Nr. 132. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage„ Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 8 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle ober deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 10. Juni 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Reminiscenzen. tampfes die Revolutionäre sich zu verhalten hätten und wie namentlich die feindliche Kavallerie im Straßenkampfe unschädlich gemacht werden könne. Trautner stand als Spion in intimen Beziehungen zu Personen in der nächsten Umgebung Boulanger's, mit dem Auftrage, diesen nach Kräften zu Unbesonnenheiten gegen Deutschland zu verleiten, um Wasser auf die Bismarck'sche Mühle zu liefern. Geschah das Schlimmste, daß ein Krieg zwischen Frankreich und Deutschland ausbrach, so war BisAus Parteitreisen wird uns geschrieben: Allerlei Reminiscenzen tauchten in uns auf, als wir Ehrenberg's Treiben wurde den Genossen in der den Artikel der Sonnabend- Nummer des Vorwärts" über Schweiz verdächtig und seine Gesellschaft gemieden. Bald darauf die Agitation der Ordnungsbande im 23. sächsischen Reichs- wurde sein Treiben aber auch dem Bundesrath zu Bern tags- Wahlkreis lasen. Hans Blum behauptet in seinen verdächtig, der Ehrenberg unter der Anklage des Landes- mard sicher, daß er Frankreich allein sich gegenüber hatte, Lügen: Boulanger habe seiner Zeit den Beweis geführt, perraths wider die Schweiz verhaften ließ. Ehrenberg da Rußland vollkommen unvorbereitet war, einen Krieg daß ein gut Theil der Staatsgelder, die er unterschlagen stand im Verdacht, seine Bekanntschaft mit Schweizer führen zu fönnen. Auch ließen die französischen Rüstungen haben sollte, zu dem Zwecke ausgegeben worden sei, um Offizieren dazu benutzt zu haben, die Befestigungen auf dem damals noch viel zu wünschen übrig. deutsche Sozialdemokraten zu besolden, damit fie in einem St. Gotthardt kennen zu lernen, und Beschreibungen und Bei dieser Gelegenheit wollte man nebenher auch die Kriege mit Frankreich dem deutschen Heere in den Rücken Zeichnungen derselben an Deutschland und Italien ge- deutsche Sozialdemokratie todt machen, die, das hatte fallen und die rothe Revolution entzünden sollten. Der liefert zu haben. Ehrenberg gelang es aus dem Gefängniß man in den maßgebenden Kreisen längst eingesehen, mit Beweis dafür, behauptet Hans Blum weiter, sei vom Staats- in Zürich zu entfliehen. Als aber in der Session des dem Sozialistengesetz nicht unter zu kriegen war, sie war anwalt wie vom Gerichtshof als geführt angesehen worden. Reichstags von 1887 auf 1888 Bebel die heftigsten Anklagen stärker als je. Die Partei zählte damals im Reichstag Neben anderen wenig rühmlichen Eigenschaften hat gegen Ehrenberg erhob, und die politische Polizei beschuldigte, 25 Vertreter, die bei allen wichtigen Abstimmungen das Herr Hans Blum auch die, ein nicht besonders genialer Mensch sich desselben als agent provocateur bedient zu haben, sab sich Bünglein der Waage in der Hand hatte. zu sein, sonst müßte ihm der Verstand gesagt haben, daß das Kriegsministerium veranlaßt, Untersuchung wider Da, mitten in diesem Kampfe um die Militärvorlage, wenn ein solcher Beweis erbracht worden war, dieser längst Ehrenberg- der mittlerweile nach Baden zurückgekehrt schrieb Trautner, der der Partei als Spigel längst bekannt gegen die Partei gründlich ausgenutzt worden wäre. war einzuleiten und ihn verhaften zu lassen. Bebel war, von Paris aus nach Zürich und bat eines der Häupte Namentlich hätte Fürst Bismarck alles aufgeboten, um mit wurde als Zeuge wider Ehrenberg nach Karlsruhe zitirt. der Partei aus Deutschland zu ihm nach Paris zu senden Hilfe solcher Beweise nicht nur Landesverraths Prozesse Es war ihm gelungen, eine große Bahl beglaubigter Ab- Er, so versicherte der Agent des Krüger, sei es müde anzuftrengen, sondern auch um das Sozialistengefez aufs schriften vom Bundesrath zu Bern aus den Untersuchungs- ferner im Dienste der politischen Polizei zu stehen äußerste zu verschärfen, was ihm alsdann mit Leichtigkeit atten wider Ehrenberg zu beschaffen, die letzteren schwer und er habe sehr wichtige Eröffnungen zu machen gelungen wäre. belasteten und die politische Polizei kompromittirten. die er aber nur in Paris machen könne. Natürlich blieb Indeß ist an der Sache, die Hans Blum in seinen Seltsamerweise entließ aber das Generalauditoriat des der verlangte Delegirte aus. Seit langem besteht unter Lügen veröffentlicht, etwas Wahres, insofern deutsche badischen Armeekorps Ehrenberg aus der Untersuchungshaft den über jene Vorgänge Eingeweihten tein Zweifel Reichsangehörige thatsächlich mit Boulanger mogelten. und diese Gelegenheit benutte der saubere Patron, um zu daß damals Trautner den Auftrag hatte, eine Teufelei Aber es waren nicht Sozialdemokraten, sondern Lock- verduften. Der Prozeß wider ihn mußte niedergeschlagen auszuführen. Gelang es ihm einen der Führer der Partei spiel des Herrn Krüger, des damaligen Leiters werden. zu jener Zeit nach Paris zu locken und in verdächtige Ge. der politischen Polizei. fellschaft zu bringen, diese Thatsache hätte genügt, öffentlich die Beschuldigung des Landesverraths gegen ihn zu erheben, und sie wäre in jenem Wahlkampf aufs gründlichste gegen die Partei ausgenügt worden. Wir erwähnen den Fall Ehrenberg so ausführlich, Unter diesen Lockspiteln befanden sich der ehemalige weil er in der Schweiz bei den dortigen Genossen eine badische Artilleriehauptmann v. Ehrenberg und der ehe- ähnliche Thätigkeit entfaltete, wie Trautner später in malige bairische Infanterie- Lieutenant Max Trautner, der, Paris. wie die Leser des Vorwärts" aus den Artikeln gegen Trautner wohnte anfangs in der Nähe Bern's, später Die Thatsache nun, daß Boulanger in seinem Prozeß Reuß wissen, in der Ängelegenheit Newe eine so infame verzog er nach Brüffel, von wo aus er eine emfige Thätig den seine Ankläger und Richter überzeugenden Beweis geführt Rolle spielte. teit als politischer und Militärspion entfaltete, und namentlich haben soll, daß damals größere Summen angeblich an deutsche Ehrenberg hatte den Auftrag, unter den deutschen Ge- verkehrte er viel in Paris. In der Session des Reichs- Sozialdemokraten gezahlt wurden, bestätigt bei uns den längst nossen in der Schweiz für den Gedanken zu wirken, daß tages von 1886 auf 1887 entbrannte bekanntlich der Konflift gehegten Verdacht, daß Trautner und seine Romplicen man heimlich Waffen anschaffen müsse, um für den Fall um die neue Militärvorlage. Die Majorität war nicht ge- fich als Agenten der Partei in boulangistischen Kreisen eines Krieges mit Frankreich von der Schweiz neigt, Bismarck's Forderungen zu bewilligen und so erfolgte einführten und namhafte Summen für ihre Komödie bes aus nach Deutschland vorzubrechen, die Post- und Eisenbahn die Auflösung des Reichstags. Darauf begann jene un zogen, die aber nicht in die Taschen deutscher tassen in Beschlag zu nehmen, und im Rücken des deutschen vergeßliche Haß, unter Führung der offiziösen Presse, in Sozialdemokraten, sondern in ihre Taschen Heeres die Revolution zu entflammen. Es gelang ihm auch, der die schuftigsten Mittel angewandt wurden, um das oder in die Taschen ihrer Auftraggeber bei der Redaktion der Arbeiterstimme" in Zürich Ver- deutsche Volk durch die Drohung einer unmittelbar bevor- geflossen sind. trauen zu finden, und in dem Blatte eine Reihe sehr ge- stehenden Kriegsgefahr mit Frankreich, in dem Boulanger Weiter steht heute für uns fest, daß das Gesetz über schickt geschriebener Artikel zu veröffentlichen, in welchen damals Kriegsminister war, ins Bockshorn zu jagen, und den Ausschluß der Deffentlichkeit bei Gerichtsverhandlungen, Rathschläge ertheilt wurden, wie im Falle eines Straßen- es zu gefügigen Wahlen zu zwingen. mit dem Erlaß des Schweigeverbots an Beugen, VerFeuilleton. Der Jude. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Bon C. Spindler. " " " gegen. Ich möchte Euch nicht gern umsonst darauf auf-„ Ei, Du einfältiger Bube;" ermahnte Margarethe den merksam gemacht haben. Weigernden: Was muß denn Schwester Wallrade von Wallrade näherte sich dem Vater, tüßte seine Hand Dir denken? Du bist ja tein Ungeheuer, das sich nicht am 60 und Wange mit Förmlichkeit, und neigte sich steif vor Tage sehen lassen darf. Komm, tomm doch!" Sie zog Margarethen. O mein liebes Kind!" sprach Diether, der den schüchternen Buben, der sich aus allen Kräften sträubte, fie neben sich auf das Bänkchen niederzog: Wie erquickt mit Gewalt herbei, und erschrat jeho selber über die Blässe, mich Dein Anblick. Ja, in Frauenherzen wohnt Versöhn die sein Gesicht überzogen hatte. Aengstlich gebückt, mit lichkeit und der Funke der Liebe. Du, das verloren niedergeschlagenen Augen, stand der Kleine da, als hätte Wallrade!" riefen beide überrascht, und Diether's geachtete Kind, kehrst ins Vaterhaus zurück, während Sohn er ein Verbrechen begangen. Nichts konnte ihn bewegen, wankende Knie versagten dem Aufstehenden den Dienst. und Bruder ferne bleiben." Wallrade zuckte leicht die der Fremden nur einen Blick, eine Silbe zu schenken. Indessen kam die unerwartete und dennoch Ersehnte lang. Achseln und wendete sich zu Margarethen mit den Worten: Diese Scheu, welche Diether und Margarethe fich nicht sam und stolz herangeschritten, von Elsen begleitet, die ihr Ehrsame Frau; wenn mich der Vater schon verloren enträthseln tonnten, machte augenscheinlich den widrigsten den Weg zu dem Elternpaare wies. Wallrade! Tochter!" achtete,... um wieviel strenger mag nicht Euer Urtheil Eindruck auf Wallraden. Sie stand auf, zweifelhaft, stammelte Diether unter Thränengüffen der Freude, die über mich gelautet haben?" ob sie ihr Gesicht dem Knaben zuwenden, oder es von ihm Arme weit öffnend. Willkommen, Fräulein!" setzte die" Ihr irrt," versetzte Margarethe ruhig: was bas tehren sollte. Ihre Augen brannten, ihr Mund zuckte Stiefmutter hinzu, die Hand ihr reichend. Aber weder heiße Blut der Jugend fühlte, fleht den reiferen Jahren zu, und ihre gespannten Büge drückten die Leidenschaftlichkeit in die Arme des Vaters sant die Tochter, noch ergriff sie wieder gut zu machen. Mein Herr liebt Euch, darum seid aus, die ihre Brust beseelte. Ihren Unmuth mühsam bedie dargebotene Rechte. Einige Schritte von Diether ent- Ihr auch mir kein unlieber Gast." Wacker gesprochen, meisternd, wies sie des Knaben Hand schweigend von sich, fernt, stand sie fiille, warf einen durchdringlichen Blick auf liebe Wirthin!" rief Diether, ihr entzückt die Hand ent- als die Mutter, in deren Arme er sich geflüchtet hatte, ihn bas Paar, und schlug die Hände zusammen. Herrgott!" gegenstreckend:" Ihr seid eine Perle, wie sie wohl selten bewog, ihr die widerstrebende zu überlassen. sprach sie in dem tiefen Tone, der nicht selten auf ein ein Greis in seinen Winterkranz flechten darf, und ich Bugleich zog sie den Schleier über Stirn und Augen. hartes Gemüth schließen läßt: Wie verändert finde ich Euch, denke, Wallrade soll Euch bald innig befreundet sein. Da das Herrlein meinen Anblick unerträglich findet," Bater! Die letzten Jahre scheinen Euch nicht zugefagt zu Umhalst Euch vor meinen Augen. Das letzte widerstrebende sprach sie mit angegriffener Stimme, so thue ich am haben!" Diether überhörte diese Worte, bewegt von den Gefühl versinke in der freundlichen Annäherung. So; besten, wenn ich ihm das unwillkommene Geficht entziehe." Gefühlen, die das schwache Alter doppelt empfindet: aber und nun, meine wiedergefundene Tochter, tüsse auch Deinen Wirklich schien es auch, als ob der Knabe sich begütigen Margarethe faßte fie auf, die wie ein falter Hauch an ihr Bruder, den kleinen muthwilligen Johann, die Wonne wollte, denn seine Aengstlichkeit verlor sich nun so ziemlich warmgewordenes Herz drangen. Die letzten Tage, wollt meiner alten Tage."- Wallrade sab sich mit verdüstertem und er heftete dann und wann die blauen Augen staunend Ihr sagen, Fräulein!" erwiderte sie empfindlich: Die letzten Antlig nach dem Jungen um, der, wie Margarethe erst auf das reiche helfarbige Gewand Wallradens, und auf Jahre waren gut, nd von Eurer Kindlichkeit wird es abs jetzt bemerkte, sich hinter die Bank und die Gewänder der ihre mit blizenden Ringen gezierten Finger. Auf alle hängen, ob der heutige Tag ihnen gleichen soll. Euer Mutter verkrochen hatte. Johann, wo steckst Du?" Fragen, Ermahnungen und tadelnden Reden der Eltern Bater harrt noch immer der schicklichen Umarmung ent- fragte Diether liebreich:" Komm, umarme Deine Schwefter!" erwiderte er nicht; jedoch in demselben Augenblicke, als 01 00 theidiger und Angeklagte, daS Bismarck sofort dem neu gewählten Kartell-Reichstag vorlegen ließ, und von diesem angenommen wurde, nur geschaffen worden ist, um gegebenen Falles dunkeln Ehrenmännern ä In Ehrenberg und Trautner die Möglichkeit zu geben, als Kronzeugen wider Personen aufzutreten, die die Unklugheit begingen, sich mit ihnen irgendwie einzulassen, um sie zu Grunde zu richten. Gerichtsverhandlungen, die unter Anwendung dieses Gesetzes stattfinden gegen Personen, gegen die zuvor die öffentliche Meinung gehörig aufgehetzt wurde, und gegen die dunkle Ehrenmänner den Zeugeneid hinter verschlossenen Thören leisten, sind zu solchen Zwecken wie geschaffen. Auch die Verschärfung des Sozialistengesetzes, die in der Session von 1887—1888 dem Reichstag zuging mit dem berüchtigten Expatriirungsparagraphen, stand mit den geschilderten Vorgängen in engster Berührung. Zwar konnte man diese nicht zu Gunsten der Vorlage verwenden, da sie versagt hätten, aher vielleicht fand sich anderes. Da gelang es wiederum der Partei, in der Person Schröder's in Zürich und Haupt's in Genf zwei.Agsiits provocateurs der politischen Polizei dingfest zu machen und vor der ganzen Welt zu entlarven. Herr v. Puttkamer trat mit leeren Händen vor den Reichstag, um die plumpen Verschärfungen des Sozialistengesetzes zu begründen. Die Waffen waren ihm und seinen Hintermännern aus der Hand geschlagen worden, noch ehe sie damit zum Schlage ausholen konnten. Man weiß wie verlegen damals Herr v. Puttkamer war. Aber die Enthüllungen schlugen dem Faß den Boden aus. Jetzt stellte sich für Alle sichtbar heraus, vaß nicht die Polizei, wohl aber die Agenten der Polizei das thaten, was man der Partei zuzuschreiben �versuchte. Eine Verschärfung des. Gesetzes war nicht nur unmöglich, das Gesetz selbst und seine Vertheidiger waren gerichtet. Glauben nun ein Hans Blum und Konsorten serner noch mit Mittelchen gegen uns arbeiten zu können, wie sie unter dem Sozialistengesetz gang und gäbe waren, aber damals schon versagten, so wird sie die Plauener Wahl be- lehrt haben, daß sie heute erst recht ihren Zweck verfehlen und daß die arbeitende Klasse mehr gesunden Verstand in den Fingern hat, als ihre gesammten Ankläger im Kopse. Volikisrho AelrerNölit. Berlin, den 9. Juni. Neue agrarsozialistische Pläne. Nach Ablehnung des Antrages auf Monopolisirung des Getreidehandels zu gunsten der Agrarier kommen der Bund der Landwirthe und Herr von Diest-Daber mit dem Vorschlage der Ein- sührung des Branntweinmonopols. An Unverschämtheit und Dreistigkeit wie Gottesfurcht sind beide An- träge gleichwerthig. Für den heute 13 Mark werthen Hektoliter Branntwein soll das Reich den Junkern 50 M. zahlen. Und da sind vi« verelendeten Arbeiter, die ein Paar Mark Lohn im Jahr mehr haben wollen, begehrlich! Gesetzesvorlagen. Ueber den augenblicklichen Stand der gesetzgeberischen Arbeiten in den Ministerien schreibt die„Magdeburger Zeitung": Ueberall wird gegenwärtig fleißig gearbeitet... Im Reichs- amt des Innern wird, nachdem dort eben erst die drei auf die Unfallversicherung bezüglichen Gesetzentwürfe zum vorläufige» Abschluß gebracht worden sind/ zunächst der Entwurf zur Be- kämpsung des unlauteren Wettbewerbs ausgearbeitet. Auch sind dort die voraussichtlich sehr umfangreichen und zeitraubenden Borbereitungen zur Umgestaltung der Alters- und Jnvaliditäts- Versicherung in Angriff genommen worden. An den Grundlagen des Reichsgesetzes vom 22. Juni 1883 soll zwar nichts geändert werden. Aber die zu Tage getretenen Mißstände, deren Abstellung erforderlich erscheint, sind so mannigfaltig, daß es zuvor erst sorgfältiger Erhebungen bedarf, in wie weit ein allein von der Reichsgesetzgebung zu berücksichtigendes allgemeines Bedürfniß oder nur ein zufälliges Zusammentreffen örtlicher Umstände vorliegt. Im Reichsschatz- amte sind die Arbeiten zur Umgestaltung der Tabaksteuer- Borlage im vollen Gange. An eine Abänderung des Brannt- weinsteuer-Gesetzes, von der letzthin in der Presse viel die Rede gewesen, ist man im Reichsschatzamte noch nicht herangetreten. Eine besonders rege Thätigkeit herrscht gegenwärtig im prenßi- schen Handelsministerium, wo zwei wichtige Reichsangelegen- heiten vorbereitet werden. Erstens wird dort ein neuer Lirganisationsplan für das deutsche Handwerk ausgearbeitet, nachdem der vorjährige Entwurf in allen zu Meinungs- äußerungen aufgeforderten Fachkreisen die abfälligste Beur- theilung gefunden hatte. Es bestätigt sich, daß nachdem man im vorigen Jahre vergebens versucht hatte, die einander schroff gegenüberstehenden Anschauungen der Jnnungs- und Nichtinnungskreise zu vereinigen, nunmehr der Versuch ge- man ihn zu vermögen gedachte, zwischen Margarethen und Wallraden niederzusitzen, erstand wieder die vorige Furcht- samkeit in ihm, und er suchte abermals in Margarethens Schoß Zuflucht, wie vor einer Gefahr.—„Man hat dem Buben ohne Zweifel angenehme Tinge von mir berichtet," begann Wallrade mit beleidigtem Stolze:„wenn ihm die Schwester als ein Schreckgespenst geschildert wurde, so muß er sie freilich fliehen, wie die Sünde."—„Ei," erwiderte Diether:„das hat meine Hausfrau sicherlich nicht gethan, daraus wollte ich schwören."—„Mein werther Herr durfte es auch," bekräftigte Margarethe mit gesteigerter Empfind- lichkeit:„Der Knabe hörte kaum des Fräuleins Namen nennen. Ich wollte wetten, er hat vergessen, daß er eine Schwester hat. Unerwartet kam ihm daher deren Anblick; wenn wir nicht annehmen wollten,"— setzte sie wie im Scherz hinzu, obgleich der Ernst hinter ihrem Lächeln lauerte,—„daß Kinder eine richtigere Ahnung haben, denn die Erwachsenen, ob man sie von Herzen liebt, oder ihnen fiut des Herkommens wegen Liebkosungen erweist." „Das letztere möchte sein," entgegnete Wallrade rasch und kalt:„Ich muß bekennen, daß ich Kinder dieses Alters nicht liebe, wären sie auch die Söhne meiner werthen Stief- mutter. Die Tölpelhaftigkeit der Buben ist mir in der Seele zuwider, und ich werde es als ein Zeichen Eurer aufrichtigen Freundschaft ansehen, ehrsame Frau, wenn Ihr mir, so oft ich des Vaters Haus besuche, den Anblick des ungebertigen Stiefbrüderleins erspart."— „Soll gerne geschehen, verlaßt Euch daraus," versetzte Margarethe gekränkt, und beschäftigte sich damit, die Haare des kleinen Hans unter dem Sonuenhütlein zu ordnen, das sie ihm aufsetzte,— damit ein Zeichen zum Aufbruch gebend. „Das wird ja alles werden," sprach Diether be- gütigend.„Was läßt mich aber Deine Rede muthmaßen, liebe Wallrade? Du gedenkst nicht zu wohnen in meinem Hause?" „Nein, mein Vater," antwortete das Fraulein bestimmt. „Ich bin seit langem gewöhnt, sin meiner Behausung Herr macht werden soll, eine völlig von einander getrennte Organisation für Jnnungs- und Nichtinnungs-Handwerker zu schaffen. Doch ist Näheres hierüber anscheinend noch nicht beschlossen. Gerade die Ausführung dieses Grundgedankens dürfte zuletzt sehr bedeutende Schwierigkeiten verursachen. Zweitens sind im Handelsministerium die Vorarbeiten zu dem in Aussicht gestellten Gesetzentwurf über die Umgestaltung des Börsenwesens begonnen worden. Das sehr wichtige und theilweife werthvolle Material, das die Börsen- Enquetekommisston zu dieser Angelegenheit geliefert hat, wird einer eingehenden Prüfung und Sichtung unter- zogen. DaS Finanzministerium und das Reichs-Schatzamt werden sich dann später an diesen Vorarbeiten betheiligen. Es besteht die Absicht, den Entwurf bis zum Herbst so weit fertig zu stellen, daß er dem Reichstage bald nach dessen Wieder- zulammentritt vorgelegt werden kann. Ob es aber möglich sein wird, dies Borhaben auszuführen, erscheint im Hinblick auf den gegenwärtigen Rückstand der Vorarbeiten und die große Schwierigkeit des zu bewältigenden umfangreichen Stoffes sehr fraglich. Vom Zentrumsthurm. Der Zentrumsführer und verunglückte Windthorst- Nachahmer Dr. Lieber soll sich wieder mit dem Gedanken tragen, von der politischen Schaubühne abzutreten; er hat seinen Austritt aus dem Kreisausschusse des Kreises Limburg erklärt und soll beabsichtigen, seine Mandate als Reichstags- und Landtags- Abgeordneter niederzulegen.— General von Falkenstein als intellektueller Urheber einer Beleidigung der Armee. Das ist das Neueste vom deutschen Preß-Kriegsschauplatze. Sein geflügeltes Wort über die Ferienkolonien verschafft nun sozialdemokratischen Preßsündern Zusatzstrafen. Wer's nicht glaubt, der lese in der„Leipziger Zeitung", dem amtlichen Organe der sächsischen Regierung, das folgende nach: „Plauen, 6. Juni. Der sozialdemokratische Redakteur Johann Künzel aus Falkenstein, aus der Landes- strafanstalt Zwickau vorgeführt, wo er gegenwärtig eine ihm wegen Beleidigung zuerkannte Freiheitsstrafe verbüßt, wurde heute vom hiesigen Landgericht wegen Beleidigung der Offiziere und Unteroffiziere des Fußartillerie- Regiments Nr. 12 zu Metz abermals zu einem Monat Gefängniß und zur Bezahlung der Kosten verurtheilt. Diese Beleidigung hat er dadurch begangen, daß er am 11. Januar 1894 in die von ihm redigirte„Vogtländische Volkszeitung" zu Falkenstein einen Artikel aufnahm, in welchem von dem Regiment als von einer„Ferienkolonie" die Rede ist— ein Ausdruck, der geeignet erschien, die Offiziere und Unteroffiziere des Regie- ments in der öffentlichen Meinung herabzu- würdigen, da er nicht anders zu verstehen war, als wenn bei dem Regiment Müßig- fang herrsche und der Müßiggang noch ge- ördert werde." Religiöser Zwang. Die Frage der Ertheilung des Fortbildungsschul-Unterrichts an Sonntagen hat natürlich unsere Bässchenträger zu neuer Anmaßung veranlaßt. Der Berliner Ober-Kirchenrath verlangt nun eine Meinungs- äußerung der Kreissynoden über die Einrichtung eines F r ü h- G o t t e s d i e n st e s für Fortbildungsschüler be- Hufs Ermöglichung wenigstens des Zeichenunterrichts, an Sonntagen. Vorbedingung sei, daß die Schüler zum pünktlichen regelmäßigen Besuch dieser Gottesdienste angehalten werden. Wir glauben nicht, daß sich dies mit dem Grundsatze der Religionsfreiheit recht zusammenstimmen läßt. Leider giebt es aber mehr als genug Beispiele, daß diese Sorge unseren Behörden gar keine Kopfschmerzen macht.— An Zölle» und gemeinschaftlichen Verbrauchs- steuern, sowie anderer Einnahmen im Deutschen Reich für das Etatsjahr 1893/94 sind nach dem„Reichs-Anzeiger" den Reichskassen zugefloffen: Zölle 364 430 353 M.(gegen denselben Zeitraum des Vor- jahres— 13 486 775 M.), Tabnksteuer 11 788650 M.(-3639M.). Zuckermaterialslener— 1687 958 M.(+ 55 558 049 M.), Zuckersteuer 79 567 692 M.(+ 5 606 908 M.), Salzsteuer 44 305 789 M.(+ 899 996 M.), Maischbottich- und Brannt- weinmaterialsteuer 24 650 769 M.(+ 352 824 M.), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 117 310 858 M.(+ 3 912 567 M.). Brausteuer 26 648 065 M. (-4- 848 224 M.), UebergangSabgabe von Bier 3 678 434 M. (-1- 88 084 M.); Summe 671 192 652 M.(-4- 53 776 233 M.). — Spielkartenstempel 1377 094 M.(+ 1 1 257 3J1.), Wechselstempelsteuer 3 174 920 M.(+ 259 311 M), Stempelsteuer für: a. Werthpapiere 4166 208 M.(+ 515 290 M.), b. Kauf- und sonstige Anschaffungsgeschäfte 8 164 790 M.(- 1 155 477 M.), c) Loose zu: Privatlotterien 1 479 417 M.(— 296 090 M), Staatslotlerien 7 856 613 M.(+ 540 550 M). Post- und Telegraphen-Verwaltung 256 466 743 M.(+- 9 880 307 M.), Reichs-Eisenbahn-Verwaltung 62 352 578 M.(+ 3 151 098 M.). zu sein; und meine Gewohnheiten könnten Eurer Ehefrau lästig sein, so wie mir vielleicht ihre Hausordnung. Daher habe ich's für gut erachtet, in der Herberge zum Einhorn abzutreten. Dadurch erspare ich uns allen manche Unan- nehmlichkcit, die um so überflüssiger ist, als mein Ausent- halt zu Frankfurt nur von kurzer Dauer sein kann."