Nr. 223. 34. Jahrg. Bezugspreis: für BierteljahrL 3,90 L, monatl 1,80 RL, pochentlich 30 Bfg. frei ins Saus, borauszahlbar. Einzelne Wochentags. mummern 5 Bfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Beilage Die Neue Belt 10 Bfg. Postbezug: Monatlich 1:30 m. unter Streuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2.50 Mt.; für das übrige Ausland 4 Mt. monatlich. Boftbeftellungen nehmen an Dänemart, Holland, Luxemburg, Schweden u die Schweiz. Eingetragen in die Post- Zeitungs- Preisliste. Erscheint täglich. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Der Anzeigenpreis Beträgt f. die ftebengespaltene Solonel. geile 60 Bfg. Kleine Anzeigen", bas fettgebrudte Wort 20 fg.( zu Tüffig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Mort5fg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Zeuerungszuschlag 20% Familien Anzeigen 50 Pfg., politifche u. gewerkschaftliche VereinsPinzeigen 40 Pfg, die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmitt. im Hauptgeschäft. Berlin S. 68, Lindenstraße 3, abs gegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morisplas, Nr. 151 90-151 97. Donnerstag, den 16. August 1917. Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernivecher: Amt Morikplak, Nr. 151 90-151 97. Tnfanteriekämpfe nördlich Lens, öftlich Cerny = Gesteigerter Feuerkampf in Flandern, an der Maas, im Sundgau. Teilangriffe der Engländer und Franzosen. Vergebliche russisch rumänische Ents laftungsangriffe. Am Sereth der Brückentopf von Baltaretu erstürmt. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 15. Auguft 1917.( W. Z. B.) Weftlicher Kriegsschauplah. Seeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Gesteigerte Abwehrwirkung unserer Kampfartillerie in Flandern erzwang für einen Teil des gestrigen Tages ein Nachlassen des feindlichen Zerstörungsfeuers; die eingesetzten Munitionsmengen entlasteten die Infanterie. Erft gegen Abend konnte der Feind mit voller Kraft den Feuerkampf wieder aufnehmen, der die Nacht hindurch in großer Stärke andauerte. Durch Angriff wurden englische Abteilungen, die fich bei Langenard über den Steenbach vorgearbeitet hatten, aufgerieben. Heftige Teilaugriffe der Engländer südlich von Frezenbergund beiderseits von Hooge wurden abgeschlagen. Jm Artois verstärkte sich der Artilleriekampf zwischen Hulluch und Lens besonders in den heutigen Morgenstunden. Heeresgruppe Deutscher Kronpring Am Chemin- des- Dames scheiterten bei Cerny mehrmalige Angriffe der Franzosen, die zur Vorbereitung ihres Stoßes starte Artillerie eingefest hatfen. Auch in anderen Abschnitten dieser und der Champagne- Front fam es zu lebhaften Feuerkämpfen. Auf beiden Ufern der Maas hält die vermehrte Artillerietätigkeit, vielfach in Feuerstöße stärkster Wirkung zusammengefaßt, an. Auch hier waren gute Ergebnisse der Kampftätigkeit. unserer Batterien durch zeitweise Lahmlegung der feindlichen Artillerie erkennbar. Heeresgruppe Herzog Albrecht Ju Sundgau hielt die Steigerung des gegenseitigen Feuers auch nachts an. Durch Schneid und können haben sich die Schlachtstaffeln unferer Flieger zur wertvollen Angriffswaffe auch gegen Grabenziele und Batterien entwickelt. In Luftkämpfen, die in Flandern besonders zahlreich waren, und durch Abwehrseuer find gestern 20 feindliche Flieger und 4 Feffelballone abgeschossen worden. Deftlicher Kriegsschauplah. Front des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Zwischen dem nördlichen Sereth und dem Zbrucz erhöhte sich bie Feuertätigkeit. Südöstlich von Tarnopol brachen russische Borstöße, denen Banzerkraftwagen Halt geben sollten, vor unseren Stellungen zusammen. Front des Generalobert Erzherzog Jofeph Südlich des Trotusul- Tales versuchte der Feind durch starke Entlastungsangriffe den Rückzug der inneren Flügel der 2. ru mänischen und der 4. russischen Armee zu decken. Alle Angriffe sind zurückgeschlagen worden. Unsere Truppen drängten über Soveja hinaus nach. Heeresgruppe des Generalfeldmarshalls von Mackenfen. Der österreichische Bericht. ien, 15. August 1917.( W. Z. B.) Amtlich wird verlautbart: Deftlicher Kriegsschauplah. Der Angriff nördlich von Focsani wurde mit Erfolg fortgefest. Unsere Berbündeten bemächtigten sich bes Brüdenkopfes Baltaretu und des mit großer Zähigkeit verteidigten Dorfes Strapani bei Panciu. Das Bordringen unserer Streitkräfte zwang die westlich der Linie Negrilesci- Soveja stehenden russisch- rumänischen Divisionen, ihre vor einigen Wochen unter schweren Opfern gewonnenen Stellungen aufzugeben. Wir folgen dem zurückweichenden Feind. Bei cu a brachen sich neue Angriffswellen am Widerftande unserer Truppen. Bei Focsani und bei den Kämpfen im TrotusGebiet wurden dem Feinde neuerlich über 3000 Mann und mehrere Geschüße abgenommen. Südöstlich von Tarnopol scheiterte ein durch Panzertraftwagen begleiteter russischer Borstoß. Italienischer Kriegsschauplatz. Ueber dem Isonzo wurden gestern in zahlreichen Lufttampfen fünf feindliche Flieger abgeschossen. Balkan- Kriegsschauplak. Unverändert. Der Chef des Generalstabes. Ereignisse zur See. Als Erwiderung auf die lesten Fliegerangriffe auf Bola führte in den frühen Morgenstunden des 14. August cine größere Anzahl von Seeflugzeugen im Zusammenwirken mit Landflugzeugen gegen das See arsenal von Venedig cine Unternehmung, aus, die trok widriger Witterungsverhältnisse und sehr starker Gegenwirkung durch Geschützfeuer und feindliche Abwehrflieger sehr guten Erfolg hatte. Unsere Flugzeuge konnten aus geringer Höhe sehr gute Einschläge der schweren und leichten Bomben von etwa 4 Tonnen Gesamtgewicht und Brandwirkung beobachten. Ein Seeflugzeug und zwei Landflugzeuge werden vermißt. Feindliche Torpedoeinheiten zogen sich vor unserer die Flieger deckenden Flotillenabteilung zurück. Feindliche Bombenwürfe gegen diese Abteilung und auf Parenczo hatten keinerlei Erfolg. Flottenkommando. Die Luftkämpfe im Juli. Von neuen schweren kämpfen. Von Richard Gädke. Wenn Rußland völlig frei in seinen Entschlüssen wäre, würde es vielleicht doch nicht den Krieg an der Seite seiner, Bundesgenossen mit so verzweifelter Hartnäckigkeit fortsetzen. Der großen Mehrheit der jetzt führenden Männer ist es war scheinlich flar, welch gefährliches Spiel sie mit i cer jungen Freiheit treiben, indem sie sich der Möglichkeit des Friedens verschließen das bedeutet in der Tat ihre Entscheidung: entiveder ein allgemeiner Frieden oder feiner, das bedeutet noch mehr ihr Entgegenkommen gegenSie über, gewissen Kriegszielen ihrer Bundesgenossen. wandeln einen schmalen Psad zwischen dem fibgrunde er Reaktion auf der einen und dem der Anacchie auf der anderen Seite. Die Furcht vor einem Sonderfrieden ist größtenteils eine Ausflucht, sofern sie vorgeben, dadurch in eine rettungslose Abhängigkeit von uns zu geraten. Man hat andererseits auch nicht nötig, dem englischen Gelde die entscheidende Rolle zuzuweisen, wenn es bei dem einen oder anderen und bei der Presse auch wirksam geinesen sein mag. Die Wahrheit ist doch, daß sie sich rettungslos verstrickt haben in das Netz, das die englische, japanische, die französische und nun auch die amerikanische Diplomatie, die unter anderen Umständen ihre Retterin hätte sein können, über sie geworfen haben. Es ist gar nicht unwahrscheinlich, daß der englische Botschafter fie mit der sofortigen Kriegserklärung Englands und Japans bedroht hat, für den Fall, daß der Friedenswille der Leninisten den Sieg in dem inneren Kampfe des Reiches davontringe. Das aber wäre finanziell, wirtschaftlich und militärisch der Zusammenbruch. Rußland ist augenblicklich so schwach, daß es nur noch an der Seite seiner sogenannten Freunde in einer einzigen Richtung vorwärts taumeln kann; das ist die Richtung nach Westen. Es ist abhängiger von England als felbft Italien, dessen Stellung im Gegenbunde sich durch die Schwäche Rußlands merklich gehoben hat. Dazu kommt nun der Wille der hohen Offiziere, die nur durch Fortsetzung des Krieges, durch Herstellung der Mannszucht das Heer wieder fest in ihre Hand zu bekommen hoffen. Die Revolutionäre bereiten ihren gefährlichsten Nebenbuhlern jetzt selbst den Weg. Amtlich. Berlin, 15. August.. Im Monat Juli haben unsere Gegner auf allen Fronten im ganzen 236 Flugzeuge und 34 Ballone verloren. Wir haben demgegenüber 60 Flugzeuge und keinen Bal- gestellt worden, Korniloff läßt es auf den Kampf Ion eingebüßt. Auf die Westfront allein entfallen von den 236 außer Gefecht gesezten feindlichen Flugzeugen: 220, von den 60 deutschen: 52. Im einzelnen setzt sich die Gesamtsumme folgendermaßen zusammen: 218 Flugzeuge wurden im Luftkampf, 29 durch Fliegerabwehrfanonen abgeschossen, 5 landeten unfreivillig hinter unseren Linien. Von diesen Flugzeugen find 98 in unserem Besitz; 115 sind jenseits unserer Linien erkennbar abgestürzt; 23 jenseits zur Landung gezwungen. Dem im Bergland zu beiden Seiten der Putna nach Nord. Straßenkämpfe in Madrid und Barcelona. often weichenden Feinde folgen unsere Kolonnen. Am Rande des Gebirges wurde Strasani( nordwestlich von Banciu) genommen. Die fiegreich vordringende Truppe brachte heftige feindliche Angriffe zum Scheitern. In der Sereth- Niederung stürmten deutsche Divisionen den auf dem westlichen Flußufer gelegenen, zähe verteidigten Brüden. topf von Baltaretu. Außer hohen blutigen Berlusten büßten Russen und Rumänen am Sereth und am Gebirge über 3000 Gefangene, mehrere Geschüße und zahlreiche Maschinengewehre ein. Mazedonische Front. Nichts von Bedeutung. Der Erste Generalquartiermeifter. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. Berlin, 15. August 1917, abends. Wechselnd starker Artilleriekampf in Flandern, im Artois, an der Aisne und bei Berdan. Infanteriekämpfe bisher nur nördlich Leus und östlich Ceruy- en- 2aouuois im Gauge. in Gange. In Rumänien bei der Verfolgung im Gebirge und bei Angriffen westlich des Sereth gute Fortschritte. Genf, 15. Auguft.„ Echo de Paris" meldet aus Barcelona: Der Generalfapitän teilt mit: Die öffentliche Gewalt mußte von den Waffen Gebrauch machen. Fünf Personen wurden getötet, ucun verwundet. Truppen unter dem Befehl des Generalstabschefs, General Weyler, find zur Berstärkung in Barcelona angekommen. Madrid, 11. Auguft.( Reuter.) Das Ministerium des Innern teilt mit: Die Truppen haben die Unruhen, die in verschiedenen Teilen Madrids stattfanden, kräftig unterdrückt. Die Regierung vertraut darauf, daß heute nachmittag die Ordnung völlig wiederhergestellt fein wird. Die Dollarisierung der Entente. Washington, 14. August.( Reuter.) Vom Kongreß wird in kurzem die Genehmigung einer neuen Anleihe an die Alliierten im Betrage von 3 bis 4 Milliarden Dollar berlangt werden. Mc Adoo hat der Anleihe zugestimmt. So stemmen sich denn die russischen Massen mit erneuter Entschlossenheit unseren Truppen entgegen. Man kann nicht daran zweifeln, daß gegenwärtig mit Hochdruck daran gearbeitet wird, die Heere wieder zu widerstandsfähigen, schlagfertigen Körpern auszubauen, sie mit Ersas, mit Verpflegung, Kriegsgerät und Schießbedarf ausreichend zu versehen. An ihrer westlichen Landesgrenze haben sie sich wieder gesetzt, der Rückzug ist, ein. ankommen. An der Westgrenze der Moldau aber sind die russischen Truppen seit acht Tagen immer wieder zu heftigen Angriffen am Trotus, am Ditez, an der Putna geschritten und haben am 12. August ihre Vorwärtsbewegung fogar auf das Westufer des unteren Sereth, zwischen Buzaumündung und der Donau ausgedehnt. Sie sind überall geworfen worden und haben täglich an Raum verloren, und trotzdem immer von neuem angegriffen. Das läßt darauf schließen, daß der Tiefstand der Kampfeslust und der inneren Auflösung in ihren Reihen, augenblicklich wenigstens, überwunden ist. Wie lange diese Stimmung freilich den stets mißglückten Angriffen standhalten wird, ist eine andere Frage. Denn alle Nachrichten, die von drüben zu uns kommen, lassen keinen Zweifel über die tiefe, innere Friedenssehnsucht der Massen. Sobald sie einen Führer und den günstigen Boden findet, wird das auch militärische Wirkungen nach sich ziehen. Wenn Cadorna immer noch nicht wieder am Isonzo oder an der Tiroler Grenze angegriffen hat, so mögen auch daran die inneren Verhältnisse des Heeres ebensoviel Anteil haben wie Munitionsmangel und ähnliche Dinge. Immerhin dürfen wir nicht vergessen, daß sein Heer selbst Gewehr bei Fuß schon dadurch wirkt, daß es beträchtliche Streitkräfte unseres Verbündeten an seiner Südwestgrenze bindet und von Zeit zu Zeit mit neuem Angriff droht. Es bleibt immerhin möglich, daß er in absehbarer Zeit wirklich stattfindet. Jedenfalls ist die gegenwärtige Lage des Vierverbandes so, daß er das Abbröckeln eines einzigen Steines aus seinem Bau nicht mehr vertragen könnte. Die, vollkommene Erfolglosigkeit der gewaltigsten Bemühungen, uns aus Frankreich und Belgien zu bertreiben, im Verein mit unseren eigenen wachsenden Erfolgen im Osten und der unsicheren Zukunft Rußlands Die norwegische Bombenaffäre. drückt auch auf unsere gefährlichsten Gegner im Westen. Der Frankfurter Zeitung" wird aus Kopenhagen ge- Auch dort ist die Friedensstimmung im Wachsen meldet: In der Bombenaffäre hat der norwegische Staats- und nur sehr erhebliche taktische Erfolge fönnten mit dem advokat die Antlage gegen neun Personen er- Feinde auch die Friedensfreunde im eigenen Lager wieder hoben. meistern. Aber diese Siege sind ausgeblieben. Die neu er wachte oder künstlich aufgepeitschte Kampfesbegeisterung des französischen Heeres ist in dem Blute der Aisne- und Cham- pagnekämpfe vom 16. April bis Mitte Mai verronnen. Bei ocn deutschen Gegenangriffen feit dem Ende des Monat Mai machte sich eine Erschöpfung und Ermattung des Gegners bemerkbar, die ihn Schritt für Schritt vor unserem stärkeren Villen wieder zurückweichen ließ. Tie Höhe des Damenweges von Bauraillon im Westen bis zum Äinterbcrge im Osten und damit der Fcftungswcrll der deutschen Stellung nördlich der AtSne ist fest in unserer Hand, unsere Linien nördlich Reims waren nie ernstlich bedroht, und in der West lichen Champagne behaupten>vir die entscheidenden Gipfel des Bergzuges südlich Nauroy—-Moronvillers. Erst in den letzten Tagen hat sich der Franzose— vergeblich— zu stärkerem Gegenstoff aufgerafft. Selbst die Feuerkraft seiner Artillerie hat bisher die frühere Stärke noch nicht wieder erlangt. Trotzden: werden ivir mit neuen Angriffen zu rechnen haben, auch wenn sie uns nicht von der feind lichen Presse angekündigt wären; denn die Scelenstimmung des französischen Volkes bedarf eines Sieges, noch mehr aber bedürfen ihn Regierung und Parlament, wenn sie ihre Macht behaupten, ihren imperialistischen Zielen, ungehemmt vom Volke, nachgehen wollen. Der Sieg auf dem Schlachtfelde steigert wohl in sedcm Volke den Machtivillen. bei dem fran wsifchcn jedenfalls. Ob die Artilleriekämpfe, die feit zlvci Vagen auf 20 Kilometer breiter Front nördlich Perdun toben neue Ereignisse in diesen nie völlig beruhigten Wettcrtvinkel vorbereiten sollen, werden die nächsten Tage lehren. Die beiden Maasuser bilden eine Gegend, an der beide Parteien ein lebhaftes Jntercffe nehmen, genau genommen voni Beginn des Krieges an. Der zähe Kriegsiville lebt offenbar auch gegenwärtig noch in England; mehr als je ist er die Seele und die bewegende Kraft des gegen uns gerichteten Weltbundes. Aber der Gang der Dinge im Laufe des Sommers hat selbst oie englischen Machthaber davon überzeugt, daff sie ihren .Dillen nur durch inilitärischc Machtmittel, durch die Nieder ivcrfung unserer Heere auf dem Schlachtfelde, durch deren Zertrünimerung sicher nicht erreichen werden. Ueberraschcnd chnell hat ihr letztes großes Unternehmen in Flandern ein Vielleicht nur vorläufiges— Ende gefunden. Wenn sich rn b(\n letzten Tagen der Geschützkampf dort auch wieder ge steig ert hat, so hatte er doch bisher die rasende Gewalt aus der West en Inlihälfte noch nicht erreickst. Der Versuch, uns durch die V� rnichtungs kraft ihres Geschoffhagcls allein totzuschlagen, mag ftii gewaltiges Loch in die Vorräte ihres Schieffbedarfs gerisiew haben. Wenn sie demnächst von neuem z u M a s s s n an g ri f fe n schreiten, so geschieht es viel leicht lvex liger in der Hoffnung unmittelbarer Entscheidungen burch den Kanipf, als in der Absicht, durch immer wieder bolte Sturine unsere lebendige Kraft schließlich zu erschöpfen. sie glauben ivohl immer noch, ihre Vcrlustr an Gerät, an Leuten, an Verpflegung eher und jedenfalls dauernder ersetzen zu können. als»vir. Und die Hilfe Amerikas bat sie darin bestärkt. Auch der taktische Angriff ist iilso ein Glied in dem Ersdhöpfungskampse, den England ;egen uns führt. Denn auf die schließliche Erschöpfung in ■ inanzicllcr. wirtschaftlicher, militärischer Beziehung, vor allem über die Erschöpfung der seelischen Widerstandskräfte, d i e ackern ng des gesamten staatlichen Gc< i ü g c S-ist der Ausgang des Krieges mehr als je �stellt. Unsere Feinde haben dies übrigens mit liebens- würdiger Offenheit erklärt. Aber so war wohl das Ende der meisten Kriege. Die ErobcrungSzügc Alexanders, "äsars. der Araber. Mongolen, Türken bilden die iusnahine. die furchtbaren Höhepunkte in den Kriegen der Nenschhcit, und sie fanden nur statt, wenn die Lebenskraft ver bekriegten«Staaten schon vorher iin Versiegen war. Wenn wir Rußland unterwerfen wollten, müßten wir bis nach TifliS. Scunarkand und Wladiwostok gehen; ich brauche dies Beispiel nicht zu vermehren. Worauf eS an- ommt, ist allein, den K r i e g s w i I l e n der feindlichen Rc- ierungen, und wenn nicht den ihren, dann den ihrer Völker n brechen. Und hier ist nur wieder der Punkt, wo Polt- i k und H c e r f ü h r u n g sich auf daö innigste berühren, ch gegenseitig bedingen, sich stärken und auch schwächen önnen. Dem abgeschlossenen Berichte darf ich noch hinzufügen, . aß nach dem Berichte unserer Heeresleitung sich st a r k e .;n griffe der verbündeten Gegner im Westen orbereiten— ein letzter Versuch, die Entscheidung noch vor em Winter zu erzwingen, dem ihre Völker mit solchem Un- nute entgegensehen. Ein Zeichen zugleich für uns, daß sie eine Zeit mehr glauben verlieren zu können. Wenn wir das Vertrauen haben, auch diesem großen Ansturm nidcrstehcn zu können, so dürfen wir zugleich erwarten, daß m solches Ergebnis nicht ohne Einwirkung auf ihren Kriegs- allen bleiben wird. Nur in der Hoffnung, daß es die e tz t c, allerdings gewaltige Anstrengung mit zusammen» esaßten Kräften sein wird, gehen ihre Schaaken auf breiten Fronten in die neu bevorstehende Schlacht. nach die Arbeiterpartei unö Paßverweigerung. Der Ausführende Ausschuß der Arbeiterpartei hat Meldung Reuters eine Entschließung angenommen, « e n d e r s o n das Vertrauen ausspricht, und er ist wercingckommcn, der Ardeiterkonfercnz am 21. August folgende Entschließung zur Annahme vorzulegen: Tic Konsrrcnz bleibt bei der Anficht, dnfi es wknschenZ- Merl ist, das; dir englische Arbeiterpartei aus der »tockbolmcr Kaaferrnz vertreten ist, bannt nicht die Ansichten der Partei mißverstanden«nb falsch dargestellt werben. Tie Scriammlung nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, daß dir Rr- gicruug dir Absicht ausgesprochen hat, die Pässe zn verweigern und gibt de» Austrag, daß Bvrstrllungcn bei der Regie- r u n g rrhodrn werden. lieber die Umstände, die zum Rücktritt HendersonL führten, beschloß der Ausschuß weiter zu beraten. Zur llntcrhausdebatte meldet der„Rotterdamsche CouranE aus vndvn, daß Henderson eine sehr schlechte Presse hat.