Ar. WS. S4.Z«tzrg. VeAmgApreiO t WnteQntL i90®ft. BumoS. Ißt Mt, wsch entlich 80 Bfn. frei w» Hau». dorauZzahlbar. Einzslne Wochentags- Nummern b Pfz. Sonnt agLmunmer mit illustrierter Berlage.Die Xeue Seit* 10 Big. Bostbczug! Monatlich 180 MI. Unier Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn £.60 Ml., für das übrige Ausland 4 Ml. monatlich. Postbestellungen nehmen NN Dünemart. Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingeiragea in die Bofi-Zeitungs-Preisliste. Erscheint täglich. relegramm- Adreff« »Sozialdemokrat Berlin*. Verlinev VolksblsR. Zentralorgan der rozialdcmokratirchcn Partei Deutfchlands. 5 Pfennig) Der Anzeigenpreis betrügt f. die fiebengesvalieneKolonel. »eile 60 Pfg.„Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig. Diese haben ihn mit derselben Entrüstung zurückgewiesen »nd im Namen des großen russischen Volkes sage ich unseren Nlli- irrten: Das ist die einzige Antwort, die wir von Euch erwartet haben. (Langauhaltender Beifall und Huldigungen der ganzen Ver- sammlung vor den anwesenden Diplomaten der Alliierten.) KercnSli huldigte dann im besonderen dem rumä- nischen Volk, das infolge des Kriege? so sehr gelitten habe und sagte, daß cS in Rußland Gastfreundschaft finden würde, wenn es gezwungen werden sollte, sein Heimatland vorüber- gehend zu verlassen. Zur nationalen Frage übergehend, erklärte Kerenski, daß die Demokratie Rußlands trotz der nicht allzu freund» schaftlichcil Haltung einiger Nationalitäten gegenüber dem Mutterlande diesen alles geben werde, was sie durch den Mund der Vorläufigen Regierung versprochen habe und was ihnen die Verfassunggebende Versammlung noch würde bewilligen wollen. Aber, sagte der Minister, da, wo der Kampf die Grenzen deS Möglichen überschreitet, wo man aus unseren Verlegenheiten Nutzen ziehen will, um den freien Willen Rußlands zu vergewaltigen, sagen wir.Hände weg!" Kerenski sprach dann im besonderen von Finnland und bestätigte, daß die Regierung die Wirdcrcröffimiig drS aufgelösten Landtags mit Gewalt verhindern werde und hoffe, daß daS ganze Land diesen Entschluß der Negierung billigen werde. Kerenski erklärte weiter, daß die Regierung daS Heer gegen umstürzlcrische Einflüsse, die jedes Gefühl für militärische Schmach aus den Herzen der Soldaten vertrieben, zu beschützen wiffen und energisch gegen die Maximalisten und jeden Versuch ihrerseits, die Disziplin zu verderben, kämpfen werde. Der Ministerpräsident schloß? Meine Kollegen werden Ihnen den Zustand tiefer Desorganisation schildern, in dem sich das Land befindet, um ihm abzuhelfen. Wir alle müssen die notwendigen Opfer bringen, müssen auf persönliche und Parteimteressen verzichten, Reden der Minister. Nach Kerenski erklärte der Minister des Innern Awksentiew er habe der Rede deS Ministerpräsidenten, der die Wunden Ruß- lands gezeigt habe, nicht viel hinzuzufügen. Der Minister für Handel und Industrie Prokopowitsch führte aus, der Angelpunkt der wirtschaftlichen Lage Rußlands sei der Krieg, der während des ersten JahreS 63 Millardcn Rubel gekostet habe, während des zweiten 112. Andererseits hätten dw gesamten Einnah nien im ganzen Reiche im Jahre ISIS ungefähr IS Milliarden beiragen. Da Rußland beim Beginn des Krieges vom Weltmarkt abgeschnitten worden sei, hätte es alles auf den inneren Märkten nehmen müssen, waS zu einer großen Knappheit der Waren geführt habe. Zu gleicher Zeit habe die allgemeine industrielle Entwicklung eine starke Verminderung erfahren, zum Beispiel im Donezbecken um öS P r o z. WaS die Lebensmittelversorgung anbetreffe, so sei die Lage deS Landes außerordentlich schwierig. In mehreren Provinzen könnte das Brot ausgehen. Die Verpflegung von Petersburg und Moskau habe den tiefsten Stand erreicht. Auch in d-r Armee habe der jüngste Durchbruch der Front zu großen Schwierigkeiten geführt. Zur Industrie übergehend, erklärte der Minister, er suche die vorhandene Industrie zu schonen, ihre schöpfe- rischen Kräfte aufrechtzuerhalten und sie für die Demobilisierung vorzubereiten. Er bemühe sich, die Konflikte zwischen Kapital und Arbeit beizulegen und halte es für notwendig, die Gewinne der Industriellen zu regeln, um ihre Bereicherung auf Kosten der Bervölkerung zu verhindern. Darauf erklärte F i n a n z m i n i st e r Nekrasow, daß die StaatsauSgaben seit Ausbruch der Revolution bedeutend ge- stiegen seien. Im Kriege hätte man 1S14 monatlich un- gefähr 219 Millionen Papiergeld in Umlauf gebracht, 191S«onat. lich 223 Millionen, 191S monatlich ungefähr 290 Millionen. Während der ersten zwei Monate des Jahres 1917 habe die monatliche Ausgabe von Banknoten 423 Millionen betragen und seit März betrage sie im Mittel 832 Millionen monatlich. Beispielsweise verlangten die VerpflegungsauSschüffe jährlich eine halbe Milliarde Rubel. Der Minister hob hervor, daß die Finanzschwierigkeiten des Staates besonders von der außerordentlichen Steige- rung der Arbeiterlöhne abhingen. Allein die Arbeiter der Putilowwerke hätten in diesem Jahre neue Forderungen von 90 M i lli o n en R u b e l aufgestellt. Ferner wären sie bedingt durch den geringen Eingang von Steuern. Gebühren und ähnlichem. Selbst sehr verstärkte direkte Steuern könnten die Staatsausgaben nicht decken und die indirekte Besteuerung werde unvermeidlich. Nekrasow erwähnte dann die von ihm getroffenen Maßnahmen zur Stärkung der Finanzkraft des Landes und erklärte, das Mi« nisterium werde gezwungen sein, zu verschiedenen Handels- Monopolen zu greifen, nämlich Zucker, Tee, Streichhölzern und anderem. Der Bürger meist er von Moskau, Rudnew, begrüßte dann die Versammlung und sagte, die Bevölkerung der alten Haupt- stadt habe nichts mit der anarchistischen Minderheit zu tun. die durch einen Ausstand versuche, diese wichtige Konferenz in Frage zu stellen. Kerenski dankte dem Bürgermeister, dessen Worte der Regie- rung Kraft und neuen Glauben einflößten. Am Sonntag fand keine Sitzung statt. Die einzelnen Gruppen besprachen die RegierungS- crklärungen. Nächste Sitzung Montag. Eine Maximaliftenkunügebung gegen öie Konferenz. Petersburg, 2ö. August.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Am Vorabend der Konferenz ließen der Bürgermeister Moskaus und die Parteien der Revolutionären Sozia- listen und der Demokralischen. Sozialisten zwei Auf- rufe an die Bevölkerung sowie an die Arbeiter und Soldaten an- schlagen, in denen diese aufgefordert werden, die Ruhe zu be- wahren und der Regierung und der Konserenz zu gestatten, ungestört für das Wohl des Vaterlandes zu arbeiten. Trotzdem beschlossen die m a x i m a l i st i s ch e n S o z i a l i st e n und der Rat der Gewerkschaftsverbändc. gegen die Konferenz zu protestieren, die sie als bürger- lich nnd gegenrevolutionär betrachten. Es ge- lang ihnen, einen TcilauSstand in Moskau herbeizuführen. Zahl- reiche Fabriken und Werkstätten feiern, die Straßenbahnen verkehren nicht, die Wirtshäuser und Hotels sind geschlossen. Die Maximalisten bemühen sich, den Ausstand allgemein zu machen, haben aber bisher keinen allzu großen Erfolg damit gehabt. Waffengewalt gegen öie finnischen Sozialisten. Kopenhagen, 27. August..Poliiiken" meldet aus HelsingforS: Hier herrscht gegenwärtig eine lebhafte Bewegung gegen die Vorläufige russische Regierung. Die Sozial- dcmokraten, die im Landtag die Mehrheit haben, beschloffen, dem Verbot der russischen Regierung zu trotzen und den Landtag auf den 29. August einzuberufen. Sie erklären, daß sie selbst vor Waffen- gcwalt nicht zurückschrecken werden.— Folgenschwere Ereignisse werden erwartet, da der Gcnrralgouvcrncur aus Petersburg Befehl erhalten hat, gegenüber den Sozialdemokraten Waffengewalt anzu- wenden, falls diese versuchen sollten, ihren Willen durchzusetzen. Bern, 26. August. Wie„TempS" auS Petersburg meldet, fand der erste Kongreß der nationalen sozialistischen Parteien Rußlands dort statt. Zwölf sozialisti sche Parteien der verschiedenen Nationalitäten Rußlands, darunter Letten, Armenier, Ukrainer, Mohammedaner und Juden, hatten Vertreter entsandt. ES wurde unter anderem beschloffen, daß den verschiedenen großen Nationalitäten Rußlands administrative Autonomie gewährt werden soll. Ferner soll die Internationale aufgefordert werden, nicht nur Vertreter verschiedener Staaten, sondern auch verschiedener Nationalitäten aufzunehmen. DaS Zentralkomitee der Soziali st en Partei Finnlands richtete einen Auf- r u f bezüglich der Wiederaufnahme der Arbeit des Landtags an das ganze. finnische Volk. In dem Schriftstück wird erklärt, die Vor- läufige Petersburger Regierung habe durch die Auflösung des Land- tags nur eine Beschränkung der Freiheiten Finn- l a n d s im Auge gehabt. Der Landtag könne die Gesetzlichkeit der Auslösung nicht anerkennen. Prozeß Suchomlinow. Der Schuld am Munitionsmangel beschuldigt. Petersburg, 26. August. Meldung der Petersburger Telegraphen- agentur. Im Prozeß Suchomlinow schildert der Zeuge General Januschkewitsch die furchtbare Lage der russischen Armee, die sich plötzlich fast ganz ohne Munition und Gewehre sah. Schon vor dem Kriege konnte Rußland infolge der schwachen Erzeugung der Fabriken und wegen Mangel finanzieller HilfS- quellen keine Versorgung mit Munition erzielen, die der der euro- päiichen Länder gleichkam. Als der Krieg ausbrach, wurde die Not drückend. Hunderte von Bitten um Uebersendung von Munition kamen inS Hauptquartier, das seinerseits einen Druck auf Suchom- linow ausübte, die Munitionsherstellung zu beschleunigen. Aber der ehemalige Minister beantwortete alle Telegramme mit traft losen Versprechungen, ohne das geringste zu tun. um die Lage zu verbessern, infolge deren die Soldaten massenhaft zu gründe gingen und in das Innere des Landes flohen, da eS ihnen physisch unmöglich war. dem Feinde Wider- stand zu leisten. Da die Deutschen wußten, daß die Russen nicht schießen konnten, führten sie ihre Artillerie ganz dicht an die russischen Stellungen heran, die sie dann be- schössen, wobei sie furchtbare Verwüstungen in den rnsfischrn Reihen anrichteten. In Beantwortung dieser Erklärung sagte Suchomlinow, daß Deutschland sich seit 49 Jahren auf den Krieg vorbereitet, wäh- rend Rußland fast nichts dafür getan habe. die Lage an öen deutschen Fronten. Berlin, 27. August. In Flanderu versuchten die Engländer am 26. August, morgens ö'/, Uhr, östlich von Dpern nach heftigem Artilleriefeuer einen Vorstoß von drei Kompagnien, die von drei Tanks begleitet wurden. Nach Außergefrchtsrtzung eines der Tanks, gaben die Engländer den Vorstoß auf. Dgs Artilleriefeuer blieb den ganzen Tag und die Nacht zum 27. über heftig. DaS deutsche Abwehrfeuer bewirkte zahlreiche Explosionen in dem eng« lischen Batterienstern um Boesinghe. Ter Rest deS Engländer- n e st e s bei S t. I u I i e n wurde am Abend geräumt. Am Morgen des 27. August entPannen sich nach heftigem Tronimelfeuer Gefechte an der Straße Jpern— Menin, sowie östlich Oositaverne. Die von starken Abteilungen vorgetragenen Er- kundungsvorstöße der Engländer wurden sämtlich zurück- geschlagen. An der ArraSfront wurde am Abend des 2ö. zwischen der Kolonie St. Auguste und L e n s ein neuer kanadische An- griff im Nahkampf blutig abgeschlagen. Zwei weitere Angriffsversuche erstickten im deutschen Vernichtungsfeuer. In den Gefechten nördlich von St. O u e n t i n war es den Engländern um frühen Morgen des 2S. gelungen, bei einem in Divisionsbreite gegen unsere Stellungen nördlich und West- lich Malakoff-Ferme, bei Cologne-Ferme und südlich davon ge- führten Angriff in etwa l'/e Kilometer Breite in die deutsche Vorfeldzone einzudringen. In