— Diether wollte sein Bedauern nicht verhehlen, und der Tochter zureden, aber Margarethe unterbrach ihn schnell.« „Es sei fern von uns," sagte sie hitzig:„des Fräuleins Willen beschränken zu wollen, und darum geschehe nach ihrem Wunsche, faber die Freude, Euch an unserm Tische zu bewirthen, werdet Ihr dem Vater doch nicht versagen? — Der arme, kleine, ungeberdige und tölpelhafte Johann soll nie durch seine Gegenwart stören."—„Ihr verbindet mich immer mehr, gute Frau," erwiderte Wallrade in gleichem Tone:„und damit Ihr von meiner Bereitwillig- keit überzeugt werdet, so fordere ich Euch selbst ans, nach der Stadt zu kehren. An meines Vaters Seite sitzend, will ich ihm vom Ohm erzählen, der ihn zärtlich grüßen läßt."—„Gruß ersetzt wohl bei Taselfreuden die Einkehr," entgegnete Diether seufzend, und, zum Weggehen fertig, sich aus Wallraden's Arm stützend:„aber wehe thut mir's doch, daß er nicht selber kam, und daß Dagobert ausbleibt, auf dessen treuen Kindessinn ich Felsen gebaut hätte."— „Von Dagobert laßt mich schweigen," äußerte Wallrade mit geheuchelter Bekümmerniß, und war aber im Augen- blicke, auf die Aufforderung der värerlichen Besorgniß, be- reit, dies Schweigen zu brechen. Mit dem alten Diether vorausgehend, entwarf sie dem ängstlich Zuhörenden ein mit hämischer Bemühung ausgemaltes Truggemälde von Dagoberts Lebenswandel in Costnitz, und führte den Pinsel so gut, daß der Vater in dem Verleumdeten bald den ver- lorenen Sohn beweinte.— Während dieser Einflüsterungen ging in beträchtlicher Entfernung hinter Vater und Tochter Frau Margarethe, den Knaben an der Hand, nachdem sie Elsen voraus zur Stadt geschickt, um zu einem erweiterten Mittagsmahl Anstalten zu treffen. Die Art und Weise, Die zur ReichSkasse gelangte Ist-Einnahme abzüglich der Ausfuhrvergütungen und Verwaltungskosten beträgt bei den nachbezeichneten Einnahmen für das Etatsjahr 1893/94: Zölle 336 627 292 M.(— 23 387 880 M.), Tabaksteuer 10 918 425 M. (— 377 583 M), Zucker- Materialsteuer— 1630 744 M. (— 14 917 846 M.). Zuckersteuer 72 745 856 M., darunter Verbrauchsabgabe nach dem Gesetz vom 9. Juli 1387 gleich 1 499 585 M.(-1- 20 519 726 M.), Salzsteuer 43 672 045 M. (+- 1 076 823 M.), Maischbottich- und Branntwein-Material- steuer 19 207 292 M.(— 594 214 M), Verbrauchsabgabe von Branntwein und Zuschlag zu derselben 100123 206 M. (-1- 4 352 550 M.), Brausteuer und Uebergangsabgabe von Bier 25 751 498 M.(-4- 794 242 M.): Summe 607 369 870 M. (— 12 534182 M.)— Spielkarten-Stempel 1301223 M, (- 7006 M.).— TaS Kohlensyndikat bleibt Sieger. Der preußische Elsenbahnminister hat den Preis von 85 M. für den Doppellader Kohlen akzeptirt. Die Großindustriellen sind eben die Herren im Deutschen Reiche.•— Der beleidigte Brausewetter. Die„National- Zeitung" schreibt: „Am 11. Mai veröffentlichten wir anläßlich des„Gummi- schlauch-Prozesses" und seiner Leitung durch Herrn Landgerichts- direktor Brausewetter eine Zuschrift eines— wie dazu bemerkt wurde—„der namhaftesten deutschen Juristen, früheren Mit- gliedes höchster Gerichtshöfe", der das Verfahren des Herrn Brausewetter bei der Bereivigung eines Zeugen rügte. Dieser Zeuge bestritt aus verschiedene Fragen des Vorsitzenden, daß er wegen Diebstahls rc. bestraft sei, und nahm dies auf seinen vorher geleisteten Eid; er wurde alsbald wegen Meineids in Haft genommen, da ein anwesender Kriminalkommissar ein an- gebliches Strafregister des Zeugen vorlas, wonach dieser die Vorstrafen, nach denen Herr Brausewetter ihn gefragt hatte, in der That erlitten haben soll. Nach dem Bericht mußte Jeder- mann, vermöge der Uebereinstimmung der sofortigen Bekundung des Kriminalkommissars mit den unmittelbar vorhergegangenen Fragen des Vorsitzenden, den Eindruck haben, daß Herr Brause- weiter die Strafen des Zeugen gekannt hatte; demgemäß hatte der Verfasser unseres Artikels, nachdem er ausdrücklich hervor» gehoben, daß er nur auf grund des vorliegenden Berichtes— des gemeinsamen aller Zeitungen— urtheile, das Verfahren des Herrn Brausewetter getadelt, da durch dasselbe der Zeuge eventuell zu einem Meineid„veranlaßt" worden. Natürlich ist es dem Verfasser des Artikels nicht in den Sinn ge- kommen, Herrn Brausewetter zu beschuldigen, daß dieser zu einem Meineid habe den Anlaß geben wollen, sondern er hat ausgesprochen, daß das Verfahren des Herrn Brausewetter verfehlt war, weil es thatsächlich die Wirrung haben konnte, einen Meineid herbeizuführen. Herr Brausewetter aber, der bestreitet, von den Bestrafungen des Zeugen Kenntniß gehabt zu haben, da derselbe von der Vertheidigung geladen worden, sieht in dem bedingten Urtheil des Verfassers jenes Artikels — die wissentliche Verbreitung einer falschen, ehrverletzenden Thatsache und hat deshalb, statt jene Voraussetzung einfach durch eine Berichtigung als irrthümlich zu bezeichnen, wegen „verleumderischer Beleidigung" Strafantrag gegen den Ver- fasser des Artikels und den Chefredakteur der„National- Zeitung" gestellt. Der letztere wurde deshalb gestern �ver- nommen; er lehnte die Nennung des Verfassers ab und über- nahm selbst die Verantwortlichkeit für den Artikel.— Dieser ist s.Z. von einer großen Anzahl Zeitungen abgedruckt worden; gegen eine derselben, den sozialdemokratischen„Vorwärts", hat Herr Brausewetter gleichzeitig Strafantrag wegen des Abdrucks des Artikels gestellt' Unsere Genossen Eichhorn, Findeisen und Gradnauer befinden sich nun schon seit einer Woche in Untersuchungshaft, und noch wissen wir nicht das Geringste über ihr Schicksal; niemand, selbst nicht die Frauen der Verhafteten, darf mit ihnen sprechen. Ueber den Grund der Verhaftung, über die strafbare Handlung, deren man sie bezichtigt, ist uns noch nichts bekannt. Eine anonyme Mit- theilung, die den Eindruck macht, als ob sie von einem Wissenden ausginge, sagt zwar, die Anklage laute aus Er- preffung, doch das erscheint völlig unglaublich, wennschon in Sachsen kein Ding unmöglich ist. Erpressung ist es, wenn jemand, um für sich oder einen dritten einen rechts- widrsgen Vermögensvortheil zu erlangen, einen anderen durch Gewalt oder Drohung zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nöthigt. Wo aber hier die Verschaffung eines rechtswidrigen Vermögensvortheiles zu finden sein soll, das verstehen wir nicht. Wir können nur wiederholt versichern, daß wir für den Grund der Verhaftung nicht die geringste Erklärung finden und daß wir in derselben eine Handlung erblicken, die uns mit den Gesetzen keineswegs in Einklang zu stehen scheint.— Als polizeiliche Hilfstrnppe gegen die sozialdemokra. tischen Boykotter scheinen sich die die jüdischen Geschäfte boykottircnden, sich Reformer nennenden Dresdener Anti- wie die ungeliebte Wallrade trotz ihrer Schroffheit sich im ersten Augenblicke des Vertrauens des Vaters bemächtigte, mit geringschätzender Hintansetzung der Gattin desselben, — die Kränkungen, die Wallrade mit freigebiger Hand an die Stiefmutter und den Knaben gespendet, griffen hart und böse an das reizbare Herz der stolzen Leueubergerin. Wie aber oft daS menschliche Gemüth,— ein weibliches insbesondere,— aus Dingen Trost gewinnen kann, die an sich geringfügig sind, so beruhigte sich auch hier Margarethe mit dem Gedanken, daß nicht allein sie selbst der Wider- sacherin Mermuth zu kosten gegeben, sondern daß der Knabe sogar durch seine deutlich ausgesprochene Abneigung der Gegnerin Stolz verletzt habe. Von dieser kleinen Ver- geltung erfreut, bückte sie sich mit größerer Freundlichkeit, als sie sonst wohl dem Knaben zuwendete— zu demselben hinab, und streichelte seine Wangen.„Du bist ein wackerer Bube," sprach sie belobend zu ihm:„ich habe Dich lieb vor allen, wenn Du gegen Wallraden ferner Dich beträgst, wie heute. Willst Du?"—„Was Du befiehlst, Mutler," er. widerte der Knabe freundlich. „Recht so, mein guter Hans!" fuhr Margarethe fort: „Gehe nicht zu der falschen Frau. Sie wird Dir vielleicht Honigkuchen und Semmelringe bieten, um Dich kirre zu machen. Nimm aber nichts von ihr, hörst Du? Sie meint es böse mit Dir und mir, und mit dem Vater."—„Ach Mütterlein!" raunte ihr der Knabe ins Ohr:„Ich fürchte mich vor ihr."—„Thue das immer, mein Söhnlein!" versetzte Margarethe:„Zieh' ihr immer ein finster Gesicht, und iß nicht, was sie Dir bietet. Für jeden Leckerbissen, den Du aus ihrer Hond nicht nimmst, gebe ich Dir deren zwei."—„O ja, Mütterlein!" entgegnete der Knabe hüpfend,„Du bist ein gut und anmuthig Mütterlein, bei dem ich bleiben will. Zu der schwarzen Mutter will ich nicht mehr."—„Was schwatzest Du wieder von dem schwarzen Weibe?" schalt Margarethe,„Du weißt, daß Du nur von ihm geträumt hast, Biibe. Vergiß doch endlich den bösen Traum!"'(Fortsetzung folgt.) semiten organisiren zu wollen. Ein Wortführe, der DreS. dener.Reformer" tritt öffentlich dafür ein, daß durch Ver- Mittelung eines von der Reformpartei organisirten RechtS- schutzvereins die von den Sozialdemokraten geboykotteten SOV Bierhändler fämmtlich gegen die Boykotter Privatklage anstrengen. Eine nette Gesellschaft!— Aus Breslau wird uns geschrieben: In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versamm- lung kam der Antrag Heilberg: Erweiterung des kom- munalen Wahlrechts, zur Diskusston. Wie vorauszu- sehen war, wurde derselbe abgelehnt, indem der größte Theil der Freisinnigen dagegen stimmte. Und dies nennt sich eine liberale Stadtvertretung, welche es fertig bringt, 20 OOO Steuerzahlern ihre Rechte vorzubehalten. Nun wir werden uns den 7. Juni gut im Gedächtniß behalten und wenn wir einmal im Sladtparlament«indringen werden, mit den Herren abrechnen.— Gegen die Vorausbezahlung der Miethe. Wie uns aus Paris unterm S. Juni geschrieben wird, haben die Genossen Chauvin und Jules Guesde im Verein mit mehreren übrigen Mitgliedern der sozialistischen Gruppe der französischen Kammer einen Gesetzentwurf eingebracht, der dahin geht, daß es den Hauseigenthümern künftighin verboten sein soll, sich die Wohnungs- oder sonstige Lokalmiethe für ein oder mehrere Quartale im vorhinein zahlen zu lassen. Die Dawiderhandelnden sollen mit einer Geldbuße von S0 bis 100 Franks, sowie mit Gefängniß von ö Tagen bis 3 Monaten bestraft werden. In den Motiven hierzu wird ausgeführt, daß die Hauseigenthümer anderen Waarenbesitzern gegenüber sich schon dadurch im Vortheil befinden, daß sie privilegirte Gläubiger sind, denen alle übrigen Gläubiger nachstehen, sie somit schon hierin eine Garantie besitzen, die andere Waarenverkäufer nicht haben, und es nicht gestaltet werden dürfe, daß sie sich auch noch das Recht anmaßen, die Miethe drei oder sechs Monate im vorhinein einzuheben. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß die Arbeiter ihre Waare, die Arbeitskraft, erst nachträglich, erst ö, 14 Tage oder einen Monat nach deren Verbrauch bezahlt erhalten, und es rechtlich nicht verlangt werden kann, daß sie neben diesem, ihren Arbeitgebern geleisteten Vorschuß auch noch ihre Wohnungs- Miethe im voraus bezahlen, also auch noch den Hausherren einen Vorschuß geben sollen. Nebstdem wird auch darauf hingewiesen, daß auch die kleinen Geschäftsleute und Industriellen, die infolge der Ent- Wickelung der Großindustrie und des Großhandels ohnehin schon so schwer zu kämpfen haben, darunter, daß sie gezwungen wer» den, die halbjährige Miethe im vorhinein zu entrichten, schwer zu leiden haben. Gegen diese Gründe läßt sich wohl schwer an- kämpfen, ob sich aber die Kammer dadurch bewegen lasten wird, den Hausherrn das sich angemaßte Recht zu nehmen, bleibt nichtsdestoweniger erst noch abzuwarten. Die sozialistische Partei Englands, soweit der Name überhaupt berechtigt ist, bewegt sich da zur Zeit in einem fehlerhaften Zirkel. Man schreibt darüber uns aus London: Ein Offizierkorps ohne Soldaten— denn die Masse nimmt wohl immer den sozialistischen Gedanken auf, verhält sich aber im großen und ganzen den sozialistischen Organisationen gegenüber noch ziemlich spröde— und ein in allerhand Gruppen zersprengtes Offizierkorps entwickelt sie die unter solchen Umständen unvermeidlichen Eigenschaften: Rivalitäten aller Art drohen jeden Augenblick statt der Vereinigung aller Kräfte in eine geschlossene wirkliche Partei, neu« Zersplitterungen oder bestenfalls neue Verschie- bungen in der Zusammensetzung der verschiedenen Gruppen hervorzubringen. Es wird im ganzen tüchtig gearbeitet, darüber ist gar kein Wort zu verlieren, aber es fehlt an jener harmonischen Kooperation, die dafür bürgt, daß die Früchte der Arbeit dorthin fallen, wo gearbeitet wurde. Der erbitterte Kampf zwischen der unionistischen Koalition auf der einen und der liberalen Partei mit ihren verschiedenen Anhängseln auf der andern Seite drängt zu einer Entscheidung, bei der die Sozialisten werden ein Wort mitzusprechen haben. Beide Parteien wissen es und agitiren danach. Während Lord Rosebery neulich den Liberalen den Rath gab. in Arbeilerwahlkreisen die Arbeiterkandidaten zu unterstützen, auch wenn deren Ansichten sich nicht mit den ihren genau decken, predigte Herr Chamberlain am 1. d. M. in Bradford, der Geburtsstätte der„Jndependent Labor Party", die unabhängige Arbeiterkandidatur ü lu Champion, allerdings in einer Rede zu gunsten der Kandidatur des— Lord Randolph Churchill. Die jetzt im Parlament sitzenden Arbeiter- abgeordneten, meinte Herr Chamberlain, seien nur Handlanger der liberalen Partei. Wirkliche unabhängige Arbeiterabgeordnele müßte» aller Parteipolitik entgegentreten und immer nur ökono- mische Reformen verlangen. Sirenengesang hüben und Sirenen- gesang drüben, und Herr Chamberlain versüßte den Seinen noch durch Befürwortung von Gesetzen gegen mittellos« Einwanderer, womit gewiste Elemente der Arbeiterschaft am leichtesten kaptivirt werden. Herr Chamberlain soll auch vorige Woche sehr ein- ehend mit einem früheren Adjutanten Champion's konferirt aben. Eine starke sozialdemokratische Partei könnte all' dieser Mittelchen spotten, so lange die Spaltungen andauern, bilden sie immerhin eine Gefahr. Darin hat ja Herr Chamberlain Recht, es kommt nicht darauf an. ob sich einer Arbeiterkandidat oder Arbeitervertreler nennt, sondern wie er es ist. Ob aber ein Arbeiterverlreter nach dem Herzen des Millionärs von Birmingham einem Arbeitervertreter nach dem Herzen des Schwagers der Rothschild� vorzuziehen wäre, ist eine andere Frage. Die Annexion Cuba's, der Perle der Antillen, bat schon lange die Vereinigten Staaten gereizt. Daran wird man wieder durch die Ltteldung erinnert, daß die Regierung der Vereinigten Staaten der spanischen Regierung eine Note übersandte, worin die Rückerstattung von 22Ve Millionen Pesetas(zirka 18 Millionen Mark), welche die spanische Zollverwaltung zu unrecht erhoben habe, verlangt wird. Bei dem elenden Zustande der spanischen Finanzen, deren Budget für das laufende Etatsjahr wieder mit einem Defizit von zirka 20 Millionen Mark schließt, ist nicht anzunehmen, daß Spanien diese Summe leicht zahlen kann. Es dürften deshalb aus dieser Forderung leicht weitere Differenzen mit Spanien entstehen, die vielleicht zur Okkupation Cuba's durch die Vereinigten Staaten führen werden.— Pru'kcimrrllvirktken. „Sächsisches." Die Ausweisungen ausländischer Arbeiter aus Sachsen stehen in schönster Blüthe. Die ordnungsfrommen Blätter sind da schnell bei der Hand mit der Erklärung, daß diese Ausgewiesenen„sich auf politischem Gebiete lästig" gemacht hätten. Was die kapitalistischen Organe unter„politisch lästig machen" verstehen, geht daraus hervor, daß jüngst auS Dresden ein Hutarbeiter, ein österreichischer Staatsangehöriger, ausgewiesen wurde, weil er in einer Versammlung der streikenden Hutarbeiler eine ganz harmlose, rein geschäftliche Bemerkung gemacht hat. Er hat sich nie an politischer Agitation betheiligl und sich überhaupt gänzlich im Hintergründe gehalten, schon weil er nicht einmal ordentlich deutsch sprechen kann(er ist Ungar). Binnen drei Tagen hatte er Sachsen zu verlassen.— Erst vor zirka acht Tagen wurde ein Oesterreicher aus dem Lande gejagt. weil er ebenfalls in einer gewerkschaftlichen Versammlung ein paar Worte gesprochen hatte. Ter besondere Ruf Sachsens wird auf diese Weise allerdings ein solid begründeter. m Esne Parteikonferenz der ezechoslavische» Sozial- demokratie wurde während der Pfingstfeiertage zu Kolin bei Prag abgehalten. Es wurde auf derselben u. a. beschlossen: Die Parteivertretung(je zwei Vertrauensmänner der Distrikts- organisationen und je em Vertreter der Branchen) wählt einen engeren Ausschuß(Exekutiv- Komitee) und bestimmt seinen Sitz. Derselbe besteht aus den jeweiligen Vertrauensmännern jener Distriktsorganisation, in deren Distrikt sich der Sitz des Aus- schufles befindet, und wird auS der Mitte dieser Organisation aus fünf Mann ergänzt. AlS Sitz des engeren Ausschusses wurde Wien bestimmt. Ein-Kreuzer-Blocks zu Parteizwecken giebt für die Gesammt- organisation der engere Ausschuß in Wien auS. Bon ihrem Erlöse entfallen SOpCt. dem engeren Ausschüsse und VO pCt. den einzelnen Distrikts- und Fachorganisationen. Der Jnhaftirtenfonds soll zentralistrt werden. Jnhastirten-Unterstützungen werden ertheilt: An verheirathet« Genoffen mit zwei Kindern ö fl. pro Woche; mit mehr als zwei Kindern 6 fl., den ledigen 2 fl. Ein Recht auf Unterstützung hat nur die Familie jenes Genossen, der infolge seiner politischen Thätigkeit inhaftirt wurde. Rechtsschutz genießen alle Partei- Mitglieder. Die Regelung der Reise-Unterftützung bleibt den DistriktSorganisationen überlassen. Der Eitz des vom Partestage beschlossenen Preß-KonsortiumS ist Prag. Dem Preß-Konsortium wird aufgetragen, für daß nächste Jahr einen großen und«inen kleinen(Taschen-) Kalender heraus- zugeben. DaS Konsortium soll BebesiS„Frau", die bereits übersetzt ist, und Laffalle'S Schriften herausgeben, desgleichen die nicht- periodische czechische„Arbeiterbibliothek". Der engere Ausschuß beginnt seine Thätigkeit am 1. Juli, von welchem Tage auch die�Jnhaftirten-Unterstützung gezahlt wird. Polizeilich«?, Gerichtliches«. — Dresden. Beim Singen eines Arbeiterliedes wurde der Zigarrenmacher Krüger von einem Gendarm zur Ruhe verwiesen, worauf er sich rm Wortwechsel zu einigen unbedachten Aeußerungen hinreißen ließ. Wegen Beamtenbeleidigung erhielt Krüger eine Gefängnißstrafe von 2 Monaten. — Rudolstadt. Am 5. Juni fand vor hiesiger zweiter Strafkammer die Verhandlung in der Straffache gegen Genossen P. S e i g e, die Händler Bernhard H o f m a n» und R. T r t e- den er, sowie gegen den Redakteur der„Pößn. Ztg.", Herm. Hausotter aus Pößneck, wegen Beleidigung des Frhrn. v. Erffa »n Wernburg statt. Das Urlheil lautete gegen Seige auf 10 Wochen, Triebener 6 Wochen und Hofmann 1 Monat Gefängniß. HauSotter 25 M. Geldstrafe. Revision ist«ingelegt. Sozial« Neborstth». Weißensee. An die Schubmacher! Werthe Kollegen! Ein jeder unter Erich kennt wohl die traurige Lage in unserem Gewerbe und trotzdem steht immernoch ein großerTherl der Kollegen unserer Organisation gleichgiltig gegenüber. Vergegenwärtige man sich die Kämpfe der Gewerkschastsorganisationen gegen daS profit- süchlige Kapital, wie gegenwärtig die Aussperrung der Böttcher und Brauerei-Arbeiter. so muß ein jeder die Rothwendigkeit fühlen, sich zu vereinigen, um mtt seinen Kollegen Schulter an Schulter die Aufbesserung feiner Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu erstreben. Also, Kollegen, macht von dem Euch gesetzlich zu- stehenden Rechte Gebrauch; Organistrt Euch! Schließt Euch dem Verein deutscher Schuhmacher an.— Die nächste Versamm- lung findet am Montag, den 11. d. MtS.. Abends 8V, Uhr, im Lokale des Herrn Kriedemann, Königs-Chaussee IS, statt. Schöneberg. An die Metallarbeiter! Kollegen! Wohl in keinem Beruft ist das Unternehmerthum so eifrig für die Interessen der Brauereiprotzen eingetreten, wie in ver Metallindustrie. Diese Vorgänge müssen für unS wieder ein neuer Ansporn sein. mit aller Kraft für die Stärkung der Or- ganisation einzutreten. Kollegen! Je stärker der Druck des Unternehmerthums, um so einiger müssen wir in der Organi- sation zusammen stehen. Besonders machen wir die Kollegen auf die Versammlung der Metallarbeiter aufmerksam, die am Dienstag, den 12. Juni, in Jakob's Lokal. Grunewaldstr. 110, stattfindet. Der Vertrauensmann der Metallarbeiter für Schöneberg und Umgegend. Boykott und Versammlungsfreiheit. Eine Versamm- lung, worin der sozialdemokratische LandtagSabgeordnete Kaden über den Bierboykott sprechen wollte, ist verboten worden. Der hierbei angezogene Z 5 des sächsischen Vereins- und Versamm- lungsrechtes bestimmt, daß Versammlungen, die den Zweck haben, Gesetzesverletzungen oder unsittliche Handlungen(!!) zu begehen oder zu ihnen aufzufordern, nicht stattfinden dürfen. Einen erfolgreiche« Boykott haben die Wiener Genossen zu verzeichnen. Der boykottirte Wirth hat die folgende Er- klärung abgegeben: Ich Endesgefertigter gebe hiermit bekannt, daß ich mein Lokal„Chinesischer Salon", HernalS, Hauptstraße Nr. 2, zur Abhaltung von Volksversammlungen zur Verfügung stelle. Die seinerzelt von mir gemachte Aeußerung gegenüber dem Vertreter der Organisation XVII machte ich zu einer Zeit, wo ich mir über die Tendenz Ihrer Partei nicht vollkommen klar war. Ich ersuche daher, den Boykott, welcher über mein Lokal verhängt wurde, aufzuheben und diese Erklärung zu veröffentlichen. Achtungsvoll Josef Rohrhofer, Restaurateur. Der Wiener Lokalausschuß theilt hierauf folgendes mit: Wir geben demnach den Genossen und Organisationen bekannt, daß der über dieses Lokal verhängte Boykott aufgehoben wurde. Unterstützung der ausgesperrten Berliner Branerei- arbeiter. Im Auftrage der Genossen B a r m« n S schreibt man unS:„Mit lebhaftem Interesse verfolgen die hiesigen Ge- nosien den Lanf des lgewaltigen Ringens der Berliner Genossen im Kampfe mit den Brauereigewaltigen und bin ich beauftragt, denselben die volle Anerkennung und lebhaste Sympathie aus- zusprechen. Gleichzeitig beschloß die letzte Versammlung des sozialdemokratischen Vereins vom 6. Juni 50 M. zur Unterstützung der ausgesperrten Brauereiarbeiter abzusenden." Die Stuttgarter Brauer hatten schon früher in einer Mitgliederversammlung zur Unterstützung der ausgesperrten Brauereiarbeiter in Berlin und Braunschweig 120 M. abgesandt. Neuerdings bewilligten sie 1000 M. aus der Vereinskaffe. Ein glänzender Beweis der Solidarität. Sämmtliche 32 Arbeiter de» Lindner'fche» Strumpf- waaren-GeschäftS in Burgstädt haben die Arbeit niedergelegt. Am Freitag halte die Betriebsleitung Lohnkürzungen angekündigt und zwar auf Etrumpflängen 2S v. h.. auf plattirte Herren- westen 30 v. h. Dagegen wollte sich das Geschäft verpflichten, die Arbeitszeit voll aufrecht zu erhalten und für volle Be- schäftigung Sorge zu tragen. Die Arbeiter beantworteten diese Vorschläge mit einem Schriftsatz, worin sie die Lohnkürzungen ablehnten, dagegen sich zu einer Verkürzung der Arbeitszeit ver- stehen wollten. Die Betriebsleitung ließ die Eingabe un- beantwortet, kündigte 8 Arbeiten» und setzte die Arbeitszeit auf täglich 6 Stunden herab, von 6 bis 12 Uhr Vormittags. Gegen diese verkürzte Arbeitszeit hatte niemand etwas einzuwenden. Die Ursache des Streikes ist lediglich in der Entlassung der 8 Kameraden zu suchen. Die weiblichen Arbeiter d«S Geschäftes arbeiten weiter. Neber die Fortschritte de» oberschlesische« Berg- arbetter-Beweguua schreibt man unS aus Zaborze: Endlich! nach langem, auS bekannten Gründen erfolglosen Suchen bei den verschiedenen Gastwirthen, einen Saal zur Ab- Haltung einer Bergarbeiter-Aersammlung zu erhalten. Die Ärauereibesitzerin Marie Obst zu Zaborze Poremba hat ihr Lokal hergegeben. Die Versammlung fand den 8. Juni Abends 6 Uhr für die Arbeiter der Tagschicht statt, am 8. Juni find«* abermals eine Versammlung sur die Arbeiter der Nachtschicht statt. Wäre es nach der Löhnung, so hätten wir jede Person in die Organisation bekommen, so find am 6. Juni 40 Personen dem Verbände deutscher Bergarbeiter beigetreten. Die Versamm« lung war ganz voll besucht. Am 4. Juni waren wir in Königs- Hütte beim Genossen Neumann, der erzählte unS, daß die Sozialdemokratie in Königshütte schon weiter wäre, daß aber die hin« geschickten Redner viel mehr ihren persönlichen antireligiösen Standpunkt als den sozialdemokratischen vertreten haben und da- durch die Leute abgeschreckt wurden. Hier in Oberschlesien ist das einzige, womit man die Leute anziehen kann, die Beleuchtung ihrer Roth und ihres Arbeitsverhältnisses. Erst wenn wir es erreichen können, und daS verlangen wir auch, aber nur bei unserer Taktik, daß wir einen Bergmann in den Reichstag schicken können, da«erden wir erst ganz prinzipiell austreten können. Di« Gastwirthe Buchhold zu Zaborze B. und Seidle» zu Zaborze Poremba haben wir boykottirt, was von der Ver- sammlung enthusiastisch aufgenommen wurde. Die Ordnung war bei der großen Menge, da alle Versammelten die Lokalitäten nicht fassen konnten und viele zurückgehen mußten,«ine mustrr» hafte. Die Zahl der Versammelten war über 2000. Dt« Zustände in Münchener Brauereien wurde« in einer am letzten Mittwoch in München abgehaltenen Bersammflung drastisch geschildert. Der Brauer Wahlmann auS Mannheim führte das folgende auS:„Man sollte glauben, daß gerade die Münchener Brauer eS mit Freuden begrüßen würden, wenn anderswo die Brauer ihre Stellung verbessern wollen. Statt dessen sind aber gerade von München mehrere Brauer nach Berlin und Braunschweig gefahren, um den dort im Lohnkampfe stehenden Brauern in den Rucken zu fallen.