Nr. SIS. flbonnementS'BedIngunsn: Hbonnemtnt«• Stcij urättuntercmbB' BiertcIjäftrL 8,90 Mr. Mona«. L30 SR!. wöchmUich 80 SfQ. tiel tnS Haut, Einzelne Nummer s Big. Eunmagt. numiner mit Muitrierler konnlag». SeUage.Die Neue Welt' 10 Big, Boit. vbonnement: ILO Marl vro Monat, Wingerragen in die Bast-Zeitung». Breisliite. Unier Kreuzband iür Deutichland und Oesterreich. Ungarn 2.50 Marl, für da» übrige iwsian» t Marl vro Monat, Bostabonnemeni» nehmen an Belgien, Dänemarl. Holland. Italien. Luxemburg, Ponugal, RUtilänien, Schweden und die Schweig Cridittiit lögNch. Verlinev Volksbwtt. $4. Jahrgang. Btf Anzeigenpreis »etrigt s. die ficbeiigesvaltcnc kolonel, »eile 60 Pfg,„Uieine Anreisen", da» fettgcbrulite Wort 20 Pfg, lässig 2"fcttgedrurlte Worte), jede» wettere Wort lO Pfg. Stellengesuche und Schlafstellcnanzeigen das eriie Wort 10 Pfg., jedes weitere WortSPsg Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte, Teuerungszuschlag 20»/», Politische u, gewcrlschaftliche Verein?. anzeigen die sieSengcspalteneKolouel. zetle40Pfg, Familicnanzeigön SO Pf, Anzeigen für die nächste Nunmier müssen bis 5 Uhr nachmittags w der Saubt, Expedition abgegeben werden. ....... hbis7Nhr netv.8Uhrsrühbjs7Uhr abends. Telegramm- Wress e: .5»8lZllItl!,o>ilät llcMs" Zcntvalorgnn der rozialdemokratifchen parte» Deutfchlands. Redaktion: Slv. HS, �indenstraße Z. Fernsvrecher: Amt Mortdplati, Sir. Iii» 90—»li» 97. Expedition: SW. HS» �indenstraße Z. Hrrnsprecher: Amt Morivpla«, Nr. 15190—15197. 3» Mim ZMM ZslWlle i« iiel Mmlm. Kampfruhe in Flandern— Nördlich Czer- nowitz die Grenze überschritten— Rnmä- nische Anstrengungen an der Moldansront � Zunehmende Gefechtstätigkeit am unte- ren Sereth. > Amtlich. Große» H-uPtquertier, de« 4. August 1917.(SB*. T. B.) Westlicher ZkriegSschanplatz. Heeresgruppe Krenprinz Rupprecht. An der flandrischen Schlachtfront ruhte auch gestern der Kampf unter Einwirkung starken RcgcnS. Während der Nacht steigerte sich zeitweise daS Feuer zu großer Heftigkeit; es fanden keine größeren Angriffe statt. Im ArtoiS blieb es bis auf lebhaftere Feuertitigkeit bei Hulluch und LenS sowie Borfeldgefcchten östlich vou Monchh ruhig. Heeresgruppe Deutsche, Sreuprin, Nichts Wesentliches. Heeresgruppe Herzog Slbrecht. Süddeutsche und rheinische Sturmtrupp? brachen in die feind' liche Stellung südwestlich von Leintrey ein und kehrten'NN einer größeren Anzahl schwarzer Franzosen zurück. westlicher Kriegsschauplatz. Freut de» Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Heeresgruppe de» Generaloberst V. Beetz«. E r m o lli. Nordöstlich von Ezernowitz ist die russische Reichsgreuze»der- schritten. In 14tSgige« Feldzuge, der eiueu ununterbrochene» Sieges» lauf der deutschen, österreichisch-ungarischeu und oSmanischcn Truppen darstellt, ist bis jetzt der besetzte Teil Galiziens außer einem schmalen Streifen von Brody bis Zbaraz dem Feinde eut- rissen worden. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph Die Befreiung der Bukowina macht schnelle Fortschritte. I» den sich nach Osteu zu erweiternde» Flußtäler» drängen die Kolonnen der verbündeten Korps über die Linie Czernowitz— Petroutz— Bilka— Kimpolung dem weichenden Gegner nach. An der Moldaufront versuchten die Rumänen wiederum»hue jeden Erfolg, sich durch starke Angriffe in Besitz des Mgr. Eafinului zu setzen. Stockholm. die neue Verschiebung üer Konferenz. Aus Stockholm wird uns vom Donnerstag geschrieben: Das Lrganisationskomitee der Internationalen Konferenz, von dessen russischen Mitglieder infolge der Heimreise Rosanoffs und der An- Wesenheit der übrigen Sowjätführer in Paris zurzeit keines in Stock- Holm anwesend ist, wird erst morgen, Freitag, zu einer Besprechung der augenblicklichen Lage zusammentreten. Aber, wie bereits tele- graphisch gemeldet wurde, ist namens des Komitees der Vcrschie- bungsvorschlag der anglo-franko-russischen Konferenz dahin beant- wortet worden, daß der Konferenzbeginn aufden 3. September gelegt werden soll, und es spricht so ziemlich alle Wahrscheinlichkeit dafür, daß vorher die Konferenz nicht beginnen wird. Noch unmittel- dar vor seiner Abreise hatte Rosanoff mir erklärt, daß die Russen auf eine Verschiebung um mehr als wenige Tage nicht eingehen würden. Dann kam der nach Anhörung der Russen gefaßte Lon- doner Beschluß, daß die Konferenz am 22. August beginnen sollte, und noch gestern mittag wurde mir im Komitee der 27. August als sicherer Termin bezeichnet, obwohl zu dieser Zeit der Pariser Ver- schiebungsbcschluß schon auS den Morgenblättcrn bekannt war. Am Nachmittag traf dann die mit der Havas-Meldung übereinstimmende Depesche des französischen Parteiführers Dubreuilh ein, die die Pariser Beschlüsse übermittelte. Das überraschendste für uns ist die Zustimmung der Russen und auch der scheinbar so ganz für baldigen Kouferenzbeginn gewonnenen Engländer zur Verschiebung. *- Widerstände in England. Haag, 4. August. Reuter meldet aus London: Einige Ar- beitSminister beschlossen, im Landesinteresse das Aeußerste zu tun und die Gewerkschaften zu veranlassen, den Vorschlag des Vollzugsausschusses der Arbeiter, an der Stockholmer Konferenz teilzunehmen, zu verwerfen. Die Arbeitsminister werden aus einer öffentlichen Parteiversammlung am Freitag in London das Wort ergreifen. Der. Vorstand des allgc. Heeresgruppe de? GeueralfrldmarfHallS von Mackensen. Am unteren Sereth nahm die Gefechtstätigkcit gegen die Kortage z«. Mazedonische �ront. Keine größeren Kampfhandlungen. Der Erste Geueralguartiermristrr. Ludendorfs. Abendbericht. N« t l i ch. B e r l i«, 4. August 1917, abeuds. In Flandern Feuerkampf wechselnder Stärke, in der Bukowina und dem Nordwestzipfel dar Moldau günstige Fortschritte. Der österreichische Bericht. Wien, 4. August 1917.(SB*. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Entlastungsvorstöße nördlich deS C a f i u«- Tale» und auf dem TölgyeS-Paß scheiterte« au der tapferen Gegenwehr unserer Truppen. Die Befreiung der B« k o- w i n a schreitet erfolgreich vorwärts. Oesterrcichisch-nngarische Kräfte habe« sich nördlich von Kimpolung den Urbergang üdrr die Attie M« 1 d a V ktz«"rrzVvszen. Westlich uud«ord» westlich von R a d a« t s lösen sich die Kolonnen der Berbüudetru aus dem Gebirge. Oestlich von Czernowitz stehen wir an der ReichSgrenze. Südlich des Dnjestr wurde diese überschritte«. An der Zbrnczmüudung wiesen unsere SichernngSabtrilungrn russische Kompagnieangriffc ab. Italienischer Zkriegsschanplatz >» Rombonhang erfolgreiche Patrouillenunternehnnmgen. Gegen den Monte Santo sehr starkes italienisches Geschützfener. Balkan-Kriegsschauplatz. Unverändert, Der Ches de? GeaeralstobeS. » Ereiguiffe znt See. In der Rächt vom 2. auf den 3. August habe« etwa IS bis 20 feindliche Flugzeuge die Stadt und den Hafen von P« l a mit rund 80 Bomben, darunter vielen Brandbomben, belegt. Ju der Stadt wurden mehrere Schäden an PrivatHöusern verursacht, wobei vou der Zivilbevölkerung zwei Personen getötet und zwölf verletzt worden sind, darunter hauptsächlich Frauen und Kinder. An militärischen Objekten ist kein nennenswerter Schaden zu ver» zeichnen, Bomben fielen auch auf das Marinespital und den Marinefriedhof. Bon Militirpersonr» wurden im ganzen zwei leicht verletzt.• Flottenkommando. «einen Gewerkschaftsverbande» beschloß, auf der faßten Resolution bestehen zu bleiben, wonach eine Zusammen- kunft mit Vertretern feindlicher Länder abge- wiesen wird, solange nicht Frankreich und Belgien geräumt und wiederhergestellt find. « Vorbereitungen der Franzose». Bern, 3. August.„Progres de Lyon" meldet aus Paris: Die russischen Ab geordneten hatten gestern neue B e- sprechungcn mit den Mitgliedern der' sozialistischen Gruppe der Kammer und dem Vorsitzenden der Liga für Menschenrechte. Eine Tag es ordnung wurde angenommen, die die lieber- einstiumung der Liga, der sozialistschen Kammer- g r u p p e und der russischen Abgeordneten über die Kriegsziele und die Friedensbedingungen ohne Annexionen und Entschädigungen feststellt und andererseits das Selbstbestimmungsrecht der Völker hervorhebt. Es wurde formell erklärt, die Herausgabe El sa ß- L o th r i n gen S an Frankreich sei nicht als Annexion und die Wiedergnt- machung des verursachten Schadens nicht als Ent» schädigung aufzufassen. Ferner wurde die Bildung einer Gesell- schaft der Nationen zur Festsetzung und Erhaltung eine? dauer- haften Friedens gefordert. Die Meldung des Lyoner„Progres" sagt mehr, als nach der Erklärung der russischen Abordnung, daß sie nur zu informa- torischen Zwecken nach dem ZVesten reise, als richtig angenommen werden kann. Wir halten es für ganz ausgeschlossen, daß die Dele- gierten des Arbeiter- und Soldatenrats sich eines- Disziplinbruchs schuldig machen könnten. kerenski will zurücktreten. ' Petersburg,-!. August.(Reutermeldung.) Äerenski hat seine Entlassung angeboten. Seine Demission wurde von der Porläufige« Regieriwg abgelchnt, der Wechsel in öen Regierungs- stellen. Aufgeklärter BureaukratismuS. In den nächsten Tagen, vielleicht schon morgen, soll die Liste der neuen Staatssekretäre und preußischen Minister amtlich veröffentlicht werden. Zeitungen, die es nicht er- warten können, haben aber schon wochenlang ihr Publikum mit Nachrichten über bevorstehende Ernennungen in Spannung gehalten. Und setzt veröffentlicht die„Voss. Ztg." eine Liste. die„nunmehr feststehen" soll und in der Hauptsache wohl auch stimmen dürste. Sic sieht so aus: Stellvertreter deS Reichskanzlers und Sprechminister: Dr. H e l f f e r i ch; Staatssekretär des Aeußren: Dr. Freiherr von Kühl- mann(bisher Botschafter in Konstantinopel): Staatssekretär des Innern: Dr. Wall ras(bisher Ober- bürgermeister von Köln): Staatssekretär des Reichswirtschastsamtes(vom RcichSamt des Innern abgetrennt): G e ß n e r(bisher Ober- bürgermeister von Nürnberg, noch nicht endgültig)', Reichsschatzamt: Graf R o e d e r n(bleibt); Reichspostamt: K r a e t k e(dürfte bleiben): Staatssekretär des Rcichsjnstizamts: Dr. von Krause (bisher Vorsitzender der Anwaltskammer, Berlin, Mit- glied der nationalliberalen Landtagsfraktion). Ferner soll das KriegsernährungSamt und das Eruäh- rungsamt für Preußen zu einem einheitlichen Reichs- ern istlj r un g s am t' verschmolzen werden,' an dessen Spitze als Staatssekretär der bisherige Oberpräsidcnt von Pommern. Herr v. Waldoiü. stehen wird. Ihm iverden der bayerische Ministerialdirektor Frhr. v. B r a u n und Dr. August M ü l l e r von der Hamburger genossenschaftlichen Zentrale als Unter« staatssekretärc beigegeben. Herr v. Batocki tritt in den Ruhestand. Im preußischen Staatsministerium werden folgende Neu- ernennungen vorgenommen: Minister des Innern: Dr. D r e w S(bisher Untcrstaats- sekrctär im Ministerium des Innern). Landwirtschaftsminister: Frhr. v. M a s s e n b a ch(bisher Regierungspräsident von Potsdam). Justizminister: Dr. P o r s ch(Rechtsanwalt, Mitglied der Zentrumsfraktion des Landtages). Finanzminister: v. H e r g t(bisher Regierungspräsident von Oppeln). Kultusminister: Dr. Friedrich Schmidt(bisher Miiüsterial- dircktor im.Kultusministerium). In Einzelheiten mag sich noch dieses und jenes ändern. Fest steht auf alle Fälle, daß sich der Regierungswechsel im Zeichen des aufgeklärten Bureaukratismus vollzieht. Von Parlamentarismus, oder, wie man in neuerer Zeit vorsichtig abmildernd sagte, von„Parlamentarisierung" kann mich nicht entfernt die Rede sein. Daran ändert auch nichts der Umstand, daß in die beiden leitenden Justizstellen zwei preußische Landtags- abgeordnete aus den Mittelparteien berufen werden sollen. Sie gehen in die Regierung, weil die Krone sie dahin ruft, nicht im Auftrag ihrer Parteien, und sie sind Drei- klassenmänncr, deren parlamentarische Stellung nicht auf dem Boden des demokratischen Wahlrechts gewachsen ist. Reichstagsabgeordnete, Erwählte des gleichen Wahlrechts in die Regierung zu berufen, vor diesem revolutionären Schritt schreckte man offenbar noch zurück. Und das ist vielleicht besser so: wir hoffen Reichstagsabgcordnete erst in jener parlamentarischen Reichsregierung zu finden, die die Nach- folgerin der gegenwärtigen Regierung sein wird. Am wichtigsten ist unter den gegenwärtigen Umständen der Wechsel im Auswärtigen