Ar. S34. 34. vterte�Shrl. S,90 SRt, monafi. t» W-. wöchentlich 30 Sffl. frei w? Hau», dcwauszahtbar. Einzelne Wochentags- munniern 5 Pfz. SonntagSmnnmer Mü illustrierter Beilage»Die Reue Welt' 10 Mg. Postbezug: Monatlich ILO Mst Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich» Ungarn 2.60 Mb, für das übrige Nusland« Ml. monatlich. Postbestellungen nehmen an Dänemark, Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Singetragen in die Post-Zeitungs-Preisliste. I Erscheint täglich. Telegramm» Ldreffet .Sozialdemokrat Berlin-, Berliner Bolksblnkl. [ 5 Pfennig) Der Anzeigenpreis dekägi f. die fiebengespaltene Kolonel- »eile SO Mg.„Kleine Anzeige»-, das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zu- lässig 2 fettgedruckte Wortef, jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitereWortöPfa. Worte über lb Buchstaben zählen sich zwei Worte. Teucrungszuschlag 20°/» siamilicn< Anzeigen Sit Pfg., politische u. gewerkschaftliche Bereins- Anzeigen.0 Pfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis f» Uhr nachmitt. im Hauptgeschäft, Berlin EW. 68, Lindenstratze 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abendS. Zentralorgan der foztaldeniokrati Tchen Partei Deutfchlands. Neüaktion: EW. öS, Linöenstraße 3. Zserniprecher: Amt Morivplatt, Str. 1SI SV— 151 97. Expeöitton: EW. öS, Linöenstraße 3. Kernspreche«: Amt Moritzpla«, Nr. 1SI»0—151»7. Schweres Ringen an der TfonzoM. Geringere Kampftätigkeit in Flandern.-- Aufleben des Feuers an der Aisne.— Starker Artilleriekampf östlich der Maas.— Kämpfe bei Beaumont im Gange.— Schwere Kämpfe am Monte San Gabriele. Amtlich. Nrotzrs Hauptquartier, de« ZK. Aug»? 1917. <23. T. SB.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern erreichte der Feuerkampf nur in einzelnen Abschnitte» größere Stärke. An«ehrereu Stellen scheiterte» englische Erkundungsvorstöße. Im Vorfeld unserer Stellungen wcstNch von Le Aatelrt kam es zu lebhafter Kampftätigkeit der Artillerien»nd In» fantericgefechtcn um die in unserer Postenlinie liegende« Gr- hafte. St. Quenti» lag wieder untre stanzöfische« Feuer, das «cue Brände hrrvorrief. Herrrsgruppe Deutscher»ronprln». Längs der Aisne lebte mehrfach da? Feuer auf. Nach starker Artilleriewirkung südwestlich von Pargny in unsere vordersten Gräben gedrungene französische Abteilungen wurden durch schnellen Gegenstoß geworfen. Auf dem Wcstufcr der Maas blieb die GefechlstStigkrit geringer als in den lebten Togen. Tagegen war der Artillcriekamps östlich deS Flnffri wieder sehr stark. Erneut stießen feindliche Kräfte von der Höhe Z44 (östlich von Eamognenx) nach Norde« vor; sie wurde» durch Feuer und im Nahkampf abgewiesen. Heute morgen haben sich bei Beaumont Kätnpfe entwickelt. westlicher Kriegsschauplatz. Bei Dünaburg, Barauowitfchi, Tarnopol und am Zbrocz sowie in mehreren Abschnitten der Karpothenfront rege Feuer. tätigkeit und kleine Postengefechte. Mazedonische ftfront. Nördlich von Monastir war eine sewaltsame Erkundnag für unS erfolgreich; nordöstlich deS Tojran-SecS wiese» die � vulgarische« Sicherungen starke englische Streksabteilungcu zurück. Der Erste G e n e r al q u a r t i e r m e i st er. Ludendorff. Abendbericht. Amtlich. B e r l i u, 26. August 1917, abends. Bei Beaumont auf dem östlichen Maas-Ufer wurden die morgens angreifenden französischen Kräfte nach kurzem Anfangserfolg durch Gcgenstoh in ihre Ausgangs- stcllungen zurückgeworfen. Sonst im Weste« und Oste» keine größeren Kampf- Handlungen._ Ter österreichische Bericht. Wie», 26. August. Amtlich wird verlautbart: Ocstlicher Kriegsschauplatz. Das lebhaftere Artilleriefeuer in den Frontrilume» dar Generalobersten Erzherzog Joseph und v. Boehm-Ermolli hält an. Keine besonderen Kampfhandlungen. Italienischer Kriegsschauplatz. Auf der Karsthochfläche verlief auch der gestrige Tag oh« größeres Jnfanteriegefecht. Unmittelbar südlich des Wivpach-TaleS schlugen wir ein«« Nachtangr�f ab. Bei Biglia scheiterte» schwächere italienisch« Barstößc. Schwere Kämpfe entwickelte» sich«enerdingS im Gebiet» deS Monte San Gabriele. Dank der Tapferkeit der Bertri. digcr, unter denen neben den Grazcr Jägern die Südsteiercr vom Regiment 87 und ungarische Landsturmabtcliungen be- sondere Erwähnung verdienen, drang der Feind trotz grohar, blutiger Opfer nirgends durch. Der von uns in der Nacht zum 24. kampflos geräumt« Monte Santo wurde von den Italienern besetzt. Auf der Hoch- fläche von Bainsizza— Heiliggcist und östlich von Auzza kam rS zu mehrfachen Zusammenstößen. An der Kärntner- und der Tirolerfront nicht? voa Belang. Balkan-KriegSschauplatz. Unverändert. Der Ahes heS Generalstabe». die Ereignisse in Spanien. Bon Heinrich Cunow. Nach den Angaben der spanischen Regierung, die durch telegraphische Meldungen englischer Blätter, vornehmlich der „Times", teilweise bestätigt werden, soll es der Datoschen Regierung geglückt sein, den Aufstand der mit anarchisti- schen und sozialistischen Elementen Verbündeten separatistischen Republikaner niederzuwerfen, während umgekehrt einige Pariser Blätter von einer weiteren Ausdeh- n u n g der Unruhen in Katalonien und den baskischen Pro- vinzen zu berichten wissen. Wieviel von diesen Meldungen richtig ist, läßt sich hier schwer beurteilen; denn wenn einerseits die spanische Regierung ein gewisses Interesse daran hat, die Unruhen als im ganzen bedeutungs- los hinzustellen, hat andererseits die französische Presse, die nichts sehnlicher wünscht, als einen Sturz des jetzigen spanischen Regiments und feine Teilnahme am Kriege auf der Seite der Entente, von vornherein die Taktik verfolgt, die sogenannten Erfolge der Aufständischen zu übertreiben. Imnierhin läßt sich sagen, daß, wenn eS bisher den Aufständischen nicht gelungen ist, die Unruhen über weitere Gc- biete auszudehnen, als in den letzten französischen Berichten genannt werden, der Aufstand als verloren gelten muß. Sollte tatsächlich die Ruhe noch nicht in dem Maße wieder hergestellt sein, wie die spanische Regierung versichern läßt, so ist doch mit einem Gelingen der Aufstandsversuche und der Ersetzung der jetzigen monarchischen Regierung durch eine „ententistische" republikanische Regierung kaum mehr zu rechnen. Wer die Geschichte der spanischen Aufstände und der so häufigen sogenannten Generalstreiks in Spanien kennt, der weiß, wie leicht dort oft auS verhältnismäßig un- bedeutenden lokalen Anlässen heraus sogenannte revolutionäre Bewegungen und politische Streiks aufgeschossen sind, die schon nach wenigen Tagen, sobald die erste impulsive Erregung verflogen war, wieder klanglos zusammenbrachen. Freilich ist diesmal die Gärung allgemeiner, die Agitation umfassender, und nachdem die Entente gesehen hat, was sie durch eine geschickt geleitete Kriegshetze in der durch Arbeitslosigkeit und Lebensmittclteuerung aufgewiegelten, unzufriedenen und zu Putschen geneigten Bevölkerung auszurichten vermag, wird fie kaum ihr Spiel, Spanien mit in den Strudel des Weltkrieges hineinzuziehen, so leicht aufgeben. Was ihr bei Portugal und Griechenland gelungen ist, sollte ihr das in Spanien nicht glücken, wo die ärmere industrielle Bevölkerung größtenteils schwer unter den Kriegsfolgcn leidet, die Partikularistischen oder separatistischen Bestrebungen in den einzelnen, früher selbständigen König- reichen seit jeher viele Anhänger haben und die republikanische Bewegung seit einigen Jahren mehr und mehr an Aus- dehnung gewinnt? Selbst wenn es gelingt, den Rest der jetzigen Unruhen in allernächster Zeit vollends zu unter- drücken, bleibt doch die Gefahr bestehen, daß bald da, bald dort von neuem Putsche und revolutionäre Streiks aus- brechen. Begonnen haben die Unruhen schon vor mehr als vier Wochen mit einem lokalen Eisenbahnerstreik und kleinen Putschen in Valencia, denen vereinzelte Straßenrevolten in Barcelona folgten. Dort mit Militärgewalt unterdrückt. flackerten sie in anderen industriellen Gegenden des westlichen Kataloniens sowie in den Kohlen- und Eisengrubcnbezirken der baskischen Provinzen, vornehmlich der Provinz Vizcaya, wieder auf und griffen dann auf das mittlere Aragonien und einen Teil von Asturien über. Zugleich kam es im Minengebiet von Rio Tinto(Provinz Huelva) und in der Provinz Alicante zu Revolten, denen sich Streiks und Straßenkämpfe in Madrid anschlössen. Der eigentliche Herd des Aufruhrs aber blieb Katalonien, namentlich seine Küstcnftädte, während der ganze Süden, Westen, Nordwesten und die Zcntralprovinzen Spaniens, bis auf die Haupt- stadt Madrid, sich fast völlig ruhig verhielten. Das ist be- greiflich. Katalonien ist der politisch unruhigste, seit jeher in Opposition zur Madrider Zentralregierung stehende, von anarchistischen Elementen am meisten durchsetzte Teil Spaniens, wo auch die radikal-rcpublikanische Bewegung, der halbanarchistische Revolutionarismus der Gruppe Lcrroux, ihre Hauptrekruticrungsstätte hat. Dazu kommt, daß die Bevölkerung der Industrie- und Hafenstädte Kataloniens, die sich zum Teil direkt in ihrem Erwerb auf den Verkehr mit Südfrankreich angewiesen sieht, mehr unter der durch den Krieg heraufbeschworenen Wirtschaftskrise leidet als die landwirtschaftlichen Gebiete des Innern, also auch für die revolutionäre Agitation gegen die Zentralregierung einen besser geeigneten Boden abgibt. j Stockholm. Die§rieöeasbeüingungen üer Labour Partp. Stockholm, 25. August.