(Pfui-Rufe.) Die Brauer müffen von Morgens 3 Uhr biS Abends 8 Uhr arbeiten, um dann womöglich um 8 Uhr oder 9 Uhr Abends wieder an die Arbeit zu gehen. Die Schlafstellen der Brauer find s« miserabel, daß man, statt sich auszuruhen, uur froh stein muß, wenn man dieses„Lager" wieder verlassen kann. Ebenso schlecht sind die Lohnverhältnisse der Brauer, denn 70—80 Zstark pro Monat sind keine Bezahlung für 30 Tage bei 15— 16 stündiger Arbeitszeit. Um dem Brauer daS Leben zu„versüßen", hält man auch noch an der SonntagSarbett fest, die regelmäßig bis Nachmittags 4 Uhr dauert. Die Behandlung der Brauer ist eine sehr inhuman« und rohe. Die Oberdurschen denunziren die Leute in der gemeinsten Weis« und Rohheit.' Genosse Krämer auS München sagte hierauf, wie«S die Münchener Brauerprotzen verstanden haben, die Organisation der Brauer zu zertrümmern und nickt mehr hoch kommen»» lassen. In der Löwenbrauerei werde Jeder, der der Organisa- tion angehört, so geschuhriegelt, daß er froh sei, der Brauerei bald den Rücken kehren zu können. Die Löhne vo« 80— 90 M. für die Braubnrschen seien viel zu niedrig, durch das ein- malige jährliche Geschenk von 100 M. suche man gerade die Arbeiter zu veranlassen, sich alle? gefallen zu lassen, damit sie die 100 M. nicht verlieren. Die Tagesarbeit beginne um halb 4 bis 4 Uhr Morgen? und ende gegen S biS halb 7 Uhr Abends. Dafür bekommen dann die Arbeiter 2,70—2,80 M. pro Tag. Die Leute sollten sich lieber aussperren lasse» und alS Taglöhner arbeiten, dann kämen sie wenigstens auS der richtigen Sklaverei in das freie Leben hinein. Die Aktien der hiesigen Löwenbrauerei stehen auf 377 M., die Brauerei zahle 22 pCt. Dividende und der Herr Direktor Helserich beziehe jährlich 70—80000 M. Tantiemen, da wäre es wenigstens schön und recht, auch die Arbeiter anständig und als Menschen zu behandeln. Redner schilderte sodann noch eine Reihe von Mißständen, die in bezug aus Schlafstellen, Strafarbeiten, Behandlung u. f. w. in der Löwenbrauerei und auch noch in anderen hiesigen Brauereien obwalten. Hierauf wurde eine Reihe von Forderungen aufgestellt, für welche die Versammlung ihre voll« Sympathie ausdrückte. Wenn gegnerische Blätter hieraus deduziren, daß deshalb schon die Münchener Arbeiter die Boykottirung von Brauereien ins Auge fassen, so befinden sie sich nach unseren Jnformattonen im Jrrthum. Die Münchener Arbeiterschaft denkt nicht daran, Leuten, die sich nie um die Arbeitersache gekümmert haben, die Kastanien aus dem Feuer zu holen, sie weiß, daß die Brauerei- Arbeiter am Elend ihrer Lage die Hauptschuld tragen und fie Mt eS daher für die Aufgabe dieser Arbeiter, sich kampfestüchtige Organi« sationen zu schaffen, die Arbeiterschaft dieses Berufes mitSolidaritäts» bewußtsein zu ersüllen und erst dann, wenn sie sich als wackere Mitkämpfer bewährt haben und sich von der Schmach der Streik- brecherei endlich befreit haben, aus eigener Kraft eine Besserung ihrer Lage zu erkämpfen. Dann wird auch die Münchener Arbeiterschaft es an Solidaritätsbeweisen ebensowenig fehlen lassen, wie den Kämpfen anderer Arbeiter um Besserung ihrer Lebenshaltung gegenüber. Die GewerbegerichtS- Wahle« finde« nicht statt, das ist der kurze Inhalt einer amtlichen Bekanntmachung, die von der Regierung in Minden betreffs der Bielefelder GewerbegerichtS« Wahlen erlassen ist. Dabei ist gleichzeitig an den Magistrat die Aufforderung ergangen, das Ortsstatut im Einklang mit dem Reichsgesetz vom 29. Juli 1890 zu bringen. Unser Parteiorgan, die„Volkswacht" in Bielefeld, hat seiner Zeit schon lebhaften Widerspruch erhoben gegen die ganz dem Gesetz entgegenstehend« Bestimmung, nur dem über 25 Jahre alten Arbeiter daS Stimm- recht zu geben, der mindestens 1 Jahr am Orte beschäftigt ist, während das Gesetz bestimmt, daß dieses Recht auch demjenigen Sewährt wird, der ein Jahr im Ort beschäftigt ist oder wohnt. Sären die Wahlen auf grund dieses OrtsstatutS vollzogen, so müßte auf ihre Ungiltigkeit erkannt werden. Unser Bielefelder Partei-Organ bemerkt zu der Angelegenheit folgendes: Vor allen Dingen aber möchten wir staaen, wer ersetzt den vielen Arbeitern den Arbeitslohn, den sie infolge von Laufereien verloren haben, und zwar, wie sich nun herausstellt, da ja die angefertigten Wählerlisten jetzt werthloses Papier sind, ohne jeden Nutzen? Im übrigen sei der Magistrat noch besonders aus die Vorschrift im Reichsgesetz betreffend die Gewerbegerichte aufmerksam gemacht, nach welcher bei Slbfassung des Ortsstatuts Arbeiter zu hören sind. Das Gewerkschaftskartell wird gerne dem Magistrat Arbeiter namhaft machen, die bei dieser An- aelegenheit zu Rathe gezogen werden könnten. Handelt der Magistrat hiernach, so wird er sich sicher der Gefahr nicht noch einmal aussetzen, daß ihm sein Ortsstalut nachträglich wegen gesetzwidriger Bestimmungen ungiltig erklärt werden muß. Rifiko der Arbeit. AuS Essen an der Ruhr wird tele» graphirt: Das gestrige Grubenunglück auf Schachtt2 der Zeche„Dannen- bäum" ist, wie die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" nunmehr be- stätigend mittheilt, durch Entgleisung des Förderkorbes während der Seilfahrt geschehen. Drei Bergleute wurden getödtet, einer schwer und vier leichter verletzt. Dissen bei Osnabrück. Der Maraarinefabrikant. dessen wir in der Nummer vom 5. Juni Erwähnung thun mußtet� heißt nicht Hamann, sondern Hamann. Arbeiterglttck in Spanien. Aus Madrid wird telegraphirt; §n Figueras wurden durch Explosion in einer Nitroglycerin« abrik 2 Personen getödtet und 5 verwundet. Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 10. Juni. Frete Volksbühne( NationalTheater). 2. Abtheilung. Beginn Nachmittags 21/2 Uhr: Das Fest auf der Bastille. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Montag: Angla. Mara. Cavalleria rusticana( Bauern- Ehre). Schauspielhaus. Der Tugendwächter. Die Dienstboten. Montag: Vasantafena. Deutsches Theater. Der Talisman. Montag: Doktor Klaus, Berliner Theater. Rean. Montag: Das Glas Wasser. Lessing- Theater. Gêne. Madame SansJugend. Montag: Diefelbe Vorstellung. Rehdenz- Theater. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance- Theater. Die Zauberflöte. Montag: Der Wildschütz. Castan's Panoptikum. Der 13 jährige Riese. Neu: Christliche Märtyrerin. Victoria- Brauerei, Lützowstraße 111-112. Garten resp. Saal. Täglich( außer Sonnabends); Stettiner Sänger Herren: Meysel, Häckel, Pietro, Britton, Eberius, Steidl, Bliemchen und Blank. Anf. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Jeden Abend wechselndes Todes Anzeige. Allen Kollegen zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Ferdinand Zabel M. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Montag, den 11. Juni, Abends 8 Uhr, erdigung findet am Montag, d. 11. Juni, am 8. d. m. verstorben ist. Die Be- in Ahrens Brauerei, Thurmstraße 26-27: Nachmittags 4 Uhr, vom Städtischen rantenbaus am urban aus nach dem Thomaskirchhof statt. 1157b Die Kollegen der Pianofabrit von Klingmann& Co. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Tischler Gottlieb Nitschke am 7. Juni verstorben ist. Die BeerdiGr. öffentl. Partei- Versammlung. Zages Ordnung: V 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Auer über: Die Thätigkeit des deutschen Reichstages und die Sozialdemokratie. 2. Diskussion. 3. Die Verbreitung unserer Presse. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ersuchen um zahlreiches Erscheinen Die Vertrauenspersonen. 354/14 Sozialdemokratischer Wahlverein gung findet Sonntag, den 10. Juni, für den 1. Berliner Reichstagswahlkreis. Nachm. 3½½ Uhr, von der Halle am Montag, den 11. Juni, Abends 8 Uhr, in den Kurhallen, Spreeweg 19 Urban aus statt. Die trauernde Wittwe nebst Tochter. Danksagung. 1148b Für die herzliche Theilnahme und vielen Kranzfpenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, sage ich allen Genossen, Kollegen und Bekannten den herzlichsten Dant. 1168b Die trauernde Wittme Specht nebst Kindern. Adolph Ernst- Theater. Charley's hochamüsantes Programm! Zentral- Kranken- u. Sterbekasse Zante. Vorher: Die Bajazzi. Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. neueste Standal. Montag: Vorstellung. Der Nach der Soiree: Tanzkränzchen. || der Tischler 1. s. w. Oertliche Verwaltung Berlin G. Montag, den 11. Juni, Abends 81/2 Uhr, in Bolzmann's Festsälen, Lichtenbergerstr. 16: National Eyrater. Italien in Noack's Mitgliederversammlung. Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Montag: Diefelbe Vorstellung. Apollo Theater. Die verkehrte Welt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Vorstellung. Spezialitäten. National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Novität! Novität! Italien in Berlin. Große Ausstattungs- Posse mit Gesang und Tanz in 4 Atten von Carl Peters. Musik von A. Wiedecke. Dekorationen aus dem Atelier von Tagesordnung: Sommer- Theater. 1. Wahl der gesammten Drisverwal Brunnenstrasse 16. Täglich: Großes Konzert, Theater- und SpezialitätenVorstellung. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorftellung 7 Uhr. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Puhlmann's Sommer- Theater. Schönhauser Allee 148. Kaftanien Allee 97/99. Direktion: August Reiff. Müller und Schäfer. Maschinerien Gr. Extra- Konzert, Theater vom Theatermeister Otto Weise. Elektrische Beleuchtungseffekte von Latowsky. Kostüme Dom Ober garderobier Paul Hildebrandt. Regie: Mar Sam ft. Raffenöffnung 3 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Im Garten: Großes Konzert. Auf der Sommerbühne Aufführung von Lustspielen, Possen sowie SpezialitätenVorstellung. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. gette 7. Aufführungen! Charley's Tante. Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Att von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musit von Franz Roth. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Schluss der Saison: Freitag, den 15. Juni. Reichshallen DönhoffsPlatz. Im prachtvollen Garten, bei ungünstiger Witterung im Saal. Täglich Humoristische Soirée der Nord- deutschen Sänger. Italien in Berlin. EnsembleZum Schluß: fzene. Anf. Wochentags 8 Uhr. Entree 80 Pf., refervirt 50 Pf. Sonntags Anf. 7 Uhr. Entree durchweg 50 Pf., nach 9 Uhr 30 Pf. Passage- Panopticum. Ein DahomeyDorf mit 51 wilden und Spezialitäten- Vorstellung. Saftfpiel Bendix. des urkom. Neu einstudirt: Unsere Ulanen. Liederspiel von Robert Linderer. Musik von R. Thiele. Auftreten der Gymnaftifer Allfiery, des Schattenfilhouettisten Alberty, des Liederfängers Walter Kröning und des gesammten neuengagirten Sänger- u. Schauspiel- Personals. EN- BRAUERE! • RIEDRICHSHAIN Aktientung und der Beitragsammler. 2. Wahl des Vertrauensarztes. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen sämmtlicher mit glieder ist nothwendig. 305/11 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- n. Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter. ( E. H. 3 Hamburg) Oertliche Verwaltung Berlin H. Montag, den 11. Juni, ( Am Bahnhof Bellevue): Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Theodor Mener. 2. Diskussion. B. Ber Gäste willkommen. schiedenes. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 83/2 für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 18. Juni, Abends 81/2 Uhr, bei Ehrenberg, Annenftr. 16: Große Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Heymann: Die Nervenschwäche des Menschen und bie gegenwärtige Gesellschaftsordnung. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 467/14 Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. NB. Laut Beschluß Anfang der Versammlung punkt 81/2 Uhr. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Den Bezirksführern zur Nachricht, daß die Besprechung am Sonntag, den 10. d. M., Vormittags 10 Uhr, in den Germania- Sälen( kl. Saal) stattfindet. 490/15 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Abends präzise 8 Uhr, im Lotale von Vertrauensmänner- Versammlungen Schweitzberger, Röpniderstr. 3: Mitgliederversammlung. Tages- Ordnung: Ortsbeamten. 2. Wahl der gesammten 1. Feftſehung der Gehälter für die Ortsverwaltung. 3. Wahl des Vertrauensarztes. 4. Beschlußfaffung über 5. VerBerlegung der Bablſtellen. fchiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 307/6 Die Ortsverwaltung. In dieser Versammlung wird nur Münchener Bier ausgeschänkt. Gentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tabakarbeiter Deutschlands. Oertliche Verwaltung Berlin I. Dienstag, den 12. Juni, Abends präzise 81/2 Uhr, bei Wilke, Andreasstr. 26:[ 830/7 Brauerei Mitgliederversammlung. Friedrichshain Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1894. 2. Wahl eines Delegirten zur Generalversammlung. 3. Anam Königsthor. träge zur Generalversammlung. 4. Bepeute, Sonntag: richt über die Konferenz der Borstände freier Hilfstassen. Die Mitglieder Großes Militär- tigkeit der Tagesordnung zahlreich zu werden aufgefordert, wegen ber ich Konzert erscheinen. Die Ortsverwaltung. der Kapelle des Moabit: Sonntag, den 10. Juni, Vorm. 9½ Uhr, in Ahrens Brauerei, Thurmftr. 26-27. Osten: Sonntag, den 10. Juni 1894, Vormittags 9½ Uhr, im Freischütz, Fruchtstraße 36a. Norden: Mittwoch, den 13. Juni, Abends 8½ Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23. Tagesordnung in allen 3 Versammlungen: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Montag, den 11. Juni, Abends 8½ Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstraße 23: Branchen- Versammlung der Küchenmöbel- Tischler. Zages Ordnung: 1. Wie ist es möglich unsere Lage zu verbeffern?( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nichtmitglieder haben Zutritt. Um zahlreichen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. 45/1 Bezirks- Versammlung für Friedrichsberg am Montag, den 11. Juni, Abends 82 Uhr, bei Heinecke, Friedrich- Karlstraße 11. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Hierzu sind die Kollegen aus den Werkstätten von Oderbach, Krause, Klukas, Lehmann, Hendrich und Weihrauch besonders eingeladen. Nichtmitglieder haben Zutritt. Um zahreichen Besuch ersucht Die Ortsverwaltung, Schneider u. Schneiderinnen! Montag, den 11. Juni 1894, Abends 8½ Uhr: Versammlung Rönigin Augusta Zentral- Kranken- u. Sterbekasse des Schneider- u. Schneiderinnen- Verbandes u. verw. Berufsgen. Garde Grenadier Regiments Nr. 4 ( Koblenz) in Uniform. Anfang 42 Uhr. Eintritt 30 Pf. Kinder frei. Programm unentgeltlich. Concordia- Festsäle C. Saeger, 64. Andreasstraße 64. Heute, Sonntag, den 10. Juni: im großen Saale: Grosser Ball bei stark befehten Orchestern. Anfang 5% Uhr. 74/9 C. Saeger. der Tischler und an derer gewerblicher Arbeiter, Ortsverwaltung Berlin B. Mitglieder- Versammlung Montag, den 11. Juni, Abenes 8 Uhr, Dresdenerstr. 45( Dresdener Garten). Zages Ordnung: in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 79. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Heymann über:„ Das Baden im franken und gefunden Zustande." 2. Diskussion. 3. Statutenberathung event. Anträge zum Verbandstag. 4. Abrechnung vom 1. Quartal 1894 und vom Stiftungsfest 1893. Kollegen und Kolleginnen! Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert es, daß Ihr zahlreich in dieser Versammlung erscheint, damit ein Jeder bei Stellung von etwaigen Anträgen zum Verbandstag seine eigene Meinung Die Ortsverwaltung. 1. Wahl der gesammten Ortsverwal- zum Austrag bringen kann. tung und der Beitragsammler, sowie des Vertrauensarztes. 2. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. 301/14 Große öffentliche Versammlung Die Ortsverwaltung der Hilfsarbeiter, Gummiarbeiter u. Arbeiterinnen Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Böttcher, Filiale B. Mitglieder Versammlung Dienstag, den 12. Juni, Abends 812 Uhr, Lichtenbergerftr. 21. Berlins und Umgegend am Montag, den 11. Juni, Abends 82 Uhr, im Kolberger Salon, Rolbergerraße Nr. 23. Tagesordnung: 1. Vortrag über die Mißstände in der Gummifabrit Tages- Ordnung: 1. Theilung der von Gebrüber Dobler. Referent: Genoffe Näther. 2. Disfuffion. 8. Verschiedenes. Es ist die höchste Pflicht der Kollegen dieser Fabrik in der Versammlung Filiale B laut Beschluß des Bental 82/7 Der Einberufer. Allen Parteigenossen empfehle mein vorstandes. 2. Wahl des Gesammt zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet Zellerfammlung statt. Weiß- und vorstandes resp. ersten Vorsitzenden. 3. Raffenangelegenheiten. Der Tages: ordnung wegen ist es Pflicht eines jeden 113/18 Der Vorstand. Bayrisch- Bierlokal Mitgliedes, zu erscheinen. Julius Wernau, Rosenstr. 30, Weibern. Bentrum, de d. Neuen Friedrichstraße. Zimmer zu Vorstands, Komitee- 2c.Zägl. 8 Vorführungen. Sizungen jeden Abend frei. J. A.: Otto Schmidt, Schriftführer. Reichsgarten 2782 Friedenstr. 20 und Höchsteftr. 40. Täglich Um 11, 12, 4, 5, Bier- Großhandlung A. Suter, 6, 7, 8, 9 hr. Aderftr. 163, 1163 großes Frei- Concert. Dompfaffen, ungesunlernen, 2,50, empfiehlt fein vorzügliches VersandCharlottenburg. Dienstag, den 12. Juni cr., Abends 8 Uhr, F in der ,, Gambrinusbrauerei", Wallstraße 96: Große öffentl. Volts- Versammlung. Tages- Ordnung: Die Vertrauensleute. Antisemitismus und Sozialdemokratie." Referent: Reichstags- AbAusschank der Brauerei Müggel- geordneter August Bebel. Diskussion.- Boykottbericht. 481/12 , Waldvögel, Vogelbauer, und Lagerbier in Flaschen vom Münche- fchloß- Friedrichshagen. 1161b H. Koslowsky. billig. Schuelle, Invalidenstr. 7.[ 11216 ner Brauhaus, Johannisstr. 17-18. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner VoWlatt. Nr. 13 A. Sonntag, den 10. Inm 1894. 11. Jalsrg. Votzkokkirk Nnd: i. Ledultdeiss-Lrsuerel. Aktien-Gesellschaft, Berlin(und Tivoli). 2. Branerei F. Happoldt. 3. Böhmisches Brauhaus, Kommandit-Gesell- schaft auf Aktien, A. Knoblauch. 4. Brauerei Karl Gregory. Berlin(Adler- Brauerei). 5. Vereins-Brauerei Rixdorf. 6. Spandauer Berg-Brauerei, vorm. C. Bech- mann, Westend bei Charlottenburg. 7. Aktien° Gesellschaft Schloss- Brauerei Schöneberg. Dm« Streik der Schnhmacher in Knrg geht uns von dem Genossen Reichstags- Abgeordneten W. B o ck nachfolgende Zuschrift zu. Unser Parteigenosse ist von den Streikenden und übrigen Fachgenossen in der Presse und in Per- sammlungen aufs schroerste angegrissen worden, außerdem haben die Herren Fabrikanten, mit denen unser Genosse unterhandelte, durch ein ebenso illoyales wie schäbiges Manöver gegen ihn eingegangene Verpflichtungen verletzt, sodaß unser Genosse so- wohl wre die gesammte Arbeiterschaft ein großes Interesse daran haben, die volle und ungeschminkte Wahrheit über die Vorgänge in Burg zu erfahren. Der Sache der Arbeiter wie unserer Partei kann nur durch vollste Oeffentlichkeit gedient werden. Auch wenn Fehler gemacht sein sollten, so liegt das beste Heilmittel gegen dieselben und die Sicherheit dafür, sie in Zukunft zu vermeiden, in der offenen und rückhaltlosen A"sdeckung derselben. Mit der Anerkennung einen Fehler gemacht zu haben, sprechen wir auch zugleich den Vorsatz aus, denselb» in Zukunft zu vermeiden. So haben n"r �s in unserer Partei und in der deutschen Arbeiterbewegung von jeher gehalten, so soll es auch in Zukunft gehalten werden. Bn dieser Praxis ist unsere Bewegung groß und von den Gegnern gefürchtet geworden, ihr verdanken wir manchen unserer Gnfolge. Und nun geben wir unserem Genossen das Wort, mögen unsere Leser und Freunde aus seinen Dar- legungen sich selbst ein Urtheil bilden, ob die hier und da, be- sonders in den Reihen der Fuchgenossen gegen W- Bock laut gewordenen Vorwürfe berechtigt sind oder nicht. Unser Freund schreibt: Seit dem Jahre 18S3 bin ich als Vertrauensmann und Schiedsrichter der deutschen Echuhmachergehilfen bei Streik? und Aussperrungen in unserem Gewerbe gewählt Als Schiedsrichter wurde mir die Funktion übertragen, das Unterstützungswesen bei Streiks zu regeln und je nach dem Stande der Dinge vermittelnd einzugreifen und eventuell Streiks resp. Aussperrungen durch Vergleiche zu beendigen. Diese Einrichtung hat sich seit dem Jahre 1883 in dutzenden von kleineren und größeren Kämpfen bewährt, so daß mir von jedem nachfolgenden Kongresse immer Techarge ertheilt und ich wiederholt einstimmig zu diesem Posten gewählt wurde. Je mehr sich nun durch die Entwicklung der Großindustrie und die Anwendung der Technik die Gegensätze in unserer Branche zuspitzen, die Jnteressenkämpfe hartnäckiger geführt werden, um so schwieriger und verantwortungsvoller ist der Posten als Schiedsrichter geworden. Es liegt in der Natur der Sache, daß man durch eine diesbezügliche langjährige Thätigkeit sich einen befleren, zutreffenderen Ucber- blick über die Lage des Marktes, die eigene und die gegne- rische Stärke resp. Schwäche aneignet, als die momentan im Kampf Stehenden ihn haben können. Ein Schicdsrichteramt, wie ich es seit Jahren bekleidet habe. kann mit Erfolg nur geübt werden, wenn es durch das Ver- trauen der zu vertretenden Fachgenoffen gestützt wird. Der Schiedsmann kann, aus seiner besseren Kenntniß der thatsäch- lichen Verhältniffe heraus, zu einem Entscheid kommen, dessen Richtigkeit und Nothwendigkeit aus den ersten Blick vielleicht nicht erkannt wird. Daß die von mir seit 1833 in meiner Eigenschaft als Schiedsmann getroffenen Maß- Sonnkcrgspliruderct. In den Jahren 48 und 4S gehörten die Vogtländer nach den einwandsfreien Zeugnissen der Polizeier, ihrer Vorder- und Hintermänner zu den„Aergsten", nicht weit hinter Räuber und Diordbrenner rangirle man sie, und manche damalige Gesellschaftsstütze schreckte mit den hungrigen Webern und Wirkern die Buttermilch-Philister der Klein- städte ins letzte Mauseloch. Als die Sonne des neuen Reiches aufging, wurden die ehemals so verslockten und auf- sässigen Vogtländer wie so viele Andere liebe, brave Kinder der Mutter Germania, ehrten die Herren Arbeitgeber und schickten einen Staatsanwalt, einen Großfabrikanten und Geldmann nach dem andern in den Reichstag. Ihr altes Rezept schienen sie entweder verloren oder freiwillig verlegt zu haben. Und die Unternehmer zeigten sich hierfür erkenntlich in ihrer Weise. Nirgendwo sonst ist der Uebermuth dieser Menschenklasse bis heute deutlicher und schärfer in die Erscheinunng ge- treten, als in diesem hochgelegenen, rauhen, ganz und gar auf die Industrie angewiesenen Winkel Deutschlands. Wenn sie frei schalten könnten, sie würden ihre Lohnsklaven mit der Kette an die Maschinen fesseln. Wer die Herren nicht kennt, macht sich keinen Begriff, von dem Haß, den sie gegen alles hegen, was Arbeiter heißt, und von der Furcht, die ihre Knochen und Nervenstränge schüttelt. Wer nicht weiß, was das Wort Humanität bedeutet, im Vogtland kann er es lernen. Ist es doch noch vor wenigen Jahren vorgekommen, daß sich ein Unternehmer von seinen Arbeitern das Petroleum bezahlen ließ, welches diese in der Fabrik brauchten. Aber nicht blos im Winter inachte er diese.Petroleum-Abzüge', sondern