Amt. Herr v. Kühlemann, der nun trotz der wütenden Proteste der alldeutschen Preffe doch kommen soll, ist vielleicht nicht der beste, aber auch sicher nicht der schlechteste Mann, der für diesen Posten ausersehen werden konnte. Nach allem, was man von ihm weiß, ist anzunehmen, daß er mit der Absicht kommt, eine Politik zu treiben, die dem Beschluß des Reichstags vom 19. Juli entspricht. Die Widerstände, die ihm dabei im Wege stehen, werden ihm nicht unbekannt sein, und wenn er sich die Kraft zutraut, sie zu überwinden, so darf man ihm dazu nicht bloß Glück wünschen, sondern auch Unterstützung aus den breiten Volksmassen heraus in Aussicht stellen. Herr v. Kühlemann hat als erster Botschaftssekretär des Fürsten Lichnowsky in London eine Politik getrieben, deren Fundamente durch die hereingebrochene Weltkatastrophe verschüttet worden sind. Aber der Geist der Verstän- d i g u n g, von dem sie geleitet Svar, muß seine Wiederauferstehung begehen— möge er im neuen Staatssekretär einen starken Vertreter finden! Vielleicht wird es ihm dann auch gelingen, den Vizekanzler Dr. Helsferich entbehrlich zu machen, der ictzt noch als Unterhändler bei den künftigen Friedensverhandlungen als unentbehrlich gilt. DaS Reichsamt des Innern soll zwischen zwei Viirgermcistcrn geteilt werden, denen beiden der Ruf voraus- geht, tüchtige Beamte der städtischen Selbstverwaltung ge- Wesen zu sein. Herr Wall r.af hat mehrfach im Herren- hause die Sache der Städte gegen überspannte agrarische An- spräche temperanicntvoll vertreten, ob er aber den großen sozialpolitischen Ansgaben seines Amtes gerecht zn werden vermag, wird von seiner Fähigkeit abhängen, sich in dieses ihm ziemlich entfernt liegende Gebiet einzuarbeiten. Wenn Herr v. B atoc ki aus dem Reichsernährungsamt ausscheidet, so ist das wohl in erster Linie auf die Gegner- schalt seiner einstige» Freunde aus agrarischen Kreisen zurückzuführe». Seine Ersetzung durch den konservativen Herrn v. W a l d o w müßte Bedenken erregen, lvcnn man nicht in der Reichskanzlerschast deö Dr. Michaelis selbst eine Gewähr gegen einen rückschrittlichen KurS in der ErnährungS- politik erblicken will. « Die Veränderungen in der preußischen Staats- regier u n g bedeuten insofern einen Fortschritt, als fünf entschiedene Gegner deS gleichen Wahlrechts ausgeschifft worden sind. Aber sind sie durch fünf entschiedene Anhänger der augekündigten Reform ersetzt worden? Diese Frage kann nicht bejaht Iverden. Herr T r c w S hat sich als Unterstaatssckretär in der Vcrwaltnngsreform als sehr gemäßigter Zkeuerer gezeigt mit dem Bestreben, der städtischen Selbstverwaltung einige kleine Zugeständnisse zu machen— wie weit er dabei für sein Amt oder für seine Meinung gewirkt hat, steht dahin. Herr P o r s ch ist der einzige von den angekündigten neuen Männern, der zur Frage der Wahlrcsorm als Politiker öffentlich Stellung genommen hat. Und auch er hat das nur in der bekannten lauwarme» Art des Zentrums getan, indem er erklärte, seine Partei werde für die Einführung des Reichstagswahlrechts in Preußen stimmen, wenn diese von der Regierung beantragt werden sollte. So kann man die Ernennung des Herrn Dr. Porsch zum Fustizminister vielleicht als einen Versuch ansehen, die Zentrnmspartci beim Wort zu nehmen. Die Regierung wird die Einführung des gleichen Wahlrechts beantragen, nun mag Herr Porsch zusehen, daß die ZentrnmSmagnatcn, die bisher imnier noch gegen daS gleiche Wahlrecht gestimmt haben, bei der Stange bleiben. Auffällig ist es, daß kein linksstehender Nationallibcraler und kein Fortschrittlcr in die preußische Regierung berufen worden ist. Von den fünf frcilvcrdenden Ministerstellen hat man nur eine einzige mit einem Parlamentarier besetzt, die vier anderen aber mit Beamte», die politisch unbeschriebene Blätter sind. So wird der Parlamentarismus auch dem preußischen Staat nur in homöopatischen Dosen zugemessen. Die sozialdemokratische Partei kann den durch die neuen Ernennungen geschaffenen Zustand nur als llebcrgangö- st a d i u m betrachten. AIS solches kann er erträglich sein, wenn Michaelis-Kühlmann im Reich für eine auswärtige Politik im Sinne des RcichStagsprogramms und Michaelis- Drews in Preußen für die schleunige Einführung des gleichen Wahlrechts wirken wollen. Die neu�n Männer werden ihre Aufgabe am besten erfüllen, wenn sie sich selber nur als Wegbereiter betrachten. Sic sind noch immer Vcr- trcter des burcaukratischcn ObrigkeitsstaatcS. Die Zukunft gehört aber der Demokratie und dem parlamentarischen System l._ Die Neubilüung der vorläufigen Regierung. Ter Widerstand der Kadetten. Pctcrslnirg, 3. Angnst. Reuter bestätigt den Abbruch der Verhandlungen zwischen der Regierung und den Kadetten. A tv k f e n t i>v, der Vorsitzende des Vollzngsattsschnsses' des B a u e r n r a t c s, ist zum Minister des Innern ernannt worden. » Petersburg, 3. August. lPctersbuvger Telegraphen-Agentur.) Ter Ackerbauminister Tschernow hat an den Ministerpräsidenten Kerenski einen Brief gerichtet, in dem er u. a. sagte, daß er in dein Wunsche, Handlungsfreiheit zu lnrben zur Verfolgung der- jenigcn, die über feine Person Verleumdungen verbreiten, es für notwendig halte, sich von der Regierung z u r ü ck z u- ziehen. Die Regierung wird das Ministerium für Acker- bau unbesetzt lassen. Dieser Verzicht auf eine Neubesetzung des wichtigen Ministerium» steht nickt im Widerspruch zu den Regierungskundgebungen, die die Lösung der Agrarproblemc für eine Angelegenheit erklärten, die der konstituierenden Versammlung vorbehalten bleiben müsse. * Tie„AuslandS-Pravda" berichtet, daß der russische Minister- Präsident Fürst Ltvow einige Tage vor seinem Rücktritt den Petersburger Journalisten folgende Erklärung gegeben habe:„Ich beurteile Rußlands Lage durchaus opiimistisch. Mein Optimismus wird in erster Reihe durch die Ereignisse im Innern des Landes gestärkt. Unser tiefer Turchbruch der Lenin-Front hat nach meiner testen Ucberzeugung für Rußland eine viel größere Bedeutung al» der Turchbruch der Deutschen aus unserer südwestlichen Front." Tie..Pravda" nennt das die V e r s a i l l c r Gesinnung der herrschenden Klassen in Rußland. Auf den patriotischen Konzerten spielten sie die Komödie, al» ob der Kaiser und sein Sieg für sie der Schrecken aller Schrecken sei. Aber es genügte, daß die Arbeiter- und Soldateninasse aufstand und ihre Herrschaft bedrohte, damit der ganze Schreck vor dem kaiserlichen Sieg verschwand. Tic triumphierenden Redensarten des Fürsten Lwow über den im Innern ersocktcnen Sieg seien keine persön- liche Perversität des Ministerpräsidenten, sondern die Stimmung der russischen Junker und Bourgeois, die zwar ungern eine Kontri- bution an Teutschland zahlen wollten, aber sich jedenfalls noch viel lieber damit abfänden, als Grundbesitz und Kapital den Arbeitern auSzichändiaen. Wenn sie heute fänden, daß ein Sieg über Lenin — Lenins Verleumdung als deutscher Agent und das Niederkartät- scken der Sturmtruppen der Revolution— mehr loert sei als die Niederlage gegen den äußeren Feind, so würden sie morgen, wenn die angeblick durchbrochene Lenin-Front sich zu einer neuen Offen- sivc sormierc, Anhänger des Sonderfriedens mit Deutschland werden. Einstweilen freilich herrsche die Stimmung, welche die f r a n z ö s i s ck e Bourgeoisie mit ihrem Thiers und Galliset 1871 gegen die Kommune-Kämpfer be- ieelt habe. Tie russischen Junker hätten ein paar Tage lang in Petersburg Freiheit gehabt gegen die Revolution zu wüten und bätten die Geleaenbeit voll ausgenutzt. Die Fahnenjunker und Offiziere, die Zöglinge der Kadettenanstalten sMilitärschulens. hätten sich nicht damit begnügt, den Anarchiftenklub zu schließen. 'andern dg» im gleichen Hau» befindliche Bureau des Mctallar- heiterverbandcs»oll kommen verwüstet und deren Vorsitzenden, den „Sozialpatrioten" Li her, auf die Polizeiwache geschleppt, weil sie ihn Mr Zinnowjew gehalten hätten. Jetzt jammerten die„IS- vestija", daS offizielle Organ des Arbeiter- und Soldatcnrates, über die„rücksichtslosen Repressalien", und die„Rabotschaja Ga- zetä" fordere, daß man„die Akte der Unterdrückung und Zähmung den reinen Händen der Revolutionäre überläßt, die zwischen den Feinden und Freunden der Revolution zu unterscheiden wissen". Aber wenn man einmal den Kolben und das Bajonett in Bewegung setze, müsse man sich schon damit abfinden, daß sich der Kreis nickt so genau ziehen läßt, den ihr Schlagen und Stechen trifft. Selbst General Polowzow, der sich erst vor kurzem aus einem Lakaien des Zaren in einen revolutionären General verwandelt habe, habe sich nicht mit genügender Geschwindigkeit zu einem Ber- serker machen können und sei deshalb von Kerenski forchejagt worden. Z e r e t e l l! schimpfe auf Petersburg, wie die französi- scheu Krautjunker 1871 aus Pari» geschimpft halten und fordere die Verlegung des Kongresses der Arbeiter- und Soldaicnrätc nach Moskau. Aber all deS helfe nichts. Der Bolischewikismius fei nicht tot, sondern seine Forderung der Uebernahme der ganzen Staatsgewalt durch die Arbeiter- und Soldatenräte gewinne immer mehr an An- hang. Die erdrückende Mehrheit der Petersburger Arbeiter Krön- stadts. die russische Armee in Finnland, die baltische Flotte, die Garnison von TifliS, die Arbeiterdelegierten-Räte von MinS? und Jekaterinburg verträten sie. und der wachsende Konflikt zwischen den herrschenden Klassen und der Ar- beiterschaft werde sie unabweisbar mache«. Ter Kampf gehe mit verschärfter Gewalt weiter. « Petersburg, 3. August. sReuter.)„Börsenzeiiung" meldet: General Erdcly, der Kommandant der 11. Armee, ist verräterischer- lveifc hinterrücks erschossen worden. General Gnrk» ist verhaftet worden. vorläufige Regierung und Autonomie- bewegung. Ruflösung öes finnischen Landtages. Petersburg, 3. August.(Petersburger Telegraphen- Agentur.> In HelsingforS wurde am 31. Juli folgende Kundgebung über die Auflösung des Landtage» und die Ausschreibung von Neuwahlen delanntgegeben: Die Vorläufige Negierung hat die Adresse vom LS. 7. sowie den Wortlaut der vom Landtage auS eigenem Antriebe geiaßten Entschließungen über die Ausübung der höchsten Gewalt in Finn- land erhalten. Nach der Verfassung genießt Finnland innere Autonomie ausschließlich in den Grenzen der ge- setz mäßigen Beziehungen, die zwischen ihm und Nußland bestehen und deren Hauptgrund« sah darin besteht, daß in beiden dieselbe Person mit der höchsten RcgierungSgewalt betraut i st. Infolge der Abdankung des letzten Kaisers ist die volle ihm zustehende Gewalt einschließlich der Rechte deS Groß- fürsten von Finnland einzig auf die Vorläufige Re- gier u ng übergegangen, die von dem russischen Volk mit der höchsten Gewalt betraut worden ist, es sei denn, daß die Rechte deS Großfürsten als ihm bis auf diesen Tag zugehörig zu bc- trachten sind. Die Vorläufige Regierung, die öffentlich den Eid geleistei hat, die Rechte des Volkes und die Macht Rußlands zu lvahren, kann auf ihre Rechte bis zu einem Beschluß der Verfassung- gebenden Versammlung nicht verzichten. Indem sie e§ fortgesetzt als ihre Pflicht betrachtet und sich besonders angelegen fein läßt, die Rechte Finnlands auf eine innere Autonomie zu wahren und zu entwickeln gemäß der Kundgebung vom 20. 3. 1317, kann die Vorläufige Regierung jedoch dem finnischen Landtaxe nicht da» Recht zuerkennen, au» eigener Machtvollkommenheit den Willen der künftigen verfassunggebenden Versammlung Rußland« vorzugreifen und die Rechte der höchsten Gewalt in bezug auf die finnische Gesetz- gebung und Verwaltung aufzuheben. Die Beschlüsse deS Landtag« ändern die gegenseitigen Beziehun- gen Rußlands und Finnlands von Grund auf und tasten die Grund- läge der bestehenden finnländischeu Verfassung an. Das finnische Volk möge also selbstüberseinSchicksal urteilen. Dieses kann nur im Einvernehmen mit dem russischen Volk entschieden werden. Die Vorläufige Regierung hat es deshalb für gut befunden, den von ihr am 4. 4. 1917 einberufenen Landlag auszulösen und in kürzester Frist, nämlich am 1. und 2. Ottober 1917 Neuwahlen anzuordnen. Die Einberufung wird spälestenS auf den 1. No- voinber 1917 festgesetzt. Bei Eröffnung des Landtages wird diesem gemäß den in Kraft befindlichen Gesetzen von der Regierung ein Gesetzentwurf über die Regelung der inneren Angelegenheiten Finnlands vorgelegt werden. Es folgen die Unterschriften des Ministerpräsidenten KercnSki und der anderen Minister, gegengezeichnet vom Minister und Staats- sekrerär für Finnland Enkel. * HelsingforS, 4. August.