ZK. NM. 54. 1«5rg. Bezugspreis: Rtctteljö�rL 3,90 TOI, mrmaiL 1�0 SW, wöchentlich SO Vfg. frei ins Haus. bormisjafilbat. Einzelne Wochentags- nummern 5 Pfz. Sonntagsnummer mit illustrierter Beilage.Die Neue Welt" lO Psch Postbezug i Monatlich ILO Ml. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2L0 Mi., für das übrige Ausland 4 Ml. monatlich. Postbestellungen nehmen an Tänemarl, Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preislifte. Erscheint täglich. Telegramm- Adrefse: .Sozialdemokrat B erlitt". Verlinev Dolk�ltlnkk. ( 5 Pfennig) Der Anzeigenpreis tekrügt f. die stebengefpaltene Kolonel- zeile 60 Pfg.„Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zu- lässig 2 fettgedruckte Worte), jedes «eitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Worts Psg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20°/» Familien- Anzeigen»l> Psg., volitische u. gcwerlschastliche Vereins- Anzeigen 40 Psg die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmitt. im Haubtgeschäst, Berlin EW. 68, Lindenstrasje 3, abgegeben werden. Geöffnet don 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratifchen parte» Deutfchlands. Reüaktion: SW. 6$, Linüenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morivpla».«r. 15190—15197. Montag, de« 13. August 1917, Expeüition: SW. H8, Linüenstcaße 3. Fernsprecher:«mt Moripplap, Nr. 15190—15197. Die Krise der Sntente-Regierungen. Vergebliche e»»glische Angriffe in Flandern — Fra»»zö fische Vorstöße in der Cham- Pagne abgewiesen— Fortschritte an der Moldaufront— Mackensen dringt nördlich Focsani vor, 9639 Gefangene. Amtlich. GrsßeS Hsuptquartier, den 12. August 1917.(W. T. B.j Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Nach den Angriffen des gestrigen Bormittags liest in Flandern der Feuerkampf nach; erst gegen Abend steigerte er sich in breiten Abschnitten wieder und blieb nachts lebhaft. Heute morgen brachen nach einstündigem Trommelfeuer an vielen Stelle« der Front starke feindliche Erkundungs- abtcilungcn vor; sie wurden Lberall zurückgeschlagen. Nördlich von Hollcbeke setzten die Engländer mehrere Regimenter zu« Stoß au; auch sie hatten keinen Erfolg und mutzten unter schwersten Bcrlustcu zurückiveichen. Bom La Bassee-Kanal bis auf das Südufer der Scarp« und nordwestlich von St. Quentin verstärkte sich zeitweilig dir Feucrtätigkeit, während der eS mehrfach zu Borfeldgefrchtrn kam. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Aisne-Front, in der Wcst-Ehampagne und auf beiden Maas-Ufern bekämpften sich die Artillerien lebhafter als in letzter Zeit. Bei Eernp-en-LaonnoiS brachen am Abend zwei französi- » sche Angriffe verlustreich zusammen; am Eornillet wurden feindliche Handgranaten-Trupps vor den von uns gewonnenen Stellungen abgewiesen. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Keine größeren Kampfhandlungen. Oberleutnant Ritter von Tutschek brachte im Luftkampf seinen 22. und 23. Gegner zum Absturz. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front des G e n e r a l f e l d m a r s ch a l l s Prinz Leopold von Bayer». Keine wesentliche» Ercignisie. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph Südlich deS Trotusul-Talcs erkämpften deutsche und ister. rcichisch-ungarische Divisionen die beherrschenden Höhcnstellun- gen und das Dorf Grozcsci/ Gegen unsere südlich des Ojtoz-Tales vordringenden Truppen führte der Feind frische Kräfte ins Feuer, die sich in oft wiederholten, erbitterten Gegenangriffen ohne jede« Erfolg verbluteten. Stockholm. tzenöersons Rücktritt unö üie paßfrage. Stockholm, 12. August.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärt s".) Hier wird der Rücktritt Hendersons dahin gedeutet, daß die englische Regierung keine Soli- d a r i t ä t mit seiner Tätigkeit auf der Konferenz übernehme. Weitergehenbe Schlüsse werden daraus nicht gezogen, insbe- sondere glaubt man nicht an eine Paßverweigerung tür die beschlossene Delegation. Amerika verweigert öie paffe. New Nork, 12. August.„Associated Preß" meldet aus Washington, daß die Regierung die Pässe für die Stockholmer Konserenz verweigern werde. Das Staats- departement sehe eine Beteiligung an einer derartigen Be- sprechung auch wciterbin als unzeitgemäß an. Unzeitgemäß,— das sagt die Regierung Wilsons, der angeblich dafür Krieg führt, daß der Krieg künftig durch Konferenzen per- mieden werde! Die erste offizielle Delegation. Stockholm, 12. August.(Eig. Drahtbericht des„Vor- wärts".) Als erste offizielle Delegation meldete sich die armenische revolutionäre Föderation an.— Tie uner- wartet große Mehrheit in der englischen Arbeiterpartei für die Beteiligung an der Konferenz erregte beim Konferenz- Heerrsgruppi de? GeneralfeldmarsHalkS von Mackensen. Die Kämpfe nördlich von Focsani dauern an. Zwischen Sercth und der Bahn nach Adjujdul Nou griffen auch gestrru Russen und Rumänen mit starken Kräften unsere Linien an. Kein Fußbreit Bodens ging uns verloren. Westlich der Eisenbahn wurde der Feind durch kraftvollen Angriff deutscher Truppen nach Norden und Nordwesten zu- rückgedrängt uud erlitt bei erfolglosen Gegenstößen blutigste Berluste. Seit dem 6. August find auf diesem Kampffckde über IZll Offiziere und mehr als sisibll Mann gefangen, 18 Geschütze und Kl Maschinengewehre erbeutet worden. Bom Sercth bis zur Donau nahm die Feucrtätigkeit erheblich zu; an der Bnzaul-Mündung wurde ein russischer An- griff zurückgewiesen. Mazedonische s�ront. Die Lage Ist unverändert. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Zlbcndbericht. Amtlich. 12. August, abends. In Flandern Artillcriefeuer wechselnde? Heftigkeit. Im Osten am Trotusul-Tal und nördlich der Susita � erflogrriche Angriffskampse. Ter österreichische Bericht. Wie«, 12. August. Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Nordwestlich von Facsani warfen unsere Bcrbündcten die Russen und Rumänen weiter zurück. Alle Versuche der Gegner, diese Front durch Masscnangriffe zu entlasten, scheiterten unter schweren Feindverlusten. Im Ojtoz-Gcbict griff südlich von Grozcsci der Feind gleichfalls mit starken Kräften an. Er vollführte stellenweise bis zu zwölf solcher Anstürme, die alle vor unseren Linien zusammenbrachen. Das Soproncr Honvcd-Regimrnt Nr. 18 zeichnete sich besonders aus. Westlich von Ocna schreiten unsere Angriffe günstig vorwärts. Grozcsci und Slanic wurden ge- nommcn. Unsere Truppen nähern sich dem Trotus-Tale. Nordöstlich von Wama in der Bukowina scheiterten meh- rere russische Vorstöße gegen unsere Höhenstcllungr». Italienischer Kriegsschauplatz. Am Jsonzo wurde die feindliche Luftaufklärung durch unsere Flieger erfolgreich bekämpft. Es wurden fünf italie- nische Flugzeuge abgeschossen, drei davon durch den Hauptmann Brumowsky. Balkan-Kriegsschauplatz. Unverändert. Der Ehef des Generalstabes. »»»»■— n»m» u komitee große Freude und gilt als bedeutende Sicherung für das Zu st an bekommen der Konferenz. Die ßranzosen für Volksabstimmung. Bern, 11. August. Wie„Temps" schreibt, fordern die ftanzö- fischen Sozialisten in ihrer Antwort auf den holländisch-flandina- vischen Fragebogen eine Volksabstimmung für E l s a ß° L o t h r i n- gen, Trentino-Triest, Litauen, Finnland, Arme- nie», die Ukraine und die Balkanvölker. Die Forderung wird von der Pariser Presse mit unverhohlener Wut besprochen. „Temps" erklärt, daß die Ausdrücke und die Perfidie der Argumente den abscheulichen Charakter des Entschlusses in nichts mildern, man könne aus den Beschlüssen sehen, wohin ein Parteifrieden, der in Stockholm von der Internationale vorbereitet werden solle, die Entente führen würde. Die rusfischen Delegierten in Italien. Lugano, 12. August.(T. 11.) Mailänder Meldungen zufolge ist der Empfang der russischen Sowjetdclcgierten sehr lauwarm aus- gefallen, weil er unter der Leitung des„Avanti" stattfand. Das kriegsfreundliche.Popolo d'Italia" hatte natürlich Störungen beim Empfang vorgesehen. Die Russen hielten vom Balkon des Palazzo Marine Reden, die von den„Avant!"leutcn beklatscht wurden, während andere dagegen demonstrierten und Rufe„Hoch der Krieg!" und„Hoch Italien!" ausstießen.