Nr. 129. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. OesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 7. Juni 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Auch ein„ Kampf mit geiffigen Waffen". Dem Börsenblatt für den deutschen Bucha handel und die verwandten Geschäfte", Eigenthum des Börsenvereins der deutschen Buchhändler zu Leipzig", wurde am 24. Mai d. J. nachstehendes Inserat mit Begleitschreiben zugesandt: fnecht. V " Die Buchhandlung des Vorwärts" antwortete: Berlin, 28. Mai 1894. 18 Titl. Redaktion des „ Börsenblattes deutscher Buchhändler" Leipzig. Auf Ihre geft. Mittheilung betr. Zurückweisung des InWeitbrecht, Schwefterkirche, Verlag Evang. Buchh. Hoffmann, Betrüg. Bankrott, " " " Weise auf den revolutionären Inhalt der veröffentlichten KorKorrespondenz vom Gerichte f. 3. freigegeben worden ist, nachrespondenz hingewiesen wird, zumal nicht gesagt ist, ob diese dem sie beschlagnahmt war. Gegen die Ankündigung des Titels, vielleicht mit dem allgemeinen Hinweise, daß es sich hier um ein wichtiges historisches Quellenwerk handle, würde nichts eingewendet werden können. Wir bedauern, Ihnen den gefälligen Anzeige- Nuftrag in der Anlage nochmals zurückgeben zu müssen, und würden Ihnen für dankbar sein. In hochachtungsvoller Ergebenheit Redaktion des gefällige nochmalige Aenderung im oben angedeuteten Sinne Börsenblatts f. d. deutschen Buchhandel. May Evers. Aus der Redaktion des Börsenblattes" traf dann in der Buchhandlung des Vorwärts" Nachstehendes ein: Verehrl. Buchhandlung des Vorwärts", Berlin SW. Sehr geehrter Herr! Ihr Geehrtes vom 28. d. M., das wir heute Abend empfingen, kann uns zu unserem Bedauern ferates für unser Lieferungswerk, Leipziger Hochverraths- Prozeß, nicht über die Bedenken hinwegsetzen, die wir in bezug auf die Aufnahme Ihrer Anzeige: Leipziger Hochverraths- Prozeß 1872" gestatten wir uns folgendes zu erwidern. Die Auffassung, unfere im Börsenblatt haben. Es ist anzuerkennen, daß eine politische rein sachliche Inhaltsangabe sei eine politische Erörte rung", dürfte insofern eine irrige sein, als ja die Schrift nur Erörterung in der geänderten Faffung nicht vorliegt; aber die Buchhandlung des Vorwärts", Berlin SW. 19. die Neproduktion der Anklageschrift des tgl. Staatsgeblieben, und diese ist es hauptsächlich, wegen der gesammte ausführliche Inhaltsbeschreibung ist stehen In unserem Verlage erscheint soeben in zwanzig 14tägigen anwalts und des von ihm bez. dem Präsidenten zur wir Bedenten tragen. Die Angelegenheit hat allerdings Lieferungen à 3 Bogen 80: Leipziger Hochverraths Berlesung gebrachten Belastungsmaterials wie der dagegen von schon 1872 gespielt; mit dem inzwischen verflossenen Zeitraum ist sie Prozeß 1872 wider Bebel, Liebknecht, Sepner. Bertheidigung und Angeklagten ins Feld geführten Ausführungen aber noch keineswegs in historische Ferne gerückt. Wir müssen daher Mit einer historischen Einleitung von W. Liebist. Jede fubjektive Meinungsäußerung ist auch beanstanden, daß im Börsenblatt in der gewählten ausführlichen in dem Inserat vermieden. Für jeden, der die politischen und sozialen Kämpfe der Gegen- Wenn Sie die Güte haben wollen, unseren Wortlaut mit wart verfolgt, ist die Kenntniß des in diesem Buche gesammelten der Ankündigung ähnlicher politischer Schriften im Börsenblatt" Materials unerläßlich. Die historische und theoretische Entzu vergleichen, so werden Sie jedenfalls unserer Auffassung zu wickelung der deutschen Sozialdemokratie, ihre stimmen, und wir gestatten uns, Sie auf folgende Inferate auf äußeren und inneren Stämpfe, ihre Beschlüsse und Aktionen, merkjam zu machen, die letzter Tage im Börsenblatt" er die beschlagnahmte reiche Korrespondenz der Angeklagten schienen sind: mit dem ebenfalls wegen Hochverraths prozessirten Partei- Ausschuß, Nr. 119 S. 3222 dem Generalrath der Internationale, mit Mary, Engels, Jacoby, Ladendorf und anderen Politikern im Nr. 118 S. 3186 In- und Auslande alles das liegt hier gesammelt vor. Das Nr. 116 S. 3137 Buch enthält auch eine Reihe von sozialistischen und Revolutionsschriften, die längst im Buchhandel vergriffen sind und bildet ein Nr. 108 S. 2940 Quellenwert zur Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. Nr. 106 S. 2889 Politische Bilderbogen. Glöß. Dresden. Um aber jede irrthümliche Auffassung auszuschließen, haben wir den Inseraten- Wortlaut abgeändert und hoffen, daß Sie in dieser Fassung eine politische Erörterung" nicht erblicken. Das abgeänderte Juferat lautet: Das Buch bietet nicht blos eine trockene Wiedergabe der Prozeßverhandlungen, sondern ist geradezu ein Quellenwert Buchhandlung des Vorwärts", Berlin SW., 19. zur Geschichte der deutschen Sozialdemokratie. Die Anklage Hierauf erhielt die Buchhandlung des Vorwärts" fol- fchrift des Herrn Staatsanwalts und das Beweismaterial des gende Zuſchrift: Untersuchungsrichters enthält nicht blos die beschlagnahmite reiche Korrespondenz der Angeklagten mit dem sozialdemokratischen Wir wollen unter Hinweis auf die im zweiten der Partei- Ausschuß, dem Generalrath der Internatio- Briefe unserer Buchhandlung bezeichneten Annoncen nalen, mit Mary, Engels, Jacoby, Ladendorf, dem Verwalter des Rinfel'schen Revolutionsfonds, und anderen politischen blos zwei Beispiele aus neuester Zeit herausgreifen: Persönlichkeiten im In- und Ausland, sondern stützt sich auch auf eine Reihe von sozialistischen und Revolutionsschriften, die in Der Verhandlung zur Verlesung gelangten, seither aber im Buchhandel längst vergriffen sind, auf die Beschlüsse und Aktionen der fozialdemokratischen Partei, auf ihre äußeren und inneren Kämpfe, so daß für Jeden, der die politischen und sozialen Kämpfe der Gegenwart fritisch verfolgt, die Kenntniß des in diesem Buche gesammelten Materials unerläßlich ist. Heft 1 und 2 sind soeben erschienen; Heft 3 erscheint am 9. Juni u. s. f. Wir liefern nur auf Verlangen und bitten daher zu bestellen. Prospekte mit Bestellzettel stehen zur Verfügung. Hochachtungsvoll! " Wir bedauern, Ihnen zurückgeben zu müssen: Berlin). Insertionsauftrag Nr. 22 898( Buchh. D.„ Vorwärts" in Wir müssen den Herrn Auftraggeber bitten, die Beschreibung und Anpreisung des Inhalts der anzufündigenden Schrift, die als politische Erörterung im Börsenblatte" nicht zugelassen werden darf, aus der Anzeige zu entfernen. Gegen die einfache geschäftliche Ankündigung des Buches kann selbstverständlich nichts eingewendet werden. Achtungsvoll! Redaktion des Börsenblattes". Mar Gvers. Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. " • ille, Philosophie, Verlag Fischer, Berlin. Steinmeyer, Paulus und Judenthum. Verlag Schall, Wesen der Sozialdemokratie. Güther, Wiegandt u. Grieben, Berlin. Erfurt. Die Buchhandlung verzichtete auf eine weitere Korrespondenz mit dem Börsenblatt". Also, teine politische Erörterung", feine ausführliche Juhaltsangabe" läßt das Börsenblatt" zu natürlich aus Prinzip, weil es absolut parteilos und objektiv sein will. Nun, das wäre ja ein Standpunkt. Aber wie verhält es sich in der Wirklicheit, in der Praxis? Wenn wir die Spalten des Börsenblatt" durchmustern, fällt jeder Blick auf Anzeigen und Reklamen, die dieses ideale Prinzip auf das Heftigste verlegen. I. ( Aus dem„ Börsenblatt" vom 23. Mai d. J.) In unserem Verlage werden demnächst nachstehende Schriften erscheinen, auf welche wir heute schon aufmerksam machen und auf die wir à cond. Bestellungen erbitten: Der Apostel Paulus und das Judenthum von Prof Dr. Steinmeyer. Preis 1 M. 80 Pf. der Montfort ausbot- Ihr erinnert Euch fonnte ich wie oben: länger ist's für Dich nicht geheuer zu Costniß. nicht verdienen. Ich muß demnach auf Ersatz denken." Dein Pferd steht im Engel?"" Ja, mein guter Ohm! Der Prälat antwortete nichts, sondern kaute wehmüthig, erwiderte Dagobert:- das wackere Roß wird mich auch 57 und als wie überlegend an den Lippen. unter Engels Schuß und Schirm weiter tragen. Für den Ernstlich indessen" sprach Dagobert weiter: Der Augenblick bin ich ja sicher genug in meines Vaterbruders Herzog ist mir nichts schuldig, und ich habe keinen kaiser Hause."" Amen!" fügte Hieronymus bei, sandte Fiorilla kaiser- Hause." lichen Gönner, wie Ihr, würdiger Ohm, der mir Ring zum Keller, und begab sich durch die Seitenthüre in sein und Stab aus dem Aermel schütteln kann, sobald er nur Schlaf- und Schreibgemach. Dagobert dehnte sich gemächwill, zum Lohne für eine Nachsicht zu rechter Zeit."- lich in seinem Polsterstuhle und stützte den Kopf in die Hand. Die Lust am lieben deutschen Vaterlande hat in Toller Schwäter!" rief der Prälat, von neuem hißig Wie ist mir denn?" sagte er zu sich selbst: Romme ich mir überhand genommen. Jenseits der Berge, fürchte werdend:" Was kümmert mich der Kaiser? Spare Deinen mir doch vor wie ein Träumender, oder besser, wie ein ich, ist mein Platz nicht, und das Bartholomäistift bei Spott zu gelegener Stunde."- weh," entgegnete Trunkener, der auf schwankenden Eisschollen über einen Cesena sogar Schweig!" fuhr der Prälat mit zorn- Dagobert: Was bedeutet dieser Groll? Trug der Winter Strom zu taumeln versucht. Die Geschichte dieser letzten rothem Antlitz auf, und aus dem fleischigen Gesicht brach die Rosen und bringt der Frühling den Schnee? Hat Lieb- Tage ist wie ein toller Sput gestaltet. Ich denke einem ein Strahl von Grimm und gehässiger Tücke, wie ihn Da stöckel schon im März abgeblüht? oder haltet Ihr es nimmer wider Willen zu einem Verbrechen gereizten Manne, meines gobert noch nie gesehen. Fiorilla zerrte, von dem jungen mit dem Kaiser, seit Johannes es wieder mit der freien Standes höchstens, das Geleit zu geben, und siehe Manne unbemerkt, warnend an des Prälaten Ueberkleid Luft hält?" da, es ist das Oberhaupt der Christenheit selbst, das mich und der Sturm begütigte sich hierauf, mindestens dem" Ich muß gestehen," versetzte der Prälat mit einer ge- zum Lohn von meinen Altarpflichten freispricht, während äußern Auscheine nach. Monsignore zwang die aufgeregten wissen argliftigen Schaltheit:„ daß dieses das seltsamste Ge- wie ich begreife- das ganze Konzilium meiner That Gesichtsmuskeln in ihre alte Ordnung zurück, und fuhr mit spräch sein mag, das jemals zwischen Ohm und Neffen ge- den Stab bricht. Ich verlasse den Herzog auf dem Gipfel gemäßigtem Tone, in dem jedoch unverkennbar bittrer Spott führt worden ist. In dem wälschen Lande, das Du zu fürstlichen Glanzes, und finde ihn wieder im Begriff ReißLag, fort: Du hast vollkommen recht, Neffe. Dort findet verachten scheinst, sprechen Todfeinde zierlicher zueinander, aus zu nehmen vor einer Rotte von Priestermützen und sich kein Platz mehr für Dich, nach dem, was Du gethan. als hier in Deiner gepriesenen deutschen Heimath des Bluts einem Kaiser, dem wenig mehr zu Gebote steht, als ein Stelle Dich nicht so unbefangen an. Ganz Costnih weiß Befreundete. Jedoch, damit Du fichest, wie wenig ich ge- Mund voll Honig, wenn auch Galle sein Herz erfüllt. Ich von Deinen Ränken. Der Himmel verzeihe es denen, die wohnt bin, Böses mit Bösem, Trot mit verdienter Härte stand schon auf einem seltsamen Fuße mit dem Ohm, ehe Dich dazu verleiteten. Der Himmel vorzeihe auch Dir den zu vergelten, will ich Dir erlauben, hier zu verziehen, und ich gen Schafhausen zog, aber nun stehe ich auf einem weit Nachtheil, den Du Deinen Angehörigen dadurch bereitet. einen Abendtrunk anzunehmen, den Fiorilla besorgen wird, wunderbarern mit dem Wackern. Wir sagen uns gegen Herzog Friedrich wird die treuen Dienste doch mit einer fetten währenddessen ich, meinen schlechten Augen zum Troß, aber seitig dürre Wahrheiten, dürr und stachlich wie die winterPfründe lohnen in seinem Bauernlande?" Ei was, meiner brüderlichen Liebe zum Frommen, ein Schreiben an liche Schlehenhecke, und dennoch will er die Sanftmuth Ohm," erwiderte Dagobert luftig; Bauern hin, Bauern Deinen Vater aufsetze. Ich verspreche Dir, es soll Dir nicht vorwalten lassen;... er, der sich, wie ich beinahe glaube, her! Jm Tyrol legen die Hühner Gier, und tragen die zu Leide geschrieben sein, und feck darfst Du es übergeben. durch seines neuen Vaterlandes Doppelzüngigkeit, um des Reben Beeren, wie in Wälschland, und ein altes Sprich- Du machst Dich doch morgen mit dem frühesten davon?"- Papstes und des Kaisers vorübergehende Gunst gebracht wort sagt: Wo's nicht an Hennen und Zehnten gebricht, Ich denke es," antwortete Dagobert, sich bequem in einen hat? Frei ging ich zu Costniß einher, nachdem ich einen da verdirbt auch die Pfaffheit nicht. Die Präbende, die Sessel niederlassend." Thue das," fuhr der Ohm fort, Reger hatte befreien wollen, und jego räth mir der Herzog " 64 " Der Senior unter den Theologen an der Berliner Universität| Redakteure und Leiter des Börsenblattes" mögen sich bei außert sich in der Vorrede folgendermaßen: ihren Vorgängern aus den vierziger und fünfziger Jahren " zum Abschied: " Die vorliegende Schrift hat es mit dem Judenthum zu erkundigen, sie werden hören, daß ihre Vorgänger jede fhui. 3u flagrant find die Uebergriffe, Maßregelung eines Buches als die beste Reklame begrüßten. die wir erleben, zu bedrohlich sind die Symptome Der Unterschied ist nur der: damals maßregelten die einer Herrschsucht, welche ungemessen in ihren Ansprüchen ihre Ziele fest ins Auge zu fassen und sie in einer reaktionären" Regierungen, heute maßregeln die, liberalen" wohl überlegten Praxis zu verfolgen versteht. Gastfrei hat Buchhändler und Bourgeois. das deutsche Volk einer fremden Nation die Pforten Wir stellen die Thatsache einfach fest. seiner Heimath aufgethan. Das gewährte Gastrecht hat das Und dem„ Börsenblatt für den deutschen Buchhandel", Gelüste nach der Stufe des Bürgerrechts zur Folge als einem der anerkanntesten Organe des a chtbaren" gehabt Sie ist erreicht worden, diese Stufe, und( respectable) deutschen Bürgerthums, jetzt noch ein Wort durch Mittel, denen die Gefeßgebung die freieste Bewegung verstattete, wurde die Errungenschaft in ausgiebigstem Maße ausgenutzt..... Nicht blos zahlreiche Einzelne, welche sich geschädigt und übervortheilt sehen, son dern ganze Schaaren nahezu vernichteter, dem Ruin verfallender Existenzen aus allen Schichten und Ständen finden wir zu einem bangen Nothschrei vereint, as Wunder, wenn der Aufruf zu einem Kampfe, nicht der Abwehr und des Widerstandes allein, sondern zugleich eines ernst beharr lichen Angriffs, den Adel deutscher Nation in allen seinen Gliedern durchtönt! Allein an Eine Stelle wendet sich dieser Ausruf, wie dringend er immer an fie ergehen mag, ohne den gewünschten Erfolg: Die christliche Theologie und das Amt nehmen eine refervirte Stellung ein. Es handelt sich um einen Kampf. Die Kirche Christi hat zu einem Kampfe dieser Art fein Motiv. Gottes hat das Heft des Regiments, fie fennt, sie wandelt ihre Bahn u. s. w." Wiegandt u. Grieben in Berlin. II. Die Weisheit " Die Doppelmoral und sei sie noch so zahlungsfähig, die schöne Grundsätze aufstellt, denen sie in's Gesicht schlägt, so oft das gemeine, niederste Interesse es anrathet, steht fittlich noch tief unter der Spizbuben Moral, die in ihrer Art wenigstens ehrlich ist, weil sie nicht heuchelt. Politische teberlicht. Berlin, den 6. Juni. 1887( Septennatswahlen) 11, 1890 35 und jetzt ſizen 45 Sozialdemokraten im Reichstag. Unsere großen Handels- und Industriestädte sind in ihrer Mehrzahl in die Hände der Sosialdemokraten gefallen oder halten sich nur noch sehr mühsam und sehr unsicher, so daß man leider mit noch weiteren Verlusten wird rechnen müssen. Heute sind sozialdemokratisch vertreten: Königsberg, Berlin, mit Ausnahme eines einzigen Mandats, nebst zwei Vorortswahlkreisen, Stettin, Breslau, Waldenburg, Reichenbach, Magdeburg, Kiel, Altona, Hannover, Homburg, Frankfurt, Lennep, Elberfeld, Solingen, München, Nürnberg, 8 sächsische Industriestädte, Offenbach, Mainz, Braunschweig, Sonneberg, Gotha, Greiz, Gera, Hamburg, Straßburg, Mülhausen. Behauptet, aber zum Theil mit sehr geringen Mehrheiten, haben sich noch: Danzig, Halle, Iserlohn, Hagen, Bochum, Dortmund, Hamm, Wies baden, Hanau, Essen, Duisburg, Saarbrücken, Ottweiler, Hof, Dresden, Leipzig, Stuttgart, Ulm, Mannheim, Bremen, Lübeck, ferner eine Reihe rheinischer Industriestädte wie Köln, Düsseldorf, Krefeld, Trier, Aachen. Man wird zugeben müssen, daß diese Entwicklung, namentlich was die Vertretung von Industrie und Handel betrifft, düstere Ausblicke in die Zukunft eröffnet. Auch eine polizeiliche Sistirung. Bekanntlich sollte der Freiherr v. Thüngen in seinem jüngsten Beleidigungsreaktionären Schulgesetznovelle, möchten unsere Mucker gerne Ueber diese Sistirung bezw. Vorführung schreibt v. Thüngen Den Grafen Zedlitz Trützschler, den Schöpfer der Prozesse zum Termin nach Berlin polizeilich sistirt werden, da er auf eine frühere Vorladung nicht erschienen war. wieder im Ministerium sehen. Die jetzt so häufig auf folgendes: Etwa acht Tage vor dem Termin sei der Gen tauchenden Nachrichten über Ministerkandidaturen, Wechsel barmerie- Wachtmeister von Brückenau mit der Meldung zu der Portefeuilles denten darauf hin, daß die so eifrig ge ihm gekommen, er sei von seiner vorgesetzten Behörde und leugneten Friktionen im preußischen Ministerium thatsächlich der Staatsanwaltschaft in Würzburg beauftragt, ihn nach ( Aus dem Börsenblatt" vom 1. Juni d. J. in einer bestehen und daß eine Ministerkrisis doch nicht so außer Berlin zu begleiten". Von v. Thüngen nach seiner InReklame für den spießbürgerlichen Sudelroman: Und dem Bereiche der Wahrscheinlichkeit liegt, wie man offiziös struktion befragt, erwiderte der Beamte, dieselbe laute daBebel sprach", dem" Leipziger Tageblatt" ent behauptet. nommenes Urtheil): hin, so schonend wi möglich zu verfahren " Der Verfasser geht streng mit den Herren Bebel und Einstimmig verurtheilt die Presse den Vorschlag der und