erbitterten, den ganzen Tag über währenden Kämpfen wurde ein Teil der ver- lorenen Gelände st ücke wieder gewonnen. Weitere englische Angriffe südlich der Cologne-Ferme nach 9 Uhr und 4 Uhr nachmittags scheiterten verlustreich. An der AiSnefront war die Gefechtstätigkeil lebhafter. Ein französischer Angriff südlich Ailles kurz nach 2 Uhr nachmittags scheiterte. Infolge des wirksamen deutschen Ver- n i ch t u n g s s e u e r s auf die mit französischen Sturmtruppen sich füllenden Ausgangsstellungen brachten die Franzosen nur einen Teil der Infanterie aus den Gräben heraus, deren An- griff im deutschen Abwehrfeuer bereits zusammenbrach. Das gleiche Schicksal erlitt am Abend ein französischer Angriff bei der Huriebise-Ferms. Seit Tagesanbruch starkes Feuer in der Gegend Fort Malmaison. Bei C e r n y brachte eine unserer Patrouillen mehrere Gefangene zurück. An der V e r d u n f r o n t wurden den Franzosen Ansangt- erfolge eines neuen starken Angriffs, de« nach stärkster Feuersteige- rung am 26. August um S Ubr vormittags von B e a u m o n t bis zum Chaume-Walde einsetzte, in erbitterten Kämpfen im Gegenstoß zum größten Teil wieder entriffen. Der Gegner wehrte sich der- zweifelt, unsere tapfer fechtenden Truppen drängten ihn im unge- stümen Angriff Schritt für Schritt zurück. Die französischen Verluste des 26. sind abermals schwer. Am Abend versuchten die Franzosen einen neuen Angriff, der von Samogneux bis zur Höhe 344 blutig abgeschlagen wurde. Um da- Dorf Beaumont wird nock> gekämpft. Im Osten wurden westlich der Suczawa bei Burno und Arbora feindliche Borstöste abgewiesen. An der Susita wurden rumänische Stellungen an der Höhe 441 nördlich Sovcja erstürmt und gegen mehrere Gegenangriffe behauptet. Außer schweren blutigen Verlusten büßten die Rumänen über hundert Gefangene, vier Maschinengewehre und zahlreiche Grabcnwaffe» ein. Ein rumänischer Angriff gegen die Höhe 8Sö nordöstlich Soveja brach verlustreich zusammen. Oie Schlacht am Isonzo. Wien, 27. August. Aus dem Kriegspresfequartier wird am 27., abends, mitgeteilt: Die italienischen Angriffe auf der Hochfläche non Bainsizza-Heiligengeist dauerten mit unverminderter Heftig- keit an. Der Feind wurde abgeschlagen.— Auch alle seine Unternehmungen gegen den Monte San Gabriele blieben erfolglos.— Nordöstlich von Czernowitz wurde eine Stellungs- Verbesserung erfolgreich durchgeführt. » Italienischer Heeresbericht vom 26. August. Die Jsonzoschlacht beginnt ihren großartigen Umfang zu zeigen. Die Kampftätigkeit, die nördlich von Görz seit dem 19. August stattfand, kann folgender- maßen zusammengefaßt werden. Die tapferen Truppen der zweiten Armee schlugen unter dem feindlichen Feuer 14 Brücken und über- schritten den Jsonzo in der Nacht zum 19. Sie machten darauf einen Angriff gegen die Hochfläche von Bainsizza, indem sie ent- scheidend gegen die Front Jelenik— Vrh vorstießen. Darauf um- gingen sie die drei feindlichen Verteidigungslinien von Semner, Kobilek und Madoni. In Verbindung mit diesen Kampfhand- lungen und in derselben Zeit griffen andere Kräfte dieselben Linien von vorn an und durchbrachen sie trotz hartnäckigen feind- Hchen Widerstandes. Die Folge dieses kühnen Manövers war der Fall des Monte Santo. Die Truppen der 2. Armee setzen jetzt ihren Vormarsch gegen den Ostrand der Hochfläche von Bainsizza fort und treiben den Feind zurück,.der mit starken Abteilungen van Ma- schinengewehren und leichter Artillerie sehr ledhaften Widerstand leistet. In den Kämpfen vom 19. bis 23. August zeichneten sich die 33. und 34. Brigade. Livorno, die 99. und 96., Udine, die 127. und 128., Florenz, die 257. und 258., Torlona, die 261. und 262., Insel Elba, das 279. Jnfanterie-Regiment(Brigade Vicenza), die 1. und 5. Bersaglieribrigade(das 6., 12., 14. und das 21. Regiment), die 9. und 13. Bomkmrdierabteilurrg und das 2. und 4. Bataillon der Brückenbau- uird Genieabteilung unter allen am Kampfe beteiligten Truppen durch Tapferkeit und Schneid aus. Auf dem Karst wurde die Schlacht gestern zeitweilig unterbrochen. Durch kleine Fort- schritte berichtigten, und befestigten wir die von uns eroberten Stellungen. Feindliche Gegenaugrifssversuche scheiterten in unserem Feuer. Die Zahl der bis jetzt in die Sammellager gebrachten Ge- fangenen beläuft sich auf ungefähr 660 Offiziere und 23 066 Sol- baten. Die Zahl der eroberten Geschütze beträgt 75, darunter zwei Mörser von 36,5 Zentimeter und viele Stücke mittleren Kalibers. Wir erbeuteten außerdem eine große Anzahl von Pferden, ein un- versebrtes Flugzeug: viele Bombenwerfer und'Maschinengewehre iind ebenso Material jeder Art. darunter mehrere Automobile, die cum Munitionstransport dienen. Die außerordentlichen Schwierig- keten, die sich in der Verpflegung unserer Truppen in einer wege- losen Gegend entgegenstellten, wurden teilweise überwunden mit Hilfe der großen Lebensmittelniederlagen, die der Feind bei seinem Rückzug zurückgelassen hatte. ZivUgefangenen-/lustausch Zrantreich- Deutschlanü. Wie der Presse mitgeteilt wird, schweben Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich, durch die ein A u S t a u s ch sämtlicher Zivilinternierten herbeigeführt werden soll. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn diese Verhandlungen zn einem positiven Ergebnis sühren sollten. Der Zoll Mmerepüa. Ver«, 27. August. Nach„Progres de Lyon" hat Abgeordneter Brake den Kammerpräsidenten benachrichtigt, er werde die Re- gierung über die zur Ausklärung des Falles Alme- rcyda getroffenen Maßnahmen interpellieren. Ilntersuchungs- richter Drioux hat im Gesäügnis mehrere Beamte, Richter und Haft- linge vernommen, doch sind die Umstände, unter denen der er- bängte Almeveyda abgeschnitten wurde, immer noch völlig in Dunkel gehüllt. Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 26. August. Neue U-Bootscrfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz 21000 Sr.-Reg.-To. Unter de» versenkten Schiffen befand sich der englische bewaffnete Dampfer Lynorta(3684 Tannen) mit Kohlen nach Italien, ferner ein vallbeladener, bewaffneter Frachtdampfer von 5666 Tonnen mit Kurs auf England. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. Deutsche Seeflugzeuge gegen ruflifche Kriegsschiffe. Berlin, 27. August. Amtlich. Unsere Flugzeuggeschwader der kurländischen Küste haben in letzter Zeit zahlreiche erfolgreiche An- grifftflüge gegen die Befestigungen, Flugstationen und militärischen Anlagen der Insel O e s e l ausgeführt. Dabei wurden auch die im Gebiete des Riga-BusenS gesichteten russischen S e e st r e i t- k r ä f t e erfolgreich mit Bomben belegt. Bei diesen An- griffen wurde ein Zerstörer der Nowik-Klasse durch einen mit hoher Stichflamme bei dem hinteren Schornstein beobachteten Bombentreffer zum Sinke» gebracht und ein russisches Werkstatt» schiff so schwer beschädigt, daß sein Sinken ebenfalls mit Sicherheit angenommen werden kann.— Trotz stärkster feindlicher Gegenwirkung durch Land- und Schiffsabwehr- geschütze und verschiedener Luftgefechte mit russischen Flugbooten und französischen Kampfeinsitzern, wobei ein feindliches Flug» b o o t bei der Insel Abro im Rigaischen Meerbusen zum Landen gezwungen und so schwer beschädigt wurde, daß die Besatzung über Bord sprang, sind unsere Flugzeuge sämtlich ohne Wer- tust oder Beschädigungen zu ihren Stationen zurückgekehrt. Der Chef des SdmiralstabeS der Marine. Nach der kürzlich gemeldeten Versenkung des amerikanisckien Dampfers Campana traf„U...' einen kleinen schnellfahrenden Dampfer von etwa 1566 Tonnen Größe. Der Dampfer hatte das, Aussehen eines kleinen Tankdampfers mit drei Masten. Er wurde unter Wäger angegriffen.»U..* kam jedoch nicht auf Schuß-< entfernung heran, bemerkte aber, daß der Dampfer auf der Bord- wand die spanischen N.eutralitätsabzeichen und in großen weißen Buchstaben den Namen Juan Barce- lona trug. Die gleiche Bezeichnung stand am Heck. Das U-Boot beschloß deshalb, den Dampfer mit Artillerie anzuhalten. Nach den Erfahrungen mit vorher angelroffenen spanischen Seglern schien dem Kommandanten des U-Bootes die Anwesenheit eines spani» scheu Dampfers hier mitten im Sperrgebiet durchaus im Be- reich der Möglichkeit zu liegen. Um nicht unnötig das Leben Neutraler in Gefahr zu bringen, wurden daher zuerst Warnungsschüsse abgefeuert, worauf der Dampfer die spanische Flagge setzte, beidrehte und ein Rettungsboot aus- setzte, das davonruderte. Nach einiger Zeit wurde auf den nunmehr anscheinend völlig verlassenen Dampfer, da immer noch mit der Möglichkeit einer U-Boolsfalle gerechnet werden mußte, aus Sicherheitsgründen das Feuer eröffnet. Nach drei deutlich ausgemachten Treffern ging„U.." unier Wasser an den Dampfer heran, um ihn, falls unverdächtig, gegebenenfalls durch Spreng- Patronen zu versenken. Es wurde festgestellt, daß der Dampfer einen Treffer in den Schornstein und einen in das zweite, in den Kränen an Bord gelassenen Rettungsboot erhalten hatte. Verdächtiges war sonst zunächst nicht zu bemerken. Der Dampfer hatte anscheinend keine Einrichtung für Funkentelegraphie und keine Armierung. Aus einigen anderen Beobachtungen, deren Veröffentlichung aus Gründen der Geheimhaltung besser unterbleibt, entschloß sich der Kommandant zum Torpedoschuß, dem aber der Dampfer durch plötzliches Angeben mit der Maschine und Hart rudcrlegen auswich. Obwohl dies Verhalten hoch st verdächtig war, schien es aber doch möglich, daß ein Neutraler, von dem noch Verwundete an Bord geblieben waren, so bandeln könnte..U... tauchte daher auf größere Entfernung auf, um nähere Betrachtungen zu machen. Unmittelbar darauf fielen auf dem Dampfer drei Klappen nieder, und es wurde mit drei Geschützen unter wehender spanischer Flagge das Feuer eröffnet. Die spaniiche Flagge ging erst später nieder.„U..* tauchte sofort und wurde nicht getroffen, obwohl die Salven sehr dicht beim Boot lagen. Der Vorfall zeigt, wie berechtigt da§ Mißtrauen gegenüber harmlosen unter neutralen Flaggen fahrenden Fahrzeugen ist. Eine Schonung der Neutralen im Sperrgebiet kann nur unter starker Gefährdung der eigenen Boote erfolgen, solange sich die Feinde immer wieder des Mißbrauches der neutralen Flagge bc- dienen._ General Grönersverabschieöung Genosse Scheidcmann schreibt uns: Einige Angaben, die ich im Hauptausschuß des Reichstags über den unfreiwilligen Abgang des Herrn Generals Gröne r gemacht habe, gaben dem Herrn Gcheimrat D u i s b e r g, dem Direktor der Elberfelder Farbwerke, Veranlassung zu einem Schreiben an den Hauptausschuß, das im Ausschuß bericht dieser Nummer zum Abdruck gebracht ist. Da ich einer dringlichen Reise wegen nicht in der Lage sein werde, in den nächsten Tagen im Ausschuß auf die An gclcgenheit zuriickzukommen, will ich sie hier in knappster Form darstellen. Ich erinnere zunächst an die in parlamentarischen und Arbcitcrkreisen bekannte Tatsache, daß seit langer Zeit seitens der Schwerindustrie eine Revision des Hilfsdienstgesetzes in rückschrittlicher Weise verlangt wird. General Gröner, der nicht s e d e Aenderung des Gesetzes etwa grundsätzlich ablehnte, ist sich über die Folgen einer Abänderung des Gesetzes nach den Wünschen großer In dustrieller vollkommen klar gewesen und konnte demnach gar nicht daran denken, den Bestrebungen der sehr einflußreichen Herren Vorschub zu leisten. Damit war die Stellung der Schwerindustrie zum General Gröner gegeben. Daß die Herren nicht gerade von sentimentalen Gesichtspunkten aus sachliche und persönliche Politik treiben, ist bekannt. Der Herr Kriegsminister b. Stein hat auf meine Dar- legungen im Ausschuß einige Bemerkungen gemacht, die zu der Schlußfolgerung führen sollten, Herr General Gröner sei freiwillig und gern aus seiner Stellung geschieden. Eine solche Schlußfolgerung aber wäre, wie ich im Ausschuß bereits er- klärt habe, durchaus falsch. Daß Offiziere fast ausnahmslos „freiwillig" gehen, ist so bekannt, daß ich auf eine Erörterung dieses blauen Kapitels gewiß verzichten kann. Folgende Tatsachen sind mir von einwandfreien Stellen als verbürgt mitgeteilt worden: General Gröner war am Tage vor seinem„freiwilligen" Rücktritt im Hauptquartier. Er wurde dort sehr gut be- handelt und kehrte zurück in dem Glauben, seine Position sei fest. Am selben Tage brachte aber der„Lokal-Anzeiger" bereits die Nachricht von seinem bevorstehenden Rücktritt und anr folgenden Morgen nahm der General nach einer Unterredung mit dem Kriegsmini st er seine Entlassung. Als die Entlassung erfolgte, hatte der Direktor Duisberg bereits eine Einladung an einen Kreis von Industriellen er- gehen lassen zu einer Sitzung in Düsseldorf. Dem Sinne nach hieß es in dieser Einladung: Tagesordnung: Die Abänderung des Hilfsdienstgesetzes. Die O. H.