„Secolo" äußert sich boshaft. Die naiven Beifallsbezeuger glaubten anscheinend, es handle sich um eine entenfcfteundlich« Demonstration. Die Russen werden also damit als„Nichtfreunde" zebrandmarkt. Llopö George, kerenski,poincare Für die Politik Lloyd Georges ist das Ausscheiden. des Arbeiter mini st ers Henderson ein � so schwerer Schlag, daß man daran zweifeln muß, ob sie ihn überstehen wird. Der englische Ministerpräsident hat in seinen Reden wiederholt die Ueberzeugung ausgesprochen, daß ohne die Arbeiter der Krieg nicht zu gewinnen sei. Wenn irgendeine Politik, so kann man die seine mit Recht als„sozialimpcrialistsch" bezeichnen, weil sie klar darauf aus- geht,'die Arbeiter von ihrer sozialen Interessiertheit am Siege des englischen Imperialismus zu überzeugen und zwi- schon ihnen und dem nationalistischen Bürgertum eine feste Brücke zu schlagen. Diese Brücke hieß aber; Henderson, und sie ist am 11. August mit überraschender Plötzlichkeit zusam- mengebrochen, nachdem die Konferenz der Arbeiterpartei auf Hendersons Rat mit gewaltiger Mehrheit die Beteiligung an der Stockholmer Friedenstagung beschlossen hatte. Man wirft Henderson vor, daß er den Beschluß zur Be- teiligung durch absichtliches Verschweigen einer wichtigen Tat- fache herbeigeführt habe. Und diese Tatsache ist allerdings so wichtig, daß sie, nachdem sie bekannt geworden ist, mich außer- halb Englands, in Rußland, schwere politischen Folgen zeitigen kann. Darüber meldet ein Londoner Telegramm ein Amster- dam vom 12. August: In einer offiziellen Bekanntmachung werden die zwischen Lloyd. George und Henderson gewechselten Briefe über den Rücktritt des letzteren mitgeteilt. Danach reichte Henderson am 11. August seine Demission ein. In dieser offiziellen Mitteilung wird ausdrücklich erklärt, daß die Ansichten der neuen russischen Regierung über Stockholm so ziemlich daS vollkommene Gegenteil derer der alten Regierung seien, und daß Henderson dieses nicht allein gewußt habe, sondern auch bei seinen Kollegen den Eindruck hinterlassen hatte, daß er seine eigenen Ansichten infolgedessen ge- ändert habe; denn die Regierung, so sagt die Mitteilung weiter, hätte vorhersehen können, daß Henderson den Plan hatte, die Ab- geordneten der Arbeiterpartei so zu nnterrichten, wie er es getan. Dann würde die Regierung andere Mittel angewendet haben, um dafür zu sorgen, daß die Abgeordneten über die wirkliche Lage nicht ununterrichtet geblieben wären. Henderson antwortete auf diese Bekanntmachung, in der er mehr als indirekt der Unehrlichkeit beschuldigt wird, mit einer Mitteilung, in der er das Publikum ersucht, sein Urteil vorläufig aufzuschieben, bis es die Tatsachen kenne. Er werde auf dem einzigen Platze, der dafür geeignet sei, nämlich im Unterhause, sprechen. Der„Nieuwe Rotterdanische Courant" meldet aus London:„Nach einer Lesung hatte Henderson seine Kollegen im Kabinett durch die Haltung überrascht, welche er auf der Konferenz einnahm, als sie ihm ein Telegramm aus Rußland mitteilten, das besagte, daß der Regierung Kerenskis dieStockholmer Konferenz gleich- gültig sei." Der„Evening Standard" berichtet, daß Kerenski in dem Telegramm auseinandersetzte, daß, obschon yran die russischen Abgeordneten nicht hindern werde, der Konferenz beizuwohnen, die russische Regierung in der Kon- ferenz doch nur ein Unternehmen einer kleinen Gruppe erblicke, und deren Beschlüsse seien für die russische Regierung in keiner Weise bindend. Der„Standard"� fügt hinzu, daß Henderson sich gegenüber seinen 5kollegen definitiv verpflichtet hatte, die Haltung der russischen Regierung auf dem Kongreß der Arbeiterpartei in London bekannt zu machen, und daß seine Kollegen überrascht gewesen seien, daß er dieses nicht getan habe. Henderson stellt jedoch in Abrede, daß er eine solche Verpflichtung eingegangen wäre. Eine zweite, noch deutlichere Botschaft Kerenskis kam, so nieldet man, zu spät, um noch auf dem Arbcitcrkougreß ver- lesen ivcrden zu können. Das vereinigte Stockholmer Komitee, nämlich das holländisch-skandinavische und das des Arbeiter- und it? o l d a t e n l a t s, hegte begreifticherwcise den dringenden Wunsch, daß sich die englische Arbeiterpartei für die Beteili- gung aussprechen möge und sah ihrem Beschluß mit der größ- ten Spannung entgegen. Inzwischen liefen von Petersburg noch London Depeschen der russischen Regierung, die das ge- rade Gegenteil von dem bezweckten, was der Arbeiter- und Soldatenrat anstrebt. So wird mit einem Male der Konflikt zwischen dem Arbeiter- und Soldatenrat und dem revolutio- nären Kabinett Kerenski zur Entscheidung reif. Aber stehen mittlerweile die Dinge in England Viel weniger kritisch? Der Beschluß der Arbeiterpartei bedeutet den Turchbruch einer M a s s e n st i m m u n g, die gegen die Politik der Regierung gerichtet ist.' Darüber darf man sich nicht täuschen lassen durch den Versuch der Führer, aus der pazifistifchep Nst eure Mionalistische Tugend zu machen. Nur um die Dache der Entente zu verfechten, die moralische Wider- stands5raft Deutschlands zu erschüttern und den Endsieg zu erleichtern, sollten nach den Ausführungen Hendersons und anderen die Engländer nach Stockholm gehen. Aber die Luft einer Friedenskonferenz ist für Absichten solcher Art un- gesund, und die Gegner der Beteiligung hatten von ihrem Standpunkt aus recht, wenn sie meinten, wer A sage, müsse auch B sagen, und wer auf die Friedenskonferenz gehe, werde nicht leicht als der Kriegsapostel, der er war, aus ihr heraus- gehen. Die Wut der Bis-anS-Ende-Krieger über den Beschluß der Arbeiterpartei ist um so verständlicher, als, wie wir jetzt erfahren, durch die Umbildung des russischen Kabinetts die Solidarität der Ententeregicrungen gegenüber Stockholm wiederhergestellt war. Diese Solidarität wird jetzt durch die Paßfrage aus eine harte Probe gestellt. Kerenski will die Konferenz nicht gerade hindern, Ribot hat es getan, Wilson tut es noch. Jetzt nimmt man allgemein an, daß die englische und die französische Regierung der Ausreise der Stockholm. Delegierten keine Schwierigkeiten in den Weg legen werden, doch läßt sich nicht sogen, worauf sich diese Zuversicht eigcnt- lich gründet. jedenfalls wird sich bis zum I. September, dem geplanten Permin der Konferenz, noch mancherlei ereignen, was das politische Gesicht Europas merklich verändern wird. Jener Tag wird vielleicht auch den Präsidenten�der französischen Republik, Herrn Poinkare, nicht mehr am Staatsruder sehen, nachdem gestern, allerdings unverbügt, gemeldet worden war, er trage sich mit Rücktrittsabsichten, und Herrn Ribot sei es nur gelungen, diese bis zum nahen Wiederzusammentritt der Kammer zu vertagen. Ein Teil der deutschen Presse hat bereits die bevor- stehende Poincarä-Krise mit hoher Befriedigung begrüßt und den französischen Ministerpräsidenten bei dieser Gelegenheit als den Houpturheber des Weltkriegs bezeichnet. Richtig ist daran soviel, daß der Sieg Poincarös über den radikalen Senator Poms im Jahre 1913 in Teutschland sehr viel zu dem Glauben beigetragen hat, der Krieg stehe vor der Türe, und der französisch-russische Zweibund gehe darauf aus, uns zu überfallen. Man hat in Deutschland für kriegerische Töne, die von fremden Staatsoberhäuptern angeschlagen werden, ein überaus feines Gehör, man hat aber manchmal vergessen, daß die anderen Völker nicht mit weniger feinen Ohren be- gabt sind. Geht Herr Poincarö wirklich, so geht er als Opfer jenes von Michaelis enthüllten Geheimvertrags mit dem Aaren, den er hinter dem Rücken seiner Regierung und seiner Kammer abgeschlossen hatte. Es geht eben nicht, daß man im Namen des Selbstbestimmungsrechts der Völker den Kampf gegen die Autokratie proklamiert, wenn man als Selbstherrscher mit einem anderen Selbstherrscher über die staatliche Zugehörigkeit fremder Volksteile selbstherrlich ver- fügt hat. Herr Poincarö hat mit seinem Geheimvertrag den französischen Sozialisten alle Triimpfe, die sie im Spiel gegen die deutschen zu besitzen vermeinten, auS der Hand geschlagen, und so ist es kein Wunder, daß die alte Gegnerschaft wieder erwacht ist. Zusammenfassend kann man sogen, daß in den letzten Tagen dieRegierungenvonEngland, Rußland undFrankreichinsWankcn gerat e n s i n d. Wäre die Henderson-Krise von alledem nur ein Vorspiel, so könnte man wohl hoffen, daß die heraufziehende