„ Socio Idemokraten" veröffentlicht den Entwurf der Erklärung, welche die englische Lobour Party bei der Stockholmer Konferenz abzugeben beabsichtigt. Die Hauptpunkte fiardi 1. Der deutsche Imperialismus muß niedergeworfen werden. 2. Die Arbeiterklasse mutz sich vereinigen, um den Krieg zu be- endigen. 3. Sie soll die russische Formel„ohne Annexionen" an- nehmen. 4. Ein Bund der Nationen mutz gebildet werden. 5. Deutschland mutz Belgien wiederherstellen und ihm Schaden- «rsatz leisten. 6. Eine Konferenz von Vertretern der Balkanvölker oder eine internationale Kommission soll über die Balianfragen entscheiden. 7. Elsaß-Lathringen fällt an Frankreich. 8. Die italienisch sprechenden Gebiete in Oesterreich fallen an Italien. 9. Die vereinigten Polen bestimmen ihr Schicksal selbst. 10. Pa- läftina den Juden unter internationaler Garantie. 11. Kon- stantmopcl wird Freihafen. 12. Tie tropischen afrikanischen Kolonien kommen vnter internationale Verwaltung. 13. Jnter- nationale Kontrolle über wichtige Lebensmittel. 14. Vorbeugend« Matzregeln gegen Arbeitslosigkeit. 1ö. Kein W t r t s ch a f t s- krieg. 16. Internationaler Wiederaufbau der verheerten Gebiete. 17. Rechtliche Untersuchung über Verstötze einzelner und der Staaicn gegen die Grundgesetze der Menschlichkeit. 18. Wieder- aufbau des Völkerrechts. 19. Abschaffung der geheimen Diplomatie. :— Ein derartiges Programm dürfte nach„Socialdemoiraten" von allen englischen Arbeitergruppen angenommen werden, also auch don Macdonald, wenn auch mit unbedeutenden Abweichungen. Dieses Programm macht die Patzverweigerung seitens der imperialistischen englischen Regierung einigermatzen unbegreiflich. Wesentlich anders dürften die Bedingungen Lloyd Georges auch nicht lauten. Das Rätsel üer englischen Abstimmung. Eine neue LcSart. Bern, 25. August.(W. T. B.) Daß die englische Ar- beitervaitei bei ihrer letzten Lersammlung mit so geria- ger Mehrheit für die Beschickung der Stockholmer Kon- ferenz stimmte, beruhte bekanntlich ldarauf, daß der über 600 000 Stimmen verfügende Bergmannsverband, der bei der ersten Versammlung für Stockholm gestimmt hatte, jetzt dagegen stimmte. Nach Annahme des Londoner Berichterstatters des „Manchester Guardian" beruhte diese Acndcrung lediglich auf der Mißstimmung darüber, daß außer der großen Arbeiterpartei auch die Minder- heitsgruppen Jndependent Labur Party, British Socialist Party und Fabian Society eigene Vertreter nach Stockholm sendeten. Die Behauptung der Toryprcsse, besonders der„Times", daß die Abstimmung der Arbeiterpartei bedeutungslos sei, da die Freunde und die Gegner von Stockbolm gleich stark seien, werde damit hinfällig. Es sei sicher, daß der Geschäftsführende Ausschuß der Arbeiterpartei die Beschickung der Stockliolmer Konferenz vorbereiten und die Regierung um Pässe für seine Vertreter ersuchen werde, ob mit größerem oder geringerem Nachdruck, wird nach Ansicht des„Manchester Guardian" wesentlich von der Haftung der in nächster Woche in London tagenden Sozialistenkon» ferenz der alliierten Länder abhängen, die angeb- lich überwiegend für Stockholm sein werde. * Diese Meldung weicht von unserer gestrigen und vor- gestrigen insofern ab, als sie wieder das erstgemeldete Ab- stimmungsresultat mit der geringen Mebrheit für Stockholm als das richtige zugrunde legt. Aber auch sie läßt erkennen, daß das Voium der Stockholmgegner sich nicht sowohl gegen das Prinzip der Beschickung als gegen den vorge- schlagenen Vertretungsmodus richtete. Es läßt sich also auch hiernach sagen, daß die zweite Abstimmung mit der großen Mehrheit für Stockholm bei abgeändertem Vertretungssystem die wirkliche Stimmung der eng- lischen Arbeiter zum Prinzip der Konferenz ausdrückte. Fn Katalonien hat denn auch nach Kriegsbeginn die erste Aaitation der„Ententisten" zur Beteili- O am Kriegs eingesetzt; doch hatte sie zunächst nur bei den blikanern der Lerrouxschen Richtung und den Anarchisten Erfolg, die, wie schon erwähnt, in Katalonien noch eine ziem- liche Rolle spielen und dort an Zahl die Sozialisten bei weitem übertreffen. Ter BakunjsmuS hat sich dort am besten konserviert, und soweit die katalonischcn Arbeiter überhaupt organisiert sind, gehören sie meist anarchistischen Zirkeln und anarchistisch-syndikalistischcn Gcwerkvercincn an; der sozio- listische Gewerkschaftsbund, die Union gcneral de Trabaja- dores, hat in Katalonien nur verhültnismäsig wenige und kleine Mitgliedschaften. Die Republikaner des rechten Flügels wollten dagegen trotz aller heißen Sympathie für die Sache.Frankreichs, der Freiheit und der Demokratie" zunächst wenig von einer militärischen Teilnahme am Kriege wissen. Ebensowenig die spanischen Sozialisten. Zwar standen deren Führer fast sämtlich auf feiten Frank- reichs, und das von Pablo I g l e s i a s redigierte Madrider Zentralorgan„El Socialista". das vor dem Eintritt Italiens in den Krieg noch regelmäßig über Italien und die Schweiz nach Deutschland kam, gefiel sich in den albernsten Ver- dächtigungcn und Verleumdungen des deutschen Volkes; aber eine militärische Beteiligung am Völkerkampf lehnten sie ab — da die Arbeiter, denen vorerst die großen Lieferungen Spaniens nach Frankreich Arbeit und Verdienst brachten, gegen die sogenannte Intervention waren. Infolge der mit Geld nicht sparenden anti- deutschen Agitation der französischen Propaganda- äesellschasten hat sich das jedoch gründlich geändert. jeute beteiligen sich nicht nur die gemäßigten Republikaner, sondern auch ein Teil der Liberalen und der Sozialisten mit Eifer an der Kriegshetze. Die sozialistischen Führer unter Leitung von Pablo JglesiaS, der seit 1910 immermehr zu einem Unterleithammel des vom individualistischen Anarchis- muS zum Linksrepublikanismus hinübergewechselten Herrn Alexander Lerroux geworden ist, hat denn auch die sozialistische „Union general de Trabajadores" zu bestimmen gewußt, durch das Eintreten in Streiks der jetzt niedergeworfenen aufständischen Bewegung Hilfe zu leisten; doch hat nur ein Teil der Gewerkschaften die Anweisung befolgt, und von diesem sind einzelne, wie z. B. die Thpographen- gewerkschaft, schon nach kurzem Ausstand wieder an die Arbeit zurückgekehrt— mit der Begründung, daß sie mit dem Ziele der aufständischen Bewegung nichts gemein hätten. Jetzt will, wie es heißt, die Typographenvereinigung mit einigen anderen Gewerkschaften aus der Union austreten, da sie sich nicht von der Parteileitung zu Hilfsdiensten für die Lerroux- sche Gefolgschaft und die Anarchisten mißbrauchen lassen will. Vielleicht wird der Riß wieder überkleistert; jedenfalls wäre eS ein trauriger Erfolg der ganzen Aktion, wenn durch sie auch in Spanien eine Spaltung in der sozialistischen Arbeiter- schaff herbeigeführt würde. Daß die Agitatoren der Entente durch den Mißerfolg zur Einstellung ihrer Werbetätigkeit bewogen werden könnten, ist leider nicht anzunehmen. Einen gewissen Schlag haben sie immerhin erlitten. Einen zweiten Schlag erhalten sie durch den Friedensvorschlag des Papstes. Nirgends wird die Autorität des PapsteS mehr anerkannt, als in den klerikalen Kreisen Spaniens; seine Friedensforderung wird daher die kirchlich gesinnten Kreise bestimmen, etwas energischer gegen die Kriegshetze aufzu- treten. Zugleich erfährt dadurch das Verhalten' der Datoschcn Regierung eine gewisse Rechtfertigung. Eine offiziöse Erläuterung üer Papstnote. Berlin, 26. August.