Pr. 218. 34. Jahrg. Bezugspreis: Vi�cliähr� Z.si0I!k. mmmU. L30 iKt-. frötfipnilirti 30'Big. frei in? fmt'-, tormiäsoBlbar. Ein» eine Wochentags- nummcrtt& Psg. tonntagSnumm« mit illuslrierter Betlnge.Die Nene Wolf 10 Psg. Postbezug: Monatlich 1.30'.Ott. Unter Ärcuzband für Druttmlanb und Critcrrnch- Ungarn 2.M ffif-Jür da- übrige Ausland 4 Mk monatlich. Postbestellitngen nehmen an Taneinnrk. HaNand, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen m die Pall-ZettuiigS-Pieislistc. Erscheint täglich, Telegramm- Adreffe: .Sozialdemokrat Berlia". Verlinev VolKsblÄkk. � 5 Pfennig � Der Anzeigenpreis beträgt f. die sitchenoespallene Kolonel- »eile SO Pfg.„Kleine»nzeiflen", da? fettgedruckte Wort 20 Psg. tzu- lässig 2"settaedrucktc Worte), jede? weitere Wort lO Psg. Etrllengesuche und Echtasswllenanjeigen das erste Wort lO Psg., jedes weitere WortöPsg. i St l,•\<» t•. /zr» t e... fiiv erste ...... Psg. Worte über 15 Bitchltaben zähten für zwei Worte. TeucrungSzufchläg 20%. kramtlten> iUnzeigen Sit Pfg., bolirtsche u. gewertschastliche Vereins- kinzelgen 40 Psg. die Zeile. Slnzeigen für die nächste Rümmer müssen bis i» Uhr nachniitt. im Hauptgeschäft, vertut E2B.68, Lindetgtratze ch abgegeben werden. Geöffnet den 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentrahrgan der foztaldcinokrattfcben Partei Deutfcblands. Neüaktion: EW. öS» Linüenftraße Z. flerntprccher: Amt Morivplaa. Rr. Ikl i»v— 15197. Sonnabend, de« 11. Augnst 1917* Expedition: EW. 69, Linöenstraße 3. pfernsprecher: Amt MortNPlat,. Nr. 15190—151«7. englische Angriffe in Flandern gescheitert. Starke englische Angriffe bei Zpcrn— Maffenangriffe im Artois überall zurück- geworfen«— Fortschritte an der Buko- wina- nnd Moldau-Front.— Uebergang über die Snffta erzwungen. Amtlich. Große» Hauptquartier, den 10. August 1917. Bieter Breite. Gegenangriffe de? Feindes scheiterten, über 159 Gr- fangcnc blieben in nnscrcr Hand. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Soiffons und Reims, in der Westchampagnc und auf beiden Maas-Ufern erreichte da? Feuer zeitweilig erheb- liche Stärke. Eine sranzöffschc Erkundungsavtcilung, die an der Straße Laon— Soiffons in unsere Gröben eindrang, w»rde durch Gegen- stoß vertrieben. Oestlich der Maa? brachen badische Stoßtrupps in die fran- zösischc Stellung nördlich von Vacherauvillc ein nnd führten eine Anzahl Gefangener zurück. Leutnant Gontcrmann schoß zwei feindliche Fesselballone ab. westlicher Kriegsschauplatz. Front des G c n c r a l f r I d m a r f ch a l l S Prinz Leopold von Bayern. Auflebende GcfechtStötigkrit bei Dünaburg, südlich von Smorgon und bei?r»dn. Hier brachte ei» Unternehmen dcirtschcr und österreichisch nngarischcr Truppen über 299 Gr- sangcnc ein. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph Südöstlich von Ezrrnowrti wurde hartnäckig gekämpft; unsere Truppe» drangen a» mehrere» Punkten in die Grenzstellung der Russen ein. Auch in der Screth-Nicderung und an der Solka wurden nach Abwehr feindlicher Gegenstöße Porteile erzielt. Zwischen Tratus- und Pntna-Tal nahmen die verbündeten Truppe» troli zähe» Widerstandes der Rumönci! mehrere Höhen- stelluiigcn im Sturm. In den beide» lcNtcn Tagen wurden im CftovAMchnüt über 1499 Gefangene gemacht und.'«) Maschinengewehre erbeutet. Heeresgruppe de? GeneralfeldmarfchallS von Mackensen. Zu beiden Seiten der Bahn Focsani— Adsudul Ron haben dentschc Divisionen in breiter Front den Uebergang über die Susita erzwungen. In erbitterten Gegenstößen suchte« dir Gegner untrr Einsah starker Massen unser Bardringen zu hcmmcn: alle ihre gegen Front und Flanke geführten Angriffe scheiterten unter de» schwerste» Verlusten. Mazedonische Front. Nichts Besonderes. Der Er st« Gciicralguarticrmeister. Ludendorss. Abendbericht. Amtlich. B c r l i n, IN. August 1917, abends. Die heute morgen in Flandern zwischen Bahn '■Opern— RoulerS und Hollcbckc vorbrcchcnden starken An- griffe der Engländer sind gescheitert. Im Casinn- und Ojtoz-Tal in der W e st- M o l d a n erfolgreiches Bordringen unserer Truppen« Ter österreichische Bericht. Wien, 10. Augnst 1917.(W. T. V.) Amtlich wird vcrlautbart: Oestlrchcr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschallk von Mackensen Nördlich von Focsani gewannen die verbündeten Truppen nach erbittertem Ringen, unter neuerlicher Mwehr schwerer russisch-rumänischrr Gegenstöße, dnS Nvrdufer der S u s i t a. HccreSfront beSGencralobcrstErzherzog Joseph. BcidcrscittS der D i t o z- S t r a ß e stießen vorgestern die östcrreichisch-iingarischcn und drutschen Rcgimruter de? General- oberste» von Rohr gegen die stark verschanzten Stcllnngen von HecreStrau vor. In zähem Angriff warfen wir gestern den Feind von den Höhen südlich des genannten Ortes. Nebst schweren, blutigen Berlustcn erlitt der Gegner eine Einbuße von mehr als 1199 Gefangenen und 39 Maschinengewehren. Auch nordöstlich von H o l d a an dcr rumänischen B i st r i c a mußten die Russen unseren anstürmenden Honvcd? zähe verteidigte Stellungen überlassen. I« der Bukowina bei S o l k a und südöstlich von Ezcrnowih wurden Fortschritte erzielt. Gcgeuangrific der durch Kosaken vorgetriebenen russischen Infanterie vermochten keine Aendrrung herbeizuführen. Heere»front de? GeneralfeldmarfchallS Prinz Leopold von Bayern. Bei Brodp holten österreichisch-ungarischc und deutsche Sturmtrupps 299 Gefangene an? den russischen Gröben. , Italienischer Kriegsschauplatz. Bei M» r i in Südtirol brachen unsere Abteilungen in die feindliche Linie ein,«ahmen einen Graben in Bcsih und führten ciucn Offsizicr und 53 Mann als Gefangene ab. Balkan-Kriegsschauplatz. Unvcröndcrt. Dcr Ehcs des GcneralstabcS. » Ereignisse zur Tee. In der Nacht vom 8. auf den 9. haben ungefähr 25 fcrnd« liche Flugzeuge aus Pol« gegen 99 Bomben abgeworfen. Es wurde» gar keine militärischen und in dcr Stadt nur gering- fügigc Schäden verursacht, zwei Personen leicht verletzt. Das Flotlcnkommaiido. Deutschland und das Ultimatum an Serbien. Tic Rolle des Fürsten Lichnowskp. Aursterdam, 19. Autrust. Wie das Reutersche Bureau aus London meldet, teiegraphiorle Take Icmescu in eiuein Taiegravun au die„Times", er sei in der Lage zu erklären, daß das llltiiircUuui Oosterreied-UugaiIiS an Serbien der deutschen Regierung bekannt gewesen sei und von ihr gebilligt worden sei, daß Herr v. Ts ch i r s ch k i, der an Jicr Absassimg des Ultimatums teilnahm, geglaubt babe, Serbien würde es nicht annehmen können, scrner dost man in Qesterreich-Ungarn und Deutschland gefürchtet habe, Serbien werde das Ultimatum vielleicht trotz- dem annehmen. I ü r st L i ch n o w s k y, der persönlich den Frieden gewünscht, habe ibn aber am Vorabend der Ueberreichung des Ultimatums ersucht, Pasitsch telegraphisch den Rat zu geben, das Ultimatum anzunehmen und ihm im Namen Lichnowskys zu versprechen, daß die harten Bedin- gungen des Ultimatums in gemilderter Form durch- geführt werden würden. Dazu bemerkt Wolffs Bureau: Die sidon wiederholt als nn- wahr enltrastete Behauptung, das öswirirtchisch-ung arische Ulti- maturn sei dcr deutschen Regierung vor sciucin Abgang bekannt gewesen oder gar unter deutscher Mitwirkung zustande gekommen, wird dadurch, daß cüi notorischer Lügner wie Take Joncscu sie sich zu eigen macht, nicht glaubwürdiger werden. Sie wird im Gegenteik gerade durch Take JoneSeus Depesche erst recht aks da? gekennzeichnet, was sie in Wirklichkeit ist: als eine plumpe und vau dcuziösc Erfindung. Das gleiche gilt auch von den Angaben Take Joncscus über die Rolle, die dcr Fürst Lichnowsky in der Sache gespielt haben soll. Amerika bleibt beim paßverweigern. Bern, 19. August„Matin" meldet aus New Jork: Lansing hat dem Sozialistcnführcr Hill quitt die Pässe für Stockholm vcr- weigert. Nach fünf Monaten. Bon A. Grigorjanz. Fünf Monate sind es jetzt her, seitdem die russische Re- Volution Wirklichkeit geworden ist. Freiheit und Friede war ihre Losung. Jude? der Krieg hat sich mäch- tiger erwiesen, es gelang ihm, die junge russische Freiheit immer enger in seine Schlingen zu verstricken. Jetzt bedroht er unmittelbar ihre Existenz. Als kaum zwei Monate seit dem Ausbruch der Rc- Volution vergangen waren, tagte in Petersburg ein Kongreß dcr Frontdelegierten. Kercnski, damals noch Justizmimster, dessen erste Tat die Aufhebung der Todesstrafe „für alle Zeiten' war, wie es in dem Regierung»- erlaß hieß, hielt dort eine Rede, die außerordentlichen Ein- druck machte. Es frage sich, so sagte er, ob das russische Volk dcr Freiheit würdig sei, ob es wahrhaftig revolutionär oder lediglich eine Herde rebellierender Knechte sei. Ach, wäre er vor zwei Monaten gestorben, da wäre er dahin- gegangen mit dem herrlichen Gefühl des eben errungenen Triumphes! So sprach KerenSki vor drei Monaten. Mittlerweile scheint dcr Krieg ihn von seiner resignierten Stimmung geheilt zu haben. Als Ministerpräsident unter- zeichnete Kercnski dieser Tage das Dekret über die Wieder- cinführung der Todesstrafe. „Djelo XarocU"(„Sache des Volkes'), daS Zentral- organ der sozial-rcvolutionären Partei, der auch Kercnski nach seinen Bekundungen nahesteht, die ihn aber auf ihrem Parteitag nicht än den Zcntralvorstand wählen wollte, schreibt jetzt über die augenblickliche Lage: „Die russische Revolution leuchtete anfänglich in die Welt hinein, wie die junge purpurne Morgenröte, deren zartes Licht im Osten des alten Europas aufzugehen sich anschickte. Sie war der Magnet, ans den die Blicke der ganzen Welt gerichtet waren. Bon neuem erwachte der Glaube an die Revolution, den der gebrechliche und schwächliche„gesunde Menschenverstand' des ordnungsliebenden und disziplinierten Proletariats Eirropas allmählich Perloren hatte. Die Hoffnung kam auf, die große Möglichkeit einer heiligen revolutionären Ansteckung schien sich zu eröffnen, die vom Osten nach Westen über alle so sorgsam be- hüteten Grenzen schreiten wollte... Wir aber verstanden eS nicht, das Herrliche, da? Wertvolle. daS Schöpferische unserer Revolution zu schätzen. Ihr reines Antlitz haben wir verfinstert, wir haben es befleckt. Wir boten der Welt das Schauspiel einer derartigen Auflösung, einer derartigen Stärkung der anSeinanderstrebenden Kräfte, von denen eine jede einen separaten maximalisttschen Anlauf nahm, daß die unglückliche Revolution, von allen Seiten unterwühlt und in Stücke gerissen, in Todesgefahr geraten ist. Für wen in Europa wird nunmehr dasSchani- spiel der russischen Revolution verlockend sein? Wer beim Anblick des hochgehenden Meeres deS russischen Lebens, beim Anblick des politischen Zerfalls und Auseiuandcrstrebens, dessen elementare Gewalt den äußeren Feind mit Freude erfüllt und die Kcmterrevolntiouäre frohlocken läßt, wer wird nicht aus« rufen:„M ö g e n w i r von diesem Schicksal bew ach rt bleiben!'? Es ist an der Zeit, sich zu besinnen! ES ist an dcr Zeit, die aus dem Gleichgewicht Gekommenen zur Ordnung zu rufen. Diese sind bereit, das Schicksal der russischen Revolution auf die Karte zu setzen, da sie von einer phantastischen Wahnidee ergriffen sind: sie, die Revolution könne verloren gclicn mid mit ihr auch Rußland, nur müsse sie,„in Permanenz' erklärt, den ganzen RcvolutionicrungSprozcß bis„zu seinem logischen Ende' weiter- treiben und durch schrankenlose Kühnheit des Schwünge» dessen Flammen nach dem Westen hiuüberschleudcrn.. Parallel mit solcher Sclbstgetßcltmg geht cine»wilde Hetze gegen Andersdenkende. DaS Gift der Verleumdung, dcr un- gchcucrlichften Verdächtigungen und direkter Beschuldigungen verrichtet seine tcuflistb'c Arbeit. Dcr prinzipienlosc und in seiner Borniertheit rasende Burzcw schreibt über Maxim Gorki, dessen Leben und Werk dem Wohle allein deS russischen Volkes gilt:„Gorki arbeitet für die Zersetzung Rußlands und für die Anarchie in Rußland, und zwar Hand in Hand mit den Leninisten, von denen die einen bewußt, die anderen un- hcwußt während der ganzen Knegszdt Agenten Wilhelms II. in Rußland waren und seine Arbeit verrichteten". Stände in Rußland an jeder Straßenecke eine Goldwagc, lvorauf das russische Volk gewöhnt wäre, die Worte abzuwägen, so ginge es noch einigermaßen. Da aber diese Entrichtung fehlt, so hallt die Kunde weit und breit, sie läuft von Munde zu Munde, macht die Runde durch die Presse: Gorki und alle Bolschewiki und viele andere noch, die nicht von der Heilig- kcit der Alliicrteusachc durchdrungen sind, seien deutsche Spione... Man erinnert sich univillkürlich an die schrecklichen Tage des Kriegsbeginncs mit ihrer organ isierteu Spionen- j ü$ i in allen kriegführenden Ländern. Dieselbe Stimmung scheint man jetzt in Rußland künstlich hervorrufen zu wollen. lind daß jemand ganz in der?iahc der Provisorischen Regierung seine Hand dabei im Spiele hat, zeigt uns am besten die halbamtliche Meldung in den russischen Zeitungen über Haases angebliche Aenßcrung über deutsche Bestcchungs- gelber. Die Worte ans dem Polenlicd gebrauchend, können wir sagen:..Noch ist die russische Revolution nicht verloren." Ihr letztes Wort hat sie noch nicht gesagt. Mag sein, daß viele Dehler von den Führern gemacht ivordcn sind, wie manche Kritiker behaupten. Das scheint uns indessen nicht ausschlag- gebend znsein. Die Tatsachen sind stärker als der Menschen- Wille und Mcnschcnabsichtcn. Wer lvciß aber, was wird, wenn der Krieg noch längere Zeit dauern sollte! DasOrgan des Arbeiterrates, die„Isweslija", schrieb vor etwa fünf Wockicn an die Adresse der Ententesozialisten:„Genossen, beeilt Euch! Sonst wird es zu spät sein! Wird die russtschc Revolution zerdrückt, so wird mit ihr die Sache des inter- nationalen Proletariats zusammenstürzen, und für lange Jahre hinaus ivird auf dem verwüsteten Erdboden das Ungeheuer des Wcltimpcrialisinus seine Herrschaft aufbauen!" Daß daraufhin diejenigen, an die der Hilferuf erging, bc- sondere Bereitwilligkeit zur Eile bewiesen haben, kann schwer- lich behauptet werden.... Stockholm. Die Entscheidung im Vollzugsausschuß der englischen Arbeiterpartei. „Riciiwe Rotterdamschc Couravt" meldet ans London vom st. August: Ter Ausführende Ausschuß der Arbeiterpartei hat seinen Beschluß vom 26. Juli, der Partei die Ent- send n» g von Abgcordcten nach Stockhol«> zu empfehlen, mit einer Mehrheit von drei Stimmen ans- rechtcrhaltcu. Die Entscheidung über die Delegationsfrage wurde von der Presse bi-s zum letzten Augenblick als wichtiges Ereignis behandelt. Sie ließ nicht locker in ihrem Bemühen, die Meinungen der Arbeiter zu beeinflussen. Die liberalen Blätter, wie beispielsweise.Daily News",.Westininster Gazette",„Manchester Guardian", waren für Stockholm, die konservativen Blätter dagegen. Es ging auch das Gerücht, daß H ender son feine Meinung bezüglich Stockholm ge- ändert habe, dem wurde gestern widersprochen. ES sei aber, bc- richtet der Londoner Korrespondent deS„Handelkblad", sehr wahr« schcinlicb, daß er den Versuch machen werde, Zeit zu gewinnen, um deutlicher durch das russische Kaleidoskop blicken zu können, und der Korrespondent meinte, das Ergebnis der Abstimmung würde die Annahme einer Resolution sein, die Entscheidung über Stockholm noch zu vertagen. Nach einer Meldung des Londoner Korrespon- deuten des„Nieuwe Rotterdamschc Courant" übergab B r a n t i n g dem Vertreter der.Daily News" in Stockholm eipe dringende Bot- schaft für die englischen Arbeiter. Darin legte er ihnen anS Herz. an der Stockholmer Konferenz teilzunehmen..Diejenigen, welche nicht kommen, werden sich der Gefahr aussetzen, Unrecht zu tun." So soll Braming geschrieben und gedrängt