„Daily RewS' ■t das einzige ihm günstige Blatt. HendersonS Erklärungen wurden «hl auigenommen. Man fand sie nicht überzeugend. Henderson -nickuidigle das Verschweige» de» Telegramms der assischen Regierung u. a. damit, daß er sagte, er habe S Sekretär der Arbeiterpartei gesprochen und sei deshalb nicht crechligc gewesen, da« Telegramm zu erwähnen.„Daily Rews* aont die Taljachc, daß Hcnderson schon anläßlich der Pariser ...:s« sein« Entlassung anbot, wenn der Arbeite rkonserenz wichtige Tatsachen borenthalten würden. Es verdiene Erwähnung, baß das Kabinett gegen Hendersons Rat der Kon ferenz verhei in licht hatte, daß es bereits am L.August beschlossen hatte, keine Pässe für Stock- Holm zu bewilligen. ES ist unmöglich, vorauszusagen, was die Arbeiterkonferenz am 2l. August beschließen wird. Der Arbeitersekretär T h orn c, der selbst gegen die Stockholmer Konferenz ist, teilte dem„Daily Chronicle" mit, er glaub« nicht, daß die Arbeiter ihren Beschluß widerrufen würden. Nach Meldung Reuters verlautet, einige Gewerkschaften beab- sichtigen, auf der Konferenz am 21. August in Vorschlag zu bringen, den Beschlutz vom Freitag wieder umzustoßen. Der Sekretär der Kesselmachervereinigung erklärte: Wir haben auf den Rat Hendersons hin gehandelt, da er durchaus über Rußland unter- richtet sein wollte, sonst wäre der Beschluß anders ausgefallen. „Daily Mail* und andere Blätter sind überzeugt, daß die Mitglieder der Arbeiterpartei sich durch vorübergehende persönliche Konflikte irreführen ließen und daß sie nach wie vor alle Kräfte auf das eine Ziel, den Sieg, einstellen werden. Die„Times" bemerkt, das aus- führliche KriegSziclprogramm des Ausschusses der Arbeiter- Partei für die Ententekonferenz der Arbeiter beweis», daß die Arbeiterpartei ebensowenig wie daS englische Volk einen Frieden annehme, wie ihn Ramsay Macdonald und seine deutschen Freunde zu fördern bestrebt seien. Was der Vollzugsausschuß der Arbeiterpartei beschlossen hat, ist ztvar kein Beschluß, der Empörung über die Bcr- gewaltigung des Arbeiterivillens atmet, aber immerhin ist es ein Protest, dem iveitere Schritte des Widerstandes folgen müssen, sofern die Arbeiterpartei den in der Internationale gehegten Glauben, daß sie erheblichen Einfluß auf die eng- lische Regierung besitze, nicht zerstören will. Will sie ihn unzcrbrochen erhalten, so hätten wir also auf Auseinandersetzungen zu rechnen, die nach Lage der Dinge nicht ohne Heftigkeit sein können und die bei der Nähe des mit offenbarer Spannung erwarteten 21. August vielleicht beschleunigt vor sich gehen. Da die Entscheidung. die dieser Termin bringen soll, unter dem Zeichen und dem Druck der herannahenden Stockholmer Konferenz steht, wird das Echo, das die englischen Vorgänge in Rußland wecken werden, für jenen 21. August seine Bedeutung haben. Wird das Echo sich den Wünschen der englischen Regierung anpassen? Wieder ist es notwendig, fest im Auge zu halten, daß Kerenski— die Richtigkeit der englischen Berichte vorausgesetzt— von Stockholm nichts wissen will. Der Arbeiter- und Soldaten- rat, der Kercnskis jetzige Position mitgeschaffen hat. wird dann also zu wählen haben: Stockholm oder KerenSki? Inzwischen wird in England die Arbeit fortgesetzt, die schon vor der Sitzung des Vollzugsausschusses der Arbeiter- Partei angekurbelt war. Man verlegt sich aufs Pressen und Schrauben, um die Stimmung der Arbeiterparteiler nach dem Willen der Regierung zurechtzubiegen. Die kräftigsten Mittel werden eingeschaltet. Ter Parlamentsberichterstatter des Daily Telegraph" schreibt, Lloyd George werde sofort allgemeine Wahlen anberaumen, wenn die Arbeiter- konferenz am 21. August bei dem Beschluß bleibe, Vertreter nach Stockholm zu schicken. Das Mittel— ein Schreckmittel— ist nicht neu. Schon einmal— als die Wehrpflichtfrage zur Entscheidung kam— hat es eine Rolle gespielt. Damals hat es gewirkt. Wird zwischen jetzt und damals kein Unter- schied sein?______ Der Papst als Zrieöensbringer. Zu einer Zeit, wo die Friedenshoffnungen tief zu Boden gedrückt sind und die Kriegshetze triumphiert, unternimmt der P a p st den Versuch, die hemmungslos entfesselten Leidenschaften zurückzudämmen. Er hat an die kriegführenden Mächte eine Note gerichtet, in der er sich nicht aus den bloßen Ausdruck seiner Friedenswünsche beschränkt, sondern mehr ins einzelne gehende Vorschläge macht. Der Text ist noch nicht bekannt. Aber der katholische„Corriere d'Jtalia" ver- öffentlicht doch schon folgenden Auszug: Einige Blätter haben die Nachricht verbreitet, daß der Papst an die Mächte eine Note über den Frieden richten werde. Im wesentlichen ist diese Nachricht zutreffend. Es ist wahr» daß der Papst ein Schriftstück an die Mächte gerichtet hat, in dem er sie einlädt, dem Weltkrieg ein Ende zu machen und Verhandlungen einzuleiten auf Grundlage einiger wichtiger Punkte, die den Grundsätzen eine? gerechten und dauerhaste» Friedens entsprechen, wie sie seit lange vom Heiligen Stuhl vcr- kündet worden lind. Natürlich ist es unmöglich, diese Punkte zu kennen, bevor die Note des Vatikans der Oefsentlichkeit übergeben wird, was, wie'wir glauben, in kurzem der Fall sein wird. ..Corriere d'Jtalia" fügt hinzu: Unsere Leser wissen, daß der Papst für die Anerkennung der berechtigten Ziele der Völker und Nationalitäten ist und darin eine der wesentlichen Grundlagen eines gerechten Friedens sieht. Sic können auch dessen sicher sein, daß der Papst, der unauf- hörlich das zu erreichende Ziel, nämlich einen dauerhaften Frieden, vor Augen hat, nicht umhin kann, eine Lösung der Fragen vorzuschlagen, die ein ständiger Keim eines Konflikts gewesen sind und in Zukunft noch sein würden, ebenso wie die Annahme von fortschrittlichen Maßregeln, um in Zukunft die Möglichkeit eines neuen Krieges in die Ferne zu rücken. Die römische..Tribuna" glaubt sich für folgende Einzel- heilen der päpstlichen Fnedensnote verbürgen zu können: Das neue Dokument bringe bestimmte Vorschläge. In ihm würden eine große Rolle spielen der allen freien Staaten teure Gedanke, daß der Friede oufdem Recht und nicht auf der Gewalt begründet werden müsse, sowie der moderne Ge- danke von Richterstühlen der Nationen, die die Durchführung ihrer höchsten Entscheidungen erzwingen können. Weiter würden in dem Schriftstück eine Rolle spielen die Freiheit der Meere, das Schiedsgerichtsverfahren, der Ver- zicht auf Schadtoshaltung. Fn seinem mehr ins ein- zelnc gehenden Teil werde das Schriftstück für eine Räu- mung und volle Wieder hex st ellung Belgiens und der besetzten Departements Frankreichs eintreten, ebenso für eine Zurückgabe der deutschen Kolonie». Auch die Fragen Elsatz-Lotbringen. Trentino, Trieft würden als Hauptpunkte darin vor- kommen, doch würde dabei auf beiden Seiten ein Geist der Ver- söhnlichkeit empfohlen und einige Opfer an die Interessen der Welt. Den Fragen des Ostens und des Balkans würde weniger Wichtigkeit beigelegt, doch würde auch für sie der Geist der Billig- keit und der Gerechtigkeit angerufen und empfohlen, den Wünschen der Völker Rechnung zu tragen, besonders der durch den Krieg hart und schmerzlich geprüften, in erster Linie des polnischen. Der Papst hat sich während des ganzen Krieges bemübt. zur Versöhnung der streitenden Völker sein Scherflein guten Willens beizusteuern und, als der Erfolg ausblieb, sich wenigstens um die Linderung des harten LoseS der Kriegsgefangenen verdient gemacht. Daß er jetzt seine Bemühungen uin den Frieden durch Ausarbeitung von ins einzelne gehende Vorschläge wieder aufnimmt, hängt wahrscheinlich mit der großen Welle von Stockholm zusamnren. Die Friedensnote des Papstes wird auch eine gewisse inner politische Bedeutung gewinnen. Die Alldeutschen, denen die päpstlichen Vorschläge kaum zusagen dürften, wer- den kaum ermangeln, das Zentrum, besonders nach seiner Beteiligung an der Friedensentschließung des Reichstags, als Werkzeug eines fremden Einflusses zu kennzeichnen und init denselben Vorwürfen zu traktieren, mit denen sie die Sozial- demokratie überbäuften, weil diese in der internationalen Aktion die stärkste Friedenssichcrung sah. So schreibt denn auch schon der„Lokal-Anzeiger" in Anknüpfung an ein Ge- rächt, die italienische Regierung habe die Friedensaktion des Papstes zu verhindern gesucht: „Wenn die vorstehenden römischen Blättermeldungen über den Inhalt der päpstlichen Friedensnote der Wahrheit eut- sprechen sollten, so würde die italienische Regierung diesen Standpunkt gewiß nicht aufrechterhalten� Denn die Note würde sick dabn von der Mehrzahl � der' sogenannten Friedenskundgebungen, wie im? sie aus'dem Lager unserer Feinde nach-- gerade zur Genüge kennen gelernt haben, kaum unterscheiden. «soweit sich bis jetzt ein Urteil gewinnen läßt, trüge sie lediglich in dem«inen Punkte der Rückgabe der deuffchen Kolonien im» seien L ebensnotwendigkeiten Rechnung. In fast allen an- deren Beziehungen wäre sie nicht viel me'hr als ein« Umschreibung des Kriegszielpr�ogramms. das die Entente für sich und ihre«Schützlinge aufgestellt hat." Auf der anderen Seite lehnt die kriegshetzerische„Times" die päpstliche Note unwirsch ab. Mit einiger Spannung dürfen die Sophismen erwartet werden, mit denen die alldeutsche „Kölnische V o l k s z e i t n ng" ihr annexionistisches Pro- gramm mit der klaren Forderung des Papstes nach Räumung und volle Wiederherstellung Belgiens und NordfrankreichS in Rumänischer Heeresbericht vom t 2. August. Im Abschnitt zwisch en D n j e st r und T r o t u s schlugen die russischen Truppen alle Angriffe ab. Im Abschnitt der gebirgigen Gegend zwischen Doftana» und Pulna-Tal setzte der Feind eine Angriffe auf unsere Stellungen 'ort. Zwischen OituS- und Casinu-Tal spielte sich der Kampf auf einer Linie ab. die drei Kilometer westlich vom Dorfe Doftana über den Ostrand von Slanic zum Dorse Groiete und zur Magura Casinului verläuft. Die rumänischen Truppen leisteten den feindlichen Angriffen tapfer Widerstand und nahmen durch energischen Gegenangriff die Glas- 'abrik wieder. An der P u t n a ist der in der Gegend von Maracesti begonnene Kamps die größte Schlacht geworden, die seit Beginn des Feld- zuge« an der rumänischen Front geliefert wurde. Zehn feind- iiche Divisionen, darunter neun deutsche, wurden durch den Wider- stand der russisch- rumänischen Truppen aufgehalten, denen eS, obwohl an Zahl unterlegen, gelang, ihre Stellungen zu behaupten. Fast überall brachen die verzweifelten Au- griffe, die vom Feinde in dichten Massen während vier Tagen und Nächten mit Hilfe zahlreicher schwerer Artillerie gemacht wurden, vor den Feuerlinieu zusammen, die von den russisch- rumänischen Truppen erbittert kämpfe und durch «Wp» Ofensyzn Hi'rppfe im Trotus-undSusife-Tal gehalten wurden. Im Nah- energische Gegenangriffe fügten sie dem Feinde außerordentliche Verluste zu. Am Sereth und an der Donau heftiges Feuer der russischen Artillerie. Westfront unö Ostfront. Berlin, 15. August.(W. T. B.) Die in unverminderter Stärke anhaltende Abwehrwirkung der deuffchen Artillerie cm der Flan- d e r n f r o n t ließ auch am 14. August alle englische» Anstrengungen, aus den zerschoffencn und verschlammten Trichterfeldern heraus» zukonimen. scheitern. In den wassergefüllten Grcmattrichtern erleidet die englische Infanterie außer durch daS deutsche Artillerie- und Minen» scuer dauernd schwere Ausfälle durch Krankheit und Erfchöpsniig. Aber sowohl ein englischer Angriff am Morgen des 14. in der Gegeud von Lange in arck, wie auch starke Teilangriffe östlich Dpern in der Nacht zum 15. August wurden restlos abgewiesen. Die starke Gefechtstätigkeit hielt die ganze Nacht hindurch bis 6 Uhr morgens an. Deutsche Patrouillen stießen vielfach erfolgreich in das eng« lische Trichterfeld vor und brachten Gefangene zurück. Am Wege Bixschoote-Langemarck wurde ein Engländernest gesäubert. An der Arrassront prüften die Engländer durch zahlreich« vor- zelriebenc starke Patrouillm den Erfolg ihrer Arffllerietättgkeit der für Stockholm- und Krieg ohne Snde. Eine Reüe Ulbert Thomas'. Baris, 15. August. Havas verbreitet folgenden Auszug ans einer Rede, die Albert Thomas am Sonntag in Cham- pigny gehalten hat: Ich befinüe mich in Uebereinstimmung mit der Mehrheit, fast tmt der Gesamtheit meiner Partei, mit denen, die die Antwort auf den Fragebogen angenommen haben und es im Interesse der nationalen Verteidigung für gut halten, an der Stockholmer Konferenz teilzunehmen. Ich habe diese Hat- tung klar und öffentlich vertreten, aber nicht ohne, wie meine Ge- nassen von dem zuständigen Verwaltungsausschutz wissen, Hinsicht- lich der Zweckmähigkeit, gerade jetzt zu dieser Konferenz zu gehen, einige ernste Borbehalte gemacht zu haben. Ich habe gesagt, daß es aus dem Gefühl der Bewunderung für die russische Revolution und mit dem Wunsche geschehen ist, ihr tatkräftig zu helfen, datz die Gesamtheit der Partei am 28. Mai beschlossen hat, nach Stockholm zu gehen. Jetzt ist es für niemand ein Geheimnis, und es wurde im Verlaufe der englischen Debatten erklärt, das« unser Genosse Kerenski, der Präsident des russischen Ministerrates, nicht mcbr soviel Interesse an der Stockholmer Konferenz hat. Die russische Regierung als solche wünscht die Bemühung nicht mehr, der wir uns unterziehen wollten, um der russischen Revo- lution zu belfen. Dagegen mutz man sagen, datz russische Genossen, wie T s c r e t« l l> und S k o b e l e w und die Mitglieder des A r- beiter- und Soldatenrates weiterhin es für nützlich Hai- t«n, nach Stockholm zu gehen. Ich füge hinzu, datz es für den Zweck, den wir dort erreichen, und für die Idee, die wir dorthin trogen wollen, gut gewesen wäre, uns in Uebereinstimmung zu fühlen nicht nur mit der englischen Arbeiterpartei, sondern auch mit un- seren belgischen Genossen, die sich noch weigern, nach Stockholm zu gehen, und mit den Syndikaten der Vereinigten Staaten, die, obwohl sie dem Sozialismus nicht ganz anhängen, doch eine be- deutende Arbeitermacht vertreten, jetzt aber die Teilnahme an dieser Konferenz auch ablehnen. Für die feierliche Ver- kundigung des Rechts, die wir dort vornehmen wollen, wäre es gut gewesen, mit allen sozialistischen Truppen nach Stock- bolm zu geben und von allen Seiten die Bestätigung der gleichen Grundsätze und des sozialistischen Ideals der Franzosen beizu- bringen und zu erklären, datz es keine Internationale geben kann, ohne datz diese Grundsätze sozusagen trotz alledem der ganzen Welt auferlegt iverden. Trotz dieser Vorbehalte besteht diese Idee mit voller Kraft, die Idee, die gegenwärtig unsere Partei beseelt, die Idee, nach Stockholm zu gehen, um dort„d a ö Recht zu verkünde n", nach dem wundervollen Wort von Michelet, und so der nationalen Verteidigung neue Unterstützung zu gewähren. All das ist so edel und so hoch, datz wir es weiter unterstützen können und unterstützen müssen. Und für dieses Werk wird die Partei, ich kann wohl sagen einstimmig, mit Ein- schlutz ihres Reglerungsvertreters(nämlich Thomas' selbst! Red. d.„V.") einig darin sein, nach Stockholm zu gehen. Mit Bezug auf die Frage der Patzverweigerung und seiner Teilnahme am Kabinett sagte Albert Thomas: Wenn die Stockholmer Frage wirklich eine grundlegende Frage ist, in der kein Vorbehalt gemacht werden kann, wenn die ganze Parteipolitik und die Regierungspoliti! darin verwickelt sind, so ist die Lösung klar. Aber ich sage meinen Parteigenossen gang aufrichtig und mit gutem Gewissen, und werde das auch der Regierung sagen, datz es vom nationalen Standpunkt suS und ebenso vom sozialistischen Standpunkt aus augenblicklich Vichts Schlimmeres geben könnte, als in dieser Stunde des Krieges auf diesem Gebiete die Frage der Teilnahme am Ministerium aufzuwerfen und durch sie die ganze Politik der nationalen Einigung in Frage zu stellen. Zum Schlutz sagte Thomas: Genossen! Es mag in Eurem Herzen nicht, wie Kerenski sagt, einen Winkel voll Furcht geben, sondern, wie ich denke, einen Winkel voll Mitleid für die, die leiden und weinen, voll glühenden Mitgefühls für alle die Leiden der Welt. Arbeiter und Soldaten können auch jenen Abscheu vor dem Kriege haben, der stets von der Jnter- nationale bekannt worden ist. Er kann auch alle diese Gefühle haben, aber diese Gefühle allein dürfen eine Partei nicht leiten, die sich als Vertreterin des Rechts, der Gerechtigkeit und der Frei- heit ansieht. Die sozialistische Partei mutz ihren Anhängern, den Arbeitern, Bauern und Soldaten sagen: Genossen! Ihr leidet, das ist wahr, aber es geschieht nicht für Kricgsziele. die der Partei fremd sind. Es geschieht für den Triumph der Grundsätze, die den Kern unserer sozialistischen Anschauungen bilden. Wir haben die Pflicht, unsere Gefühle in die Tiefe des Herzens zurückzustotzen, und müssen uns selbst das Versprechen geben, dem Volke die Wahrheit zu sagen und zu sagen, datz man auf militärischem Gebiet wie auf dem anderen kämpfen mutz b i s zum Siege des Rechts, das vom Sozialismus ver- kündet wird. Jede andere Haltung würde einer Partei un- würdig sein, die für die Freiheiten der Menschheit kämpft. Der Redner schlotz: Ich habe beute angegeben, in welchem Geiste es uns möglich schien, und an einer Konferenz wie der Stock- holmer zu beteiligen, nicht für einen faulen Frieden oder für einen Berständigungsversuch, sondern um das Recht zu verkünden. Unter diesen Bedingungen wollen wir dorthin gehen, und dieser besondere Entschlutz stimmt vollkommen mit der allgemeinen Politik Unserer Partei überein.