ib. 243. 34. �( 5 Pfennig) SS'ft'sSVÄ D D-- dorlMszahlbar. Einzelne Wochmtagz. I I ff DM fichript f. die sicbengcspalti-nc JJolond. nummern b Pfz. Sonntagsnummer �M L�\ f/ zeilc 60 Pfg.„blcinc Anzeigen". mit illustrierter Beilage.Die Neue I Is��M 1 w) MW IX �M--- das fettgedruckte Wort 20 Psg.«zu- Welt" 10 Psg. Postbezug! Monatlich ���M tck?�M I Vi I f/ lässig 2 fettgedruckte Worte), jedes JßO Mb Unter Kreuzband stir I I �M I �B �- �B I weitere Wort 1v Psg. Stellengesuche Deutschland und Oesterreich. Ungarn I I I �B nitd Schlafstellenanzeigcn das 2.w Mt., für das übrige Ausland 4 Mb-��M I I �M I �B �B ��Bv_�Bl �B �B Wort 10 Psg.. jedes weitere Wort ö Psg. nionatlich. Postbestellungen nehmen �M I I �M I �B I. � Worte über tö. Buchstaben zähle» für an Dänemark. Holland, Luxemburg, �M I I �MI // zwei Worte. Teuerungszuschlag 20°/» Schweden u. die Schweiz. Eingetragen MBei-J S �rS S Ae ksamilicn» Anzeigen»il Psg., in die Post-Zeitungs-Preisliste. politische u. gewerkschaftliche Vereins. EAch-w�ag-ich. v Telegramm-Adresse:>""_*>*--" J)/ f» Uhr nachmitb im Hauptgeschäft. .Sozialdemokrat Berlin"..— v— � Berlüi©B.BS, Lindenstrage 8, aw .«-zi-toemorrar-oeriin.- M �■rf'-rf' � gegeben werden. Geöffnet von S Uhr Vevlrnev VolksblsK.' �entralorgan äeu fo�ialäemokrati fcken Partei veuttcklanäs. Reüattton: Ew. öS, Linüenstraße Z. Mittwack de« ki Sedtetnber 1Ä17 Expeüttion: SM. HS, Linüenstraße Z. Fernsprecher: Amt Morttzvla«, Nr. 151 90—151 97._"_ Fernsprecher: Amt Morwpla», Nr. ISI 9V— I.S1 97. iZllnamllntle genommen- Sie Ha erreicht? Heftiger Artilleriekampf m Flandern— Bombenwürfe auf Calais und Dünkirchen — Der Sieg bei Riga— Unsere Truppen vor Dünamünde— Ueberstürzter Rückzug der Russen— 150 Geschütze erbeutet, mehrere Tausend Gefangene— Erneute schwere kämpfe am Monte San Gabriele. Amtlich. Großes Hauptquartier, 4. September 1917. M. T. B.> Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern war nachmittags die Kampftätigkeit der Ar- tillericn an der Küste und zwischen Langemarck und Warnetou zu großer Heftigkeit gesteigert. Im Bogen von Jpern entspannen sich Kleinkämpfc im Borfeld unserer Stellungen; dabei wurden einige Engländer gefangen genommen. Nachts griff der Feind nordwestlich von Lens an; er drang vorübergehend in unsere Linien, aus denen er sogleich durch Gegenstoß vertrieben wurde. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In der Champagne stießen die Fralizoseu an der Straße Somme-Py— Sonain nach Trommelfeuer vor. Unser Gegen- angriff warf sie aus einem von uns geräumten Graben»«der hinaus. Der Feuerkamps vor Berdun nahm abends wieder große Stärke an; auch die Nacht hindurch lagen die Artillerien auf dem Ostnfer»er Maas'im WirkungSfeucr. � Heeresgruppe Herzog A l b r e ch t. Westlich der Mosel wurden von gewaltsamer Erkundung bei Rcmeuauville französische Gefangene eingebracht. In der Nacht vom 2. zum 3. 9. bewarfen unsere Flieger Calais und Düntirchcn mit Bomben. Die entstandenen Brände waren tagsüber zu beobachten. Dover wurde gestern, Chatham, Sheerncß und RamSgate wurden heut nacht durch unsere Flug- zeuge mit Bomben angegriffen. Gestern sind 19 feindliche Flieger und 2 Fesselballone ab- geschossen worden. Rittmeister Frhr. v. Richthofen errang den 61. Lufifieg; der vor kurzem wegen seiner Kampfleistungen vom Bizefeldwebel zum Offizier beförderte Leutnant Müller brachte seinen 27. Gegner zum Absturz. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front Prinz Leopold. Nach zweitägiger Schlacht hat die 8. Armee unter Führung des Generals der Infanterie v. Hutier gestern das an mehreren Stellen brennende Riga von Westen und Südosten her genommen! Unsere kampfbcwährten Truppen brachen überall den russischen Widerstand und überwanden in ungestümem Drang nach vorwärts jedes Hindernis, das Wald und Sumpf bot. Die englischen Gewerkschaften gegen Stockholm. London, 4. September. Reutermcldung. Der Gewerk- schaftskongreß in Blackpool entschied mit 2 849 000 gegen 91 000 Stimmen, dos? unter den gegenwärtigen Umständen die Stockholmer Konferenz keinen Erfolg versprechen würde. »* * Vertagung um zwei Nonate. London, 3. September. sReuter.) Ter Gewerkschaftskongreß, der heute in Blackpool eröffnet wurde, ist von 695 Delegierten be- sucht. Hill sagte in der Eröffnungsansprache, aus dem Bericht der Jndustriekommission gehe hervor, daß die Unruhe in, der Arbeiterschaft dem Wortbruch der Regierung über die industrielle Dienstpflicht zuzuschreiben sei, da die Arbeiter aus Furcht vor Einstellung in die Armee gezwungen waren, un- würdige Bedingungen anzunehmen. Ein anderer Grund sei, daß die Arbeiter wüßten, daß die hohen Lebensmittelpreise die Folge von ungezügelter Preistreiberei durch Zwischen- Händler seien, lieber den Krieg sagte Hill, daß alle Arbeiter darin einig seien, daß Belgien vollständig wiedcrherge- st e l l t werden müßte. Polen, dem Elsaß und dem Trentino sei nach der übereinstimmenden Ansicht aller Verbündeten volles Recht zugesagt worden. Aber könne dies mit den Waffen erreicht werden, wo bereits neun Mit- lionen Mann g es allen seien? Ob der Erfolg erreicht Der Russe hat seinen ausgedehnten Brückenkopf westlich der Düna und Riga in größter Erle geräumt; unsere Divisionen stehen vor Dünamündc. Dichte, ungeordnete Heerhaufen dringen sich in Tag- und Nachtmärschen auf allen Wegen von Riga nach Nordosten. Südlich der großen Straße nach Wenden, zu beiden Seiten des Gr. Jaegel-Baches warfen sich in verzweifelten, blutigen Angriffen starke russische Kräfte unseren Truppen entgegen, um den Abzug der geschlagenen 12. Armee zu decken. In erbittertem Kampf erlagen sie unserem Sturm; die große Straße ist an mehreren Stellen von unseren Divisionen erreicht; einige Tausend Russen find gefangen, mehr als 156 Geschütze und zahlloses Kriegsgerät erbeutet.— Die Schlacht bei Riga ist ein neues Ruhmesblatt der deutschen Armee! FrontErzherzogJofeph. Südöstlich von Czernowitz entrissen österreichisch-ungarische Regimenter den Russen eine zäh verteidigte Höhcnstellung. Zwischen Screth und Moldawa dauert die lebhafte Gefechts- tätigkeit an. Heeresgruppe Mackensen. ' Bei Muncelul, nordwestlich von Focsani, scheiterten mehrere russisch-rumänische Angriffe verlustreich. Mazedonische �ront. Die Truppen der feindlichen Mächte wiederholten ihre An- griffe gestern nicht. Der Erste Gr n e r al qu a rti e r m e i st e r. Ludendorff. ' Abendbericht.- B.e r l i n, 4. September 4917, abends. Amtlich. Im Westen auflebende Gcfechtstätigkeit. Im Osten wurden die Russen über die livländischc Aa zurückgeworfen. Dünamünde ist vom Feinde geräumt. Ter österreichische Bericht. Wien, den 4. September 1917.