- L. wird vertreten sein durch Oberstleutnant v. Bauer. Dem Kanzler ist von dem Stattfinden der Sitzung Mitteilung gemacht worden mit dem Anheimstellen, sich ebenfalls vertreten zu lassen. Ob die Sitzung getagt hat, wer an ihr teilgenommen hat und was beschlossen wurde, ist mir nicht bekannt geworden. Die Einladung durch Herrn Duisberg ist ein Beweis für die Bestrebungen, das Hilfsdienstgesetz in rückschrittlicher Weise abzuändern und für den überstürzten Eifer der Kreise, die die Abänderung betreiben. Außerdem wurde im Kriegsamt erzählt, in der Fabrik von D.(den Farbwerken in Leverkusen) habe man schon 8 Tage vor der Entlassung des Generals Gröner davon gesprochen, daß seine Tage gezählt seien. Herr Gröner machte nie ein Hehl aus seiner Ueber- zeugung, daß eine Abänderung des Hilfsdienstgesetzes z u- Ungunsten der Arbeiter nur erfolgen könne, wenn auch zugleich eine Regulierung der Löhne und der Unternehmergewinne erfolge. Eine diese Frage be- handelnde Darlegung hat er bereits vor längerer Zeit dem Kanzler unterbreitet. Auch Herrn Duisberg muß diese Stellungnahme Gröners bekannt geworden sein. Die Reichskanzlei war über den Rücktritt des Generals Gröner ebenso überrascht wie alle Welt. Von dort aus ist nichts gegen ihn unternommen worden. Von allen diesen Tatsachen wird durch den Brief des Gehcimrats Duisberg nicht das geringste erschüttert._ Eine offiziöse Erklärung. Zum Fall Stumm. Die„Kölnische Zeitung" meldet auS Berlin vom 26. August: „Der Unterstaatssekretär des Auswärtigen v. S tu mm hat den ihm aus Gesundheilsrücksichten bewilligten Urlaub angetreten und wird � währenddessen vom Nnterstaatssekretar Frhrn. v. d. Bussche.wer» treten. Ob Frhr. v. Stumm nach Ablauf scftneS U r l,a u b s die Geschäfte des Un t e r st a a ts s e k»ept ä r s wieder übernehmen oder andere Verwendung finden wird, st e h t noch nicht f e st. Hiermit erübrigen sich alle an seine Beurlaubung geknüpften Kommentare der�Presie." Erübrigen sich— das finden wir nicht gerade. Erübrige/V werden sie sich erst, wenn Herr v. Stumm die angekündigte„arybere Ver» Wendung" oder vielleicht überhaupt keüie gefunden haben wird. Reichstagsauflösung und Neuwahlen. Die konservative Presse setzt ihren Feldzug gegen den Reichstag mit allen Mitteln weiter fort. Sie, die sonst die privilegierte Hüterin aller Autoritäten ist. sucht die Auto- rität deS Reichstags zu erschüttern, inldcm sie erklärt, dieser Reichstag sei unter ganz anderen Voraussetzungen als den gegenwärtigen gewählt, hinter seiner Mehrheit stände nicht mehr die Mehrheit des deutschen VolkaS. „Wenn die sogenannte ReichAtagsmehrheit", schreibt Reventlow in der„Deutschen Tagesztg."',„das wirklich glaubt, was sie mit starken Worten zu behaupten pflegt, so würde sie in der heiteren Ruhe der Bcsitzcudei» von der Möglichkeit der Aufwerfung der Mehrheitsfragc durch Neuwahlen reden lassen... Wirffind dem Grafen Reventlow- dafür dankbar, daß er aus seiner Gegnerschaft gegen die Neichstagsmehrheit die demokratisch richtige Folgerung zieht mnd hoffen, daß sich die gesamte konservative Partei seinem Standpunkt anschließen wird. Fordern die Konservativen Auflösung des Reichstags und Neuwahlen noch während des Krieges, so können sie dabei der entschiedensten und tatkräftigsten llnterstützung der Sozialdemokratischen Parsiei gewiß sein. Denn einer demokratischen Partei wäre es unwürdig, wenn sie der Entscheidung des Bokes auswiche, die von einer anderen Seite gewünscht wird. Es kann in solchem Fall auch gar nicht mehr ihre Aufgabe sein zu untersuchen, ob dieser Wunsch ernst gemeint sei oder nicht. Wäre er ernst gemeint, so würden sich die Herren Konservativen einer geradezu krankhaften Selbsttäuschung hin- geben. Denn von den sünfundvicrzig ihrer Sorte, die jetzt noch im Reichstag sitzen, würden aus den Wahlen keine fünf dahin zilrückkehren. Für die Regierung gibt es aber nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie erfüllt den Wunsch der Konservativen und der Sozialdemokraten und appelliert an das Volk, oder sie erkennt den noch bestehenden Reichstag als legitime Ver- tretung des deutschen Volkswillens an. Der Reichstag kann aufgelöst und neu gewählt, er kann aber auf keinem Fall unter dem Vorwand, er sei in seiner jetzigen Zusammensetzung nicht mehr die richtige Vertretung des Volkes, von einer kleinen herrschsüchtigen Minderheit beiseite geschoben »verden. Dieses letztere Verfahren»väre eigentlich nicht mehr so recht konservativ, sondern schon eher anarchistisch. die polenfrage im �auptausflhuß. Duisberg und«Kröner. Am Montag teilte der Vorsitzende vor Eintritt in die TageS- ordnung mit. daß der Generaldirektor der Farbwerke in Elberfeld. Geheimrat Duisberg, ein Schreiben an den Ausschuß gerichtet habe, worin es heißt: „Soeben wird mir mitgeteilt, daß in der gestrigen Sitzung de? HauptauSschusies von einigen« Reduern die Behauptung auf« gestellt worden ist, ich hätte zur Abberufung deS Herrn General Gröner beigetragen. Abgesehen davon, daß die Herren, die so etwas annehmen und behaupten, mir einen Einfluß zuschreiben,. den ich überhaupt nicht habe, ist es mir nicht in den Sinn ge- kommen, den verdienstvollen Leiter des Kriegsamts, Herrn General Gröner, zu bekämpfen und auf feine Beseitigung hin- zuarbeiten. Ich habe stets mit ihm auf bestem Fuße ge- st a n d e n und bei ihm besonders Persönlichkeit und Charakter geschätzt und hochgeachtet. Eine Agitation gegen ihn hätte ich daher nur heimlich und hinter seinem Rücken betreiben können. Jeder, der mich kennt, weiß aber, daß ich stets offen und ehrlich zu kämpfen gewöhnt und einer solchen Charakterlosigkeit nicht sähig bin." Abg. Scheidemann erklärt, er behalte sich vor, bei paffender Gelegenheit auf die Sache zurückzukommen. Hierauf wurde die Polenfrage sehr eingehend besprochen. An der Auseinandersetzung beteiligten sich Redner sämtlicher Par- teien und die Vertreter der Reichsleitung. Die Verhandlungen waren vertraulich. Letzte Nachrichten. Englische Friedenspetition: 221617 Unterschriften. Amsterdam, 27. August. Im Unterhause hat Minister B o n a r Law in Beantwortung einer Anfrage Ponsonboys erklärt, daß Lloyd George ein Gesuch erhalten habe, das von 221617 Per- s o n e n unterzeichnet worden ist, in welchem um Eröffnung von Friedens Unterhandlungen nachgesucht wird. Polizei gegen Pazisiste». Rotterdam, 27. August.„Nieuwe Rotte rdamsche Courant" meldet aus London, daß die Polizei im Bureau der Union for Democratical Control(an deren Spitze Maedonald und Trevelyan'stehen. Red. d.„Vorwärts") in London und im Hause Morels in Watfort Haussuchungen adgehaltcn und zahl- reiche Dokumente und Briefe beschlagnahmt habe. Äicankenkasientag in München. München, 27. August. Die Ordentliche Mitgliederversammlung des Gesamtoerbandes Deutscher Krankenkassen trat heute zu einer Tagung zusammen. Reichstagsabgeordneter B e h rc n» erstattete den Geschäftsbericht, wonach der Gesamtverband im Jahre 1916 gute Fortschritte machte. Die Zahl der an den Gesamtoerband angc- schlossenen Kassen stieg von 389 auf 568. DieS werde für die Ein- flußnahme auf die nach dem Krieg in Aussicht stehende Revision der Reichsversicherungsordnung von Wichtigkeit werden. An die Be- kanntgabe des Geschäftsberichts und des Kassenstandes schloß sich eine rege Aussprache an. Verwaltungsdirektor Meyer- Essen sprach sodann über die Kosten der Krankenpflege, Geheimrat Pro- fcssor G r u b c r- München hielt einen Vortrag über allgemeine Etagen der Bevölkerungspolifik. EanitätSrat Hofrat May-Mün- en berichtete über die Bekämpfung der Tuberkulose, die durch den Krieg leider wieder zu steigen droht. Redner empfiehlt den deutschen KraiÄenkassen. die außerordentlich wichtigen Fürsorgestellen durch namhafte Zuschüsse zu fördern. Die Verhandlungen wurden ans DisnSdag vertagt, GewersschMeMWV Verlin und Umgegend. Tex�klarbetterkonferenz der Provinz Brandenburg. Eine von den drei großen Gewerkschaftsgruppen nach Forst einberufene Konferenz, zu der auch Vertreter des KriegSamtS und des BekleittungSamtS erschienen waren, stellte auf Grund der Be- richte aus den einzelnen Orten fest, daß unter den gegenwärtigen Bcrhältnisseiv die Entlobnung der Textilarbeiter größtenteils unzu- reichend ist. Die OrtSstellen der Verbände werden angehalten, zur Entgeffchrnahme und Formulierung der Arbeilerforde- rungen alsbald mtieinander in Verbindung zu treten. Die Grundloge neuen LohnwesenS sollen sichergestellte Mindestlöhne bilden. Die Konferenz beauftragt die Verbände, die KriegSamtsstelle in den Marken anzurufen und rim Einleitung von Verhandlungen zu ersuchen, damit die einzuleitenden Bestrebungen eine dem Ernst der Zeit entsprechende Erledigung finden. Von der Vermittlung der Kriegsamtstelle verspricht sich die Konferenz die besten Erfolge für die Arbesier. Wo ArbcitvrauSfchirsie nach§ 1t des Hilfsdienstgesetzes noch nifeu bestehen, soll aus deren sofortige Wahl dringend hinge- wirft werden. Der Vertreter des Kriegsamtes erklärte, die KriegSamtsstelle sei bestrebt, bei berechtigten Klagen Abhilfe zu schaffen. Gchaltsverhältnisse derBerficherungsgesellschaft„Jduna". Seit November 1916 haben die Einkasfierer und Einkassterermnen der Berliner Zentral-zJnkassostelle der„Jduna* eine Erhöhung ihrer festen Bezüge angestrebt, bis ihnen endlich der Geduldsfaden riß. und sie am 11. August ihr« Stellungen kündigten. Die Ein- kassierer waren gegen ein Fixum von 22,50 M. angestellt, wozu die Provisioiiseinnahmen trateii; die Gesellschaft garantierte ihnen ein wöchentliches Mindesteinkonunen von 33,50 M. Die Einkassiererinnen hatten ein Fixum von 16 M. zuzüglich ihrer Provisionseinnahmen; die Gesellschaft garantierte ihnen ein wöchentliches Mindesteinkommen von 3t) M. Bei dieser» Einkommen ist zu berücksichtigen, daß das Personal Unkosten in Gestalt von Fahrgeldern hat und außerdem ge- nötigt ist, außerhalb des Hauses zu essen. Zu den Arbeiten dieses gering bezahlten Personals gehörte nicht lediglich das Kassieren, sondern auch Tätigkeiten, die einem Rechercheur oder Agenten zu- kommen. Die Arbeitszeit erstreckte sich morgens von l/iß oder um 8 Uhr bis abends 6—7 lZ!hr, mitunter auch 9 Uhr. Nachdem die Einkasfierer und Einkassiererinnen ihre Stellungen gekündigt hatten, verzichtete die.Jduna' sogleich auf deren Weiter- beschäftigung. Die Angestellten halten natürlich die ihnen während der Kündigungsfrist entgangenen ProvisionSansprüche aufrecht.