ihr. 980* 84. 1«tzrO. Bezugspreis: Viertelilhrl. Z,g0 M�. monall. lM> WKL, wöchentlich 30 Pfg. fiel ins Haus, dorauszahlbar. Einzelne Wochentags- Nummern 3 Pfg. Sonntagsnummer mit illuslrierter Beilage.Die Neue Welt'>0 Psn Postbezug: Monatlich ILO Mt. Unter Kreuzband sür Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2,50 Ml.,(dt das übrige Ausland 4 Ml. Ulonatlich. Postbestellungen nehmen an Dänemarl, Holland, Luxemburg. Schweden lt. die Schweiz. Eingetragen in die Post-ZeitungS-Preisliste. Erscheint täglich. Telegramm-Adresse: »Eozialdemokrat Berlin-. Bevlinev Volksbl�kt. S pfsnnlg) Der AnzeigeupreiS beträgt s. die fiebengespaltene Koloncl- zeile SO Psg.„Klrtnr iilnzeigcn-, das fettgedruckte Wort 20 Psg. kündeten ein, niit denen wir möglichst auch in eine enge w i rt- scha f t I i che Fühlung kommen sollten, und forderte, daß Mit den demokratischen Einrichtungen im eigenen Lande vorgegangen werde. Das werde auch dem Auslande am besten zeigen, daß iu- Deutschtand in der Tat die Demokratie nicht ohnc Bedeutung sei. Insbesondere. müßten die Verträge mit änderet, Staaten unter Zujtilmuuna deu Parlamente g-eschloss-en werden. Abg. Dr. David(Sog.) eriutterte an-die Worte, die-der Reichskanzler am Dienstag gesprochen habe, daß die Erobevungs- ziele der geguerischen Regierungen einen ungünstigen Boden, für den Beginn der Friedensverhandluigzen darstellen. Wir: rechnen aber nicht darauf, daß wir die M-i n i sie r der feindlichen Sign- icn beeinflussen können, sondern wir'müssen Höffen, daß ebenso wie bei uns, auch in den feindliche» Staaten im Bol k e-die Friedensbewegung immer mehr ici-.starie. Hier gelte es einzusetzen und in allen Ländern dir Fricdensbetvogung so stark zu machen, daß end» lich in. Friedrnsverlnrndlungen eingetreten werden müsse. Diese Ausgabe haUw auch die F r i e d e n s e r k l ä r u n g d e s R e i ch s. tags gehabt, die am 19. Juli 1917 beschlössen- woadeii sei.' Sie habe denn auch. in der Tat-diese Wi rtung gehabt, obgleich im eigenen Lande dagegen gearbeitet worden sei. Die Alldeutschen hätten mit allen. Mitteln die Bedeutung der Friedenserklärung heriinterzn- setzen versucht. An sich brauchte man dem keinen Wert beizumessen, aber das Verhalten der Zensur„ sei geeignet, den alldeutschen Bennihnngen etn-en größeren Nach- druck zu geben. Während die Alldeutschen ihre unwahren und be- schimpfenden Behauptungen verbreiten konnten, seien diejenigen, dt« im Sinne des Rchchstags-beschlusies wirkten, durch-die Z c n- su r gehemmt worden. Die Rede von Scheidemann, über deren Bcschilagnahme im Reichstag gesprochen worden sei, sei trotz des früheren Versprechens des Staatssekretärs Dr. Helfferich wieder von neuem bcschlagnalMt und verboten worden. Ebenso hätte das W o l ffsch e Telegrophenbureau einen Bericht über die R e ich s tagsvc rhai id lnngen im Au« lande verbreitet, der durchaus einseitig zugunsten-der. Gegner de» R c i ch s ta g s b e sch liu s s e s'zurechtgestutzt war. Tie alldeutsche Hetze gegen, den wom Reichstag verlangten Vcrständigungsfriedei, lebe g e r a d e Hu von der Zensur.'— Der- Reichskanzler habe in jener Reichstagssitzung seinc Kric'gszi-eile ausei-nanderges-etzt und erklärt, daß er diese Ziele im Rohmen der Reichstagsr-csoiutiol> verfolgen könne. Gegen die damalige Abmachung aber habe der Reichskanzler hier die Worte hlnzug-estig-t:„wie e r die Reichstags resolution auffasse". Nach der Aussprache, die mit dem Reichskanzler bereits in engerem Kreise erfolgt, sei,, könne keim- Rede davon sein, daß der Reichskanzler diese Worte in Hinte rhällti- ger Absicht hinzugefügt habe. Die Loyiatität des Reichskanzlers sei damit außer Frage; aber die Alldeutschen haben behauptet, dos, der.Reichsianzller jene Bemerkung absichtlich gegen die Vereinbarung gemacht habe, nm sich freie Hand im Wider- spruch mit den Parteien zu verschaffen. Graf Schwerin- Läwitz, Abgeordneter und Vorsitzender des preußischen Albgeord- nekenhauses, habe ausdrücklich öffentlich erklärt, d a ß de r Reichs- kanzler absichtlich und in zweideutiger und hin- terhältiger Weise jene Worte hinzugefügt habe. Jetzt sei es Sache des Reichskanzlers, gegen diese Verdächti- gung seinc Ehre als Politiker zu schützen. Dann ging der Redner auf die Stellung der ö st c r r e i ch i sch e n Regierung ein, mit der ja unsere Regierung Hand in Hand arbeite, und auch von diescr Stelle liegen Aeußerungcn vor, die sich durchaus mit dem Sinn» dos Reichstagsbeschlusscs decken. Auf der andern Seite töne aus den Worten der Minister der feindlichen Staaten die Angst vor Stockholm, die Furcht vor dem moralischen Druck heraus, denen dt«. Sozial- demokrateu chrcs Landes ausgesetzt seien, wenn sie mit den Per- tretern der anderen Länder über einen Verständigungssrteden unter restlosem Verzicht auf alle Eroberungen verhandeln müßt?». Auch er hoffe, daß das vierte Kriegsjahr das letzte sein werde; aber er wünsche auch, daß der Krieg beendet sei, lange bevor dieses vierte Kriegsjahr abgelaufen sei.� Ganz besonders begrüßte der Redner die Erklärung des neuen Staatssekretärs des Auswärtigen Amts, daß der Krieg nicht allein durch Macht, sondern v o. r allem durch Recht beendigt werden müsse. In diesem Sinne mögen Reichstag und Regierung zusammenarbeiten. Der Staatssekretär habe das Vertrauen vom Relchstag verlangt; aber das Vertrauen könne kein blindes sein, sondern müsse aufgebaut werden auf engster Fühlung zueinander. Das jetzige Verhältnis» bor dem der Reichstag diel zu wenig Einfluß auf die Ifiidvjlieihjnp Hab«, sei grvadegu bvs System dct gegen s« i t i g e n Mißtrauens. Hier müsse eine gründliche Äende rung herbeigeführt werden. Die Reichsleitung müsse auch in ftragen der auswärtigen Politik>u engster Fühlung mit dem Raichötag stechen, und das sei nur erreichbar , durch das parlamentarische System. Mr gehen dein größten und gcwaliigstc» Völkervertrage entgegen. nämlich dein Friedensverträge. Dieser dürfe kein Bertrag sein. der allein von den StaatSuiännern geschaffen ivird. sondern er müsfe ein Bolksvcrtrag werden, bei dessen Abschluß dos Boll dir enlschcidendc Mitwirkung I>abc. Bei der Kriegführung sc> die Mitwirkung des Volkes un entbehrlich gewesen, ebenso müßte auch dte Beendig u n g des Krieges in e n g st c r o r g a. n i s ch c r Fühlung mit dem Volke erfolgen. Abg. Erzbcrgcr lZ.) ging auch ausführlich auf die Be merkung des Staatssekretärs des Auswärtigen ein, daß der Frie den nicht allein durch Macht geschloffen werden könne, sondern auch durch das Recht, lbr begrüßte dicic Erklärung und stimmte ihr nachdrücklich �». Er hoffe, daß diese Erklärung, die von bern l«i tcnden Minister unter dsnstimmnng des Reichstages aboegeben wurde, auch im Anstände die nötige Beachtung iindet. In vezug auf den Zusatz, den der Reichskaiuler au, lg. Fuli 1917 bezüglich dcS RoichStagsbeschlufses gemacht habe. müsse auch er erklären, daß cS besser gewesen Iväre. wenn der Reichskanzler diesen Zusatz nicht ge mockit hätte. Auch für ihn komme der Vorivurs der Hinter dältiakei't nickt in Betracht; aber auch er müsse feststellen, daß die Alldeutschen sich aller Mittel bedient haben, um die Bedeu lung des R ei ch stggSbc sch I u sses abguschiwächen. Ebenso sei dir Militärverwaltung gegen den Relchstagsb'eschluß aufgclrctc». Es seien Fälle vorgekommen, wo in der Kaserne vci der Instruktion an die Soldaten Ausführungen gegen den Rcichötagsbcschluß gemacht worden seien. Ebenso sei wieder in der letzten Zeit eine der schlimmsten alldeutschen Schrif. len amtlich an einzelnen Stellen des Heeres verbreitet worden. In ähnlicher Weise wie gegen den ReichStagÄbeschluß treten die All deutsche» auch gegen die Friodenskundgetning des Papstes auf. So labe der Abg. von Schwerin-Löwitz behauptet, daß die JriedenS'- kundgevung des Papstes durch ihn(Abg. Erzberger) angeregt worden sei. Er müsse crtlkäre», daß dieser Behauptung nichts zu gründe liege, daß er der Fricdensnote des Papstes in seder Beziehung fern stell«. Der FriedwiSbeschluß des Reichstages halte im In« und Auslände, soweit er habe lleob achten können, durchaus günstig gewirkt. Die Friedeuil vewcguug in allen Ländern sei offenbar durch ihn gefördert worden. Ans diesem Wege müßte der Reichstag mit oller E n tseb i e de n h e i r weitergehen. Das werde auchc§ Wolfs scheu Te I e g r a p Heu h u r e a u S ein und forderte, wie der Borredner, daß derartige Mißbrauche nicht mehr vorkommen dürften. Reichskanzler Dr. Michaelis: Einer der Herren Vorredner hat bemängelt, daß ich in meiner RcichStagsrrdc vom 19. Juli bei der Bezugnahme auf die dem Reichstag vorgelegte FriedenSrrsolution die Worte gebraucht habe: „Wie ich sie auffasse." Ich erkenne ohne weiteres an, daß bei den Vorbesprechungen mit >en Herren FraktionSsührrrn ein solcher Zusatz nicht aus- -riirtlich von mir erwähnt worden ist. Andererseits möchte •» feststellen, daß die von mir gebrauchte Wendung materiell meiner Haltung zu der Resolution, wie ich sie in den erwähnten Borbe- ipeechungeii zum Ausdruck gebracht habe und wie sie aus den in meiner Reichstagsrede umschriebenen FriedenSziclcn hervor- -.cht, in keiner Weise widerspricht, �»rber-di« Ziele im riuzelnen, " ie ficki der den Friedensverhandlungen im Rahmen der Resolution ■norden erreichen lassen, sind Schaltierunge« der Auf- a s s u n g gcwist möglich, wie ich solche bei den Borverhandlungen 'uchinnerhalbdcrMehrhritSpartrien wahrgenommen ■_\i haben glaube. • Bemerkung der Redaktion: Wir entnehmen istefen Wortlaut dem offiziellen Wolfffchen Bericht, wälllrend-S in der„Deutschen Kriegszcitung" heißt:„Der Reichskanzler teilte in seiner Rede mit, baß er nie erklärt habe, auf dem Boden der Frie- d c ns r c solu tion der M e h rhe i t s p a r te ie n zu tt e h c n. Er stellte in Aussicht, daß er feine Kriogsziele zu ge» gebener Zeit darlegen werde, die sich wohl im Rahmen der Reso« lution verwirklichen lassen würden" » Die Verhandlungen wurden auf nachmittags vertagt. Räch der Mittagspause gab Ma. Ebert lSoz.) folgende Erklärung alb: „Die Vertreter der Parteien, die die RcichStagSertlarung vom 19. Juli eilig edracht haben, stellen fest: 1. In den Vorverhandlungen, die über die Resolution zwischen den Vertretern der beteiligten Parteien und dem Herrn Reichs- kanzler seinerzeit stattgefunden haben, konnte nach den auSge. lauschten Erklärungen keine derselben annehmen, daß der Herr Reichskanzler sich nicht auf den Boden der Reichstagsentschließung stellen wolle. '2. Die Bemerkung des Herrn Reichskanzlers, daß innerhalb der Mohrheitsvertreter sachliche Differenzen über die Auffassung der Resolution zutage getreten seien, ist unzutreffend. A l I e beteiligten Parteivertreter waren über den u n z w e i- deutigcn Sinn und innerhalb ihrer Entschließung völlig c i n i g." Hieran schloß sich eine längere Geschäftsordnungsdebatte, nach der der Reichskanzler folgende Erklärung abgab: In meiner Erklärung von heute vormittag hat ein Ab- weichen von meinen Dcurlogungen in der R e d e v« m 19. v. Mts. r cht ausgesprochen werden sollen; deren Inhalt erhalte ich aufrecht. Daß ich die Absicht eines Abweichens nicht gehabt l abe, gebt aus der Tatsache hervor, daß ich bereits heute vormittag die Einladung zu Besprechungen habe ergehen lassen, t:e dir von mir als eirwllnscht bezeichnete engste Fühlung- nähme zwischen mir und dem Reichstag herstellen sollen, und zwar zunächst für die Berhandlungen über die Antwort, die der Kurie auf der Frtedensnote des Papstes zu erteilen ist. Diese Antwort kann nur getnagen sei von dem Streben nach einem Frieden des Ausgleichs und der Verständigung, wie es in der Resolution des Reichstags vom 19. Juli seinen Ausdruck gefunden hat. Der A>bg. Ledebour(Unabh. Soz.) richtete noch einige Anfragen an den Reichskanzler. Gras v. Westarp(k.) erhob Einspruch gegen die Angriffe, die auf die Alldeutschen gemacht worden seien. Auch die Angriffe gegen seinen Parteifreund v. Schwerin-Löwitz seien durchaus un» berechtigt. Die Soziakdemokraten verlangten in überströmen. dem Machtbewußtsein, daß jedes Wort der Kritik des von ihnen erstrebten Friedens unterdrückt werde. Leider helfe auch >as Zentrum dabei mit. Der Reichstagsbeschluß vom 19. Juli bave durchaus schädlich gewirkt, im eigenen Lande sowohl als in, Auslände. Wenn die Stimmung im Auslände für den Frieden stärker werde, so sei dies nur auf den Erfolg unserer Truppen zu Wasser und zu Lande zurückzufützren. Von diesem Erfolge allein Die kämpfe im Aesten und am Ulonzo. Neue Kämpfe in Flandern, im Artois— Die Schlacht bei Äerdnn dauert fort— Zehn französische Angriffsdivisionen— Rumänische Angriffe südlich des Trotus» Tales— Die Jsonzo-Schlacht. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 22. August 1917. kW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern erreichte der Artillerickampf an der Küste und von Bixschotc bis Warneton abends wieder große Stärke. Gestern früh erfolgte nordöstlich von Upern nach heftiger Fruerwcllr ciu starker Borstoß der Engländer bei Lt. Julien; er wurde zurückgeschlagen. Heute morgen haben sich zwischen den von Staden und MenineS auf Dpern führenden Straßen neue Kämpf« ent- wickelt. Im Artois griff der Feind nordwestlich und westlich von Lens nach starker Fcucrvorbcreitung unsere Stellungen an. Oertliche Einbrüche wurden durch kräftige Gegenstöße, die zu erbitterten Nahkämpfcn führten, ausgeglichen. Eine Kohlenhalde südwestlich der in Brand geschossenen Stadt LenS ist noch in der Hand der Engländer. Nordwestlich und westlich von Le Catelrt spielten sich zahl- reiche Borpostcngefechte ab, bei denen Gefangene von«nS einbe- haltcn wurden. St. Qucntin lag erneut nnter stanzösssche« Feuer. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Auf dem Schlachtfeld bei Berbnn führten die Franzose» gestern ihre Angriffe in einigen Abschnitte» fort; vielfach wurde bis in die Nacht hinein gekämpft. Im Südostteil des Avocourt-WaldeS und auf de« Hügel östlich davon faßte der Feind nach mehrmaligem vergeblichen An- stürm Fuß. An der Höhe 304 scheiterte» alle Sagriffe, anch die von Südwesten und vom Toten Mann her umfassend ange- fetzten, in unserem Feuer und au der Zähigkeit der tapferen Ber- teidiger. Vorstöße, die sich vom Rücken östlich deS RabenwaldeS gegen den Forges-Grund richteten, wurden abgewiesen. Auf dem Ostuser der Maas drangen die Franzose« in den Südteil von Samogncux ein, im übrige» wurden ihre dichte» Massen, die von der Höhe 344 bis zur Straße Beaumont— Bachercauville und im FosseS-Wald vor- und nachmittag? gegen unsere Linien anstürmten, blutig zurückgeworfen. Die Verluste der feindlichen Infanterie wäre» schwer; die französische Führung mußte mehrere der 10 AngriffSdidisione» durch frische Truppen ersetzen. In den letzten Tagen errang Lentnant Boß den 3S. und 37., Offizicrstrllvertrrter Bizefeldwebel Müller den 25. und 26. Luftsieg. Oestkicher Kriegsschauplatz. Front de» Generalfeidmarschalkü Prinz Leopold von Bayern Bei Riga, Dünaburg, Tarnopol und am Zbrucz lebte die Gcsechtstätigkeit auf. Front de» Generaloberst Erzherzog Joseph Südlich de» Trotus-Tale» setzte« am 20. und 21. August dir Rumäne« starke Kräfte ein, um unsere» Truppen den Gc- winn beiderseits von GrozeSci und nordöstlich von Sodeja wieder zu entteißen. Alle Angrisse sind verlustreich abgewiesen worden. Bei der Heeresgruppe de» Generalfeldmarschall» von Mackensen «ud an der Mazedonischen Zsront ist die Lage unverändert. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. B e r l i n, 82. August 1917, abends. I« Flandern haben sich die heute früh einsetzen- den englischen Angriffe östlich von Zsper» auf eine Front von 15 Kilometer ausgedehnt, sie sind unter schweren Ber- luste» für den Feind gescheitert. Bor B e r d u n ruhte bisher der Jusauteriekampf; da» Feuer blieb östlich der Maas stark. Bombenangriffe unserer Fliegergeschwader gegen be- festigte Orte an der'englischen K ü st e waren er- folgreich. Im Osten nichts Wesentliches. Der österreichische Bericht. Wien, 22. August 1917.(W. T. B.> Smtlich wird Verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei Soveja, bei Ocna und westlich von Sulta unternahm der Feind starte aber vergebliche Angriffe. Sonst nichts von Belang zu melden. Italienischer Kriegsschauplatz. Der 21. August ist in der Geschichte der Jsonzo-Armee einer der heißeste» Kampftage geworden. Oestlich von Canale mußte dem Feind das Dorf Brh überlaffcn werden. Alle Anstrengungen der Italiener, den Stoß über die Hohen südlich de» Ortes hin- auszutragen, blieben erfolglos. Ebenso scheiterten südlich von Descla mehrere mit erheblichen Kräften geführte Angriffe de» Gegners, wobei sich das«ährische Landsturw-Regiment Nr. 25 besonders hervortat. Siegreich wie an de» Bortagen behauptete» östlich von Görz und bei Biglia die tapferen Verteidiger ihre vordersten Gräben gegen neuerlich wiederholte Anstürme. Schwere Verluste und völlige Erschöpfung zwang hier den Feind nachmittags eine Kampfpause eintreten zu lassen. Am schwerste» wurde auf der Karsthochfläche gerungen. Unterstützt durch ein-« Kraft kaum mehr zu überbietendes Artilleriefeuer warf der Feind vom frühen Morgen bis znm späten Abend Division auf Division gegen unsere Stellungen. Heftigster Anprall richtete sich gegen die beiden Flügel dcS Abschnittes, gegen den Raum Faiti-Hrib— Costanjeviea, wo die seit Sommer 1915 am Karst fechtenden ungarischen HeereSregimenter 39 und 46 neuen Heldenruhm ernteten, und gegen Medcazza und San Giovanni. Das Ergebnis des Tages entsprach der glänzenden Haltung der Truppe und ihres Führers: mochte eS auch zu kleinen, im Ab- wehrvcrfahren gelegenen Schwankungen gekommen fein— der Erfolg blieb unbestritten auf unserer Seite. Heute seit Tage»- anbruch stürmen italienische Massen aufS ne»e gegen unsere Karst- stellnngra an., Bei der Heeresgruppe deS Feldmarschalls Freiherr« von Conrad kam eS vielfach zu erhöhter GcfechtSlätigkcit. Im Snganatal wurden von unscre» Erkundungsabteilnugen 70 Gc« fangene eingebrachte Bei dem gestern gemeldeten Unternehme» nordwestlich von Arsiero blieben 2 Offiziere, 150 Mann und 3 Maschinengewehr« in unserrr Hand. Westlich des Garda-SeeS überwältigten unsere Truppen nach heftigen Kämpfen rmr» feindlichen Stützpunkt. Der Chef deS Generalstabes. erwarte er einen segensreichen Frieden. Mit Friedensresolutionen komme man nicht lveiter, das beweise Stockholm am besten, auf da» man vor Monaten große Hoffnungen gesetzt hatte. In der De- batte hätten Mehrheitsredner erklärt, sie würden die Politik des Beschlusses vom 19. Juki tatkräftig fortsetzen. Blas sei damit ge- meint? Etwa ein neues Friedensangebot? Diese Frage dränge sich aus angesichts der Züricher Erklärung Erzberger S, worin er der Welt verkündigte, er könnte sich mit Lloyd George in wenigen Stunden verständigen. Er frage Erziberger, ob er das gesagt und was er damit gemeint habe. Durchaus zu miß- billigen sei es, daß der Reichskanzler in gemein- sanier Arbeit mit dem Ausschuß des Reichstages an der Antwort auf die Papstnote und sonstigen diplomatischen Maßnahmen arbeiten wolle. Eine solch« Tätigkeit des Reichstags überschreite dessen Befugnisse. Schließlich müsse er sich gegen den zweiten Teil der von Ebert abgegebenen Erklärung wenden. Nach seiner Ansicht beständen allerdings zwischen Sozialdemokratie und Zentrun. über den Beschlutz vom 19. Juli Meinungsverschiedenheiten, denn das Zentrum wolle einen P e r st ä n d i gnn g s fr i« de n, die denffche Sozialdemokratie aber einen Verzickitfrieden. Für den Reichskanzler sei es ganz unmöglich, sich zu einem solchen Per- zicht zu verpflichten. Daher konnte der Reichskanzler sich am 19. Juli für den Verzichtfrieden'gar nicht aussprechen. Eine andere Auslegung sei unmöglick. Räch einer kurzen Bemerkung von B r u h n(Dt. Fr.) wurde die Verhandlung vertagt. »» « Die Fraktionen der Mehrheit traten gestern nach der Sitzung des Hauptausschusses zu einer neuen inter- fraktionellen Sitzung zusammen. Abends 9 Uhr empfing der Reichskanzler die Parteiführer zu einer Besprechung. Und öoch für Stockholm! Mehrheit SOvv Stimmen. London, 21. August. Reutermeldung. Die englische Arbeiter- konferenz hat neuerlich beschlossen, Vertreter nach Stock- h o l m zu entsenden. Der Beschluß wurde mt rund 1 234 000 gegen 1231000 Stimmen und zwar mit einer Mehrheit von weniger als 3000 Stimmen gefaßt. Auf den englischen Kongressen wird nicht nach der Zahl der Delegierten abgestmmt, sondern nach der Zahl der Organisa- tionsmitglieder, die hinter den Delegierten stehen. Die Abstimmung ist ein schlagender Beweis von der elementaren Gewalt, mit der sich der Friedenswille auch in England Bahn bricht. Zwar ist die Mehrheit für Stockholm arg zusammengeschrumpft. Am 19. August waren 1 896 999 Stimmen f ü r, 559 999 Stimmen dagegen. Die damalige ge- waltige Mehrheit von rund 1 399 9999 Stimmen ist auf win- zige 3090 Stimmen zusammengeschrumpft— ein Ergebnis. das d§n Kampf gegen Lloyd George um Herausgabe der. Pässe gewiß nicht fördert. Aber auch Lloyd George kann nicht triumphieren. Trotz des Feldzuges gegen Henderson, trotz der Stimmungsmache im Ünterhause, trotz des Löbens der jingoistischen Presse, die in England noch viel einflußreicher als in Deutschland ist, eine Mehrheit für Stockholm. Der ginge zwar fehl, der glaubte, daß sich die englischen Arbeiter bereits für einen allseitig billigen Verständigungsfrieden aus- gesprochen haben. Das Memorandum des Ausführenden Ausschusses der Arbeiterpartei fordert Abtretung Elsaß- Lothringens an Frankreich, des Trientiner Lan- des an Italien, Loslösung Armeniens, Mesopobo- m i e n s und Arabiens aus deni Herrschaftsbereich der Türkei. Aber trotzdem! Die englischen Arbeiter geben dem Hydrauli- scheu Druck der eigenen Regierung und der Kreigstreiber nicht nach und sprechen sich für die so verpönte Abhaltung einer Konferenz mit feindlichen Untertanen ohne Erlaubnis der Regierung aus! Der ins einzelne gehende Bericht über die Konferenz bestätigt diesen Eindruck: Amsterdam, 22. August. Nach einer Reutermeldung über die Konferenz der Arbeiterpartei sagte Henderson, ihm sei der Vor- Wurf gemacht worden, daß er auf der Konferenz vom 10. August eine entscheidende Tatsache über dte Stellungnahme der russischen Regierung verheimlicht habe. Er bestritt entschieden, daß er wissent- lich und absichtlich der Konferenz irgend eine Nachricht vorenthalten hätte. Kerenski sei damals für eine britische Ver- tretung in Stockholm gewesen und sei es heute noch. Henderson sprach die Hoffnung aus, daß die Konferenz ihn unterstützen, und daß sie andererseits nicht den Austritt der Lrb ei te r pa r te i ler aus der Regierung verlangen werde, da eine solche Politik dem nationalen Interesse und der erfolgreichen Fortsetzung des Krieges schaden würde. Ein Vertreter der britischen sozialistischen Partei beantragte, die Konferenz möge den Austritt der Arbeiterparteiler aus der Regierung beschließen. Der Antrag wurde schließlich zu» rückgezogen. Minister Barnes rechtfertigte seine Annahme von Hender» sons Posten lm Kriegskabinett und sprach gegen die Teilnahme an der Stockholmer Konserenz. Die Abstimmung ergab, wie bereits gemeldet, eine kleine Mehr- heit für die Beschickung der Konferenz. Die Konserenz beschloß ferner, sich bis nach der Sozialistenkonferenz der Alliierten zu ver- tagen und die Wahl der Delegierten für Stockholm und die Be- ratung des Memorandums über die Kriegsziele bis dahin aufzu- schieben. Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London, daß Henderson auf der Konferenz eine sehr fteundliche Aufnahm« fand. während Barnes die Versammlung nicht mitzureißen verstand. Di« Bemerkung Smillies vom Bergarbeiterverband, daß der Mann, der Hendersons Posten angenommen, den Namen eines Streikbrechers verdiene, erregte stürmischen Beifall. So wohltuend die Energie des im Namen des hochwich- tigen Bergarbeiterverbandes sprechenden Smillie ist, sosehr es auch gewürdigt sein mag, daß die Konferenz den Kriegs» Jretbern nicht nachgab und sich nicht selbst desavouierte, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß der Beschluß des Arbeiterkongrssses keinen Kamps gegendieRegie. rung um die P ä s s e bedeutet. Henderson selbst warnte vor einer Kampfansage mit Berufung auf die nationalen Interessen und auf die Notwendigkeit einer erfolgreichen srortsetzung des Krieges und der eindeutige Antrag der briti- üben sozialistischen Partei auf Zurückziehung der Arbeiter- parteiler aus der Regierung kam gar nicht zur Abstimmung. Zuiammcnfassend kann also gesagt werden: Der Gedanke von Stockholm, will sagen der Gedanke des Verständigungsfrie- dens, hat sich zwar auch den englischen Arbeitern aufgedrängt, nt ober nicht stark genug gewesen, sie zu einem erfolgreichen Kampf für seine Betätigung fortzureißen. Tie englischen Friedensfreunde werden noch viel zu tun baben, ehe sie das englische Proletariat in eine Reihe mit der deutschen Sozial- demokratie zum wirklichen Kampf um den Verständigungs- frieden führen könen! ** * Der„Lokalanzeiger" läßt sich aus dem Haag depeschieren: Der Korrespondent des holläirdischen Nieuws Bureau hatte eine Unter- redung mit den maßgebenden Arbeiterführern über den gestrigen Beschlutz. Delegierte nach Stockbolm zu senden. Davis, der ehe- malige Präsident des Gewerkschaftenverbandes, meinte, die Mehr- beit des Kongresses wäre zu geringfügig, um daraufhin etwas zu unternehmen. Auch der Sekretär der Konferenz Bouverman er- klärte, daß SSM bis 3M0 Stimmen Majorität bei l 230 000 fielen zu wenig ins Gewicht. Der Pensionsminister Arbeiterführer » o d g e tagte auch, diese Abstimmung vernichte die Wirkung der Konferenz in Stockholm. Dagegen meinte S m i l l i e, der Ver- treter der Bergarbeiter, datz in ihdem Falle Delegierte nach Stock- bolm geben müssen; wenn die Regierung die Pässe dazu verweigere, um so schlimmer für sie, denn sie werde dadurch in«ine auher- ordentlich schiefe Lage gegenüber den Arbeitern und der Majorität der Konserenz kommen. Ramsah Macdonald kennzeichnete da« Abstimmungsergebnis als einen glänzenden Erfolg. Die russischen Arbeiter halten nach wie vor an Stockholm fest und suchen ihre englischen Freunde in diesem Sinn zu beeinflussen. T s ch e i d s e richtete namens des Arbeiter- und Soldatenrats an Äenderson und Ramsay Macdonald ein Telegramm, in dem«r den Beschlutz der englischen Arbeiter zur Teilnahme an der Stockholmer Konferenz begrüßt und fortfährt: Wir sind überzeugt, datz es den englischen Arbeitern gelingen wird, alle Hindernisse zu überwinden, damit sie zusammen mit den Sozialdemokraten aller verbündeten Länder an der großen Arbeit teilnehmen können, die Proletarier aller Länder zum Kampf für einen gerechten und dauerhaften Frieden auf demokratischer Grundlage zu vereinigen. Rusiische Regierung und Stockholmer Konferenz. Stockholm, 21. August.(Eig. Drahtbcricht des„BorwartS".) Unser Mitaroeiter erfährt vom Sowjctbureau, die gesamte russische sozialistische Presse trete der rntrntistischrn Paßvcrwri- rung entgegen. Im Zcntralkomitee der Arbeiter- und Soldatenräte unterstrich KercnSkj sein Bestreben, sich auf die Arbeiter« und Soldatenräte zu stützen. Er wies auf die Notwendigkeit hin, die k« n st i t u i e- reu de Berfa mmlung sobald als möglich zusammenzuberufen; auch müßicn revolutionäre Organisationen in den StaatSorganiSmus eindringen, um die Konterrevolution zu unterdrücken. Im gleichen Sinne sprachen Minister Atsentirw, weiter Zeretelli, Martoff und der enthaftete Bolschcwiki Kamcncw. In einer entsprechenden Resolution wurde die R c g ie r u n g s er kl ör u n g begrüßt, durch welche die Mißverständnisse über die Stockholmer Konfe« rcnz beseitigt sind. Auf eine BegrüßungSdepesche, die Rodzianko namens der Reichsduma gesandt hatte, antworteten die Vertreter der Kau- kasus-Armee, die Duma sei keine Volksvertretung mehr: die Arbeiter« und Soldatenräte und die Regierung könnten allein doS Land und die Revolution retten. Laut Sowict-Bulletin bestätigt und bekräft»gt ein„Jstveftijan"- Artikel folgende Erkläruug Terestscheukos: Die Stellung der russischen Regierung zu der Stock« Volmer Konferenz hat sich in keiner Weise geändert. Die russische Regierung erweist»ach«ie vor der Delegation der Exe- kutive der Arbeiter« und Soldatenräte jede mögliche Unterstützung und bittet nach wie vor die verbündeten Regierungen, »ie Pässe für Stockhol« nicht zu»erweigern. Die russische Regierung besteht auch wie früher noch darauf, daß an der zukünftigen offiziellen Friedenskonferenz neben Diplomaten auch Der- lrcter der Demokratie teilnehmen fallen. ver neue Lustangriff auf Cnglanö. Berlin, 22. August. Amtlich. In der Nacht vom 21. zun, -2 August hat eines unserer Marineluftschiffge« fcki w a d e r wiederum unter der bewährten Führung des Fregattenkapitäns. S traf s e r mit sichtlich gutem Erfolg befestigte Plätze und militärische Anlagen am H u m b e r und tn der Grafschaft Lincoln und Bewachungsstreitkräfte an der englischen Küste angegriffen. Alle Luftschiffe sind trotz der felndlichen Gegenwehr ohne Schaden und ohne Verluste zurückgekehrt. Ter Chef des Admiralstabrs der Marine. die kämpfe im Westen. verlin, 22. August. Im Westen war am 21. August die Kampf. Tätigkeit an einer großen Anzahl von Frontabschnitten autzerordent- vch rege. An den Brennpunkten der flandrischen Front kam es zu heftigen Artilleriekämpfen. Besonders schwer lag das Feuer Ser Küste, von Blankaartsee bis zur Deule und im Räume von Ipern. Der Gegner feuerte häufig Nebelgeschosse. Am Morgen ichcitcrte ein feindlicher starker Teilangriff in der Gegend von Hollebeke. der teils in unserem Feuer, teils im Nahkampfe abge- wiesen wurde. Eine gegen 3 Uhr nachmittags im gleichen Abschnitt vorbrechende starke feindliche Patrouille wurde ebenfalls zurück- geworfen. Auf weite Entfernung gesichtete Tanks wurden unter wirksames Feuer genommen. Fm Räume von Verdun versuchten die Franzosen unter schonungslosem Einsatz frischer Divisionen ihre geringen Anfangs- erfolge des Vortages auszubauen und zu erweitern. An einer Reihe von Brennpunkten warfen sie ihre Sturmtruppen vom frühen Morgen bis in die späte Nacht hinein in ungezählten Angriffen gegen den Gürtel der deutschen Haupfftellung vor. Verschwindende örtliche Erfolge bezahlten sie abermals mit den schwersten Blut- opfern. Nach eingehenden Meldungen übertreffen die Verluste der Franzosen in den beiden Kampftagen an verschiedenen Stellen selbst jene, die sie in der Aisne-Schlacht erlitten. Am Vormittage vermochten die Franzosen auf der östlich vom Walde von Avo- c o u r t liegenden Höhe und dem Südteil des zerschossenen Dorfes Tamogneux erst Fuß zu fassen, nachdem eine Reihe ihrer Sturmwellen im deutschen Feuer liegen geblieben war. Auf beiden Seiten wurde mit größter Wildheit gerungen. Am Nachmittage schwoll das starke ununterbrochene feindliche Artilleriefeucr erneut zu wilden Feuer stürmen und Feuerorkanen an. Die Franzosen spannten all« Kräfte an, um die Höhe 304 aus dem deutschen Verteidigungsgürtel herauszubrechen. Von Südwesten, Süden und Osten warfen sie Welle um Welle gegen die Höhe vor. Welle um Welle wurde zusammengeschossen, die Höhe blieb fest in deutscher Hand. Mehrere Versuche feindlicher Sturmtruppen, gegen Farges vorzustotzen, scheiterten blutig im Artilleriefeuer. O e st l i ch der Maas wurden am Nachmittage alle wütenden französischen Angriffe gegen unsere Linien von unseren tapferen Verteidigern ab- geschlagen. Bei diesen Angriffen blieben ganze französische Sturmhaufen im Feuer liegen. Die französischen Verluste in diesem Ab- schnitte sind ganz außerordentlich. Auch nächtliche Angriffe der Franzosen wurden in erbitterten Nahkämpfen, teilweise schon im Feuer blutig zurückgewiesen. Französischer Heeresbericht vom 21. August nachchittags. Aw der Hochfläche von C e r n y griffen die Deutschen unsere Stellun- gen an drei verschiedenen Punkten an. Zweimal brach unser Feuer die Angriffswellen, die in ihre Ausgangslinien zurückfluten mutzte», nachdem sie stark gelitten hatten. Weitere Angriffe West- lich vom Denkmal von Hurtebise scheiterten in gleicher Weife. An der Front nördlich von Verdun war die Gegenwirkung der Deutschen während der Nacht auherordentlich stark. Ihre äußerst heftigen Gegenangriffe, besonders im Walde von Avo- c o u r t und nördlich vom CauriereS-Walde wurden durch Feuer gebrochen. Ter Feind erlitt schwere Verluste ohne irgend welches Ergebnis. Unsere Truppen hielten alle ihre Gewinne und richteten sich in den eroberten Stellungen ein. Die Zahl der un- verwundeten Gefangenen, welche wir im Laufe des 20. August machten, übersteigt SOOO, darunter 116 Offiziere. Ein feindliches Flugzeug bewarf letzte Nacht unsere rückwärtigen Stellungen»nd besonders das Sammellager der deutschen Gefangenen, von denen eine große Zahl getroffen wurde. Von der übrigen Front ist nichts zu melden. Vom 21. August abends. Ziemlich stark« Tätigkeit der beider- seitigen Artillerie in der Gegend von Vauxaillon und auf den Hochflächen von C e r n h und Craonne. In der Champagne hat unser Zerstörungsfeuer auf die deutschen Verteidigungsanlagen im Abschnitt von Sie. Hilaire die Sprengung von Gasbehältern bewirkt; unsere Erkundungstrupps haben etwas später feindliche Schützengräben von den Feinden geräumt und voll von Toten vor- gefunden. An der F r o n t v o n V e r d u n hat die Schlacht heute an ver- schiedenen Stellen fortgedauert und ist überall zu unseren Günsten verlaufen. Auf dem linken MaaSuser haben unsere Truppen die Gänsehöhcie französischen Wünsche nach deutschem Land unterstützt. Erst neuerdings hat ein Mitglied des englischen Kabinett? erklärt, es gäbe keinen Frieden, bevor nicht die deutschen Armeen auf das rechte Rheinufer geworfen sind. Ich bin jetzt in der Lage, noch weitere Abmachungen nachzuweisen, die unsere Feinde mit Bezug auf ihre Kriegsziele getroffen haben. Einiges hierüber ist der Kommission bereits bei früheren Gelegenheiten bekannt geworden. Ich will dabei chronologisch verfahren. Am 7. September 1914 beschloß die feindliche Koalition, nur einen gemeinschaftlichen Frieden zu schließen. Am 4. März ISIS dar Rußland für den Friedensschluß folgende Forderungen gestellt, denen England durch Note vom IL. März, Frankreich durch Note vom 12. April zugestimmt haben. An Rußland sollen folgende Gebiete fallen: Konstanti- n o p e l mit dem europäischen Ufer der M e e r e n g e n. der süd- liche Teil von T h r a c i e n bis zur Linie Enos— Midia, die Inseln des M a r m a r a- M e e r e s. die Inseln I m b r o s und T e n e d o s und auf der kleinasiatischen Seile die Halbinsel zwischen dem Schwarzem Meer, dem Bosporus und dem Golf von Jsmid bis zum Sokariafluß im Osten. Nach Feststellung dieser Grundlage wurde im Jahre 1915/16 weiter verhandelt: Im Laufe dieser Verhandlungen ließ sich Rußland die armenischen Wilajets Trapezunt und Kurdistan zusage». Frankreich nahm für sich Syrien mit Adana und Mersina und das nördlich gelegene Hinterland bis nach Siwos und Karput in Anspruch. Englands Anteil sollte Mesopotamien sein. Für den Rest der kleinasiatischen Türkei wurde die Aufteilung in ein englisches und französisches Interessengebiet beschlossen, für Palästina eine Art Jnteniationalisierung. Das übrige von Türken und Arabern bewohnte Gebiet mit Einschluß des'eigent- Ilchen Arabien und der heiligen Stätten des Islam sollte ein besonderer Staatenbund unter englischer Oberhoheit werden. Als dann Italien in den Krieg eintrat und seinen Teil an der Beute verlangle, kam es zu neuen Verhandlungen, die keineswegs auf Verzichte hinausliefen. Ich denke, daß wir mich hierüber noch näheres erfahren werden und der Oeffenilichkeit alsdann mitteilen können. Bei so weitgehenden KriegZzielen der Feinde ist es verständlich, daß sich Herr Balfour kürzlich geäußert hat, er halte eine ausführ- lich? Erklärung über die Äriegspolitik der Regierung nicht für am Platze. Dys also ist der. Boden, wie. er fiD uns gegemvärtiA/ikore- stellt,.wenn wir die'Möglichkelt eiuesHriedensschlustrs ins Auge fassen. Es ist begreiflich, wenn in der deutschen Presse angesichts der Haltung unserer Feinde der Standpunkt vertreten wird, daß es für uns nicht möglich ist, mit einem neuen Friedensangebot hervorzutreten. ES entspricht der Lage, wenn z. B. der„Vorwärts" am 19. August schreibt: In keinem Augenblick des Krieges sei so klar gewesen, daß eine Verlängerung nicht zu vermeiden sei und daß die Schuld dieser Verlängerung allein und ausschließlich unsere Gegner treffe. Die Antwort auf die ausgestreckte Friedenshand sei die schmetternde Boxerfaust gewesen. In diesem Augenblick gebe es nur eine Möglichkeil: Uns unserer Haut zu wehren. Ich glaube, daß diese Aeußerungen der allgemeinen Stimmung unseres Volkes ent- sprechen. In die Situation, wie ich sie Ihnen hier geschildert habe, ist nun die Friedenskundgebung des Papstes gekommen. Den Inhalt darf ich als bekannt voraussetzen. Der Grundgedanke dieser Kundgebung entspricht der Stellung, die der Papst nach seiner ganzen Persönlichkeit einnimmt, und dem Auftrag, den er als Oberbaupt der katholischen Christenheit hat. Der Papst stellt bei seinem Gedankengang in den Vordergrund, daß an die Stelle der Madbt und der Waffen das formale Recht und das sittliche Gesetz treten müsse. Auf dieser Grundlage ent- wickelt er seine Vorschläge über Schiedsgericht und Abrüstung und kommt zu den weiteren Folgerungen, die er für die Zeit nach dem Eintritt des Friedens zieht. Was nun den materiellen Inhalt der Kundgebung an- geht, so kann ich endgültig und im einzelnen leine Stellung nehmen, bevor nicht eine Verständigung init unseren Bundes« genossen stattgefunden hat. Ich kann mich nur ganz allgemein äußern und möchte dies nach zwei Richtungen hin tun. Einmal muß ich der Auffassung entgegentreten, daß die Entschließung des Papstes durch die Zentralmächte beeinflußt worden sei. Ich konstatiere, daß die Kundgebung des Papstes an die krieg- führenden Mächte, wie sie aus der Presse bekannt ist, der s p o n- tauen Entschließung des Oberhauptes der katholischen Kirche entsprungen ist. Sodann: wenn ich mir auch eine Stellungnahme im einzelnen vorbehalten muß, so kann ich doch schon jetzt sagen, daß es unserer mehrfach kundgetanen Haltung und unserer Politik seit dem 12. Dezember entspricht, daß wir jedem ehrlichen Versuch, in das Völkerelend deS Krieges de» Gedanken dcS Friedens dlncinzutragcn, sympathisch gegenüberstehen, und daß wir den Schritt des Papstes, der, wie ich meine, von ernstem Bestreben nach Ge- rechtigkeit und Unparteilichkeit getragen ist, besonders begrüßen. Ich fasse mich dahin zusammen: 1. Die Note ist nicht von uns veranlaßt, sondern aus der spontanen Initiative des Papstes hervorgegangen. 