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz. Nordwestlich von Focsani brachen zwei Angriffe der Russen und Rumänen zusammen. Südöstlich von Czernowitz eroberten unsere Truppen in zähem Ringen eine stark verschanzte Höhe. Deutsche Korps haben Riga in siegreichem Ansturm genommen. Italienischer Kriegsschauplatz. Der gestrige Tag verlief ohne größere Jnfanteriekämpfe. In der Nacht wiesen wir bei Kal und Madoni italienische Borstöße ab. Seit heute früh stehen am Nordhang des Monte San Gabriele unsere Truppen erneuert in heftigem Kampfe. Trieft ist wieder von feindlichen Fliegern angegriffen worden. Der Chef des GencralstabeS. werde oder nicht, der Krieg sei die Regierung der Demokratie. Redner verurteilte, daß der Demokratie der Wer- kündeten �das. Recht abgesprochen sei, Ver- tretern aller Länder zu begegnen, um die D e m o kr a t ie d er W e lt zu propagieren und zu be- festigen. Ueber die inneren Reformen sagte er, dazu sei mehr nötig, als Anträge zu stellen. Er meine aber nicht, daß eine Re- Volution dazu nötig sei. da diese nur eine Gruppe von Autokraten durch eine andere ersetze. Nötig sei vielmehr Agitation, Auf- klärung und Organisation. Hill schloß mit der Erklärung, daß die Gewerkschaften die Verlautbarte Absicht der Verbündeten unter- stützten.' Eine Kommission wurde ernannt, um über die Stock- h o l m e r Frage zu beraten. Sie erstattete Bericht, daß die Stockholmer Konferenz augenblickliche keinen Erfolg haben würde, und schlug vor, sich darum zu be- mühen, eine Uebereinkunft zwischen den arbeitenden Klassen in den verbündeten Ländern zustande zu bringen, da dies die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche inter« nationale Konferenz sei. Die Erörterung über die Stock- holmer Konferenz wurde auf de» nächsten Tag verschoben. Der Kongreß beschloß, gegen die Verweigerung von Pässen nach Stockholm zu protestieren, da nach all- gemeiner Auffassung eine internationale Konferenz dem Abschluß eines dauerhaften demokratischen Friedens notwendig vorausgehen müsse. Kopenhagen, 4. September.„BerlmgSke Tidende* meldet aus Stockholm: Tie Stockholmer Konferenz Wirdum mindestens zwei Monate vertagt werden. Der holländisch-skandinavische Ausschuß hält unerschütterlich an der Ueberzeugung fest, daß die Konferenz trotz aller Schwierigkeiten abgehalten werden muß. Zur Ginnahme von Riga. Der Einzug der Deutschen in Riga ist für die Regierungen der Entente sicher alles eher als ein freudiges Ereignis. Aber jedes Mitgefühl für sie— für sie, nicht für ihre schiverge- prüften Völker— wird zurückgeschreckt durch die Erwägung, daß sie sich diesen neuen Schmerz hätten ersparen können. wenn sie den Friedcnswünschen des deutschen Volkes entgegen gekommen wären. Mit dem Friedensangebot vom 12. Dezember 1916 hätte, trotz seiner Mängel und taktischen Fehler, bei einigem guten Willen der Gegner eine Entwicklung eingeleitet werden können, die in Wochen zum Waffenstillstand und zur Einleitung der Friedensverhandlungen geführt hätte. Heute schon würden sich die Völker der Gegenseite eines Friedens erfreuen können, der für sie weder unehrenhaft noch unvorteilhaft gewesen wäre. Statt dessen haben sie eine Neuauflage des Krieges bekommen, die bis jetzt anderthalb mal. so lange wie der deutsch-franzö- fische Krieg von 70/71 dauerte, ungleich mehr Opfer forderte, zahllose Enttäuschungen brachte und nun ihren vorläufigen Abschluß fand durch den siegreichen Einzug der Deutschen in die große russische Handelsmetropole an der Ostsee. Hätte vor neun Monaten ein Franzose, Engländer oder Russe die Kriegslage von heute voraus prophezeit, so wäre er, gesteinigt worden. War doch das Friedensangebot voni 12. Dezember den Ententediplomaten nichts als ein schlaiwr Versuch, sie um ihren unmittelbar bevorstehenden Endsieg zu betrügen! Ader