— Dre Berliner Zentral�Jnkassostelle legte Wert daraus, wenigstens den größeren Teil des Personals zu halten, das die Kündigung aus- gesprochen hatte. Äe schrieb nämlich am 15. August den betreffen- den Angestellten: .Da wir überzeugt sind, daß Sie Ihre Stellung nur unter einem gewissen Drucke entgegen Ihrer eigentlichen Absicht auf- gegeben haben, erklären wir uns bereit. Sie auf etwaigen Wunsch von neuem bei uns einzustellen. Allerdings können wir dieses Entgegenkommen nur bis Montag, den 20. er, aufrecht erhalten." Die Angestellten waren natürlich nur unter der Boraus- fetzung bereit, ihre Tätigkeit bei der„Jduna" wieder aufzunehmen, wenn ihnen dis gewünschte Aufbesserung ihres Einkommens zugestanden würde. Sie wendeten sich während der Kündigungsfrist qn den Zentralverband der Handlungsgehilfen(Ortsgruppe Berlin) mit dem Ersuchen, mit der .�duna* deswegen zu VerHandel», Die Forderungen der Ange- stellten waren sehr bescheidene, da sie sich mit einer wöchentlichen Zuläge von 1,50— 2,59 M. hätten abfinden lassen. Nachdem der Zentralverband der Handlungsgehilfen sich der� Sache angenommen hatte,"müßte natürlich eine anMmesiene Erhöhung'verlangt werben. Es würde an die.Jduna" das Ersuchen gerichtet, das Fixum und das Garantiegehalt um 9 M. wöchentlich zu erhöhen. Die Berliner Zentral-Jnlossosielle der.Jduna" erklärte, als der Zentralverband der Handlungsgehilfen vorstellig wurde, daß sie erst mit ihrer in Halle ansässigen Direktion besprechen müsse, ob sie sich mit dem Verband über die Forderungen verständigen können. Am W. August gab dann die gentral-Jnkaffostelle Bescheid, die Direktion in Halle a. S. vermöge nicht einzusehen, wieso sie jetzt mit dem Zentralverband der Handlungsgehilfen verhandeln könne, nachdem die Angestellten bereits vorher ihre Stellung gekündigt hätten. Bei der gegenwärtigen Lage des ArbeilSmarftes ist eS der .Jduna" nicht möglich gewesen, neues Personal zu den bisherigen Lohnsätzen zu beschaffen. Vereinzelte Neueinstellungen lassen aber erkennen, daß nunmehr die von den auS ihren Diensten auS- geschiedenen Angestellten aufgestellten Forderungen bewilligt werden mutzten. Die.Jduna" zahlt für vereinzelte Neueinstellungen(Frauen und Männer) im 1. Dienstjahr ein Garantiegehalt von 90 M., im 2. Dienstjahr 100 M-, im 3. Dienstjahr 110 M., im 4. Dienstjahr 120 M. Die Einkasfierer und Einkassiererinnen hatten während der Kündigungsfrist die Erfahrung machen müssen, daß das Kontor- personal(das überwiegend aus jugendlichen Angestellten beiderlei Geschlechts besteht), die Einkassierertätiqkeit übernommen hatte, also Streikbreckerdienste leistete. Daraufhin hat der Zentralverband der Handlungsgehilfen für den 22. August eine Betriebs- Versammlung der kaufmännischen Angestellten der.Jduna" einberufen. Es sollte hierbei nicht n�r üher die Besoldungsverhältnisse der Einkaisierer und Einkassiererinnen. sondern auch über die Einkommensverhältnisse der gesamten An- gestellten gesprochen werden. Als Antwort auf diese Einladung er- hielt der Zentralverband der Handlungsgehilfen, Ortsgruppe Berlin. am gleichen Tage von 57 Angestellten der.Jduna" folgendes Schreiben: Berlin 8 W 68, Charlottenstr. 82, den 22. August 1917. Auf Ihre Einladung vom 21. d. M. zu der Betriebsversamm- kung der kaufmännischen Angestellten der.Jduna" erwidern wir höflichst, daß Sie zur Wahrnehmung unserer Interessen und Rechte nicht befugt sind. Zunächst besitzen wir selbst noch so viel Kraft und Mut, mit unserer Direklion zu verhandeln, wenn es nötig ist. Ob und inwieweit dieses bisher geschah, darüber find wir uns allein Rechenschaft schuldig. Schließlich bemerken wir noch, daß wir, sofern es der Hilfe eines Verbandes bedürfen würde, einzig und allein unsere Standes- Vertretung, den Verband der Deutschen Versicherungsbeamten in München, anrufen würden. , Hochachtungsvoll für die Beamten und Beamtinnen der.Jduna", Filialdireltion Berlin. Da sich die betreffenden Beamten und Beamtinnen.auf ihre Etandesverlretung", auf den Verband der Deutschen Versicherungs- beamten, berufen, so wird dieser zu den Vorfällen Stellung nehmen müssen. Entweder muß er die hier in Betracht kommenden Ange- stellten aus seinen Reihen beseitigen oder er würde sich selbst in ein sehr schlechtes Licht stellen. Die Namen der betreffenden Angestellten, die jenes Schreiben unterzeichnet haben, werden dem Verbände der Deutschen Versicherungsbeamten von der Ortsgruppe Berlin des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden. Unter den Einkasfierern und Einkassiererinnen, die ihre Stellung bei der.Jduna" ausgegeben haben, befinden sich solche, die bereits viele Jahre für die.Jduna" tätig gewesen find, z. B. 11 Jahre, 9 Jahre usw. Dies und die Tatsache, daß es die.Jduna" ab- gelehnt hat, mit der gewerkschaftlichen Vertretung der Angestellten, dem Zentralverband der Handlungsgehilfen, über die Regelung der Gehaltsfragen zu verhandeln, sollte sich die Bevölkerung klar machen, wenn ihr künftig der Name.Jduna" genannt wird. £ev Led erarbeiterban d tat Jahre 1916. Zu Beginn des FahreS 1916 zählte der Verband einschließlich der im Heeresdienst stehenden Mitglieder 12 000 mannliche Mitglieder; dazu 1746 weibliche; insgesamt betrug der Mitglieder- bestand also 14 645. Die Miigliederbewegung des' Verbandes ist durch die lange Kriegsdauer und die umfangreichen Einberufuu- gen zum Heeresdienst auch weiter sehr ungünstig beeinflußt wor- den. Einem Zugang von 1914 Dtitgliedern steht unter Einrechinnnij der Einberufungen ein Abgang von 3060 Mitgliedern gegenüber, das ist ein Minus von 1)46. Am Schluß des Jahres waren 12 89d männliche und 1736 weibliche, insgesamt 14 631 Mitglieder unter Einrechnung der zum Heere eingezogenen vorhanden. Die Arbeitslosigkeit ist in der Handschuhindustrie, Weißleder- und Lvhgertberei gegenüber dem Vorjadre erheblich zurückgegangen, nur bei den Arbeiterinnen nahm die Arbeitslosigkeit zeitweise zu. Lohnbewegungen sind im Berichtsjahr 88 geführt worden,»no- von 2 durch AÄeitseiitstellung und 86 ohne Arbeitseinstellung ihren Abschluß fanden. Sämtliche Bewegungen waren Angriffsbewe- gunyen. In der Hauptsache wurden Teurungszulagen erreicht, die allerdings im Vergleich mit der fortschreitenden Deurung in einem krassen Mißverhältnis stehen. An den Bewegungen, die sich auf 30 Orte für 220 Betriebe erstreckten, waren 2552 Person er. (darunter 236 weibliche) beteiligt. Für 3967 Personen wurden Lohnerhöhungen von insgesamt 11 695 M. wöckentlich und für 50 Personen eine Arbeitszeitverkürzung um 125 Stund«: erreicht. Gegenüber dem Jahre 1915, das keine Tarifvertragserneuerungen, sondern nur Tarifverlängerungen verzeichnete, sind rm Jabre 1916 11 Verträge für 28 Beiriebe mit 325 Personen neu zum Abschluß gelangt. Gekündigt, abgelaufen und nicht erneuert tourden 36 Verträge für 68 Betriebe mit 1363 Beschäftigten; verringert Hai sich die Zahl der Verträge im Berichtsjahr um 25 für 41 Betriebe mtt 1038 Beschäfttgten, so daß der Bestand am Jahresschluß noch 86 Verträge für 296 Betriebe mit 7456(in normalen Zeiten) be- schästigten Personen betrug. Die zahlreichen Einziehungen der Mitglieder zum Heere übten, naturgemäß auf die Kassenverhält- nisse eine sehr nachteilige Wirkung aus. Die Reineinnahmen sind un Jahre 1916 aus 206 198 M. noch weiter gesunken. Die Rein. ausgaben haben sich allerdings auch von 220 729 M. im Jahre 1915 auf 198 618 M. im Jahre 1916 ermäßigt. Den Kriegerfamilien flössen im Berichtsjahr 32 668 M.(seit Kriegsausbruch) 105 283 Mark) an Extraunterstützungon ans Verbvndsmitbeln zu. Der Vermögensbestand hat sich von 217 666 M. auf 225 246 M. zum Jahresschlüsse erhöht. Musland. Schwedischer Gewerkschaftskongreß. Stockholm, 26. August. Der Gewerkschaftskongreß nahm mit 192 gegen 142 Stimmen folgenden Beschluß an: Die von den Syndikalisten ausgehenden Streiks und Sperren verpflichten die Mitglieder der Zentralverbände nur dann zur Solidarität, wenn diese bei den Beschlüssen über solche Streiks und Sperren mit- gewirkt haben. I« der Schlußsitzung dcS Kongresses sprachen die Genossen Troelstra, Sakasoff, Axelrod und HuysmanS für die Friedensaktion des Proletariats, Jansson für ein freundschaft- licheS Zusammenarbeiten der deutschen und schwedischen Gewerk- schasten.— Der nächste Kongreß wird 1922 abgehalten. parteinachrichten. Ist die deutsche Sozialdemokratie imperialistisch? In einem seiner jüngsten Stockholmer Briefe hatte Troelstra Protest dagegen eingelegt, daß»Het Volk" fortwährend die deutsche Sozialdemolratie imperialistischer Neigungen bezichtige, und zwar . ausschließlich die deutsche Sozialdemokratie, keine andere Partei der Internationale. Durch diesen Widerspruch gegen die Haltung des holländischen ParteiblatteS hat der Parteivorsitzende die Redakteure van der Goes und Wiebaut auf den Plan gerufen. Insbesondere der Auslandsredafteur von.Her Volk", van der Goes, blieb bei seiner Behauptung stehen, daß die deutsche Sozialdemokratie sich dem Imperialismus dienstbar gemacht habe, und griff Troelstra leidenschaftlich an. Darauf antwortet Troelstra wiederum in einem Briefe aus Stockholm: .Ich habe gedacht und gewünscht, daß meine wenigen Worte v. d. Goes veranlassen würden, endlich einmal mit einem urkund- licken Beweis für seine immer wiederholte Behauptung herauszu- rücken, daß die deutsche Sozialdernolratie sich dem Imperialismus verschrieben habe. Die deutsche Minderheit, die v. d. Goes als Kronzeuge dafür angeführt wird, hatte ich Gelegenheit in den Bor- konferenzen unseres Komitees über diesen Punkt zu hören, wie ich auch die Darlegung der Mehrheitspartei selber über ihre Friedens- aklionen und Friedensabsichten entgegennahm. Dabei wurde ich in meiner Meinung bestärkt, daß die Mehrheitspartei in der Beurteilung der unmittelbaren Kriegsursachen der offiziellen deutschen Darstellung nicht krisisch genug gegenübersteht und auch den Militarismus als selbständigen zum Kriege drängenden Faktor besonders in Deutschland unterschätzt. Ebenso aber wurde ich in meiner Auffassung bestärkt, daß die eigenen Absichten der Partei in diesem Kriege und ihr eigenes Streben nach Frieden nicht von imperialistischen Gesinnungen beherrscht werden.... Es ist doch wohl kurioS, eine Handlung(die Bewilliguog der Äriegskrediiei, die gerade notwendig war, um die Mehrheit des Reichstags zu einer ausdrücklichen Abweisung jedes imperialistischen Kriegtyieles zu bringen, als Beweis dieser imperialistischen Absichten angeführt zu sehen. Wenn diese Argumentation einen Wert hoben soll, was sagt v.d.Goes denn davon den französischen Sozialisten, welche die Kriegs- kredite bewilligten in einer Zeit, wo ihre Regievung dem Zaren die Annexion Konstantinopels einräumte und ausweislich der Rede Ribots ihr eigenes Kriegsziel bis auf die Annexion der Rheinlande ausgedehnt halte? Ich will diese Beispiele nicht vermehren. Aber ich bin überzeugt, daß die nächste Zukunft die Legende, als ob Im- perialismus nur bei der deutschen Regierung zu finden ist, mehr und mehr Lüge« strafen wird. Auch v. d. Goes wird nicht be- streiten können, daß die Antwort der Entente an Wilson keine rein defensive war, sondern ein aggressive», von imperialistischen Ten- denzen durchwobeneS Kriegsprogranun enthielt. Wenn also aus den von v. d. Goes angegebenen Gründen die deutsche Mehrheits- Partei imperialistischer Absichten geziehen werden soll, dann gilt dies von allen sozialistischen Parteien, die jemals ihren Regie« rungen Kriegslredite bewilligt haben.... In ganz Deutschland bezeichnet man«inen Frieden ohne Annexionen als einen Scheidemann-Frieden. In unseren Kreisen aber wird Scheide- mann noch immer das Kainszeichen der Imperialisten auf- gebrannt.... Da wird b. d. Goes mit besseren Beweisen auf- warten muffen." Auf diese beweiskräftige, schlagende Darlegung bleibt v. d. Goes trotz seiner langen Erwiderung die Antwort schuldig. Industrie und Handel. Erfindungen von Heeresangestelltcn und Hilfsdienstpflichtigen. Seit langer Zeit gilt die Bestimmung, daß Offiziere. Beamte der Militärverwaltung, Unteroffiziere und Mannschaften, welche die Nachsuchung eines Patents becrbfichtigen, vorher ihren Borge- setzten davon Anzeige zu machen und die Erklärung abzuwarten haben, daß im Interesse der Militärverwaltung Einspruch dagegen nicht erhoben wird. Neuerdings ist diese Bestimmung auf die Hilfsdienstpflichtigen. die als Ersatz für Militärpersonen eingestellt werden, ausgedehnt worden, und fie müssen schriftlich anerkennen, daß nicht nur die im dienstlichen Auftrage, sondern auch die mit dienstlichen Mitteln oder auf Grund dienstlicher Kenntnisse oder auf Grund dienstlicher Erfahrungen von ihnen gemachte Erfind um '(tetf«fe dienflkrche Erfindungen dein anSschkreßlrchen Verfügung?