haben. Uebcr die bevorstehende Entscheidung wurde gesagt, auf der Konferenz würden einige Abgeordnete durch Aufträge derer, die sie vertreten, gebunden sein, andere hätten vollständige Entschlußfreiheit. Man erwarte, daß die Stimmenziffern nicht sehr von einander ver« schieden sein iverdcn. Ein Korrespondent der.Daily News" sagt, Hendcrsons Meinung werde bei der Abstimmung den Aus« schlag geben. Nach dem.Daily Telegraph" hat Henderson sich so ausgesprochen, wie nun die Entscheidung gefallen ist. Aber die Leute, denen die Stockholmer Konferenz ein reißender Dorn im Fleische ist, pflanzen ihre Hoffnung noch am Grabe auf- Au-S ihrem Stimmungskreise stammt die Ankündigung des.Petit Parisien", daß man in englischen Parlamentskreisen mit einer neuen Vertagung der Stockholmer Konferenz rechne. Daß immer noch neue Hemmungen ausgebrütet werden, hat man vorsichtigerweise für wahrscheinlich zu halten. « Der Konferenz wurde ein Memorandum des Ausführenden Aus- schusicS der Arbeiterpartei vorgelegt, das als Grundlage für dir FriedenSvorschlnge der brilischen Arbeiterpartei gelten soll.»Daily Telegraph" veröffentlichte gestern den Inhalt. DaS Memorandum soll weiter einer Sonderkonferenz, die in London am 2t. zusammen- tritt, vorgelegt werden, um dann der Sozialistenkonferenz der Alliicilen und der internationalen Sozialistenkonferenz unterbcitet zu werden. Das Memorandum bestätigt nach Meldung ReuterS zunächst die Erklärimg. die auf der Konferenz der sozialistischen Arbeiterparteien der Alliierten am tt. Februar IV14 einstimmig angenommen war, worin die Wiederherstellung Polens und das SelbstbestimmungS- recht aller unterjochten Völker von Elsaß-Lothringen bis zum Balkan verkündet wurde. NaS Memorandum sagt: Die Konsercnz begrüßt die russische Formel: .Keine Annexionen und leine Entschädigungen." Sie verlangt die sofortige Errichtung cincs Bundes der Nationen und eine inter- nmioixilc Gcsrygebung. Die Konferenz protestiert gegen die endlose Fortsetzung des Krieges. Tie wichtigste FricdenSbedingung sei die W i e d e r h e r- b c r il e l l u» g und Entschädigung Belgiens durch Deutschland. �Lie Konferenz fordert iveiter die territoriale Wiederher- siclluug Serbiens und Montenegros und will das Ballauprobleni durch eine Konferenz von Vertretern der B a l k a n V ö l l c r oder durch eine autoritative internationale Koiumissio» lösen. Weiter wird die Rückgabe Elsaß-Loth- r i n g c u s an Frankreich gefordert. Die Konserenz spricht ihre warme Sympathie mit der Jtalia Jrredenta aus und erkennt die Notwendigkeit an, die berechtigten Interessen Italiens am Adriatifchen und Aegäifchen Meere zu sichern. Die Konferenz verlangt Gleichberechtignng der Juden in allen Ländern und wünscht, daß Palästina von der türkischen Unter- drückung befreit und ein freier jüdischer Staat werde. Armenien, Mesopotamien und Arabien dürfen der Türkei nicht zurückgegeben und sollen ähnlich, wie die Kolonien in dem tropischen Afrika behandelt und von einer Kommission des Bundes der Nationen verwaltet werden. Koustantinopel niusi'e zu einem neutralen Freihafen werden. Alle europäischen Kolonie» i» Afrika sollen auf den Bund de �Nationen üb ertragen und durch eine unparteiische Kommission a I S ein einheitlicher und uiiabhäiigiger neutraler Staat verwaltet werden. Die Konferenz erklärt sich gegen alle Pläne eines Wirtschaftskrieges nach dem Frieden, abgesehen von Belgien sollen die Berwüstungen durch den Krieg aus einem inler- ualioiialeii Fonds vergütet werden, zu dem alle kriegfübrenden Länder gemäß ihrer Verantwortung für den angerichteten Schaden beisteuern müssen. Von diesem Memorandum, dessen Wortlaut noch nicht vorliegt, kann jedenfalls nicht gesagt werden, daß es den Wünschen der Entenle-Mäckte sich gefahrdrohend in den Weg stelle. Es hat aber gleichwohl die Abneigung der Widersacher des Stockholmganges nicht beseitigt. Die Abstimmung der Konferenz zeigt, daß die wider- strebende Minderheit erheblich war. * London, 10. August. Tie Preß Assoeiation erfährt, daß die Delegierten der Arbeiterpartei während der Pause der Arbeiter« konferenz nach rincr Rrde Hcnderfous mit S-1J gegen 184 Stimmen sich für die Stockholmer Konferenz entschieden' haben. Reuter meldet: Tie Ardeiterkonsercnz hat mit 1815000 gegen 550000 Stimmen die Entschlicßnng, Trlcgicrtr nach Stockholm zu schicken, angenommen. Gibt ßrankreich passe? Rotterdam, 10. Llugust. Nach dein„Nieuwc Rottcrdamschen Eourant" tritt„Taily Chronicle" der Behauptung des„Manchester Guardian" entgegen, daß Henderson seine Haltung geändert habe. Dem„Daily Cbronicle" zufolge steht es fest, daß Frankreich keine Pässe für die Stockholmer Konferenz erteilen wird. In diplv- nratisck-en Kreisen ging gestern das Gerücht, daß England sich ver- mutlich nach dem Vorbilde Frankreichs richten werde. Die Sovjet-fiborünung in Rom. Lugano, 10. August.(T. U.) Zwischen den italienischen kriege- rischen Reformsozialisten der„Popolo d'JtaIia"-Partci und den neutralimichen Offiziatsozialisten der.Avanli'-Partei ist ein heißer Streit über die in Rom anwesenden Sovjet-Vertreter entstanden. Die kriegerischen Sozialisten beschuldigen die Neutralsozialisten, daß sie es versuchten, die Meinungen der russischen, italienischen und anderer Ententesozialisten zu beeinflussen und den falschen Eindruck zu erwecke», als ob die italienischen Sozialisten für keine Annexionen und kein Entschädigungsprogramm seien. Bei dem großen offiziellen Empfang in Rom führten die Kriegssozialisten das Wort. Goldenberg antwortete und gab die Versicherung, daß Rußland weiterkämpfe, was bei dem bekannten südländi- schen Temperament großen Enthusiasmus auslöste. Bei dem Empfang der Russen im Volkshause durch die neutralen Offizial- sozialisten aber brach ein Tumult auS, weil die Parteileitung den Vertretern des.Giornale d'Jtalia" und des„Messagero" die An- Wesenheit verweigerte. Da die Reporter sich nicht anschickten, den Saal zu vcrlaffen, wurde zu ihrer zwangsweisen Entfernung ge- schritten. Vorher stießen sie Beleidigungen gegen die Offizialsozia- listen auS. Es entstand ein Handgemenge und erst danach konnte der Empfang der Russen beginnen. Höchst befremdend wirkte cs, daß Ru s sa n o ff nach London abreiste, ohne an der Romfeier teilzunehmen._ Die Konferenz der Alliierten. Wie die Mailänder Blätter aus London erfahren, ist die Alliiertenkonferenz auf den 28. August verschoben worden. Die Verschiebung geschah auf Verlangen der französischen und italienischen Sozialisten, denen der in Aussicht genommene Zeitpunkt nicht gestaltete, die Abgesandten zu wählen und mit den nötigen Weisungen auszustatten. Der Londoner Berichterstatter des.Eorriere della Sera" meldet als Ergebnis de! Londoner Konferenz, daß die italienischen Bestrebungen in der Adria und in der Jrredenta als wesentliche Punkte in da? Programm der Entente aufgenommen und mit den Forderungen der übrigen Alliierten vollständig gleichgestellt worden seien. Alinifterkonferenz öer Neutralen. Kopenhagen, 10. August. Der schwedische Minister deS Aeußeren erklärte gegenüber dem Stockholmer Vertreter von.Politiken" be- züglich der Meldung über die geplante neutrale Ministerzutammen- kunst in Stockholm, er könne dazu keine Erklärung abgeben, sondern müsse sich daraus beschränken, auf den Bericht über die letzte Ministerzusammenkunsr in Kristiania hinzuweisen. Das Blatt b;- merlt hierzu: Dieser Hinweis kann kaum anders verstanden werden� denn als direkte Bestätigung, daß eine neutrale Minister- Zusammenkunft tatsächlich vorbereitet wird, und eine amtliche Mitteilung hierüber in nicht ferner Zeil zu er« warten ist. .BerlingSke Tidende" sagt: Für alle sechs neutralen Länder gilt cZ. daß die Lage schwieriger und härter denn je im letzten Jahr- hundert, ja vielleicht schlimmer als überhaupt jemals vorher ist. In- wieweit die Begegnung eine Besicrung wird herbeiführen können. ist schwer zu sagen, aber es könnte doch sein, daß eine einstimmige. eindringliche Darstellung der Schwierigkeiten, unter denen der kleine neutrale Teil Europas leidet, auch im 5iriegSgetümmel Gehör und Verständnis fände. Kerenskis Kadetten. Bern, 10. August. Die Pariser Presse meldet aus Petersburg: Vier Mitglieder der Kadeltenpartei. die in das Ministerium ein- getreten find, wurden von der Partei nur unter der Bedingung dazu ermächtigt, daß sie die Partei nicht offziell in der Regierung vertreten. Der Petersburger Mitarbeiter deS.Eorriere della Sera" be- richtet, daß T s e r e t e l l i gegenüber der Bedingung der Kadetten, daß die neuen Minister, besonder? die sozialdemo- kratischen, der Unabhängigkeit des Arbeiter« und Soldatenrates ein Ende machen wollen, offen erklärt habe, er ziehe vor, im Voll- ziehungSauSschuß des Arbeiter« und Soldatenrates zu bleiben, dem jetzt viel wichtigere Aufgaben obliegen. Rote russfche Gemeindewahlen. Die Grenzen der zukünftigen Ukraine. Bern, 10. August. Nach der Pariser Presse melde» Provinzuachrichten über die russischen Gemeinde- mahlen überall den Sieg der republikanischen Part e i, besonders derrevolutionärenSozialisten. Finanzminister Nekrasow empfing eine Abordnung des ukrainischen Zentralrats, mit der er die Einzelheiten über d i e Grenzen der zukünftigen Uk'raine beiprach..Rußkoje Wolja" zufolge verlangen die Vertreter der Ukraine die zehn Pro- vinzen Kiew, Poltawa, Podolien, Wolhynien, Tschernigow. Charkow, JekaterinoSlaw, Cherson, TauriS und Beflarabien. Da, wo die Bevölkerung gemischt ist, soll die Frage durch Volksabstimmung entschieden werden. In Petersburg wurden die Kriegswerk st ätten und La ndesverteidigungs werk statten der Kontrolle der Milit ärbehörde unterstellt. Die Streikbewegung in Spanien. Der„.Frankfurter Zeitung" wurde gestern aus Madrid gemeldet: Das Syndikat der Eisenbahnarbeiter der Nordlinie hält die Drohung eines Streiks für heute aufrecht, ist aber zu direklen Verhandlungen mit der Eisenbahngesellschaft bereit. Die Zahl der Eisenbahner, d>e für einen Vergleich sind, wächst eher als daß sie abnehme. Der katholische Verband der Eisenbahnangestellten, dessen Sitz Vallado- lid ist, veröffentlicht eine lange Kundgebung und bezeichnet die gegenwärtige Bewegung als unpatrwtisch. Die Angestellten und Arbeiter der Gesellschaft in Madrid, Alicante und Saragossa er- klären sich gegen den Streik. Die Arbeiter von Barcelona nehmen die gleiche Haltung an. Dagegen ist der Landesausschuß der Ver- einigung der Metallarbeiter und das Eifenbahnpersonal bereit, mir den Streikenden gemeinsame Sache zu machen. In amtlichen Kreisen wird versichert, die Regierung sei entschlossen, wenn der Streik der Eisenbahner wirklich ausbrechen sollte, den BelagcrungS- zustand zu verhängen. Havas meldet: Der Minister des Innern hat erklärt, es seien alle Maßregeln für den Fall getroffen, daß der Ausstand eintreten sollte. Der Minister der öffentlichen Arbeiten wird nicht in den Streik eingreifen, der nur von den Eisenbohnern und den Gesell- schaftcn geprüft werden soll. Die„Kölnische Zeitung" berichtet: Da die Esienbahngesellschastcu. sich geneigt zeigen, mit dem Personal zu verhandeln, hat dieses jür die Dauer der Beratungen seine Streikandrohung zurückgezogen. Sollte eine Einigung nicht erzielt werden, so würde der Äusstaud von neuem erklärt werden. Amtlich wird aus Cordova gemeldet, daß die Sefintte, die die Regierung bei dem Konflikt der Bergarbeiter im Becken von Penarroya unternominen hat. zu einem glück- lichen Erfolg geiübtl haben. Die Parteien haben die vorgeschlagene Formel angenommen und die A u S st a n d s e r k l ä r u n g ist zurückgezogen worden. Sozialiftisthe Wahlaufrufe in Schweden. Im September finden die schwedischen Rcichstagswahlcn stait und die Wahlbeweguug scheint in der Provinz nach den Zeitungsvenchten ziemlich lebhaft einzusetzen, wenn man nach der Zahl der Versammlungen schließen kann. Dagegen ist in Stockholm kaum etwas zu merken.„Politiken" hat jetzt einen langen Wahlausruf der neugegründetcn linkssozialrstischen Partei veröffentlicht. Tarin wird zunächst die Rechte als Partei der Volksunter- drückung und der Heeresrüstungen, dann werden die Liberalen wegen ihrer Wankelmütigkeit angegriffen, schließlich aber kommt die Reihe an die sozialistische Partei, von der die Linkssozialisten sich erst vor einer Anzahl von Monaten abgespalten haben. Ter Partei Bran- tings wird vorgeworfen, die sozialistischen Prinzipien dem Burg- frieden geopfert zu haben, selbst die Heeresausgaben bewilligt»nd überhaupt den ganzen Kampf um Volksrcchtc und billige Volks- crnährung und gegen die Bureaukratie ausgegeben zu haben. Jetzt, wo in der ganzen Welt die größten Umwälzungen vor sich gingen oder sich ankündigten, dürfe auch in Schweden nicht alles beim alten bleiben. An programmatiscben Zielen stellt der Wahlauirus u. a. aus: Die Republik, die vollständige Abschaffung des gesamten Militärwesens sowie der ersten Kammer, totales Alkoholverhot, Freihandel. ständige demokratische Kontrolle der Außenpolitik, überhaupt volle Demokratisierung und weitgehende Einschränkung der Bureau- kratie. Der Ausruf schließt mit den Parolen:„Friede den Hütten, Krieg den Palästen!"„Freiheit. Brot, Volksrechtc!" Jedenfalls gehen die„Vänstcrsocialisterna" recht energisch ins Zeug. Soviel wir hören, glaubt man jedoch nicht, daß sie der sozia- listischen Partei viel Abbruch tun werden. Nachdem„Politiken" diesen Aufruf veröffentlicht hatte, folgt tagS darauf„Soeialdemokraten" mit dem Aufruf der Sozial- demokratischen Partei„An Schwedens arbeitende? Volk!" Er weist zunächst auf die große demokratische Reformbcweguug in allen Ländern, selbst in Prenßen-Deutschland bin. Jetzt arbeite die Sozialdemokratie mit aller Kraft daran, der Welt den Frieden wiederzugeben. Von der demokratischen Hochflut dürfe auch Schweden nicht unberührt bleiben, es brauche eine große Veriassuugsrevision mit Abschaffung der lOgradigen Wahlrechtsskala und allen Wahlrechte-- einichränkungen, mit Einführung des gleichen Wahircchts und der Wählbarkeit auch für die Frauen, mit voller Durchführung des parla- mentarischen Systems, das sich die Rechte anzuerkennen weigert, das aber der Linken längst die Regierung des Landes gesichert baden müßte. Der Aufruf bekämpft dann scharr das Festbalten der Rechten am setzigen Nilitärsystem. fordert seine Demokratisierung, und Einschränkung statt Steigerung der Rüstungen und polemisiert eingehend gegen die Handels- und Lebensmittelpolitik der Rechten. Diese Partei habe sich auch der Kriegshetzerei schuldig gemacht und nur der sozialdemokratischen Wacht für den Frieden sei die Ausrechterhaltung der gemeinsamen skandinavischen Neutralität zu verdanken. Für Volksmacht, Volksfreiheit und Völker- frieden— das ist die Parole des Auiruis der Arbeiterpartei, der von Bnanting als Parteivorsitzendem und Gustav Möller als Partei- sekretär gezeichnet ist. Er unterläßt jegliche Polemik gegen die Links- sozialisten und scheint, da er auch die Liberalen nicht angreift, von dem Gedanken getragen zu sein, daß die Wahlen eine starke liberal- sozialdemokratische Mehrheit ergeben müssen, die die Regierung über- nimmt und das demokratische Programm durchführt. gpern unö Zocsani. Berlin, 10. August.