Ententekrise einen Wichtigen Schritt zum Frieden bedeuten werde. Nur darf man sich die Sache nicht so vorstellen, als ob die Nachfolger vor Deutschland in die Knie sinken und um Frieden bitten werden. Eine Politik, die sich auf solchen Illusionen auf- baute, wäre gefährlich. Nie war es notwendiger als eben jetzt, in Berlin eine klare und ausdrucksvolle Friedens- Politik im Sinne deS ReichStagsbcschlusses vom 19. Juli zu treiben. Nichts wäre verhängnisvoller, als gerade jetzt in die Glut fremder Kriegsleidenschaften hineinzublasen, bis sie wieder zu Heller Flamme emporschlägt. Solches Gebaren könnte uns die möglicherweise nahende Gelegenheit verderben. diesen furchtbaren Krieg als Verteidigungskampf glücklich zu beenden._ Sriefwechsel Äopü George— henüerson. Amsterdam, 12. August. Ein Briefwechsel zwischen Lloyd George und Henderson. der sich auf den Rücktritt des letzteren bezieht, wird veröffentlicht. Henderson schreibt am 11. August, als er seinen Ruck- tritt anbot: Ich teile Ihren Wunsch, den Krieg bis zu einem erfolgreichen Ende durchzuführen. Lloyd George er- widerte, daß der König das Rücktrittsgesuch angenommen habe und fuhr dann fort: „Meine Amtsgcnossen und ich nahmen mit Genugtuung die Versicherung entgegen, daß auch Sic unverändert wünschen, uni bei der Durchführung des Krieges bis zum erfolg- reichen Abschluß zu unterstützen. Allerdings bestehen gewisic Tatsachen, über die die Oeffentlichkeit zu unterrichten wesentlich wäre, damit sie eine gerechte Würdigung der Ereignisse bieten, die »u diesem bedauerlichen Abschluß geführt haben. Erstlich wurden Ihre Amtsgenossen vollständig überrascht durch die Haltung, die Sie bei der Arbeiterkonferenz gestern nachmittag ein- genommen haben. Wie Sie wissen, standen sie angesichts der Zeit- umstände der Stockholmer Konferenz einmütig ablehnend gegenüber und Sie selbst hatten sich vor einigen Tagen berciterklärt, einer Beröffentlichung in diesem Sinne zuzustimmen. Auf Ihre An- «gung indessen und diejenige Ihrer Arbeiterkollegen hin war be- schlössen worden, solche Ankündigung bis nach der gestrigen Konfe- renz zu verschieben. Ich stand nach wiederholten Besprechungen mit Ihnen unter dem Eindruck, daß Sie beabsichtigten, Ihren Ein- flvß gegen ein Zusammentreffen mit feindlichen Vertretern in Stockholm geltend zu mmben. Wo» sich in Rustland während der letzte» Woche« ereignet hat, hat die Stellung gegenüber der Konfe- ceng wesentlich beeinflußt. Sie selbst gaben mir zu, daß was auch «imer nach Ihrer Meinung vor 14 Tagen der Grund für die Ver- p-eter auö den alliierten Ländern gewesen sein mochte, einer solchen Konferenz beizuwohnen, die Ereignisse der letzten Tage Ihnen die TorheiteineSsolchenVerfahrens gezeigt hätten. Tas war deutlich daS, wa? Sie mich glauben machten, es war auch der Eindruck, der bei Ihren AmtSgcnosien im Kabinett und Ihren Arbeiterkollegen im Ministerium zurügeblieben war. ES war da- her keine geringe Ueberraschung, als ich Ihren Brief von gestern nachmittag erhielt, der besagte, Sie müßten mich in Kenntnis fetzen, daß Sie nach sorgfältigster Erwägung zu dem Schluß gc- kommen seien, Sie könnten keinen anderen Weg einschlagen als dei dem Rat zu beharren, den Sie einen Tag nach Ihrer Rückkehr au? Rußland gegeben hätten. Sicherlich, dies war «iy Enfjchlutz. po» dem Sie das Kabinett hatten unterrichten sollen, bevor Sie zur Konferenz gingen. Als Sie auf dieser Konforenz sprachen, waren Die nicht lediglich Mitglied der Arbeiterpartei, sondern Mitglied deS für die Kriegführung verantwortlichen Kabinetts. Gleich- wohl hielten Sie es nicht für nötig, die Konferenz von der Auf- fasiung Ihrer Kollegen in Kenntnis zu setzen, und die Abgeord- neten waren dementsprechend berechtigt zu der Annahme, der Rat, den Sie gaben, wäre mit ihren(der Ministerkollegen) Ansichten nicht unvereinbar. Der zweite Punkt ist folgender: Gestern früh erhielten wir von der russischen Regierung eine sehr wichtige Mitteilung, durch die wir davon unterrichtet wurden, daß, obwohl die russische Regierung es nicht für möglich erachte, die russischen Abgeordneten von der Teilnahme an der Stockholmer Konferenz abzuhalten, sie sie als Partcisache und ihre Entscheidung als in keiner Weife bindend für die Freiheit der Regierung betrachte. Der Brief, der diese Mitteilung begleitete, enthielt diese Worte: Ich eile, Ihnen die obige Mitteilung vorzulegen, da ich fürchte, daß der bisher vorherrschend« Eindruck der war, daß, wie ein Londoner Blatt schrieb, Rußland die Stockhol- mer Konferenz eifrig wünschte und daß dieses Argu- ment vorgeschoben worden wäre, um die britische öffentliche Mei- nung zugunsten der Teilnahme der sozialistischen Arbeiterparteien Englands an der Konferenz zu beeinflussen. Sofort nach Empfang dieser Ankündigung habe ich sie Ihnen übersandt mit der Bitte, Sie möchten sie der Konferenz mitteilen. Sie habendas unterlassen. Zwar haben Sie im Verlaufe Ihrer Rede eine sehr unbestimmte Hinweisung gemacht auf„eine gewisse Aenderung" in der Haltung der rufst- schen Regierung. Aber es ist ein deutlicher Unterschied zwischen der Wirkung, die notwendigerweife auf jede Zuhörerschaft durch eine unbestimmte Angabe dieser Art hervorgerufen werden mußte, und der Mitteilung einer amtlichen Benachrichti- gung, die zeigt, daß die Haltung der russischen Regierung gegen- über Stockbolm ganz verschieden war von der, die man vermutet hatte. Unter diesen Umständen scheint Ihr Vorgehen nicht fair gewesen zu sein, weder gegenüber ver Regierung noch gegenüber den Vertretern, an die Sie sich wandten. Sie wurden in Un- kenntnis einer wesentlichen Tatfache gelassen, die ihr Urteil hätte beeinflussen müssen. In seiner Erwiderung an Lloyd George sprach sich H e n d e r- s o n gegen die Möglichkeit aus, daß seine Haltung auf der Konferenz zum Gegenstand eines Streites oder eines Tadels gemacht würde. Er könne die Oeffentlichkeit nur bitten, ihr Urteil aufzuschieben, bis sie die Tatsachen fenne. Wenn in diesem kritischen Zeitpunkte irgendeine Mitteilung über seine Stellung gemacht werden müßte, so würde sie an der geeigneten Stelle, nämlich im Unterhause, ge- macht werden, und auch dann würde sein Verhalten sich dadurch beeinflussen lasten, wie eS die Interessen der Nation bei der er- folgreichen Fortsetzung des Krieges berühren würde. die Ergebnis? e üer Londoner Konferenz. Ztzür Zerstückelung Oesterreichs— gegen Stockholm. Bern, 11. August. Wie der römische Mitarbeiter der „Stampa" meldet, läßt sich das Ergebnis der Londoner Kon- ferenz in folgende drei Punkte zusammenfassen: Erstens, der italienische Gesichtspunkt über die Zerstückelung Oesterreichs habe in englischen amtlichen Kreisen Raum gewonnen, zweitens die Wahrscheinlichkeit einer italienisch- serbischen Verständigung betreffend die Ädriaprobleme sei'ge. schaffen, drittens eine Vereinbarung der Entente- regierungen, jeden Akt, der die Zustimmung oder Be- teiligung an der Stockholmer Konferenz bedeuten würde, zu untersagen, sei getroffen worden. die Militärüiktatur in Nußlanü. Tie Offensive, die Kerenski, der Lockung der Entente folgend, zum höberen Ruhm der russischen Freiheit anordnete. erweist sich von Tag zu Tag mehr als der s ch w e r st e S ch l a g, der bisher gegen die junge russische Freiheit geführt wurde. Es war eine widersinnige These, durch die Macht der Waffen einen Frieden herbeiführen zu wollen, der in seinem Inhalt gerade das Gegenteil eines Gewaltfriedens sein sollte. Der Widersinn rächt sich jetzt an denen, die ihn gutgläubig hin- nahmen. Die gescheiterte Offensive Brussilöws zog die deutsche Gegenoffensive nach sich, die russische Niederlage führte zur Diktatur, und diese unterscheidet sich vielleicht noch im Willen, aber gar nicht mehr in Mitteln und Methoden vom alten Zarismus. Die revolutionären Errungenschaften fallen Glied für Glied den Anforderungen der Militärdiktatur zum Opfer, Vereins- und Versammlungsfreiheit perschwinden, die Todesstrafe ist wieder eingeführt, die Rechte der Soldaten in der Armee hören aufj— an der russischen Freiheit wird ein- mal wieder der tiefe Sinn des alten Bibelwortes wahr: wer zum Schwerte greift, kommt dadurch um. Kerenski mag sich damit entschuldigen, daß die jetzigen Umstände solche Maß- nahmen nötig machen. Die Antwort der Geschichte wird lauten: diese Umstände wären nicht eingetreten, hätte das freie Rußland sich nicht zu einer Offensive verleiten lassen, die gegen den Sinn der Freiheit verstieß. Petersburg, 11. August.