- recht der Heeresverwaltung unterliegen und ohne deren Zustim- mung.zum Patent(Gebrauchsmuster) nicht angemeldet werden dürfen. Hiergegen wandte sich der Verband Deutscher Patent- anwälte und regte bei anderen Körperschaften an, ihm zustimmende Erklärungen' zukommen zu lassen. Aus diesem Anlaß beschäftigte sich der Ausschutz des Deuftchen Handelstages mit der Angelegen- heit und sprach sich nach einem Bericht von Kommerzienrat Dr. Weil (GörNtz) aus, daß die angeführten Bestimmungen eine weitgehende Entrechtung der Erfinder bedeuteten, die dazu führen müsse, die Erfindertätigkeit hemmend zu beeinflussen. Von ihrer Geltung seien die Hilfsdienstpflichtigen auszunehmen, und es sei klarzu- stellen, daß die Notwendigkeit der Erteilung einer Erlaubnis zur Anmeldung einer Erfindung nicht dazu benutzt werden dürfe, der Hceresverrvalturrg Erfindungen, au denen ihr nach allgemeinrir Rechtsgrundsätzen ein Eigentum nicht zustehe, ohne Entgelt zuzu- führen._ Soziales. Die Löhnung für vermißte Kriegsteilnehmer. Immer kehren die Anfragen nach den Grundsätzen über die Gewährung der Löhnung für vermißte Kriegsteilnehmer wieder. Wir heben sie noch einmal hervor. Tie Löhnung Vermißtrr kann an die Angehörigen ganz oder zum Teil gezahlt werden, wenn der Vermißte ganz oder über- wiegend der Ernährer dieser Angeböngen war und diese bedürftig sind. Ob dieses der Fall war. muß durch eine Bescheinigung der Ortspolizeibehörde nachgewiesen werden. Zu den Angehörigen gehören nicht nur die Ehefrau und die ehelichen oder legiiimierten Abkömmlinge, sondern auch Verwandle der aufsteigenden Linie. Geschwister, Geschwisterkinder oder Pflege« linder, deren Ernährer der Vermißte in dem oben bezeichneten Ilm- fange war. llnehelichen Kindern— wenn fie nicht Pflegekinder der Ver- mißten waren—, Pflegeeltern, Stiefeltern und der Braut darf eine solche Bewilligung nicht zugesprochen werden. Die Bewilligung erfolgt durch das Kommando des Bataillon? (Abteilung) oder Kaballerie-Regiments, dem der Vennißte unter« stellt war. Anträge sind daher auch an diese Stellen zu richten. Sie entscheiden endgültig über die Gewährung, über die Höhe des Betrages und den Zeitpunkt des Beginns der Zahlung. Nach einer neueren Verfügung der Kriegsministerien soll die Wefterzahlung der Löhnung für vermißte Kriegsteilirebnrer mit Ab- lauf des letzten Tages des auf das Vermißtsein folgenden sechsten KalendernronatS in der Regel aufhören. Statt der Löhne werden von diesem Zeitpunkt ab. sofern auf Grund des§ 44 des Militärbinter- bliebenengeietzes eine Versorgung möglich ist. B o r s ch üs s e bis zur Höhe der zu bewilligenden Gebührnisse gezahlt werden. Der Antrag auf Gewährung solcher Zuwendungen muß an die stellvertretende Intendantur des betreffenden Armeekorps entweder direkt oder durch Bermittlmrg der Polizeibehörde oder der amtlichen Kriegsfürsorge« stelle gerichtet werden. Bedingung für die Zahlung ist aber, daß der Bermißte die Angehörigen ganz oder im wesentlichen.erhalten" hat, sonst kann nur die Hälfte der Löhnung noch drei Monate weiter gewährt werden. Hat sich aber das Schicksal des Vermißten binnen 13 Monaten(vom Tage des Bermißtseins an) nicht aufgeklärt, so erfolgt die amtlrche Festsetzung der Hinterbliebencribezüge auch ohne Zutun der Familien- ungehörigen durch die stellvertretende Intendantur, wobei die den Angehörigen inzwischen über die ersten drei Monate nach dem Bermißtsein hinaus gezahlte KriegSfamilienimterstützung. jedoch nur bis zur Höhe der Hinterbliebenenbezüge angerechnet wird. Als Hinterbliebenenbezüge gelten alle auf Grund des Militärhinter- bliebenengesetzes festgesetzte Renten, Kriegs-Elterngelder usw., sowie auch die durch spätere Verordvungen vorgeseyeixen, bis zur späteren. Gesetzesänderüng- gewahrten einmaligen, jedoch in'monatlichen He- trägen gezahlten Unterstützungen. Zweck-Weser neuen Verordnimg ist vor allem die Einschränkung der Löhnungszahlungen, ferner aber auch die Beseitigung von Ungleichheiten, wie solche in der Art, wie die Löhnung bisher durch die einzelnen Truppenteile gewährt wurde, bestanden. Hauterkrankungen infolge Holzbearbeitung. In der Nr. 225 wurde im Unterhaltungsblatt des.Vorwärts" auf Erkrankungen hingewiesen, die sich H o l z a r b e i t e r bei der Bearbeitung des australischen MoaholzeS zugezogen haben. Solche Erkrankungen sind gar nicht so selten, da auch andere Holzarten ebenso unangenehm auf die Haut einwirken. So z. B. das Satinholz. Mit einer Schädigung, die sich dabei ein Tischler geholt hatte, hatte sich auch das Reichsversicherungsamt zu besSäf- tigen.-da die Berussgenossenschast in Anspruch genommen war. DaS ReichsversicherungSamt lehnte es ab, eine Rente zu gewähren. Es führte dabei aus: .?kacb der ganzen Sachlage kann nicht angenommen-werden. daß das Hautlerden des Klägers durch einen Unfall, das heißt ein plötzliches, in einen kurzen Zeitraum eingesckilosienes schädigendes Ereignis entstanden ist. Vielmehr ist die Ueberzeugung begründet, daß der Kläger bereits mehrere Tage mit der Bearbeitung des indischen Salinholzes beschäftigt gewesen war, als sich am$7. März 1909 auS anfänglichem bloßen Jucken eine offenkundige Hautentzündung entwickelt halte. Er war hiernach der schädigenden Einwirkung des Satin« Holzes schon mehrere Tage ausgesetzt gewesen, als die Krankheit ausbrach. Demnach ist die Hautentzündung durch die längere, mehrere Tage andauernde Berührung mit Satinholz entstanden. Sie stellt sich somit nicht als die Folge eines Unfalls, sondern als eine sogenannte Gewerbekrankheit dar. Hiernachbar der Kläger aus eine Unfallrente keinen Anspruch." Gerichtszeitung. Vernichtung gehamsterter Lebensmittel hat einem Berliner Ehepaar eine empfindliche Strafe eingetragen. Der Maschinenschlosier B. und dessen Frau halten in Vietz(Mark) Butler und Eier aufgekauft. Auf dem Wege zum Bahnhof wurden sie von einem Polizerbeamten überrascht, der mit der Kontrolle über den Aufkauf von Lebensmitteln beauftragt war. Der Beamte er- klärte die gehamsterten Waren für beschlagnahmt, worüber Sie Ehe- leute in so starke Erregung gerieten, daß sie Butter und Eier durch Zertreten vernichteten. Beide hatten sich vor Gericht zu verant- Worten und wurden wegen Vernichtung beschlagnahmter Lebens- mittel zu je vier Wochen Gefängnis verurteilt. Wegen imbesugten Auslaufens erhielt der Ehemann außerdem 100 M. Geldstrafe.___ Eingegangene Druckschristen. Englands Niedergang. Von Arnold Stemmarm-Bucher. 6 M. Leonhard Sirnion Ns., Berlin. Das Rätsel der Natur. Von Dr. Th. Silbermann. 1 M. Louis Neberts Verlag. Halle a. S- Ungarisches Sprachbuch. Von Adalbert Kelemen. 2 Kronen. Atbcnaeum. Budapest. Das Wahlrecht der Zukunft. Von Otto Messe. 50 Ps.— Schriftleiter und Leser. Von Otto Kresse. 60 Ps. Wilhelm Rößler u. Co., Berlin. Politische Aufsätze. Von Gras Monis. 1 M. Kronen-Verlag, Berlin. Technik für Alle. Technische Monatsheste 2 und 3. 1,45 M. viertelj. Franckhjche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. Jahrbuch für 1916 des Verbandes der Brauerei- und Mühlen- arbciter. Selbstverlag des Verbandes.__ Perantniortlich für Politik: Erich«attntr, Berlin: für den übrigen Teil des BlätleS: Alfred Scholz, Neukölln: für Inserate: TP. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdrucksrei u. Verlags anstatt Paul Singer 6e Berlin LIV. Hierzu 1 Beilage und UuterhalUmgsdlatt. Nr. 255 ❖?4. Jahrgang Seilage öes vorwärts Dienstag, 2S. August 7917 Höhere Kohlen- unö Eisenpreise! Schon auf der Generalversammlung der kattowitzer A.-G. für Bergbau und Gisenhüttenbetrieb verlangte Bergrat Williger, der sich im Vorjahr mit einem ähnlichen Verlmigen eine derbe Ab- fuhr des preußischen Handelsministers zugezogen hatte, mit Be- rufung auf die erhöhten Löhne höher« Äohlenpreife. Diese Forderung wird auch von den Kapitalmagnaten Rheinland-Weft- falens aufgegriffen, und zwar zu dem Zweck, durch eine Erhöhung des Preises von Kohle— eines der wichtigsten Rohstoffe— eine Revision der Preise in der ganzen weiter verarbeitenden Industrie, besonders in der Eisen- und Stahlindustrie zu erzwingen Der Kohlenbergbau hat im Kriege ausgezeichnet gearbeitete Aus dem Berkauf der Lagerbeftände, aus der Ausfuhr, für die an sich höhere Preise gelten und wobei die deutschen Fakturen nach dem Friedenswert(!) der Mark umgerechnet werden, schließlich aus den Nebenprodukten der Verkokung hat er immense Ge- Winne gezogen. Die steigenden Förderkosten wurden bereits durch Preiserhöhungen ausgeglichen. Die Zechen verteilen höhere Ausbeuten. Zwar hat die Harpener Bergbau A. G. ihre Dividende von 12 Proz. auf 11 Proz. ermäßigt, aber nur, weil die letzte Kohlenpreiserhöhung für das abgelaufene Geschäftsjahr Juli 1916/Juni 1917 nicht voll wirksam werden konnte. Die Börse hat diesem Divideirdenrückgang mit richtigem Instinkt auch nur ganz singulare Bcdeutmig beigemessen und den Kurs von Kohlenwerten wie Eonsolidation oder Königsborn in den letzten Wochen kräftig in die Höhe gesetzt und ist eben daran, sich auch für die Kuxe verschiedener Zechen intensiver zu interessieren. Schadet nichts! Die Koblenmagnaten verlangelt höhere Preise und statuieren die Pflicht für das Reich, höchste Dividenden zu ver- bürgen— in eiiter Zeit, da Millionen Existenzen physisch und Wirt scbaftlich vernichtet werden und infolge harter Kriegsnotwendig- kciten das große Sterben in der mittleren und kleinen In- dustrie und im Handwerk einsetzt. Auch die„Kölnische Volksztg. lehnt sich kräftig gegen die Answucherung des Reiches, der Steuerzahler und Verbraucher auf: „Die für die Landesverteidigung tätigen gewerblichen Be- triebe können den Anforderungen der Heeresverwaltung kaum völlig entsprechen. Sie suchen deshalb ihre Hcrvorbringung noch immer zu steigern; zugleich finden ihre lveitgebenden Wünsche wegen des Nutzens der Arbeit sehr viel Entgegenkam- m e n— oft mehr, als allen Nichtbeteiligten begreiflich ist____ Da ist es schon viel einfacher, die Preisschraube gleich am dünnen Anfang ihres Gewindes abznbrechen, das heißt die vom Kohlen bergixm trotz seines vorzii glichen Ertrages er strebte neue �Erhöhung seiner Einnahmen nicht gutzu- heißen. Für die Angehörigen dieses wichtigen Gewerbes muß es doch auch ein Sichbegnügen geben, so gut, wie längst zahl reiche, andre Erwerbstätige sich nach den Verhältnissen einzu richten gezwungen sind. Auch wäre es nicht begreiflich, wenn etwa der preußische Handelsmiuister gegenwärtig, um hohen Ertrag der staatlichen Bergtverke und insbesondere der H i- b e r n i a zu erreichen, die Mehrforderungen der Zechenbesitzer Die dabei gebesserte geldliche Lage des Bundesstaates 24 Proz. erhöht worden. Anerkannt sei, daß die Verwaltung für Wohlfahrtszwecke, erhebliche Summen geopfert hat, weil ihr offen- bar selbst bei den Riesengewinnen schwül wurde. Aber gegen diesen Entschuldigungsversuch bestehen die gewichtigsten allgemeinen und sozialpolitischen Bedenken. Und nun fragen wir: Ist eine Erhöhung der Kohlen-, der Eisen- und Stahlpreise eine Notwendigkeit, deren Erfüllung im Jnteresic des Reiches liegt oder auch nur vom Standpunkt der öffentlichen Moral aus erträglich ist? sMren. wo es angeht," im Privatleben) wie im Haus�lt der Ge- samthcit. Schließlich ist das auch gegenüber der Emsigkeit be- rechtigt, welche sich bisher beim Unterbringen von Kriegs anlerhen bekundete und hoffentlich bald wieder betätigen wird." Auch dieser letzte Gesichtspunkt— die Unterlbringung der Kriegsanleihe—. sollde von verwerflichen Zugeständnissen an die Kohlenwagnaien abhalten, die nach der glücklich vollvmchien Entfernung Gröuers den Weg in ihren Himmel offen sehen. Die Zeichner von Kriegsanleihe wollen, so nehmen wir an, dem Vaterland dienen, nicht Tantieme haschenden Aufsichtsrätca und gewiunlüsternen Aktionären. - Wer da die Kohlen pre iserhöhu ng vor allem deshalb mit so hingevungsvollcm Eifer betrieben wird, um einen plausiblen Au> laß für eine sehr kräftige Erhöhung der Eisen- und Stahlpreise zu schaffen, so sei auch über dieses Kapitel einiges gesagt. Dre Aktien der Bismorckhüttc, der Gebr. Löhler A.