den Vorzuführenden in seiner FreiLiebknecht und den kleineren Parteigöttern in 3 Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", daß Beamten heit möglichst wenig zu beschränken. Gericht, welche, auf hohem sozialdemokratischen Olymp be- beleidigungen durch die Presse nicht mehr mit Geldstrafen, Am 29. Mai cr. Abends sei sei der Wachtmeister haglich thronend, dem geknechteten" Bolte den Himmel auf sondern unter allen Umständen mit Gefängniß bestraft wieder gekommen und am 30. Mai früh mit ihm zusammen Erden verheißen und nun schon von Jahr zu Jahr, von Jahr werden sollen. Eine Verschärfung unserer von den Richtern nach Berlin gefahren. Hier trennten sie sich, zehnt zu Jahrzehnt die gläubigen Massen auf den Tag ver- schon im reaktionärsten Sinne ausgelegten Straf- und v. Thüngen wohnte in seinem gewohnten trösten, da der ersehnte große Kladderadatsch" losgehen wird, Preßgefeße scheint selbst den schwärzesten Reaktionären nicht G a st hause und traf mit seinem Begleiter" dieser allgemeine Umsturz alles Bestehenden, auf den das mehr nöthig. Das ist die schärfste Verurtheilung der bei erst wieder im Gerichtsgebäude kurz vor goldene Zeitalter ewiger Freiheit, Gleichheit und Brüderlichder Verhandlung zusammen, woselbst sich der feit" folgen foll; fürwahr, eine herrliche Zeit, dies goldene uns systematisch betriebenen Verfolgungen der Presse. Zeitalter, das uns die Herren Bebel und Genossen vormalen, Caprivischüler ist der Staatssekretär Marsch a II. Letztere die Erledigung seines Auftrages vom Staatsanwalt so herrlich, daß wir alle uns versucht fühlen könnten, diese Auch er hat Strafantrag gestellt und zwar gegen die bescheinigen lassen mußte. Wie so ganz anders Zeit uns selber herbeizuwünschen, wenn nur die Menschen Westdeutsche Allgemeine Zeitung", deren Artikel gegen von Genossen aus, welche, wie wir erst nimmt sich dagegen zuweilen eine Sistirung nicht wären! Rein folches Zukunftsbild nun, wie Marschall wir unlängst besprachen. es so oft die sozialdemokratischen Parteiführer den fürzlich zu melden Gelegenheit hatten, dächtig des Meisters Worten lauschenden Genossen Das Verfahren wegen Majestätsbeleidigung gegen häufig gefesselt" dem Gerichtsgefäng= vors geistige Auge gezaubert, ist es, das uns der Verfasser den Hamburger General- Anzeiger" wegen auszugsweiser nisse eingeliefert werden! entrollt, sondern wie schon der Titel des Buches besagt, ein Veröffentlichung der Quidde'schen Caligula- Broschüre ist nun Bild feiner Zeit, ein Stück Geschichte der deutschen Sozialdemokratie aus den letzten zehn Jahren, und dieser Zeitroman doch eingestellt worden. " " " Und Bebel sprach", dessen Titel übrigens einigermaßen an Von einer schlechten Ernte haben nur die großen ben von des Popularphilosophen Friedrich Nietzsche Also Produzenten des Getreides( bei uns besteht die sprach Zarathustra" erinnert, trägt trotz des poetischen Gewandes, in das der Stoff gekleidet ist, so sehr den Stempel produktive Arbeit der Schnapsgift brennenden Junker wandes, in das der Stoff gekleidet ist, so sehr den Stempel wesentlich darin, daß sie im Schweiße ihres edlen Angesichts der Wahrheit an sich, das, was der ungenannte Verfasser uns hier erzählt, ist, von Kleinigkeiten abgesehen, dem wirklichen Leben anscheinend so abgelauscht, daß alles das, wenn es sich auch nicht so zugetragen hat, sich doch so, wie es der Verfaffer uns erzählt, thatsächlich zugetragen haben tönnte. August Bebel und die übrigen Häupter der sozialdemo: tratischen Partei werden an diesem Zeitroman, in welchem ihr verderbliches Treiben und Trachten blos gelegt und an Beispielen gezeigt wird, wohin dieses Treiben führt und führen muß, freilich nicht viel Freude haben, obwohl sie werden zugeben müssen, daß der Verfasser uns diese Herren menschlich so nahe rückt wie möglich und nicht nur schwarz auf schwarz malt, sondern sich nach Kräften bemüht, Licht und Schatten, soweit von ersterem sich hier reden läßt, gerecht zu vertheilen. Bachtquittungen schreiben müssen) Bortheil. Abgesehen davon, daß die Ernteausgaben bei geringerer Menge des Ertrages fallen, steigen die Preise über das Verhältniß des Ausfalles weit hinaus. Took in seiner Geschichte der Preise Theil I S. 4 berechnet die Steigerung nach der Kingd'Avenant'schen Regel dahin: i Zehntel Ausfall steigert uin 3 Zehntel, 2 " " " 3 8-10 16 " " " " " 4 " " " " 5 28 45 " unter das Verhältniß des Ausfalls. Im Gegensatz fallen die Preise in seinem 1823 erschienenen Buch für im Jahre 1817 1818 1819 Die Ernte ergab Hektoliter 48 157 127 52 879 782 63 945 878 Cordier berechnet dies bei guter Ernte weit Frankreich dahin: Geldertrag 2046 Mill. Frants 1442" 1170 Das ist deutlich; die Schriftstücke sprechen für sich selbst. Das Börsenblatt für den deutschen Buchhandel und die verwandten Geschäfte" hat wir drücken uns parlamentarisch aus- eine grobe unwahrheit ge= sagt, als es uns erklärte, feine, politischen Erörterungen", teine ausführlichen Inhaltsangaben" zuzulassen. Es hat Der Arbeiter verliert bei schlechter Ernte doppelt, denu zu dieser groben unwahrheit seine Zuflucht ge- die Löhne bleiben gleich und er muß doch den unverhältnißnommen, weil es nicht den Muth hatte, uns zu mäßig gesteigerten Getreidepreis zahlen, um zu leben. Die schreiben:„ Wir haben zweierlei Maaß Bufuhr aus anderen Ländern ist durch die Zölle erschwert. für Sozialdemokraten, und ein anderes für die Vom Rückgange der Sozialdemokratie schweigt anderen Menschen. Alles, was wir sonst für Moral, die bürgerliche Bresse jetzt; unseren Wahlerfolg in Plauen für Prinzip und für Recht halten, verkehrt sich in sein spüren unsere Gegner noch in allen Gliedern. Heute schreibt Gegentheil, wo und wann wir es mit Sozialdemokraten zu die National- Zeitung": thun haben." eins Die Buchhandlung des Vorwärts" kommt auch ohne das Börsenblatt" aus, und dem Buch über den Leipziger Hochverraths Prozeß ist diese kleinlich erbärmliche Maßregelung nur eine Empfehlung. Die Das Ergebniß der Reichstagswahl in Plauen lenkt den Blick wieder einmal auf das Anwachsen der Sozialdemokratie. Die Nat.- Lib. Korr." erinnert an folgende Thatsachen: Im Jahre 1871 wurden 2( sächsische) Sozialdemokraten gewählt, 1874 10, 1877 12, 1878 9, 1881 12, 1884 24, -" " 800 " Wieder ein Unfall auf unserer Marine. Eine Depesche aus Sonderburg meldet: " Nach Ausführung eines Manövers auf der Außenrhede passirten gestern Nachmittag 3 Uhr die Panzerschiffe Baden", Bayern"," Sachsen" und Württemberg" die Brücke am Hafen Alsensund in der Richtung nach Norden. Die Brücke war um drei Pontons erweitert, die Panzerschiffe Bayern" und Württemberg" rannten jedoch die Brücke an und beschädigten dieselbe erheblich; die Schiffe selbst erlitten feinen Schaden. Das Publikum war rechtzeitig gewarnt worden. Verlegt wurde Niemand. Durch eine Nothbrücke wurde der Verkehr wieder hergestellt. Ueber die Thätigkeit der sozialdemokratischen Abgeordneten im bayerischen Landtage hielt Vollmar in einer großen Versammlung in München einen Vortrag. Wir theilen aus demselben folgendes mit: In den etwa 150 Sigungen haben die fünf Abgeordneten nicht weniger wie 90 Mal das Wort ergriffen und überhaupt nichts vorübergehen lassen, ohne dazu zu sprechen. Der erste Antrag der sozialdemokratischen Abgeordneten, Einführung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechtes, sei abgelehnt worden, besonders unter Mitwirkung der alten Freunde der Sozialdemokraten, der Ultramontanen, welche die Ausflucht gebraucht hätten, daß unter der Regentschaft nichts an Er einem Verfassungsgefeße geändert werden könne. erkläre aber schon im Voraus, daß bei jedem neuen Landtag, so lange die Sozialdemokratie in demselben vers treten sei, der Antrag wieder eingebracht werde. Bei der Wahlnovelle für die Pfalz habe Genosse Ehrhardt die Gelegenheit wahrgenommen, Wahlumschläge( Kouverts) zu verlangen. Der Landtag habe den Antrag angenommen, der Reichsrath jedoch nicht und nun sei das Außerordentliche geschehen, daß der Landtag nicht umfiel, womit das Gesetz gefallen sei, was feinen großen Schaden ausmache. Bei dem Antrag über die Armenpflege, bezw. das Heimathsrecht, habe es sich gezeigt, wie die Ultramontanen ihre Versprechungen halten. Immer hätten sie gesagt, man könne in Bayern Niemand die Heimath nehmen, nach dem Gesetz hätte man aber einen nach zehn Jahren hinauswerfen können. Der Reichsrath sei aber gefcheidter gewesen und habe den Gesetzentwurf abgelehnt. " selbst schnellen Abzug, weil ich dem Vater der Rechtgläubigen Sinne. Glaubt nicht, daß er sich in seinem Schlafgemach Ohm eine Nase gedreht. Meine Pferde stehen in einer aus dem Netze half? Ja, Friedrich hat recht: der befindet. Vor einem Augenblicke verließ er mit dem Knechte, Herberge vor der Stadt, und dahin eile ich jetzt. Vor dem Teufel ist in die Zeit gefahren, aber auch dem Schwarzen der die Leuchte trug, das Haus. Hinter der Thüre des Kaiser würde ich nicht Fersengeld geben; aber das Kontroge ich mit dem Freibrief in meiner Tasche. Bin ich ein- Rellers lauschend, hörte ich, wie er zu dem Burschen sagte: zilium ist ein ander Ding. Ich habe Hussens Kerker ge= mal hinter den Mauern meiner Vaterstadt... dann fahret Nimm Dich wohl in Acht, und leuchte vernünftig. Von sehen, und damit genug gehabt. Wie aber entweiche ich? wohl, Raiser, Konzilium und Reich. Ich mische mich des Kardinals Hause läufft Du, was Du kannst, zum Engel". Sie haben die Thüre verschlossen, sagst Du?"" Ich bes ferner nicht mehr in Eure Händel."" Ei sieh' da," Sorgfältig die Thüre schließend, gingen sie davon, size noch einen Schlüssel," antwortete Fiorilla zögernd und Sprach Dagobert nun laut, und den Kopf nach der Thüre Euch zu verrathen." Zu verrathen?" rief Dagobert, roth werdend, von dem der Ohm nichts weiß. Mit diesem wendend, durch welche Fiorilla mit Wein und Semmeln be- aufspringend: Der Bruder meines Vaters mich verrathen? öffne ich Euch die Pforte."" Habe Dant, Du listige laftet, eintrat: fieh da, mein Bäschen! Eure Heimath Bu welchem Endzweck das Bubenstück?" Ach, Ihr wißt Schlange;" versette Dagobert, die Müße aufstülpend, einen werde ich nicht zu sehen bekommen, aber den günstigen noch nicht, was geschehen;" entgeguete Fiorilla mit steigender derben Zug aus dem Becher thuend, und Fiorillen die Hand Augenblick will ich benüßen, um den Kuß des Lebewohls Besorgniß: Wallradens Verständniß mit Sigmund ist vor reichend: Gott segne Dich, und den glücklichen Buhlen, auf Deine Rosenlippen zu drücken." Fiorilla entzog sich bei. Ohnmächtig wüthend zog sie von hier ab, verspottet dem dieser Schlüssel wohl schon öfter hinter des ehrwür seinem Arme mit sichtbarer Befangenheit und Furcht. Warum von ihren Freiern und der Welt. Eures Oheims Glück- digen Freundes Rücken das Pförtlein aufthat. Wie kann so ängstlich, närrische Dirne?" flüsterte Dagobert: Noch stern ging schnell unter. Er, der den Papst verlassen um ich Dir vergelten?"" Durch einen kleinen Liebesdienst;" haben sie mich nicht vogelfrei erklärt; noch darf mich ein des Kaisers willen, wird von diesem schnöde behandelt, und erwiderte Fiorilla eilig, und dennoch verschämt:„ Gestattet, holdes Mägdlein füssen. Oder fürchtest Du Dich vor dem seit des heil. Vaters Flucht, die Ihr, wie man allgemein daß ein junger Mensch Euch ein Stückchen Wegs begleite. Chorrok? Beruhige Dich; Chorrok und Kutte hänge ich behauptet, begünstigt, geben die Machthaber vor, in Euerm Das junge Blut fürchtet sich, allein von dannen an den Nagel. Oder bangt Dir vor der Nähe Deines eifer- Ohm einen heuchlerischen Anhänger des Geflüchteten ent- zu gehen, und dennoch. " Und dennoch soll ihn der süchtigen Freundes? Ohne Sorgen. Der gute Ohm brauchte deckt zu haben. Die Kardinale, den arglistigen Colonna Ohm hier nicht finden?" fragte Dagobert schelmisch drohend: neulich mehr denn eine Stunde dazu, einen deutschen Brief an der Spige, der zum Kaiser hält, wiesen den Flehenden In des Himmelsnamen- er tomme. Ich bin schon eins zu lefen. Wie viel geben wir ihm wohl Zeit, einen deutschen von ihrer Thüre, und zu allem Unglück gelangte gestern mal dazu bestimmt, der Begleiter von allerlei Menschen zu Brief zu schreiben? Bis er sich wieder besinnt, wie die an ihn die unwillkommene, die zermalmende Botschaft, daß sein, die dem Wetter nicht recht trauen, und selbst, wenn wunderlich gekräufelten Buchstaben gemalt werden müssen, sein Kapitel, feines langen Ausbleibens und Geld- Ver- ich auf flüchtigen Füßen bin, muß ich noch immer einen ist die Mitternacht da. Versage mir also Dein Mündlein schwendens müde, einen andern statt seiner erwählt, und andern mit mir schleppen. Der feine Bube tummle fich nicht, holde, dem schwarzen Bocksfuß entrissene Seele!" diese Wahl zur Bestätigung an das Konzilium bereits be- indessen. Ich habe nun weder Ruh noch Raft. Käme der Noch einmal wies ihn Fiorilla zurück, und preßte aus richtet. Diefe Kunde donnerte den Prälaten vollends nieder, Ohm jezt zurück, wär's sein Unglück und das meine, und fliegender Brust die eiligen Worte hervor: Ihr werdet und nun geht er hin zu dem Colonna, von dem er allein beides hätte ich nicht gern auf dem Gewissen." Eurer fcherzen und Kurzweil treiben, wenn Euch der Tod über die noch Hilfe erbetteln könnte, und verräth Euch, seinen Neffen, Busage vertrauend, wartet der Knabe draußen,"( sprach Schulter sieht. Verblendeter; verloren seid Jhr, wenn Ihr als den Entführer des Papstes; in der Hoffnung... Fiorilla: bringt ihn ja gut dahin, wo er zu Hause nicht schnell Euch von dannen macht." Durch einen großen Schurkenstreich minder bedeutende ist."" Insofern sein Haus an meiner Straße liegt, und Ho!" entgegnete Dagobert, eruft und aufmerksam wieder gut zu machen," unterbrach sie Dagobert ungestüm. der Bube flink auf den Beinen fist, recht gern, weil dem werdend:„ Mädchen! Du gönnst mir wohl nicht den Wein Wohl bekomms, umgetaufter Ehrenmann. Gut aus Bäschen so viel an dem furchtsamen Milchbart liegt. Jetzt aus meines lieben Oheims Keller?"-" Die Freiheit gönne gedacht. Der eine läuft zum Kardinal, mich anzugeben, der die Hand, Fiorilla, und die Wange. So, Gott lohne Euch ich Euch lieber," sprach Fiorilla, wie vorhin:" Flieht, weil andre zum Engel, um dort meine Habe zu verhaften. Zum die Warnung, und lasse Euch glücklich und vernünftig es noch Zeit ist. Der Dheim hat Böjes gegen Euch im Glück hat mir vom Teufel geträumt, und ich habe bem werden. Lebt wohl." ( Fortseßung folgt.) " 3» den Steuern übergehend, spricht Redner für eine pro- pufiiue Einkommensteuer. Die Sache stehe jetzt so. daß die Kaiiimer zwar dieselbe beschlossen habe, aber doch nicht ernstlich genug wolle, weshalb nichts erzielt wurde. Redner bespricht sodann die Privilegien der Standesherren. die Anträge der Gruppe wegen des Vereins- und Versainmlungsrechtes, namentlich wegen der Betheiligung von Frauen w. und kündigt an, daß diese Anträge und Beschwerden wieder kommen werde». Gegen die Beseitigung des siebenten Schul- jahres, das den Ultramontane» noch viel szu viel sei, seien natürlich� die sozialistischen Abgeordneten eingetreten, ebenso für erhöhte Bewilligungen zu gunsten der Hilss- lehret»nd das höhere Bildungswesen. Sie seien der Meinung. daß für Wissenschaft und Kunst das Btöglichste geschehen müsse. Dagegen hätten die Sozial- demokralen die Mittel für das Kirchenbudget verweigert, ein- gedenk des Satzes: Religion ist Privatsache. Was den Btilitär-Elat anbelange, so thue namentlich die ultramontane Partei so, als ob wir das Geld, das wir vom Reiche er- halten, geschenkt bekommen, was natürlich nicht wahr fei. Auf alle Fälle habe der Militär-Etat den Vortheil, daß man im stände sei, an demselben Kritik zu üben. Redner bespricht sodann die Debatte über die Soldatenmißhandlungen und über das Duell und konstatirt, daß die ganze Duellaktion der ullramonlanen Partei ins Wasser gefalle» sei. Weiter kommt von Vellmar auf das Militärgerichtswesen undZ auf die Nnleroffizier- Schulen zu sprechen. Die Erziehung in den Letzteren hält er vom bürgerlichen Standpunkte aus für das schlechteste System.(Lebhafter Beifall.) Redner ist selbstverständlich ein Gegner des geforderten großen Uebungs- Platzes in Franken und glaubt, daß 7 Millionen nicht langen, sondern die Sache auf. 10 Millionen lzu stehen kommt. Die Ultramontanen, die sich immer als' so große Militärgegner ausspielen, hätten aber auch hier, wie bei der Unteroffizier- schule, die Regierungsforderung bewilligt. Er, Redner, habe namentlich in einer Versammlung in Schliersee dieses Ver- fahren gegeißelt. Die Ultramontanen hätten zu dieser Ver- sammluug einen eigenen Stenographen hinausgeschickt. Dr. Taller Hobe im Landtage die Sache vorgebracht und hierbei das Ge- ständniß gemacht, daß dieselbe ihnen schweres Geld gekostet habe. Privatim habe er noch geäußert, daß er gar nicht sage, wie viel. Die Ultramontanen hätten nun das Stenogramm drucken lassen, aber ja nicht zur Verbreitung unter den Bauern, sondern lediglich für ihre Abgeordneten und Agi- tatoren, damit diese die Worte drehen können, wie sie wollen.— Nachwahl zum hessischen Landtage. Aus Offen- dach wird uns geschrieben: Die zweite hessische Kammer hat bekanntlich das Mandat unseres im vorigen Herbst zum Landtags-Abgeordneten für den Kreis Offenbach-Land ge- wählten Genossen Balthasar Cramer-Darmstadt für ungiltig erklärt, weil in einem Orte des Wahlkreises, in Sprend- lingen, Unregelmäßigkeiten vorgekommen waren. Auch unsere Genossen im Landtage haben für die Kassirung der Wahl gestimmt, zugleich wurde in Sprendlingen eine Neu- wähl der Wahlniänner angeordnet. Bei der gestern statt- gehabten Nachwahl wurden anstatt der kassirten vier, sieben Sozialdemokraten gewählt, wodurch die Wiederwahl unseres Genossen Gramer gesichert ist.