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.s Der Senat hat unter dem Borsitz de» Generalgouverneurs mit einer Mehrheit von fünfzehn Stimmen gegen zehn sozialistische Stimmen de- schloffen, die Verlautbarung der Borläufigen Regierung über die Auflösung dcd Landtages und die Neuwahlen z u veröffentlichen. Dieser Veschlusi wurde alSbald dem Land- tag bckanntgcgebe«. Die Sitzung wurde für zwei Stunden unter- brochcn. Talma» erklärte, ohne die Berlautbarung zu verlesen, das, die Arbeiten de« Landtage« vi« aus neue Weisung suspendiert seien. Die Abgeordneten verließen sofort den Sitzungssaal. Rlbert Thomas' zukünftige politische Haltung Paris, 3. August.(Havas.) Die Gruppe der Vereinigten Sozialisten der Kammer hat am Freitag eine zweite Sitzung abgehalten. Sie war der Prüfung der Lage gewidmet, die sich aus der Haltung ergab, die die Gruppe infolge der tags zuvor in der Kammer besprochenen Interpellation Renaudel ein- genommen hat. ES handelte sich darum, zu erfahren, ob die Partei Albert Thomas ermächtigen sollte, weiter an der Regierung teil- zunehmen. Thomas legte die Gründe dar, die die Gruppe bestimmen müßten, die Haltung beizubehalten, die sie seit Beginn der Feind- seligkeiten angenommen hat, und die Mitarbeit im Kabinett nicht zu verlveigern. G u e s d e sprach sich im gleichen Sinne au». Endlich einigte man sich auf folgende, mit 56 gegen 9 Stimmen angenommene Tagesordnung: Die sozialistische Gruppe nimmt die Erklärungen Albert Thomas über die Teilnahme an der Regierung zur Kenntnis. Unter Aufrechterhaltung früherer Entscheidungen beauftragt die Gruppe einen politische» Ausschuß, die Entscheidungen des Nationalratcs zur Anwen- dung zu bringen und im Einverständnis mit Albert Thomas die politische Haltung näher zu bestimmen, die er von jetzt ab bc- folgen will und die das Interesse der nationalen Verteidigung verlangt.' Jules G u e S d e führte mach einer Genfer Meldung des „Lokal-AnzeigerS" aus:„Ter Petersburger Sovjct gab jüngst die Losung aus, kein Sozialist darf einem Jmperialistcnziele verfolgenden Kabinette angehören. Wenn wir heute unseren Thomas zum Rücktritt zwingen würden, so würden die Deutschen ausrufen:„Das ist die Probe auf das Exempel vom linken Rheinufer. Thomas niüßte das Jmperialistenkabinett Ribot verlassen." Die Genfer Meldung bemerkt, diese schlanke Argumentation habe verfangen. Das Bemerkenswerteste der Entscheidung, das auf die hohe politische Bedeutung der letzten Vorgänge in der Kammer aber- mals ein scharfes Licht fallen läßt, besteht darin, daß Thomas' Miniftermandat vorsichtiger als bisher gebunden wird. Man hält also neue Krisen in der Regierung für wahrscheinlich. * Bern, 4. August. Westschweizer Blätter, u. a.„Genevois". weisen darauf hin, daß der Beschluß der französischen Kammer vom 5. Juni nicht, wie Ribot behauptete, einstimmig, sondern gegen eine Minderheit von 52 sozialistischen Stimmen ge- faßt worden sei. * Paris, 4. August. Senat und Kammer haben jich bis zum 18. August vertagt. Amerika will Weltschissahrts- tontrolleur fein. New Dork, 3. August. Neulermeldung. Associated Preß meldet auS Washinglon, daß die Schipping Board demnächst Pläne zur Requierierung sämtlicher seetüchtiger Schiffe vorlegen werde. Es werde damit bezweckt, Kontrolle über die Wellschiss- fahrt und die Frachtpreise auszuüben, man wolle vor ollem incbr Schiffe für den transatlantischen Dienst freibekommen. Eine Anzahl von amerikanischen Küstenfahrern, die jetzt für die Schiffahrt im Stillen Ozean und für den Handel nach Südamerika verwendet wird, sollen auf lraiiSatlaiilischen Routen eingestellt und durch japanische und iicutrale Schiffe ersetzt werden. Der Gffenflvstoß in Zlanöern. V c r l l n, 4. August.'W. T. B.k Ter groß angelegte englisch, französische Offensivstoß in Flandern erlitt im rasch und mächtig geführten deutschen Gegeufchlag einen so vollständigen Zusammen bruch, daß sich die Gegner auch am vicrten Kampftage nicht wieder erholen konnten. Tic Engländer warfen bei dem großen Angriff am 31. Juli 14 Tivisioucn ins Feuer, wovon 12 durch Gefangene, die übrigen durch Beutestücke und Gefallene festgestellt wurden. Zur Aus- Nutzung des Erfolges waren zwei Kavallcric-Tivisiviirn bereitgestellt. Tic gewaltigen englischen Angriffsmassen wurden durch eine fron- zösischc Division unterstützt. Ter Angriff wurde in drei dichten Tivisionswellrn vorgetragen. Ter erste» Welle sollten in jedem TivisianSabschnitt acht Tanks den Weg bahnen, der zweiten weitere vier Tanks. Eine große Anzahl der Panzerwagen wurde jedoch schon in den Berettstelliingsplütze» durch das deutsche Feuer außer Gefecht gesetzt, eine weitere Anzahl der vorrückenden Tanks wurdr von unserer Artillerie zerschossen. Hinter jeder Division standen etwa sechs Schwadronen Kavallerie bereit, die nach dem erhofftr» Turchbruch ins Hintergclände durchzustoßen hatten. Bei dem ganz- lichen Mißerfolg der feindlichen Jnfanterictruppen, dir die deutsche Mauer nicht zu durchbrechen vermochten, traten dicse Schwadronen größtenteils nicht in Tätigteit. Eine bei St. Julie» in der Richtung Pilkem anreitende Schwadron wurde in deutschem Feuer vollkommen vernichtet. Ten in das Trichterfeld»nfercr Abwchrzone eindringenden englischen Sturmwcllcn wurde bei ihrem weiteren Bordringen von den mit übermenschlicher Zähigkeit ausharrenden Verteidigern Halt geboten. In mit Wasser gefüllten Granattrichtrrn, wo das Wasser bis an die Schultern reichte, in zerschossenen Hecken und zcrtrom- mclten Geländcfaltcn bildeten sich eine Reibe kleiner Festungen, die jeden Fußbreit Boden erbittert verteidigten und den englischen Sturmwcllen fürchterliche Verluste zufügten. Tie dezimierten eng tischen Sturmwcllen brachen sodann im wuchtig gcsübrtcn deutschen Gegcnstofi zusammen und wurden wiederum kilometerweit zurück- gejagt. Da» Zusammenwirken aller deutschen Waffen war rnultcr- gültig. Besonders die Fcldortillcric hat im Hcckcngelände durch stoßweises Vorgehen beim Gegensturm, auf 509 bis 600 Meter in die feindlichen Reihen feuernd, unserer Infanterie blutige Gassen ge- bahnt. Bei dem Kampf um die Zurückcroberung eines verloren- gegangenen Stellungsabschnittes vernichtete eine Stoßbattrrie mit wenigen Schüssen auf kürzeste Entfernung eine OKuppc von Panzerwagen und feuerte mit Kartätschen in die Massen der feindlichen Infanterie, von der nur wenig llebcrlcbcnde zurückkehrten. Das verwüstete, von Granaten umgepflügte und durch den Regen vcr- schlämmte Kampfgclände bietet mit seinen Abertausenden gefallener Feinde einen furchtbaren Anblick. Besonders läng« der Straße Langemarck— Zonnebcke sowie namentlich bei St. Julien stellten unsere Truppen ausgedehnte englische Lcichenfelder fest. Am 3. August mußte der erschöpfte Gegner seine Kampf- tätigteit auf Patrouillcnunternehmungen beschränken. So wurde am frühen Morgen nördlich des Kanalknies bei Hollcbckc eine starte feindliche Patrouille zurückgeworfen, während die Unsrigcu zu gleicher Zeit ein Engläuderncst bei dem ehemaligen Schlosse Hollcbckc säuberten. Nachmittags wurde eine starke englische Patrouille in der ltzegend von Wcslhock abgewiesen, am Abend ein englischer Trupp östlich Bixschoote. Das feindliche Feuer steigerte sich im Laufe de» Nachmittags und in der Nacht und lag zeitweise weit im Hintergclände, besonders schwer auf der Stadt Roulcrs. Abrucz—Sukowina— Moldau. Berlin, 4. August. Oestlich des Zbrucz erschöpften sich die Russen in einer Reihe von Angriffen gegen die auf das Ostufcr des Flusses vorgeschobenen Stellungen der Verbündeten. Ebenso ver- geblich waren ihre Vorstöße an der Einmündung des Zbrucz in den Dnjestr. Oestlich und südlich von Ezernowitz sind die Verbündeten im Fortschreiten. Tie erfolglose Verteidigung der Haupt- stadt der Bukowina hat die Russen schwere blutige Verluste gekostet und ihre Verbände vollkommen durcheinander gebracht, da sie immer neue Truppen und frisch gebildete Frciwilligen-Formationcn, die aus den verschiedenen Verbänden zusammengestellt wurden, den Angreifern entgegenwarfen. In den Tälern des Sereth, des kleinen Sereth und des Suczawa ist der Austritt aus dem Gebirge erkämpft. Am Sereth und im kleinen Sereth-Tal sind die Orte Storozhnctz und Petroutz erreicht. Im Suczawatal erreichten die Verbündeten nach der Eroberung der ussischen Talsperre zwischen Sadeu und Falkeu das Dorf Bilka. Damit liegt das wichtige Radauzcr Becken mit seinen zahleichen bedeutenden Ortschaften und seinem gut ausgebauten Wcgnetz offen vor den Verbündeten. Für oicsc Teile der Karpathen ist da» schwerste Stück Arbeit, das in täglichen beschwerlichen Gebirgsmärschen und den fortwährenden Waldge- fechten bei geringen rückwärtigen Verbindungen bestand, überwun- de». Im südlicheren Teile der Karpathen leisten die Russen zwar noch erbitterten Widerstand, ohne damit das fort- sckreitende Abbröckeln ihrer Karpathenfront aushalten zu könucn. Im M o l d a w i tz a- wie im M o l d a w a t a l, wo die Verbündeten östlich von Kimpolung vorgedrungen sind, ist der Vormarsch im Fori- schreiten, ebenso längs der Bistritza sowie auf den Höhen von der Teagra bis zum Tölgycs-Paß. Inzwischen verbluten sich die rumänischen Stoßtruppen durch immer erneute und iilirner wieder vergebliche Angriffe gegen den Mgr. K a s i n u l u i. Gedenkfeier des 4. fluguft im Reichstag. Rede ües Reichskanzlers. In der Wandelhalle des Reichstags fand gestern eine freier zur Erinnerung an die Reichstagssitzung vom 4. August 1914 statt. RcichstagSpräsidrnt Dr. Kacmpf bielt die Eröffnungsrede, in der er die Taten der Armee und der Flotte feierte und dann weiter ausführte: Aber der Rückblick auf die drei Kriegsjahre, reich an Ruhm und reich an Erfolgen macht uns nicht übermütig. Am 12. Dezember 1916 hat den edelsten menschlichen Regungen folgend der deutsche Kaiser mit dem ihm verbündeten Monarchen den Fein- den die Friedenshand entgegengestreckt. Die Frie- denshand, hochherzig angeboten, ist mit Hohn zurückgestoßen worden. Aus dem Widerhall aber, der uns aus dem feindlichen Lager entgegentönt, hören wir schrill bervor das Gelüste noch deutschem Gebiete, nach dem deutschen Lande Elsah-Loth- ringen, den Ruf nach Zertrümmerung des Deutschen Reiches und seiner Verbündeten, nach ihrer Demütigung. Treu und sest hat das deutsche Volk drei Iadre lang aus- und durchgehalten. Unsere Feinde mögen lernen, daß. wenn sie uns den Frieden nicht zu- billigen wollen, den wir um Gottes und Rechts wegen und kraft der im deutschen Volke liegenden Gewalt erlangen können, daß, wenn sie diesen Frieden nicht zubilligen wollen, sie bei uns finden werden, daß wir ebenso treu und fest wie bisher unerschütterlich und unerschüttert den Kampf weiter fortführen bis zu dem glück- liehen Ende, das wir erringen müssen. Am 4. August 1914 war die Losung: wir führen keinen Erobe- rungskricg. Am 4. August 1917 rufen wir dasselbe unseren Feinden zu. Mögen sie die Verantwortung tragen, lvenn sie in die dargebotene Friedensband nicht einschlagen, und mögen sie sicher sein, daß wir unser Schwert scharf halten bis zur Erreichung des Friedens, der für uns notwendig ist zur Sicherung unseres Vaterlandes. zur Sicherung unserer freien Entwickelung. Das ist heute das Gelübde, das wir im Andenken an den 4. August 1914 ab- legen. Ich bin fest überzeugt, daß das ganze deutsche Volk uns zustimmen wird, lvenn wir erklären, daß wir das Schwert nicht niederlegen als bis diese unsere Kriegsziele, diese unsere Friedens- ziele erreicht sind.