2. Wir begrüßen die Bemühung des Papstes, durch einen dauernden Frieden dem Völkerkrieg ein Ende zu machen, mit Sympathie. 6. Wegen der Beantwortung stehen wir in Verbindung mit un- seren Bundesgenossen, doch find die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Weiler kann ich jetzt auf die materiellen Punkte der päpstlichen Kundgebung nicht eingehen. Ich bin aber bereit, mit dem Ausschuß in einer noch näher zu vereinbarenden Sondcrform wegen der weiteren Verhandlungen bis zur Erteilung der Antwort Fühlung zu nehmen. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß diese gemeinsame Arbeit uns dem Ziele näher bringen möge, das wir olle im Herzen tragen: einen ehrenvollen Frieden fürs Vaterland. »» « Au» diesem Bericht geht hervor, daß sich der Reich»- kanzler eine Aeußerung des„Vorwärts" als„der allgemeinen Stimmung unseres Volkes entsprechend" zu eigen gemacht hat. !Wir können dem Herrn Reichskanzler versichern, daß auch I noch sehr viel andere Aeußerungen des„Vorwärts" der I allgemeinen Stimmung des Volkes entsprechen, so die über ' die Notwendigkeit einer konsequenten Friedenspolitik, einer durchgreifenden Demokratisierung des öffent- lichen Lebens, einer energischen Bekämpfung des K r i e g s w u ch e r s in jeder Gestalt u. a. Der Herr Reichs- kanzler wird also noch oft Gelegenheit finden, den„Vorwärts" erfolgreich zu zitieren, am erfolgreichsten dann, wenn er die Zensur aufheben wird, lieber die Notwendigkeit dieser Maßnahnie findet der Herr Reichskanzler in unserem Blatt ausgezeichnete Zitate, die ihm nachzuweisen wir im Falle des Bedarfs jederzeit gern bereit sind. Parteinachrichten. Um die Einheit der Arbeiterbewegung. In der„Fränkischen Tagespost" setzt sich Genosse Adolf Braun mit den Genossen auseinander, die, gestützt auf die Partei- geschichte, eine Einigung in diesem Augenblick für verfrüht halten. Braun rühmt Bebel, Liebknecht, Auer und Singer nach, daß sie kraftvoll und unverdrossen für die Einheit der Partei wirkten, und bedauert, daß diese Tradition, wie er glaubt, aufgegeben wurde. Im übrigen macht Braun eine vortreffliche Bemerkung: „Höchste Bewunderung muß man der disziplinierten. Zurück- Haltung widmen, mit der uns die Gegner der Arbeiter- bewegung den Parteistreit austragen lassen. Es ist merkwürdig, daß noch niemand die Ruhe unserer Feinde während des Partei- streites als bedenklich empfunden hat. Wir stehen dieser Ruhe wie einer geheimen Verschwörung gegenüber. Es scheint im ganzen Bürgertum die Parole ausgegeben, unter keinen Umständen die Sozialdemokraten zur Besinnung kommen zu lassen, ihren Zer- setzungsprozeß nicht zu stören durch Andeuten der Vorteile, die den besitzenden Klassen aus dein Streite erwachsen sollen. Fast voll- kommen ungeschmälert ist die Freiheit der A r- beiterschastheutenuraufdemGebietedergegen- fettigen Bekämpfung. Aber die Sozialdemokraten rechts und links sind blind für diese Erscheinung, sie haben kein Verstand- nis für das tiefe Schweigen und für die verhaltene Freude unserer Gegner, daß wir möglichst lebhaft vor der ganzen Welt unsere nicht immer reinliche Wäsche waschen. DerJn st inktdes Klassen- g e f ü h l s, der uns früher die Stimmungen der Gegner erkennen und als Warnung gegen unsere eigenen Fehler wirken ließ, scheint heute in der Parici vertrocknet zu sein. Der Krieg hat gar vieles auch bei uns zerstört!...." Die Elberfelder„Freie Presse" schreibt anknüpfend an den Be schluß des Solinger Parteivereins auf Wiedervereinigung:„Wir möchten nur kurz bemerken, daß wir zu der Frage eines Verständi- gungsfriedens mit den Unabhängigen bei aller Würdigung der Motive unserer Solinger Parteifreunde ihren Standpunkt nicht teilen. Wir sind vielmehr der Meinung, daß die rein sachlichen Gegensätze derart groß sind, um eine Einigung in absehbarer Zeit auszuschließen. Die Absage der„Bergischen Arbeiterstimme" ist zwar reichlich hochfahrend, aber in der Sache selbst stimmen wir dieses Mal den Unabhängigen zu: Es handelt sich mehr als um eine Verirrung der Führer; Scheidemann und Haase, Ebert und Ledebou� Per«stei�,Mty-en M�HAtMeh�gerührt und »ersöhnt um den Hals fallen� Dte WeänuTigsASMnqÄie. muffen aus- gekämpft werden. Aber. laßt. uns. erst. Frieden haß«»!" Dann, wenn alle Fesseln der Zensur und des Kriegszustandes gefallen sind, wer- den wir über die Köpfe der jetzigen unabhängigen Führer hinweg die Massen, die jetzt uns noch nicht zustimmen, wieder auf unsere Seite bringen." Die Uuabhängigcu und die Streikagitation. Anonyme Handzettel, die vor einigen Tagen an zahlreichen Orten der wickligsten KriegSindustriestätlen verbreitet worden sind, forderten zu einem allgemeinen Streik auf, der am 15. August ein- setzen sollte. Das hat die„Berliner Politischen Nachrichten" dazu verleitet, einen„inneren Zusammenhang" zwischen dieser Propa- ganda und den am 15. August begonnenen schweren Anstürmen der Gegner an der Westfront zu konstruieren. Eine„zuständige Stelle" will diesen angeblichen„inneren Zusammenhang" aus Auslagen von Gefangenen entdeckt haben. Die Streikpropaganda soll von der Entente angestiftet fein, und die Unabhängige Sozialdemokratie wird unverblümt als Werkzeug und ausführendes Organ der Enteiste bezeichnet. Wir haben weder Neigung noch Beruf, die U. S. P. zu verteidigen; aber dieser gegen sie erhobene Vorwurf scheint uns denn doch eine unsinnige Stimmungsmache zu Nutz und Frommen be- stimmter scharfmacherischer Bestrebungen zu sein, die von jeher gerade in den„B. P. N." gepflegt wurden. Die Presse der U. S. P. wehrt sich denn auck, aufs heftigste gegen den erhobenen Vorwurf, den die„Leipziger Volkszeitung" eine„schamlose Verdächti- g u n g" nennt. Der„Gotbaer Generalanzeiger" spricht yon einer „Infamie", ebenso die Erfurter«Tribüne", die die Streikpropa- ganda mit der Verkürzung der Fleischration in Verbindung zu bringen sucht. Dagegen lonstatiert das Hallesche„Volksblalt": „Erstens hat die Unabhängige Sozialdemokratie die Streiks in der Rüstungsindustrie nicht veranlaßt..." Wir nehmen in zweifacher Beziehung sehr gern dadon Notiz, daß die Presse der Unabhängigen die Propaganda für einen all- gemeinen Streik der Rüstungsarbeiter weit von sich weist und jeden gegen sie gerichteten derartigen Vorwurf als„schamlose Verdächti- gung" und„Infamie" ablehnt. Das ist nützlich gegenüber dem Ausland und wertvoll für spätere Auseinandersetzungen vor dem Forum der Arbeiter über die sozialdemokratische Taktik während des Krieges und über die zur raschen Kriegsbeendigung anzuwendenden Mittel. Für Freiheit und Frieden. Für den Frieden der Verständigung, für die Demokratisierung Deulichlands und für eme bessere Ernährungspolitik sprach am 26. August in Sonneberg in Thüringen vor mehr als 1299 Männern und Frauen der Reichslagsabgeordnete Genosse Giebel- Berlin in wirkungsvoller Weise. Auch die örtlichen Behörden, so der Ver- treter des Landrats und der Oberbürgermeister der Stadt waren anwesend. Die übergroße Mehrheit der Versammlung bestand je- doch aus Parteigenossen, die selbst stundenlange Wege nicht gescheut hatlcu, um au dieser Kundgebung teilzunehmen. Der mehrfach erfolgte große Beifall bewies, daß die Sonneberger Genossen mit der Haltung der Fraktion und der Partei einverstanden sind. Täuschungsmanöver. Um ihren Mitgliederbestand möglichst groß erscheinen zu lassen, versuchen die Berliner Unabhängigen die Zahl der Mitglieder der Sozialdemvkratischen Partei Deutschlands absichtlich zu verkleinern. Durch irgendwelche Umstände-ist ihnen eine Aufstellung in die Hände gefallen, die Aufschluß gibt über die Mitglieder der einzelnen Groß-Berliner Kreisorganisationen. Diese Zusammenstellung scheint der Presse der Unabhängigen ein so fetter Happen, daß fie in ihrem Eifer diese nicht einmal richtig addieren. Hätten fie sich dieser Mühe unterzogen, hätten sie seststellen müssen, daß die Gesamtziffer von ihnen um 699 zu niedrig angegeben ist. Daß diese Zusammen- stellung aus den gleichen Beweggründen von der Presse der All- deutschen wiedergegeben wurde, bestätigt die Seelenharmonie beider Richtungen. Warum tollten sie bei dieser Gelegenheit ihrer zweiten Natur untreu werden? Es ist durchaus irreführend, wenn das „Mitteilungsblatt" den Anschein zu erwecken sucht, als ob die qu Mitgliedern stärkste Organisation von Groß-Berlin, der Sozialdemo- Iratische Verein von Teltow-Beeskow, einen Teil der Eingezogenen in diese Ziffern niileiugerechnet hat. Tatsache ist, daß der Mit- gliederstaiid fesigcsielll ivurde nach demselben Maßstabe, wie er seit Jahren in Anwendung gelangte, nämlich nach der Zahl der ver- kauften Beitragsniarken. Das ergibt den in der Zusammenstellung bekanntgegebenen, nacb unten abgerundeten Mitgliederbestand. Derselbe Maßstab ist aber auch bei den anderen Organisationen an- gewendet worden.__ Groß-berlln M üer Hahnsperre. Die Züge kommen und gehen. Polternd und fauchend laufen sie in die Bahnhofshalle ein. pustend und stampfend verlassen sie dieselbe. Türen klappern. Räder kreischen, Menschenströme schieben sich stampfend auf dem Bahnsteig hin und her. Ein halbes Stund- chen an der Bahnsperre gibt schon in Friedenszeiten manch inter- e siantes Bild. Jetzt im Kriege ist dieses Bild vielleicht noch lebhafter, noch vertiefter geworden. Mit Körben und Kästen, mit Koffern und Schachteln quillt es durch die Fahrkartensperre. Die meisten schleppen schwer an der Last, die sie in den Händen tragen. Auch die Feldgrauen, die in reicher Zahl den Menschenstrom durchsetzen, haben es sichtlich nicht leicht. Prall gefüllte Rucksäcke wuchten auf ihren Rücken. mitunter noch seitlich überschnürt von ungezählten Paketen, die ihnen von Kameraden für Angehörige in der Heimat mitgegeben worden find. Schwer schreiten die Füße und manchem keucht der Atem. Aber die Augen blicken frei und froh, als erwarteten sie irgend etwas Liebes. Und richtig: da stehen sie auch schon hinter der Fahrkarten- sperre— die Erwarteten I Eine Frau winkt, Kinder fliegen dem auf Urlaub heimkehrenden Vater um den Hals, ein Mütterchen faßt zitternd nach der harten Hand des Sohnes, ehe dieser noch ganz durch das sich stauende Menschengewühl an der Bahnsperre sich bin- durch gewunden. Wie im Triumph nehmen die Angehörigen ihren Krieger in die Mitte und führen ihn von bannen. Unmöglich kann er die ungezählten, an ihn gerichteten Fragen beantworten. Er lächelt nur, und seine Hand streichelt über den Arm seiner Lebens« gefährtin oder über den blonden Scheitel seiner Kinder. Sonnenlicht überflutet Bahnsteig und Bahnhofshalle. Die Rauchwollen der stöhnenden Lokomotive verquirlen in ihm zu blauen Schwaden. Das stumpfe Ziegelrot des Bahnhossbaucs scheint zu glühen. Alle GlaSleile flirren und flimmern und geben das aus- gefangene Licht in tausend Spiegelungen zurück. Nur die Eisentelle stehen kalt und starr und ernst, als ginge sie Sonnenglühen und Heimkehrseligkeit nichts an. Der wogende Lärm hallender Geräusche verflattert zu einem gedämpften Lärmen frohverhaltener Freude. So zieht eine Gruppe nach der andern vor mir vorüber: jeder , pufeesr.Iich. ein.anderes LZild.