— Ju der französischen Kammer schon wieder großer Skandal. Der famose„General", der im„Figaro" allerhand dummes, indiskretes und höchst unpolitisches Zeug— anonym natürlich— veröffentlicht hatte, ist in der Interpellation des Sozialisten Paschal Grousset genannt worden! Es ist der Bluthund G a l l i f e t, der 1871 in der„blutigen Maiwoche" die Kommunarden sportsmäßig erschießen ließ und hei der Henkerarbeit selber - mithalf. Die Bourgeoisie hat kein Glück in der Auswahl ihrer Helden und Handlanger.„Es will ihr nichts mehr gelingen."— Englischer Tropenkoller. Zu der nämlichen Zeit, da der weiberpeitschende Kanzler Leist in Berlin eingetroffen ist, kommt aus England eine Nachricht, die beweist, oaß englische Kolonialfexe in Amt und Würden nicht minder Brutalitäten gegen die Eingeborenen sich zu Schulden kommen lassen, als ihre deutschen Konkurrenten. Das ent- schuldigt zwar keineswegs Leist und Konsorten; es zeigt nur, daß der Tropenkoller unterschiedslos Mitglieder aller europäischen Nationalitäten ergreift, die die Rolle von Kulturträgern in den Tropenländern spielen wollen. In einer vor kurzem in England abgehaltenen Missionsversammlung theilte Lord Stanmore, ein früherer Gouverneur der F i d s ch i i n s e l n mit, daß auf diesen Inseln im Stillen Ozean es üblich seiFrauen durchzupeitschen, wenn sie sich durch Baden am Sonntage gegen die Sabbathordnung ver- gangen hätten. Andere derartige Vergehungen würden mit Gefängniß oder mit der Auferlegung von Geld- büßen bestraft. Das jene barbarische Rohheit deni Fanatismus der anglikanischen Geistlichkeit znzu- schreiben ist, macht sie noch besonders widerlich. In den Missionskreisen selbst scheint diese absonderliche Art, die Sabbathverehrung unter den Wilden zu fördern, weiter kein böses Blut gemacht zu haben, doch nehnlen immerhin einzelne Leute, deren Gesichtskreis nicht durch die Scheuklappen des obrigkeitlichen Christenthums beengt wird, Anstoß daran. Ein Herr Byles beabsichtigt die Sache im Uuterhause zur Sprache zu bringen und anzufragen, ob die Strafgesetze, die auf den Fidschi-Jnseln die Auspeitschung der Frauen, und noch dazu aus solchen nichtigen Gründen gestatten, die Billigung der britischen Reichsregierung erhalten haben. Die Schandthat der beiden südafrika- nischen Polizei- Soldaten Daniels und Wilson weist noch einige besonders widerwärtige Züge auf, die in unserer Notiz in Nr. 127 nicht erwähnt wurden. Sie hatten die Boten Lobengula's nicht ermordet, sondern hatten von ihnen in der Nähe des britischen Lagers die Botschaft Lobengula's an den Major Fordes zusammen mit 1V0V Lstr. in Gold ausgehändigt erhalten. Um das Geld unterschlagen zu können, mußten die beiden wackern Polizeisoldaten auch die Botschaft unter- schlagen und so kam das Friedensgesuch Lobengula's nicht an seine Adresse. Er wurde weiter verfolgt, denn er be- fand sich damals bereits auf der Flucht nach einer ver- lorenen Schlacht. Aber nunmehr wurden seine Verfolger, ein Major Wilson mit seiner Truppe, von einer Ueber- macht der Matabele angegriffen und bis auf den letzten Mann getödtet. Späterhin kam auch noch Lobengula selbst um. So bricht sich die europäische Zivilisation in Afrika Bahn.— Die italienische Staatskrise. Herr Crispi bleibt vorläufig in der Regierung. Die Demission der Minister war, wie wir sofort bemerkten, nur eine Komödie, durch welche die Kammer getäuscht und der geplante Staats- streich— Auflösung der Kammer und Diktatur Crispi bis zum Zusammentritt der neuen unter Standrecht zu wählen- den Kammer— verdeckt werden sollte. Die Komödie ward jedoch durchschaut, und der König scheint das Gefährliche des Spiels, bei dem seine Krone den Einsatz bildet, begriffen zu haben. Crispi hat der Kamniex sein Ehrenwort gegeben, daß er nicht auflösen will. Nun ist zwar ein Crispi'sches Ehrenwort so viel werth wie ein antisemitischer Ehrenschein, aber die Verhältnisse, die es erzivungen haben, dauern fort, und mit immer zwingenderer Gewalt. Bei der steigenden Erbitterung ini Land ist keine Aussicht auf eine ge- sügigere Kammer. Die Erbitterung ist so groß, daß selbst gemäßigte Leute einen revolutionären Aus- bruch für unvermeidlich halten. Crispi darf sich nirgends mehr aus der Straße sehen lassen— sein Name wird überall verwünscht, und ver 5könig wird in den Strudel der Unpopularität hineingerissen. Das hat ihn erschreckt. Sogar die„Vossische Zeitung", die bisher durch Dick und Dünn mit dem italienischen Bismarck ging, fängt an, stutzig zu werden. Sie schreibt in ihrem heutigen Leitartikel über„Die Vorgänge in Italien": Crispi hat die Forderung, daß sein Antrag vor der Ab- stiunnung über den Finanzlage erledigt werde, am Sonnabend mit 229 gegen 194 Stimmen bei 14 Stimmenthaltungen durchgesetzt. Den zweiten Sieg hat er am Montag erkämpit. Mit 225 gegen 214 Stimmen wurde der Ausschuß beschlossen, die Berathung über den Finanzplan bis zum 30. Juni vertagt. Sechs Abgeordnete enthielten sich der Abstimmung und unter der Mehrheit, die Crispi zum Siege verhalf, befanden sich vierzehn Minister und Unterstaatssekretäre. Die Regierung verdankt das Vertrauensvotum den Stimmen ihrer eigenen Mitglieder. Das ist der Sinn des Erfolges, den der italienische Ministerpräsident am 4. Juni zu verzeichnen hatte. Es ist ein Unglückstagin seiner Ge- schichte. Seine Amtsgenossen haben sich veranlaßt gesehen, ihm die Portefeuilles zur Verfügung zu stellen, worauf der Ministerpräsident der Krone die Entlassung der Regierung überbrachte. König Humbert hat sich die Entscheidung vor- behalten. Was nunmehr geschieht, das werden die nächsten Ta�e lehren. Die Auflösung der Kammer ist ein W ü r f e l- s p r e l. Vielleicht opfert Crispi Soimino dein rasenden See, vielleicht auch— doch das ist der unwahrscheinlichste Fall— entsagt er selbst endgiltig der süßen Geivohnheit des Regierens. Die Staatsgläubiger außerhalb Italiens a b e r st e h e n vor e i n e m C h a o s; sie wissen nicht, was die Zukunft bringt, sie wissen nicht, ob die Rentensteuer erhöht, ob es bei der vorgeschlagenen Erhöhung sein Be- wenden haben, welcher andere Weg zur Herstellung des Gleich- gewichts im italienischen Budget beschritten wird. Das aber werden sie sich nachgerade nicht verhehlen, daß Francesco Crispi in der Lösung der Finanzkrisis eine unglückliche Hand bewiesen hat. Das Schönste ist— und nie hat die Gedanken- losigkeit, mit der die Zeitungen der Bourgeoisie redigirt werden, sich komischer und glänzender bewährt— das Schönste ist: Ter Leitartikel, der von dem„Unglückstag in der Geschichte Crispi's" handelt, beginnt mit den Triumph-Worten:„Francesco Crispi hat gesiegt!" Der Anfang wurde geschrieben, ehe„Tante" die Bedeutung des Montagsvotums sich klar gemacht hatte— und als diese ihr aufdämmerte, vergaß sie, den Anfang zu streichen. Ein siegreicher„Unglttckstag"! Das ist neu. Oder auch nicht. Sind wir doch daran gewöhnt, daß das Bürgerthum seine Niederlagen als„Siege" feiert, und wären es auch nur„moralisches. Charakteristisch für Crispi und seine„staatsmännische" Methode ist, daß er soeben mit der Schweiz einen Krakehl vom Zaune gepflückt hat, weil angeblich die Gotthardt- Befestigungen Italiens Unabhängigreit bedrohen! Dieser Appell an den Chauvinismus setzt doch etwas zu viel— Naivetät voraus. Aber freilich, wenn der Teufel nichts anderes hat, dann frißt er Mücken. Und ein Schelm giebt mehr als er kann.— Nachdem Obiges geschrieben, erhalten wir die Nachricht, daß die italienische Regierungskrisis durch den Panama-Prozeß gegen den Sündenbock T a n l o n g o plötzlich komplizirt worden ist. Die Ent- h ü l l u n g e n haben wieder begonnen. Ein Polizei- beamter hat die gravircndsten Aussagen gegen Giolitti, den Vorgänger Crispi's, gemacht und zugleich erklärt, Richter und Staatsanwalt hätten sein gravirendes Zeugniß unterdrückt. Die öffent- liche Meinung ist in Aufruhr. Der Tanlongo-Prozeß drängt selbst die Ministerkrisis in den Hinter- grund, und wird ihr eine neue Gestalt geben. An sich ist Giolitti's Fall Crispi jedenfalls angenehm, aber Giolitti wird die Rockschöße Crispi's nicht loslassen. So vollzieht die Regierungskrisis sich jetzt im Schatten des Zuchthauses. � Dem„Berliner Tageblatt" wird aus Rom telegraphirt: Die gestrigen Enthüllungen im Bankprozesse erregen kolossales Aussehen. Die Entrüstung ist ungeheuer, sehr kommentirt wird namentlich, daß laut Aussage des Grafen Graziadei der Ministerpräsident Giolilti brieflich die Hastentlassung eines gemeinen Verbrechers versprach, falls dessen Familie sich ver- pflichte, bei den Wahlen für den Regierungskandidaten fünfzig Stimmen aufzubringen, das heißt zu„kaufen". Ebenso ging aus den gestrigen Verhandlungen die Thatsache hervor, daß die Regierung einen Scheinprozeß einleitete und Tanlongo zum Schweigen zu bestimmen suchte gegen das Versprechen, ihn in letzter Instanz freisprechen zu lassen.„Don Chisciotte" ver- langt die sofortige Einleitung eines Strafverfahrens gegen Giolitti, dessen Staatssekretär Rosano, den Polizei-Inspektor Perfelti, den Polizeipräsidenten Felzani, den Untersuchungs- richler Capriolo. Der durch die Aufdeckung der Banca Romana- Skandale bekannt gewordene Abgeordnete Colajanni wird Namens seiner politischen Freunde den Justizminister wegen der Giolitti betreffenden Prozeßenthüllungen inter- pelliren.— Neue Anarchistenevschiesiuttgen in Sicht. Wir hatten, als neulich die Schauerbotschaft von der Ab- schlachtung sechs spanischer Anarchisten zu uns drang, uns dem Wahn hingegeben, damit sei es nun zu Ende, und die Bombenwerferei in Barcelona sei nun gesühnt. Wir hatten uns getäuscht. Das war nur der An- fang— nur die Einleitung. Ein Telegramm aus Bar- c e l o n a vom 5. Juni besagt: Der Prozeß wegen des Liceo-Attentats wird e r st im Oktober zur Verhandlung kommen. Der Staats- anwalt beantragt gegen vierzehn Angeklagte die Todesstrafe. Hundert unschuldig Eingeker- leite sollen demnächst freigelassen werden. Also die Hauptsache kommt noch. Nicht blos die lumpige Kleinigkeit von einem halben Dutzend Erschießungen — gleich vierzehn Menschen auf einmal, die mit Pulver und Blei zum Tode gebracht werden sollen! Das giebt ein Schauspiel! Und die„hundert Unschuldigen", die„demnach st" freigelassen werden sollen— welches Schlaglicht fällt da auf die Justiz der bürgerlichen Gesellschaft. Wir aber fragen: Ist die Moral dieser Justiz und dieser methodischen Menschenschlächterei bei kaltem Blut besser als die a n a r ch i st i s ch e Moral?— Reichstags- Ersatzwahl im Kreise Osterburg- Stendal. Durch die Ernennung des Abgeordneten v. Jagow im Kreise Osterburg-Stendal zum Landrath des Kreises Osterburg ist, wie schon neulich kurz mitgetheilt, dessen Mandat hinfällig geworden. Es hat also eine Neuwahl statt- zufinden, und ist seitens der sozialdemokratischen Partei Genosse ti n z e aufgestellt worden. Bei der letzten Wahl erhielten die onservativen 9313 Stimmen, die Freisinnigen 5499 und die Sozialdemokraten 29S9. � Plaue»«, 4. Juni. Der Sieg ist also erkämpft. Die Gegner sind geradezu niedergeschmettert: sie werfen einander die Schuld an der Niederlage zu. Nun— sie haben alle ihr redlich Theil dazu beigetragen. Da sie nicht fälschen und vergewaltigen konnten, waren sie ohnmächtig. Sie konnten nur lügen und ver- lemnden— und das hat sich gegen sie gewandt. Die Hans- Blumiaden, mit denen sie zuletzt noch anrückten, haben den Lügen- petern vollends den Hals gebrochen. Die Genossen wurden er- bittert, die Kampflust noch angespornt; und Viele, die noch nicht ganz für uns ivaren, wurden dadurch auf unsere Seite gedrängt. Für den letzten Tag hatten die Gegner all' ihre Kraft und all' ihre Gemeinheit zusammen genommen, doch ihre Sache war verloren— moralisch gerichtet. Am Vorabend der Wahl hatten wir noch zehn Ver- sammlungen, in denen Auer, Gerisch, Kaden, Geyer, Liebknecht, Hofmann u. s. w. sprachen. Und was für Versammlungen! Nirgends genügten die Räume, und welche Begeisterung! In Plauen drängten sich im Garten des Schützenhauses gut 4000 Wähler und außerhalb des Gartens mindestens noch ebenso viel,— auf Bäume und sogar auf die Dächer waren Zuhörer geklettert. Und obgleich während der Rede, die eine Anklage gegen die Ordnungspartei war, ein heftiger Regenguß siel, ent- fernte sich niemand und entstand auch nicht die leiseste Störung. Der folgende Tag, der Tag des'Gerichts, brachte das U r t h e i l des Volkes. Und für den Wahlspruch des 1. Juni giebt's keine höhere Instanz; es hat bei ihm sein Bewenden. Der Plauen'sche Wahlkreis gehört und bleibt der Sozialdemokratie! ** Die Schtteidigkeit und Fliukigkeit der Behördeu gegenüber Sozialdemokraten wurde schon oft durch Beispiele erhärtet. Hier ein neues. Die kgl. Staatsanwaltschaft zu Erfurt erließ am letzten Sonnabend gegen den Genossen Hülle einen Steck- brief. Zur Naturgeschichte dieses Steckbriefes theilt die „Thüringer Volkstribüne" ihren Lesern folgendes mit: H ü l l e hatte wegen eines schivebenden Prozesses 2 Tage Urlaub erhalten (er verbüßt bekanntlich gegenwärtig eine Gesängnißstrase von 3'/2 Monaten). Mittwoch, den 30. Mai, wurde er entlassen und am anderen Tage war der Prozeß in Meiningen. Von Meiningen kam H. erst Abends mit dem letzten Zuge zurück nach Erfurt. Am anderen Tage früh hätte er wieder eintreffen müssen im Gefängniß. Da er aber eine Menge Schreibereien und sonstige Sachen noch zu erledigen hatte, bewarb er sich persönlich, wie er uns mitgetheilt hat, um einen weiteren Urlaub von 24 Stunden, der ihm auch gewährt wurde. Es war ihm jedoch innerhalb dieser Zeit nicht möglich, die nothwcndigen Geschäfte zu erledigen, weshalb er auch nicht zur rechten Stunde ivieder im Gefängniß sein konnte. Jeder, der unseren Genossen H. kennt, weiß, daß bei ihm von einem Entiveichen keine Rede sein kann. Da, wie ein Schlag aus heiterem Himmel, erläßt die hiesige kgl. Staatsanwaltschaft einen Steckbrief, und zwar schon Sonnabend Mittag(früh 9 Uhr hatte Hülle einzutreffen). Wie wir erfahren haben, ist unser Genosse schon wieder in das Gefängniß gewandert. Dies zur Aufklarung. •• Sozinldemokrate» lasse» sich so leicht«»icht ittS Bocks- horu jagen. Das können soeben die Dresdener Behörden wieder erfahren. Unsere dortigen Parteigenossen Kämpfen einen ähnlichen Kampf, wie er gegenwärtig in B e r l i n sich abspielt. Sie boykotliren eine Brauerei und, wie wir bereits mitgetheilt, sind drei Genossen, Dr. Gradnauer, Eichhorn und F i n d e i s e n schon am Sonnabend verhaftet worden, wie man annimmt wegen der Boykotterklärung. Die Genossen sind bis heute noch nicht wieder entlassen. Ein Grund zu dieser Maß- nähme liegt unseres Erachtens durchaus nicht vor. Was bezweckte die Polizei init dieser rigorosen Maß- nähme? Wollte sie die klassenbewußten Arbeiter Dresdens einschüchtern? Wenn das bezweckt war, dann wird sich die Polizei überzeugen müssen, daß ihr das gänzlich mißlungen. Am Kopfe der gestrigen Nummer der„Sächsischen Arbeiter-Zeitung" prangt in großen Lettern eine neue Aufforderung zum Boykott der Waldschlößchen- Brauerei. Abschreckungsmittel— davon dürfte die herrschende Gesellschaft wohl während der Dauer des Sozialistengesetzes überzeugt worden sein— helfen eben nicht im Kampfe gegen Ideale, wie sie von dem Proletariat angestrebt werden. «« « Nrbeiterfest. Vom herrlichsten Wetter begünstigt, konnten am letzten Sonntag die Gewerkschaften Kiels gemeinsam ein Fest begehen. Wohl an 10 000 Menschen hatten sich am Nach- mittag auf dem Exerzierplatz eingesunden, urn von dort aus im geordneten Zuge nach dem Elablissement„Waldwiese" zu marschiren. Pünktlich um'/e4 Uhr setzte sich der Riesenfestzug in Bewegung. 3 Musikkapellen und 32 Fahnen und Embleme befanden sich im Festzug. Die Zahl der Betheiligten betrug ungefähr 20 000. Das ganze Fest verlief in schönster Weise. Die Beisiizerwahle» in L*u d iv i g s h a f e n zum gewerblichen Schiedsgericht(Arbeitgeber und-Nehmer) endeten mit dem vollständigen Siege der Sozialdemokraten. Polizeiliches, Gerichtliche»:c. — Genosse Franz Schiefke aus Bättmschulemveg hatte beim Niederlegen des Kranzes aus das Grab einer treuen Genossin auf dem Kirchhof in Köpenick ihr einige Abschieds- worte gewidmet. Für diese Frevelthat mußte er 10 M. an die Stadtkasse in Köpenick abladen.— Damit war alles wieder in guter Ordnung. — Beschlagnahmt wurde zweimal hinter einander die Halber st ädter„Sonntags- Zeitung" in ihrer Gesammt- Auslage von je 7000 Exemplaren. Zu dieser Maßnahme glaubte sich die Staatsanwaltschaft iin ersten Falle deswegen berechtigt, weil in dem Blatt die Arbeiter aufgefordert wurden, das boy- kottirte Berliner und Braunschweiger Bier nicht zu trinken, sowie die Schuhwaaren aus der Tack' schen Fabrik ungekauft zu lassen. Gegen diese Beschlagnahme, die sich auf§ 360(„grober Unfug") stützt, hatte genanntes Blatt in der darauf folgenden Nummer protestirt und dieser Protest erregte wieder das Miß- fallen des Staatsanwal t, der in dem Artikel eine Verhöhnung seiner Person erblickte. So, und nun frisch darauf los konfiszirt und angeklagt. —»Im Interesse der öffentlichen Sicher» h e i t" wurde vom königlichen Polizeipräsidenten von H a n- n o v e r ein Gartenfest, das die Brauer am 3. Juni abhalten wollten, verboten. Besck werde hiergegen ist eingelegt. — Sieben Tag(i Gefängniß ist einem Turnwart in Oberfrohna(liegt natürlich in Sachsen) zudiktirt»vorden, weil ein unter seiner L eitung stehender Turnverein aus einem Ausflug unter anderen Gesängen auch den Sozialisten- marsch angestimmt hatte. Für den Inhalt der Juierate über nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 7. Juni. Opernhaus. Cavalleria rusticana ( Bauern- Ehre). Der Barbier von Sevilla. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Central- TheaterGarten( b. ungünst. Witterung in Schmiedel's Fettsälen), Alte Jakobstr. 