(W. T. 8.) In Flandern haben aui dem Kampsgelände des 31. Juli östlich und iüdöillich Apern am 10, August neue starke englische Angriffe eingesetzt. Nachdem die beiderseitige Artillerielätigkeit am 9. und die Nacht zum� 10. August hestig ge- weien war, setzte 5 Uhr 15 Min. vormittag? ein gewaltiges Trommelfeuer von Bixschoote bis an die Lhs ein. Hinter der Feuerwelle gingen starke englische Infanterie- maffen vor. Dem flandrischen Angriff ging am Abend des 9. ein starker Vorstoß an der Arras-Front voraus. Nach beffigem Artilleriekeuer, da» den ganzen Tag über zwischen Hulluch und Lens und von Gavrelle bis Cherisy anhielt und sich zwischen 8 und 9 Uhr abendS in der Gegend nördlich Guamavpe zum Trommelfeuer steigerte, griffen die Engländer um 9 Ubr abends vom Wege Monchy- PolveS bis zur Straße Arras-— Cambrar in dickten Mafien an. Nur ein Teil der_ zum Angriff bercitgestelllen englischen Massen konnte zum Sturm antreten, da das deutsche VernichlungSseuer auf die englischen Bereitstellungen rechtzeitig vor dem Stuim mit verheerender Wirkung einsetzte. Was au? den englischen Gröben vorstürmte, brach im Sperrfeuer und Abwehrfeuer zuiainnieu oder wurde im Nahkampie unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Die a u- gegriffenen S t e l l u n g e n bliebe» restlos in deutschem Besitz. Die Babnanlagen von Noeux le Mines Ackecourt. Haze- brouck wurden erfolgreich beschossen. Mehrere große Brände konnten festgestellt werden. Auch die Bahnanlagen von Airo wurden von deutschen Flugzeuggeschwadern ausgiebig mit Bomben belegt. In den für uns erfolgreichen Kämpfen bei St. Ouenlin östlich' Faher erlitten die Gegner schwere blutige Verluste. Im Osten machten die Nüssen am 9. August im Räume zwischen Pruth und Juczawa die größten Anstrengungen, durck rücksichtslosen Einiotz eiligst herangeführter starker Kräfte die Verbündelen wieder zurückzuwerfen. Alle ihre Anstrengungen waren jedock vergeblich. Die mit großer Tapferkeit vorgetragenen russischen Gegenangriffe wurden sämtlich unter hohen ieindlichen Verluiten abgeschlagen. Das gleiche Schicksal hatten ruiiiiche Gegenangriffe beiderieits der M o d a w a und längs der B i st r i c a. Nach Ueberwindung zähen Wideistandes sind die Verbündeten im weiteren Forlschreiteii nörd- lich des Mt. Cleja sowie westlich der Glasfabrik. Nördlich des Easinu wurden dem Gegner mehrere Hähenilellungen enlrisicii. Feindliche Vorstöße auf dem Nordufer des Oitoz wurden abge- wiesen. Im Räume von Focsani wurde unter dem machtvollen Vorstoß unserer Truppen der S u s i t a- A b i ch n i t t beiderseits der von Foesani»ach Norden führenden Talstroße überschrillen. Alle Versuche der Gegner, durch zahlreiche äußerst starke Gegenangriffe. die teilweise 15 Wellen lief gegen die deutschen Maschincugewehre vorgetrieben wurden, die verlorenen Stellungen zurückzuerobern, scheiterten sämtlich unter ungewöbnlich bohcn feindlichen Verlusten. Ganze Slurmlvellcn blieben in unserem Feuer liegen. » Französischer Heeresbericht vom 9. August nachmittags. Beider- scitige Artillerietätigkeit in der Gegend des Pantheon und des Vorsprungs von Chevrigny. Gin Handstreich der Franzosen östlich vom Gehöft M o i s h brachte ihnen Gefangene ein. In der Gegend von E v a r g e s nördlich von Vaux-les-Palameix drang eine unserer Abteilungen in deutsche Gräben und kehrte nach lebhaftem Kampf, in dessen Verlauf sie dem Gegner schwere Verluste zu- fugte und Anlagen zerstörte, vollzählig in ihre Linien zurück. Von der übrigen Front ist nichts zu melden.— Abends. In Belgien haben wir neue Fortschritte südlich von Langemarck erzielt und etwa 29 Gefangene gemacht. Beiderseitige Artillerietätigkeit im Abschnitt des Pantheon, des Vorsprunges von Chevrigny, in der Gegend von Monts, bei Auberive und auf beiden Maasufern. Keine Jnfanterieunternehmung. Englischer Heeresbericht vom 9. August nachmittags. Franzö- fische Truppen rückten wieder nordwestlich von Bixschoote vor. Eine feindliche Abteilung versuchte sich gestern unseren Linien nörd- nch von R o c u x zu nähern, sie wurde durch unser Feuer unter Verlusten zurückgetrieben.— Abends. In der Nähe von L e n s wurden erfolgreiche Streifen ausgeführt, bei denen einige Ge- fangene gemacht und viele Deutsche getötet wurden. Unsere Truvvcn icbrtcn nach Zerstörung der feindlichen Verteidigungs- anlagen zurück; sie hatten leichte Verluste. Die feindliche Artillerie war im Abschnitt von N i c u p o r t tätiger als gewöhnlich. Nutzloses Blutvergießen. Amsterdam, 7. August. Der frühere Ministerpräsident Dr. Kuhver sibreibl unter der Ueberschrift:„Nutzloses Blutvergießen" nn „Standaard": In den letzten Tagen entwickelte sich seitens der Entente wiederum ein gewalliger Versuch, durch die Kraft des Schwertes den Frieden näher zu bringen. In seinem gemeinschaft« lichcn Angriff von Franzosen und Engländern wurde ein Versuch gemacht, die deutsche Front im Westen zurückzuwerfen. ES ivar zu erwarten, daß ein solcher Versuch geringen Erfolg haben würde. Obwohl die französisch-englische Offensive noch keineswegs zu Ende ist, vielmehr noch auf weitere ernste Gefechte gerechnet werden muß. so ist doch schon sestzustellen, daß das Resultat des ersten Stoßes an Bedeutung weit dem nochsteht, was in der Frühlingsoffensive am ersten Tage erreicht wurde. Zu Beginn des vierten Kriegsjahres ist die Lage im Westen nicht merk» lich verändert, während sie im Osten durch die Eroberung öfter» reicbischen Gebietes von den Russen zugunsten der Miltelmächre verbessert ist. Faktoren, die einen wichtigen Umschwung der Lage bringen werden, sehen wir nicht; auch nicht, wenn wir in Rechnung ichen, daß Amerika im nächsten Frühjahr in der Lage sein wird, eigene Hilfe zu bringen. der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 9. August. Amtlich. Im Acrmelkanal und in der Nordsee wurde« durch un'crc U-Boote wiederum vier Dampfer und zwei Segler versenkt, darunter englischer Dampfer GIcnstract(4718 Tonnen) mit Zinn, Mais u. a., ferner zwei be- waffncte, tief dcladcne Frachtdampfer, deren Name und Ladung nicht festgestellt werden konnten. Die Ladung der übrigen Schiffe bestand auS Sprengstoff, Holz, Benzin, Benzol, Oel und Kaffee. Ter Ehef des Admiralstabcs der Marine. Kleine Kriegsnachnchten. Ter neue französische Marineminister. Wie nun endgültig feststeht, übernimmt Charles Chaumct das Portefeuille des Marincministers. Ter Ministerrat beschloß die Schaffung eines Unterstaatssekretariatcs der Marine, das Jacques Louis Dumesntl anvertraut wird. Das deutsch-fchwcizcrischr Wirtschaftsabkommen. Die„Neue Zürcher Zeitung" schreibt: Man nimmt an, daß die Verhandlungen über das deutsch-schweizerische Wirtschaftsabkommen demnächst zum Av'chlutz gelangen werden. In den Grundlinien scheint eine Eint- gung hergestellt zu sein, so daß wir vielleicht am Ende dieser Woche den Abschluß zu erwarten haben. Im Unterhaus teilte Macpherson mit, daß es den Soldaten nicht gestattet werden würde, Soldaten- und Ar- beitcrrätcn beizutreten. Angestellten- unö Invaliden- Versicherung. Unsere beiden Abhandlungen:„Die Eingliederung der An- gcstelltenvcrsicherung in die Invalidenversicherung" in Nr. 159 und „Zur Reform der Arbeiterversicherung" in Nr. 213 des„Vorwärts" haben uns eine Zuschrift aus Angestelltenkreisen eingetragen, in der die Ansicht zum Ausdruck kommt, die Verschmelzung der Arbeiter» und Angestelltcnversicherung werde für die Angestellten eine wirt- schaflliche Verschlechterung bringen. Diese Ansicht ist durchaus irrig. Die Arbeiterversicherung bietet vielmehr gegenüber der An- gestcUtenversicherung eine Reihe von Vorteilen. So zahlt das Reich nur zu den Renten der Arbeiterversichcrung, nicht dagegen zu den Renten der Angestclltenversicherung einen Zuschuß, so daß die An- gestellten bei der bisherigen Rechtslage lediglich auf die eigenen Leistungen angewiesen sind, während das Reich die Lasten der Arbcitervcrsicherung mit tragen hilft. Ferner beträgt die Warte- zcit in der Arbeiterversicherung nur vier Jahre, in der Angestellten- Versicherung dagegen die außerordentlich lange Zeit von zehn Jahren, ein Umstand, der besonders für die Kriegsteilnehmer schwer ins Gewicht fällt. Denn auf Grund der Angestclltenvcr- sicherung, die ja seit dem 1. Januar 19t3 in Kraft ist, erhalten bc. schädigte Kriegsteilnehmer oder ihre Hinterbliebenen überhaupt nichts, während sie auf Grund der Arbeiterversichcrung schon längst im Genuß von Renten sein würden. Endlich sind die Vorschriften über das Rüben der Renten in der Angestelltenversicherung er- heblich ungünstiger als in der Arbeitervcrsicherung, da bei sonsti- gern Einkommen in bestimmter Höhe die Renten der Angestellten- Versicherung überhaupt nicht zur Auszahlung gelangen, so daß alle geleisteten Beiträge wertlos sind, während in der Arbeiterversiche- rung die Renten ohne jede derartige Beschränkung und ohne Rück- ficht aus sonstiges Einkommen auszuzahlen sind. Diesen Vorteilen, welche die Arbeiterversichcrung gegenüber der Aligcstelltenversicherinig besitzt und welche bei einer Ve» schmelzung also auch den Angestellten zugute kommen würden, stehen nun freilich in der Angestelltenversichcrung drei Vorzüge gegenüber, deren die Arbeiterversickicrung nicht teilhaftig ist: In der Aiigcstclltenversicherung wird eine Rente bei einer Beschrän- hnig der Erwcrvsfähigkcit um 59 Proz. gezahlt, in der Arbeiter- Versicherung dagegen erst bei 66% Proz.; die Angestclltenversiche- ucsg zahlt auch gesunden Witwen eine Rente, die Arbeitcrver- sicherung dagegen nur invaliden Witwen; die Angestelltcnversiche- rung endlich zahlt den Waisen eine Rente bis zum vollendeten Lebensjahr, die Arbeiterversichcrung dagegen nur bis zum vollende««i 15. Lebensjahr. Diese Vorteile sind ja bandgreislich. Avcr ist es denn nötig, daß sie bei einer Verschmelzung von Ar- bester- und Angestelltenversichcrung den Angestellten verloren gehen? Möglich, daß eine Ucbcrtragung dieser Vorteile auf die Arbeiterversichcrung aus Gründen der Kostenersparnis im gegen- wältigen Moment einer finanziellen Uebcrlastung des Reiches aus erheblichen Widerstand stoßen mag. Aber selbst wenn er nicht zu überwinden wäre, so könnten diese Vorteile doch im Wege von Sondcrbciträgen, welche die dadurch entstandenen M ehrkostcu selbständig decken, er- halten bleiben. Daß es versicherungstechnisch möglich ist, im Wege einer frei- willigen Ztsatzmarke diese Mehrkosten aufzubringen, stebt außer Zweifel. Auch der amtliche Rechenkünstler, dessen Zahlen sich in der Sozialversicherung so oft als unrichtig erwiesen haben, wird diese Möglichkeit nicht bestreiten wollen oder sich durch seine richtiger rechnenden Fachkollegen eines Besseren belehren lassen müssen. Werden die Quittungskarten für derartige Zusatzmarken zweck- entsprechend eingerichtet, so daß der Versicherte in der Lage ist, bei jeder Bcitragslcistung die entsprechende Zusatzmarke mit cinzu- kleben und sich dadurch die bisherigen Eoudervortcile der Auge- stelltenverstcherung zu sichern, so würden somit bei der Ver- schmelzung von Arbeiter- und Angestelltenversichcrung die Ange- stellten die bisberigen Vorteile ihrer Conderversichcrung in vollem Umfange behalten können, dazu aber auch noch die erheblichen Vor- teile der Arbeitervcrsicherung, deren sie nicht teilhaftig waren, hin- Zugewinnen, und dies alles, ohne daß eine Mehrbelastung nach irgend einer Seite eintreten würde. Die Verschmelzung würde so- mit den Angestellten nicht nur keine Verschlechterung, sondern eine erhebliche Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage bringen. Rechnet man hinzu, daß die Ersparnis an Verwaliungskosten die Ge« Währung höherer Renten bei verminderten Beiträgen gestatten wird, so kann also kein Zweifel sein, auf welcher Seite der Wirt- schaftliche Vorteil für die Angestellten zu suchen wäre. Dazu tritt der weitere Vorteil, daß die Zusatzmarke bei einer Verschmelzung natürlich nicht nur den Angestellten, sondern allen anderen Versicherten offen stände, die davon Gebrauch machen wollen. Wie das zu regeln wäre, ist nur eine Frage der Gesetzes- technik, die leicht zu lösen ist. Natürlich können wir das hier nicht im einzelnen entwickeln, wozu ja auch noch gar kein Anlaß vorliegt. Der einzige Nachteil, den die Angestellten jetzt bei einer Ver- schmelzung erleiden würden, bestände darin, daß sie zurzeit tu den Heilanstalten in der 2. Klasse behandelt werden, während ihre Ge- nassen, die vielleicht gerade nach der jüngsten Entscheidung der so schwankenden Rechtsprechung nicht zum„gehobenen Stande" der Angestellten gehören, nur Anspruch auf die Behandlung in der 3. Klasse haben. Die Verständigen unter den Angestellten, die die Schützengräben und Lazarette mit den Nichtangestcllten in der gleichen Klasse geteilt haben, werden in dein Aushören eii«er solchen Unterscheidung, die allen sozialen Grundsätzen ins Gesicht schlägt, aber wohl kaum einen Nachteil erblicken. Das Awitterspstem. Das Zentrum gegen den Parlamentarismus. Das führende Zcntrumsblatt, die„Germania", begleitet den Mandatsverzicht des zum Justizminister ernannten Dr. Spahn mit folgendem Kommentar: Damit erfährt obne Zweifel die Parlamentarisierung eine weitere Abschwächung, insofern die Verbindung zwischen den ein- zelnen Parleien und ihren Anhängern in den höchsten Staats- bezw. Reichsämtern des offiziellen Charakters gleichsam entkleidet wird und nur eine sachliche Uebereinstimmung in den Gründanschauungeu hier wie dort bestehen bleibt und ihre: Wirksamkeit ausübt, ohne daß die eine. Seite für die Haltung der anderen verantwortlich geinacht werden könnte. Damit ist die Scheidelinie zwischen der sog. Parlamentarisierung der Regierung, wie wir sie immer verstanden haben, und wie sie nun gekommen ist, und dem parlamentarischen Regime, das beißt der vollen Abhängigkeit der Regierung vom Parlament, scharf hervorgehoben. Auch der schärfste Gegner der Deinokratisicrung unseres Verfassungslcbens soll heute nicht mehr sagen dürfen. wir befänden uns auf der„schiefen Ebene", die unrettbar ab- wärt« führe. Nein wirklich, die Gegner des parlamentarischen Systems können mit dieser Entwicklung nicht unzufrieden sein, wie auch die„Germania" mit Recht voraussetzt, daß w i r in dem Mandatsverzicht der Schiffer und Spahn alles andere als einen politischen Fortschritt sehen. Das jetzige Ztvittersystem, das zwischen dem Bureaukratismus und dem Parlamentaris- mus vermitteln soll, erscheint uns als das denkbar un- gesundeste und schlechteste, denn man kann in ihm höchstens eine Vereinigung der Schattenseiten beider Systeme sehen, während die guten Seiten unter den Tisch fallen. Der Hauptvortcil des parlamentarischen Systems, eine wirkliche Uebereinstimmung zwischen Regierung und Parlamentsmehrheit zu gewährleisten, ist rettungslos preis- gegeben; aber selbst, was man bescheiden als„Fühlung" zwischen Parlament und Regierung bezeichnet hat, hört niit dem Moment zu existieren auf, in dem die zu Regicrungs- beamten gewordenen Parlamentarier dem Parlament den Rücken kehren. Darüber können alle Redensarten nicht hinweghelfen. Das-einzige Resultat ist, daß die Bureau- kratie einigen Zuwachs erhält, der nicht auf dem gewohnheitsmäßigen Stufenweg der Beförderungen zu den höchsten Posten emporgeklommen ist. Und damit märe selbst das preisgegeben, was die Anhänger des bureaukratischcn Systems als seinen größten Vorteil preisen — was wir allerdings bestreiten—, daß nämlich auf dem Wege der geordneten Beamtcnlausbahn die besten Arbeits- kräste für den Staat gewonnen würden. Die„Germania" sieht freilich alle Zukunftshoffnungen darin, daß das jetzige Zwittersystem sich einbürgere und dauernd beibehalten wird. Aber wir glauben nicht, daß sich diese Methode der Halbheit für einen längeren Geschichtsabschnitt als lebensfähig er- weisen wird. Die allüeutsch- unabhängige waffen- brüderliche Gemeinschaft. Das Zusammengehen gegen die Sozialdemokratie ist den