(Beifall.) Oberbürgermeister Wermutd hielt eine Rede über die Städte im Krieg. Er wies darauf bin, daß die Städte erst in den aller- letzten Iulitagcn Vorsorge für den Krieg zu treffen begannen. Berlin war stolz und froh, sich 15 009 Tonnen Getreide gesichert zu habe». Wie riesenhaft sind die Städte über diese schüchternen An- sänge hinausgewachsen. Ich schätze den Wert der Lebensmittel, welche behufs Verteilung an die Bevölkerung durch die Hand der Stadtgcmeindcn gegangen find, auf 29— 25 Milliarden' Mark, und was sie darunter durch Eigenkäufe erworben haben, kann inan mit einiger Sicherheit auk 9 bis 19 Milliarden beziffern. Tic Städte sind Händler allergrößten Stils geworden; sie handeln nicht nur mit Mehl, Butter, Milch, Fleisch und Wurst, Zucker und Eiern, sie handeln auch mit Kupfer, Nickel, Gold und Gummi, ja sie handeln mit neuen und alten Kleidern und Stiefeln. Ten Kreis der Lebens- mittclvcrsorgung schließt ciucs der jüngsten Kriegekinder, die V o l k s sp ei s u» g, die immerhin schon einem Zehntel der Bc- bötterung Nahrung zubereitet und, wenn Not a» den Mann käme, .mit: den vorhandenem Eiiirichliingen ein volles Viertel befriedigen konnte. Die Fürsorge für die Kriegerfamilien ist unser zweites großes Ackerfeld. Hier sind die Städte zugleich die ausführende Hand einer weitherzigen Reichsgesetzgebung und in ebenbürtigem Matze die Geber aus eigenen Mitteln. Auf diesem Boden, durch Mietbei- Hilfen, haben sie auch der Not per Hausbesitzer berzutommen gesucht, Aus das Vierfache hat sich in den drei Jahren die Zahl der Kriegerfamilien vermehrt, auf das Sechs- fache die Höhe der Unterstützungen. Täglich wachsen neue Sorgen empor, die sich nicht den Kopf mit einem Heldenhieb abschlagen lassen: wenn die Kartoffeln und der Weißkohl sich zu beruhigen scheinen, erhebt die Kohle drohend ihr schwarze» Haupt. Männer und Frauen in der Stärke von 2 bis 3 Armeekorps sind nur für die neuen städtischen Kriegspflichten tätig. Und doch haben bisher die Finanzen und die Verwaltungskrast der Städte ganz wacker standgehalten und werden es auch weiter tun. Nicht in Paradeaufstellung, nicht im Prunkkleid«. Wir kämpfen uns oft ebenso mühsam durch Sand und Sonnenbrand wie die Truppe, die dem Feinde entgegentritt oder nacheilt. Der Arbeitskittel wird täglich zerzaust und zerfetzt; die Seele, den Mut lassen wir nicht unterkriegen. Denn gerade die Städte müssen auch noch eine Kraftreserve sich halten, weil Aufgaben von unermeßlicher Schwere erst mit dem Friedensschluß einsetzen. Dann werden die Anfänge, die schon im Kriege für die Arbeitslosen, Kriegsbeschä- d i g t e n und Kriegshinterbliebenen, für erweiterten Arbeitsnachweis und gegen die Kreditnot gemacht sind,. als klein und winzig erscheinen gegenüber dem Umfange, zu dem sie sich in aller Schnelle und Energie auswachsen müssen. Dann werden die Wohnungsfürsorge, die Kinder- und Ju- gcndpflege nur als ein Bestandteil erscheinen der gewaltigen Bevölkerungsprobleme, des Ringens um die Vermehrung der Ge- burten und um die Herabdrückung der Sterblichkeitsziffer, Probleme, die uns auf Jahrzehnte voll beschäftigen werden, und die ohne jedes ängstliche Zaudern angepackt sein wollen. Herrlich, wenn es den deutschen Städten gelingt, hierbei als Mitförderer gesunden und besonnenen, aber auch als begeisterte, unbeugsame Verfechter un- aufhaltsamen Vorwärtsschreitens auf den Plan zu treten. Generalleutnant Frhr. v. Freytag-Laringhoven, Der Chef des stellvertretenden Generalstabs sagte u. a.: Als wir an der Marne nicht weiter durchdringen konn- ten, wiederholte sich das alte Gesetz des Krieges von der Ab- schwächung der Kräfte in der Offensive. Es sei nicht zu vergessen, daß, als wir 1879 den Feldzug eröffneten, wir mit einer Streiter. zahl vorgingen, die sich zu dem kaiserlich französischen Heere von damals verhielt wie fünf zu drei, ivährend unserem Weftheere vor drei Jahren an Franzosen, Belgiern und Engländern eine Nrber- legenheit von nahezu dreirinvirrtel Millionen Bajonetten gegen- überstand. Gleichwohl sei Ungeheures damals erreicht worden. Der Redner besprach dann die großen Erfolge der drei Jahre und sagte weiter: Wenn trotzdem diese unerbörten Erfolge, die in früheren Zeiten läng st den Frieden herbei- geführt hätten, Erfolge, die ganze Königreiche überrannt haben, uns noch nicht weitergebracht bätten, so liege das an der allgemeinen weltpolitiichen und weltwirtschaftlichen Lage, die allein zugunsten unserer Gegner arlieiteten, die ihnen immer wieder neue Bundesgenossen zufübrten und die allein es ihnen möglich machten, den Krieg bis auf den heutigen Tag zu führen. So sei es gekommen, dafi dir Soldaten eigentlich um die Früchte ihrer Siege betrogen worden feien. Frhr. v. Freytag-Loringhoven schloß: Wir in der Heimat können daS Gedächtnis unserer Toten, Ivir können den Tank, den wir unserem herrlichen Volksheer schulden, nicht besser ausdrücken, als lvenn wir mit aller Kraft auch in uns den seelischen Schwung bis zum Ende erhalten. Möge sich immerdar im deutschen Vaterlande das schöne Wort Clausewitz' bestätigen:„Nur, wenn Volkscharakter und Kricgsgewohnheit sich in ständiger Wechselwirkung gegenseitig tragen, kann ein Volk hoffen, einen festen Stand in der politischen Welt zu haben.(Lebhafter Beifall und Hände- klatschen.) Nachdem noch eine weitere Reihe von Rednern gesprochen hatte, ergriff das Wort Reichskanzler Dr. Michaelis: Wir stehen urner dem Eindruck der Größe des Tages, an dem vor drei Jakren das Voll aufstand, um in begeisterter Einigkeit diesen Kampf aufzunehmen, der uns aufgezwungen war. Ter 4. August soll in der Geschichte des deutschen Volkes aller Zeiten ein Erinnerungstag höchster vaterländischer, todesmutiger und siegesgewisser Entschlußfreudigkeit bleiben gegenüber der größten Gr- fahr, die je auf ein Volk herniedcrtraf. Wir wissen heute alte, was wir wollen. Wir wollen das von den Vätern uns anvertraute Erbe unversehrt den kom- in enden Geschlechtern weitergeben. Wir wollen unsere Kinder und Kindeskinder davor bewahren, daß Kriegsnöte wie diese auf sie herniederfallen. Wir wollen unser Vaterland durch einen kraftvollen und weise» Frieden umWehren, damit deutsches Wesen einen sicheren Boden gesunder und kraft- voller Entwickelung deHalte für alle Zeit. Die Männer, die vor mir gesprochen haben, haben ohne Ruhmredigkeit in wahrhaftiger Selbsteinschätzung der Welt bewiesen, daß unsere Kraft nicht er- lahmt ist, daß unser Wille stark ist, wie er am 4. August 1914 war, um durchzusetzen, was wir erstreben. Heute kommt es darauf an, die Leuchtfeuer hell austodern zu lassen. Ein Ziel, ein Wille, ein Vaterland! Und dieses Vaterland größer und wichtiger als unser Einzelleben. Der Kanzler schloß mit einem Hoch auf Vaterland, Kaiser und Reich. Der Krieg auf Ken Meeren. Berlin, 1. August. Amtlich. Neue U- Boots- Erfolge auf dem nördlichen Krirgsichauplatz: 20 500 Sr.-R.-T. tliitcr den versenkten Schiffen befanden sich der bewaffnete eng- tische Dampfer Vatcnlia(3242 Tonnrm mit Kohlen, zwei große bc- waffnctc Dampfer, von denen einer auS starker Sicherung hcrans- gcs chosscn wurde, und die ciiglische Dreimastbark Harald<1376 Toiiiieni. Von ciiirm neutrale» Dampfer, der ei» englisches Prisen- iommand» an Bord hatte, wurde der Prisenosfizirr gesangen gc- nommcn. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. » Dem Berner„Bund' zufolge besuchten der Konimandant und die Lsfizieie des in Ferro! internierten deutschen Unterseebootes die Manuichaiien der fetr Kriegsbeginn dort befindlichen österreichischen Schisse. Ter Kommandanl des Unlerseebooies reiste mit dem deutschen Morinealiache, der nach Ferrol gekomnien war,»ach Madrid. Die deun'chen Matrosen sind an Bord einer Korveit«, die Lifisiere in eincin Gastbaus unrergebracht. Mehrere Geichütze deS Uiilerieebooles wurden abmontiert und in da« Arsenal gebracht. Die Jnleriiierung deS Unterseeboote» bildet den Gegenstand zahl- tiMchcr Kommentare der spanischen Presse. Die „Diorio Univeriale" erkennt an. daß nach dem letzten Dekret über d>e Uiiieliecboole der Kriegfübrenden Spanien wie in früheren Fällen dem deulichen Unterseeboot hätte gestatten niüsse», den Schaden zu repariere». Die enlenlistiichen Organe de» Graten RomanoneS ineinen aber natürlich, die Alliierten hätten berechtigten Grund zum Prolest gehabt, wenn der Zwischeniall von Korena eine Wiederholiing der Fälle von Katarina und Cadiz gewesen wäre. Die ipaiiischeir Häfen würden zu Reparatur- und Versorgungshäfcn für die Unlerseeboole verwandelt werden. « Bern, 4. August. Balfour erklärte im Unterhause am 39. Juli aus eine Anfrage. Brasilien habe die Patronillierung der amerikani- scheu Küste von Guayana bis zum Rio Grande da S ul übernommen. Die brilische Regierung habe den brasilianischen Verbündete» angemessen gedankt. Mac Namara teilte auf Anfrage mit, der Dampfer Man- g o l i a sei am 24. Juni unweit Bombay infolge Auffahrens anf eine Mine gesunken, die anscheinend zu dem von dem deutschen Handelsschiffjäger Wolf gelegten Minenfelde gehörte. Auf eine weitere Anfrage, ob Wolf inzwischen vernichtet sei, antwortete Mac Ramara ausweichend. « Washington, 5. August. Reutermekdung. Der niederländische Gesandte hol erklärt, daß Holland 89999 Tonnen Schiffs- räum für die Unterstützung Belgiens zur Verfügung stellen würde, vorausgesetzt, daß die Vereinigten Staaten die Ausfuhr von Lebens nritteln nach Holland bewilligen. Holland macht die weitere Bedingung, daß die Schiffe nicht durch die Sperrzone fahren sollen. Meine Kriegsnachrichten. Bcnizeliftischer Richtcrschub. Der König hat einen Erlaß unter- zeichnet, durch den der Präsident, der Vizepräsident und sechs Räte des Kassationshofes abgesetzt werden. Eine Kriegsreüe ües Reichskanzlers. Der norwegische Theologe Christian Schjelderup gibt, wie wir den„Verl. Neust. Nachr." entnehmen, in„Christiansanb Tidende" «ine Rede wieder, die Dr. Michaelis im Früjahr 1915, als der Ausbruch des Krieges mit Italien erwartet wurde, im Deutschen Verein christlicher Studenten gehalten hat. Herr Schjelderup be- richtet: „Er sprach davon, wie die neue, Deutschland drohende Gefahr die Geister zum E r n st, zur Nachdenklichkeit und Selbst- bestimmung stimme. In dieser Verbindung ging er dann auch auf die Ereignisse ein, die der Krieg bis dahin gebracht hatte, und kam besonders auch auf den Marne-Rückzug zu sprechen. Er hob bervor, daß auch dies Ereignis als ein Glied in der gött- lichen Führung Teutschlands zu betrachten sei, und wie auch der Rückzug selbst seine große religiöse Bedeutung haben könne, insofern er das Volk zur Demut ermahnte und es daran verhin- derte, zu sehr auf die eigene Kraft zu vertrauen. Ders Ganz« war völlig frei von allem chauvini st i scheu Mißbrauche des Christentums, wie er leider in dcndeutschen— übrig cnsauchin den englischen— K r i e g S p r e d i g t e n aflgemeiu i st." Unbegründeter Vorwurf. .Rußkoje Slovo" erzählte kürzlich, Haase habe in einer Unter« redung mit rusfijchen Sozialisten die Behauptung aufgestellt, daß einige Bolsckiewicki von der deutschen Regierung bestochen seien und daß Dr. Helphand-ParvuS hierbei als Vermittler gedient habe. Die nationalistische Presse-Rußlands beruft sich seitdem auf den Führer der deutschen Unabhängigen als Kronzeugen, wo es gilt, die russischen radikalen Sozialisten in rücksichtslosester Weise zu der- folgen. Der Fall gibt der.Deutschs» Tageszeitung" merkwürdigerweise Anlaß, gegen die deutsche Sozialdemokratie Vorwürfe zu erheben. Sie schreibt: Herr Scheidemann hat ja selbst dafür gc- sorgt, daß Haase und Kons orte>r Pässe nach Stockholm erhielten. Er ist also im Grunde dasiir ver- antwortlich, daß die Haaieleute Unheil im Auslände anrichteten, denn bei der Gesinnring ber llllraradtlaleir war damit zu rechnen. ES wäre demnach Pflichl der Scheide- Männer gewesen, angesichts der Stellungnahme Hanfes und seiner Freunde vorbeugend zu wirken und sich nicht für die Ausstellung von Pässen einzusetzc». Dazu ist folgendes zu bemerken: Es ist richtig, daß den Un- abhängigen die Pässe nach Stockholm ausgefolgt worden sind, weil die sozialdemokratische Partei dies entschieden verlangte. Unbewiesen ist aber, daß Haase sich wirklich jener ungeheuerlichen Verleumdung schuldig gemacht hat, deren Tragweite er als Jurist am deutlichste» crleuiien mußte. Außerdem aber ist die sozialdeino- kratifche Partei nicht HaoseS Vormund: was er tut. tut er auf eigene Verantwortung. Wir stehen den russischen Bolschewiki in unseren Auffassungen ferner als Haase. zweifeln aber nicht daran, daß sie ehrliche I d e a l i st e n sin d, die nur chauvinistische Phantasie als»deutsche Agenten" bezeichnen kann._ Löhnungszuschuß für verheiratete Unteroffiziere. Di« durch Erlaß vom 39. April 1917 scstgesetzten