die Entente war noch schlauer und ging in diese Falle nicht, ebenso wenig wie in die von Stockholm oder in die des Friedensbeschlusses vom 19. Juli. Was hat, diese' Schlauheit den Völkern der Entente'schon gekostet'! Wir erhoffen von der Einnahme Rigas eine Erschütterung des kriegslügnerischen Glaubens, deutsche Friedenswünsche seien ein Zeichen deutscher Schwäche. Nach dem Willen der Gegner steht uns ein vierter Kriegswinter bevor, der uns ebenso hart werden wird wie ihnen, ein Winter, der allen Ländern schwere Leiden auferlegen und die Sterblichkeit vermehren wird. Zusammenbrechen werden wir in ihm nicht! Mögen die Gegner eine Stimme hören, die nie aufgeregten Kriegspropheten gefolgt ist und sich stets an die nüchternste Beobachtung der Dinge gc- halten hat! Wer drüben dem deutschen Volk große Schwierig- ketten für diesen Winter prophezeit, hat unzweifelhaft recht. Wer den Zusammenbruch Deutschlands voraussagt, ist ein Phantast oder ein Lügner. Der Frieden wird nicht kommen, wenn Deutschland zusammenbricht, sondern wenn sich die Völker nicht mehr von Lügnern und Phantasten am Leitseil führen lassen. Der Eindruck des neuesten Kriegsereignisses auf die öffent- lichc Meinung des feindlichen Auslandes wird indes nicht so stark sein und sich nicht überall in der Richtung bewegen, wie die Friedensfreunde hierzulande wünschen werden. Für eine Abschwächung der Wirkung sorgt schon die löbliche Einrichtung der Pressezensur.' Dazu komnit, daß man in England und in Frankreich auf' unangenehme Nachrichten aus dem Osten längst eingestellt ist und das ganze Interesse auf den Westen kon- zentriert. Wie wird aber die Wirkung auf Rußland selbst sein? Nachdem die Vorläufige Regierung neuerdings dem Londoner Abkommen vom September 1914 beigetreten ist, das die Krieg- führenden verpflichtet, nur gemeinsam Frieden zu schließen, kann man nicht damit rechnen, daß Rußland durch militärische Mißerfolge einem Sonderfrieden geneigt werden könnte. Der Friedenswille Rußlands kann sich nicht in direkten Verhandlungen mit seinen Gegnern, sondern nur auf der Konferenz der Alliierten geltend machen. Die Stellung Rußlands zur Kriegs- und Friedensfragc hängt aber von einer schwankenden Verteilung der Kräfteverhältnisse ab. Liest nian die Selbstanklagen, die das russische Heer in seinen Berichten erhebt, so kann man nicht an der Absicht, der militärischen Kreise zweifeln, gerade durch eine krasse Schilderung der Miß- erfolge den Verteidig ungswillen des Volkes neu anzustacheln. Sicher wird auch die Einnahme von Riga diesen Zwecken dienen müssen. Gegenüber solchen Versuchen muß immer wieder gesagt werden, daß das russische'Volk gar keinen Feind hat, gegen den es sich zu verteidigen braucht. Und dasselbe gilt auch vün den Völkern, mit denen das russische verbündet ist. Auch sie haben keinen Feind, gegen den sie sich verteidigen müssen. Dauert der Kampf fort, so ist das i h r Wille oder der ihrer Machthaber,' und die militärische Wirksamkeit Deutschlands ist nur die Folge des auf der Gegenseite vorhandenen Kriegs- willens. Es ist die verrückteste Situation, die jemals erlebt worden ist. Da ist ein Staat, der längst den Frieden haben will und immer tvieder von seinen Gegnern gezwungen wird — zu siegen! Dieser Staat will den Frieden, und er will ihn auch jetzt, so wie er ihn am 12. Dezember 1816 und am 19. In!: h. gcwoM hat, kein mZlitärischer Erfolg kann den Pillen des deutschen Volkes erschuxtern, sobald wie möglich zu einem frieden zu