„Osservatore Romano" gibt folgende offiziöse Erläuterung der Friedensnote des Papstes: Die Art der Entstehung der Note aus einer genauen Prüfung der vorliegenden Aeußerungen seitens aller Kriegführenden wird klar, wenn man sie Punkt für Punkt durchgeht. Was A b- r ü st u n a und Schiedsgericht betrifft, so sind alle einig darin, daß«ine neue soziale Ordnung aus diesem Krieg entstehen müsse, die eine Wiederholung un- möglich mache; gibt eS noch ein anderes, nicht völlig utopisches Mittel zur Erreichung dieses Endzieles, als die allgemeine Abrüstung, so möge man es nennen,«sonst muß, wer die F o l g e n will, logischerweise auch das nötige Mit- t e l dazu wollen. Die Freiheit der Meere ist die These vom Krieg öer Sienen. Ebensowenig wie die als kriegeriscki bekannten Ameisen ver- dienen unsere Bienen als friedliebende Völker, als so mustergültige Insekten, wie man sie immer hinstellt, betracktet zu werden; viel- mehr sind auch sie voller Grausamkeit und Egoismus. So mackt G. Bonnier, wie wir dem.Prometheus' entnehmen, darauf auf« merlsam, wie wenige rühmliwe Eigenschaften den Bienen— auher ihrem emsigen und fleitzig-n Honigeinsammeln— eigentlich inne- wohnen. ES gibt bei ihnen keine gegenseitige Hilfe, ausgenommen out Notwendigkeit für die allgemeine Wohlfahrt des Staates; es gibt bei ihnen kein Mitleid, keine Liebe, nur streng wissen- schaftliche Zweckorganisation, nur Arbeit und Beharrlichkeit. Auch die Bienenkriege gehen ungefähr auf dieselben Ur- fachen zurück, wie die Kriege der Menschenvölker: auf Uebervölkerung, Mitzernien und Eroberungs- oder Beuteluft. Der Krieg wird in der Regel von stärkeren Völkern begonnen. und zwar fallen sie über die schwächeren Völker regelrecht in der Jahreszeit her, wo sie keinen Honig mehr aus den Blüten zu sammln imstande sind. Der Honig des besiegten Feindes ist alle- mal der Siegerpreis des Eroberers, doch dauert der Krieg im Bienenreich- selbst nach der wirtschaftlichen Vernichtung des Gegners noch weiter fort. Der individuelle Kampf zwischen einzelnen Bienen läßt sich als ein richtiges Preisfechten bezeichnen, indem die beiden Kämpfer sich mit Kiefern und Krallen fest umklammern, um in dieser Stellung ihren Stachel zur Verwendung zu bringen. Davon aber abgeseden, herrscht in der Bienenkriegsührung ein sorgfällig durchdachtes System des SiellunaS- und Festungskrieges. Die Mehrzahl der Schlachten wird in den Körben ausgesochten. wo eine kleine gut organisierte Garnison einem Feinde selbst dann Widerstand leisten kann, wenn er mit überlegenen Kräften angreist. Luftlämpfe gibt es bei ihnen nicht. oder wenigsten« sind Angriffe in der Luft niemals von grotzer Be- deutung und von wenig Eriolg; denn die Gegner sehen zu, beim Kampfe so schnell wie möglich auf festen Grund zu kommen. In hohem Grad- merkwürdig ist. datz die Heere über richtige Reserve- trnppen verfügen, die über den Köpfen der fechtenden Streitkräfte dem Kampf zuzusehen Pflegen und im Falle der Not den Truppenlagern zu Hilfe erlen. Diese stirb nun. mögen sie in einem Felsloche, in einem Korbe oder in einem hölzernen Kasten angelegt sein, stetS mit den nötigen BerteidigungSwrrken versehen. Eine Spezialtruppe von Pionieren ist damit beauftragt, von Erlen und Birken, Pappeln und Weiden eine Art Leim einzusammeln, der zur Zementierung der Wälle benutzt wird. Die Weite der Eingänge und AuSgSnge entspricht genau deo Körpermaßen der Bewohner. Gelingt es allen Wilsons, und ein englischer Minister hat sich bereit erklärt, sie zu diskutieren. Ter gegenseitige Verzicht auf Eni- schädigung für Kosten und Schäden des Krieges ist als allgemeine Regel ausgestellt. Bezüglich der K o st e n haben dies fast alle Kriegführenden bereits zugestanden(Rußland, Frankreich, England, Deutschland, Oesterreich); Rußland, Deutschland und Oesterreick haben diese Zustimmung auch bereits auf die K r i e g s s ch ä d e n ausgedehnt, R i b o t da- gen hat eine Unterscheidung gemacht, indem er die nt schädigung für sein Land forderte. Eine Ausnahme macht die Note selbst übrigens für Belgien, und wir wissen nicht, ob sürandereNationen vielleicht dieselben besonderen Gründe vorliegen wie für Belgien. Die hauptsächlichen kriegführenden Staaten sind auch für einen Frieden ohne gewaltsame Annexion. Tie russische provisorische Regierung hat die Formel„ohne Annexionen und Entsckiädigungen" aufgestellt, d a S d e u t s che und österreichische Parlament haben sie gebilligt, ebenso auch Ribot, indem er nur b e z ü g- lich Elsaß-Lothringens eine Unterscheidung zwischen Annexionen und„DeSannexionen" mochte. Tie Folge des Verzichts auf Annexionen ist die Räumung der besetzten Gebiete, und hier sind die am meisten besprochenen Fälle, Belgien, Nordfrankreich, deutsche Kolonien, ausdrücklich genannt. Was die allgemeinen Punkte betrifft, so hat die Note also nur auf solche verwiesen, über welche die Kriegführenden mehr oder weniger einig sind, und deren näherer Erörterung sie sich deshalb nicht entziehen können, ohne sich selbst zu wider- sprechen. Ueber die besonderen Fragen konnte der Heiliae Stuhl nur den Wunsch äußern, die feindlichen Mächte möch- ten wegen der ungeheuren Segnungen eines dauernden Friedens auch diese in versöhnlichem Geist prüfen, und die eigenen Interessen mit denen der Allgemeinheit in Ein- klang bringen. Bern, 25. August...Matin" meldet emi New D o r k: Der apostolische Delegat für die Vereinigten Staaten Monsignore Bonzano gab in Kansas Cith folgende Erklärung ab: Ich kann nach einer Mitteilung von hochgestellter Seite versichern, datz der Papst keineswegs glaubt, datz die kriegfübrenden Staaten sich in kurzer Frist verständigen würden, aber der Papst glaubte den Führern der kriegführenden Nationen unparteiische Vorschläge, die schließlich zum Frieden führen würden, machen zu können. Belgien an üen Papst. Le Havre, 25. August.(Meldung der Agemce HavaS.) In ihrer Mitteilung über den Empfang der Botschaft de» Papste» zollt die belgische Regierung den erhabenen Gedanken, von welchen die Botschaft getragen sei, ihre Huldigung und spricht ihr« Dankbar- ? e i t aus für das besondere Interesse de? Heiligen VaterZ für das durch den Krieg so grausam und so ungerecht getroffen« belgische Volk. Di« belgische Regierung werde die Vorschläge und den Appell de? Papste? mit grotzer Ehrerbietung prüfen. Vorbereitungen zur Moskauer National- Versammlung. T. 0. Amsterdam, 26. August. Für die Moskauer National- Versammlung werden Versammlungen abgehalten. In einer solchen Versammlung von Dumamitgliedern, Vertretern der Stadtverwaltungen und SemstwoS erklärt« Prinz Trubetz- kor, datz die Regierung von revolutionären Organi. sationen beherrscht werde. Nur durch sein Genie und seine unermüdliche Arbeit sei KerenSki der einzige Mann, der die Lage beherrsche. Ter frühere Generalissimus Alexe- j e w erklärte, datz der Sitz der Regierung nach Moskau ver- legt werden müsse. Professor Jljin stellte fest, datz sämtliche sozialistischen Mitglieder an der Desorganisation, die aus jedem Gebiete des Staatswesens herrsche, schuld seien. Die Politik des Ministers des Innern Arkensijew und des Landwirt. fchaftsministers Tfchernow ruinierten das Land. Ferner stellte ExgeneralissimuS Alexejew fest, datz durch die Revolution die militärische Disziplin geschwunden sei. Die Armee sei vollständig desorganisiert. Ter ehemalige Oberbefehlshaber Brussilow bestätigte AlexeiewS Worte. Obschon die Regierung eS wünscht, datz der Kongreß keinen einzigen Kol- Icktivbeschlutz fasse, wird dies wahrscheinlich doch geschehen. Auf VorsichtSmatzregeln zum Trotze feindlichen Bienen oder anderen Feinden, die Toreingänge zu erzwingen, so nehmen die Angegriffenen ihre Zuflucht zum.Schützengrabenkrieg', wobei jeder einzelne der parallelen WacbSkuchen einen befestigten Graben bildet. ES klingt unwahrscheinlich, entspricht aber den beobachteten Tatsachen, datz .Schildwachen" ausgestellt werden, und wenn eine Arbeitsbiene mir Proviant zurückkehrt, so nähert sich ihr die Wache und scheint ihr das.Losungswort' abzuverlangen. Etwaig« Eindringlinge oder .Spione' aus anderen Völkern werden von den Wachtposten verjagt oder getötet. Ist eine Truppe von Marodeuren der Wache zu stark, so ruft ein.drahtloses Telegramm' eiligst die notwendigen Reserven herbei; gelingt eS aber einem Spione, in den Bienenkorb einzudringen und ihn zu berauben, so steht man ihn bald wieder den Rückzug antreten. bis, wenn mehrere solcher Streiszüge gelungen sind, da? ganze Volk sich plötzlich auf die Festung wirft, und zwar ohne datz vorher eine Kriegserklärung folgt. Der Kampf wird dann mit der äutzersten Erbitterung so lange fortgesetzt, bis ein Volk durch den Verlust seiner Königin eine entscheidende Niederlage erlitten hat. Werden die Kämpfe von der Nacht überrascht, so wird der Kampf abgebrochen. aber der Angreifer kehrt am nächsten Tage zurück und nimmt den Kampf sogar mehrere Tage hintereinander auf, wenn nicht daS Wetter dies verhindert. Komische Gper:»Schwarzwalümäüel�. Di« kleine Stessi W a l i d l kann noch als Typus eine? naturwüchsigen, von jedweder Großstadt., kultur" noch unbeleckt ge- blieben«» LandkindeS auf der Operettenbühne angesprochen wer- den. Auf ihre„Entdeckung" könnten sich ihre Protektoren etwas einbilden, wenn sie Vorsorge träfen, daß eine zweifellos starke Begabung für Natürlichkeit nicht wieder, wie das ja leider meistens zu geschehen pflegt, oberflächlicher Schablone und Manieriertheit verfällt. Dazu würde es wohl kommen, sofern man fortfahren wollte, der Künstlerin„Rollen auf den Leib' zu schreiben. DaS vorige Mal hatte Steffi Walidt ein ungarisch«? und diesmal ein gleichfalls in einem Wirtshaus bedienstetes„Schwarz- w a l d m ä d e I" darzustellen. Der ,.Aschenputtelchen"»Charakter ist da wie dort der gleiche. Daraus ergibt sich schon daS Festhalten eines gewissen SckabloniZmuS, der. wie bereit? bemerkt, über kurz oder lang schädigende Wirkungen haben könnte. An sich scheint daS„Bärble"— so heißt die Titekfigur dieses neuen von August Neidhart verfaßten OpperettentexteS— aus Auerbachs Schwarzwalder Dorfgeschichten herzustammen. Und mit ihr alle anderen VolkSgeltalten—- auch der alte Tomkapcll- meister, der sich eingebildet, datz daS„Bärble" i h n liebt und zum Gglten Pegehre, und den rn seinen Glücks träumen und seinem jeden Fall wird jede politische Gruppe, die an dem Kongreß teil- nimmt, ihre Resolution zur Abstimmung vorlegen. Man hört frier die Stimme der russischen Imperialisten, die voraussichtlich die Moskauer Nationalversammlung beherrschen werden und sich jetzt schon rn Anklagen gegen die Sozialisten und den A.» und S.