-G., der Wittewer Gußstahl A.-G. usw. sind im Laufe dieses Jahres um 100 Ins 200 Prozent im Kurs heraufgesetzt worden. Es wäre für den Haupt- ausschuß des Reichstags übevhaupt sehr instruktiv, wollte er ein- mat die jetzigen, im freien Börsenvenkehr notierten Kurse mit den Ende 1010 festgestellten, bereits sehr hohen Steuerkurfen vergleichen. Er kann in diesem Vergleich eine schlüssige Antwort auf die Frage finden, ob die vom Reiche ausgegebenen Gelder auch sparsam und überlegt ausgegeben worden find. Man darf sich dadurch nicht düpieren lassen, daß die großen Gesellschaften ihre Dividenden nicht erhöhen. Das geschieht aus berechtigter Vorsorge für die Zukunft, aber auch aus Scheu vor dem Fiskus und der öffentlichen Mei- nung. Die kleinen Werke wirtschaften dafür aus dem Vollen. So hat das Mcppener Walzwerk die Dividende von lb auf 25 Proz. erhöht und die Friedrich Thomce A.-G. hat ihre Dividende von 10 auf 20 Proz. verdoppelt. Die Stahlwerke Richard Lindenberg k!l.-G. zahlt 25 Proz. Dividende, gibt außerdem einen Gutschein von 10 Proz. aus uud reserviert einen großen Betrag für küiiftige Gratisaktien! Gerade in den letzten Tagen sind zwei besonders illustrative Abschlüsse veröffentlicht worden. Der Lothringer Hütten v c r-e i n rühmen; Aumetz-Friedc kann sich folgenden Ergebnisses Betriebsüberschuß..... R o h g e w i nn(ohne Vortrag) Abschreibungen...... Reingewinn....... 7 985 778 do. inkl. Vortrag.... 0 342 524 1016/17 M. 23 S08 783 20 421 904 12 436 126 1915/16 M. 16 688 132 14 015 977 6 580 367 7 515 610 8 426 258 1914/15 M. 8 464 199 6 021 931 5 023 676 999 255 2 213 382 Der Lothringer Hüttenverein hat feinen großen Rohgewinn vorwiegend zu innerer Stärkung verwandt und ist der Versuchung einer Divideudencrhöhung in anerkennenswerter Weise aus dem Wege gegangen. Aber ist es Aufgäbe de» Reiches, so Hobe Preise zu zahlen, daß die Abschreibungen in einem Jahre auf ungefähr 22 Proz. des Aktienkapitals gesteigert werden können und die vor- sichtige Bilanzpolitik bereits in Auft'chatzungspolitil umschlägt? Noch eindringlicher warnt der Abschluß des Eisen- und Stahlwerks Hoesch Ä. G. vor einer Erhöhung der Eisen- und Stahlpreise. Diese Aktiengesellschaft, deren Kapital 20 Mill. Mark beträgt, weist für 1916/17 einen Rohgewinn von 27 588 018 M. gegen 13 601 002 M. im Vorjahre aus. Davon werden für Abschreibungen 4 214 030 M.(4 229 716 M.), außerordentliche Abschreibungen 6028 755 M.(530 000 M.) verwendet. Einschließlich 184 951 M. Vortrag ergibt sich ein Reingewinn von 17 529 284! Mark(i. V. 9 005 335 M). Di« Dividende ist von 20 Proz. auf! GroßSerlln Gaspreiserhöhung und Gasverbrauchseinschränkung. Die drohende Erhöhung des Gaspreises soll, wie an- zunehmen war, nicht aus Berlin beschränkt bleiben. Berlin hat sich den Vortritt gesichert, aber andere Groß-Berliner Gemeinden wollen unverzüglich folgen. Schon wird gemeldet, daß in C h a r- lottenburg der Magistrat einen Antrag auf Erhöhung des Gas- Preises den Stadtverordneten baldigst vorlegen will. Und auch in Neukölln plant der Magistrat, den Gaspreis zu steigern. Wie mit aller Kriegsware, so geht'S auch mit dem Gas: schlechter ist es geworden und teurer wird eS nun auch noch! Da man von dem schlechteren Gas mehr als sonst von dem besseren braucht, so macht sich die Preiserhöhung doppelt unangenehm fühl- bar. Soll's ein Trost sein, daß die den Verbrauchern jetzt auf- gezwungene Einschränkung deS Gasverbrauches diese neue Mehr- Belastung ihres Portemonnaies„mildern" wird? Vielleicht hofft man auch, daß andererseits die GaSpreiSerhöhmrg die Einschränkung des Gasverbrauchs fördern wird. Wie weit nach den Bestimmungen der in Aussicht gestellten neuen/ Gasperordnung die Verbranchscinschränkung gehen soll, ist noch uu- gewiß. Was hierüber in einigen Blättern voreilig mitgeteilt wuxde, waren Vermutungen. Sicher ist, daß nicht mehr die Größe des Gasmessers als Grundlage für die zu bewilligende Verbrauchsmenge diciien wird. Daß aber auch das Verfahren, von dem vor- jährigen Verbrauch einen prozentualen Abzug zu machen, leicht zu Härten sühren kann, wurde im„Vorwärts" bereits gezeigt. Die Entscheidung über die Größe dieses Abzugs sowie über die Höhe des Mindestverbrauchs, der unter allen Ilmständen freigegeben werden soll, ist in Kürze zu erwarten. Wir sind gespannt darauf, was. da die neue Gasverordnung bringen wird. Es ist wirklich eine„Lust", jetzt Gasverbraucher zu scin l ysrftesien, Golösthmuck traaenheis &ttvon&mfr zögerung entsteht. Es ist zu hoffen, daß die Angehörigen die hier gebotene Gelegenheit einer schnellen und Meckmäßigen Versorgung der Gefangenen in möglichst weitem Umfange benutzen werden. Es können folgende Pakete destellt werden: Nr. Z. I.(Kleines E ß lo a r e n p a k c t.) 400 Grmmn Schokolade, 2 Fleischkonserven, i 250 Gramm netto(1 Leberpastete, 1 Fleischpastete), 1 Dose Marmelade, 500 Gramm brutto. 4 große Lebkuchen, 300 Gramm. Preis 8,— M. Nr. S. II.(Großes Eßwarenpaket.) Dauerwurst, 250 Gramm, Schokolade 590 Gramm, 2 Dosen Marmeladen ä 500 Gramm brutto, Bouillonwürfel, 4 große Lebkuchen, 300 Gramm, 4 Fleischkonserven, nämlich: 1 Dose Ochscnfleisch, 320 Gramm brutto, 1 Dose Fleisch- oder Leberpastete, 250 Gramm, 1 Dose Blutwurst, 1 Dpse Leberwurst lje 500 Gramm). Preis 16,— M. Nr. W. I.(Kleines W as ch c- paket.) 2 Paar Socken,!■ Unterjacke, 1 Unterhose, 2 Taschentücher. Preis 14,50 M. Die Wäsche wird für drei Größen geliefert — groß, mittel, klein—. Die Pakete sind dementsprechend mit g, rn, k zu bezeichnen. Nr. W. IJ.(Großes Wäschepake U) 2 Paar Socken, 1 Hemd, 1 Unterhose, 2 Taschentücher, 1 Leibbinde, 1 Handtuch, 1 Halstuch, 1 Paar Hosenträger, 1 Kamm, 1 Kleiderbürste, 1 Zahnbürste, 1 Nähsäckchen. Preis 24,— Mk. Nr. R. I. (Kleines Paket für Raucher.) 20 Zigarren, 40 Zigaretten, 2 Pakete Flora(20 Stück Schweizer Stumpen), 2 Pakete Tabak,' je 50 Gramm. Preis 5,— M. Nr. R. II.(Großes Paket für Raucher.) 25 Zigarren, 40 Zigaretten, 1 Pfeife, 2 Pakete Tabak, je 100 Gramm, 3 Pakete Habana bouts(30 Stück Schweizer Stumpen). Preis 11,50 M. Nr. G. k»l:(H e m i s ch t e s Paket.) 400 Gramm Schokolade, 1 Dose Fleischkonserven, 250 Gramm netto, 1 Dose Marmelade, 500 Gramm brutto, 4 große Lebkuchen, 300 Gramm, 20 Stumpen(Schweizer Zigarren), 20 Zigaretten, 1 Taschentnch, 1 Paar Socken. Preis 10,— M. Die Gefangenen sind durch die Angehörigen zu benachrichtigen, daß ihnen ein Paket aus der Schweiz zugeheü wird. Um unnötige Reklamationen zu vermeiden, wird dringend ersucht, bei der In- Haltsangabc sich auf die allgemeine Bemerkung:„ein Etzwaren- paket, ein Rauchcrpaket, ein Wäschepaket, ein gemischtes Paket" zu beschränken und die Zusammensetzung der Pakete nicht einzeln aus- zuführen, denn es läßt sich nicht vermeiden, daß bei Eintreten von Ausfuhrverboten oder aus anderen Gründen'manchmal ein Artikel durch einen anderen— gleichwertigen— ersetzt werden muß. Ter genaue Inhalt der Pakete wird dem Empfänger von der Versand- stelle mitgeteilt. Gewähr für die Ankunft der Pakete kann nicht übernommen werden.— Schadenersatz wird also nicht geleistet. Alle nur denkbaren Maßregeln zur Vermeidung von Verlusten sind getroffen. Die Beträge für die gewünschten Pakete sind auf Post- schecktonto Nr. 18 608 des Zentralkomitees vom Roten Kreuz, Berlin NW. 7, unter Benutzung einer Zahlkarte zuzüglich 5 Pf. Zahlkartengebühr einzuzahlen. Auf der Rückseite des Zählkarten. abschnitts ist Stummer und Preis des Pakets,.Hache und genaue Adresse des Gefangenen anzugeben, besondere schriftliche Anträge sind nicht notwendig. Die Berücksichtigung besonderer Wünsche be- züglich des Inhalts der Pakete ist nicht angängig, ebensowenig das Beipacken anderer von den Angehörigen gelieferter Gegenstände. Aehnliche Pakete sind auch für die Gefangenen in England und Rußland zusammengestellt, worüber man näheres beim Zentralkomitee des Roten Kreuzes, Abteilung für Gefangenen- fürsorgc, Abgeordnetenhaus, erfahren kann, Die; J£fa� 5 � lÄ- ihre am� Donnerstag dieser Woche PgMwMoe.. erfte Ätzniig'nach /den Ferien eine sehr umfangreiche Tagesordnung. Diese enthält u.a. schon den Magistralsantrag auf Erhöhu ug des Gaspreises, über den im„Vorwärts" am Sonntag berichtet wurde. Der Magistrat zum Dbst- uud Gemüsemangel. Der Magistrat hat den Stadtverordneten zu der Sitzung am Donnerstag eine umfangreiche Eingabe an die R e i ch s st e l l e f ü r G e m ü s e und O b st, das KriegsernährungSamt und den preußischen Ernährungskommissar zur Kenntnisnahme unterbreitet, die sich mit dem bestehenden Obst- und Gemüsemangel beschäftigt. In der Eingabe wird zunächst den Vor- würfen, wonach die ungenügende Versorgung auf örtliche kommu- nale Maßnahmen zurückzuführen sei. ciltgegenaelreten und verlangt, daß die Waren, die nach dem Stande der Produktion in das Weich- bild Berlins hineinkommen müßten, auch wirklich hineinkommen. Die Auffassung der meisten Tagesblätter, die Höchstpreise hätten die Ware von Berlin vertrieben und anderen Absatzgebieten zugeführt, hält der Magistrat für völlig un- r i ch r i g. Nachdem der Magistrat darauf hingewiesen, daß tatsächl lich beim Kauf vom Produzenten weder Großhändler, noch Ge- meinden oder sogar die Aufkäufer der Reichs st eile sich an die festgesetzten Höchstpreise halten, kommt er zu der Feststellung. daß die abgeschlossenen Lieferungsverträge nicht hingereicht haben, um das Gemüse den Bedarfszentren zuzuführen. Der Magistrat verlangt denn, daß Maßnahmen getroffen werden, um das Gemüse auf dem Lande zu erfassen. Er kommt jetzt endlich zu der Auf fassung, daß es empfehlenswert sei, das Gemüse für Groß-Berlin gemeinsam zu beziehen und es dann nach einem bestimmten Schlüssel zu verteilen. Soweit die Kernpunkte der Berliner Eingabe. Wir haben be- reits öfter dargelegt, daß die ungleichmäßige Lebensmiltelverteilung in Groß-Berlin auch zum großen Teil darauf zurückzusühren ist, daß jede Gemeinde ihre Lebensmittel für sich beschafft und eine Ge- meinde der andern die Waren abliubt. Auch die Lebensmittel- bescbaffung der großen Betriebe— die mit Recht als eine schwere Schädigung der Ernährung