebereinstimmung mit den Kommissaren und den Komitees den Befehl erlassen, auf die Fliehende» zu schießen. Das ganze Land solle die volle Wahrheit über die vor sich gehenden Ereignisse erfahren, soll erschaudern und in sich selbst die Entschlossenheit finden, sich auf diejenigen zu stürzen, die klein- mütig die Revolution vernichten. » Die Vorläufige Regierung hat einen Aufruf an die Armee erlassen, der mit den Worten schließt: Truppen der revolutionären Armeen, Eure Brüder, die mit roten Bannern in den Kampf gezogen sind, rufen Euch, sich ihnen anzuschließen, um gemeinsam für die Verteidigung der Freiheit zu kämpfen, im Namen gerechter Bedingungen für dauerhaften Frieden. Nach dem Willen bei revolutionären Rußlands und auf Befehl Eurer militärischen Führer� vorwärts die Rechen, ohne auf die Feig- linge und die Vaterlandsverräter zu achten! Rettet die Freiheit! Rettet das Baterland! Ununterbrochener Rückzug. Russisch« Heeresbericht vom 21. Juli. We st front. Süd- westlich von Dünaburg unterhielt der Feind sehr heftiges Artillerie- teuer. In der Richtung Z l o t s ch o w entwickelte der Gegner den Durchbruch unserer Front und setzte am 20. Juli den Angriff in der allgemeinen Richtung Tarnopol fort. Unsere Truppen zogen sich, ohne im allgemeinen den Deweis der nötigen Standhaftig- best zu geve» mA fUStmoefft sog« den Befefle« ihr««nMhrer nicht gehorchend, weiter zurück und hielten sich am Abend auf der Linie Reneuw— Gliadkh— Pokropivna— Vhbuduw. Auf der Front Ryschki— Potutory beschoß der Feind kräftig mit Unterbrechungen unsere Gräben. Am L o m n i c a- Flusse in der Gegend oes Dorfes Noiwca ergriff der Feind wiederholt dir Offensive, wurde aber jedesmal zurückgeschlagen, außer nordöstlich vom Dorfe, wo es ihm gelang, eine der befestigten Höben zu nehmen. Auf der übrigen Front Gewehrfeuer von Aufklärern. Rumänische Front: In der Gegend der R i m n i k- Mündung griff die feindliche Infanterie nach Artillericvorberei- tung an. wurde aber durch einen Gegenangriff rumänischer Truppen abgeschlagen, die die erste Linie wiederherstellten. Auf der übrigen Front Gewehrseuer. Vom 22. Juli. Westfront: Südwestlich von Dünaburg in der Richtung W i l n a und Baranowitschi Artilleriefeuer auf beiden Seiten. Westlich von Tarnopol setzte der Feind die Offensive in der allgemeinen Richtung Tarnopol und mehr südlich längs der Strypa fort. Unsere Truppen, die den Befehlen ihrer Anführer jeden Gehorsam ver- weigerten, zogen sich weiter über den Sereth zurück und er- gaben sich hier und da dem Feinde. Einzig und allein die Ibo. Infanterie-Division leistete dem Gegner Widerstand in der Gegend Doljanke— Domomarytsche. desgleichen Panzerautomobile, die deutsche Kavallerie auf der Straße von Tarnopol be- schössen. Am Abend des 21. Juli hielten sich unsere Truppen am Sereth auf der Front Zalotsch«— Tarnopol— Maschkowtse. Das Dorf Zagorbelia, ein Vorort von Tarnopol. ist in die Hände des Feindes übergegangen. Trotz unserer erdrückenden Ueberlegenheit an Streitkräften und techni- scheu Mitteln in allen Angriffsabschniitien dauert unser Rückzug ununterbrochen fort. Unseren Truppen fehlt es völlig an Stand- haftigkeit, sie erörterten unaufhörlich die Frage, ob diese oder jene Staatsform durchzufiibren sei und leiben aufmerksam Gehör der verbrecherischen Propaganda der maximaltstischen Sozialdemo- kraten. Auf den Lomnica-Ufer in der Gegend des Dorfes Babin und von Sdoudzianka ergriff der Feind nach Artillerievor- bereiiung die Offensive und zwang unsere Truppen, die da? Darf Babin hielten, auf das reckfte Lomnica-Ufer. Kaukasus- und russische Front: Die Lage ist unverändert. » Die Bresche in der russischen Z?ront.' Petersburg, 22. Juli.(Reuter.) Depeschen aus Galizien melden, daß die Bresche in der russischen Front 12 Werst breit und 10 Werst tief ist._ der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 22. Juli. Amtlich. Durch eines unserer U-Boote wurden im Atlantischen Ozean wiederum 235�0 Hr.-R.-To« v ernichtet. Uut« den versenkten Schiffen befanden sich drei bewaff- nete große Dampf«, von denen einer in Zerstörersicherung fuhr. Zwei Dampfer wurden au? ein und demselben Geleitzng heraus- geschossen. D« Chef des AdmiralstaveS der Marine. der Angriff auf die deutschen Kohlenschiffe. Haag, 22. Juli. Ueber die Beschießung der deutschen Rettungsboote durch den englischen Zerstörer bei dem Ueberfall englischer Kriegsschiffe auf deutsche Handelsschiffe bei Egmond aan Zee teilt der Lotse Hoogvliet aus Rotteidam laut .Nieuwe Courant' vom 19. 7. mit, daß die Engländer weiter ge- schaffen haben, als die Bemannungen schon in den Booten saßen. Diese Erklärung wird durch verschiedene Leute der Besatzung der Renate Leonhard bestätigt. Ebenso erklärte ein holländischer Wacht- Posten, der den ganzen Borfall mit erlebt hatte, daß er ebenfalls die Beschießung der Rettungsboote beobachtet hat. » Stockholm, 22. Juli..Aftonblabet* zufolge hat ein Kapitän. der aus Holland in Göteborg eingetroffen ist, erklärt, et habe niemals in der Nordsee so viele Minen gesehen, wie bei seiner letzten Reise. « Amsterdam, 23. Juli. Aus Hoek van Holland wird berichtet: Der holländische Dampfer Gclderland wurde heute morgen eine Meile außerhalb des holländischen Hoheitsge- biete» von drei deutschen Flugzeugen angehalten, die einen deutschen Offizier als Prisenführer an Bord sandten. Nach einer Konferenz mit den holländischen Offizieren wurde daS Schiff nach Zerbrügge aufgebracht. „Kreuzzeitung", Kaiser unö Oberste Heeresleitung. Ei« Ableugnungsversuch. Unter der Ueberschrift„Zur Klarstellung" schreibt die „Kreuzzeitung": Der„Vorwärts" stellt es so dar, als hätten wir in unserem gestrigen Artikel über die innere Politik der Woche Seine Majestät den Kaiser persönlich für unsere Auffassung über die Frirdensrefolutio« und über die Erklärungen des Rcichskanz- lerS dazu in Anspruch genommen. Das Gegenteil ist richtig, wie jeder zugeben wird, der unseren Artikel liest. Wir haben aus- drücklich betont, daß in der Unterredung, die Seine Majestät bei Herrn Dr. Helfferich den Abgeordneten gewährte, über die Fra- gen der Politik und über deren Erledigung überhaupt nicht ge- sprachen, geschweige denn verhandelt worden ist. Bon dieser Un- terredung ist vielmehr in einem ganz anderen Zusammenhange die Rede; es wurde darüber von uns nur mitgeteilt, daß der Oberst« Kriegsherr in den Besprechungen mit warmer Liebe und Anerkennung für seine Truppen die vollste Zuversicht auf den Sieg unserer Waffen zum Ausdruck brachte. Die Unter- stellung des„Vorwärts", daß wir die Person Seiner Majc- stät für unsere politische Ausfassung der Friedensresolution Scheidemann-Erzberger, ihrer Auslegung und ihrer Folgen in An- spruch genommen hätten, ist also unwahr und die daran sich an- knüpfende Aufregung durchaus nicht am Platze. Was die Oberste Heeresleitung betrifft, so mußte« wir uns dagegen wenden, daß mehrfach der Versuch einer Darstellung ge- macht worden war, als habe die Oberste Heeresleitung die Ein- bringung der Friedensresolution gebilligt oder gar begrüßt und als habe sie sich sachlich vollkommen auf den Standpunkt der Auslegung gestellt, die HerrSchcidcmann dieser Reso- lution gegeben hat. Demgegenüber galt es festzustellen, daß die Oberste Heeresleitung nach der Mitteilung des Herrn Reichs- kanzlcrs sich allein mit dessen Erklärungen, also mit der t&e- Handlung einverstanden erklärt hat, die dieser der Resolution hat zuteil tvcrden lassen. Wer wie wir in der Erklärung des Herrn ReichSlänzlers keine Festlegung auf den Scheidemaunschrn Ver- zichtfrirden und auf die von der Sozialdemokratie zn dessen Her- beiführung empfohlenen Mittel erblicken kann, der wird auch nicht annehmen, daß die Oberste Heeresleitung darauf festgelegt sei. Demgegenüber stellen wir noch einmal fest, daß die „Kreuzzeitung" in dem von uns ausführlich zitierten Artikel wörtlich geschrieben hatte: � 941 gM et wtOft bam je fftr uns Konservattvr, an die Ar» beit zu gehen, AufNärung zu schaffen über das, was der Frieds dem Lande bringe« mnß, und felsenfeste Zuversicht hinauszu- tragen in das Volk. In dieser Zuversicht können wir uns eins wissen mit der Obersten Heeresleitung, einig aber auch mit Seiner Majestät dein Kaiser. Im engsten Zusammenhang mit„uns Konservativen" und der konservativen Auffassung von dem.