(Meldung der PeterSbueg-c Tele- graphcn-Agcntur.) Die Regierung hat für die Tauer des Krieges den Ministern des Innern und des Krieges daS Recht verliehen, alle Versammlungen»nb Kongresse zu verbieten oder zu schlichen, die vom militärischen Standpunkt oder vom Standpunkt der öffentlichen Sicherheit aus eine Gefahr be- deuten können. Petersburg, 12. August.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Der Geschäftsträger im Kriegsministerium General Sawankoff erklärte einem Vertreter der„Jwestija", deS Organs deS Arbeiter- und Soldatenrates, feine erste Sorge fei die Wiederherstellung einer eisernen MannSzucht im Heer. Aber Mannszucht erfordere vor allem Autorität, und diese, könne durch die Einrichtung von Regierungsbevollmächtigten bei der Armee gesichert werden. Weder daS Oberkommando noch gewählte Ausschüsse, die sich auS wechselnden Personen zusammenfetzten, könnten die Kampskraft und die MannSzucht heben. Die Zuständig- keit der Bevollmächtigten werde sich in Zukunft auf eine autonome Verwaltung des HeercS und auf eine Beaufsichtigung ihres poli- tischen LebcnS erstrecken, aber das Oberkommando werde die ausschließliche Verfügungsgewalt über die Kampfhandlungen behalten. Mit Rücksicht auf die Not- wendigkeit einer strengen Nachprüfung der Todesurteile würden die Bevollmächtigten derartige Urteile zu bestätigen haben. Sawankoff bezeichnete es als notwendig, alle für die Ver- waltung wenig vorbereiteten und militärisch unfähigen Vorgesetzten auszumerzen. Ebenso müßten in der Arme« alle Elemente der Zersetzung und alle maximalisti- schen Strömungen aufs wirksamste und strengste bekämpft werden, Ate Tubasternofsiziere hätten im allge». meinen bemerkenswerte Beweise für verwaltungsmäßiges und mili-' tärifcheS Können geliefert. ES fei daher zu hoffen, daß die höheren Kommandostellen durch junge Offiziere aufgefüllt werden könnten. In diesem Sinne müsse die Entscheidung KerenskiZ, die Beförde- rungen ausschließlich von der Erprobtheit im Kampfe und dem Grade der Ausbildung in der Verwaltvung abhängig zu machen. gebilligt werden. Petersburg, 12. August.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Ter Befehlshaber an der Südwestfront General Vluieff ist zum Befehlshaber der Westfront ernannt worden. Der ehemalige Generalstabschef des Generalissimus und spätere Befehlshaber an der Westfront General D i n i k i n e ist zum Be- fehlshaber der Südwestfront ernannt worden. Petersburg, 11. August.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Der Zentral-VollziehungSausschuh der Räte der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernvertreter hat beschlossen, eine große Konferenz der Vertreter aller soziali- st i s ch e n P a r t ei e n und der Arbeiter- und Handwerkerverbände einzuberufen zur Erörterung der Frage, was die Demokratie tu.» müsse, um den militärischen Zusammenbruch Ruß- lands zu beschwören. diktaturjuftiz nach zarischem Spftem. Stockholm, 12. August 1917.(Eig. Trahtbericht de» „Vorwärts".) Wie das Covjet-Bulletin mitteilt, lenkt das ZentralkomiteedesArbeiter-undSoldat en. r a t s die Aufmerksamkeit der Regierung auf die dringende Notwendigkeit, ein Gesetz zu erlassen, wodurch die Ver- t e i d i g u n g schon im Stadium der Voruntersuchung zu- gelassen wird. Bis zur Verwirklichung eines solchen Gesetzes schlägt des Zentralkomitee vor, seine Delegierten in die Unter- suchungskommission für die Ereignisse vom 16. bis 18. Juli zuzulassen. Das Zentralkomitee protestiert ent- schieden dagegen, daß Materialien aus der Vorunter. suchung über diese Ereignisse vor der Beendigung dieferVoruntersuchungveröffentlicht werden. Das Zentralkomitee erblickt darin eine d i r e k t e G e s e tz e s- Verletzung und ein furchtbaresZeick�en dafür, daß die neuen Gerichte die schlimmsten Seiten desalten Schtscheglowitowschen Gerichts über- nommenhat. Es wird gefordert, daß die Untersuchungs- gewalt unbedingt streng im Raum des Gesetzes gehalten und daß jede Verletzung des Gesetzes geahndet werde. Der rumänische in Rostow. Petersburg, 12. August.(Meldung der Petersburger Telegrophen-Agentur.) Der Bevollmächtigte der Einstweiligen Regierung in Rostow am Don ist beauftragt worden, über die Möglichkeit der Unterbringung des rumänischen Hofes i n R o st o w Auskunft zu geben. Konig Georg an Kerenski. London, 11. August.(Reuiermeldung.) König Georg haj an den russischen Ministerpräsidenten folgende Depesche gerichtet: Zu Beginn des vierten Jahres des großen Kampfes, der noch immer wütet, und in dem Augenblicke, wo Sie wieder zur Führung des freien russischen Volkes berufen sind, habe ich den Wunsch, Ihnen zu versichern, daß das englische Volk niemals in seinen Anstrengungen gegen unsere gemeinsamen Feinde er- matten wird. In den vereinten, von den Alliierten entschlossen angewendeten Kräften wird die Sicherheit für einen ehrenvollen Frieden und für die Freiheit der Welt gefunden werden. Ich würdige alles, was Rußland jetzt zu ertragen hat, aber ich habe den Glauben an feine Kräfte, den furchtbaren Schwierigkeiten in dieser Stunde der Prüfung zu be- gegnen und sie zu überwinden. Gisenbahnerstreik in Spanien. Madrid, 11. August.(Meldung der Agence HavaZ.) Die Eisenbahner sind am 19. August abends auf dem Nordbahn- Hof in den Ausstand getreten. DaS organisierte Personal hört« mit dem Dienst auf. Es wurden unverzüglich Maßnahmen er- griffen. Die Ausständigen erklärten, daß sie dem Ausschutz ge- horchten. Die Schnellzüge zwischen Jrun und Hendahe werden verkehren. Während der ganzen Nacht herrschte auf den Bahn- Höfen in Madrid Rube. ES kam zu einigen Verhaftungen wegen der Verteilung von Pamphleten. Auf dem Nordbahnnetz ist der Verkehr normal, Güterzüge fahren nicht. In der Provinz herrscht vollkommene Ruhe. Madrid, 12. August.(Meldung der Agence HavaS.) Auf dem Nordbahnnetz hält der Verkehr mit einiger Regelmäßigkeit an. In Valladolid wurden Arbeitergruppen durch die Polizei zerstreut. Einige Teilnehmer der Kundgebung wurden verletzt. Im Bezirk Bilbao �ourde eine gewisse Gärung beobachtet; besonders in Mirando wurden alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. In Leon vertrieb die bewaffnete Macht die AuS- ständigen, die die Absicht bekundeten, in den Dahnhof einzudringen. Zur Kriegslage. Verlin, 12. August. An der Flandernfront war daS feindliche Artilleriefeuer am Vormittage des 11. August bei trübem Wetter, abgesehen vom Abschnitt östlich lypern, weniger lebhast. Erst gegen Abend frischte eS wieder auf und steigerte sich an einzelnen Ab- schnitten zur alten Heftigkeit. Auf Drie Grachten lag starkes feind- licheS Minenfeuer. Eine in der Nacht nach starkem Feuerüberfall gegen Rattevalle vorgehende starke Patrouille wurde abgewiesen. Von Morckem bis zum Kanal van Hollebeke setzte kurz nach 6 Uhr morgens heftige? Trommelfeuer ein, daS über eine Stunde anhielt. Während des Trommelfeuers brachen die Engländer in D i v i- s ionenbreite bei Hollebeke vor, wurden jedoch unter erheblichen Verlusten zurückgeschlagen. Auch mehrere in diesem Abschnitt vor- gehende starke Patrouillen hatten nicht den mindesten Erfolg. Nördlich St. Ouenlin gelang eS dem Gegner nach einhalbstün- digem Zerstörungsfeuer auf unsere neuen Gräben unsere vorderste Linie um etwa 59 Meter zurückzudrängen, während wir einen starken Partouillenvorstoß an der Straße Combrai-Dapaume zurückschlugen. An der lothringischen Front wurden in der Nacht vom 19. zum 11. August die Werke von Neuves-Maison. Pompey, Dieuloard von unseren Zerstörungsgeschwadern mit erkennbarem Erfolge bom- bordiert. Von der Ostsee bis zum Pruth außer zeitweisem Auflebe« deS Feuers bei Dünaburg, am Stochodbogen bei Husiathn und Dojan kein« besonderen Ereignisse. Zwischen Solls und Moldawatal wurden mehrere feindliche stärkere Vorstöße abgeschlagen. Ein nach zweistündiger Artillerievorbereitung vorgetragener dreimaliger hef- tiger feindlicher Angriff gegen die Höhe Stermnia blieb blutig liegen. Außerordentlich schwere