32. außer Täglich( Sonnabends) Sänger. Leipziger Serren Wilh. Wolff, Horvath, Gipner, Röhl, Grosch, Böhmer, Ledermann. Eintritt 50 Pf. Kart. 30 Pf. Big. Sandl. Pache( im Hause) u. f. Blat. Brochnow's Deutsches Theater. Der Herr Se- Ball- u. SpezialitätenBerliner Theater. Die Journa liften. Leffing- Theater. Gêne. Madame SansRehdenz Theater. Jugend. Etablissement Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Sozialdemokratischen Wahlvereins für den 4. Berliner Reichstags Wahlkreis zur Nachricht, daß das Mitglied Genosse Felix Specht am 5. d. Mts. verstorben ist. Er hat allezeit unentwegt für unsere Ziele gekämpft. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, Nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause, mitbahnhof 10, nach dem Begräbnißplay in Wilhelmsberg ersucht Sebastianstr. 39. Täglich Bellealliance- Theater. Das Glöd Spezialitäten vorstellung lein des Eremiten. Adolph Ernk- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Alexanderplatz- Theater. monde. DemiNational Theater. Italien in Berlin. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. von nur Künstlern I. Ranges. Anfang der Vorstellung: Sonntags 6 Uhr. Entree 30 Pf. Im großen Saale: zahlreiche Betheiligung 492/13 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Achtung! Parteigenossinnen. Achtung Donnerstag, 7. Juni, Abends 8 Uhr: 4 grosse Volksversammlungen 1. 2. in folgenden Lokalen: Reinhardt's Gesellschaftshaus, Sasenhaide 57. Referent: Genoffe Georg Wagner. Konkordia- Festsäle, Andreasstraße 64. Referent: Genosse Paul Singer. 3. Elysium, Landsberger Allee 39-41. 4. Referent: Genoffe Ewald Vogtherr. Germania- Festsäle, Chauffeestraße 103. Referentin: Genossin Marie Greifenberg. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Wie stellen sich die Frauen zum Bier- Boykott? Wochentags 8 Uhr. Entree 20 Pi. Genossen des IV. Berliner 2. Diskussion. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch, Reichstags- Wahlkreises. besonders der Frauen, bittet Am 5. Juni, Vormittags 10 Uhr 461/17 verschied an der Lungenschwindsucht der 32 Jahre alte Genosse 411L* BALL. G. Brochnow. Apollo Theater. Die vertebrte Passage- Panopticum. Welt. Kaufmann's Variété. Spezialitätens Vorstellung. Parodie Theater. Vorstellung. SpezialitätenNational- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Novität! Novität! Italien in Berlin. Große Ausstattungs- Posse mit Gefang und Tanz in 4 Aften von Carl Peters. Mufit von A. Wiedecke. Dekorationen aus dem Atelier von Müller und Schäfer. Maschinerien vom Theatermeister Otto Weise. Elektrische Beleuchtungseffekte von Sałowsky. Kostüme vom Obergarderobier Paul Hildebrandt. Regie: Mar Samst. Raffenöffnung 5/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Ein Felix Specht. Die Beerdigung findet am Freitag 4 Uhr, vom Trauerhause zu Wilhelmsberg statt. Achtung! Die Frauen- Agitations- Kommission. Achtung! Arbeiter des graph. Gewerbes. Sonnabend, den 9. Juni, 350/19 in Puhlmann's Sommer- Theater, Schönhauser Allee 148: Dahomey- mitbahnhof 10 nach dem Friedhofe Dorf mit 51 wilden Weibern. Um rege Betheiligung ersuchen Die Vertrauenspersonen. Tägl. 8 Vorführungen. m 11, 12, 4, 5, 6, 7, 8, 9 hr. Castan's Panoptikum. Der 13jährige Riese. Neu: 3D Christliche Märtyrerin. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Lustspielen, Possen sowie Spezialitäten ersten Ranges. Raffenöffnung 51/2 Uhr. Anfang 61/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Letzte 10. Aufführungen! Evora- Bräu in vorzügl. Qualität empfiehlt in Gebinden v. 20-100 2tr. 30 FI.= 3 M. Otto Linke, Lagerhof 3. Telephon Amt III Nr. 404. Charley's Taute. Weißbier! Echwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe mit Gefang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. Anfang 1/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Schluss der Saisen: Freitag, den 15. Juni. Victoria- Brauerei, Lüßowstraße 111-112. Garten refp. Saal. Täglich( außer Sonnabends); Stettiner Sänger Herren: Meysel, Häckel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Bliemchen und Blank. Anfang S Uhr. Entree 50 Pf. Billets im Vorverkauf à 40 Pf. und Familien- Billets( à 1 M.) für 3 Personen giltig.( Siehe Platate.) Jeden Abend wechselndes hochamüsantes Programm! Jeden Donnerstag: Nach der Soirée: Tanzkränzchen. Deutscher Holzarbeiter- Verband ( Bahlstelle Berlin). Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, das das Mitglied Felix Specht am Dienstag, den 5. Mai, nach längeren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. Mai, Nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Am Ditbahnhof 10, aus, nach Wilhelmsberg statt. Um rege Betheiligung bittet 4319 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Verbandes aller in der Textil- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen zur Nachricht, daß das Mitglied Karl Bergemann Für Fabriken und Werkstätten am Sonntag, den 3. d. Mis., an der sowie für Wiederverkäufer liefere ich mein Versand- Weißbier in Lungenentzündung verstorben ift. Die Beerdigung findet am Donnersunübertrefflicher Güte zum Preise von tag, den 7. d. M., Nachmittags 4 Uhr, 3 Mt. für 40 halbe oder 45 4/10 oder von der Leichenhalle des neuen Lichten25 8/10 oder 20 ganze Flaschen, frei berger Kirchhofes in Lichtenberg aus in's Haus, in Flaschen mit Patentverschluß, ohne Pfandberechnung. Fernsprecher Amt Schöneberg No. 92. A. Seidler, Schöneberg, 214L* Sedaußraße Nr. 73-75 und 82. Berliner Weissbier- Brauerei. statt. 92/1 Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Treffpunkt Nachmittags 3 Uhr im Restaurant Emil Böhl, Frankfurter Allee 76. Berichtigung. Orts- Krankenkasse der Gürtler. Zu der am Montag, den 11. Juni cr., In dem gestrigen Inserat Abends 71/2 Uhr, Oranienstr. 51 stattder, Süddeutschen Brauerei C. Kintz& Co. muss es heissen findenden außerordentlichen Königsberger- General- Versammlung Strasse 30 nicht 3a. Genossen! 1842 Rauft nur den Bleistift Solidarität" von Jean Blos, Stein b. Nürnberg. In Roh" Tabaken und Utensilien für Cigarren- Fabrikanten Noack's!! billigster Einkauf!! Sommer- Theater. Brunnenstrasse 16. Täglich: Großes Konzert, Theater- und SpezialitätenVorstellung. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Bor stellung 7 Uhr. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Kein Boykott- und kein Ring- Bier. W. Grunow, Reinickendorf, Nord bahnstraße 19, dit am Bahnhof. W. Hermann Müller Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. Creditgewährung! nach Uebereinkunft! Ein Jeder mache den Versuch. ergebenst eingeladen. hierdurch Tages- Ordnung: Antrag Schwahn und Genossen: 1. Stellungnahme zur freien Arztwahl. 2. Kündigung des Verhältnisses zum Gewertstranten Verein. 3. event. Antrag des Vorstandes. Erhöhung der Beiträge. Verschiedenes. Der Vorstand. 11036 J. A.: G. Kneiff, Vorsitzender. Deffentliche Versammlung der Ruderer u. Radfahrer am Donnerstag, Abends 81/2 Uhr, Benthstr. 22, 1 Treppe, Tagesordnung: Vortrag. Bericht der Delegirten vom Kongreß. Wahl eines Vertrauens mannes. Gäste haben Zutritt. 11106 0. Rosenhain. 5. Stiftungsfest des Männer- Gesangvereins ,, Senefelder". Auftr. des gesaminten Künstlerpersonals. Kinder- Fadelpolonaise. Fackeln gratis. Sommernachts- Ball. Herren zahlen 50 Pf. nach. 76/7 Anfang 41/2 Uhr. Billets à 30 Pf. sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Kinder frei. Programm gratis. Ausschank von nicht boykottirtem Bier, Weißbier etc. Bei ungünstiger Witterung findet das Fest im Saale statt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Friedrichsberg. Donnerstag, 7. Juni, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Westphal( Schwarzer Adler), Frankfurter Chaussee: Große öffentliche Volksversammlung. Tages- Ordnung: 484/12 1. Der Bier- Boykott. Referent: Reichstags Abgeordneter Alwin Gerisch. 2. Diskussion. Die Herren Gast- und Schankwirthe sind speziell zu dieser Versammlung eingeladen. Die Vertrauensperson. Rixdorf. Donnerstag, 7. Juni, Abends 7 Uhr, in den Viktoria- Sälen, Hermannstraße Nr. 46: Große Große öffentl. Versammlung der Gastwirthe u. Bierinteressenten von Rixdorf und Britz. Tagesordnung: 1. Der Bier- Boykott und welche Stellung nehmen wir hierzu ein? Referent: Stadtv. Gastwirth Henke. 2. Diskussion. Es ist Pflicht eines jeden Gastwirths und Bierinteressenten, in der Bersammlung zu erscheinen. 481/11 Bur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Der Einberufer. 000000-0-0000000 Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Im neu Volksbelustigungen aller Art. parquettirten Saate: Täglich: Gr. Ball. Von 5-7/ 2 Uhr: Freier Damentanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 f., Billets vorher 25 Pf. 000000-0-000000 Ausstellung Italien in Berlin. ( Stadtbahn- Station: Zoologischer Garten.) Täglich geöffnet von Morgens 10 Uhr bis Abends 12 Uhr. Massen- Konzerte sämmtl. italien. Musikkorps, darunter des Gr. italienischen Opern- Orchesters des Maestro Cav. Gialdino Gialdini, der Bersaglieri- Kapelle des Maestro Giacomo Gatti, des Venezian. Serenaden Orchesters des Mobile de Malipiero, des Mandolinen- Korps des Prof. Frouth. Ferner: Mailänder Marionetten- Theater u. Venezian. Variété etc. Entree 50 Pf. Donnerstag, Sonnabend und Sonntag: Auftreten des Cav. Prof. Eugenio Pini, Fechtmeister der Königl. italienischen Marine. In der großen Arena um 9 Uhr: Floret-, Degen- und Säbel- Mensuren, an welchen sich Fechter gegen vorherige Meldung im Bureau der Ausstellung betheiligen können. Donnerstag, den 7. Juni: IV. Elite- Tag. Entree 1 M. vormals Amt I. Nr. Stolpe bei Wannsee. Boltz' Festsäle, Alte Jakobstr. 75. 9tt. 1052. Restaurant ,, Lindenhof". Gale z. Vergnügen u. Versammlungen. Saal m. Bühne u. Garten, auch Sonntags. Empfehle den Vereinen und Gesell Jed. Dienstag u. Donnerstag: Frei- Konzert. Patzenhofer Bier. 176L schaften bei Ausflügen u. Vergnügungen mein Lokal mit gr. Saal 2c. Battle Bir de Garten, Gent. Mittheilung für die Herren Gastwirthe! Bairisch von Hoffmann, Potsdam. A. Mattausch, Gastwirth. Erlaube mir hierdurch anzuzeigen, daß ich aus dem Verein der fchaft fucht für Berlin u. die Provinz 21 Mark pro Tonne inkl. Spandgeld. Berliner Brauereien ausgeschieden bin, und offerire mein goldGine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesell- farbenes und dunkles( Münchner Farbe) Carlsberger Bräu mit Friedrich Reichenkron, Brauerei- Carlsberg, thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. poke fortlaufende Wezüge event, auch feftes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter 0. P. 2 nimmt die 248L* Expedition entgegen. 219 Charlottenburg, Spreestraße 3( Telephon Nr. 83). Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 129. Boykoffirk Hind: Donnerstag, den 7. Juni 1894. 11. Jahrg. 1. Schultheiss- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, feinem geschäftlichen Leben gesprochen und damit seine absolute Borderhäusern 531569 pct., in Hinterhäusern 2383= 31 pGt. Berlin( und Tivoli). 2. Brauerei F. Happoldt. Verein macht es seinen Mitgliedern, sowie auch allen anderen| Haupt- Verwaltungsbericht über 1892/93 begegnen wir ihr aufs Gastwirthen Charlottenburgs zur Ehrensa che, bei einem neue. Von 7698 in Berlin ansässigen Eigenthümern der in Manne, der mit so großer Verachtung von Charlottenburg und 1892/93 zur Desinfektion eingelieferten Sachen wohnten in Unkenntniß der hiesigen geschäftlichen Lage und nebenher eine Das ist in der That ein arges Mißverhältniß zu Ungunsten der Hintergroße Geringschäßung derselben bewiesen hat, in Zukunft teine haus- Bewohner, von denen man denn doch eine viel stärkere BetheiliEinkäufe mehr zu machen." gung erwarten sollte. Selbst der Magistratsbericht giebt zu, daß in Das Blatt macht sich zwar auf billige Weise lustig über den schränkten und ungefunden Wohnungen hausen müssen, der GeSo die braven Charlottenburger nach der Kreuz- Zeitung". den Hinterhäusern, wo oft sehr starke Familien in sehr beAerger der Charlottenburger, doch bringt es tein Wort der sundheitszustand kaum besser sein tönne, als in den VorderEntrüstung über diese, an sich wirklich gegenstandslose häusern. Gerade von den Infektionskrankheiten, bei denen die 4. Brauerei Karl Gregory, Berlin( Adler- Boytottmaßregel. Es läuft dies Stillschweigen auf die Anstalt in Anspruch genommen zu werden pflegt, sei zu verBrauerei). 3. Böhmisches Brauhaus, Somitandit- Gesellschaft auf Aktien, A. Knoblauch. 5. Vereins- Brauerei Rixdorf. 6. Spandauer Berg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien Gesellschaft Schloss- Brauerei Schöneberg. Lokales. " Bethätigung des alten Kapitalisten- und Junker- Grundsatzes muthen, daß sie in den Hinterhäusern viel häufiger auftreten. hinaus: Uns, den Herren in der Gesellschaft alle Rechte, Daß die Arbeiter die Desinfektionsanstalt viel seltener benußen, dem Arbeiter dagegen tein einziges Recht. Natürlich als andere Bevölkerungsschichten, ergiebt sich auch aus der unbeschadet des in der preußischen Verfassungsgrundfakes: Alle Gruppirung der Eigenthümer nach Berufen. Nur 14 pCt. find als Preußen find vor dem Gesetze gleich! Arbeiter und unselbständige Handwerker bezeichnet. Unter den Eine Musterleistung dieser pyramidal- modernen Recht 3- vermeintlichen Ursachen dieser Zurückhaltung der Unbemittelten anschauung liefert die letzte Nummer des Reichsboten". Der wird in dem Bericht allerlei angeführt, nur nicht das Wichtigste. hiesige Bierboykott", so schreibt das Pfaffen- und Denunzianten- Es soll im Publikum noch große Untlarheit über das Wesen der blatt, bauert fort und der Vorwärts" fordert Tag für Tag Desinfektion und über die Kosten herrschen. Oft würden Sachen zur Fortsetzung desselben auf, ohne daß ihm das irgendwie der nothwendigen Desinfektion durch Beiseiteschaffung entzogen. verwehrt wird, während in Dresden und Kassel die Schuld daran sei die falsche Vorstellung über die Höhe der GePolizei und die Gerichte gegen solche Aufhebung der sozial- bühren und die irrige Annahme, daß die Sachen durch die demokratischen Presse zur wirthschaftlichen Schädigung von Ge- Desinfektion leiden. Das sei aber nicht der Fall, und auch die schäften einschreiten. Auch hier begegnet man der auffälligen Gebühren würden den Unbemittelten erlassen, ohne daß sie daVerschiedenheit in der Rechtsauffassung und Rechtsauslegung der durch zu Almosen- Empfängern würden. Alles das haben wir Ob die Berliner Arbeiterschaft nun endlich ins Mause- behördlichen Instanzen. Manche meinten, die Geschädigten sollten auch in den früheren Berichten schon gelesen. Bergessen wird loch friccht?„ Das Gasthaus", Organ des deutschen Gast- wegen Schadenersatzes die Urheber des Boykotts vor Gericht ver- nur jedesmal, hinzuzufügen, daß daß zum zum Gebühren- Erlaß wirthverbandes, bringt in seiner letzten Nummer mit feierlicher flagen, dann hätten die Gerichte Anlaß zum Einschreiten und der Nachweis der Bedürftigkeit erforderlich ist, und daß es Grandezza einen Versammlungsbericht, den wir seiner unverkenn- eine empfindliche Verurtheilung zur Schadloshaltung würde vom nicht jedem paßt, sich in dem wenig liebenswürdigen baren Komik halber ganz zum Abdruck bringen wollen. Der Boykott abschrecken. Es fragt sich aber, wer bei dem Boykott Amtston, der auch in der städtischen Verwaltung üblich ist, von Bericht lautet: als Urheber heranzuziehen und verantwortlich und schadenersatz- einem Bezirksvorsteher oder sonst wem über seine VermögensDie Vorstände des Vereins der Berliner Gastwirthe und des pflichtig zu machen ist. Unseres Erachtens liegt die Sache ein- verhältnisse verhören zu lassen. Von dem sozialdemokratischen Vereins der Berliner Weißbierwirthe in Gemeinschaft mit dem Vor- facher; die Aufforderung zum Boykott in Versammlungen und Vorschlage, die Desinfektion allgemein unentgeltlich zu bestand des Vereins der Berliner Brauereien und Umgegend hatten in der Presse ist zum allerwenigsten ein öffentlicher Unfug, wirken, will man ja nichts wissen. Die Ausführung dieses Vorder am 29. Mai 1894 stattgefundenen internen Sigung beim Kollegen der nicht geduldet werden sollte, und der deshalb der schlages würde die Abneigung gegen die Desinfektion, die ja auch Bolt beschlossen, durch ein vertrauliches Schreiben an die Saal- Obrigkeit hinlänglichen Anlaß zum Einschreiten darbietet. Es noch andere Gründe hat, nicht mit einem Schlage beseitigen, aber besitzer in Berlin und Umgegend dieselben zu einer Sigung am wäre von weittragenden schlimmen sozialen Folgen, wenn die wenigstens verringern. Zu den anderen Gründen gehört der, Dienstag, den 5. Juni, beim Kollegen Boltz einzuladen. Sozialdemokratie in diesem Boykott Sieger bliebe. Das ganze daß viele überhaupt eine Abneigung gegen eine gründliche ReiniDiese Sigung wurde um 5 Uhr vom Vorsitzenden des Ver- geschäftliche Bürgerthum hat das größte Interesse daran, daß gung ihres Körpers, ihrer Kleidung, ihrer Wirthschaft und eins der Berliner Gastwirthe, Kollege Triebel, eröffnet, welcher bas verhindert und der Terrorismus der Sozialdemokratie ge- ihrer Wohnung haben, weil sie sich an die Unsauberkeit, die brennende Tagesfrage:" Die Boykottirung der brochen wird; denn was heute den Bierbrauern geschieht, kann zu der sie durch Mangel an Zeit und Geld und durch ihre Brauereien und Gastwirthe", besprach. morgen gegen irgend eine andere Geschäftsbranche in Angriff ganze wirthschaftliche Lage gezwungen werden, schließlich Nach einer längeren Debatte ergab sich Einhelligkeit darüber, genommen und so allmälig das ganze Geschäftsleben unter den gewöhnt haben. Armuth und Schmutz zeigen sich oft mit daß die frivoler Weise heraufbeschworene und unser Gewerbe tief Terrorismus der Sozialdemokratie gestellt werden." einander verschwistert. Daran denkt wohl auch der Magistrat, schädigende Boykottirung durch die Sozialdemokraten energische Also los, Bruder Staatsanwalt! Wenn die Polizei an an- wenn er in seinem Bericht auch diesmal darauf hinweist, daß Gegenmaßregeln erheische. deren Orten sich ein Recht" aneignet, das erst mit Noth und oft bei Desinfektionen gleichzeitig eine gründliche Reinigung von Von den anwesenden ca. 250 Saalbefizern erbaten sich nur 3wang in den schon so häufig mißbrauchten groben Unfugspara- Räumen vorgenommen worden sei, die jahrelang nicht gereinigt 3 Herren eine kurze Frist, während sämmtliche anderen, sowie graphen hineininterpretirt werden muß; was zögert man da noch worden waren und ein Lager von Schmutz und Unrath bildeten. der Vorstand des Vereins der Brauereien im Namen der Berliner in der Reichshauptstadt? Das wollen wir wohl glauben; aber gerade dem Magistrat steht Brauereien bedingungslos folgende Resolution annahmen: Die gutgesinnte Presse und die gutgesinnte Bürgerschaft hat der Efel, mit dem er von diesem Schmuz spricht, und der " Die am 5. Juni bei Bolt, Alte Jakobstr. 