„was der Frieden dem Lande bringen muß", wird erklärt:„wir wissen uns einig mit Seiner Majestät dem Kaiser. Daß also der kaiser- liche Einfluß zum Zweck parteipolitischer Stimmungsmache für„uns Konservative" mißbraucht wurde, kann nicht geleug- net werden. Zum zweiten: Kein Mensch hat behauptet, die Heeres- leitung habe die Einbringung der Resolution gebilligt und begrüßt und sie habe die Auslegung, die ihr Scheidemann gab, vollkommen akzeptiert. Aber die„Kreuz- zeitung" hat behauptet, die Oberste Heeresleitung werde sich um den Reichs tag sbeschluß nicht kümmern, sondern den Frieden machen, den s i e wolle. Wörtlich: Wir weisen auch an dieser Stelle auf die Erklärung der deutsch-konfervativcn Fraktion hin, die in knappen Worten die Ziele steckt und den Weg weist. Die Fraktion weiß sich darin eins mit der gesamten konservativen Partei, mit den größten und besten Teilen des Volkes und mit dem gesamten Heer... Wir wissen bestimmt, daß... die Oberste Heeresleitung keineswegs gewillt ist, seinerzeit die Erfolge des Schwertes durch diese Resolution verderben zu lassen. „Diese Resolution" ist die Resolution des Reichstags. Ihr wird die bekannte Gegenerklärung der konservativen Minderheit entgegengestellt, und von ihr wind behauptet, daß das„gesamte Heer" für sie eintrete, während sich die Heeres- leitung durch die Resolution des R e i ch s t a g s nicht die„Er- folge des Sckjwertes" verderben lassen werde. Jetzt will die „Kreuzzeitung" nur gesagt haben, daß die Heeresleitung nicht auf den„Scheidemannschen Verzichtfrieden" festgelegt sei. Sicher wäre es besser gewesen, die Heeresleitung in diese politische Angelegenheit nicht hineinzuzichen. Die Heeresleitung führt Krieg, aber sie hat nicht Fricben zu schließen. Dies ist Sache des Kaisers und des.Kanzlers, der dem Reichstag verantwortlich ist. Die Heeresleitung ist beim Friedensschluß gutachtlich zu hören, es kann aber auch ihren Auffassungen erfolgreich entgegengetreten werden, wie das Bismarck verschiedentlich getan hat. Die„Kreuzzeitung" behauptet nun. daß der Kanzler, der mit der Heeresleitung übereinstimme, sich„nicht auf den Scheidemannfrieden" festgelegt habe. Aber„Scheidemann- frieden" ist ein wesenloses ischllagwort, es handelt sich um einen Beschluß des Reichstags.� Hat sich nun der Kanzler, der mit der Heeresleitung übereinstimmt, auf diesen Beschluß„festgelegt" oder nicht? Diese Frage ist von größter Wichtigkeit. Denn mit ihr wird entschieden, ob die gesamte auswärtige Politik des Reiches nach dem Beschluß des Reichstags oder nach unkontrollierbaren Einflüssen geleitet werden soll. Gilt dieser Beschluß oder ist er nur ein„Fetzen Papier", durch den man sich„die Erfolge des Schwertes" nicht ver- devben zu lassen gewillt ist? Aufllärung über diese Frage, die für die innere wie die äußere Politik entscheidend ist. kann jetzt nur noch durch eine Erklärung des Reichskanzlers geschaffen werden. » Das„Berliner Tageblatt" schreibt zu dem Artikel der „Kreuzzeitung": Lloyd George, tri« anderen Ententestaat»männer und die En- tentepublizistcn, die den Krieg über den Winter hinaus, bis zum Eintreffen der Amerikaner, verlängern wollen, werden entzückt diese Erklärung ihres deutschen Helfer? aufnch- men, die ieglicher FriedenSstimmung ein Ende machen mnß. Alle feierlichen Regungen und Bestrebungen, die h i n t e r der Entente- fassade wirksam wurden, sind erstickt und ausgelöscht. Sie sind erstickt und ausgelöscht, wenn der Reichskanzler, Herr Dr. Michaelis, den Versicherungen der„Kreuz- zeitung" nicht deutlich widerspricht. Er will sich, wie er gesagt hat, die Führung nicht nehmen lassen— nun kann er zeigen, daß er„führt". An einer anderen Stelle sagt das„Berliner Tageblatt" in gleichem Zusammenhange:„Was gedenkt der Herr Reichs- kanzler zu tun?" Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun? Diese Frage ist durch die Erklärung der„Kreuzzei- tung" nicht erledigt, sie ist durch sie vielmehr erst recht brennend geworden. Letzte Nachrichten. Antwort aus Stockholm. Wir erhalten aus Stockholm folgendes vom heutigen Tage da. tierteS Telegramm: „Bon dem Schreiben an unsere Delegation, datiert vom 20. Juli. nehme ich ans dem„Vorwärts" vom 21. mit Genugtuung Kenntnis. Wladimir Rosanoff." Es handelt sich um das Schreiben, in dem die deutsche Sozial- demokratie ihre Beteiligung an der allgemeinen Konserenz in Stock- Holm ansagte. Die französischen Soldaten rufen:„Nach Stockholm!" Bern, 23. Juli. Aus der Geheimsitzung des Senats berichten Lyoner Blätter von einer Rede Ctemenceans, in der es heißt: Man verbreitet Flugschriften mit der Forderung, Arbeiter- und Soldatenräte wie in Rußland zu bilden, die an der Front eine Rückwirkung haben. Man muß wie in Rußland scharf vorgehen. Die Fronturlauber rufen:„Nach Stockholm!" und wollen den Frieden. Deutscher Dampfer torpediert. Amsterdam, 23. Juli. Dem„Algemeen Handelsblad" wird aus Nieuwediep berichtet, daß der deutsche Dampfer Norderney heute vormittag in der Nähe der Noordcrhaaks-Gvünde, zwei Mei- len von der Küste, von einem wahrscheinlich englischen U-Boot tor- pediert wurde. Das Schiff treibt noch; man wird versuchen, es nach Nieuwediep zu schleppen. Ein Heizer wurde getötet. Der Kampf in Ostafrika. London, 23. Juli.(Reutermrldung.) Am 19. Juli wurde die feindliche Hauptstellung in der Nachbarschaft von Narongomba in Ostafrika angegriffen. Es kam zu einem erbitterten Kampfe. Der Feiyd leistete sehr hartnäckige» Widerstand, führte zahlreiche Gegenangriffe aus und erlitt schwere Verluste. Auch unsere Verluste sind beträchtlich. Ueber den Ausgang des Kampfes sagt Reuter nichts. Ter englische Angriff wird also als gescheitert gelten körnten.-,- GewerkslWsbcwMng vcuMes Reich. Hermann wachse 523 Jahre Bergarbciterführer. Wie wir einem Jubiläumsartikel der„Schlesischen Bcrgwachi' entnehmen, jährt es sich in diesen Tagen zum 25. Male, dasi der Vertreter des Reichstagswahlkreises Waldenburg, Genosse Hermann Sachse, durch das Vertrauen der Bergarbeiter in die Leitung der Bergarbeiterbelvegung berufen wurde. Sachse war bereits vorher Jahre lang für die Organisation tätig und stand im Vordertreffen der Bewegung. 1832 wurde er an Stelle des damaligen sächsischen Bergarbeitcrführers Eberl als Vorsitzender des eben im Jahre 1878 gegründeten „Sächsischen Berg« und Hüttcimrbeiterverbandes" gewählt. Er hat diese Stelle jedoch nur kurze Zeit bekleidet, da schon im Jahre 1335 die Auflösung des Sächsischen Bergarbeiterverbandes erfolgte. So leitete er denn die von der Auflösung verschonte und früher von dem genannten Verbände gegründete Sterbekasse„Glück- auf' weiter. Als die Hoffnung verflog, daß die Auflösung rück- gängig gemacht werden würde, schloffen sich die sächsischen Berg- arbeiter allmählich dem Deutschen Bergarbeiterverbande an und Sachse trat im Jahre 1333 in das neuerrichtete Zweigbureau des Verbandes in Zwickau als VcrbandSangestellter ein. Nach zweijähriger Tätigkeit daselbst berief ihn der Bergarbeiter- verband an die Stelle des verstorbenen Borsitzenden Möller. 1833 kam Sachse in den Reichstag, nachdem in der ersten Wahl daS Mandat angefochten und für ungültig erklärt worden war. Das Vertrauen der Arbeiter blieb ihm vollauf bis zur heutigen Stunde und half ihm alle Widerwärtigkeiten des täglichen Kampfes, wie sie keinem Arbeiterführer erspart bleiben, leicht überwinden. Wir schließen uns dem Wunsche an, daß der Jubilar seinen Berufs- genossen und der gesamten Arbeiterschaft noch recht lange erhalten bleibe, um nach Beendigung deS Krieges den erneuten und von frischen Kräften erfüllten Aufschwung der Arbeiterbewegung zu seinem Teil wirksam zu fördern. Kriegsausschuh für das Militärschncidergetverbc Groh-Berlins. Die in der Tagschneiderei beschäftigten Arbeiter der Firma H o f f m a n n hatten eine Lohnausbesserung beantragt, und da die Firma der Forderung nicht nachkam, die Sache vor den Kriegs- ausschuß gebracht. Knoop vom Schnciderverbande, der die Klage vertrat, ver- langte, daß der Lohn von 31,53 M. zugestanden werde, wie ihn Berliner Konfektionsgeschäfte für ähnliche Arbeiten pro Woche zahlen. Obgleich die Firma nicht erschienen war, verhandelte der Aus- schuß und entschied, daß das Verlangen der Arbeiter begründet sei und verurteilte die Firma zur Zahlung des geforderten Lohnes. Gegen die Schneiderei-Genossenschast„Hoffnung", Brunnen- siraße 185, stand eine Klage an aklf Erteilung der Abkehrscheine an sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen des Betriebes. Der Ver- trauensmann des Betriebes begründete die Forderung damit, daß die in der Militärschneiderei gezahlten Löhne viel zu niedrig seien und es den Arbeitern möglich wäre, jetzt in anderen Kriegs- betrieben mehr zu verdienen. Es könne den Arbeitern nicht zu- gemutet werden, im Schneidergewcrbe bei niedrigeren Löhnen länger tätig zu sein. Der Vertreter der Beklagten erkannte die Klage als völlig be- rechtigt an und bemerkte, daß das Amt schon seit längerer Zeit eine Aufbesserung in Aussicht gestellt habe, die leider bisher für Repara- turen nicht eingetreten seien. Auch die Mitteilung, daß für Repara- uren, die ab 25. Juni ausgegeben werden, eine Ausbesserung er- folge, während für die vom Bekleidungsamt ausgegebenen neuen Uniformstücke eine solche bereits für die ab 25. Juni eingelieferten Stücke erfolge, werde von den Arbeitern als unberechtigt empfunden. Die Firma sei deshalb nicht in der Lage, die Klagen der Arbeiter abzustellen, obwohl sie diese als vollkommen begründet anerkenne. Ebenso könne sie nicht den Abkehrschein erteilen, da sie sonst den Betrieb schließen müßte. Der Kriegsausschuß wie? die Klage wegen der.Abkehrscheine ab und teilte mit, daß der Vertreter des Bekleidungsamtes für das Gardekorps, Hauptmann D u n k c r, der in der Sitzung zugegen war, in dieser Angelegenheit mit dem Fnstandsetzungsamt noch Rück- spräche nehmen werde. Auch der Kriegsausschuß beschloß. daS genannte Amt zu er- suchen, die Lohnerhöhungen nicht nur für die am 25. Juni in Auf- trag gegebenen Sachen zu gewähren, sondern wie auch daS Kriegs- bekleidungsamt