Ar. 208. flbonncmcnlS'Ikdingunqcn: UdonnemenlS• SrrtS Dtanumeronbo BicrleliflÖtL 8,90 SKI, Dionatl 1,30 MI. Wochen lüch 80 Pjg, rcci m5 jpoui Einzelne Nummer ö Piz, feonning$- nunimer nul tnuftamet KonniagS- Beilage»Die Neue ZSeU' 10 Ps», Soft» NOonnemenl: 1.30 Mar! via Monal. Emgerrageu in die Von-Zeilung». BreiÄiiie, Unter Kreuzband jür Deulichland und Oesterreich- Ungarn 2.00 Marl, für das übrige itusland i Marl vro Monat Bostabonnememt nehmen an Belgien, Dänemart Holland. Italien, Luxemburg, Portugal Rumänien. Schweden und die Schweis Mcheiiil lüg»». Berliner Volltsblnkt. Zentralonyan der rozialdcmokratifd�en Partei Deutfcblands. A4. Jahrgamg. Der Bnzciscnprels betrüg! f. die stobengespaUene Kolonel- zeile SO Pfg,„Uleine Knaergen". das fettgedruSle Wort LO Pfg.(zu- lässig 2"lcttgedruc>'le Worte), jedes weitere Wort lO Psg, Stellengesuche und Schlafstellenanzeigcn das eriie Wort 10 Pfg., jedes weitere Wortö Pfg, Worte über 18 Buchslaben zahlen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20%. Politische u, gewerkschastliche Vereins- anzeigen die sicbengespaltcneKolonel- Zeile 40 Pfg, Famllienanzcigen 50 Pf, klnzeigen für die nächste Nummer müssen bis i» Uhr nachmittags in der Hauvt-Expedition abgegeben werden. GeSffnct v,8UhrsrLhbis7UhrabcndS. Telegramm- Adresse: „SozIaldcmoKrat Rerllo" Neüaktion: SM. 6$, Änüenstraße 3. Zsernivrecher: Amt Moritzplatz, Nr. IS1 SV— 151 97. Sonntag, de« 29. Jnli 1917. (Expedition: SM. 68, Lindenstrahe 3. bkernivrecher: Amt MoritzOlatz- Nr. 1S1 90— 15197. Erklärung des Reichskanzlers Gegen franzSfifchen Hnnexionismus. Der Reichskanzler hat gestern abend bei einem Empfang von Vertretern der deutschen Presse seinen Standpunkt in Fragen des' Eroberungskriegs und des Verständigungs- sriedens noch einmal dargelegt. Er ist dabei der notwendigen Klarheit erheblich näher gekommen als in seiner Rede vom l!). Juli. Er hat Mißverständnisse weggeräumt, die von den Gegnern Teutschlands— aber nicht von ibnen allein— kunstlich geschaffen wurden, als ob er, der Reichskanzler, ein heimlicher Parteigänger der alldeutschen Welteroberer wäre und auf das Friedeusprogramm des Reichstags Pfeife. Der Reichskanzler hat sich> deutlicher als in seiner Reichstagsrede zw diesem Programm bekannt und es nicht ohne Geschick als diplomatische Waffe Wider die Gegner verwendet. Gewisse deutsche Ausleger, deren unwillkürlicher Beruf es ist, den Gegnern Deutschlands Argumente zu liefern, wer- den freilich so schlußfolgern: Der Reichskanzler will keine An- nexionen unter der Voraussetzung, daß auch die Gegner auf Annerionen verzichten. Nun verzichten aber die Gegner nicht auf Annerionen, also wird die Erklärung des Kanz- lers, keine Annexionen zu wollen, hinfällig. In solcher Be- Weisführung liegt freilich eine halsbrecherische Rabulistik, aber man muß darauf gefaßt sein, daß auch dieses Kunststück noch versucht werden wird. Bernünstigerweise wird man die Aeußerung des Reichs- konzlers so verstehen müssen, daß der Annexionsverzicht selbstverständlich gegenseitig sein muß. Das ist ja der klare«hin eines Verteidigungskriegs: man will nichts nöbmen, aber auch sich nichts Nehmen lassen. Die Eroberungs- ablichten der Gegner beantworten wir nicht mit Drohungen, sondern mit Taten, Taten der, Verteidigung solange, bis die Gegner ebenso ans Eroberungen verzichten, wie wir es selbst zu'tun u n w i d er r u f I i ch e n ts ch l o s s e n sind.' Daß ein solcher Annexionsverzicht auch die v ollst än- d i g e F r e i g ab e B e l g i e n s in sich schließt, bedarf keiner näheren Ausführung. Gleichwohl tväre es besser gewesen, wenn sich Herr Michaelis auch über diesen Punkt in ausdrück- lichen Worten geäußert hätte, um jeder übelwollenden Miß- deutung die Wurzel abzuschneiden. Em Kanzler, der sich zu dem Friedensprogramm des Reichstags bekennt, der also einen Frieden der Verständigung und der Versöhnung ohne erzwungene Gebietsabtretungen und ohne finanzielle Vor- gewaltigungen will, kann den Belgiern von der Freiheit, die sie verlangen, kein Stück nehmen wollen. In krassem Gegensatz zu dem, was der Reichskanzler über feine eigenen Absichten zu sagen hak, steht das, tvas er über die E r o b e r u n g s z i e l e der We st m ä ch t e, na- m entlich Frankreichs mitzuteilen hatte. Die Ent- büllungcn aus den Geheinrsitzungen der französischen Kammer. die das Kernstück dieser Mitteilungen bilden, sind geeignet, in der ganzen Welt das gewaltigste Aufsehen zu erregen. Sie lassen gar keinen Zweifel darüber, daß Frankreich— was immer das Vorspiel dieses gegenwärtigen Kricgsstadiums gc- Wesen sein mag— heute einen verwegenen und nser- losen Eroberungskrieg gegen Deutschland sübrt. Von da aus fällt auch auf die jüngsten Aeußerungen Carsons ein bellcs Licht: die Deutschen könnten den Frieden haben, wenn sie sich b i s h i n t e r d c n R h e i n zurückzögen. Die Geheimsitzung der.franzönswen Kammer gibt den erläu- ternden Text dazu: Wenn sich die Deutschen bis hinter den Rhein zurückziehen, dann marschieren die Franzosen hinter- dxein, und erklären alle? deutsche Land, das der französische Soldatenstiefel betritt, für französisches Gebiet. Aus den Mitteilungen, die der Reichskanzler über die geheimen Kammersitzungen gemacht hat, geht hervor, daß die französilchen S o z i a l i st e n, Mehrheit wie Minderheit, eine bessere Rolle in ihnen gespielt haben, als man sie ihnen nach ihrem öffentlichen Auftreten zugetraut hätte. Die Erobe- rungspolitik der Ribot und Briand war ibnen sichtlich zu starker Tabak, und die zynische Bemerkung, die Briand über die„unteren Bevölkerungsklassen Rußlands" gemacht haben soll, mußt« wohl auch ihnen, wie jedem, der sich noch einen Rest sozialistischer Gesinnung bewahrt hat— Herr Briand hat sie längst verloren!— die Zornröte ins Gesicht treiben. Unbegreiflich aber, geradezu unfaßbar erscheint es, daß» die französischen Sozialisten nach diesen Vorgängen nicht in die allersckiärsite Opposition getreten sind. Die Regierungen von Paris, London und Petersburg werden einen peinlichen Augenblick erleben, wenn sie sich vor die' Frage gestellt sehen, ob sie die Veröffentlichung der neue- sten Kanzlererklärung zulassen wollen oder nicht. T�nn diese Erklärung muß,- sofern sich ibr Tatsachenmaterial nicht bündig widerlegen läßt, den Völkern draußen den Star stechen, die noch simmer glauben, sie kämpften für die edelsten Ziele der Menschheit) wäbrend sie in Wirklichkeit im den Tod gejagt werden, um den Eroberungshnnger zügellehr Chan- vinisten zu befriedigen. Die Gier dieser Ehauvinssten nach kerndeutschem und seit mehr als 100 Jahren deutsch verbliebenem Land setzt aber auch ihr„Rechtsgesühl" in ein Helles Licht, das sie nach dem Wiedererwerb von Elsaß-Lothringen streben läßt. Elsaß- Lothringen, das seit 1871 zu Deutschland gehört, ist so kerndeutsch wie die anderen Länder, die im Jahre 1700 französisch waren, seitdem aber längst wieder dabin zu- rückgekchrt sind, wobin sie gehören: zu Deutschland. Wenn sich die französischen Annexionisten nun mit Elsaß- Lothringen nicht begnügen wollen, sondern auch diese Länder für Frankreich in Anspruch nehmen, so handeln sie nur konsequent im Sinne jenes herrlichen Begriffs der Desannexion, zu deutsch Rückeroberung, den VaruVrveldc geprägt hat. Sie beweisen zugleich aber auch, daß sich ihr Ver- fahren in nichts von denen der Rennionskammern Lud- wigs XIV. unterscheidet. Es soll alles französisch werden. was jemals durch das brutale Recht des Eroberers französisch gervesen war, ohne jede Rücksicht auf Rasse und Sprache. Eine solche Politik ist verbrecherisch gegen die ganze Welt, verbrecherisch vor ollem gegcnFrankrcich selb st, Denn wer verbürgt denn den Franzosen, daß die Bundesgenossen, mit deren Hilfe sie jetzt ein Stück Deutschland er- obern wollen, ihnen auch künstig zur Seite stehen würden, wenn esaSfclt, sich- in dem Besitz dieser-Lärrder beute zu�r halten? In dem Augenblick, in dem Frankreich nicht mehr von einer Koalition wic_der gegenwärtigen geschützt wäre, würde sich durch die Gewalt der deutschen Revanche, die keine Sozial- demokrat'ie aufzuhalten imstande wäre, das Schicksal Frank- reicbs bis zur Katastrovhe vollziehen. Verbrecher am eigenen Land und Volk sind jene Franzosen, die den Krieg bis zu solchen wahnwitzigen Eroberungsziclen fortführen wollen. Die deutsche Sozialdemokratie hat in der Bekämpfung des heimischen Annerionismus ihre wichtigste politische Aufgabe erkannt und hat diesen Kampf bis zur vollständigen Niederlage des Gegners im Reichstag am 10. Juli durchge- sübrt. Sie wird ihn weiter bekämpfen, ivo immer er ver- suchen sollte, sein Haupt zu erheben, sie wird ihn bis in die letzten Schlupfwinkel seiner Sophismen verfolgen, und keine Ruhe geben, bis der Will« Deutschlands zu einem Frieden obne Eroberungen und ohne Entschädigungen vor aller Welt klargestellt und gegen alle Mißdeutungen geschützt ist. Gäste es in Frankreich eine Sozialdemokratie, die die französischen Gegenstücke des Alldeutschtums mit der gleichen Schärfe und dem gleichen Erfolg bekämpft, so wären wir vom Frieden kaum noch um.Handbreite getrennt. Frankreich blutet, Frankreich stirbt für den Fieberiraiim seiner chauvinistischen Bourgeoisie. Ter französische Sozialismus aber, dessen Aufgabe es wäre, das eigene Vaterland und mit ihm die Welt vor dem Verbluten zu retten, hat sich noch immer nicht zu entscheidendem Handeln ausgerafft. Vermöchte er es hcmte noch, das ganze französische Volk würde ibm zujubeln als dem Befreier aus den Tyrannenketten eines nicht enden wollenden Krieges! '■ Der ReickiSkmizler bot gestern abend eine größere istahl von Vertretern der Presse bei sich empfangen und bei dieser Gelegenheit folgende Ausführungen gemacht: Ich habe Sie nicht nur deshalb hierher gebeten, weil ich von vornherein beim Antritt meines neuen Amtes deutlich bekunden möchte, wie hoch ich die weltpolitische Bedeutung der Pvesse bewerte und wieviel mir daran liegt, ihr enges, vertrauensvolles Zusammen- wirken mit der Reichsregierung zu sichern. Meine Einladung hat auch noch einen unmittelbaren, greifbaren Anlaß. Tie Rede des englischen Ministerpräsidenten Lloyd George vom 21. Juli in der QueenShall und die letzten Verband- langen im engliichen Unterbaiise haben aufs neue mit unwiderleg- sicher Deutlichkeit bewiesen, daß Großbritannien keinen Frieden der Verständigung und des Ausgleichs, sondern nur einen solchen Ab- schluß des Krieges will, der die völlige Unterwerfung Deutschlands unter die gewaltsame Willkür seiner Feinde bedeuten würde. Eine weitere' Bestätigung für, diese Tatsache ist der'Umstand, daß der englische Minister C a r s o n kürzlich in Dublin erklärt hat. Verhandlungen mit Deutschland, welcher Art sie auch seien, könnten erst beginnen, wenn die deutschen Truppen über den Rhein zurück- gezogen worden seien. Bonar Law hat auf die Anfrage Kings zwar diese Erklärung insofern abgemildert, als er den Standpunkt der englischen Regierung dahin festlegte, Teutschland' müsse sich, wenn es den Frieden verlange, vor allem bereit erklären, das besetzte Gebiet zu räumen. Wir haben indessen greifbare Unterlagen dafür, dqtz die Regierungen unserer Feinde durchaus der von Ear- son so unvorsichtig abgegebenen noch weitergehenden Erklärung' bei- pflichten.' Es ist Ihnen allen bekant,: daß die schon seit zwei Wochen in der neutralen Presse verbreiteten, znersi n der„Berner Tagwacht" vom 19. Jim! aufgetauchten ganz bestimmten Angaben über weit- gehende, von England und Rußland gebilligte Erobcrungspläne der französischen Republik bis heute unwidersprochen geblieben sind. Es trifft sich gut, und es wird für die Aufllärung der gesamten Welt über die wahren Ursachen der Forftetzung des blutigen Völkerinordons von der größten Bedeutung sein, daß inzwischen auch schriftliche Beweise für diese eroberungslüsternc Gesinnung der Feinde in unsere Hände gc- langt sind. Ich meine damit von Augen- und Ohrcnzeugen aufge- zeichnete Berichte über die geheimen Verhandlungen der französischen Kammer vom 1. und 2. Juni diese? Jahres. An die Regierung Frankreichs richte ich hiermit die öffentliche Anfrage, ob sie bestreiten will, daß die Herren Briand und R i- bot in jener geheimen Kanmierverhandlung, an der die aus Pe- tersburg heimgekehrten Abgeordneten M o u t e t und C a ch i n teil- genommen haben, die Tatsache zugeben mußten, daß Frankreich noch ganz kurz bor dem Ausbruch der russischen Revolution mit der Regierung des Zaren, die Herr Lloyd George in seiner letzten Rede als eine»geistig enge und verkommene Autokratie" bezeichnete, weitgehende Eroberungspläne vereinbart hat. Ich frage, ob es wahr ist, daß dem französischen Botschafter Paleologue auf Grund einer Anfrage, die er nach Paris gerichtet hatte, am 27. Januar -dieses JethreS von dort die Ermächtigmrg'crteilt worden ist, einen Vertrag mit Rußland zu unterzeichnen, der von Herrn Touinergue durch Verhandlungen mit dem Zaren vorbereitet worden war. � Ist es richtig oder nicht, daß der Präsident der Republik auf BerthelotS Vorschlag diese Ermächtigung ohne Borwissen Briands erteilt und daß Briand sie nachttäglich gutgeheißen hat? Dieser Bertrag sicherte Frankreich seine im Anschluß an frühere Grobe- rungSkricge gezogenen Grenzen vom Jahre 1799 zu, also Elsasi- Lothringen, dazu das Saarbecken und weitgehende Gebrcitsverändc- rangen am linken Rheinufer ganz nach Gutdünken Frankreich?. Hat nicht Tere st schenk», nachdem er in Rußland an? Ruder gelangt war, gegen die französischen Eroberungsgicle, die sich über- die? in der Türkei auf die Gewinnung Syriens erstreckten, Einspruch erhoben? Hat er nicht in einer vorübergehenden Regung seines vaterländischen Gewissens erklärt, das neue Rußland würde, wenn es von diesen französischen Kriegszielen erführe, nicht mehr gewillt sein, sich am Kampf weiter zu beteiligen? War die Reise Thomas' nach Rußland nicht in erster Linie ein erfolgreicher Versuch, Terestschenko dies« Gewissens- bedenken auszureden? Das alles wird die Regierung der französi- scheu Republik nicht ableugnen können. Sic wird weiter, wenn auch nur stillschwoigcnd, zugeben müssen, daß Briand in der Kammersitzung hinter verschlossenen Türen heftigen Angriffen ausgesetzt war, daß Ribot den Eieheiuivertrog mit Rußland