— der Internationale, die sich auf zwei grotze Gedanken gründet: den Friedensgedanken und den Rechtsgedanken. Vor dem Kriege haben wir dem Friedensgedanken gedient, solage wir konnten. Während deS Krieges und nach dem brutalen Angriff, dessen Opfer das Land lgt4 geworden ist, kann nur noch ein Gedanke unsere Partei und die Internationale leiten, em grosser Gedanke, der des Rechts. »» » Ties ist Äas, was man auf gut Deutsch einen Eiertanz nennt. Thomas ist für die Beteiligung an Stockholm, die Regierung, der er angehört, verweigert die Teilnahme der französischen Sozialisten mit Gewalt, aber Thomas bleibt Minister! Zweck der Stockholmer Konferenz sollte es sein, den Frieden zu beschleunigen und Verständigung zu suchen Ohne diesen Zweck bleibt Stockholm Theater und weiter nichts. Thomas will nach Stockholm gehen, um den Frieden und die Verständigung zu b e k ä m p f e n. Er ist Friedensfeind aus Rechtssanatismus, und dieser Rechte fanatismus verlangt, daß noch mehr Deutsche totgeschlagen werden, wobei natürlich eine entsprechende Anzahl Franzosen mitgehen muß. Dieses Recht, das Menschen frißt und Blut säuft und das von Verständigung nichts wissen will, nennt Thomas das„Recht des Sozialismus". Nun mag jenes„Recht" wohl das Recht einer gewissen Marke des französischen Ministersozialismus sein, das Recht des i n t�r n at.i p�n.al en Sozialismus ist es nicht! Das hätten wir den Franzosen in Stockholm sehr gerne genauer auseinandergesetzt. Aber da Thomas zwar als Sozialist durchaus nach Stockholm gehen will, als Minister aber sich selber den Paß verweigert, müssen wir darauf verzichten. leylen Tage. Die Patrouillen wurden überall abgewiesen. Daraufhin nahmen die Engländer da« Artilleriefeuer besonders auf die deutschen Stellungen vor und beiderseilS L e n S mit großer Stärke wieder auf. In der Nacht flaute das Feuer ab, um am Morgen des IS. erneut mit ausserordentlicher Heftigkeit ein- zusetzen. Auch in der Gegend von St. Ouentin wurden bei ge- steigerter Artillerietätigkeil mehrfach englische Patrouillen abge wiesen. An der A i S n e f r o n t wurden zwei französische Angriffe bei Cerny zurückgewiesen; in der Champagne zwei gegen die deutschen Stellungen vorfühlende Stoßtrupps im Nahkampfe abge Ichlagen. An der Verdünfront dauert daZ Ringen der beiden Artillerien um die Feuerüberlegenheit an. In den Vormittags- stunden des 14. August war das französische Artilleriefeuer unter dem Einfluss der deutschen Abwehrwirkung abgeflaut. Von Mittag an lebre es wieder auf und erreichte am Nachmittage die grösste Heftigkeit. Seitdem dauert die Artillerieschlacht ununterbrochen an. Da? sranzöfische Feuer konzentriert sich auf den Wald von Avocourt, die Höhe 304, Talou-Rücken, Fosseswald und die Gegend von Vaux. Im Osten sind von der Ostsee bis zum TrotuS be- sondere Ereignisse nicht zu melden. Die Äampftätigkeit konzentriert stch in der südwestlichen Moldau. Hier hatte die russisch- rumänische Offensive sich mit bemerkenswerter Zähigkeit verbissen und die Angriffe fortgesetzt, auch alS durch die weiteren Erfolge deS deutschen Durchbruchs bei Zloczow sich die Gesamtlage von Grund aus geändert hatte. In immer erneuten Angriffen vor allem gegen den Mgr. Casinu ist hier die Elite des neu auf- gestellten und neu organisierten rumänischen Heeres geopfert worden. Erst jetzt unter dem Druck der im Norden von F o c s a n i vordringen- den Truppen Mackensens haben die Russo-Rumänen zwischen den FI Umläufen de« Casinu und der Putna den Rückzug angetrelen. Die Verbündeten folgen ihnen in scharfem Rachdrängen und sind bereits über Soveja hinaus vor- gedrungen. Die Heeresgruppe Mackensen ist in weiterem zähen Vorwärts« drängen zwischen Sereth und dem Gebirge. Mit der Besetzung von Baltaretu ist die Bahnlinie von Tecuciu «uf dem westlichen Serethufer jetzt völlig in den Händen der Verbündeten und den Russo- Rumänen in der süd- lichen Moldau die wichtigste rückwärtige Verbindung gesperrt. Der linke Flügel schiebt sich staffelförmig in den Bergen vor und überflügelt so von den überhöhenden Bergrändern aus die noch in der Ebene hallenden Russen und Rumänen. Im Putna-Tale iit das Dorf S e r b e st i besetzt und nördlich der Susita Stracani. Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 15. August. Amtlich. Im Mittelmeer wurde wieder eine grosse Anzahl Dampfer und Segler mit einem Gesamt- rauminhalt von über 50000 Tonnen versenkt. Darunter befanden sich ein grosser,» o llb e l a d en er Munitionsdampfer»it Kurs»ach Part Said, der«ach dem Torpedotreffer mit gewaltiger Detonation in die Lust flog. Bon dem bewaffneten italienischen Dampfer Exemplare wurde ein S-Zenti meter-Geschütz erbeutet. Zwei Dampfer wurden aus einem anscheinend nach Saloniki destimmten Geleitzug herausgeschossen. Ein grosser Dampfer mit Kurs auf Marseille wurde torpediert; doch konnte das Sinken nicht festgestellt werden. Der Chef deS AdmiralstabcS der Marine. * Berlin, 15. August.(85. T. ffl.) Nach einer Meldung auS London gibt der dortige japanische Marinealtachä bekannt, dass am 22. Juli ein japanisches Kriegsschiff, das einen englischen Transporter im Mittelmeer begleitete, ein deutsches U-Boot beschossen und zweifellos vernichtet hätte. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, sind alle im Mittelmeere operierenden deutschen und österreichisch-ungarischerr U-Boote wohlbehalten und erfolgreich an der Arbeit._ Paßverweigerung unö sozial- öemokratische Zrieüenspolitik. Von einem Teil der rechtsstehenden Presse ist unser gestriger Leitartikel zur Paßverweigerung der Entente- regierungcn mit einem gewissen Erstaunen aufgenommen worden. Während die..Kreuzzeitung" meint, daß wir den darin enthaltenen Standpunkt zwar schon des öfteren gehabt hätten, uns aber ebenjo oft darüber hinweggesetzt hätten, suchen andere alldeutsche Blätter, wie die„Berliner Neuesten Nachrichten", herauszudestillieren, daß uns eine neue Er- kenntnis gekommen sei und wir unsere bisherige Politik auf- zugeben im Begriff ständen. Das ganze Bemühen ist vollkommen verfehlt und erklärt sich daraus, daß die genannten Blätter den Standpunkt der deutschen Sozialdemokratie in der Kriegs- und Friedensfrage niemals richtig und objektiv dargelegt haben, jondern bemüht gewesen sind, ihren Lesern ein völliges Zerrbild unserer Politik vorzusetzen, in das freilich unser Artikel nicht hinein- passen will. In Wirklichkeit entspricht die Haltung, die wir gegenüber den jüngsten Ereignissen eingenommen haben, gc- nau dem Standpunkt, der in der bekannten Erklärung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion vom 4. August 1914 festgelegt ist. Schon dort ist ausge- sprachen, daß die deutsche Sozialdemokratie eine ehrliche Ver- ständignng der kriegführenden Staaten anstrebt, daß sie aber andererseits, solange diese Verständigung nicht erzielt ist und dem Lande Gefahr droht, alle Kraft für die Verteidigung des Landes einzusetzen bereit ist. Der Schlag der Ententeregierungen gegen die Stockholmer Konferenz hat min gezeigt, daß die Möglichkeiten einer Ver- ständigung zurzeit einen Tiefstand erreicht haben, weil die jetzigen Regierungen der westlichen Ententemächte fest cnt- schlössen sind, den Krieg bis zur völligen Niederwerfung Deutschlands fortzusetzen. In solcher Situation tritt natur- gemäß die Entschlossenheit der Verteidigung in den Vorder- grund des Denkens und Handelns. Daß unser Verständi- gungswille hierunter keineswegs gelitten hat, beweist die deut- lich ausgesprochene Bereitwilligkeit der deutschen Sozialdemo.- kratie, trotz der Gegnerschaft der westlichen Ententestaaten die Stockholmer Konferenz zu beschicken und auch noch auf einer Rumpfkonferenz zu versuchen, das Möglichste für den Frieden herauszuholen. Es ist auch pure Demagogik, wenn die„Berliner Neuesten Nachrichten" setzt uns deutschen Sozialdemokraten vorwerfen, wie hätten die Erkenntnis von den Eroberungszielen der Feinde schon früher hoben müssen, als unsere„schlappen Seelen" noch„um Frieden winselten". Dieser Vorwurf wird selbst vom Standpunkt des alldeutschen Blattes aus sofort widerlegt durch die Ausführungen der„Germania", die ihren Artikel über die Paßvcrwcigerung mit folgenden Worten schließt: „England, Amerika hätten es unserer Ueberzeugung nach ruhig daraus(auf die Stockholmer Konferenz) ankommen lassen können. Datz sie es nicht gewagt haben, klärt nur die tatsächliche Lage. Jetzt liegt die Schuld an der Fortsetzung des Blutvergießens um so klarer auf seinen Schultern, und dafür können wir dem Gang der Dinge nur dankbar sein." Vielleicht gebührt der Tank ober nicht nur dem unfaß- baren„Gang der Tinge", sondern denlebendigenPer- s o n e n, welche hinter dem Gang der Tinge gestanden und die Klarheit durch ihr Handeln herbeigeführt haben.— Aber zwischen der Politik der„Berliner Neuesten Nochrichten und der unseren besteht ein grundsätzlicher Unterschied. Für die alldeutschen Blätter dieses Schlages sind England, Frankreich usw. schlechterdings identisch mit ihren gegenwärtigen eroberungs- und zerschmetterungswütigcn Regierungen. Unsere Politik siebt demgegenüber auch die großen Teile des Volkes in England. Frankreich usw.. die eine Verständigung und Frieden herbeisehnen. Rußland zeigt zur Genüge, daß Regierungen und Regierungspolitik keine Ewigkeitswerte sind. Den paßverweigernden und mit absolutistischen Methoden arbeitenden Regierungen der Lloyd George, Ribot usw. setzen wir deutschen Sozialdemokraten unseren festen Verteidigungs- willen entgegen, wie er in dem gestrigen Leitartikel zum Aus- druck kam. Den Völkern der Ententestaaten, soweit sie Frieden und Verständigung herbeisehnen, bleibt unsere Friedenshand offen ausgestreckt und wird es immerdar bleiben. Rücktritt Gröners! Nach der Meldung eines Berliner Lokalblattes beabsichtigt General Gröner, der Leiter des Kriegsamtes, ein Kommando an der Front oder eine anderweitige Tätigkeit zu übernehmen. Als fein Nackitolger werde General Scheuch genannt. Mit dem Per- sonenwecksel soll nach Ansicht deS Blattes auch eine Aenderung der HilfSdiensipflicht und eine andere Ressorteinteilung in Angriff ge- nommen werden._ Anweisung"' zu Versammlungsverboten! ReichStagSadg. Genosse Wels hat nachstehende„K l e i n e A n- frage" an den Reichskanzler gerichtet: „Durch den Landrat des Kreises Calcru ist mitgeteilt worden, datz„die Genehmigung für öffentliche politische Versammlungen nach den bestehenden Anw eis un- gen nicht erteilt werden dürfe", obwohl seststcht, datz in anderen Kreisen der Provinz Brandenburg derartige Veranstal- hingen nach vorheriger Anmeldung ungehindert stattfinden können. Sind dem Herrn Reichskanzler solche„Anweisungen" auf Auf. Hebung des Versammlungsrechts für den Kveis Calau bekannt? Was gedenkt er gegen die A u s na hmebe ha n dl u ng der in diesem Falle betroffnen Bevölkerung des Niederlau sitzer.In, dustriereviers zu tun? Ich begnüge mich mit einer schriftlichen Antwort." Kriegspresjeamt. Der Major im Gensvalftabe Würz ist mit der Wahrnehmung der Geschäfte deS KriegSpresseamtS beauftragt worden, Lette Nachrichten. Die Kriegserklärung Chinas. Basel, 15. August. Reuter meldet aus Londo« aus amtlicher Quelle: Dienstag erklärte China an Deutschland und Oesterreich-Ungarn den Krieg. Ueberführung ües Cxzaren. Petersburg, 15. August.(Reutermellmug.) Der frühere Zar und die kaiserliche Familie sind in der Ährcht vom 14. d. M. in aller Heimlichkeit«ach einem unbekannten Bestimmungsort, der später mitgeteilt werden wird, gebracht worden. Die Ueberführung geschah aus Grund eines Beschlusses der Provisorischen Regie. rung. DerArbciter-undSoldatenratwurde dabei nicht zu Rate gezogen. Russische Staatskonferenz. Petersburg, 15. August. Die Vorläufig- Regierung beschloß in Verfolg der außergewöhnlichen gegenwärtigen Ereignisse und an- gesichtS der Verbindung der Regierung mit den organischen Kräften des Landes zum 25. bis 28. August eine Staatskonferenz in Moskau zus ammenzuberufen. Zur Teilnahme an ihr werden ein- geladen werden Vertreter der öffentlichen, demokartischen, natio- nalcn, wirtschaftlichen, kommerziellen und industriellen Körper- schaften, die Organe, die die revolutionäre Demokratie leiten. höhere Vertreter des Heeres, der wissenschaftlichen Einrichtungen, der Universitäten und Mitglieder der Duma. Dem Obersten Be- fehlshaber und dem ehemaligen Ministerpräsidenten Fürsten Lwow wurden besondere Einladungen übersandt. Die Konferenz wird nach dem Kreml einberufen und durch eine Rede des Minister- Präsidenten eröffnet werden, der eine allgemeine Erklärung ver- lesen und den Mitgliedern der Konferenz Aufschluß über die Lage des Landes und das Programm und die Tätigkeit der neuen Ri- gierung geben wird. Dann werden ihr Erklärungen gegeben werden durch die Minister und die Vertreter der verschiedenen Ab- tcilungen werden Reden halten, die die Lage der verschiedenen Ver- waltungszweige und der Staatswirtschast beleuchten sollen. Man glaubt, datz etwa 1000 Personen an der Versammlung teilnehmen werden. Brückenbrand in Warschau. Warschau, 15. August. Die PoniatowSki-Brücke in Warschau, die erst kurz vor dem Kriege mit einem Kostenaufwand von 22 Mil- lionen von den Russen erbaut worden war, ist gestern nachmittag teilweise durch Feuer zerstört worden. Vermutlich durch Funken von einem durchfahrenden Dampfer entzündete sich der Holzbelag des mittleren Bogens. Der Brand breitete sich infolge der starken Austrocknung des teergeträntten Holzes rasch über die beiden an- stoßenden Bogen aus. Die Träger des mittleren Bogens lösten sich und stürzten in den Fluß. Die Poniatowsti-Brückc war am 5. August 1015 durch die abziehenden Russen gesprengt, aber als ein Wahr- zeichen deutscher Arbeit von den deutschen Behörden wiederherge- stellt und im September 1016 dem Verkehr übergeben worden. Gewerkschaftsbewegung Deutsches Reich. Lohnforderungen der Ruhrberglente. Die Bergarbeiterzeitung" veröffentlicht folgenden Aufruf an die Arbeiterausschüsse der Ruhrzechen: Die Vorstände der vier Bergarbeiterverbände hielten am 10. 5. M. eine gemeinsame Besprechung ab, um zu den von einer Anzahl Arbeiterausschüsse und Bergarbeiterversammlungen erhobenen Lohnforderungen Stellung zu nehmen. Nach forgfältiger Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Verhältnisse famen die Vorstände zu folgendem Beschluß: Sämtliche Arbeiterausschüsse auf den Ruhrzechen mögen bei ihren Werkverwaltungen eine alsbaldige Lohnerhöhung beantragen, welche zur Folge hat, daß 1. der Lohn für Hauer und Lehrhauer pro Schicht nicht unter 12 M., ausschließlich Kinder- und etwaigen anderen Teuerungszulagen, beträgt; 2. die Schichtlöhne für erwachsene männliche Arbeiter um 1 M., für erwachsene weibliche Arbeiter um 75 Pf. und für Jugendliche um 50 Pf. erhöht werden; 3. die jetzt gezahlten Kinderzulagen überall verdoppelt werden. Die Verbandsvorstände sehen gegenwärtig davon ab, borgenannte Forderungen in einer Eingabe an die Organi sation der Werts befizer zu vertreten, da diese es erfahrungsgemäß leider immer noch ablehnt, mit den Ars beiterorganisationen zu verhandeln. Sollten die einzelnen Zechenverwaltungen in den Verhandlungen mit ihren Arbeiterausschüssen borstehende, durch die gegens wärtigen Teuerungsverhältnisse durchaus gerechtfertigten Fordes rungen nicht bewilligen, so empfehlen den Arbeiters ausschüssen die Anrufung der durch das Hilfsdienstgesez eingeführten Schlichtungsstellen. Wir erwarten bestimmt, daß die Belegschaften feine weiteren Schritte ohne das Einverständnis der Verbandsleitungen unternehmen. Mit Glückauf! Die Verbandsborstände." Durch diesen Aufruf erfährt die breite Deffentlichkeit, daß die Schwerindustriellen immer noch das Verhandeln mit den Arbeiterorganisationen ablehnen. Es bleibt beim Herrenstandpunkt! Den Verbandsvorständen kann man es nachfühlen, daß sie es nun abIebnen, wieder eine nuzlose Eingabe an die Organisation der Werksbefizer zu machen. Wenn die Arbeiterausschüsse nun auch mit leeren Redensarten abgespeist werden, dann tragen für die Folgen die Werksbesitzer ganz allein die Schuld. Berlin und Umgegend. Lohnzulage der Bauanschläger. Jm März d. J. hatten die Bauanschläger außer der ihnen im Dezember v. J. bewilligten Lohnzulage von 20 Broz, eine weitere gegen ble girma Sabian tied auf Radzahlung von Löhnen, I ihrer Währungen Ginbußen zu erleiben, bie- mag auch der Rüdbie zu Unrecht von den 25 Broz. abgezogen worden sind. gang ihrer Währungen nicht so groß sein doch jedenfalls unge mein empfindlich sind, weil diese Länder sehr viel mehr als das im wesentlichen auf Selbstbefriedigung angewiesene Deutschland einführen. Das Urteil ging dahin, daß alle Zulagen, die vor dem 8. März d. J., wo der Tarifabschluß erfolgt ist, gemacht wurden, nicht an gerechnet werden dürfen. Ausland. Parteinachrichten. Um die Einheit der Arbeiterbewegung. Auch wenn man den gegenwärtigen Stand, der deutschen Wäh rung damit erklärt, daß Martnoten nur an kleinen Börsen gehandelt werden, an denen keine richtige Verteilung zwischen An Der Schweizerische Gewerkschaftsbund hat mit feiner Ber- gebot und Nachfrage stattfindet und an denen schon der Verkauf tretung in Stockholm den Genossen Hermann Greulich beauftragt. berhältnismäßig geringer Summen einen wesentlichen Drud auf Der Beschluß ist bemerkenswert, weil gegen die Delegation von die Kurse ausübt, ist dieser Zustand aus wirtschaftlichen und nicht Greulich in letzter Zeit von den Zimmerwaldern lebhafter Ein- zulebt auch aus politischen Gründen bedauerlich. Er kann sofort spruch erhoben wurde. gemildert werden, wenn Deutschland mehr ausführt. Dazu ist einmal notwendig, daß die Ausfuhrbewilligungen von dem Reichskommissariat für Ein- und Ausfuhrbewilligungen schneller erledigt werden, dann aber auch, daß von den Militärbehörden Arbeitskräfte für die Ausfuhrindustrie gestellt werden. Der Schuß der Wahrung ist bei der engen Verquidung zwischen wirtschaftlicher und militärischer und politischer Kriegführung auch eine eminent militärische Angelegenheit. Deutschland hat zum Glüd Güter, nach denen das neutrale Ausland hungert und die zu märchenhaften Preisen abzusehen find: Kohle, Eisen, Kali. Allerdings war bisher die Gestellung von Arbeitsträften so gering, daß kaum der riesige Inlandsbedarf voll gebedt werden konnte. Die Befürch tungen über Stodungen in der Kohlenzufuhr im Winter find allgemein und es fällt auch niemandem ein, die Belieferung des Auslichen Notwendigkeiten sind so groß und gebieterisch, daß die Landes auf. Kosten im Inlande zu befürworten. Aber die wirtschaftMilitärbehörden die Befriedigung des inländischen und ausländischen Bedarfs möglich, machen muß Jm Braunschweiger Boltsfreund" warnt Genoffe Wilhelm Blos, die Ueberheblichkeit der Unabhängigen dadurch zu stärken, daß auf die Wiedervereinigung mit ihnen zu viel Gewicht gelegt werde. Die Behauptung der Haase- Leute, fie repräsentierten die Mehrheit, dürfe nicht täuschen. Wo immer die Unabhängigen aufgetreten feien, hätten sie herbste Enttäuschungen erlitten. Der Kampf, der nicht von heute datiere, müsse ausgetragen werden, bis sich die Zeit erfüllet" hat: Man sieht also, daß der 4. August 1914 nur den unmittelbaren Anstoß gegeben hat zu der Spaltung, beren Vorbedingungen schon vorher, und zwar lange vorher vorhanden ivaren. Schon vorher war die Spaltung manchmal in drohende Nähe gerüdt. Sie ist das Ergebnis einer langen Entwicklung. Die Anhänger einer positiven Politik und die Fanatiker der reinen Negation waren nicht mehr in einer geschlossenen Organisation zusammenzuhalten. Es ist nicht schwer, zu begreifen, daß ein Zustand, ber fich aus einem langen Gärungsprozeß herausgebildet, nicht im Handumdrehen wieder aus der Welt geschafft werden kann. Deshalb sind auch die sämtlichen Anträge zum Parteitage, welche