des GardelorpS, die Erhöhung bereits auf jene Sachen zu bewilligen, die am 25. Juni an das Amt eingeliefert wurden._ Streiks und Aussperrungen im Jahre INI«. Die amtliche Statistik der Streiks und Aussperrungen de? Jahres 1316 ist soeben als Band 232 der Statistik des Deutschen Reiches erschienen. Wenn auch die offizielle Streikstatistik auf wesentlich anderen Grundlagen beruht als die gewerkschaftliche, und daher auch stets zu anderen Resultaten führt, so verdienen ihre Resultate doch Beachtung, da sie ja zum»lindesten die Entwicklung der Bewegung im Verglich zu den Vorjahren richtig widerspiegelt. Das Jahr 1316 bat wieder eine Zunahme d e r A r b e i l s- kämpfe gebracht, nachdem diese mit Kriegsbeginn außer- ordentlich eingeschränkt waren. Es wurden in ihm 313 Streiks mit 124'183 Beteiligten gezählt, darunter 225 Angriffs- und 15 Ab- wchrstreiks. Aussperrungen fanden leine statt. Dagegen hatten die fünf Kriegsmonate 1314 26 Streiks mit 2384 Beteiligten und das Jahr 1315 137 Streiks und 4 Aussperrungen mit 124 188 Be- teiligten auszuweisen. Freilich war auch im letzten Jahre die Friedensziffer noch nicht annähernd erreicht, da im Jahre 1313 2127 Streiks und 337 Aussperrungen init 311 348 beteiligten Per- sonen amtlich gezählt wurden. Tatsächlich lagen aber die Verhältnisse im abgelaufenen Jahre bedeutend günstiger, als eS bei einem Vergleich der beteiligten Per- sonen scheinen könnte. Der wirkliche Umfang der Arbeitskämpfe wird gekennzeichnet durch die Zahl der verlorenen Arbeits- tage, die das Produkt aus der Anzahl der beteiligten Arbeiter und der Dauer der Arbcitskämpfe in Tagen bei den einzelnen Streitigkeiten darstellt. Im Jahre 1313 wurden 11 133435 Tage durch ArbcitSstreitigkeitcn verloren- 1314 sank die Summe auf 2 843 835, im ersten vollen Kricgsjahr 1315 auf 45 511 um im letzten wieder auf 245 431, d. i. etwa der 43. Teil der Friedensziffer, zu steigen. Den größten Umfang hatten die Arbeitskämpfe in der G e- Werbegruppe Metallverarbeitung. Industrie der Maschinen usw., also derjenigen Gruppe, die im wesentlichen die Kriegsindustrie um- saßt. Auf sie entfielen 65 381 oder 52,4 Proz., das ist mehr als die Hälfte aller überhaupt Streikenden. Es folgt die Gruppe Berg« bau mit 44 166 oder 35.6 Proz. der Streikenden, sodaß also diese beiden Gruppen allein 88 Proz. aller Beteiligten umfassen. Die übrigen Gruppen waren alla nur mit kleineren Ziffern beteiligt. Was den Ausgang der Arbeitskämpfe anbelangt, so war lieser nach der anitlichen Darstellung, die aber in dieser Beziehung mit Vorsicht aufzuehmen ist, ein sehr günstiger. Nur 2,4 Proz. der Streikenden hatten einen vollen Erfolg; 55,1 Proz. mußten sich mit einem teilweise» Er so lg begnügen, während 42,5 Proz. über- aupt erfolglos gekämpit hatten. Im vorhergehenden Jahre waren . ie Verhältniszahlen 12,3, 51,7 und 36,3 Proz, also wesentlich ünstiger. Die Mehrzahl der Kämpfe wurde natürlich um Erhöhung er Löhne geführt. parteinachrichten. Aus den Orgauisatloucn. Parteivorstand und Parteiausschuß des Sozialdemokratischen Vereins Nürnberg-Altdorf entschieden sich einstimmig dafür, daß an den Würzburger Parteitag vom Sozialdemokratischen Verein fol- geirder Antrag zu stellen sei:„Im Bewußtsein der unbedingten Not- wendigkeit einer ungebrochene!, Front— eine Notwendigkeit, die für die kominenden schweren Kämpfe der Arbeiterschaft auf voliti- schem, wirtschaftlichem und kulturellem Boden Voraussetzung jeder erfolgreichen Wirksamkeit ist— fordert der Parteitag alle Genossen auf, den Willen zur Parteieinheit zu stärken und diesem Willen alle anderen Gegensätze zu unterwerfen. Nur so kann dem sinn- widrigen Zustand ein Ende bereitet werden, daß unsere Bewegung, die immer Ausdruck eines auf die Zukunft gerichteten Strebens war, sich um verscherzte Gelegenheiten der Vergangenheit zankt und um diesen Zank auf dem Sprung steht, gichtige Gegenioarts- und Zukunftsgelegenheiten der Arbeiterschaft zu verspielen. Eine Partei, die für die Verständigung der Völker wirkt und für den Frieden der Nationen eintritt, darf nicht um Mittel und Wege verlegen sein, in die eigenen Reihen einheitlichen Sinn und Willen, unbeschadet der abweichenden Auffassungen im Einzelfall, zu erlangen. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Zeit, den Parteistreit beizulegen, in- dem das große Ziel unserer Bewegung wieder ins Gesichtsfeld der Massen gerückt wird— die einheitliche Aktion der Proletarier aller Länder! In diesem Sinne beauftragt der Parteitag alle Parteiorganisationen und vor allem die Vartei- presse und den Parteivorstand bei günstiger Gelegenheit zu handeln." Der Antrag wird vorher noch einer Parteiversammlung vorgelegt. Der Kreisverein des 3. württembergische« Wahlkreises hielt eine inhaltreiche Kveisgeneralversammlung in H e i I b r o n n ab. Nachdem eine kleine Zahl von unabhängigen Quertreibern unter der Führung des Landtagsabg. H o r n u n g, der bekanntlich im Osten die deutschen Grenzen bis nach Riga und Odessa erweitern wollte, aus der Organisation ausgeschieden ist. herrschte vollste Sachlichkeit in den Erörterungen. Der Abg. Feuerstein sprach über die jüngsten politischen Ereignisse. Seine Ausführungen und die einer Diethe von Diskussionsrednern gipfelten in der folgenden Erklärung, die einstimmige Annahme fand:„Die Kreisversammlung erkennt an, daß die Sozialdemokratische Fraktion des Reichstags während der ganzen Kriegsdauer die Interessen der deutschen Arbeiterklasse, die zusammenfallen mit den Interessen'der deutschen Volksgemein- fchaft, mit Erfolg vertreten hat. Sie begrüßt freudig, daß es der Fraktion gelungen ist, für die von den breiten Massen des Volkes gebilligten Fricdenszielc der Partei eine starke Mehrheit des Reichstags zu gewinnen, und die baldige Durchführung des allge- meinen Wahlrechts in Preußen sicheruzstellen. Die.Versammlung bedauert, daß die von der Gesamtpartei abgesplitterte Gruppe der sogenannten Unabhängigen aus kleinlicher Streitsucht die Stoß- kraft der Partei schwächt und die Friedensarbeit erschwert. Sie erwartet von der Sozialdemokratischen Fraktion, daß sie auch fernerhin, unbeirrt durch unverantwortliche Treibereien der Gegner von links und rechts, für den baldigen, die Unabhängig- keit Deutschlands wahrenden Frieden und für die völlige Demokrati- sierung Deutschlands alle Kraft einsetzen wird." Das Heilbronner Zeitungsunternehmen weist einen verhältnismäßig günstigen Stand auf. � Die Leitung desselben durch den nach 2 14 jähriger Felddienst- zeit beurlaubten Gen. Ulrich fand allseitige Anerkennung. Ais Delegierter zum Parteitag wurde Gen. B a ß l e r gewählt. Der 5. württembcrgischen Wahlkreis, der trotz der von den Unabhängigen bewirkten Schädigung der Organisation noch rund 1333 Mitglieder wählt, wählte den Gen. Kcnngott-Eßlingcn zum Delegierten. Zusatzrenten für Kriegsbejchäüigte unö Hinterbliebene. Daß die Renten für die Kriegsbeschädigten zu gering sind, wird durch nichts besser illustriert, als durch die kürzlich vom Wolfffchen Bureau verbreitete Nachricht, daß Sammlungen für die notleidenden Opfer des Krieges veranstältet werden sollten. Ein Ansinnen, das von uns sofort entschieden zurückgewiesen wurde, tvcil wir der Meinung sind, daß es Aufgabe des Reichs sei, ftir ausreichende Renten zu sorgen. Unsere Ablehnung des Samm- lungsgcdankens rieftn die Heeresverwaltung und den Rcichsaus- schuß der Krtegsbeschädigtenfürsorge auf den Plan. Elftere er- klärte, daß sie sich von der ihr sowohl gesetzlich wie ethisch obliegen- den Verpflichtung einer ausreichenden Versorgung der Äriegsbe- schädigten keineswegs durch Samanlungeu entlasten wolle, letzterer, daß er nur für die Behebung der sich auch bei der besten Versor- gung im Einzelfalle noch ergebenden Notlage Mittel durch Sn den Fragen der inneren Reform und des KriegSzieteS dem Linksblock angehören. Ebenso wurde«in Antrag Drahn angenommew: Der Parteitag wolle beschließen: Der Absatz in Pari«« literatur ist dauernd zu heben. Zur Erreichung dieses ZieleS ist« alle« örtliche» Orgamsatiaae» ein Fuoktiouär z» wähle», der den Absatz der Parteisckriften praktisch fördert und sich mit der Buchhandlung seines Bezirks, den Referenten, dem Spe- diteur und den Hauskassierern des Ortes in dieser Frage laufend ins Einvernehmen setzt. Als Delegierte zum Parteitag wurden gewählt: die Genossin Ryneck, Baumschulenweg, Krüger, Köpenick und Groger, Neukölln. GrofcBerlln Aum 15. August. Von Mitte August an wird die Brotkarte des Deutschen wieder ihr altes Aussehen haben, sie soll von diesem Tage an wieder 220 Gramm anweisen und damit(zum Teil wenig- stens) sogar über den Stand von vor dem 15. April d. I. hinausgehen. Dafür wird freilich die Reichszulage von 250 Gramm des billigen Fleisches genommen. Wenn nun wahr würde, was sonst noch verkündet wird, datz nämlich eine bessere Spätkartoffelernte wie 1916 zu erwarten ist, dann ist schon etwas gebessert. Dann sind wir hoffentlich durch die magersten Monate hindurch. Dazu ist, das darf heute gesagt werden, auch die höchste Zeit. In der Hauptsache hat sich in dieser wirklich kritischen Zeit die arbeitende Bevölkerung glänzend gehalten; sie hat sich viel gefallen lassen, mutz noch heute