nach anfänglicher Weigerung auf da? Verlangen Rcnaudels vorlegen mutzte, und datz Briand sich in der nachfolgenden erregten Debatte selber die Maske vom Gesicht gc- rissen hat, indem er erklärte, das Rußland der Revolution müsse halten, was das Rußland de? Zaren versprochen habe. Was die nutcrrn Volksklasscn Rußlands dazu sollten, könnte Frankreich kalt lassen. Bezeichnend ist ferner, datz Moutet in Rußland nach seinem eigenen Zugeständnis auf die von dem Verbündeten gestellte Frage, ob E I sa tz« L o t h r i n g« n das einzige Hindernis für den Frieden sei, g-cantlrortct bat, auf eine so. gestellte Frage könne er keinen Bescheid geben. Man möge bedenken, datz die russische Revolution mit französischem Blute erkaust worden sei! Auf die Stimmung der Russen wirft ein Helles Schlaglicht das Zugeständnis CachinS, die russischen Vertreter hätten bei der Verhandlung mit ihm erklärt, auf Konstautinopel legten sie keinen Wert, das sei keine russische Stadt. Auch die Abgesandten des russischen Heeres hätten sich dem angeschlossen. Ohne Rücksicht auf diesen deutlichen Beweis für das Wider- streben des russischen Volkes gegen seine Machterweitcrungc-politik bat Herr Ribot in der geheimen Kanmicrverhandlung die Revision der französischen EroücrungSziele abgelehnt. Er berief sich dabei unter anderem auch auf die Tatsache, datz Italien ja eben- falls große Gebietserweiterungen zugesichert worden seien. Um die selbst französischen, durch die Revanche- lust geblendeten Augen nicht ohne weiteres einleuchtenden An- sprüchc auf das linke Rhcinufcr ihres erobcrungslüsterncn Charak- ters zu entkleiden, bediente cr sich zuletzt des Advokatcnkuisfs, von der angeblich nötigen Gründung eines Puffer st aatcs zu reden. Die Opposition durchschaute jedoch auch dieses Manöver und rief ihm während des lärmenden Widerspruchs, der ihn umtobte, mit Recht entgegen:„Das ist schändlich!" Besonders bemerkenswert aber ist. da? möchte ich noch zum Schluß erwähnen, aus der Erwiderung Ribots auf eine sriedens- freundliche Rede Augagneurs die Bemerkung, datz die russischen Generale erklärt hätten, ihre Armee sei niemals. in des- serer Verfassung und besser ausgerüstet gewesen als zurzeit. Hier ttitt mit aller Deutlichkeit zutage, waS Herr Ribot so sehr zu verschleiern bemüht war: der dringende Wunsch, das russische Volk In Ostgalizien nahe dem Zbrucz. noch weiter- für Frankreichs ungerechtfertigte Machtgeluste bluten zu lassen. Ter Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Aber nicht so, wie Herr Ribot es sich gedacht hat, denn selbst iftm wird man nicht so viel Mangel an Menschlichkeit zutrauen dürfen, dasz er etwa von vornherein die Erfolglosigkeit der inzwischen von Rußland erpreßten Lsssensive vorausgesehen und sie trotzdem nur deshalb gefordert hätte, weil er sich davon auf jeden Fall eine weitere Galgenfrist bis zu dem erwähnten Eingreifen Nordamerikas in den Krieg versprach. Tie feindliche Presse hat sich bemüht, meine Antrittsrede im Reichstage dahin auszudeuten, daß ich der von der Mehrheit des Ganses gefasttr» Entschlieftung nur unter dem schlecht verschlci'rtcn Vorbehalt deutscher EroberungSwünschc zugestimmt hätte. Tiefe Irreführung. über deren Zweck wohl keinerlei Zweifel bcstcben kann, muh ich zu- ruckweise». Wie sich andererseits aber von selbst versteht, setzt die von mir abgegebene Erklärung voraus, daß auch der Feind auf Erobern ugspläne verzichtet. Tie Tatsachen, die ich Ihnen heute vor Augen geführt habe, lassen erkennen, daß unsere Gegner an einen solchen Verzicht nicht im entferntesten denken. Tie französische Regierung hat fürwahr allen Grund gehabt, die Kammervcrhandlilngcn vom l. und 2. Juni hinter verschlossenen Türen abhalten zu lassen, denn die setzt ans Licht gezogenen Vor- göngc sind ein neuer Beweis dafür, daß nicht wir und unsere Ver- biindoten, sondern nur die feindlichen Mächte an der Fortsetzung des Krieges die Schuld tragen, und daß nicht uns, sondern unsere Feinde der Traitg nach Eroberung leitet. Dieses Bewußtsein von der Gerechtigkeit unseres Verteidigungskrieges wird auch ferner unsere Kraft uitd Entschlossenheit stählen. Graf ltzernin für fofortigen verstänöigungsfrieöen. Antwort an Lloyd vieorgc und— Rcvcntlow. Bei einem Empfang von Vertretern österreichischer und un- garischer Blätter hielt der Minister des Aeußcrn Graf Czer- nin eine A n spräche, in der er unter voller Würdigung d e r M i t a r b e i t d e r P r e s s e bei der Aufklärung der Qeffent- lichkcit über die großen politischen Fragen seinen Dank an die Presse für deren patriotische Haltung zum Ausdruck brachte. Im Lause seiner Ausführungen wies der Mimster auf die hervorragend günstige militärische Lage und auf die Verhältnisse an der russischen Front hin, wo die Truppen der Verbündeten im steten Vordringen begriffen seien. Aus die allgemeine politische Lage übergehend, führte Graf Czernin weiter aus: Lloyd George hat in seiner letzten Rede bei der Jahres- seier der belgischen Uuabbängigkeitserklärung in London die vom Rcicbskanzler in der Rcickstagssibung vom 20. Juki abgegebenen Erklärungen als zweideutig hingestellt. Dieser Vorwurf ist mir schon an sich unverständlich, da die Ausführungen des Reichskanzlers durchaus klar und eindeutig und jeden: M i ß v e r st ä n d n-i s s e entrückt sind. Dieser Vorwurf wird aber noch unverständlicher, wenn mau bedenkt, daiß Lloyd George bei seiner Rede dir FrirdenSresolntiin des Deutschen Reichstages ganz beiseite geschoben bat. obwohl diese, aus die sich ja der Reichskanzler in seinen Ausführungen bezog, mit der Rede von Dr. Michaelis zusammen ein untrennbares Ganzes bildet. Sind doch diese beiden Kundgebungen der Reichsrcgieeung und der Reichsvrrtreti'iig ein Ausdruck des einheitlichen Willens des deutschen Volkes in der Fvicdonsfrage. Es fällt auf, daß man in dou Ententcstaiaten den Deutschen llleichstag, der auf Grund des allgemeinen, gleichen, direkte» und geheimen Wahlrechts ge- wählt ist, ebenso ignoriert wie die ganze soziale Gesetz- g c b ii n g, in der Deutschland den westlichen Ländern weit vor- aus ist. Gerade diesen Beschluß des Deutschen Reichstages durfte Lloyd George nicht ignorieren, wenn er als einer der Vertreter iener Mächte, welche den Gedanken der Demokratie stets in den Vordergrund stellen, mit Ernst die Stellung Deutschlands zur Friedensfrage behandeln wollte. In voller Ii eb e re iufti m mu n g haben der Reichskanzler und der Reichstag erklärt, daß Deutschland einen Verteidigungskrieg führt und daß das deutscheVolke inen ehrenvollen Frieden im Wege der V e r st ä-n d i g ii n r u n d des Ausgleichs sucht, der die Grundlage für eine dauernde Versöhnung der Völker bieten soll. Ter Reichskanzler und die Volksvertretung haben feierlich erklärt, daß das deutsche Volk keine gewals amen wirtschaftlichen Absperrungen sowie V e r s e i n- düngen der Völker nach dem Kriege wünscht. Wo in diesen beiden, ihrem Wesen nach sich deckenden Erklärungen Zweideutigkeiten liegen sollen, ist mir unerfindlich. Jedenfalls aber glaube ich Lloyd George auf seine Rede mit der Frage antworten zu müssen, was man denn eigentlich ans der Ententeseitc will. Das, was man bei unserer Mächtegruppe will, erhellt aus den sattsam bekannten Wiener Erklärungen und aus den früher er- wähnten Kundgebungen und des deutschen Votkes, aus denen die vollständige bis in die kicinstc Einzelheit reichende lieber- e i n st i m in u n g zwischen Wien und Berlin hervorgeht. Das, was Rcickskanzler und Reichstag erklärt haben, ist das, was ich bereits vor Monaten als ehrenvollen Frieden bezeicknet habe, den die Wiener Re- aieriiiig anzunehmen bereit ist und durch den sie eine dauernde Versöhnung der Völker erstrebt und erhofft. Aber auch darüber, was jenseits dieser Grenze liegt, bestecht zwischen Wien und Berlin vollständige Uebereinstimmung. Nie- mals iverden wir in einen Frieden willigen, der für uns nicht ehrenvoll träne. Will die Entente aus dieser deutlich genug um- schriebcnen Grundlage nicht in Verhandlungen mit uns eintreten, dann werden wir diesen Krieg weiterführen und werden kämpfen bis zum Aeußersten. Mir ist es gleichgültig, ob mau in diesem Bekenntnisse ein Zeichen der Schwäche oder Stärke sehen will. Mir gilt eS nur als Zeichen der Vernunft und SittlichZcit, die sich dagegen sträuben, einen Krieg weiterzuführen, dessen Fortführung sich bereits heute als sinnlos darstellt. Da ick von der Uobcrzcuguug durchdrungen bin, daß es der Entente nie gelingen würde, uns uiederzuiversen, und da wir in unserer Verteidigungsstellung nicht die Absicht haben, den Gegner zu zerschmettern, wird dieser Krieg früher oder später in einen Veb: ständig» i: gsfrieden münden müssen. Hieraus folgt aber für mich der natürliche Schluß, daß die weiteren Opfer und die der ganzen Menschheit auferlegten Leiden zwecklos sind und Neuer Gelände�ewinn jenseits Tarnopol, beiderseits des Dnjestr, bei Kolomea, in den Waldkarpathcn.— Rnssischer Widerstand im Bereezker-Gebirge.— Fortdauer der Artillericschlacht in Flandern.— Französische Angriffe bei Ailles.— Fliegerangriff ans Paris. Amtlich. Großes Hauptquartier, de« 28. Juli 1917. sW. T. B.» Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Bis auf kurze Unterbrechungen blieb die Kampftätigkcit der Artillerien an der flanderischcn Schlachtfront unvermindert stark. Heute morgen setzte auf breiter Front wirdcr heftigstes Trommelfeuer rin._ Auch im Artois kam es zeitweilig zu lebhaften Feuer- kämpfen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Südlich von Ailles schlugen zwei neue französische Angriffe gegen die am Chemin-dcs-Tames von uns gewonnenen Stellungen verlustreich fehl. Sonst blieb die Grfechtstätigkeit, abgesehen von darüber- gehender Steigerung des Feuers in der Champagne und an der Maas, gering. Heeresgruppe Herzag Albrecht. Nichts Wesentliches. In zahlreiche» Lufttämpfen verloren die Gegner 13 Flug« zeuge. Bahnhöfe und militärische Anlage» von Paris wurden heute nacht mit Bomben beworfen; Treffer im Ziel wurden erkannt. Unsere Flieger find trotz starker Abwehr unversehrt zurückgekehrt. Lestlicher Kriegsschauplatz. Front des Grneralfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Heeresgruppe des Generaloberst v. Boehm. E r m o l l i. Unsere Divisionen gewannen östlich und südöstlich von Tor- nopol weiter Gelände. Beiderseits des Dnjestr setzen die geschlagenen russischen Armeen»ntcr zahlreichen Straßen- und Eisenbahnzcrstörungen ihren Rückzug fort. In der Verfolgung haben unsere Armee- korps die Linie Jagielnica— Horodenka— Zablotow überschritten. daß es im Interesse der ganzen Menschheit notwendig ist, bald- möglichst zu diesem Vcrständigungsf rieben zu gelangen. Das ist das, was wir wünschen. Aber ich wiederhole es: Nie- mand möge sich darüber täuschen, daß dieser Fricdcnswunsch seine festgezogenen Grenze n hat und daß er sich nur inner- halb des Rahmens der Ehre vollziehen kann. Wie wir gemeinsam mit unseren treuen Bundesgenossen gesochten haben, so werden wir gemeinsam mit ihnen den Frieden schließen. Jetzt oder einmal später. Und wir werden den gemeinsamen Kampf mit ihnen bis zum äußersten weiterführen, wenn auf gegnerischer Seite der Wille oder das Ver- ständnis für diesen Standpunkt nicht autzubringen sind. Wir und unsere Bundesgenossen, wir haben ein Recht aus Leben und Eni- Wicklung, genau wie die anderen Völker dieser Erde, und es gibt keine Macht der Welt, welche uns zwingen könnte, hieraus zu per- zichtcn. Tie Frage, wen die Schuld an diesem Kriege trifft, will ich nicht auswerfen, weil es in diesem Zusammenhange zwecklos ist, über .dir Vergangenheit zu sprechen. Aber von der Zukunft will ich sprechen und dem Wunsche möchte ich Ausdruck geben, daß es der Welt gelingen möge, nach dem Friedensschluß jene Mittel und Wege zu finden, welche dauernd die Wiederkehr eines solchen entsetzlichen Krieges verhüten. Ein jeder moralisch denkende Mann hat die Pflicht, mit bestem Willen an dieses gigantische Werk heranzugehen und alle Staaten der Welt werden versuchen müssen, in gemeinsamer Arbeit Garantien zu schaffen, die ein so fürchterliches Unglück, wie der jetzige Weltkrieg es ist, für die Zukunft unmöglich machen. Moral und Vernunft sprechen dafür, Wege zu suchen, welche die Welt von dem Alb befreien. Es könnten sich Zustände wiederholen, wie jene, die wir jetzt durchmachen. Dieser Weg mag schwierig sein, unmöglich ist er nicht. Das sind die beiden Grundprinzipien, aus welchen meiner Meinung nach ein Vcrständigungssriede zu- stände kommen kann: Erstens ohncVergcwaltigungen und zweitens die Verhütung der Wiederkehr eines Krieges. Die innere Lage erläuternd, erklärte der Minister: Tic Demokratisierung der Verfassungen ist ein Erfordernis der Zeit. In Oesterreich wie in Ungarn sind die Regierungen daran, das große Werk einzuleiten und verfassungsmäßig durchzuführen. Aber Oesterreich wie Ungarn verwahren sich gegen fremde Ein- Mischungen von außen. Wir wollen uns unser Haus selber bestellen, so wie unsere Regierungen und unsere Bertretungskörper dies für richtig halten. Wir mischen uns nicht in die Angelegen- heitcn fremder Staaten. Aber wir verlangen hierin volle Re- ziprozität. Ich will diese kurzen Ausführungen, welche bezweckten, der Oesfentlichteit ein allgemeines Bild der Lage zu geben, so wie ich sie sehe, nicht beschließen, ohne vor einem Fehler zu warnen. Wir dürfen in schweren Stunden, die wir in der Vergangenheit oft durchgemacht haben, ebensowenig verzagt werden, wie wir bei großen Siegen, so wie wir sie jetzt dank der treu verbündeten glorreichen Armen erleben— nicht übermütig werden dürfen. DaS Ziel bleibt dasselbe: Wir wollen und werden uns einen ehren- vollen Frieden erkämpfen und wir wollen und werden dazu beitragen, eine neue Welt zu schaffen, welche Garantien in sich birgt, daß das entsetzliche Unglück eines Weltkrieges sich nicht wieder- hole. Das sind die Ziele, für die wir kämpfen und für die wir stehen und fallen. Tic Rede des österreiäiisckien Ministers des Aeuhcrn ist ein P r o g r a m m. Graf Czernin bat sich von der alten üblen Tiplomatenart befreit, daß die Sprache dazu dient, Gedanken zu verhüllen. Geradenwegs und obne Umschweife gebt er auf sein Ziel zu: den V e r st ä n d i g u n g s f r i e d c n. Er ist. klug genug, um zu wissen, daß es Zeit ist, von den Regierun- gen an die Völker zu appellieren. Er verwirft den Front deS Generaloberst Erzherzog Joseph. Die Truppen des Nordflügels nähern sich der Pruth- Niederung unterhalb Kolomea. Westlich der Straße Seletin— Fundul Moldovi in den Waldtarpathcn entrissen deutsche und östcrreichisch-ungarische Truppen dem noch haltenden Feind einige Höhenstellungen. An der obere» Putna ginge» Kräfte deS TüdfiügclS vor überlegenem feindlichen Druck auf die Osthängt des Brrrczkrr Gebirges zurück. Bei der Heeresgruppe deS GeneralfcldmarfchallS von Mackensen und an der Mazedonischen Front blieb die Lage unverändert. Der Erste Generalquartiermeister. Ludcndorff. Abendbericht. Amtlich. B e r l i n, 28. Juli 1917, abends. In Flandern Fortdauer der Artillerieschlacht. In Lstgalizieu nähern sich unsere Korps dem Grenzfluß Zbrucz. Ter österreichische Bericht. Wien, 28. Juli 1917.cm 19. Juli die 109 Kilometer lange Strecke von Kalucz an der Lomnica aus durchmessen. 