�, iynxrlich aber' doch immer das gleiche,.,.,. � ■■msa»IL«ri.®«sttfeflis•-, t-ri.~S. Zur Beachtung für Obsthändler. Die Höchstpreise für Obst, besonders für Aepfel und Birnen, sind abgestuft und nach der Güte der Sorten und Fehlerlosigkeit der Waren gruppiert. Zur Gruppe I z. B. gehört großes, sehler- freies, sortiertes Edelobst, während weniger gutes, fehlerhaftes, un- ausgelesenes und Fallobst andere Gruppen bilden. Nach Klagen aus dem Publikum verlangen aber Obsthändler für Waren aus einer schlechteren Gruppe Preise für Waren aus der Gruppe I. Das Kriegswucheramt wird, wo solcke Klagen sich als berechtigt erweisen, gegen die Händler vorgehen. Für die Berliner Händler kommen die Bestimmungen der Preisprüfungsstelle Berlin vom 6. August in Betracht. Sie haben ihrerseits die Pflicht, beim Ein« kauf vom Großhändler oder Erzeuger die Ware auf ihre Zugehörigkeit zu einer der Preisgruppen zu prüfen.— Wegen Ueberschreitung der Höchstpreise hat das Kriegswuckeramt folgende Obst- und Gemüse- Handlungen geswlossen: Frau Marie Seeg er, Brunnenstr. 138; Frau Minna Wüstenberg, Charlottenburg, Haeselerstr. 11o fauch wegen Warenzurückhaltungs; Frau Auguste Naggert. Huttenstr. 62; Frau Emma R a e h s e, Stralauer Allee 86(wegen Warenzurückhaltung); Wilhelm Schulze, Uhlandstr. 169; Frau Klara W e g e n e r, Granseer Straße 4.— Die Straßenhändlerin Frau Karoline Köhler. Greifswalder Straße 218, erhielt wegen Ueberschreitung der Höchstpreise für Gemüse vor Gericht eine Geld- strafe von 399 M. und das Kriegswucheramt untersagte ihr den weiteren Handel._ Nichterfüllung der Lieferungsverträge über Gemüse und Obst strafbar. Das Kriegsernährnngsamt teilt mit: Die Sicher- stellung der Ernährung der Bevölkerung in den Großstädten und Jndustriebezirken im kommenden Winler beruht zum erheblichen Teil auf den von den Kommunalverbänden und Großverbrauchern mit Genehmigung der Reichsstelle für Gemüse und Obst ab- geschlosienen Lieferungsverträgen. Die Erfüllung dieser Verträge muß unbedingt sichergestellt werden. Da bei der großen Nachfrage nach Ware die Gefahr besteht, daß unlautere Elemente die Anbauer durch Versprechungen besonderer Borteile zum Vertragsbruch ver- leiten, ist, ähnlich wie dies bereits nach Z 329 des Sirafgefetzbuchs für Nichterfüllung von Heereslieferungen gilt, vom Stellvertreter des Reichskanzlers eine Verordnung erlassen worden, durch welche die vorsätzliche oder fahrlässige Nichterfüllung der bezeichneten Lieferungsverlräge über Gemüse und Obst unter Strafe ge« stellt wird._ Ter Mangel an Krankentransportmitteln. Ueber den Krankentransport hat das Kuratorium für da? städtische Rettungswesen Richtlinien für die Berliner Aerzte auf- gestellt, durch welche eine zweckmäßige Verwendung der vorhandenen beschränkten Krankentransportmiltel gewährleistet werden soll. Es wird darin vor allen Dinge» auf die für den Krankentransport heranzuziehenden fahrbaren Krankentragen hingewiesen, welche in den städtischen Krankenhäusern aufgestellt sind und in einem gewissen Umkreise der Krankenhäuser von dort durch Ver« mittlung des Bettcniiachweises des Magistrats oder in dringenden Fällen unmittelbar angefordert werden können. Der Transport in diesen Tragen stellt sich wesentlich billiger als der mittels Kranken- Wagens. Im übrigen wird der Aerzteichaft empfohlen, darauf hin- zuwirken, daß diejenigen Kranken, bei denen nach der Art der Er- krankung ein Transport mit Krankenwagen nicht unbedingt not- wendig oder gesetzlich vorgeschrieben ist, tunlichst mit einem der gewöhnlichen Verkehrsmittel das Krankenhaus zu erreichen suchen sollen. Bei dem Mangel an Gespannen und Krankenwagen ist das notwendig, damit der Hauptzweck des Krankenbeförderungswesens. Beförderung Schwerkranker und an ansteckenden Krankheiten Leiden- der, sicher gestellt ist. Bei den Erörterungen der Einschränkung des Gasver brauche» wird mancher unserer Leser sich gefragt haben. wie man das Ablesen des Gasmeiiers selb st vornehmen l a nn. Die nebenstehende Zeichnung stellt das Zeigerwerk der ge« bräuchlichen Gas- mester dar. Es hat vier Zifferblätter. von denen da« ain weitesten nach rechts stehende die ver- brauchten Kubikmeter von 1—10, also die Einer, das zunächst nach links folgende die Zehner, das da- rauffolgende die Hunderte und das ganz link« befind- iiche die Tausende anzeigt. Die Teil« räume zwischen den Zahlen der Einer- zifferblatter sind durch seine Teilstriche noch in 10 Teile ge« »eilt, deren jeder '/in Kubikmeter— 1W Liter entspricht. was zeigt Sie„Gasuhr"! Oberhalb dieser Zifferblätter ist bei sogenannten nassen Messern eine hinter einem feststehenden Zeiger sich drehende Trommel angeordnet, aus der die unter einem Zehntel Kubikmeter verbrauchten Literzahlen abgelesen werden können. Bei trocke- nen Messern werden die Literzahlen aus einem besonderen oben befindlichen ZifferSlatte� abge lesen. Der Stand der Messeruhr in unserer Zeichnung würde also sein: 0073, Slö, das sind 73 Kubikmeter und 515 Liter. Findel man bei der nächsten Ablesung z. B. die Zahl 0185.925. so ergibt der Unter schied der beiden ab gelesenen Zahlen nämlich 112,410 Ku bikmeier, die in der Zwischenzeit ver- brauchte GaSmenge. Um die Gasverordnung. Heber die vom Reichskommissar für Elektrizität und Gas ver- anstaltett Konferenz zur Abänderung der Gasverordnung geht uns folgende Mitteilung zu: „Bei der heutigen Beratung bei dem Reichskommissar für Elektrizität und Gas, Herrn Prosessor Küdler, wurde zunächst auf Grund der von dem Reichskommissar für die Kohlenverteilung, Herrn Geheimen Bergrat Stutz, persönlich abgegebenen Erklärun- gen die Notwendigkeit festgestellt, den Gasabsatz in Uebereinstim- mung mit der verfügbaren Kohlenmenge zu bringen. Die sodann von den Vertretern der Grotz-Berliner Gemeinden geltend gemach ten Einwände richteten sich gegen die Form, in der dies durch die von den Vertrauensleuten erlafseneit Ortsvorschriften geschehen ist, Räch mehrstündiger Erörterung der einzelnen Punkte wurde beschlossen, einen Sonderausschuß zu bilden, der sich in gleicher Weise zusammensetzt, wie der Ausschutz für die Berliner Kohlen- Verteilung. Der Sonderausschutz tritt schon am 23. August zu einer Sitzung zusammen, um auf Grund der Richtlinien, die bereits im großen und ganzen durchgesprochen wurden, all« Einzelheiten so zu finden, dah die mit der unvermeidlichen Beschränkung der Gas- abgäbe verbundenen Unbequemlichkeiten auf ein Mindestmatz her- abgesetzt werden. Die feste Absicht aller Beteiligten einschließlich des Reichskommissars für Elektrizität und Gas geht auf möglichst beschleunigten Abschluß dieser Arbeiten." Wie wir noch von anderer Seite erfahren, handelt es sich im besonderen darum, die Einschränkung des Gasverbrauchs dadurch herbetzuführen, dah von dem bisherigen Verbrauch ein pro- zcniualer Abschlag festgestellt wird, den die Grotz-Berliner Gemein- den auf 10 v. H. des bisherigen Verbrauchs normiert sehen möchten, so daß demnach£V Prozent freibleiben würden. Ferner ist der Gedanke zur Anerkennung gelangt, für die minderbemittelte Bevölkerung ein sogenanntes Existenz- Minimum festzusetzen, womit auch die übel aufaenommene B e- schränkunq der Münggasmesser in Wegfall kam- men würde. Endlich darf man nun auch hoffen, daß die Berechnun- gen, des Verbrauchs nicht monatlich, sondern vierteljährlich erfolgen. Die Kolonialwareuhäudler zur Lebcnsmittelzuteilung. Der Verein Berliner Kolonialware«Händler hat durch seinen Vorsitzenden an den Berliner Oberbürgermeister eine umfangreiche Eingabe gerichtet, in der um Abstellung einer Reibe von Mißständen auf demGebiete der Lebensmittelversorgung ersucht wird. So bat, obgleich die für die Ab- gäbe von Marmelade ersorderlichen Besiellabschnitte bereits am 2 5. Juli abgeliefert wurden, ein großer Teil der Kolonialwaren- und Lebensmittelhändler auch heute noch nicht die ibnen zustehenden Marmeladenmengen erhalten. Der- artige zu früh erlassene Bekanntmachungen müssen Unzufriedenheit erregen. Ferner wird über den gänzlich unzureichenden Nutzen der Einzelhändler bei Abgabe von einzelnen Konserven Klage geführt. Auch die für Berlin erlassene Mehl- Verordnung gibt zu vollauf b e r e ch t i g t e n K l a g e n wegen deren Uinständlichkeit Veranlassung. Die Verordnung zwingt zu einer großen, unnützen Zeitvergeudung der davon betroffene it Kreise lSinzelbändler und Konsumenten), und zu ganz überflüssiger Papier Verschwendung. Sollten die jetzt getroffenen Maßnahmen, die zur Mehlverteilung sühren, dennoch beibehalten werden müssen, so möge wenigsten« für schnellste Be- lieserung der Einzelhändler mit Mehl Sorge getragen werden. Schlietzlich protestiert der Verein auch gegen die neue Ver- ordnung über den Gasverbrauch. Der Lebensmittel- Handel beanspruche nickt etwa Sondervergünstigungen irgendwelcher Art, doch dürfte er nicht schlechter gestellt weiden, als die Vertreter anderer GeschäftSgruppen. Der Lebensinittelhandel sei durch be- hördliche Verfügung gezwungen, im Gegenlatz zu vielen anderen Gelchäftszweigen auch in den spülen Abendstunden seine Verkaufs- st-llen offen zu halten. Hieraus ergibt sich unzweifellhaft, daß bei ihm auch mehr Gasverbrauch vorliegen dürfte, als bei anderen Geschäften._ Verbot der Konservierung von Mairübe». Die Konservieruug von Mairüben in luftdicht verschlossenen Be- bältnissen ist durch eine Bekanntmachung der Reichsstelle für Ge- mgse und Obst verboten worden, um eine unwirtschaftliche Beein- lrächtigung des Frischmarktes zu verhindern. Ein Vorschlag zur Tabakstreckung! Ein paar große Zigarrenfabrikanten sollen die Anregung ge- geben haben, das Rauchen aus der Straße zu ver- bieten. Wohlgemerkt; Zißarrenfabrikanten! Der Mangel an Tabak ist es, der sie auf dielen für sie sonst wirklich nicht„nahe- liegenden" Einfall gebracht hat. Die Vorräte werden immer knapper, die Fabrikation muß weiter eingeichränkt werden— da sucht man nach Mitteln zur Tabalstreckung. Warum aber haben die bedrängten Zigarrenfabrikanten zuerst an die Straße gedacht, als sie auf das Rauchverbot vetsiclen? Warum schlagen sie nicht zunächst mal vor, das Rauchen in den jetzt ständig überfüllten Wagen der Eisenbahn und der Hoch- und Uittergrundbohn oder auf den Plallsorineu der Stratzeubahnwageu zu verbielen? An maßgebender amtlicher Stelle veslebt übrigens leine Neigung, die Anregung der Zigarren» sabrikanien zu befolgen. Die Raucher haben also nichts zu fürchten— nichts außer der fortschreitenden Aufbrauchung des Tabaks, die ein- schneidender als alle Rauchverbote wirkt. »- 20 000 M. unterschlagen. Der 16jährige Postaushelfer Paul Reich eignete sich kürzlich beim Ausfahren von Wertbriefen und Pa- keien einen Brief an, der 20 000 M. in Hundertmarkscheinen enl- hielt. Der Verlust des Briefes konnte zunächst nicht aufgeklärt wer- den, da nicht feststand, wo der Brief verlorengegangen war. Nachdem ermittelt wurde, daß der Brief in Berlin verschwunden war, wurde die Kriminalpolizet bald auf R. aufmerksam, der groß« GcldauS- gaben in Freundeskreisen machte. Auch der Großvater des R., der bald hinter die Unterschlagung seines Enkel» kam, eignete sich von dem noch vorhandenen Gelde eine größere Summe an, die er mit zwei verheirateten Töchtern teilte. Bei der Verhaftung der ganzen Familie wurden noch etwa 14 000 M. n Gold und Juwelen vor gefunden. Ten Tod im Waffer suchte und fand eine unbekannte grau von etwa 25— 30 Jahren, die Dienstagnachmittag von der Adalbert- brücke in den Luisenstädlischeii Kanal sprang. Ein Soldat sprang der Lebensmüden sofort nach, holte sie auch aus dem Wasser heraus und brachte sie nach dem Krankenhaus Bethanien. Dort konnten die Aerzte aber nur noch den Tod feststellen. Neukölln, Städtische Bank. Die Errichtung einer städtischen Bank schon in der nächslen Zeit kann als gesichert gellen, nachdem der Neuköllner Bankverein in seiner zweiten außerordentlichen Generalversammlung— die erste war