viel ertragen. Da erfordert es das Gebot der Klugheit, sie nun auch in den kommenden besseren Zeiten nach Möglich- keit zu bedenken. Die Regierung sollte zunächst beruhigende Erklärungen darüber erlassen, daß sie nicht beabsichtigt, die Fleischration unter 250 Gramm wöchentlich sinken zu lassen. Allerlei Ge- rüchte durchschwirren die Verbraucherkreise, die durch ein offenes Wort des Kriegsernährungsamtes beseitigt werden könnten. Die Ergebnisse der Viehzählung lassen doch wohl den Schluß zu, datz selbst bei Berücksichtigung der Unentbehr- lichkeit nicht unter 250 Gramm hinuntergegangen zu werden braucht. Wichtig wäre weiter, wenn recht bald die Produktion von Nährmitteln für Kinder, Kranke, Schwangere und Wöchne- rinnen erheblich gesteigert würde. Hier ist ein wirklicher Mißstand vorhanden, der leicht abgestellt werden könnte. Dann ist es eine sehr ernste Angelegenheit, daß die Ver- tcilnng der Kartoffeln nicht wieder so jämmerlich versagt wie 1916. Rätsel haben wir nun gerade genug gelöst, jetzt darf man doch erwarten, datz es zufällig 1917 einmal klappen wird. Dr. Michaelis bringt reiche Erfahrungen aus seiner Tätigkeit als preußischer Ernährungskommissar mit. Möge er als Kanzler mit dem Kriegsernährungsamt ein ernstes Wort reden und das Kartoffelprogramm: Organisation der Pferde- kraft, des Transports, der Lagerung und der Verteilung sicher durchführen, dann sind wir zur Hälfte für 1917/18 ge- sichert.— Ob man hoffen darf? 1V50 Gramm Brotgewicht in Groh-Berlin. Da, wie bekannt gegeben, von Mitte August ab die Mehl- Zuteilungen an die Gemeiden wieder erhöht werden, mutz die Brot- Portion von den Gemeinden entsprechend geändert werden. Der Siebener-Ausschutz der Grotz-Berliner Brolkartengemeinschast hat sich daher mit der Frage beschäftigt, wie die Brotkarte von Montag, den 13. August, ab bemessen werden soll. Die beteiligten Ge- meiden und Kreise entschieden sich übereinstimmend für eine Gebäck- Portion von 1950 Gram«._ Berliner Lebensmittel. Da« Nachricktenamt des Magistrats schreibt: Um vielfachen aus den Kreisen des Publikums geäußerten Wünschen nachzukommen, hat der Berliner Magistrat sich entschlossen, autzer der bisherigen noch eine fettreichere Blut- und Leberwurst herstellen zu lassen, die den Wünschen der Bevölkerung durchaus Rechnung tragen dürfte. Bei der geringen Menge de« zur Verfügung stehenden Materials ist die Herstellung dieser Wurstarten aber nur eine be- schränkte und soll vorläufig nur einen Versuch darstellen, um fest- zustellen, ob die Wurst Anklang findet und ob ihre Einführung, um einem dringenden Bedürfnis abzuhelfen, allgemein zu betreiben ist. Die Wurst ist ohne Streckungsmittel(Semmelzusatz) hergestellt. Sie darf daher»ntsprechend der Anordnung des LandesfleischamleS nicht in doppelter, sondern nur in einfacher Menge, entsprechend den ab- gelieferten Fleischmarken abgegeben werden. Naturgemäß kann die Wurst zu dem bisherigen Preise nicht zur Abgabe gelangen, doch ist der Preisaufschlag im Hinblick auf das verwendete Material als mäßig zu bezeichnen. Es kostet ein Pfund Blutwurst 2 M., Leber- wurst 2,30 M._ Gemüse und Obst in Berlin. Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat sich, wie bekannt, vor kurzem entschlossen, vorübergehend aus Rsichsmittein Gemüse und Obst aufzukaufen und nach Groß- Berlin zu bringen, um den daselbst vorhandenen Notstand zu be- seitigen. In der Woche vom 14. bis 21. Juli find auf diese Weise 706 Waggonladungen �236 mehr, als in Aussicht gestellt wurden) aufgekauft und nach Grotz-Berlin verftachtet worden. Davon waren bis heute früh 9 Uhr 601 Waggonladungen bereits in Groß-Berlin emgetroffen. In Friedenszeiten würde durch derartige Bahn- zufuhren eine gefährliche Uebcreindecknng van Groß-Bcrlm eir"«» treten sein. Unter den jetzigen Verhältnissen konnte aber, so sagt die Reichsstelle für Gemüse und Obst, nur gerade der nottvcndigste Bedarf befriedigt werden. s Nachsendung von Reisedrotkarten. Personen auf Reisen, die ihre Abwesenheit über die ursprünglich beabsichtigte Zeit auszudehnen be- absichtigen und Reisebrotmarlen nachgesandt zu erhalten wünschen, müssen ihren Anträgen an die zuständige Brotkommission das Datum und zweckmäßig auch die Nummer ihres Abmeldescheines nebst einem genügend frankierten Briefumschlag mit der genauen Adresse bei- fügen. Befindet sich der Berliner Abmeldeschein in der Hand des Antragstellers, so empfiehlt sich seine Einsendung. Die Uebersendung des Scheines wie die Zustellung der gewünschten Karten erfolgt am besten durch eingeschriebenen Brief. Gestohlene Brotkarten. Bei einem Einbruch in der Pankower BrotkartenauSgabestelle ist eine Anzahl Brotkarten gestohlen worden. Die Angelegenheit ist der Polizei übergeben worden und wird von dieser verfolgt. Der Magistrat hat weiterhin die Nummern der ge- stohlenen Karten den sämtlichen Bäckern bekanntgegeben und die »raglichen Karten für ungültig erklärt. Damit wird ein Mißbrauch mit den gestohlenen Karten in größerem Umfange ausgeschlossen. Sohlenvers orgnng. Auf Grund von Gemeindebeschlüssen ist für Berlin die Deputation für die Kohlenversorgung gebildet worden. DaS Bureau befindet sich Breite Str. 11. Als Abkürzung für den Geschäftsverkehr dient das Zeichen HO. Die Fernsprechanschlüsse werden noch bekanntgegeben werden. Teures Fett. Man schreibt unS: Bon allen Bestandteilen der Milch schätzen Vir da« FeU am höchste» ein. Der Fettgehalt der Milch bildet die vlenstag, 24. �ull 1417 Grundlage aller bebördlichen Bestimmungen, soweit sie die Zu- sammcnsetzung der Milch betreffen. Bei Einführung des Milch« scheincs bekam ich ein Liter, bei der Erneuerung deS abgelaufenen Scheines nur'/« Liter, trotzdem der Arzt die gleiche Menge des ersten Scheines für das-ungemindert bestehende Leiden als nötig bescheinigte. Dieser Unterschied zwischen dem, was der Arzt und was die„Stelle" für nötig hält, besteht noch heute. Für die Ausstellung des Gutachtens, das zur Erlangung des Milchscheines nötig ist, hat der Arzt eine Gebühr von 3 M. zu fordern. Wenn nun, was häufig vorkommt. auch in manchen Fällen geboten ist, der Schein nur auf einen Monat ausgestellt wird, so ergibt sich folgende Rechnung: 80 mal--- 71/2 Liter Milch/z Sek.— Frauen. Weitsprung: Margraf, Weigt 3,50 Meter. Kugelstoßen: Schröckel, Margraf 8,00 Meter, 75-Meler- Lauf: Weigt 11 Sek.— Staffettentäuse: Männer. 4X100 Meter. 2.und 17 53 Sek. Nord— Süd. 3000 Meter. 10 Läuser. Süd 7 Min. 5'/� Sek. Lehrlinge. Olympische. 4 und 9 4 Min. 52'/, Sek. Beamte und Händler. Die.Konsnmgenossenschaftliche Korre- spondenz" schreibt: Datz die Beamten, wie überhaupt alle Fes übe- solbeten, unter der ungeheuren Preissteigerung während des Krie- ges am meisten leiden, und datz sie auch nach dem Krieg einen erbitterten Kampf um die Lebenshaltung werden führen müssen, ist unbestreitbar. Wenn sie hteraus die entsprechenden Folgerungen ziehen und den Versuch machen, durch genossenschaftlichen Zu- sammenschlutz die Kaufkraft ihres Geldes zu steigern und dadurch mittelbar ihre Lage verbessern, so kann ihnen dies niemand ver- denken. Itatürlich mutz sich diese Selbsthilfe im Nahmen der all- gemeinen Konsumvcreinsbewcgung bewegen. Gegen die genossenschaftliche Selbsthilfe der Beamten machen die Händler mit großer Erbitterung Front, Sie erklären, die gc, Nossen schaftlichen Bestrebungen der Staats-, Gemeinde- und Privat- beamten würden den stärksten Widerspruch deS gewerblichen Mittelstandes finden und zu den schärfsten Gegenmaßregeln heraus- fordern. Man darf gespannt sein, welche„schärfste Gegenmaß- regeln" die Mittelstandsretter amvenden werden, und man darf dann auch wohl die Frage aufwerfen, was sie denn eigentlich be- rechtigt. den Beamten die genossenschaftliche Betätigung zu ver- wehren. Die Beamten verdienen ihr Geld wie alle andere» Ar- beiter, und sie haben deshalb auch das Recht, ihr Geld zu ver- ausgaben, wie es ihnen paßt. Merkwürdigerweise gibt es noch Beamte, die, anstatt auf ihr gutes Recht zu pochen, den Klein- Händlern Zugeständnisse machen und sie bitten, in anderer Weise den Beamten entgegenzukommen, um sie von den Genossenschaften fernzuhalten. Zu dem Zweck empfehlen sie, die Händler möchten ihren Einfluß in Gemeindevertretungen und Parlamenten für Gehaltserhöhungen in die Wagschale werfen. Dann hätten die Beamten keine Veranlassung mehr, sich von den Händlern ab- und den Konsumvereinen zuzuwenden. Es soll also ein regelrechtes Tauschgeschäft auf Kosten der Steuerzahler gemacht werden, wozu sich,, so hoffen wir, ein sozial empfindender und gerecht denkender Beamter wohl kaum hergeben wird. Uebrigens werden die wirt- schafllichen Verhältnisse nach dem Kriege die Beamten, allen Ge- baltserhöhnngcn zum Trotz, ganz� von selbst in die Reihen der Konsumgenossenschaften drängen. Davon werden die Beamten und die Konsumvereine in gleicher Weise Vorteil haben. Die Versicherung bei der VelkSfürsorgc hat sich in folgendem Falle wieder als eine sehr nützliche und kluge Familicnsürsorge erwiesen. Ein 31 Jahr alter Former in Magdeburg versicherte sich am 15. Juli 1914 nach Tarif II bei einer Halbmonatsprämie von 3 M. für eine beim Tode, spätestens aber nach 25 Jahren, fällige