Verluste erlitten die Gegner bei ihren w ü- tenden Gegenangriffen beiderseits des Oituz. Zwölf Jetniliijje Gegenangriffe fihirSen bisher blutig abgewiesen, ebenso' blieben die tief gegliederten feindlichen Sturmwellen, die nördlich des Oituz, westlich von NiocreSci vorgingen, in unserem Feuer liegen. In den heftigen Kämpfen nördlich Focsani bewiesen unsere Truppen die alte Tapferkeit. Der Feind erlitt abermals schwerste Verluste. Französischer Heeresbericht vom 11. August nachmittags. Nördlich von St. Ouentin machten wir merkliche Fortschritt« in der Gegend von Fayet und warfen den Feind aus dem größten Teil der Grabenstücke, in denen er in der Nacht zum 10. August Fuß gefaßt hatte. Wir machten etwa IS Gefangene. Südlich von AilleS setzte uns ein glänzender Angriff in den Besitz eines wichtigen, vom Feinde kräftig verteidigten Schützen- grabens. Unsere Truppen leisteten mehrersn Gegenangriffen Widersland und hielten ihre neuen Stellungen. Wir machten etwa 10 Gefangene. In der Chavpagne mochten die Deutschen nach einer Artillerie- Vorbereitung auf einer Front von drei Kilometern Breite gleich- zeitig mehrere Angriffe in der Gegend des Cornilletberges. Oest- lich und westlich von ihm hielt das Feuer die feindlichen Sturm- wellen, die schwere Verluste erlitten, glatt an. Nördlich vom Cor- nillet gelang es dem Feinde, in die vordere Linie einzudringen, aber ein energischer Gegenstoß gab uns das verloren« Gelände zurück, mit Ausnahme von ungefähr SO Metern, die nach von den Deutschen besetzt gehalten werden. In der Gegend des Helmberges vernichtete einer unserer Erkundungstrupps bei einem Einfall in die deutschen Linien eine feindliche Arbeiterabteilung. Deutsche Flugzeuge warfen in der vergangenen Nacht Bomben in der Gegend von Nancy ab. Kein« Opfer und wenig bedeutender Schaden. Französischer Heeresbericht vom 11. August abends. In Belgien ist der Artilleriekampf im Laufe des Tages nördlich von St. Ouentin sehr lebhaft geblieben. Ein neuer Angriffsversuch der Deutschen gegen unsere Stellungen östlich von Fayet wurde durch unser Feuer glatt angehalten. In der Champagne war die beiderseitige Ar- tillerietätlgkeit im Hügelgelände in der letzten Nacht etwa? ver- mindert. Zur selben Zeit, als die Deutschen erfolglos im Cornillet- Abschnitt angriffen, griffen sie zweimal unsere Gräben am Hoch- berg an. Unter Feuer genommen, mußten die Angreifer in ihre AuSgangSgräben zurückfluten. Andere Angriffsversuche am Blond- berge hatten dasselbe Schicksal. Auf der übrigen Front zeitweilig unterbrochene Artillerie-Unbernehmungen. Im Laufe des 10. August wurden zwei deutsch« Flugzeuge von unseren Fliegern abgeschossen; zwei andere Flugzeuge wurden bs- schädigt und gezwungen, in ihren Linien zu landen. Unsere Bombardierungsflugzeuge führten verschieden« Teilunternehmungen aus. Auf das Fluggelände von Schlettstadt und die Waldlager von Houlthoust wurden zahlreiche Geschosse geworfen. Bericht der Orientarmce vom 10. August: Mäßige Achillerietätigkeit an der ganzen Front. Mehrere bulgarisch« Ab- teilungen, die an die serbischen Gräben heranzukommen versuchten, wurden zurückgeschlagen. Englische Flugzeuge bombardierten feindliche Luftschiffhallen in der Gegend von Drama. Englischer Heeresbericht vom 11. August nachmittags. Um den Besitz des wichtigen Boden», den wir östlich von Dpern genommen hatten, fand gestern abend ein wilder Kampf statt. Sechsmal ging der Feind zum Angriff vor, jedesmal wurde er durch unser Feuer zurückgetrieben. Wir hielten alle unsere Stellungen und haben außerdem in der Umgebung der Straße Npern— Menin Boden gewonnen. Südlich von Armentteres machten wir gestern abend einen Einfall in die feindlichen Gräben. Der Krieg auf öen Meeren. Verstärkte japanische �flottenhilfe. London, 11. August. lMeldung des Reuterfchen Bureaus> Der japanische Marineattache teilt mit, daß sich neue japani- sch« Schiffseinheiten mit denjenigen der Alliierte« in Europa vereinigt haben. Ei« Generaldirektor der französische« Unterseeboot- kriegführung. Paris, 12. August. sHavas.) Konteradmiral Salun ist zum Generaldirektor der Unterseebootkriegführung ernannt worden. Konteradmiral Merveilleux-Duvignaux ist zum Befehlshaber der Stützpunkte der Orient-Dtvifion ernannt worden. Tie U-Boot-Gesahr bleibt ernst. Bern, 11. August.„Figaro" stellt fest, daß die Zahl der von den U-Booten versenkten Schiffe zwar nicht wachse, daß aber die U-Boote immer mehr Schiffe mit großer Tonnage angreifen. Die Deutschen scheinen jetzt ihre Opfer auszusuchen, wodurch die Vernichtung deS Schiffsraums bedeutender geworden fei. Die U-Boot-Gefahr bleibe daher unverändert ernst. Tie Verluste der dänischen Handelsflotte. Kopenhagen, 11. August.„Berlingske Tidende" meldet: Die Kriegsvcrluste der dänischen Handelsflotte betragen seit 1. August 1014 186 Schiffe, 68 Millionen Kronen wurden als KriegSverfiche- rungSbeträge ausgezahlt. 1914 gingen 7, 1915 2Z, 1916 56, in der erften Hälfte 1917 100 dänische Schiffe verloren. Kleine Kriegsnachrichten. Die Kriegsbeute dreier Jahre. Am Ausgang des dritten Kriegs- jahres wurde als Kriegsbeute festgestellt(bis zum 26. Juli 1917): 12 156 Geschütze, 4 931 056 scharfe Schüsse bzw. Geschosse, 10 640 Munition?- und andere Fahrzeuge, 3216 Protzen, 1 655 805 Ge- wehre, 155 829 Pistolen und Revolver, 8352 Maschinengewehre, 2298 Flugzeuge, 186 Fesselballons, 3 Lenkluftfchiffe. Diele Zahlen enthalten nur die nach Deutschland zurückgebrachte Beute, während außerdem eine auch nickt annähernd zu be- stimmende Anzahl Geschütze, Maschinengewehre usw. sogleich im Felde in Gebrauch genommen worden ist. Der amerikanische Lrbensmittelkontrolleur. Washington, den 10. August. lReutcrmeldung.) Amtlich wird die Ernennung von Hoover zum LebenSmittelkontrolleur bekannt gemacht. Englische 5-Milliarden-Anleihe. London, 10. August.(Meldung deS Reuterfchen Bureaus.) TaS Unterhaus, das sich demnächst bis Mitte Oktober vertagen wird, hat in zweiter Lesung eine Vorlage angeiwmmen, die die Regierung ermächtigt, eine Anleihe bis zur Höhe von 250 Millionen Pfund Sterling auf. zunehmen. Bonar Law erklärte, daß, falls sich nicht etwas Un- vorhergesehenes ereigne, keine Anleihe während der Zeit der �Vertagung aufgelegt werden würde. Einigung zwischen arnerikanischcn Seeleuten ttnd Reedern. New Dork, 10. August.(Meldung des Reuterfchen Bureaus.) Zwischen den Seeleuten und ihren Arbeitgebern ist über die Löhne und die Arbeitsbedingungen eine Verständigung erhielt worden. Durch diese Lösung der Frage werden g c- nügende Arbeitskräfte erlangt für die große Han- d« l k f l o t t e, die das Land zu bauen im Begriff ist. Michaelis und Schiffer über die künstige Steuerpolitik. Der Kanzler und der neu ernannte parlamentarische Unterstaatssekretär im Reichsfchatzamt, der frühere national- liberal� Reichstagsabgeordnet? Schiffer, sind gleichzeitig über die künstige SteüergesetzgebüNg näch dem'Kriege befragt ivor-' den und haben ihre Pläne vorerst natürlich nur in allgemeinen Redewendungen dargelegt. Herr Schiffer will lieber wenige große als viele kleine Steuern; er will Steuerpsychologie treiben und durch möglichst unbemerkbare Steuern einer Per- ärgerung der Steuerzahler vorbeugen(die Frage ist nur: wie?); er will serner und vor allem daB Wirtschaftsleben schonen und dafür sorgen, daß die Industrie nicht erdrosselt werde. Monopole will er nur äußersten Falls gut- heißen. Nur um eine Kleinigkeit einsichtiger hat Dr. Michaelis gesprochen. Die unmittelbaren Kriegssteucrn auf Einkommen und Vermögen könnten nicht ausreichen, meinte er. Um die Bedürfnisse des Reiches zu befriedigen, will er ihm bei der Rohstoffversorgung größere Einnahmequellen erschließen, und er hofft, daß die Einzelstaaten keinen Widerspruch dagegen er- heben werden. Die fiskalische Ausnutzung der Rohstoffver- sorgung werde die Bevölkerung, obwohl dadurch der Verbrauch belastet werde, hinnehmen müssen, einfach weil die Notwendig- keit dazu zwinge. die �Unabhängigen� und die rujstsche Offensive. Die„Leipziger Volkszeitung" weist eine in ber bürgerlichen Press« verbreitete Meldung zurück, die der„Rußkisa Wjedomosti" entstammt. Nach dem russischen Blatt soll das sozialistische Mitglied der Moskauer Stodwertrctung Minor geäußert haben: „Unsere letzte Offensive zieht nach Meinung der deutschen sozialistischen Minderbeit— LedebourS, Haafes. KauiskYS und Cohns— den Krieg nicht nur in die Länge, sondern im Gegen- teil, sie verleiht der deutschen Demokratie noch mehr Kraft zum Kampfe für den Frieden. Und die letzten Ereignisse in Deutsch- land überzeugen auch unS von der Richtigkeit dieser in einer Be- sprechung zu Stockholm verlautbarten Ansicht." Die„Leipziger Volkszeitung" erNärt diese wirklichen oder an- geblichen Behauptungen für absolut unwahr. Insbesondere habe Ledebour in Stockholm rückhaltlos zum Ausdruck gebracht, daß er die russische Offensive vom sozialistischen wie vom allgemeinen politischen Standpunkt aus scharf verurteilt. Karl Liebknecht. Nachdem eine betriebsame Berichterstattung zuerst Viktor Adler, dann Friedrich Adler hatte lebensgefährlich erkranken lassen, meldet jetzt B. T. B. aus Kopenhagen: Aus Amsterdam wurde der„Berlingske Tidende" zufolge nach Paris telegraphiert, daß Karl Liebknecht in der Kranken- abteilung seines StrafgefängniffeS im Sterben liege. Auch diese Nachricht ist erfreulicherweise frei erfunden. Kundgebung für den frieden. In Posen veranstaltete die sozialdemokratische Parteiorgan!