beschlußunfähig— dem Anschluß an die Bank zugestimmt hat und in Liquidation getreten ist. Sladlgemeinde und Bankverein bilden eine G. in. b. H. mit einem Aktienkapital von 1 Million Mark, wovon die Stadt 960 000 M. und der Berein 40 000 übernimmt. Mit der Errichtung der Bank kommt ein alteS Projekt zur AuZ fübrung, das bisher immer an dem Widerspruch gewisser Grund> besitzerkreise scheiterte. Für eine wirtschaftliche Angliederung von Britz an Neukölln hat sich auf Grund eingehender Verhandlungen zwischen den beiden Gemeindeverwaltungen und eines Beschlusses der Britzer Gemeinde- Vertretung nunmehr auch die zuständige Kommission von Neukölln ausgesprochen. Die Angliederung umsaßt die Versorgung von Britz mit Gas und Eleltrizilär aus den städtischen Werten von Neu- lölln, sowie den Anschluß von Britz an die Neuköllner Kanaltsations- anlagen. Zu letzterem Zwecke wird der zwischen Britz und Schöne- berg bestehende Eniwässerungsvertrag gekündigt werden. Gleich- zeitig übernimmt Neukölln das Nutzer GemeindegaSwerk nebst den zugehörigen Anlagen im Wege einer langjährigen Pachtung. Wilmersdorf. Lebensmittel. In dieser Woche dürfen außer den auf die zehn Abschnitte der Karloffeikarte zu enlnehmenden S Pfund Kartoffeln auf Buchstabe C der„Bezugskarte für Einzelpersonen" Noch je 2 Pfund Kartoffeln entnommen werden. Die Anmeldefrist für den Karloffelbezug wird mit Rücksicht aus die von der Reise zurückkebrenden Personen bis zum 28. August ein- schließlich verlängert. Es kann also bi§ zu diesem Tage der Ab- schnitt Y der städtischen.Bezugskarte für Einzelpersonen"(rosa) zwecks Eintragung in die Kundenliste verwendet werden. Lichtenberg. Lebensmittel. In der laufenden Woche können auf Abschnitt 17 der Lebensmittelkarte noch 2 Pfund Kartoffeln enr nommen werden. Spandau. Lebensmittel. Der Magistrat teilt mit: Die Stadt gemeinde hat zunächst einen kleinen Posten srischgeschlachieie Jung bübner und Suppenhühner gelauft, ivelche fleischkarienfrei an die hiesige Bevölkerung abgegeben werden sollen, und zwar zum Preise von 5 M. für ein Junghuhn im Gewicht von etwa 1 Pfund und 10 M. für ein' Suppenhuhn iin Gewicht von etwa 2 Pfund. Die Hühner befinden sich in gefrorenem Zustand, weshalb es nicht zweckmäßig erscheint, dieselben längere Zeit in den Verkaufsräumen aufzubewahren. Um dem Publikum diese Ware in durchaus ein- wandfreiem Zustande abgeben zu können, ist die Einrichtung ge- troffen worden, daß zunächst Bestellungen unter gleichzeitiger Zah« lung deS Kaufpreises in der Verkaufsstelle 2 des Rathauses entgegen« genommen werden, worauf die Käufer auf Grund der ihnen er- teilten Bescheinigung die Ware am Freitag auf dem Schlachthof direkt vom Kühlhause in Empfang nehmen können. Für tadellose Ware wird Garantie geleistet. Falls die Ware Anklang findet, werden w'eitere Einkäufe erfolgen und der Verkauf auch in den kommenden Wochen forlgesetzt werden. Kreis Teltow. Teilweise Hundesperre. Aus Anlaß der beiden Tollwutfälle in Kleinbeeren und Grünau— dorr ist an je einem Hunde die Tollwut festgestellt worden— hat der Landrat für die Gemeinde- und Gutsbezirke Kleinbeeren, Großbeeren, RuhlSdorf, Osdorf mit Heinersdorf, Friederikenhof und Birkholz, Lichtenrade, Mahlow, Diedersdorf. Blankenseide und Genshaben, sowie für Grünau, Altglienicke und Bohnsdorf die Hundesperre bis einschließ- lich 13. November angeordnet. Sämtliche Hunde in den ge- nannten Ortschaften sind in dieser Zeil sestzulegen oder mit einem sicheren Maulkorb versehen an der Leine zu führen. — Mit der Ausgabe der Kohlenkarten durch die Orisbehörden des Kreises Teltow toird in den nächsten Tagen begonnen werden. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens der Kohlenkarten und die Be- zeichnung derjenigen Abschnitte, die zuerst zur Belieferung frei- gegeben werden, wird noch besonders bekanntgemacht. Niederschönhauscn. Lebensmittel. Auf die unfchraffierten Ab« schnitte der Kartoffelkarte können in dieser Woche noch 2 Pfund Kartoffeln entnommen werden, so daß also 7 Pfund im ganzen ab- gegeben werden.— Für Kranke kann in dieser Woche aus Eier- kartenabschnitt ein Ei beim Eierhändler Berkowicz, Zielhenstr. 36, entnommen werden._ Friedrichsfelde. Kohlenadgabe. Vielfachen Klagen zufolge hat der Gemeindevorstand die nachstehenden Kohlenhändler angewiesen, weitere Bestellungen auf Kohlenlieferung gegen Kaffee-Ersatzkarte, Abschnitt 5, entgegenzunehmen: Schmolle, Krausestr. 6; Streck, Junker-Jörg-Slr. 21: Heidemann. Dewetalleel: Filz, Prinz-Heinrich- Straße 10; Gütermann, Prinz-Adalbert-Str. 26; Rochlttz, Schenkestraße 9._ Oberschöneweide. Lebensmittel. Von heute bis Sonntag, den 26. August, sind zu verkaufen: 2 Pfund Kartoffeln auf die vier Ab- schnitte 69ck und e. Als einmalige Zulage wegen der vorher mangel- hasten Belieferung weitere 3 Pfund auf den Abschnitt 19 der All- gemeinen Lebensmittelkartr. Alle Kartoffeln sind von dem Händler zu beziehen, in dessen Kundenliste die Eintragung stattgefunden hat. NowaweZ. Spaksimg der sozialdemokratischen Gemeindefraktio«. Der Spaltung in der sosialdemokratiichen Organ sation in N o- w a w e s ist nunmehr, nach Jahresfrist, auch die Trennung in der Fraktion der sozialdemokratischen Gemeindeverordneten gefolgt, und zwar nicht etwa als Folge eines ernstlichen Zwistes oder unüber- windbarer Gegensätze in der Auffassung über die Aufgaben der sozialistischen Gemeindepolitik, sondern wahrscheinlich aus rein „vrinzipiellen" Rücksichten, Die beiden Anhänger der Unabbängiaen, Neumann und Hiemke, erklärten am Schluß einer Fraktionssitzung. daß ihnen ein ferneres Zusammenarbeiten mit den bei der Sozial- demokratischen Partei verbliebenen drei Fraklionskollegen Osmer. Zöllner und Hähnchen nicht mebr möglich iei. Dieser vom Gesichts- Punkt der Arbeiterinteresien natürlich bedauernswerte Bruch erhält noch dadurch einen komischen Beigeschmack, daß die beiden„prin- zivienfeslen" Männer kurze Zeit danach mit den Vertretern der bürgerlichen zweiten Abteilung eine gemeinsame Sitzung abgehalten haben. Mahlsdorf b. Berlin. Mangelnde LebenSmittelsürsorge. Die überaus mangelhafte Lebensmittelversorgung in der Gemeinde hatte den Vorstand des hiesigen sozialdemokratischen Vereins veranlaßt, auf den 2. Juni eine Einwohnerversammlung emzuberufen. über deren Verlauf damals berichtet wurde. Aus Beschluß dieser Ver- sammlung sind die vorgebrachten Beschwerden dem Landrat des Kreises Niederbarnim, dem Staatskommissar für VolkSernäbrung in Preußen und dem KriegSernährungsamt in Form von Eingaben übermittelt worden. Eine Antwort ist nur von den letzten beiden Stellen erfolgt, dahingehend, daß die Beschwerdeschrift von� Kriegs- ernährungsamt an den Slaatskommissar, von diesem an die Ver- leilungsstelle für Groß-Berlin und von dieser schließlich an den Landrat zur„zuständigen Versügung" weitergegeben wurde. Der Landrat aber bat trotz zweimaliger schriftlicher Erinnerung einen Bescheid überhaupt nichl gegeben. In einer am Man- lag abgehaltenen zweiten Versammlung erstattete Genosse K ä m i n g der Einwohnerschaft Bericht über dieses Resultat. Die wiederum recht stark besonders von Frauen besuchte Vcrsamm- lung stimmte der herben Kritik des Referenten mit lebhaftem Beifall zu und nahm am Schlüsse der nachfolgenden Aussprache folgende Entschließung einstimmig an: „Die am 29. August tagende Versammlung von Einwohnern Mablsdorss nimmt mit Bedauern davon Kenntnis, daß vom Landrat für Niederbarnim bisher weder eine Antwort auf die Eingabe vom 6. Juni erteilt, noch eine Besierung in der Lebensmittelversorgung eingetreten ist. Es muß im Gegenteil konstatiert werden, daß die Veriorgunq der Einwohnerschaft Mahlsdorf» mir Fleisch eine we- senlliche Verschlechterung erfahren hat, Die Vetiammelten erbeben entschieden Einspruch gegen die Nichlberücksichligung ihrer berechtigten Wünsche und Beschwerden, Sie beauftragen das Bureau der Versammlung, die ihm geeignet erscheinenden weiteren Schritte zu unternehmen, um eine möglichste Besserung in der Nahrungsmittelversorgung herbeizuführen." vriefkasten üer Reüaktion. F.(6.. Feldpost 2007. Der Titel Ist uns nicht bekannt: unseres Wissens beliehen auch darüber bestimmte Vinichriften nicht,—(£. Z. 17. 1. Der Metallwert deS Ckldes bleibt bestehen, doch sinkt der allgemeine Wert deS Geldes dadurch beträchtlich, daß wie z, B. gegenwärtig eine all- gemeine Warerilcuerung eintritt, 2, u, 3, Diese beiden Fragen sind uns unklar, da man doch in der Regel sein Geld nicht zu Hause spart, iondern dies bei einer öfsenllichen Sparkasse tut. In diesem Falle ist es aber für die Höhe der Einlage gleichgültig, ob Sie diese in Papier- oder Metallgeld einzahlen, 4, Sie müssen sich bei der zuständigen Polizeibehörde ab- melden. 5. Ja. T-Senerorlüstchten für das mittlere piorddeutiiptand dis Freitag mittag. Warm, zunächst vorwiegend heiter und trocken. später im Westen langsame Zunahme der Bewölkung und vereinzelte Gewitter. Ssß. Oer. tclkom-Bceshour örtsvercln(Icultölln. Nachruf. Am 9. August fiel bei den Kämpfen unser Mitglied tlans Tkätel- Katser-Fricdrich-Straße 243. Ehrc seinem Andenken k Der Borstand. veuttcher Cransportarbeitervcrband. Bczirksverwalt. Grog-Berlin Nachrufe. Ten Mitgliedern zur Nach- richt, dag»nlcr Kollege, der Sveicherarbeiler Hermann Pätzoid am 12. August im Alter von 55 Jahren verstorben ist. .Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, dag unier Kollege, der Industrie. arbciier 7/8 lllln Mellenthin am 17. August im Alter von 30 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! llio Boririisvoewaltiiitg Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Neukölln. Am 19. August starb unser Mitglied, der Maurer Richard Knill. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachm. 3 Uhr, aus dem Thomas- Kirchbos in Neukölln, Her- mannstqage statt. 146/18 Um rege Beteiligung ersucht Ter Borsiaud. Oanksagnng;. Für dse herzliche Teilnahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben, an- vergeßlichen Mannes, unseres lieben Paters und Grogvater«. deS Schlossers 47A Kai l Iii de sagen wir bierdurch dem Metall- arbeiter-Perbaiid. dem Wahl- oerein, dem Gesangverein„Ge- sundbrunner Harmonie"(M, d. A-S.), den Kollegen und Stolle- ginnen der St. E.-ffl. Hennigsdorf. insbesondere Herrn Dr. Schütte für die trostreichen Worte am Sarge des Entschlafenen unser» berzlichsten Dank, V/we, Rosalie Ihde und Kinder. Spezial-irzt I>r. med. Hasche, Friedrichstr. 90©mmÄ. Behandt. von Syphilis, Hont-. Harn-, Frauenleiden, svez. chron, Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- ren, schmerzlose, türzeste Pc- bandlung ohne Bernisstörung. Blutuntersuchung. Mag. Preise. Teilzahlung, Sprechstunden 10 bis I und ö— 8, Somit. 11— 1. sndwurm r mll Aopi. ebenso Lpul- u. Moden würm. deseit. ficker a. unicbädl not. Welse i �ReichelSvandwurmmM. temf Anwend Settlp.o.l f 25Jabr.ersolqr.bew.tf.Er. I ' wchs. 2.'»O.Slnd.tAllerSana. I 1.50). Allein echt m Marke' „Medioo" u. Fa Otto Reichel. Berlin 43. Sisenbahnstr. 4 Man melde iArja&mutel. Wo nicht erhälUich, diskrete Zujendunz. Zilövel In allen Hrelslaxen 1-, 2- u. S-Zimm.-Wohnungen empf. in mod. Ausführg. Jul. Apelt, Tischlermstr. Berlin 80, Adalbertstr. 6, Hochbahnst. Kottb. Tor. Zähne mit u. ohne Platte, mit echtem Friedenskautschuk, Goldkronen, Brücken. Plomben. Umarbeitung schlechtsitzender Gebisse."WB Kep BÜIi D.Ä.LöseC;""Z. ige Pieise. auch Teilzahlung. Teleph. Amt Nord. 1043s. ; fiosenttialerstr.68 ZlTwV. Künstl Zähne mit echtem Friedenskautschuk Goldkronen. 