der gesamten Bevölkerung bezeichnet wird— müßte unbedingt der Groß-Berliner Lebensmitlelbeschaffungs- stelle unterstellt werden. Bis man dieie Uebelstände in Groß- Berliner Kommunalkreisen einsieht und Abhilfe schafft, wird wohl noch einige Zeit vergehen._ Lebensmittelpakete an unsere Kriegsgefangenen in Frankreich. Wie bereits amtlich mitgeteilt lvurde, ist das in den französi- scheu Lagern erlassene Verbot der Auslieferung von Lebensmitteln, Tadak und Medikamenten an unsere Kriegsgefnigenen aufgehoben worden. Die Angehörigen können daher Pakete mit den genannten Gegenständen den Gefangenen ioieder wie früher zugehen lassen. Bei dieser Gelegenheit wird erneut empfohlen, bei Versorgung der Gefangenen mit Lelbensmittelsendungen usw. die Vermittlung der unter der Mitwirkung der deutschen Roten-Kreuz-Vereinie in Bern geschaffenen Einrichtung weitgehend in Anspruch zu nehmen. Sie bietet die Möglichkeit der Versendung von Paketen aus der Schweiz aar Gefangene. Die Pakete sind außero.vdntlich zweckmäßig zusammengestellt, enthalten Waren von bester Beschaffenheit und sind verhältnismäßig wohlfeil. Die Benutzung der genannten Einrichtung gewährt vor allem auch den Vorteil, daß die Pakete Wiel schneller und sicherer in den Besitz der Gefangenen gelangen, al» dies beim Versand aus Deutschland mögllich ist. Mit der Berner Stelle und den Rote- Kr euz-V er einen ist zur Vereinsachung des Verkehrs vereinbart worden, daß die Berner Stelle unmittelbare Bestellungen bei Angehörigen nicht entgegen- nimmt, vielmehr müssen solche ausschließlich durch die zuständige Rote-Kreuz-Stelle oder durch die„Hilfe für kriegsgefangene Deutsche" aufgegeben werden, die in allen Bezirken Deutschlands vertreten sind. Die unmittelbare Bestellung durch Angehörige in 1 Bern ist daher zwecklos, da die Briefe von dort zunächst wieder den zuständigen Vereinen zugeleitet werden und dadurch nur eine Ver- Das Berliner Jugendamt. gltrasSvorlage über das.zu äverordnetenv.sriänrnl- ..Kie.fett langem versprochene.Magistt Si..... AuMe»,� dre der MagtifrM,d�m. Jugendamt übertragen, null,- wurde.rm„Vorwärts verorts..vor einigen Monaten berichtet. Es wird Einstweilen hauptsächlich der „körperlichen Ertückitigung" unseres Nachwuchses dienen und zu diesem Zweck die Schulspeisungen, die Leibesübungen, den Landaufenthalt usw. zu fördern suchen. Daneben soll es eure „wirtschaftliche Fürsorge" für die Jugend ausüben durch „Beaufsichtigung der gewerblichen Beschäftigung der Schulkinder" (wie die Vorlage sagt), durch Schnlwerkstätten und durch Berufs- beratnng. Weiter will es die Einrichtungen zur Bildung und Unterhaltung der Jugend übernehmen, die Kinderlesehallen zur Bekämpinitg der Schundliteratur, die Veranstaltung von Vor- trägen, Besichtigungen, Konzerten, Theatervorstellungen, Kino- darbietungen. Mit dem Jugendamt möchte der Magistrat auch erneu „Mittelpunkt für alle Bestrebungen der auf dem Gebiet der Jugendsürsorge tätigen Vereine" schaffen. Für den Neubau der Berliner Obst- uud Gemüse« Grohhalle» die nach einem von den Genlemdebehörden bereits gefaßten Beschluß an der Bcusselstraße errichtet werden soll, hat der. Magistrat Pen Stadtverordneten jetzt den Vorentwurf überreicht. Aufgestellt haben den Entwurf in gemeinsamer Arbeit die beiden bei dem Weil- bewerb prämiierten Architekten Jansen und Körte unter Mitwirkung der Markthallendeputation und der Hochbaudeputation. Die Kosten sind auf 20 821 000 M. veranschlagt, doch wird eine Einschränkung auf 18 400 000 M. als möglich bezeichnet. Wäschebeschlagnahme. Nachdem vor kurzem die Verwendung von Wäsche in Gysi» Häusern usw. beschränkt worden war, hat jetzt die Reichsbekleidungs- stelle durch eine sofort in Kraft getretene Verordnung alle gebrauchie und ungebrauchte Bett-, Haus« und Tischwäsche von Hotels. Pensionen, Ga st- und Schanliuir tschaften und ähnlichen Betrieben sowie von Wäscheverleihgeschäften be- schlagnahmt. Die Maßregel wird damit begründet, daß ein leb- hafter Handel mit dieser Wäsche eingesetzt habe, wovon unzweckmäßige Verwendung und ungerechtfertigte Preissteigerung zu be- fürchten sei. Die Wäsche wird nicht enteignet, sondern bleibt den Besitzern zur weiteren Verwendung, muß aber pfleglich behandelt werden. Für den I.Oktober ist eine Bestandsaufnahme angeordnet, deren Ergebnis bis 15. Oktober an die Reichsbekleidungs« stelle gemeldet sein muß. Von der Bestandsaufnahme sind die kleinsten Betriebe ausgenommen, die Beschlagnahme aber erstreckt sich auf alle Betriebe._ i Brand bei Schwartzkopff. Eine Zeitnngskorreipondenz, die ihre Nachrichten über Brände aus dem Bureau der Berliner Feuerwehr bezieht, meldet: Wegen eines größeren Fabrikbrandes wurde am Sonntag die Feuerwehr von mehreren Seiten nach der Schering str. 13/23 alarmiert. Dort war in der Gießerei an der Wiesenstraße gegen« über dem Humboldthain aus Unvolsichtigkeit Feuer ausgekommen. Die Gießerei gehört' zu der Berliner Maschinenbau- A n st a l t Akt.-Gff. vormals L. S ch w a r tz k o p s f an der Garteil- straße nahe der Stettiner Eisenbahn. Die Berliner Feuerwehr war schnell zur Stelle und es gelang ihr, den gefährlichen Brand auf die einstöckige Gießerei an der Wiesenstraße und Hussitenstraße zu beschränken. Gegenüber den verbreiteten Gerüchten können wir fest- stellen, daß keine Personen ernstlich zu Schaden gekommen sind, nur der Feuermann Koch erlitt leichte Quetschungen am rechten Fuß. Strasteubahnzusammenstost. Zu einem Zusammenstoß zweier Stratzenbahnzüge, bei dem dreizehn Personen verletzt wurden, kam es am Sonntagabend kurz nach 11 Uhr am L a u s i tz e r Platz. Dort fuhr ein Zug der Linie 90 auf der Kreuzung in einen Zug der Linie 91 hinein. Der Anprall war ziemlich heftig. An Trieb- und Beiwagen der Linie 91 wurden die Plattformen eingedrückt und mehrere Scheiben zer- irurtwcd, auch die Borderplattsorm deZ WagenZ der Linie ÖO wurde erheblich beichädigt. �wölf Fahrgäste wurden durch umher- fliegend« Glojiplitter leicht verletzt. Alle zwölf Personen konnten stch. no$bem sie auf der Unfallstation die erste Hilfe erhalten halten, ohne fremd« Hilfe nach Haufe begeben. Die Fahrerin Martha Haas« dagegen hatte eine Gehirnerschütterung davon- getrogen und mußte nach dem Uibankrankenhause gebrocht werden. Di» durch den Zusammenstoß verursachte Störung dauerte bis 1 Uhr nachts. Drei Personen noch Genuß von Pilzen verstorben. In dem Hause Wodzcckftr. V wobnt die iöhefrau Frida des DekorationS- stickerv Kulezvk mit ihrer Tochter Gertrud und ihrem 9 Jahre alten Svbne Paul. Der Vater steht zurzeit im Felde. Die Familie hatte Pilze gesucht und ein Gericht bereitet. Äoch dem Genutz wurde ibnen unwohl und«S stellte sich Erbrechen ein. Nachbarn ließen sie nach einem Krankenhaus bringen, wo man sofort alle Gegen- maßregeln anwandte. Heute sind nun alle drei an der Vergiftung gestorben. Unfälle. Durch einen Sturz von der Treppe ist die 34 Jahre alte Arbeiterin Anna Mi et. die Rüdersdorfer Str. 57 im Keller wohnte, tödlich verunglückt. Sie wurde in der Nacht am Futz der Kellertreppe mit schwerem Schädelbruch bewußtlos aufgefunden und starb noch vor der Uebersührung nach einem Krankenhaus.— Ein drei Jahre alter Knabe RcepechenSli. der mit seinen Eltern auS Bochum hierher gekommen war, um Verwandte in Neukölln zu besuchen, wurde gleich nach der Ankunft am Schlesischen Bahnhof von einem' Straßenbahnwagen überfahren. Auf der Rettungswache konnte der Arzt nur noch den Tod feststellen. Einbrecher erbeuteten in einem Geschäft an der Prenzlauer Allee für 80. Bis zum Ablauf der Kündigungszeit. 2. Ja.—o 31'/, P>d. pro Woche. Sollte der Magistrat dem nicht entspreche!,, wenden Sie sich beschwerdcsührend an die Pro vinzial-Kartoffelstelle Potsdam. BSetterauSstchten kür das mittlere Norvdeutiwland vis Mittwoch mittag. Zeitwelse heiter, jedoch ziemlich tühl und wiederholt bewölkt, mit weit verbreiteten, im Osten meist geringen, im Westen victsach stärkeren Negensälle». UeiitBClie« Xneater. Letzte»iee Auftuhrg. 8 Uhr: Max Callenberg in Der kleine Napoleon. Sonnabend Bröffnungs-Vnr- bteUunp d. Spielzeit 1917/18. 7 Uhr: Faust 1. Kanimerspiele. Letzte vier Äufführg. 8 Uhr: Man« WaBmann u Ida Witt in Goldfische /Lustspiel) Sonnabend Eröffnunifs-Vor- steUunR d. Spielzeit 1917/18. SU: Gespenstersonate. Volksbühne. Theater am Bülowplaiz. Untergrundb. Scbönh Tor. Letzt« vier Äufführg. TJ, U.: Fahrende ünslkanten Musik von RobertSchumann. Sonnabend Eröffnungs-Yor- stellung d. Spielzeit 1917/18. 7'/, Uhr: Was Ihr wollt. Lessinic-Theater. Letzt« vier Äufführg. 7'lt U.: Henry Bender in Die Kffnleln der I-nft. (Gesangsposse.)_ Theater l. d. KAniggratzerstr. 8 Uhr: KUnstleritche Tänze. Frage an da« Schicksal. Abschiedssouper. Komödienhaus 7'/, Uhr: Erdseist. Berliner Theater 7WU.: Die tolle KomteB. Der erfolgreiche Eröffnungs-Spielplan Dazu: 9 Uhr abends Mmto Ml Pantomime in 12 Bildern von Karl Vollmoeller Zirkus Uehiagn Bahnhof Friedrichstraße. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestaltet. 3 Mei nicke» haltbrsch. Akt. Clatsont ganz neue Leist. Stf Max u. Moritz."W Luis u. Sohn.— Sums. Parlorce- Schnitzeljagd. Halali Sonntag 3'/, u. 8 Uhr. Kacbm. 1 Kind frei, i. Oratis-P onny-Reiten. Berliner Pratsr-Ttieater, Kastonienallee 7—9. Zum 93. Mal«: AHa— famos! Gr. Ausstattuvgs'Opeletlenpossi in 3 Akten mit Gesang u. Tanz. Vorher d. gr. Varletiprogramm. Ansang 4'/, Uhr. Theater für Dienstag 28. August. Deutsches Opernhana 7 Uhr; Orpheus inderllDtervelt Friedrich-Wilhelmsf. Theater vi.vhr: Das DranMaiis. Gebr. Herrnfeld-Th. Operetten-Gastspiel 7'/.�: Die ledige Ehefrau. Kleines Theater 8 uhr: Die Hausdame. Komische Oper T'/.Uhr: �MMliiMI. Lustspielhaus TT. Die blonden Midel« 7/, Uhr. vonl Lini|enho(. Kesidens-Theater 8 uhr: Die VerhOlIle. Metropol-Theater Tv.uhr: Die CzariisMi Neues Operettenhaus Schiff hd. 4a. KassenLNd. 281 7'/.ühr: Oer Soldat derMarie. Sehlller-Theater O vi, uhr. Die Jüdin. 8ehiller-Th. Chart. »v.ühr: iit-deidelten Thalia-Theater VI, Uhr : Egon und seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz tm. Die Gulaschkanone. Theater des Westens Beginn der Winterspielzeit Sonnabend, 1. September. Z. 1. M.; Oer verliebte URANIA 8 Uhr: Die Befreiung Ostgaliziens und der Bukowina. Voigt-Theater. Baditr. M. Badttr. M Heute große Benesizvorftellung sur E. Amthor.J. Witte, K. Nehrle w VoDnlöitlg. Vorher:«rstklasstgee ®pezialtt B-Phnew: in Flaschen: Sehr gut gesäuberte Flaschen, Korken. Pech oder Gip« oder Lack. Eine gesättigte Salz- lösung. Diese wird hergestellt, indem man in lL Liter Wasser 170 Gramm Salz auflöst, aufkocht und kalt«erden läßt. Die klein ge» brocheuen oder geschnippelicu Bohneu werden i» die Flaschen ein« gefüllt, mit der lalten Salzlösung Übergossen, dann die Flaschen verkorkt und übersiegelt oder mit Wasserglas verschloffen resp. überpecht. WasserglaSverschluß: AuS Schlemmkreide und Waffer- glas(in der Drogerie zu kaufen) wird ein Brei angerührt, mit dem der Korken oder«in über den Flaschenhals gelegte» Plättchen über- zogen wird. Der Brei mutz den Rand deö Flaschenverschlusse« vollständig bedecken. Tomaten in Salz(besonders kleine Tomaten): Die To- maten werden in einen Steintopf oder in eine Glaskrause gelegt, ein Tellerchen wird darüber gelegt und die Tomaten mit der oben angegebenen Salzlake Übergossen, der Topf verbunden und an einen kühlen Ort gestellt._ deutsche Klassiker im Iiööischea. Die Sprache der Ostjuden, da?