auch, wahrscheinlich weil es sich so besser rechnete, im Sommer, wo gar keine Lampen brannten. Nun, im letzten Maien hat sich das arbeitende Volk des Vogtlandes wieder auf seine Vergangenheit besonnen, auf das, was ihm frommt und aus den Platz, wohin«s gehört. Zwar brachte nahmen nachträglich regelmäßig die Billigung unserer Fachkongresse gefunden haben, darf ich wohl als einen Beweis dafür anführen, daß ich von jeher das Interesse meiner Genossen nach bestem Können und nicht ohne Erfolg gewahrt habe. Dabei liegt es mir ferne, bestreiten zu wollen, daß in den langen Jahren mir auch Jrrthümer begegnet sind und ich Mißgriffe beging. Wer weiß sich aber frei von Schuld und Fehl? Was nun den Streik in Burg betrifft— der übrigen? von Haus aus meine Zustimmung nicht gefunden hat— so war dort die Situation nach siebenwöchentlicher Dauer und nach mehr- maligem vergeblichem Verhandeln so kritisch geworden, daß ich um der Schwierigkeiten willen, die zur Unterstützung nothwendigen Mittel weiter zu beschaffen, es als die höchste Zeit erachtete, um einer Niederlage vorzubeugen, einen Vergleich zu stände zu bringen. Nach zweitägigen Verhandlungen, an denen die Vertreter der Arbeiter und Unternehmer theil nahmen, gelang es mir, die Unternehmer zur Anerkennung nachfolgender Punkte zu bestimmen: „Die Fabrikanten verpflichteten sich, die Mitglieder der Streikkon, Mission wieder in Arbeit zu nehmen; die bezüglichen Engagements wurden an Ort und Stelle bewirkt und ergaben, daß sämmtliche Kommissions-Mit- glieder sofort Stellung fanden, allerdings zum Theil in anderen Fabriken, als wo sie bisher standen. Ferner ergänzen die Fabrikanten aus dem vorhandenen Bestände der Streikenden ihren Bedarf an Arbeitskrästen so lange, bis alle untergebracht sind; erst dann sollen Engagements von außerhalb zulässig sein. Zum Anlernen sind die Fabrikanten nicht verpflichtet; sind z. B. keine Zuschneider unter Aus- ständigen mehr vorhanden, so können dieselben von uSwärtc engagirt werden. In den Fabriken sollen so bald als möglich ohne jede Einwirkung seuens der Fabrikanten Arbeiter- Ausschüsse gewählt und es soll mit diesen bei etwa eintretenden Differenzen zunächst verhandelt werden; ergiebt sich dabei keine Einigung, so ist die Vermittelung des Vorstandes in Nürnberg oder des Vertrauensmannes in Gotha anzurufen. Die bisherige Streikkommission bleibt unter dem Namen Arbeiterkommisflon einstweilen bestehen und hat bei Besetzung der Stellen mitzuwirken. Bis Dienstag, 5. Juni, dem Verhandlungstag, Avends 8 Uhr, hatte dieselbe eine Liste der in Burg anwesenden Ausständigen einzu- reichen; betreffs der Zureisenden ist es in das Belieben jedes Fabrikanten gestellt, sie zu engagiren oder nicht." Die von den Ausständigen gestellten weiteren Forderungen auf Einführung des neunstündigen Arbeitstages und eine Lohn- erhöhung von 10—15 pCt. wurden von mir für dieses Mal falle» gelassen. Die Frau Schmutzler, deren Entlassung seiner Zeit Anlaß zum Ausstande gab, hatte freiwillig auf ihre Wieder- anstellung verzichtet. Das von mir gestellte Verlangen, die von Burg abgereisten Arbeiter, wenn sie innerhalb acht Tagen zurück- kehren, ebenfalls wieder in Arbeit zu nehmen, fand die Zustim- mung der Fabrikanten nicht. Ich glaubte nach Lage der Dinge mit diesen Bedingungen mich einverstanden erklären zu können und aus der Haltung der Mitglieder der Gehilfenkommission, welche in den Hauptpunkten den von mir aufgestellten Bedingungen, so speziell auch der Regelung des Falles der Frau Schmutzler, mit Mehrheit zu- stimmten, glaubte ich zu dem Schlüsse berechtigt zu sein, daß der Boden zu einem Friedensschluß gefunden sei. , Ick gab deshalb die Erklärung ab, daß nach Erfüllung der vorstehenden Bedingungen seitens der Unternehmer der Streik beendet sei. Die Fabrikanten stimmten zu, meine Kollegen aber lehnten, wider Erwarten, meine Vorschläge ab und beschlossen den Streik fortzusetzen. Ob dieser Beschluß der Burger Kollegenschaft richtig oder falsch ist, darüber wird die Zukunft die Entscheidung bringen. Ich fühlte mich in meinem Gewissen gezwungen so zu handeln, wie ich gehandelt habe, und ich sehe dem Ausgange mit großer Seelenruhe entgegen. Nun bin ich meinen Kollegen und Parteigenoffen noch eine Erklärung darüber schuldig, wie mein Name unter das famose Flugblatt der Herren Tack u. Co., mit der Aufforderung„das Versäumte nachzuholen und nach wie vor in den Filialen von Tack u. Co., einzukaufen gekommen ist. Gerade dieses Flugblatt hat auch in den Reihen ver Ge- noffen gewaltiges Aufsehen gemacht, und ich stehe keinen Augem blick an anzuerkennen, daß, wenn ich meine Unterschrift unter das Flugblatt gegeben hätte, ich mich damit unwürdig gemacht hätte, noch eine Stunde länger in der Arbeiterbewegung zu bleiben. Aber ich habe dieses Flugblatt nie unter- schrieben und zu dem Texte desselben nie meine Zustimmung gegeben. Die Unterschrift meines Namen? unter diese? Flugblatt ist eine grobe Fälschung und ein gemeiner Vertrauensmißbrauch. man auch diesmal die Lügen über die„vaterlandsverräthe- rische' Sozialdemokratie in ganzen Fässern angefahren, aber bei dem Ringkampf der Reichstags-Stichwahl flog der Fahnenträger der Kartell-Kohorteu in den Sand, daß er nur so quackte, und mit einer Majorität von beinahe 2000 Stimmen erhielt der fünfundvierzigste Sozialdemokrat sein Passepartout für den Reichstag. Bravo Vogtländer! Da? war ein Schlag in die Brat- kartoffeln der Ordnungsmänner und ein dreimal gesegnete? Bad. Auch die Berliner Sieben, die noch vor wenigen Tagen thaten, als könnte sie der Boykott so wenig verletzen, wie ein Gewaffen den hörnernen Siegfried, beginnen jetzt auf einmal zu quacken, z» stöhnen und zu ächzen, daß sich einem Christenmenschen vor Mitleid das Zwergfell im Leibe um- drehen könnte. Und nach dem Grundsatz: Getheilter Schmerz ist halber Schmerz, suchen sie die Zahl der mit ihnen Leidenden möglichst zu vergrößern. Deshalb haben sie die Saalbesitzer nach der Allen Jakobstraße zusammen- trommeln lassen. Aber als sie kamen, die Häupter der ihnen Treugebliebenen zu zählen, da sahen sie manche, die nicht da waren: die Inhaber der großen Ver- sammlungssäle.»Hier!" schrieen aber doch eine ganze Menge. Das stimmt, und ist die reine und lautere Wahrheit. Trotzdem haben böse Buben be- hauptet, die Wirthsgärten der meisten Anwesenden würden vorn, hinten und in der Mitten von einer einzigen zwei Schuh langen Epheuwand umzäunt, und jede Woche könnte man aus dem Munde solcher Saalinhaber die folgenden Worte hören:»Frau! Uebermorgen ist Sonntag. Räume die Nähniaschine aus der guten Stube, damit wir das Saalplakat in's Fenster hängen können!' Nachdem die Anwesenden eine Zeit lang einander ihre Leiden und Schmerzen geklagt, schritt man zur Schöpfung des Beschlusses. Es kam auch einer zu stände. Bis zum IS.bujus wolle man noch die Gnadenarie flöten, ist der Fünfzehnte vorbei, und es hat sich wieder nichts geändert, dann geht? los, mit Pauken Die Fabrikanten verlangten von un? die Zurücknahme de Boykottbeschlusses gegen die Bürger Geschäfte. Ich erklärte mich dazu unter der Voraussetzung bereit, daß unsere Bedingungen angenommen werden. Die Zurücknahme sollte ursprünglich durch ein auf Kosten unserer Organisation hergestelltes Flugblatt geschehen. Da aber nicht alle unsere Bedingungen an- genommen wurden, weigerte ich mich, die Kosten des Flugblattes zu übernehmen, erklärte mich aber bereit, ein Flugblatt zu unter- zeichnen, in dem die Beendigung deS Streiks«nd die Auf- Hebung de» Boykotts ohnejede weitereBemerkung angezeigt wird. Die Fabrikanten erklärten sich mit dieser B e- d i n g u n g in Gegenwart unserer Komiieemitglieder und zweier Vertreter der Burger Presse einverstanden. Wie sie ihre Zusage gehalten, zeigt die schamlose Reklame, zu der sie meinen Namen ohne mein Wissen mißbraucht haben. Mich trifft hier, da? gestehe ich gerne zu. insofern eme Schuld, als ich ohne genaue Feststellung des Textes. mich auf das präzise mündliche Abkommen verlassend, die Zustimmung gab, meinen Namen im oben angegebenen Sinne zu benützen. Ich nahm eben an, es mit Männern von Wort und Ehre zu thun zu haben. Eine am selber Abend in Halle einberufene Schuhmacher» Versammlung, in der ich sprechen mußte, nöthigte mich zur Ab- reise, ohne die Feststellung des Flugblatttextes abwarten zu können. Der schamlos' Mißbrauch meiner in guten Treuen gegebenen Zu« sage wird>n: Zeitlebens eine Lehre sein. Daß"nit diesem Treubruch feiten? der Fa- b-ika,'ton auch das Abkomm'n hinfällig ge» w e> r d£ ist für das ich mich im Interesse des Friedens eingesetzt hatte, ist selbst verständlich. Der Kampf ist in vorher nicht gek nter Schärfe wieder aufgenommen und, soweit mein Einfluß reicht, werdeich, trotzallem, e�s vorgefallen ist, meinBestes thun. um meine,. Fachgenossen zum Siege zw verhelfen. tiermit habe ich eine offene und rückhaltlose Darstellung achverhaltes gegeben. An den Parteigenossen und Kollegen ist es nun. sich ein Urtheil zu bilden. Ich sehe demselben mit Ruhe und Zuversicht entgegen. Seit Jahren auf einem verantwortungsvollen Posten stehend habe ich denselben bisher nach bestem Wissen und Können auS- gefüllt. Es wird Sache unserer nächsten Generalversammlung sein, die Frage, ob das Institut des Vertrauensmannes weiter beizubehalten ist, mit besonderer Sorgfalt zu prüfen. Wie dieser Entscheid aber auch ausfallen wird, das kann ich mit Stolz be- haupten, daß ich an diesem Posten nie etwas anderes gethan, als was ich im Interesse unserer Gewerkschaft und zur Ehre der gesammten Arbeiterschaft für nothwendig hielt. Gotha,?. Juni 1894. W. Bock. Lokales. A« die Arbeiter Berlin? l Der Magistrat hat zu Mittwoch, den 26. September de? Jahres die Ersatzwahlen für die auSgeloosten Ge- werbegerichts-Beisitzer anberaumt und giebt zu diesem Zwecke folgendes bekannt: Zyr Theilnahme an den Wahlen sind nur berechtigt: a) solche Arbeitgeber, welche daS 25. Lebensjahr voll» endet, und seit mindestens einem Jahre im Gemeinde» bezirk Berlin Wohnung oder eine gewerbliche Niederlassung haben, b) solche Arbeiter, welche da? 25. Lebensjahr vollendet haben und seit mindestens einem Jahre im Gemeinde» bezirk Berlin wohnen, oder, falls sie außerhalb wohnen, hier beschäftigt sind. Nicht wahlberechtigt sind solche Personen: a) welche nicht Angehörige des Deutschen Reiche? sind, b) welche die bürgerlichen Ehrenrechte infolge strafrechtlicher Verurtheilung verloren haben, oder gegen welche das Hauplverfahren wegen eines Verbrechens oder Vergehens eröffnet ist, daß die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte oder der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter zur Folge haben kann, o) welche infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über ihr Vermögen beschränkt sind, und ä) die Mitglieder von Innungen, für welche ein Schied?» gericht in Gemäßheit der g7a und 1006 der Reichs- Gewerbe-Ordnung errichtet ist, sowie die von denselben be- schästigren Arbeiter. Das Reich, der Staat, die Gemeinden und sonstig« öffentliche Verbände, sowie juristische Personen üben ihr Stimmrecht durch ihre gesetzlichen Vertreter auS. und Trompeten und Jerichoposaunen, da?: Zitt're Byzantium! Wer lang Suppe ißt, sagt man, lebt lang. Die Berliner Sieben und ihre Myrmidonen können meinet- wegen alle Suppen der Welt aufessen, aber daß die deutsche Sozialdemokratie zu ihren Hopfenstangen kriecht, da? werden sie nicht erleben. Zu dem„Gummischlauch-Prozeß' hat wohl jede? Blatt seinen Senf gegeben und auch das matschigste Blümchenorgan hat nicht umhin gekannt, schandenhalber ein Ach Herr Cheses! von sich zu geben. Nur die„Norddeutsche Allgemeine' hatte sich bis vor wenigen Tagen auf eine Antwort noch nicht besonnen. Da auf einmal platzte nnd wetterte sie los, aber nicht auf die Andern und ganz Bestimmten, sondern auf alle Diejenigen, welche sich unterstehen, einen Beamten zu beleidigen. Derartige Missethäter dürften künftighin nicht mit einer Geldstrafe belegt, sondern müßten eingelocht werden, bis sie schwarz würden. Der Artikel ist in einer Hinsicht recht gut geschrieben: Die reine alte Betschwester. Aber ihm fehlt etwas: Die Aufzählung der Straf- bestimmungen. Das könnte etwa so geschehen. Der alte deutsche Satz:»Schaut ja die Katz den Kaiser an' ist ausgehoben und ungiltig. Jedweder Mann hat jeden Beamten zu ehren, zu achten, zu schätzen und zu lieben. Wer einen Beamten schief anschaut, auch hinterrücks, spaziert für vierzehn Tage ins Kittchen. Ein Tritt aus die Hühneraugen, und sei er auch aus Versehen geschehen, kann nur durch drei Monate Eefängniß gesühnt werden. Wer die in seinem Hause, seiner Straße, seinem Viertel wohnenden Beamten nicht täglich dreimal aufsucht, ihnen den Gruß bietet und den Dank abstattet für das Regicrtwerdcn, erhält fünf Tage Latten. Bedankt er sich auch dann nicht für die gnädige Straf', so muß er zehn Jahrgänge der»Norddeutschen' auf einem Sitz lesen. Wir haben keine Zeit, den Gesetzentwurf hier bis auf das I- Tipfclchen fertigzustellen. Aber die„Norddeutsche' erhält ja, wie uns ein Bekannter erzählte, der sich für einen Journalisten hält, weil er sich einmal Den Arbeitgebern stehen die mit der Leitung eine? Sewerbe- betriebes oder eines bestimmten Zweiges desselben detrauten Stellvertreter der selbständigen Gewerbetreibenden gleich, sofern ihr Jahres-ArbeitSverdienst an Lohn oder Gehalt LOW) Mark übersteigt. Die der Zuständigkeit des GewerbegerichtS unterstellten HauS- gewerbetreibenden sind, sofern sie gemäß§ 14 der Gewerbe- Ordnung den selbständigen Gewerbebetrieb angemeldet haben, als Arbeitgeber, andernfalls als Arbeiter wahlberechligl. Zum Zwecke der Aufstellung der Wählerlisten werden die zur Theilnahme an der Mahl berechtigten Personen der Eingangs erwähnten Wahlbezirke aufgesordert, ihre Stimmberechtigung unter Vorlegung der erforoerlichen Bescheinigungen innerhalb der nach ß 13 des Ortsstatuts vorgeschriebenen zweiwöchigen Frist— d. i. vom IS. bis einschließlich 28. Juni d. I.— und zwar an den Wochentagen von S bis 8 Uhr Abends, an den Sonnmagen von 12 bis 3 Uhr Nachmittags in den nachstehend genannten Anme.oestellen mündlich oder schriftlich anzumelden. Die Anmeldungen werden entgegengenommen:' 1. im Wahlbureau, Poststr. 16, 2 Treppen; 2. in der Turnhalle der 131./16S. Gemeindeschule, Tempel- Hofer-Ufer 2; 3. In der Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Echmidstr. 38; 4. In der Turnhalle der 11S./170. Gemeindeschule, Skalitzer- straße 55/66; 6. in der Turnhalle der 23. Gemeindeschule, Straußberger- straße 9; 6. in der Turnhalle der J8./63. Gemeindeschule, Gipsstraße 23 A; 7. in der Turnhalle der 16. Gemeindeschule. Kastanien- Allee 82; 8. in der Turnhalle der 118. Gemeindeschule, Pankstr. 7/8; 9. in der Turnhalle der 113/128. Gcmeindeschule, Thurm- straße 86. Als Ausweis genügen für den Arbeitgeber die Bescheinigung über die erfolgte Anmeldung deS Gewerbebetriebes oder die letzte Quittung über Zahlung der Gewerbe- steuer, für den Arbeitnehmer «in Zeugniß seines Arbeitgebers oder der Polizeibehörde, sowie Steueiquittungen jc., daß er seit mindestens einem Jahre inner- halb des Gemeindebezirks wohnt oder in Arbeit steht. Formulare zu den schriftlichen Anmeldungen können in Empfang genominen werde» 1. im Wahlbureau Poststraße 16, 2 Treppen, während der Dienstslunden von Vormittags 8 bis Nachmittags 3 Uhr, und 2. in den oben genannten Anmeldestellen während der vor- geschriebenen Anmeldefrist. Es wird darauf ganz besonders aufmerksam gemacht, daß bei unterlassener rechtzeitiger Anmeldung das Stimmrecht ruht. Die näheren Bestimmungen hinsichtlich der Wahl, des Ories und der Stunden für dieselbe, die Abgrenzung der Wahlbezirke, welche mit den zur Wahl der Stadlverordneten-Versammlung gebildeten 42 Wahlbezirken der 3. Abtheilung zusammenfallen, die Anzahl der in jedem derselben zu wählenden Beisitzer, sowie die Bedingungen der Wählbarkeit werden seiner Zeit noch besonders bekannt gemacht werden. Berlin, den 26. Mai 1894. Soweit die Bekanntmachung deS Magistrats. Die Wahlen finden für Arbeitgeber in sämmtlichen Wahl- bezirken statt, mit Ausnahme des 9., IS., 19., 24. und 33. Wahl- bezirks, in welchen Beisitzer nicht ausgeloost wurden. Für Arbeitnehmer finden in folgenden Wahlbezirken — da in diesen Beisitzer nicht ausgeloost wurden— keine Wahlen statt. Im 3., 10., 16.. 22.. 24.. 2S, 31. und 34. Wahlbezirk. Indem wir noch auf die Wichtigkeit der Einzeichnung in die Wählerlisten hinweisen, geben wir bekannt, daß vom Mon- tag, den 11. Juni ab, Formulare zu schriftlichen Anmeldungen auch auf dem Gewerkschaftsbureau, Rosenstraße 28 vorn 1 Tr. in den Geschäitsstnnden von Morgens 8—1 und Abends von 6—3 Uhr zu haben sind. Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Gewerkschasts-Kommisfion. Wieder Einer! Wie unsere Leser auS dem Annoncentheil ersehen, ist die Brauerei Wilhelmshöhe. E. Lehmann, Belforter- straße 4, aus dem Brauereiring ausgetreten. Herr Lehmann hat, wie uns versichert wird, von seinen Leuten niemanden entlassen. Vivat sequens! Zur Organisation deS Boykotts. Im selben Augenblick, wo die vereinigren Brauer durch die ihnen dienstbaren Preß- organe ein um das andere Mal versichern lassen, daß der Boykott auf den Bierkonsum ohne jeden Einfluß sei, derselbe sogar eher zu(?) als abnehme, suchen sie auf der anderen Seite den Kreis der unterm Boykott in Mitleidenschaft gezogenen immer mehr zu eine Feder ausgerissen, in Bälde einen neuen Redakteur. Diesem kommenden Mann geht ein bedeutender Ruf voraus.„Gr war beim„Deutschen Tageblatt" und es dauerte nicht lange, da lag das Aermste mit gebrochenem Genick auf der Wahlstatt, erwürgt von seiner Stiefschwester, der„Kreuz-Zeitung"; und er wandte sich zum„Konserva- tiven Wochenblatt", und über ein Kleines, da war die Wöchnerin sanft verblichen. Neue Besen sollen gut kehren. Wohlan denn,»euer Redakteur, frisch auf, frisch auf, und hinein in die Gewässer! An dem politischen Testament des Herrn Pindter läßt sich mehr verdienen als blos die Sporen. In der letzten Zeit sind an den Anschlagsäulen zwei Plakate erschienen, von denen man hätte erwarten können, daß sie etwas sein und bedeuten würden, wenn eben Berlin nicht Berlin wäre. So aber ist es natürlich wieder der helle Jammer. Die Einladung der großen Kunstausstellung sieht aus, als hätte sie ein kniebeugefroher Wappenmaler des Mittelalters im Schlafe zusammendrvidirt, und beim Plakat der landwirthschaftlichen Ausstellung, da— hört einfach die Weltgeschichte auf. Ein Ochs, ein Mädchen und ein Mann befinden sich auf dem Bilde. Der Ochs ist echt, das Mädchen ist schwammig wie ein Windbeutel und der Mann zeigt Zug für Zug den Typus des slavischen Leib- eigenen. Es ist ja möglich, daß diese Darstellung eines Bauern das himmelhohe Selbstgefühl der Herren Junker nicht gerade unangenehm kitzelt; aber den deulschen Bauer, der zur Aus- stellung gekommen, muß die Zornröthe über das Gesicht fliegen, wenn er sieht, wie in dieser Hundeseele von einem Mann seine ganze Klasse charakterisirt wird. Ad vocem landwirthschaftliche Ausstellung! Es ist wirklich sonderbar, welche Schicksale die Namen berühmter Männer haben. Hector, der trojanische Held, und Cäsar, der Kahlkopf, sind glücklich auf den Hund gekommen, es lausen tausende von vierbeinigen Cäsar's und Hector's auf der Welt umher. So schlimm ist das gerade nicht, was ich jetzt erzählen will, aber, ja... Nun... Kurzum, drunten im Treptower Park steht seit Mittwoch ein junger Stier. Er gehört der Marschrasse an, ist geboren am 17. April 1893, im großen und ganzen ein strammer Kerl, hat den zweiten Preis be- kommen und hört aus den Namen Ahlwardt. So steht auf der Tafel, die ihm zu Häupten hängt. Ich habe leider nicht herausbringen können, ob der Besitzer des Thieres sich zu den Anti- oder Philosemiten rechnet.--- vergrößern. So wissen Eingeweihte zu berichten, daß weitere 20pEt. der Brauerei-Arbeiter entlassen werden sollen und außerdem sind die vom Brauereikapital abhängigen Lokalbesitzer und Pächter in den Streit mit herein gezogen worden. Daß alle diese Maß- nahmen nur eine Verschärfung des Kamvfes im Ge- folge haben werden, ohne auf das Endresultat auch nur die geringste Wirkung ausüben zu können, liegt doch auf der Hand. Ob den Berliner Arbeitern zu ihren Versammlungen ein paar Lokale mehr zur Verfügung stehen oder nicht, ist doch sehr gleichgiltig. Ob die Pächter und Oekonomen eben so leicht auf die Arbeiterkundschast verzichten können, wird ja die Zukunft zeigen. Was aber die weitere Ent- lassung von Arbeitern betrifft, so kann diese die Erbitterung unter der übrigen Arbeiterschaft nur auf das höchste steigern, was der Durchführung des Boykotts sicherlich nur zum Vortheil dienen kann. Wenn aber die Herren vom Bierring ihre Reserven heranziehen, so werden die organisirten Arbeiter die Ant- wort darauf nicht schuldig bleiben. Hier heißt es Wurst wieder Wurst. So können wir mittheilen, daß seitens der Boykottkommission alle Vorbereitungen getroffen sind, die von den Brauern angeordnete Lokalsperre mit der Veröffentlichung der Liste sänrmtlcher Wirth- schaften, Budiker und Bierhändler, welche boykottirtes Bier verkaufen, zu beantworten. Daß weiterre einschneidende Maßnahmen folgen werden, ist sicher. Di? Herren mögen also nur fortfahren, Oel ins Feuer zu gießen! Von den bei der Enthüllungsfeier des Rösicke-Denk- malS in Pankow gehaltenen Reden haben wir gestern die selbst- herrliche des Arbeilgebers der Oeffentlichkeit übergeben, nach- dem wir vor einigen Tagen die vom Direktor Merten für den Vertreter der Arbeitnehmer. Genossen Gau- d o r f e r abgefaßte, aber von dem letzteren selbstverständlich nicht gesprochene Rede gebracht hatten. Heute wollen wir unser» Lesern die charakteristischen Eingangsworte der Einweihungsrede des Pastors E l s a s s e r mittheilen, um einmal recht deutlich zu zeigen, welchen schmerzlichen Gewissensqualen freigeistige, selbst- denkende, zur materialistischen Weltanschauung durchgedrungene Eltern infolge der kapitalistischen Wirthschaftsordnung aus- gesetzt sind, wenn sie zur Heuchelei gezwungen, mit gebundenen Händen zusehen müssen, wie die sreiheitsdurstigen Seelen ihrer kleinen Lieblinge in pietistischer Atmosphäre zu ver- trocknen drohen. Die Enthüllungsfeier des Rösicke- Denkmals.„Kinderheim" genannt, das sich der Millionär und König von Gambrinus Gnaden zur Erinnrrung an seine 25 jährige Thätigkeit in der Schultheißbranerei, soivie in Anerkennung der erzielten Erfolge für 30 000 M. selber gesetzt hat, wurde mit dem von den Kindern gesungenen Choral:„Der Herr hat Großes an uns gethan, deß' sind wir fröhlich", eröffnet, worauf Pastor Elsasser das Wort ergriff,„um dem neu erbauten Hanse die kirchliche Weihe zu ertheilen und es in den Schirm und Schutz des Allmächtigen zu stellen." Er begann folgendermaßen: „Sehr geehrte Festgenossen! Einen Gruß habe ich Ihnen zu bringen von dem Paul Gerhardt-Stift, von dem Mutterhause der Schwestern, die in diesem Kinderheim zu arbeiten berufen sind; einen Gruß aber auch von einem anderen Mutterhause, dem Elternhans da droben. Wie dieses Kinderheim gebaut ist im Geiste Gottes, der da ist ein Geist der Liebe und der Freundlichkeit und der Gütigkeit; wie wir soeben Gottes Lob erschallen hörten aus Hellem Kindermund, so soll es auch ein Gotteswort sein. welches die heulige Einweihnngsfeier einleitet. Es ist das Wort, welches einst Salomo zur Weihe des Tempels sprach und welches auch wir uns heute aneignen wollen. Laß. o Herr, Deine Augen offen stehen über dieses Haus Tag und Nacht. Das Kinderheim sei eine Stätte voll Gottesfurcht, voll Gottesfreude, voll Gottes Schutz..... Das Kinderheim soll die ihm anvertrauten Kinder aufziehen in rechter Zucht und schon im Kindesherzen eine heilig« Ehrfurcht vor Gott aufwachsen lassen. Es soll eine Stätte sein, wo Recht und Gerechtigkeit herrscht, wo Gehorsam und Unterordnung ge- fordert wird und das alles nicht ans Dienst der Menschen, sondern weil Gottesfurcht es so�will. Mögen alle Kinder, die hier weilen, daran denken, daß Gottes Auge auch ins Verborgene sieht, daß seine Augen auch über diesem Hause offen stehen Tag und Nackt; möchten sie die im Katechismus immer wiederholte Hauptsumme aller Gebote beherzigen: Wir sollen Gott fürchten und lieben.... Denn nicht wahr, Ihr lieben Eltern, das ist ja gerade Euer Kummer, daß Ihr Euren Kindern nicht alles so bieten könnt, wie Ihr so gerne, so sehr gerne möchtet: frische Luft, fröhliches Spiel, harmloses Zusammensein mit andern Kindern. Nun, das alles sollen Eure Kinder hier im Kinderheim finden. O möchte es eine Stätte voll rechter Freude sein; und rechte Freude ist immer nur die, bei der wir auch reinen Herzens an Gott denke» können; ja Gottes Freude soll hier herrschen."