gSlangen. den kein Volk Politisch unterdriukt und wirtschaftlich vcrgelvaltigt. l'einen Zwang zu Gebietsabtretungen und Kontributionen in sich einschließt. Es sind nur dünne Schichten, deren Friedensliebe sich nach der Kriegskarte richtet: daß sie vorhanden sind, soll alber nicht geleugnet lverden. Es gibt auch hierzulande zwischon annexionistischen und anti- annexioniftischen Bestrebungen Pendelschwingungen der Stimmung, die aber mit der laugen Dauer des Krieges zu- sehcnds schwacher geworden sind- Dafiir bricht sich in immer weitere» Kreisen die Er- kcnntniö durch, daß zur Beendigung dieses Krieges mili» tärische und politische Mittel zusammenwirken müssen. Gilt es auf der einen Seite, idcn Völkern nn andern �ager zu sagen, daß sie tatsachlich belogen werden, wenn man sie über deutsche Friedensangebote �ils Zeichen des bevorstehenden deutscheu Zusammenbruchs hinwegzuschwiiideln versucht, so muß ihnen auf der anderen Seite auch begreiflich gemacht ivcrdcn, daß von deiltscher Seite kein.Hindernis besteht, dieses sinnlose Gemetzel zu beenden. Es ist erfreulich, daß die de litis che Antwort an den Pap st nicht im Zeiche» schwindender deutscher Militär kraft stehen wird, sondern im Zeichen eines deutschen Kraft' beweiseS. Ilm so offener kann sie aussprechen, daß das deutsche Boll aus diesem Kriege keinen andern Gewinn heim tragen ivill als den eines durch internationale Rcchtsgarantien gesicherten dauernden Friedens. Lehnen die Gegner ab, so ist das ganze deutsche Volk bereit, daran nsitzuhelsen, daß Riga in diesem Kriege nicht der letzte Waffenerfolg bleibt. So und nur so können Kriegführung und Politik ge m e i ir s a m das schwerste Werk, das je einem Volke ans erlegt ivar, erfolgreich beenden! sfc» * Tie„Bossische Zeitung" schreibt in einer Polemik gegen das„Berliner Tageblatt": tliiscrcs Wissens«herrsitit auch unter den Mebrhcitspacteicn dec. Sieichstags eine sehr erhebliche und, wie wir wohl lwssc» dürfen, wachsende Strömung, die zwar die Not- wnidigkeit anerkennt, die natioiialen Wünsche der östlichen Pölterschasten zu erfüllen, nicht aber einseitig und ölme eine Bcrjtäiidigung mit Rußland. Die weitblickenden deutschen Kreise, auf die sich das„Berliner Togvblatt" beruft, sind nicht im Zweifel darüber, daß für Deutschland die Notwendigkeit einer dauernden und vollkommenen Verständigung mit Ruß- l a» d allen übrigen Wünschen und Bestrebungen vorangeht. Wir sind überzeugt, daß diese Gedankengänge sicher auch von Rednern der Mcbrbeitsparteien in den erwähnten Sitzungen des .Eanplansschusses klar zum Ausdruck gebracht worden sind. Wir möchten auch betonen, daß die hocherfreuliche Tatsache der E i n- »ahme Rigas an dem grundsätzlichen Charakter dieser Er- wägungen nichts zu ändern vermag, Der„Vorwärts" hat schon bei der Proklamation der pol» nischen Selbständigkeit am 5. Rovember v. I. und seitdem nn» verändert die— eigentlich ganz selstverständliche— Auf» sassling vertreten, daß über die kriegsbesetzten Gebietedes r» Mischen Reichs endgültig nnr in den kommenden Friedensverhandlungen entschieden werden kann. Tie Lösung muß dann auf der Grundlage des von der vor- Unifigei! russischen Regierung verkündeten und von der deut- 'wen Regierung grundsätzlich angenommenen Friedenspro» traiiims.gesucht und gesunden werden. Der Sieg bei Riga. V c r l i n, September. Ter deutsche Borstoß gegen Riga war von de» Russe» seit Iniigerer Zeit erwartet. Sie fühlten sich jedoch durch die weiten S ii m p f c, die die Stadt im Westen schühe», und de» breite», von saiiddurchsctitcn Sumpfufcr» eingefaßten J ii ii« st r o m vor jeder deiitschen Ucbcrraschung vollkommeii sicher.