19 999 Ouadratkilometer Bode nflächc wurden zurückerobert. An der rumänischen Front wurden in den Karpathen der Moldau am Mgr Casinului Angriffsversucke des Gegners in unserem Feuer erstickt. Südlich davon war die GcscchtStätigkcit bei Fort Bucur etwas lebhafter. Feindliche Erkundungsvorstöße m der Gegend von Sarei wurden blutig zurückgewiesen. Ein cige- nes Patrouillcnunternchmen brachte eine größere Anzahl an Gc- sangencn und Maschinengewahren ein. In Mazedonien war die Feuertätigkeit in der Gegend des Toiran-Sees heftig. Eine in der Gegend von Dobropolje vorgahcndc feindliche Kompagnie wurde unter empfindlichen Ver- lüften abgewiesen. In Flandern tobte der Fcuerkampf auch am 27. Juli mit großer Heftigkeit na- mentlich südlich Tixmuide und beiderseits Hollebeke. Am Nach- mittage zeigten sich feindlich« leichte Seestreitkräfte außerhalb der Artillerieschuhweite an der Küste. Lebhafte Fliegertätigkeit. Am 28. Juli, 9 Uhr morgens, setzte von Mcrckem bis Houthem stärkstes Trommelfeuer ein. An der übrigen Westfront war das Artilleriefeuer in vielen Abschnitten äußerst stark. Im Räume von S t. O n c n t i n und in der Oftchampagne brachten die Unsrigen Gefangene zurück. An der A i.s nefro n t erlitten die Franzosen abermals schwere blutige Verluste, besonders in den zwischen 9 und 19 Uhr abends vorgetragenen beiden heftigen Angriffen südlich Aillcs und bei einem nach zweistündiger Artillerievorbereitung bei Mennejean Ferme unternommenen Patrouillenvorstoß, der völlig scheiterte. Ein am 27. Juli, 5 Ubr vormittags, auf dem Hochberg vorge- trägerer stärkerer französischer Angriff wurde blutig abgeschlagen. 169 Gefangene, darunter ein Bataillonsstab verblieben in unserer Hand. Russtscher Heeresbericht vom 26. Juli. In der Richtung W i I n a war das feindliche Geschützfeuer in der Gegend von S m o r g o n und des Fleckens K r e w o heftiger. Oestlich von T a r n o p o l gingen unsere Truppen unter dem Drucke des Feindes auf die Flüsse Gesditschno und Gesno zurück. Gestern und heute haben bei M o r e st i und Trembowla überlegene deutsche Kräfte an- gegriffen: Versuche, die Lage wieder herzustellen, hatten keinen Erfolg. Nachdem der Feind zu gleicher Zeit unsere Stellungen am Sereth, bei Trembowla, in der Gegend von Zalawie und Pod- gantschik eingedrückt hatte, begann er in nordöstlicher Richtung zu operieren: daher gingen unsere Truppen, welche die Stellungen in der Gegend von Trembowla besetzt hielten, ostwärls zurück. Unsere Gegenangriffe führten infolge der geringen Truppenstärken und des moralischen Zustandes der Truppen zu keinem greifbaren Ergebnis. Seinen Vorstoß südwärts längs des westlichen Sereth-Ufers entwickelnd, besetzte der Feind Woanow, Bud- wanow und Dzwiniatsch. Die schwere Artillerie deS Feindes beschießt das östliche Sereth-Ufcr und die Gegend des Dorfes Kaby- lowloki heftig. Am Abend �des 27. Juli(?) begannen unsere Truppen den Rückzug vom Sereth ostwärts. Mehrere Truppenteile fahren fort, ihre S t e l- lungen aus eigenem Antriebe im Stich zu lassen und die ihnen anvertrauten militärischen Pflichten zu vernach- lässigen, aber neben ihnen finden sich auch Truppen, welche ihre Pflichten gegen das Vaterland hingebend erfüllen und mit der denkbar geringsten Kämpferzahl dem Feinde hartnäckigen Widerstand leisten. In letzter Zeit hat sich besonders das 416. Infanterieregiment ausgezeichnet, welches während der chrecklichen Kämpfe beinahe alle höheren Offiziere einschließlich eines Kommandeurs verloren hat. Zwischen dem Sereth und dem D n j e st r fahren unsere Truppen fort, unter dem Druck des Feindes in südöstlicher Richtung zurückzuweichen, sie kämpften am 25. Juli gegen Abend auf einer Linie Kofsow— Baryor. Zwischen dem Dnjestr und den Kar- p a t h e n gingen unsere Truppen unter dem Schutze von Nach- hüten weiter nach Osten zurück; sie haben Mezniow und Tlumacz geräumt. Rumänische Front: Am 25. Juli haben die rumänischen und unsere Truppen den Feind, der an der S u s i t a westlich zurück- weicht, fortgesetzt zurückgedrängt; sie haben die Linie über die Dörfer Soweja, Göril und Wydra besetzt. Während der Kämpfe am 24. und 25. Juli haben die Rumänen mehr als 1999 Gefangene gemacht und 33 Kanonen, 17 Maschinengewehre und 19 Minen- Werfer nebst vielem anderen Kriegsgerät erbeutet. Unsere Truppen haben etwa 1999 Gefangene gemacht und 24 Kanonen genommen. Kaukasusfront: Die Lage ist unverändert. Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 28. Juli. Amtlich. Neue U-Boot-Erfolgc im eng- lischen Kanal: 20500 S..-R..-T. Unter den versenkten Schiffen befanden sich vier bewaffnete be- ladenr Dampfer, von denen einer von englischen Fischdampfcrn ge- leitet war, scriicr die englischen Segler D i n o r w i c und E b c- n c z c r, beide mit Kohlen von England nach Frankreich. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. Berlin, 28. Juli. 1. Im Sperrgebiet um England wurden durch die Tcitigkeit unsrer U-Boote wiederum 20000 S.-R.-T. vernichtet. Unter den versenkten Schiffen befanden sich die englischen Dampfer King David(3689 Tonnen) mit55Flugzru gen und Munition von Brest nach Archangelsk, Muirfield<3986 Tonnen) mit 5999 Tonnen Weizen von Portland nach Dublin, Obuasi(4416 Tonnen) mit Palmöl und Palmkerncn von Dakar nach England, der englische Segler Dudhope(2986 Tonnen) mit Kohlen, der bewaffnete voll bcladcnc italienische Dampfer Lamia L. (2229 Tonnen). Ein Dampfer, der in einem durch zwei Zerstörer und fünf Fischdampfer gesicherten Gelcitzug fuhr, wurde durch Tor. pedotreffer schwer beschädigt, so daß er für die Schiffahrt auf lange Zeit ausfällt. 2. Neue U-Booterfolge im Mittclmcer: Eine Anzahl Dampfer und Segler mit über 20000 Tonnen. darunter die englischen Hilfskreuzer Ncdbreast<1313 Tonnen) und Newmarket<833 Tonnen), sowie ein nach Saloniki bestimmter tief- beladener Transporter, der beim Torpedotreffer in Flammen auf- ging. 3. Eine? unserer Ostfee-Luftschiffe griff in der Nacht zum 27. Juli Batterien und Befestigungsanlagen der AlandS- infeln mit gutem Erfolge an und brachte eine Batterie zum Schweigen. Trotz heftiger Beschießung kehrte das Luftschiff unbe- schädigt zurück. Der Chef des Admiralftabs der Marine. Englische Unterseeboote gegen holländische Dampfer. Amsterdam, 28. Juli. Aus dem Helder wird gemeldet: Gestern hat das cnglrjche Unterseeboot E 55 bei der niederländiscben Küste westlich von T e x e l die Dampfer Z e e m e u s e und B a t a V» e r II angehalten. Diese Dampfer waren seinerzeit von den Deulscben nach Zecbrügge aufgebracht und als Prise er- klärt worden. Sie harten deutsche Bemannungen an Bord und be- fanden sich auf dem Wege nach Deutschland. Die Engländer brachlen eine Priseninannichafl an Bord, um die Schiffe aufzubringen. Augenscheinlich aber wurden die Schiffe in niederländischen Hoheitsgewässern angehalten. Bei der Annäherung niederländischer Torpedoboote wurde die Prisenbemännung der Engländer eiligst zurückgenommen. Die Baiavier II sank nach einigen Stunden, vermuilich dezhalb, weil die Engländer die Luken und Klappen des Schiffes geöffnet hatten. Die Zeemeuw wurde von einem nieder- ländischen Schlepper ins Schlepptau genomincn. Die Bemannung der Batavier II landete auf Texel. Amsterdam, 28. Juli.(Meldung der Nicderlandsch Telegraaf Agentschap.) Man vermutet, daß im ganzen zehn hollän- dische Fischcrfahrzeuge in den Grund gebohrt stirb. Die Zeemeeuw ist in den Hafen von Heldcr geschleppt worden. Kleine Kriegsnachrichten. Die Zahl der Luftangriffe auf England. Wie im Unter- hause der Staatssekretär des Krieges erklärt hat, haben die Deut- 'chen seit dem Beginn« des Krieges 78 Luftangriffe auf England, davon 47 mit Hilfe von Zeppelinen ausgeführt. Die Beschlagnahme norwegischer Handelsschiffe. Nach einem Telegramm der norwegischen Gesa-nd tschaft in London an den norivegischen Reederverband haben die amerikanischen Behörden sich damit einverstanden erklärt, die Beschlaanahme norwegischer Schiffe aufzuschieben, bis der von Norwegen abgereiste Sonderausschuß dort eingetroffen ist. Bedingung ist, daß nach dem 25. Juli für kein in den Bereinigten Staaten neugebautes Schiff der norwegische Flaggenschein ausgestellt wird. Baron Betzens tritt zurück. Ter belgische Minister de? Au?- wärtigen, Barvn Betzens, hat„aus Gesundheitsrücksichten" um seine Entlassung gebeten.' � Kunögebung der Alldeutschen. Die Alldeutschen sind entschlossen, fiir umfassende Er- obernngen zu kämpfen; diesen Kampf führen sie aber nicht draußen in den Schützengräben, sondern, weil absolut ge- fabrlos, in der Heimat. Für die Erreichung ihrer Ziele das Leben einzusetzen, überlassen sie anderen Leuten, sie selbst sind lediglich darauf bedacht, sich dem Vaterlande zu erhalten. Die neueste Nummer der„Alldeutschen Blätter" bringt einen höchst kuriosen Ausruf. Es wird der Genugtuung darüber Ausdruck gegeben, daß es gelungen ist, Herrn v. Bethmann Hollweg zu beseitigen, und gesagt: „Wir wünschen und hoffen, daß der neue Reichskanzler, Herr Dr. Michaelis, die unendlich schweren Aufgaben, die vor ihm liegen, meistern wird, und wir wissen uns eins mit allen Volksgenossen, die den Ernst der Zeit in vollem Maße erkannt haben, daß jeder gute Deutsche ihm willig Gefolgschaft leisten mutz, wenn er es unternimmt, den nach den mannig- faltigsten Kundgebungen der Obersten Heeresleitungen sicher zu erwartenden militärischen Sieg zu einem politischen Endergeb- nis zu gestalten, das die wirkliche Sicherung der deutschen Zu- kunft gewährleistet." Wenn nun der Kanzler das aber nicht tut? Und nach seinen eigenen Worten im Reichstag kann er es gar nicht tun. Am Verhalten der Mehrheit des Reichstages wird natürlich die schärfste Kritik geübt und die Behauptung daran gc- knüpft, daß die Mehrheit des deutschen Volkes mit dem Be- schluß des deutschen Reichstags nicht einverstanden ist. Als Zeuge für die SUchtigkeit dieser Behauptung bietet sich der Alldeutsche Verband selber an, womit die aufgestellte' Behauptung erst recht nicht an Wahrscheinlichkeit gewinnt. Pa- the tisch deklamieren die Alldeutschen: „Wir legen daher Verwahrung ein gegen den Versuch, die bedauernswerte Verzichtentschtießung des Reichstages als den echten Ausdruck'des deutschen Volkswillens hinzustellen; er be- deutet eine gemeingefährliche Verfälschung, die von den Mehr- heitsparteien aus Erwägungen vorgenommen wuvde, die mit dem Wohle der Volksgesamtheit nichts zu tun haben." Ebenso tritt in der„Täglichen Rundschau" ein aufgeregter Herr von der„Wasserkante" mit dem Anspruch auf. im Gegensatz zu den Reichsboten das deutsche Volk zu ver- treten, wie es leibt und lebt: „Wer hat eine Handvoll Zeitungen und Abgeordneter er- mächtigt, im Namen des deutschen Volkes mit der Sicherheit in unserem Innenleben zu spielen?! Wer gab diesen Menschen die Vollmacht, jetzt mitten im Entscheidungstampfe Friedensbcdrn- gungen aufzustellen— lauwarm— nicht der geringste Anklang an die Kraftsprüche des Siegers, sondern fast mit dem Stammeln des sich demütigenden Bettlers?! Das deutsche Volk ver- bittet sich die Anmaßung, seinen Namen zu miß- brauche n." Ein Bad in den kühlen Fluten der Nordsee täte gut! Der Vorstand des Verbandes will in allen Teilen des Reiches Kundgebungen veranstalten,„um dem ungebrochenen Siegeswillen unseres Volkes unztveideutigen, weithin hör- baren Ausdruck zu verleihen." Hoffentlich geben die alldeut- schen Eroberungswüteriche in ihren Versammlungen Gelegenheit zu freier Aussprache und bemühen sich mich um Aus- Hebung des Belagerungszustandes. Nur auf diese Weise kann der wirkliche Wille des Volkes zum Ausdruck gebracht werden. Die Transportschwierigkeiten. General Groener richtet einen ernsten Mahnruf zur ein- gehenden Prüfung und weitgehendsten Vereinfachung der Verkehrs- beziehungen an alle Kreise von Handel und Industrie, an alle staatlichen Beschaffungs- und Verteilungsstellen, an die Kriegs- gesellschaften und Syndikate. Die Kricgsamtstellen und Kriegs- amtnebenstellen sind zu jeder Hilfe und Unterstützung bereit. Wo aber einzelne Betriebe oder Gruppen aus gewisse Schwierigkeiten stoßen und nicht vorwärts kommen, können sie ihre Wünsche und Anregungen mit allen Einzelheiten, die zu einer sofortigen Weiter« Verfolgung notwendig sind, bei dem Stabe des Generals Groener zur Sprach« bringen, der sich dann mit den zuständigen Stellen ins Benehmen setzen wird. Lette Nachrichten. Tisza aus dem Schmollwinkel. Budapest, 28. Juli. Graf TiSza veröffentlicht im„Jgazmondo" einen Aufsatz, in dem er ausführt: Nachdem unsere Waffen auf allen Fronten das Kriegsglück für sich haben und auch der Tauchboot- krieg gute Erfolge aufweist, treiben die Feinde auf dem verbreche- rischen Pfade nutzlosen Blutvergießens weiter. Diese Tatsache findet nur darin eine Erklärung, daß sich in letzter Zeit in Deutsch- land und Oesterreich-Ungarn innerpolitische Er- e i g n i s s e abgespielt haben, die die Feinde zur Irre- f ü h r u n g der eigenen Völker benutzen. Sie können die Hoffnung wachrufen, daß sich auch bei uns Verzagen, Schwanken und Auflösung eingestellt habe; derartige Symptome pflegen die ver« zagende Kampfeslust zu beleben. In Oesterreich haben feindselige Richtungen Raum gewonnen, deren Offenbarung unserer aller Sache zum Schaden gereicht. Wir können erwarten, daß Oesterreich mit seinen in- neren Feinden fertig wird. In Ungarn ist abgesehen von einer schändlichen, aber belanglosen Ausnahme,(Gras T'sza zielt hier auf die Karolyi-Gruppe) jeder namhafte Faktor darin einig, daß Wien eine defensive, friedliche auswärtige Politik befolgen muß, daß wir jeden Augenblick bereit sind, den Krieg zu beenden, aber nur unter der Bedingung, daß unsere Unabhängigkeit und unser nationales Dasein gesichert ist. Kadetten im Kabinett? Petersburg, 28. Juli.