........... Man sieht so recht deutlich hieraus, wie das Kapital überall da, wo es sich die Krone der Macht aufs Haupt setzt, mit heiligem Eiser darauf bedacht ist, sich des geistlichen Segens und Schutzes zu versichern, um die kleinen Menschenkinder in strenger Zucht und frommer Sitte zu halten, damit sie später um so ge- fügigere Objekte der Ausbeutung werden. Immerhin haben die Eltern Mühe, die zwangsweise in die jugendlichen Herzen ge- säete blaue Passionsblume wieder auszurotten, um ver rothen Blüthe der Freiheit Luft und Licht zu verschaffen. Trotz alledem schleicht sich auch zuweilen selbst in diese heilige» Hallen, wo nur die Milch der frommen Denkungsart verzapft wird, der kleine Schalk Humor ein. In dem Schreib- hest eines der kleinen Knaben, den am letzten Sonntag seine älteren Geschwister besucht hatten, fand man am Montag eine furchtbare Entdeckung. Der fein säuberlich geschriebene Spruch:„Hopsen und Malz, Gott crhalt's!" war durch fremde Hand in eine schreckliche Bier- Majestätsbeleidigung umgeändert worden. Der arme Kleine ist dabei ebenso unschuldig, wie jeder von Rösicke auf die Straße geworfene Brauer am Streik der Rixdorser Böttcher schuldlos ist, und doch kommt es zuweilen in einem unbewachten Augenblick schmunzelnd von seinen Lippen: „Hopsen und Malz, Rösicke. b-halt's!" Auf die zum Besten der ausgesperrte» Brauerei- Arbeiter in den„Konkordia- Festsälen" veranstaltete Gesangs- Matinee, die heute Sonntag stattfindet, machen wir unsere Leser hiermit nochmals aufmerksam. Durch Deklamationen und andere Vorträge ernsten und heileren Inhalts ist dafür gesorgt. daß es an vortrefflicher Unterhaltung nicht fehle. In Anbetracht des guten Zwecks steht zu erwarten, daß die Arbeiterschaft Berlins sich an diesem Fest zahlreich betheiligt. Billets sind an allen mit Plakaten belegten Stellen zu haben. Heiteres vom Bierkrieg. Neben den Sozialdemokraten und ihren Verbündeten ist dem Ringbier ein neuer gefährlicher Feind erwachsen, der demselben gleichfalls den Tod geschworen und den Garaus zu machen sich vorgenommen hat. Allerdings ist die Kampsesweise dieses Feindes grundverschieden von der- jenigen der Sozialdemokratie. Denn während diese den Bierkrieg dergestalt führt, daß sie sich des Genusses von Ringbier nach Möglichkeit, von boykottirtem Bier gänzlich enthält, wird von jener Seite der Bertilgungskrieg in der Weise geführt, daß recht viel Bier getrunken wird, und zwar nur Ringbier! Jedenfalls von der Erwägung ausgehend, daß das Bier, welches nicht getrunken wird, seinen Beruf verfehlt hat, andererseits aber auch wohl in der gutgemeinten Absicht, die armen Wasserfärber für ihre Verluste durch den Boykott zu entschädigen, haben Personen, Gesellschaften, Vereine, welche dem Borgehen der Brauereien Beikall zollen, sich die Aufgabe gestellt, größtmöglichste Quantitäten Ringbier zu vertilgen. Zu diesem Zwecke werden Ringbierreisen, gesellige Zusammenkünfte, Aus- flüge und dergl. mehr veranstaltet und wird bei allen diesen Gelegenheiten in ostentativer Weise Ringbier gefordert und ye- trunken. Daß bei diesen Ringbierrittern das getrunkene Bier seinen Beruf und seine Wirkung nicht verfehlen wird, wollen wir gerne glauben. Daß aber dieser lustige Froschmäusekrieg geeignet sein sollte, die Wirkungen des Boykotts in erwähnens- werlher Weise abzuschwächen, wird wohl im Ernste niemand glauben. Mögen jene Herren und Damen zu Ehren des Ringbieres in äuloo jubilo leben, so viel sie wollen, ihre Völlerei wird die Enthaltsamkeit der Arbeiter- schaft nicht übertrumpfen; mögen jene Ringkämpfer auch noch so viele Lustbbarkeiten veranstalten, zur höheren Ehre des Ringbieres, die Arbeiterschaft verzichtet auf ihre Feite und Er- holungen zum Schaden des Ringbieres. Das Bemühen jener „Gutgesinnten", den Brauerring aus der Patsche zu ziehen, ist also verlorene Liebesmühe. Daß das Bier, welches nicht getrunken wird, seinen Beruf verfehlt hat, scheinen die Herren Brauereibesitzer resp. Direktoren nachgerade auch zu verspüren, denn sie suchen ihr überschüssiges Bier auf alle nur halbivegs anständige Weise an den Mann zu bringen. Immer noch besser, es wird getrunken, wenn es auch kein Geld einbringt, als daß es umkomme. Unter diesen Umständen kann die Nachricht nur erheiternd wirken, daß für eine größere Festlichkeit, die zum Besten eines Kaiser Wilhelm- Denkamals, das vor dem Rathhause in Groß- Lichlerfelde auf- gestellt werden soll, am 16. ds. Mts. im Gesellschaflspark stattfindet und bei welcher Speisen, Getränke und auch Erfrischungen besonderer Art von„jungen Damen der besten Gesellschaft" an Büffets gegen beliebige Zahlung verabreicht werden sollen, neben dem Oekonom derHanpt-Kadettenanstalt, Premierlieutenant a.D. Brecht, welcher 1000 Butterbrote stiftet, auch Berliner Brauereien verschiedene Tonnen Bier zur Verfügung gestellt haben. Eine so günstige Gelegenheit konnten sich die Berliner Brauereien natür- lich nicht entgehen lassen. In Patriotismus sind ja die Herren Brauereibisitzer groß! So werden sie einmal ihr Bier los und ernten obendrein für ihre patriotische Denk- und Handlungs- weise noch die obligate öffentliche Anerkennung. Eine feine Kalkulation! Aber auch dieser Patriotismus wird ihnen nicht viel nützen, ebenso wenig, wie das durchsichtige Manöver, ihre Biergärten mit ihren Trabanten zu besetzen, welche auf Regimentsunkosten Zechen müssen. Dadurch will man einerseits den Anschein erwecken, daß die Lokale immer besucht sind, andererseits will man mit diesem künstlich geschaffenen„Absatz" prahlen. Derartige Manöver„ziehen" aber uichl und die Arbeiter- schaft läßt sich nicht verblüffen! Thatsachen beweisen! Zur ttnterstiiyuiig der Mitglieder des„Vereins Berliner Gasiwirthe" haben die Ringbrauereien denselben 2SpCt. Rabatt gewährt. Da aber trotz dieser Unterstützung der Konsum des ooykottirten Bieres von Tag zu Tag abnimmt, hat eine vom Vorstand des„Vereins Berliner Gastwirthe" zum Freitag ein- berufene Gastwirthsversammlung folgendes Hilsefleden be- schloffen:„Ter Verein Berliner Gastwirthe richtet an die Berliner ndustricllen resp. an die gesammle wohlgesinnte Berliner inwohnerschast die dringende Bitte, sich den Bestrebungen der Berliner Brauereien und der Umgegend, sowie denen der Berliner Gastwirthe in dem gegenwärtigen Bierboykott anzuschließen, um dem durch nichts zu rechtfertigenden und gegen alles be- st e h e n d e Recht verstoßenden Boykott ein Ende zu machen, durch welchen nicht etwa eine Brauerei oder ein Gastwirth, sondern eine unberechenbare Zahl von Familien ins Unglück ge- stürzt werden." Ohne jeglichen Grund, aus purem Uebermulh, um ungünstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen für die im Brauereigewerbe beschäftigten Arbeiter und um noch fettere Ge- winne für die Aktionäre herauszuschinden, Arbeiter aufs Pflaster werfen ist„nichts", entspricht„allem bestehenden Recht" — nicht wahr? Die Arbeiterschaft wird dem„Verein Bertiner Gastwirthe" zeigen, daß auch diese Heulmeierei die Macht des Boykotts zu schwächen nicht vermag. Oder werden die Bier« könige 100 pCt. Rabatt bewilligen? Der Seyrrfaal der„National-Zeitnng", der. wie mehrere hiesige Druckereien, seit der Boykott- Erklärung Bier aus dem Bürgerlichen Brauhaus Dresden- Plauen bezog, soll jetzt gezwungen werden, dieses Bier wieder abzuschaffen und dafür R i n g b i e r zu führen. Das mag vielleicht„national" sein,„liberal" ist eS aber nicht, höchstens„wild-liberal" k la Roesicke!*) Eine bureankratische Leistung allererste« RangeS ist eine Zuschrift, die unserm Verleger am Sonnabend aus der Redakteurs.Heimstätte P l ö tz e n s e e zugestellt worden ist. DaS Meisterwerk lautet: Plötzensee, den 8. Juni 1894. Herrn Buchdruckereibesitzer Babing, Berlin SW., Beuthstraße. Von dem von Ihnen für die Beschäftigung deS Redakteurs Enders eingezahlten Vorschuß auf Arbeitslohn wird hier noch ein Nestbestand von 95 M. verwahrt, deren Zurückzahlung Sie bei derhiesigen Königlichen Direktion gefälligst beantrage« wollen. Königliche Gefängnißkasse. Teile. Wie hieraus beutlich hervorgeht, bilden die in Plöhensee „verwahrten" 95 Mark das Eigenthum des Verlags des „Vorwärts". Da man sich nun unseres Wissens in Villa Plötzensee nicht mit Depotgeschästen befaßt, so wäre doch nichts einfacher gewesen, als daß man Babing die ihm gehören« den>95 M. einfach per Postanweisung zusendete. Statt dessen wird erst in einem besonderen Schreiben ein„Antrag" verlangt, ohne welchen es unmöglich zu sein scheint, den überschüssigen Vorschuß ins Rollen zu bringen. Bei solcher Umständlichkeit be- greift man schließlich, daß den Beamten in Plötzensee die Zeit fehlt, die erforderlich sein soll, um den Arzt Dr. Gumplowicz bei der vergeblich verlangten Selbstbeschäftigung zu überwachen. Mittelalterliches. Einen Mummenschanz leistet sich am Montag die Schuhmacher-Jnnung zu Berlin. Sie feiert nämlich daS 610. Stiftungsfest im Ausstellungspark Hasenhaide bei boykottirtem Bier. Es geht auf diesem Fest u. a. folgender- maßen zu: „Die löbliche Sitte", so schreibt uns die Innung in einer Reklame- notiz,„hierbei die 24 ältesten Mitglieder der Innung feierlich zu speisen, wobei dieselben durch ebenso viele weißgekleideteMeisterlöchter bedient werden, bildet einen besonders hervorragende» Akt dieses ehrwürdigen Festes; die Greise werden durch ergreifende An- sprachen der Obermeister und Vorstandsmitglieder gefeiert. Nach beendeter Tafel folgt unter Musikbegleitung der große Festzug durch das herrliche Parketablissement mit allen feinen vielen Sehenswürdigkeiten; vor dem Denkmal deS Dichter-Schuhmachers Hans Sachs wird dann Halt gemacht und hier von neuem gelobt, dem Handwerk treu zu dienen, das Alter zu ehren, die Jugend zu lehren." Und dies Gelöbniß in einer Zeit, wo eine Maschine nach ») Anmerkung des Setzers. Allerdings will man unfern Kollegen von der„National- Zeitung" das Bier aus dem Dresdener- Plauen'schen Brauhaus verbieten, aber aus einem viel tieferen Grunde, nämlich aus dem Plauen'schen.— In den nächsten Tagen wird man ihnen noch das Echte verbieten, weil München durch zwei Sozialdemokraten vertreten ist, ferner werden sie fortan zum Frühstück aus demselben Grunde auf� Hamburger Rauchfleisch dreifach verzichten müssen, ebenso auf Kieler Sprotten, Brauns chwe'iger Leberwurst, Königsberger Fleck. Magdeburger Sauerkraut, Straßburger Gänseleber-Pasteten u. s. w.. schließlich sogar auf Schweizer Käse, weil(nach Schiller) aus den Bergen die Freiheit wohnt. ber andern in den großen Schuhwaarenfabriken Sie legten Ufer fprang ein Mann in ben Landwehrkanal und ertrant. Stümperlichen Refte des ehrsamen Handwerts" erbarmungslos In der Kirchstr. 19 fand Abends ein kleiner Brand statt. zu Brei verftampft. Man muß auch in diesem Fall wieder den festen, gesegneten Schlaf der Zünftler bewundern. Oder sollten bie Armen in der von ihnen vollzogenen Gratisspeisung der 24 Alten in grauenhafter Borahnung das Schicksal, das ihnen allen winkt, gräßlich symbolisiren wollen? Bu solcher zynischen Selbstironie sind di Innungsleute doch wieder zu harmlos. Witterungsübersicht vom 9. Juni. Stationen. · Ein Unternehmer, an dem ein Bismard seine Freude haben muß, ist der Schlossermeister B. Mitsig, Alt- Moabit 54. Dieser Herr hatte an der Reichsbank eine größere Arbeit aus= führen zu lassen, welche nach Ansicht der bei ihm beschäftigten Swinemünde. Arbeiter mit 30 Pfg. für die Stunde nicht derart bezahlt wurde, saß man sich damit vor dem Elend nothdürftig schüßen konnte. Hamburg Berlin Die Schloffer, 31 an der Zahl, setzten daher ihren Namen unter Wiesbaden. in in höflicher Form abgefaßtes Schreiben, in dem Herr Mitsig um eine München geringe Erhöhung des Stundenlohnes ersucht wurde. Das Schreiben Wien wurde am Donnerstag Nachmittag abgesandt. Der Erfolg trat mit Haparanda überraschender Pünktlichkeit ein. Die 31 Mann wurden zum Befersburg felben Abend nach dem Komptoir des Meisters bestellt; bort an gekommen, wurde fämmtlichen Arbeitern eröffnet, daß sie auf ber Stelle entlassen feien! So wurde das Verbrechen der Arbeiter, einen Lohn zu verlangen, der annähernd zu erbärmlicher Ernährung ausreichen sollte, in prompter Justiz gefühnt! Leider müssen wir auch an dieser Stelle wieder darauf hinweisen, daß die Leute, die derart behandelt worden sind, selber einen Theil der Schuld an ihrem Schicksal tragen. Bon den 31 entlassenen Schloffern gehörten ganze zivei Mann ihren Fachorganisation an. 3ft es unter folcher fträflichen Pflichtvergessenheit ein Wunder, wenn die Unternehmer Exempel, wie das geschilderte, anstandslos statuiren können? Elendsstatistik. Der Berliner Asylverein für Obdachlose theilt uns mit, daß im Monat Mai im Männer- Asyl 9610 Per fonen genächtigt haben, wovon 3335 badeten. Das Frauen- Afyl wurde von 1067 Personen aufgesucht, von denen 69 gebadet Der Arbeitsnachweis des Vereins ist für Männer haben. Büschingstr. 4, für Frauen Füsilierstr. 5. Neue Pferdebahnlinien. Der Magiftrat hat auf Antrag der städtischen Baudeputation den Plan der Großen Berliner Pferdeeisenbahn- Gesellschaft zur Herstellung einer neuen Pferdebahnlinie vom Vineta- Platze über die Swinemünderstraße, die Am 2. 6. M. wurde Cort. Aberdeen Paris Barometer stand in mm, reduzirt auf b. Meeressp. Windrichtung WNW WNW Windstärke (-1) 234254 Better Temperatur ( nach Celfius 757 761 760 763 28 bedeckt bedeckt wolfig 11 bedeckt 12 11 13 764 2 bedeckt . 762 28 bedeckt 11 12 761 Still Regen 9 757 DND 1 bedeckt 11 757 MSW 1 bedeckt 14 760 660 1 762 1 bedeckt bedeckt 9 13 . 1 150 G. 4° R.) Versammlungen. Der deutsche Holzarbeiter Verband hielt am 4. Jum eine zahlreich besuchte Mitgliederversammlung für den Norden im Kolberger Salon ab. Die Versammelten ehrten bas Andenken des verstorbenen Kollegen Schmidt durch Erheben von den Sigen. Nachdem die Wahl des Kollegen Schuster als Beis tragssammler und Schenk als Schriftführer vollzogen, hielt Genoffe Hoffmann einen beifällig aufgenommenen Bortrag über" Organisation", an dem sich eine kurze Diskussion schloß. Kollege Eichler berichtete über den Ausstand bei Kutschmann, Stralsunderstr. 7. Da eine Einigung mit dem betreffenden Unternehmer nicht au erzielen war, so forderte er die Bere fammelten auf, die ausständigen Kollegen zu unterstützen, indem sie den Zuzug fern halten. Das überaus menschenfreundliche Benehmen des Herrn Heckert, Eigenthümers der Fabrikräume, wurde durch Eichler scharf gegeißelt. Hierauf nahm die Ver. sammlung eine Resolution an, in der den Kollegen der Werkstatt bie Anerkennung für ihr Verhalten ausgesprochen wird; im weiteren wendet sich die Resolution in einer entschiedenen Mißbilligung gegen die geschmacklofen Aeußerungen des Herrn Heckert, Eine öffentliche Versammlung Ser Kondiføren and Witterung in Deutschland am 9. Juni, 8 Uhr Morgens. Pfefferküchler tagte am 7. Juni bei Bühler, Rofenthalerstr. 38. In der westlichen Hälfte Deutschlands, wo das Barometer Bur Tagesordnung stand die Frage: Bie schaffen wir uns Der Referent Alwin Moh3 aus seine durchschnittliche Höhe überschritten hat, die Winde schwächer bessere Verhältnisse?" geworden und von West nach Südwest zurückgegangen sind, hat Leipzig legte der Versammlung in ausführlicher Weise den Werth Witterung jedoch noch trübe und im Nordosten fällt auch heute schluß an die Organisation. In der folgenden Diskussion legten der Himmel sich theilweise aufgeklärt. Im allgemeinen ist die der Gewerkschaftsorganisation dar und ermahnte zum regen Anetwas Regen. Die Abkühlung hat in Norddeutschland noch ein Vertreter der lokalen und der zentralen Organisation die Borwenig zugenommen; in Memel und Chemnitz ist die Morgen- theile ihrer jeweiligen Organisationsform flar. Schließlich getemperatur auf 9 Grad herabgegangen und auch im Süden über langte man aur Annahme folgender Resolution:" Die Vers steigt dieselbe nirgends 13 Grad Celsius. sammlung erklärt sich mit dem Referenten einverstanden, erkennt an, daß unsere Lage nur durch eine einheitliche Organisation, die auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung steht, gebessert werden kann, und erklärt ferner, daß nur durch Be seitigung der Klassen sowie durch Uebergang der Produktionsmittel in den Gesammtbesitz der Gesellschaft eine grumbliche Befferung der Lage der arbeitenden Klasse erreicht werden kann." Ebenfalls stimmte man in einer zweiten Resolution dem Vorgehen gegen die fieben boykottirten Brauereien zu, und verpflichtete fich, fein boykottirtes Bier zu trinken, bis die Forderungen der Brauereiarbeiter bewilligt find. Sodann wurde bekannt gegeben, daß jeden Dienstag nach dem 1. in der Grünftraße die regel mäßigen Vereinsversammlungen stattfinden. Wetter- Prognose für Sonntag, den 10. Juni 1894. Etwas wärmeres, zeitweise heiteres, vielfach woltiges Wetter mit leichten Regenfällen und schwachen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. • Verein ehem. Schüler der 18. Gemeinde- Schule. Sonntag Abends uhr, Stonforbia eftfäle( Spetsesaal): Geſellſchafts- Abend. Gäfte willtommen. Entree fret. Vergnügungs- Gesellschaft konkordia". Sonntag, 5 thr: Tanz, Theater- Gesellschaft ,, Wally". Sonntag, 4 Uhr: Sigung fin Restaur. Humoristischer Verein Waldesrauschen". Gesellschafts- Abend mit Anfang 10 Uhr. Theater- und Vergnügungs- Verein ,, Fritillaria". Sonntag präz. e uhr: Sigung bet Gerrn Dreßler, Barnimftr. 16. Nachher Fibelitas, Tanz und Vorträge. sund der geselligen Arbeitervereins Berlins und Amgegend. Bersammlung. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Borchardt über: Sonntag, 10. Junt, Borm. 10 Uhr, bei Ehrenberg, Annenftr. 163 Große Moderne Ghe und frete Stebe. Nerband der deutschen Wagenbauer. Sonntag, den 10. Junt, Borm. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes in Nieder- Schönhausen, Lindenstr. 25, im Lindengarten: WanderAllgemeine Branken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. S. 29, ur, im Stolberger Salon, Solbergererein arbeit für Berlin und Umgegend( Fil. Nord). Sonntag, den 10. Junt, Nachm. Bersammlung. Bortrag der Génoffin Rohrlac über: Boltsaberglaube. Hamburg, Filiale 2). Montag, den 11. Junt, Abends 8 Uhr, im Märkischen of, Admiralftraße 18c: Große Mitglieder: Bersammlung. Tagesordnung: verfammlung zu Aschaffenburg. 4. Neuwahl des Vorstandes. 1. Raffenbericht. 2. Jahresbericht. 3. Bericht der Delegirten von der GeneralSchneider und Schneiderinnen der Herren- Konfektionsbranthe. Montag, den 11. Junt, Abends 8 Uhr, in Gensel's Feftfäle, Invalidenſtr. 1, Ede Brunnenstraße: Große öffentl. Bersammlung. Tagesordnung: Unfere erkämpfen. Referent: Rollege tefemann. Forderungen in der Herren- konfettionsbranche und wie tönnen wir dieselben Vergnügungsverein Gut Beit". Sonntag 5 Uhr, Rommandanten ftraße 20: Fidelitas, Borträge 2c. Arbeiter- Bildungsjahule. Montag bends 8%-10% thr: Norb. Shule, Müllerftr. 179a und Südoft- Schule, Waldemarfir. 14: Mattonalökonomie. Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen Bet allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch fest, Um im Laufe des Semesters, eintreten. Montag, Abends 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Sozialdemokratische gese- und Diskutirklubs. Mar Ranfer, Bernauerstraße, den Arfonaplatz, den Zionskirchplay, die Gegen den Rektor a. D. Reichstags. Abgeordneten Kaftanien Allee und den Weinbergsweg nach dem Rosenthaler Ahlwardt stand am Sonnabend vor der II. Straffammer bie Thor genehmigt. Damit soll bekanntlich ein Betrieb über die figen Landgerichts I Termin zur Hauptverhandlung wegen Be7 Rosenthalerstraße zunächst nach dem Hackeschen Markt eingerichtet leidigung des Finanzministers Dr. Miquel an. Der Termin ist werden, der später über die Neue Promenade und die Friedrichs: im letzten Augenblick aufgehoben worden. Es verlautet, daß, brücke nach dem Westen hin verlängert werden kann. Ferner ist nachdem die in Frage stehende Angelegenheit durch den langs Borträge 2c. c. in ben Armin- Hallen, Kommandantenfir. 20.( Eleganter großer Saal 1.) wierigen Prozeß gegen Black und Genossen vollständige Aufauch der genannten Gesellschaft das bekannte Projekt zur Her: flärung gefunden, der Minister auf eine Bitte des An 8tnnow, Swinemünderfir. 15. bie Bossenerstraße nach den Geleisen der Blücherstraße genehmigt geklagten den Strafantrag gegen diesen zurückge- humoristischen Bortragen in sturth's fleinem gefifaale, Saferatde 62/63. worden. Dadurch wird eine direkte Pferdebahnverbindung jenes 30 gen hat. Stadttheils mit der Behrenstraße und dem Döhnhoffplay herge- Im Wege des Wiederaufnahme Verfahrens ist am stellt. Eine diesbezügliche Vorlage wird der Studtverordneten- Sonnabend der Schlächter Karl Adam von einer vierVersammlung zur Zustimmung zugehen. jährigen Zuchthausstrafe, von welcher er be Ein Bild des Jammers. Hiefige Blätter berichten: Wegen reits 1 Jahr im Bellengefängniß zu Moabit Mordes verhaftet ist die unverehelichte S. verbüßt hat, befreit worden. Der Angeklagte ist am 18. Juli v. J. zu 4 Jahren Buchthaus verurtheilt worden, nahe der Badeanstalt bei Treptow die Leiche eines etwa 1jährigen weil ihn der Gerichtshof für überführt erachtete, am Abend des Knaben aus der Spree gezogen. Ein Herr, der eine Zeitungs- 15. Mai v. J. durch einen Messerstich, der den Berlust eines notiz darüber gelesen hatte, schöpfte Verdacht, daß es sich um das Kind einer seiner früheren Arbeiterinnen handeln könne, Auges zur Folge hatte, den Kürschner Mainz schwer verlegt zu weil das Mädchen über den Verbleib unrichtige Angaben gemacht haben. Adam und Mainz wohnten früher aufammen bei einer hatte und stets verlegen wurde, wenn die Rede auf das Kind gewissen Heinrich im Keller des Hauses Büschingstr. 10. Jm fam. Der Verdacht hat sich bestätigt. Die S. räumt ein, etwa Januar 1893 fündigte die Heinrich dem Adam, worauf letterer vor 8 Tagen, nachdem sie sich vergeblich bemüht hatte, ihren im von ihr fortzog, aber nach wie vor ein intimes Verhältniß mit Auguft v. Js. geborenen Knaben Karl im Waisenhause unter ihr unterhielt. Adam soll nun nach der ihm erfolgten Kündigung zubringen, ihn in das Wasser geworfen zu haben, da sie stellenlos großen Lärm gemacht, der Heinrich die Fenster eingeschlagen und war und kein Pflegegeld zahlen konnte. Es handelt sich in diesem Mensch muß doch zu bändigen sein". Wegen dieser Aeußerung in bezug hierauf soll Mainz geäußert haben: ein solcher Falle nicht um einen sogenannten Kindesmord, sondern um einen vorsäglichen Mord, der mit Ueberlegung ausgeführt worden ist." foll Adam den Mainz mehrfach mit den Worten bedroht haben: er werde es ihm besorgen". Als Mainz am Abend des Welche Seelenqualen mag die arme Mutter durchgemacht 15. Mai nach Hause gehen wollte und erfuhr, daß sich Adam fchritt. Die fatte Moral hat an diesem Bild wieder einmal in das gegenüberliegende Haus zu einer bekannten Familie haben, bevor sie in der Verzweiflung zu der grauenvollen hat bei der Heinrich befinde, will er auf Furcht vor diesem reichlich Gelegenheit, über die Werdorbenheit der unteren Bolts: fich begeben haben. Diese verließ er nach 10 Uhr. Um schichten" zu zetern. 