-Rat üben. Schwierigkeiten öer rujfischen Kohlen- föröerung. Bern, 25. August. Der russische Handelsminister P r o k o- P o v i t s ch hat dem Petersburger Sonderberichterstatter der „Daily Mail" erklärt, der Rückgang der Kohlenförde- rung im Donetzbecken, seit Kriegsausbruch um 45 Proz., sei sehr bedenklich; man habe den Grubenbesitzern bereits 20 Millionen Rubel vorgeschossen, um die Aufrechterhaltung des Betriebes zu sichern; aber bisher sei eine Erhöhung der För- derung nicht erzielt worden. Wenn sie um 20 Proz. vermehrt würde, würde die Lage erträglich, anderenfalls sehr ernst sein. Da der Donetzbezirk der Haupt sitz der Extre- m i st e n sei, seien die Aussichten aus Besserung der Lage durch gütliches Zureden nicht sonderlich günstig. Der Berichterstatter bemerkt zugleich, datz nach eingehenden Erhebungen die Verteuerung de» Lebensunterhalts im Bezirk von Moskau seit Kriegsausbruch 316 Proz., die Er» höhung der Arbeitslöhne nicht über 125 Proz. betrage. Prozeß Suchomlinow. Petersburg, 25. August.(Meldung der Petersburger Tele» graphenagentur.) Im Prozeß Suchomlinow wurde gestern die außerordentlich umfangreiche Anklageschrift verlesen, die mehr als 166 Seiten umfaßt und in der der ehemalige Minister de? Hochverrats, des Mißbrauch? des Vertrauens und der Veruntreuung öffentlicher Gelder, seine Frau der Mitschuld angeklagt wird. Die Frage des Gerichts» Präsidenten, ob es sich schuldig bekenne, verneinte da? Ehepaar Suchomlinow auf das entschiedenste. Die ermattenöe Offensive an öer Westfront. Berlin, 26. August. Die Generaloffensive der Entente er» mattete am 25. August an der Westfront und im Osten. Nur an der italienischen Front waren die Kämpfe abermals äußerst heftig. An der flandrischen Front ging in den frühen Morgenstunden nach wechselvollen Kämpfen ein kleiner vorgeschobener Posten südlich Lombardzyde verloren. Gegen 11 Uhr abends versuchten feindliche Dwtzabtellungen den am Morgen errungenen Vorteil auszubauen und zu vergrößern. Sie wurden jedoch ab» gewiesen und im Nachstotz der Po st«n st and wieder von uns besetzt. Verschiedentlich wurden feindliche Patrouillen zu» rückgewiesen, so ein stärkerer feindlicher Schkeichtrupp, der am Abend nach heftiger Feuervorbereitung in der Gegend von St. Ju- lien vorzudringen suchte. Di« am Tage bei st ü r m i s ch e m Wetter mätzig« Flugtätigkeit belebte sich gegen Abend und war auch am Morgen des 26. August rege. An der Artorssront haben die Kanadier ihre erfolglosen ver- lustreichen Angriffe eingestellt, ein« große Menge von gefallenen Kanadiern liegt vor unseren Stellungen. Wie am Vortage flackerte die Kampftätigkeit im Räume von St. Ouentin an verschiedenen Stellen zu größerer Lebhaftigkeit auf. Seit Mittag lag planmäßiges Zerstörungsfeuer auf der Makakoff-Ferm« und südlich davon. Gegen Abend ging eS mit be- sonderer Wucht auf unsere neugewonnenen Stellungen bei dew Guillemont-Ferme über. Hier hatten wir schon vormittag? einen feindlichen Gegenangriff zum Teil im Nahkampf abgewiesen. ll Uhr abend? erfolgte an dieser Stelle«in erneuter feind- licher starker Teilangriff. Die hin und her wogenden erbitterten Kämpfe hielten die ganze Nacht an. Der Feind erlitt schwere Verluste. Seit den frühen Morgenstunden liegt schweres Feuer auf unseren Gräben bei der Malakosf- und Cologne- Ferme. In der Nacht wurde St. Ouentin heftig mit Brand- granaten beschossen. 15 Gebäude, darunter das Nonnenkloster, sind ausgebrannt. Während da» feindliche Artilleriefeuer auf dem westlichen MaaSufer ermattete, wütete eS auf dem O st u f e r an verschie- denen Abschnitten mit alter Heftigkeit. Von Nachmittag an bis GlückSverzicht Gustav Cbarle mit ansprechender Gemütswärme verkörpert. Die sonstigen Figuren sind touristische Norddeutsche oder„Berliner" von der Art, wie Karl Neitzer sie zu geben liebt, und lediglich dazu bestimmt, das LiebeSelement. schließlich die üb- lichen drei„glücklichen Paare" zu stellen. Daß die Handlung partienweise überladen, daher ziemlich kompliziert erscheint, ist «in Fehler.! Di« Musik hat Leon I e s s e l geschrieben. Den„DuktuS" alleü Couplets und Melodien neuzeitlichster Modeoperetten tragen auch seine Notenkomplexe für Gesang und Onbester. Manches, das soll nicht geleugnet sein, hat doch originale Ansätze. Zum mindesten derstcht sich Jessel auf das offene Geheimnis raffinierter Jnstru- mentierung: er kredenzt Pfeif-, Fagott-, Posaunen-, gestopfte WaldhornsoliS, kommt dem Publikum mit schwarzwäldlcrischen und oberrheinischen Tänzen, Volksliedern usw., wobei freilich auch manche Ungeschmäcklichkeit— wie beispielsweise das Ouinteji- Couplet auf dre gegenwärtige Hamsterei und ErnährungSfroge— mit unterläuft. Im ganzen aber heimste die Neuheit, dank frisch- froher Singerei und Darstellung— regsten Beifall«in und wird sich wohl eine Weile halten. �_ elc. Eine Kriegsprophezeiung wells. Der englische Romanschreiber H. G. Well», der seinen Romanen mancherlei Zukunftsphantasien zugrunde legte, hat vorläufig mit dieser einen aus dem Jahre 1908 stammenden mehr al» recht bebakten. Er schrieb damals:„Was mich betrifft, so kann üb mir wohl vorstellen, daß ein Zusammenstoß mit den großen Mächten wie England und Deutschland oder Amerika so ziemlich alle anderen Mächte der Welt mitschleppen wird, der dann das ganz« .Kreditsystem, auf dem unser gegenwärtige? ökonomische? Leben beruht, vernichten und allen Fortschritt aus lange hinaus aus den Fugen bringen wird." Große Städte sieht die Pbantafie„rot von Verwüstung, inde» riesige Luftschiffe den Horizont verdunkeln,«norme Geschosse auS weiter Ferne auf unbeichützte Städte niederfallen". Und Wege, von Strömen wütend Kämpfender bevölkert— aber auch von Flüchtlingen; Schlachten, bei denen die Leitung den Generälen entgleitet und die in erbitterten Metzeleien enden... Man hat die Vision von zerstörten Verbindungen, von vernichteten Zügen, gefüllt mit LebcnSmittcloorrat, von Schiffen, die mit vollen Frach- ten zum Sinken gebracht werden— von Riesenmassen Arbeitsloser, Straßenunruhen, von Hungersnot und Menschen, die durch Hungersnot zum Aufftand getrieben werden... Wells ist sonst ein phantastischer Schreiber— aber wie armselig mutet uns diesmal feine Phantasie an gegenüber der Wirk- fichfett, die wir schaudernd erleben. in die Nacht hinein lag schwerstes Feuer aller Kaliber auf unseren Stellungen von südwestlich Beaumont biz zum Chaume-Walde. Mit dem grauenden Tage steigerte es sich zu Srotzter Heftigkeit. Bei dem gemeldeten französischen Borstotz von der Höhe 304 nach Norden erlitten die Franzosen besonders in unserem Wwehrfeuer schwere Verluste. Die Darstellung des französischen Heeresberichts vom 24. Nugust, wonach die Franzosen in einem einzigen Anlauf die ge> waltig befestigte Höhe 304 nahmen, ist irreführend. Die Höhe 304 war seit nahezu Z Tagen planmäßig geräumt. An der Ostfront außer vorübergehenden Feuerüberfällen und Einzelnen PatrouillenunternehmungSn keine besonderen Ereignisse. Französischer Heeresbericht vom 26. August nachmittags. In Belgien ziemlich heftige Artillerietätigkeit in der Gegend von Bix- schote. Südöstlich St. Ouentin drangen gestern abend Abteilungen in die deutschen Schützengräben ein und brachten 31 Gefangene rnit zurück. Ein anderer Einbruch westlich des Pantheon bracht« UnS gleichfalls Gefangens ein. In der Ehamtpagne nahm der Artilleriekampf in der Berggegend ziemliche Stärke an Feindliche Handstreiche gegen VauquoiS nordostlich Avocourt scheiterten voll. kommen. Auf dem linken MaaSufer machten unsere Truppen neue Fortschritte