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Auch andere Päpste waren der Ansicht, daß das religiöse Oberhaupt— wenigstens eines der christlichen Religionsbekenntnisse � die Ausgabe Hot, weltliche Zwiste zu schlichten. Ein anderer Benedikt, der Zwölfte, der von 1334 bis 1342 auf dem Sukble Peiri saß, batte freilich als Friedensvermittler kein Glück. Damals war Karl lV. von Frankreich ohne Erben ge- storben, und als Philipp VI., sein Better. der Sohn Karls von Balois, sich die Krone au'S Haupt setzte, war eS Eduard III. von England, der ihm sie streitig mochte. Benedikt XII., eines Bäckers Sohn aus Languedoc, der vermitteln wollte, fand kein Gehör, und eS entbrannten die mit Unterbrechungen ein Jahrhundert dauernden Kämpfe, die Frankreich, dessen Lehensheer zum etstennial bei Cröcy den Engländern unierlag, ofl an den Rand des Verderbens brachten. Der Papst folgte damals einem uralten Brauch, als er eingreijen wollte, denn Versuche von Päpsten, im weltlichen Streit versöhnend zu wirken, gehen auf die srüheste Zeit des Papsttums zurück. Als Alarich I, dessen Leichnam im Busento begraben liegt, nach seiner Vertreibung aus Griechenland in Italien einmarschierte und nach anfänglichen Fehlschlägen seiner Pläne Rom bedrohte, war es Jnnocenz I. der ihm 40S vermittelnd enigegenzog. Er halte freilich weniger Glück als Gregor I., der säst zwei Jahrhunderte daraus— 690— beim Langobardeneinfall die gleiche Rolle spielte. Denn während Gregor infolge seiner Freundschaft mit Thendelinde, der Langobardenkönigin, tatsächlich mit Erfolg den Frieden vermittelte, nahm Alarich die Stadt ein und ließ sie plündern. Das vielleicht viel schlimmere Schicksal. daZ der Hunnenkönig Attila, die»GolleS- geißel", der Stadl zugedacht hatte, nachdem Oberitalien in seine Hände gefallen war, wußte Leo I. abzuwenden, und als drei Fahre später Geiserich— 455— Rom einnahm, bewegte der gleiche Papst ihn, von Mord und Plünderung abzusehen. Zur Zeil, als die Päpste auf dem Gipfel threr weltlichen Macht standen, vermittelten sie freilich nicht im eigentlichen Sinne des Wortes, insofern sie nicht unparteiisch waren; sie suchten Streitigkeiten dadurch zu schlichten, daß sie selbst Partei ergriffen und mit Waffengewalt für einen der Gegner eintraten. So ist es ja bekannt, daß sie im Streit der Welsen und Staufer stets auf seilen der ersleren standen— Jnnocenz IV. stellte auf dem Konzil von Lyon 1245 die Ausrottung des staufischen Hauses als Ziel seiner Politik bin— und als unter Julius II. die weltliche Macht der Päpste ihren Gipfelpunkt erreicht hatte(1503—13), da war dieser Papst eS, den die Italiener als ihren Befreier von den.Barbaren"— damals waren dies die Franzosen!— verehrten und fast zum König ge- krönt hätten. Wo sie nicht unmittelbar, wie in vielen Kämpfen, beteiligt waren am Siege einer Partei, suchten die Päpste vor allem dann die Strei- lenden zu versöhnen, wenn es galt, sie zum gemeinsamen Kampf gegen die Türken zusammenzuführen. Gregor X. wirkte 1274 auf dem Konzil zu Lyon für einen Kreuzzug gegen die Türkei, und um ihn zu ermöglichen, arbeitete er unermüdlich auf die Versöhnung der Fürsten in Italien und Deutschland hin, er verfaßte sogar eine Schrift, die Welsen und Staufen aus ihrer Zwietracht lösen sollte. Paul III.(1534—49) hat fast� 300 Jahre später aus dem gleichen Grunde den Krieg zwischen Spanien und Frankreich zu verhindern versucht und wieder nach etwas mehr als 100 Jahren sehen wir Clemens IX. auf ähnlichem Wege. Damals kämpfte Venedig gegen die Türken, und Ludwig XIV. wollte ebenfalls eine Flotte gegen diese senden. Um es ihm zu ermöglichen, half Clemens den Frieden zwischen Ludwig XIV. und Spanien vermitteln. Bisweilen kam es auch vor, daß die Päpste dann, wenn ihre Bestrebungen, den Frieden zu vermitteln, kein Gehör fanden, selbst eingriffen und jetzt erst Partei wurden. So bemühte sich Hadrian VI. erst vergebens, einen Frieden zwischen Karl V. und Franzi von Frank- reich zu vermitteln, und erst als alle seine Bemühungen scheiterten, ergriff er am 14. September 1523 die Parter Karls. Wenn man die Stellung de? päpstlichen Stuhles zu weltlichen Streitigkeiten im ganzen überblickt, so kann man sage», daß sie in der ältesten Zeit durchaus vermittelnd wirken wollten, sofern die Möglichkeit und Notwendigkeit dazu gegeben war. Als dann das Papsttum immer mehr zu einer rein weltlichen Macht wurde, trat e« meist selbst als kämpfende Partei in die Schranken, bis zum Be- ginn des 16. Jahrhunderts, wo es, durch die Reformation und ihre Folgen erschüttert, dem Protestantismus gegenüber erst wieder seinen rein religiösen Standpunkt in den Vordergrund stellen und be- haupten mußte. Unter der Herrschaft Spaniens konnte zwar der politisch sast bedeutungslose päpstliche Stuhl nur bei kleinen örtlich- italienischen Streitigkeiten sein Gewicht in die Wagschale werfen, aber nach und nach wurde doch die Stimme des Papstes wieder mehr gehört. Au' der Apenninenbalbrnfel durchkreuzten sich die Pläne vor allem Oesterreichs, Frankreichs und Spaniens, und der Papst konnte den einzelnen Paiieien nützen und auch zwischen ihnen vermiiteln. wo es nötig war. Heute ist— seit 1870 die italienischen Truppen in Rom einzogen— der Papst nur noch eine kirchliche Macht. Das gibt ihm eine einzigartige Stellung. ES ist in frischer Erinnerung, wie Bismarck dem Papst Leo Xlll. das Schiedsgericht im Streit mit Spanien über die Karolinen 1885 übertrug. Vielleicht darf Benedikt XV. der damals angedeuteten Idee, daß ein Fürst der Kirche berufen ist. über den Streitigkeiten weltlicher Parteien zu stehen, in dem furchtbarsten aller Kriege zum Sieg verhelfen. (Helm, öas jüöisch-polnische Schilöa. Uns allen sind o»Z den Kinderjabren Schöppenstadt und Schilda liebe Erinnerungen. Dem volkStundlichen Forscher ist es bekannt, daß ein jedes Land und eine jede Zeit von vielen lustigen Schild- bürgerstreichen zu erzählen wissen. Auch die Juden Polens haben ihr Schilda und es heißt Chelm, etwa 70 Kilometer östlich Lublin gelegen. Weit und breit, wo die.jiddische" Zunge klingt, kennt man die Cbelmer Naronim(Narren). R. Prilucki hat im zweiten Band seiner «ammelbücher.Für jüdische Follore, Philologie und Kulturgeschichte", Warschau 1917, eine ganze Reihe ihrer Streiche zusammengestellt. Es find die alten, lustigen deutschen Erzählungen, nur hier auf Chelm übertragen. Die Juden haben sie bei ihrer Wanderung aus Deutschland in die neue Heimat mitgenommen. Drei davon, die eine besondere jüdische Tönung zeigen, seien hier mitgeteilt. I Warum die Chelmer Narren sind? Jeder Engel hat seine eigene Aufgabe. Darum kann ein Engel nicht zwei Befehle ausführen. Und weil der liebe Gott jedes Jahr in jedem Städtlein einen Narren geboren werden läßt, macht fich der dafür bestimmte Engel mit den Seelen der Narren, die geboren werden sollen, aus den Weg und läßt auf jedes Städtlein eine solche Seele niederfallen. Einmal kam dieser Engel mit einem Sack närrischer Seelen über Chelm des Weges daher. Und da Chelm von Bergen und Tälern um- geben ist, glitt der Engel auS, und so hat er alle närrischen Seelen auf Chelm ausgeschüttet... I II. Wie die Chelmer die Katze gefangen haben. In Chelm hat es immer eine Menge Mäuse gegeben. Die haben den Chelmern schrecklich zugesetzt. Kommt da eines Tages ein fremder Jude nach Chelm und erzählt Wunderdinge von einem kleineir Tierchen, vor dem die Mäuse sich in die Löcher verkriechen sobald sie es nur sehen. Die Chelmer haben ihm das Tierlein abgekauft, und die Katze, denn so hieß das Tierchen, dem Rabbiner gegeben. Der erzählte gleich Wunder davon, wie sehr die Mäuse sich vor dem neuen Tierlein fürchteten. Da kam der Sommer. Der Rabbiner öffnet das Fenster. Die Katze überlegt nicht lange, springt auf das Dach und vom Dach auf den Slboritslein. Voller Schreck ruft der Rabbiner die Gemeinde zur Beratung zusamincn, wie man wohl die Katze fassen könnte. Man kommt zum Beschluß, daS HauS anzustecken— dann wird die Katze schon herunterspringen müssen. Da haben die Chelmer ein Haus nach dem anderen angezündet und die Katze sprang immer weiter, von einem Dach auf da- andere. So kam eS, daß fast ganz Chelm ab- brannte... III. Das Urteil. In Chelin war einmal ein RatSmann. Man nannte ihn Israel Zadok. Eines Freitags ging er auf den Markt, um selbst Fische für die Sabbatmahlzeil einzukaufen. Er Handelle einen lebendigen Karpfen ein und legt ihn mit dem Kopf nach unten in seine Rocktasche. Ein halber Fisch guckte zur Tasche hinaus. Auf dem Wege gab der Fisch ihm mit dem«Schwanz einen Schlag in» Gesicht. Als man in der Stadt davon hörte, Oief man das Volk zur Beratung zusaminen und, nach langem Hin und Her, wurde folgende» Urteil verkündet: Dicweil der Fiich den Raismann geschlagen, muß er ertränkt werden. Der Sladtdiencr nahm den Fisch, ging zum Fluß und warf ihn hinein. So spricht man Recht in Chelm. /ldolf Saeper f. Der Großmeister der Chemie Adolf Baeher ist im 82. Lebensjahre iir München gestorben. Mit ihm geht der letzte der großen Lehrer und Organisntoren zu Grabe, die den beispiellosen Triumph der chemischen Wissenschaft im 19. Jahrhundert.herauf- geführt haben. Seine Schüler sind in der gaiizen Welt zerstreut. das von ihm Milte der 70 er Jahre begründete und geleitete be- rühmte chemische Laboratorium ist die klassische Ausbildungöstälte für viele Forscher und zahlloie wissenschaftlich auSgebildele und dann in der Industrie beschäftigte Chemiker gewesen. Baeyer war Muster wissenschaftlicher Sachlichkeit und Uneigeniilltzigkeit. Er hat die In- dustrie, aber sie nicht ihn bereichert. Adolf Baeyer stammt aus Berlin, er ist der Sohn jenes Generalleutnants, dem Preußen viel für die LandeSanfiiahme und Europa für die Gradmessung verdankt. Schon als Knabe zeigte Baeyer den größten Eifer für chemische Prozesse. Er bat in Perlin studiert und doktoriert. Hier ivar er auch voii 1860— 1872 als Lehrer an der Gewerbeakademie, der Vorläuferin der technischen und auch an der Kriegsakademie tätig. Hier hat er den Grund gelegt für die epochemachenden Unter- suchungen, die seinen Namen später weltbekannt gemacht haben. Baeyer hat einen ganzen Zweig der Weltwirtschaft revolutioniert und damit bewiesen, daß noch imnier die Köpfe eS sind, die die Welt umgestalten(voransgeietzt. daß die ökonomischen Zustände dafür reif sind). Nach zwanzigjähriger unermüdlicher Arbeit gelang es ihm, daS Indigo synthetisch(künstliche darzustellen. Das Geheimnis deS. edelsten Farbstoffes wurde der Natur entrissen. Was bisher auf den Feldern Indiens gewachsen war, konnte von jetzt ab in der chemischen Fabrik im großen, billiger und besser denn zuvor hergestellt werden. Das englisch-indische Monopol war nicht bloß gebrochen, sondern von Grund zerstört. Das arme Indien, daS nicht für seinen eigenen LebenSmittelbedarf, sondern für daS englische Kapital produzieren mußte, kam in schwere Be- drängniS, und eS hat lange gedauert, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt war. Die zahllosen theoretisch und praktisch wichtigen Arbeiten BaeyerS können hier nicht verfolgt werden, und eS laiin auch nicht auf die vielfach bedeutenden Uiilersuchungen und Ergebnisse seiner Schule eingegangen werden. Chemische Kenntnisse sind dank imierer ein- seitigen Schulbildung so wenig verbreitet, daß der Laie gerade auf diesem besonders wichtigen Gebiet sich alle Wege verbaut sieht. Es soll nur angedeutet sein, daß die Erforschung der Assimilation der Pflanze ihm wesentliches verdankt und durch seinen Schüler Will- staedter zu schönen Resultaten weitergeführt ist. Das schöne, blaue Indigo, dieser dauerhafte und unveränderliche Farbstoff, wird durch alle Jahrhunderte BaeyerS Namen nl» den eines Wohltäters der Menschheit lebendig erhalten. „Keinen Pfifferling wert!* Eine Schüssel voll Pfifferlinge wird jetzt jedem hochwillkommen sein: mit einem einzigen Schiväinmlein dieser Art aber ist wenig anzufangen. Darum gilt uns der einzelne Pilz auch als ein Sinnbild der Wertlosigkeit..Dafür gebe ich keinen Pfifferling!" heißt eS.-oder:.Das ist keinen Pfifferling wert!" Noch manche andere nichtige Dinge müssen zu derartige» Redewendungen dienen und mair kann sagen, daß in den meisten Fällen Dinge aus dem Pflanzenreich herangezogen werden. Der Ausdruck»Nicht die Bohne!" ist beule noch gebräuchlich, in früheren Zeiten verwendete man zu demselben sprachlichen Zweck aber auch andere Hülsenfrüchte. Man sagte: .Nicht eine Erbse, nicht eine Linse, nicht eine Wicke gebe ich dar- um." Ebenso gibt man für eine wertlose Sache„keine taube Nuß" oder»keinen Butzen", da» heißt nicht einmal das beim Obst übrigbleibende Kerngehäuse. Die' Franzosen führen im gleichen Falle den Kohlstrunk an. und bei den Römern galt die.unnütze Alge", das nur in höchster Not als Viehfuitcr verwendete Seegras, al» Sinnbild der Wertlosigkeit, wie die Redensart vilior alga beweist. Doch finden wir unter den bei ihnen gültigen Nich- tigkeitSsymbolen so gut wie bei uns auch die Nußschale und den Butzen.