3/411 Uhr wurde er in der Georgenkirchstraße in seinem Blute bewußtlos vorgefunden und festgestellt, daß sein linkes Auge durch einen Messerstich vollständig zerstört worden war. Mainz hat mit voller Bestimmtheit unter seinem Eide den Adam als Thäter bezeichnet, der ihm auf dem Nachhausewege in der Büschingstraße aufgelauert habe. Das Gericht hat dieser Befchuldigung geglaubt und eine Ueberführung des Adam noch in verschiedenen Momenten gefunden, namentlich in den Drohungen desselben und in der Thatsache, daß Adam den Ruf eines sehr rohen Menschen und Schlägers genießt und bereits zweimal wegen Körper verlegung bestraft ist. Das Gericht hatte angenommen, daß Adam durch das Kellerfenster der Heinrich'schen Wohnung den Mainz aus dem gegenüber liegenden Hauſe tommen fab, auf die Straße eilte und ihm ohne Weiteres das Messer in's Als gefährlicher Expreffer hat sich der Kaufmann W. Auge stieß. Nach Ansicht des Gerichts muß Adam den Verlegten entpuppt. Der Kaufmann 2., ein älterer Herr, erhielt von dem dann noch bis zur Georgenkirchstraße geschleppt haben oder ihm unbekannten. die Aufforderung zu einer dringenden Mainz selbst noch soweit gelaufen fein, bis er bewußtlos zu Unterredung und schickt schließlich einen Freund als Vertreter sammenbrach. Adam, welcher die Thaterschaft entschieden beab. W. erzählte diesem folgendes: Er habe Ursache, an der Treue ftritten hatte, reichte nach seiner Berurtheilung eine Anzeige feiner Gattin zu zweifeln und auch schon die Scheidungsflage wegen Meineids gegen Mainz ein. Die Strafanzeige ist vom eingeleitet. Um Beweismaterial zu erlangen, habe er seine Frau Staatsanwalt zurückgewiesen worden, weil er die Behauptungen von Detektives beobachten lassen nnd dabei erfahren, daß seine des Mainz nicht für widerlegt erachtete und die falsche BeantFrau mit einem Herrn verkehre, dessen Beschreibung ihm ge- wortung seiner Vorftrafen darauf zurückführte, daß infolge der Tiefert sei, während er den Namen nicht wisse. W. behauptet, erlittenen Kopfverlegung ein Vergessen des Mainz in diefer Beziehung 2. auf der Straße gefehen zu haben und dabei wahrgenommen, entschuldbar erscheine. Hierauf betrieb Adam mit Hilfe des daß er der Beschriebene sei. Daraus sei er überzeugt worden, Rechtsanwalts Dr. Sello eine Wiederaufnahme des Ver: daß 2. mit seiner Frau verkehrt habe. Die Klage wolle er eben fahrens. Gin dahingehender Antrag wurde von der zuständigen zurücknehmen, auch auf die Bestrafung des 2. verzichten, wenn Straffammer verworfen. Der Vertheidiger legte gegen diesen dieser die erwachsenen Roften erstatte. Dies find 500 m. für Beschluß Beschwerde beim Rammergericht ein, es fand vor dem die Beobachtung, 300 M. für 2 Rechtsanwälte und 80 M. Ge- Amtsgericht eine umfangreiche Vernehmung von Zeugen statt, richtstoften. 2. fennt die Frau W. nicht und hat Anzeige er- und unter dem 10. Mai hat das Kammergericht den Beschluß ftattet. Der Inhaber des Detektivbureaus ist ein Mensch, der der zweiten Straffammer aufgehoben und die Wiederaufnahme schon mit dem Zuchthaus Bekanntschaft gemacht hat. des Verfahrens angeordnet. Das Rammergericht war der Anficht, daß die in der Beschwerde aufgestellten Behauptungen gegenüber Ans unbekannter Veranlassung sprang in der Nacht den von dem Angeklagten angetretenen Alibibeweis durch die zum Sonnabend um 22 Uhr der 41 Jahre alte Schuhmacher Beweisaufnahme genügende Bestätigung gefunden haben und Johann Foldt in der Nähe des Schlesischen Theres in den geeignet erschienen, eine Freisprechung des Angeklagten herbeiLandwehrkanal. Obwohl der Vorgang bemerkt wurde, und man zuführen. In der erneuten Verhandlung vor der Straffammer II fofort Rettungsversuche anstellte, wurde Foldt erst gegen Morgen ftand dem Angeklagten Rechtsanwalt eine als Vertheidiger als Leiche gelandet. Er wohnte Forsterstraße. 18. Von einer Lokomotive getödtet wurde in der Nacht zum Sonnabend furz nach 11 Uhr ber 52jährige Hilfsbremser Julius Genz aus der Königsbergerstr. 11. Er wollte bei dem Bahnhof Beuffelstraße die Geleise überschreiten, als eine einzelne Maschine thu zur Seite schleuderte. Obgleich fofort Hilfe zur Stelle war, starb Genz schon nach zehn Minuten, da ihm durch den Stoß der Schädel zertrümmert worden war. Aus einem Fenster gesprungen ist in der legten Nacht gegen ein Uhr der 45 Jahre alte Schmied Rudolf Chriftoph. Er wohnte im zweiten Stock des Hauses Wiesenstr. 39, wurde plöglich irrfinnig und stürzte sich im Verfolgungswahn auf den gepflasterten Hof hinab. Der Tod trat auf der Stelle ein. Das wurde Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag. Alle ftraße 49, vorn II. Uhr: neuer unterricht in Gefeßestunde. Güdost- Schule, Reichenbergerstraße 133: Deutsch. Oft- Schule, Martusftr. 31, unterricht in Gefegestunde. jeden Sonntag Bormittags 10% Uhr im Restaur. Schömann, Seimftr. 16.Steimer, jeben Montag, Abenbé 9 1hr, bet Rudolph Bahr, Gerichtsfir. 19. generuo, con 11. besogner. Debungsten on. Funame meant t lieber.- robfinn 1, Rummelsburg, Berlinerstr. 82 bet Friesecke, Nachm. 1-3 Uhr. tontag. Liebertafel d. Maler u. v. Berufsg. Annenstr. 16 bet Ehrenberg.- Zonblüthe, Görligerfir. 50 bet Stewert.- Blüthe Ballifabenftr. 9 bei Siege.- 2 te bestretbett II, Strausberg, im Gesangverein Sieberzweig, Waldmannsluft Berlinerstr. bet Zerbe." Sur Restaurant Müger. Myrthenblätter, Belforterstr. 15, bei Schnetber. Fichte Frif auf in Echonmalde t. b. Mart bei Schulz.- rif zur rei hett, Simeonfir. 28 bei Flick.- teber fer männer dor Elisabeth- Kirchstr. 14 bet R. Sirthe. Glodenrein( gem. Chor) Kaft.- Allee Nr. 95/96. Bruderherz, Krautftr. 6, bet Stubolf.. Rosalia, Bebusertraße 5, bet. Nemiß. Hoffnung 2, Wilmersdorf, Brandenburgische= fraße bet Gräs. Glodenrein( gem. Chor), Tresdomstr. 55 bet knapp. fraße 191 bet Foge. Vorwärts 3, Friedrichsfelde, Prinzen- Allee bet Schula. ( alle Buschriften, ben Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, sind zu Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend richten an P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonntag: Theaterverein halia bet Schröder, in Stralau, Nachmittags 3-4 ühr. Theatergesellschaft Romelta" alle 14 Tage, Adalbertstraße 8 bet Sauermann. Ge= Bergnügungsflub Oftend, Krautfir. 6 bet Rudolf von 5-6 Uhr. felliger Verein der Fetlenhauer, Gartenftr. 16, bet Meißner, jeben Sonntag v. d. 1. b. Mis. Bergnügungsverein Helgoland 2, Sangestr. 9 bet Kyczewsky, alle 14 Tage, 4-6 ühr Nachm. Bergnügungsverein Seerofe, Grünerweg 25 in Hahn's Bierhaus. Solidarität, Jatobitirchstr. 7 bet Golla. teberball, KöpenickerBergnügungsverein Glüc st ern 1, in ben Germania- eftsälen, Chauffeestr. 103, 5-6 Uhr Nachm.- Montag: Theaterverein Bfeifentlub Felfenfest bet Schubordt, Königsbergerftr. 24. Humos ristischer Verein Pipifar bei Krösche, Fichteftraße 29. VergnügungsNora, Märkischer Hof, Admiralfir. 18c, Abends» Uhr. verein" 8elsen feft", Rirdorf, Sermannstraße 167 bet Fülleborn, 8½ uhr. Rartentlub Lustige Brüber", Krautstr. 48 bet attte, Abends 8 Uhr. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Theater und Bergnügungsverein Barletin, heute Nachmittag 6 Uhr Senghofftr 8. Theaterverein Concordia Beughofftraßes bet Stoch. Theaterverein Othello jeben Sonntag 4 Uhr bet Foge, Röpenickerstr. 181. Nachher: Fidelitas. Theaterverein Concordia", Gigung Sonntag, Nachmittag 6 Uhr, Bet Kreb, onungsverein Germanta, alle 14: Tage Verfammlung Siniens traße 150. Bergnügungsverein Deutsche Einigtett, Machm. 4-6 Uhr, Blumenstraße 20 bet Bernice. Stacher: gibelitas. Vergnügungsverein Zitania, Nachm 6-6 Uhr, bet Temper, Langefir. 65, Nachher: Sibelitas. Melchiorfir. 15. sigung, Tanz, Fibelitas. mittag 6 Uhr im Restaurant Schröter, Urbańftr. 37. Bergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends Uhr bet feller. zur Seite. Derfelbe hatte zahlreiche Entlastungszeugen geladen, Theater Verein 2uftige Seelen, Sonntag Uhr bei Stehmann Polizeibericht. In der Nacht zum 8. d. M. wurde ein welche sowohl in bezug auf das Alibi des Angeklagten zu Gunsten Bergnügungsverein 8uftig, Sonntag, Staligerstr. 54( G. Senfe), 6% Uhr: Arbeiter in seiner Wohnnng, in der Putbuserstraße, infolge Er- desselben aussagten, als auch durch ihre Wahrnehmungen die plosion einer ungeworfenen Lampe derartig an der Brust und Behauptungen des Hauptbelastungszeugen wesentlich erschütterten. Bergnügungsverein Gemüthlichteit, Sigung feben Sonntag Nach an den Händen verlegt, daß seine Ueberführung nach dem E3 wurde namentlich auch festgeftelt, daß Mainz an jenem Bergnügungsverein Normanta 2. Sigung 4% Uhr Röpnickerstr. 62. Krankenhause erforderlich wurde. start angetrunken war, und daß Personen, Am 8. d. M. Vormittags Abende Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefelliger Berein versuchte eine in der Gitschinerstraße wohnhafte Frau sich zu er- die zur Zeit der That vor dem Hause gestanden haben, vor 8 w tebelfifche, Nixdorf, Abends 9 Uhr in Barta's Lotal, Berliners Vergnügungsverein Freundestreue, jeben Montag bet sticken, indem sie den Kochofen mit Lumpen anfüllte und diese welchem der Ueberfall erfolgt sein sollte, von einem solchen nichts fraße 120. Möring, Admiralftr. 18c. Gefelliger Klub Namenlos, jeben Montag t anzündete. bemerkt und die bereits be- gesehen haben. Auch die Bernehmung des Mainz selbst stel dies- Restaurant zum Bufunftsstaat, Kaftanten- Allee 35. Gemischter Chor wußtlos gewordene Frau durch Mannschaften der Feuer- mal nicht zu Ungunsten des Angeklagten aus, da er feine Glaub tarbett", Uebungsstunde bet Deftreich, Tempelhofer Ufer 15, 9-11 Uhr Gesangverein Männertlang übt Montage von 9-11 Uhr kleine wehr ins Leben zurückgerufen. An der Ecke der würdigkeit dadurch erschütterte, daß er mehr zu befunden bestrebt Rurstr. 10 bet Stolle. Auf Veteranen- und Invalidenstraße gerieth Nachmittags ein war, als er nach der ganzen Situation befunden konnte. Bergnügungsverein Auf Selgoland Sigung jeden Montag Uhr bet Knabe unter die Räder einer Kutsche und erlitt erhebliche Ver- grund der eingehenden Beweisaufnahme beantragte Staatsanwalt einte, Bergftr. 54, Fidelitas. Bergnügungsverein Ginigtett 1890. Jeben Montag Stzung bei Stoll, legungen an Arm und Bein. Abends wurde eine Frau auf Dr. Borchert in Uebereinstimmung mit dem Rechtsanwalt dem Boden eines Hauses in der Köpnickerstraße erhängt vor eine die Freisprechung des Angeklagten. Der Gerichtshof balbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Alle 14 Tage Tans. Bergnügungsverein Eutalta" bet Herrn Reggentin, Barnimftr. 4-5, gefunden. Auf dem Bahnhofe Beuffelstraße wurde ein Hilfs. erkannte auch nach diesem Antrage, indem er zwar die völlige Sigung& ühr. bremser durch eine Lokomotive überfahren und so schwer verlegt, Unschuld des Angeklagten nicht für erwiefen erachtete, aber doch ba er bald darauf starb. ftraße 8.In der Nacht zum 9. 6. M. stürzte die Möglichkeit nicht für ausgeschloffen hielt, daß Mainz in der fich ein Handwerker aus dem Fenster seiner im zweiten Stock That durch einen anderen verlegt worden sei. bes Hauses Wienerftr. 89 belegenen Wohnung auf den Hof hinab und fand auf der Stelle den Tod. Am Rottbuser fropfenrerein Bedding, Abends 8 Uhr, bet Wolf, Gerichtstr. 44. Privat- Theater- Gesellschaft Soffnung, Sigung b Sauermann, Adalbert Dilettanten Berein Beilchen, Landsbergerstr. 82, bet Albert, jeben Sonntag Abend 6 Uhr: Sigung mit Damen. Nach der Sigung: Zanztränzchen. Bfetfentiub elfenfeft, abends Uhr, Königsbergerstr. 20 bet Schabrobt Rauchflub etße Bolte, Abends von 0-11 Uhr, Bernauerstr. 14 bet Henoch. Rauchflub Elvira, bende Uhr bet Lehmann, Friedrichsfelders| firaße 27. Rauchflub Veronila", Sigung Montag Abends Uhr, Stalizerftr. 65, bet Krause. Rauchtlub Bruderbund 2 jeden Montag bei Herrn Grande, Laufigerftr. 50. Stattlub Grand", Abends 9 Uhr bei R. Hubrich, Lübbenerftr. 22. Stattlub Roth- Junge". Sigung alle Dienstage nach dem 16. und Spielabend alle Dienstage von 9 bis 11 Uhr im Restaurant Böckhstr. 7 bet Herrn Herrath. Freie Bereinigung der Raufleute. Jeben Montag gemüth liches Beisammensetn im Restaurant Rosenthalerstr. 38 bet Bühler. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wet Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Schweiz 100. Darüber geben wir keine Auskunft. R. 1. W. Der Gerichtsvollzieher darf ohne ausdrückliche Genehmigung des Wohnungsinhabers nicht in einer anderen als der Wohnung des Schuldners pfänden. Seine Weigerung war deshalb durchaus berechtigt. Anderer. Nein. A. L. 15. Durch einen vor dem Gericht( Neue FriedrichStraße 13) zu schließenden Vertrag. Krankenkaffe. Falls die Statuten nicht entgegenstehen, ja. P. R. 11. Leider ist der Steuererheber im Recht. Frig. 1. Kinder unter vier Jahren fahren auf den Staatsbahnen frei. 2. Frühlingsanfang fällt auf den 21. März. 21. S. 50. Nein, falls das Lokal von dem Wirth gemiethet ist. Nr. 21. Die vorehelichen Schulden der Frau brauchen Sie| antragte der Staatsanwalt folgende Strafen: Gegen Brügge feineswegs zu zahlen. mann wegen absichtlicher Benachtheiligung des Bankvereins im H. K. 25. Erst wenn der Zahlungsbefehl rechtskräftig ist, Diff.cenzhandel, sowie wegen Verschleierung, Erpressung und Betann Pfändung u. s. w. vorgenommen werden. Nein. G. P. Schönwveide, N. Sp. 100, und Hermsdorf: M. B. 24. Vorläufig als untauglich zurückgestellt. 2. P. 25. Nein, sprechen Sie gelegentlich vor. 1002. Es ist ein Gastwirth zur Verabreichung von Speisen oder Trank nicht verpflichtet; in der Art der Weigerung tann eine Beleidigung liegen. A. P. Velten. Ja. H. P. 47. An den Magistrat. Db die Reklamation erfolgreich sein wird, erscheint sehr zweifelhaft. F. B. Berufung wäre erfolglos; zahlen Sie die Strafe. A. G. 3. 1. Nein. 2. Ja. M. W., Moabit. Ein Schadenersazanspruch in vollem Maße steht Ihnen zu: derselbe ist bei dem ordentlichen Gericht geltend zu machen. E. M. 100. 1. Ja. 2. Frau Dawit, Eisenbahnstr. 25 v. III. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) trug 71/2 Jahr Gefängniß und 23 000 M. Geldstrafe, gegen Kölsch wegen Benachtheiligung und Verschleierung 3 Jahre Ges fängniß und 5500 M. Geldstrafe, gegen Franz wegen Beihilfe zu den erwähnten Delikten und wegen strafbaren Aufwandes 1/4 Jahr Gefängniß und gegen Schröder 3 Jahr Gefängniß und 20 000 m. Geldstrafe. Pest, 9. Juni. Der„ Budapester Correspondenz" zufolge unterbreitete Dr. Weferle heute Mittag in der Audienz dem Kaiser den Wortlaut des heutigen Beschlusses der liberalen Partei. Dr. Wekerle wurde hierauf mit der Neubildung des Kabinets betraut und wird voraussichtlich schon morgen dem Kaiser die Liste der Mitglieder des neuen Kabinets unterbreiten. Die Korrespondenz fügt hinzu, es sei nicht aus geschlossen, daß sich in der Lifte auch der Name des bisherigen Justizministers Szilagyi befinden werde. Wien, 9. Juni. Nach einer Meldung des Fremden blatt" aus Pest hätte der Kaiser die von dem Ministers präsidenten Dr. Weferle vorgeschlagene Minifterlifte, auf welcher fich, wie in liberalen Kreisen verlaute, auch Szilagyi befände, angenommen. Authentisches sei noch nicht bekannt. Paris, 9. Juni. Die Deputirtenkammer nahm den von dem Senate bereits angenommenen Gefeßentwurf betreffend die Siegen, 9. Juni. In dem Prozesse gegen Brüggemann und Schaffung von Altersversorgungs- Kaffen für Bergarbeiter ebenGenossen wegen Zusammenbruchs des Siegener Bankvereins be- falls an. Achtung! Müggelschlössehen. Achtung! Friedrichshagen. Friedrichshagen. Sonntag, den 17. Juni: Großes sozialdemokratisches Volks- Fest unter Mitwirtung des Arbeiter- Sängerbundes und der Arbeiter- Bildungsschule, sowie von Mitgliedern der Freien Volksbühne. Großes Doppel- Concert ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Civil- Berufsmusiker. H Massengesänge. E Volksbelustigungen, theatralische Aufführungen etc. etc. Zur Aufführung gelangt unter Anderem: Die Leichenfeier des Königs Mammon. Große humoristisch satirische Darstellung. Leichenzug, Boltsbeluftigungen zur Feier des Begräbnisses im Theater, Museum, Panoptikum 2c. Großes Schauturnen des Turnvereins ,, Fichte". Mitgl. d. Brdb. Arb.-Z.-B. Großes Wettrudern, veranstaltet vom Ruderklub Vorwärts", Beluftigungen, Spiele zc. für Erwachsene und Kinder. Eierrennen, Blasenstechen, Dreibeinlaufen, Stangentlettern u. f. w. = Bücher und Bilder- Verloosung. Die Raffeetüche ist von 2 Uhr an geöffnet. Anfang des Konzerts Morgens 8 Uhr. Billets 25 Pf. inkl. zweimaliger Ueberfahrt. Fahrgelegenheit: Von allen Stationen der Stadt- und Ringbahn, Dampfer- Gesellschaft„ Stern" Abfahrt von Café Alfen, vor dem Schlesischen Thor, von früh 6 Uhr an halbstündlich. Kremser. Für ausreichende Hin und Rückfahrt ist Sorge getragen. Billets find in allen Zahlstellen der Freien Voltsbühne" und Arbeiter- Bildungsschule, sowie in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Die Vertrauenspersonen. 492/8 Achtung! Fuhrwerksbesitzer! Befizer von Kremserfuhrwerk, die noch zum Sonntag, den 17. Juni, zu dem Volksfest in Friedrichshagen( Müggelschlößchen) die Beförderung übernehmen wollen, werden aufgefordert, sich behufs näherer Abmachungen bei der Vertrauensperson des 4. Wahlkreises Fr. Schulz, Oppelnerstr. 3, zu melden. Das Festkomitee. Mittheilung! Erlaube mir hierdurch mitzutheilen, daß ich mit dem gestrigen Tage aus dem Brauerei- Ring ausgeschieden bin. Jch offerire nunmehr mein gutes abgelagertes Lagerbier mit 21 Mark pro Tonne inkl. Spundgeld, Pilsener mit 24 Mart pro Tonne inkl. Spundgeld, und sehe Aufträgen, die prompt erledigt werden, gern entgegen. 1171b mit 21 Mark pro Tonne inkl. Spundgeld, Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Belforterstr. 4. Telephon- Amt 3, Nr. 8884. Milchgeschäft Kleine Brauerei! Brauerei! für 1200 M. mit Fuhrwerk, auch ohne Banarienhähne, Vorschläger, vertauft Strauß, Wrangelftr. 91.[ 11556 Räder aller Sorten billigst 1152b Pallisadenstr. 101. Grünkram, Bortostgesch., 120 Mt. vert. m. Wohn. Alexandrinenstr. 35. Kanarienvögel verkauft Rieb, Oderbergerstr. 22, Querg. 3 Tr.[ 11506 Abessinerbrunnen für Feld u. Garten, gebraucht und neu, find billig zu verfaufen bei C. Kauffmann, Eisenhandlung, Grimmstr. 29, Am Urban. = Infolge des Bierboykotts findet das am 25. Juni in der Unions- Brauerei festgesetzte Vergnügen von der Agitationskommission der Schneider u. Schneiderinnen Berlins nicht statt, und ist vorläufig bis auf weiteres ver schoben. Die Billets bitten wir zurückzuliefern. Die Agitationskommission. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 10. Juni 1894, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Versammlung. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Die Entwickelung der Naturwissens schaft und ihr Einfluß auf die Gegenwart". Nachdem: Gemüthliches Beisammensein. Herren) sehr willkommen. Gäfte( Damen und 92/2 Sonnabend, den 23. Juni 1894: Grosses Sommerfest in den„ Arminhallen", Rommandantenstraße Nr. 20, bestehend in Konzert, Lebenden Bildern, Kinder- Fackelpolonaise, Ball etc. Ringbier wird an diesem Tage nicht geschäntt. Billets zum Preise von 25 Pf. find zu haben: Restauration Denner, Manteuffelstr. 19; Donath, Saarbrückerstr. 11 und bei Hoppe, Alexandrinenstraße 72, Hof 2 Tr., der obigen Versammlung und in den mit Plakaten bes legten Handlungen. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Große öffentliche Versammlung aller im Möbeltransport beschäftigten Arbeiter und Berufsgenossen am Montag, den 11. Juni, Abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen G. Wagner über: 3wed und Ziele der Gewerkschaften. 2. Diskussion. 3. Bericht vom Kongreß in Halle. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in der Versammlung zu erscheinen. Wir machen darauf aufmerksam, daß kein Ringbier verschänkt wird. Der Einberufer. 477/16 Achtung! Filzschuharbeiter. Ahtung! Montag, 11. Junt, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Seefeldt, Grenadierstraße 33: Deffentl. Versammlung aller in der Filzschuh- n. Pantoffelbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Was lehrt uns die Aussperrung der Brauereiarbeiter? 2. Disfufficn. 3. Bericht der Revisoren der Agitations Rommission. 4. Der Fall Gutges ll. 5. Verschiedenes. V Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in der Versammlung zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung ftatt. 451/16 Die Agitations- Kommission. IS Charlottenburg. Große öffentliche Versammlung der Holzarbeiter u. Arbeiterinnen am Montag, den 11. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn H. Krause, Bismarckstr. 74. Tages Drdnung: • 1. Der Bierboykott und die Stellung der Holzarbeiter zu demselben. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 1156b Der Einberufer. Sozialdemokrat. Verein ,, Vorwärts" in Rixdorf. Dienstag, den 12. Juni, Abends 82 hr, in Hoffmann's Festsälen, Rigdorf, Bergstraße Nr. 133: Groke Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag über: Die Stellung der Sozialdemokratie im wirthschaftlichen Rampf. Referent: Reichstags- Abgeordneter Robert Schmidt. 2. Diskussion. bei nur anständig. Gäfte haben Zutritt. Leuten, die fein Geschäft aus Vermiethen Um pünktliches Erscheinen sämmtlicher Mitglieder wird bringend gebeten. machen. Familienanschluß erwünscht. Boykottirtes Bier wird im Saale nicht verschänkt. Der Vorstand. J. A.: C. Schmidt. Leeres Zimmer fut folib. Mädch. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. Breisofferten erbeten H. Z. Exp. d. Bl. 434/1 Schöne 1. Juli zu 1166b Weiß- und Braunbier in gutem Betrieb, Fuhrwert, verkäuflich Brunnenstr. 100, Umstände halber sofort zu vert. oder Bäckerei. au verpachten. Offerten unter 101, Exped. d. 3tg. 1153b verm. 174 M. Breßler, Lübbenerfft. 7. Pankow. Gasthaus ,, zum Thürmchen Dankow. Verzugsh. verkaufe mein MaterialJeden Honntag: Promenaden- Konzert. BALL. waaren Geschäft und Möbel Char- Frdl. Schlafft. f. 1 Gen. 3. verm. bei 6 ner Garten. Großer Saal mit neuer Theaterbühne. lottenburg, Kantstr. 59. 1167b Merkowski, Grüner Weg 41, v. 4 Tr. 60022* A. Krüger, Kaiser Friedrichstr. 12. baum- Bettstelle mit Federboden, 1 Nuß- Restaurant, tonne Bairisch, Gen., Schlafft. Andreasstr. 62 II. König. 1 gebr. Sopha mit Lederbezug, 1 Nußbaum und 1 tiehnene Komode ist billig zu verk. Königsbergerstr. 9, 1 Tr. r. 1/2 Weißbier, fof. frankWeimann's Volksgarten, 5 Badjtr.56, Paukstr.25. Heute Sonntag: Konzert, Spezialitäten ersten Ranges, Ball. heitshalber zu verkaufen, flotte Bau- Eine frol. Schlafft. a. 2 S. i. sof. od. gegend. Gothenstr. 44, am Bahnhof spät. 3. verm. Oranienftr. 8 v. 2 Tr. r. Schöneberg. 1143b Tafelklavier 24 Mart, verkäuflich Frol. möbl. Schlafft. f. 2 H. monatl. 3um legten Male: Pantomime der Neger- Excentrics. Raffeeküche. Entree 25 Pf. 11606 Ranarienb. bill. Dittrich, Ritterft. 116, 111. 8 Mt. Dieffenbachstr. 12 v. 4£ r. I. Friedenstr. 91, Pahl. Mittwoch: Kinderfest. Donnerstag: Benefiz der Haustapelle.[ 822 Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Berlag von Maz Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„Vomkirts" Berliner VoWlatt. VerlÄnrntlungen. Sie ausgesperrten Branereiarbeiter hielten am Sonn- abend Vormittag in den Konkordiasälen eine öffentliche Ver- sammlung ab. Ueber„die Lage der Ausgesperrten" referirte Genosse M a t t u t a t. Der Redner beleuchtete kurz die Ursachen der Aussperrung, welche seitens der im Solde des Kapitals stehenden bürgerlichen Zeitungen jeder Richtung natürlich den Arbeitern zugeschoben werden, um die Herren vom„Bierring" und deren Anhang in der öffentlichen Meinung als die schwer Beleidigten erscheinen zu lassen. Allerdings können sie ihre Mätzchen nur dem denkfaulen Spiebdürgerthum und alten Weibern beiderlei Geschlechts vormachen, denn daß die Hauptkonsumenten des Bieres. die Arbeiterschaft. anderer Meinung sind, baden die vielen in letzter Zeit abgehal- tenen und so zahlreich besuchten öffentlichen Volksversammlungen wohl Jedem, der nur sehen und hören will, zur Evidenz bewiesen. Nicht die Arbeiter, sondern die übermüthigen Brauereibesitzer sind es. welche'sür alles Leid und Weh, das der Boykott für kleine Ge- schäftsleute zc. im Gefolge hat, die Verantwortung zu tragen haben. Die von kapitalistischen Soldknechten so sehr gepriesenen„Wohl- fahrtseinrichtungen" für die Brauereiarbeiter erweisen sich bei genauer Betrachtung gerade als das Gegentheil, indem dieselben nur im Interesse der Unternehmer, nicht aber der Arbeiter getroffen werden. Der Vortragende sorderte die Opfer von Willkür und Laune der Unternehmer auf. nicht muthlos zu verzagen, sondern die un- freiwillige Muße zur Agitation für den Sozialismus zu ver- wende», damit recht bald der Zeitpunkt eintrete, wo die Macht des Kapitalismus gebrochen und an die Stelle der Heuligen privalkapitalistischen Produktionsweise eine vernunftgemäße Ge- sellscbaslsordnung und Wirthschastsweise gesetzt wird.