All- deutschen und„UttabHäiigigen" schon eine liebe Gewohnheit ge- worden. Es ist rührend und ergötzlich anzusehen, wie sie in diesem gemeinsamen Kampfe einander helfen und sich gegenseitig ihre geistigen Waffen ausborgen. Die„Berliner Neuesten Nachrichten" stürzen sich mit wahrer Wonne auf eine von der „Leipziger Volkszcitung" veröffentlichte Tabelle, in der diese iiachzu- weise» sucht, daß die sozialdemokratische Partei die Massen nicht hinter sich habe. Daß die angeblich nicht zur sozialdemokratischen Partei stehenden Massen natürlich von der„Leipziger Volkszeitung" für die „Unabhängigen" reklamiert werden, und gewiß nicht den Alldeulschcn- zugezählt werden dürfen, bereitet dem schwerindustriellen Blatt weiter leinen Kummer. Warum auch? Die„Unabhängigen" sind ja die Leute, die den Alldeutschen beigestanden haben, im Reichs- tag gegen die Friedensresolution eine größere Anzahl Stimmen zusammenzubringen und auch sonst bct jeder Gelegenheit in prinzipieller Verbohrtheit Wasser auf die Mühlen der alldeutschen Agitation gießen. So ist cS auch ven'tändlickt. daß die„Deutsche Tageszeitung' mit wahrer Wonne den Uebcrtrilt Dr. Erdmarins aus der Reichstagsfraktiou zu den„Unab- hängigen" notiert und sich den triumphierenden Ausrus der„Leip- ziger Volkszeitung":„Es bröckelt im Lager SchcidemanitS!" zu eigen macht. Woraus zur Genüge ersichtlich ist, welches Wohl- gefallen die Alldeutschen an jedem Wachstum der„Unabhängigen" haben. Eine polnisthe Offensive üer �llüentsthen? Nachdem sie bei dem Kampf um die Fricdensvcsolution im Reichstag ruhmlos unterlegen sind, scheinen die Alldeutschen ihre Kräste für eine Offensive nach anderer Richtung hin zu konzcn- trieren. Ihr Operationsplan richtet sich gegen die Polen, und der Fall Pilsudsky soll offenbar den Vorspann dazu liefern. Seit ein'- gen Tagen bläst das alldeutsche Prcßorchestcr, das ja bekanntlich von unsichtbaren Dirigenten einheitlich geleitet wird, einstimmig Angrifssfansaren gegen den bisherigen Kurs der Polcnpolitik. Man kann es als Symptom nehmen, wenn hakatistische Blätter sich abmühen, Pilsudsky— nicht etwa politisch anzugreifen—, sondern als Mensch und Charakter in den Schmutz zu ziehen, was allerdings ein vergebliches Bemühen bleiben wird. Man kann es als Symptom nehmen, wenn Calibau im„Tag" sein politisches Tcm- perament gegen die Polen entlädt. Man kann es als Symptom nahmen, wenn in einem Artikel der freikonservativcn„Post" über den österreichischen Staat und die Polen die Proklamation vom 5. November 1919 als die Quelle alles Uebels bezeichnet wird. Aber mehr als Symptom ist es schon, wenn die„Krvnzzeitung" anläßlich der jüngsten Vorgänge in Warschau und der Verhaftung Pil- sudskys dringend empfiehlt,„den Gedanken dcS Ausbaues des polnischen Staatswesens bis auf weiteres aufzugeben, das Gebiet in militärische Verwaltung zu nehmen wie die andern besetzten Gebiete im Osten auch". Dieser Rat ist ungefähr der schädlichste, der übcrhaup! gegeben werden kann, namentlich vom Standpunkt dessen aus, der nicht wünscht, daß Deutschland in diesem Kriege überwunden wird. Wie vieler Kriegserklärungen wird es noch bedürfen, um unfern Ge- waltpolitikcrn den Irrglauben auszutreiben, daß die Hcrvorkcd- rung von Gewalt das beste Mittel sei, um reale Macht zu ge- Winnen?! Wenn sie sich davon überzeugen trollen, wie eine solche Behandlung Polens bei den wenigen noch neutral Gebliebenen wirken würde, so brauchen sie nur zu lesen, was eiwa die Basier „National-Zeitung", ein gewiß nickt dcutsch-seindlichcs Deutsch- Schweizer Blatt, über die polnische Krise schreibt. Dort heißt es: „Die Alldeutschen raten sehr einfach nach ihrem beliebten Rezept, Unterdrückung und Gewalt noch weiter zu treiben, die Scheins elbständigkett oer Zwei-Kaiser-Proklamation völlig auszuheben und Kongreß-Polen einfach zwischen den Kaiserreichen zu teilen. Aber das würde der Wcltstimmung geradezu ins Gesicht schlagen, und in Wien würde man nie in einen solchen Schritt einwilligen." Der neue Reichskanzler unö öer Klaffen- kämpf. Durch einige Blätter gehen jetzt Aeußerungen, die Herr Dr. Michaelis vor feiner Kanzlerschaft als Vorsitzender der „Deutsch-christlichen Studcntenvcreinigung" in d.erem Blatte „Die Furche" veröffentlicht hat. Von Interesse dürften der Arbeiterschaft besonders die Anschauungen Dr. Michaelis' über den Klassenkampf sein. Herr Dr. Michaelis vertritt die Ansicht, daß die soziale Frage nur durch ethisch-religiöse Äciitel, durch„Erfassung des individuellen Elendszustandes" zu lösen sei. Der Grund des Elends, des Unglücksgcfühls beruht seiner Ansicht nach nicht auf der Armut, sondern in der„Abhängig- keit vom Irdischen".„Wer vom Irdischen, vom Mammon abhängig ist, wer ein Sklave des vergänglichen Lebens ist, dem ist der Ewigkeitsgedanke fürchterlich, und darum ist er friedlos." Bei dieser Grundanschauung kann es nicht ver- wundern, wenn Dr. Michaelis zu folgendem Resultat kommt: „Nicht auf höhere Löhne, nickt auf Abkürzung der Arbeitszeil kommt es in erster Linie an, sondern auf Kraft, Selbstverleugnung. Liebe." Wir wissen nicht, ob der neue Reichskanzler noch heute auf diesem Standpunkt steht. Eigentlich ist schwer anzunehmen, daß ein Mann, der einen Schwander zum sozialpolitischen Mitarbeiter wählt, höhere Löhne und Abkürzung der Arbeits- zeit als etwas Nebensächliches betrachten kann. Vielleicht hat auch Dr. Michaelis als preußischer Ernährungskommissar in- zwischen gelernt, daß mit der„Abkehr vom Irdischen" die Not der Menschheit nicht zu heilen ist. Aahlungsverbot im Wege öer Vergeltung. 'Berlin, 19. Äugust. Amtlich. Nach einer Verbalnote der schweizerischen Gesandtschaft in Berlin vom 6. Juni 1917 sind Zahlungen aus den Vereinigten Staaten von Amerika nach Deutsch- land laut Proklamation des Präsidenten Wilson vom 9. April 1917 verboten. Ter Bundesrat hat deshalb durch Verordnung vom 9. August 1917 im Wege der Vergeltung das gegen England geltende Zahlungsverbot auf die Vereinigten Staaten ausgedehnt. Die Vorschriften der diesbezüglichen Verordnung vom 39. September 1914 finden nunmehr auch auf die Vereinigten Staaten Anwendung. Die mit dem Zahlungsverbot verbundene Stundung nordamerikanischer Vermögensansprüche(8 2 der ge- nannten Verordnung) wirkt auch gegen jeden Erwerber solcher Ansprüche, ohne Rücksicht auf seinen Wohnsitz oder Sitz, wenn der Erwerb nach dem 9. April 1917 stattgesunden hat. Gleichzeitig hat der Reichskanzler die allgemeine Ermächtigung erhalten, Vorschriften irgendwelcher Llrt, die gegen feindliche Staaten erlassen worden sind, im Wege der Vergeltung durch Bekanntmachung auch auf andere für anwendbar zu erklären. Lette Nachrichten. „Jstvestija" über Michaelis' Enthüllungen. Bern, 10. August. Laut dem russischen Mitarbeiter des „Bund" stellt„Jstvestija" zu den Enthüllungen des Reichskanzlers Dr. Michaelis die offene Frage: Hat B r i a n d.gesagt, es sei ihm gleichgültig, was die niederen Klassen Rußlands sagen? Wenn ja, befinde sich die französische Regierung in einem verhängnisvollen Wahn. Das russische Boll habe die Revolution nicht durchgeführt, um eine stumme Herde zu bleiben. Es sei die höchste Zcit, das Reich des blutigen Wahnsinns zu verlassen; wer das nicht verstehe, mit dem könne die Revolution keinen gemeinsamen Weg gehen. Die Vollzugsausschüsse der Arbeiter, Soldaten und Bauern und die Abgcordnetenräte verlangen von neuem einen Weltfrieden ohne Annexionen und Entschädigungen auf der Grundlage des Selbst- bcstimmugsrechts der Böller. Nur mitsolchcm Programm dürfe die Koalitionsregierung ihr Ami ausüben. Auch Gorkis Blatt„Nowaja S b i s n" verlangt eine neue klare Erklärung über die Kricgszielc. GewerkschaMwEllns vcrlin und Umgegend. Tic Berliner Holzarbeiter und die Teuerungszulage. L£m Donnerstag itüfirn eine stark besuchte Mitglicderversamm kung des Hol�arbeilcrvcrbandes Stellung zu dem Ergebnis der vor dem Krisgsaml geführten Lei Handlungen wegen Erhöhung der Teuerungszulagen. Ter Referent G l o ch c schilderte den Verlauf der Verhandlungen und legte die Vereinbarungen vor, die am 8. d, M. zwischen den beiderseitigen Zentrolvorständen nnier Mit- tvirkuug des ltriegSaiuls gelrossen worden sind.(Der.Vorwärts" bot diese Vereinbarung in der Freitagnuinmcr veröffentlicht.) Glocke erkannte an, dag das Ergebnis der Verhandlungen snr die Kollegen im Reiche im allgemeinen eine Verbesserung bedeute. Er beionle aber, daff für die Verlincr Kollcgcir zu wenig heraus- gekommen ici. Im Hinblick aus die in Berlin herrschenden ganz besonders schwierigen und teuren Lebensverhältnisse sei eine Zulage von 20 Pf. für die stunde durchaus ungenügend. Der Redner verwies daraiii. daß die Berliner Holzarbeiter eine Zulage von 30 Vf. für die zotnnde gefordert haben, iveil dieser Satz das Mindest- maß dessen iei, was mit Rücksicht aus die LcbenSmittelleucrung un- bedingt gewährt werden müsse. Tieie Forderung sei auch in letzter Zeil von den Kollegen in eitler Reihe von Wcrlslätteir erhoben und bclvilligt morden. Es soll deshalb, ohne die Vereinbarungen abzu- lehnen, nochmals versucht werden, für Berlin eine >v eitere Erhöhung der Teuerungszulage zu er- hallen, so daß die in einem Teil der Bclrichc durch einmütiges Vorgehen der Kollegen erlangten Zugeständnisse zur Grundlage einer allge-neincn Lohnau'besscrung gemacht werden. In diesem Sinne sprachen auch die DiskiiisionSredner. Allgemein wurde betont, daß das Ergebnis der Verhandlungen die Berliner Kollegen sehr eniliuischt habe, weil es in lcnier Weiie den gegenwärtigen Teuerungsverhältnissen iowie den in einer Anzahl voir Betrieben bcrcils erreichten Lohnanibessernngen Rechnung trage. Ganz entschieden wurde eine den berechtigten Forderungen der Bei liucr Holzarbeiter entsprechende Erhöhung der Zulagen gefordert Schließlich sliimiue die Bersan,mlung einer von der Trt>?verioaltnng vorgelegrcn Resolution zu. Sie lautet: „Die heutige gemeinsame Mitgliederversammlung der Vcr- waltungsstelle Berlin lloni Deutschen Holzarbeiierverband vedauerl das-sür Berlin geringe Ergcdnis der Verhandlungen vor dem Kriegs- amt, da die in Berlin besonders schwierigen Ernähruiigsverhältnisse, welche den Lebensunterhalt der Arbeiterschaft bedeutend verteuern, gar nicht berücksichtigt sind. Sie beauftragt die Ortsberwaltung. in vrUichcr Verhandlung mit der Leitung der vereinigten Arbci:- gebcrverbände des Berliner Holzgewcrbes daratif bmzuiveisen, daß� die Berliner Verhältnisse eine besondere Berülksichtigrmg erfordern. und daß, diesen Verhältnissen cntsvecchend eine höhere Zulage not- wendig ist, Iiis die getroffene Vercinharung vorsteht," Aus dcnr Kriegsausschuy für Gro�-Berli». Von der Firma S. u. E o., EbcrS Walde, fordern die ArLoitcr, zirka 400, darunter eiwa 40 Froiicn, eine Erhöhung ihrer Verdienste. Vorhergegangene Verhandlungen im Betrieb hatten kein zufriedenstellendes Rciiiltat ergehen Nach längeren Verhandlniigcn wird folgender Schiedsspruch gefällt:.Die Tenenmgsznlage-für sugeudliche Arbeiter bis zum.1(3. Lebensjahr, die bis jetzt 8 Pf. für die Stunde, betrug, wird gültig vom 10. 7. ab ans 18 Pf. erhöht und vom 1. 10. dieses Jahres ab auf 2.', Pf. Tie Tcucruligszulage, bic_ für Frauen Ins jetzt 12 Pi. betrug, wird gültig vom 10. 7. ans 22 Pf. erhöht und ab 4. 10. d. I. aus 30 Pf." Die Teuerungszulage, die für nnvcrhciralctc Möimer über 16 Jahre bis jetzt 17V3 Pf. betrug, wird güllig vom 10. 7. ob auf 28 Pf. erhöht und ab l. 10. 1017 ans 35 Pf. Die Teuerungszulage, die sür verheiratete Männer über 16 Jahre 17s,, Pf. betrug, wird güllig vom 10. 7. ob auf.30 Pf. erhöht und ab 1. 10. d. I.' auf 40 Pf. Tic verschiedenen sonst noch gemachten Ziigestälidnisse, wie sie bei den Verhandlungen im Betrieb erfolgt sind, bleiben bestehen. Die Hilfsarbeiter und A r b c i t e r i n n c n der Firma F.- Mo a b i t, ca, 400 Personen, fordern eine Erhöhung ihrer Vcr- dicnflc. Vorbcrgegangcne Verhandlungen im Betriebe hatten kein Resultat. Nach längeren Verhandlungen macht der Kriensausschuß den Borschlag, daß allen Beteiligten ein Zuschlag von 5 Pf. gezahlt wird. Auf Grund der Haltung der Parteien erübrigte sich ein Schiedsspruch. Die technischen Angestellten und Kaufleutc der Firma B. in Berlin und R. hatten den Kriegsausschuß an- gerufen zur Beilegung der Tisterenzeii, die durch Forderungen der lcchliischcii Aiigcstcllteii mid Kanflciite entstanden waren. Die Firma hatte den technischen Angestellten und Kaufleutcn bei den Verhand- langen mit dem Angestelltenausschuß bereits eine Erhöhung der bisher gezahlten Teuerungszulage zugestanden, doch hielten die technischen 'Angestellten und Kauflente des Werls die gemachten Zugeständnisse m cht für ausreichend. Angesichts der lliiübersichtlichkeit der gesamten Situation bat der Kriegsausschuß nach längerer Beratung die Socke zur nochmaligen Verhandlung an den Betrieb zurückgewiesen mit der Maßgabe, daß die Angelegenheit in, Betrieb nochmals gruppenweise verhandelt werden soll und zwar nur zwischen AngcstelltenauSichiitz und Firma. Kommt es hierbei nicht zu einer Verständigung, dann soll ein Vcrirelcr der Unternehmer und ein Vertreter der?lrbeitcr aus dem Kriegsausschuß zu den Verhandlungen im Betrieb hinzugezogen werden. Falls auch dann noch keine Verständigung erzielt wird, soll der KriegSgusschitß einen Schiedsspruch fällen. ES h a n d c l t's i ch um ca. 1 400 Personen. Der Dreher N. und der Schlaffer V. aus einer Eisenbahn- wcrkstatt fordern einen?lbkehrichein. da sie ihren Lohn<81 Pf. für den Dreher und 75 Pf, für den Schlosser) nichl als ausreichend erachten. Die Vertreter der Eisenbahnwcrl- statt., beriefen sich auf eine Verfügung des K r r c g s a m r S. w o n a ck bestimmte Arten von Rckla- in a t i o n e n nur für eine bestimmte Betriebs» Kriegsausschuß stellte den Standpunkt, daß s> ch s ü r ort erfolgen..Der d e m g e g e'n ü b e r: a u s i die Entscheidung de? KriegsouSs chnssesl ediglich maßgebend ist die Frage, ob der Lohn, der ge- zahlt wir d,'gleichviel um. welchen Betrieb �es sich handelt,.an- gemessen ist. d.h. der gegenwärtigen Tencrung entspricht. Da dies bei den g c n a it n l c ir L ö h n c n i ii k c i n c r W e i s e z u t r i s s t, die Vertreter der Eisenbohnwerkstait aber crllärlen, daß sie kein Recht hätten, die obigen Löhne zu erhöhen, wurde d c in Schlosser wie auch dem Dreher d c r A b k c h r s ch e i n z u g e s p r o ch c u. 1, Tischler der Firma D. fordern eine Lohnzulage, und da ihr Verdienst nur äußerst mäßig ist. entscheidet»er Kriegs- ausschuß dahin, daß die Tischler entweder die geforderten 10 Pf. Lohnzulage erhalten, oder eS muß ihnen ans ihr Verlangen der Abtehrschein gegeben werden. parteinachrichten. Für Freiheit und Friede». Eine. Kundgebung für den VcrständigungKfriedcn veranstaltete die Parteilartung m Brande n b ur g a. Havel am Dienstag- abend im Volkshaufe daselbst. Viele hunderte Frauen und Männer aus der Arbeiterschaft und auch aus bürgerlichen Kreisen waren gc- kommen, um dem Vortrage des Wacordnetcn Genoffen Hermann M ü 1 1 e r° Berlin über„Die Sozialdemokratie und der Friede n" beizuwohnen. �Dic Bersaimnlung sprach in einer Ent- schlicßung gegen nur eine Stimme ihre(Genugtuung aus über die Friedenserklärung des Deutschen Reichstages und wies die Forderung nach einem sogenannten st a r k c n Frieden mit Kriegseirtschädigungen und Gedieiserwriternngen weit von i ich. Tie Versammelten gaben der Hoffnung Ausdruck aus eine kraftvolle und kluge F.v r.t sc tz u n g.d es v o n d er Sozial- d c m o k r a t i e a u s g e h e n d e u F r i c d c. n s w e r k e s lUtd