75, ver- ja alle Ursache, anzunehmen, daß das, was nach ihrem heißen Stolz, mit dem er die Vorzüge der Desinfektionen rühmt, sehr fammelten Saalbesitzer Berlins und Umgegend, welche Herzensruf der sozialdemokratischen Arbeiterschaft, resp. deren wenig an. Warum unterstützt er denn nicht die Bestrebungen, durch schriftliche Einladung legitimirt sind, erklären sich Bertretern Recht sein soll, der Wiglebener Spekulanten- Sipp- die auf eine Erleichterung und weitere Verbreitung der solidarisch mit den Maßnahmen des Vereins der Brauereien schaft nicht billig sein wird! Desinfektion abzielen? Wenn, wie er sagt, der GesundheitsBerlins und verpflichten sich bei einer Konventionalstrafe Ein Glück nur, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft zustand Berlins überhaupt dadurch gefördert wird, dann handelt von fünfhundert Mart in jedem einzelnen Falle und Aus- sich den Teufel um die denunziatorischen Rechtsbelehrungen" der es sich hier doch wohl mehr um das Interesse der Gesammtheit schluß aus dem Ring, ihre Säle zu feiner sozialistischen bürgerlichen Breßtnechte fümmert und nach wie vor an ihrem als des einzelnen, so daß es selbst vom kapitalistischen Standund anarchistischen Versammlung herzugeben, falls der eigenen Recht festhält, teinen Tropfen Bier aus punkt aus nicht zu billigen ist, wenn die Kosten der Desinfektion Boykott gegen die Brauereien und Gastwirthe bis zum ein er boyfottirten Brauerei zu trinken, bis der bem einzelnen aufgebürdet werden. Besonders gilt das von der 15. Juni cr. nicht aufgehoben ist oder sich wiederholt. Uebermuth der Brauereiproben gebrochen ist! Schwindsucht. Hier bedauert der Bericht nicht nur, daß die Zahl der Zur Durchführung dieser Maßregel ist eine Kommission, Desinfektionen zurückgegangen ist, sondern auch, daß sie fast ausbestehend aus 9 Herren, ernannt, welche behufs Organis Bierschmuggel. Unter dem Namen Karthäuser- Bier liefert fchließlich erst nach dem Tode vorgenommen werden, während firung der Saalbefizer weitere Schritte zu ergreifen ein Bierverleger L. in der Tempelherrnstraße seinen Flaschenbier bei jahrelanger Dauer der Krankheit die nie desinfizirten Sachen Kunden echtes und rechtes Bier aus der Vereinsbrauerei in Rix des Kranken die Ansteckung ungehindert weiterverbreiten können. Ferner verpflichtete sich der Verein der Berliner dorf. Insoweit die Kundschaft damit einverstanden ist, boykottirtes Vielleicht wird man sich angesichts solcher Thatsachen doch Brauereien und Umgegend bei einer Konventionalstrafe Bier unter fremder Marke zu beziehen, läßt sich gegen eine solche noch zu einer anderen Behandlung der Frage bequemen von 3000 m. für jeden einzelnen Fall, kein Bier an Manipulation natürlich nichts sagen. Da unter den Kunden müssen. Etwas kleinlaut scheint die Verwaltung ja auch schon Wirthe zu liefern, welche ihre Säle zu derartigen Ver- des Herrn 2. aber auch sehr viele sind, welche den Geschmack an geworden zu sein. Früher wurde in den Berichten immer gesammlungen hergeben." dem Boykottbier vollständig verloren haben, so wird die rühmt, daß die Desinfektionen bei Unbemittelten, so selten sie noch Die ganze Bedeutung dieses Beschlusses tritt erst zu Tage, Carthaus- Etiquette als Schuhmarke ihre Wirkung wohl ver- feien, doch stetig zunähmen. Aber das hat nun auch aufgehört. wenn man erfährt, wer in dieser, unter möglichstem Aus- lieren. Die Zahl der Hinterhaus- Bewohner ist diesmal fast nicht mehr schluß der Oeffentlichkeit abgehaltenen Versammlung alles anwesend war. gegen das Vorjahr gestiegen. Sie betrug 1892/93: 31, 1891/92: 30%, 1890/91: 271/2, 1889/90: 25, 1888/89: 20, 1887/88 141/2 Diese Reihe zeigt, daß bereits in den letzten Jahren Prozent. eine merkliche Verlangsamung der Burahme eingetreten war. Wenn die Kostenfrage nicht bald in anderer Weise geregelt wird, erleben wir es vielleicht noch, daß in den nächsten Jahren wieder eine Abnahme eintritt. haben. Die Arbeiterschaft, die, wie wir schon vorgestern erwähnten, jeden neuen Schlag doppelt zu pariren weiß, hat also alle Ursache, vor den Röficke'schen Steifleinenen, die am Mittwoch zu fleinen Scherzen versammelt waren, nicht zu zittern. Sie nimmt den ohnmächtigen Lärm der Brauereibesitzer und ihrer Trabanten als Zeichen der Anerkennung entgegen und geht ruhig und beharrlich weiter den Weg ihres Rechts, der sie dem Sieg entgegenführt. " Zu dem Brauereiboykott in Berlin weiß die Freisinnige Es erschienen zunächst mit vor Kummer geröthetem Gesicht Beitung" zu berichten, daß die Nordstern Brauerei dem 32 Brauereidirektoren in Begleitung einer ebenfalls nicht kleinen Berein der Brauereibesitzer beigetreten ist. Ob diese Angabe Anzahl Ehrengardisten. Dann waren anwesend die Vorstände richtig ist, vermögen wir jetzt nicht festzustellen, doch bezweifeln der Gastwirthsvereine, meist kleine Budiker, denen gerade drei wir die Nachricht vorläufig sehr. Gäste fehlen, wenn sie ihren neun Quadratmeter großen G Saal" Ein Scheuerfest. Auf den Fliesen, mit denen der Eingang nicht zu Volksversammlungen hergeben. Eine Koryphäe dieser zum Bahnhof Großgörschenstraße belegt ist, stand am Montag in Abtheilung war z. B. Herr Kuckenberg, der Vorsitzende aller Frühe die mit rother Flammenschrift so deutlich und auf- Mit der angeblichen Desinfektion von Putlappen, zu Des Vereins der Weißbierwirthe. Dann thaten fich fallend wie nur möglich gemalte Aufforderung zu lesen: denen bekanntlich vorwiegend Lumpen verwendet werden, wird hervor Herr Theodor Müller, der Besitzer der Trinkt tein bontottirtes Bier! Die Arbeiter, welche nach den Angaben des Berliner Magistrats ein arger Mißbrauch Akademischen Bierhallen, Herr Emil Wiese vom Schwedischen auf diesem Wege nach ihrer Arbeitsstätte schritten, saben getrieben. In dem Bericht über die städtische DesinfektionsPavillon in Wannsee und Herr Karl Keller aus der schmunzelnd das Meisterwerk deutscher Schildermalerei und anstalt wird gesagt, daß Händler nur einen ganz geringen Köpenickerstraße mit einigen Sinnesverwandten, auf deren Lokale fagten: Machen wir schon seit vier Wochen, un 3 kann es Bruchtheil der von ihnen in den Handel gebrachten Puzlappen die Berliner Arbeiterschaft schon lange vor dem jeßigen Boykott nicht gelten. Auch die zum Einkauf gehenden Proletarierfrauen, desinfiziren lassen, gleichwohl aber große Partien angeblich ges gepfiffen hat. Von den wirklich für die Arbeiterschaft in die der wirkungsvollen Schönheit der rothen Delfarbe die ge- reinigter Lumpen als solche verkaufen"." Nur eine strenge be Betracht kommenden Lokalinhabern hat sich bezeichnender Weise bührende Beachtung schenkten, dachten sich, daß es auch bei hördliche Kontrolle", fügt der Bericht hinzu, dürfte eine Bes kaum einer in der Vehmversammlung vom Mittwoch sehen ihnen kaum der ernsten Mahnung bedurft hätte, ihrer Pflicht feitigung dieses Unfuges erreichen lassen". Leider vermissen wir laffen. nachzukommen. Desgleichen fühlten sich auch die Unterbeamten eine Angabe darüber, ob der Magistrat den Behörden auch seine der Bahn als gute Sozialdemokraten reines Herzens Hilfe zu der von ihm gewünschten Beseitigung des Unfuges" und raunten einander zu, daß die Mahnung, die angeboten hat. Wir können nicht annehmen, daß er seine Be Arbeiterschaft in ihrem gerechten Kampfe gegen den Unter- hauptungen ohne thatsächliche Unterlage aufgestellt hat. Er nehmerhochmuth zu unterstützen, wohl an eine höhere Stelle ge- wird also vermuthlich in der Lage sein, Händler namhaft zu richtet sein müsse. Und es dauerte auch nicht lange, bis an machen, die in so niederträchtig gewissenloser Weise mit höherer Stelle den vier inhaltsschweren Worten die gebührende Be- Gesundheit und Leben von Arbeitern gespielt haben, um Warum werden diese achtung geschenkt wurde. Der Bahnhofs- Inspektor tam, sah sich die Desinfektionsgebühr zu sparen. die Mahnung zur Pflicht an und argumentirte, daß er, als aus Leute nicht den Gerichten überliefert? Freilich würden sie im Ja, Bauer, das ist ganz was Auderes. Wenn die Ar. schließlicher Bevorzuger des Echten" überhaupt nicht in der Lage schlimmsten Falle wohl nur wegen Betrug bestraft werden. Was sei, dem Boykottbeschluß der Arbeiter zuwider zu handeln. Es tausendmal schlimmer ist, als dieser Betrug, die Gefährdung der beiterschaft Berlins als Antwort auf eine ebenso freche als sei, dem Boykottbeschluß der Arbeiter zuwider zu handeln. unmotivirte Maßregelung über eine Anzahl Brauereien noth- bedürfe daher durchaus nicht der besonderen Aufforderung und Arbeiter nämlich, die mit den, meist von Krankheitsteimen aller man möge mithin die Flammenschrift wieder entfernen. Das Art wimmelnden Lumpen hantiren müssen, würde nur dann gedrungen den Boykott verhängt, so ist das nach der Kapitalisten war aber leichter gesagt, als gethan. Einige Bahnhofsarbeiter gebührend streng bestraft werden können, wenn ein bestimmter presse eine Handlung, der gegenüber man am liebsten den trakten mit dem Scheuerbesen darauf los, der Fall einer thatsächlichen Schädigung eines Arbeiters nachgewiesen Fliesen wurden sauber, wie ein neugedecktes Tafeltuch, bevor dieser Nachweis geführt ist, einen Hallunken zu lanten wegen gegenseitiger Gefährdung ihrer schmuzigen Ge- aber die leidige Flammenschrift„ Trinkt tein boykottir: nennen, so würde der obenein mit Erfolg den Schutz des Geschäftchenmacherei einander selber in die Haare gerathen und sich tes Bier" wich nicht vom Fleck. Da half weder faltes noch setzes anrufen und den„ Beleidiger", der zum mindeſten in der boykottiren. Dieser Fall ist in dem famosen Streit Wigleben boykottiren. Dieser Fall ist in dem famosen Streit Wigleben warmes Wasser; im Gegentheil hoben sich die vier der Ver-" Form" gefehlt hat, voraussichtlich zur Bestrafung bringen können. contra Treptom eingetreten. Der erger der Wiglebener" darüber, daß ihnen das von der 1896er Gewerbe- Ausstellung nichtung preisgegebenen Worte nach jedem Angriff nur um so, wir leben in einer sehr toleranten Zeit, in welcher ein Staatserhoffte großartige Geschäft" verdorben ist," so schreibt die leuchtender von dem blanken Untergrund ab. Als dann schließlich bürger, wenn er zu den ordnungsliebenden"," gefitteten", geKreuz- Zeitung", zeigt sich in vielen sonderbaren Erscheinungen. gar nichts mehr helfen wollte, mußte die bekanntlich auch bei rechnet werden will, auch für den ärgsten Schuft noch ein gewiffes Namentlich find die Grundstücksspekulanten und die Gastwirthe den Brauereibesitzern in vortheilhaftem Ruf stehende Chemie zur Quantum von„ Achtung" übrig haben muß. sehr aufgebracht. Nun ist es ihnen wenigstens gelungen, eines Brauereibesitzers, ein beträchtliches Quantum Salzsäure herbei, Gheleute wohnten mit sechs Kindern im Alter von acht Jahren Hilfe kommen. Man holle, wie man sagt auf den Rath eines Wie der Proletarier„ wohut". Die Arbeiter Hell'schen „ Opfers" habhaft zu werden, das für die gestörten Ausstellungsdas dann endlich nach langem Ringen der zähen Delfarbe den bis zu sechs Monaten auf dem Grundstück Alt- Moabit 132 im hoffnungen bluten muß. Gin Großdeftillateur" natürlich Garaus machte. Aber ganz wichen die vier Worte doch nicht Keller des Seitenflügels. Der Mann hat seit November v. J. auch freisinniger Stadtverordneter der Reichshauptstadt-vermochte fich für die gerühmten Schönheiten Wiglebens nicht zu vom Fleck und wer des Weges fommt, fann heute noch, wenn nur vorübergehend Beschäftigung gehabt, die Frau hatte mit dem die vier Worte schimmern vollauf zu erwärmen; er schwärmte für Treptow. Darum erhoben sich die Charlottenburger Gastwirthe, traten für die Ehre sehen: Trintt tein boyfottirtes Bier! thun. Kein Wunder daher, daß sie die Wohnungsmiethe für Charlottenburg= Wiglebens in die Schranken und thaten Die städtische Desinfektionsanstalt wird besonders von die Monate April und Mai d. J. in Höhe von zusammen 38 M. den Schwur: fein Tropfen Schnaps von diesem den Unbemittelten, von der Arbeiterbevölkerung immer noch nicht schuldig blieben. Der Verwalter, Packetfahrt- Briefträger NeuGroßdestillateur soll mehr von den Männern in dem Umfange in Anspruch genommen, der im Interesse des mann, strengte nun in Vertretung des Hauseigenthümers Dr. Charlottenburgs getrunken werden. Von diesem Einzelnen, wie der Gesammtbevölkerung zu wünschen wäre. Bischoff, Gerichtschemiker, Werftstr. 20 wohnhaft, die Ermissions Schwure machten sie dem Verächter Wiglebens sofort Mit Diese Klage fehrt Jahr für Jahr in den Verwaltungsberichten lage an, und am Montag Vormittag erschien ein Gerichtstheilung; darin steht folgendes geschrieben: Der( Gastwirths) des Magistrats wieder, und auch in dem eben veröffentlichten vollzieher, um seines traurigen Amtes au walten. Er traf Frau Staatsanwalt mobil machen möchte. Anders liegt die Sache fragten mit dem Scheuerbesen darauf los, als ob Besuch eines Potentaten in Aussicht stände, die wäre. Und wenn es jenrand wagen wollte, einen solchen Händler, aber, wenn der Fall eintritt, daß die Kapitalisten und Speku Witterungsübersicht vom 6. Juni. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Windstärke Wetter Temperatur 50 G. 4° R.) Hell mit dem jüngsten Rinde allein in den Räumen an, während die Schläfe. In der Metalldruckwaaren- Fabrik von Heber, gaben durch Bernehmung der Gendarmen Beweis zu erheben sich der Mann auf der Suche nach Arbeit befand. Frau Hell bat den Ritterstr. 77, brach Feuer aus, das auch das darüberliegende und beantragt, ihn nicht nur freizusprechen, sondern auch die Beamten, ihre draußen spielenden Kinder für den Auszug um- Stockwerk ergriff und erheblichen Schaden verursachte. Außer nothwendigen Auslagen, die ihm erwachsen kleiden zu dürfen und lief fort, um sie zu rufen. Bei ihrer dem fanden im Laufe des Tages noch zwei kleine Brände statt. find, der Staatstaffe aufzuerlegen. Zu seinen Rückkehr fand sie die Wohnung verschlossen und ihre in einem angenehmeren Erinnerungen aus seiner Anwaltspraxis gehöre die Thatsache, daß nicht ohne seine Beihilfe im Bezirk des Landgerichts Berlin II der Grundsatz Geltung erhalten, daß einem Angeklagten, dessen Unschuld erwiesen, auch die nothwendigen Auslagen zu ersehen seien. Solch' Angeklagter sei er. Das Gericht erkennt nach längerer Berathung nach dem Antrage des Angeklagten. Durch die Beweisaufnahme sei der Inhalt der Anflage nicht bestätigt. Weshalb E forderte der Staatsanwalt oder Oberstaatsanwalt auf, gegen Stadthagen Strafantrag zu stellen? Wir wünschen dem Genossen, daß sein nächster Anklagetag" denselben Erfolg habe: am 13. d. Mts. hat Stadthagen sich wegen zwei Beleidigungen desselben Bürgermeisters, wegen angeblichen Hausfriedenbruchs und Bewegen sieben angeblicher leidigungen vor der Berliner Straffammer zu verantworten. Die böse Sieben" hat er sich als Vertheidiger in den bekannten Prozessen Peus, Fritsche und Matthies zugezogen. Beleidigt sein follen alle Richter des Landgerichts und Amtsgerichts zu Magdeburg, der erste Staatsanwalt und einige andere ebenda, sowie der Bürgermeister zu Staßfurt. Swinemünde Hamburg Berlin Kinderwagen liegende jüngste Tochter war auf den Hausflur hinausgeschoben worden. Der Frau blieb nichts übrig, als mit ihren Kindern auf der Straße die Rückkehr des Mannes abzuwarten, sich aber, als der Erwartete bis 83/4 Uhr nicht eingetroffen war, nach der Wache des 4. Polizeireviers mit der Stationen. obdachlosen Schaar zu begeben. Die Polizei war der vorgerückten Zeit wegen nicht mehr in der Lage, die Familie im städtischen Asyl unterzubringen, und ein Schußmann machte sich mit dem inzwischen ingetroffenen Familien Oberhaupt dem nach in der Werftstraße wohnenden Hauseigenthümer auf und erwirkte auch die schriftliche Erlaubniß, daß die Familie Hell für die Nacht in die innegehabten Räume zurückkehren dürfe. Obgleich man nun an nehmen kann, daß der Verwalter die Handschrift des Hauswirths tennt, obgleich ferner ein Schuhmann die Genehmigung bestätigte, war Neumann doch hartherzig genug, den armen auf der Straße schlafenden Würmern den Eintritt zu verwehren, bis er selbst bei dem Eigenthümer die Richtigkeit festgestellt hatte. So wurde es nach Mitternacht, bis auf polizeiliche Verwendung die Familie wieder ihren Einzug auf wenige Stunden halten fonnte. Dienstag haben dann die Unglücklichen in dem Hause Paulstr. 