___ Notizen. — Die Liebermann-AuSstellung in der Akademie der Künste ist bis zum 9. September verlängert. — Soziologie und Ethik, lieber dieses durch den Krieg nicht weniger wichtig gewordene Thema veranstaltet Dr. M. H. Barge einen Kursus von sechs Abenden, der am Freilag, den 24., abends 8>/» Uhr, im Humbier-Bräu, Tauentzienslr. 7, be- ginnt. ES soll Aufgabe des Zyklus sein zu untersuche», waS unter Anwendung der pofitivistischen Methode von den einzelnen Wissen« schaften, besonders aber von der Soziologie zum Ausbau einer neuen Ethik bisher geleistet worden ist. 361 /toöers hjarmsteö. Von Jakob Knudsen. ES war an einem Abend nicht lange danach, als Anders mit einigen Tonnen Getreide auf einem Leiterwagen zur Mühle fuhr. Die Mühle gehörte zu Stavn und lag aus den Hügeln oberhalb des Gehöfts.— Vom Bjerrchof aus hatte man eigentlich weit zu fahren,— über die Wiesen ivar es gut eine halbe Meile, und danach mußte man noch recht hoch hinauf.— Er saß da und dachte daran, ob es sich nicht lohnen würde, beim Bjerrehof eine Mühle zu bauen; dann wäre man doch in der Beziehung nicht abhängig: und aus dem Kirchspiel Vejrum, westlich von den Wiesen, ivürde sie gewiß guten Zuspruch erhalten.— Nach und nach, je mehr er sich Stavn näherte, und je mehr von den beiden weißen Klügeln des Wohnhauses zwischen den Bäumen auftauchte, steigerte sich in ihm das quälende Gefühl, das er jetzt lange Zeit mit sich herumgetragen hatte: das Gefühl der Unterjochung und Unfreiheit. Und er meinte, daß dieses Gesühl niemals so eigenartig bitter für ihn gewesen wäre wie hier,— nicht in der Soldatenzeit in Aalborg, und, wie er meinte, auch nicht seinem Later gegenüber, solange er zu Hause war. Er fuhr einen Feldweg westlich von Stavn entlang. Als er über eine Hügelrundung gekomnien war. sah er. ganz nah am Wege, alle Leute von Stavn im Roggen.— Niels hatte die vorderste Sense, im ganzen waren es gewiß zehn Personen.— Na gut,— und da drüben führte der Proprietär selber die Aufsicht.— Niels grüßte, und Anders grüßte wieder,— jetzt lüftete auch Faurholt den Hut und rief etwas, was Anders nicht verstehen konnte.— er fuhr immer weiter im Schritt.— Als er so weit gekonimen war, daß er sich wiederum allein fühlte, drehte er das Gesicht dem Hose zu. Der Weststügel hatte die Sonne in allqn Fenstern.— Im Westen des Gebäudes liegt ein Teich oder kleiner See mit niedrigen Steilufern.— über den Abhang ragte eine junge Mädchengestalt auf. die von der Sonne beleuchtet wurde,— während die Fläche des Teiches im Schatten lag. Man konnte die Füße und den untersten Teil des Kleides nicht sehen,— sie bewegte sich so sonderbar, schien es Anders, sie ging weder, noch lief sie,-- jetzt erkannte er. daß sie auf der Ducht eines BooteS stehen und sich wiegen müsse, und zugleich sah er. daß es niemand anders als Gjattld jein konnte,— sie trug ein blaues Kleid, das stark in der Sonne leuchtete.— Sie bemerkte ihn gewiß gar nicht, erkannte ihn jedenfalls nicht,— sie niußte ja auch die Sonne in die Augen bekommen, wenn sie nach der Richtung sah. Sofort als er sie erblickte und die Liebe heftig in seinem Herzen ausflammen fühlte, ivußte er klar, was ihm jenes Gefühl der Unfreiheit jetzt so peinlich machte,— doch gleichzeitig war er auch seiner Sache sicher, was er tun werde.— Als er denselben Weg ein paar Stunden später auf der Rückfahrt von der Mühle wieder passierte, war die Sonne untergegangen,— Wiescndampf stand unten zwischen den Gebäuden und über dem Teich, in dessen blanker Fläche sich der ganze Wcstflügel spiegelte. Er war ihrer Liebe so sicher, als hätte er schon ge- worden und das Jawort erhalten,— und nun sollte morgen der Krieg mit ihrem Vater beginnen!— Es war ja doch wahnsinnig, daß dieser Gauner alle Menschen sollte zwingen können, ihr Vieh im Pajmoor anzubinden, bloß damit er ihnen in aller Ruhe den Grund wegnehmen könnte, auf den er ganz und gar kein Anrecht hatte!--' Und er war Gjatrids sicher, waS Niels auch sagen mochte! Am folgenden Morgen in der Frühe ging Anders allein ins Pajmoor hinab, uni von etwa zwanzig jungen Rindern, die er da unten stehen hatte, die Tüdcr wegzunehmen. Es waren schon ein paar Knechte drüben in dem östlichen Teil des Moors dabei, Torf zu graben, wie er im Morgen- nebcl unterscheiden konnte. Als er von dem ersten Ochsen den Tüder weggenommen hatte, fiel ihm ein, daß es im Grunde viel besser wäre— und viel deutlicher,— die jungen Rinder geradezu in der Gerste anzubinden.— Das nahm etwas längere Zeit in An- spruch, aber bald hatte er sie doch sast alle in dem Korn untergebracht, ganz wie man Vieh in einem Kleefeldc an- tüdcrt,— ungefähr einen halben Tüderschlag einwärts. Er kam gerade mit den beiden letzten Ochsen heran- gezogen, als er zufällig das Gesicht nach der Richtung wandte, wo die Torfgräber sich befanden,— und sah einen großen Burschen von drüben aus ihn zukommen. Er zog weiter, aber als er eben den letzten Pflock mit dem Holzschuh in die Erde klopfte, hörte er jemanden in einiger Entfernung sagen: „Glaubst Du nicht, daß die Rinder der Gerste zu nah kommen könnten, so wie Du sie da setzt?"' „Nein, sie können einen halben Tüderschlag hineingehen. das ist nicht zu viel," erwiderte Anders und wandte sich nach dem Kommenden um. Er erinnerte sich nicht, ihn je gesehen zu haben. „Ich glaube doch. Du tätest besser dran, sie wieder einen halben Schlag zurück zu setzen." „Ich glaube, das Einfachste war, Du hieltest selber Dein Maul," sagte Anders.„Denn sonst werde ich's Dir schließen." „Das ist meines Herrn Gerste, worin Du Deine Rinder gesetzt hast!" rief nun der Knecht und schwang den Torfspaten, den er in der Hand hielt. Anders sah den Blirschen genau an, wie um ihn wiedererkennen zu können, und sagte:„Damals, als Dein Herr die Gerste im Säsack hatte, war sie sein; aber jetzt ist sie's nicht länger."— Daraus ging er zum Bjerrchof zurück. Als er halbwegs zu Hause war. drehte er sich um und schaute auf sein Vieh hinunter; das stand dort ganz friedlich. Aber der Knecht war nicht zum Torfgraben zurückgekehrt. Er war schon draußen auf dem Wiesenweg nach Stavn hin- über. ** Am Tage darauf sah Anders den Knecht wiederum.— Erik Skindtoft hatte ihm jetzt gesagt, daß es Mads Horsens wäre,— drüben in der Torsgrubc, als er unten war, um die Rinder im Pajmoor weiterzuführen. Mads stand eine Zeitlang da und sah zu Anders hinüber; aber er blieb doch, wo er war.— Dann vergingen wieder ein paar Tage. Die Rinder fraßen sich weiter und weiter in die Gerste hinein.— Anders war beiin Kiesfahren aus dem Wege zwischen dem Bjerrchofsholm und dem „Land",— wie alles das auf der andern Seite der Wiese noch hieß. Da kam einer auf dem Weg von drüben gegangen; aber es war ziemlich weit weg, und er war nicht leicht gegen den fernen, bunten Hintergrund von Wiese, Bäumen. Heide- krauthügeln zu erkennen. Aber dann war es doch Niels,— und des Anders Herz klopfte stärker, sobald er diese Ent- deckung gemacht hatte.— Er fuhr bis zu dem südlichsten Punkte seiner Wegscheide hin, damit Niels nicht nötig hätte, sich weit von StavnS Grund und Boden zu entfernen.— Niels sprach viel schneller als gewöhnlich, als sie sich endlich trafen, denn er war seiner Sache nicht sicher, ob jic nicht be- obachtet würden. (Sorts, folgt.) Itavtsehea Tfieater. Hente nnd folg. Tage 8 Uhr; Max Pallenberg in Der kleine Kapolcon. Sonntag letzte JTachmittags- Vorstellung 3 Uhr: Familie �chimek mit Max Pallenberg. KamnierKpielc. Heuto u. folg. Tage 8 Uhr: Hans Waßmann n. Ida Wüst in (joltlfisclio(Lustspiel) Volksbühne. Theater am Bülowplatz. Untergrundb. Schönh. Tor. Heute u. folg. Tage 73/4 Uhr: Fahrende Musikanten Musik von EobertSchnmann. Theater fflr Donnerstag, 23. Augnst Metropol-Theater ri.uhr: Die CzanlasRirstiD. Dentsehea Opernhaua "-■ Uhr: Frledrlch-Wllhelnst. Theater 7-,, Uhr: I�essing-Theater. Heute und folgende Tage 7»i4,Uhr: Henry Bender in Die Königin der I nkt. (Gesangspossc.)_ Theater i. d. Königsrätzerstr. 8 Uhr: Künstlerische Tänze. Frage an das Schicksal. Abschiedssouper. Komödienhaus 8: Wie fessle ich meinen Mann? Berliner Theater T-vU.: Die tolle KomtcB. Kehr. Herrnfeld-Tta. Operetten-Gastspiel 7'/, Uhr: leretten-Gastspiel r: Die leWe Ebefran. Kleine» Theater 8 uhr: Die Hausdame. Komische Oper ü'hf: Die Dose Sr. Majesßt. Lastspielhaus tt-. Die blonden MUels TJjUhr. vom Ljnl|enhof_ Kcaldciiz-Thenter s uhr: Die Verliüllle. s/" Neues Operettenhaus Schiflbd. 4a. Hassent. Nd. 281 u/.trhr: Der Soldat Der Marie. Sehlller- Theater O 7 uhr- Lohengrin. Schiller-Th. Charl. �r: llt-Beidelberg. Thalia-Theater Heute geschl. Sonnab., d. 25.. 71/cue Herrengarderobe! Uhren- vchkanf, Schmucksachen, Silber- wischen, Wandbilder! 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Zcitungsausträgerinnen wer- den sofort eingestellt„Vor- märts"-Spedition, Markus- straße 36.* Botenfrauen werden ringe- stellt„Vorwärts", Charlotten- bürg, Sesenhcimerstr. 1.* Zeiiangsträgerin sofort ver- langt Spedition Lichtenberg, Wartenbergstraße 1, Laden.* Zeituagsausträgerin verlangt „Borwärts"-Speditton Schöne- berg, Meiningerstraße 9.* Zeitungsfrau verlangt„Bor- wärts"- Spedition Neukölln, Siegsnedstraße 28/29.* Botenfrau, Tour Tegel und Reinickendorf-Wcst, stellt ein Kienast, Borsigwalde, Rausch- straße 10,„Vorwärts"-Spedi- tion.* Zeitungsausträgerin verlangt Bernsee, Steglitz, Mommscn- str. 59.» Zcitungsausträgerinnen kön- nen sich melden.„Vorwärts"- AusgabestelleLaustycrplay 14/15. Frau zum Zeitunzsaustragen verlangt. Klei», Grünau, Fric« drichstraße 10.* Zeitungsbotin verlangt„Vor- Wärts"-Ausgabcstclle Berlin- Niederschöneweide, Brücken- straße 10 u[,, Unruh._• Frauen zum Zeitunosaustragen sucht„Vorwärts-Aus- gabestclle Alt-Boxhagen 56, Laden.* Botenfrauen verlangt„Bor- Wörts"-Spedition, Wattstr. 9, Laden. Von 11— IVj und 4A bis 7 Uhr._* Zeitungsansträgerin sofort einzustellen. Vorwärtsspeditton Moabit, Wilhelmshavenerstraßc 48, von 11— VA und 4�—7 Uhr.___» Botenfrau stellt ein Werl- mann, Fricdrichshagen, Cöpc- nickerstraße 18.* Botenfrau verlangt Hcßberg, Kaulsdorf, Ferdinandstr. 17.* Botenfrau stellt ein„Bor- wärts"-Speditton Tempclhos, Ueckermann, Kaiser-Wilhelm- straße 74, Ecke Werdcrstr. I* Botenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Greisenhagener- straße 22.* E'» mm MeniMet verlangt. Auergesellschaft, Berlin 0 17. Meldungen Einstellbureau Ehrenbergstraße. 300L Lehrlinge und tüchtige Kontoristen zum sosortigen Antritt gesucht. 53 Bewerbungen an Candw. ein- u. Vcrhaufs- gcnctfcnschaft Ex in(Posen). Heizer, welcher Sttaßcnlolomobilc qc- fahren bat, sucht 76/1 Chemische Fabrik I�indshoff& Meyer A. G. stellt ein Emil Sawattki. Greifswalder straße 140/141.' 31« AMslMII werden Männer und Frauen für gute Sonntagstouren vom Abzablungsgeschäst Greblep, Weinbergsweg 4, gesucht. 76/3 6314S* stellen ein HüttenwerkeTempeüiolA. Meyer Berlin-Tempelhof, Gcrmaniastraße Nr. 145/146. —4 Maschinisten um Heizer sofort gesacht. Kraftwerk Weißensee, Gr, Seestr. 13/14. 282 für alle Arbeiten, auch bessere, sofort gesucht. 1872 Zigarelten-Fabrik Garbäty, �a„Ä: Schlosser und Fräser verlangt Franz Tansch. Charlottenburg, Wallstr. 32, Schirrmeister speziell in Gesenkarbeiten erfahren, gesucht. Zu meiden zwischen 10 nnd 12 Uhr vorm. beim Betriebs- ingenieur Herrn Moser. 1672 PAI�Ek Aktiengesellschaft, Badstr. 59. Mechaniker, Werkzeugmacher Und Arbeiterinnen.» jah,« verlangt sofort 1702* Munitionsfabrik F. Gaebert, Berlin-Lankwitz, Eharlotteustr. 31. stellt sofort ein 53102* Loeb& Co. G. m. b. H., Automobil- und Flugmotorenfabrik, Berlin- II»keanektinliaa««»,(üoeckestraste Wcht ZpWlchkr werden sofort eingestellt. S311L* Loeb& Co., G. m. b. H., Automobil- und Flugmotorenfabrik, Berlln-tHiarlotteakars. Fritschcftraste 27/28. Feuerwehrmann verlangt 3002* Auergesellschaft, Berlin o 17, Zu melden im Einstcllungsbureau, Ebrenbergstraße. Motoren- u. Vorschlosser KSempner tüchtige, geschulte Leute, suchen zum sosortigen Eintritt{ Ostdeutsche Albatroswerke Abteilung R.sBau. Schneidemühl. Einrichter s. Revolver"- Automat, stellen ein* Spezialkonftruktionen Steglin, Virtbuschstr.37-39 MlsWWllliU sofort verlangt. Meldungen Personalverwailung, 4. Etage. A.Jandorf&Co., Kottbuser Damm 1. Arbeiterinnen kräftige, z. Kohlenpress� Löterinnen für Zinkhülsen, 73/ 1* Löterinnen für Batterien, sucht ■ftbrik" Zeiler Rungestraße 20. Tüchtige SlMnilllilileiinlNeii sofort verlaugt. 76/2 Bereinigte Kunstiustitute Akttcnges. vorm. Otto Troitzsch. Bl«.-Schöneberg, Feurigstt. 59.