- satton gestern mittag eine Versammlung, in der Genosse Molken- buhr über das Thema:„Frieden, Freiheit und Recht" sprach. Obwohl am Orte kein Parteiblatt besteht und die Anzeige nur im Inseratenteil einiger bürgerlicher Blätter erfolgen konnte(die polnisch-demokratische Presse hatte die Aufnahme einer Anzeige abgelehnt), war die Versammlung massenhaft besucht. Sie zollte den Ausführungen des sozialdemokratischen Redner?«in- mütigen und stürmischen Beifall. Eine Unterredung mit Dr. August Müller hat ein Dertteter be»„Berl. Börsenkurier" gehabt. Danach soll der neue Unterstaats- sekretär im ReichSernährungSamt gesagt haben, er sei zwar Sozial- demokrat, wisse aber nicht, ob er Mitglied der sozialdemokratischen Partei sei, zumal seine Zugehörigkeit von manchen bestritten wor- den sei. So kann sich natürlich niemand aussprechen, der die sozial- demokratische Partei kennt, und Dr. Müller hat eS auch nicht getan. In Wirklichkeit enttichtet er seine Parteibeittäg«, ist also nicht nur „Sozialdemokrat", sondern auch eingeschriebene»„Mitglied der sozialdemokratischen Partei". Zehler öer(dbstbeschlagnahme. Von Hermann Krätzig Den skandalösen Zuständen in der Versorgung der großstädti- schen Bevölkerung mit Obst soll, wie die Zeitungen berichten, durch die Beschlagnahme de» Obste» ein Ende gemacht werden. Man darf wohl sicher sein, daß diese ZeitungSmeldung auch von denen mit recht gemischten Gefühlen aufgenommen worden sein wird, die prinzipiell auf dem Standpunkt stehen, daß RahrungS- mittel von der Wichtigkeit unseres ObsteS durch Beschlagnahme für den Bedarf der Allgemeinheit gesichert werden müssen, wenn sich ergibt, daß diese Sicherung auf andere Weise nicht erreicht wird. Wer sich erinnert an die Obstbeschlagnahme und ihre Folgen im vorigen Jahre, der wird auch als Befürworter der Beschlag- nähme die Sorge nicht los, daß wir nun höchstwahrscheinlich nach erfolgter Obstbeschlagnahme mit der Obstversorgung auS dem Regen in die Traufe kommen werden. Man geht nicht zu weit, wenn man sagt, daß im vorigen Jahre durch die unsachgemäße Durch- führung der Beschlagnahme eine geradezu katastrophale Vernichtung eineS großen Teiles der Obsternte verursacht worden ist. Fachleute schätzen da? infolge der fehlerhaften Durch- führung der Beschlagnahme verfaulte Obst auf ein Drittel der ganzen vorjährigen Obsternte. Dabei hatten wir im Vorjahre eine Rekordernte in Aepfeln und Pflaumen. Z&cnn eS nun in diesem Jahre bei der erheblich kleineren Aepfel- und Pflaumenernte wieder zur Beschlagnahme kommt und wieder solche Fehler gemacht wer- den, so kann sich jeder leicht vorstellen, daß wir dieses Jahr über- Haupt kein frisches Obst mehr zu sehen bekommen. DaS gleiche dürfte der Fall fein mit der Marmelade. Darin lag eben der Hauptfehler, daß die Organe, welche die Beschlagnahme durchzuführen hatten, von vornherein ganz außer- stände waren, die Sorgfalt aufzuwenden, die nötig ist, um da» leicht verderbliche Obst rechtzeitig in den Konsum oder zur Ver- arbeitung zu bringen. Dazu war das Gebiet, welches die Bevoll- mächtigten überwiesen bekamen, meist viel zu groß. Meist waren die Bevollmächtigten sogenannte Obstgroßpächter, die beauftragt waren, sämtliches beschlagnahmte Obst in dem ihnen zugewiesenen Bezirk für den Staat zu sichern. Für die an Obst so reiche Provinz Schlesien sollen nur 25 bis 30 solche Bevoll- mächtigst bestellt gewesen sein. Persönlich konnten sich diese Be- vollmächtigst« gar nicht um die pflegliche Behandlung deS Obstes kümmern; die kaufmännische Seite der Sache nahm sie völlig in Anspruch. Damit war dem beschlagnahmten Obst der letzte Rest der Sorgfalt eines persönlichen Jnteressenstn verloren gegangen. Diese Sorgfalt spielt aber bei der Bewirtschaftung deS Obstes eine große Roll«. Will man daS Obst einer Plantage oder Allee richtig betmrtfchaflen, so muß man vor allem Kenntnis der Obst- sörken und' ihrer Eigenschaften besitzen. Man muß wissen, wie die Reihenfolge der Reife ist und welche Sorten keine lange Lagerung vertragen. Bei vielen Sorten hängt auch die Tauer der Lagerung erheblich ab von der Sorgfalt, mit der das Obst vom Baum genommen wird. Vorsichtig abgepflücktes Obst hält eine viel längere Lagerung aus wie solches, das unvor- sichtig gepflückt, d. h. geworfen oder gar geschüttelt wird. Jeder Obstzüchter bzw. Pächter weiß, daß fremde Personen nicht so sorg- sältig bei der Obsternte verfahren wie diejenigen, die ein pcrsön- liches Interesse an der guten Beschaffenheit des Obstes haben. Das Verhängnis der Beschlagnahme nahm nun in etwa folgender Weise seinen weiteren Verlauf: Da der Bevollmächtigst den großen Bezirk nicht bearbeiten konnte, so stellte er Personen an, welche die Obstbesitzer des Bezirkes aufzusuchen hatten, um das beschlagnahmte Obst zu den festgesetzten Preisen zu erwerben. Die Obstbesitzer waren nicht besonders erbaut von dieser Maßregel. Ihre Sorgfalt wandle sich fortan meist nur den Obstsorten zu, die sie für den eigenen Bedarf behielten. Wie das billige Regierung?- obst von den Bäumen kam, war ihnen ziemlich gleichgültig. Es wurde wohl herunter gemacht, aber man frage nur nicht wie? Da? heruntergemachte Obst wurde meist im Freien über einen Hausen geschüttet und harrte nun der Anweisung der Versendung durch den Bevollmächtigten. Der aber kam mit der Organisierung der Ver- sendung nicht durch; teils, weil eben der Bezirk zu groß war und ihm die Sache über den Kopf wuchs, teils, weil auch ihn die staat- lichen Abnahmestellen mit dem Abruf der Ware im Stiche ließen. Und so blieb eben das meist noch der schlechten Witterung ausgesetzte Obst in den Schanzen liegen und verfaulte massenhaft. Nach einiger Zeit sah man auch„oben" ein, daß man die so glänzende Obsternte durch die Fehler bei der Beschlagnahme dem völligen Verderben ausliefere, und so hob man die Beschlag- nähme auf. Am besten sind im vorigen Jahre die Bevollmächtigten davon- gekommen. Sie haben Millionengewinnc cinge- h e i m st. Als die Beschlagnahme aufgehoben war, verfügten sie über ungeheure Mengen guten Obstes. Sie hatten es verstanden, den staatlichen Abnahmesstllen zunächst das ausgelefenc minderwertige Obst zu liefern. Ihnen, die ja selbst große Pächter staatlicher und kommunaler Obstnutzungen waren, blieben nun die guten Tafcläpfel, die sie nicht etwa dem Konsum zuführten, sondern zurückhielten und einkellerten, mit der Motivierung, daß diese Aepfel, für die ja Höchstpreise nicht bestanden, nach Weihnachten pro Zentner 120 b i§ 150 M. bringen würden. Und die Herren Großpächter haben sich nicht geirrt. Der Leiter der ReichSstelle für Obst hat ja in der Obstzüchterver- sammlung am 8. August d. I. hier in Berlin gesagt, daß sogar 200 Mark für den Zentner WirtschaftSobst gezahlt worden sind. WaS ergibt sich nun auS solch schlimmen Erfahrungen für die eventuell bevorstehende Obstbeschlagnahme? Sie darf nicht unter- nommen werden, ohne eine gute Organisierung der Einbringung und Verwertung der Obsternte. Dazu ist nötig, daß