nördlich der Höhe 304 und nahmen heute nacht in glän- zendem Sturm die befestigten Werke südlich Bethincourt. Die Zahl der unverwundeten Gefangenen, die wir am gestrigen Tage auf dem linken Ufer machten, beträgt 450, was unsere Gesamtzahl auf 8100 erhöht. Ruhige Nacht auf der übrigen Front. Englischer Heeresbericht vom 25. August nachmittags. In er- folgreichem Angriff, den wir gestern nacht westlich von LenZ mit geringen Verlusten ausführten, nahmen wir ein kurzes Stück einei deutschen Grabens, der einige örtliche Bedeutung hat. Ebenso nahmen wir einen feindlichen Posten bei Tombartzvde, machten Ge- sangene und erbeuteten ein Maschinengewehr. Heut« früh Mich von Epehy starke Artillerietätigkeit. Gegen zwölffache Uebermacht. Wie«, 20. August. Die Kriegsberichterstatter der Blätter be- Wichten von der Jsonzofront, daß die Italiener gegen die Hermada Ungefähr doppelt soviel Truppen einsetzten, wie in d e r zehnten Jsonzoschlacht, und ihre Stärke die unsere st ellenweise zahlenmäßig um das Zwölf- fache überragt. Die auf der Hermcrda kämpfenden drei fiebenbürgifchen Regimenter wurden gleichzeitig von zwei italienischen Brigaden angegriffen, hinter welchen je vier Brigaden in Reserve standen, so daß sich tatsächlich jedes der österreichifch-ungarifchen Regimenter sechs feindlichen Brigaden gegen- über sah. Diese ungeheure Uebermacht geht in ununterbrochenen Wellen vor, so daß zwischen den einzelnen Jnfanterieangriffen den ganzen Tag über keineRuhepause eintritt. Tagsüber fanden schätzungsweise acht bis zehn Angriffs statt, so daß ein Bataillon der genannten Regimenter 30 Stunden ununter» brachen im Kampfe stand. Die Verluste der Italiener waren dank dem wunderbaren Zusammenwirken von Infanterie und Artillerie des Verteidigers derartig, daß die Hälfte der an. greifenden Truppen gefechtsunfähig ausschied. Die österreichisch-ungarische Artillerie und die Maschinengewehre taten dort furchtbare Arbeit. DaS Land vor unseren Stellungen ist buchstäblich mit FeindeSleichen übersät. DaS Aufräumen des Schlachtfeldes war jedoch angesichts der pausenlos fortdauernden Kämpfe unmöglich. Die Kämpfe in Gftafrika. London, 25. August.(Meldung des Reuterfchen Bureaus.) DaS KriegSamt meldet: Im Lindagebiet wurde der Feind auf «ne Entfernung von 8 Meilen während der letzten Tage weiter zurückgetrieben. Im Kilwagebiet sind Anzeichen für ein teil- weife! Zurückweichen der vorgeschobenen Truppen de» Feindes bemerkbar. Im Mbenkurutal belästigten unsere Patrouillen an» dauernd die ihnen gegenüberstehenden feindlichen Streitkräfte. Im Nordgsbiet wurden die deutschen Posten nördlich des Ruahaflusses auf das Tüdufer getrieben, und zwar durch das Vorrücken der belgischen Kolonnen von Kilossa aus, deren Bewegung nach Süden anhält. 05 Meilen südwestlich Mahengo wurde eine beträchtliche deutsche Streitmacht, die in jenem Gebiet operiert, von unseren Kolonnen eng eingeschlossen. Im Südgebiet nähern sich unsere Truppen Tunturu, einem wichtigen VorratSzentrum des Feindes. Angebliche Erfolge in Ostafrika hat Reuter schon oft gemeldet. Die einzige sicher« Tatsacke, die aus den englischen Berichten her» vorgeht, ist die, daß die deutschen Verteidiger sich auch jetzt nach drei Kriegsjahren noch immer mit Zähigkeit wehren. Der schwedische Gewerkschaftskongreß. Stockholm, 25. August.(Eig. Drahtbericht de?„Vorwärts".) Der schwedische Gewerkschaftskongreß lehnte die Anträge auf Her- auSgabe einer GewerkfchaftSzcitung ab. Ferner verbot der Kongreß die Annahme von Parlamentssitzen durch Gewerkschaftsführer. Zugleich lehnte der Gewerkschaftskongreß auch die beantragt« Pro- klamation gegen den Syndikalismus ab, um diesem nicht eine Be- deutung beizumessen, die ihm nicht zukommt. Lindquist wurde mit über Zweidrittelmajorität als LandeSvorfitzender wiedergewählt. Gin Franzose gegen den Wirtschaftskrieg nach dem Kriege. Professor Eh. Gide von der Pariser Universität spricht sich in der.Revue VEconomie Politique" gegen den von der Entente be- fürworteten ökonomischen Krieg gegen die Zentralmächts unter nachfolgender Begründung auS: 1. Unter den Völkern der Zentralmächte sind viele, mit denen wir durch große Sympathien verbunden sind: Tschechen, Dänen, Polen, Serben, Rumänen, Italienern, nicht zu reden von den Elsah-Lothringern,— Müssen diese Völker durch den Bannfluch de» Boykott? gleichzeitig mit unseren Feinden ver- nichtet werden? 2. Nach dem Krieg werden die deutschen Industriellen ihr« Produkte„neutralisieren". Die Marke„Made in Germany" wird verschwinden. Die deutschen Artikel werden durch Filialen deut- scher Firmen in neutralen Ländern oder durch pseudo-neutrale Händler, die sich in Ländern der Entente niederlassen werden, ver- kauft werden. 3. Ein Boykott ist nur dann möglich, wenn der Ring der Entente-Länder auch nach dem Krieg unzer- brechlich bleibt. Wird aber nur eine der Mächte untreu, dann wird diese den gewaltigen Vorteil wollen, allein den Platz «inzunehmen, den die anderen Mächte leer gelassen haben. Ein einziger Verrat kann daher den ganzen Boykott zunichte machen. Sieht man aber, wie schwer ei schon selbst unter dem Druck des Krieges ist, eine gemeinschaftliche Front zu bilden, dann ist es nicht wahrscheinlich, daß man eS in Friedenszeit können wird. IlebrigenS würde damit nicht allein die Ausfuhr Deutschlands, sondern auch unsere eigen« beeinträchtigt werben- Frankreich liejert« jährlich für eine Milliarde an Deutschland und Oesterreich. Ruß- land, das mehr als die Hälfte und Italien, das mehr alz ein Viertel seiner Ausfuhr in Mitteleuropa unterbrachte, wären in einer noch schlimmeren Lage. 4. Die französische Eisenindustrie kann die deutschen KokeS, der französische 2 a n d b a u den deutschen Kali nicht entbehren. Von diesen Stoffen wie von einer geringen Zahl von Fabrikaten und Halbfabrikaten hat Deutschland stet? da? Monopol gehabt. Weiter führt Professor Gide an, daß auch der schlecht« deut- sche Wechselkurs die Ausfuhr nach dem neutralen Markt begünstige und daher die Gefahr bestehe, daß die Entente durch Ueberbietung im neutralen Ausland mit ihren Artikeln den kürzeren ziehen würde und die Alliierten nicht allein die sieben Milliarden, die ihre AuSfuhrnach Mittel- europa aufbrachte, verlieren würden, sondern dazu noch die 20 bis 25 Milliarden betragende Ausfuhr in den neutralen Ländern. Und endlich 5, Eins ökonomische Umzingelung der Zentralen würde daS beste Mittel sein, die so sehr befürchtete ökonomische Zusammenschließung unter ihnen zu bewirken und ihnen oben- drein die Balkanstaaten und vielleicht auch die Ostseeländer in die Arm« zu treiben.-» Am interessantesten an diesen Darlegungen ist wohl, daß Professor Gide, einer der angesehensten Nationalökonomen Frank- reich», Elsah-Lothringen auch nach dem Kriege ruhig zu Deutsch- land gehören läßt und auch sonst ein geographisches Bild der Nach- kriegSzeit entwirft, das mit den Kriegsziele« der Entente nicht die geringste Aehnlichkeit besitzt. Rußlanös Verhängnis. Ein Kenner russischer Verhältnisse schreibt unS: Der ehemalige deutsche Botschafter in Petersburg, Traf P o u r t o l � S, hat sich seit dem Ausbruch des Krieges wohl- weislich in den Hintergrund gehalten. Es ist nicht recht klar, warum er sich durch seine am 13. August veröffentlichten und auch vom„Vorwärts" erwähnten Mitteilungen an den Ver- treter von Wolffs Bureau über den Kriegsausbruch wieder in Erinnerung gebracht hat. Wclterschütternd waren diese Mitteilungen gerade nicht. Eine Einzelheit aus den Erinnerungen des Grafen P. ist indessen doch näherer Erörterung wert, und zwar die Be, mcrkung, daß Herr Sasonow, der damalige russische Minister des Auswärtigen, in einer Unterredung mit dem deutschen Botschafter sich das Geständnis habe entschlüpfen lassen, „Rußland könne mit Rücksicht auf die Erhal- tung der Dynastie(der Zarenfamilie) keine andere Politik treibe n." Von jeher hat das System deS Zarismus darin bestanden, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben. Als in den Jahren nach dem unglückseligen japanischen Abenteuer die fortschritt- lichen Bestrebungen der unteren Volksschichten in Rußland auch in der russischen Bourgeoisie Boden gewannen, als in- folgedessen bei dieser Bourgeoisie die von der Regierung unter Ausnützung der französischen Rüstungsmilliarden ansge- gebene Losung„Eimcdisse» vous!"