(Petersb. Telegr.-Ag.) Die Berufung des Nationalkongresscs nach Moskau wurde bis zur endgülti- gen Bildung des Kabinetts verschöben. Man nimmt an, daß das Kabinett in einigen Tagen vollzählig sein wird, und dcc Korogreß daher i n einer Woche stattfinden könne. Das Programm der Vorläufigen Regierung wird nach dem Erntritt neuer Minister in das Kabi-nett nicht geändert werden, waS die Annahme des Regierungsprogramms durch die neuen Minister zur Voraussetzung hat, unabhängig davon, welcher Partei diese ange- hören und ob sie weiter in derselben verbleiben. Besprechungen wurden schon in diesem Sinne von der Regierung mit verschiedenen Persönlichkeiten, besonders mit mehreren Vertretern der Ka- dcttcn Partei, eingeleitet, deren Zentralausschuß sich grund- sätzlich zugunsten des Eintritts seiner Mitglieder in das Kabinett aussprach. Die Vorläufige Regierung hat einen Erlaß veröffentlicht, der allen Bürgern des russischen Staates völlige Gewissens- s r e i h e i t gewährleistet. Die Verhaftung Lenins. Amsterdam, 28. Juli.„Hlundelsblad" meldet aus Stockholm, daß die Verhaftung Lenins von ossiziöser rnssischcr Seit« bestätigt wird.,. HewerkschHsbewEuag veutsthcs Reich. Tie Verhandlungen im Holzgewcrdc gescheitert. Wir haöen bereits kurz gemeldet, daß die im Kriegsamt ge- führten Verhandlungen über Teuerungszulagen im Holz- gewerve adgebrochm wurden. Sic sind gescheitert an den ganz unzulänglichen Zugeständnissen der Unternehmer, die selbst einen recht bescheidenen Vcrmittlungsvorschlag des Vcrhandlungsleiters, Hauptmanns Braumann, ablehnten. Dieser hatte sich in sehr anerkennenswerter Weise bemüht, eine Verständigung zwischen den Parteien herbeizuführen, Er mutzte aber schließlich feststellen, daß seine Bemühungen vergeblich waren, Für das Holzgeivxrbc ist im November vorigen Jahres im Reichsamt des Innern eine Vereinbarung über Teuerungszulagen obgeschiossen worden Damals stand die Kündigung der mit dem Arbeitgedcrschutzverband für das beut- sche Ho Izge werbe abgeschlossenen Verträge vor der Tür. Die Vereinbarung brachte deren Verlängerung bis zum 15. Fe- bruar ISIS, Zugleich wurde eine Vereinheitlichung der Verträge binstchtlich der Lohnhöhe durchgeführt. Tie vertraglichen Lohn- sähe chatten bisher sehr große Unterschiede aufgewiesen. Nunmehr wurden sechs Lohnklassen gebildet dergestalt, daß die Städte mit einem Vcrtragslohn von 45 Pf. und weniger eine Erhöhung des Vertragslobnes auf 45 Pf, erfuhren, wozu eine Teuerungs zutage von M Pf. trat. Der niedrigste Vertragslohn stieg fo ein schließlich der Teuerungszulage auf 65 Pf. die Stunde. In den höheren Loh nk lassen wurde die Teuerungszulage niedriger be- messen, bis herab auf 15 Pf. � Eine zweite Klasse umfaßte die Städte mit einem seitherigen Vertragslohn von 46 bis 56 Pf, Tiefer Vertragslohn wurde auf 56 Pf. und mit der Teuerungs zulage auf 68 Pf. erhöbt. In dieser Weife gelangte man zur Bildung von sechs Ortsklassen mtt vertraglichen Löhnen von 65, 68, 71, 75, 86 und 85 Pf. Später wurde in hefondcrcn VerHand- lungen für Berlin ein Mindestlohn von 96 Pf. vereinbart. Bei fenen Verhandlungen im ReichZamt des Innern wurde Ueberein ftimmüng der Parteien darüber festgestellt, daß weiter« Teue rungszulagcn bei einer Steigerung der Teuerung i m Laufe des neuen Ve r t r ag s j a hre s zulässig sein sollen. Das Bedürfnis, von dieser Bestimmung Gebrauch zu machen, tvat sehr bald ein. Seit April diese? Jahres verlangten die Holz arbgiter in einer Reihe von Städten Teuerungszulagen, An manchen Orten mochten die Unternehmer Zugeständnisse; es wurden Zulagen von 16," 15, 26 Pf. und darüber bewilligt, meist mit-dem Vorbeihalt,' daß diese Zulagen angerechnet werden sollen, wenn in zentralen Verhandlungen zwischen den Vttbaudsvor- ständen eine allgemein gültige Teuerungszulage vereinbart wird In den meisten Fällen lehnten aber die II nternehmer, örtliche Ver, bandlungen ab mit dem Hinweis auf die bevorstehenden zentralen Verhandlungen. Inzwischen hotte der Borstand des'Holzarbeiter- Verbandes dem Arheitgeberschlihverband seine Forderungen über- mittelt. Im Hinblick darauf, daß bei dieser Gelegenheit auch über die Verlängerung der Tarifverträge verhandelt werden würde, da der 15. November, der Kündignngsternün, nicht mehr fern ist, wurde eine allgemeine Tenernngsznlagc von 86 Pf. die Stunde gefordert. Weiter wurde eine Re- Vision, der Ortsklasseneinteitung und die Fest- sehung von Minde st löhnen für die Arbeiterinnen gefördert. Diese lehterc Forderung ist besonders wichtig, da in den meisten Verträgen eine Regelung der Fraumrlöhnc nicht borge- sehen ist. Dafür war vor dem Kriege daS Bedürfnis nicht zwingend. Während de? Krieges hat aber die Frauen arbeit in der Holzindustrie eine solche Bedeutung erlangt, daß die Regelung der Frauenlöhne eine dringende Notwendigkeit tvurde. Die Holzindustrie ist fetzt in ganz überwiegendem Maße Kriegs- in'd.ustälct'. wen-n a�ch die.. Löhne, der Tischler und. sonstigen Holzärbeiter uach.iebr wesentlich hinter denen der eigentlichen Rüstungsrncheiter znruWfeiben. Kich Unternehmer befinden sich in Abhängigkeit von den Vergebungsstellen für Heeresaufträge, sie legen Wert daraus, daß ihnen für böhcre Löhne, die sie zahlen müssen,'.'aus der Reichskafse Ersah geleistet wird. So kam es. daß diesmal das Kriegsamt um seine Vermittlung bei den Verhandlungen.mgegangcn wurde. Dieses hat dazu außer Be- auftragten der militärischen Vevgebuwgs stellen cruch Vertreter des Reichs schahamts und des Reichsamts des In- nern zugezogen. Auch die Vertretung der Unternehmer wies eine wesentliche Aendenmg gegen die sonst übliche aui. Außer dem Arbcitgebcrschuhverband für das deutsche Holzgewerbe waren noch eine größere Zahl von U n t er n c h m e r o r g a n i s ä t i o n e n der Holzindustrie zugezogen, mit denen der Holzarbciterverband bisher nicht in gleicher Weise in einem Vertragsverhältnis stand, wie mit dem Arbeitgeberschuhverband. Durch deren Beteiliguna an den Verhandlungen erwartete man, daß sich die Durchtührung der ge- trosfenen Vereinbarungen in allen Bcirieben der Holzindustrie vollziehen würde. ' Wir haben bereit? berichtet, daß die Verhandlungen vor dem Kriegsamt am 21. Juli vertagt wurden, nachdem sich die Unter- nehmer bereiterklärt hatten, eine sofort fällige Ahschlags- zahlung auf die zu gewährende Teuerungszulage zu zahlen die für m ä nn I i ch e, A r b e i t.e r 16 Pf., für weibliche 6 P f.-, beträgt. Bei der Fortsehung der Verhandlungen am 27. Juli erklärten die Unternehmer, nicht, ermächtigt zu sein weitere Zugestärldgiffe zu machen.- Die> Arbeitervertreter hatten sich damit abgefunden, daß die Unternehmer seht in Verhandlungen über die Ver hä n g c r n ng des Vertrages nicht eintreten wollen und im Hinblick darauf ihre Forderung auf eine sofortige Ten« rungszulage ermäßigt. Sie beharrten aber auf einer Festlegung von M inde stlöh nen für die Arbeiterinnen. Dieses Verlangen hatte Hauptmann Braumann namens des Kriegsamtes als eine Forderung der Moral. und des Pflichtbewußtseins bezeichnet. Unter dem Eindruck dieser Erklärung hatten. sich die Unternehmervertreter von ihren Auftrag- aebcrn ennächtigen lassen, der Forderung im Prinzip znzlistimmen. Aber sie wollten seht erst beginnen, Material über diese Frägg zu sammeln! Noch ehe man sich näher mit dieser Angelegenheit beschäftigte, waren aber die Verhandlungen schon an der Höhe der Teuerungszulage gescheitert. Hauptmann Braumann hatte einen Ver mittliingsvorschlag gemacht, die Zulage nach Maßgabe der oben erläuterten Ortsklafseneinteilung zu staffeln in der Weise daß die Teuerungszulage sofort betragen soll in den beiden ersten Klassen(mit den höchsten Löhnens fe 26 Pf., in den salgmden Klassen 19, 18, 17 und 15 Ps. Tie Arbeitgeber erklärten hierzu daß sie vorbehaltlich der Zustimmung ibrer Auftraggeber bereit wären, zu der bereits bewilligten Abschlagszahlung von 16 Pf. vom 1. November ab in den 6 Klassen zu zahlen: 26, 19, 18, 17, 16 und 15 Pf. Damit war der Verniiittlilnasvorschlay in der grundlegenden Frage abgelehnt und der Verhandlungsleiter mutzte erklären, daß die Fortsetzung der Verhandlungen zwecklos sei. Damit ist die Angelegenheit natürlich nicht erledigt, lieber das Bedürfnis nach einer Erhöhung der Löhne besteht an keiner Stelle ein Zweifel. Nachdem sich die zentralen Verhandlungen als ergebnislos erwiesen haben, werden die Holzarbeiter nun an den einzelnen Orten vorgehen. Dabei werden sie, be sonders in den größeren Städten, voraussichtlich sogar besser fahren, Bei den zentralen Verhandlungen muß notwendig ein Mittelweg eingeschlagen werden, der die Bedürfnisse der Groß städte nicht voll berücksichtigen kann. Nun haben die Arbeiter überall freie Hand, den TeuernngSzuschlaa zu i ordern, der den örtlichen Vcrbältnissen entspricht. Die Organisation der Holz- arbeiicr, der Deutsche H o l z ar b e i t e r v e rh a n d, ist stark aenug, auf dem Wege der örtlichen Vereinbarunaen das durchzn- setzen, was durch zentrale Vereinbarung dank der Hartnäckigkeit der Unternehmer nicht zu ereichen- war. verlin und Umgegend. Von den Teuerungszulagen in der Kartonnagenbranche. Für' die Arbeiter und Arbeiterinnen in den Berliner Kartonnagen« betrieben iowöbl der Postbranche als auch der Bezugbranche war nacb dein Beschluß einer Branchenversammlung eine Neuregelung der Teuerimgsziilagcn gefordert worden. Und zwar wurde gefordert. die bisherigen Bezüge einschließlich der früher gewährten Teuerungs- znlage um weitere 36 Prozent zu erhöhen. Bisher haben darauf nur die Arbeitgeber der Po st brauche ein Angebot gemacht. Sie bieien an, die im§ 3 des Tarifs voraesehenen Minimal- löhne für männliche Arbeiter um 46 Prozent und für Weib- liche Arbeiter um 36 Prozent zu erhöben. Alle die in Lohn beschäitigten Personen, die diese Lohnhöhe bereits erreicht baben. sollen darauf einen Zuschlag von 6 Proz. erhalten. Die in Akkord beschäftigten männlichen Ar- bester sollen 46 Prvz. ibreS Verdienstes und die in Akkord be- schätligtcn Arbeiterinnen, 36 Proz. ihres Verdienstes als Teuerungs- zulage erhalten. Dieses Angebot wurde am Freitag einer Zusammenkunft von Vertrauensleuten der Posibranche unterbreitet. Die Orgamsations- leitung wurde beauftragt, unter Hinzuziehung von Kollegen der Branche auf Grund des initg'ekeitten Angebots mit den Arbeitgebern weiter zu verhandeln und zu versuchen, höhere Zugeständnisse zu erzielen. Dir amtlichen Zuschneihcstrllcn für LederauSrüstungsstiicke sind, wie Herr Hauptmann von Lölböfsel Vertretern der Handels- tammern, des Handwerks, der Industrie und Arbeiterschaft cn einer am 26. Juli im Festsaal der Berliner Handelskammer ab- flchaltenc» Versammlung niitteilte. eine beschlossene Sache. Sie werden im Oktober d. I. ibre Tätigkeit beginnen und, was beruht- gend aus Handwerk und Industrie wirken wird, den Krieg nicht überdauern. Tic Zusctmcidestellen sind als eine Kriegsmaßnahme zu betrachten, lediglich um Lederersparnisfc zu erziele». In Bayern find feit Januar 1917 für das Handwerk, seit April für die Industrie v kr r solcher Zuschneidestellen errichtet worden, die eine Ersparung van 26— 25 Proz. Leder ergeben habe n. Bei restloser und rationeller Ausnützung des Leders ließen sich die Einsparun- gen noch steigern, was eine bessere Versorgung der Armee mit Aus- rüstungsstücken oder eine Vermehrung des sreizusiellenden Leders für die Zivilbevölkerung bedeute. Jede der 36— 46 zu errichtenden Zuschneidcstcllen verarbeite monatlich 1666— 1266 Zentner Leder, so daß 46— 45 666 Zentner im Monat rund 1666 Zentner- Erspar- ni? von Leder ergeben. Zudem komme noch die Ersparunq tüchtiger Sattler, woran dauernd Mangel herrsche, bessere Ausnützung vor- handencr Maschinen, Ersparung von Räumen und Kohlen in Be- tracht. Weitere Vorteile besteben in der gleichmäßigen Belieferung der Abnehmer, an Stelle des Stückgutes trete der waggonweise Tränsport und dergleichen. Allerdings werde der Hau- d c l v ö 1 1 i g a n s q e sch a I te t. Die Gerber erhalten die Roh- häute zugewiesen. Das Lcdcrzuweisungsamt gibt ihnen die zu be- licscrnden.Zusclneidestcllen an. von hier aus werden die Heeres- ausrüstungsfabrikanten mit fertigem Zuschnitt beliefert. Tie Handelskammern sind mit der Organlsierung der in ibrem Bereich zu errichtenden Zuschneidestellen betraut. Geschäftliches Risiko tragen die Zuschneidestellen selbst. Das sind die Hauptzüge- der neuen Einricbtung. Die innere Organisation bleibt den sich um eine- Zuschneidestelle gruppierenden Interessenten überlassen, die sich jedoch an die Richtlinien' des Kriegsininisteriums zu halten baben. Ebenso kümmert sich weder das Kriegsministerium»och das Leberzuweisungsamt um die Arbeitsverhältnisse. Tas ist eine Angelegenheit, zu regeln zwischen den Zuschneidestellen und den Arbeitern. Im Evetstualfall ist das Kriegsamt zuständig. Es sollen Zuschneidestellen errichtet werden siir die Bezirke 1. Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Posen: eine in Danzig; 2. Provinz Schlesien eine in Breslau; 3. Provinz Bran- denburg vier bis sechs in Berlin; 4. Provinz Sachsen, Großherzog- tum Sachsen-Weimar, Herzoqtümer: Sachsen-Meiningen, Sachsen- Aktenburg, Sachsen-Coburg-Gotha, Anhalt eine in Magdeburg; 5. Großherzogtümer: Mecklcnburg-Sctwerin, Mecklcnburg-Strelitz, Provinz Cchleswig-Holstein, Freie und Hansastädte Hennburg und Lübeck eine in Hamburg; 6. Provinzen: Hannover, Westfalen, Großberzoatum Oldenburg, Herzogtum Braunschweig, Fürsten- tümer: Schaumburg-Lippe und Lippe, Freie und Hansastadt Brc- men eine in Hannover; 7. Provinz Rheinland. Fürstentum Birken- seid zwei in Cöln; 8. Probinz Hesssn-Nassau, Großherzogtum Hessen, Fürstentum Wäldeck zwei in Frankfurt a. M.; 9. Groß- Herzogtum Baden, Fürstentum'Hobenzollern, Reichslande Elsaß- Lothringen eine in Mannbeim; 16. Königreich Bayern, bereits vor- Händen vier; 11. Königreich Sachsen eine in Dresden; 12. König- reich Württemberg eine in Stuttgart. Für einen großen Teil der Arbeiterschaft bedeutet die Zu- sammeulegung von mehr als 766 Zuschneidebelrieben aus 36— 46 Ardeitstvechsel, Ausgabe des bisherigen Aufenthaltsortes, für viele auch verdoppelten Aufwand, weil die zu versorgende Familie in der Heimat verbleibt. Aus diesen Gründen muß beizeiten dafür gesorgt werden, daß neben der durch Reichstaris gewährleisteten Entlobnung auch eine ausreichende Entschädigung für den sich er- gebenden Mehraufwand gezahlt wird. Den von der Zusammen- legung betroffenen Arbeitern ist daher zu raten, erstens ihre An- sprüchc geltend' zu machen und bei Differenzen die Leitung des Sattler- und Portefeuillerverbandcs mit einwatidfreiem Material zwecks' Wabrnchmung ihrer Interessen zu verseben. Eine allge- weine Regelung wäre zweckentsprechend; hoffentlich gelingt es, däs Äriegsamt dafür zu interessieren. Industrie und Handel. Aus der Berliner chemischen Industrie. Die Vereinigte Ehemische Werke A.-G. in Eh a r- lottenburg werden für das am 36. Juni abgeschlossene Ge- schästsjahr einen enorm hohen Gewinn ibren Aktionären bescheren. Der auf Mitte September einzuberufenden Generalversammlung soll die Verteilung einer Dividende von 27 Proz. und eines Extra b onus von 18 Proz. vorgeschlagen werden. Es kommen demnach insgesamt 45 Proz-zur Verteilung, der höchste Satz feit Besteben der Gesellscbaft(19661, deren Erträgnisse sich ohne jeden Rückschlag in ansteigender Richtung entwickelt haben. In den letzten zehn Jahren he trugen die Dividenden 13, 13, 16, 26, 26, 21. 21. 21, 24, 27 Proz. Tie A k t.- G c s. für chemische Produkte vorm. H. Scheide vi andel rn Berktnn befaßt sich mib'der Angliedcrung einer Anzabl zum Arbeitsgebiet der htiesellscbait gehöriger Unter- nehmen. Zu dieiem Zwecke und da sich die Tätigkeit der Scbcide- inandel-Grnppe fortgesetzt erweitert, soll eine Kapitalser- böbung diirchgcsübrt werden. Im März 1915 wurde das Unter- nehmen ianicrt, wobei das Aktienkapital duräi Zusammenlegung von 4 Aktien zu 1 bzw.. durch eine entsprechende Ucbe'rlassung der Aktien an die Gesellschaft um 8*4 Millionen"Mark herabgesetzt wurde. Von den zur Verfügung gestellten Aktien wurden dann 6 Millionen Mark neu begeben. Nunmehr ist auch die-Wiederaus- gabe der restlichen 2s4 Millionen Mark Aktien, die damals in die Hände der Gesellschaft kamen, geplant. Die diessährige Dividende dürfte die des Vorjahres in Höhe von 12 Proz. weit üb»»- treffen.____ rvetterauSsichten fftr baS mittlere Rorddeiitschland bis Montag mittag. Zunächst sehr mann und zeitweise heiter, jedoch vor- wiegend wolfig, später vieljach Gewitterregen und etwas kühler. Verantwortt. f. Dolitik: Dr. gtranz Diederich, Berlln-Frledenau: für d. übrigen Teil des BlatteS: Alfred Scholz. Aeukölln: für Inserate: Tb. Glocke, Berlin. Druck u. Derlag: Bdrwärts Buchdruckerei u. AerlagSansiaU Paul Singer& So., Verlin SW. Hierzu S Beilagen. �iuiiiiuuiuiiiiiiiiiiiiiiiiu>iiuiiiiiiiiiiiniiouiituiiiiiiiiiii< A. WERTHEIM iiiiiiiiiiniui�i'iiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiuuiifiuuii� Samenstrumpfe Seidenstoffe Damenstrümpfe «chwm, durchbrochen....... Daraenströmpfe durchbrochen............ I f 1.25 2.25 1.20 1.75 Damenstrümpfe �.e?''"'. 2.75 3.75 Damenstrümpfe 3.50 Damenstrümpfe STr JSSsKle.Tt 3 50 Da.ri?.™mpfe 5.25 6.50 (lAIg € I Damenstrümpfe I""d> 6.75 'Damenstrümpfe 7.00 9.00 'Damenstrümpfe Knmueide,«ch««. 7.75 Herrensocken Herren-Socken"VÄ*. Herren-Socken Blusenseide>»«loltebie, geatrelft und tiHert. Chinakrepp em» JOO cm breit,»ch*ir» B. ferbig. Taffet u. Gabardine we xieidc«»d Deutsche Bastseide SSf""1* m"80cffl BaStSeide bedruckt and bectlckt, l» acaes Muitcra. Echte Bastseide t"ltK Elfenbeinfarb. Waschseide{£," � 90cm Neuheiten in bedr. Schleierstolfen lür Bluten und Kleider. Waschstoffe Kreppon k]el" BlumenmS 2.50 Baumwoll-Musselin 3.40 Krepp-Schleierstoff 4.75 Schleierstoff b'd~�«�t~r. 5.75 Batist£££*• cm"Ä 6.75 Schleierstoft �Ä'.Äl�Gr! 10.50 TVAttlf bestickt vclfl. mit Tupfen und kleinen � iVlUll Mustern............ Meter Schleierstoft 7.00 Schleierstoft SÄ Tf: Ä«.«" 8.50 Samenhandschnhe durchbrochen, weiß q Damen-Handschuhe und schwarz, mit 2 Druckknöpfen.. 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O •uiUuJUiiiiininiiiitiiiiiiiiinituiiiiitimitiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiutiiiiiiniiiiiiiiititiiiiiiiiiiüiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii'UiiiuuniiiiitiijiiniitiiiMiiiiiimni� J Volkskunst- Ausstellung Leipzigerstr. i.stock i: Ung'arische Blusen handgestickt, große Auawahl 28,25 bis äiiuiuiiuuiiUimmiiiuniiiaiuaiiuinijoBimwiiiiiiiinDBiimiiimjaainiaiiiiuoniiiimuiwuuDiUjuimimiaBiirajiiiwniuumniuiuiiuimumiiiuiiiiiiiiiiiimiimiuutimrt LangeDamen-Handschuhe Halbhandschuhe Ä.TkntX. 0.95 L Zwirn, durch- 4 4 r en, 12 Knopi lg. 1• 1 O weiß, Seide, djrchbr. 4 Gewebe, 12 KnopHg. 1«OO Fingerhandschuhe bro?henwe$Ge«bS;, 12 Knopl lang............. 1•'xO Fingerhandschuhe S�enmzuwinr;. 7E. 12 Knopl lanir................ l./O Halbhandschuhe broäe—"' da,:oh" Halbhandschuhe -»ch0ch0».00>0»0"lIl000>00"lo"»0»»»0>/>"UI!N0»ch»I„I»I,l>"UM»i»»l>0II>0UDIUI0>>li- Nr. 205 ❖ 34. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Sonntag, 20. Juli 1017 Die Wochenhilfe öes Hilfsöienftes. Die Vorschriften über die Gewährung der Wochenhilfe auf Grund der Beschäftigung im Hilfsdienst, über die wir im .Vorwärts" schon kurz berichteten, sind wieder einmal ein über- aus kompliziertes Gebilde. Es handelt sich bei ihnen um den Schul- fall einer nicht zu verstehenden Verordnung. Um sie den Kreisen, für die sie bestimmt ist, ganz verstmrdlich zu machen, bedürfte es einer ganz eingehenden Abhandlung. Dazu hat in der Zeit der Papiernot eine Tageszeitung keinen Raum. Die Raumnot zwingt uns, so kurz zu sein wie nur möglich, doch hoffen wir, klar und der- ständlich zu werden. Der Umfang der Wochenhilfe schliefst sich vollständig dem der auf Grund der Kriegswochenhilfsverordnungen gewährten an. Es wird also gewährt: U ein einmaliger Beitrag zu den Kosten der Entbindung in Höhe von 25 M.; 2. ein Wochengeld von 1% M. täglich, einschließlich der Sonn- und Feiertage, für 8 Wochen, von denen mindestens sechs in die Zeit nach der Niederkunft fallen müssen; 3. eine Beihilfe bis zum Betrage von 10 M. für Hebammendienste und ärztliche Behandlung, falls solche bei Schwanger- schaftsbeschwerden erforderlich werden; 4, für Wöchnerinnen, solange sie ihr« Neugeborenen stillen, ein Stillgeld von einer halben Mark täglich, einschließlich der Sonn-� und Feiertage, bis zum Ablauf der 12. Woche nach der Niederkunft. Anspruch auf die Wochenhilfe hat— unter weiter unten noch erörterten Vgxgussetzuugen— die Wöchnerin, tpym 1. der Ehemann eine hilfsdienfi�ftichtige Tätigkeit aqSübt und im letzten Jähre vor dxr Niederfrmft seiner Ehefrau min- bestens sechs Monate hindurch auSgesibp hflt; 2. wenn sie selbst im Jahre vor der Nked�kunst mindestens 8 Monate hindurch eine Beschäftigung im Sinne des Hilfs- dienftgesetzes ausgeübt hat, wohei auf diese 8 Mo.nate eine Beschäftigungslosigkeit unmittelbar vor der Niederkunft bis zu 4 Wochen angerechnet wird; 3. der Vatxr ihres außerehelichen Kindes eine hilfSdienstpflich- tige Tätigkeit ausübt und im letzten Fahre vor der Nieder- kunft mindestens 6 Monate hindurch ausgeübt hat. Es kommt also nur auf die Tätigkeit im Hilfsdienst an, nicht auf die gesetzliche Verpflichtung dazu. Des Nachweises der sechsmonatigen Beschäftigung bedarf eS für den Ehemann oder den au.ßerehelichen Vatev>nich»t, wenn er auf Grund einer schriftlichen Aufforderung zum Hilfsdienst herangezogen ist. In die sechsmonatige Frist wird die Leistung von Kriegs-, Sa- nitäts- und ähnlichen Diensten für das Reich oder eine ihm der» Kündete Macht eingerechnet. Hat der Ehemann oder der außereheliche Vater die Hilfsdienst- tätigkeft zur Zeit der Entbindung nnterbrpchen,. fie. jedoch tnny�lb 8 oder 12 Woche» nach der Entbinduijg-igjsiede�(mfenjaBOve»,'ftt das Wochengeld und Stillgeld tzom Tage di�'tt MiedermiftMime ab noch für den Rest der 8 oder 12 Wochen zu zahlen. Gleiches gilt, wenn der Ehemann oder Vater in diesen 3 öder 12 Wochen auf- Grund einer schriftlichen Aufforderung zum Hilfsdienst herange- zogen wird. Tie mehrfach erwähnte sechsmonatige Frist veMrzt sich bei eine»war dem 1. September INI 7 liegenden Entbindung um die Zeit, die zwischen diesem Tage und der Entbistijpjjg liegt. Ist z. B. die Entbindung am S. Juli erfolgt. So btbqt] eS nur einer hilfsdienstpflichjigen Tätigkeit von'4 MonBen und 9 TagM, erfolgte die Entbindung am 1. August, einer von 6 Monatm usw, Liegt die Entbindung vor dem 9. Juli— dem Tage des In- krafttretens der Verordnung, so erhalten die Wöchnerinnen von diesem Tgge ab noch Wachengeld oder �tilsgeld für den Rest der 8 bzw. 12 Wochen. Erfolgte z. B. die Embmdung am 11. Juni (und bedarf es nach dem oben Gesagten mir einer Beschäftigung im Hilfsdienst von 3 Monaten und 11 Tagen vor der Entbindung), wird noch für 4 Wochen daS Wochengeld und für 3 Wochen das Stillgeld gegeben. Soweit wäre ja die Sachlage nun ganz klar, aber für die Ge- Währung der Wocheichilfe find noch zwei weitere ganz wesentlich« Voraussetzungen, zu erfüllen. Die wirtschaftliche Lage des Ehemannes(außerehelichen Vaters oder der selbst im Hilfsdienst tätigen Wöchnerin) muß sich infolge der Beschäftigung im Hilft« dienst nachweislich verschlechtert haben und schließlich auch muß.Bedürftigkeit für die Wochenhilfe bestehen. Die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage soll nach billigem Ermesien unter Berücksichtigung aller Umstände beurteilt werden und Voraussetzung in der Regel sein, daß infolge des Hllfsdienstgesetzes die Beschäftigungsart oder der Beschäftigungs- ort gewechselt worden ist und daß sich die Einnahmen des Beschäf- tigten vermindert oder seine notwendigen Ausgaben stärker als die Einnahmen vermehrt haben. Dabei sind die wirtschaftlichen Ver- hältnisie des Beschäftigten während seiner Hilfsdiensttätigkeit in der Zeit unmittelbar vor der Niederkunft bis zur Dauer eines Jahres mit denen während einer Zeit von gleicher Dauer unmittel- bar vor Beginn jener Tätigkeit zu vergleichen. Lassen sich die wirtschaftlichen. Verhältnisse des Beschäftigten während der Zeit vor der Hilfsdiensttätigkeit nicht feststellen, so können diejenigen zum Vergleich herangezogen werden, unter denen Personen von gleicher Art, Ausbildung und Beschäftigung in jener Zeit in der- selben Gegend tätig gewesen find. Dieses soll, sofern es für den Anspruch günstiger ist, auch dann gelten, wenn der Beschäftigte in der Zeit vor der Hilfsdiensttätigkeit Kriegs-, Sanitäts- und ähnliche Dienste geleistet hat. Ein Bedürfnis für die Gewährung der Wochen» Hilfe soll in der Regel nicht angenommen werden bei verheirateten Wöchnerinnen, wenn daS JahreS- einkommen des Ehepaares den Betrag von 2500 M. übersteigt; bei unverheirateten Wöchnerinnen, wenn ihr Jahreseinkommen 1500 M. und für jedes schon vorhanden« Kind unter 15 Jahren um weitere 259 M, zusammen aber 2500 M. übersteigt, außerdem, wenn das Einkomme» des im Hilfsdienst tätigen außerehelichen Vaters 2500 M. übersteigt. Der Antrag auf Gewährung der Wochenhilfe ist bei denselben Stellen zu stellen, bei denen die Anträge auf Grund der Kriegs- Wochen fulse zu erheben sind, also in erster Linie bei der eigenen .Krankenkasse der Wöchnerm, der des Ehemannes, eventuell beim Lieferungsverband. Der Antrag soll die tatsächlichen Angaben ent- halten, aus welchen auf ein« Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage geschlossen werden kann. Endgültig entscheidet über fden Antrag die Kommission des Lieferungsver- -bau des. Wenn man sich der Schwierigkeiten erinnert, die allein die Durchführung der Kriegswochenhilfsverordnung brachte, die grundsätzlichen Entscheidungen des Reichsversicherungsamtes usw. und gar die Schwierigkeiten der Feststellung einer Beschäftigung im Hilfsdienst, namentlich bei übersetzten Betrieben, dann ist eine solche Regelung ganz unbeftiedigend. Diese Stellen können zutreffende Entscheidungen gar nicht fällen, dazu fehlen ihnen all« Boraus- setzungen. Alles in allem wird die Beropdnung eine Quelle vieler llnzu- ftiedenheiten sein. DaS Gute in ihr hätte eine bessere'Regelung finden müssen. GroßSerlln Auch HMcr geschlossen«nd der Inhaber verhaftet 2 Dos KriegSwucheramt'hat gestern den Weingroßhändler Alfred Walt erspiel, Inhaber des Weinrestaurants Karl Hiller, Unter den Linden 62. verhaftet und das Lokal schließen lassen. Apch Walterspiel gehört zu den Wein- und Gastwirten, die trotz aller Mahnungen in der Presse, trotz de? erfreulich scharfen Vorgehens des KriegSwucheramtS fortgesetzt Lebensmittel unter Ueberschreitung der Höchstpreise im Schleichhandel sich zu vmschaffen wissen. Die im Hillerschen Be< triebe voxgefustdenen au? dem. Schleichhandel stammenden Wiupen jmzxdml beschlagnahmt, auch das gesamte Weinlager von mehr Äs-150 000 Flaschen wurde wegen Preiswucher unter Siegel gelegt. Festgestellt worden ist ferner, daß Walter- Nahruugs-Zuteilungsvorichrtften nur Kranken aus Grund eines ärztlichen Atteste», Säuglingen und schwangeren Frauen zukommen soll, wurde im Hillers cheu Lolal verarbeitet und gestrunlenl DaS Kriegswucheramt wird auch nach diesen Schleichtrinkern Ermittelungen anstellen. Die Vollmilch stainmte von den Kühen eines Bauerngutes, welches Walterspiel erst während dsS Krieges in der Nähe von Potsdam erworben hatte. Diese Kühe wollte Walter- spiel sämtlich totschießen, wenn ihm die Milch genommen wurde. So erklärte er ausdrücklich dem Kriegs- ivucheramt. Walterspiel ist in das Untersuchungsgefängnis in Moabit eingeliefert worden.