eine sofortige Wiedervereinigung der foeben auseinandergegangenen Richtungen verlangen, so ehrlich und gut gemeint und an sich natürlich vernünftig sie sind, völlig berfrüht und aussichtslos. Man darf auch nicht vergessen, daß unter den aus der Partei ausgeschiedenen Elementen sich viele befinden, denen die Einheit unerträglich ist, so lange ihre Anschauungen nicht in der Partei die unbedingte Herrschaft haben. Andere sind gern bereit, wieder in die Partei einzutreten, aber nur zu dem 3ived, fie zu unterwühlen oder Störungen in der Organisation und im Parteileben hervorzurufen, damit sie in folcher Parteianarchie ihre Richtung zur Herrschaft bringen können. Wieder andere sind unversöhnliche Gegner jeder positiven Politik und bewußte oder unbewußte Anhänger anarchosozialistischer oder beffer gesagt anarchistischer Tendenzen." andere sind die Goldsammlungen, die nicht warm und einSelbstverständlich ist das nur die eine Seite der Medaille; die bringlich genug empfohlen werden können. Das Gold, das als 3ierat oder als Münze in den einzelnen Haushaltungen noch vielfach verstedt liegt, bedeutet für seinen Befiber Regel die Beträge viel zu gering dazu sind in der durchaus teine- pefuniare Sicherung, wenn er auch, besonders wenn es sich um Erbstuce handelt, mit einer gewissen liebevollen Zärtlichkeit an ihnen hängen mag Das Gold in der Reichebant zusammengetragen, bedeutet unendlich viel: eine Stüße für unsere Währung, deren Schuß ein Allgemeinintereffe ift. ( z) Zwangssyndikate. Die Berliner Handelstammer legt gegen bie fortschreitende 3wangssyndizierung. Einsprache ein: " Durch gesetzliche Vorschrift find für eingeine Industrien 3angssyndikate geschaffen worden, deren Folgewirtung u. a. dahin geht, daß die gesamte Arbeit der betreffenden Industrie einigen wenigen Werken übertragen wird, während der Gewinn an alle Beteiligten verteilt werden foll; für weitere Industrien sollen solche Syndikate in der Vorbereitung begriffen fein. Da wir der Ansicht sind, daß die Blüte des deutschen Wirtschaftslebens der betrachten wir diese fortschreitende Brgesellschaftlichung der deut weitgehenden Verkehrsfreiheit zu verdanken war, so Arbeitskraft, andererseits Betriebsmittel, insbesondere Kohle und schen Volkswirtschaft mit großer Besorgnis. Wir verfennen nicht, daß die Zeitumstände es erforderlich machen, einerseits lebendige Rohstoffe zu ersparen. U. G. sollte aber dieses zu erstrebende Ziel nicht dadurch verfolgt werden, daß man schwer wieder zu beseiti „ Eine organisatorische Trennung wird aber auch beide Rich- ballung des industriellen Probuftionspro. gende Gebilde durch Gesetz schafft, die eine Zusammen tungen der Partei selbst verwirren. Rechts wird rückgratloser sein esses in wenigen Betrieben bedeuten, wie wir fie in ohne Links und Links wird manches tun, was mit Rechts anders ähnlichem Umfang in Deutschland bisher kaum gekannt haben. getan worden wäre. Im Bruderkampf werden sich unseres Erachtens sollte es dent freien Entschlusse der Be eine Reihe brauchbarer Männer und Frauen teiligten überlassen werden, sich in Verbänden zusammenzufinden, zermürben, und nach Jahren werden wir doch die von dem Willen aller Interessenten getragen sind und deren einen Vergleich schließen müssen, den das Verabredungen ohne gefeßlichen Zwang durchgeführt werden. Proletariat bezahlt hat. Den Schaden wird das Wir empfehlen deshalb dringend, nur in solchen Fällen weitere Proletariat als Ganzes auf jeden Fall haben, wenn der under- Zwangssyndikate zu bilden, in denen die wirtschaftliche Lage des antwortliche Beschluß des Parteiausschusses zur Taf wird. Der betreffenden Geschäftszweigesses unbedingte erfordert Der Krieg geht seinem Ende zu. Die Hauptursache des schweren Schaffung von Zwangsfyndidaten wäre niferes Erachtens beim Konflikts fällt damit weg und neue gewaltige Aufgaben treten Fehlschlagen einer freien Organisation immerhin noch die Still an das Proletariat heran, die bald ganz neue Gruppierungen legung von Betrieben auf amtliche Anordnung hin lediglich für die in der Partei bringen irerden." Kriegszeit vorzuziehen." Bulage von 30 Proz. gefordert. Bewilligt wurden aber nur 20 Proz. teur der„ Bergischen Arbeiterstimme" Merkel im Januar diefes Die Freie Press" erinnert daran, daß der politische Redat Die Bauanschläger gaben sich einstweilen zufrieden und erklärten, fie Jahres die gerade entgegengesette Haltung eingenommen hat, die würden die Bewilligung der reſtlichen 10 Proz. am 1. Juli fordern. in dem von uns angeführten Artikel dieses Blattes über die BraunDas ist denn auch durch ein Schreiben an die Unternehmerorganischen Vorschläge zum Ausdruck kommt. Damals schrieb Merkel: tation geschehen. Darauf erhielt die Branchenleitung der Bauanschläger gegen Ende Juli den Bescheid, daß die Zulage von 10 Proz. ab 1. Juli bewilligt ist unter der Bedingung, daß weitere Forderungen nicht gestellt werden. Am Sonntag erklärte sich die Branchenbersammlung der Bauanschläger mit dieser Erledigung der Lohnfrage einverstanden, doch wurde betont, daß sie nur für dies Jahr gelten könne. Ob sich im nächsten Jahre eine weitere Lohnerhöhung nötig mache, das hänge von den derzeitigen Lebensmittelpreisen ab. Da der jezige Stundenlohn der Bauanjoläger einschließlich aller fich nur bisher bewilligten Zulagen auflagerbelaufe, feien die Bananschläger immer noch wesentlich ungünstiger gestellt, als die in Fabriken beschäftigten Metallarbeiter. Sie hätten also feinen Grund, für alle Zeit auf weitere Lohnzulagen zu verzichten. Aus dem Kriegsausschuß für Militärschneiderei. Urlaub eine Extravergünstigung? Mit dieser Frage hatte sich in der letzten Sigung der Ausschuß zu befassen. Der Schneiderverband, vertreten durch Knoop, flagte gegen eine Firma auf Bewilligung des Sommerurlaubs für alle Tagschneider beiderlei Geschlechts. Der Vertreter der Firma bestritt die Berechtigung der Forde rung und führte aus, daß die Firma nur von Fall zu Fall ihren männlichen Tagschneidern Urlaub gewähre, und es sei dies nur eine freiwillige Extravergünstigung, auf die niemand flagbaren Anspruch babe und für die die Schneiderinnen überhaupt nicht in Betracht fämen. v. Schulz: Ihr Werkführer soll aber den Leuten Urlaub zugesagt haben. Vertreter: Der Werkführer hatte hierzu kein Recht, die Leute stellt die Firma selbst ein. Zeuge Eder, der früher Vertrauensmann bei der Firma war, fagt aus er war bei den Verhandlungen betreffs des Urlaubs damals zugegen. Herr Hoffmann habe der Forderung auf Urlaub prinzipiell zugestimmt, nur fönne er, Zeuge, nicht mehr genau sagen, ob der Urlaub nach halbjähriger oder erst nach einjähriger Beschäftigung gewährt werden sollte. Bewilligt sei er bestimmt worden. Vertreter: Ich kann nur sagen, daß der Urlaub immer nur von Fall zu Fall und völlig freiwillig von der Firma gewährt worden ist. b. Schulz: Herr Eder, wie ist denn das mit den Frauen? Eder: Frauen wurden seinerzeit bei der Firma überhaupt nicht beschäftigt. Die Frage zu erörtern, lag also gar keine Ver anlassung vor. v. Schulz: Herr Hoffmann behauptet nun, den Frauen käme der Urlaub schon deshalb nicht zu, da sie bereits viele Vergünsti gungen hätten. unze: Die Frage des Urlaubs wurde damals generell für Tagschneider geregelt. Nach kurzer Beratung kam der Kriegsausschuß zu folgendem Entscheid: Wenn die Frauen Urlaub verlangen, muß er ihnen gewährt werden. v. Schulz: Das ist eine salomonische Entscheidung, bei der einmal beide Teile befriedigt nach Hause gehen können.( Das füßfaure Lächeln des Firmenvertreters bemerkend): Sie scheinen davon nicht überzeugt zu sein? " Aber die Unabhängigen, denen ihr Parteiegoismus über alles in der Welt geht, geben heute keinen Deut auf die Zukunftsinteressen des Proletariats. Surz angebunden schreibt das Berliner Mitteilungs- Blatt", die Unabhängigen könnten denen, die sich nicht auf den Boden ihrer Grundsätze stellten, nicht das Recht zuerkennen, sich Sozialisten zu nennen. Mit solchen Leuten kann man sich nicht einigen. Im Interesse der Arbeiterklasse muß man solche Leute direkt bekämpfen; sie sind Schädlinge der Arbeiterbewegung." Braun noch nachträglich in der„ Bergischen Arbeiterſtimme Selbstverständlich bekommt jetzt auch Genosse Dr. Adolf wegen seines Widerspruchs gegen den Zetkinrummel einen derben Rippenstoß: Nein, die Schamrote wird Adolf Braun nicht ins Gesicht steigen. Ihn ärgert nur, daß Genossin Zetkin nicht vor einem Jahre schon gemaßregelt wurde, trotzdem damals noch von Barteispaltung keine Rede war. Brauns Versöhnungsaktionen haben dadurch eine neue Beleuchtung erhalten, und es scheint uns faft, als hätten die Genossen recht gehabt, die in Braun einen Parteigänger des Vorstandes von recht unange nehmer Art sahen; eine Auffassung, die wir bisher entrüstet die ablehnten." Also muß auch Genosse Braun am eigenen Leibe erfahren, daß Dreckschleuder die liebste Waffe der Unabhängigen ist. Industrie und Handel. Starke Goldausfuhr. Energische Maßregeln nötig. Die in der Eingabe ausgesprochenen Wünsche werden nicht berücksichtigt werden können. Die Notwendigkeit, den höchsten Grad der Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen, empfiehlt die Zwangssyndi zierung, selbst wenn sie auf Roften der Kleineren erfolgt. Noth mehr aber die Notwendigkeit einer Kapitalrationierung, die unproduktive, rein spekulative Investitionen verbietet. Maliund Zementindustrie sind anschaulichste Beispiele. Ist die Zwangsshndizierung nicht abzulehnen, so doch die jetzt schen Geist, fie sind sogar Instrumente des rücksichtslosesten Kapibefolgte Methode, Arbeiter und Verbraucher auszuschalten. Die tabismus. Eine ebenso große wie schwere Aufgabe wird es sein, heutigen Zwangssyndikate verraten nicht nur feinen jozialpoliti brauchern zu sorgen, wobei unter Verbraucher auch sehr häufig für die Vertretung der Interessen von Arbeitern und Ver. die so wichtige weiterverarbeitende Industrie zu rechnen ist. Die kommende Fahrpreiserhöhung. Uns wird geschrieben: In meine Tariferhöhung ist schon beschlossen und soll spätestens zum Mit der Eisenbahntarifreform wird es mun erft. Gine allge 1. April n. I. in Kraft treten. Die Tarife für den Personenverkehr übrigen sollen alle vier Klaffen beibehalten werden. Mit der Einsollen in allen Klassen eine wesentliche Erhöhung erfahren. führung der neuen Tarife wird natürlich eine gewaltige Umwäl zung verbunden sein. Die Abwanderung aus den höheren Klassen, die schon während des Krieges ununterbrochen eingefeht hat, wird an- Ausdehnung zunehmen. Heute schon sind die Abteile der 4. Klassen so überfüllt, daß viele Fahrgäste gezwungen find, eine andere laffe zu benußen. Mit der Erhöhung der Fahrpreise wird natürlich der jebige abnorme Zustand verschlimmert. Alle FahrDer am 23. Juli 1917 abgeschlossene Ausweis der Reichsbank gäste werden 4. und 3. Klasse fahren wollen. Die beiden anderen zeigt eine erhebliche Minderung des Metall- und Klassen werden noch leerer als bisher in den Zügen mitgeschleppt Goldbestandes. Der Metallbestand hat sich um 49 Millionen werden müssen. Das Hin- und Herrangieren, das Zusammenstellen auf 2475 Millionen, der Goldbestand um 56 Millionen auf der Züge, das Rennen nach freien Pläßen usw. wird auf den Bahn2402 Millionen Mark verringert. Es ist also ein Teil des abge- höfen noch größere Ausdehnung nehmen. Das Mitnehmen von flossenen Goldes durch Zugang an Silber gedeckt worden. Zwar freiem Gepäck, das schon jetzt wegen der äußerst mangelhaften Hat der Notenumlauf ebenfalls eine Verringerung von allerdings Gepäckbeförderung, wie bekannt, sehr zugenommen hat, wird vernur 11 Millionen auf 8630 Millionen Mark erfahren, aber der Zu- mutlich noch erheblichere Dimensionen annehmen. Am meisten begang an Wechseln, Schecks und Schabanweisungen in Höhe von troffen werden natürlich die Groß- Berliner, welche täglich mehrere 156 Millionen auf insgesamt 10 590 Millionen Mark konnte nur Male gezwungen sind, die Stadt, Ring- oder eine Vorortbahn zu untergebracht werden, weil gleichzeitig die Depositen, was zweifel- benußen. Die Groß- Berliner werden Geld in ihren Beutel tun los eine Folge des propagierten bargeldlosen Zahlungsverkehrs müssen. Mit der bisherigen minimalen Einnahme von rund In einer anderen Klage mußte der Beklagte 141 m. berappen. ist, eine Zunahme um 148 auf 5483 Millionen Mark erfuhren. 40 Millionen Mark aus dem Berliner Verkehr ist die EisenbahnDann trat wieder der frühere Barbier und jetzige ZwischenDurch den Goldabgang verringert sich an sich das Verhältnis veripaltung nicht länger zufrieden. Gr foll bedeutend mehr ermeister Pietsch als Trainsoldat auf. Das heißt, er gudte sich im zwischen Notenumlauf und Gold- bzw. Metalldeckung: Das Bild geben. Nicht nur jede einzelne Fahrt soll verteuert werden, sondern Saal um und da es ihm dort anscheinend zu langweilig vorkam, gewinnt nicht, wenn wie es geschehen muß auch die Depofiten auch die Preise für die Arbeiter- Wochenkarten, die Monats- und so benutzte er die schöne Gelegenheit, mit seinem Anhang in die als täglich fällige Gelder zusammen mit dem Notenumlauf in ein bebentarten, die Schüler- und anderen Karten sollen eine wesentKneipe zu gehen. So kam es dann, daß, als die Klagesache Pietsch Notenumlaufs durch den Goldvorrat beträgt gegenwärtig 28 Broz., Jahre wurden über 400 Millionen Personen von der Stadt-, RingVerhältnis zu dem Goldbestand gesetzt werden. Die Dedung des liche Aenderung, d. h. also eine Verteuerung erfahren. Im letzten berankam, der Hauptbeteiligte fehlte. Die Zeit verrann, aber Pietsch die Deckung sämtlicher täglich fälliger Verbindlichkeiten( Noten- und den Vorortbahnen befördert. Es entfielen etwa die Hälfte kam nicht, so daß angenommen wurde, er habe sich wieder verDunstet. davon auf den Vorortverkehr, so kann man sich ungefähr schon heute Endlich kam er aber doch noch, wurde aber gleich mit umlauf und Depositen) 17 Proz. einem Kreuzbageldonnerwetter vom Vertreter des Bekleidungsamtes schlechten Währungsverhältnisse notwendig geworden. Zur Stüßung reiche Personen spielt es heute schon eine Rolle, ob sie monatlich Die erheblichen Goldabgaben der Reichsbank sind infolge der ein Bild von den zu erwartenden Umwälzungen machen. Für zahlempfangen, daß er ziemlich verdugt dreinschaute. In der Sache selbst mußte erst eine Unterkommission gehört des Markturses mußte das Geld als Weltgeld ins Ausland gesandt 3 oder 6 M. für Karten ausgeben, besonders wenn es sich um Fa. werden, die die verworrenen Geschäftsangelegenheiten des Be- natürlich als vollwertig gilt, es von dem Auslande im Augenblick erhöhung dann noch eine Betriebseinschränkung kommt, dann ist werden. Und dabei muß noch bemerkt werden, daß, obwohl Gold milien mit mehreren Köpfen handelt. Wenn zu dieser Tarifflagten entwirren soll. Nach ihrem Gutachten wird dann aufs neue nicht einmal gern angenommen wird, weil das Ausland sich seine die Eisenbahnreform feineswegs abgeschlossen. Im Hintergrunde Forderung lieber in Waren bezahlen läßt, die es selbst dringend fehr3 mit einer zweifellos abermaligen Zarifreform. Die Kohlen steht die„ Glettrisierung des Groß- Berliner Eisenbahnber Das Schiedsgericht für Tarifangelegenheiten entschied Durch die Bergabe von Gold ist eben auch nur gerabe eine und Gasversorgung zeigt's schon, wohin die Reise, gehen wird.. fürzlich in einer Sache, die die Kostümschneiderei betraf. Stübung der deutschen Währung erreicht worden. Eine träftige Es handelte sich um Anrechnung von Zulagen, die in der Frühjahrs- Auftvärisbewegung der Markurse an den wenigen neutralen Berantwortl. f. Bolitik: Dr. Frans Dieberich, Berlin- Friedenau; für b. übrigen saison erfolgt sind und von einzelnen Firmen auf die nach Auf- Börsen hat sich nicht entwideln tönnen. Allerdings leidet nicht nur Teil des Blattes: Alfred Scholz, Neuföln; für Inferate: Th. Glode, Berlin. hebung der Streckungsverordnung in Kraft getretenen 25 Broz. ber- Deutschland unter diefer Währungsmijere, sondern es beginnen auch Drud u. Verlag: Borwärts Bugdruckerei a Berlagsanstalt Baul Ginger& Co. rechnet wurden. Der Verband, vertreten durch knoop. flagte England und jogar die Vereinigten Staaten durch die Entwertung! Nee, lautete die Antwort. verhandelt werden. braucht. SW. bicra 1 Beilage und Unterhaltungsblatt. Nr. 22334.Jahrgang Groß- Berlin Beilage des Vorwärts Donnerstag, 16. August 1917 Wo die Butter hinkommt. Die Charlottenburger Gaswerke stehen auf dem Standpunkt, daß die Einschränkungsverordnung sehr milde und unter besonderer Berücksichtigung des vorjährigen Verbrauchs geschaffen worden ist. So geht durch einen großen Teil der deutschen Presse eine Notiz, nach Wolffs Telegraphen- Bureau teilt mit: Unter dieser Ueberschrift sei die Unterscheidung bei den 5 Flammengasmessern und gewöhn- welcher durch die Schuld der Zentral- Einkaufsgesellschaft bei einer lichen Gasmesser auf Grund des Verbrauchsunterschiedes der beiden Gasmesserarten im Vorjahre getroffen worden. Tatsächlich sei im Molkereigenossenschaft in der Nähe von Elbing Hunderte von Zentnern Butter verdorben seien, so daß diese Menge schließlich an SeifenVorjahre bei einer gleich großen Konsumentenzahl von Gasauto- fabriken abgegeben werden mußte. Von einem Mitgliede des Aufsichtsrates der städtischen Gas- maten und Gasmesser in Charlottenburg je 30 000 Abnehmer Die Zentral- Einkaufsgesellschaft teilt dazu mit, daß sie in dem und Elektrizitätswerke zu Berlin wird uns über die Einschrän- die Verbrauchssumme der 30 000 Gasautomaten geringer gewesen fraglichen Falle völlig unbeteiligt ist, wei I sie mit der Bewirtschaftung fung des Gasverbrauches und über die Mängel der als die der anderen 5- flammigen Gasmesser. Und auf Grund dieser inländischer Lebensmittel, also auch der von Butter, grundsäglich Kohlenversorgung geschrieben: Statistik ist in der Verordnung die an sich einwandfreie Unter- nichts zu tun hat. Zur Gaskalamität in Berlin. Wie es heißt, haben die Magistrate von Berlin und Schöneberg scheidung zwischen 5- flammigen Münzgasmessern und anderer Art Es sei bei dieser Gelegenheit daran erinnert, daß die Zentral zu der Verordnung bereits Stellung genommen, um an zuständiger Gasmesser getroffen worden. Die Verwaltung der Char- Einkaufsgesellschaft auch mit der Verteilung der von ihr aus dem Stelle Beschwerde zu erheben und eine anderweite Regelung herbei- lottenburger Gaswerke hält die festgefeste Ein- Auslande eingeführten Lebensmittel nicht mehr befaßt ist. Die Verzuführen. Wir unsererseits möchten feststellen, daß die zustän- ichränkung des Reichskommissars für äußerst ge- teilung auch der ausländischen Lebensmittel erfolgt vielmehr durch dige Körperschaft, der Aufsichtsrat der Berliner ring und weist darauf hin, daß, wenn diese in die dem Kriegsernährungsamt unterstellten zuständigen Reichsstellen städtischen Gas- und Elektrizitätswerte, vor schränkung sich nicht durchführen ließe und allzu oder nach deren Anweisungen. Erlaß der Verordnung mit feinem Wort gehört lebhaftem Widerspruch begegnen würde, die Beworden ist, obwohl in ihm auch Leute ſizen, die fachtechnisch bölkerung sich damit abfinden müßte, wenn im mindestens ebenso gut von der Sache etwas verstehen, wie der Winter zu unbestimmter 3eit bei einem KohlenReichskommissar für Kohlenverteilung oder die Beamteten Mitglieder mangel der Gaswerke die Gaslieferung zeit " Abmeldung der Vollmilchkarten in Groß- Berlin. Die Inhaber von Vollmilchkarten haben die Septemberfarten, einschließlich dem Kleinhändler vorzulegen. Kindern bis zum zweiten Lebensjahre ist ein Vorzugsrecht bei der Anmeldung derart eingeräumt, daß bis zum 22. August einschließ lich nur Anmeldungen auf diese Karten zulässig sind. Die Berkäufer von Milch haben diese Karten anzunehmen, ohne Rücksicht darauf, ob die Milch bisher von ihnen bezogen worden ist oder nicht. Nach Ablauf dieser Anmeldungszeit haben sich die übrigen Milchberechtigten, und zwar am 23., 24. und 25. August anzumelden. Die Milchhändler müssen die Kontrollabschnitte bis zum 27. Auguft bei der Fettstelle Groß- Berlin( Milch), Poststr. 