33 ein neues Heim gefunden. Am Aus dem Nixdorfer Krankenhause. Seit etwa 3 Wochen befand sich der schwer erkrankte, bejahrte Arbeiter Springer im Rigdorfer Gemeinde- Armenhause. Da ihm dort aber keine ärztliche Hilfe zu theil wurde, so wollte er am vergangenen Freitag das Gemeinde- Krankenhaus aufsuchen. Von mehreren mitleidigen Kindern hilfreich unterstützt, schleppte sich der Kranke bis zur Treptowerstraße, wo er unsern Genossen, Gemeindevertreter Fricke um Fürsprache in dem nahen Krankenhause bat. Da Fricke den Zustand des Kranken für sehr bedenklich hielt, gab er dem Springer den Rath, sich immer nach dem Krankenhaus zu be geben, er tomme sofort nach. Dies geschah auch, als aber Fricke den Hof des Krankenhauses betrat, sah er zu seinem Schrecken, daß der Kranke eben von zwei handfesten Krankenwärtern in wenig sanfter Weise an die Luft gesetzt wurde. Man hatte im Gemeindekrankenhause einfach teine Luft, den Patienten aufzunehmen, sondern suchte sich desselben auf die geschilderte Weise zu entledigen. Da Springer nicht imftande war weiter zu gehen, so machte sich Fricke auf, um nach dem Amtshause zu eilen und den Vorfall zur Anzeige zu bringen, nahm hiervon jedoch Abstand, als er in der Nähe des Krankenhauses den Leiter desselben, Dr. Horneffer, traf, dem er die Sache vor trug. Auch dieser hatte zunächst feine große Lust, den Kranten aufzunehmen, da aber Genosse Fricke mit Entschiedenheit darauf drang, mußten die Krankenwärter schließlich den an die Luft beförderten Kranten wohl oder übel hereinholen. Genosse Fricke wird den Vorfall in der Gemeinde- Vertretung zur Sprache bringen. Drillinge hat vorgestern die Frau des Droschkenkutschers Ernst Thomas in der Stendalerstr. 7, Quergebäude 3 Treppen, geboren. Die Ehe war schon vorher mit Kindern reichlich gefegnet. Die Frau hatte deren nicht weniger als elf, von denen allerdings nur drei leben. Die jetzt zur Welt gekommenen Drillinge sind träftig und gesund. Die Eltern sind sehr unbemittelt. Wiesbaden. München Wien WSW ( 1-1) 2BBILI6233 756 756 MSW wollig bedeckt 15 14 • 757 SW wolkig 17 758 SW 1 bedeckt 15 • 760 4 . halb bedeckt 20 759 1 • Regen 18 759 bedeckt 9 751 GO halb bedeckt 12 760 NO heiter 12 760 • 758 NW Still halb bedeckt bedeckt 11 14 Haparanda Petersburg Cort. Aberdeen Paris Witterung in Deutschland am 6. Juni, 8 1hr Morgens. Nachdem auch im Laufe des gestrigen Tages zahlreiche Regenfälle herniedergegangen sind, welche Nachmittags in Karls ruhe und Mülhausen i. E. von Gewittern begleitet waren, haben die Niederschläge einstweilen zwar aufgehört; doch ist das Wetter veränderlich geblieben und im allgemeinen herrscht noch bewölfter Himmel vor. Die südwestlichen Winde haben an Stärke wieder abgenommen. Die Temperaturen sind im Westen etwas gesunken, im Osten gestiegen; die höchste Morgentemperatur meldet München mit 20 Grad Celsius. Wetter- Prognose für Donnerstag, den 7. Juni 1894. Ein wenig tühleres, zeitweise heiteres, vielfach woltiges Wetter mit etwas Regen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. und " Plößensee beschäftigten gestern die erste Strafkammer am LandDurchstechereien im Berliner Bentralgefängnisse am gericht II. Wegen Diebstahls bezw. wegen Beihilfe dazu waren der Reisende Ernst Emil Wilhelm Schulze, der Kaufmann May Fiedler und der Arbeiter May August Queitsch, sämmtlich aus Berlin, angeklagt. Die Angeklagten hatten während des vorigen Jahres längere Gefängnißstrafen zu verbüßen. Dem Schulze war es gelungen, von den in der Anstalt gefertigten Waaren vier Paar neue Strümpfe, zwei Paar Lederpantoffeln, mehrere Paar gestrickte Unterhosen und diverse Scheuerlappen an sich zu bringen. Diese Gegenstände wollte er gelegentlich mit Hilfe eines Geschäftskutschers in die Freiheit und dann nach feiner Wohnung bringen lassen. Dazu brauchte er die Vermittlung eines Ralfaftors. Er wandte sich zunächst an einen gewiffen Engelmann, der indessen seine Mithilfe ablehnte. Mehr Glück hatte Schulze bei dem Kalfattor Queitsch, der die Kommisfion übernahm. Engelmann verrieth jedoch die Sache dem Oberauffeher, der die gestohlenen Sachen theils auf dem Lampen boden, theils in einer Belle versteckt fand. Da Queitsch angab, " " daß geblicher Beleidigung des Bürgermeisters Wagner zu Zieben- unter Anklage gestellt, doch gelang ſeinem Vertheidiger, RechtsNachklänge aus der Reichstagswahl 1890. Wegen an- daß ihm Fiedler die Packete übermittelt habe, wurde dieser mit walde hatte sich gefſtern Genoffe Stadthagen vor dem anwalt Dr. Schwindt, der Nachweis, daß sein Klient weder von Schöffengericht zu Bernau zu vertheidigen. In einer Wähler- dem Diebstahl, noch von dem Inhalt der Backete Kenntniß hatte. versammlung zu Cante am 27. Februar 1890, foll nach Be- Fiedler wurde daher freigesprochen. Queitsch wurde mit einem hauptung der Anklage der Angeklagte geäußert haben: gegen bestraft. Beonat und Schulze mit sechs Monaten Gefängniß den Bürgermeister zu Liebenwalde habe ich Anklage er heben lassen, er wird in den nächsten Tagen verantwortlich vernommen werden." Stadthagen erwidert hierauf: über diese schweren Diebstahls erschien vorgestern vor der VII. Straf Wegen 12 Presfohlen! Unter der Anklage des Beschuldigung bin ich zum ersten Male erst etwa drei Jahre tammer die verebelichte Kaufmann St. Die in der Holzmarktnach dem Vorfall vernommen worden. Die Aeußerung fann straße wohnende Frau des Schuhmanns Walther merkte seit ich in der zur Anklage stehenden Form, die übrigens auch keine längerer Zeit, daß von ihrem Boden Preßkohlen verschwanden. Beleidigung darstellen würde, nicht gebraucht haben, da es Eines Tages fehlten sogar 200 bis 300 Stück auf einmal. Die meinem strafprozessualem Gefühl zuwider laufen würde, zu be- Kohlen waren sämmtlich mit der Marke„ Marie" gezeichnet. haupten, jemand, der bereits angetlagt ist, solle Frau Walther hatte keinen bestimmten Verdacht, bis die in demfolgender. In Lanke wurde eine Wählerversammlung abgehalten, theilte, daß sie soeben in der gemeinschaftlichen Küche, welche verantwortlich vernommen werden. Der Sachverhalt war selben Hause wohnende Frau Zeiß bei ihr erschien und ihr mitdie von meinen Gesinnungsgenossen einberufen war. Uns wurde sie mit Der Sargkrieg in Erkuer. In unserem Vorort Erkner auf dem Wege nach Lanke mitgetheilt, daß konservativ sich die bemerkt habe, der Angeklagten benutte, lettere mit Kohlen mit der Bezeichnung Ilse" liegen sich die Sargfabrikanten in den Haaren; die dortige nennende Leute sich verabredet hatten, die Versammlung zu gefeuert habe, eine Marke, die sie die sie auch führe. auch führe. NunLokalzeitung bringt in ihren letzten Nummern folgende geschmack- sprengen und die Sozialdemokraten zu verbauen. Der Vorsitzende, mehr warf Frau Walther den Verdacht auf die Angeklagte, volle Anzeigen: Weber Schöder, betonte deshalb, daß jeder volle Redefreiheit daß sie die ihr gehörigen Kohlen ,, Marie" auch genommen haben Nr. 1. Tausend Mark demjenigen, welcher mir nachweist, erhalten würde, daß aber Unterbrechungen der Redner unter- müßte, zumal fie bei einem Besuch, den sie der Angeklagten daß ich zur Zeit nicht das größte Lager von Särgen aller Art bleiben mögen. Kaum hatte jedoch der Vortragende, ein Maurer, wenige Tage vorher gemacht, bemerkt hatte, daß in deren Kloset habe. C. H., Tischlermeister. Darauf erfolgt eine Gegen- feinen Vortrag begonnen, so wurde er durch lärmende, brüllende, raum ein größerer Posten Kohlen mit der Marke Marie" aufannonce Nr. 2: Gut gebrüllt, Löwe! Woher 1000 m. nehmen gemeine Zurufe und Schimpfworte, insbesondere von einem gestapelt war. Die beiden Frauen verschafften sich einen Schlüssel und nicht stehlen?" Flugs antwortet darauf G. H. unter Lische aus, unterbrochen, an dem der Amtsvorsteher Seeger, zu dem Voden der Angeklagten und machten nun die Entdeckung, Nr. 3: 2000 Mark Belohnung demjenigen, der nachweisen einige Gutsbesitzer tann, wer am meisten Schulden auf Särge hat." einige bewaffnete Leute daß dieser Schlüssel auch zum Boden der Frau Walther paßte. in Jägeruniform saßen. Warum kommt denn Stadt Sie eröffneten den St.'schen Boden und fanden hier zwölf In Treptow wurde am Montag die Leiche eines etwa ein- hagen nicht? Der ist wohl zu feige? Der faule Jude, Preßkohlen mit der Marke Marie" in einein Winkel jährigen feingekleideten Knaben in der Nähe der Bade- Anstalt Unsinn, Blech und dergleichen konservative Schlagworte" vor. hr wurde nun nun gegen Frau St. Anklage wegen aus der Spree gezogen. Die Polizei muthmaßt ein Verbrechen. Schwirrten durch den Saal, so daß der Vortragende nach etwa Diebstahls mittels Nachschlüssels erhoben. Die Angeklagte berief 2 Minuten den Vortrag abbrach. Der Lärm legte sich erst, als sich auf einen von ihr namhaft gemachten Kohlenhändler dafür, leber bedenkliche Wirknugen der offenen Wagen, der Vorsitzende wiederholt die Ruhestörer aufforderte, das Lotal daß sie von diesem Kohlen mit der Marke„ Marie" bezogen habe. welche die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft im Sommer zu verlassen, wenn sie sich nicht anständig betragen tönnten, und Der betr. Händler bestätigte dies jedoch mit der Einschränkung, einstellt, weiß eine Lofalforrespondenz zu melden: als ich, dessen Anwesenheit nicht vermuthet war, das Wort er- daß dies vor mehreren Jahren geschehen sei. Da dieser Zeuge Seit Schaffung der Sommerwagen hat die oben erwähnte hielt. Zu Beginn meiner Ausführungen wies ich darauf hin, gleichzeitig bekundete, daß die Kohlenhändler in der dortigen Gesellschaft infolge zahlreicher Unglücksfälle bei dem Schaffner: daß Jeder nach seiner Ueberzeugung wählen müsse, Stimmen Gegend die Marke Marie" überhaupt nicht führen, so hielt der Personal bedeutende Zahlungen für Kurtosten refp. Unfallrenten fauf und Wahlbeeinflussungen, wie sie bei der Hauptwahl Staatsanwalt den schweren Diebstahl für erwiesen und beantragte zu leisten gehabt, jetzt hat auch ein Passagier Klage wegen eines massenhaft seitens Konservativer ausgeübt seien, seien strafbar. 3 Monate Gefängniß. Rechtsanwalt Dr. Haase auf einem Sommerwagen erlittenen Unfalles angestrengt. Der Das sozialdemokratische Wahlkomitee fordere Jeden auf, derartige führte dagegen aus, daß der Indizienbeweis, der schließKläger, ein Herr W., stürzte im vorigen Jahre am Andreasplatz Gesetzesverlegungen zu seiner Kenntniß zu bringen, damit er das lich auf jeden anderen Hausbewohner, bei welchem beim Abspringen vom offenen Wagen, gerieth unter die Näder Material bei einem eventuellen Wahlprotest und zur Strafanzeige Marie"-Marken gefunden würden, passen würde, nicht ausdes Tramway und es wurde ihm das rechte Bein abgefahren. benutzen könne. Nach dem Geset würden brutale Gesetzes reichen könne, um eine unbescholtene Frau auf mehrere Monate W. ist nun nicht mehr in der Lage, sich genügend ernähren zu verlegungen dadurch nicht straflos, daß die Thäter zur fon- ins Gefängniß zu schicken. Ein Angeklagter habe keineswegs die können und hat infolge dessen Klage auf Schadenersatz an- fervativen Partei sich zählen. Ich führte eine Reihe von starten Rechtspflicht, sich fiber den redlichen Erwerb eines bei ihm gegeftrengt. Wahlbeeinflussungen, hauptsächlich solche, bei denen Beamte eine fundenen Gegenstandes auszuweisen. Im Gegentheil müſſe dem Wegen schiverer Körperverlegung wurde am gestrigen aftive Rolle gespielt hatten, auf. Es ist möglich, Angeklagten der Nachweis geführt werden, daß die betr. GegenMorgen gegen 1 Uhr der Arbeiter" Wagner verhaftet. Bur ge- daß ich auf einen Zwischenruf von dem Tische aus, stände in unredlicher Weise erworben worden sind. Der Gerichtsnannten Beit war in dem Lokal von Hüttrich, Gollnowstr. 5, an dem Herr Seeger saß, und der etwa dahin ging: hof schloß sich nach langer Berathung diesen Ausführungen an der oben erwähnte Mann erschienen und verlangte von dem denken Sie an Liebenwalde, hier giebts auch Prügel" geant und erkannte auf Freisprechung der Angeklagten. Diese Wirth ein Glas Bier. Der Lehtere weigerte sich mit Rücksicht wortet habe: auch gegen diesen wird Strafanzeige erstattet verließ laut schluchzend den Sigungsfaal. auf den angetrunkenen Zustand des Gaftes das geforderte Ge- und er verantwortlich vernommen werden. Diese Bemerkung be tränk zu verabfolgen und er mußte den W., der daraufhin furcht- 30g sich darauf, daß etwa 2 Wochen vorher der Liebenwalder baren Lärm erhob, gewaltsam aus dem Lokal entfernen. Bor Bürgermeister meines Erachtens zweifellos gesetzwidrig vorgegangen der Thür begann aber der Hinausgeworfene derartig au toben, war. Meine weiteren sachlichen Ausführungen über die gemein- Soziale Uebersicht. daß Herr H. hinausging, um ihn zu beruhigen. Raum befand schädlichen Folgen der Getreidezölle und der Branntweinsteuer, An alle Porzellan, Glas- und Judustriemaler Berlins! sich jedoch der Restaurateur auf der Straße, als W. auf ihn los- fowie meine Darlegungen über das Arbeitsverhältniß und die Am Sonnabend, den 9. Juni, Abends 81/2 Uhr, findet im Lokale stürmte und dem Ahnungslosen einen Messerstich in den Rücken die von dem Tisch ausgingen, an dem Herr Seeger saß, mit obiger Branchen statt, in welcher der Kollege Braunschweig Klaffengegensätze wurden trotz allerlei pöbelhafter Zwischenrufe, von Ehrenberg, Annenstr. 16, eine öffentliche Versammlung versetzte, so daß Herr H. bewußtloß zusammenbrach. Dann erAufmerksamkeit verfolgt. Ein immer größerer Theil der griff der Thäter die Flucht, wurde jedoch von einer Schuhmanns Bersammelten wendete sich gegen den fortdauernden Unfug des einen Vortrag über:" Die Mißstände in den Berliner Malereien patrouille, welche Beugin der That gewesen, ergriffen und ver- Amtsvorstehertisches. Vielleicht deshalb schwang sich Herr Seeger und deren eventuelle Abhilfe" halten wird. haftet. Der Schwerverletzte wurde nach der nächstbelegenen Kollegen! Die immer mehr und mehr sich trauriger geSanitätswache geschafft, wo er die erste Hilfe erhielt und dann plötzlich auf einen Stuhl und brachte mit starker Stimmestaltenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse innerhalb unseres BeSanitätswache geschafft, wo er die erste Hilfe erhielt und dann ein Hoch auf den Kaiser aus. Dann sprangen einige rufes drängen uns dazu, endlich einmal darüber nachzudenken nach dem Krankenhause Friedrichshain überführt. aus Seeger's Umgebung unter dem Rufe:„ Nieder mit den Sozial- und zu berathen, wie es möglich ist, eine Abhilfe, eine Besserung ins bitterste Elend gestürzt. " Durch einen Revolverschuß hat sich vorletzte Nacht im demokraten", gegen die Rednerbühne; einige sprangen mit Hirsch dieser Verhältnisse zu schaffen. Alle anderen Gewerke, alle ArLokal Bum Franziskaner" ein junger Mann getödtet. Die Perfängern auf dieselbe, Schöder und mir entgegen. Der über- beiter, welche einigermaßen die heutige Zeit begriffen haben, sönlichkeit des Selbstmörders hat bisher nicht festgestellt werden wachende Beamte warf diese kleinen Landfriedensbrecher von rühren sich und streben danach, ihre Existenzbedingungen zu er tönnen. Auffällig ist, daß in seiner Kleidung sieben Busennadeln dem Podium herunter und löste die Versammlung auf. Auf dem höhen, mindestens aber nicht noch weiter herabsinken zu lassen. von unbedeutendem Werth gefunden wurden. Nachhauseweg wurde ein vergeblicher Bersuch, uns zu überfallen, und 3hr, die zum Theil sich Künstler nennen, wollt alles über Aus Noth hat der bejahrte Schriftsetzer Oskar Junghans gemacht. All dies muß der betreffende Gendarm bezeugen können. Euch ergehen lassen? Wollt zusehen, wie die Fabrikanten, Gyin Rigdorf in der Juliusstraße seinem Leben ein freiwilliges Danach liegt unter keinen Umständen auf meiner Seite, wohl porteure, Grossisien u. s. w. fich mühelos von Eurem Arbeitsaber auf entgegengesetter Seite etwas Strafbares, nämlich quali Ende gemacht. Krankheit und Arbeitslosigkeit hatten den Mermfienfisirter Landfriedensbruch, Vergehen gegen das Vereinsgesetz und ertrage bereichern? Kollegen, und auch die, welche sich Meister vielleicht auch Hausfriedensbruch und grober Unfug vor. Das nennen und selbständig arbeiten, jedoch unter dem gleichen Druck zu leiden haben, setzet Euch nicht aus nichtssagenden Gründen Polizeibericht. In der Nacht zum 5. d. M. schoß sich ein Gericht tritt dennoch in die Beweisaufnahme ein. Der erste über die große Sache: Erstrebung günstiger Arbeitsverhältnisse, Arbeiter in seiner Wohnung, in der Triftstraße, eine Revolver- Beuge, Bürgermeister Wagner, befundet, er habe der hinweg; erscheint alle in dieser Versammlung und helft mit, fugel in die Brust. Er wurde noch lebend nach der Charitee Bersammlung nicht beigewohnt. Ihm sei mitgetheilt, Angeklagter Mittel und Wege ausfindig zu machen, welche einen weiteren gebracht. Am 6. d. M. Morgens wurden eine Frau auf dem habe gefagt, daß Beuge mit Gefängniß zu bestrafen Niedergang der Existenzbedingungen verhindern und eine Besserung Boden eines Hauses in der Blücherstraße, und Vormittags eine sei, oder ähnliches. Er habe Strafantrag erst auf der fast menschenunwürdigen Zustände in den hiesigen Malereien Frau in ihrer Wohnung, in der Neuen Hochstraße, erhängt vor- Aufforderung des Staatsanwalts oder Ober: garantiren. Es liegt im Interesse eines jeden einzelnen, ob selbstgefunden, An der Ecke der Müller- und Seestraße wurde Staatsanwalts gestellt. Er fühle sich beleidigt. Amt 3. garantiren. Es liegt im Interesse eines jeden einzelnen, ob selbstständig oder Gehilfe, endlich einmal sich aufzuraffen und den Nachmittags ein Handwerker mit einer schweren Verlegung am vorsteher Seeger wird demnächst als Beuge ver Ropfe vorgefunden. Er behauptet, in einer in der Nähe befind- nommen. Er wird gegen Protest des Angeklagten beeidet und tagtäglich schlechter gestaltenden Verhältnissen entgegenzutreten. lichen Baumschule von einem unbekannten Mann durch einen fagt etwa aus: Angeklagter sagte, er werde gegen den Bürger. Jeder sei bemüht, seine engeren Kollegen zu bewegen, die VerSchlag mit einem Mauerstein gemißhandelt worden zu sein.- meister Wagner Strafantrag stellen, oder ähnliches; er geißelte sammlung zu besuchen, um in gemeinsamer Berathung zu finden, Auf dem Holzplatze Rottbuser Ufer 30 wurde ein mit dem das Verhalten der Behörden; den Wortlaut vermag ich nicht oder Hebel angefeßt weroen muß, unsere Arbeitsverhältniffe Stapeln von Brettern beschäftigter Arbeiter durch herabfallende wiederzugeben. Der letzte Zeuge, Gutsbesiger Steegemann: u verbessern. J. A.: Der Einberufer, Paul Renner, Schleiermacherstr. 