Versicherungssumme von 1440 M. Er erfreute sich bester Gesundheit und konnte damit rechnen, noch recht lange seine Prämien zahlen zu können. Aber schon am 7. Juni 1917 sollte er den Tod finden. Er versuchte ein ins Wasser gefallenes Kind zu retten und ertrank dabei selbst. So verlor die Frau ganz un- erwartet ihren Mann. Die Versicherung trat in Wirksamkeit; die Witwe erhielt dadurch sofort 1437,60 M. ausgezahlt. An Prämie» sind 210 M. eingezahlt worden. Ist Rhabarber schädlich? Diese Frage wirft eine schlvedische Zeitschrist, die„Hygienisk Revy". auf. Rhabarber, so wird dort ausgeführt, enthält erhebliche Mengen von Oxalsäure, die unter Ilmständen Schädigungen hervorrufen können. Aus Mangel an Zucker haben nämlich Hausfrauen dom Rhabarber seinen sauren Geschmack dadurch zu nehmen gesucht, daß sie bei der Zubereittlng doppeltkohlensaures Natron zugesetzt haben. Die Säure wird da- durch freilich neutralisiert, ist dadurch jedoch nicht unschädlich ge- macht. Zum Neutralisieren darf man nicht doppeltkohlensaures Natron nehmen, sondern Kalk, durch dessen Zusatz sich das unlös- liche und ungistige oxalsaure Kalzium bildet. Der Verfasser der Mitteilung gibt an, in England, wo Hausfrauen gleichfalls Rha- Harber mit doppeltkohlensaurem Natron zubereitet haben, sei jüngst sogar ein Todesfall an Oxalsäurevergiftung vorgekommen, der auf Rhabarbergenuß zurückging. Dies dürfte freilich ein sehr seltener Ausnahmefall sein. Die schwedischen Aerzte halten im allgemeinen den Rhabarber fiir vollkommen harmlos; einer unter ihnen, Dr. Engstrand, dessen Sonderfach Magenerkrankungen sind, gibt an, eine .Rhabarbervergiftung sei in Schweden noch nicht beobachtet worden, und für gesunde Menschen sei Rhabarbergenuß trotz der Oxalsäure vollkommen unschädlich. Nur Nierenkranke dürsten Rhabarber nicht genietzeu, eben Wege« jemes GeHalls au Oxalsäure. ÜJuijrerftdttfuttgctt. Während fast alle Infektionskrankheiten in der letzten Zeit in tÄrotz-Berlin bedeutend abgenommen haben, besonders aber Scharlach und Diphtherie erheblich weniger als in den letzten Jahren gemeldet wurden, kommen Ruhrerkran- tungen gegen früher weit mehr zur Behandlung. In Berlin wurden allein in einer Woche 80 Fälle gemeldet und in den Vor- orten sogar noch einige Fälle mehr. Auch sind, was in den letzten Jahren äußerst selten war, in Groß-Berlin in einer Woche 13 und in einer anderen Woche 8 Todesfälle an Ruhr verzeichnet worden. Da keine Abnahme eingetreten ist, so ist größte Vorsicht geboten. Ruhr gehört zu den übertragbaren Krankheiten und ist deshalb anmeldepflichtig. Ilmleitung von Zügen der Linie? der Bcrlin-Charlotten- burgcr Straßenbahn. Die autzerfahrplanmäßtgen Frü�üge der Linie? von Neukölln nach Spandau um 3,50, 4,05, 4,20 und 4,35 Uhr werden am morgigen Mittwoch wegen Gleisanschluß- arbeiten auf der Thielenbrücke von der Kaiser-Friedrich-Straße ab anstatt durch die Pannierstraße, Glogauer Straße, Reichenberger Straße, Ritterstraße auf dem Wege der Linie R durch die Kaiser- Friedrich-Straße, Kottbuser Damm, Kottbuser Straße, Kottbuser Tor, Dresdener Straße, Oranienplatz, Oranienstraße verkehren. Ueber einen unaufgeklärten d«tzpelten Selbstmordversuch, der bei dem einen Beteiligten zum Tode führte, wird aus der Wilhelm- straße berichtet. In einem Penfwnate dort wohnten seit Freitag in einem gemeinsamen Zimmer zwei 17jährige junge Männer namens Fritz Gehm aus Gollnow und Johannes Reimer aus Plate. Als sie sich Sonntag den ganzen Tag über nicht sehen ließen, öffnete die Wirtin abends ihr Zimmer und fand beide be- wußtlos daliegen. Sie hatten sich mit Lysol vergiftet. Bei Gehm konnte man nur noch den Tod feststellen, Reimer wurde in bedenk- lichem Zustande noch dem Krankenhause am Urban gebracht. Was die jungen Leute zu dem Schritte veronlahtc, ist noch nicht bekannt. Beim Angeln ertrunken ist gestern ein unbekannter Knabe von etwa 6 Jahren. Der Kleine angelte m der Nähe der Michael- kirchbrücke in der Spree, verlor hierbei das Gleichgewicht und stürzte ins Wasser. Ein Schutzmann, der den Vorgang beobachtet hatte, holte ihn wieder heraus und brachte ihn nach der RettungS- wache in der Holzmarktstraße. Als er dort mit ihm ankam, konnte der Arzt nur noch den Tob feststellen. Die kleine Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. vorstand rät daher den Eltern dringend, jede Gelegenheit zu be- nutzen, ihre Kinder selbst auf dem Lande in Pflege zu geben und nicht mehr auf die behördlichen Maßnahmen zu warten. Tempelhof. Lebensmittel. Für die Zeit vom 23. bis 2S. Juli sind 80 Gramm Butter als Wocbenmenge festgesetzt; Margarine wird nicht verausgabt.— Auf Abschnitt 30 der Berlin-Tempelhofer roten Lebensmittelkarte können vom 23. bis 26. Juli in den bekannt- gegebenen Geschäften je Vz Pfund Maggisuppen bezogen werden. Es erbalten die Nrn. 1— 17620 je>/z Pfund Kartoffelsuppen, Preis für 1 Pfund 0,65 M.; die Nrn. 17 621—30 270 je% Pfund Erbsensuppen, 1 Pfund kostet 0,85 M.; die Nrn. 30 271—36 000 je Vs Pfund Hülsenfruchlsuppen, Preis für 1 Pfund 0,85 M.— Ein Teil der Bevölkerung erhält außerdem je V» Pfund Heringe auf dei rote Lebensmittelkarle.— 600 Gramm Gebäck werben auf die sechs Ab- schnitte 65„a" bis„e* der Karloffelkarte abgegeben. Auf die weißen Abschnitte 65„d* und ,6* der Kartoffelkarte werden je '/, Pfund, also höchsten» zwei Pfund Kartoffeln abgegeben. Nähere Bekanntmachung ergeht noch darüber. Wer jedoch bis 27. Juli keine Kartoffeln erhalten hat. ist vom Sonnabend, de» 28, Juli, ab berechtigt. 400 Gramm Gebäck zu entnehmen. Die Kartoffelzusatzkarten berechtigen nur zur Entnahme von Gebäck. Auf jeden Abschnitt können 100 Gramm Gebäck, also höchstens 400 Gramm Gebäck entnommen werden. Gebäck gegen Karloffelkarte darf bei den hiesigen Geschäften nur bei gleichzeitiger Vorlegung der Berlin-Tempelhofer roten Lebensmittelkarte ab- gegeben und entnommen werden. Spandau. Lebensmittel. Auf Feld IH der Speisefettkarte ist noch Butter in solgenden Geschäften zuhaben: RaczinSli, Fichten- iveg 1; Konsumverein Haielhorst, Feldzeugmeisterstr. 7; Fiedler Bahnhofstr. 2; Jacubzhck, Pichelsdorfer Str. 10: Wienke, Märkischer Steig 11; Großmann, Nonnendamm-Allee 86; Beamlen-Wirtschafts- Verein, Potsdamer Str. 32; Sydow, Johannastr. 62; Nowack, Neuendorser Str. 96. Einigen Geschäften ist ein Posten Aus- I and Seier überwiesen worden, die noch auf Feld 6 der Eierkarte bezogen werden können. ES ist ratsam, für den Haushalt nicht mehr Eier abzunehmen, als für den Augenblick notwendig sind, damit ein Lagern der Eier in, Hauhatt vermieden wird.— Der Umtausch der' schlechten Eier hat innerhalb vier Tagen bei den Großhändlern zu erfolgen, welche die von ihnen ausgegebenen Eier als solche mittels Stempel gekennzeichnet haben. Neukölln. Dem Magistrat ist eine Beschwerde darüber zu- gegangen, daß in der Küche.K a r l s g a r t e n" das Esten, anstatt an die noch wartenden Leute zu verkaufen, wiederholt den Schweinen des Wirtes vorgeworfen worden sei, weil die Zeit ab- gelaufen war._ Steglitz. Günstiger Gcsiindhritszustaiid der Volksschüler. AuS dem Bericht des Schularztes Sanilätsrat Dr. Zander aus den Ge« meindeschulen III, IV. VI. VIU und IX im Schuljahr 1916/17 ist zu entnehmen, daß von 436 kontrollierten Kindern 319 in Gesund- heitSklasse I. 107 in Klasse II uud 10 in Gesnndheitsllasse III rubri« ziert werden. Die hauptsächlichsten krankhaften Störungen betrafen Blutarmut s46 Fälle), Skrophulose<33), Zähne<36), Lunge<17>, RhachitiS<15). Mund und Nase<14 Fälle). Dr. Zander bemerkt zu den Einzelergebnissen,.daß das Verhältnis der körperlich minder« wcrtigen Kinder zu den vollwertigen kein schlechteres war als im Friedensjahr. Auch die Zahl der zurückzustellenden Kinder war nicht größer als sonst. Die ErnährungSslörungen, die besonders beobachtet wurden, waren wie immer Blutarmut und Skrofulöse.' Weiter hebt der Berichterstatter hervor, daß es ihm durch das Engegen- kommen seiner militärischen Behörde möglich gewesen sei, seine schul- ärzlliche Tätigkeit in vollem Umfange auszuüben. Friedenau. Der Gemcindcvorstand macht bekannt, es stehe nun- mehr fest, daß sich die Unterbringung der Schüler und Schülerinnen böherer Lehranstalten auf dem Lande nicht mehr ermöglichen läßt. Ob die Kinder der Volksschulen noch untergebracht werden können, ist zweifelhaft und wird sich demnächst entscheiden. Der Gemeinde- Cöpenick. Lebensmittel. In der laufenden Woche können auf die drei Abschnitte 3.A— 8C der Cöpenicker Kartoffelkarte je 1 Pfund Kartoffeln, zusammen also 3 Pfund, entnommen werden. Können diese bis zum Freitag nicht geliefert werden, so berechtigen die Ab« schnitte zu je 200 Gramm Gebäck. Auf die Abschnitte 30—3(1 können in der Woche je 100 Gramm Gebäck entnommen werden.— Stadtseitig verteilte Lebensmittel gelangen wieder vom Donner«- tag. den 26. Juli ab in den LebenSmtttelhandlungen der Stadt zum Verkauf._ Friedrichsfeldr. Der Gemeindevorsteher macht bekannt:.Es kommt immer noch häufig vor, daß Anträge auf Erneuerung für abhanden gekommene Lebensmittelkarten gestellt werden. Wir nebmen daher Beranlassung, erneut darauf hinzu- weisen, daß nach den bestehenden Bestimmungen Ersatz für gestohlene, verlorene, verbrannte oder anderweitig abhanden gekommene Lebens- mittelkarten nicht gewährt werden soll und dahingehende Anträge zwecklos find."