Löhnung»- zuschllsse für die Familien der geholt- und löhnuiigenipfaiigendcn Unterosfiziere des FricdenSstandeS werden vom 1. Juli 1917 ab wi« folgt erhöht: Bei gemeinsamer Haushaltung: für Fa- Milien ohne Kinder von 9,29 M. auf 9,35 M. täglich, für Familien mit einem Kinde von 9,69 M. auf 9.75 M. täglich, sür jedes weiicrc Kind(täglich mehr) von 9,49 M. auf 9.45 M. täglich; bei g c- trennter Haushaltung: für Familien ohne Kinder von 1,99 M. auf 1,15 M. läglich, für Familien mit einem Kinde von 1,49 M. auf 1,55 M. täglich, für jedes weitere K:nd(läglich mehr) von 9,49 M. auf 9,45 M. läglich. Nachwahl. Bei der heuiigen LandtagSersotzwahl im Wahlkreise Gishorn- Jseuhagen wurde von den 118 erichieiienen Wahlmäimern der Kän- didal der kouservativeu Vereiuigung, Kammcrherr Ludwig von der Wense, Hannover, gewählt._ Eine gewerbliche Setriebszählung angeordnet. Zur wlrtjcl>astlich>.'li Durchführung des Krieges und sicherer Uebcrleitung unserer Volkswirtschaft in'den Frieden sind neue ziffernmäßige Angaben über den deutschen Gr- Werbefleiß erforderlich. Ich habe deshalb im Einvernehmen init dem Reichsamt des Innern auf Grund d e s H i l f s- dicnstgesetzcs eine gewerbliche Betriebs- zählung angeordnet. Die Zählung wird sich über das ganze Deutsche Reich erstrecken und um die Zeit des 13. August stattfinden. Ich setze voraus, daß die Vorsteher sämtlicher Kommunal- verbände ihre ganze Kraft und Autorität einsetzen werden, um dieser hochwichtigen Zählung zu einem vollen Erfolge zu verhelfen. Ich erwarte, daß die Stadt- und Gemeindeverwal- tungen, ihre statistischen Aemtcr, ihre Beamten und Lehrer durch verständnisvolle, opferfreudige Mitarbeit mir die ge- forderten Unterlagen verschaffen werden. Ich vertraue aber auch, daß jeder deutsche Gewerbetreibende, gleich ob Fabrikant, selbständiger Meister, Kaufmann, Hausgewerbetreibender usw. die gelieferten Fragebogen gewissenhaft und mit sorg- fältiger Ueberlegung ausfüllen wird. Die Fragen sind a u s das für die Heeresverwaltung Notwendig sie beschränkt worden. Soll das Werk gelingen, so müssen freiwillige Kräfte mitwirken, um die gewerblichen Betriebe aller Art auszu- suchen und für die richtige Ausfüllung der Fragebogen zu sorgen. An Männer und Frauen, alt und jung, ergeht deshalb die Aufforderung: wer immer mit der Feder umzugehen weiß und einen Tag erübrigen kann, leiste dem Vaterlande den wichtigen Dienst und stelle sich der Gemeindever- waltung als Zähler zur Verfügung. B e r l i n, den 31. Juli 1917. Der Chef des Kriegsamts _ G r ö n e r. Leiste Nachrichten. Chinas Kriegserklärung. Peking, 3. Außust. tHavas.) Ter Ministerrat, in dem der neue Präsident der Chinesischen Republik den Borsitz führte, hat sich e i u st i m m i g für die Kriegs- erklär nng an Teutschland ausgesprochen. Tie Präsidentschaft in China. Peking, 4. Augost. tReutermcldung.) Da Li Puan Hung sich definitiv geweigert hat, die Präsidentschaft zu übernehmen, hat Feng Ku» Tschang sie angenommen. Die Russen gegen die Saboticrung von Stockholm. Stockholm, 4. August.(Eigener Drahtbericht-des„Vorwärts".) Die hiesigen russischen Sozialisten können die Zustimmung der Swojetvertrcter zu dem Pariser Beschluß, die Konferenz zu verschieben, nicht verstehen, zumal eine Begründung dazu noch nicht eingegangen ist. Man vertritt hier die Meinung, daß die Swojetvertretcr zu dieser Zustimmung nicht berechtigt waren, solange nicht der Arbeiter- und Soldaten-Rat selbst in dieser An- gelegenheit gesprochen hatte. Wie das hiesige Bureau des Rates mitteilt, brachte sein ofsi- zielles Organ, die„Jsvestsia" kurz vor der Pariser Konferenz einen Artikel, ivorin von der englischen und der französischen Regierung eine klare Antwort auf die Enthüllungen des deutschen Reichskanzlers verlangt wurde. In diesem Artikel wird der Plan, die Konferenz zu verschieben, aufs schärfste bekämpft und her Verdacht ausgesprochen, daß der Imperialismus der Weftmächtc die Konferenz im gchcimcll sabotiere. GllverkschafisbewMNg Einberufung der internationalen Eewerkjchasts- tonferenz nach Sern zum 1. Oktober 1917. Tas Bundcskomitec des Schweizerischen Gcwerkschaftsbundcs beruft, gemäß der von der internationalen Gewerkschaftskonferenz in Stoikbolm sJuni lgl7> beschlossenen Einladung eine irkternatio- nale Gcwerkschaftskonfercnz zum l. Oktober 1317 nach Bern ein. Das- Einladungsschreiben, an sämtliche dem internationalen Ge- Werkschaftsbuud angeschlossenen Landeszentralen gerichtet, besagt: Werte Genossen! Es ist leider«ine Tatsache, daß die Beziehungen der Gewerkt schastSzentralen der verschchdencn Länder zueinander seit Aus. bruch des Krieges sich sehr g>.'lockert haben, was insbesondere im Hinblick auf die gemeinsamen Interessen der Arbeiter aller Länder sehr zu bedauern ist. Doch jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo ein gemeinsames Handeln der Gewcrkscharten aller Länder mehr denn je geboten erscheint. DaS haben die Glieder des internationalen GeWerk- schaftSbundcS denn auch eingesehen. Demgemäß laden wir alle gewerkschaftlichen Landeszentralcn zu- einer internationalen Gewcrkschaftskonferenz auf Montag, den 1. Oktober 1317. vormittags 13 Uhr, nach dem Bolkshaus in Bern ISchweiz!. Tagesordnung: 1. Konstitution und Sitz des I. G. B.z 2. die Anträge der internationalen Gewerkschaften zum 'Friedenskongreß. Die Behandlung der politischen Fragen ist»uSgeschlosien. Jedes Land kann bis zu 13 Delegierte entsenden, deren Namen wir uns baldmöglichst mitzuteilen bitten, doch hat jedes Land nur.eine Stimme. In welcher Weise der erste Punkt der Tagesordnung erledigt wird, wissen wir nicht. Zur allgemeinen Orientierung gestatten wir uns aber, kurz anzudeuten, wie— nach mündlichem Bericht — die Confedcration general« du Travail über die Sache denkt. Der Sitz des I. G. B. soll nach einem neutralen Land verlegt werden. Es wird ein Erekutivkonritcc gebildet, dem außer dem internationalen Sekretär Vertreter mehrerer lumliegender) Länder angehören. Das Exekutivkomitoe wird von der Konferenz gewählt, und hat deren Beschlüsse auszuführen und dem Sekretariat'Direktiven zu geben. Ueber den zweiten Punkt der Tagesordnung wollen wir uns nicht lveiter auslassen. Da» Leedser Programm und das Pro- pramm des I. G. B. sind Ihnen bekannt. Dazu gilt es, Stellung zu-nehmen. Anträge hierzu mögen an uns gerichtet werden, soweit man sie nicht direkt der Konferenz zu unterbreiten wünscht. Wir sprechen wohl im Sinne aller Gewerkschaftler, wenn wir sagen, daß die Stellungnahme zum Frieden für un« von weit- tragender Bedeutung ist. Daß es unbedingt notwendig ist, die Arbeiterschaft in allen Ländern mit den gewerkschaftlichen Forde rungen für den Frieden vertraut zu machen, daß je imposanter die Konferenz sich gestaltet, je einmütiger der Wille des Prole tariatS der.Kulturwelt dort zum Ausdruck kommt, um so energi- scher auch die Arbeitermaßen hinter dem Programm stehen werden. Und darin kann kein Zweifel sein, daß die Regierungen nur dann unser Programm aufnehmen, es zu dem ihren machen werden, wenn die Massen der Arbeiter dahinter stehen, wenn eS bisse vermögen, die Stimmen des profitgierigen Kapitals zum Schweigen zu bringen. Darum aiif gen Bern und willkommen in der friedlichen Schweizerstadt! ..- Mit internationalem Gruß ■ c: r Der Präsident. Der Sekretär. C>.- S ch n e e b c r g e r. Karl Dürr. Der internationale Gewerkschaftssckrctär Lcgien unterstützt diese Einladung: er widerspricht zwar dem Borschlag, jetzt über eine Sitzverlegung de? internationalen GcwerkschaftSbureauS zu«nt- scheiden, will aber daran die Konferenz keinenfalls scheitern lassen. Die Generalkommission der Gewerkschaften hat die Einladung angenommen und in Gemeinschaft mit der Vorstandskonßcrenz die deutschen Vertreter bestimmt. verlin unü Umgegend. Mark Lvhnnachzahlunge« durch den Kriegsausschuß! Bald nach.Kricgsbeginn Ivurde für Groß-Berlin von Arbeit« geber- und Arbcitnehmerorganisationen unter Mithilfe des Kriegs- dekleidungSamtS und des Oberkommandos eine Schlichtungs- kommission— jetzt KriegSauSschuß für Militärschneiderei genannt— im Sinne de§ Hilfsdienstgesetzes gebildet. Ju der ersten Zeit tagte dieser wenigstens einmal wöchentlich, häufiger aber auch zweimal. Interessant ist. daß seit Beginn dieser Eiurichtung bis 1. August dieses Jahres 1737 Fälle verhandelt wurden, in denen die Beklagten insgesamt zur Nachzahlung von 4 33 333 Mark verurteilt wurden. Außerdem wurde eine große Anzahl solch« Klage« auf de»«ergkekchSwege»ach«»Wirkung de« Vorsitzenden, Herrn NagistratSrat h. Schulz, vor Inanspruchnahme des, Plenums erledigt. Die SchlichtungSkommisstou bezw. der KriegSauSschuß tagt wöchentlich unter Vorsitz deZ Herrn MagistratSrat v. Schulz Mittwochs von 4 Uhr ob im Gebäude des Gewerbegerichts, Zimmerstraße 33�31._ ftuslant. Eisenbahnerstreik in Spanien. Madrrd, 4. August.(Havas.) Die Eiseubahnerverbände von Avila, Loarono und Saragossa haben ossiziell für den 13. August den Ausstand angekündigt._ parteinachrichten. Das sowjctorgan gegen die Zimmerwaldcr. Das offizielle Organ des Arbeiter- und Soldatenrats „Iswestija Sovieta Rabotschtch i Soldatskich Tcpatutow" schreibt zum Bericht der russischen Delegation für die internationale Friedenskonferenz: Der Bericht unserer ausländischen Delegation zeugt von un- serem Erfolge. Gewiß, im Namen der Berner Kommission haben die Genossen Balabanowa und Radek ihr möglichstes getan und tun e?, um die Verwirklichung der Internationalen Konferenz zu er- schweren, die vom Arbeiter- und Soldatenrat einberufen wird. Sie baben es sogar abgelethnt, an den organisatorrschen Vorarbeiten teilzunehmen, wie es ihnen von unserer Delegation vorgeschlagen wurde. Aber die Genossen Balabanowa und Radek, die im Namen der Bcrner Kommission sprechen, geben keinesfalls die Anschauungen jener Parteien wieder, die sich dieser Kommission anschließen. Die Mehrheit- dieser.Zimmerwalder' Parteien und Fraktionen und dabei die maßgebendsten von ihnen— die deutsche tauch die Lieb- knechtgruppe), die französische, englische, italienisch«, schwedische usw.—, hat schon erklärt, daß sie unwiderruflich entschlossen ist, an der Konferenz, die von den Arbeiter- und Soldatenräten ein» deruscn ist, und zwar auf der von dem Arbeiterratc aufgestellten Plattform teilzunehmen. Richtig ist es schon, daß die Genossin Balabanowa durch»die grobe Verletzung der Disziplin aller dieser Parteien empört twurde, die nicht bis zu der Einberufung der neuen Zimmerwalder Kon- fercnz warten wollten, um dem Ruf der russischen Revolution Folge zu leisten. Aber die Genossin Balabanowa wird es schon bei dem lassen müssen, daß das sehnsüchtige Friedensstreben und die Arbeit für die Erlangung des Friedens von dem internationalen Prole- tariat höher eingeschätzt werden wie die.zweifelhafte Disziplin" der Genossin Balabanowa gegenüber. Tie Position der überwälti- genden Mehrheit..der Zimmerwalder" Parteien und Fraktionen zeugt davon, daß die Genossen Balabanowa, Höglund, Radek und Earlesen, die im Namen der Berner Kommission sprechen, keines- falls tatsächlich diese Parteien darstellen. Wir wollen noch be- merken, daß auch ihre formellen Rechte auf die Vertretung Zimmer- waldS mehr als zweifelhaft sind, da die neue Zusammensetzung der Berner Kommission auf dem Wege der Kooptation belverkstclligt wurde. Auch sollen die Delegierten der Menschewiki Intcrnatiana, listen, die Genossen Martynow und Ermanskh, die Vollmacht der Genossin Balabanowa./und.. anderer � angefochten haben. D em sekticreriswcn Erfer der 11.50 Korsette 13.25 Korsette g-mu»len, 2H*ller.... 12.00 Korsette 17.50 Kinder Korsette:: Untertaillen f Büstenhalter Sl i'Uiillltli'liiiiiiiiiiiiiiiidiiiiiiiiinilluiiiiiilliiilliiillliillllituii.iiiiiiMiiiiiiiiluiiiHiiliilililltilllilii»� Bluse Ä" q 7 c Tändelschürzen«mß..>.C Form mit tiandschlelfe..... 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Kloben 41 M.. 46 M.; 2-, 3-, 4-Scknitt 60, 51 bezw. 52 M. für 1 Raum- meter.