— Zu unserem gestrigen Bericht über die Schließung des Loewy- schen„Wiener Schloßrestaurants" in der Doroiheen- straße sei noch nachgetragen, daß Frau Loewy bei der Durchsuchung der Geschäftsräume den Beamten ein Theater vorzumachen versuchle. Sie führte sie auf den Boden des Hauses, wo angeblich die Küchen- Vorräte liegen sollten. In der Zwischenzeit sollten die in einem besonderen Keller lagernden Nahrungsmittel beiseite geschaffl werden. Das Manöver mißlang jedoch. Es wurden 4�2 Zentner Rind- fleisch ohne Fleischbeschau-Stempel, 40 Pfund Butler, zwei Reisekorbe mit 80 Pfund gebranntem Kaffee und 600 Eier beschlagnahmt, die zu Wucherpreisen unter der Hand an- gekauft worden waren. Als Schleichhändler- Lieferanten konnten bisher ermittelt werden: der Hoteldirektor Hermann Propp, Doro- theenstr. 77/73; die Eierhändlcrin Hensche Ehrenhans, Holzmarkt« straße 5; der Kürschner Abraham Scgal, Gartensir. HSV. Höchstpreise für Obst und Gemüse. Die Preis kommisfionen haben für das Gebiet der staatlichen Verteilungsstellen Groß-Berlin mit Genehmigung der Reichsstelle folgende Erzeuger-, Großhandels- und Kleinhandelshöchstpreise seft- gesetzt: Höchstpreise für: Erzeuger Kler M. M. M. Walderdbeeren...... 1,50 1,80 2,10 Johannisbeeren...... 0,50 0,60 0,75 Stachelbeeren....... 0,85 0,42 0,55 Himbeeren......'. 0,80 0,96 1,25 Preßhimbeeren...... 0,55 0,66 0,85 Blaubeeren........ 0,40 0,60 0,70 Preiselbeeren....... 0,45 0,65 0,75 Kirschen(saure)...... 0,85 0,45 0,55 .(süße, große).... 0,40.0,52 0,65 Glaskirschen u. Schatten morcllen 0,60 0,72 0,90 Rhabarber........ 0,10 0,12 0,15 Erbsen'(Schoten)...... 0,40 0,48 0,60 Bohnen(Stangen- u. Brechbohnen) bis 5. August..... 0,50 0,65 0,80 do. ab 6. August..... 0,40 0,52 0,63 Wachs- und Perlbohnen bis 5. August..... 0,60 0,78 0,95 do. ab 6. August..... 0,50 0,65 0,80 Gartenmäßig gezogene Puff- und Saubohnen bis 5. August. 0,30 0,36 0,45 do. ab 6. August..... 0,25 0,82 0,40 Möhren u. lg. Karotten m. Kraut bis 3. August..... 0,26 0.32 0,40 do. ab 4. August..... 0,18 0,24 0,32 Möhren u. lg. Karott. ohne Kraut bis 3. August..... 0,35 0,45 0,55 do. ab 4. August..... 0,30 0,40 0,50 Möhren und lange Karotten Schockbund(60 lstck.) im Durchschnittsgewicht von etwa 6 Pfd. bis 8. August..... 1,25 1,60 2- do. ab 4. August..... 0,90 1,20 1,60 dito Mandel bis 3. August..— 0.40 0,50 do. ab 4. August.....— 0,80 0,40 Mairüben ohne Kraut.... 0,12 0,15 0,20 dito mit Kraut.... 0,06 0,08 0,10 Karotten, runde kleine, m. Kraut 0,30 0,36 0,45 Karotten Schockbund(60 Stck.) im Durchfchmrtsgew. v. etwa 5 Pfd. 1,50 1,80 2,25 dito Mandel.......— 0,45 0,55 Kohlrabi Pfund...... 0,25 0,30 0,86 do. Mandel(im Durchschnitts« gewicht von etwa 5 Pfd.). 1,25 1,50 1,80 Spinat......... 0,80 0,36 0,45 Frühzwiebeln ohne, Jhaut.. 0,20 0,25 0,32 Frühwirfing- u. Rotkohl(zu Köpfen geschlossene Ware).... 0,25 0,32 0,40 Frühweißkohl(zu Köpfe» geschl. Ware) bis 5. August... 0.25 0.32 0,40 do. ab 6. August..... 0,20 0,25 0,82 Frühwirsing-, Frühweiß« n. Rotköhl(nickt zu Köpfen geschl. Ware) ab 1. August... 0,12 0,15 0,20 Sämtliche Preise verstehen sich je Pfund, soweit nicht vor- stehend eine Berechnung nach Stück besonders angegeben ist. Die 14) /tnöers hjarmfteö. Von Jakob Knudsen. Anders wurde bei der Ausmusterung sofort genommen. Es war kein Fehler an seinem Körper zu finden vom Scheitel bis zur Fußsohle. Dazu hatte er sich im letzten Jahr be- deutend gereckt; er maß mehr als Mittelhöhe und war gut gehgut,, doch immer noch etwas schmächttg.— Einer von den BiustUUftgsheiMi war so freundlich, ihm zu sagen, daß er sich gattz verflucht aufführen müsse, wenn er nicht auch mit der Zeit zum Unterkorporal genommen würde.— Er bekam einen Sergeanten, der anfangs ziemlich hochfahrend gegen die jungen Rekruten war. Doch Anders war die pünktlichste Gefügigkeit selbst, indem er sich gleichzettig in aller Stille gelobte, wenn es allzu toll würde, trotzdem ein Ende zu machen und dem Sergeanten etwas anzutun— mochte die Disziplin dazu sagen, was sie wollte. Es konnte ja un- möglich Sünde sein, Ungerechttgkeit zu besttafen,— und was andere Menschen darüber meinten, war ihm vollkommen gleichgültig, jetzt, wo ihm die einzige irdische Autorität, die er je gekannt hatte— sein Vater— nichts mehr galt. Es dauerte aber nur sehr wenige Tage, als der Sergeant schon ebenso höflich gegen Anders war, wie dieser gegen ihn. Eines Tages sagte er nach der Uebung zu Anders:„Sie sind ja im Grunde ein tüchttger Kerl, 68; warum machen Sie nur so wilde Augen?"— Anders erwiderte entschuldigend, die Hand an der Mütze: damit müsse er denn wohl geboren sein.— Die Offiziere taten ihm eigentlich auch nichts. Er sah manchmal, daß die Kameraden Strafe bekamen,; doch er fand im allgemeinen, daß sie die von Herzen verdient hätten. So oft hatte er sich daheim über die Träghett und die dummen Stteiche der Knechte geärgert und darüber, daß man sie des- wegen nicht recht zu fassen bekommen konnte. Da war es denn ganz schön, einmal zu sehen, wie solchen Burschen das zuteil wurde, was ihnen billigerweise gebührte.— Und doch sah er seine Militärzeit für eine Periode des Sklavenstandes an, den man ja nun einmal erttagen sollte, eines rechtlasen Zustandes, den man durchmachen mußte. Dprin lag ja doch kein Sinn, daß er hier Herumgehn und kriechen und sich eim« schmeicheln sollte, krumm stehen und gerade stehen vor diesen Offizieren und Befehlenden, nur um Ruhe vor ihnen zu haben.— Ohne daß ihm einer im geringsten zu nahe kam, trug er sich doch in diesen langen Monaten mit der Sehnsucht nach der Zeit, wo er nichts mehr zu ertragen brauchte; da er Recht tun und sein Recht fordern könnte, ohne einem dafür danken zu müssen. Er konnte eigentlich vieles von seines Vaters Wesen recht gut verstehen, und er konnte ganz gerührt werden, wenn er an den letzten Tag dachte, den er zu Hause verlebt hatte— nach der Kjeldhügel-Fahrt. Aber er wollte nicht wieder nach Hause, wenn er vom Militär kam. Nein! — nein, daraus sollte nie und nimmer etwaS werden, da konnte fein Vater sich anstellen wie er wollte. Als die. regelmäßige Dienstzeit zu Ende war, schrieb er an seinen Vater, ob er nicht zusehen wolle, ihm einen Hof zu verschaffen; wolle er das nicht, so müsse Anders sich nach einer Stelle als Knecht oder vielleicht als Verwalter umsehen. Denn zum Handel habe er keine Lust, und zu Hause wolle er unter keinen Umständen sein. Er fügte hinzu, daß er meine, sein Vater tue klug daran, sich seinen Plänen in dieser Sache nicht zu widersetzen. Vierzehn Tage darauf bekam er einen Brief von seinem Voter,— nicht mit der Post, sondern durch den Ladenjungen des Geschäfts, wo sein Vater handelte, wenn er mitunter nach Aalborg kam; dort hatte man den Brief zusammen mit einer Sendung leerer Säcke erhalten; er war auf die Rück- seite eines Briefes an Per Hjarmstedt von einem Guts- kommissionär in Thy geschrieben.— Per Hjarmsted schrieb— ohne jede Einleitung: Es ist mir eingefallen, daß es besser ist, wenn Du jetzt nach Hause kommst. Du kannst mein Verwaller aus dem Tanghof sein. Dein Vater Per Andersen. Doch an dem Tage vor der Ankunft dieses Schreibens war Anders schon zum Korporal genommen worden.— Er dachte eine Weile daran, zu desertieren, doch als er sich unter der Hand erkundigt hatte, daß, selbst wenn es ihm glückte zu entkommen, er jedenfalls nie wieder nach Dänemark zurück- kehren könnte,— gab er das auf. Aber er gelobte sich mtt womöglich noch größerer Inbrunst als vorher, daß, wenn die Zeit zu Ende wäre, er auch seine Selbständigkeit verteidigen würde, so dqß niemand es wagen sollte, sich bloß deren Grenzen zu nähern.— Er begann nun die neue Dienst- zeit, und sobald der Gedanke sich bei ihm befesttgt hatte. daß das Ganze unvermeidlich sei,— legte er sich energisch ins Zeug, ohne darüber zu phantasieren, wie es sonst hätte sein können. Eines Tages im zweiten Herbst seiner Soldatenzeit kam ein reitender Bote an ihn von Hause: seine Mutter wäre sehr krank geworden.— Als er zu Hause ankam, war sie tot.— Er war ganz sonderbar erstaunt über sich selber an den Tagen, die nun folgten,—(er war einen Tag zu Hcnise. fuhr wieder nach Aalborg rmd kam dann zum Begräbnis ziqjSck)— denn er konnte nicht recht zum Trauern kommen; es war, als läge seine Trauer den verkehrten Weg, so daß sie nicht znr Welt kommen konnte. Doch hatte er das peinlichste Gefühl davon, jetzt für immer so vieler Dinge verlustig gegangen zu sein, die er hätte haben können, wenn er nur da- nach gesucht hätte; er meinte, er habe seine Mutter viel, viel zu wenig gekannt.— Kirstine dagegen konnte tranern und auch weinen, und er wurde von großer Zärtlichkeit gegen seine Schwester ergriffen. Es war für ihn, als müsse er bei ihr etwas von dem finden können, was er bei seiner Mutter nicht gesucht und darum auch nicht gefunden hatte. Wie tief sein Vater ttauerte, konnte er so deutlich nicht erkennen. Das Aussehen des Alten war ja eigentlich stets sehr trübe und ernst; und seiner Augen habhaft zu werden, war nicht leicht. Das einzige, was die Kinder deutlich bcob- achten konnten, war, daß er sich in dieser Zeit öfter und heftiger schneuzte als sonst. Anders sagte bei dieser Gelegenheft wieder, daß er in keinem Falle zu Hause sein wolle, wenn er vom Militär komme. Und er fügte hinzu, daß Kirstine auch hinauswolle. �Hohin sie denn wolle?— Ja, wenn Anders einen Hof be- komme, wolle sie ihm die Wirtschaft führen.— Dann könne Anders doch Pächter vom Tanghof werden.— Nein, er wolle selbständig sein.— Dann könne er den Hof ja auch bekommen, und der Alte werde sich dann bei ihm aufs Altenteil setzen.— Nein, er wünsche wohl, daß sein Vater sich aufs Altenteil setze, aber nicht auf dem Tanghof. „Warum denn nicht. Du?" fragte Per Hjarmsted. „Nein, denn da kann ich mich doch vor Euch nicht retten. Ich will Euch auf einen fremdenHof hinhaben. Dann können wir da bleiben, alle drei.— Aber Zhr dürft nicht gleich kommen. Ich will ihn selber erst in Gang gebracht haben." (Forts, folgt.) Groß- und KleindandelShöchstpreffe Häven Tssliigkeki fvr knlZndffche Ware, auch wenn sie aus anderen inländischen Erzeugergebieten berrührt. Die Höchstpreise treten mit dem 1. August in Kraft, soweit nicht Abweichungen besonders bemerkt sind. Gegen die geplante Kürzung der Lebensmittelkarte gehen unS von Teilnehmern an der Massenspeisung läglich eine Menge teils verzweifelter, teils empörter Proteste zu. Wir haben in der Frcitag-Nummer unsere Ansicht über die beab- sichtigte Matzregel deutlich ausgesprochen und wir können nicht mehr tun, als die Verantwortlichen Stellen wiederholt und nachdrücklichst auf die gemrinschädlichcn Folgen des geplanten Schrittes hinzu- weisen. Wir erwarten auf das bestimmteste, datz der Arbeits- auSschutz der Grotz-Bcrlincr Gemeinden von einem Projekt Abstand nimmt, besten Wirkung in nichts anderem bestehen kann als in einer uoch w citcrgchcndc» Unterernährung breitester Volksschichten. Der neue BrotprelS. Nachdem der Siebener-AuSschuh der Groß-Bcrliner Nrokkarten- gemeinschafr für die am 13. August d. I. beginnende neue Brot- Versorgung daS wöchentlich auf eine Brotkarte zu verabfolgende Brotgewicht auf 19ö0 Gramm festgesetzt hat, ist jetzt auch der neue Brotpreis bestimmt worden. Er beträgt für das Schwarz� brot von 19S0 Gramm 7B Pfennig und für das Weitzbrot 82 Pfennig._ Beleuchtungseinschränkung. Au der weiteren Einschränkung der Jnnenbeleuchtuug von Gast wirtschaften wird der ,Vost. Ztg.' vom Polizeipräsidium noch folgendes mitgeteilt:.Der Grundgedanke der Verordnung ist, nur die notdürftige Beleuchtung zu gestatten. ES ist beispielsweise keineswegs notwendig, datz in allen Teilen eines Kaffeehauses die zum Leien und Schreiben erforderliche Helligkeit herrscht. Zu diesem Zwecke sollen vielmehr nur bestimmte Räume besonders hell er- leuchtet sein. Als Grundlage für die Berechnung der Einschränkung ist deshalb der IS. Dezember 1916 festgesetzt, weil am darauf- folgenden Tage die ersten Lichtbeschränkungen in Kraft getreten sind und bis dahin alle vorhandenen Lampen gebrannt haben dürsten. In Wirklichkeit erhöht sich da« jetzt gestattete Fünftel wesent- lich, weil wir damals noch l-Uhr-Polizeiftunde, also l1/, Stunden Brenndauer mehr als jetzt und im Dezember den grötztrn Licht« verbrauch Hattert. Die Verminderung der Beleuchtung geschieht durch Ausschrauben von Lampen und durch Benutzung geringerer Lichtstärken. Wenn ein Wirt jetzt mehrere Räume geschloffen hat, so darf er für jeden Raum für sich berechnet, nur ein Fünftel des bisherigen Verbrauchs beanspruchen. Die Einschränkungen erfassen hauptsächlich, die grotzen Gastwirtschaften und Kaffeehäuser, die bis- her für Reklame viel Licht verschwendet haben. Wenn glaubhaft nachgewiesen wird, datz bei kleinen Gast- w i r l s ch a f t e n und Kaffeehäusern ein Fünftel der bisherigen Be- leuchtung nicht ausreicht, können Ausnahmen bewilligt werden. Ebenso ist.zur Verrichtung wirtschaftlicher Arbeiten oder aus Sicherheitsgründen� Lampenbeleuchtung gestattet; so, wenn eiwa ein Schenktisch im Dunkeln steht, oder Stufen vorhanden find, die sonst nicht bemerkt werden würden. Die eingezogenen N-Pfennig-Stückc gelangen jetzt wieder zur LluSgabe, um den fühlbaren Kleingeldenangel zu bcheban. Sie waren nicht außer Kurs gesetzt, sondern nur nuS dem Verkehr gezogen und ruhte in den Kassen. Palast-Thcater am Zoo. Die Variettposte.Der Herr ohne Wohnung", die um einige wirkungsvoll« Einlage» bereichert wurde, wird auch heute in beiden Vorstellungen um 3)4 und 7% Uhr mit R. Steidl und?lnn« Müller-Lincke in de» Haupt» rollen gegeben. Der Varieteieil gelangt ebenfalls ungekürzt nach- mittags und abends zur Aufführung. Nachmittags hat jeder Er- wachscire ein Kind frei. Auffindung zweier Knabcnleiche« in einem Güteewagen. Auf dem Rangicrbahnhof Rummelsburg wurden Freitag nachmittag in dem Gerätekasten eines Güterwagen« die bereits stark in Ver- tvefung übergegangenen Leichen zweier 7 bis 19 Jahre alten Knaben aufgefunden. Die Leichen waren bekleidet. Und zwar trug der ältere Knabe eine blaue Cheviochose mit einem grauen, wohl ein- mal weiß gewesenen Hemde mit punktierten Streifen und blau ge- stickte Hosenträger. Er hat blondes Haar. Die ebenfalls blaue Cheviothose des jüngeren Knaben hat noch ein Leibchen. Der Jün- gere trug dazu ein rot und weiß gestreiftes Barchenthemd. Der altere besatz ein Weißes, auch schon grau gewordene? Taschentuch ohne Zeichen. Verletzungen konnten nicht festgestellt werden. Man nimmt an, datz die Kinder beim Spiel verunglückt sind oder als blinde Passagiere eine Reise nach oder von Berlin Haiken unker. nehmen wollen. Die Leichen muffen schon mindestens einige Monate in dem Gerätekasten gelegen haben, daraus deutet der Grad der Verwesung hin, die wohl auch unter der Einwirkung der grotzen Hitze besonders schnell fortgeschritten ist. Die Verwesung ist der. artig, datz die Gesichtszüge nicht mehr zu erkennen sind und datz infolgedessen auch ein Photographieren der Leichen kaum zur Fest. stellung der Personalien beitragen dürste. Die Todesursache fft wahrscheinlich Erstickung gewesen. Der Schrank, in dem die Knaben, friedlich nebcneinanderliegend, aufgefunden wurden, bot den Jungen nur knapp Unterkunst. Er hat eine Klapptür, die offenbar so zu. gefallen ist, datz die Knaben sie von innen nicht zu öffnen vermochten. Die Ermittelungen, die Identität der toten Kinder festzustellen, wird auch dadurch erschwert, datz eS sehr zeitraubend ist, zu ermit- tcln, wo sich der betreffende Güterwagen in der letzten Zeit be- ftmden hat. Dazu sind umfangreiche Nachforschungen der Eisen bahnverwaltung erforderlich, die noch durch die Knavpheit an Beamten verzögert werden. Der Wagen steht seit vier Wochen hier auf dem Bahnhof und ist vorher vielleicht 14 Tage oder noch länger unterwegs gewesen. Die Lkriminalpolizei hat sofort allen Städten und Ortschaften, in denen sich Berliner Kinder zum Landaufenthalt befinden, Nachricht gegeben. Es werden mehrere Kinder vermitzt. Von einigen vermutet man, datz sie nach Berlin zurückkehren wollten, andere haben die Absicht geäußert, ihren Vate im Felde zu be- suchen.