_ Niederschöneweide. Zur weiteren Kohlenersparnis tritt von 12 Ubr nachts bis 5 Uhr früh Gassperre ein; innerhalb dieser Zeit sind alle GaShähne geschloffen zu halten. Niederschinhausen. Lebensmittel. Auf die Kopfstücke der Brot- karte gelangen in dieser Woche 200 Gramm Haferflocken und 125 Gramm Teigwaren zur AuSgabe. Der Preis beträgt für Hafer« flocken 56 Pf. das Pfund, für Teigwaren, Wafferware, 51 Pf., Auszugware 63 Pf.— Der überwiesene Käse, welcher in dieser Woche verausgabt wird, kostet 64 Pf. für 100 Gramm. Vom Milt« woch ab kommt im Gemeindeladen. TreSkowstraße, Keks zum all- gemeinen Verkauf. Dieser wird, solange der Vorrat reicht, in Mengen von'/« Pfund auf Lebensmittelkarte abgegeben. Der Preis für V« Pfund ist auf 1,50 M. festgesetzt.— Da auch in dieser Woche auf eine regelmäßige Zufuhr von Frühkartoffeln noch nicht zu rechnen ist, wird vorläufig auf die vier unschraffierten Abschnitte der Kartoffeltarte je 100 Gramm Gebäck verabreicht. Schwerarbeiter erhalten auf die 4 Abschnitt« der Kartoffelzusatzkarte 2 Pfund Kartoffeln. Hroß-Serliner parteinachrichten. Spandau. Donnerstag, den 26. Juli, abends 8>/z Uhr, Mit- gliederverfammlung de« sozialdemokratischen Wahlvereins bei Stein- metz, Bismarckstraße 8. Tagesordnung: 1. Nochmalige Stellung« nähme zur Kreisgeneralversammlung. 2. Bericht der Stadt- Verordneten unter besonderer Berücksichtigung der Lebensmittel- Versorgung. 3. Agitation, Beitragszahlung und Verschiedenes.— Der wichtigen Tagesordnung wegen, ist da« Erscheinen aller Mit- glieder notwendig. Alle»VorwärtS'-Lesrr und Freunde, die auf dem Boden der S. P. D. stehen, find eingeladen. Der Borstand. 1 Mus aller Welt. Große« Schadenfeuer in der Ostpriegnitz. Ein umfangreicher Brand, der schweren Schaden angerichtet hat, wütete in dem Dorfe Neuendorf bei Zernritz in der Ostpriegnitz. Das Feuer, das i» einem Wirtschaftsgebäude des dortigen Gutes ausbrach, griff schnell um sich und legte mehrere Gebäude nieder. Mehrere Tage- löhnerhäuser sind völlig ausgebrannt. Auch eine große Menge Getreide tmd Futtermitel sowie Vieh wurden ein Raub der Flammen. Verbraunt sind u. a. 121 Fuhren Heu. 400 Zentner iltoggerrstroh, 1000 Zentner Haferst-roh, 640 Zentner Kohlen, die zur Vornahme des Frühdrusches geliefert worden waren, und enw große Menge Wirtschaftsgeräte. Wie man durchhalten kann. Nach der Mannheimer„Volks- stimme" wurden bei einem Bauern im Glantale unterm Fußboden zweier Zimmer außer den ihm als Selbstversorger angerechneten Vorräten gefunden: mehrere Zentner Dörrfleisch, Schinken, Wurst usw.. mehrere Zentner Mehl, große Mengen Kartoffeln und Gc- treide. Eine Metallgeldhamsterin. Kleingeld in, Körben brachte in Gießen bei Rückzahlung einer Hypothek die Schuldnerin, und zwar 500 M. in Zehnpfennigstücken, 400 M. in Markstücken und 3000 M. in größeren Silbermünzen. Die Frau hatte das Geld in zwei Jahren zusammengehamstert. Pachttreiberei. Bei einer neuen Verpachtung von Kirchen- ländereien wurden, so wird aus Letmather. med. Colemann| f.Geschlechtskrankh,, Haut-, Harn-, Frauenleiden, nervös. Schwache, Beinkranke,* Ehrlich- Hata- Kuren (Daner 12Tage). BehandL schnell, sicher n.schmera- los ohne Bemfsstömng in Dr. Homeyer dk Co. konz.Labor. l.Blntunters., Fäden im Harn usw. FpiednÄBUÄh; BEckoNeue »Friedrich. Spr.l0-ln.5-8, Sonnt. 10-1. Honorar mBSIg, a. Teilzahl. Separate» Damenzlmmer. Haben Tie W»B FuBbesebwerdeo? empfehle nach Maß vastent gearbeitet. StUtzeinlagen sowie BrnchbandaKon aller Art. Leibbinden, Stütz- korsetts usw., Artikel zur Ge- sundheiis- u. Krankenpflege.* pollmann, ßandaglst, Berlin X. Lothringer Str. 60, Lieferant für Krankenkasten. Künsü. Zähne Goldkronen, Brlleken, Plomben, Zahnziehen mit Betäubung, Um- arbeitung, Reparaturen sofort Billige Preise, auch Teilzahlung prä�?; M. Löser, nur Brunnenstr. 185, nahe Invalldenstr. Persönl. z. sprach. 10-7, Sonnt 10-12. Nord.1 1 508 H.& P. Uder, iÄ s. 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Morsezeichen blinken. Wir suchen da» Boot mit dem Stander beS HolbflottillenchefS. Ein schlanker Schatten löst fich aus dem Dunkel neben dem Schornstein. Rur unklar erkennt man die Gesichter. Wir betreten da? Boot, klettern über dick« Torpedo« lanzierrohoe, streifen mit dem Kopf die nackten Geschütze. Alle» schwarz. Alles zittert unter unseren Füften. Jetzt tritt ein Mann zum 11-Chef. Kommandoruse springen von Bord zu Land, Leinen los. Laugsam schiebt sich das Boot von der Mauer weg iu die See. Eine halbe Stunde später. Di« Boote fliegen durch die Nacht. Alles dunkel. Kein Rauch. Kein verräterischer Funke. Nur die weifte Hecksee türmt sich leuchtend hinter uns her. Alles schwarz. Nur über uns die Sterne. Und südlich, weit am Horizont, steigen die Leuchtraketen und Müudnngsfieuer der Front von Lombartzvd« auf. Wir jagen durch die Nacht. Wohin? In den Kanal. JnS Dunkel. Richtung England. Unser Boot an der Spitze. Es fliegt über den dunklen Grund. Die hohen, weiften Bugwellen flattern um den scharfen Stahl des Stevens. Wie es an allen Gliedern zitternd sich in das Dunkel vorwärts wirft— gierig, hungernd, fechgend— dies Keine Boot, nichts weiter als eine riesenstarke Tur- bin«, mit dünnem Stahl verputzt, jetzt ist es ganz Leben— ganz Wille— ganz Angriff. Torpedoboote, dies« schwarzen Teufel der Nacht, habe» viele Feinde.� Dicke Zerstörer, beichte Kwuz-r, Flieger, U-Boote. Mit allen kämpfen fie— alle suchen sie, spüren sie aus— das ist da» Leben der Torpedoboote. Aber ihre schlimmsten Feinde find die Minen. Die Minen schwimmen überall. DaS Linienschiff kann gegen sie gesichert werden. Torpedoboote kennen keinen Minen- schütz, dürfen ihn nicht kennen. Abgeblendet, mit voller Kraft, dem Zufall preisgegeben, jagen sie nachts durch die verseucht« See. Jedermann weih, daft er im nächsten Augenblick in die Luft fliegen kann. Darum sind während der Fahrt auch alle Mann mit Schwimmwesten bekleidet. Und wer nicht unbedingt hinunter muft, liegt oben an Deck. Zwischen den Windsängen, ne&en den Schornsteinen, am Fuft des AchterturmS, überall liegen schlafende Men« schen. Wenn die Alarmglocke durch daS Boot schrillt, fahren fie auf. Aber alles ist ruhig bis jetzt. Die Wachen stehen angespannt auf ihren Posten. Die Lanzierrohr« sind auSgeschwungen— die Kanonen klar zum Schuh— jeden Augenblick kann die erste Salve eines nicht entdeckten Zerstörers auf das Boot hernwdersausen. Aller Augen bohren sich nach allen Richtungen in d« Nacht. Sie suchen dunkle Schifsssilbouetten, Rauchfahnien, rote Schornsteinfunkem Aber nichts zeigt sich auf der weiten dunklen Fläche. Der Mond sinkt tiefer. An Backbord— weit entfernt— sprüht ein Leuchtsignal aus dem Dunkel auf. Ein deutsches U-Boot gibt sich zu erkennen. Auf unserer Brück« flammen die gleichen Farben auf. Dann ist alles dunkel wie vorher. Die Windmaschinen brüllen, daft man in ihrer Nähe kern Wort versteht. Wir fliegen mit dem Schiff nach Westen, als ob wir auf einer heulenden Granat« sitzen. Für«inen Augenblick hinunter in den Heizraum.— Durch einen dünn«,, runden Schacht, der oben und unten geschloffen als Luftschveuise wirkt. Die Chrcn sausen, wie wir unten ankommen. Halbnackt, in einem schmalen engen Gang, stehen die schweifttriefen- den Gestalten der Heizer vor den Orlfeuern. Durch die Wind- schächde strömt die eisige Lust auf fie herab. Hinter blauen Scher- ben sieht man das Schweröl— eure weihe, brodelnde Hölle, die die Turbinen treibt. Die Heizer sehen nicht«cht? noch kink», nur immer noch oben, auf die weihen Uhren, deren Zeiger nicht fallen darf. An diesen Zeigern kann das Leben de» ganzen Bootes hängen. Die Heizer tun blind ihve Pflicht. Sie sehen keinen Feind— fie sehen nur die Zeiger da oben. Wenn plötzlich eine Mine da» Boot berührt, wenn eine Granate da? Deck durchschlägt, TorpodebvotS- Heizer haben immer den gefährlichsten Platz, den sichersten Täd. Wie wir wieder nach oben kommen, beginnt e» im Osten zu dämmern. Die Stern« erbleichen. All«? auf dem Schiff bekommt jetzt Gesicht— die Schwimmwesten der Matrosen— tue Leinen, an denen man sich bei Seegang festhalt— die Köpf« der Torpedos, mit denen die Rohre geladen sind— der junge Fähnrich aus Neu- münster, der uns so stolz die Geheimnisse seines Bootes zeigt. Wir fahren mit voller Kraft. Immer noch geradeaus— nach Westen— Richtung England. E» wird Heller und Heller. Die See färbt fich grün. Ein anderes Boot schieftt dicht hinter«n» her. Bon der Drücke winkt der Kommandant herunter: Immer noch nichts vom Feind zu fehen. Da» Z«iftgla» sucht den Horizont ab. Nicht die kleinste Rauchfahne— kein Periskop— kein Fischer— kein Frachtboot. Und dabei ist di«s doch die grotze Seestraft«, ans der im Frie- den die Wallfahrt des norden ropäischen Handels hin und her lief... Wie wir noch vorwärt« suche», in der Richtung, wo später die englisch« Küste auftauchen nruft, erhebt fich plötzlich ein Rauschen über rms. Leuchtfignal« zischen von oben durch den grauen Morgen hinab. Zwei große schwarze Vögel holen wn« ein, zwei deutsche Seeflieger. Sie funken unserem F.-T.