(Beifall.) In der Diskussion erzählte zunächst ein Brauer seine Erlebnisse auf einer Polizeiwache in der Wörtherstraße, wohin er durch einen Beamten, der annahm, daß er vor der Schultheiß-Brauerei Posten stehe, gebracht worden war. Naroschatt stellte seine kürzlich erfolgte Entlassimg in der Vereinsbrauerei als einen Liachcalt eines Braumeisters dar. Schneider ersuchte Namens der Kommission um Aufhebung des Beschlusses betreffs der„Unter- stützungs. Frage" vom l6. v. Mts. und begründete einen Antrag auf Reu-Regelung derselben. Da auch einige durch die Auslösung des Arbeitsnachweises Geschädigte um Unterstützung antrugen, stellte Hilpert hierzu, um Streitigkeiten vorzubeugen, einen Zusatzantrag. Kuhn und Jakob gaben an, sich an Herrn H a p p o l d l zwecks Unterstützung aus dem Fonds des Arbeitsnachweises ge- wandt zu habe», da sie schon viele Monate arbeitslos sind und solchen Leuten bisher diese aus dem betreffenden Fonds gezahlt wurden. Herr H a p p o l d t habe erklärt: daß, nachdem der Arbeitsnachweis aufgelöst, das Geld zu derartigen Unterstützungen nicht hergegeben werde, indem er ja nicht wissen könne, ob es nicht an Ausgesperrte als Unterstützung gezahlt werde; jedenfalls weiche es dem Braumeister-Verein oder zu irgend welchen wohl- thäligen Zwecken überwiesen werden.(Pfuirufe.) Uebrigens hätten es ja die Brauer in der Gewalt, dem jetzigen Znstand ein Ende zu machen, indem sie in den Versammlungen dafür sorgen, daß der Boykott aufgehoben werde."— Daraus aufmerksam gemacht, daß sie(die Brauer) dazu nicht im stände, daß sie aber das Geld fordern, was ihnen zukommt, indem es doch durch ihre Kollegen zu diesem Zweck ausgebracht worden sei, habe Happoldt ihnen die Thür gewesen.(Erneute Pfuirufe.) Hilpert machte darauf aufmerksam, daß nach Versicherung anderer Mitglieder (Brauereidircltoren) der Arbeitsnachweis-Kommission über 500 M. vorhanden sind; deshalb mögen die zuletzt im Arbeitsnachweis Eingezeichnelen Unterstützungsgesuche an Happoldt einsenden, der übrigens erklärt habe, daß ihm dies erwünscht sei. Ueber weitere Unterstützung aus dem Fcnds für Gemäß- regelte habe dann erst eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Brauerei-Arbeiter Berlins zu befinden. Wied«- mann und in seinem Schlußwort auch der Referent geißelten die Harmonieduselei namentlich der besser situirlen Arbeiter, welche sich vielfach auch m diesem Kamps auf Seiten der Unternehmer stellen und ermahnten die Ausgesperrten, nach wie vor strenge Kontrolle zu üben. Das Material ist der Lokal- Kommission des betreffenden Wahlkreises auszuhändigen und wird nach genauer Recherche dann seitens der Boykott- Kommission event. durch Flugblätter zur Veröffentlichung ge- langen. Folgender von Schneider gestellte und von Der Sport «nd die englischen Ardeiter. Unser Londoner Korrespondent schrieb uns vor dem Derbys Rennen am 8. Juni 1894: Nächsten Mittwoch ist„Derby Day", der Tag des großen Rennens, das bei gutem Wetter eine ganze Völkerwanderung nach Epsom hinauslockt, und an dessen Ausgang vielleicht mehr Leute Interesse nehmen als an irgend einer der Fragen, um die im Parlament zur Zeit gestritten wird. Das ist keine Ueber- treibung. Es sind gewiß viel Leute interessirt daran, ob Lord Nosebery's Ministerium sich gegen die Koalition Landlord Brauer, Kirche nur noch Wochen oder Monate und länger hält, aber man findet doch außerhalb der Klubs und Meetings auch nicht wenig Personen, denen diese Frage keine Sekunde ihres Seclenfickedens raubt, dagegen hält es ziemlich schwer, Leute zu finden, denen es gleichgiltig ist, ob Lord Rosebery's Füllen„Ladas" am Mittwoch des Herzog von Westminster„Bullingdon" und des Lord Alington „Matchbox" um etliche Längen schlägt oder hinter ihnen zurückbleibt. Allerhand Interessen sind mit dem fortbestand oder Sturz des von Rosel ery geführten Kabinet verknüpft, aber keines ist so allgemein ober wird wenigstens so allgemein begriffen als die mit dem Erfolg von Lord Rosebery's Renner verknüpften. Alle Welt hat auf das„Favorit"- Pferd Ladas gesetzt. Von der Verbreitung, die das Wetten in England erreicht hat, kann sich der Ausländer kaum einen Begriff machen. Nicht nur die Sportsleute selbst und ihr Anhang, nicht nur diejenigen, die sich für Pferdezucht und Pferdedreffur inleressiren, legen einen mehr oder minder großen Theil ihres Einkommens in Wetten an, es wetten Leute, denen das Rennen an sich die gleichgilligste Sache von der Welt ist, die für Pferde nicht das geringste Ver- ständniß haben. Es wetten die Erwachsenen und es wettet die Jugend— Knaben von 10 bis 12 Jahren sind über die„Tips". die Borhersayungen der jedesmaligen Rennen aufs genaueste orientirt— es wettet der Reiche und es wettet der Arme, es wettet der Bourgeois und es wettet— leider— der Proletarier. Das Interesse am Sport hat gewiß seine guten Seiten, und diejenigen Sports, die, wie Football, Cricket ec., die Menschen Hilpert mit einem Zusatz(6.) versehene Antrag fand hierauf die Zustimmung der Versammelten: „Die ic. Versammlung beschließt, die Untcrstützungsfrage vom heutigen Tage ab wie folgt zu regeln: 1. Die Unterstützung für die nach dem 26. v. M. Ausgesperrten beginnt nach Ablauf von 12 Tagen Wartezeit vom Tage der Aussperrung ab ge- rechnet. 2. Für ausgesperrte Brauerei-Arbeiter, welche die Kün- digungsfrist ausbezahlt erhalten haben, gilt die gleiche Wartezeit gerechnet nach Ablauf der Kündigungsfrist 3. Die Höhe der Unterstützung bleibt dieselbe als bisher: Unver- heiratbele 1 Mark, Verheirathele 1.50 Mark, Verhenathete mit 3 Kindern und mehr 2,00 M. täglich. 4. Die Unterstützung wird nur aus je 2 Tage und zwar postnumerando ausbezahlt. 5. Beschwerden über die Auszahlung u. f. w sind an den Ob- mann der Kommission P. Hilpert, Rixdorf, Karlsgartenstr. I, zu richten. 6. Bei Brauereiarbeitern, die ihre Entlassung er- hallen, weil dieselben für die Interessen ihrer gemaßregelten Kollegen eingetreten sind oder die aus weiteren Gründen ent- lassen werden, bleibt es der Kommission überlassen, nach Recht und Gewissen ein Urtheil abzugeben, ob die betreffenden Brauerei- ardeiter als Gemaßregelte anerkannt werden können." Eine Versammlung der Arbeiter und Ar- beiterinnen der mechanischen Schuhfabriken tagte, gut besucht, am Freitag Abend bei Haberechl, Gr. Frank- surterstraße. König erstattete Bericht über die Aussperrung bei der Firma R o s e n t h a l u. G r o ß, mit der sich schon die letzten beiden Versammlungen beschäftigt hatten. Infolge der rigorosen Bestimmungen der Arbeitsordnung soivie wegen sortgesetzter Lohnabzüge dazu gereizt, hätten sich die Zuschneider zunächst auf ihre Menschenwürde besonnen und die Arbeit eingestellt; die übrigen Arbeiter und Arbeiterinnen erklärten sich mit denselben solidarisch, so daß die Fabrillcitung nach anfänglichem Sträuben sich zu Konzessionen herbeiließ. Der Streik ist somit beigelegt. Für die Stepperinnen und Vorrichterinnen siüd die Löhne um etwas erhöht, ebenso die der anderen Arbeiter. Eine andere Fabrik- ordnung soll mit den Arbeitern vereinbart werden.(Bravo.) Menzel bemerkt, daß der Sieg wohl keineswegs— in An- betrachl der Berliner Durchschnittslöhne— als glänzender zu bezeichnen sei. Wenn einzelne Stepperinnen vor dem Aus- stand 3 Mark Lohn erhalten hätten, so würden dieselben jetzt mit 5 Mark pro Woche abgefunden, zum Leben auf jeden Fall zu wenig. Z« loben sei die musterhafte Haltung der Streikenden, die erst vor Kurzem nach Berlin gekommen seien. P f e i s s e r und W i l l n e r äußern sich in ähnlicher Weise und feuern die Anwesende» an, nicht zu vergessen, daß nur durch Organisation das Errungeue festgehalten werden könne. Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf die Burg er Angelegenheit. Menzel, der Vorsitzende der Versammlung, geht an der Hand eines Leitartikels der„Magdeburger Volks- stimme" auf das Verhallen Bock's speziell ein und hält es für erwiesen, daß B., ähnlich wie beim Berliner Streik, die Arbeiterin die Hände der Fabrikanten liefern wollte. Das sei um so verrälherischer gewesen, als die Aussichten auf Erfolg die aller- beste» waren. Die berüchtigte Depesche spreche ganz allein schon genügend. Hoffentlich würde der Verein deutscher Schuhmacher so schnell als möglich diesen Herrn beseitigen. A.Fleischer nimmt von dem am Mittwoch über B. gefällten Urtheil nichts zurück. An den„Vorwärts" habe B. depeschirt, daß die Depesche Tack's gefälscht sei; man müsse abwarten, inwieweit das zutreffe. Wenn er(Redner) vordem, auch beim Berliner Streik, das Verfahren des Vertrauensmannes gebilligt habe, so wäre dies der Ausfluß seiner innersten Ueberzcugung gewesen. Heule stehe' er und mit ihm wohl die große Mehrheit der deutschen Kollegen auf dem Standpunkte, di»ß B. schleunigst von seinem Amt entfernt werden müsse. Im August werde der deuliche Schuhmacherkongreß diese Frage behandeln. W i l l n e r tadelt den„Vorwärts" deshalb, weil er die Resolution der letzten Versammlung nicht ausführlich gebracht habe; nian hätte nichts zu vertuschen. Warum habe B., wenn er das Tack'sche Telegramm als Fälschuiig bezeichne, nicht sofort Gegenerklärungen ergehen lassen? Die Suspeudirung vom Amte des Vertrauensmanns sollte sofort erfolgen. In den Kreisen der Berliner Kollegen sei das Urtheil über B. schon im Frühjahr gesprochen worden. Nach dem Debatteschluß erklärt sich die Versammlung mit folgender Resolution einverstanden: „Tie ic. Versammlung hat durch den Artikel der„Magdeburger aus den geschlossenen Räumen ins Freie locken und zu körper- lichen Hebungen anhalten, sind mit allen, auch ihnen anhaftenden Uebertreibungen so werthvoll für die Volksgesundheit, so sehr dem gewohnheitsmäßigen Kartenspiel vorzuziehen, daß man lieber die Uebertreibungen mit in den Kauf nehmen, als sie selbst aufge geben sehen möchte. Aber dieser Pferdesport und die durch ihn verallgemeinerte Unsitte des Wettens vergiftet auch diese Spiele, und wie in Teutschland der Name Turnverein sehr oft nur eine schönklingende Bezeichnung für Kneipgesellschast ist, so gilt das Interesse an Fußball-, Cricket- tc. Partien nur zu oft den damit verbundenen Wettgelegenheite», nicht aber der Freude an der Entfaltung körperlicher Geschicklichkeit. Außerdem wird die intensive Hingabe an gewisse, an sich harmlose oder selbst nützliche Vergnügungen fast überall zur Ursache der Ver- nachlässigung sehr wichtiger allgemeiner Interessen. Die englische Arbeiterbewegung kann davon erzählen. Es ist nicht Zufall oder Bigotterie, die so viele Führer der englischen Arbeiter, so viele englische Sozialisten zu Temperenzlern gemacht und sie auf den Meetings:c. gegen das Wetten und den Kultus der„Races"(Rennen) donnern läßt. Der Engländer ist nach der einen oder anderen Richtung sehr zur Einseitigkeit, zur Ueberlreibung geneigt. Die große Zahl der Temperenzler oder Teclotaller entspricht der großen Zahl solcher Arbeiter, die der Schaukwirlhschaft, dem„Public House", so zum Opfer fallen, daß sie für nichts anderes Sinn haben, das„Public toufe" ist ein gefährlicher Feind der Arbeiterorganisation. ehnlich mit dem Wettrennen. Während im Lande der stärksten Arbeiterorganisationen die den Interessen der Arbeiterklasse ge- widmeten Organe meist ein höchst prekäres Dasein führen, florirt eine zahllose Presse, die ausschließlich dem Sport gewidmet ist und die zu einem großen, sehr großen Theil ihre Abuehmer hauptsächlich bei den Arbeitern findet. Es ist eine bezeichnende Thatsache, daß das einzige sozialistische Blatt in England, das wirtlich florirt, ein in Manchester publizirtes Wochenblatt ist, das sich durch ziemlich dileltantenhafte Behandlung des Sozia- lismus, aber— wenigstens, wie man mir sagt, denn ich bin darin Thebaner— sehr kompetente Behandlung von Fußball- „Matches" auszeichnet. Um Jrrthümer zu vermeiden, bemerke ich ausdrücklich, daß dies nicht auf die„Workman's Times" zielt. Ter bekannte H. H. Champion, von dem man alles sagen kann, nur nicht, daß er leine gewandte Feder führt oder nichts vom Volksstimme" Kenntniß genommen von dem traurigen Verrath, der an unseren kämpfenden Brüdern in Burg verübt worden ist. Die Versammlung fordert jeden Kollegen auf, alles aufzubieten, um so schnell als möglich für materielle Unterstützung der Burger Streikenden zu sorgen. Auf Veranlassung Menzel's wurde nunmehr in eine Er- örterung des Streitfalles Fleischer kontra Menzel eingetreten, zu dessen Untersuchung in voriger Versammlung erst eine Kommission gewählt war.' Mehrere Redner wiesen darauf hin, daß man der gewählten Kommission die Erledigung dieser Angelegenheit über- lassen müsse, dem sich endlich auch das Bureau anschloß, wo- durch die Versammlung, nachdem sich der Saal schon stark ge- lichtet hatte, ihr Ende erreichte. Die Redaktion ist der Meinung, daß die Bezeichnung„Ver- rath" für ein unzweifelhaft taktisches Ungeschick des Genossen Bock nicht angängig ist. Charlottenburg. Für die Gastwirthe am hiesigen Orte war am 7. Juni eine Versammlung einberufen, die zum Boykott Stellung nehmen sollte. Die Versammlung war ungefähr von 60 Gastwirthen besucht. Hilpert legte in seinem Referat den Anwesenden eingehend die Ursache des Boykotts dar. In der Diskussion bemerkte der Vorsitzende des Charlottenburger Gast- wirthsvereins, Herr R a u: seitdem die Arbeiter organistrt sind, üben sie einen großen Druck auf die Gastwirthe aus. Sie ver» lange», daß der„Vorivärts" ausliegr, schreiben uns vor, was für Bier wir ausschänlen sollen u. s. w., schließlich verlangen sie noch, daß der Gastwirth sagen muß, wo er seinen Anzug her hat. Redner ist entschieden gegen den Boykott. Die weiteren Ausführungen des Redners richten sich in plumper Meise gegen die Sozialdemokratie und den„Vorwärts." Zubeil, der nach einigen heftigen Auftritten zum Wort kam. fertigte den Herrn in gehöriger Weise ab. Nach einer längeren Diskussion über das Für und Wider gelaugte eine Resolution zur Abstimmung, die sich für den Boykott aussprach. Von den Anwesenden stimmten nur 4 dafür, während die andern sich der Stimme enthielten. Die Versammlung verlief deshalb resultatlos. FriedrichSberg. In der öffentlichen Volksversammlung, die am 7. d. M. im„Schwarzen Adler" abgehalten wurde und recht zahlreich von Männern und Frauen besucht war, schilderte Neichstngs-Abgeordneter A. G e r i f ch die Entstehung des Bier- Boykotts, die Ursachen desselben, sowie das rigorose Vorgehen der Brauereibesitzer gegen ihre Arbeiter und das Verhalten der gesammtcn Arheiterschaft gegen die Maßnahmen des Brauer- ringes. An der Diskussion betheiligten sich die Genossen Engler und Schneider, letzlerer hob besonders hervor, daß die Kommission ein grobes Gewicht darauf legt, daß das Bier aus den sieben boykottirten Brauereien gemieden wird. Ferner theilte Schnei- der der Versammlung mit, daß die Saalbcsitzer beschtossen haben, sich mit den Brauereien solidarisch zu erklären. Folgende Reso« lution wurde einstimmig angenommen:„Die Versammlung be- schließt,"den Mchrstt'fo-�nge anstechk- xu- erhalten.- biT dt» Forderungen der Brauereiarbeiter bewilligt resp. bis der Boykott von der Boykottkommisston für beendet erklärt ist". Zum Schluß erstattete die in letzter Volksversammlung gewählte Boykott- kommission Bericht über ihre Thäligkeit. Leider mußte konstatirt werden, daß mehrere Gastwirthe in Friedrichsberg und Lichten« berg Bier aus den sieben boykottirten Brauereien ausschänken. FriedrichShagen. In Lerche's Bürgersälen tagte am 7. Juni eine öffentliche Volksversammlung mit der TageSord- nung:„Der Stand des Bierboykotts". Der Referent Genosse M a t t u tat geißelte in seinem Vortrage die Machinationen der Brauereien gegen ihre Arbeiter und sordelte die Anwesenden am, die Beschlüsse hoch zu halten, um dem Bier- könig Nösicke und Konsorten zu zeigen, wie die Sozialdemokratie das ausführt, was sie heschließt. Einstimmig angenommen wurde die Berliner Resolution, sowie der Antrag des Genosse» Leon- Hardt, den Bierboylott mit allen Mittel» durchzuführen und alles Bier von den Ringbrauereien zu meiden. In der Dis- kusston sprachen fämmtliche Redner im Sinne des Referenten. Zum Schluß machte Genosse Heyselder noch die Lokale bekannt, welche boykottirles Bier ausschänken. Berichtigung. Wie uns mitgetheilt wird, beruht die An- gäbe im Versammluugsbericht der Metallarbeiter in der gestrigen Nummer, daß bei der Firma Joseph infolge des Bier« Boykotts einige Arbeiter entlassen sind, auf eine» Jrrthum. Sozialismus versteht, gab voriges Jahr in Aberdeen, wo er über einen gewisse» Anhang verfügte, ein Blatt heraus. Es fing mit Sozialismus an und endete mit Fußball. Hätte es den umgekehrten Lauf genommen, d. h. nicht zu spät zum Fuß- ball gegriffen, so würde es vielleicht heule noch leben, denn ich bin nicht sicher, daß die torystische Färbung von Champions Sozialismus dem Blatt wesentlich geschadet hat, zumal es in diesem Punkt vorsichtiger gehalten war als der„Labour Elector, der übrigens auch das Zeitliche gesegnet hat. Ich habe da einen wunden Punkt der Arbeiterbewegung und auch der sozialistischen Bewegung Englands berührt, den zu er- örtern ja sehr peinlich ist, aber den man kennen muß, um viele andere Erscheinungen des hiesigen Parteilcbens zu begreifen. Von dem erwähnten Manchester Blatt, das aber ein Privatunlernehinen ist, abgesehen, zahlt sich keines der sozialistischen Blätter Eng- lands hinlänglich, um(was doch auch dazu gehört), seine Mit- ardeiter zu honorire». wenn überhaupt andere Arbeit als die von Setzer und Drucker bezahlt wird. Freilich braucht bei den hiesigen Methoden des Vertriebs ein Blatt auch eine wesentlich höhere Auflage als z. B. in Deutsch- land, um sich zu decken, während die Konkurrenz die Verkaufs- preise enorm herabgedrückt hat. Für einen Penny. also noch nicht 10 Pfennig, bietet die in den Händen von kapitalistischen Unternehmern befindliche Presse oft eine geradezu enorme Fülle von Lesestoff und— Papier, wie sollen die sozialistische» Blätter dagegen konkurriren? Zumal die auf die Leser aus der Arbeiter- klaffe berechneten Blätter gerade soviel von der Arbeiterbewegung bringen und sich soviel mit Arbeitersragen beschäftigen, als der Durchschnittsleser aus der Arbeiterklasse etwa beansprucht, da- neben aber oft die kühnste» Anforderungen an die Sportkolumne oder Sportkolumnen reichlich befriedigt. So ist es gekommen, daß ein sozialistisches Blatt, das keinen Zuschuß von irgend einer Organisarion erfordert, für die es verantwortlich ist, schon halb verdächtig ist, aus irgend welcher unsauberen Quelle subventionirt zu sein. Denn wenn die sozialistische Bewegung Englands auch für den Moment den Champion los ist, so fehlt es nicht an Leuten, die zur Fortsetzung beb Champion'schen Politik so ziemlich alles haben außer dem Talent Champions. Darüber ein andermal mehr!.Hier sei die Thatsache nur erivähnt, um einerseits das Vorhandensein, andererseits die relative Berech- tigung dieses Mißtrauens zu erklären. Große Berliner Schneider- Akademie. 5990L* Berlin C., Rothes Schloss nur No. 1. Größte und besuchteste Fachschule; alleiniger Unterricht nach der unübertreffbaren und allgemein als beste anerkannten Methode Kahn. Wirkliche Garantie für gediegene theoretische und besonders praktische Ausbildung in der Herren-, Damen- und Wäscheschneiderei. Roftenfreier Stellennachweis. Prospekte gratis.- Empfehlenswerth: Lehrbücher für Herren- und Damenschneiderei. Man beachte genau unsere Firma und Hausnummer: nur No. 1. Die Direktion. Kur- Bade- Anstalt und Massage bon H. Mania, Brunzenstr. 16. Dampf- und Heißluft- Kastenbäder, Wannen- und medizinische Bäder. Fuß-, Arm- und einzelne Glieder- Bäder ohne den ganzen Rörper zu strapaziren. Lieferant und Masseur fämmtlicher Drts- Krantenfaffen und freien Hilfskaffen. 54488 Dienstag und Freitag von 1 Uhr ab nur für Damen. Die Filiale nur für Massage ist Thurmstraße 46, 4 bis 51/2 Uhr. Emil Tiersch, ( neben Uhrmacher, Brunnenstr. 18, Greifenbagen) Grosses Lager aller Arten Uhren, Goldwaaren und Ketten zu soliden Preisen. Reparaturen unter Garantie! 5450L* Meinen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß während meiner otermonatlichen Erholungsreise meine Buchdruckerei ununterbrochen weiter fortgeführt wird. 5883L* M. Schrinner, Buchdruckerei, Brunnenstraße 164. B. Günzel, Spezialität: Borträts ber fozialistischen Führer Laffalle und Mary in Cigarrenspitzen, Pfeifen, Brochen, Nadeln, Knöpfen, Stöcken, Büsten, Bildern u.bgl. en gros, en détail.( Man verlange den Preiskourant.)[* Lothringerstrasse 53, vis- à- vis der Pferdebahn- Wartehalle Metzner's Korbwaaren- Fabrik, 1. Berlin, 2. Gefch: Andreasstr. 23, 5. pt., gegenüb. Andreaspl Brunnenstr. 95, gegenüb. Humboldtshain Kinderwagen, cher gratis. Theilzahlung gegrößtes Lager Berlins. Musterstattet, 500 Mark zahle ich Jedem, der mir nachweist, daß ich nicht das größte Kinderwagen- Lager Berlins habe. Rohtabak' Ernst Förster, Berlin NO., Kaiserstr. 30. Altenberg's Färberei, Wäscherei, Garderob.- Reinig.- Anst., NeueJakobstr.17, Brunnenstr. 162, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36, Potsdamerstr. No.57/ 58, Alte Schönhauserstr. 2, empf. j. 8. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jeb. Art, Spizen, Gard., Möbelst. gef. 1 mit. p. Pd., Bettdec. gef. 1,25 Mt. p. Stück. Herren- Anzug gereinigt, gebügelt von 2,50 Mh. an. Reparaturen billigst. Neu! Glanzentfernung von blankgetragenen Kammgarn- Garderoben. vorzügl. u. Garantie, schmerzt., Bahnschmerz beseitigt, schmerz Gegründet 1891. Berlin. Baer Sohn 24a. Chausseestrasse 24a. 11. Brückenstrasse Il. 16. Grosse Frankfurterstrasse 16. Billigster Verkauf zu streng festen, in Zahlen gezeichneten Preisen. 6008L Ladellose Maaß- Anfertigung unter Leitung eigener erster Meister. HERREN- U. KNABEN Bekleidung. Kinderwagen- Bazar Max Brinner Jerufalemerfstr. 42, part. und 1. Etage, Großart. Auswahl Kinderwagen, Puppenwagen, Kindersportwagen billigst. und Brunnenſtr. 6. Theilzahlung Haßberlauf sie abgeftattet. Künstl. Zähne, tores Bahnstehen. The Izahlung. Goldstein, Drantenstr. 125 Bestes Pugmittel der Welt! Frucht- Säfte Simbeer-, Kirsch, Johannisbeersaft, vorzüglich, Literflasche 1,30 Mk. 6a Belle- Allianceplay 6a. Eugen Neumann& Co., 781 81 Neue Friedrichstr. 81. 8 Dranienftr. 8 Kinder Brot! Brot! Wagen, Krantenwagen Das größte Brot der Jehtzeit, 61/2 Korbwaaren, Pfund, gut ausgebacken und vorzügl. Solzwaaren, schmackhaft, 50 Pfennige. Sämmtliche größtes Lager Weißwaare, 5 Stück für 10 Pfennige, Berlins, zu haben in der Bäckerei Theilzahlung Johann Stade, geftattet, Musterbücher gratis, empfiehlt NIVERSAL METALL Schutzmarke PUTZ- POMADE ADALBERT VOGT& C BERLIN FRIEDRICHSBERG plene Halliee Diese Universal- Metall- Puh1107b Pomade ist von uns zuerst im Jahre 1876 eingeführt und das Fabrikzeichen ,, Helm burch gefeßliche Eintragung zur Schuhmarke gekenn zeichnet worden. Alle ähnlich ausSO., 10. Lübbenerstraße 10. größt. Lager, billigste A. W. Schulz, Kinderwagen, reise, D. 10 M. an, fchenden Erzeugniffe find beshalb Brunnenstr. 145 Ede Rheinsbergerstr.), Hauptgeschäft Brunnenstrasse 95, vis- à- vis Sumboldthain. Teleph.- A. 8. Nr. 1767. Spezial- Versand. 5825L Mohr'sche Margarine empfiehlt täglich frisch & Pfund 60, 70 unb 80 Pfennige Bothe, Markthalle Dresdnerftr. Std. 200 u. 201. Markthalle Dorotheenstraße Stand 250. Gegründet 1884. 55/55 Jede Nähmaschine reparire unbedingt gut und Billig, Erfahtheile berechne möglichst billig, Schiffchen 70 Pf., Spulen 5 Pf., 28.M.- Spulen 20 Pf. u. s. w. Auch habe Vertretung für gute neue Maschinen. auch Theils zahlung. 128L W. Holze, Oranienstraße 3. 1248* Roh- Tabak alle Sorten, billigte Preiſe. Max Jacoby, Strelitzerstraße Nr. 52. Musikwerke verleiht von 1Mark an an dec Karlstr.24 friedrichste Gardinen- Reste Empfehle mich bestens allen Parteis au 1-4 Fenstern paffend, spottbilligst genoffen. W. Maaste, Schwebterftr. 31. in der Fabrit Grüner Weg 80, part. Roh- Tabak!! Empfehle mein reichfortirtes Lager u. offerire: Sumatra à 1,25 M., 1,40 m., 1,50 M., 1,75 M.,( 2,00 m., bedt mit 2 Bfb., schneeweißer Brand) 2,50 M. bis 5,00 m., fowie sämmtliche in- und ausländische Rohtabake zu den billigsten Preisen. W. Lindenstädt, 179. Brunnenstr. 179.[ 58L* 48. Landsbergerstr. 48. Eingang v. Flur. Kinderwagen. 