auf die Durchdringung unserer verfassungsrechtlichen Zustände mit wahrhaft demokratischem G c i st c./ Zur Unterstützung dieser Bestrebungen verpflichteten die Versammelten sich, für rast- lose Stärkung der soziakdemokratischcn Presse und der ?l r b ei t ero r g a n i s a t io n en tätig zu sein. Die cindrucks- volle öffentliche Veri.rmmlung verlief ohne Störung. Die Erfahrungen der letzten Wochen lehren, daß alle Per- scnnmlungeu, die von den Parteigenossen für den Fricderl und die Tcmotratte veranstaltet werden, sich eines außergewöhnlich starken Besuchs �zn erfreuen haben. So auch die Versammlungeu, die Genösse, Sch ö p f l i n am Sonnabend in Sagau, am Sonntag in dem niederschlcsischen Gläsarheiterorie R a u s ch a, am Montag in Darmstadt und am Dienstag in Rüsselsheim(dem Sitz der bekannten Opelwerke) abgehalten hat. Besonders in den beiden.zirletzt. genannien Orten geffakteten sich die Versammlungen zu imposanten Kimdgebungen, die einen vorzüglichen Verlauf' nahmen. Marxismus, Krieg und Internationale. Der österreichische Rcichsxaisahgeordnete Dr. K a r l R e n n e r, der mit erstaunlicher Vielseitigkeit dem Proletariat dient und außerhalb der Partei die olcichc Wertschätzung wie in ihr gcnicizt, hat im Verlag I. H. W. Dietz eine dem in russischer Gcsangeu- sckast befindlichen Genossen Dr. Otto Barre r gewidmete Sludie vcrössentticht:„Marxismus, Krieg und Internationale". In der Vorrede schreibt der Verfasser:„Geboren wurden diese Studien aus der leidenschaitlichcn Empfindung des geistigen Wirrsals, in das die Arbeiterschaft der Welt durch den Krteg verstrickt worden ist. und aus der unerschütterlichen u eherzcuguug, daß ihr einzig und allein marxistische Forschung Avhilsc sckiaifcn kann. Mögen diese Blätter dazu dienen, tue ganze Fülle neuer Ausgaben, die dem Marxismus gestellt sind, aiiszu rollen! Den Leser jedoch, der nicht als Theoretiker an das Buch herantritt, soll die populär- iolffc.nschaftli.chs Darstellung über den ganzen Umfang der in der Sozialdeuiölrakie durch, den Krieg äusgeworsencn Probleme orion- t.iercn." Airs dein(Fliha.lt heognswir hervor:.. Erster D?.iI:,D'ch neue Gesellschaft, s 1.' Gesells�astliche.usid' politische Umwälzung. nur..gesiebte" haben? und„zuverlässige" Leute in der Versammlung Soziales. Die Angestelltcnversicherung im Jahre 1316. Das Tiretiorium der Reichsversick, crungSanstalt für Ange» stellte, das zurzeit nicht ineniger als 75 höhere, 2488 mittlere und untere Beamte beschästigt,- veröffentlicht seinen Bcrickt sür 1916. Die.Houptleistung der Angcstelltenversicherung sind Ruhe- gehakt und Renten. Für diese ist jedoch die Wartezeit von 10 oder 5 Jahren noch, nicht abgelaufen. Die.Haupttätigkeit des Direttoriums bestand hiernach in der Erhebung der Bei- träge und in der Gewäbruna der freiwilligen, durch das GescH zugelassenen Leistungen. An Beiträgen wurden von den Arbeit- gcbern im Jahre 10l6 1l3 Millionen Mark cingezahll. Es schweb- ten 13 053 Streitsachen über die Ve rs i ch c r un g spsl icht, wovon- 7558 als unerledigt in das Jahr 1017 übernommen werden mußten. Die Reichsversicherungsanftalt hat bis Ende 1016 insgefaini 260 Millio- neu Mark für Kriegsanleihen ausgebracht. Im Jahre 1016 gingen bei der R eichsvorsicherungsanstalt 24184 Anträge aus Gewährung cineS Heilverfahrens ein, d. h. 9103 mehr als im Porjabre. Tie Gesanittosten für die im Jaüre 1016 angetretenen und bewilligten Heilsachen betrugen 7.4 Millionru Mark. Es wurden gewährt 4833 Heilverfahren in Lungenheilstätten, 480-8 in Sanatorien. 3162 in Bädern. In 3l0 weiieren Fällen wurde» Zuschüsse zu Heilverfahren gewährt. Außerdem fanden in 2586 Fallen Beobachtungen und Behandlungen in K'raükrnhäusern statt. In 2728 Fällen toürdeu nichtständige Heilverfahren gewährt. Besondere Maßnahmen hat das Direktorium her Reicksver- sichcrungsanftalt.anf dem Gebiete. der Kriegsbeschädigten- für sorge getroffen, um den krirgsbeschA>igten Bcrfichertcn d'e Rückkehr in die bürgerlichen Verhältnisse zu erleichtern. Kriegs- blinden Versicherten werden zu diesem Zweck besonders dressierte Hunde als. Führer zur Verfügung gestellt. Ferner sind Mittel bereitgestellt für dir Bcrufskeratnng und Umlernung kriegsbeschädigler Versichert«:..Im Jahre. 1016 schwebten bei der Reichsversicheriingsalistalt 03 derartige' Fälle, wovon 60 bcwilligr und 11 abgelehnt wurden.- Ucber die übrigen Fälle war bis Ende 1016 zum Teil noch nicht entsefffeden..zum Teil battcn sie sich in anderer Weise erledigt. Die Kosten bot rügen im Durchschnitt für den Fall 130 M. Tie Rcichsr-e rffcber ungsanst al t hat sich an den von den Landes- Versicherungsanstalten oingorichteten Beratungsstellen für G e- s ch le ch t s k r a n k c letchligt. Sic arstatkiet den Landesve-rsiche- riingsanstalien einen entsprechenden Teil der Kosten der Sainu!- liingsftclle und übernimmt auch auf deren Mitteilung die Kosten eines erforderlich werdenden Heilverfahrens. 2. Der Wandel der sozialen Giundverhältliisic. Der Wa'.idcl in der Klasseiischichlung und>m Klasienaufbau.— 4. Die Zu» s amm ensassung der durchstaatlichten O-ekonomie im Wirtschasts- gebiet.— Zweiter Teil: Ter neue Siaat. 3. Ter Siaat des Im- perialismus.— 6. Imperialismus und Jntcrnalionale. Tic Ein, Heil der Ockumene.— 7. Tic Gegensätzlichkeit der Oekumcne.— 8. Der Kämpf der Wirischastsgebiete und der Weltkrieg.— 0. Möglichkeiten und Bürgschaften dauernden Friedens.— 10. Wiederherstellung des Völkerrechts. Sein Ausbau zur Oraanisatwn der Welt.—. Dritter Teil: Neue?liisgabcn des Sozialismus. 11. Ilr- sprmig und Probleine des taktischen Streite?.— 12. Sezialistiscker Imperialismus?— ,13. Sryralpatriotismus oder Internationalismus?— 11..Zur Rechtfertigung des deutschen Proletariat?.— Der Preis beträgt für das brc-schicrtc Exemplar 4 M., für das gebundene 3 M._ Eine Jnseratcnzcntrakc der Parieipreffe. Wie der„ZeitungAoerlag" meldet, hat die Firma Joses Wich- terich Verlagsgesellschaft tu. b. H. den Sitz ihrer Hauptnieder- lassung nach Berlin verlegt und ibren Firmentitel geändert in-. ?lnzcigenzcntrale der sozialoemokraiiicven Presse G. m. b. H. Die Jnscraten.zentrale der sozialdenivkratischen Pär-teipresse ist damit- begründet und kmu ihre Tätigkeit- aufnehmen. „Eintritt nur gegen Karten". Die„unabhängige" Presse kann sich noch immer nicht darüber bcrubigen, daß zur Berliner Scheidemann-Versammlung Ein- trittskarten ausgegeben worden sind. Wenn doch das Gedächtnis nicht gar so kurz wäre! Am 17. Juli, also eine Woche vo-r der Schstdematm-Vcrsammlung, sollten in Berlin neun Veriammlun- gen der Unabhängigen stattfinden; Referenten sollten sein: Haase. Ledeboür. Städthagon usw.' Die Einladung erfolgte— mittels .Karten, und der letzte Absatz der Einladung lautet:„Nur diese Ein-laduNgskarte- legitimiert." Wollten die Unalchängigen auch Gecichtszeitung. Nosa Luxemburg vor dem Trcsdnrr �bcrtandeSgcricht. Wiederum zu 6 Wockcn Gefängnis verurteilt. Vor dem Strafsenat des Sächsischen OberlandesgcrichtS zu Dresden gelangte am Mitnvoch die Remsion der Schrifkstellertn Dr. Rosa Luremvurg in Berlin wegen Vergehens gegen die Veriügung der kommandierenden Generale des 12. und 10. Armeekorps über den Belagerungszustand' zur Verhandlung. Nach der gedachten Verfügung bedürfen Vorträge in politischen Bersmninlungen der polizeilichen Anmeldung und die Manuskripte der Vorträge sind spätestens 7 Tage zuvor bei der Polizeibehörde einzureichen. Rosa Luxemburg, die. wie das Landgericht Leipzig festgestellt hat. dem radikalen Flügel der sozialdemokratischen Partei, der sozialdemo- krakischen Arbeitsgemeinschaft angehört, hat am 6. Juni'1016 in einer Versammlung der"Parteifunktionäre des 13. ReickiStagswahl- krciscs in Leipzig-Volimarsdorf gesprochen. In ihrem Vortrage' hat sie die-durch die Parteispaltung, gefchassene.Lage, die schweben- den Stdeiiträgeil: die. Kiffegszivled und' KriegMredite.besprock)?», aucki die.Äzüünechisttie. Angelegolchett.erörtert und schließlich, die. Forderung gestellt, die-sozwldeniokratffche» Abgeordneten- mußten weitere Kredite zur Fortsetzung-des Krieges verweigern.— Die Versammlung, die von 200 Paitciiunklionarcn besucht war. war nicht angemeldet, auch war das Manuskript des Vortrages der Rednerin dem.Polizeiamt zu Leipzig nicht vorgelegt worden. Rosa Luxemburg erhielt hierauf einen Strafbesehl, der auf sechs Wochen Gefängnis wegen Vergehens gegen die oben angezogene Verfügung der kommandierenden Generale des 12. und 10. Slrmeekorps vom 2. Augnit 1913 lautete. Rosa L. beantragte gerichtliche Entscheiönna. -doch bestätigte sowohl das Schösscngericht als auch das Landgericht Leipzig, letzteres als. Berufuligsinstan.z, die.. im St-rafbefchl aus- gesprochene sechswöchige Gefängnisstrafe. Das Landgericht Leipzig führte aus. daß die Angeklagte gebildet sei itud daher hätte wissen müssen, daß sie gegen das Verbot der kommandierenden Generale verstoße, wenn sie nicht genehmigte politische Vorträge halte. Auch die beim Obcrlandcsgcricht Dresden eingelegte Revision, die Vcr- Icpwng des materiellen Rechts und Bcrkennnng der oben ange- führten Verfügung rügte, hatte keinen Erfolg. Das RechtSmüicl wurde mit dem Begründen kostenpflichtig ckcrworfen, daß eine Rechtsverletzung nach' keiner Richtung zu erblicken sei. Allgemeinc Fnmilicnitcrbekaffe. Sonntag, den 1'2. August: Zahl« und Aufnabmctag von 3—6 Uhr im stiestaurnnl Gerichtsir. 12cp kleine.\apoleon. Ii annuerKpie le. Hpiile u. foI.E. Tage"'.4 tTir: Ooldfisehe(Lu.-ifpieft- Volksbiihne. Theater am Bülowplatz. Ontergrundb. Sebönh. Tor. Heute u, folg. Tage~'l, Uhr: (-'aliremle linwiknnten M».---ik von.RobertSchuTOanri. I, ei« sä itff-Theater. Heute und folgondo Tage 7'ß Ukr: Hie Kwnigtin der l-nkt. (Greaaugsposse.) Theater i. d. Königgrätzerstr. 8 Thr: Künstlerische Tänze. Die Frage an das Schicksal. Abschiedssouper. Komödienhaus 8: Wie fessle ich meinen Mann? Berliner Theater 7!"ü,: Die toIIeKomteß. H. Pfau, Bandapl »«'"•Direksenstr. 20 zwffch. Babnb. Alerandcrplntz u. Volizcivräsid.— Amt Kst. 3208.. Für Damen Frauen-Bedienung. Ltejeranl jür alle Kraukcukajj. Tkester iür SDNnsbend, II. �uxust. �etl-opol-Idester ''i-vbr: ljje üMüaüliiM. Dent»ehess Dpernhansi uä �br: Die Fledermaus. Fricdrich-Wilhelmst. Theater tv, uhr: Das Dreimäderlliaus. Gebr. Herrn feld-Th. Operct t on- Gastspiel TVoUhr: •erei ton Gastspiel n Die ledige Etiefr Kleines« Theater Die Hausdame. Uhr: Komische Oper u'hm Die Dose Sr. Majestät Lustspielhaus .... Die blonden Mädels . jLiur: vonl Lindenhof. Morgen 3'ft Ubr; Heimat. Neues Operettentiaus SchifEbd. 4a. Hassent. Nd. 281 7'/4uhr:DerSoldatderMarie. Residenz-Theater s ubr: Die Verhüllte. Schiller-Theater O 7 iTbr: Tannhäuser. Schiller-Th. Charl. "VjUhr; iit-Heidellieri. Thalia-Theater Heute geschlossen. Sonntag 3 II. 7'/, Uhr: Charleys Tante. Theater am Nollcndorfplatz tv, uhr: Die Gulasclikaiione. Theater des Westens 7»/. ubr: stolze Thea. Morg. Zft,: Das Glück im Winkel Trianon-Theater Die sittliche Forderung. Die Lore. 8 Ubr: Von d. Oberbaumbrücke, FalckensieinstraBe, jeden Sonntag Dampfer-Extrafahrt mit Musik Abf. 8ft< lt.Z!ft.Nhr nach Woltersdorfer Schleuse und Xeii-Heringsdorf. Reederei Kieck, Falckenstcinstr. 48. Telephon Mpl. 8107. URANIA 8 Ubr; I>as Ohcrencadin und der Splüffen. ' Rose-Theater. TV, Ubr: Tie Stunde des Vertrauens. Garlcnb: Leemannsliebchen. Tägl. 7ft, Sonnt. 3ft, n. 78/( R. Steidl, A. Müllor-Lincke in„Oer Herr ohne Wohnung". �u! Die Barliißöiode. „Afra". Perzina— Manti. Voigt-Iheat er Badstr. 58. Badstr. 58. Täglich große Exlravorsteilung. Schulzens vom Gesundbrunnen. Grobes erstklassiges Speziatitäten-Programm. Auf. wocheut. 4ftt- Sonnt. 4 Uhr. kiabnbok llrieckriebotraLe. .Inlang S Uhr. Rauchengest. Kühl. Aufenth. 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Medizinflaschen und andere leere Flaschen� kaust Borusfta-Apotheke.-vchön- hauscr Allee 66. 72/4 Nr. 21 S 54. Jahrgang Heilage öes vorwärts Sonnabenö, 11. �uguftWI? GroßScrlln Beschlagnahme der Obsternte? Infolge der Erfahrungen bei der vorjährigen Befiblagnahme der Pflaumenernte harre bis in die letzte Zeit hinein der Leirer der Reichsstelle für Gemüse und Obst, Herr Oberregierungsrat v. Tilly, daran festgebalten, datz eine Beschlagnahme von Obst nicht zu emp- sohlen sei. Die Zustände auf dem Obstmarkt haben sich aber so gestaltet, daß bei der Reichsstelle jetzt die Maßregel einer Beschlag-' nähme der gesamten Ernte von Aepfeln, Birnen und Pflaumen erwogen wird. Veranlaßt wird dieses Vorgehen durch die großen Hamsterzüge»ach Obst, die für die allgenreine Versorgung der Bevölkerung mit Marmelade eine große Gefahr bilden. Schon jetzt klagen die Manneladefabriken, daß e-Z ihnen immer schwerer wird, die benötigten Obstmengen aufzulaufen, und daß sie nur zu ganz enormen Preisen kaufen können, weil die Privaibevölkerung jeden Preis zahlt. Do aber infolge der soellknappheit eine verstärkte Nachfrage nach anderem Brotaufstrich, also in erster Linie nach Marmelgde, vorhanden ist, so glaubt die Reicksftelle, nur durch die Beschlagnahme die nötigen Früchte für die Marmeladenzubereitung bereitstellen zu können. Auch iy G»oß- bändlerkreisen scheint man bereits die Beschlagnahme als sicher an- zunehmen, denn eine am Dienstag tagende Versamyllung wird sich mit der Durchführung der Obstbcschlagnahme beschästigen. Millionenschwindel mit Kakao. Einem groß angelegten Kettenwucher mit Hpkao, der zwischen Bremen und Berlin spielt, ist vom K r i e g S w n d» e r a m t ein Ende gemacht worden. Festgenommen und in das Untersuchungs gefängniS eingeliefert wurden: Der Kaufmann Robert P a p e i Zn- daher einer Bremer Fischhandlung; Kaufmann Emil Fach, Vrokurisl der Bremer Firma Rohling u. Co.; Buchhalter Wilhelm Knies, Bremen? Schlächtermeister Fritz L> n S, Bremen; Kaufmann Eugen B r ä u n i n g, Inhaber einer Gunimiivarenhandlung ittBmnerr; Kausinann Friedrich Knapp. Steglitz, und Kaufmann Emil Cer f,' Sctiönebcrg. Verwickelt sind in die Aiigelcgciihcir noch ein Eäfe«' hausmusiker S t c i n h a r d. ein Zigarcttenhändler M o u ss a l l i, beide in Bremen, und ein Oberleutnant von Dewitz in Wüns- darf. Der Haupt'chiebcr ist ein Kaufmann Artur Moses genannt Moser, Berlin, Lützowplatz 1, der sich in der Charits befindet. Moses hatte dem Pope vier EiscnbahnwaggonS Kakao angeboten zum Preise von IS M. für das Pfund. Rechnet nian den Waggon zu SOO Zentner, so handelte es sich hier um ein Gejchäst von 1200 000 Mark. Pape ließ durch seinem Schlepper dci? Kakao einer großen Hamburger Firma anbieten, die aui das Geschäft eingehen wollte, den endgültigen Abschluß des tKeschäfts ober nock hinauszog, uin mit Rücksicht aui die Hohe des Objekts in der Zwischenzeit bei der Kriegskakaogesellschaft über die Zulätsigkeit des Ankaufs des Kakaos Erkundigungen einziehen zu löniicn. Die Kriegskakaogcscllschaft benachrichtigte sofort da? Kriegs- wuchcramt. Am 21. Juli traf-ein Vertreter der Hamburger Firma in Bremen ein und hliiterlcgte bei einer BrcmerBank zunächst 1110000 M. die dann später auf 1 3ö0 000 M. erhöht wurde und zahlbar sein sollte bei Ablieferung des Kakaos. ES mußte nun ein Geldmann gesucht werden, der das Geld für den Ankauf der Ware von Moses vorlegte, weil man an die Baiikaiilvcisnng noch nicht herankonnte. Ticser wurde besorgt und ihm ein großer Verdienst versprochen. Ain Sonnabend, den 4. d. M., besuchten Pape und Knies den Moses in der Charits, der ihnen eine Probcdoie des Kakaos zeigte und sie drängle, zu veranlassen, daß noch bis Mitlag die 00 000 M. An- zahlung geleistet würden. Ein Waggon würde