— Jndustriebriketts zu gewerblichen Zwecken in Fuhren nicht unter SO Zentner, ohne Abtrag 2,05 M. ein Zentner, mit Ab« trog 10 Pf. mehr. Ab Lager ein Zentner 1,75 M. Wer die vorstehenden Richtpreise überschreitet, oder wer die Ab« gäbe von Ware unberechtigterweise verweigert, hat neben den gesetz- lichen Folgen Sperrung in den Brikett», arken der Niederlausitz und unter Umständen die Schließung seines Geschäftsbetriebes zu ge« wältigen. Eine unberechtigte Zurückhaltung von Ware liegt nicht vor, wenn dieselbe nachweislich zur vertragsmäßigen Ablieferung an kriegs- oder volkswirtschaftlich wichtige Betriebe bestimmt ist. BerNner Lebensmittel. Vom 13. August ab ist die W o ch e n f l e i s ch m e n g e für Berlin bis auf weiteres auf 250 Gramm für Erwachsene und auf wie ein Knabe,-- wenn er da die Hand unter den Rockschößen emporstreckte,— wie es Brauch war, indem man den Taler auf das Messer zu warf,— und sich im Wurf niederbeugte und das eine, lange Bein nach hinten streckte— und dann krähte nnd schrie und gurrte wie ein Auerhahn, wenn er dem Ziele einigermaßen nahe gekommen war. Und doch war er klug wie ein Diplomat, ein arger Fuchs im Grunde,-- ach, daS waren sie ja allesamt, Kren Faurholt mitgerechnet, alle die Männer der koloffalen Familie. Doch vielleicht war keiner unter ihnen, der so stark wie Kren Faurholt dem FuchS auch m der Treue gegen sein Heim glich, im Eifer und in der Auf- opferung, um es zu schützen. Wie oft hatte Pastor Steffensen an diesen Menschen seine Freude gehabt um ihrer wunderbar lebendigen, üppigen Na- türlichkeit willen; sie kannten weder Moral, noch Aesthetik, und doch war man ihrer so sicher, fühlte sich so sorglos bei ihnen,— wenn man sie kannte und gerne hatte;— wie oft hatte er bei ihnen die eigene Verpfuschtheit empfunden und sich deswegen unwürdig gefühlt, mit ihnen in Verwandtschaft zu kommen,—-- und doch, doch,— jetzt war seine Ver- zweiflung ebenso groß, weil er endgültig von dort aus- geschlossen war. Er konnte im Augenblick gar nicht verstehen, wie Hingebung an Gott seinem Innern wieder Ruhe und Frieden sollte verschaffen können. Er verließ den Hof— ohne jede Absicht, bloß wie einer, der in Pein ist, beständig den Ort wechsett. Er gelangte in den Obergarten. Er blieb stehen und bettachtete die Oster- lilien. Ihr starkes Gelb sah so herrlich aus gegen die schwarz- braune, neugegrabene Erde. Die war sonnenbeschienen, doch jetzt gegen Abend liefen die Schatten der Baumstämme als lange, dunklere Streifen über sie hin.— Er folgte dem Gang durch das Gebüsch und stand dann an der Grasböschung zum Untergarten hinab. Er wäre gern da unten gewesen. Doch er hörte Stimmen von dort, von den Gästen, besonders Frauenstimmen. Drum blieb er stehen und sah nach Norden. Den Fjord sah man weit draußen zwischen dem äußersten Rand der Stavner Wiesen und dem Vorland auf der andern Seite.— Man konnte so deutlich sehen, daß hier bei Stavn das eigentliche Land endete, ja, hier mit dieser Böschung selbst. All das da draußen war etwas, das später hinzugekommen war durch Hebung des Fjord- bodens. Nur der Bjerrehof und seine Felder dort am Fjord waren alt; daS war eine Insel, die mit dem Festlan d ver» 125 Gramm für Kinder festgesetzt worden. Von dem gleichen Tage ab verlieren die städtischen Fleischkarteu(Voll- und Kinderkarten) ihre Gültigkeit. Die Entnahme des Fleisches erfolgt daher von diesem Tage ab nur auf Reichsfleischkarte. Auf jeden Kartenabschnitt entfallen 25 Gramm. In der Woche vom 6. bis 12. August kann die Wochenfleischmenge zu verbilligten Preisen nur auf einmal und nur gegen Abgabe der städtischen Fleischkarte mit sämtlichen Ab- schnitten entnommen werden. In der nächsten Woche werden zunächst vier Pfund Kar« t o f f e l n auf den Kopf der Bevölkerung zur Verteilung gelangen; es wird aber bis Freitag, den 10. August, noch eine weitere Be- kanntmachung erfolgen, ob auch noch das fünfte Pfund Kartoffeln oder statt deffen die übliche Ersatzmenge in Brot verabfolgt wird. Am 13. August tritt die Erhöhung der Brotportion auf 1950 Gramm in Kraft. Da die über 1600 Gramm lautenden Brotkarten für den Monat August sich bereits in Händen der Bc- völkerung befinden, hat der Magistrat angeordnet, daß in der Zeil vom 13. August bis 2. September der am Kopf der Brotkarte über den Abschnitten befindliche Streifen zur Abgabe und Entnahnie von 350 Gramm Brot in der Woche berechtigt. Auf den Kopsstreifen darf jedoch nur die ganze Menge von 350 Gramm abgegeben und entnommen werden, eine Teilung des Kopfstreifens ist unzulässig. Die Geltungsdauer des Abschnitts 28 der Eierkarte, auf den bekanntlich ein Ei entnommen werden darf, ist bis zum 12. August verlängert worden._ Die Versorgung mit Honig, über die kürzlich ein Ministerial- erlaß veröffentlicht wurde, hat zahlreiche Anfragen von Privat- Verbrauchern auf Nachwcisung von Bienenhonigveräußerern an das Preußische Landesamt für Gemüse und Obst veranlaßt. Bei der geringen Menge des zur Verfügring stehenden Honigs können vor- erst nur die Kommunalverbände zur Deckung des Bedarfs von Krankenanstalten, Heilstätten, Lazaretten usw. in Frage kommen, während die einzelnen Privatverbraucher nicht berücksichtigt werden können. Erzeuger von Honig können ihre verfügbaren Mengen zur Vermittlung des Absatzes für diese gemeinnützigen Zwecke bei den der Vereinigung der deutschen Jmkerverbände angeschlosse- nen Jmkervercinen, wenn sie solchen angehören, oder bei der Honig- vermiitelungsstelle, Berlin, Potsdamer Str. 75, anmelden. Zur Beschlagnahme der bronzenen Kirchenglocken wird»ms vom Berliner Magistrat geschrieben: Die Enteignung der durch Ver- ordnung des Kriegsministeriums beschlagnahmten Glocken aus Bronze ist in Berlin durchgeführt worden. Den Kirchen sind lcdig- lich die Glocken aus Bronze belassen worden, die nach den Fest- stellungen der von der Landeszentralbehörde bestellten Sach- verständigen einen wissenschaftlichen, geschichtlichen oder Kunstwert haben. War m einer Kirchs eine derartig wertvolle Glocke nicht vorhanden, so ist den einzelnen Gemeinden die Glocke vom geringsten Gewicht als Läuteglocke belassen worden.— Allerdings befinden sich noch einige Kirchengemeinden im Befitze ihrer sämtlichen Glocken. Hier handelt es sich um Gußstahlglocken, wie sie in den letzten Jahr- zehnten vielfach an Stelle von Bronzeglocken hergestellt worden sind. So besteht zum Beispiel auch die Glocke des Berliner Rathauses aus Stahl. Zunahme der Einäscherungen. Einäscherungen fanden in den deutschen Krematorien im Juni 1019 statt gegen 832 in demselben Monat des Vorjahres, was eine Steigerung um 127 bedeutet, wenn auch die außergewöhnlich hohe Zahl des Mai nicht erreicht wird. Bisher haben im ganzen 103 278 Einäscherungen stattge- sunden. Im Juni kamen auf Berlin 130, Braunschweig 6, Bremen 61, Chemnitz 58, Coburg 21, Danzig 7, Darmstadt 3, Dessau 7, Dresden 75, Eisenach 13, Eßlingen 2, Frankfurt a. M. 10, Freiburg 15, Friedberg 4, Gera 29, Göppingen 6, Görlitz 8, Gotha 57, Greifswald 2, Hagen 2, Halle 19, Hamburg 43, Heidcl- berg 11, Heilbronn 2, Hirschberg 19, Jena 27, Karlsruhe 10, Kiel 9, Krefeld 6, Leipzig 78, Lübeck 11, Mainz 23, Mannheim 16, Mei- ningen 9, München 25, Nürnberg 13, Offenbach 19, Pößneck 7, Reutlingen 1, Sonneberg 12, Stuttgart 31, Tilsit 8, Treptow 6, Mm 13, Weimar 14, Wiesbaden 16, Zittau 41, Zwickau 17. Palast-Theater am Zoo. Die Varietö-Poffe„Der Herr ohne Wohnung" mit Robett Steidl in der Titelrolle und Anna Müller- Lincke als weiblicher Droschkenkutscher bleibt auch für den Monat August auf dem Spielplan, ebenso Afra, das ungelöste Rätsel, und Ernst Perzinas Papageien-Kabarelt.— Heule finden mit dem ge« samten oben genannten Programm zwei Vorstellungen— nach- mittags S'A und abends 75/< Uhr— statt, und hat zu der Nach- mitkagsvorstellung jeder Erwachsene das Recht, ein Kind frei einzuführen. bunden war durch diese großen Wiesen. Man nannte es ja auch den Bjerrehofsholm.— Warum war nicht diese niedrige, sonnebeschicncne Gegend, die doch gegen Süden so gut ab- gegrenzt war durch die großen, schwarzen Heidettauthügcl hinter Stavn,— warum war sie nicht die ganze Welt,— durch die der Fjord mitten hindurchging, hell und blau und vom Wind gettäuselt, und wo man ganz weit drüben im Norden die Grenze in den weißen Dünen jenseits Hanhcrred sah.— Aber sie waren über die Hügel herabgekommen, herab in die niedrigen Stavner Wiesen, diese zwei wilden, reißenden Wölfe! Nun hatte der eine sie genommen,— es müßte ja sonderbar zugehen, wenn nicht der Adjunkt mit der Zeit die Jungfer Gjattid bekäme. Er hörte, daß die Gesellschaft jetzt den Garten verlassen und auf dem Wege zum Hof zurück durch das Wäldchen war. — Nun ging er die Böschung hinab in den llntergarten, zu dem westlichen Schutzgürtel von Bäumen, durch den ein Gang gleich zum Deich nach den Wiesen hin führte. Die Bäunie hier in dem Schutzgürtel waren niedrig und vom Winde sehr mißhandelt. Sie waren auch während des Wachstums ver- säumt, waren nicht gelichtet worden und hatten darum unter einander einen harten Wettstreit zu bestehen gehabt, zugleich mit dem Kampf gegen den gemeinsamen Feind, den Wind. Eine ganze Elle weit um die Stämme herum stand das welke Unttaut vom letzten Sommer her, Narde, Schierling und Ampfer.— In diesem milden Nachmittagslicht sah das alles so friedlich ans und so einsam, so menschenverlassen. Er war stehen geblieben und hatte alles betrachtet, dann setzte er sich wieder in Gang, vor sich nicdcrblickcnd, die Hände aus dem Rücken.--- Mit einem plötzlichen Ruck hob er den Kopf,-- nun war er doch nicht allein hier unten! Er hörte Fußtritte in welkem Laub, über brechende Zweige weg.— Aus dem Oucr- weg rechts kamen die Braut und ihre Schwester gegangen. Etwa zehn Ellen weit von ihm blieben sie stehen. „Also Hab ich doch recht gehabt," sagte die Braut.„Ich habe zu Gjattid gesagt— ja, gewiß vor fünf Minuten wars, daß noch jemand hier unten wäre.—" „Entschuldigen Sie bitte, daß ich störe," sagte der Pfarrer. „Aber ich wußte es auch nicht besser, als daß ich allein wäre, hä. hä—" Sie waren jetzt an ihn herangekommen. (Forts, solgt.) Explosion in Hennigsdorf. Amtlich wird gemeldet: Gestern früh gegen 8 Uhr ex� plädierte in Hennigsdorf ein Teil der dortigen mit Herstellung von Kriegsgerät beschäftigten Fabrik. Der Sachschaden ist insbesondere an den Häusern des Dorfes infolge des starken Luftdruckes nicht unbedeutend. Der Verlust an Menschen- leben ist verhältnismäßig gering; bisher sind sechs Tote fest- gestellt. Leichtere Verwundungen, insbesondere durch Glas- splitter, sind zahlreicher. Ursache der Explosion ist anscheinend lediglich unvorsichtige Handhabung einer mit Sprengmaterial gefüllten Kiste, die verladen werden sollte. Die seitens der Feuerwehr mit Umsicht getroffenen Maßnahmen waren äußerst wirksam._ Von einem Diebe angeschossen wurde gestern abend der Fabrik- besitzer Florstedt aus der Dromheimer Straße und sein Werkmeister Hermann Heckert. Dieser traf um Uhr in der Fabrik zwei Männer, die eine Kanne Oel wegtrugen. Er hielt sie an und brachte sie nach dem Kontor. Dorthin kam unterdessen auch Flor- stedl. Als nun Heckert weggehen wollte, um einen Schutzmann zu holen, zog der eine Dieb einen Revolver aus der Tasche und gab mehrere Schüsse ab. Einer traf den Fabrikbesitzer ins Bein, ein anderer den Werkmeister in die Hand. Der Täter warf darauf die Waffe weg und entfloh. Der andere wurde festgenommen und nach der Wache gebracht. ES ist ein Schmied Karl Pähl, ein schon oft bestrafter Mensch, der wegen Unterschlagung gesucht wurde. Er will sich damit herausreden, daß er aus dem Fabrikhof gewesen sei, um Arbeit zu suchen. Da habe ihn der andere Mann, den er nicht kenne, gebeten, ihm tragen zu Helsen. Pähl wurde verhaftet. Bei der Arbeit tödlich verunglückt ist gestenr abend der 63 Jahre alte Anstreicher Friedrich Fuchs aus der Mirbachstr. 36. Fuchs strich in der Koppenstr. 