6, Abteilung Kleinhändler, eingeliefert haben. des Magistrats im Aufsichtsrat. Die Frage ist am gestrigen Tage weise überhaupt eingestellt werden müßte. die in den nächsten Tagen zur Ausgabe gelangen, bis zum 25. August im Vorwärts" mit Berechtigung aufgeworfen worden. Warum hat Außerdem stehen die Gaswerke auf dem Standpunkt, daß den großen Herr Direktor Jenze von den Berliner Gaswerken die von der Abnehmern die Einschränkung schwerer fallen würde als den kleinen. Reichs fohlenstelle erlassene Verordnung mit seinem Namen sofort Von anderer Seite wird gemeldet, daß auch der Charlottengebedt? Wäre für solche wichtigen Angelegenheiten nicht auch noch burger Magistrat von der Verordnung peinlich überrascht worden sei die zuständige Deputation vorhanden, die schleunigst zusammen- und Einspruch gegen fie erheben wolle. berufen werden konnte? Der Reichskommissar für Kohlen- Neukölln geht selbständig vor. Infolge der Initiative des Oberversorgung hat es anscheinend nicht nötig gehabt oder für nötig bürgermeisters wird für Neukölln selbständig eine Verordnung erbefunden, mit Vertretern aus Arbeiterkreisen von laffen, die zunächst aber erst dem Magistrat und der Deputation für Groß- Berlin über die wichtige Frage der Kohlenverteilung eine die städtischen Werke vorgelegt werden soll. Die jest bestehende Aussprache herbeizuführen. Dann wären unseres Erachtens solche Verordnung findet auf Neukölln keine Anwendung. Verordnungen, wie erlassen, die zum erheblichen Teil praktisch undurchführbar sind und dadurch in der Bevölkerung Verstimmung und Erbitterung erregen, jedenfalls nicht erlassen worden. Ganz abgesehen davon, sind die Vorgänge auf dem Gebiete der Kohlenverteilung an die Städte nur ein Symptom dafür, wie man immer noch glaubt, in der heutigen Zeit wirt--schaften zu können. Wird nicht dem Grund übel an die Wurzel gegangen, so nügen alle Verordnungen nichts! Das Gründübel ist die. Bevorzugung privatkapitalistischer Intereisen gegenüber denen der Allgemeinheit. Das rheinländisch- westfälische Kohlensyndikat, diese Vereinigung einer Handvoll Großtapitalisten, ist Trumpf. Soll auf fie mehr Rücksicht genommen werden als auf Tausende und aber Tausende der städtischen Bevölke rung, die mit hangen und Bangen dem kommenden Winter entgegeniehen? Einschränkung, der Kokserzeugung. Der Reichskommissar für Kohlenverteilung ordnete ab 15. August für einen Monat eine allgemeine Einschränkung der Kotserzeugung von 6 Proz. an. Die Einschränkung soll auf die in den Monaten Juni- Juli im Tages durchschnitt erzeugten Mengen berechnet werden und erstreckt sich sowohl auf die zum Verkauf gelangenden als auch auf die zum Selbstverbrauch der Hütten dienenden Mengen. Im Kampf mit dem Schleichhandel. straße 36/37, find vom Kriegswucheramt geschlossen worden. Der Die Vazenhofer Bierhallen, Berlin, InvalidenInhaber Schankwirt August Form und seine Ehefrau haben Lebensmittel aller Art in erheblichen Mengen im Schleichhandel aufgefauft. Sie fonnten deshalb an ihre Gäste Speisen aller Art ohne Kartenabschnitte abgeben und einen schwunghaften Handel mit Fleisch und Fleischwaren treiben. erschienen Beamte des Kriegswucheramts unerwartet zu einem Am Montag abend um 9 Uhr großen Schlachtfest in Plößensee. Sie beschlagnahmten Schweine, bont denen sechs schon geschlachtet und Helfer ein Schlosser Emil Klett, ein Former Adam Bier und Alfred bel, Plößensee, festgestellt, als seine ein Arbeiter Bruno Kas, sämtlich Charlottenburg. Am Diens tag störten Beamte des Kriegswucheramtes eine Schlachtung in der Seestraße auf der unbebauten Parzelle 78, die dem Besizer Karl ölkel, Berlin, Stösliner Straße 5, gehört. Es konnten fünfzehn Schweine beschlagnahmt werden; auch hier waren schon sechs geschlachtet. Als Käufer und Schlächter wurde festgestellt der Händler Reinhold Walter, Berlin, Drontheimer Straße 18. In beiden Fällen handelt es sich um verbotene Schlachtungen. Die Schweine sind von angeblich unbekannten Perfonen getauft borden. 0370 Vom Obstwucher. Die ObstDie Vollmilchkarten für September find in Berlin bis zum Die Karten für Strante werden wie bisher von der Zentralstelle für 20. August d. J. einschließlich von den Brotkommissionen abzuholen. Krantenernährung zugesandt. Die Frist für die Abgabe des Bestellabschnitts 4 der Kaffee- Erfazkarte läuft am 17. August ab. schaftsministerium verlautet: Die Deckung des Bedarfes von GeEigenbau von Gemüsesamen. Aus dem preußischen Landwirtmüsesamen stößt während des Krieges auf Schwierigkeiten. Die Witterung der Kriegsjahre war dem Gemüsesamenbau ungünstig, außerdem ist der Bedarf erheblich gestiegen. Um einen Mangel an Samen für das nächste Jahr vorzubeugen, sollte jedermann bezeugen. Bei den einjährigen Pflanzen, wie Bohnen, Salat usw., strebt sein, den im nächsten Jahr benötigten Samen felbst zu er läßt sich das ohne besondere Schivierigkeiten und Kosten durchführen. Der Falkenhagener Mörder ermittelt? aus Faltenhagen hat die Berliner Kriminalpolizei jezt einen eheAuf der Suche nach dem Mörder des Nachtwächters Engel maligen Pionier Otto Kubisch aus Spandau ermittelt, den sie für der Tat verdächtig hält. Der geheimnisvolle Schüße, der seit etwa einem Jahre die Wälder bei Finkenkrug unsicher machte und geschossenen Ausflügler angeben vermutlich auch Engels Mörder ist, soll wie einige der an Pionieruniform getragen haben. Den Kubisch wollen Zeugen, die ihm gegenübergestellt worden sind, schwäche von Militär entlassen wurde. bestreitet, der Täter zu sein. als jenen Schüßen wiedererkennen. Er selber, der wegen Nerven Verhaftet wurde er in Schwerin, wohin er sich von Spandau geivandt hatte. Vorsicht vor Rockaufschlitzern! Rod mit einem Messer aufgeschlitzt worden war. schnitten war. Paketmarder. Als er sie auf Für die Berliner städtischen Gaswerke ist nicht einmal im Laufe des Sommers der Bedarf an Kohlen angeliefert worden, so daß es notwendig war, erhebliche Mengen von Wasserags aus Kots zu erzeugen und dem Kohlengas zuzuseßen. 17 Dadurch, ist die Kotsversorgung, welche bis dahin schon unzureichend zerlegt waren. Als Leiter der Schlachtung wurde ein war, in doppelter Weise verringert; einmal fällt der Koks aus, Händler welcher aus den zur Vergafung gelangenden Kohlen zum Verkauf an das Publikum gelangen fönnte und dann wird außerdem noch für die Erzeugung von Wassergas Koks verbraucht. Im ber gangenen Winter betrug der durch diese Betriebsweise veranlaßte Ausfall an Kokserzeugung bei den städtischen Gaswerken in Berlin allein 64 000 Tonnen. In der Nummer 5 der Zeitfchrift Technik und Wirtschaft" vom Mai d. 3. bemerkt hierzu ein Fachmann:„ Die städtischen Gaswerke von Berlin hätten bei normaler Kohlenlieferung mit diesem Quantum in den Monaten Dezember 1916 bis März 1917 alle die Schulen und Amtsgebäude, die geschlossen verberemustens beliefern tömmen. Man sieht, eine: Minderbelieferung der Gaswerfe mit tohle wirkt geradezu verderblich auf die Brennstoffversorgung der Städte ein." Ueber diese Zustände der mängelhaften Kohlenversorgung sind die Die jetzigen hohen Obstpreise tenn folches überhaupt zu amtlichen Stellen und die Lieferanten( Bergwerksbejizer) seit Mo- haben ist sind in erster Linie auf die nabezu wahnsinnigen BachtEin Leser unseres Blattes teilt uns zur Warnung für itaten unterrichtet. Trozdem ist in der Zwischenzeit so gut wie angebote für Obſtanpflanzungen zurückzuführen. So hat man für Frauen mit, am Sonntagabend habe er auf dem Potsdamer nichts gesehen, um eine erhebliche Zufuhr Alleen in diesem Jahre, wo die Bäume wenig Nepfel, noch weniger Bahnhof, wo viele Personen dicht gedrängt auf die Ankunft eines von Kohle in die Städte zu bewerkstelligen. Birnen getragen, 30 000 M. bezahlt, während in früheren Jahren, zuges warteten, an einer jungen Damen bemerkt, daß ihr der seidene Für die Groß- Berliner Gaswerke ist die ordnungsmäßige wo ein Obstreichtum herrschte, nur 5000 M. angelegt wurden. Versorgung mit Kohlen in wirtschaftlicher und sozialer Be- Das Obst des Rittergutes Zeislau bei Kamburg( Provinz Sachsen) diese an ihr verübte Schändlichkeit aufmerksam machte, entdeckten ziehung außerordentlich wichtig. Wir zählen in Berlin zirka ist für den Phantasiepreis von 6250 m. verkauft worden gegenüber andere Personen, daß einer zweiten Dame gleichfalls der Rod zer 238.000 Münzgasmesseranlagen( Automaten), welche einen durch- 900 M., die im vorigen Jahre dafür bezahlt wurden. schnittlichen Verbrauch von 303 Kubikmeter pro Anlage haben, ferner nugung des Rittergutes Kahna bei Zeiz kostete im vorigen Jahre konnte durch die herbeigerufene Polizei nicht erwischt werden. Der Uebeltäter, der sich wohl längst entfernt hatte, zirka 300 000 gewöhnliche Gasmesser mit einem durchschnittlichen bei weit besserem Anhang als heute gegen 4000 m. In Verbrauch von 390 Stubikmeter pro Gasanlage, und außerdem sind diesem Jahre nunt gibt der Obstpächter 18 000 M.: 24 000 Konsumenten mit durchschnittlich 3300 Rubikmeter Gasver- das find 500 m. mehr als das ganze Rittergut im brauch pro Anlage vorhanden, welche wegen Bezugs von Industriegas und Jahre Pacht kostet. Das Obst des Stadtgutes Sam- Auf Soldaten patete hatte es ein Marderpärchen abgewegen Bezugs von Mengen über 3000 Rubikmeter Rabatte erhalten. bach. bei dessen Versteigerung der Preis ungewöhnlich sehen. Ein Arbeiter ledermann, der in einem Vorort wohnte, Diesen Interessen der kleinen und mittleren Ver- hochgetrieben wurde auf über 11 000 M., während die gesamte hatte ein Verhältnis mit einer Frau Böhm, die bei der Post aus. braucher, die man den Zahlen nach gut als die Allgemeinheit Gutspacht 10.000 m. beträgt! ist nunmehr von der Behörde half. Diese verleitete er, Feldpostbriefe zu unterschlagen, die in ansprechen kann, stehen die Interessen weniger Kohlen magnaten beschlagnahmt worden, nachdem das Kriegswucheramt den Verkauf Berlin an hier wohnende Angehörige von Kriegern aufgegeben gegenüber. Die Bergwertsherren haben an der Kohlenlieferung an für nichtig erklärt hat. worden waren. Feldgraue, die mit der Bahn durch Berlin kommen, die Städte nur ein sekundäres Interesse; zuerst tommen ihre Das sind nur wenige Beispiele von den vielen, die aber trob- aber feine Zeit haben, ihre Angehörigen aufzusuchen, pflegen. Pakete, Kotereien, weil dabei mehr verbient wird. Diese Stole- dem die Reichsstelle für Gemüse und Obst nicht veranlaßt haben, die sie für sie mitbringen, während des kurzen Aufenthalts auf dem reien brauchen annähernd dieselben Kohlensorten wie die Gaswerke. beizeiten gegen diesen ungeheuren Wucher etwas zu unternehmen. Bahnhof in Verwahrung zu geben. Sie schreiben dann den AnDie deutschen Gaswerte verbrauchen im Jahr rund 10 millionen Tonnen Dbwohl unsere Obsternte im allgemeinen nicht reichlich ausgefallen gehörigen ein paar Zeilen und legen den Gepäckschein bei. Solcher Kohlen. Im Friedensjahr 1912 haben die Kokereien etwas über ist, bestehen trop aller Versicherungen der Reichsstelle immer noch Gepäckscheine, die sie in den unterschlagenen Briefen fand, be 40 Millionen Tonnen Kohlen verbraucht, etwa das Vierfache der an einzelnen Stellen Ausfuhrverbote. In einem städtischen Lebens- mächtigte sich nun Frau Böhm, und ihr Geliebter Karl Ueckermann berbrauchten Menge. Sie verbrauchen jetzt noch mehr und zwar das mittelausschuß konnte derüber berichtet werden, daß ein Gutsbesitzer bolte dann die Batete ab. Wegen solcher Unterschlagungen wurde Fünffache Fachmänner sind der Meinung, daß bei der Vergafung der aus Randow- Greifenhagen große Mengen von Tomaten, Pfirsichen und auf den Bahnhöfen besonders auf die Soldatenpakete aufgepakt, Noble mehr Nebenprodukte zu erzielen find, als dies bei der Verlofung der Aprikosen seinen Kühen verschüttete, weil er sie nicht ausführen fonnte. und so gelang es gestern, leckermann zu fassen. Eine Haussuchung Kohle der Fall ist. Die Kolereien sind aber für die Unternehmer Daß auch die Städte vielfach den Wucher unterstüßen und sich förderte noch mehrere Sachen aus derartigen Feldpostpaketen zutage. sehr lohnende Betriebe und es liegt, nahe, daß die Zechen in erster fogar in engen Wirtschaftsgebieten die Ware geradezu abjagen, da- leckermann und seine Geliebte wurden verhaftet. Linie ihre Kokereien mit den besten Stohlen in vollstem Maße ver- für ist ein Fall interessant, der sich in letzter Zeit abforgen. Das find auch die schwerwiegendsten Gründe mit, warum gespielt hat. Auf dem Neuköllner Güterbahnhof tamen zwei Ein Opfer seines Berufs ist der Eisenbahnassistent Julius Bod die Gaswerke während der Kriegszeit nicht ausreichend mit Kohle Waggons Aepfel an, die die Stadt für 65 M. pro Zentner aus der Heidestr. 45, ein Mann in den dreißiger Jahren, geworden. versorgt werden. Die Gründe, daß vor dem Kriege einzelne Gas- erstehen wollte. Sie wurde jedoch von anderen Groß- Berliner Bock ist auf dem Lehrter Bahnhof beschäftigt gewesen; heute fond werte ihre Kohle vom Ausland kauften, sollten, wo es sich um das Gemeinden überboten, denn Charlottenburg wollte 75 M. zahlen man ihn hinter dem Bahnhof Quißowstraße neben den Gleisen mit Wohl der Allgemeinheit handelt, völlig ausscheiden. und Wilmersdorf fuhr dann die gesuchte Ware mit 125 M. pro schweren Hinterkopfverlegungen tot auf. Wahrscheinlich ist er beim Zu den Gefahren, die der Bevölkerung infolge Kohlenmangels Bentner heim. Auch dieses Ueberbieten ist kein Einzelfall, sondern Ueberschreiten des Gleises von einem Zuge erfaßt worden und zur bei dem Gasverbrauch drohen, kommt noch eine weitere: die der ist vor allem beim Abschluß der Gemüseverträge häufiger beob- Seite geschleudert. Wasserversorgung. In der Hauptversammlung des Vereins der achtet worden. Daß die Arbeitergemeinden bei dieser Art der Gas- und Wasserfachleute im Juni d. J. in Lübeck ist bereits auf Rande, da ihre Einwohner ja nicht so hohe Preise anlegen können. Lebensmittelbeschaffung sehr schlecht wegkommen, versteht sich am diese Gefahr hingewiesen worden. In dem Referat eines Fach- Hier brauchte die kommunale Berrissenheit Groß- Berlins sicher feine mannes heißt es an einer Stelle:„ Man mag es nehmen, wie man Rolle zu spielen, wenn man sich dazu aufraffen könnte, die Lebensdem, was notwendig ist, und bedroht auch die Wasserversorgung der mittel gemeinsam zu beschaffen. Bei den allerkleinlichsten VerordGroßstädte. Eine Einschränkung des Gasverbrauchs ist nur möglich in der nungen geht man einheitlich vor, aber auf diesem wichtigen GeBeleuchtung und auch dann nur wirksam, wenn sie nicht für Haus- biete versagt die kommunale Einheitlichkeit vollständig. baltungen beansprucht wird. Jede Einschränkung der gewerblichen Gasverwendung ist ein Schlag ins Wasser." Stärkere Abnahme von Schweinen. Von diesen Grundsägen sind sicherlich auch die Vertrauens- Zur stärkeren Abnahme von Schweinen hat das Kriegsmänner von Groß- Berlin überzeugt. Sie mußten daher das An- ernährungsamt die Landesfleischämter ermächtigt, Ferkel und Läufersinnen, die Verordnung vom 11. August mit ihrem Namen zu schweine in nächster Zeit so viel wie möglich dem Verbrauch zuzu zeichnen, ablehnen und hätten geschlossen mit ihren Deputationen führen. Die Landeszentralbehörden können hierzu die Preise für in den städtischen Verwaltungen darauf hinweisen sollen, daß in Läufer bis zu 70 kg Lebendgewicht um eine Klasse erhöhen und für einem so fohlenreichen Lande, wie es Deutschland ist, die große Masse Ferkel angemessene Preise, soweit nötig, festiegen. Sie werden auch der Bevölkerung es einfach nicht versteht, daß sie den Unbilden des Hausschlachtungen unreifer Schweine während der Ernte möglichst fommenden Winters ausgefeßt sein soll. zulassen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen sonst vorliegen. Daher: Aufhebung der Verordnungen vom Fleisch von Spanferkeln bis 30 Pfd. Lebendgewicht soll nur zu 1/4 11. Auguft und angemessene Versorgung der auf die Fleischkarte angerechnet werden; die Landesbehörden können Städte mit Kohlen! es auch fartenfrei zum Verkaufe zulassen. Die Charlottenburger Gaswerte für die neue Gasverordnung. Nachbem nun nach und nach alle Baten bei der neuen Gasverord nung ihr Batenkind in Stich gelaffen haben, kommen die Char lottenburger Gaswerke und zeigen Bekennermut gegenüber dem viel gefchmähten Kinde. Die dortige Drtspresse berichtet darüber: Zweck dieser Maßnahmen ist einmal, den vielfach die ganze Schweinezucht bedrohenden Preissturz für Ferkel, die bei Futtermangel bisweilen zu Schleuderpreisen abgestoßen werden müssen, aufzuhalten, sodann aber die für die Mästung bestimmten Schweine bestände nicht zu groß werden zu lassen, damit sie nicht im Mißverhältnis zu den erlaubten Futtermitteln stehen. machung: Zur Ueberführung von Soldatenleichen. Das Oberkommando erläßt nachstehende Bekannt Auf Grund des§ 9b des Gesezes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 bestimme ich im Interesse der öffentlichen Sicherheit für das Gebiet der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg: 1. Es ist verboten, fich unaufgefordert zu erbieten zur Ueber. führung von Leichen aus dem Felde oder dem besetzten Gebiete.. schriften und sonstigen Druckschriften, alle Rundschreiben und Bla Dieses Verbot umfaßt auch alle Anzeigen in Zeitungen, Zeitfate, welche die Ueberführung von Leichen aus dem Felde oder dem besetzten Gebiete betreffen. Jahre, bei Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder mit Geld2. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem strafe bis zu 1500 M. bestraft. 3. Diese Bekanntmachung tritt amt 13. August 1917 in Straft. Der Oberbefehlshaber in den Marken. von Kessel. Generaloberst Bei dem Gewitter, das in der Nacht zum Mittwoch über GroßBerlin niederging, hat der Blig mehrere Male, u. a. auch in der Kronenstr. 37 und 38/40( Postamt 44), Mohnenstr. 