194L Raften, Leiter und Sport- Wagen. Größtes Lager Berlins. Fabrikpreise. Stets das Neuefte auf Lager. Reine Marktschreierei. Theilzahlung gestattet. Musterbücher gratis. Auch stehen alte Wagen zum Verkauf. 5721L* 53 Andreas- Straße 53 parterre und 1. Etage. Photographishes Atelier Kranzbinderei und Blumenvon Carl Gräfe Berlin S., Prinzenstr. 11 hält sich den Parteigenossen zur AufPorträts Handlung 54409* von J. Meyer, Wienerfir. 1( nur bort) Guirlanden à Mtr. von 15 Pfg. an. Telephon Amt 4, 9482. Nachahmungen unseres unübertroffenen Pugmittels. 308L* Noch nie dagewesen!! Reine Ronkurrenz ist im Stande, Herren- und Knaben- Garderoben aus den reellsten, reinwollenen Stoffen zu solch' fabelhaften, billigen Preisen zu verkaufen; denn wir nur allein liefern: Engl. Jaquet u. Rock- Anzüge( auch in schwarz Tudy und Kammgarn) von 12, 14, 16, 18, 20, 24, 27, 30 Mark prima. Sommerpaletots jetzt zu halben Preisen von 8, 9, 10, 12, 15, 18, 20, 24, 25 Mark prima. Sofen in dauerhaften, reinwollenen Stoffen von 3, 4, 5, 6, 8, 9, 10, 12 Mk. prima. Alparca- und Turntuch- Jaquets v. 1,50 M. an. naben- und BurschenAnzüge in Wasch- und WollHoffen, jeht von 3 M. an. Goldene 110, Künstler- Octav- Harmonika mit feinst. Neusilberstimmen Specialität 96 tönig, geschraubt, genaueste Abstimmung in allen Dur- und Moll- Tonarten pr. Stück 8. 30, portofrei gegenNachnahme. Ia. Qual, Garantie. Wiederverkäufern entsprech. Rabatt. C. Weiss, Mundharmonikafabrik Gosheim, Württemberg. Zurüdgesezte( wenig fehlerhafte) Teppiche!! Portieren!! Gardinen!! Steppdecken!! erstaunlich billig in der Fabrik Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Berlin S. von Gegründet 1891. Berlin. Bengengefuch!! Ersuche den Herrn, welcher am 6. Mat, Sonntag vor Pfingsten, gesehen hat, wie der Mam den Hund geschoffen hat, da es derfelbe jest streitet. Üm 1170b die werthe Adreffe bittet Rodam, Petersburgerstr. 80. Stimmbegabte Herren alteren Gefangverein, Mt. b. Arb.- 5.- 8., Elisabethkirchstr. 14. bei einem 1164b ! Roh- Tabak! Sämmtl. in- und ausländischen Sorten, gute Qualität, tabelloser Brand, in billiger Preislage, empfiehlt RohtabakHeinr. Franck, tabak Brunnenstrasse 185. Wurstfabrik mit Dampfbetrieb. Mein Prachtkatalog ilhelmftr. 56, of regts. mit buntfarbigen Teppich- Illustrationen auf Wunsch gratis und franko. Roh- Tabak A. Goldschmidt, 4485L am hiesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabate find am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2. Photographie Jeden Morgen von 7-9 Uhr Ver tauf von Wurf Rückenfett Liesen 1147b Eisbeinen zu Engros- Preifen. nochen #. f. w. Junger, lediger Mann, Handwerker, wünscht sich mit 1000 m. an irgend einem reellen Geschäft zu betheiligen refp. auch Vertrauensposten zu übernehmen. Gefällige Offerten bitte eine aufenden an Adolf Weigand, 1074b Adalbertstr. 3, v. 3 Tr. r. Kinderwagen, wie neu, 4rädrig, bill. zu vert. F. Bring, Mariannenstr. 18. 84L1 Atelier Koch Hasenhaide 52/53 Arbeitsmarkt. Eine Holz- Rouleaux- Fabrik sucht wischen Camphaufen- u. Fichteftraße an allen Orten tüchtige leistungsfähige 1 Dyd. Visit- Bilder 3 M. Vertreter gegen hohe Provision. 1/4 Dhd. Kabinet- Bilder 5 Mark. Geöffnet täglich, auch Sonntags, un unterbr. v. 8 Uhr Morg. b. 7 Uhr Abds. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren H. Strelow, Tischlermstr. Offerten unter J. D. 9838 an Rud. 820 Moffe, Berlin SW. Wicklermeister. Von einer Dynamo- Fabrit Mitteldeutschlands wird zu sofortigem Eintritt ein durchaus tüchtiger, energischer Wicklermeister, der im Wickeln von Trommelantern, Magneten u. f. w. prattische Erfahrung hat, gesucht. Ferner finden noch einige tüchtige Wickler, welche durchaus selbständige Arbeiter sind, gegen hohen Lohn und eventuelle Bergütung der Umzugstoften Rixdorf, 229L" Berliner Strasse 40, am Dentmal. Eine alte deutsche Feuer- Bers.- Gesell thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. Angebote unter C. B. 52 an die Hohe fortlaufende Bezüge event. auch Ann- Erp. v. G. L. Daube& Co., Frankfurt a. M. feftes Gehalt werden zugesichert. 110. Leipzigerstr. 110. haft fucht für Berlin u. die Proving Beschäftigung. nahme von Borināts u.( Gruppenbild Cigarren eigner Fabrik Fertige Betten, bestens empfohlen. Spezialität: Vereinsund Fabrik- Gruppen. Achtung! Kein Laden. Kontroll- Schuhmarke. 2802 Nur eigene Fabritation, 25 Bigarren Zabate. Hippentabat 2 37o. 60 71L* Pfd. fg. 5. E. Dinslage, Rottbuferstr. 4, Hof part. von großer berbett, xpedition entgegen. 420/12 11546 Offerten unter O. P. 2 nimmt die Ein durch lange Arbeitslosigkeit in 219L Noth gerathener Arbeiter sucht Arbeit. H. Unterbett, 2 Ropftiffen, m. gerein. neuen Homöopath. Arst Dr. Höfch, Linien- Nähere Auskunft Wienerftr. 8 S. part. straße 149, 8-10, 5 bis rechts b. Döring. Heinr. Bräuer, Forsterstr. 2, Federn, v. 12 M. an, fertige Julets, 7, Gonntags 8-10 Uhr. 74L* Bettwäsche, Matratzen jeder Art, Tischler Freunden u. Genoffen bestens empoblen. Stepp, Schlaf-, Bettbeden u. Polster Wegen Todesfalls ist ein gangbares toen 2 Rabinet empfiehlt gesucht Rompagnon mit 5-600 Näheres Bermittler verb. Bu erfragen Bessel- ftraße 124, Hof Seitenfi. 4£ r. straße 4 im Schuhgeschäft. Geisler. Vier Mark and 12 Biftbilder ſtreng reel bekannte, 1870 gegründete Kundschaft Südwest sofort zu vertauſen.& inlage, saberes Große Frankfurterbei Böhme, Lindenstr. 43, Spezial Gefchäft von S. Pollack, gegenüber der Simmerstraße. Oranienptr. 61, am Moribplay 1081b 1169b Spezialität Ringe! Das der Neuzeit entsprechend eingerichtete, feit 16 Jahren bestehende große Uhren- u. Goldwaaren- Lager под Elegante Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maaß. 62 Paletots. empfiehlt wie bekannt in reellſter Ausführung und allerbilligſten Breiſen Elegante HerrenAnzüge. J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstrasse 18, Ecke der Stettinerstraße. Ich habe keine Filialen und Behe mit ähnlich lautenden Firmen in keinerlei Beziehung. Bitte daher genau auf Firma zu akten. di alla 48941 Max Busse Brunnenstr. 175, empfiehlt neben der Invalidenstrasse Pferdebahn- Haltestelle Uhren jeden Genres, Broches, Ohrringe, Armbänder, Halsketten, Medaillons, Herze, Shlipsnadeln, Stulpenknöpfe c. in maffio Gold, Silber, Doublégold, Granaten und Corallen. Gr. Auswahl in Ringen. Massiv goldene Ketten, gesetzlich geftempelt, nach Gewicht bei niedrigster Façonberechnung. Echte Brillanten, Türkisen, sowie Edelsteine aller Art. Rheinkiesel u. Simili's. Tafelgeräthe, Bowlen, Bestecks. Brautkränze in Silber u. Alfénide. Die geschmackvollsten Mufter find stets am Lager. Der be deutende Umsatz ermöglicht den Verkauf zu Fabritpreisen. Eigene Fabrikation. Gr. Werkstatt für Reparaturen. Max Busse Uhrmacher und Juwelier, Brunnenstraße 175 neben der Japalidenstraße. Pferdebahn Haltestelle Inde Spezialität: Ringe. Zum Arbeiterfreund, 201 Oranienstraße 201, Siegfried Bornstein, Gerren- und Knaben- Garderoben, Fabrikation und me guten, wo themess Konkurrens eigene Stoffen, beste Verarbeitung, ftets Neuheiten, die Spize. Man überzeuge fich von der anerkannten Reellität. Jacket- Anzüge von 10 M. an, Bodt- Anzüge von 15 M., Surfchen- und Kinder- Anzüge von 2 M. Valetots, riesige Auswahl, von 8 M. an. Nur gute, reelle Waare, teine Uebervortheilung. Maaßfachen in 24 Stunden, garantirt gut fihend ohne Preisaufschlag. Ine Roh- Tedos Total- Ausverkauf! 919 Tabaken and Utensilien für 1700 frels oital dadthat?) ZAGREBL NHO 0825 ensd dusdan Bacherlin ob op0 Onfecten Zacherlin ist das Bestgerühmte Mittel gegen jederlei Insekten. 2.1. Die Merkmale des staunenswerth wirkenden Bacherlins sind: 1. Die versiegelte Flasche; 2. der Name Bacherl" Die Flaschen foften 30, 60 Pf., m. 1.-, m. 2.-, der Zacherlin- Sparer 50 Pfgeometra Chile. Niederlagen find in Berlin viele Sunderte, jedoch wohlgemerkt nur dort, we Bacherlin- Plakate aus gehängt find. ### Die Firma besteht seit 1873. 0000 GESCHAFTSHAUS S.HEINE Neuheiten für bie Sommersaison in baumwollenen Kleiderstoffen, garantirt waschecht, Meter v. 35 Pf. an. Fertige oftime, Blusen und Kostümröcke, reich garnirt, 7,50 m., 9 M. und 10 M., reine Wolle, auf Futter und reich garnirt, Stück 10 M., 12. u. 13,50 M. Die schönsten Kinderkleider für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenröde, Unterröcke und Schürzen in größter Auswahl vorräthig, ev. Maaße D anfertigung schnell! BERLIN.N.CHAUSSEESTR.14. Reste a. einzelne Roben spottbillig! August Schulze Goldarbeiter 35, Tr. Sommandanten nr. 1 Tr. 35 Trauringe: maffio gold. Ringe, Betten, Armbänder, Bitte auf Haus2Dukaten 21 M. Broche, Ohrringe, Granaten, Korallen. No. zu achten. Telephon Amt I. 7468. Cigarren- Fabrikanten !! billigster Einkauf!! W. Hermann Müller 100% Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung.m anterricht nur für Damen. Wegen Geschäftsauflösung Meine toloffalen Borrathe, bestehend in Damentleiberstoffen aller Art aus eigener Fabrik werden zu enorm billigen Preisen ausverkauft. des 2241 Außerdem empfehle mein reichfortirtes Sager in Seidenstoffen für Roben und Besähe, Sammete, Plüsche, Moiree, Satins, Gattune und Unterrockstoffe, sowie Teppiche, Gardinen, Bortieren, Möbel und Läuferstoffe, Tisch, Schlaf- und Bettdecken. Wäsche, Corsets, Bloufen, Unterröde, Schürzen und Tücher. Gleichzeitig ftelle bie nach voc handene Damenkonfektion, bestehend in Regenmanteln und Jadets, fir die Hälfte des Werthes zum Berkauf. Creditgewährung! Mechanische Weberei F. M. Merkel. nach Uebereinkunft! Ein Jeder mache den Versuch. Hulda Thieme Wissenschaftliche Zuschmeidekunst bisher Inhaberin der Firm Prospekte gratis u. franco. ehr- Institut für wissenschaftliche) Zuschneidekunst Henry Sherman lebrt ohne Freibandzeichnen in fur er Beit feine neu verbefferte Me thobe. Mafnehmen ohne apparate. Theoretisch 20 Mart einschließlich funftbeiliger Lehrmittel, gefeßlich gechupt. Reine Reben- Ausgaben. Lag lich aufnahme. Rabcurfus 30 Mart. bauptbureaus 40 Berlin W. Leipzigerstr. 40 Bweig Rebr.Inßitute: im 3n- slande Lehreringen ge H. Richter, Optifer, Specialität: Roftümfrage Berlin, C. Spittelmarkt,( Wallstr. 1) und Weinbergsweg 15b, nahe am Rosenthaler Thor. Anerkannt befte und billigste Be augsquelle aller optischen Artikel 10 1939 1 20 Rathenower Alumingold- Brillen und Pincenez, garant. nie schwarz werd. M. 2,50 Nickelbrillen u. Pincenez 1,50 do. allerfeinste Qualität 2, Rathenower Stahlbrillen ,, 1, Alles mit den besten Rathenower Krystallgläsern L. Qual. verjeben Operngläser, rein achromat. M. 6. Neu! Richter's Opern- u. Reiseglas Excelsior inkl. Lederetui u. Riemen M. 12, übertrifft alles bisher Gebotene. Prompter Verfandt nach außerhalb gegen vorherige Einsendung oder Nachnahme. Genauente Fachkenntniß. Eigene Werkstatt. 3545L Bitte genau auf Straße und Nummer zu achten, um sich vor werthlofen adjahmungen und Täuschung zu schüßen. Sonntags v. 8-10,12-2 geöffnet. Kalläne& Meiling Berlin SW., Benthstr. 9. bidog w. Französischestrasse 55. Kunstfärberei und chem. Waschanstalt Herren- Garderoben- Reinigung u. Reparatur. Spezialität: Gardinen- Wäscherei. W. Potsdamerstrasse 51. SW. Blücherstrasse 69. 0. Blumenstrasse 70. NO. Neue Königstrasse 42. 1. Lothringerstrasse 29. N. Invalidenstrasse 139. EW. Wilsnackerstrasse 45. Abholung und Rücksendung kostenfrei. Preislisten franke. Festsendungen prozipt. Charlottenburg, Berlinerstr. 126. di Streng feste Preise. Koulante Bedienung. Won 5. att 8 Mart. Billigfter Detailverhand fir deutschen, engl. riferne Bettstellen u. Matragen Fabrit mit Dampfbatsbel. Detailverfant mir e E. Sass. ite. 127, of ot Illuftr. Preistourant gratis und franko. Sonntags geöffnet. Aus Drenokhan's Milchsuppen- Pulver, enthaltend nur in Pulverform in Verbindung mit Gries, Maispuder und Banille, Hafer mebl, Ratas nebft Zucker und Gewürzen, fertig zuin Gebrauch, derefter man fich in einer Minute idratuo regasista Sadnated spalast ste Für 3 69 3 Pfennige laho einen Teller der schmackhaftesten und kraftigsten un Milchsuppe. 1891 Drenckhan's Milch- Bakan& M. 1,60 und 2 M. per Pfund in hinsichtlich Nährwerth und Verdaulichkeit das beste kakaopräparat der Belt. Drenckhan's entölter Bakas, garantirt rein, 2. 50 PR per Pfund. Borräthig in allen Detailgeschäften in Backeten von 10 Pf. an Drenckhan's Milchpulver- Fabrik. Carl Ehrhorn, Harburg a. E Reste Kleiderstoffe, Wollmousseline, Madapolan, Waschstoffe, Hemden tuche, Leinen, Bettzeuge, Gar dinen, Barchende, 6chürzen stoffe etc. u ganz außergewöhnlich billigen. festen Preisen. Reinickendorfer 3072 H. Marcus, Strasse a. Hötet Euch & vor gewissenlosen Kaufleuten, die Each sagen, Dies 1st so gut wie" oder dasselbe wie" Karol Weil's Selfenextract. Es ist falsok!- Karol Weil's Seifenextract, das beste Waschmittel der Welt, ist nur echt, wenn in hellgranem Papier gepackt, mit Schatzmarke Waschfass, und darf nicht verwechselt werden mit geringwerthigen Seifenpulvern, welche die Wäsche ruiniren. Bekanntmachung. Die Stelle eines befoldeten Beigeordneten der Stadt Mainz ist nach Maßgabe der Bestimmungen der Städteordnung für das Großherzog thum Hessen auf mindestens 6 oder höchstens 12 Jahre anderweit zu besetzen. Mit der Stelle ist ein pensionsfähiger Jahresgehalt von 6000 M. bis 7200 m. verbunden. Der befoldete Beigeordnete ist berechtigt und verpflichtet, sofern er bei seiner Anstellung das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, der Wittwen- und Waisenanstalt für die Angestellten der Stadt Mainz beizutreten. Der Antritt des Amtes soll möglichst bald, spätestens aber am 1. Oktober 1894 geschehen. 298L* Bewerber, welche die Befähigung für das Richteramt oder den höheren Verwaltungsdienst nachzuweisen vermögen, find eingeladen, ihre Eingaben unter doppeltem Umschlage, wovon der innere lediglich die Aufschrift Bewerbung um die Stelle eines Beigeordneten" trägt, bis längstens den 1. Juli 1894 an die Bürgermeisterei Mainz zu richten. Die Bewerbungen müssen eine Beschreibung des bisherigen Lebenslaufes und die Originale oder beglaubigte Abschriften derjenigen Urkunden enthalten, aus welchen sich die genügende Vorbildung des Bewerbers ergiebt. Mainz, 7. Juni 1894. Der Bürgermeister: Dr. Gassner. Freireligiöse Gemeinde zu Berlin. Sonnabend, den 23. Juni 1894, Stempel! * Gr. Berliner Kunstausstellung 797M] Ausstellungs- Palast, Lehrter Bahnhof 3. Mai bis 2. September. Geöffnet von 10 Uhr Vormittags bis 9 Uhr Abends. Eintritt 50 Pf., Montags 1 Mark. Vereins- Abzeichen. H.GUTTMANN Stempel, ( Schablonen-, SchilderFabrik * Berlin N., Brunnenstr.9. Stempel! Gravirung von Inschriften etc. Lassalle- mufter frco. geg. Eini. Nadeln z Wiederverk. in Puhlmanns Sommer- Theater, Schönhauser Allee 148: von 20 Pf. H. Guttmann, Brunnenstr. 9. Grokes Sommerfest. Reichhaltiges Programm. Auftreten des gesammten Künstler Personals unter Mitwirkung des Gesang- Chors der Gemeinde. Einlasskarten à 30 Pf. excl. Zanz sind zu haben bei Heber, Alexandrinen. ftraße 14, 2 r.; Eichelhardt, Raiser Wilhelmstr. 33, 3 Tr.; Göpel, ŽionsfirchBlah 5; Lützler, Fehrbellinerstr. 52a; Peege, Rüdersdorferstraße 48; Pütter, Gerichtsstr. 28, 3 r.; Rubenow, Brunnenstr. 134; Vogtherr, Stephanstr. 27a; Heuer, Waldemarstr. 44; Börner, Ritterstr. 15; Amelung, Waßmannstr. 12; Tutzauer, Röpniderstr. 25; Stöpel, Dresdenerstr. 32; Burghardt, Schönhauser Allee 184, Eing. Lottumstr. im Laden; Wernau, Rosenstr. 30; Krüger, Hirtenstr. 10. Anfang des Konzerts 41/2 Uhr. Eröffnung der Kaffeeküche 3 Uhr. Programm an der Kontrolle. Das Comité. Um zahlreiche Betheiligung bittet 1158b Lawn- tennis- Schuhe und-Bälle, Radfahrer, Turn- u. Kellner- Schuhe mit Gummi- Sohlen, Gummi- Tischdecken, Auflegeftoffe zc. au billigften Fabrifpreisen empfiehlt[ 697 0. Lietzmann, Gummiwaarenfabrik, Rosenthalerstr. 44. 1894 Wir bestätigen hiermit, daß Herr R. Plessner, Lothringerstr. 9, das Bier, welches in seinem Bierverlag zum Berlauf gelangt, ausschließlich von der Münchener Brauhaus Aktien- Gesellschaft cutnimmt. Berlin, den 5. Juni 1894. 1159b Münchener Brauhaus, Akt.- Gesellsch. Arendt. Bezugnehmend auf obige Bestätigung des Münchener Brauhaus, Aft.- Gesellsch., erbiete ich mich zur Lieferung Empfehle allen Freunden und von Flaschenbier aus der Münchener Brauhaus AktienGenossen des Südostens meinen reichh. Frühstück, Mittags u. Abendtisch zu kleinen Preisen. Geſellſchaft. Verein deutsch. Schuhmacher. Franz Gittler, Versammlungen W am Montag, den II. Juni cr., Abends 8 Uhr: Filiale I bei Wilke, Andreasstr. 26. Referentin: Frau Reimann. Filiale II Feindt, Weinstr. 11. Referentin: Frl. Baader. Filiale III Tränkler, Solmsstr. 44. Referent: Genoffe Zunker. " " Tages- Ordnung: Rixdorf Mariannenstraße 48, Ed. Wiersing's Restaurant, Garten und Ball- Salon. Knesebeckstr. 77. Herrmannstr. 87. Jeden Sonntag: Gr. Familien- Ball. 1. Streit und Boykott. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Aus- 2 gabe der Billets zum 4. Stiftungsfest am 1. Juli. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet 465/8 nadssur Die Ortsverwaltung. Grosse öffentliche Versammlung der Mechaniker u. verw. Berufsgen. am Dienstag, den 12. Juni cr., Abends 8%, Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20. Zage3 Ordnung: 1. Bentralisation der Orts- Krantentassen. Referent R. Assmann. 2. Abrechnung und Beschlußfaffung über den Fonds der Mechaniker von 1890. 8. Berschiedenes. 2219 In dem Lokal wird kein boykottirtes oder Ringbier verschänkt. Große öffentliche Versammlung Spezialitäten- Vorstellung. verdeckte Regelbahnen. 112 Kaffeeküche. NB. Für Vereine, Fußpartien, Festlichkeiten und Leichenzüge stehen meine Lokalitäten zur Verfügung. 178L Regelbahn, Stunde 50 Pf. Vereinszimmer für 10-200 Personen. 896b( Lucullus) Hafenhaide 55. Empfehle den Genossen den Besuch meiner Schantwirthschaft. Reelle Speisen, gute Getränke. Vereinszimmer für ca. 100 Personen. 561* SwinemünderStraße 45. Auch sind Töpfersteine zu haben. Edmund Renter, Fortuna- Säle 3. Stranßberger- Straße 3. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Hochachtungsvoll R. Plessner, Berlin N., Lothringerstr. 9. Telephon: Amt 7, No. 224. Ausstellung Italien in Berlin. ( Stadtbahn- Station: Zoologischer Garten.) Täglich geöffnet von Morgens 10 Uhr bis Abends 12 Uhr. Massen- Konzerte sämmtl. italien. Musikkorps, darunter des Gr. italienischen Opern- Orchesters des Maestro Cav. Gialdino Gialdini. Entree 50 Pf. Sonnabend, den 9. und Sonntag, den 10., Abends 81/2 Uhr, in der großen Arena: Auftr. des Cav. Prof. Eugenid Pini, Fechtmstr. der fgl. Ital. Marine. HEF Grosses Fechttournier auf Floret und Säbel. Rontrahenten: Fechtmeister Neumeister, Neumann, Luigi Sestini, Baron Meloni, Ugo de Veroli. Zum Schlusse: Entscheidungsmensur um die Meisterschaft der Welt zwischen Cav. Pini und dem Universitätsfechtmeister Prof. J. Hartl aus Wien. Sonntag früh von 51/2 bis 10 Uhr bei günstiger Witterung: FrühKonzert sämmtlicher Musik- und Sänger- Chöre. Entree bis 10 Uhr 30 Pf. 00000-0-000000 der Schneider u. Schneiderinnen der Herren- Konfektionsbranche Spezialität.- Vorstellung. Schweizer Garten. am Montag, den 11. Juni, Abends 8% hr, in Hensel's Fest- Säle, Invalidenstr. 1, Ecke Brunnenstraße. Zages Ordnung: 1. Unsere Forderungen in der Herren- Konfektionsbranche und wie können wir dieselben erkämpfen. Referent: Kollege Wiesemann. 2. Diskussion. 8. Wahl einer Lohnkommission. 399/5 Alle Kollegen, besonders diejenigen, welche selbst Kollegen in der Hauszahlreich zu erscheinen. industrie beschäftigen, werden ersucht, der wichtigen Tagesordnung halber, recht Der Einberufer. Ortskasse d. Tischler u. Pianofortearbeiter Berlins Mitglieder- Versammlungen am Montag, 11. Juni, Ab. 8½ Uhr, in der Konkordia, am Mittwoch, 13. Juni, Ab. 8% Uhr, in den Germaniafälen, Chauffeeftr. 103. Tagesordnungen in beiden Versammlungen: 1. Wie stellen sich die Mitglieder zu der von der Innung geplanten Gründung einer Innungs- Krankenkasse. Referent C. Koblenzer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 319/14 Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Rollegen zu erscheinen. Die Herren Meister, insbesondere die Innungsmeister find zu ben Versammlungen höflichst eingeladen. Bur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. Allgemeiner deutscher Tapezirer- Verein. Montag, den 11. Juni, Abends 8/2 hr, im Lokale des Herrn Bolt, Alte Jakobstraße Nr. 75: Mitglieder- Versammlung. 818/11 Tagesordnung: Jeden Donnerstag: Grosse Gesellschaftsstunde. Empfehle meine Säle zu PrivatFestlichkeiten u. Versammlungen; auch find einige schöne Vereinszimmer au haben. 5731L* B. Nieft's Festsäle, 17. Weberstr. 17. Versammlungen. empfiehlt fichu Bergnügungen und Restaurant Willerscheidt Allen Genossen be ft en 3 empfohlen. Gutes Lagerbier, Brauerei Nordstern. N., Wollinerstr. 21. Borz Weißbier, Brauerei E. Gebhard. Bereinszimmer für 25-30 Perf. Vorwärts" und" Gastwirthsgehilfe" liegt aus. 277L Ich empfehle meine Bier- Grosshandlung, indem ich nur nichtboykottirte Biere verkaufe und bitte, mein Geschäft mit der Brauerei Germania 1083b nicht zu verwechseln. Die Bier- Großhandlung T. Hebenstreit, Bandelstr. 23. Weißbier! Für Fabriken und Werkstätten sowie für Wiederverkäufer liefere ich mein Versand- Weißbier in unübertrefflicher Güte zum Preise von 1. Bortrag des Genoffen Schmidt über: Die Entwidlung der Technit 3 Mt. für 40 halbe ober 45 4/10 oder in den letzten 50 Jahren und deren Folgen." 2. Distusfion. 3. Vereinsangelegenheiten. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Verband der in der Kürschner- Branche 25 8/10 oder 20 ganze Flaschen, frei in's Haus, in Flaschen mit Patentverschluß, ohne Pfandberechnung. Fernsprecher Amt Schöneberg No. 92. A. Seidler, Schöneberg, beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen.( Filiale Berlin.) Sedanktraße Nr. 73-75 and 82. Mitglieder- Versammlung am Montag, den 11. Juni 1894, Abends präz. 8½ Uhr, im Lokale Landsbergerstraße Nr. 31. Zagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Millarg. 2. Diskussion. Berliner Weissbier- Brauerei. Evora- Bräu B. Gewerkschaftliches. 98/3 in vorzügl. Qualität empfiehlt in GeGäste willkommen. Die Ortsverwaltung. NB. Wir theilen allen Kollegen und Kolleginnen mit, dass unser Stiftungs- binden v. 20-100 Ltr. 30 FI. = 3 M. fest, welches am 18. Juni in der Brauerei Friedrichshain stattfinden sollte, Otto Linke, Lagerhof 3. bis auf unbestimmte Zeit aufgehoben ist. Verausgabte Billets bitten wir einzuziehen. Telephon Amt III Nr. 404. Am Friedrichshain. Am Königsthor. Täglich: Theater- u. Spezialitäten- Vorstellung. Jm neu Volksbelustigungen aller Art. parquettisten Saale: Täglich: Gr. Ball. } Bon 5-7/ 2 Uhr: Freier Damentanz. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Pf., Billets vorher 25 Pf. 000000-0-0000000 Neue Welt. Hasenhaide. Sonntag: Letztes Sonntags- Auftreten folgender Spezialitäten: Geschw. Sinetti, Geschw. Vorlop, Miß Eksp, Grunatho- Truppe, Geschw. Sinetti, Geschw. Vorlop, Miz Ekßip, Grunatho- Truppe, 819 Geschw. Seydel, Originalneger Mr. Jones. Letzte Höllen- Drahtseilfahrt der Miss Eksi p. Gr. Konzert. Gr. Ball. Brillant- Feuerwerk. Entree 30 Pf. Kinder 5 Pf. Militär 10 Pf. Reservirter. Platz 50 Pf. Donnerstag, 14. Juni: Erstes diesjähriges Gala, Parade, Land-, Wasser und Kriegsfeuerwerk. Beschießung und Brand des Schloffes zu Heidelberg. Johannisthaler Volksgarten A. Senftleben, Johannisthal. Ausschank der Versandt- Bier- Brauerei Königs- Wusterhausen. Vereinen und Ausflüglern bestens empfohlen. 290L* Wohin? Nach Adlershof zu Vater Wöllstein. Pankow, W. Buge's Vereinshaus Treptow. Park- Restaurant. Station Pankow( Nordbahn), Schulzeftr. 28. Jeden Sonntag: BALL. Garten und Kegelbahn. Ausschank der Bock- Brauerel, Köpenicker Landstraße. Drittes Lokal hinter der Verbindungsbahn. Prachtvoller, Schattiger Garten. Circa 5000 läge. 4/10: 15 Pf. f. Lagerbier 10 elegante Kegelbahnen, Kaffeeküche. Jeden Sonntag: Frei- Concert. Empfehle meinen neu erbauten gr. Concert- Saal mit Bühne, sowie 2 fleinere Säle zur Abhaltung von Sommerfesten, Hochzeiten zc. ze. Wilh. Jacob, Gastwirth. Jeben Sonntag: Grosser Ball. Ausschank von Weiss- und Bairisch- Bier. Park Bade's Volksgarten. Treptow, Strasse. Die Baffeehüche ist geöffnet. D. 0. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthitraße 2.