dann sofort zur Beb- sügimg stehen. Tatsächlich wurde die Bank auch angewiesen, an Moses zu zahlen. Nur durch cincn Zufall wurde von der betreffen- den Depositenkasse die Zahlung verzögert. Am Montag miißtc das Kricgswucheramt eingreifen, um der Schwindler habhaft zu werden, und nahm die Bremer und Bctliner Schieber, die stch im Palasthotel ein Stelldichein gegeben halten, fest. Ob und wo der Kakao vorhanden war. wird die weitere Untersuchung ergeben. Es ist ntchl auSgeschlosien, daß es dem Moses nur um die Erschwindclung der 60000 M. zu tun gewesen ist. Vielleicht rechnete er damit, daß die Reingefallenen keine An- zeige machen piürden aus Furcht vor einer Anika gp wegen Kriegs- Wucher. Durch d�n Keltenhaudek wurde der Kakao, der bis jetzt nur in einer Prvbcdoic in die Erscheinung getreten war, von 1öM. auf 22'bOß�. getrieben oder daS Gesamtangebot von 1200 000 M. auf 1800000 M. fjnr Abgabe des Kaffee-Ersatzes. Di« Frist für die Abgabe des Beftellabschnittes 4 der Kaffee- Ersatzkarte käust, worauf nochmals hingewiesen sei, am 17. August ab. Wer diese Frist versäumt, hat damit sein Recht auf Bezug von Kaffee-Ersatz verwirkt. Nur in besonderen Fällen, wie z. B. bei Rückkehr von einer Reise oder Zuzug nach Ablauf der Anmeldefrist sind die Broikommissionen angewiesen, eine Nachanmeldung zuzu- lassen. Auch diesmal muß wieder noch mit einer Dauervon etwa zwei Monaten bis zu einer neuen Verteilung gerechnet werden, und ein sparsamer Ge- brauch, der gewiß nicht allzu reichlichen Menge von Va Pfund, die auf den einzelnen entfällt, ist daher von Ansang an dringend an» zuraten. Jeder Inhaber einer Kaffee-Eesatzkarte wird reguläre Ware, die höchstens 30 jJZf. pro'/a Pfund kostet, verlangen können. Natürlich w,«t» der Bezug teurerer Ware auch statt- Haft sein, aber ebenfalls nur gegen Karte, Grenze— findet eine P e r s o n est k o n trolle statt. Alle über 14 Jahre alten Personen, die sich in dem vorstehend bezeichneten Gebiete dauernd oder voxübergehend aufhakten, muffen einen bc hördlich ausgestelllcit Personalausweis nach vorgeschriebenem Muster mit ausgeklebter und abgestempelter Photographie mit sich führen und den Sichcrhcitsbcaint'cn auf deren Verlangen vorzeigen. Der Totschlag aus der Straßenbahn. Die Obduktion der Leiche des Straßenbahnsährers Zoll weg aus der Fchrbelliner Straße, der dem Rohcil-Snkte eines Fahrgastes zum Opser gefallen ist, dürfte am heutigen Sonnabend stattfinden. Erst die Oeffnung ixt Leiche wird ergeben, ob die Mißhandlung umnittelvar den Tod verursacht hat oder ob vielleicht ein Herzschlag, der durch dfe Erregung verursacht worden ist. vorliegt. Nach Lage der Sackie ist das letztere nicht unwahrscheinlich. In diesem Falle würde nicht Totschlag vorliegen, immerhin aber der Täter sich wegen seines Verschuldens am Tode des Fahrers zu terarnworten haben. Die polizeilichen Nachforschungen nach dem Täter sind in vollem Gange. Auf Grund der Zeitungsberichte und der Ausschreibung der Be- lohnung haben sich mehrere Zeugen gemeldet. Sie bestätige», daß der Flüchtige am Askanischen Platz noch mehrere Soldaten auf- forderte, ebenfalls auszusteigen. Er selbst verhinderte die Schaffneriit Fahrscheine auszugeben und das Geld dafür sich aushändigen zu lassen. Als sie und der Führer ihn vom Wagen hevunterbrachien, versuchte er fortgesetzt wieder aufzusteigen, genei darüber mit dem Führer in ein Handgemenge und stieß diesen wiederholt vor die Brost. Der Führer schien nickit schwer verletzt zu sein und konnte den Wagen wieder besteigen. Dann aber strach er ruifllings tot zusammen. Nach der Beschreibung, die die Zeugen- von dem FlLchtzgen gebe», scheint er dem Kaufmannsstande anzugehören. Er ist 35 bis •40 Jahre alt, mittelgroß, sehr kränjg, korpulent, hat blondes Haar und einen kurz gestutzten Schnurrbart und trug einen. dunklen 'Eutaivay-Anziig. einen Stehkragen mit Bindeschlips und einen weißen Strohhut mit gerader Krempe. Berfchlungen ciues Bizcpostdirektors werden jetzt bekannt. Ihre Entdeckung liegt schon- eine Weile zurück. „Es handelt sich", berichtet darüber der»Lokal-Anzeiger,„um den Vizepostdireltor Hose, der auf dem Babnpostamt 2 am Anhalter Bahnboi und in der Halleschcn Straße 11 tätig war. H. ist seit Ende Juli vorn Amt suspendiert. Er wird beschuldigt, in zahlreichen Fällen Feldpostsendungen, namentlich soweit Libensmittcl in Frage kommen, ihre? Inhalts beraubt zu haben. Man fand bei ihm mehrere Briese vor, die H. angeblich zur Prüfung behalten haben will. Hose bestreitet die Besckmldigmig aus das ent schiedcnste. Er war bereits mehrere Jahre auf dem erwähnten Post amt tätig und kam seinerzeit von dem Postamt 61. An beiden Dienststellen genoß er den Ruf eines hervorragend fleißigen, zuvcr- lässigen Beamte» und liebenswürdigen Kollegen. Man nimmt an. daß der Beschuldigte Paralytiker ist.' Er befindet sich setzt in einem' Sanatorium zur Beobachtung. Die Akten sind der Staatsanwalt- schaft übergeben worden, llcber den Uiniang der Veruntreuungen sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen." Eine Familientragiidic wurde gestern nachmittag in Jicru Hause MockcrGtrqßc. 101 noch im letzten Augenblick verhindert. Hierwohnte eine Wrtwe Gertrud Schwalbe,.deren Mann im Jahre 1015 gefallen ist, mit ihren 5 und 4 Jahre alten Töchterchcn Gertrud und Anne Marie. Dig Frau erwarb für sich und ihre Kinder-den Lebens unterhalt durch Aushilssdicnst bei der Post. Diese Tätigkeit hielt sie vom Hause fern. Sic mochte sich deshalb Sorge um die Kinder, klagic oft, daß sie sie nicht so bcaaffichligen und erziehen könne, und äußerte die Befürchtung, daß den Kinder» in ihrer Abwesenheit .einmal etwas zustoße. Diese Gedanken setzten sich so fest bei ihr, daß sie auf den uufcligcn Plan kam, lieber mit den Kindern aus dcni L�bcn zu scheiden. Gestern beschloß sie, sich und die Töchter chey mit Gas zu vergiften, und öffncic mehrere Hähne. Zum Glück hörten Nachbarn Mutter und Kinder noch' zur rechten Zeit schwer stöhnen u>id holten die-Polizei. Der Kriminalwachsmefftcr des Rc- niers.fand alle drei schon besinnungslos daliegen. Gin Feuerwehr- mann von der nahen Wache rief sie ins Leben zurück und brachte sie nach dem Krankenhaus am Urban. Ein Einbruch bei einer Brotkommission wurde in der vergangeneu Nacht in der iL, Gcmeindcschule in der Schmidstraße verübt. Den unbekoAntcn Tätern fielen 60 Brotkarten, 600 Lebensmittelkarten, 2V0 Scifenzufatztarten und 100 Milchkarlen in die Hände. Die GlnscrarbrUcn werden noch teurer. Die„Vereinigung der Glasermcister vyv Groß-ckverlin" teilt uns mit. daß sie wieder eine bedeutende Erhöhimg der Preise für ihre Arbeiten vornimmt Seit Kriegsausbruch sei GlaS um über 300Proz., Kitt um LOOProz. teurer geworden, führt sie zur Begründung au.— Gleichzeitig weist sie darauf hin, daß sie für die Güte von Kitt und Fgrbe keine G ivähr leisten kann. Seit Beschlagnahme der Firnisse und Leinöle wird„Ersatz" zur Herstellung von Kitt verwendet. Herabsetzung der Rindfleischpreise. Infolge der Herabsetzung der Stallhöchstprrise' für Schlacht- rinder hat der Berliner Magistrat auch die Kleinhandelshöchstpreise für frisches srohos) Rindfleisch herabgesetzt. Vom Montag ab kostet 1 Pid. Lende 2,90 M., Roastbeef mit eingewachsenen Knochen L,50 M, Schmorfleisch ohne erntzewachzene Knochen und ohne Knochenbestage(Keule und Bug) 2.60 M., andere Teile mit Knochen(eingewachsene Knochen und Knochenboikage dürfen nickit mehr als st, des Gesamtgewichts ausmachen) 1,90 W., Knochen 0.25 M.. GehackreS 2,— M. Ftilhalten von Schabefleisch ist ver- boren. Schwanz darf nur als Beilage zum Fleisch und ohne be« sondere Preisfestsetzung mit abgegeben, leere Röhrenteile der Knochen dürfen als Suppenknochen oder Beilage zum Fleisch nicht verkauft werden. Berliner Lebensmittel- Auf Abschnitt S7 der Lebensmittelkarte entfallen 200 Gramm Haferflocken, auf Abschnitt 98 100 Gramm Sago oder Grieß und auf Abschnitt 99 100 Gramm Mehl. Die Abschnitte sind von Montag bis einschließlich M i t t w och in den durch besondere Verkaufsschilder gekcnnzeich- rieten Kleinhandelsgeschäften gegen Empfangsbescheinigung abzugeben. Die Ware wird dann nach Ablauf der üblichen Frist zur Verfügung stckhen.__ Wichtig für Reisende nach dem Gebiet nördlich der Memel. In dem innerhalb des KorpSbezirkS des 1. Armeekorps nördlich der Memel bis zur Landes grenze gelegenen Gebiet— einschließlich Memelstraße, Rußfluß. Atmath, KunfcbeS Haff(»ördluh der Linie Windenburger Ecke bis Südrand Nid den), Nehrung bis nördlich« Neukölln. Die Zunahme der Masseitspeisimgcn. Die Juan spruchnahme der städtischen Speisungsanstalten ist weiterhin eine sehr rege. Dem wachsenden Bedürfnis hat die Stadt durch ständige Vermehrung der KriegSnotstandsküchen in rascher Folge Rechnung getragen. Im Januar d. I. waren 4 Volksküchen und 1 Mittel- standSküche vorhanden, im April waren bereits 7 Volksküchen und MitrelstandSIiiche in Betrieb und im Laufe des Monats Juü d. ist d>e Zahl eiiffchließlich der MittekstandSküche auf 10 Küchen er' worden. Die Zahl der von den Küchen ausgegebenen Portionen Betrug insgesamt im Januar 229 679, Februar 291 972, März 503915. April 347039, Mai 453 357, und im Juni 550 172. Räch der außerordentlichen Steigerung der Inanspruchnahme im März war im April eine wesentlich geringere Beteiligung zu verzSichnen, die Teilnshmetzzahl wuchs dann wieder beträchtlich, überschritt das bisherige Maximum im Juni und erreichte ein neues Höchstmaß in der ersten JüNwvche(2. bis 8. Juli d. J-). in der 161 187 Portrvnen verabfolgt wurden. Seitdem ist wieder ein Rückgang in der Be- teiligung zu verzeichnen. Schöneverg. Lebensmittel. Bon heute ab findet mit Rücksicht auf den Fericnschluß ausnahmsweise die ganze folgende Woche hindurch Voranmeldung statt für 100 Gramm Weizenmehl auf Abschnitt Nr. 54. st» Pfund Siidfruchtmarmclade auf Abschnitt Nr. 55 der Nährmirreftarte und ferner von% Pfund holländischen Käse auf Abschnitt Nr. 14 der Nqhrnnttelkarte für Jugendliche. AnLgsgebcn weisen in der nächsten Woche 1 Kilogramm GenNffekonserven, I Dose Dauermilch oder 1 Flasche dänische Sahne auf Abschnitt Nr. 53 der roten Nährmittelkarte und 1 Pfund Kunsthonig auf Ab- schnitt Nr. 53 der grünen Nährmittelkarte. WitaerSborf- Lebensmittel. Auf Abschnitt 1 der Nährmittel- Zusatzkarw für JpAendliche gelangt in der Zeit won Sonntag, den 12., bis einschließlich Sonnabend, den 18. August, st, Pstind Grieß zur Ausgabe. — Buottommiffionen und Reiseverkehr. Die Abfertigung des gegen Ende der großen Ferien von der Steife zurückkehrenden Publikums bringt gewisse Schwierigkeiten mit sich, denen der Magistrat durch eine besondere Regelung des BrotkommissionS- dienstes zu begegnen versucht. Er hat für die Zeit vom 10. bis zum IS. August folgende Regelung vorgesehen: Werkiäglich vormittags 8—9 Uhr: Erledigung der laufend« Brotkommis stouü- geschäfte; vormittags 9—11 Ilhr: Abfertigung deS Reiseverkehrs, Buchstabe.A— J; vormittags 12—2 Uhr: Abfertigung des Neissver- kehrs, Buchstabe K— Bg nachmittags 5—7 Uhr: Abfertigung deS Reiseverkehrs, Buchstabe S—Z. Sonntag, den 12. August, vormittags 10—2 Uhr: Aiißerordeiitlichcr Brotkommissions dienst nur zur Erledigung des Reiseverkehrs! Personen, die nachweislich zu den für ihre Abfertigung durch die oben genannte Regelung bestimmten Stunden verhindert sind, werden auf die Vormittagsstundc von 8 bis 9 Uhr verwiesen. Obcrschöncwcide. Die ungenügende Kartoffclbeliefcrung. Uns wird geschrieben: Schon am 1. August wurde auf die mangelhafte Kärtoffelversorgung unseres Ortes hingewiesen. Seit diesem Tage an bis jetzt hat es ganze 3stg Pfund Kartoffeln pro Kopf gegeben. Dies ist mehr wie mangelhaft. Berücksichtigt man, daß die um- liegenden Gemeinden drei bis sechs Pfund pro Kops und Woche und dies schon längere Zeit, an ihre Einwohner verteilen, so ist die Miß- stimmung der Einwohnerschaft über den bestehenden Zustand be- greiflich. Dementsprechend sind auch die Bemerkungen über die Verteilungsstelle des Kreises Niedcrbarnim sowie über den Gemeindevorstand. der anscheinend nicht energisch genug gegen diesen Mißstand vorgeht, gerade nicht sehr schmeichelhasl. Sollten aber weiter die dringenden Anforderungen des Gemeiiidc- Vorstandes auf Karloffellicferungen vom Kreis unberücksichtigt g�c- blieben sein, so wäre es wünschenswert, daß die vorgcsetzicn Miellen endlich einmal eingreifen und Abhilfe schaffen. Bei werter so mangelhafter Kartoffelzusuhr ist es sehr fraglich, ob die mit großem Kostenauswand errichteten Kriegsküchen, in denen über 19 090 Bc- schästigte gespeist werden, noch weiter ihren Betrieb anstecht er- hallen können. Hoffen wir, daß hier schleunigst eingegriffen wird. In den bekannten Geschäften gelangen iunasabschnitts 7 der Lcbensnnttellarie Pankow. Lebensmittel. gegen Abtrennung des OuittungSabschnitls Haserfabrikate zum Verkauf. Auf jeden Abschnitt entfallen 125 Gr. zum Preise von 11 Pf. Weisiensee. Lebensmittel. Der Gemeindevorstand macht �be- kannt, daß die in dieser Woche gelegentlich der Ausgabe von Said- fruchtmarmclnde angeordnete Rena n Meldung zum Bezüge von L e b c n s in i t i e l n für die nächste Zeit von allen ver, s o r g u n g s b c r c ch t i g t e n Einwohnern stattfinden muß, also auch von solche», die die Marmelade nicht einnahmen. Bei der Anmeldung ist die neue Kartoffclknrte vorzulegen. Als Zeichen der Entgegennahme der Anmeldung hat der Geschäftsinhaber den Abschnitt 6tk abzutrcnncu und aus die Vorderseite des Mtttcl- stücks der Karivffcllarte seinen Gcschästssieinpel zu setzen. Die An- Meldung darf nur in den bckanntgcmebcnen Geschäften stallfinden. Mil dem 11. August läuft die Frist der Anmeldung ab. Nachtr'äg- lichc Auincldungcn können nicht berücksichtigt werden. Friedrichshagcn. Lebensmittel. Heute kommen auf Abschnitt 32 der Lebeusmiilcttarie tu den bekannten Geschäften zur Ausgochc: S n d ftu chtm arine lad c in Gläsern�« 1 Pfund zum Preise von 1,05 und Erdbccrmarmelnde lose für 1,90 pro Pfund. Auf jede Karte gibt es 1,4 Pfund zu gleichen Teilen. Hroß-Oerliner parteinachrichten. Lankwitz. Sonntagabend 7 Uhr findet bei L. Döhn, Kaiser- Wilhelm-Str. 34, eine Versammlung statt.— Berichtcrstattuirg und Verschiedenes.