„Jiddische', ist in der Weise entstanden, daß durch die starke jüdische Auswanderung, die im lt. und lä. Jahrhundert au« Deutschland nach Litauen und Polen sich vollzog, eine Fülle mittelhochdeutschen Sprachgule« nach Osten geschwemmt wurde. daS sich dann mit dem Hebräischen verschmolz. Der jiddische Dialekt hat sich im Lause der Zeil auch die Werte der Weltliteratur, und zwar ganz vorwiegend die der deutschen, zu- gänglich zu machen gesucht, wobei die deutschen Werl« zunmst wörtlich oder doch nur mit geringen Veränderungen ins Jiddische über- tragen wurden. Auf diese Weis« sind auch die deutschen Klainlcr in« Jiddische übernommen und dadurch den Ostjuden vermitkelr worden. Die„Wilnaer Zeitung' veröffentlicht hierüber einen fistelnden Aufsatz, dem z» entnehmen ist, daß von den Werken Goethe« irbr viele rnl Jiddisch« übersetzt tvorden sind. So gibt es vom ,Fanst' eine ganze Reihe von Uebersetzungen, z. B. von Baschower, Bleicher und Hermalin. Letzterer hat ferner auch den„Werlher", den „Götz",.illavigo' und.Egmont' übersetzt. Wie sich Goethe im Jiddischen auSuimmt, da« mögen ein paar berühmte Zeilen der Lorrede zu„Werthers Leiden' veranschaulichen. Es heißt da:.Un du. gute Seele, woß fielst(d. h. fühlst) aielche id. h. solche) jiffurim(Leiden), wie er Hot(hat) gesielt(ge- fühlt), schepf(schöpfe) trrest sTrost) von sein« Zorer«(Leiden) und lo«(lasse) doS dosige(diese«) Bichel(Buch) sei» dein Fremd(Freund), wenn du Host(hast) kein Masel(Glückt nit(nicht) zu durch eigene Schuld kennst nit(kannst nicht) gefineu(finden) kein besieren Fremd(Freund).' Schiller« historische« Pathos scheint dem jiddischen Gestbmack« weniger zuzusagen, und seine Werte sind daher seltener übersetzt worden. Die.Räuber' hat Kassel übertragen, auch haben Fintel»ud Harcnftein Schillersche Gedicht« übersetzt, so zum Beispiel der letzlere dem.Jüngling am Bache", der sich im Jiddischen in»doss Jingel beim Teich" verwandelt hat. Auch Lessing ist mehrfach übersetzt worden, natürlich vor allem„Nathan der Weise", den Lineyli wörtlich übersetzt, Garin in erzählende Form übertragen hat. Auch.Emilia Äalotti" bat in Judson einen lieber- setzer gesunden. Zahlreich sind schließlich die jiddischen lieber- setzungen von Werken Heine«. DaS bekannte FrühsingSlied„Leise zieht durch mein Gemüt' stellt sich in der Uebersctznng vo» Korman folgendermaßen dar: SS' zihen still durch mein gemit Übliche gesangen. Kling, mein lleeneß frilingSlid Un farwig(d. h. wiegen) in klangen, Weit, weit kling, bis zenem hau« Wu die blumen seinen westn(wirst du) dort dersehen a roi<(«ine Rose) sog(sage) ich grüß(grüße) von danen(hier). Notizen. �DieWinterspielzeit der Theater setzt wieder ein. Das Deutsche Theater rröffuet am Sonnabend mit Goethe«„Faust", die Kammerspiele mit der.Gespenstersonate' und die VollSbühne mit Shakespeare« ,98a« Ihr wollt".— DaS Schiller-Theater 0. bringt Sonnabend Sailens Einakterreihr„Born anderen liier", da« Charlotlenburger Hau« bringt Gogol«„Revisor" neu einstudiert. — Ein Verein„Arbeiter-Hochschule E. V." ist mit dem Sitz in Berlin gegründet worden. Er bezweckt die Verbreitung wissenschaftlicher Bildung und Arbeitsweise untrr der. Arbeiterschaii und will an der Writtrentwicktung de« deutschen BolkShochschnl- wesen» selbständig milarbeiten. Er wird die bisherigen Arbeiter« Vorlesungen der Humboldt-Alademie fortsetzen. — Wilhelm H o l z a m e r s Todestag jährt sich am 28. August zum 10. Male. �Zii der Blüte seiner Jahre wurde dieser feinsinnige Mann dahingerafft, dessen Herz für alle« Gute und Groß« und Edle schlug. Die dichterische Bedeutung HolzamerS ist an' erster Stelle von der Deutschen Dichter» Gedächtnis- Slislung warm an- erkannt worden, indem sie verschieden« seiner Werke,»amenllich den prächtigen Volt«ron>an„Pcler Nockler' in hoher Auflagezahl auf» taufte, um sie an Volksbüchereien zu verteile». Jetzt hat die Stii- tung abermals eines der Bücher HolzamerS(den„Armen Luta»') in einer großen Zahl vo» Exemplaren erworben, um ihn tleincn Volksbibliotheken zuzuwenden. — Die Bekämpfung der M e h l m o t t«. Gegen einen arge» Schädling des Mehles, die Mehl motte, die in den Mühlen das Mehl völlig ungenießbar machen kann, ist ev gelungen, ein verhältnismäßig einfaches und vor allew wirksames Mittel zu finden. Man tötet die Mehlmotte und ihre Brut durch Blausäure- dämpfe, die für das Mehl weiter keine schädlichen Folgen haben. Wie im„Prometheus" berichtet wird, ist das Mittel bereit« in einer Mühle mit gutem Erfolge erprobt worden. Ein Feind unserer Lebensmittelversorgung kann nun unschädlich gemacht werden. ZSj /lnöers hjarmsteö. Bon Jakob Knudseu. Er konnte an dem Tage mit keiner Arbeit recht fertig werden und konnte feine Gedanken nicht lioit dein Vieh los- lösen, daS trotz dem Verbot noch da unten im Moore stand. Sine Zeitlang am Nachmittag ging er ganz auf in dem Ge- danken: Genau das zu tun, was er selbst richtig fand, und dann die Obrigkeit und die Regierung und die alte Familie, kurz, die ganze elende Sippschaft mit ihm machen zu lassen, was sie wollten: Mochten sie ihn in Arrest bringen und auS- pfänden usw. bis er finden mutzte, datz der Augenblick dazu gekommen wäre, datz er sich mit ihnen befatzte und cS ihnen nach Verdienst heimzahlte. Doch dann fiel ihm sein Vater ein. Der konnte ja auch manchmal drauf loSgehn. aber im allgemeinen nahm er doch Rücksicht auf all diese Gesetze und Verordnungen und Gauner- streiche.— Noch vor Sonnenuntergang satz Anders im Boote des Bjerrehofs und ruderte zum Vorland hinüber. Von da ging er nach Hause nach dem Tanghof. Als er am Abend des nächsten TageS heimkehrte, brachte er drei vermeintlich gute Ratschläge mit, die zu befolgen er fest entschlossen war. Erstens: er sollte das Verbot auf der Stelle befolgen. Vor Verboten hatte Per Hjarmsted großen Respekt. Er hatte einmal viel Geld durch Nichtbeachtung eines Verbotes verloren und hatte darauf den Prozeß selbst ge- Wonnen, so datz das Ganze sich ausschließlich zu seinem Vor- teil hätte wenden können, wenn er im Anfang bloß nicht zu eigensinnig gewesen wäre. Also: die Rinder sofort aus dem Pajmoor nehmen!— danach gegen Kristen Faurholt geeicht- liche Vorladung beantragen.— Und endlich: unter keinen Umständen appellieren oder bei der oberen Behörde klagen; denn kam man zum Amtmann oder zum Obergericht, vom höchsten Gerichtshof ganz zu geschweigen, so wurde man erst recht hintergangen. Es könnte ja auch gar nicht anders sein, hatte der Alte gesagt, denn wenn diese Welt im argen läge. so müßten ihre größten Machthaber auch notwendig die größten Schurken sein. Der alte Amtmann Fibiger in Hjörring sei ja ganz gewiß ein gerechter Mann gewesen, aber er sei auch nur ein halbes Jahr Amtmann geblieben und dann redlich gestorben. Außerdem hatte Anders seinen Vater gefragt, ob er wohl nicht Lust habe, den Tanghof zu verkaufen und zu ihm hinüberzuziehen. Der Alte war mit sichtbarer Freude darauf eingegangen. Im Laufe des Herbstes wollte er kommen. Anders ging noch an demselben Abend, als er nach Hause gekommen war. ins Pajmoor hinunter und nahm seine Rinder auS der Gerste heraus. Am nächsten Tage beantragte er auf dem Thinghof gegen Proprietär Faurholt gerichtliche Ladung wegen ungesetzlicher Benutzung von gemeinsamem Grund und Boden. Unmittelbar daräuf begehrte und erhielt Rechtsanwalt Bölling als Vertreter FaurholtS einen Aufschub von zwei Monaten, vom 20. August bis zum 20. Oktober. Anders wurde mehr von einem Gefühl von der Wunder- lichkeit der Welt als von ihrer Schlechtigkeit ergriffen, als er erfuhr, daß dem Kristen Faurholt dieser Ausschub ein- geräumt wäre. So wie ein Mensch sich über die possierliche und überraschende Art wundern mag,>me eine Krankheit ihn behandeln kann, indem sie mancherlei Gestalten annimnit, aber doch beständig auf dasselbe Ziel hinarbeitet,— so fühlte er sich überrascht zu sehen, daß die Sache sich gerade auf diese Weise anließ. Er benachrichtigte seinen Vater. Der kam und unter- suchte die Parzcllierungsdokumcnte, nicht bloß die deS Bjerre- Hofs, sondern auch die der anderen Anteilhaber vom Paj- moor. Der alte Per Hjarmsted erklärte sie alle für unbestrett- bar deutlich; wie er denn auch von etwa zehn Hüsnern in Harreby die gleiche Erklärung bekam: daß das Pajmoor ge- nieinsames. Besitztum und Kristen Faurholts Pflügen ungesetz- lich sei. Per Hjarmsted sagte bei der Abreise zu seinem Sohn. daß der Prozeß, sobald die Frist abgelaufen und er vor Ge- richt gekommen, auch gleich gewonnen sei. Und dann solle er doch sehn, ob er in Zukunft den Adjunkten Fischer nicht davon abbringen könne, so einen Aufschub zu gewähren. Jetzt beziehe er ja bald seist Altenteil auf dem Bjerrehof.— Anders mußte indes in den folgenden Wochen mit ansehen, daß Kristen Faurholt die Gerste im Pajmoor ein- erntete und vierzehn Fuhren davon nach Stavn heimfuhr.— Für seine eigene Uebertretung deS Verbotes mußte Anders eine Geldstrafe von SO Reichstalern erlegen. DaS Verhältnis zwischen AndtrS und seiner Schwester war weniger gut tu diesem Herbst. Denn sie ging in be- ständiger Verwunderung über ihren Freund Niels umher, daß es wirklich einen Menschen gäbe, so liebevoll, so zärtlich und liebenswert wie ihn. Ihr Gesicht hatte immer diesen verwunderten Ausdruck gehabt, wie er sich häufig bei den hübschesten Frauen jener Gegend findet, aber früher hatte er gleichsam dem Leben, im ganzen genommen, gegolten,— letzt galt er nur dieser einen Tatsache. Es war nicht sonderbar, daß Nielv in sie verliebt sein konnte. denn sie war nugewöhnltch schön in dieser Zeit. Das Ferne in ihrem Blick ivar gleichsam näher gekommen und so lebendig geworden; sie war wie ein Märchen, das Wirklichkeit iverden will, wie eine weiße Rose, die errötet. Aber Anders fand es fast treulos von ihr. ihr Herz so entschieden dem Bruder Gjatridö zu schenken, denn er verstand weder Niels, noch Gjatrid, besonders jetzt nicht, wo er nie- malS mit Gjatrid zusammen war. Er verabscheute ihre Eltern— ohne daS mindeste Verstehen— am meisten jedoch ihre Mutter. Denn er hatte ein instinktives Gefühl dasür, daß in ihr dieses ganze Wesen auf Sttivn seine Wurzel habe. — Warum beugte sich Gjatrid vor solchen Eltern? Warum lief sie nicht von Stavn fort? sie war doch über Jahre. Sic konnteil doch den Trauschein lösen und die Alten auf Stavn sich selber überlassen.— Anstatt dessen sah man dieses Manns- bild Niels im Spätherbst. Ivo die Abende dunkel waren, hier herumrennen. Er bildete seinen Eltern ein, daß er draußen auf den Fjordgründcn bei Fackellicht Aale fange, was er freilich auch, de» Scheines wegen, einen Teil der Nacht über tat. Er mußte natürlich auch darüber berichten, wie es mit dem Adjunkten und Gjatrid stehe. Doch Anders erboste sich oft, wenn er cS mitanhörtc, denn cS war nie so, wie er es sich wünschte. Sic-suchte freilich nach Kräften dem Adsirnkten aus dem Wege zu geheu; aber er kam jedenfalls nach wie vor, und eigentliche Unhöflichkeit wagte sie ihm nicht zu bieten. auf daß er doch mit seinen Annäherungsversuchen hätte ans- hören können. Und all da« um dieser verfluchten Mutter willen!— Und dieser Niels wollte dieses Wesen nie so recht kräftig verurteilen. Er selber ging ja auch aus Schleichwegen einher und batte nicht den Mut, seine Eltern wissen zu lassen, wen er sich zur Braut erwählt hatte. Gort,, folgt.) Oekirolyt Georg Hirch bebt die Iveedaumi« und firdert den Stoffwechsel. Wirft belebend aus dea ganzen Orgnnlemue. Öin Deefuch tlben- zeugt. In Pulver- u. Tablettenpackungen fflr ZOPsa. blck»Ml. je nach Quantum>n den Apvthelen oder birelt von dee Ludwigs-Apotheke, München 5, Neuhauserstr. S. lluwersal-Briefstellee SfiO Mark, Buchhaublung BorwärtZ� Liiidcnstraße 3.(Laden). °I �!! AdeMnIer, Spritzpumpen, Er- 'atzteile. 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