(Bereichert Euch— aber laßt uns in Frieden!) nicht mehr so recht verfing, begann S t o l y p i n, der verschlagene Hüter der zarischen Selbst- Herrschaft, der Bourgeoisie den Nationalismus und damit auch den Imperialismus als Gegengift gegen„umstürz- lerische" Ideen einzuimpfen. Die von Stolypin gerufenen Geister konnte Sasonow nicht mehr beschwören! Als die Stunde der Entscheidung schlug, stand. der einflußreichste Teil des russischen Bürgertums so tief im Banne großrussischer und panslawistischer Gedanken, Träume und Begierden, daß der Zarismus in den Krieg mußte, wenn er nicht zusehen wollte, daß die in ihren wilden Hoffnungen enttäuschte Bour- Seoisie endgültig auf die Bahn des Kampfes gegen die Selbst- errschaft gelange. Bestimmend Wirkte auf den Zarismus ferner die Aussicht auf einen leichten Sieg angesichts der un- geheuer starken und in entscheidenden russischen Kreisen für unüberwindlich angesehenen Koalition gegen die Mittelmächte — die Aussicht also auf einen militärischen Erfolg und damit die Möglichkeit, die ins Wanken geratene Autorität wieder- herzustellen und sie gegen die„Umstürzler" scharf anzusetzen. Der Krieg, der die Selbstherrschaft festigen und den demo- kratischen Gedanken für immer niederwerfen sollte, hat Nikolaus den Thron gekostet und das russische Volk zum „souveränen Lenker" seiner Geschicke gemacht. Für das neue demokratische Rußland wäre damit der Krieg zu Ende ge- Wesen. Er hat dem Volk um einen ungeheuren Preis an Gut und Blut mittelbar die Befreiung vom Zarismus ge- bracht, kann ihm ober weiter nichts bringen. Das neue Ruß- land hat durch den Krieg(und die Fortsetzung des Krieges) nichts mehr zu gewinnen, will auch nichts gewinnen. DaS Volk stöhnt unter seiner Last und sehnt mit jeder Faser deS Herzens den Frieden herbei. Wenn nun, fünf Monate nach der Revolution, ungeachtet des immer wieder mit elementarer Gewalt zum Ausdruck kommenden Friedenswillens deS Volks und des größten Teiles des HeereS, Rußland sich in dem zweck- und nutzlosen Ringen weiter verzehrt, so muß es doch um die„souveräne Lenkung" seines Geschickes durch das Volk schlecht bestellt sein. Tatsächlich ist daS russische Volk von der Leitung der auS- Eärtigen Politik völlig bei Seite gedrängt, abgedrängt, und zwar durch dieselbe dünne Oberschicht, die im Einverständnis mit dem Zarismus zum Kriege getrieben hat. Die russische Demokratie hat dank ihrer inneren Uneinigkeit und Zcrsplitte- rung nicht die Kraft gefunden, die von England genützten und gestützten Hemmungen zu überwinden. Absurd und tragisch zugleich ist der Anblick eines großen Volkes, das am Gängelbond einer verschwindenden Minderheit im D i e n st einer fremden Macht sich in einem Kampfe zerfleischt, der zu seiner eigenen Unterjochung begonnen worden war. Reichstagsmehrheit unö Regierung. Gegenüber der sich täglich steigernden Konflikthetze der konservativen Partei macht das Berliner ZcntrumSblatt, die „Germania", folgende ruhige und bestimmte Feststellungen: Die Konservativen rufen seit Jakiren nach dem„starken Mann". Tai solle beißen, nach einer Persönlichkeit, die ohne nach den Mehrheitsverhältnissen deS Reichs- ta�S zu fragen, regiert und somit da? Wohlgefallen der konservativen Partei hervorzurufen geeignet ist. Ob sie ein der- artige? Verfahren unserer Exekutivgewalt tatsächlich für möglich halten, müsse man, wie gesägt, bezweifeln. Welche praktische Konsequenz würde heutzutage der Versuch einer solchen Regie- rung hoben? Sie würde zum sofortigen, wahrscheinlich schon in wenigen Tagen eintretenden Konflikt init der übergroßen Mehrheit de» Reichstags führen. Dieser Konflikt würde bei den «ichtigftsn AvjtrMMpngev sicherlich zutage Veten. Für die Regierung Webe daher nur dl« Möglichkeit der Auflösung. Irgendein greifbares Refultat könne eine solche nicht bringen. Selbst der größte alldeutsche Optimist werde sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, daß es möglich sei, die jetzigen MehrheitSparteien in die Minderheit zu versetzen. Bleibe also nur ein Regieren ohne Parlament und damit der Bruch der Reichsverfassung. Welche Folgen daS haben und welchen Jubel eine solche Entwicklung bei unseren Feinden erregen würde, davon kann man sich ungefähr ein Bild machen. Auf ähnliche Ausführungen, die wir am letzten Sonn- abend machten, antwortet die.Areuzzeitung" mit folgender Verlegenheitsausrede: Der„Vorwärts" meint, wenn die Regierung die Papst- not« nicht im Sinne der Mehrheit beantwortet, so bleibe dieser immer noch die Möglichkeit einer Interpellation in der Vollver» sammlung deö Reichstages. Gewiß kann sie, wenn sie die Rücksicht auf die Lage des Vaterlandes außer a ch t läßt, durch Kundgebungen aller Art, durch Erregung von Krisengerüchten und Konfliktsstimmung, durch öffentliche Be- sprechungen das Vaterland schwer schädigen. Auch dieser Gefahr braucht man indessen nur unerschrocken ins Auge zu sehen, um sie zu bannen. Das sind weiter nichts als Redensarten. Der Reichstag würde gerade dann jede Rücksicht auf die Lage des Vaterlandes außer acht lasten, wenn er ungehindert einen Kurs walten ließe, der nach seiner Ueberzeugung für das Vaterland un- heilvoll ist. Gegen die Ueberzeugung des Reichstags anlaufen und damit einen Konflikt herbeiführen wollen, das nennt die „Kreuzzeit, ing"„Unerschrockenheit". Wir nennen eS Gewissenlosigkeit und verbrecherischen Leichtsinn. Freiherr von Stumm auf Urlaub. Der Unterstaaissekretär im Auswärtigen Amt, Freiherr v. Stumm, hat«inen dreimonatigen Urlaub angetreten. Herr v. Stumm soll, wie die„National-Zeitung" hört, der Verfasser des vielbesprochenen Artikels in der„Norddeutschen Allgemeinen Zei- tung" sein, in dem gegen die bekannten Veröffentlichungen de? ehemaligen amerikanischen BostchafterS Gcrard in einer so wenig glücklichen Weise Stellung genommen wurde. Wir glauben, daß die Gründe dieses Urlaubs tiefer liegen und daß sich der Urlaub selbst Unter Umständen auch noch ver- längern läßt. Glöenburg-�anuschau an walöow. Herr v. Oldenburg-Januschau veröffentlicht im„Berl. Lokal- Anzeiger" einen dritten Kriegsbrief, in dem er sich neuerdings mit großer Schärfe gegen da» System der zentralen Bewirtschaftung und der Höchstpreise wendet, deren baldigen Abbau er verlangt. Nach einer Abrechnung mit seinem„alten Kollegen Batocki" schreibt er: „Nun kommen neue Männer, und ich will hoffen, daß mit ihnen auch ein neues Wirtschaftssystem kommt. Ob eS KriegSernährungSamt, RcichSwirtschastSamt, Reichskanzlei oder sonstwie genannt wird, ob die Leiter Batocki oder W a l d o w heißen, die immer knapper werdende Versorgung Deutschlands infolge Verkümmerung der Produktion kann nur gebessert werden, wenn nichts mehr verdirbt, nicht alles vom grünen Tisch bewirtschaftet und die Produktion nicht gestört wird. Die Landwirte baben bisher ein Matz von gutem Willen und Geduld an den Tag gelegt, welches allen Mißgriffen gegen- über Stand gehalten hat. Ich hoffe, daß Herr, von Waldow die Fehler seiner Vorgänger nicht wiederholt." Herr v. Batocki hat bekanntlich wegen der Maßregeln, die Herr v. Oldenburg Fehler nennt, gehen müssen. Ob es ohne diese Fehler mehr Lebensmittel im Lande gäbe, steht dahin. Auf jeden Fall aber wären sie so teuer, daß die große Masse der Bevölkerung dabei verhungern müßte. Herr v. Waldow sollte also nicht den Ehrgeiz hegen, Träger eines„neuen Systems" zu werden, dessen Konsequenzen den unentwegten Agrariern erwünscht, im übrigen aber unabsehbar wären. Regierungsleute unö Großkapital. Wie die„Vossische Zeitung" erfährt, wird der bisherige Ge- Heime RegierungSrat C u n o vom Reichsschatzamt in die Direktion der Hapag(Hamburg-Amerika-Paketfahrt-Aktiengesellschaft), das be-- kannte Unternehmen Ballins, eintreten und der noch heute an der Spitze der ZentraleinkaufSgesellschaft(Z.E.G.) stehende Ge- heimrat Dr. Frisch nach Friedensschluß leitender Direktor der deutschen Levantelinie werden. Der Uebertritt hoher Reichs- und Staatsbeamter in den Dienst de« Großkapitals ist ein schwer vermeidbarer, aber auch nicht minder schwer erträglicher Uebelstand. Dadurch gehen dem Staat nicht nur wertvolle Arbeitskräfte verloren, sondern auch da? notwendige Verhältnis zwischen Staat und Kapital erfährt eine Umkehrung, wenn das Kapital als zukünftiger Arbeitgeber hoher Staatsbeamten auftreten kann. Besserung wird erst dann erzielt werden, wenn der Dienst am Staate, d. h. an der Allgemeinheit so hoch gewertet wird, daß der Uebertritt aus ihm in privatwirtschaftliche Dienste standeS- unwürdig erscheint und allgemeine Verurteilung findet. ES liegt im Interesse de? Staates selbst, die auf diesem Gebiet Herr- schenden laxen Auffassungen energisch zu bekämpfen. Lette Nachrichten. Das gewaltige Ringen am Jsonzo. Wien, 20. August. AuS dem KriegSpreffequartier wird am 20. August abend? mitgeteilt: Die Kämpfe nördlich von Görz und auf der Hochfläche von Bainsizza-Heiligegeift dauern an. Die italienischen Angriffe blieben ohne Ergebnis. Wie«, 28. August. AuS dem KriegSpreffequartier wird ge- meldet: Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern waren vorwiegend nördlich de? Wippach- TaleS große Kämpf«. Auf das Plateau von Dainsizza schob der Feind unausgesetzt Kräfte. Nachmittag? und in der Nacht griff er dann vielfach cm. Unsere tapferen Truppen wiesen ihn immer ab, mehrmals im Gegenstoß. Besonders schwer wurde um den Besitz deS Monte Gabriele gerungen. Der Berg blieb in unserer Hand, und der Feind erlitt schwere Verluste. Auch vor Biglia mißglückte ein feindlicher Angriff, und vor Merna hol- ten unsere Patrouillen aus einem zerschossenen Panzerauto ein Maschinengewehr. An der Jsonzofront war heut« morgen heftiger Gewitterregen. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Bei S o V e l a lebte wieder die Artillerietätigkeit auf. Auch zwischen Pruth und Sereth spielte des Russen Artillerie lebhafter. Aei Ejertköw tineteri jeinfelidje Fiiegerhomben emigp Ätntzeti GroMerlln Zur Erinnerung. Versprech«»tgen der Regier»ng i« der Kohlenfrage. Zu der in Aussicht genommenen Gas- und Elektrizitats- beschränkung erinnert der Mietcrvcrein des Groß-Berlincr Westens in einer Zm'chrift daran, daß die Regierung zu dieser Frage bereits zweimal sich ausgesprochen hat, und zwar hat bei der Besprechung der Kohleninterpellation im Reichstage om� 9. Juli der Staatssekretär Dr. H e l f f e r i ch erklärt; „Nicht überall kann gespart werden, so nicht bei der Eisenbahn und beim Hausbrand", und Herr Generalleutnant Gröner am 14. Juli im Reichstagsausschuß für das Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst folgendermaßen: Bor allen Dingen könne er sich dafür verbürgen, daß der H a u s b r a n d sicher. gestellt werde. Es dürste angebracht sein, auf diese Zusicherungen von behördlicher Seite nochmals besonders hinzuweisen. Meldepflicht für gewerbliche Verbraucher von Kohle, Koks und Briketts. Der Reichskommissar für die Kohlenverteilung hat durch die in Nr. 102-des.Deutschen ReichSanzergerS" veröffentlichte Be. kanntmachung vom 8. August 1017 bestimmt, daß die gewerblichen Verbraucher von Kohle, SMi und Briketts die in der Bekannt. machung vom 17. Juni 1017(„ReichSanzeiger" Nr. 14d) vorge- schriebe neu Meldungen in der Zeit vom 1. bis S. Septem- ber erneut zu er statten habe«. Zu den Meldungen find neue, in einzelnen Punkten abgeänderte Vor- drucke zu benutzen, die bei der zuständigen Ortskohlenstelle, beim Fehlen einer solchen bei der zuständigen 5tri«gSwirtschaftSsteIl>e, wenn auch diese fehlt, bei der zuständigen Kriegsamtsstelle zu be- ziehen find, lieber die Ausfüllung der Meldekarte« und die Stellen, an die sie zu richten find, gibt die bei den Meldekarten befindliche Anleitung näheren Aufschluß, Im übrigen find auch für die neue Meldung die Bestimmungen der Bekanntmachung vmn 17. Juni maßgebend. Seifevpreise beim Bezug vom GrohhSudl«. Der bisherige Wortlaut de? Z B der Ausführung sbestimmun- gen zur Verordnung über den Verkehr mit Seife, Seifenpulver und anderen fetthaltigen Waschmitteln vom 21. Junt 1017, der die dort festgesetzten Höchstpveise.bei Abgabe im Kleinhandel an den Selbswerbraucher" gelten läßt, ist vereinzelt unberech- tigterweis e dahin ausgelegt worden, daß der Aroßhan- del bei unmittelbarer Abgabe an die Ver- braucher höhere Preise fordern dürfe. Um diesem Mißverständnis jede Grundlage zu entziehen, find durch eine Be- kanntmachung des Reichskanzlers vom 13. August 1017 in dem erwähnten Paragraphen die Worte„im Kleinhandel" gestrichen worden. Damit ist einwandfrei klargestellt, daß bei der Ab. gäbe an die Verbraucher die Höchstpreise von keiner Seite überschritten werde» dürfen. Tie uSchflc Stadtvererdnetensitzunz. Am Donnerstag findet die erste Sitzung der Berliner Stadtverordnetenversammlung nach den Ferien statt. Eine Gentlemen-Einbrcchervande ist dieser Tag« von der Schmteberger Kriminalpolizei dingfest gemacht worden. Der An« führer dieser DiöbeSgesellschaft ist ein gewisser Nowack, der auch unter dem Namen Stein oder Ruprecht in den Kreisen der Sin- Brecher bekannt war. Die Mitglieder der Bande verkehrten in den feinsten Lokalen und Cafes am Kurfürstendamm und waren stets auf das eleganteste gekleidet. Sie konnten sich solche GcldauS» gaben auch um so mehr leisten, als, wie festgestellt ist, die Zahl der von ihnen beraubten Geschäfte eine überaus große ist. So drangen die Einbrecher bei Nacht in das Geschäftslokal der Firma Schi» korski in der Flensburger Straß«, wo sie für 11 000 Mark Kleiderstoffe erbeuteten, dann plünderten sie die Räume des Schneider- meisters Gerber am Kurfürstendamm und stahlen dort für 15 000 Mark Ware; ferner verübten fie nächtliche Einbrüche bei Gaß in der Motzstr. 81, woselbst sie über 20 000 Mark Ware erbeuteten, und bei tlelski, Motzstr. Zl, wo ihnen für 10 000 Mark Kleiderstoffe in die Hände fielen. Die Kriminalpolizei glaubt jedoch, daß Nowack und Genossen noch eine Reih« anderer Diebstähle verübt haben. Den oben angefiihrten Firmen konnten die gestohlenen Stoff« be- reits zurückgegeben werden; sie waren bei den Geliebten der Diebe, die die Hehlerinnen bildeten, versteckt worden. Die hereingefallenen Schieber. Verhängnisvoll wurde gestern zwei Schiebern ein heftiger Streit, in den sie am Rosenthaler Tor auf"offener Straße miteinander gerieten. Ein Kriminalbeamter der Sireifmannschaft hörte sich unerkannt die Auseinandersetzung an und schritt ein, als sie in eine Schlägerei ausartete. Ter Be- amte hatte so viel herausgehört, daß der eine von dem anderen 000 Mark zurückverlangte. Auf der Wache kam dann auch heraus. woher diese Forderung stammte. Die beiden Kampfhähne waren der Polizei schon bekannte Schieber. Einer von ihnen war nun auf einen Mann gestoßen, der sich für einen eben aus der Provinz hierher gekommenen Arbeiter ausgab. Dieser Mann erzählt« ihm, daß er 1B00 Mark Ersparnisse in Gold bei sich habe und mit einem kleinen Aufschlag verkaufen möchte. Der Schieber ging auf das Geschäft ein. Weil er allein gerade nicht Geld genug hatte, so schoß sein Freund 900 Mark zu dem Handel zu. Das Gold befand sich in Rollen mit dem Zeichen der Reichsbank. Die Käufer sahen aber trotzdem noch nach und kauften erst, als sie an jedem Ende wirklich ein Zwanzigmarkstück fanden. Auch das Gewicht prüften sie noch. Als auch dieses stimmte, schloffen fie das Geschäft ab und zahlten den verlangten Preis. Bald fanden sie auck einen Ab- nehmer, der bereit war. ihnen einen noch höheren Aufschlag zu zahlen. Als dieser aber die Rollen ganz öffnete, da zeigte sich, daß sie nur an jedem Ende ein Goldstück und in der Mitte eine Eisen- stang««ntbielten. die auf das Gewicht genau abgestimmt war. Der harmlose Mann aus der Provinz war«in„gerissener" Nepper ae- Wesen! Nach der unliebsamen Entdeckung gerieten sich die Schieber wegen der vorgeschossenen 900 Mark in die Haare und verrieten so ihr unsauberes Geschäft. Spertpark Treptew. Als Glanzpunkt de? Programms der gestrigen Radrennen kam ein Stmndenmaimfchaftsfahven zur Eni- scheiduna. Zwölf Mannschaften, unter ihnen Rütt und Lorenz, stellten sich dem Starter, deren jeweilige Partner sich nach Be- lieben ablösen konnten. Siebzehn Zeit- und eine Führungsprämie sorgten für ein durchweg flotteS Tempo. Die Mannschaft Sawall-Dahnke ging auS dem langen Rennen als Sieger hervor. Drei Bahnrunden vor Schluß des Rennens setzte Sawall plötzlich zu einem kräftigen Spurt an, der ihm«inen Vorsprung von etwa 100 Meter eintrug. Rütt nnd auch Lorenz zeigten vorerst wenig Lust, ihn einzuholen, in der letzten Runide war eS dann aber zu spät; fie konnten demzufolge nur den zweiten und dritten Platz belegen. Die Mannschaft Hoffmcmn-Neinars schied infolge eines Swrzes Hoffinanns, durch den er sich ein« Kopfverletzung zuzog, schon vorzeitig auS dem Rennen aus. Für die Steher waren zwei Dauevrennen hinter Motoren ans- geschrieben. Die dritte Klasse: Wiewerall, Schütz, Strenger, Bäumler, Brüning, Wurzel und Tennigkeit, bestritt den kleinen Preis von Treptow, bestehend auS zwei Vorläufen über je 10 Kilo- meter und dem Entscheidiingvlauf über 15 Kilometer; die bessere Klaffe: Nettelbeck, Kuschkow und Przhrembel, den Preis von Treptow in zwei Läusen über 20 und 30 Kilometer. Auch im kleinen Preis von Treptow ereignete sich ein Unglücksfall. Bäumler stürzte in der EinlcmfSkurve und zog sich eine größere Wunde über dem Aug« zu; er wurde in bewußtlosem Zustande von der Bahn getragen. Resultate. Kleiner Preis von Treptow, Entscheidungslauf über 15 Kilometer: 1. Wiewerall 14 Min. 0 Sek., 2. Tennigkeit 430, 3. Schütz 620 Meier, 4. Strenger weit zurück. Grüning und Wurzel unterlagen in den Vorläufen.— StundenmannschaftS- rennen: 1.' Sawall-Dahnke 40 Kilometer 240 Meter, 2. Lorenz» Hiepcl. 3. Rütt-Nieschalte, 4. Abraham-Borchardt, 5. Häusler-Kops. Den Führungspreis gewann Bauer.— Preis von Treptow nach Punktwertung. 