— Genossinnen und Genosscin„Vorwärts Irser, die zur deutsche» Sozialdemokratie halten, sind freundlichst eingeladen. Gerichtszeitung. Bcrcinsvcrgnügcn und polizeiliches Kotitrollrccht. Als im Lokal des G a st w i r t s Pavel in Berlin der V e r« ein der Händler sein 25jährigcS Stistuiigsfcst abhielt, bei dem auch getanzt wurde, wollten zwei Polizeibcamte den Saal betreten, um zu sehen, ob auch Fremde teilnähmen, also ob es sich um eine verbotene öffentliche T a n z I u st b a r k e i t bandele. Der Wirt Pavel und sein Angestellter Heil widersetzten sich dem Bc« treten des Saales durch die Beamten. Sie waren der Meinung. daß die Geschlossenheit des Vergnügens gewahrt sei und daß deshalb die Polrzeibcamtcn kein Recht hätten, den Fest- räum zu betreten. Wegen Wider st an des ge>gen die Staatsgewalt vcrurieilte jedoch das Landgericht Pavel zu 60 M. und Heil zu 15 M. Geldstrafe. Die Angeklagten legten Revision ein. Ihr Anwalt verwies darauf, daß ein Urteil des Landgerichts, durch daS Pavel aus Anlaß desselben Festes wegen Duldens einer öffentlichen Lustbarkeit verurttilr ivorden war, vom Kammergericht am 6. Juli wieder aufgehoben worden sei, unter Zurückverwcifung jener Strafsache an das Landaoricht. Das Kammcrgericht hatte angenommen, daß die Oeffentlichieit des Ver- gnügcns nocki nicht festgestevr s» und insbesondere geprüft werden müsse, ob nicht das Vergnügen auf Mitglieder und eingeführte Gaste beschränkt gewesen, also ein geschlossenes gewesen sei. Wenn es sich aber um eine geschlossene Gesellschaft bandle, dann hätte, so machte der Anwalt geltend, der Wirt die Befugnis gehabt, zu koirtrollrercii, daß keine anderen Personen hineinkamen. Die Beamten hätten dann kein Recht zum Betreten des Saales gehabt und ein Wtt>srstand gegen die Staatsgewalt läge nicht vor. Das Kammer- gericht verwarf jedoch die Revision mit folgender Begriindiuig: Die Frage, ob es sich tatsächlich um eine öffchrtkiche Toirzlusibarleit handelte oder nicht, komme jetzt nicht in Betracht. Für die Frage des Widerstands sei nur entscheidend, ob oWektw die betreffenden Beamten in rechtmäßiger Ausübung ihres Amtes br- griffen waren. DaS fei festgestellt, iveil das Landgericht auSdrück- lich hervorhebe, daß ein begründeter Verdacht bestanden hätte, daß eine öffentliche Tanzlustborkeil stattfinde. Bestand diessc Verdacht, dann sei mich die Polizeibehörde berechtigt gewvöcn, in die Räume einzudringen, auch wenn sie vielleicht derzeit als Privaträume anzusehen waren. Der gute Glaube lvime die Angeklagten von der Strafe nicht befreien. Ucbermäßige Preissteigerung bei Preßkohlen. Der Kohlenhändler Kutzer hatte auf dem Potsdamer Güterbahnhof in Berlin aus dem Waggon heraus KaiserbrikettS verkauft und dabei für 100 Stück 1,55 M. genommen. Sein Selbstkostenpreis betrug 1,05 M. pro Hundert und der Richtpreis ab Lager war damals auf 1,35 M. fest- gefetzt. Das Landgericht als Berufungsinstanz verurterlte Kutzer wegen Preiswuchers zu 500 M. Geldstrafe und führte aus: Von dem Richtpreis a b L a g e r, der schon den angemessenen Gewinn mit berücksichtige, wären hier, wo gleich aus dein Eisenbahnwaggon heraus'verkaust wurde, noch 10 Pf. abzurechnen. Denn der Angeklagte habe die Transportkosten für den Transport nach seinem Lager gespart. Rechire mair die 10 Ps. von dem Richt- preis pro 100 Stück ab, dann habe der Angeklagte den Richtpreis mn 30 Pf., im anders Falle um 20 Pf. überhoben. Darin liege «ff jeden Fall eine übermäßige Preissteigerimg. Angeklagter habe die Not der Bevölkerung ausgebeutet. Nicht die Preis«, die das Publikum gebe, seien zugrunde zu legen, sondern die. die der reelle Kaufmann gefordert hätte. Und die seien in den Richtpreisen ge- geben gewesen. Das Kammergericht verwarf die gegen dies Urteil ein- gelegte Revision des Angettagten alä unbegrimdel. Wegen einen SchlelchkjZndler, der in Militciruniform sein un- sauberes Gewerbe ausübte, bennlraqte gestern vor dein Slböffen- geruin Berlin-Mille der Slaalsanwalt die ercmvlärisckie Strafe von 2 Jahren 6 Monate» Gefängnis iowie 8000 M. Geldstrafe, bilfs- weiie noch Gefängnis bis„im Höchftbctroge von 2 Jahren. Eine« Tages wurde der Händler Sicsan Popowski in Soldatenuniform in der Potsdamer Siraste, wo er fchon seil Weihnachten beobachtet tvorden war. angehalten, als er dort einen verbotenen schwling- haften Handel mit Eiern, Butter, Hühnern und Knie unter der Hand betrieb. Ein Herr halle ihn gefragt, ob er ihm Eier, von denen noch 470 Stück in einem Korbe bei ihm vorgcflinden wurden,„r 40 Pf. das Stück verkaufen würde. Popowski machte aber nur eine bezeichnende Bewegung nach dem Kopse und sagte, er bekäme ü b e r a l l 85 P f. Demeiltfprecheud waren auch die anderen Preise. Die Butter kostete 10 M.. ein Huhn 40 M. Vor Gericht gab er an, er habe soviel fordern müssen, weil das Publikum gern solch hohe Preise zahle; auch habe er 150 M. verloren gehabt und deshalb diesen Betrag auf die schon sonst hohen Spesen für die von ihm aus dem Posen- scheu eingeführte Ware aufichlagen»rüssen. Die Uniform will er getragen haben, weil er nach feiner Entlassung vom Militär keine andere Kleidung gehabt habe. Mit Rücksicht auf seine tatsächlich bestehende geistige Mmdertvertigleit— er selbst wollte.verrückt" sein— ging das Gericht unter da-? beantragte Slrasniast und der- urteilte rhu wegen Kriegswuchers. Höchftpreisüberschreitung und un- erlaubten Uniformtrageus zu 4 Monaten 1 Woche Ge- s ä n g n i s, die durch die Untersuchungshaft als verbügt angesehen wurden. Mus aller Welt. �abritbrand in London. London, 10. August. Reuter. Gestern abend brach in' einer Fabrik in Barking, einer Vorstadt Londons, Feuer aus. Drei- zcon Personen verunglückten tödlich, viele andere wurden verwundet. Gin Professor als ParsußlSufer. Die.Forderung des Tages" ist jetzt: Laufe barfust! Auch in„besseren Kreisen" gibt man die Scheu davor allmählich auf. I» Elberfeld kam vor einigen Tagen ein Professor des Lyzeums borsust zur Schule. Das von dem Mädchenlehrer gegebene Beispiel wurde bald von seinen Schüle- rinnen mit Vergnügen befolgt. Eine milde Strafe wurde vom Amtsgericht Duisburg über einen.Kriegsverdiener" verhängt. Die Zeche.Aienberg" betraute den Großhändler Hermann Stocks mit der Beschaffung von 100 Doppelzentnern Saaterbsen für ihre Arbeiter. Stocks bezog die Erbsen von einer landwirtschaillichen Genossenschaft zu 75 M. für dcu Doppelzentner und verkaufte sie an die Zeche mit 180 M. den Doppelzentner. Der Höchstpreis betrug 85 M. Das Schöffen- gericht verurteilte den Angeklagten wegen Preiswuchers zu 900 M. Geldstrafe. 9500 M. mehr Verdienst als ihm zustand und dafür 900 M. Geldstrafe. Briefkasten üer Redaktion. I. 5k. Im Adreschuch, 2. Band, Teil 4, finden Sie ein Verzeickmis von Perlagslnichliändlein. Spezielle Adiesien lölinen wir nicht angeren. — E. 5i SS. Wenden Sie sich an die Städiiiche SliillmgSdeputntion. C, Ponslr. 16 J, Zimmer 24—29.— I. V. 2I{. I. Voi sichtiges Klopien des Kessels, da tötende Säuren z. Z. im Handel nicht zu haben sind. 2. Durch Eihilleii im Wasierbade. ll. Im Jahre 1890.— Longivy lst t l. Die Feslung ist am 27. Ananst 1914 geialten. Der Bericht stimmt lchvn. nur vergessen Sie. das, zwischen der deutschen und russischen Zeilrechiinng eine Dinerenz von 19 Tagen besieht. Kr reuet»:i2. 1. n. 2. Den Trudowili. it. Eine demolratnche Partei, der Bauern, Kleinbürger und Arbeiter angehören, 4. Nein.— St. T. 14. Das ersehen Sie ans dein Krankenlasseiistalut, wahrscheinlich aber baben Sie noch keinen 9>ii>pnich aus Döchnerinnennnterstntznng.— 21. B. U. Gesöngnis bis zu einem Jahr.— M. 27. Anspruch aus Zurückzahlung der Beilräge besteht»ich!— C. K. 1873. Unterslühuiig wird der Kriegs- getrauten gewöhnlich nicht gezahlt, wenn sich»ach Eingebung der Ehe in ihren Verhättnissen nichts geändert bat. Im anderen Falle und wenn Be- düritigkeit vorliegt, wird Unterstützung gewährt.— S. G. N. 44. Ja, den Kriegersamitie» wird aber vietsach nnenlgeitlich ärztliche iBUse geleistet. — F. P. Bis zur Pollendung des 2>. Lebensjahres niüsien Beide die Einivilligung der Eltern haben.— G. L. 11. Wenn Ihre Tochter ein steuerpflichtiges Einkommen bat, ist sie zur Zahlung der Gemeindeeinkommen- steuer verpflichtet.— Z. M. 77._Ja.— 91. 1. Die Znsendung ist jetzt wieder gestattet.— H, K. 1011. Steifheit oder Krümmung cincS Finge, S. Plalisujz, Kranthcilcii des LhnipbshstemS; gnliiisonatbcilSvcrwciidungsfähig. IVcttcrnusfirtitcn ffcr das mittlrer Siorddruiickiland vis Sonntag mittag. Zcitwe sc aufklarend, jedoch ziemlich kühl und vor- wiegend trübe, mit Wiedel holten Regeusällen, strichweise Kewitler. A. Dandorf&0 Belie-miiance-SirDsse Gr. FronKfurter Strasse Brunnen-Strasse Kottbuser Damm U/Ilmersdoi'ier Strasse Verlangen Sie bei Einkäufen Rabattmarken 1 Blumenvase bunt bema». 75?l. 2LiköPö!äser 7k Scbalenform'*4'*'■ 1 Kompottschale reichesPressmuster,'TR rund oder viereckig■ � 1 Blumenvase schwere« Press"TK »rasier........'*4 2 Rot- od. Rheinweingläser 75 1 Butterdose Ärrl!..... 75 1 Aschbecher mit Kreuzoder Diamant mnater 11>. 75 pi. 1 Kuchentellerpj�.er 75 pi. 2 Rollen Huclisnkanle 75 50 Raiten!] riele 75 3 Pakele Ropl- Waulnaivei 75. Ipi. 1 luchersehale.. 1 Marmeladendose 3 pi. PnnlerMflren 25 BriefhogenTotTI«R�men 25 Umschläge'"Ä." 1• D lJ1- ICO Hant-Umschläge.... 75 p.. 1 Postkarten-Album..... 75 pi. 1 Alhum von Berlin mu es 7- Ansichten, elegant gebunden 4>4 Pt 1 Briettasclie mit Notizbuch 75 pi 25gem.K0nstlerpostkarten75 Porzollon 3 Rafloetassen 3 75 pi. weiss 75 pi. 2 Kinderteller mlt 75 Pt. 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Dies zeigen tiesbelrnbt an Tic Pflegetochter Elise Schöneich nebst«lafte», zurzeit im Felde. Pflegeioh» Karl Bendin, zurzeit im Felde. Die Beerdigulig sindei am Montag, nachm. 4'/, Uhr. von der Leichenballe des St. Tbomas-KirchhoieS.Her- mantistratze, aus stall. Am Mittwoch, den 3. Aug., srüh 9 Uhr,'entschlies saust nach dreitägigem Kranken- lager, insotge einer Ove- ratio». mein lieber, guter Mann, der Reslaurateur Cllli ÜSSöllbgllll inr Alier von 48 Jahren. DieS zeigt liejbetrübt an Fr»» hm Haseohank nebst 2l»gchörtgen. Die Eiiiäscherung sindei am Montag, den 10. Augnst, nachm. t! Uhr, im Krema- torinm,(SeridstiUasie 37/38, statt. 10731 Kranzspenden verbeten. Uinnn 0°br., zahlt bis«00 M., UlullU Seblaizimmer. gebr., bis 8VVM. Speioozimmer. gebr. bis lOOOM, Möbel jed. Art kaust Ego, Neukölln, Berliner Str. 29.' Für OMtprcuUen 'uche BeitsteUrn. Klcibcr- schränkc. Bcrtikos. SofaS, Federbette». Vicinefoek. Neukölln. Knesebeck- straße 36. Telcs.-3>nschiuß 2126. Am 28. Juli 1917 fiel in ben letzten schweren Slämjffen unser einziger geliebter Sotni. Bruder, Enkel, Nesse, Vetter. Schwager und Onkel, der Gesteiie. S0A Bruno Pens in einem Fug-Art.-Regt. im 23. Lebensjakre. Dies zeigen liesbetrübt an Reimann tebn u. Frau üer». Pens als Ellern. Neutöll», Richardstr. 43/44. ES gibt ein Web, daS keine Worte schildern, Und einen Schinerz, den niemals heilt die Zeit. Forel, Pros. A., Die sexuell« Frage. Volksausgabe 2,80 M. Buchhandlung Vorwärts, Lin- dcnstraße 3. Verband d. freien Galt- und Schankwirte Deutldilands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nad/- richt, datz der Kollege Otto Basenbank Tristftr 2,«ejirf 1 am 8. Slugust d. J. ver- starben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Montag, den 13. August. nachmittags 3 Ilbr. im Krc- inatorium, Aerichtstr. 37/38. statt. 160/5 Um rege Beteiligung er- sucht Tic Qrtsvcrwaltuiig. Möbel, Nachlässe, Ii»»» ttzirtscheltkn kaust 1» i» 1> n» v. Neukölln. Anzengruberstr. 2. 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Wenigstens ist die Aufmerksamkeit, deren sich die Par- sümerie bei uns beute ei freut, nur sehr gering. Die künstlerische Stellung der Parsiimerie im Altertum war eine höchst bevorzugte. Damals diente sie einem ausgeipiochenen Bedürsnisie, dem die Frauen nicht nur, sondern im höheren Grade noch die Männer unlciworsen waren. Unserer heiitigni Zeit erscheint das Ansehen, daS sie darum bei den Alten genosz. lächerlich, wenn nicht unglaublich. Die ältesten Denkmäler der Geschichte weisen sie als eine heilige auf. Den Israeliten war sie eine so ehr- würdige, das; nur den Priestern die Anfertigung von Räucherwerk zustand. Noch beute lesen wir das Rezept, das Moses selbst zur Bereitung eines heiligen Deies gegeben. Es bestand aus Myrrhen, Kalmus, Kassia,' Cinamet und Ocl vom Oelbaum und war zur Einlalbung der Bundeslade und Slistsbiitle bestimmt. Die drei Weisen, die aus fernen Landen gekommen waren, dem Jeitl-kjnde ihre Ehrfurcht zu bezeugen, brachten Myrrhen und Weihranch als das kostbarste von Geschenken dar. Räucherungen im Tempel, wie sie in der katholischen Kirche Sitte sind, sind ein Ueberkonimnis aus jenen ältesten Zeilen, in denen sie einen wesentlichen Bestand- teil des Gottesdienstes fast ausnahmslos bei allen Völkern aus- machten. Griechen und Römer waren bekanntlich dem Wohlgeruch sehr zugcian. Bei ihren Mahlzeiten wurde Räucherwerk verbrannt, ihre Waschwasser mir Veilchen- und Rosenblülen parsnmiert. Bei den verweichlichten Albenern tvollle es sogar die Mode, day jeder Körper- teil mit einem besonderen Parfüm eingerieben wurde: Das Gesicht init Palmöl, die Arme mit einem Balsam aus Minze, die Haare init einer Essenz aus Majoran, Kinn und Nacken mit Feldthmian. In dem Rom der Kaiserzeit, wo das Uebcrtriebenste noch übertrieben wurde, erreichte die Verschwendung auch hierin ihren höchsten Grad, so day Nero der Heftigkeit seines Schmerzes über den Tod seiner Gattin dadurch Ausdruck gab, das; er an ihrem Begräbnis an Räucherwerk mebr verbrannte, als Arabien in einem Jahr davon hervorbrachte, lind das will etwas sagen. Arabien war damals, wie viele Jahrhunderte vorher und nachher, daS Hauptbezugsland für Wohlgerüche. Mit der Ausbreitung deS Christentums, das die Verachtung der sinnlichen Genüsse in den Vordergrund stellte, geriet auch der ganze große Spezcreihandel Arabiens in Verfall. Es trat eine aus- fallende Ernüchterung des Geruchssinnes ein. Lange Zeit war der Sinn für Wohlgerüche wie ertötet. Erst die Luft am Hose der luxuriösen französischen Könige war dem Gedeihen der Parsiimerie- künste wieder günstig. Die Raffinerie der Geruchsgenüsse jener Zeil tührle sogar zu einer Ausartung in dieicm Gebiete, wie sie bis heule ohne ähnliche Beispiele geblieben ist. Die Parfümeure crlangen aber vor ocueii aller übrigen Länder eine gewisse Meislerschaft. Daher rührt also der Ruf, den auch gegenwärtig noch die Franzosen in dieser Kunst besitzen. Scheu wir uns nach den Stoffen um, die zur Parfümerie dienen, so finden lvir nichts, Ivas Gcriich hat, davon ausgeschlossen. Unsere Damen würde» erstaunen, wenn sie erführen, wie vielfach zusom- mengeietzt ihre BouqnettS, Essenzen usw. sind und welche wunder- lichen Substanzen zu ihrer Darstellung verwendet wurden. Wir iiinern nur an das Benzin und den Urin der Pferde und Rinder, ans denen Bittermandelöl gewonnen wird, die ranzige Bulltr, die die köstlichen Fruchlessenzcn gibt, das Terpentinöl, aus dem ein dcni echten nicht nachstehender Rosendust, und die Ex- krenienle der Rinder, auö denen der kostbare Ambradust gezogen wird. Das größte Konlingent von Riechstoffen liefert natürlich das Pflanzenreich in seinen Blüten, Früchte», Samen, Rinde», Hölzern, Wurzeln, Gummistoffen und Harzen, Bei vielen derselben ist ein ätherisches Oel die Ursache des Geruches. Da die ätherischen Oele sich verdanipfen, also destillieren lassen, so genügt eS in diesem Falle, die Blüten mit Wasser in einen Destillierkolben zu bringen und zu feuern. Das übergegangene ätherische Oel scheidet sich so vollständig von dem Wasser ad, daß-eS leicht abgeschöpft werden kann. Gewöhn- lich werden aber andere, kompliziertere zwar, jedoch zuverlässigere Methoden gewählt, den Pflanzen den Duft zu entziehen. Für einzelne, durch ihre Lage begünstigte Gegenden pflegte bis zum Kriegsaus- bruch eine derartige Fabrikation fast den ausschließlichen Erwerbs« zweig der Bevölterung zu bilden. Die Bewohner von Nizza, Cannes und Graste lebten gewissermaßen von den Düflecrlräge» ihrer gesegneten Fluren. Ein einziger Fabrikant in Cannes bei- spielsweise verbrauchte jährlich UOOOO Pfund Orangenblüten, 140 000 Pfimd Roienblätter, 32 000 Pfund Jasminblülen, 20 000 Pfund Veilchen. 