38/40 und Lichterfelde, eingeschlagen, ohne zu zünden. Es wurden nur elek trische Zeitungen betroffen, Charlottenburg. Zwei sozialdemokratische Stadträte. Die Wiederwahl der Stadträte Etendel, Moll, Dr. Jaffe, Mittag, Ring, Dr. de Grunter und Abrens( Eoz.) sowie die Wahl der neugewählten Stadträte Wöllmer und Dr. Sußmann( Soz.) haben die Bestätigung des Regierungspräsidenten erhalten. Neukölln 65 Millionen Mart Kriegslasten. Seit Kriegsbeginn wurden in Neukölln insgesamt 44 016 192 m. für laufende Unterſtügungen und 2 411 394 M. für Sonderunterstützungen verausgabt. Die Mietbeihilfen erforderten bisher 9379 000 m., während für 3wede der freiwilligen Kriegswohlfahrtspflege 704 030 m. aufgewendet wurden. Zur Besoldung der während des Strieges neu ein geftelten Hilfskräfte und zur Gewährung von Teuerungszulagen wurden bis jetzt 2 852 308 m. verbraucht. Die Verzinsung der aufgenommenen Kriegsdarlehen erforderte bisher rund 3 000 000 m. Die Gesamtaufwendungen für Kriens ausgaben haben nunmehr am Schlusse des dritten Kriegsjahres die Höhe von 64 915 113 m. erreicht. Schon im ersten Striegsjahre machte die Eigenart in der Bevölkerungszusammensetzung Neukölns, deren Einwohnerschaft zu 80 Proz. aus jungen und jung verheirateten Arbeitern besteht, ungleich höhere Aufwendungen für Kriegsunterstützungen usto. notwendig als in anderen gleich großen Gemeinden. Die gesamten Kriegsausgaben Neuköllns betrugen im ersten Kriegsjahr rund 11 Millionen Mark, im zweiten Kriegsjahr wuchsen die Gesamtausausgaben um 24 Millionen Mart, im dritten Kriegsjahr trat dann eine weitere außer ordentliche Steigerung der Ausgaben ein, die die Summe von 30 Millionen erreichte. Spandau. Lebensmittel. In dieser Woche können auf das Kopfstück der Brotkarte der 3. Woche für Erwachsene 350 Gramm Brot entnommen werden und auf das Kopfstück der Kinderbrotkarte derselben Woche 200 Gramm. Soziales. Bensionszuschüsse für Kriegsteilnehmer. aber den Aufschlag als zu hoch an und erkannte im Sinne der Anflage auf 100 Mart Geldstrafe. Die dagegen eingelegte Be rufung wurde verworfen. Während der Dauer des Krieges find vielfach wieder Perfonen Diebstähle in Warenhäusern haben in lezter Zeit in so unges zum aktiven Heeresdienste eingezogen worden, die nach den früheren wöhnlicher Weise zugenommen, daß fast kein Tag vergeht, an dem Versorgungsgesezen versorgungsberechtigt geworden waren. Nach nicht Abteilungen der Schöffengerichte oder der Straflammern sich § 33 des Mannschaftsversorgungsgefeges erlischt nun der Anspruch mit derartigen Bergehen zu beschäftigen haben. Das Charakte dieser Personen mit dem Wiedereintritt in den aktiven Heeresdienst. ristische ist, daß jezt sehr häufig Frauen auf die Anklagebant kommen, Erwächst nun während der neuen Dienstzeit fein neuer Renten- die in ganz geordneten Verhältnissen leben, völlig unbestraft sind. anspruch, hat es bei den zumeist niederen Ansprüchen des alten sich doch zu Raubzügen durch die Warenhäuser verstehen, sei es, daß Rechts zu verbleiben. Zur Beseitigung der hieraus fich ergebenden fie der an sich ja sehr großen Versuchung, sich an den ausliegenden Härten ist nunmehr bestimmt worden, daß solchen Kriegsteilnehmern Sachen zu bereichern, nicht widerstehen können, sei es, daß sie in den Fällen, in denen sich bei Anwendung der Vorschriften des Bedarf an Bekleidungssachen haben, zu denen sie einen BezugMannschaftsversorgungsgeseges vom 31. Mai 1906 höhere zahlbare fchein nicht erlangen fonnten. Gebührnisse ergeben würden, als nach den früheren Gesezen zuer- Ferienstraffammer des Landgerichts I unmittelbar hintereinander fannt sind, die Mehrbeträge aus besonderen Reichmitteln als„ Pensions- bier Frauen dieser Art zu verantworten, die in Warenhäusern gestohlen hatten. In dem ersten Falle bandelte es sich um zwei zuschuß gewährt werden sollen. Munitions arbeiterinnen, in dem zweiten Falle um eine StaufmannsAlle waren unbestraft. frau und die Ehefrau eines Postbeamten. Verurteilt wurden die beiden Munitionsarbeiterinnen zu je jechs Wochen Gefängnis, die beiden anderen Angeklagten wegen ihres besonders raffinierten Vorgehens zu je drei Monaten Ges fängnis. Als Kriegsteilnehmer" gelten von den vorbezeichneten Unteroffizieren und Mannschaften diejenigen, die an dem gegenwärtigen Striege ehrenvoll teilgenommen und a) die feindliche Grenze zu friegerischen Zweden überschritten haben oder Батб b) eine Schlacht, ein Gefecht, einen Stellungskampf oder eine Belagerung mitgemacht haben oder c) ohne vor den Feind gekommen zu sein( b), sich aus dienstlichem Anlaß mindestens 2 Monate im Kriegsgebiet aufges halten haben. Anträge auf Gewährung solcher Pensionszuschüsse würden alsmündlich oder schriftlich unter Vorlage der Militärpapiere bei dem zuständigen Bezirksfeldwebel zu stellen sein. Gestern hatten sich vor der Aus aller Welt. 3,65 M. für 1 Pfund Zucker. Die Polizeiverwaltung Vohwinkel fam vier Lebensmittelschiebern auf die Spur, die, bei frischer Tat ertappt, in Witten festgenommen wurden. Es handelt sich um drei Elberfelder Händler und einen Kaufmann aus Bochum. Sie versuchten 60 Zentner Buder zu 365 M. den Zentner an den Mann zu bringen. Der Volks- Feuerbestattungsverein Groß.Berlin veranstaltet am Sonntag, vormittags 10 Uhr, eine toftenlose Besichtigung der Treptower Feuerbestattungsanlagen, wozu jedermann freundlichst eingeladen ist. Näheres fiehe Inserat. Wetterausfichten für das mittlere Norddeutschland bis Freitag mittag. Biemlich warm, zeitweise beiter, jedoch vorherrschend wollig, mit meist geringen, nur im öfflichen Küstengebiete stärkeren Fegen. fällen, ftrichweise Gewitter. Die angebliche Bevorzugung der Konsumvereine Friedenau, Der Gemeindevorsteher gegen unhöfliche Kartoffel- durch die Behörden sputt noch immer in der Händlerpresse. Sart. händler. Die in lepter Beit immer zahlreicher gewordenen Be- nädig wird die Behauptung wiederholt, daß die Konsumbereine Anschlag auf einen Eisenbahnzug. In der Nähe von Bilbao ist schwerden über Kartoffelhändler, die die Käufer sehr unhöflich be- von den Behörden geradezu verwöhnt würden, was eine beträcht- ein Gilzug entgleist, weil die Ausständigen die Schienen in die Luft Bandeln, hat den Gemeindevorsteher Bürgermeister Walger zu einer liche Schädigung des Kleinhandels mit sich bringe. In Wirklich gesprengt hatten. Dabei sind fünf Personen getötet und achtzehn febr energischen Kundgebung veranlaßt. Es heißt darin u. a.: Die feit fann von einer Bevorzugung der Konsumvereine durchaus verwundet worden. Händler lassen häufig ihrer Kundschaft eine Behandlung zuteil nicht die Rede sein, viel eher fönnte man bon einer werden, die weder mit dem jeweiligen Anlaß noch mit ihrer Eigen Benachteiligung zugunsten der Kleinhändler sprechen. Theoretisch Linie Petersburg- Mosiau stieß ein Personenzug mit einem GüterBugzusammenstoß. Bei der Station Bolschaja- Wischera an der fchaft als Verkäufer in Einklang zu bringen ist. Wenn auch in ein- allerdings werden die Verdienste der Konsumgenossenschaften zelnen Fällen die Kunden an entstandenen Streitigkeiten einen Teil um die Regelung unserer Lebensmittelversorgung anerkannt, aber 67 Personen wurden getötet, 150 verlegt. aug zusammen. Bier dichtbeieşte Bagen wurden zertrümmert, der Schuld mittragen, so ist doch der Händler in erster Linie dazu in der Praris herrscht noch immer der alte Standpunkt der MittelBerufen, ausgebrochene Mißbelligkeiten nicht durch schroffes Benehmen standsretterei, wonach der Kleinhandel in seinen Interessen nach zu vertiefen, sondern sie zu beseitigen und auf seine Kunden be- Möglichkeit geschützt werden muß. Besonders in den Gemeinde ruhigend einzuwirken. Der Bürgermeister droht, bei begründeten verwaltungen lebt noch dieser fonservative Geist, der dem guten Beschwerden dem betreffenden Händler nicht nur den Kartoffel- Neuen die Bahn versperren will, um das morsche Alte zu erhalten. berfauf zu entziehen, sondern das Geschäft überhaupt zu schließen. Die Konsumvereine in den verschiedensten Gegenden Deutschlands Diese Maßnahme foll in Zukunft auf alle Geschäfte ausgedehnt haben alle Veranlassung, über eine ungerechte Behandlung bei der werden, deren Inhaber oder Angestellte der Schwere der Zeit und Buteilung von Waren zu klagen. Die Verteilung der vorhandenen den hieraus der Bevölkerung erwachsenden Schwierigkeiten nicht waren wird sehr häufig so vorgenommen, daß die Koniumvereine Rechnung zu tragen wissen. An das Publikum aber richtet Bürger- im Verhältnis zur Zahl ihrer Mitglieder viel zu furz tommen; ja, meifter Walger die dringende Bitte, darauf Rücksicht zu nehmen, daß es gibt Behörden, die einfach die Mitglieder der Konfumvereine auch der fleine Geschäftsmann heute nicht auf Rosen gebettet ist. privaten Händlern zuweisen und sie auf diese Weise von ihren Vereinen losreißen. Die Beschwerden der Vereine an die Landeszentralen geführt, in manchen Fällen war aber das Entgegenkommen nur gehaben vielfach Erfolg gehabt und eine gerechte Verteilung herbeiring. In den Geschäftsberichten der Vereine wird dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß die oberen Instanzen nicht immer mit der nötigen Energie an die Gemeindeverwaltungen herangehen. So liegt die Sache in Wirklichkeit und nicht umgekehrt. Wenn also Durch die zuständigen Behörden ist eine Besserung der Kar- irgend jemand Grund hat, über Zurückjezung zu flagen, so sind dies toffelzufuhr in Aussicht gestellt. Es sind für die laufende Woche nicht die Kleinhändler, sondern die Konsumvereine. mehrere Waggons aus Lieferbezirken anderer Provinzen mit besserer Frühfartoffelernte zugesagt worden, so daß in der laufenden Woche wieder die Ausgabe von drei Pfund erfolgt. Auf die Kartoffelaufagfarte werden zwei Pfund Kartoffeln abgegeben. In der Mehlausgabe findet vom 20. August ab eine neue Henderung statt. Es erfolgt von der nächsten Woche ab die Ausgabe nur auf Grund einer Boranmeldung, die stets in der Woche vorher, vom Montag bis Donnerstag zu erfolgen hat. Wer also in der fommenden Woche Mehl beziehen will, muß dies bis heute bei seinem Händler Niederschönhausen. Lebensmittel. Im Gemeindeladen, Treskow Straße, wird jetzt der Rest des Kunsthimbeersirups verausgabt. Die Ausgabe erfolgt gegen die noch gültige alte Lebensmittelfarte der Gemeinde ohne Unterschied der Farbe. Auf jede Karte wird ein halbes Pfund zum Preise von 1,20 M. abgegeben. anmelden. Friedrichshagen Erhebliche Schwierigkeiten in der Gasverforgung. Infolge niedrigen Wasserstandes der Oder konnten seit Anfang Juni Kohlen auf dem Wasserwege nicht mehr angeliefert merden. Seit Anfang Juli erfolgt die Anlieferung auf dem Bahnmege, wegen der Transportschwierigkeiten jedoch nicht in genügenden Mengen. Infolgedessen ist der Lagerbestand fast geräumt, und wenn in allernächster Zeit nicht stärkere Belieferungen einsehen, ist die ordnungsmäßige Gasversorgung in Frage gestellt. Das Gaswerk empfiehlt daher größte Sparsamkeit im Gasverbrauch, für den Fall etwaiger Unterbrechung der Gaszufuhr ferner denjenigen Abnehmern, die nur auf Gas kochen, die Beschaffung anderer Kochgelegenheiten. -Lebensmittel. Heute gelangt auf Abschnitt 33 der Lebensmittelfarte Hafergrüße zur Ausgabe. Auf jede Karte entfällt ein balbes Pfund zum Preise von 22 Bf. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Nachrufe. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher Paul Hante Brüsseler Straße 9, am 5. August gestorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Maschinenarbeiter Hermann König Waldenjer Straße 9, am 12. August gestorben ist. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Sollege, der Werkzeugdreher Walter Rofined Fidicinstr. 17, am 10. August gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 180/12 Die Ortsverwaltung. Am Sonntag, 12. August 1917, verstarb unser lieber Sollege und langjähriger Mitarbeiter, der Schriftsezer Otto Gebauer. Ein ehrendes Andenken bewahren ihm Die Mitarbeiter der Buchdruckerei H. S. Hermann. Die Einäscherung findet am Freitag, den 17. August, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium Berlin- Treptow, Stiefholzstraße, statt. 1925 Deutscher Transportarbeiterverband. Bezirksverwalt. Groß- Berlin Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Wächter Heinrich Sebald am 11. August im Alter von 72 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 16. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zions- Kirch hofes in Nordend, Blankenfelder Straße, aus statt. Nachruf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht. daß unser Stollege, der Wächter Gustav Wolle von der Firma Siemenswerf, Lichtenberg, am 11. August im Alter von 48 Jahren verstorben ist. 7/4 Ehre ihrem Andenken! Die Bezirksverwaltung. Deuticher BauarbeiterVerband. Zweigverein Berlin. Bezirk Dsten II. Am 12. August starb unser Mitglied, der Puger Fritz Laurisch. Ehre seinem Andenken! Der Arbeitsnachweis der Stadt Berlin. Nachdem vor kurzem der Verband Deutscher Arbeitsnachweise feine Sagung dahin ergänzt hat, daß die Stadt Berlin einer preußischen Provinz gleich zu erachten fei, hat nunmehr der Preußische Arbeitsnachweis- Verband einstimmig die Aufnahme des Arbeitsnachweises der Stadt Berlin als Mitglied diefes Verbandes Berlin im Verbande Preußischer Arbeitsnachweise bisher keine selb beschlossen. Damit ist dem Uebelstande abgeholfen, daß die Stadt ständige Vertretung hatte. Gerichtszeitung. Kriegswucher mit Pferdewurst. die Gerichtsverhandlungen jetzt zeigen. Gestern stand die GeschäftsAuch der Pferdewurst hat sich der Kriegswucher bemächtigt, wie inhaberin Frau Jda Beder wegen eines derartigen Vergehens vor der ersten Straffammer des Landgerichts I als Berufungsinstanz. Die Angeklagte hatte aus Zwidau Mett- und Blutwurst. die aus Pferdefleisch hergestellt war, zum Preise von 2,80 beam. 2,10 m. bezogen und sie für 3,60 bezw. 2,80 m. an das Publikum weiterverkauft. Sie wollte zu diesen hohen Preisen, die recht bezeichnend für das Steigen der Pferdefleischpreise sind. auf Grund ihrer Unfosten und insbesondere des Verlustes infolge des starken Eintrocknens der Pferdewurst berechtigt sein. Das Schöffengericht fah Am Montag, ben13 August, kein Waschtag An verstarb unser lieber Kollege, der Schriftseter Wilhelm Wehling. Ein ehrendes Andenken bewahren ihm 53552 Die Kollegen der Nordd. Buchdruckerei. Die Beerdigung findet am Freitag, den 17. August, nachmittags 4Uhr, von derLeichenballe der Friedhofgemeinden St. Simion und St. Lukas, Berlin Briz, Tempelhofer Meg 3, aus statt. 4 Zelluloid-| FilmGuttaperchaHartgummiWachswalzenSchallplattenAbfälle kauft Gewinnauszug der 10. Prenhisch Süddeutschen ( 236. Königlich Preußischen) Klaffenlotterie 2. Klasse 2. 8iehungstag 15. August 1917 Auf jede gezogene Nummer find swet gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Rofe gleicher Plummer in den beiden Abteilungen I und II ( Ohne Gewähr A. St.-U. f. 8.) ( Nachdruck verboten) In der Vormittags- Biebung wurden Gewinne über 96 Mt. gezogen: 2 Gewinne zu 60 000 t. 122979 2 Gewinne zu 20 000 Mt. 113601 2 Gewinne zu 5000 mt. 168291 2 Gewinne zu 1000 Mt. 69357 4 Gewinne 500 Mt. 2409 22891 10 Gewinne au 400 E. 24489 73298 110658 110895 138166 1967 24 Gewinne zu 300 t. 15404 39898 53775 59299 71084 99379 110412 156265 159258 172997 179157 191646 76 Gewinne zu 200 Mt. 230 4221 4667 6355 6713 7389 30180 36034 47526 49114 50258 59119 62947 80877 88753 95404 99178 101916 102143 122977 126640 131009 132944 140216 146065 146449 155364 156453 159263 159380 164752 170342 176742 185134 201311 204942 215284 216879 In der Nachmittags- Ziehung wurden Gewinne über 96 m. gezogen: 4 Gewinne zu 3000 mt. 107551 118623 2 Gewinne zu 1000 Mt. 5393 6 Gewinne zu 500 wt. 25805 185053 204640 16 Gewinne zu 400 Mt. 9079 44700 95399 129587 136962 146939 185007 195219 18 Gewinne zu 300 t. 7309 37773 91620 109683 131247 133572 144262 147737 218833 58 Gewinne au 200. 909 3095 15135 17363 26400 28386 28884 41325 78429 74976 75638 89107 89177 94683 103191 104779 121526 129977 142332 155299 159190 171596 173319 177488 180373 187604 188881 212326 216433 Die Biebung der 3. Rlaffe ber 10./236. 2laffen- Sotterie findet am 11. unb 12. Ecpe tember 1917 ftatt. mehr Beschlagnahmfreie Mengen gebrauchter ohne den patentierten Dampf- Waschautomaten, welcher Seft: 25. auch die schmutzigste Wäsche in kürzesterZeit völlig selbsttätig, also ohne jegliche Mitarbeit wäscht und gleichzeitig desinfiziert. Größte Schonung der Wäsche sowie dauernde Griparnis an 3eit, Stüd bis Spezial- Arzt Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90 Direkt am Stadtbahnb. Wein- 4. Behandi von Syphilis, saut., Korke Waschlohn, Feuerung u.Selfe. und alle anderen Sorten sowie In jedem Raume, für Gas- und Harn, Frauenleiden, ivez. chron. Fälle. Ehrlich- Hata- Ku ren, schmerzloje, türzeste Be hanblung ohne Berufsstörung. Blutuntersuchung. Maß. Preise. Leilzahlung. Sprechstunden 10 bis i und 5-8, Sonnt. 11-1. Kohlenheizung, aber auch auf Belluloid- Film- Ich kaufe Platin jedem offenen Küchenherd benutzbar, bedeutet der patentierte HartgummiDampf- Waschautomat die endgültige v. besonders alte, auch zerbrochene Wachswalzen- Gebisse Befreiung b. a. Wafcheplage! Schallplatten- bin Rauticut und Retall, fowie Preis von 89,60 M. an, Lieferung ohne fühlbare Ausgabe. Bereitwillige Probelieferung ohne jede Kaufverpflichtung! Tausende sindim Gebrauch. Verlangen Sie per Postkarte unseren illustrierten Prospekt 120 a. Dampf- Waschautomat- Gesellschaft Berlin§ 42 Alexandrinenftraße 97. Telephon: Mpl. 12802 04Nerven- und Stoffwechselleiden insbesondere Nervenschwäche, Aderverfaltung, Gicht und Rheumatismus, Zuderkrankheit, Magen- und Darmleiden, Herz-, Leber- und Nierentrantheiten, Blutarmut, Frauenleiden, Schwächezustände, Hautleiden werden mit vorzüglichem Erfolge nach besonderem Berfahren ohne jede Berufsstörung behandelt. Kurze Kurdauer. Kombin. Sauerstoffkuren. Künstl. Höhensonne. Die Beerbigung findet Nachemstein predtube 9-10, 3-4, Sonntag 10-11. heute Donnerstag, nachm. 4 Uhr, auf dem Martus. Kirchhof in Wilhelmsberg ſtatt. 146/10 Der Vorstand. Charlottenburg Windscheidstraße 30. Tel.: Wilhelm 5676 u. 4857. Ausführliche Prospette fostenfrei. Sanitätsrat Dr. Weise's Ambulatorium, Berlin 117, Wilhelmstr. 94-96. fälle fauft Ordower G. m. b. S. Berlin, Georgenfirchstr. 50 beim Alexanderplat, 9-12, 8-6 Uhr. Offene nur alte Holzbrennstifte, Freitag, 17., und Sonnabend, 18. Auguft, von morgens 10 bis abends 7 Uhr im Hotel Zum grünen Baum", Kraufenftr. 56-58, Zimmer 1 ptr. für Zähne bis M. 1,50. für Platina Gr. 7,60. Berechtigte Zahle Frau Knuth, Auftauferin. Füsse Fabrikgrundstück Krampfadergeschwäre. auch veralt., schmerzhafte Wun- in Hildesheim, ohne Inventar, den, Entzündg. mit unerträgl. wird am 3. September durch Jucken heilt ohne Nachteil einen Notar versteigert werden. lt. vielen Erfolgsbericht. die Nähere Auskunft erteilt: echte Olinda- Salbe". Rechnungsrat 53532 99 Absol. milde, naturgem. Wir Julius Appel in Hildesheim kung, überaus wohltuend. 