14. Bretter erheblich verletzt. Eine in der Danzigerstraße wohn-„ Das ganze Verhalten des Angeklagten war entschieden behafte Frau versuchte sich mittels Antipirin zu vergiften. Sie leidigend, Thatsachen kann ich nicht anführen." Der Amts- Charlottenburg. Um eine möglichst schnelle Erledigung wurde nach dem Krankenhause gebracht. In der Nacht zum anwalt beantragt Freisprechung, da die Worte, aller Angelegenheiten bewirken zu können, welche die Partei be 6. d. Mts. tödtete sich auf dem Abort einer Wirthschaft in der die der Anklage zu Grunde liegen, nicht erwiesen sind. An- treffen, werden die Genossen ersucht, sich stets zunächst an die Georgenstraße ein etwa 80jähriger Mann durch einen Schuß in geklagter stellt anheim, über die von ihm gemachten An- Bertrauensleute zu wenden. Dagegen find Fragen, die die Lokal fommission betreffen, an den Obmann derselben zu richten. Die Adressen der Vertrauensleute sind: Für den Westen: Otto Goerte, Wilmersdorferstr. 46, IV. Für den Osten: Aug. Sellin, Scharrnstr. 16, part. Obmann der Lokalkommission: Heinrich Schwarz, Rosinenstr. 2, 111. bleiben. sid Ein Streik ist, wie die„ Norddeutsche Volksstimme" mittheilt, unter den beim Neubau des Kaiserhafens beschäftigten Arbeitern des Unternehmers G. H. Schmidt ausgebrochen, und zwar wegen Lohndifferenzen. 10 Arbeiter haben die Arbeit niedergelegt, während 5 die letztere wieder aufnahmen. Die Reichenberger Tischler haben in allen Werkstätten, außer in dreien, welche gesperrt bleiben, die Arbeit wieder auf genommen, da ihnen die Forderungen bewilligt wurden. die strenge Durchführung des Bierboykotts Sorge zu tragen. Die p nächste Versammlung findet am 17. Juni statt. Der Referent sprach sich mit Rücksicht auf die aus der Versammlung selbst als ungünstig bezeichneten Zeitverhältnisse gegen einen Streit der betreffenden Arbeiter und Arbeiterinnen aus. Da dieselben in der Versammlung anwesend waren, ihre Andie Agitationskommission zu beauftragen, die Arbeiter und Ara sichten aber trotzdem nicht zum Austrag brachten, beschloß man, beiterinnen der Firma Rosenthal u. Groß zu einer Sigung bea buss Aussprache über die betreffende Angelegenheit einzuladen; etwaige Schritte habe die Kommission dann zu thun. Folgende etwaige Schritte habe die Kommission dann zu thun. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Der Textilarbeiter- Verband( Filiale 11) hatte am 26. Mai Herr Rickert einen von der Versammlung recht beifällig auf feine regelmäßige Mitgliederversammlung einberufen, in der genommenen Vortrag hielt. Nach einer kurzen Diskussion über Das Ende des Schuhmacherstreiks in Burg steht in das Referat unterbreitete der Kassirer der Versammlung den Aussicht. Die Unternehmer sind, wie der„ Burger General Rassenbericht vom 1. Quartal. Sodann wurden den Wirkern Anzeige" meldet, mit der von der Streiffommission vor in Nauen 20 M. und den Berliner Brauern 30 M. Unterstüßung geschlagenen Ronzession einverstanden: ,, tein Fabrikant soll bewilligt. gehalten sein, die Arbeiter, die in seiner Fabrik standen, wieder Die Versammelten haben Kenntniß genommen von den un in Arbeit zu nehmen, wenn solche dabei sind, die er nicht will". hatte am 27. Mai im Lokal Königshof eine Versammlung ein- herrschen und versprechen, die dort beschäftigten Arbeiter und Der Deutsche Holzarbeiter- Verband( Bezirk Westen) würdigen Zuständen, welche bei der Firma Rosenthal u. Groß Gegenwärtig ist der Vertrauensmann der deutschen Schuhmacher, W. Bock aus Gotha, dort anwesend und hat in Gegenwart von berufen. Zu dieser Versammlung waren die Kollegen, die auf Arbeiterinnen bei jedem Schritte, den dieselben dagegen unterKommissionsmitgliedern der Arbeiter die Verhandlungen mit den den Neubauten in der Grunewaldstraße arbeiten, eingeladen. An nehmen, moralisch und materiell zu unterstützen." Fabrikanten wieder aufgenommen. Ueber das Ergebniß derselben wurde Kollege Rusche gewählt. Der Referent Wilhelm Vorwurf gemacht, Streitbrecher, und darunter folche Leute, stelle des bisherigen, mehrfach nicht erschienenen Schriftführers Dem Verband deutscher Schuhmacher wurde dann der erfährt die Magdeburger Volksstimme", daß das bisherige Verlangen der Streifenden, die Frau Schmugler wieder einzustellen, Pfannkuch sprach in einem interessanten Vortrag über die durch deren Denunziationen ehrliche Kollegen ins Gefängniß genunmehr fallen gelassen ist. Infolgedessen werden die Fabrikanten Beifall zu theil wurde. Von den eingeladenen Kollegen gaben schloffen nach kurzer Debatte die Angelegenheit in der am MittGewerbe- Ordnung", wofür ihm von den Anwesenden reicher kommen seien, aufgenommen zu haben. Die Versammelten bewieder über event. Einstellungen mit den Arbeitern in Unter- Geisenheimer handlung treten. Ueber das Resultat derfelben läßt sich heute Geisenheimer und Lade Aufklärungen über die Mißstände, die woch tagenden Versammlung zur Sprache zu bringen. noch nichts mittheilen. Wir sind neugierig, ob noch außer daß die Kollegen es nur ihrer eigenen Nachlässigkeit und ihrem Sigung die unerträglichen Mißstände bei der Firma Rosenthal dort geherrscht haben. Aus ihren Ausführungen ging hervor, Im Verein der Schäftebrauche gelangten in der letzten der Frau Schmußler andere Personen auf der Strecke" liegen Indifferentismus zu danken haben, wenn Zumuthungen an sie und Groß zur Besprechung. So wurde mitgetheilt, daß man die gestellt werden, wie sie ein organisirter Kollege sich nicht bieten Zuschneider und Stepperinnen durch große Versprechungen, die und Groß zur Besprechung. So wurde mitgetheilt, daß man die läßt. Mit der Aufforderung, rege für den Verband einzutreten, aber niemals erfüllt wurden, nach Berlin gelockt habe. Der schloß die Versammlung. Lohn sei ein nicht ausreichender gewesen und habe der Fabrikant Im Verband der deutschen Gold- und Silberarbeiter gleich nach dem Fest noch größere Abzüge gemacht, so daß der und verwandter Berufsgenossen referirte der Kollege Faber Lohn der Stepperin von 18 und 19 Mart auf 12 und 13 Mark in der Sitzung am 28. Mai über die Anträge, die dem Verbands- gesunken ist. Die Zuschneider seien in einen Affordlohn gesetzt, tage unterbreitet werden sollen. Die Anträge laufen dahin aus, der es unmöglich macht, auf den durchschnittlichen Tagelohn zu eine Arbeitslosen- und Kranken- Unterstützung einzuführen und kommen. Auch eine Fabrikordnung habe sich die Firma feit dem eine diesbezügliche Statutenänderung vorzunehmen. Die Ver- 1. April geleistet und zwar eine solche, die sich den modernsten Der Streik der Vergolder Wiens ist nach fünfwöchent sammlung beschloß einstimmig, die zu wählenden Delegirten mit würdig zur Seite stellen kann. Aus dem Vorlesen einzelner licher Dauer eingestellt, und zwar ohne Erfolg. Ueber 40 Ar- den entsprechenden Vollmachten auszustatten. Es wurde sodann Paragraphen ergiebt sich, daß die betreffende Fabrikordnung eine beiter bleiben ausgesperrt. Dagegen ist der Streit der aus der Mitte der Versammlung die Befürchtung ausgesprochen, gefeßlich unzulässige ist, da für einzelne Vergehen" Strafen bis Studateure fiegreich beendet. Sämmtliche Forderungen: daß einzelne süddeutsche Zahlstellen nicht übel Luft hätten, sich zu 4 M. angesetzt sind. Auf Grund dieser rigorosen FabrikLohnerhöhung auf 3 Gulden pro Tag, Abschaffung der Atford, dem Algemeinen Metallarbeiter- Verband anzuschließen; dem ordnung hat eine Stepperin nach Abzug der üblichen Strafen arbeit und neunstündiger Arbeitstag sind durchgesetzt. müsse aber entschieden entgegen getreten werden. Die allgemeine 8 Mart Wochenlohn erhalten. Sämmtliche Redner sprachen ihre Der Bildhauerstreit bauert noch fort, aber eine Arbeiterbewegung hätte dadurch nur großen Nachtheil. Im Verwunderung aus, daß sich die Arbeiter auch nur eine Woche große Anzahl Meister haben bewilligt. Die Unternehmer ver- Prinzip wäre es ja sehr wünschenswerth, daß alle Arbeiter sich diese Behandlungsweise gefallen lassen konnten und wünschten suchen, den Arbeitsnachweis der Gehilfen zu umgehen, indem sie zu einem großen Verbande zusammenthun, bei dem heute noch gleichzeitig, daß die Kollegen nunmehr den Versuch machen, den burch Inferate in der Provinzpresse Arbeitskräfte heranzuziehen herrschenden Indifferentismus und Kastengeist der einzelnen Fabrikanten zur Zurücknahme dieser Strafbestimmungen zu ver fuchen. Die Gehilfen warnen deshalb ihre Kollegen der Provinz Branchen sei dies unmöglich, ja sogar schädlich. Rollege anlaffen. und des Auslandes, auf derartige Annoncen hin Arbeit zu nehmen, Brückner äußerte sich dahin, für den daß der Verbandstag Der Frauen und Mädchen Bildungsverein( Filiale sondern sich nur an die Arbeitsvermittelung im Vereinslokale beschließt, in den Metallarbeiter- Verband aufzugehen, würde sich Nord) hatte am 30. Mai eine Vereinsversammlung einberufen, des Zentralvereins der Bildhauer und Gießer Desterreichs, V. in Berlin ein Fachverein der Goldarbeiter gründen.( Lebhafte in der Genosse Borchert über das Thema:„ Die Entwickelung Schloßgaffe 2, zu halten. Zustimmung.) E3 sprachen noch mehrere Kollegen gegen die des Kapitals und ihre Folgen für das Proletariat" referirte. Zentralisation. Bu Delegirten für den Verbandstag wurden Dem beifällig aufgenommenen Vortrag schloß sich eine DisMelautsti und Frau Eine Generalversammlung des Fachvereins derlich das Wort nahmen. Frau Ludwig befürwortete Firmenschilderbrauche tagte am 29. Mai. Nach dem Ge- die firenge Innehaltung des Bierboykotts. Sodann giebt die Die Sattlergehilfen Budapest's haben ihren Streit glän- fchäftsberichte über das verflossene Vereinsjahr beträgt die Mit Kassirerin bekannt, daß am 10. Juni in Nieder- Schönhausen im zend gewonnen. Folgende Forderungen wurden bewilligt: gliederzahl 31. Die Abrechnung weist einen Bestand von Lindengarten", Lindenstraße 25, eine Wanderversammlung stattBebuftündige Arbeitszeit; 20prozentige Lohnerhöhung, bei Stück 86,16 m, auf. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes findet. arbeitern 20 bis 30 pet. Erhöhung des Tarifes; Freigabe Resultat: Drogmann, erster Borsigender, Neumann, zweiter Vordes 1. Mai; Einführung von Original- Preisfourants und Affi- figender, Gottheim, Schriftführer, Christof, erster Kassirer, Kind chirung derselben in den Werkstätten; pünktliche Lohnauszahlung leben, zweiter Kassirer, Kertau, Beisiger, Friz Bertram und am Sonnabend. Teßmer, Revisoren. Das Stiftungsfest findet am 23. Juni in Noad's Festfälen, Brunnenstr. 16, ftatt. B In Lemberg fireiten die 6 chlächter gefellen um die hierauf die Kollegen Brickner und Kottenau gewählt.fuſion an, in der Fräulein We laut si era Pontete bierauf Verkürzung der Arbeitszeit von 18-20 Stunden auf 12 Stunden.de Sie haben alle Aussicht zu fiegen. hielt am 2. Juni eine Versammlung ab. Da der Referent nicht Der Verein der Filzschuharbeiter und Berufsgenossen erschienen war, so mußte man von einem Vortrag Abstand heiten über. Der Bericht vom Arbeitsnachweis ergiebt, daß der nehmen und ging sogleich zur Erledigung von Vereinsangelegendaselbe von 32 Arbeitgebern und 72 Arbeitnehmern in Anspruch genommen wurde. In die Kommission wählte die Versammlung hierauf die Kollegen Napiandehr, Schwoch, Zander, Franke, Opitz als ständige; Runge, Schramm und Baldeweidt als Stellvertreter. Russische Streifs. Trotz der Schwierigkeit, mit welcher der russischen Regierung unbeliebte Borkommnisse zu uns herüber. tommen, vermag man doch nicht Erscheinungen, welche auf die Eine öffentliche Versammlung der in der Schuh öffentliche Meinung einen größeren Eindruck machen, ganz und waaren Industrie beschäftigten Arbeiter und gar todtzufchweigen. So sieht sich der„ Varschawsti Dnewnik" Arbeiterinnen, von etwa 150 Personen besucht, tagte am ( ein offizielles Organ) gezwungen, über zwei jüngst stattgefundene 5. Juni bei Joël. Genosse Sailer, Buchbinder hielt, einen Streits in russisch Polen zu berichten. 1. Die Arbeiter der Ziegelei„ Gebrüder Oppenheim" im Dorfe Tschenelewige, Bruschkauer Gemeinde, forderten Lohnerhöhung und als ihnen diese verweigert wurde, streiften fie. „ Um etwaigen Ruheſtörungen vorzubeugen", wurden 8 Arbeiter, welche man als Anstifter betrachtete, festgenommen und nach ihren Heimathsorten auf polizeilichem Wege geschafft. Darauf soll der Streit beendigt worden sein. 2. Die Arbeiter der Ziegelei Goldberg" im Dorfe Marki, Gemeinde Brudnenst, wurden angewiesen, größere Biegel zu verfertigen, nach der von einem Warschauer Ingenieur erfundenen Form. Da in diesem Falle die Arbeiter nicht mehr die gewöhnliche Zahl Ziegel herstellen konnten, forderten sie Lohnerhöhung. Die Firma tam ihrem gerechten Wunsche nicht nach, und die Arbeiter zogen sich darauf ruhig zurück, blieben in ihren Häusern und stellten somit die Arbeit ein. -w " = Sodann gelangt die Abrechnung vom Stiftungsfeste zur Verlesung, die eine Einnahme von 217,80 M. und eine Ausgabe von 107,25 M. aufweist; mithin ein Ueberschuß von 110,55 M. Bum Schluß wird bekannt gegeben, daß das Stiftungsfest am 14. Juli und die nächste Vereinsversammlung am 25. Juni. stattfindet " " interessanten Vortrag über die Lage der arbeitenden Klasse und die Nothwendigkeit der Organisation, der lebhaften Beifall fand. Im Verschiedenen berichtete Pfeiffer über die Zustände bei Rosenthal und Groß, deutsch- amerikanische Schuhfabrit ( Spindlershof, Seidelstraße, und Neue Grünstr. 30). Die Firma fei aus Stargard nach Berlin übergesiedelt. Von dort mit gebrachten Arbeitern sei der Berliner Lohn versprochen worden. Zwei Wanderversammlungen des Vereins zur Nachdem Herr Rosenthal auf das Drängen seiner Arbeiter diesen Wahrung der Interessen der Maurer Berlins auch annähernd gezahlt hatte, sei er bald auf den Gedanken ge- und Umgegend tagten am 3. Juni. In der Versammlung fommen, dieselben verdienten zu viel. Erst habe die Form der bei Joel, Andreasstr. 26, referirte Kollege Wilte über das Lohnzahlung umgeändert werden sollen, dann seien für die Zu- Thema:" Rapitalismus und Sozialismus“. Eine Diskussion schneider Akkordpreise gemacht", worden, die denselben schier über den beifällig aufgenommenen Vortrag fand nicht statt. unannehmbar erschienen. Vier Zuschneider seien Montag, am Unter Vereinsangelegenheiten stellte Dietrich den Antrag, das den 4. Juni, halbgezwungen in den stand getreten, weil sie für den ihnen vorgeschriebenen, In einer Resolution wird schließlich dem Vorstand der Auftrag Aus Stiftungsfest erst nach Beendigung des Boykotts zu veranstalten. viel zu geringen Preis eine bestimmte Arbeit nicht erheilt, in nächster Versammlung diesen Gegenstand auf die Wozu immer Geld da ist. Die Stadtverord ausführen wollen. Der Ausstand könne zugleich als Streit und Tagesordnung zu sehen. neten Versammlung von Döbeln bewilligte 200 m. als Maßregelung betrachtet werden. Die Firma Rosenthal In der Versammlung in Moabit sprach Kollege Megte für den dortigen Militärverein, der demnächst ein Jubiläum. Groß habe auch eine wunderbare Arbeitsordnung, zu deren über das gleiche Thema, und gelangte sodann eine Resolution feiern will. In Hannover wurden 1200 m. dem schriftlicher Anerkennung Rosenthal seine Arbeiter und Ar- zur Annahme, in der die Anwesenden ihr Einverständniß mit Etadtfäckel entnommen und den Theilnehmern des am 11. und beiterinnen halb gezwungen, halb dadurch verleitet habe, daß er dem Referenten befunden, und gleichzeitig den Beitritt zur Dr12. Juni dort stattfindenden Städtetags überwiesen. Die Gedenselben versprach, sie nicht anzuwenden. Dies habe er nun ganiſation, dem Verein zur Wahrung der Interessen ber nehmigung wurde von den Stadtverordneten doch gethan, und zwar habe er einer Arbeiterin, die etwa 12 M. Maurer", erklären." ohne Widersprnch ertheilt. Die 1200 M. sollen für die Woche verdiene, in der verflossenen Woche 3 M. abgezogen, ein Frühstück im Rathsteller, Ausflug nach weil sie eines Vormittags nicht zur Arbeit fam. Einige dieser Die Glasschleifer beschäftigten sich in ihrer Versammlung dem Döhrener Thurm und für ein kaltes Abend rigorosen Strasbestimmungen lauten: am 3. Juni abermals mit der Besprechung des gegenwärtigen effen sein. Dieselben Stadtväter erleichterten die 1. Wer die Arbeit ohne die vorgeschriebene Erlaubniß ver- Streifs. Kollege Peterseil konnte die freudige Mittheilung Stadttasse um weitere 500 m., die zur Verschönerung des Gast- läßt, zahlt 8 M. Strafe. 2. Wer ohne Urlaub von der Arbeit machen, daß es dem Wertführer Hatscher nicht gelungen ist, wirthstags" der in diesem Monat" in Hannover stattfindet, zurückbleibt, zahlt 3 M. Strafe. 