12000 Pfund Akazienblüten und alle übrigen Pflanzen in entsprechender Menge. Hauptbedingnng für die Fabrikation ist eine sehr sorgfältige Auswahl der zu verwendenden Blumen, da sich der leichteste Grad von Verderbnis in dem aus ihnen gewonnenen Dufte sogleich kund- gibt. Au? diesem Grunde sind die in dem Orient gewonnenen Blumenexirakte weniger geschätzt als die Frankreichs und Italiens, wo die Auswahl eine strengere ist. Die Grundlage aller Bouguels, Wasser, Essenzen usw. ist der Alkohol, der das Auflösungsmittcl der Oele und zugleich daß erfrischende Element des Parfüm S bildet. Es ist übrigens keineswegs gleichgültig für die Güte der Essenzen, ob der Alkohol aus Wein, Korn. Kartoffeln oder Rüben gewonnen ist. Während gute Ean-de-Cologne nur aus Weinspirilns zu bereiten ist, erlangt Ambra, Moschus und Veilchen seinen höchsten Wohlgeruch durch Anwendung von Rüben- und Korn- spiritus. Ebenso ist die Reihenfolge, in der die einzelnen Oele dem Spiritus zugesetzt werden, von nicht geringer Wichtigkeit, und nian kann oft über den richtigen Prozentsatz der Bcslandtcile unterrichlei sein, ohne daß da? Ergebnis der Fabrikation die gewünschte Güte hat. Tie feinste Eau-de-Cologne soll z. B. auf die Weiie dargestellt iverden, daß zuerst das Zitroncnöl mit dem Weingeist vermischt, die Mischung destilliert und alsdann erst das Neroli-Pctal, das Neroli- Bigarade, daS NoSmarinöl usw. zugesetzt wird. Daher behandeln die Erfinder und Fabrikanten ihre Präparate in der Regel als Ge- hcimnisje und zum Teil mit Erfolg. Neue Seobachtungen über die Schutzimpfung. Die neuesten Beobachtungen über die Schutzimpfung, die Dr. H. Eich in der.Deutschen Medizinischen Wochenschrift" mitteilt, gelten vor allem den Jmpfreaktioncn und den Nebenerscheinungen, die durch die Schutzimpfung hervorgerufen werden können. Daß diese Nebenerscheinungen, wie vielfach behauptet wurde, ernsthastc Gefahren in sich bergen, gebt aus den Ausführungen des Bericht- crstatlers nicht hervor. Dabei ist zu bemerken, daß Dr. Eich vom Januar 1015 bis zum April 1016 die Wirkungen der Schutzimpsung beobachtete und daß seinen Mittcilmigen 45—50 000 Impfungen zugrunde liegen. Die wichtigste Feststellung gehl dahin, daß be- züglich der Jmpsreaktionen ein großer Unterschied zwljchen der Typbusschutzimpfung und der Cboleraschutzimpfung be- steht. Die Choleraschutzimpfung macht bereits bei der ersten Wiederholungsimpfung nur so geringe Beschwerden, daß meist überhaupt keine Klagen laut werden, die TyphuSschutzimpfiing hingegen ruft bei der dritten und vierten WiederholnngSimpfling oft eine so starke Beeinträchtigung des All- gemcinbcfindcns hervor, daß von einer leichten Erkrankung ge- sprochcn werden kann. Eigentümliche Nebenerscheinungen der Schutz- impsung wurden in den vielen tausend Fällen nur zweimal ve- obochtct. Das eine Mal handelte es sich»in«inen drei Tage dauernden starken Juckreiz ohne Temperaturerhöhung, das andere Mal um eine Schwellung in der Gegend des MittelhandknochenS der linken Hand, also auf derselben Seile, wo auf der Brust die Impfung vorgenonmicn worden war. Die erheblich schärferen Sicaklionen bei Typhusschntzimpinng werden durch einige Zahlen deutlich gemacht. Bei Choleraschutzimpfuitg wurden im Durchschnitt 10 Proz. Temperatursteigerungen festgestellt, bei Typhusichntzimpsung 61 Proz. Bei Choleraschutzinipfung stieg nur in 5 Proz. der Fälle die Temperatur über 36 Grad, bei TyphnSschutzinipfung war dies in 43 Proz. der Fall. Bei Choleraschutzimpfung wären nach dem zweiicn Tag überhaupt keine Temperaturen mehr zu beobachten, bei der Typhusschutzimpsilng aber in 13 Proz. aller Fälle, und zwar ging die völlige Entfieberung dann erst am drillen, vierten oder gar fünslen Tage vor sich. Diesen Zahlen entsprechend wurde bei derTyphus- impsung auch bedeutend bäufiaer über schmerzhafte Folgeerscheinungen, über Schlaflosigkeit. Appetitlosigkeit, Schmerzen in Schulter und Over- arm. manchmal sogar in der Nacken- und Halsmnskulatnr geklagt. Der Unterschied in den Folgeerscheinnngen der Cholera« und der TyphnSschutzinipfung ist also erwiesenermaßen stets ein erheblicher. Von Interesse für die neue Forschung ist endlich auch die Frage, ob die Stärke der Reaktion von dem Lebensalter beeinflußt iverde. Eine ganz einwandjreie Feststellung war hier nicht möglich, da die einzelnen Lebensalter nicht gleichmäßig zur Beurteilung vorlagen, .Wenn da Leute in den Stall zu mir reinkommcn und sie losmachen, tvas fall ich dabei tun erwiderte der Knecht, „Ich Hab' ihm sogar gesagt, daß rr's nicht mit einem von der Familie verderben solle.--" „Wer hat sie losgemacht?" sagte Paul Vinding und sah sich im Stalldunkel um. „Ich Hab es getan," da war ein Bursche, der das sagte; er kam oben von den zwei Ständen her, wo Paul VindiiigS Pferde eingestellt gewesen, und wo jetzt ein paar andere unter- gebracht ivarcn. Paul stierte ihn erbost an. Der Bursche hatte eine ziem- lich große, gekrümmte?!ase, eine niedrige, etwas schräge Stirn, zusanimcngcwachsene, helle Augenbrauen und struppiges Haar. „Was soll das hier sein sagte Paul. „Bist Du der, der seine Pferde eingestellt hatte. wo meine zuerst standen fragte der Bursche und zeigte aus die Stände. „Hat so einer.Du� zn mir zu, sagen l*— Es kam sonst sehr selten vor, daß die Mitglieder der alten Familie den Anspruch erhoben, mit„Sic" angeredet zu werden. „Du bist wohl nicht zu fein dazu," erwiderte der Bursche. „Was hattest Du mit meinen Pferden zu tun „Ich hatte ihnen ja doch einen anderen Platz gegeben," sagte Paul, stets beherrscht und scherzend.„Ich hatte doch Deine Pferde nicht losgemacht." „Meine Pferde sollen stehen, wie ich sie gestellt Hab", sagte der Bursche und trat in den Hof hinaus, indem er sich bückte und sich ein paar Strohhalme mit der Hand von den Kleidern bürstete. „Na. na— ja, ja," sagte Paul Vinding, der nun seine eingefangenen Pferde in Empfang nahm,—„Wer bist Du übrigens, wenn's mir erlaubt ist zu fragen?" „Ich heiße Anders Hjarmsted. Ich bin aus Hanhcrrcd drüben," „I, sieh mal an,— na-- Du bist Per HjarmstedS Sohn, Du willst den Bjcrrehof kaufen?" „Wenigstens mitbicten will ich." „Na, na.— dann weiß man jetzt schon, was für ein Kerl Du bist." „Das ist wohl schwerlich der Fall." Indem Paul Vinding hinter seinen Pferden in den Stall gehen ivolltc. drehte er zusällig den Kopf nach dem Hostor hin:„Na, da kommt wahrhaftig Kren Faurholt selber. Ja, dann kann die Auktion bald beginnen." »Wird der den Hof ausrufen?" fragte Anders. i doch scheint es, daß Leute über 30 Jahre weniger heftig rcagieken, während iüngere Leute, besonders unter 20 Jyhrcn eine viel giößeic Empfindlichkeit den Schutzimpfungen gegenüber an den Tag legen. Wieviel pflanzenarten kennen wir! Die Zahl der bekaiiiiten und benaiinlen Pflanzeiiarten schätzt der Botaniker heute auf 150—200 000. Im Jahre 1317. gerade vor einem Jahihniidert also, sprach Hnmboldl erst von 44 000 Arien: allerdings erhöhte er die Ziffer schon um die Mitte des Jahr- Hunderts auf 100 000. Die berühmten Bcianiker Kaspar Bauhiii und Linns kannten 6000 Arten. Hieronymus Bock und Leonhard Fuchs, die im 16. Jahrhundert wirkten und die man.die Väter der Botanik" zu nennen pflegt, wußten nur um 500—570 Arten Be- scheid. Dagegen waren PliiiiuS schon im ersten nachchrrnlichcn Jahrhundert 1000 bekamit gewesen. DioSIorides— um 50 iinch Christus— war mit 500 Arten vertraut, mit 450 schon Theophrast(300—305 v. Cbr.j. De» Umiang der Artcii- keniitniS de? Aristoteles hüllt der Verluit seiner botaui- scheu Schriften leider auf immer in Dunkel. In den Werken des HippokrateS jedoch konnte man wieder 236 Arte» ver- zeichnet finde». Uebrigcns hat nian auch die Gesäuge Homers auf die darin vorkommenden Pflanzennamen geprüit. Es fanden nch in ihnen, die ja allerdings auch kein bolanisches Lehrbach sein sollen, nur 63 Stück. Die Zahl der Pflanzennamen ist bei den verschiedenen Völkern der Erde eine sehr verschiedene. Man findet oit einen verblüffenden Reichtuin bei solche», die inmilien einer reiche» Pflanzenivell niid dabei viel im Freien leben. Aber auch wir sind an derartigen Benennungen ganz gewiß nickt arm. Man hat die deutsche» Bolksiiamen für Pflanzen gezählt, und es stellte sich heraus, daß bei u»S zu Lande nicht weniger als 24 000 im Gebraucv sind. Nach einer Berechnung Dr. Wilhelm Aments beziehen fick diese vielen Namen auf 1787 verschiedene Arten mit Emichliiß einiger Spielarten. Aus dem in mnnchee Hinsicht recht intereffanten Gebiete der Pflaiizenbenenniliig gibt es»änilich eine Erscheinung, die so merkwürdig ist, daß sie hervorgehoben zu werden verdien:. Die Basken, obwohl sie für die cinzelueii Baumarten scharf unler- scheidende Namen besitzen, haben dock kein Wort für Bauin im all- gemeinen. Diese« fehlt auch den Australiern. Man vermutet, daß ursprünglich wohl ein solches Wort vorhanden war, daß es aber dann einmal als Sonderbencniinng cnies bestimmten Baumes ver« wendet wurde, ivorübcr der Urbegnss verloren ging. Notizen. — Das Deutsche Opernha»? in Eharlottcnburg wird am Montag, dou 27. August, jeiue Whitcrspielzcit eröifnc» uno neben den stiinbifren unid bleibenden Werken der Opernliteratur bemerkenswerte Neuerscheinniigeii vorführen: das Musikidyll„Die Schneider von Schöna n" des holländischen Meisters Jan.Brandt- Buys, dann..Das höllisch Gold" von Julius Bittner und F. F. Kochs„Hügelmühle"(Uraufführung). Von Eugen d'Albcrt kommt das Musikdrania„Liebeskctten" zur Aufführung, und ztvar in einer neuen Form. An Erstauffükrunaen sind Mozarts komische Over „So machen es alle" und Jgnaz Brülls„Goldenes Kreuz" in Ans- ficht genommen, ferner die französischen Spielopern„Zampa" (Herold) und das„Glöckchen des Eremiten" iMaillarth endlich die Fortsetzung dieser Entwickkung in Öfscnbachs„Orpheus in der Untenvelt" und der„Schwätzerin von, Saragossa". Eine gänzliche Ncngcstaltnng wird Mcherbccrs große Oper„Die Hugenotten" erfahre». — Woher st a m m t der Ausdruck„Spiegelfechterei"? Die Herkunft des namentlich im Kampfe diplomatischer Reden und T clog ra inmwcchs c I häufig gehrauchten Ausdrucks „Spiegelfechterei" durfte den meisten unserer Leser unbekannt sein. Das Wort stammt ans den Anfängen physikalischer Vcrniche über doppelängiges Sblien im 16. Jahrhundert und im Anfang des 17. Jahrhunderts. Hierbei spielic die Erkennung des von einem Hohl- spieael entovorsenen sogenannten reellen Bildes eine besondere Rolle. Zu diesem Versuch benutzte man mit Vorliebe einen Dcgen oder einen Dolch, da es mit einem solchen besonders gut gelang, Spiegelbiid und Objekt zusammenfallm zu lassen. Das Kunst- stück wurde dann dauernd wiederholt, und schon 1646 finden wir bei dem Jesuiten Kircher(1601— 1680) den Vermerk, daß es unier dem Namen„Spiegelfechten" in den deutschen Sprachschatz überge- gangen sei. Im Laufe der Zeit hat der Ausdruck dann die über- tragen« Bcdeutung bekommen, unter der allein er heut« noch:n Geb rauch ist. „Nein,— aber er ist König hier im Kirchspiel", gab Paul zur Antwort und grinste übers ganze Gesicht. Dann ging er in den Stall. Anders Hjarmsted stand da und sah nach dem nenan- gekommenen Fuhrwerk, da? langsam zwischen den vielen Wagen vorwärtslaviertc, die ans dem Hofplatz standen. Es war ein alter, dunkelgrüner Federwagen mit sehr großem und geräumigem Rücksitz, in dem der Mann und dann ein junges Mädchen saßen. An der Stalltnr drüben war etwas offener Platz— vermutlich lenkte der Kutscher danach hin: doch als sie,»in hin- zugelangcn, eine letzte Enge zwischen zwei Wagen durchfuhren, blieb das Hinterrad von Kristen Fanrholts Fuhrwerk hängen. und— als hätte eß fast ganz lose gesessen,— ging es plötzlich ans der Nabe. Einen Augenblick sah eS an?, wie wenn der Wagen umstürzen würde. Anders Hjarmsted, der zunächst stand, sprang hinzu und legte die linke Hand stützend gegen den Rand deS Rücksitzes,— während er mit dem rechten Arm das junge Mädchen entgegennahm, das sich niit einem erschrockenen Ruf erhoben hatte und nun auS dem Wagen sprang. „Wie fahren Sie denn, Faurholt!" wurde lachend rings- um gerufen. „Da ist meiner Seel keine Matrize vor dem Rad ge- Wesen," sagte Kristen Faurholt, der auch abgesprungen ivar und sich die Dinge besah,„ha, ha, ha! wir sind verflucht von Stavn an ohne Matrize gefahren!— Da kann man sagen, daß die Sache ganz gut abgelanscn ist! Ja. ja, jetzt wollen wir aber sehn, bis zur Rückfahrt eine Matrize zn er- wischen." „Adieu, Vater!" sagte das junge Mädchen. „Adieu, liebe Gjatrtd!— Ja, das bißchen erschreckt Dich doch nicht?" „Rein." „Nein, nein— nein, nein!— Um sechst sind wir hier gewiß fertig: dann mußt Du zusehen, daß Du wieder hier bist."— Sie ging.— Anders betrachtete den Wagen und die Pferde und den Kutscher und den Mann selber. Was sollte das bedeuten, daß der im Kirchspiel König wäre! Es siel ihm aber nicht ein, daß es nur Scherz sein könnte. Dock, dem Aenßern nach war das wirklich ein armieliger König. Anders fand nicht. daß die Kleidung dieses Mannes viel flotter als die seines Vgters wäre, und der war sürs Gegenteil derühmt. Goxts. kolgU 25j?lnöers hjarmsteö. von Jakob Knudsen. Häufiger und immer häufiger rückte er in diesem Neste hin und her, je mehr von seinen lieben Verwandten in die Stube kamen,— und sandte ihnen Blicke, die eigentlich weder milde, noch vertrauensvoll waren. Aber— dachte er— selbst wenn einer bei der Auktion kommen sollte und 500 oder 1000 Reichstaler über die verabredeten 32 500 böte, so waren die paar Schillinge es wohl kaum wert, sich mit ihnen allen— den SatanSkerlen!— zn veruneinigen.— Hm,— nun sollte er wieder ans der Landstraße liegen und sich mit Ochsen und Pferden und Kühen schinden, nun, auf seine alten Tage! „Es kommen heut viele Leute. Jcrrik!" sagte Paul Vinding in behaglichem, gerade unter den vorliegenden Um- ständen wenig passendem Untcrhaltungston. „Ja,— ist ja gut so. Da müßte eS doch sonderbar zugehen, wenn sie alle von einem Schlage wären", wurde darauf erwidert. „O. wenn sie nun allesamt gut wäen, so könnte das ja nichts ausmachen." „Nein,— aber das könnten sie doch unmöglich sein, wenn Du einer von ihnen wärst, Paul." Er saß und sah scheel um sich von einem zum andern, parat, Anzüglichkeiten wiederzugeben, was immer zu ihm ge- sagt wurde. Paul Vinding hatte es schließlich so gründlich zu hören bekommen, daß er des Spieles müde wurde: und da er wohl wußte, daß man nichts davon hatte, wenn man sich verletzt stellte oder Entschuldigungen vom alten Jcrrik verlangte, so ging er zur Stube hinaus, lachend, die Hände in den Taschen und die Schultern schüttelnd. Als er aus den Hof hinauskam, sah er, daß sich jetzt sehr viele Leute angesammelt hatten. Die allermeisten mußten doch Neugierige sein oder Leute, die der Mobiliarversteigcrung wegen getom'men waren. Aber was war das?— Da liefen ja seine beiden Braunen im Hof herum! Satan auch!-- Er machte ein paar ge- waltige und gegen alle Gewohnheit hurtige Schritte zur Stall- tür hinüber. Dicht davor wurde Erik Skindtofts Viehknecht sichtbar. „Was. Mads, läßt Tu die Pferde ihrer Wege lausen?" fragte Paul. !' und verwandter ßerufsgenossen. Zahlstelle Berlin. tZcschästsstcllc: C. 54, Mulnckstr. 10, 1. gcinjpr.: Amt Norden, 4518 Bezugsqueiien-üerzeictinis Barlln-SOden Solliitlig, bcu 12. August 1917, nachmittags 2 Uhr: General-Berfammlung im Gcwerkschaftshause, Berlin 80, Engclufer 13, Saal 1. � Tagesordnung: 1.(Rcfchnfts.»nd Kaffcnbcricht nom 2. Ouartal 1917. 2. Bericht über den �land der Teuernugspilagc. 3. Beschluäiaisung über die Erhebung eines Extra-Kriegs- Berdands- und Lokalbcltrags. 4. BcrbandSaiigelegenbcilcn. Die wichtige Tagesordnung macht es jedem Z>>itgl!ede zur Pflicht, in diejcr Bclfanimlung zu erscheinen. Die in der C'encral- Versammlung gesntzicn Beschlüsse sind wie stets sür alle Mit- glieder bindend, jlollcgen, erscheint Mann für Mann in dieser Versammlung. Mitgliedsbuch oder SiuiiiroUfurtc berechtigt zum Eintritt. 44/ K Zbi«»ttuns. still USIIer. frimiiM.il Ma h F hdl a.• K o ronl a I w r| Zähne mit u ohne Platte, mit echtem Friedenskautschuk. Goldkronen. Brücken. Plomben. 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