— Die Obduktion der Leichen wird am Montag stattfinden. Neukölln. Kartoffelversorgnng. Der Magistrat teilt uns mit datz er ebenso wie die anderen Grotz-Berliner Gemeinden versuchen wird, für die kommende Woche 3 Pfund Kartoffeln für den Kopf der Bevölkerung zur Verteilung zu bringen. Kartoffeln können nur auf die 6 schraffierten Abschnitte 66»— 660 und die 4 Abschnitte der Neuköllner Kartoffelzusatzkarte entnommen werden, und zwar auf jeden Abschnitt'/» Pfund. Wer bi§ cinschlietzlich Freitag, den 2. August, auf die schraffierten Abschnitte die 3 Pfund Kartoffeln nickt hat erhalten können, darf auf jeden Abschnitt 109 Gramm Gebäck entnehmen. Auf die 4 nicht schraffierten Abschnitte 66d und e der Kartoffelkarte können als Ersatz für die fehlenden Kar- toffeln auf jeden Abschnitt 199 Gramm Gebäck entnommen werden. Zur Abgabe von Gebäck auf die Kartoffelkartenabschnilte sind nur diejenigen Bäckermeister berechtigt, die ihr Mehl vom Mogistrat Neukölln zugewiesen erhalten. Mehl gelangt auf hie Kartoffelkarte nicht zur Verausgabung._ Wilmersdorf- LebensmittelkartenauSgade. Mittwoch, 1. August. bis Sonnabend. 4. August, findet in Berlin- Wilmersdorf die all- gemeine Ausgabe der neuen Brot-, Fleisch-, Kartoffel- und Speise- fettkarten(für die Zeit vom 6. August bis 2. September) sowie neuer städtischer Bezugskarten für Einzelpersonen(grün), neuer Eier-, Zucker- und Seifenkarteu statt. Die Hausbesitzer oder ihre Vertreter wollen an den genannten Tagen zwischen 9 und 2 Uhr oder 5 und 7 Uhr nach der besonderen AnS- gabeordnung in den zuständigen Brotkommissionen die vor- bezeichneten Karten entgegennehmen, um sie den HaushaltunqS- vorständen bis spätestens Sonntag, den ö. August, abends 6 Uhr, zuzustellen.— Die Ausgabe der Vollmilchkarten für Kinder bis zu 6 Jahren(für September) erfolgt gemätz besonderer Be- kanntmachung.— Die auf Grund ärztlichen Zeugnisses Kranken und Genesenden bewilligten zusätzlichen Fleisch-, Eier- und Speisefett« karten bis 2. September werden noch besonderer AuSgabeordnung buchstabenweise vom 1. August bis 6. August(werktäglich von 9 bis 2 und 6 bis 7 Uhr) durch die Abteilung für Krankenernährung, WilhelmSaue 114/115 ausgegeben, liebet die Ausgabe der Sep- tember-Bollmilchkarien für Kranke und Genesende ergeht noch be- sondere Bekanntmachung. — Der Gesundheitszustand der Stadt. Das städtische Nachrichten- cnnt Berlin-WilmerSdorf schreibt unS: Im Gegensatz zu de« in einigen anderen Gemeinden in letzter Zeit häufiger auftretenden Ruhrerkrankungen gibt der Gesundheitszustand in Berlin-WilmerS- darf erfreulicherweise zu Beunruhigungen keinerlei Anlast. Die An- zahl der hier vorgekommenen Ruhrerkrankungen ist gering und in den meisten Fällen identisch mit den in jetziger Jahreszeit alljährlich wiederkehrenden sogenannten Sonlincrkatarrhen. 1699 am Dienstag, 1691—2199 am Donnerstag. 2991—3790 am Freitag, abend. Mittwoch, 2191—2999 am 3791 bis Schluß am Sonn- Lichtenberg. Abgabe von Zucker. Auf Abschnitt 79 der Lichten« berger Lebensmittelkarte darf für die Zeit vom 1. bis lö. August Zucker auf Abschnitt 798 und 79K je 500 Gramm, auf Abschnitt 70G, 70J und 70E je 375 Gramm abgegeben und entnommen werden. Die Käufer haben die Abschnitte ihrer Karten bis zum Dienstag, den 31. Juli, beim Verkäufer abzugeben. Der Verlaus des Zuckers an die Bevölkerung darf erst vom 4. August ab er- folgen. Die Käufer werden ganz besonders darauf aufmerksam ge- macht, datz Nackanmeldungen nach dem festgesetzten Amneldetermin nicht mehr berücksichtigt werden können. Pankow. Lürgermristerwahl. findet am 7. August statt. Die erneute vürgermeisterwahl Fricdrichsfelde. Lebensmittel. Die Gemeinde hat einen Posten ausländischen Keks erhalten. Dieselben werden, solange der Vor- rat reicht, vom Dienstag, den 81. an, auf Abschnitt 21 der Lebens- mittelkarle je bis zu Vz Pfund in den Geschäften abgegeben, in welchem die Betreffenden in die Zuckerkundenliste eingetragen sind. Der Preis für Vz Pfund beträgt 4,50 M.— Bon den seitens unserer Gemeinde eingekauften Schnedesuppen(auf Wildart dick ein- gekochte Fleischsuvpe mit Fleischeinlage) gelangt ab Dienstag, den 31., je eine Dose auf je eine HauShaltungSkarte (Feld 11) an die Einwohner in den durch Plakate bezeichneten Ge- fchästen zur Verteilung. Preis pro Dose 1,99 M. Britz. Lebensmittel. In der Woche vom SO. Juli bis 5. August gelangen in der Verkaufsstelle der Gemeinde zur Abgabe auf Ab- schnitt 63 Graupen ff/, Pfund je Person), Abschnitt 64 Maggisuppen (2 Teller je Person), Abschnitt 65 Bouillonwürfel(1 Stück je Person), Abschnitt 66 Verschiedene Waren(Fischkonserven, Viandal-Fleisch- exttakt, Nährhefe und Rote Beete), Abschnitt 67 Sonderzuteilung.— Ferner werden abgegeben: Pfeffer, Zwieback. Salz. Gurken, Streich- Hölzer und Salmiak-Waschmittel. Die Abgabe der Waren erfolgt auf die Lebensmittelausweise. Nr. 1—860 am Montag. Nr. 891 bis Mus aller Welt. ExplosionSkatastrophe bei Paris. .TempS" meldet: Ein Granatenlsger in Mitry-Elahe(Dep Seine»et-Marn«) ist in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli tn die Luft geflogen. Ein benachbartes Raketenlager ist in Gefahr. Der Brand ist schon vor zwei Tagen auSgedrvch«. Ein lieber- greifen auf ein Barackenlager konnte trotz der Bemühungen der Pariser Feuerwehr nicht verhindert werde». Der Feuerschein der Explosion wurde in dem 25 Kilometer entfernten Paris wahr- genommen. Verurteilung eines bayerischen Abgeordneten. Nürnberg, 27. Juli. Der Malzfabvi karrt Kommerzienrat irnd Landtagsabgeordneter Wilhelm Heutzdorfer ist vom Land- gericht Bayreuth wegen Mälzschieberei zu 269 909 M. Geldstrafe verurteilt worden. Der Staatsanwalt hatte 499 999 M. beantragt. Gegen die zwangsweise Räumung von Wohmrnge« in Rathenow hat der Oberbefehlshaber in den Marken eine neue Verordnung er- lassen, weil die in Rathenow zutage getretenen Unzuträglichkeiten durck die bisherige Bekanntmachung des Oberkommandos vom 14. April 1917 bis zu dem als Endtermin bestimmten 15. August 1917 noch nicht beseitigt sein werden. Nach der neuen, an Sieüe der alten tretenden Verordnung darf in Rathenow bis zum 15. No- vcmber 1917 die zwangsweise Räumung von Wohnungen und Ge« schästSräumcn, mit denen Wohnungen unmittelbar verbunden sind, nur mit schriftlicher Genehmigung des MietSeinigungSamtS der Stadt Rathenow durchgeführt werden. Für die Anwendung dieser Bestimmung ist es unerheblich, ob die Vermietung der Wohnung unmittelbar durch den HauSbefitzer oder im Verhältnis von Mieter zum Untermieter erfolgt ist. SlS Wohnungen gelten auch einzelne Räume, die zu Wohnzwecken vermietet find. Illgenüvercmstaltuagen. Zur Jugendweihe. Wir bitte» alle Elter», Pflegeeltern, Erziehung?- berechtigten, die sür ihre Kinder, soweit sie die Schule zum Oktober ver- lassen werden, die Jugendweihe w Anspruch nehmen wollen, ihr« Adressen und die Namen der in Betracht kommenden Sinder in ihrer nächsten .Vorwätts'-Speditio» oder im Bez irkssetretartat, Ltuden, stratzeS,tzof2,»Treppe», abzugeben. Di« Jugendweihe findet am 23. September im grotzen Saale des Lehrer-BeretnShaüse», Alexander. stratze 41(am Alcxanderplatz) statt. AlleS Nähere wird zur gegebenen Zeit bekanntgegeben werde». Der BeztrlS-JugeudauSschutz. Srlefkasten der Reüaktkoa. A. 60Ä. Nein, nur wenn die Dame im Felde dtrett vor de« Stein steht.— O. B. 17. Lena Haas«: Meine schwarze» Brüder. Verlag E. Fleischel u. Co.. Berlw. Lrosch. 3,50 M., geb. ö M. Zu beziehe» durch Buchhandlung Vorwärts. Met ZisWstMkikmetlM Kcjeli'ksvcrrvaltunjj<5 roU-Berlin. Tel: Amt Montzplatz 4747 und 2382. Delkgierte m örtliche« Gkneralvechminlung! Donnerstag, den 16. August, abends 8 Uhr, im GcwerkschaftshanS, Eugelufer 14/15(Saal 1): Ordentliche Generalversammlung pro zweites Quartal 1917. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. GeschästS-, Kassen-«nd ArbcitSnach- Weisbericht pro II. Quartal 1917(insbesondere die Umgestaltung des Nachweises). 3. Erledigung etwa eingegangener Anträge. 4. Ersatzwahl eweS Mitgliedes zum BcrbandSvorstand« und GefchästlicheS. Mitgliedsbuch und LegitimationSkarte» find am Ew- gang des Saales zweck» Abstempelung vorzulegen. Ohne Buch»ud Karte kein Zutritt. Wer mit seine» Beitrügen über 8 Wochen im Rückstand ist, hat ebensall» keinen Zutritt. Die BezlrksTerrraltiing. I. A.: A. Werner. TZKssZS mit n. oün« Platte, mit echtem Fricdensknatsehuk, Goldkronen, Brücken, Plomben. Umarbeitung schlechtsitzender Gebisso. WM Peparaturen ßofort. Zahnziehen In Srtlicher Betäubung. Billige Preise, auch. Teilzalünng. Teleph. Amt Nord. 10438. 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August 1917 anberaumten ErgänzungSwahl zum Vorstand von fetten der Arbeitgeber sowie der Arbeit- nehmer nur je ein Wahlvor. schlag eingegangen ist, so gelten die Vorgeschlagenen all ge- wählt, und zwar: von feiten der Arbestgeber all Eorstlmdsmitgiteder: dieHerrcn stodertludllen und Ernst Kriegler; all Ersatzmänner: die Herren AugusiMBIIer, OttoSchoelzke.MaxHecht und Richard Dunkel; von selten der Arbeitnehmer all Vorstandsmitglieder: die Herxen Emst Aachs, Pau! KSilrner, Fräulein Hedwig Witte, Herr Rcln- Hold Bothe; als Ersatzmänner: die Herren Heinrieh Gösch, Ernst Berghäuser, Paul Kerstan, Paul Herzbarg, Eduard Klawonn, Otto Panls, Hermann Ganzer und Karl Hartwig. Di« sür de» 2. August 1917 anberaumte Wahl findet daher nicht statt 278/17 Ansechtungen gegen die Gültig- lest der Wahl sind innerhalb zwei Wochen bei dem unter- zetchnetenVorstand anzubringen. Der Borst aud der Allgemeine« Ortskranken- kaffe für Berliu-Tempelhof. (gez.) älbert George, 1. Borsitz. stnätzin entsetzl. 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Bezirksverwalt«na Groh-Berlt». Folgeude Kollege» find i« Felde gefall«: MW Bilniski, Droschr«ch°«ff«-. Paul Femerling, 3nb»sw«rwttr, Otto Gepasehefskl, Max Colas, Kohl«ardett«. Ernst Hahnel, G-schsstsch--ff«r. Otto Hoffmann, sierf-hr«. Rieharä Hoffmann,©cwsftsM««. Beinrieh Jähner, Hermann Jordan, Karl Liebke, G-schsstM«». Martin Linke, sesch-stM««. Max Rißmann,®r»f�*«�(mffear. Max Schober, Lagerardetter. Otto Sehober, Geschsftsdie»«. Fritz Tismer,@�5�««. Paul Unger, Geschästsdi««. Otto Wilimann, L°ger«beit--. Ehre ihrem Andeute«! i|15 I!> Zerdl!lidS.S«iNe'li.SlMSKiM! «--»»«sr-ZZi». Den Mitgliedern zur Nachricht, datz folgend« Kollegen auf dem Schlachtfelde gefallen find: Paul Meißner, N-hronsysi-«. Friedrich Giilgasch,©itf�tnet Str. Reinhoid Wittholz, G.s-»st-lt Teg-i. Robert Schmidt, B°m.erw°wn.g. Max Sommer,-4. su*u*s*r*mmL Johann Zllhse, I9. Revie-.Fnspertlo». Riehard Richter,». Gustav Zimmermann,-s-yen-e� Paul Berger, Tharl-ttenb«». Emil Eohler, W»hlz«t«». Joseph Pium, Strichemeinlgmq. Walter Kraatz, 4. Re»ier�«speks.s. Max Eliichsen, 35. Revier.InfpeM»». Wir werde» Ihnen ein ehrendes Andeuten dewahre»> i88/s Die Ortsverwaltnng. Bei dem großen Völkerrwgen fand am 22. Jull 1917 j mein mir treu zur Seite stehender Mitinhaber, der Land- | sturmmann 9031| Ewald Schreiber den Heldentod, Durch sein unermüdliches Schaffen für die| Firma hat er sich ein bleibendes Andenken erworben. Mit traurigem Herzen j Berlin, den 29. Juli 1917. Paul Kopp«(j. 8- im Feld«)| i. F, Koppe u. Schreiber, Goldleisten, n. Rahmenfabrik, Berlin, Adalbertslr. 9. lZsutsodsr lesnsporlsrboitor- Vordsn ,1. Bezirtsoerwalt. Groß.Berlin Den Mitgliedern znrNach. richt, daß unser Kollege, der Fahrstuhlführer Albert Serrenthin von der Firma Markt» und Kühlhallen» Gesellschaft am 26, Juli im Alter von Ä) Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den HO. Jllli, nach» mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Kreuz-Kirch- hoses aus statt. Nachruf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Mehlkutscher Albert Okrai I von der Firma Wartenbeug! I' am 23. Juli im Aller von 62 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenke» k vis Bezirksverwaltung. Am 14. Juli fiel als i Opfer des Weltkrieges un- jer Freund und Jugend- genösse 46b kritz: Krüger im blühende» Alter von 18'/, Jahren. Ehre seinem Andenken: Arbeiter-Jngend Tegel-Borsigwalde. Jugend- Ausschuß Tegel. In treuester Pflilbt- ersüllung jür unser Vaterland fiel am 16,Juli, oorm.10 II., unser lieber guter Sohn und Bruder, der Unterosfizier WÜltelm Pröfert Jnh. deS Eis, Kreuzes II. KI, in noch nicht vollendetem 21. Lebensjahre. Die Bestattung erfolgte am 17. Jull aus dem Soldaten- Friedhof m CouredreS. Unsere Freude, unser Stolz warst D«, Nu» deckt Dich fremd« Erde zu. Ruhe saust l Du bleibst uns unvergeßlich! Familie KsrI Prüfert, Neukölln, Donaustr. 27/28. Treues Gedenken zum Sterbetage meines lieben, unvergeßlichen Sohnes, deS Musketiers Otto Kaiser gefallen am 29. Juli 1915. Deine ewig trauernde Mutter nebet Brüdern August, Karl, Hermann z. Z. i Felde, und Fränze nebst Erich. 