-Mann oben auf der Brücke ihre letzten Neuigkeiten zu. Dann brausen sie mit ihren langen Schwimmschuhen über un» hinweg nach vorn und find im Dunst des anbrechenden Tage? bald entschwunden. Vorwärt«— immer schneller— immer näher heran. Wir klettern in den Funkenraum, dann in da» Kartenhaus und sehen auf der Seekarte dm Weg, de« unser tapferes Schiffchen durch- schneidet. Immer weiter weg von unseren Küstengeschützen, immer tiefer in» umbekannte Grau, immer näher an England heran. Jetzt stehm wir über der Brück« hoch im Stand des Artillerieoffizier». Der Tay ist da. DaS ganze schmale Boot liegt unter uns. Und nun be- ginnt die richtige Seefahrt. Der salzige Morgenwind bläst alle Müdigkeit au? de« Gesichtern. Die gelben Wolken im Osten be- kommen einen roten Schimmer. Tausend weift« Wellenköpfe hüpfen um unser Boot. Die Schnelligkeit, mit der wir durch die grünen Wasser jagen, beflügelt unser Atmen, Sehen, Sinnen. Niemand denkt an Minen und Feinde— eine« Augenblick niemand an Krieg. So zaubert wn» da« Meer in seinen Bann der Freiheit und Unend- lichkeit. Aber wa» ist da«? Bon der Brücke ertönt ein lauter Ruf. Er setzt sich nach untm fort. Alles rennt nach S-ieu erbort hinüber und zeigt auf einen dunklen entschwindenden Punkt.—.Eine Min e."— Richtig, da schwimmt fie. Fünf Meter— zehn Meter längsseits von un» Hab«, wir fie passiert. Sie taucht im Spiel der Wellen auf und verschwindet..Donnerwetter"— sagt der Signalgast. Der Maschinentelegraph klingelt:.Halbe Fahrt." Signal« fliegen hoch für die folgenden Boote. Langsam wenden wir hart Steuerbord im Kreis« nach der Mine zurück. Da schwimmt sie. E» ist eine alte graue mit Seetang bewachsene Kugetmine. Vielleicht schon«rt- laden, vielleicht«och scharf. Eine» unserer Maschinengewehre wird aufgestellt. Taktaktaktak. An« respektvoller Entfernung llatschm die Kugeln vingS um fie herum aufspritzend inS Wasser. Aber die Mine tanzt eine ganz« Weile noch auf und ab. Endlich durchschlägt eine Kugel ihr den Mantel und fie verschwindet langsam in der grünen Tiefe. Der östliche Himmel ist jetzt purpurrot. Di« Sonne blinzelt über den Horizont und färbt die Spitzen unserer Masten. Wir find am Ziel. Weiter können sich bei Tage die schwarzen Teufel der Nacht nicht wagen. Einen Augenblick liegen die Boote noch still da. Schaukelnd in einem Kreis von Gischt. Wie triumphierend weisen ihre scharfen Steven noch einmal nach Westen. Jetzt sind wir Dover und Calais am nächsten— so nahe Englands Küste, wie wir armen Landratten vor Frieden nie wieder sein werden. Und alles ist leer ringsum Diese große Handelsstraße ist ganz verödet. Kein Fran- zose, kein Engländer ist zu sehen. Nur unser kleiner rauch- geschwärzter Halbflottillenstander weht lustig iu der Morgensonne. Einen Augenblick schaukeln die Boote noch. Dann fliegen neue Wimpel am Signalmast hoch. Die Turbinen beginnen wieder zu zittern. Unser Boot schieftt an die Spitz«. Vor den Windfängern rauscht und brüllt e«. Mit voller Kraft— zwischen weihen flattern- den Wellonbändern vorn und hinten— jagen die Boote in den hellen Tag zurück. Dr. AdolfKöster, Kriegsberichterstatter. wie hoch fliege« die Vögel! Wenn man eine Lerche, einen Raubvogel oder einen anderen Vogel mtt den Augen verfolgt, der fich w die Höhe erhebt, so dauert e« ntcht lange, bis er den Blicken entschwunden ist. In welcher Höbe tritt dies ein und wie hoch fliegen die Vögel überhaupt? Mit dieser Frage beschäftigt fich Friedrich von Lucanu« im nächsten Hefte der bei Julius Springer in Berlin erscheinenden.Naturwisien- schaften*. Der Helgoländer Vogelwart Gätke hatte bor Jahrzehnten auf Grund seiner eigenen Schätzungen angegeben, die Vögel zögen in Höhen von 6000 bis 12 000 Meter, und diese Angabe ist in der Fachliteratur weit verbreitet. Sie ist aber unbedingt falsch. Lucmms hat dies durch eigene Versuche und durch Rundftagen eindeutig nach- gewiesen. Wenn Vögel in so gewaltigen Höhen fliegen, müßten die Luftschiffe fie dort doch wenigsten« gelegentlich beobachten. Allein bei allen wissenschaftlichen Hochfahrten hat fich 400 Meter über dem Erdboden alS durchschnittliche Grenze für die Höhe deS VogelflugeS herausgestellt. Nur in einem einzigen Falle wurde eine Lerche in 1900 Meter beobachtet, doch handelte eS sich nicht um einen ziehenden Vogel, sondern um ein einzelnes Tier, das zufällig in diese Höhe aufgestiegen war. Die höchste Höhe, in der Süring Bei 100 wissenschaftlichen Ballonfahrten Vögel angetroffen hat, und zwar waren eS Krähen, betrug 1400 Meter. Wollte jemand einwenden, daß die Luftschiffer deswegen so selten Vögel in großen Höhen ge« sehen haben, weil diese vor dem Ballon fliehen, so ist dem die fol- gende Beobachtung entgegenzuhalten: Auf der Vogelwarte Rossttten hat v. LucanuS beobachtet, wie an einem guten Zugtage ein Zeppelin- lustschiff mitten durch die wandernden Vögel hindurchfuhr, ohne daß diese sich auch nur im geringsten stören ließen. Von entscheidender Bedeutung für die Flughöhe der Vögel ist die Bewölkung. Ueber den Wolken, außer Sicht der Erde, haben Lustschiffer nur in einem Falle einen Vogel angetroffen, und zwar eine Taube, die bei starkem Nebel in 800 Meter Höhe plötzlich auf- tauchte, fich auf den Korbrand setzte und erst weiter flog, als beim Abstieg die Erde wieder sichtbar wurde. Offenbar hatte sie sich verirrt. Bei den Versuchen, die v. LucanuS anstellte, indem er Vögel über den Wolken aussetzen ließ, war das Ergebnis stets, daß die Tiere auf dem Ballon Platz nahmen oder ihn solange um- kreisten, wie sie die Erde unter sich sahen. Eine Heidelerche, die in 3000 Meter Höhe über dichten Wolken freigelassen wurde, hielt sich dauernd in der Nähe deS Ballons auf; als durch einen Riß in der Wolkenschicht die Erde wieder sichtbar wurde, benutzte sie diese Lücke, um durch sie in die Tiefe zu gehen. Ebenso verhielten sich andere Vögel bei diesen Versuchen, und daraus geht hervor, daß die Vögel fich im allgemeinen nicht aus freien Stücken außerhalb der Sehweite von der Erdoberfläche entfernen. Die unterste Wolken- schicht ist die Grenze für die Flughöhe, einerlei ob beim Zuge oder sonst, und wenn plötzlich Wolken oder Rebelschichten herankommen, werden die Vögel durch fie aus der Höhe in die Tiefe gedrückt. Im Okertal hat v. Lucanus diese Anschauung sehr schön an Schwalben bestätigt gefunden, die einige hundert Meter hoch, gerade noch als Punkte wahrnehmbar, umherflogen. Plötzlich zog eine starke, tiefliegende Wolkenschicht herauf, die die Landschaft allmählich in Nebel hüllte, nun konnte man wahrnehmen, wie die Schwalven da. wo fie im Bereiche der Bewölkung waren, niedrig über dem Erb- boden bahinstrichen, während sie da, wo der Himmel noch klar war, hochflogen und erst durch die vorrückenden Wolken zur Erde herab- gedrückt wurden. Bei ziehenden Vögeln hat der Leiter der Vogel- warte Rossttten, Professor Thienemann, gleiche» beobachtet: Krähen, Stare, Finken, Drosseln und Lerchen, die in 80—100 Meter Höhe zogen, wurden durch Nebel allmählich zur Erde herabgedrückt, und als der Nebel so stark geworden war, daß Gegenstände von mehr als 100 Meter Entfernung in horizontaler Richtung nicht mehr zu erkennen waren, hörte der Zug überhaupt auf. Alle diese Beobachtungen machen die großen Flughöhen, die Gätke angibt, äußerst unwahrscheinlich. Ganz abgesehen davon, daß in mehreren tausend Metern Höhe Vögel wegen deS niedrigen Druckes und der grimmigen Kälte gar nicht leben könnten, ist auch nicht einzusehen, was fie in solche Höhen treiben sollt«. Nottzen. — Reisekosten im Zeitalter der Postkutsche. Um die Mitte deS vorigen Jahrhunderts wurde berechnet, daß sich schon damals der Reiseverkehr im Vergleich zu der Zeit vor den Eisen- bahnen ungefähr vereinfacht habe. DaS mag übertrieben klingen, bleibt jedoch hinter der Wahrheit wohl nicht allzuweit zurück, denn die Verbilligung und Erleichterung deS Reifens durch die Lokomotive war eine so außerordentliche, daß ein gewaltiger Umschwung nicht hatte ausbleiben können. Schlözer las für seine reichen und vor- nehmen Zuhörer in Göttingen ein besonderes Reisckolleg, worin er die Reisekosten für eine Person zu einem Dukaten auf die Meile berechnet. Die Fahrt von Leipzig nach Frankfurt a. M. mußte nach diesem Satz 180—140 Taler kosten, nach heutigem Geldwert etwa 1000 M. Zur Extrapost benutzte man in Deutschland mit Vorliebe die halbbedeckten Wagen, die 100—300 Taler kosteten. Als Wilhelm von Humboldt im Jahre 1817, also vor gerade 100 Jahren, als preußischer Gesandter nach London reiste, hatte er, wie er seiner Frau schrieb, auf der Ueberfahrt von HellevoetsluiS nach England für eine geräumige Kajüte, die er mit seiner Begleitung teilte, die unglaubliche Summe von 42 Lstrl. zu zahlen, also Nach heutigem Geldwert wohl über 2000 M. Er sülzte in seinem Schreiben hinzu, das wäre der Preis, den man dem Könige berechne..Ueberhaupt ist das Reisen hier lächerlich teuer; die letzte Station, die noch nicht von drei deutschen Meilen ist, hat mich 9 Pfund gekostet." 