mit der Ansicht gebrochen wird, die Durchführung n u r mit wenigen Grotzpächtern, als Bevollmächtigte, vorzunehmen. Zu der Durchführung müssen möglichst viel sachvcr- ständige Personen herangezogen werden. Diese Personen müssen den Nachweis bringen, daß sie über genügend ge- eignete Geräte und Aufbewahrungsräume verfügen, um die Ernte voll bergen und gut aufbewahren zu können. Zu dem Zwecke ist es nötig, daß ihnen möglichst kein größeres Gebiet anvertraut wird, wie sie so beaufsichtigen können, daß be: der Bergung und pfleglichen Behandlung der Ernte i h r e I n i t i a- t i v e dahintersteht. Richtig wäre eS, die Obstnutzung einer Kreisverwaltung in so kleine Lose zu zerlegen, daß die kleinen Pächter mit- bieten können, und jeden vom Bieten bei weiteren Auktionen auszuschließen, der schon ein Los ersteigert hat. Damit würde erreicht, daß das Obst alles gut abgeerntet wird und, was die Hauptsache ist, daß das Obst mit Hilfe der vwlen Kleinpächter i n weit mehr Kanäle geleitet würde, als wie es durch die wenigen Grohpächter geleitet wird. Vermehrte Stellen für das Angebot von Obst würden natürlich auch mehr wie jetzt Aussicht bieten auf ein Sinken des Preises, wo die verhältnismäßig wenigen Großpächter die Preise bestimmen können. Mit Hilfe der Kommunalbehörden würde es ein leichtes fein, festzustellen, wer bei der Obstbeschlagnahme von den sich meldenden Obstpächtern bzw. Obsthändlern die Fähigkeiten, Geräte und Auf- bewahrungSgelegenheiten besitzt, die erforderlich find, um ein er- folgrciches Gelingen der Beschlagnahme zu gewährleisten. Kann man diese Vorbedingung für die Beschlagnahme nicht schaffen, dann wird sie der Allgemeinheit nicht zum Nutzen, sondern zum Schaden sein. Letzte Nachrichten. KerenSki scheut bot keinem Schritt zurück. Kopenhagen, 12. August. Nach einer Meldung aus Petersburg hat KerenSki an sämtliche Militärgouverneure und höheren Bc- sehlShaber der Truppen die Aufforderung gerichtet, bei der Auf- rechterhaltung der Ordnung und der Disziplin im Heere vor keinem Schritt zurückzuschrecken. „Nowoje Wrcmja" zweifelt daran, daß die Vertreter der ver» schiedenen Parteien in der Regierung auf die Dauer die Einig- keit bewahren können, und die gleiche Auffassung bringt das Blatt „Nowoja Schien", das Organ Maxim Gorki», zum Ausdruck. DaS Blatt sagt, daß die Regierung nicht die Bedingungen einer wirklich nationalen Regierung erfüllt und daß sie in Wirklichkeit nur die Wiederholung der vorigen Regierung sei. Staatliche Vrotbetbilligung in England. Bern, 12. August. Gemäß der kürzlich erfolgten Ankündigung RhondaS wird vom 15. August ab in England daS Dierpfundbrot zu dem Einheitspreis von 9 Pence verkauft werden. Diese Maßnahme, zu der sich die Regierung entschließen mutzte, um dem VolkSunwillen über die durch den Krieg, insbesondere durch den Tauchbootkrieg verursachte Lebensmittelteuerung zu steuern, ist selbstverständlich nur durch dedeutende staatliche Zu- schüsse unter llebcrnahme aller größeren Müblen durch da» Nahrungsmittelamt durchführbar. Nach einer Berechnung deS früheren Schotzkanzler» McKenna wird dem britischen Staatssäckel diese Erkaufung des inneren Friedens jährlich 38 Millionen Pfund Sterling kosten. Zugzusammcnstost. Homburg, 11. August. Mittags ereignete sich bei Bonames ein Zusammenstoß zwischen einem Zug der elektrischen Bahn Frankfurt- Homburg und einem Arbeiterwagen der elektrischen Straßenbahn, wobei zebn Personen verletzt wurden. Vier Arbeiter, die schwer verletzt sind, wurden in» Krankenhaus gebracht. GroMerlln wanöervolt. talbwfichsige find es. Mädel und Jungen auS Arbeiter lcinbürgerkrcisen. die den freien Tag drauszen in der Natur genießen wollen. Die verstaubten Werkstätten und Verkaufshallen liegen hinter ihnen. Wer sechs Wochentage hindurch sich nach besten Kräften gemüht, darf und soll sich des siebenten freuen, namentlich wenn er jung ist! Und so sind sie denn gleich des Sonnabendsabends hinausgezogen ins sommerliche Land: der Rucksack drückte nicht allzu sehr die jungen Rücken, denn die zugezählten Brotschnitte und das Tütchen mit Kaffee-Ersatz lassen sich in diesen Kriegszeiten noch immer leicht tragen. Ein Stück weit wurde gefahren. AuS der Bannweite der Großstadt mußte man erst einmal heraus. Dann aber winkten, umwoben von den Schleiern des finkenden Abends, Wald und Feld, Wiesen und Auen. Ein Ziel hatte man sich wohl gc steckt, aber kein Kilometerjagen war es, mit dem man es er reichen wollte. Naturgenuß suchten die städtischen Arbeiter linder, nicht sportmäßige Betätigung! In einem DorfgasthauS wurde bei hereinbrechender Nacht Halt gemacht; die Mädel schlüpften in den Fremdenkammern unter, die Jungen stiegen auf den Heuboden. Die Neck- und Scherzworte verflogen bald. Der Aufbruch war zeitig ange- setzt. Da galt eS schlafen, Kräfte sammeln für den kommen- den Tag! Und als die Sonne kaum wieder aufgegangen war, da standen sie auch schon am Brunnen und rieben sich mit den kalt-nassen Handtüchern den letzten Schlaf aus den Augen. In den jungen Morgen hinein ging nun die Wanderfahrt. Die Nebel stiegen und zergingen vor dem immer stärker werdenden Sonnengesunkel. Vogelstimmen lockten durch den Wald. Die Käfer summten und die Eidechsen raschelten in der jungen Sonne. Run konnten und mochten auch die jungen Menschen nicht mehr schweigen. Eine helle Mädchen- stimme jubelte die ersten Töne eineS Liedes, und bald fielen auch die anderen in den Gesang ein. Und als sie müde waren, schwiegen sie und rasteten an besonders schönen und einladenden Stellen. Denn auch der Magen verlangte gar bald sein Recht. So zogen sie, ganz dem Genießen der Stunde lebend, durch den sonnigen Tag, bis wiederum die Dämmerung zur Heimkehr mahnte. Während der Bahnfahrt überflogen sie nochmals, wie im Traume, die genossenen und mit empfäng- lichen Jugendgemötern durchlebten Herrlichkeiten der Wander- fahrt. Dann trennten sie sich mit freundschaftlichem Hände- druck. Gestählt und gekräftigt schritten sie in die neue Arbeits- woche hinein._ Volksuahrung vor Leckerbissen. SB. T. B. gibt bekannt: Da es wünschen owevt ist, daß an Stelle von Rahrungsmitteln, die für weite Volkskreise wegen ihres Preises unerreichbar sind, andere Waren zur Einfuhr ge. langen, werden frische Lachs« und Forellen auS dem Auslände vom 1. September 1917 ab n i ch t mehr zur Einfuhr zugelassen werden. Weißens«. LebenSmittelnachrichten. Fn der laufen- den Woche werden 5 Pfund Kartoffeln auf die Person abgegeben. Außerdem in den Kolonmlwarengeschäften auf die Abschnitte 63' i und k der Kartoffelkarte je 199 Gramm Hafergrütze. In der Ber- kaufsstelle Pistortusstraße 24 werden auf jede Reichsfleisch-Vollkarte 125 Gramm Käse verabfolgt. Die Reihenfolge der Kausberechtigten wird durch Ärotkartennummcrn bestimmt, und zwar sind die Kopf- stücke der Brotkarte der 129. Woche vorzulegen. In der Verkaufs- Berliner Allee 89 gelangen 2 Eier auf Abschnitt 13 der aufgerufenen Eiertarten zum Verkauf. Es wird darauf hingewiesen, daß nach dem 15. August Eier nicht mehr entnommen werden können. Spandau« Lcbensmittelnachrichten. Gemäß Z 2 der Verordnung vom 24. März 1919 betr. Rege'iliig des Verbrauchs und Ab- satzes von Kartoffeln wird für den Stadtkreis Spandau folgendes bestimmt: In der Woche vom 13. bis 19. August 1917 dürfen auf die Abschnitte 1—29 der Kartoffelkarte zusammen höchstens 5 Pfund Kartoffeln zum preise von 85 Pf. abgegeben und entnommen werden. Das gleiche gilt für die Abschnitte der Militärurlauber. Auf zwei über eine halbe Wochenmenge lautend« Kartoffelabschnitte der Schifferlebensmittelkarten dürfen 5 Pfund Kartoffeln abgegeben und entnommen werden. Es wird nochmals auf die Bekanntmachung vom 31. Juli cr. hingewiesen, nach der vom 13. August ab in der Verteilung der Brot- zu satzkarten ein«»nserung eintritt iufofern, aki diese Killst« ii an alle gegen Krankheit versicherten und in Spandau beschäftigten Per- sonen mit Ausnahme des Bureaupersonals der kaufmännischen An- gestellten durch den Arbeitgeber ausgegeben werden. Es war daher die Zahl aller von einem Arbeitgeber beschäftigten Per- sonen nach den in. der Bekanntmachung angegebenen Grundsätzen bei den BrotkartenauSgabcstellen anzumelden. Viele Arbeitgeber sind bisher der Anmeldepflicht nicht nachgekommen und haben noch keine Angaben gemacht Dieselben werden ausgefordert, dieses u n- gesäumt nachzuholen, da sonst die in ihrem Betriebe beschäftigten Personen keine Brotzusatzkarte erhalten. Bei den Brotkarten- ausgäbe st ellen werden an Einzelpersonen mit Ausnahme der Kranken usw. Brotzusatzkarten nicht mehr verabfolgt. I Nene Gemüse-«nd Obstpreise. Die auf Anordnung der Reichsstelle für Gemüse und Obst bei der staatlichen Verteilnngsstelle und der Preisprüfnngsftelle Groß- Berlin gebildeten Preiskommissionen haben für das Gebiet der staal- lichen Verteilungsstelle Groß-Berlin mit Genehmigung der Reichs- stelle folgende Erzeuger-, Großhandels- und KleinhandelShöchsipreise festgesetzt: Höchstpreise für: Erzeug« M. . 