3. Das Holen von Brannt- Streitbrecher von Schlesien nach Berlin zu foden. Die Kollegen dienen sollen. Wie wir hören, sollen diese Vorgänge in Ar- wein während der Arbeitszeit wird mit Strafe der sofortigen Ent- daselbst haben Herrn Hatscher einen Fußtritt verfekt für seine beiterkreisen Nachahmung finden und wollen zunächst die Kellner lassung für den holenden Arbeiter belegt; derjenige, der den Arbeiter Handlungsweise und erklärten sich solidarisch mit den Glasihren nächsten Kongreß nach dieser spendablen Stadt verlegen geschickt, zahlt 1 M. 4. Wer beim Schluß der Arbeitszeit sich schleifern in Berlin. Kollege Beutel bemerkte, es fei immerhin und ebenfalls um eine Geldbewilligung nachsuchen. Die groß- vor dem Läuten wäscht oder anzieht, zahlt 50 Pf. 5. Wer es traurig, daß sich Leute finden, die als Streitbrecher die Interherzige Stadt wird sich nicht lumpen lassen und den Gastwirths- unterläßt, am Sonnabend um seine Arbeitsstätte herum auf- effen der Arbeiter mit Füßen treten. Thatsächlich haben sich gehilfen, die nicht, wie der deutsche Gastwirthsverein über zuräumen, zahlt 50 Pf. 6. Wer es unterläßt, die entnommenen, schon einige hier in Berlin gefunden, diese mögen die Kollegen 45 000 m. verfügt, wohl das Doppelte bewilligen. Sicher! zur allgemeinen Benutzung bestimmten Werkzeuge nach dem Ge- im Gedächtniß behalten, nicht als Kollegen, sondern als die brauch im sauberen Zustande abzuliefern, zahlt 50 Pf. 7. Wer größten Feinde der Arbeiterfache. Redner forderte die Anwesenhojo Diffidentenkinder. Zum Religionsunterricht der Dissidenten- während der Arbeitszeit Spielerei und Neckerei treibt, durch die- den auf, Mann für Mann sich dem Verbande anzuschließen, finder liegt folgender Bescheid vor, den der Magistrat zu Branden felbe sich und andere Mitarbeiter von der Arbeit abhält, zahlt denn nur durch eine starke Organisation ist es möglich, einen burg a. H. an den sozialdemokratischen Redakteur Ferdinand 1 M. 8. Wer in der Werkstatt oder in anderen Fabritsräumen Streit siegreich durchzuführen. Zu unterstützen sind 35 VerEwald, der den Antrag gestellt hatte, seine Tochter Frieda vom Tabak oder Bigarren raucht, oder beim Fortgehen in den Ge- heirathete mit 50 Kindern und 20 Ledige. Peterfeit ermahnt lehrplanmäßigen Religionsunterricht in der Augustaschule zu be- bäuden sich die Pfeife oder Zigarre anzündet, zahlt 3 M. 9. Wer die Kollegen, recht tapfer zur Sache zu halten, und verspricht, freien, erlassen hat:" Brandenburg, den 30. Mai 1894. Auf bei seinem Abgange die ihm bei seinem Antritt übergebenen, zum soviel in seinen Kräften steht, dafür zu sorgen, daß ein jeder Ihr Gesuch vom 4. April gereicht Ihnen zum Bescheide, daß eigenen Gebrauch gehabten Werkzeuge nicht vollständig abliefert, Rollege unterstützt wird. Halten die Kollegen aus, dann ist der der Herr Kreis- Schulinspektor Ihre Tochter Frieda vom hat dieselben nach ihrer Zaxe zu bezahlen. 10. Wer es unterläßt, Sieg unser. Religionsunterricht in der Augustaschule dispensirt hat. Wenn beim Fortgehen von der Arbeit die etwa gebrauchten Lampen infolge der Dispensation Ihrer Tochter fernere Störungen im oder Flammen sorgfältig auszulöschen, zahlt 1 M. burg hielt am 26. Mai eine öffentliche Versammlung ab. Ge Der sozialdemokratische Verein für Stralau RuminelsSchulbetriebe vorkommen sollten, wie durch Weigerung, Choräle 11. Wer bei der Arbeit in trunkenem Zustande mitzufingen 2c., so werden Ihre Kinder von der Augustaschule funden wird, benosse Riese I referirte über das Thema:" Die Chartistenbewegung". wird, zahlt beim ersten Mal" 3 M., verwiesen werden. Der Magistrat. Reuscher." Gegen diesen zweiten Mal erfolgt sofortige Entlassung. 12. Anderweitige theiligten, wurde hervorgehoben, daß die Prattiken, sowie die beim In der lebhaften Diskussion, an der sich mehrere Genossen be Bescheid hat Genosse. Ewald Beschwerde bei der Regierung ein- Unregelmäßigkeiten, Nachlässigkeiten bei der Arbeit, Unvorsichtig Verfolgungen gegen die Führer dieser Bewegung viel Aehnlichgereicht. feit beim Umgange mit Werkzeugen, Sorglosigkeit beim Gebrauch feit mit den Mitteln haben, mit welchen wir heute bekämpft ber Materialien, Unvorsichtigkeit beim Umgange mit Feuer und werden. Zum dritten Punkt der Tagesordnung: Stellung Licht und dergleichen werden nach Ermessen der Borgesetzten nahme zum Bierboykott" wurden die Ursachen desselben erläutert ( Wertmeister) bestraft mit 25 Pfennig bis 3 Mart. und die Berliner Resolution einstimmig angenommen. Beschlossen In unserem Versammlungsbericht aus Steglit und Die Strafen werden in angemessenen Raten vom wurde fodann, das für nächsten Monat arrangirte Waldfest bis Friedenau in der geftrigen Nummer befindet sich die Mittheilung, Blatat ausgehängt, auf dem zu lesen steht: Wer während der wurde an die Anwesenden die Bitte gerichtet, die Wirthe, welche In zu Zum daß ein Fahrer der Weißbier Brauerei Hilfebein Bairisch Arbeitszeit mit anderen spricht, 3 a hit 50 Pfennig bis unsere Preffe auslegen, mehr als bisher zu berücksichtigen! Bier mitgeführt habe. Wie uns von der Brauerei Hilfebein auf 3 Mart. das Bestimmteste mitgetheilt wird, beruht diese Mittheilung auf Die Debatte über de ben Ausstand der Rosenthal'schen 3- 3weigverein Berlin. Abends 10 Uhr, Rosenthalerstraße 88. Kollegen willVerband deutscher Barbiere, Eriseure und Perrückenmacher. Unwahrheit. Ebenso erklärt der Fahrer, daß er niemals der schneider gestaltete fich zu einer sehr regsamen. Einige Redner tommen. artiges unternommen habe. sprachen sich dahin aus, daß troß der ungünstigen Zeit die Der Verein der Bau- und gewerblichen Hilfearbeiter richtigste Antwort auf die Preisbestimmungen" des Herrn für Schöneberg und Umgegend hielt am 20. Mai eine Rosenthal und der angebrachteste Protest gegen die famose Versammlung ab. Das Referat hatte Genosse Silberschmidt Arbeitsordnung eine Niederlegung der Arbeit durch sämmtliche übernommen, der in einem beifällig aufgenommenen Vortrag über Arbeiter und Arbeiterinnen desselben wäre. Man müsse es jedoch, Die erzieherische Wirkung der Gewerkschaftsbewegung" sprach. so wurde von diesen Rednern mit Nachdruck betont, den BeAuf eine Diskussion wurde allseitig verzichtet. Sodann wird theiligten einzig und allein überlassen, sich schlüssig zu machen. mitgetheilt, daß das Stiftungsfest des Vereins am 28. Juni Sie müßten wissen, was sie zu thun und zu unterlassen hätten. stattfindet. Zum Schluß wurden die Mitglieder aufgefordert, für Eine Direktive durch die Versammlung wäre falsch. Jannkyou Versammlungen. zahlt Shatklub Sanfter Beinrich". Donnerstag, Abends 9 Uhr, bet Brandt, Reichenbergerfir. 122. Verein ehemaliger Schüler der 38. Gemeindeschule. Sigung jeden Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 3%-10% Uhr: Nord Schule, Müllerstr. 179a; Geschichte( neue). Süd ft Schule, Waldemar Donnerstag, Abends o Uhr, im Restaurant Andreasburg, Andreasstr. 3. straße 14: Geschichte( alte). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Bei allen Unterrichtsfächern können Schüler und Schülerinnen auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, abends 8% Uhr, bet Schröder, tefenftr. 89, que 8eit, abends sy Uhr, Boyenstr. 40, bet Gieshoit. Süd- Ost, bei Zolfsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen'. Ede. Klub der Freunde bet Gnadt, Swinemünderstraße 120. Hasene lever, Abends 8% Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenweg Treptow. Sozialistischer Lese und Distutirtlub Abends 8% Uhr, Reichenbergerstr. 157, Sigung. Distutirtlub3eitgeist" jeben Donnerstag nach dem 1. und 15. des Monats bei Tempel, Langeftr. 65, Abends 8 Uhr. August Geib Abends 9 Uhr im Restaurant Zubeil. Arbeiter jägerbund Berlins und umgegend. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahmej neuer Mitglieder. St. Urban, Annenstr. 9, bei Prog.- Kornblume, Gr. Frankfurterstr. 133 b. Gold. Frühlingslust, Bülowstr. 59, bei Werner. Brezelschluß, Annenstr. 16, bei Ehrenberg.-Weiße Rose. Reinickendorf, Seeschlößchen bei Böttcher. Morgenroth 1, Rummelsburg, Türrschmidtstr. 33 bei Schröder. Dorf glödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguststr.- Ecke bei Schulz. Einigteit( Sutmacher), Pappel- Allee 3/4. b. A. Meinhardt.- Harmonie, Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth. Oft- und Westpreußischer MännerGefangverein, Neue Königstr. 73, bei Hahn.-Edelweiß 2, Potsdam Brandenburger Kommunikation 16 bet Glaser. Borar, Reichenbergerstraße 134 bet Schult. Freie Sänger, Krautstraße 6, bei Rudolf. 8utunft 3, Belten, bei W. Grunow. Kreuzberger Sar monie, Hafenhaide 52-53, Kurth's Ealon. Morgengrauen,( Bäcker), 4-5 Uhr Nachm.. Königstr. 73 bet Hahn. Steinfeger Sängerchor Rustanien Allee Nr. 28 bei Maiwald. Liedes Echo, Reichenberger ftraße Nr. 24 bei Tauschte.- Vorwärts 9, Charlottenburg, BismarckStraße so. Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bet Mölter. Gefangverein der Stuckateure Berlins und Umg., Seydelftr. 30 bei Preußer. Borwärts 2 Schönhauser Allee 28 bei Kuhlmey.- 2yra 2, Charlottenburg, Wallstr. 54. Gesangverein der Kürschner, Landsbergerstr. 31 bet Seehaufen. Glodenrein( gemischter Chor) Rastanien- Allee 95/96. Sängerrunde, Rottbuserstr. 6 bei Braun. Frohsinn 2, Friedrichs= berg Lichtenberg, Frankfurter Chaussee bei Müller. Treu und Fest, Lebuserstr. 5 b. Nemiz.-Brüderschaft Stallschreiberstr. 29" Bum eichenen Etab". Eintracht 2, Neu- Glienicke, Rudowerstr. b. Hasdorf.- Arbeiter: Gefango. Oranienburger Vorstadt, Hochstr. 32a b. Wite.- iberté 1, Wrangelfir. 91 bei Kind. Flöter'scher Gefangverein, Roppenftr. 43 c bei Lorenz. Eintracht 3, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bei Düball. Titania, Cuvryfir. 48 bet Zielsch. Morgenroth 4 in Köpenick, Müggelheimerfstr. 4 bei Held. Alpenrose, Forsterstr. 22. Arion 2, Chorinerstraße 27 bei Hailand. Felsenfest( gem. Chor), Neue Hochftraße 49 bei Paul Altmann. Junge Eiche, Reinickendorf, Gesellschaftsftraße 11 bet 2. Hartmann. Freundschaft 1, Brunnenstr. 143 bei Oswald Berliner.Maiglöckchen 2, Reichenbergerstr. 16 bei Hoffmann. 3aget nicht, Stegliz, Schüßenftr. 40 bei Stentfch. Bruderburg, Lübbener- und Görligerstraßen- Ecke bei Wesenburg. Arion 2, Prenzlauer: Allee 26 bei Niedel. Alpenröslein, Bergstraße Nr. 6o bei Ch. Hilgenfeld. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buschriften den Bund betreffend sind zu richten an: Gent, Adalbertstraße 95. Donnerstag: Vergnügungsverein Bruderbund, Andreasstr. 3 bet Noll. Rauchklub Graue Wolte, trautstr. 48. -Verein Grüne Eiche( vor dem halle'schen Thor), Solmsstr. i bei Kayzorte. Vergnügungsverein Jugend lust, Ohmgasse 2 bei Krebs. Rauchklub Dezimalwaage Strautstr. 36 bet Insinger. Rauchtlub Erholung, Wienerftr. 13 bei Drieschner. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr bei Bringborn, Madaisir. 12. Humuristischer Klub Universum, Veteranenstraße 18, bei Schulz. Brüderlichkeit, Pücklerstr. 49 bet Stabernad. Geselliger Klub der alten Moabiter, Emdener u. Wadenserstr.- Ecke bei Schirmer, Abends 9-10. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerktag. MännerGesangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bet kind, Wrangelstr. 91. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Weißensee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abend; bei Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Männer Gesangverein Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. Gefangverein Glodenrein, gemischter Chor, Abends von 9 bis 11 Uhr bet Snarp, Kastanien- Allee 95-96. Mufit- Dilettantenverein Lohengrin, Abends 8½ Uhr, bei Trischmann, Jüdenstr. 55. Theaterverein Freundestreis 9 Uhr im Restaurant Bräuer, Soms: straße 47.- Theaterverein Crescendo bei Maißner, Gartenstr. 162. Theaterverein Maig löckchen, Englischer Hof, Neue Roßitr. 3. TheaterGesellschaft Harmonie, Donnerstag Abends 9% Uhr, Chorinerstr. 55. Privattheater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen Donnerstag, bei Nowat, Manteuffelstr. 9. Dranienstr. 135. 11 Stats Arbeitsflub Rückwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Pallisadenstr. 47. tlub Gordischer Knoten Abends 9 Uhr, bei Schilling. Fachverein der Klempner Berlins und Umgegend. ausgabe Abends 8-10 Uhr. Sonntag 10-12 Uhr bei Stramm, Ritter= straße 123. Schießtlub Tell, Abends 8 Uhr bei Nagel, Schwedterstr. 23. ambour Verein Einigkeit bei Haupt, Staligerstr. 102. Unt 9 Uhr Uebungsstunde, nach derselben Sizung. Aufnahme neuer Mitglieder. Ruderverein Vorwärts, Abends 9 Uhr im Restaurant 8ur neuen Bot", Beuthstr. 21. 群 Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. M. B., Uferstraße. In Deutschland war die Unze 1/16 des früheren Handelspfundes. Beim Medizinalgewicht ist sie zu Geselliger Klub Blau- Veilchen, Abends 9 Uhr, bei Schönwälder 30 Gram angenommen. Zweite Frage: unverständlich. Verein ehem. 22. Gemeindeschüler, punft 9 Uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18. Emma Berndt. - Vergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, Der genannte Verein ist uns unbekannt. Abends im Restaurant Göy, Oranienstr. 153.- Gesangverein Proletariat W. W. Vor zehn Jahren waren in den Krupp'schen Werken ( gem. Chor) Abd. 9 Uhr, Uebungsstunde b. Möwes, Böchstr. 8. 19 605 Arbeiter beschäftigt, ob es jetzt mehr sind, können wir nicht Geselliger Verein univerfum, Sigung mit Damen Abends 9 Uhr bei Hagemann, Lothringerstraße 81. Vorträge, Fidelitas. Gefelltger fagen. Verein univerfum, Sigung Abends 9% Uhr, im Restaurant Neumann, Linienstr. 19: Vorträge, Fidelitas. Verein Gemüthlichkeit und Klub Sumor, Abends 9 Uhr, Lothringerfir. 105: Geselliges Betsammensein mit Damen, Fidelitas und Tanz. Alimente. 1. Zwei Stühle, ein Tisch, ein Regulator. 2. Wenn es sich um Alimentenforderungen der Ehefrau handelt, ja. Helene. Sie sind nach unserer Ansicht Gewerbegehilfin und können deshalb beim Gewerbegericht für zwei Wochen Entschädigung verlangen. R. R. 12. Ja. Parteigenoffin 27. Kommen Sie mit dem Kontrakt in die Sprechstunde. Streligerstr. 30. Noch nicht verjährt, verjährt erst mit Thoma. Ja. Männergesangverein Sangesfreunde, Aben ds 9-11 Uhr, Pazenhofer Ausschant, Landsbergerstraße Nr. 82. Geselliger Verein ertha", Donnerstag, Sigung bei Roll, Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Verein Wanderklub( Norden), Sigung jeden Donnerstag von 9 Uhr Abends im Restaurant C. Baatsch, Hennigsdorferstr. 24.Waldesgrün, Abends 9 Uhr Sigung bei Nebelin, Langestraße 108, 8ithertlub Gleichheit, 9 Uhr Abends, bei H. Neimann, Alte Schönhauserstr. 42. Geselliger Club der Alten Moabiter: Jeden Donnerstag Abend von 9-10 und jeden Donnerstag nach dem 15. Sigung mit Damen in der Emdenerstr. 47 bei Schirmer. Geselliger Arbeiterverein Hoffnung Ende 1894. bet Sittler, Mariannenstraße 48. Rauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Hermann Rohr, Naunyn: straße 78. Rauchklub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, bei Krüger, Forsterstraße 19. Rauchklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bei Jakob, Boeckhstr. 21. Rauchklub Kernspiße, Abends 8% Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchklub Arabi Pascha, Abends 9 Uhr, bei Restaurateur Schröder, Stephanstr. 45. Klub Ohne streit, Abends 9 Uhr Springfstubbe's Restaurant, Manteuffelstr. 67. Rauchklub Süd West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flick. Rauchklub Brüder= lichteit, von 9 bis 11 Uhr bei Stabernack, Bücklerstraße 49. Rauch tlub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bei E. Seinicke, Friedrich Karlstraße 11, Friedrichsberg. Fidelio, Abends 8% Uhr im Restaurant Heine, Eisenbahnstr. 23. Rauchklub Pfeifendeckel, Sigung Abends 8 Uhr, bet Jeratsch, Langestraße 24. Vorwärts, Donnerstag bei Salomo, Oppelnerstr. 29. Abguß 1, Abends 9 Uhr, bei F. Nawrodt, Markusstr. 25. Rauchklub Grüne Gich e, Abends 8% Uhr bei C. Herrath, Planufer 92a. Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Uürich, Wrangelstr. 84. Stat Rauchklub Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Brüssel, 6. Juni. Nach mehrmonatlicher Berathung hat die Kammer heute die Wahlgesez- Vorlage im Ganzen mit 70 gegen 44 Stimmen angenommen. Damit ist das Werk der Verfassungsrevision beendigt. Paris, 6. Juni. Der Deputirte Taussaint wurde von dem Gerichtshofe in Saint Nazaire wegen seiner Einmischung bei dem Streit in den Stahlwerken von Trignac zu 10 Tagen Gefängniß und 100 Frks. Geldbuße verurtheilt. Freie Volksbühne. Johannisthaler Volksgarten Arbeiter Berlins! Am Sonntag, den 10. Juni, findet für die II. Abtheilung eine Vorstellung im ,, National- Theater" statt. Zur Aufführung gelangt: Das Fest auf der Bastille. Schauspiel in 3 Akten von Franz Held. Beginn der Vorstellung 22 Uhr. Donnerstag, den 14. Juni, Abends 8½ Uhr, im Saale der Berlinez Ressource, Kommandantenstr. 57: Außerordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Thätigkeit des Ausschusses. Referentin: Frau Dr. Zadek. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk. O., Blumenstr. 21. 85/12 Infolge des Bierboykotts findet das am 18. Juni in Keller's Hofjäger festgesetzte Vergnügen der Ortskasse der Tischler und Pianoforte- Arbeiter nicht statt und ist bis auf weiteres verschoben. Die Billets erbitten wir, falls der Ertrag derselben dem Wohlthätigkeitszweck entsprechend nicht verwendet werden soll, bis Ende Juni d. J. zurück. 319/18 2. 3.: J. Conrad. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW., Beuthstraße 2. Durch uns ist zu beziehen: Die Ritter der Arbeit. Nach dem Amerikanischen des Zor von N. Liebknecht. Preis braschiet 1 M., gebunden 2 M. Porto 10 Pf. Dieser höchst spannende amerikanische Arbeiter- Roman hat dadurch ein besonderes aktuelles Interesse, daß er das Wesen und die Bedeutung des Boykotts in fesselnder Schilderung bis in's Einzelnfte darlegt. Die deutschen Arbeiter sehen hier, wie ihre Brüder in Amerika jene Waffe handhaben, die dort zuerst ausgebildet ward. Sybil. Sozialpolitischer Roman von Disraeli. Uebersetzt von Natalie Liebknecht. Mit einem Vorwort von Wilhelm Liebknecht. 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Der äußerst populär geschriebene reiche Inhalt des Buches wird namentlich alle politischen Kreise interessiren. Der Gelehrte wie der denkende Arbeiter, jeder, der sich für die größten Fragen der Wissenschaft vom Menschen und der Gesellschaft interessirt, wird eine Fülle von Anregung aus dem Buche schöpfen. Die Menschenwelt erscheint hier theilweise in einem ganz neuten Lichte. Das Buch ist in 6 Lieferungen à 60 Pf. zu haben und kann durch alle Buchhandlungen und Kolporteure bezogen werden, sowie auch von der Verlagshandlung 291L Emil Grude, Leipzig, Königstraße. Ein grosser Posten Steppdecken ! Roh- Tabak! Sämmtl. in- und ausländischen Sorten, Skatklub! Zur Gründung werden Gen. ersucht, Donnerstag Abend 8% Uhr, b. Graef, Stefanstr. 47, sich einzufinden. 10715 Kinderwagen, größt. Lager, billigſte auch Theil zahlung. 128L* Preise, v. 10 M. an, W. Holze, Oranienstraße 3. Vier Mark foten 2 Rabinet 12 Visitbilder bei Böhme, Lindenstr. 43, gegenüber der Zimmerstraße. 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