3,50 M. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. Hämorrhoiden 51 Morgen Land Garten, Biesen- und Aderland wird berparzelliert. 1 Morgen 400,-. Auch im ganzen, ge eignet für Gärtner, da TreibMistbeetanlagen. Verlang. Sie Gratisprospekt. haus und Dr. Gebhard& Cie., Landwirt Henow, Najjen Berlin 117, Hallesche Str. 23d beide a Nordbahn. 1875* L Nr. 223 1917 Unterhaltungsblatt des Vorwärts Das neue Korn. Bilder vom Frühdrusch des Brotgetreides. Wer jetzt durch die deutschen Dörfer und über die deutschen Felder wandert, wird überall die Bauern und Landarbeiter bei einer Arbeit finden, die in Friedensjahren fast immer erst später borgenommen wurde: das Ausdreschen des Brotgetreides. Der Frühdrusch hat begonnen. Die Ernteerträge der Felder sollen diesmal so rasch wie möglich in die Mühlen gebracht werden. Sind wir doch diesmal nicht mit dem gleichen Vorrat wie in früheren Jahren in das neue Erntejahr hinübergegangen. Das erste torn der neuen Ernte muß vielmehr so rasch wie möglich geerntet, gedroschen, wenn es zu feucht ist, auch getrocknet, zur Mühle gefahren, bermahlen und zu Brot berbacken werden. Sonst fönnte es geschehen, daß das deutsche Volt eines Tages ohne Brot sein würde. Was das bedeuten würde, kann sich jeder leicht selbst ausdenken. der Donnerstag, 16. August wird die Seidenzucht in den verschiedenen Gemeinden geleitet. Jm Frühjahr werden die auf ihre Gesundheit geprüften Seidenraupen eier an die Gemeindeaufseher verteilt, die Ausbrütung wird in geeigneten Räumen bewirkt, die ausgefrochenen Räupchen werden an die Züchter weitergegeben. Außerdem haben die Aufseher die Zuchten zu überwachen, mit praktischem Rat zur Verfügung zu stehen und endlich die Kofons einzufammeln. Je 30 bis 35 Gemeinden, in denen Seidenzucht getrieben wird, sind zu größeren Distrikten ver einigt, die den Distriktsinspektoren unterstehen, welche wiederum in unmittelbarem Verkehr mit der Zentrale find. Bei dem Landesinspektorat sind für sämtliche Zweige des Seidenbaues und der Berwertung besondere Abteilungen eingerichtet. Das geschilderte System bewährte sich ausgezeichnet. Während im Jahre 1879 in ganz Ungarn nur 2507 Ceibenfofons er zeugt wurden, hat sich die Produktion im Jahre 1905 auf fast 2 Millionen Kilogramm Kontons im Werte von 5 Millionen Stronen gesteigert. Falls in Deutschland wegen der ganz anderen limatisch- biologischen Verhältnisse eine Nachahmung dieses Beispiels nicht möglich wäre, tönnte man doch zumindest in Bulgarien und der Türkei diesen Richtlinien folgen. Die Bedeutung der ganzen Frage ersieht man daraus, daß die Zentralmächte im Frieden alljährlich 160 Millionen Mark für Rohjeide ins feindliche Ausland gehen ließen. Gorki verkauft. " Am Ende der Maschine stand ein Gefreiter mit noch einem Mann, hängte die leeren Säcke an, nahm die gefüllten ab und wog sie. Er wog sie genau. Denn auf jedes Pfund kommt es an. An Lokomobile stand auch ein Soldat als Heizer. Der Unteroffizier, der die Kolonne führte, sah überall nach dem Rechten, half hier und da nach und zeigte immer wieder den Leuten die notwendigen Handgriffe. Die meisten waren jedenfalls zum erstenmal an der Dreschmaschine. Aber sie machten ihre Arbeit gut. Der Landwirt, bei dem sie arbeiteten, war mit ihnen zufrieden. Und sie waren auch mit den Landwirten zufrieden. Hatten sie doch für gute Unterkunft in luftigen Gasthofräumen gesorgt und auch reich liche Verpflegung beschafft. Zu den zwei Mart Verpflegungsgeld, die jeder Landwirt für den Tag und Kopf für die Soldaten erhält, legte er noch eine Mark zu. Da fonnte die Wirtsjrau gediegenes und reichliches Essen liefern. Einmal gab's Gemüse mit Rindfleisch und Kartoffeln zum Mittag, ein andermal Hackbraten mit Star toffeln, wozu dann der Landwirt noch Gurten für Gurkensalat stiftete. Außerdem bekam jeder Mann täglich 50 Pf. vom Landwirt Nun sind wir über diese Gefahr hinweggekommen. Die deutsche zu Getränken. Ernte ist bereits weit vorgeschritten. Auf den ausgedehnten Die Soldaten waren zufrieden mit dem Essen und schafften Stoppelfeldern der großen Güter sind die Getreidediemen hoch ihre Arbeit, trogdem sie ihnen ungewohnt war. Ja, die Kolonne aufgeschichtet. Neben den Diemen aber stehen die Dreschmaschinen von 20 Mann leistete das gleiche, wie die im nächsten Ort arbeitenmit ihrem wild surrenden Rädergetriebe und den Lokomo- den Dreichfolonnen, die fast alle aus 30 Stöpfen bestanden. Allerbilen, die mit ihrem Schwungrad und Treibriemen die Dreich- dings war bei diesen Kolonnen fast fein Mann zu sehen, nur maschine in Gang halten. Der Nauch aus dem Schornstein in der Frauen und Kinder. Und so mußte fast jede Gruppe doppelt so Lokomobile wird von der Sommerglut niedergehalten. Der Ernte- groß sein wie bei den Männern. Die Frauenfraft reicht eben nicht staub, den die Dreschmaschine aus den Garben klopft und schüttelt so weit. Und wenn nicht schon einige Kriegsinvaliden als Helfer Jm Journal du Peuple"( Volkszeitung) lesen wir: und der aus allen Löchern und Deffnungen aufwirbelt, hüllt die dabei wären, würde wohl noch weniger geschafft werden. Gorti ist an die Bochen verkauft. Unsere große Bresse Hat Arbeitenden in immer dichteren Dunstschleier. Die Frauen und Auch in den kleinen Wirtschaften wird mit größtem Eifer der diese liebliche Meldung ihren Lesern vorgelegt. Sie war nur drei Mädchen haben sich Tücher um den Kopf gebunden. Manche Frühdrusch betrieben, der Göpel und der Flegel erfezt die Dampf- Beilen lang. Sie ist beweislos, haltlos, wie etwas, das ganz von Männer tragen ein Halsband zum Schutz gegen den Staub, der in maschine. Alle Familienmitglieder helfen beim Einfahren. Der felber seinen Weg macht. Gorki verkauft. Ganz richtig. Gork alle Boren dringt. Aber sie alle rühren sich unausgesetzt. Sie beurlaubte Bater, die Hausmutter, die kleinen Söhne und die kleinsten gehört von allen Schriftstellern der Welt zu denjenigen, die sich alle müssen unermüdlich ihren Dienst tun, trog Staub und Hize. Mädchen; selbst die Nachbarin kommt und greift mit zu, das Korn am meisten verkaufen. Er hat sich in Millionen von Exemplaren Die Maschine will bedient sein. Sie steht nicht still. Sie rasch unter Dach zu bringen. Gilt es doch, die Frühbruschprämie verkauft. Gorki ist also reich. Seine Bücher, die in fünfzehn hat oben einen gewaltigen Rachen, in dem immer wieder zu erringen. Sie beträgt bis zum 15. August 3 M. für den Zentner, Sprachen in Hunderttausenden von Auflagen erschienen sind, Garben hineingestopft werden müssen, damit sie Arbeit hat für ihre von da ab bis 1. September 2 M. und für den September 1 M. haben ihm Millionen eingebracht. Und doch lebt er wie aufeinanderklappernden Zähne und für ihre schnurrenden und für den Zentner. Sie stellt einen Ausgleich dar für die Mehrauf ein armer Teufel, teilt sein Bermögen mit den Armen, mit furrenden Räder. Es ist nur gut, daß die Maschine nicht das wendungen und Wirtschaftsverluste, die besonders in der Verzögerung den Witwen und den sozialistischen Verbänden. Der in Millionen Getreide frißt und selbst verbaut. An der einen Seite wirft sie das der übrigen Ernte- und Bestellungsarbeiten bestehen. Die Prämien von Exemplaren verkaufte Gorki lebt arm und gibt alles hin. ausgebroschene Stroh heraus, das sofort zu Strohbündeln zu fallen gar nicht ins Gewicht gegenüber der Tatsache, daß wir zeitig andere, die Zeitungen befizen und Bücher schreiben, verkaufen sich sammengebunden oder gepreßt wird. Links und rechts speit sie die genügend Brotgetreide bekommen und daß es sofort erfaßt wird. nicht und leben als reiche Leute. Diejenigen, die im Lugus leben, Spreu und zerkleinerte Strohabfälle aus. Und an dem Ende, das Das Ziel der Frühdruschaktion ist also, so viel Getreide wie nur behaupten, Gorki ist verkauft. Warum aber fagen sie es? der Lokomobile zugefehrt ist, riefeln die Getreidekörner in die möglich so rasch wie nur möglich in die Hand der Reichsgetreidestelle Gorfi ihnen Unbehagen bereitet. Seine Vergangenheit und Gegendort aufgehängten Säde. Jeden Tag füllt die Maschine zu bringen. wart liegt ihnen schwer auf dem Herzen. Und da man nicht weiß, einige hundert Säde mit dem köstlichen Korn. Leer und Zu diesem Zweck reichten unter den jezigen Umständen die Prämien wie man diese Last beseitigen kann, nutzt man die Aengste, die die Es mußte vielmehr tatsächlich Hilfe geleistet werden. Trostlosigkeit und die Rachsucht der Völker aus, mit schlaff werden die Säcke vor die Löcher gehängt. Nach mehreren nicht aus. Minuten beginnen sie schon Form anzunehmen, stehen straff und Die Reichsgetreidestelle hat deshalb, wie bereits erwähnt, in Gemein- zunehmender Beharrlichkeit nach Schuldigen suchen, und man stützt straffer da. Bald find sie bis oben gefüllt und stehen da mit vollen schaft mit dem Kriegsamt die Frühdruschaktion eingeleitet. Zunächst sich auf die magische Kraft des Wortes Spion, um verbreiten zu Bäuchen, dick und rund. hat eine Generalmusterung aller zur Verfügung stehenden Dreich- tönnen: Gorfi ist verkauft. Die Schnelligkeit des Drusches hängt von mehreren Umständen maschinen stattgefunden. 5000 Dampfdreschmaschinen und 3000 ab. Der Körnerertrag der Aehren ist nicht minder wichtig wie die kleinere Dreschmaschinen konnten für den Frühdruich bereitgestellt Tüchtigkeit der Dreschmannschaft und die Güte der Maschinen und werden. Sie wurden von den Kriegswirtschaftsstellen, die in Materialien. Wenn der Treibriemen alt und schadhaft ist, wenn jedem Landkreise tätig sind, und die wiederum den Kriegsfeine geübten Heizer an der Lokomobile stehen, wenn fein Mann zu wirtschaftsämtern der Provinz unterstehen, in die Listen einbaben ist, der fleine vorkommende Schäden an der Maschine ausbessern getragen und auf ihre Betriebsfähigkeit geprüft. Kohlen fann, wenn die Leute, die das Getreide zureichen, noch nie bei der wurden geliefert, Bindegarn für die Mähmaschinen gegen Entgelt fauft?" Ernte geholfen haben, wenn an den Stellen, wo sonst gewandte zur Verfügung gestellt, Treibriemen und Leder zum Ausund ausdauernde Männer stehen, weniger gewandte und weniger bessern beschafft und in den einzelnen Bezirken fliegende" Monleistungsfähige Frauen die Garben heben und reichen, aufbinden teure bereitgehalten, die bei entstehenden Maschinenschäden und der Maschine in den Rachen stopfen, dann muß die Arbeit fofort einspringen müssen. Die Reichsgetreidestelle stellte Vorträge. Im Monistenbund spricht Freitag, 8½ Uhr, weniger ergiebig sein, dann gehen die Lieferungen an die Mühlen 2, Millionen Säde zur Verfügung. Zur leberführung des aus im Humbierbräu, Tauenzienstr. 7 I, Prof. Heinroth über„ Baaviel langsamer voran, als es wünschenswert ist. gedroschenen Getreides in die Mühlen und in die Speicher stehen rungsweise und Paarungseinleitungen in der Militärfuhrwerte auch Lastkraftwagen sowie Militärpferde beierwelt." reit. Selbstverständlich wird dem Erzeuger das Saatgut für seine Aus diesen und noch aus einigen anderen Gründen ist vom Kriegsamt die Frühbruschatton eingeleitet wordens Die deutschen Weil Verkauft Verkauft! rufen dieselben Zeitungen, von denen eben erst bekannt geworden ist, daß sie jede einzelne in den letzten drei Jahren den Betrag von 10 000 in Wirklichkeit nicht vorhandenen Abonnements aus den Kassen des Zaren und des Herrn Stürmer regelmäßig erhalten haben, und von denen man zur Genüge weiß, welchen besonderen Interessen sie dienen. Verkauft? Wer ist verNotizen. Die Waldameife. Wald Sangat berberg og ringet, to be a bette gelber gefällen, auch fann et bas ihm zuſtehende Brotgetreide fir ſtreift, het tote Barbame ife, er jegt einen Bold durcheingeteilt worden. Und weil es vor allem an menschlichen und tierischen Arbeitsträften auf dem Lande fehlt, wurden den Landwirten so viel Druschkommandos wie irgend möglich zugewiesen. Müssen doch die wenigen Leute, die jetzt noch auf dem Lande vorhanden sind, beim Abernten der Felder bleiben, die Stoppelfelder wieder umpflügen, vorrichten zur Aufnahme von Winterfaat, die Hackfrüchte- Rüben und Kartoffeln- bearbeiten, das Vieh weiden und vieles andere mehr. Ich sah eine solche Druschkolonne bei der Arbeit. Mehrere Soldaten reichten die Garben vom Diemen herab. Oben auf der Dreschmaschine standen zwei, banden die Garben auf und schütteten fie in die Maschine hinein. An den Seiten harften mehrere die Herausfallende Spreu sorgsam zusammen, füllten sie in Körbe und trugen sie zu großen Wagen. Ist doch die Spreu ein vorzügliches Futter. Das Herausfallende Stroh wurde von anderen zusammengeschichtet und mit Strohseilen, die sie selbst knüpften, zusammengebunden. Eine vierte Gruppe reichte die Strohbündel auf einen neuen Diemen hinauf, der aus dem ausgedroschenen Stroh aufgeschichtet wurde. 29] Anders Hjarmsted. Bon Jakob Knudsen. sich und seine Hausgenossen zurückbehalten. Alles ist demnach geschehen, um durch den Frühdrusch eine große Menge Brotgetreide zur Verfügung der Reichsgetreidestelle zu bringen und die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen. S. Der Seidenbau in Ungarn. Da im Verlaufe des Krieges vielfach die Einführung der Seidenzucht in Deutschland angeregt wurde, erscheinen die Erfolge der Seidengewinnung in dem verbündeten Ungarn von besonderem Interesse. Planmäßiger Seidenbau besteht in Ungarn seit dem Jahre 1880. Die äußeren Vorbedingungen waren allerdings sehr günstig, man verfügte von früheren Versuchen her noch über einen Bestand von Maulbeerbäumen, die den Züchtern zur Verfügung ges ftellt wurden. Trotzdem ist der geradezu überraschende Aufschwung der ungarischen Seidenindustrie in berhältnismäßig furzer Zeit befonders der glänzenden Organisation zu verdanken. Das ganze Unternehmen wurde vom Staat finanziert. Von der Zentrale aus nicht verstehen konnte, was die Menschen sagten. erheben. Ein solcher Bau aus Tannennadeln und allerlei anderen Stoffen enthält einige Hunderttausend Ameisen, vielleicht eine halbe million. Nun wird mancher diese Tierchen als Ungeziefer betrachten. In Wirklichkeit sind sie aber ganz nügliche Lebewesen im Haushalt der Natur. Wenn wir nämlich das Gewimmel der hin und her laufenden Ameisenarbeiter betrachten, so bemerken wir, daß die heimziehenden zum größten Teil beladen sind. Sie schleppen in ihren Kiefern getötete Insekten ganz oder teilweise in ihr Lager, außerdem auch Nadeln, Blattstücke oder Harzklümpchen, die sie für ihren Bau brauchen. Der bekannte Forscher Forel hat berechnet, daß die Bewohner eines großen Ameisennestes täglich mindestens 100 000 Insekten vertilgen. Das würde in einem Sommer mindestens 10 Millionen ausmachen. Hieraus erklärt es sich, daß dort, wo sich große Ameisennester vorfinden, die Bäume von schädlichen Insekten befreit sind und daß, wo Nonne, Kiefernspinner und der gleichen hausen, die von Waldameisen besetzten Stellen sich wie grüne Dafen aus der kahlgefressenen Umgebung abheben. Man soll sich deshalb hüten, die Ameisennester im Walde zu zerstören oder auch nur zu beschädigen. Biegung nach links und kamen dadurch einen Augenblick darauf Anders und seiner Schwester von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen. " Ah, Sie sind es, guten Tag!" sagte Jungfer Gjatrid. „ Das ist der neue Mann vom Bjerrehof," fügte sie, an ihren Begleiter gewendet hinzu. Die Kinder glichen ihrem Vater doch sehr, dachte Anders. Auch der Bruder hatte ja eigentlich ein schönes, fluges Gesicht, " Als just fonderlich um diese Freunde zu kümmern, im Vergleich Anders und Kirstine durch dieses Zentrum des Marktes ge- mit dem Glück, daß man überhaupt dort war. fahren waren, tamen sie in Gegenden, wo es stiller, aber Anders hatte erwartet, daß die beiden ihren Weg nach nicht weniger glücklich herging. Hier schien die Sonne auf rechts fortsehen würden; aber plöglich machten sie eine Auf drei Wegen sahen sie die Leute ankommen, im Wagen, rote und gelbe Aepfel in mächtigen Kisten, deren Deckel weit zu Fuß oder mit Vieh zum Markte ziehend. Sie selbst holten aufgeschlagen standen, und auf blanke Schalotten und Zwiebeln, beständig Leute ein und fuhren an ihnen vorbei dem Markte zu. die wie große Perlen an Strohbändern befestigt waren, und hier Aber das machte ja nichts- auch für die Gehenden nicht, denn befanden sich die roten Kuchen männer und Kuchenfrauen, die sie wußten ja doch, daß sie in etwas fürzerer oder längerer Zeit nicht auf dem Markt verzehrt, sondern nach Hause mitgenommen alle hingelangten. Sie fuhren um einen Mann herum, der wurden für die tausend wartenden Kinder, für die sie das mit einer einzelnen Kuh daherzog. Beide kamen sehr lang- einzige Zeichen waren, daß wirklich Stigumer Markt gewesen sam vorwärts, denn sie waren beide alt. Aber es war nun war.- Und danach kant die Stelle, wo Pferde zum Verdoch ein rechtes Fest für die Kuh, auf diese Weise zum Ver- fauf gezeigt wurden und umhertrabten, während ihnen die tauf zu kommen, fast wie die Konfirmation eines Menschen- Gedärme im Leibe aufstießen bei jedem dröhnenden Schritt,„ Das ist hübsch, daß wir uns hier treffen," sagte dieser. findes; und, der, Mann verstand das wohl; denn es geschah den sie taten, und wo die Händler in Gummiröcken mit Mein Onkel Jerrit hat mir von Ihnen erzählt.. Ja, und nur einmal im Jahre, daß er zum Stigumer Markt tam. Es breitschattigen Müzen, prahlend oder kritisierend, feilschend Vater doch auch, und Gjatrid. Das ist wohl Ihre Schwester, war etwas Seltsames dabei, an zwei so Glücklichen vorbei- oder den Handel abweisend, völlig zu vergessen schienen, wie ich mir denken kann?" zufahren; das war ja wie noch ein Vorsprung an Glück. welch großes und merkwürdiges Fest dieser Stigumer Man stellte einander vor und begrüßte sich. Sie fuhren durch das Wiesental mit seinem Bach und seiner Sommermarkt war. Dann kam endlich der Wagenplatz mit ,, Darf ich Sie nicht zu einer Karusseltour einladen?" Brücke, und über dem Rande des Tales sahen sie den feinem trodnen, furzen Gras, das von einem Markttag zum fragte Niels Faurholt die beiden Fremden. Er will gern mit obersten Teil von Belten, Wagen, Menschen, Tieren, die sich andern nicht länger werden konnte, trotz dem reichlichen Be- uns anknüpfen, dachte Anders. Im übrigen war das Anzwischen einander bewegten. Jest waren sie oben und streuen des Plages mit Pferdebung. Dort brachte Anders gebot unter Bekannten auf einem Markt die übliche, gesellbogen nach dem Marktplatz ein. Hier wimmelte es auf dem das Fuhrwerk unter, und als das besorgt war, glättete Kir- fchaftliche Aufmerksamkeit. Als die Karusseltour vorbei war, Gjatrid und Anders Wege; hier liefen viele umher, die schon mehrere Stunden stine ihr Haar mit den Händen und rückte ihr schwarzseidenes lang im Himmelreich gewesen, und deren Freude wohl nicht Kopftuch zurecht, obwohl es nicht besser sigen konnte. hatten auf Pferden, Kirstine und Niels auf Löwen gesessen, Iud Anders zu einer Tasse Kaffee ein. Noch waren nur geringer geworden war, sondern etwas Heimisches, ja Aus- Anders bürstete sich mit der Hand da, wo alle Bauerngelassenes angenommen hatte. Aber die, die bis gerade burschen sich bürsten, ob es nun einen Grund haben mag wenig Worte gewechselt worden; jetzt aber fragte Niels, ob auf den Platz fuhren, bekamen beinahe kalte Wangen von dem oder nicht: an den Hosen unterhalb des Knies, und dann sie sich nicht ein wenig auf dem Abhang zur Wiese hinab ausneuen Glück. Anders und Kirstine fuhren durch das Martt- gingen sie in das große, halb beängstigende Volksgewimmel ruhen sollten, was man denn auch tat.