1. Lauf, 20 Kstometer: 1. Nestelbeck- 18 Min. 14 Sek., 2. Kuschkow 140, 3. Przhrembel 1020 Meter zurück; 2. Lauf, 30 Kilometer: 1..Kuschkow 27 Min. 10 Sek., 2. Nettelbeck 700, 8. Przhrembel 1400 Meter zurück. Resultat: 1. Kuschkow 3, 2. Nette Ibeck S, 3. Przhrembel 4 Punkte. Eharlottenburg. Lebensmittel. Der Magistrat Charlottenburg wird demnächst auf den Kopf der Bevölkerung wahlweise entweder 1 Pfund Einmachezucker oder 2 Pfund Aufstrichmittel(Kunsthonig oder Marmelade) verkaufen. Vor der Abgabe findet eine Vor- anmeldung statt auf Abschnitt 126 der roten Nahrungsmittelkarte. Diese Abschnitte find in der Woche vom 20. August bis 5. September in den einschlägigen Geschäften abzugeben, und zwar für Ein- machezucker nur dort, wo die Bezieher in die Zuckerkundenlistck eingetragen sind, die Voranmeldung für Kunsthonig oder Marme- lade dagegen in den Geschäften, in denen die Eintragung durch die Kundenliste für Grieß, Graupen usw. stattgefunden hat. Di« genaue Ernbaltung dieser Vorschrift ist bei der letzten Verteilung nicht überall beobachtet worden und es wird auf diese Vorschrift besonders hingewiesen. Räch dem 5. September kann eine An- Meldung nicht mehr abgenommen werden. FriedrichSfrlde. Lebensmittel. Der Kreisausschuß bat die End« August beabsichtigte Ncuanmeldung für den Speisefettbezug aus Anfang L-ttober binausgeswoben. Der bei der jetzt gültige» Speisesetikarte vorhandene Anmeldeabschnitt verliert dadurch eint Zweckbestimmung. Spanda«. Lebensmittel. In der Woöbe vom 27. August big 2. September 1017 dürfen auf die Reichsflcischkarte entnommen werden: Auf Abschnitt 1 bis 8 der Vollkarte: 200 Gramm Schlachtviehfleiscb mit Knochen oder 160 Gram» Schlachtviehfleisch ohne Knochen. Auf Abschnitt 1 bis 4 der Kinder karten: 100 Gramm Schlachtviehsleisch mit Knochen oder 80 Gramm Schlachtvichfleisch ohne Knochen.— I» den durch Aushang kenntlich gemachten Fleischverkaufsstellen darß außerdem entnommen werden: Auf Abschnitt 0 der Vollz karte: 50 Gramm Blut- oder Leberwurst. Auf Abschnitt 1 bis>0 der Vollkarte: 500 Gramm Wildbret. Auf Ab- schnitt 1 bis 5 der Kinderkarte 250 Gramm Wildbret. Ein An« spruch auf Ucberweisung von Wildbret besteht nicht. Die Fleischverkaufsstellen sind von Donnerstag, den 3 0. d. M., von 8 Uhr vormittags ab bis ein schließ, lich Sonntag, den 2. September 1017, geöffnet. Tie Inhaber der Fleischverkaufsstellen haben die Abrechnung über die in der verflossenen Woche erhaltenen Fleisch- und Wurst- mengen unter Beifügung der abgetrennten Fleisch- marken und Bezugscheine sowie unter gewissen, hafter Angabe der von der Vorwoche noch vor- handenen Fleisch- und Wurstbestände am Mon- tag, den 3. September 1017, bis späte st enS 12 Uhr mittags, in der Fleischverteilungsstelle auf dem Schlachthofe abzugeben. Mus aller Welt. Eines Reichsgrafc» Sorge um sein Wild. Aus Hirschberg berichtet die.Breslauer Morgenzeitung� unter der Ucberschrift:.Jagdvergnügen und Volks« ernähr ung": .Im Riesengebirge erregt es heftigen Unwillen, daß Graf S ch a s f g o t s ch in Warmbrunn, einer der größten und reichsten Grundbesitzer Schlesiens, weile Stellen Hinibeergebüsch vor der Ernte der Früchte hat abmähen lassen. Graf Schaffgotsch läßt diese Maßregel, die unter den Einheimischen und Fremden leb- hafte Empörung hervorgerufen hat. in der Oefientlichkeit mit der Erklärung verleidigen, daß die dadurch vernichteten Himbeeren für dieVolkSernährnng nicht ins Gewicht fielen, er das Himbeerheu im Winter aber zur Ernährung seines große» Wildstandes unbedingt gebrauche. Deshalb werde er da? Ver- fahren auch weiterhin anwenden. ES ist kaum faßbar, daß einer der reichsten Männer deS Lande». der Millionengewinne aus der Erhöhung der Holzpreise während deS Krieges erzielt bat. sich zu solcher Anschauung in einer Zeit be- kennl, in der die Bauern ihr Milchvieh zur Ernäbrung deS Volkes bergeben müssen, und wirklich olle, aber auch alle Veranlassung vor- liegt, unnötige Verbitterung zu vermeiden." Kann der Reichsgraf von Schaffgotsch auf seinen 30 000 Hektar Land kein anderes Wildfutter finden als die Himbeersträucher? Und mußle er fie vor der Beeren«�» je abmähen lassen? Malzschieber. Der Makzfabrikant S e e l i g st e i n auS Oberndorf wurde wegen Malzschiebung vom Landgericht Schweiniurt zu 182 000 Mark A eldftrafe oder zwei Fahren Gefängnis verurteilt. Wetteraussichten für das mittlere Norddcutschland bis DienS« tag mittag. Ziemlich warm, vielfach Wolken. Im Westen weitver- breitete, östlich der jDder mehr vereinzelt«, im ollgemeinen leicht« Gewitterregen. ünantWorHii# für PoNM: Sri« Auiturr, Berlin: für den übrige» Teil des VlatteSi Allred Scholz, ZleulollN! kür Inserate: Tb. Mlocke, Derli». Druck ll. Verlag: vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Bau! Einger& Co� Berlin SW. Admirals-Palast. Die VovitAt Abrakadabra Gr. phuit. Ballett a. 4. Elte. Angenehm, kühl. AofenIhaH. 7'lt U. Vorzügl. Klche. Zelluloid»| Films Guttaperchas Hartgummi» Wachswalrens Schallplatten- Abfälle kauft Nachemstein CharletteRbarc• WindseheldstraBe»O. Tel. y Wilhelm B676 n. 4857. 6m mtim m zum Ausscheiden aller Echärsen aus den Säften gibt es nichts Besseres aisvpa theker Sauen- stein» Renattatieus- Vi«e» ganz bes. bei Ausschlägen, Ge- sichlsblüten, roter Haut, Flechten, Blutandrang und Verstopfung. Dose Ai. 4.00 nur een Ipgll. Linniltlu Virsnä, Spn«bir| 1.44, Obstverkauf! Aus dem Gutshose in Osdorf bei Lichters elde-Oft findet Klein- verlaus von Obst statt. Der Verlaus erfolgt nur gegen Vor- zeigung der Berliner Lebens- mittel katte. Vcrtauftzeit Wochen- tagS vormittags von 8— 1 Uhr, nachmittags von 3—7 Uhr. Obstversaud findet nicht statt. 76111* Die Gutsverwaltung. V_ Z�SlWMktlMZWlMÄ Ziehung am S». August i« verli«. 6Ippia-(|eld-Merie Oefemtbelrag der Gewinne: Zkart 90000 50 000 OOOufw Kos- z» Mk. 3.30'�»Ä86 � Kri-ftosch--ach. 10 Kose 33 M. einschstetzkich Postgeb. n. Liste. mm Slllsk SM.. SM Rene KSntgst«. 8« n. vkrandersir. S«. WWW Teleqr.: Schwarz, verkin, Zkeuetönststr. 8«. WWW KsIsiMitss und ungelerntes weibliches Personal für dauernde Arbeit facht in alle« Sbteilnnge« ligareiieniahrik Qarbäty, BerlinsPankow, Berliner Str. 123-125. Vieldnngen im Vetriebs-Bureau, Eingang Hadlichstrahe, wochentags von 8— 5 Uhr. Sonntags von 10—12 Uhr.» Brrbindungen: Ettafienbabn Nr. 45, 47, 48, St, 57, Eiement-?ahn, Linie Treptow— Buchbolz, Anto-Omnibu» Rr. 4. Borart-Berkehr: Etcttmer Bahnhof— Bernau, Etettiner Bahnhaf— Oranienburg. Brrlin-Trmpelhof, Germaniastras-e Nr. 145/145. Einriehter I' Revolver� Automat. stellen ein• Spczialkonstruktionen | Stegli«, Virlbusch str.Z7-k!g Goldleistenpaeker tSchtig und»«rverläffig, stellt so« fort ein SV2> Albert epiefick«. Gaibpalitarleisten- und Oval« rahmenfabrik, verlin, vergmannftr. 102. Velourhöte direkt in der Hutfabrik 88,Ci.a"8deV werte« Lombard-Hans 1 fielseslerte Fl 3 CJnrt 5 JR, Noch- Ky hoodwog voewilri» i Spezial-Arzt Dr. med. Hasche, Friedrichstr, 90 vehandi.»onTvphllis. Haut», Harn-, Frauenleiden, fpez. chron. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- ren, schmerzlose, kürzeste Be. Handlung ohne verussstörung. Blutunterfuchung. Maß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8, Sonnt. 11— 1. oj H.Graft, Leipzigeret.75 II 5 Volle normale Beloihang — Ditkretien, Re- elltlät. Gelegen- heitak., Uhren, i Brillanlen. m— Schmucksachen WW tO— SO'/, dbL Ladanpr. W 3 reue norn !©■ i CmawSoI n M-y4 t. Geschlechtskrankheiten. Harn- Opt»2l4tl''yil 21 leiden, Schwäche, Ehrlich-Hata-| Koren, Blut- und Harn-UnterMchungen. Institute: ni_ 44* a. d. LutsowstT« Sprechstunden rüKOJIuCr OH. Iii während d. Sommers'/jS-'/jlO tl. -- abends, Sonntags ss.tl— 1 Uhr.■ 1 nflelSponila"'s S. starke Broschüre 50 Pf., nach I AUI&Ial CllUC außerhalb 1 M. in versohl. Kuvert.' Dr. med. Karl Reinhardt. Wchk Zsiibkickkisn werden sofart eiagefteltt. 53118- Loeb& Co., G. m. b. H., «utomobil- und Flugmotorensabrit, Berlln-ChsrlottenbafK, Fritscheftraste S7 S8. Setiirrmeister»»n Zusclilager !»wii tttchtise Sehlossei*, die auf vefchlagteile arbeiten können, aber nur selche,«ollen sich sofort melden. ööO MaschineRfabrik Karl Vogeler, Berlin, Alt-Moabit 1, am Lehrter Hauptbahnkof. Tüchtige Arbeiterinnen werden eingestellt Meldungen Einstellungsbureau Ehrenbergstratze. 3008* Anereencllsehsft, Berlin O. 17. Ungelernte Arbeiterinnen fllt lelchie Arbeiten gesucht. CnrI Strothmann, TlfitS* b'adrlli. Retchenberger Str. 154. 8. Hof III. Dreher, Reparatnrseblosser und Hilfsarbeiter sucht Maschinenfabrik für Sicht, u. Förderanlage» G.v Teltow, RuhiSdorser Straße. .b.H. 21 L* Arbeitsburseben nnd Itadfahrer gesucht. Buchdrockerel Vorwärts, Lindenstr. 8, 4. Hof links part. stellt sokort ein Loeb 531QS* & Co. G. m. b. H., Automobil- und Flugmotorenfabrik. GoeSsstratz« � i tvy