40b Wer Dich gelaunt, vergißt Dich nie. veutsader fiieiallardeUer» Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach. richt, daß unser Kollege, der Former Riehil! Batsolike Bellermannstraße 25 am 26. Füll gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 30. Juli, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenhalle deS Virchow- Krankenhauses au§ nach dem PaulS-Kirchhofe in der See. straße 124 statt. Rege Beteiligung wird er- wartet._ 179/13 Den Mitglieder« serner! zur Nachricht, daß nnier! Kollege, der Mechaniker g Paal Goohios Neukölln, Warthefiraße 23 am 26. Jull gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 30. Jull,»ach- mittags 5 Ahr, von der Leichenhalle des EmmauS- .Kirchhojeö in der Hermann- straße aus statt. Rege Beteiligung wird«- wartet._ Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher Wiihelni Heid Stralsunder Straße 27 aw 24. Juli gestorben ist. Di« Beerdigung findet am Sonntag, den 29. Juli, nachmittags 4 Ahr, von der Leichenhalle des Bernauer Gemeinde- Friedhofes w Bernau aus statt. Rege Betelligung wird er- wartet._ Nachruf« De» Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schraubendreher Theodor Kolodzeike Gubener Straße 25 21. Jull gestorben ist. am Den Mllglleder» ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser Otto Schultz Dunenstraße 42 am 12. Juli gestorben ist. Ehr« ihrem Andenken: Di« OriSverwaltnug. Allen Freunden und be- kannten Kollegen die traurige Nachricht, daß unser lieber Stellge, der Mechaniker Paul Cochios am 28. Juli von seinem langen Leiden erlöst Ist. Durch seinen gerechte», stets hUsSberellea Charakter hat er fich bei allen, die chn gekannt haben, ein dauerndes Andenken bewahrt. 37b Ole Kollegen der Firma Dr. Hutii, Gesellschast für Funkentelegraphie. Die Beerdigung findet ! Montag, de»30.Lull, nachm. 5 Uhr, von der Halle des i Emmau». Kirchhofes, Neukölln, Hermanustr. 133, auS statt. Alle« Freunden und Be- kannten hiermit die trau- rige Nachricht, daß unser alles Glück mid Stolz, unser über geliebter Sohn und Bruder, mew teurer, heißgeliebter Verlobter, der Musketier widert lökks in seinem 25. Lebensjahre am 23. Juli 1917, kurz oor feinem Urlaub, gefalleu ist. Ju unaussprechlichem Weh Hermann Wolff als Vater. Baleska Wölfl verw. Teste, geb. Moenk, als Mutier. Ernst»nd Berta Defle Hermann, aB Anna. Ge- Martha, schwister.! Paul. LieS- beth Wölfl Frida Buchwakd als Verlobt«. In unserer Mitte wird sehlen Dem edles Herz, treu und rein, In unseren Herze» sollst Du leben und unverg essen sein. Wer viel verloren, leidet un- ermessen, für tteses Leid gwl's kein Vergessen. Berkw-Borfigwalde, Näuschstr. 2. Tharlottcnburg, Kantsir. 125. 124A I um Todestage unseres i lieben SohneS und Bruders, I des Mus letters 35b( Georg Orth gefallen am 29. Juli 1916. In trauriger» Gedenken Eiter» und Geschwister. Lcdwer?Iicbs» Gedenken z. Sterbetag« an 23. lull 1916 meines tiebe», unvergeßlichen ManneS, meine» guten, so schwer oermißten VaterS, des LandfturmmanneS Pranz Pichl in einem Res.- Ins.- Rgt. In wehmütiger Erinnerung Deine Dich nie vergessende trauernde Gattin und Sobn Adolf, Lichtenberg, Niederbarnimstr. 17. D» bist nicht tot, wenn auch Deta Aug' fich schloß, ! In unser'm Herze» lebst Du f immer fort. 21A Am 2«. Jull verschied I nach langem, schwerem Leiden !mcin inniggeliebter Mann, unser guter Vater, Sohn ! und Schwiegersohn, Schwa- j 3 er und Ouiel, der Mechaniker Paul Locdms j im Aller von 45 Jahren. Um stille Teilnahm« bitten Meta Cochius nebst Kindern, Neukölln, d en 26. Juli 1917. Die Beerdigung findet am I 30. Juli, nachmittags 5 Ahr, von der Leichenhalle des Emmaus-KirchhoseS w Neu- kölln, Hermannstratze 133, f auS statt. 33b Allen denen, die meinem Mann die letzte Ehre erwiesen haben, sowie Herrn Waldeck Manafle für seine trostreichen Worte am Sarge deS Entschlafe- neu— somit dem Verstorbenen der letzte Wunsch erfüllt wurde— mid sämtlichen Mietern des HauseS siir ausopsernden Lei- staub w mewen schweren Tagm meinen herzlichsten Dank. raaJ.Grolli!iiano, IOTA Plantagenstr. 12. Arn 27. b. 3t verschied in I Beelitz»ach langem, schwe- 1 rem Leide» unser Leb« | Kollege, der Schriftsetzer Friedrich Jens. Ein ehrendes Andenken bewahre» ihm seine Kollegen vom 41b Zenteakdiusa» ffir die Deutsch« Press« und Hermann Arendts Verlag. Die Beerdigung findet in Stadt Beelitz am Dienstag- nachmittag 3'/« Ahr statt. ventscster Bansrbettemrbnad. Zweigte rein Borfhu Den Mitglieder» zur J Nachricht, daß unser Kolleg«, | der Hilfsarbeiter Reinhoid Banzke am 28. Füll im Atter von 39 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenkenl Die Beerdigung findet am Montag, den 30. Salt,»ach- mittags 2'L Ahr, von der Halle de? städtische« Friedhofes in Neukölln, Marien- darf er Weg, aus statt. Am rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Danksagung. Mir die herzliche Teilnahm« bei der Beerdigung meiner lieben, mwergeßttchen Frau sage hiermit allen Freunden und Be- kannten, insbesondere den Kollegen und Kolleginnen der Firma Mix u. Genest, meine» ausrich- ttgr» Dank. 90A Otto Öladosch. Mir«»ZM-M«. Berwaltnngsftell« Berlin. Zk M, Linienstrafl« 83—85. GeschästSzett von 9—1 Ahr und von 4—7 Ahr. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. DtenStag, den 81. Jnli 1S17, abend» S Uhr: Versammlung her NMMer. mmtim, Win sswie M in hev MSsMevLettiehev hMZhig! vllh Akeges dn GewerkschaftshanS, Eugelnser 1», Sani L Tagesordnung: 1. Vortrag de» Kollegen W. Stert na llder:»Au5 der Praxis des KriesSausfchufles.« 2. DtSkusfion. 3. Verbands- und vranchenangelegenhetten. Kollegen und Kolleginnen I ES ist Plllcht aller tu Betracht Kommenden, für«wen gute» Lesach dieser Versammlung zu sorgen. Di««ersammwng wird pünktlich«rSflnet. Mitgliedsbuch legitimiert, m DienStag, de» 81. Juli 1917, abend» 8 Ahr, Bezlrks-�ers�mtnlung für den SO, Bezirk in Frankes FestsSlen, Badstraß» 19. Tagesordnung: Fortsetzung der LezirkSvrrslNmnlnug vom LZ. Juli 1917. Zahlreiches und PstnkMche» Erscheinen wird erwartet. 179/12 l>le Orlavcrwaltun*. Moning, den 89. In« 1917, abend» 8% Uhr. bei Warncite, Oderschönewridr, Wllhetminenhossträße 18.- für OberschS»eweide, Niederschöneweide, Johannisthal«nd Umgegend. TageSord n«ng: 1. Bericht vom BerbandStag w Köln«.Ah. 2. DMufstom KV" Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt!"flSg) Zahlreiche» und piwkllichts Erscheine» wird erwartet Montag, den 89. Jnli 1917, abend» 8«Hr. tm Gew erkschastshaus, Eugelnser 15, Saal 1: Versammlung Hilfs- en und der Metallschleifer«nd Galvaniseare, arbeiter«nd«Arbeiterine»». Tagesordnung: 1. Bericht«nd Neuwahl des Branchenvertreter» und der gesamt Kommijfio». 2. Dtskusfiou. 8. Branchemmgelegenheitm« Verschiedenes. Dienstag, de» 31. Jnli, abend» 8 Uhr, in Franke» Feft-Säle», Badftrahe 19, Ns�zz'ks-VersÄMmlung für den 20. Bezirk. Tagesordnung: Fortsehnng der Beztrksversammlnng do« S8. Jnli. Zahlreiches und pllnkMcheS Erfchewe» wird erwartet. DienStag. de« 81. Juki 1917, abend» 8 im GewerkschaftshanS, Eugelufer 15, �e�sammlxsng der Mechaniker, Uhrmacher, Optiker sowie aller in de« mechanischen Betrieben beschäftigten Kolleginnen»nd Kollegen. Tagesordnnng: t. Dorttag des Kollegen W. S i e r i n g llber:»An» der Praxi» deS KriegSausschnfles". 2. Diskussion. 3. Verbands, und Branchenangelegenheiten. Kollegen und Kolleginnen I Es ist Pflicht aller w vettacht Kommenden, für einen guten Besuch dieser Versammlung zu sorgen. SSy Mitgliedsbuch legitimtet! Die Versammlung wird pünklich erögnetl vlo vrtsvorvnltnoz. 1: UgMeise IMWMUe zu Berlin. . August 1917, vormittaz» 9�/, vhr, de» Herrn M. Wehte, Gerichtstrafie IS/13: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Donntag, den 5. im Lokal i 1. Bericht des Vorstandes pro 1916/17. 2. Kassenbericht des Rendanten«nd Berk 3. Festsetzung der Entschädigung für den Revisoren. 4. PublikationSorga». 298/7* Neuwahl der anssch eidenden BorstandSmftgfleder. � Zu er, it der Zwvfloren. Sorstaud und die 298/7* Neuwahl der ausscheidenden Borstandsmugaeder. Z wählen find: Stellv. Korschender, erst« Schristsühre Rendant, ein Beisitzer, drei Moisoren. Verschiedenes. Mitgltedsbnch legitimiert. Die Anwesenheit der weiblichen Mitglieder erwünscht sowie pünktliches Erscheinen. I. A.:«m-I Fabian, stellv. Vorsitzender. _ Berlin, Bernauer Str. 118._ WW« Wl Nachdem das Königliche Ober- verficherungsamt den w unserer Ausschuß fitzung vom 12. April 1917 beschlossenen Nachtvag zur Satzung unterm 10. Jott 1917 genehmigt hat, bringen wir ihn nachstehend zur Kenntnis un- serer Mitglieder. II. Nachfrag zur Satzung der BetriebSkran- kenkasse der Stadtgemeinde Berlin. i 65 Zifi-r yn soll laute«: .Die Lasse rrstatttt den Aus- schußmttgttcder» für die Teil- nähme an den Sitzungen die bare» Auslagen und gewährt ihnen für den Zeit- vertust einen Paujchbetrag von S.vv Mari. Berlin, den 12. April 1917. Der T erstand der Betriebskraakeafeasce der Stadtgemeinde Berlin. gez. v. Schul». Genehmigt. Charlotienburg, 10. Juki 1917. llönlglicdss Oderrersisderuaa» amt AroS- Berlin. � (D. 8.) gez.». Gostkowsski. Nr. II. L. L. 293/17. sÄ8/6 Verkäme Leihhaus Roser/aler Tor. Linienstraße 203/4�, Ech« Rosen- thalersttaße, verk/rf: neue Her- rengarderoben, /clzstolaS, Mus- sen. Goldene, /filberrw Herren- »hre», Dm�enuhreu, Ketten, Schmucksack�«:, Brillanten, Sil- bertaschen,. Aus Ubren drei- jäh�cu.Garantieschem. Eigene AUgemeine Grtskrattlleuksffe der Stadt Strlm-Schsiltdtrs. Am Mittwoch, den 8. Angnst 1917. abend« L»/, Uhr. findÄ im neue« Nach«ms e eine außerordentliche Ausfchußsitzttf,g statt.'Jfmiis TageSordnu, 1. Erwerb von G 2 Verschiedenes. Der N�rstan». F. KiMckow, Ar tur Schuld!, Vorsitzender. Schristsührer. wchgen,. ßaren a -Macher Weidlich, straße 36.__ Brunnen 28VK* lasl Skunksmufsent FuchSgarni- turen! Kanmgarnttnren! Aller- billigste Preisel Reu« Herren garderobe! Ahrenverkauf! Schnmcksacheul Silberiaschen! Wandbilder! Leihhaus! War- schauer Straße 7. 169K* Teppich-Thomas, Oraniew straße 44, spottbAig, sarbsehler» hast« Teppiche, Eardmen. I2S9K* Gebrauch!« Tchnellnäsier, ranti«, neue, 1,50 wöchentlich. KaliS», Ehansseestrllße 76, Priuzenstraße 45, Wilmers- dorserstr. 53— 64, Tauentzien- straße 7h. Reparaturwerkstatt. 6082S* Kkderwagr», Sportwagen mit Verdeck in verkaufe» Lhchenerstraße Ä bei Qnhnt. 7132 ■■■>, Gesthaftswerkaufe Zigarrengeschäst. gutgehend, mit Wareuoestanb und Lotterie, 25 Jahre bestehend, ist der- setzungshalber preiswert zu verlause». 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Puls, Tempelhof. 273K* Hausdiener sofort gesucht. Zlieldungxn zwischen 10— 12 Uhr m unserer Hausinspektion. Kaufhaus des Westens G. m. b. H., Berlin W. 50, Tauen- tzinfftraße 21/24. 25551* Hausreinignng vergibt sofort, eventuell später Jäger, Neu- kolln, Boddinstr. 17. 43b Schnellphotographie. Für obige Abteilung suchen wir sofort etne Gehilfin. Meldungen um 11 Uhr vormittags oder zwischen 6— 7 Uhr abends Kaufhans des Westens G. m. b. H., Berlin W. 50, Tauen- tzienstraße 21/24. 255K* Watdeflügel- Näherinnen, Heimarbeit, verlangt Most, Frankfurter Allee 85.* Blusen. Jung« Mädchen aus der Brauche für leichte Lager- n gesucht. Gebrüder er, Wallstraße 23/24. l12b* Handarbeiterinnen zum Aus- serngen von Strickjacken im und außerm Hause gesucht. Gebrüder Ascher, Wallstr. 23/24.- zhl.'-Berndt, Hausdicnerinnen, kräftig, so-' sort gesucht. Meldungen zzgi- scheu 10— 12 Uhr vormittags tn unserer Hausinspektion. Kaufhaus des Westens G. m. b. H., Berlin W 50, Tauentzien- straße 21/24. 25551* Arbeiterinnen, auch Jugendliche, stellt imort ein. Auch '!lW?hungen. Mar; hstnstr. 60.[186 MamsellM?MnsachÄKostüm- jacken. Böhme, Mullerstr. 156a. 7 107* 20 Tändelträger-(weiß), Ar- beitermnen verlangt Borchardt, Große Frankfurterstraße 10. 288K* Mädchen, schulcntlasiene, 14 bis 16 Jahre, leichte Arbeit, verlangt Zschernack, Pflug straße 1. Untertaillen-Näherinnen, Zick- zack-, Hohlsaum- und Singer- Maschine, für unseren Kraft- betrieb und auch außer dem Hause gegen Probearbeit suchen Hermann Engel u. Co., Rosenthalcrstr. 40. 288K Poliererinne«, Farbigmache- rinnen verlöngt Balke, Elisa- bethstraße 24.__ 1140 Earniererinnen, tüchtige, so- fort gesucht. MKungen lr—2 Uhr mittags oder 6— 7 Uhr abends. A. Jandorf u. Co., Belle-Alliance-Str. 1/2. 255K* BerkäuseriiuKN, tüchtige, für Blumen und Federn sofort ze- sucht. Meldungen 1— 2 Uhr mittags oder 6— 7 Uhr abends. A. Jandorf u. 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Zcitungsaustriigcrin verlangt „Borwäris"-Spedilion Schöne- berg, Meiningerstraße 9.* Botenfrauen werden einge- stellt„Vorwärts", Charlotten- bnrg, Sesenheimerstr. 1.* Zeitungsbotin verlangt„Bor- wLrts"-Ausgabestelle Berlin- Niederschöneweide, Brücken- straße 10 u l., Unruh.* Zeiwngssrau verlangt„Bor- wärts"- Spedition Neukölln, Siegfriedstraße 28/29.* Botenfrau, Tour Tegel und Reinickendorf-West, stellt ein Kienast, Borsigwalde, Räuscb- straße 10,„Borwärts"-Spedi- tion.* Zeitungsansträgerin verlangt Bernsee, Steglitz, Mommsen- str. 59.____* Zeitnngöausträgeri« sofort einzustellen. Vorwärtsspedition Moabit, Wilhelmshavenerstraße 48. von 11— Ist, und 4�—7 Mr.* Mehrere Schmiede aus Heeresarbeit.(Hufschmiede u. andere), Schirrmcistcr(auch Arbeitsverwendungsfähige für die Heimat und Ziolldienstpflich- tige) für einfache Arbeiten ver« langt 265K* Alex. Hernian G. m. b. H., Berlin sti 20, Pankstr. 29, und B�yHn-Teinpelbof, Katser-Wilhelm�sttziße 10/11. 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Mehrere trliftige Frauen zum Aus- und Abladen von Kohlen und»sür andere schwere Verlade- und Erdarbeiten ver- langt. Meldungen von 8 bis 9 Uhr morgens. 2SS.K* Alex. Hermen G. m. b. H., Berlin M, 20, Pankstr. 29. Mehrere jüngere Arbeiterinnen (nicht unter 16 Jahre«) für Bohr- und Schleisarbeiten ver- langt. Meldungen von 8 bis 9 Uhr morgens. 265L* Alex. Hermen G. m, b. H., Berlin N. 20, Pankstr. 29 und Berlin- Tempelhof, Kaiser-Wil- nelmstr. 10/11. Ärbeiterinnen kräftige, z. Kohlenpress� Loterinnen für Zinkhülsen, 64/15* 'Loterinnen für Batterien, sucht Batterie- 7A:iAaa Fabrik Z/CilCl Rungestraße 20. Saubere Frau für(Seschäftsreinigung nachmittags von 2 bis 5 Uhr verlangt. 29b £. Rothe:, Mohren flr. 42/44. Meldungen vorm. 9 bis 1.