9,40 0,80 0,25 0,40 0,35 Erbsen sSchoten)...... BohnensStangen- u.Brechbohnen) do. vom 23. August ab... Wachs« und Perlbohnen... do. vom 23. August ob... Garienmäßig gezogene Puff- und Saubohnen...... 0,08 Rote Möhren und lange Karotten ohne Kraut...... 0,18 d«. vom 23. Augnst ab... 0,15 g«lbe Möhren....... 0,08 Mairüben ohne Kraut.... 0,07 Karotten, runde kleine, ohne Kraut 0,25 do. vom 23. August ab... 0,20 Kohlrabi Pfund...... 0,20 do. Mandel(im Durchschnittsgewicht von etwa 5 Pfd.). 1,00 Spinat........ 0.30 Frübzwiebeln ohne Kraut.. 0,20 Frühwirsing- u. Rotkohl(geputzte geschlossene Köpfe).... 0,20 do. vom 23. August ab... 0,15 Frühweißkohl(geputzte geschloss. Köpfe........ 0,15 do. vom 23. August ab... 0,12 Einlegegurken(prima Handels- übliche Ware, von denen 60St. etwa 19 Pfd. wiegen) Stück 0,05 do. Pfund....... 0,20 Krüppelgurken, Pfund.... 0,05 Tomaten......... 0,50 do. vom 28. August ab... 0,42 Walderdbeeren...... 1,50 Johannisbeeren...... 0,50 Stachelbeeren....... 0,35 Blaubeeken........ 0,40 Preißelbeeren....... 0,45 Kirschen(saure)...... 0,40 Schattenmorellen...... 0,90 Reineklauden(große, grüne).. 0,30 Mirabellen........ 0,40 Rhabarber......••. 0,10 Die Höchstpreise für Reineklauden und Mirabellen sind durch die Reichsstelle festgesetzi worden. Mairüben und Mohrrüben mit Kraut sowie nicht zu Köpfen geschloffen« Kohl sollen nicht mehr gehandelt werden. Sämtliche Preise verstehen sich je Pfund, soweit nicht vorstehend eine Berechnung nach Stück besonders angegeben ist. Die Groß- und Kleinhandelshöchstpreise haben Gültigkeit für inländische Ware, auch wenn sie aus anderen inländischen Erzeugergebieten herrührt, Ueberschreitungen der festgesetzten Höchstpreise werden bestraft. Die Großhändler setzen sich außerdem der Gefahr der sofortigen Konzesfionsentziehung, die Kleinhändler der Entziehung ihrer Kauf« berechtigungskarte aus. Die obigen Höchstpreise treten mit dem 16. A u g u st in Kraft und gelten bis auf weiteres, soweit nicht Abweichungen besonders vermerkt sind._ Angemessene Preise für Ziegenmilch. Eosern in Erzeuger« und Verbraucherkreisen Zweifel über die Angemessenheit der Preise für Ziegenmilch bestehen, ist grundsätzlich folgendes maßgebend: Die Bekanntmachung üb« die Bewirtschaftung von Milch er« streckt nur auf Kuhmilch und-sahne in unbearbeitetem und bear- beitetcm Zustand«,»ine allgemeine gesetzliche Regelung des Ver- kehrs für Ziegenmilch ist bisher nicht«gangen und ist cmch nicht beabsichtigt. In einzelnen Bezirken sind dagegen Anordnungen verschiedenen Inhalts über den Verkehr mit Ziegcnniilch erlassen oder geplant, durch die zum Teil auch Preise sür Ziegenmilch festgesetzt worden sind. Soweit solche Preisregelungen nicht getroffen worden sind, müssen sich die Preise in angemessenen Grenzen halten. Nach Ast- ficht der Reichsstelle für Speisefette können sür Ziegenmilch die gleichen Preise, wie für Kuhmilch in Betracht kommen, in größeren milcharmen Gemeinden gegebenenfalls noch bis zu ein Drittel höhere Preise. Ein langer Kettenhandel mit Nickel wurde durch die Behörde« aufgedeckt. Obwohl das Nickel beschlagnahmt ist, wurde einer: hiesigen Firma doch ein größerer Posten angeboten. Es sollte aber nicht 4,50 M., den Höchstpreis, sondern 75 Mk. das Kilogramnr kosten. Dieser Handel kam auch zur Kenntnis der Bckhörde. Sie ging den Spuren nach und ein hiesiger Beamter entdeckte und be- schlagnahmte endlich ein ganzes Lager bei einem Althändler und Fabrikanten in Pforzheim, der auch noch einen großen Vorrat an Kupfer hat. Die Ermfttelungen ergaben, daß da» Nickel, ohne das Lager in Pforzheim verlassen zu haben, schon durch 17 Hände gegangen war. Die Kettenhändler wußten gar nicht einmal, wo eS eigentlich lagerte, geschweige, daß sie es jemals besessen hätten. Es befinden sich darunter Leute, die mit Metall und Metallhandel nie auch nur das geringste zu tun hatte«. Ei« schwer« Straßenonfoll, bei dem«in« Person getötet und' eine Dame schwer verletzt wurde, ereignete sich in der Nacht zum Sonntag an der Haltestelle der Großen Berliner Straßenbahn in der Königgrätzer Straße in der Nähe des Potsdamer Platzes. Dort befanden sich gegen 1 Uhr nachts etwa 15 Personen auf dem Damm, um auf entgegenkommende Straßenbahnen zu warten. In der Dunkelheit und bei dem gerade herrschenden Nebel bemerkten die Anwesenden nicht, daß«in Turmwagen, wie er zum Nachsehen der Oberleitung dient, aus der Richtung Anhalter Bahnhof herankam, dessen Führer ihn kurz vor der Haltestelle zum Stehen zu bringen versuchte. Die meisten Personen vermochten noch rechtzeitig auf den Bürgersteig zu springen, wahrend zwei der Anwesenden von den Rädern des Krartwagens erfaßt und zu Boden geschleudert wurden. Die Verunglückten wurden nach der Unfallstation in der Eichhornstraße gebracht. Hier konnte jedoch der diensttuende Arzt nur noch den Tod des einen Unsallhabenden, des Architekten Chilk aus der Grunewaldstraße 71 in Schöneberg, feststellen. Die zweite Verunglückte, ein Fräulein Iakscheit, Ziethenstr. 18 wohnhast, hatte innere Verletzungen und eine Kopftvnnde erlitten. Sie wurde nach dem.Krankenhaus Moabit gebracht und dürfte am Leben erhalten bleiben. Wodurch der Unfall hervorgerufen worden ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Wettrraussschte« für daS mittlere Norddeutschland bis Dienstag- mittag: Ziemlich warm, vielfach heiter, aber veränderlich, im Nord- Westen zahlreiche, in den anderen Gegenden mehr vereinzelte Gr- witterregen._ Parteinachrichten. Ukrainische Parteikonferenz. Am 5. und 9. August d. I. fand in Wien eine Konferenz der ukrainischen Sozialdemokratie Oesterreichs statt. Nach Erledigung innerer organisatorischer Angelegenheiten wurde die bevorstehende internationale sozialistische Friedenskonfe- renz in Stockholm sowie die im Zusammenhange stehenden Fragen eingehend besprochen. Der Bericht des Delegierten der Partei Genossen Wladimir Temnyzkhj wurde zur Kenntnis genommen und sein Stand- Punkt in den aufgeworfenen Fragen vollständig gebilligt, wobei auf die wiederholt vorgebrachte Forderung nach einer be- sonderen Vertretung der ukrainischen Sozialdemokratie auf den internationalen Kongressen und in dem Internationalen Sozialisti- scheu Bureau ein besonderes Gewicht gelegt wurde. Mit den Mandaten auf die bevorstehende Konferenz in Siock- Holm wurden die Genossen Wladimir Temnyzkhj und M y>- kola Hankewhtsch betraut. PartrikagS-Dekegierte. Die Parteiorganisation im 1l. Badischen Reichstagswahlkreise (Mannheim-Weinheim-Schwetzingen) entsendet zum Parteitag in Würzburg als Delegierte die Genoffen Parteisekretär Geord S t r o- b e l und Redakteur Adam R e m m e l e. Die Wahl erfolgte durch Ur- abstimmung. Beide sind Anhänger der Mchrheitspolttik der Partei. Verantwortlich für Politik: Erich Kuitner. Berlin: für den übrigen Teil des Blattes: Alfred Scholz, Neukölln: für Jnserale: Tch. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co� Berlin SV. Ai!misa>8-psls8t. Jlbraltadabra gr. phantastisches Ballett auf dem Eise. Angenehm, ktthl. Aufenthalt. n. TJ. VerrOgl. KBche. I Lombard-Haus■ H.Graff,Leipsig:er8t.75 II Jp Volle normale Beleihnng= Diskretion, He- f i ellität. Gelegon- � i heitsk., Dhron,® Brillanten,§ Sohmueksaehen? 1 10—50*/, mit. Ladenpr, MI floxarttaal yrgtogf 17. für Zimmerleute oi-.«--.-«.-» Berlin- Reiniekendorf, Valdstr. 102/108, Zimmerpolier Voigt._ 158b* fl«««»4 f. Geschlechtskrankheiten. 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