27 im vierten Stock einen Träger. Hierbei fiel er mit der Leiter um und stürzte in den Lichischacht hinab. Der Un- glückliche war sofort tot. Auf der Klingelfahrt ertappt und festgenommen wurde gestern ein gewerbsmäßiger Wohnungseinbrecher. Eine Näherin in der Siar'garder Str. 18, die es klingeln hörte, sah vorsichtig durch das Schlüsselloch und erblickte vor der Tür einen Mann, den sie für einen Bettler hielt. Gleich darauf klingelte dieser bei ihrer Nach« barin. Die Näherin ging geräuschlos nach ihrem Zimmer zurück und war nicht wenig erstaunt, als sich bald darauf die Tür öffnete und der vermeintliche Bettler vor ihr stand. Der Mann fragte sie, ob nicht Herr Krause bei ihr wohne, und wollte sich dann eiligst zurückziehen. Die Näherin aber folgte ihm auf die Straße und ließ ihn durch den nächsten Schutzmann sestnehmen. Auf dem Wege nach der Wache versuchte der Ertappte, ein 27 Jahre alter, wohnungs- loier, schon oft bestrafter Schlosser Richard Blum, sich seiner Ein- bruchswerkzeuge heimlich zu entledigen, hatte aber damit kein Glück. Die Kriminalpolizei brachte ihn nach Moabit. Tödlicher Sturz zweier Kinder aus dem Fenster. In dem Hause Kottbuser Ufer 32 wohnt der Packer Otto Planwosbit mit seiner Frau und seinen drei Kindern, zwei Töchterchen, die sechs Jahre alte Else und das vier Jahre alte Töchterchen Hildegard und ein drei Jahre alters Söhnchen. Der Mann steht im Felde, die Frau arbeitet den Tag über außerhalb des Hauses. Gestern nach- mittag in der fünften Stunde erwarteten die Kleinen ihre Mutter zurück und öffneten in der im dritten Stock belegenen Wohnung ein .Hoffenster, um nach ihr zu sehen. Die beiden Mädchen setzten sich halb auf das Fensterbrett und halb auf das Blumenbrett. Der Knabe suchte nun auch nach einem Gegenstand, um nachzuklettern. In diesem Augenblick kippte das Blumenbrett um und die beiden Kinder stürzten in die Tiefe. Auf dem Pappdach eines einstöckigen Schuppens blieben sie regungslos liegen.� Die entsetzten Haus- bewohner, vor deren Augen sich das Unglück abspielte, eilten den Verunglückten zu Hilfe und drangen in die Wohnung ein, um den zurückgebliebenen Knaben am Besteigen des Fensterbretts zu ver- bindern. Das gelang ihnen auck noch. Die beiden Mädchen wurden mit einem Rünzelschen Rettungswagen nach dem Krankenhaus« am Urban gebracht. Dort konnten aber die Aerzte bei beiden nur noch den T-oS feststellen. Wenige Minuten nach dem entsetzlichen Un- glück kam die Mutter von der Arbeit nach Hause. Sie brach in herzzerreißende Klagen aus. Eharlottenburg. Lebensmittel. Vom Montag bis einschließlich Sonntag, den 12. August, werden auf die Nährmittelzusatzkarte für Jugendliche Abschnitt 17 125 Gramm Teigwaren abgegeben. Die Entnahme kann in den Kolonialwarengeschäften erfolgen, bei denen der Haushalt der Jugendlichen in die Kundenliste für Grieß und Graupen eingetragen ist._ Neukölln. Kartoffclvcrsorgung. Der Magistrat teilt uns mit, daß er in gleicher Weise wie die anderen Groß-Berliner Gemeinden infolge stärkerer Zufuhr an Frühkartoffeln in der Lage ist. für die kammende Woche bis zu 4 Pfund zur Verteilung zu bringen. Es ist bestimmt, daß zunächst auf die 3 Abschnitte 67s— 676 der Kar- toffelkarte je Vi Pfund Kartoffeln entnommen werden dürfen. Bei äuSreichend'er Zuführ ünrfl e!if fünftes Pfund Kartoffeln zur Ausgabe gelangen. Für den Fall, daß das fünfte Pftmd Kartoffeln nicht zur Per- fügung stehen sollte, darf als Ersatz für dasselbe aus die beiden Abschnitte 67e der roten Neuköllner Kartoffelkarte in der gleichen Woche bei einem hiesigen Bäcker Gebäck entnommen werden, und zwar entsprechend der staatlicherseits dem Magistrat zur Verfügung gestellten Menge Mehl, 166 Gramm Gebäck auf seden Abschnitt, zusammen also höchstens 260 Gramm Gebäck. Auf Zusatz- und Urlauberkarten wird, falls das fünfte Pfund Kartoffeln nicht zur Ausgabe gelangen kann, ein Ersatz an Gebäck nicht gewährt.__ Schöncberg. Lebensmittel. Ein Teil der Bevölkerung wird wegen plötzlich unterbrochener Zufuhr die angekündigten 3 Pfund Kartoffeln nicht erhalten können. Der Magistrat bat deshalb an- geordnet, daß auf jeden der nicht eingelösten Abschnitte 100 Gramm Gebäck, insgesamt also 600 Gramm Gebäck entnommen werden können. Die Abgabe von Gebäck erfolgt nur in Schöneberger Bäckereien. Die Ausgabe der Zusatzkarten für die Zeit vom 6. bis 12. August erfolgt am 6., 7. und 8. August durch die Brot- kommissionen. Die Hausbesitzer sind zur Abholung der Karten ver. pflichtet; sie sind bis zum Abend des 8. August an die Haushal- tungsvorstände zu verteilen. Mit dem 12. August fällt die verbilligte Fleischzulage fort und es tritt vom 13. August ab eine Erhöhung der Brotmenge ein. Da die der Bürgerschaft ausgehändigten städtischen Fleischkarten jedoch bereits für einen längeren Zeitraum gedruckt waren, hat der Magistrat angeordnet, daß in der Woche vom 6. bis 12. August Fleisch auf die städtischen Fleischkarten nur abgegeben werden darf, wenn die ganze städtische Fleischkarte, d. h. das Haupt- stück mit den Abschnitten für alle 4 Wochen dem Fleischverkäufer übergeben wird._ Wilmersdorf. Lebensmittel. Die Ausgabe von Zusatzbrot- karten für Schwer- und Schwerstarbeiter für die Zeit vom 6. bis Ig. August findet von Montag bis Donnerstag in den üblichen Stunden durch die zuständigen Brotkommissionen statt. Vom 13. August an wird die Wochenration auf 450 Gramm für jede Zusatzbrotkarte evhöht. Zur Entnahme dieser Gebäckmenge werden für diese Woche Reisebrotkarten ausgegeben. Nach dem 19. August werden die Zusatzbrotkarten endgültig durch die beteiligten Betriebe selbst verteilt. Für jugendliche Personnen vom vollendeten 12. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, soweit ste nicht Schwer- oder Schwerstarbeiter sind, kommen als Ersatz für die ihnen entzogene Zusatzbrotkarte Nährmittelzusatzkarten zur Entnahme von wöchentlich je Vi Pfund Nährmitteln zur Ausgabe. Ueber die auf die Karten abzugebenden Waren wird das Erforderliche noch bekannt gemacht. Di« Verteilung der Nährmittelkarten erfolgt in der Zeit von Montag, den 6. August, bis Donnerstag, den 9. August, durch die zuständigen Brotkommissionen. Es werden abgefertigt Jugendliche, deren Zuname beginnt mit: Buchstabe A— F: Montag, G— K: Dienstag, L— R: Mittwoch, S— Z Donnerstag, von 9—2 und 5—7 Uhr. Wer sich nicht genau an die vorstehende Ausaabeordnung hält, muß damit rechnen, erst nach dem 9. August abgefertigt zu werden. Lichtenberg. Einrichtung einer Lebensmittelbeschwerdestelle. Zur Erledigung von Beschwerden in Angelegenheiten der Lebens- mittelversorgung ist eine städtische Beschwerdestelle, die ihren Sitz Rathausstr. 7, 2. Stock, Zimmer 1, hat, errichtet worden. Beschwer- den werden dort mündlich und schriftlich entgegengenommen. So- fern sie rncht durch Auskunft oder durch alsbaldige Einwirkung auf die zuständige Abteilung des Nahrungsmittelausschusses erledigt werden können, steht die Entscheidung einem besonderen Beschwerde- ausschuß zu. Beschwerden, die unmittelbar an die zuständigen Fachabteilungcn �des Nahrungsmittelausschusses kFleischstelle, Kar- toffelstelle, Gemüsestelle usw.) gerichtet sind, werden zunächst diesen Abteilungen vorgelegt und geben der Beschwerdestelle erst zu, wenn dem Antrage des Beschwerdeführers nicht stattgegeben worden ist. Spandau. Lebensmittel. Wer auf die Abschnitte 1 bis 12 der dieSwöchigen Kartoffelkarte Kartoffeln nicht erhalten hat, kann auf jeden Abschnitt 50 Gramm Brot entnehmen. Da durch Matz- nahmen der Stadtt Berlin es dem hiesigen Handel unmöglich ge- macht wird, in der Berliner Zentralmarktballe Obsteinkäufe zu machen, so bemicht sich der Magistrat, von anderweit ber Obst her- beizuschaffen. Es schweben aussichtsvolle Verhandlungen, die dar-, auf abzielen, Obst aus Bayern zu beziehen. Pankow. Lebensmittel. Auf Abschnitt 7 der LebenSmitttel- karte entfallen 125 Gramm Haferfabrikate zum Preise von 11 Pf. Der Bezugsabschnitt 7 ist nur in den durch Aushängeschilde ge. kennzeichneten Geschäften am 5. und 6. August gegen Empfangs- bescheinigung abzuliefern. Nachträgliche Annahme findet nicht statt. Die Ausgabe und der Verkauf der Ware wird noch besonders bekannt gegeben. Es ist unzulässig, den Kartenabschnitt 7 in Ge- schäften abzugeben, kn denen nicht daS vom Gemeindevorstand. LebenSmittelabteilung, ausgegebene Aushängeschild angebracht fit. Weißensee ohne Elektrizität. Seit das Weißenseer Elektrizi- tätswerk aus dem Besitz der Gemeinde in den der Märkischen Elek- trizitätswerke übergegangen ist, sind ausgedehnte Betriebsstörun- gen an der Tagesordnung, durch die die�industriellen Werke schwer beeinträchtigt werden. Fast täglich treten mehrere Pausen in der Stromlieferung ein, die oft mehrere Stunden währen und durch ihr plötzliches Vorkommen die angeschlossenen Geschäftsleute in nicht geringe Schwierigkeiten bringen. Eine besonders empfindliche Störung war am letzten Tonnerstag zu verzeichnen, die von zebn Uhr vormittags bis 6 Uhr abends dauerte. Während dieser Zeit war Weißensee ohne elektrisches Licht; nu ran einige besonders wichtige Betriebe wurde Strom abgegeben. Britz. Lebensmittel. In der nächsten Woche gelangen in der Verkaufsstelle der Gemeinde zur Abgabe auf Abschnitt 70 Dörr- gemüse Pfund pro Person), Abschnitt 71 lose Suppen Pfd. pro Person) Abschnitt 72 Bouillonwürfel(2 Stück pro Person). Abschnitt 73 verschiedene Waren(Fischkonserven. Würztunke, Viondal-Fleischextrakt, Rote Beete und Näbrhefe) und Abschnitt 74 Sonderzuteilung. Ferner werden abgegeben: Pfeffer, Salz, Gur- ken, Streichhölzer und Salmiak-Waschmittel. Als Ersatz für in dieser Woche auf Kartoffelkarten nicht zur Ausgabe gelangten Kartoffeln können bei den örtlichen Bäckern auf Vorlegung der Lebensmittelausweise 200 Gramm Gebäck für jedes �fehlende Pfund Kartoffeln entnommen werden. Groß-Serttner parteinachrichten. Groß-Berlm. Mittwoch, de« 8. August, fiude« iu de» sozialdemokratifcheu Bereiueu die regelmäßigeu Mitglieder- versamwluugeu statt. Die Bekauutgabe der Lersaunuluugs- lokalle uud der Tagesordnungen erfolgt in der Dienstaguummer des„Vorwärts". Die Kreisvorstäudc. KaulSdorf lOstbahn). Die Mitgliederversammlung am Mittwoch indet nicht statt. Zur nächsten Versammlung erfolgt Extra- einladung._ Gerichtszeitung. Wegen arger Milchverwässerung hatte sich die Frau Molkerei- besitzer M a r, e Hoff in L i ch l e n b e r g vor der Ferienstraf- kammer des Landgerichts I zu verantworten. Auf Grund von Klagen über die Beschaffenheil der von der Angeklagten verkauften Milch, die bei dem Kriegsbund für Osstziersfrauen eingegangen waren, wurden an mehreren Tagen behördlicherseits teils unauf- fällig, teils offiziell Proben aus der Molkerei entnommen und durch Geh. Rat Dr. Juckenack in der einen 30 Proz., in der andern 43 Proz., dann wieder 45 Proz. Wasser festgestellt, während die Kühe, wie sich beim Melken ergab, tadellose Milch lieferten. Der Sachverständige begutachtete, daß hier ganz gewissenlose Fälschungen vorgenommen seien, durch die der Gesundheitszustand der Säug- linge sehr gefährdet wurde, da diese beim Genuß solcher Milch direkt verkümmern müßten. Das Schöffengericht hatte mit Rücksiibt hierauf die Angeklagte zu 1 Monat Gefängnis und 500 M. Geldstrafe verurteilt und gleichzeirig die öffentliche Bekanntgabe des Urteils angeordnet. Die hiergegen eingelegte Berustmg wurde von der Strafkammer verworfen. „Eine zweite Zentrale für verbrecherischen Brothandcl". Unter dieser Spitzmarke brachten wir in der gestrigen Nummer einen Be- richt über eine Strafkammer-Berhandlung. Der Händler Otto Boese, Grüner Weg 70. bittet uns mitzuteilen, daß er mit dem dorr erwähnten zu 1'/, Fahren Gefängnis verurteilte« Händler gleichen Namen nicht identisch ist. öriefkaften üer Reüaktioa. A. 100. Die Unterstützung könnte Ihnen bei de« angegebenen Verdienst gekürzt, aber doch nicht gänzlich entzogen werden. Wenden Sie sich mit einer Leschwerdc an den KreisauSichutz des Kreises Niederbarnim. Berlin, Friedttch-Karl-User 5.— G. P. 95. Da Sie die Reklamation versäumt haben, muß die Steuer bezahlt werden.— O. B.»7. I. Ja. 2. Der Vertrag kann noch rückgängig gemacht werden, da zum Abschluß die Unterschrist erforderlich ist und noch nicht gegeben wurde.— O. T. Iii 1. Nein. 2. Nein, sosern die Krankheit schon früher bestanden hat.— Tegel, Militär. 1. Eine solche Befürchtung besteht wohl nicht. 2. Ja.— O. 5893. 1. BiS 50 M. monatlich. 2. Sie haben keinerlei Anspruch an das Kind. Sie können verpflichtet werden, die Kosten für etwaige Krank- heilen extta zu zahlen. Bekleidungskoften sind mitinbe griffen.— roetterauSsichlen für das mittlere Norddeutschland diS Montag mittag. 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Juli eins der un- j zädligen Opser des Weltkrieges geword« ist Er,! der zu so groß« und schönen\ Hoffnungen berechtigte, wurde in seinem 20. Lebensjahre in die Erde gebettet. Nun hast Du uns den ersten l Schmerz getan, Der aber traf l Berlin, Libauer Str. 1. Otto und Johanna Dame, l Walter,)»urzett im Felde,! Bruno, Wally, Hanni» als Geschwister, Erna Schoop, als Braut,! Charlottenburg. 