- Hier saß man mit getümmel vorwärts. Sie wollten auf den Rasen dort hinten, zurück, um zu sehen, was das Leben und der Tag ihnen einem ähnlichen Gefühl, wie wenn man auf einem Ball einen wo die Wagen aufgestellt wurden. Sie tamen da vorbei, bringen würden, und um verschiedene Einkäufe und Ge- Augenblick unter den offenen Himmel geht, um sich abzukühlen. wo die Marktfreude am allerheißesten siedete und zischte, fast schäfte zu machen. Und das Reden fiel leichter unter diesen vorläufigen Verhältwie der Dampf an Bord der Fylla, wenn man ganz bis zum Wie sie sich durch die Menschenmenge vorwärtsdrängten, nissen. Maschinenraume hin gelangte, mit dem Stolbenschlag und den blieb Anders auf einmal stehen. Kirstine sah, daß er einen Sie kennen doch unsern Pfarrer, Pastor Steffensen?" blanken Stahlkessela, dahin, wo die Sache eigentlich vor sich roten Stopf bekam: Was ist denn, Anders?" fragte sie. sagte Niels zu Anders. ging. Hier lagen vier große Bewirtungszelte in einer Reihe, ,, Ach, laß uns etwas warten", sagte er. ,, D nein". hier dröhnte und gellte das Karussel in die Runde; hier Ein wenig vor ihnen hatte er Gjatrid Faurholt gesehen" Doch, er hat von Ihnen und Ihrem Vater erzählt, war ein Belt mit eingesperrten, wilden Tieren; hier war das und mit ihr einen jungen Burschen, der ihr sehr glich; es er ist ja auf dem Tanghof gewesen. Vorstellungszelt, wo ein Mädchen als Ausruferin stand, das mußte gewiß ihr Bruder sein. Jungfer Gjatrid begrüßte Na ja, ich hab nicht mit ihm geredet. Das ist doch so wenig bekleidet war, daß man die Sonne in die Augen gerade ein paar Personen auf so glückselige und geistes- auch viele Jahre her." betam, wenn man sich uach ihr umschaute; und von allen abwesende Art, ungefähr wie man sich denten könnte, im Dann solltet Ihr zum Pfarrhof hinaufkommen, es Seiten geiferten und raften die Leierfästen, so daß man gar Himmelreich Freunde und Bekannte zu begrüßen, ohne sich redet sich gut mit ihm," sagte Niels.( Forts, folgt.) 14 " " 1 Deutsches Theater. Heute und folg. Tage 8 Uhr: Max Pallenberg in Der kleine Napoleon. Sonntag einmalige Nachmittags- Vorstellung 3 Uhr: Familie Schimek mit Max Pallenberg. Kammerspiele. Heute u. folg. Tage 73 Uhr: Goldfische( Lustspiel). Volksbühne. Theater am Bülowplatz. Untergrundb. Schönh. Tor. Heute u. folg. Tage 7%, Uhr: Theater für Donnerstag, 16. August. URANIA Deutsches Opernhaus Metropol- Theater 7, Uhr: Nanon. Friedrich- Wilhelmst. Theater 7 Uhr: Das Dreimäderlhaus. Gebr. Herrnfeld- Th. 7 Operetten- Gastspiel Uhr: Die ledige Ehefrau. Kleines Theater Fahrende Musikanten 8 Uhr: Die Hausdame. Musik von RobertSchumann. Lessing- Theater. Heute und folgende Tage Komische Oper Uhr: 18 Die Königin der Luft. Die Dose Sr. Majestät. Theater i. d. Königgrätzerstr. Lustspielhaus ( Gesangsposse.) 8 Uhr: Künstlerische Tänze. Frage an das Schicksal. Abschiedssouper. Komödienhaus 8: Wie fessle ich meinen Mann? 7 Uhr: Die blonden Mädels vom Lindenhof. Residenz- Theater 8 Uhr: Die Verhüllte. Berliner Theater Casino- Theater 720 U.: Die tolle Komteß. Trianon- Theater a. Bhf. Friedrichstr. Tel. Zt. 4927 Wegen Vorbereit. der am Lothringer Straße 37. Heute 8 Uhr: Eröffnung der Winterspielzett mit der neuen Posse 7%, Uhr: Die Czardasfürstin. Neues Operettenhaus Schiffbd. 4a. Kassent. Nd. 281 8 Uhr: Das Oberengadin und der Splügen. Admirals- Palast. WINTER GARTEN 5 = Heute:= 7.Uhr: Der Soldat der Marie. Abrakadabra Wieder- Eröffnung! Schiller- Theater 0 7, Uhr: Fra Diavolo. Schiller- Th. Charl. 7%, Uhr: Alt- Heidelberg. Thalia- Theater Heute geschlossen. Sonntag gr. phantastisches Ballett auf dem Eise. Angenehm. kühl. Aufenthalt. 7, U. Vorzügl. Küche. Voigt- Theater. Benefig für G. Breffin, 2. Boeller, Badstr. Heute: Badstr. 58. 3 u. 7 Uhr: Charleys Tante.. Kramer, H. Knispel: Theater am Nollendorfplatz 7, Uhr: Die Gulaschkanone. Theater des Westens 7. Ubr: Stolze Thea. Berliner Prater- Theater. Kastanienallee 7-9. Zum 81. Male: Aha― famos! Gr. Ausstattungs- Operettenpoffe Sonnabend, d. 18. d., stattf. Heiraten mußte in 3 Atten mit Geſang. 11. ZanzErstaufführ. des Lustspiels Der reizende Adrian Donnerstag u. Freitag geschlossen. ReichshallenTheater. Stettiner Sänger Anf. 7, U. Reichshallen- Garten, u. Saal: Großes Blüthgen- Konzert. Verkäufe Handwagen, vierrädrig, 20 Zentner Tragkraft, zu verfaufen. Luz, Adalbertstr. 36. +188 Teppich- Thomas, Dranienstraße 44, spottbillig, farbfehlerhafte Teppiche, Gardinen. [ 259* Belzgarnituren! Riesenauswahl! Allerbilligste Preise! und dem für Berlin vollständig neuen Spezialitäten- Teil. Zähne u. Vorher d. gr. Varietéprogramm. Anjang 4, Uhr. mit u. ohne Platte, mit echtem Friedenskautschuk, Goldkronen, Brücken, Plomben. Umarbeitung schlechtsitzender Gebisse. Reparaturen sofort. Zahnziehen in örtlicher Betäubung. Billige Preise, auch Teilzahlung. Teleph. Amt Nord. 10438. Rosenthalerstr.69 amPlatz v.9-7, D.A.Löser zu sprech Persönl. nur Militär- Uhren Sonnt. 10-12. 3.90 ( deutsches Anferwert)-soweit Borrat Siefelbe nachts leuchtend 4.85 M. Schweizer Uhren( m. Uhrmacherw.) v. 9,00 M. an Armbanduhren, uhrfetten 2c.in arößter Auswahl. 1. bill. Spezialgeschäft für Uhren. Beuthstr. 14, EE. Möbis, Chaiselongues, 70,-, Plüschfofas 200,- englische Bettstellen, 100,- Tepezierer Walter, Stargarderstraße 18. 258K Moebel- Boebel, Morigplaz 58, Fabrikgebäude. Spezialität: Ein- und Zweizimmer- Einrichtungen. Größte Auswahl, niedrigste Preise. Besichtigung 8-7. 257* Musikinstrumente aufwärts, neb. Aschinger. a. Spittelm. Was junge Mädchen träumen! Borher: Erstklassiges Spezialitäten- Programm. Anf. wochent. 42, Sonnt. 4 Uhr. Zirkus A. Schumann Bahnhof Friedrichstraße. Anfang 8 Uhr. Rauchen gest. Kühl. Aufenth. Das Zirkus- Varieté- Proneue u. a. gramm Gebr. Classon neuer akrob. equilibr. Akt 3 Meinickes halsbrecher. Leiter- Akt. Luis u. Sohn. Max u. die unerreichten Moritz radfahrend. Affen. Halali ParforceSchnitzeljagd. Rose- Theater. Der erstklassige Varieté- Spielplan: u. a.: Baggesen, der Urkomische 2 Ellerks, Fangspiele 8 Germanias, Tanz- Truppe Willi Agoston, Musikal. Akt Margot u. Jenni, Kautsch.- Akt Onre u.Partner, Radfahrszene 2 Blessings, Equilibristen Dazu: Venezianische Nacht Moderne Pantomime in 12 Bildern von Carl Vollmoeller Musik v. Friedrich Bermann Hauptdarst.: Blanche Dergan v. Albert- Theater Dresden, Lena Amsel, Fritz Achterberg, Georg Blanvalet, Viktor Jansou, W. Agoston, Erik Charell, Mart.Martens. Dekorat. u. Kostüme nach Entwürfen von Ernst Stern. Palast Tacaler Am Zoo Tägl. 7 Sonnt. 32 u. 73/4 Nur noch bis 31. August! R. Steidl, A. Müller- Lincke in: ,, Der Herr ohne Wohnung". ? Afra? Walhalla- Theater. Perzina- Manti. 7 Uhr: Die Stunde des Vertrauens. Gartenb.: Seemannsliebchen. Zigeuner. Mark, Buchhandlung Borwärts, Universal- Briefsteller 3,50 Uhr: Gartenbühne: Vorstellung. Lindenstraße 3( Laden). Möbeleinkauf! " 291* 72/ 14* Bolts- Feuerbestattungsverein Groß- Berlin. Sonntag, den 19. August, vormittags 10 Uhr: Kostenlose Besichtigung der Treptower Feuerbestattungs- Unlage in Treptow- Baumschulenweg, Kiefholzftr. 221. Alle wichtigen Fragen zur Feuerbestattung werden dort erläutert und sämtliche technischen Anlagen vorgeführt, wozu jedermann freundlichst eingeladen ist. 293/15 Der Verein gewährt seinen Mitgliedern nach einjähriger Mitgliedschaft freie Bestattung durch Feuer. Der monatliche Beitrag beträgt bei einem Aufnahmealter bis zu 20 Jahren 25 Pf. bis zu 50 Jahren 70 Pf. " M 30 40 " 45 35 45 55 55 " " 60 # 85 110 Mitglieder werden bei der Besichtigung sowie in folgenden Zahlstellen jederzeit aufgenommen: Berlin N.: Schwanz, Aderstr. 31.| Copenid: Müller, Alter Markt 8. Eichhorn, Danziger St. 93.| Oberschöneweide: Barnete, " " Schulz, Stettiner Str. 52. " # " " " Hasenbant, Triftstr. 2. C.: Weihnacht, Grünstraße 21. At NW.: Hagedorn, Moabit 77. SW.: Reim, Urbanstr. 29. SO.: Geisler, Stalizer Straße 59. O.: Urban, Mögliner Str. 2 NO.: 3idert, Aniprode ſtraße 4a. Lichtenberg: Dtto, Mainzer St. 5. Tegel: Lehnhardt, Berliner St. 84 Hohenschönhausen: Herschleb, " " Berliner Str. 93. Wilmersdorf: Schilling, Lauenburger Str. 21. Wilhelminenhofstr. 18. Adlershof: Posewitz, Bismardstraße 20. Weißensee: Masche, Allee 251. Berliner Niederschönhausen: Greth, BisReinidendorf: Lüning, Scharnmardstraße 37. weberstraße 37. Grünau: Köbn, Friedrichstr. 27a. Charlottenburg: Hartfiel, Kirch ftraße 10. Schöneberg: Wandfe, Bahnstr. 25 Steglit: Meyer, Forststr. 11. Rankwiz: Heizmann, MarienStraße 7. Tempelhof: Müller, Ringbahnftraße 41/42. Neukölln: Föhst, Steinmegstr. 98. Geschäftsstelle: Fris Dietrich, Neukölln, Kaisers Friedrich- Str. 197. Der Vorwärts ist das Organ der arbeitenden Bevölkerung deren Intereffen es unerschrocken vertritt! Kazenankauf aller Rassen Kleider- Englischen Unterricht für Herrenfriseure, tüchtig, sofort Zeitungsfrau sofort Spedi Adalbertstr. 36, part. 1896 schränke, Vertikos, Plüschsofas, Anfänger und Fortgeschrittene, gesucht. Meldungen in unserer tion Immanualfirchstraße 12.* Kinderwagen oder Klapp- Trumeaus, Bettstellen, Wasch- sowie deutsche und französische Bersonalverwaltung im 3. Stod Zeitungsausträgerin berlangt sportwagen, Kücheneinrichtung, Stunden erteilt G. Swienty, Kaufhaus des Westens, G. m. Bernsee, Stegliz, MommsenKinderdrahtbett toiletten, fauft( Preisangabe) Hennig, ganze Wirtschaften und Nach- Charlottenburg, Stuttgarter b. S., Berlin W. 50, Tauenhien- ftr. 59. Koppenstr. 101. 295* lässe kauft höchstzahlend Höfer, plaz 9, Gartenhaus IV.* straße 21/24. 298K* Brinzenstraße 71.( Morikplat Leinölfirnis, Paraffin, Harze, 1078.) Zeitungsausträgerinnen fönArbeiterinnen für leicht zu nen sich melden. Klavierkursus, Erwachsenen „ Vorwärts". Dellacke, Borag, ähnliches fauft Schnellmethode, Monatspreis erlernende Maschinenarbeit verDrogerie, Liebigstr. 34. Schnellauf Ausgabestelle, Laufiperplaz14/ 15. 73/ 4* Spiralbohrer, 3, Klavierüben frei. Mufit- langt Reinhardt, Schüßenstraße Stahl, Werkzeuge kauft Metall- akademie, 291K* Oranienstraße 68 60-62. Frau zum Zeitungsaustragen einkauf Herrmann, Kottbuser( Morigplak). Mädchen für alles, mit und drichstraße 10. verlangt Klein, Grünau, Frie Damm 66. ohne Kochen, sowie Köchinnen, Hausmädchen, Kindermädchent, Botenfrau stellt ein Vorwärts"-Spedition Tempelhof, Jungfern erhalten kostenlos Ueckermann, Kaiser- Wilhelmjede gewünschte Stellung im Arbeitsnachweis der Stadt straße 74, Ede Werderstr./* Berlin, Abteilung für Haus- Zeitungsfrau verlangt ,, Vorpersonal, Eichhornstr. 1( nahe wärts"- Spedition Neukölln, ( ant Stralauerplay), BelleBotenfrau, Tour Tegel und Alliance Play 5, Baulstr. 1 Reinickendorf- West, stellt ein ( am Kriminalgericht), Gor- Kienast, Borsigwalde, Räuschmannstraße 13. 249/ 3* ftraße 10, Vorwärts"-SpediFahrradandauf, auch defekte Schrader, Weberstraße 42. 67/ 4* Schmucksachen, Brillanten, Stuntsfragen, Skunksmuffen, Pianinos, seltene Gelegen- Perlen, Farbsteine, Retten, Alaskafüchse, Rotfüchse, Iltis- heiten, 250,00 Ringe, Zahngebisse, Platina garnituren, Kaningarnituren, Schwechtenpianos, Biesepianos, 7,60, Uhren fauft Juwelier Neue Herrengarderobe! Uhren- Hagspielflügel. Krüger, Neue Fuß, Seydelstraße 32, Ede verkauf, Schmucksachen, Silber- Königstr. 31( Alexanderplatz). Spittelmarkt. taschen, Wandbilder! Leihhaus, Warschauerstraße 7. 1698* Lieferwagen, Klappsport wagen, Holzräder, alle Reparaturen an Kinderwagen, Korbmacher Weidlich, BrunnenStraße 96. 280* Krankenstühle aller Art, auch Selbstfahrer, Krücken, mehrere tünstliche Beine. Schmallen berg, Hagelbergerstr. 16.[ 1916* 234/ 15* Kaufgesuche Handwagen, [ 51482* Platinabfälle per Gramm bis Unterricht * Mietgesuche Kleines, sauberes möbliertes Zimmer gesucht. Nähe Morinplay. Offerten Vorwärts", Prinzenstr. 31. +38 " 10 " Anfängerin für Kontor ge- tion. fucht. Schriftliche Angebote an Zeitungsausträgerin verlangt Berger u. Kohn, Choriner- Vorwärts"-Spedition Schöne ftrage 39. 295K berg, Meiningerstraße 9. Botenfrauen verlangt ,, Vor- Botenfrauen verlangt sofort wärts"-Spedition, Wattstr. 9, Ausgabestelle Greifenhagener. Laden. Von 11-1% und 4½ straße 22. bis 7 Uhr. Platinankauf, Gramm bis Verschiedenes 7,60( ebenfalls Ankauf alter Zahngebisse, Bestecken, Ringe, Schmucksachen, Ketten, Glüh- furterstraße 67. Kunststopferei Große Frank68* strumpfasche zu gesetzlichen 51418* Preisen. Metallkontor John, defekt, kauft gegründet 1903, nur Alte Sa- Vermietungen Potsdamerplay), Stoppenſtr. Siegfriedstraße 28/29. Piele, Spandauerbrüde 6.[ 249/2 fobstraße 138 und RottbuserLeim, Schellack, Schleiföl, straße 1. Kottbusertor). MorikSektkorken bis 25, Wein- fleinste Quanten kauft Minerva, achten. Bolieröl, jegliche Abfallöle, auch plat 12858. Firma genau be torten 4, sowie alle andere Mohrenstraße 15. 8-5 Uhr. und neue, jeden Posten, Schallplatten, Walzen, auch zerbrochene, kauft Matthäus, Alte 7,80 Mart, Ketten, Ringe, Neue Promenade 3( BörsenbahnRösners Handelslehranstalt, Leipzigerstraße 21. 123* Schmucksachen, Bestecke, Uhren, hof) und Berliner Handelsschule, Leinölfirnis, Terpentinerfaz, Tafelaufsäße, Treffen, Film- Seydelstraße 1. Beginn neuer sämtliche Dellace, Kopal, Harz, und Zelluloidabfälle, photogra- turje. Ausbildung zu wirklich Paraffin, Zeresin, Binenwachs, phische Rückstände, Papiere, perfekten Buchhaltern, BuchSchellack und ähnliches tauft Glühstrumpfasche, alte Bahn halterinnen, Kontoristen, SteBotenfrau, Tour Jahnstraße, Wolter, Thaerstraße 6. 73/5 Zeitungsausträgerin sofort fucht Vorwärts"-Ausgabestelle Seltene Kaufgelegenheit. gebisse, sowie sämtliche Abfälle, notypisten, Bureaubeamtinnen, Metallwarenfabrik Mende, Ber- einzustellen. Vorwärtsspedition Baerwaldstraße 42. Dunkelmahagoni Schlafzimmer, Gehpelz gesucht, sowie Damen- deren Rückstände und Geträge Halbjahrsturse, Jahresturse. hervorragend vornehme Aus- Garderobe für stärkere Person. usw. fauft Platin- und Silberlin S., Urbanstr. 70a, Seiten- Moabit, Wilhelmshavenerstraße Honorar 20-25,00, Abendkurse führung mit ovalen Kristall- Preisangabe. Kraft, Möckern- schmelzerei Broh, Berlin, Stö15,00. flügel V. Einzelfächer, StenoVorstellung nach- 48, von 11-1½ und 4½- 7 gläsern, große aparte Waschstraße 71.. 1906* penickerstraße 29. Telephon graphie, Schreibmaschine, Buchmittags 4-7. 295 Uhr. toilette, Nachtspinden, Apo- Blatinabfälle! Gramm bis Morizplak 3476. Eigene führung 15,00, Richtigsprechen, Farbigmacher oder Farbig- Zeitungsbotin verlangt ,, Vortheken, Bettstellen mit Ma- 7,70! Bahngebisse! Schmuck Schmelze, direkte Verwertung. Richtigschreiben, Schönschreiben, macherin verlangt Werkmeister, wärts"-Ausgabestelle Berlin tragen, aus Kunstmöbelwerk- sachen! Ketten! Ringe! Mi Vertreterbefuch. 171* Brüden249/1 Niederschöneweide, Wechsellehre, Rechnen, Korres Brunnenstraße 194. stätte günstig erworben, billig litärtreffen! Glühstrumpfasche! Schallplatten von 95 Pf. an, fpondenz, Englisch, Französisch, Wächter und Wächterinnen straße 10 II I., Unruh. verkäuflich. Besichtigung lohnt. Filmabfälle! höchstzahlend, abgespielte, sowie zerbrochene, monatlich 6,00. Melteren Per- sucht Nachtwach Gesellschaft, Berliner Möbelhaus, Stalizer- Schmelzerei, Metall- Einkaufs- fauft und tauscht jedes Quan- fonen und Nichtkaufleuten Ein- Charlottenburg, Frauen zum Beitungsausburg, Sefenheimerstr. 1. Mommsen- tragen sucht Vorwärts"-Ausstraße 25, Hochbahn Kottbuser- bureau, Weberstraße 31. Tele- tum, Musikhaus, Große Frant- zelunterricht. Abgangszeugnis straße 15 und Kaiserdamm 20. gabestelle Alt- Borhagen 56, langt Spedition Lichtenberg, Zeitungsträgerin sofort berphon Alexander 4243. 261* furter Straße 101. 242* fostenlos.Gratisprospekt.[ 247/ 8* + 125* Laden. Wartenbergstraße 1, Laden. tor. Möbel Fahrperfonal, Zum Einfassieren werden 73/8 Flaichenspüler. Männer und Frauen Kräftige, des Fahrens fundige für gute Sonntagstouren vom Leute sowie Flaschenspüler Abzahlungsgeschäft Grebler, merden eingestellt. Meldungen Weinbergsweg 4, gesucht. im Kontor der Schultheik' Wir suchen größere Anzahl Brauerei A.-G., Lichterfelder Straße 11-17. 73/ 6* Schloffer für Maschinen- Reparatur, 53542* Arbeiter Wertzengdeber stellen ein 53142* Elettromonteure und Büttenwerke Tempelhof A. Meyer Transportarbeiter. Germaniaſtraße Nr. 145/146. Argus Motoren- Gesellschaft, Berlin- Tempelhof, Mechaniker. Werkzeugmacher und Arbeiterinnen über 16 Jahre verlangt sofort 1702* Munitionsfabrik F. Gaebert, Berlin- Lankwitz, Charlottenstr. 31. Schloffer, Wertzeugmacher und Mechaniter Berlin- Reinickendorf. werden eingestellt. Tüchtige Spitzendreher werden sofort eingestellt. 53112* 3002 Meldungen Einstellungsbureau Ehrenbergstraße. Auergesellschaft, Berlin O. 17. Tüchtige Maschinenschlosser Loeb& Co., G. m. b. H., stellt jofort ein Automobil und Flugmotorenfabrik, Berlin- Charlottenburg. Fritschestraße 27/28. Grübte Einrichter für Drehereibetrieb sofort verlangt. 73/ 14* M. Berig& Co., Kommanditgesellschaft Berlin- Tempelhof, Industriestraße 1-5. 53102* Loeb& Co. G. m. b. H., Automobil- und Flugmotorenfabrik, Berlin- Hohenschönhausen, Goeckestraße Tüchtige Arbeiterinnen werden eingestellt, Meldungen Einstellungsbureau Ehrenbergstraße. 3002* Auergesellschaft, Berlin O 17. Arbeitsmarkt Stellenangebote invalide), mit Schlosserarbeiten Einspanner( auch Kriegsvertraut und zuverlässig, sucht = Tischler Schloffer Elektriker per sofort gesucht. Ballonhüllen Gesellschaft, = Tempelhof, 73/ 20* Friedrich- Wilhelm- Straße 52-54. Zeitungsausträgerinnen werden sofort eingestellt Bormärts"-Spedition, Markus straße 36. Botenfrauen werden einge* stellt Vorwärts", Charlotten Arbeiterinnen kräftige, z. Kohlenpress., Löterinnen für Zinkhülsen, 78/1 Löterinnen für Batterien, sucht BatterieFabrik Zeiler Rungestraße 20. Jüngere Anlegerinnen für Tiegeldruck, an flottes, fauberes Arbeiten gewöhnt, finden angenehme Stellung. Buchdruckerei Bimmerftr. 88. Gelerntes und ungelerntes weibliches Personal für dauernde Arbeit ( ut in allen Abteilungen Zigarettenfabrik Garbáty, Berlin- Pankow, Berliner Str. 123-125. Relbungen im Betriebs- Bureau, Eingang Hadlichstraße, wochentags von 8-5 hr, Sonntags von 10-12 Uhr. 1292 Verbindungen: Straßenbahn Nr. 45, 47, 49, 51, 57, Siemens- Bahn, Linie Treptow- Buchholz, Anto- Omnibus Nr. 4. Vorort- Verkehr: Stettiner Bahnhof- Bernau, Stettiner Bahnhof- Dranienburg.