9? Inders hjarmfted. von Jakob Knuds««. Es war in einer Mittagstunde im Monat Mai, kurz nach der Zeit, seit man in diesem Jahr auf dem Tanghof begonnen hatte, ein Mittagsschläfchen zu halten, als er sich hierüber klar wurde. Seine Voraussetzungen über Gedanken und Er- lebnisse waren mindestens eine Woche lang die gleichen ge- Wesen; trotzdem kam es merkwürdig plötzlich über ihn: daß dieser Zustand ja die Hölle sei,— wenn er nicht auf die eine oder andere Weise mit Gott wieder in Verbindung komme.— Von Schlaf war keine Rede mehr, obwohl er am Morgen sehr früh aufgestanden war. Er saß aufrecht im Stroh, gerade wie eine Kerze. Er hörte die Knechte auf der Tenne schnarchen; sie hatten sich der Hitze wegen in die Scheune gelegt.— Zu seiner eigenen Verwunderung fühlte er sich von seiner Angst unwiderstehlich getrieben, seinem Vater daS Ganze zu sagen. Und es mußte sofort geschehen, ein Auf- schub war nicht möglich.— Er wußte sehr gut, wo sein Vater sich im Augenblick aufhielt. Der saß immer am Tischende in der Wohnstube und hielt sein Mittagsschläfchen. Er war der- jenige, der die andern weckte.— Anders verließ schleunigst die Scheune. Er kam fich so allein vor mit seinem Unglück. Alle Menschen schliefen. Niemand sonst war wach auf dem ganzen Hof. außer dem Hahn, der mit seinen Hühnern auf dem Misthaufen spazierte. Der Wind blies ihm in den Schweif hinein; aber er blieb bei- seinem Hochmut und gab sich besondere Mühe bei jedem Schritt, den er tat.— Alles war so hell in der Farbe von Staub und Sonnendürre, und weißer Nebel lag w der Lust, nur zu alleroberst war der Himmel bläulich. Jede Topfscherbe auf dem Hofe, die das Licht auffangen konnte, funkelte im Sonnenschein. Eine große Mattigkeit befiel Anders, so daß ihm war, als müsse er umsinken.— Aber jetzt war er beim Wohnhause angelangt. Im Fenster erblickte er seines VaterS Oberkörper. Die Ellbogen hatte er auf die Tischplatte gestützt, die Unterarme waren vorgestreckt, und die Hände um- faßten einander. Der Kopf mtt dem über die Stirn hängenden Haar senkte sich auf die Arme. Anders trat zur Tür hinein. Die Länge deS Tisches lag zwischen ihnen.— Der Alle machte die Augen auf und sah i unsicher vor sich hin. nicht auf Anders, sondern a« dem Tisch> entlang. Er würde wieder eingeschlafen sein, wenn Anders ntcht gesprochen hätte: .Vater, wer soll«nS sage«, daß daS Christentum das Mchttge ist. Denn ich bin in Zweifel geraten." .Wa— aS?' Anders konnte eS fast nicht wiederhole» au* Angst vor dem Nicht-Vorherfehbaren, dessen er bei seinem Bater immer in Furcht gewärttg war. .Ich Hab Zweifel gekriegt deS Christentums wegen." .Hast Du Zweifel gekriegt."— Eine Weile faß der Vater da und sah auf den Tisch nieder; dann sagte er mit einem ttefen Seufzer:„Hm. Oja." Es hatte den Anders sonderbar überrascht, daß seine Mitteilung nicht wie ein Verbrechen entgegengenommen wurde, sondern eher wie ein schweres Unglück. „Gibt eS niemanden, den ich danach fragen könnte?" „O nein." „Der Schulmeister hat gesagt, baß man beim Bischof oder Minister nachstagen könnte." „Ah, das sind Hallunken, einer wie der andre. Die tun nichts andres als lügen," sagte der Vater in dem gleichen be- trübten Tone. „Ja, aber könnt JhrS denn nicht sagen, Vater?" „Ich könnte wohl. Aber an mir ist ja nichts Gute«. Du hast ja keinen Grund, mir z« glauben." .Doch." Dem Ander« warS. als sollte seine Stimm« vor Be- wegung vergehen, als er dieses»Doch" aussprach. DaS Ganze war gerade umgekehrt für ihn gekommen im Vergleich zu allem Fruhern. Sein Vater suchte gleichsam bei ihm Nachsicht! „O nein. Die Menschen find zu gering in fich selber, als daß der eine sich auf den andern verlassen könnte." „Ja, aber wer soll mirs denn sagen?— Denn, Vater, ich Habs auch mit dem Bösen zu tun bekommen." .Ja, ja— dahin kommt man leicht, wenn man erst ins Zweifeln geraten ist." „Aber wie soll ich da wieder zum Glauben gelangen?" „Ach, die Kraft des Geis-tes und deS Wor-tes, die wird daS bewirken." „Könnt Ihr mir denn das Wort nicht sagen?" „Das sag ich ja jeden Morgen, lieber Anders; aber der Geis-t kann wohl meinen Mund nicht gebrauchen, so daß die Sttmme von ander« gehört werden kann. Dazu bin ich I wohl auch all zu gering,— ja, dazu bin ich Wohl auch all zu gering." „Ja, aber könnt Ihr denn selber den Geist verspüren?" .Oho, gewiß— wie sollt ich sonst glauben: Das Wort, welch'» jetzt in Schriften steht Ist fest und unbeweglich, Der Himmel und die Erb vergeht, Gott's Wort bleibt aber ewig: Kein Holl, kein Plag. Noch jüngster Tag Vermag eS zu vernichten; Drum denen soll sein ewig wohl, Die fich darnach recht richten. Gewiß, er muß es ja allezeit selbst wn— aber wir können doch recht gut zu gering sein, um Seinen Namen zu bekennen, so daß es von andern gehört werden kann." »Nein, Vater, denn ich kann Euch wohl glauben. WennS auf die Art ist, so kann ich Euch wohl glauben.—" „Hm.— Ja, es kann ja sein—— daß der Herr nicht gerad meinen Dienst verwerfen will. Das könnte ja doch sein." „Aber wenn ich mich mm dem. Bösen verschworen Hab, hat er dann noch Macht über mich?" „Nein I" sagte der Alle, und eS kam plötzlich etwas Aufgeräumtes in seine Sttmme.„Da ist ein Kerl, der keine Rechte hat.— Den Glauben in die Welt, so soll Satanas weichen!— Nein, er hat alle seine Prozesse im voraus verloren!" Darauf setzte er fich wieder am Tischende zurecht, schob die Arme vor wie vorhin und senkte den Kopf:„Geh jetzt. Anders, geh jetzt wieder in die Scheune. Jetzt woll'n wir schlafen!"-- Und Anders ging w die Scheune und schlief, seltsam genug, sofort ein. Als er aufwachte, bemerkte er über sich blauen Himmel; und ihm schien, daß er im Grunde immer daran geglaubt hätte, daß der da wäre. Wie groß Gottes Macht doch sein müsse, dachte Anders, da sein Vater ihr gegenüber seine Autorität ganz aufzugeben gezwungen sei. Und diese Macht empfand Anders, teils wohl gerade auf Grund dessen, als Freiheit. Das, was sein Vater„das Geisttge" nannte, das mußte ja nichts als Freiheit sein.— Er war im Augenblick sehr liebevoll gegen seinen Vater ge- stimmt. Wie er sich aber in Zukunft in seine Tyrannei würde finden können, das verstand er nicht. Sein Vater war doch nur ein armer Mensch!(Forts, folgt.) Dcntsches Theater. Heute und folg. Tage 8 ülir: Max Pallenberg in I>er kleine JVapoleon. Kanimerspielc. Heute u. folg. Tage T'/j Uhr: Die Tänzerin mit Leopoldine Konstantin. Volksbühne. Theater am Bülowplatz. TJntergrundb. Schönh.. Tor. Heute u,'folg. Tage 73/4 Uhr: liie Königin der Luft. Theater für Dienstag, den 24, Juli. Metropol-Theater T'/jühr: oje Czapdasfiirstiii. Dentsches Opembans 1%""'-■ Uhr: Friedrich-Wilhelmsf. Theater w.uhr: Das Breifflätierte. Licssing-Theater. Heute u. folg. Tage 7a/4 Uhr: Marie Ottmann u. H. WaSmann in Oper. v. 0. Blumenfhal. Osk. Straus. Niobe f,0 Theater i. d. Königgräfzerstr. 8 Uhr: Künstlerische Tänze. , Frage an das Schicksal". „Abschiedssouper". Komödienhaus 8; Wie fessle ich meinen Mann? Berliner Theater 720U.: Die tolle Koxuteß. Tägl. Vlt Sonnt. 31/, u. 7"/4 R. Steidl. A. MUller-Lincke, Gertr. Gräbner, B. Lehnhoff in„Der Herr ohne Wohnung". Dazu: die Seltsame usw. Äfta, Gebr. Herrnfeld-Xh. Operetten-Gastsjnel T'/jUhr; DlS 1�!�' Kleines Theater s m-: Im Balmwärterliaus. Komische Oper üfef: Die Dose Sr. Majestät. Lustspielhaus Tn Die blonden Mädels lt uiir: vom Ljnl|enh0f, Neues Operettenhaus Schiffbd. 4a. Hassent. Nd. 281 �uir: Der Soldat(Marie. Residenz-Theater SUHr: Ulk VVFllllllte. Schiller-Theater O 7',. u�: Die Jüdin. Schiller-Th. Chari. T'/sUhr: Thalia-Theater T'/.uhr: Soonwenilzaulier. Theater am Nollendorfplatz vi, ukr: Die Gulaschkanone. Theater des Westens 7«/. uhr: stolze Thea. Trianon Theater „. Die Lore. ' lt u" Die sittliche Forderung. NiTIONAL-THEATER CcpenickerStr.k8.. Tägl. a/48 Uhr Großer Erfolg! I.(Wöf l iianlen. Volksstück in 7 Bildern. Vorverkauf ab 10— 2 u. 6 Ur ab. Anf. I'/jU. Am 1./8. Wiederbeginn d. Vorstellungen der Stettin. Sänger. •ÜI Bahnhof Priedrichstraße. Anfang 8 Uhr. Rauchengest. Kühl. Aufonth. Zirkus-Variete- Pro" große gramm u. Luis u. Sohn"VtS E. K�egelpai'tie zu Pferde. 3 Grazien am Draht. 3 Damhofers 3-MM Parforce- Schnitzel- jagd. Halali Sonntag S1/, und H Uhr. Nachm. 1 Kind frei sowie Gratis-Pony-Reiten. Berliner Prater-Tlieater. Kastanienallee 7— 9. Zum 58. Male: Aha— famos! Gr. Ausstatlungs-Operettenposse in 3 Akten mit Gesang u. Tanz. Vorher d. gr. Varieteprogramm. Ansang 41/, Uhr. Voigt-Theater Badstr. 58. Badstr. 58. 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Achtung! Am Freitag, den S7. Juli 1917. abends 7 Uhr: «it der in den Berliner Postkarkenbetrieben DilDIiUlUllis besmiiftigten Bieter. Zuschneider u. Arbeiterinnen im Bureau, Engelufer 14/16. Zimmer 39/41. Besprechungsgegenstand: Formulierung der Bc- stimmungcn über dir geforderten Teuerungszulagen. jpffT- Des wichtigen Beratungsgegenstandes wegen muß mindestens aus jedem Betrieb ei« Nieter oder Zuschneider bezw. Arbeiterin vertreten sein. Die Drtsverwaitung. Keine Wanze mehr für Mk. 1,50 Nur mit Nicodal I und II zu erzielen! Ges. gesch. Erfolg verblüffend. Kinderleicht anzuwenden. Doppelpackung Mk. 1,50. Ausreichend für 1—3 Zimmer und Betten. Zu haben in den früher in diesem Blatte genannten sämtlichen Verkaufsstellen. Bei Einsend, von Mk. 1.90 Franko-Zns. n. Ausw. d. den Gen.-Vertr. U.A. Groesel, Berlin SW. 11, KOnlggrdtzer Str. 49. Tel. 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