83b\ AIS Opfer des Krieges fiel nach 31 Monate schweren Kämpfen durch Volltreffer i am 26. Juni 1917 im 37. Le- 1 bensjahre mein inttigge« liedter Mann und treu-! sorgender Vater, derj Kanonier Mred Faesser in einem Ariillerie-Regmt. In tiefer Trauer Deine Gattin und Sahir Martha Faesser geb. Kroll und Kurt. Deine fchwergebengte Mutter| Wwe. Ernestine Faesser geb. Leder. Artur Faesser nebst Fraa (Z. Zt. im Felde). Kart Faesser 1 als Ewald Faesser/ Brüder. Martha Faesser a.Schwester. Richard Klauck und Frau geb. Faesser. Wwe. Elfride Mathow geb. Faesser nebst Kindern.| Emil Oestereicta nebst Frau{ als Schwiegereltern. Otts Hoffmann nebst Fran geb. Kroll(j.ZL I.Felde) j und Kindern. Alle Freunde und Bekannte. Daß Dn von mir gegan- g« bist, ich kann es noch nicht fassen, und alles soll zu Ende sein, waS wir ver- eint geschaffen. Wie hattest Du gesorgt, geschafft, an Dich nur stets zuletzt ge- dacht, gingst nun so früh zur Ewigkeit. WaS bergen die paar Worte sür tteses, tiefes Herzeleid. 90A Lieber Papa, schlaff in Ruh', meine Liebe deckt Dich zu. Bein einziger Sohn Kart. Ms Opser des Weltkrieges fiel am 14. Juti, abends 10 Uhr, un'er inniggeliebter, unvergeßlicher Sohn, Bruder und Schwager, der Kanonier Friiz Krüger im Aller von 18>/, Jahren. DieS zeigt tiesbetrübt an Familie Hermann Krfiger. Wie freuten wir mtfl auf das Wiederseh'n, nun wird es nimmermehr gescheh'n. Unsre Freud' und Stolz warst Du, jetzt deckt Dich fremde Erde zu. 103h i Ruhe sanst im fern« Land I Kranzspenden sowie sämtliche* Blumenarrangements liefert fckmell und billig Paul Oross, Lindonstr. öS, Tel. Mpl. 7203. Desitldjcr g llktanarbeiter- lleröand. Verwaltungssteiia Beriin. Den Mitgliedern zur Nach- ,„ richt, daß unser Kollege,'s �« der Klempner lm\ Oolasks 3 Rewickendorf.Hoppestraße'ZS H am 3. d. M. gestorben rrst Die Beerdigung findet«m Montag, den 6. Augfuft, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des' Ge- meinde-FriedhoseZ in Rei- nickendors, Humboldtstraße,! aus statt. Rege Beielligung wird er»! \ wartet. i79/20 1 D« Mitgliedern-ferner ! zur Nachricht, daß unser ! Kollege, der Schlosser OsKss Ponunerernko Brunnenstraße S3 j am 3. d. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet am l Montag, den 6. August, 1 nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Eli- iabeth-KirchhoseS in Pankow, | Wollankstraße, aus statt. Rege Beteiligung wird er« | wartet._ Den Mtgliedern ferner 1 zur Nachricht, daß unser ! Kollege, der Maschinen- | arbeiter Oskar Scküizs Lübecker Straße 38 j am 1. d. M. gestorb« ist Die Beerdigung findet am I Montag, den 6. Angnst, j nachmittags 21/, Uhr, von der Leichenhalle der Heiligen j Gcifi-GemcinSe aus dem j Südwest-Friedhof in Siahns- j dors aus statt Rege Beteiligung wird er» ! wartet. Xaeztlnzk. D« Mitgliede rn serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Ziseleur Kail Slsoer Friesenstraße 9 am 27. Juli gestorben ist. Ehre ihrem Andenke» k Die Ortsverwaltnng. iislsfitlieii Sla «fSirenildsr Feilen da» In der Gartenstadt Faltetesa-iat (GÄrteaboden) i xum Kartoffelban nnd Obft- j |«ala�cn, auch Waldgrund- j stücke, direkt am Babnhof 1 i See�eteld beginnend, 20 Mi- nnteo ab Cbarlottenbur; v. Joogfernbeide. die meisten Strassen g-epfiastert, mit j Gas- and V�assorleltang, l]5.-fet8 t. 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Berlin, Ernst- str. 25. Von Magengeschwulst, Verstopsung n. Nerv«- schwäche in 6 Wochen geheilt. Sollte operiert werden.— i Herr K. WilthauS, Berlm, Blumenthalstr. 3. Von Ge- � schwulst und Abszeß an alter Operattonsuarb« mit IS Be-' Handlungen gcheilt.— Frl. M. Mnschick, Bln.-Schöneberg,, Sedanstraße 17 u hei Friebick. Von Geschwulst n. Nerven- schwäche in 4 Wochen geheilt. Borher dring«d zur Opera- l tion geraten.— Herr A. Schladitz, Berlin, Coprivistr. 24.' Bon Gesichtslupus in 1 Monat vollständig geheilt. Vorher' 6 Wochen mit Radium in einer Berliner Klinik ohne Erfolg' behandelt.— Frau E. Popp, Lichtenberg, Gärtnerstr. 10., Von chron. Frauenleiden, Herzschwäche und Verstopfung> gcheilt.— Sohn des Gärtners H. König, Pankow. In i S Wochen von veralteter Beinlähmung gcheilt. Borher> anderweitig jeder Erfolg abgesprochen.— Bon Nerven-' schwäche tn vier Wochen geheilt. Erklärt sich selbst für ganz gesund.— Herr Milchhändler Eckert, Berlin, Greisen- Hagener Str. 26. Bon gichiisch-rheumat. Schmerzen in Bein n. Fußgelenk geheilt. Schr zufriedm.— Herr A. Brase, Berlin-Mariendors, Strelitzer Str. 11. Von 1 chronischer Rückenmarkentziindung und Lähmung gcheilt. 1 Borher für unheilbar erklärt.— Herr R. Zöllner,\ Reinickendorf-Ost, Provinzstraße 117. Von Ltmgenbluten, und Katarrh geheilt.— Frau I. Herold, Berlm, Ramler-> str. 23. Bon Bronchialkatarrh geheilt.— Zwei Kinder' des Kohlenhändlers Herrn Linke, Berlin, Strelitzer! Straße 6. Bor 9 Jahr« von Lungenleid« geheilt, heute| noch gesund.— Herr G. Köppe, Bln.-Rummelsburg, Alt- Boxhagen 8. Bon doppelseitigem Lungenspitzenkatarrh. geheilt.— Herr O. Nenmaun, Lichtenberg, Blumenthal- str. 13. Von Neurasthenie und nervöser Magenschwäche gcheilt.— Frau E. Grosse, Berlin, Zwinglistr. 26. Von Leberleid« geheilt.— Frau Restaurateur Hering, Berlm, Schönhauser Allee 87. Bon Basedowscher Krankheit ge- heilt.— Herr Erich Bock, Berlin, Stendaler Str. 17, rv. Von Nieren- u. 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Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet 180/1 Wie Ortsverwal tun g. k IMK SWiM'MM. Sahlsielle kekiin. Donnerstag, den 9. Angust 1917, abends 8 Uhr, im«Gewerkschaftshaus", Engelufer Nr. 15, Saal 10: Kravchenversawmluvg aller la des LerNer kailMheMesev öesSWlglsa Mlßlikder. Tagesordnung: 1. Bericht von de» Verhandlungen mit de» Fa- vrikauteu. L. Stellungnahm«»» den Borschläge» der Fabrikanten. 3. Verbandsangelegenheitm. Zahlreich« Besuch erwartet 26/16 Wie Ortsverwaltung. Verkäufe Pelzgarnituren: Skuntsstoias! Skunksmussen! Fuchsgarnil tur«! Kaningarmturen! Allerl billigste Preise! Neue Herren garderobe! Uhrmverlaus! Schmucksach«i Silbertaschen! Wandbilder! Leihhaus! War- schauer Straße 7.___ 169K* Teppich-Thomas, Oranien straße 44, spottbillig, sarbfehlerl haste Teppiche, Gardinen. s2ö9K« Lieserwagen, Klappsport wagen, Holzräder, olle Repara. iure» an Kinderwagen, Korb macher Weidlich, Brunnen straße 96._ 28011* Gebrauchte Schnellnäher, Garantie, neue, 1,50 wöchentlich. 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Hof.[106b Zeitnngsausträgerinuen können sich melden.„Vorwärts"- Ausgabestelle,LausitzerpIatzI4/15. Zeitungsträgerin sofort per- langt Spedition Lichtenberg, Wartenbergstraße 1, Laden.* Zeiwngsausträgcrin verlangt „Vorwärts"-Spcdition Schöne- berg, Meiningerstraße 9._* Botenfrauen werden eingestellt„Vorwärts", Charlotten- bürg, Sesenheimerstr. 1.* Zcitungsausträgerin verlangt Bernsee, Steglitz, Mommsen- str. 5C______* Zeitungsausträgerin sofort einzustellen. Vorwärlsspedition Moabit, Wilhelmshavenerstraße 48, von 11— IM und 4M— 7 Uhr.________________* Botenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Greisenhagener« straße 22.* Frauen zum Zeitnngsaus« tragen sucht„Borwärts"-Ans- gabestclle Alt-Boxhagen 56, Laden.* Zeitungsailsträgerinnen ver- langt Feyerstein, Bismarck- straße 82.* Zeitungsausträgerinnen wer- den sofort eingestellt„Vor- märts"-Spedition, Markus- straße 36.* Botenfrau stellt ein„Vor- >värts"-Spedition Tempelhof, Ueckermann, Kaiser-Wilhelm- straße 74, Ecke Wcrderstr. I* r. Hiphrni) lürßeselioß- lliülil lalirikaiion, ifsnuQühnifni} wartcilcn r sofort gesucht. 522SL* Maschinenfabrik Nenköiin G.m.b.H., A'cnktflln. Bcrgstr.XOl. Kräiligen Hausdiener, auch weiblich, für Buchbinderei verlangl 52702 H. Sperling, Friedrichstr. 15. Laufbursche dauernd verlangt. 85b Bsohmann, Wattstr. 17/18. gchSosser für Kriegsarb.suoht 1 1 Otto Lubitz Neue Kfinig- I straße 72. Kutscher ältere, gute Pserdepsleger, für Straßenkebrichtabsuhru. anderes Fuhrwerk stellt sofort ein Car\ Nauck, Fuhrwesen, 10791* Müllerstratze 128. 2 Beizer 1 erhalt, sofort Anstelhmg. j Meldungen von 6-7 Uhr.£ Uertbeiin G.EbJ. I üfloritzplatz. 1571, mililärsrei, kräftige und flotte Arbetter, werden eingestellt ltgsMgnn& Co., Aktieuges., Wattstr. 11/12. Laufburschen oder Laufmädcheu mit Stta- tzenkenntnis sucht 70/17 «»cklel. Königftr. 22. aufburseben lÄWoüIensteiD&Co,, ■Werkzeugfabrih,* Prenzlauer Str. 14/15. Packer findet sofortige und dauernde Beschästigung. 84b Rob. Bacfamann, Grossobuchhandlung, Wattstr. 17/18. Teppiehnäher Linoleumleger erhalt sofort Anstellung. Meldg. Leipziger Str. 126. i iertlieioi x Mehrere Schmiede aus HecreSorbeit.(Hufschmiede Ii. andere), Seliirrineister(auch Arbeitsverwenöimgsfähige für die Heimat) für einfache Arbeiten verlangt 2V5K* Atsi. itsman L. d. n., «»rlln V 2«, Pankstr, 23, und Rerlln-I'enipvlbok, Kaiser-Wilhelm-Stratze 10/11. SeMosser sofort verlangt[2972* Alex. Hernian G. m. b. H,, JtcpHn-Tempelhof, Kaiser-Wilhelm-Straße 10— 11. mmsmm für allgeni. Maschinenbau sofort gesucht. Otto Hillig. Nostizstr. 30 Ra&falir&r gesucht zitm Ausfahren v. Zeilg.v.—'/.SU. abds. Deutscher Kurier Vertricbs-Abteilung, s7Sb kfi-leckviekstrali« 24:0. verlangt[52601,* Berlin-Schön eberg Geneststraße 5. Werkzeug- tireher verlangt R. Frister A-Q., BErlin-öberschinewelile. 5255L* MllAM Boioftietgoliei EolWslellMtt MlgMAk i°« tldeil kplWlsk, Goldpoliturleisten- und Oval- rahmensabrik 100b Berlin SW 29, Bergmannstr. 102 Äfbeitsliüfselieö, lüleprinneii, Falzeriien, ioib Laulbiirssbeii u.Mädchen, Arbeiter iiir Papiersaa], Fahrstühibrer ßueht Buolidrackerei H. S. Hermann, ßexxtlistraße 8. Gelerntes und ungelerntes weibliches Personal siir dauernde Arbeit sucht in allen«bteilnngen Zigsrettenfadrik Qarbäty, BerUn«Pankow. Meldungen im Betriebs-Burcau, Eingang Hadlichstratze, wochentags von 8— 5 Uhr, Sonntags von 10—12 Ilhr. »«eeeeeeeeeeeeeeceee®o€>®'i>®eeoeeeeoe | Vorarbeiter 2 möglichst gelernter Dreher, für unsere Fertigkontrolle zum sofortigen Antritt gesucht 52/851, Stock Motorptlug, Cöpenicker Str. 48/49. eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee i Art Arbeiterinnen I für leichte, saubere Arbeiten gesucht. Robert Keilpflug, Papienrerarheltungswerk. SW48, Friedrichstr. 11 Änlegerinnen q. Bogenlängerinnen für Steindruck verlangt. 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Stenotypistin und Bnrennbeamtep(auch Krlegsbesohadlgter), zum mSglichst sofortigen Eintritt gesucht. Zuschriften mit Gehaltsansprüchen an 97b Berliner Paketfahrt-Gesellschaft starke» co.. A Kittcpstr. 98/09. K Frauen und Mädchen finden leichte Arbeit 52542* ILnbnwoblkabrik, Wilmersdorf. Babelsberger Str. 2. füc Charloit enbueg und Vororte iucht Nacttnvach- Gesellschaft Chnriottcnbg.. Mommjenst.15. äÄ A A AA.'AjS i Wicklerinnen, l geöbte, sucht Batterie-Fahrik j j lEeiler, Runa;c»tr. 80 j Mehpcrc jüngere Arbeiterinnen (nicht uni er 16 Jahren) für Bohr- und Schleisarbeilcn ver- langt. Meldungen von 8 bis 9 llhr vormittags. 2972* Alex. Herman 6. m. b. H., Berlin N. 20, Pankstr. 29 und Berlin- Tempelhof, Kalser-Wilnelm-Straße 10/11. Mehrere hrüftige Fnauen zum Auf- und Abladen von Kohlen und sür andere schwere Transport- und Erdarbeiten verlangt. Meldungen von 8 bis 9 Uhr vormittags. 2972* Alei. Herman G. m. b. H., Berlin N. 20, Pankstr. 29 und Bsrlin-Tempelhof, Kaiser-Wilhelm-Straße 10/11. Tüchtige Mamsells aus Kostüme u. Kostümröcke verl. ffl. Wolff, 866 Winterfeldtstratze 10. WeMebe iMrälie! geübte und auch zum Anlernen für Mafchinensaal und alle übrigen Abteilungen sucht Zigarettenfabrik Masfary, _ Eiisabethstratze 7. 70/3* kräftige, auch Arbeiter oder Kriegsbeschädigte, auch eintge Vorarbeiter werden sos. eingestellt. Maschinenfabrik j Obcrschöncweide A.G. I WUHelminenhosstr.83 kcuhlö Lölerinnen I iSfESÄ | auf Kabel für Fernsprechapparate stellt sofort ein �erdingnd Schuchhardt, Berliner Fcrnsprech. und TelegrapHen-Werk, Berlin«« 16. Rnngestr. 9. 736 iür sofort gesucht, auch wtr« den solche angelernt. | Dcatsche Motoren- 1 Baagesellnctaaft, Berlin- Marienfelde. Stratz« 94(neb. Eiko-Fllm)