— Ilcbcrdics waren starke russische Kräfte an dieser Front zusammen- gezogen. Allein in dem Brnckrnkopf auf dem westlichen Dmianfer >i»d den östlich anschließenden StrUungc» standen etwa l Jiifanterie-Divisioncn nnd eine Kavallcrie-Division. Noch am UI. August war man in Riga bis in die späten Abend- iimidcu vollkommeii ruhig. Das Theater spielte wie gc- wohnlich, llntcr der Zuschancrmciige befanden sich zahlreiche Offiziere, wahrscheinlich sogar der O b c r k o m m n n d i c r e n d c selbst. Bereits ani 25. August hatte der Spczialkorresp ondcnt der „Dailp News" ans Petrograd eine» ausführlichen Bericht über die lievorstchcndc deutsche Osfcnsivr an der Rigaer Front gedrahtet, indem er schrieb, daß bisher keinerlei Anzeichen vorlägen, daß die Deutschen auch nur den gcringstcu Erfolg erreiche» würden. War man auch so ans eine deutsche Aktion vorbereitet, so wurde man dennoch durch Ort, Stunde und die Wucht, mit der sie einsetzte, vollkommen ii b c r r a s ch t. Oie Kämpfe bei Riga und Friedrichstadt r/p*■tfraws* 5 10 15 10 KS Am Morgen des 1. September machte heftiges Artillerie- und Minenwerferfeuer die russischen Stellungeit sturmreif; unter seinem Schutze setzte die deutsche Jiifautcrie zwischen Borkowitz und Tünhof über de» Strom. Noch im scindlichcn Feuer wurde mit dem Brücken- bau dcgonncn. Nach kurzer Zeit waren drei Brücke» über die 3l)v Meter breite Düna fertiggestellt, über die imverweilt starke Truppentörpcr auf das Nord- „icr des Flusses drangen, bis an den kleine» Jacgel vorstießen und iich hier festsetzten. Die Russen gingen sofort von Riga aus zum Gegenangriff über. Bcrzweifrlte Angriffe rücksichtslos ein gesetzter Rcginicntcr folgten einander. AUciii trotz aller Blukopfer elaiig es nicht, die deutschen Truppe», die sich zähe an den gc .. onnenrn Boten klammerten, wieder zu Wersen. Weiteres Bordringen ließ die Deutschen schon am 2. September den großen Fnegel erreichen und am 3. konnte die große, von Riga nach Wenden führende Straße unter wirksames Feuer genommen werden. In wilder Hast drängten hier die russischen Massen nach Nordosten, während ihre todesmutigen Nachhuten zwischen den Seen und Sumpfengen verzweifelten Widerstand leisteten. Allein das Schicksal Rigas war besiegelt. Am 3. September 11 Uhr vormittags drangen die Deutschen von Südosten und Westen in die Stadt ein. Zwar waren die eisernen Brücken über die Düna gesprengt und die Holzbrücken sämtlich verbrannt, zwar brannten die Bahnhäfc und die Fabriken an beiden Tüna-Ufern allein die Russen hatten infolge des über alle Begriffe raschen und entschlossenen deutschen Bordringens keine Zeit gehabt, die Stadt planmäßig zu plündern und zu zerstören. Tic in die Hände der Deutschen gefallene Beute läßt sich zurzeit noch nicht ziffernmäßig erfassen. Deutsche Truppen aller Stämme sind an dem glänzenden Unternehmen beteiligt; auch die Kavallerie ist dabei wieder der Eigenart ihrer Waffe entsprechend verwendet worden Die Truppen sind noch überall im Vorgehe». Bon der See griff dir deutsche Marine wirkungsvoll in den Kamps ein. Auf dem westlichen Düna-Uscr erfolgte noch am 3. September die Annäherung an Dünamündc, dessen westlicher Teil alsbald besrbt wurde. Alle Versuche der Russen, durch wiederholte Gegenangriffe die Kampfes- tust nnd den Schneid der deutschen Truppen zu lähmen, scheiterten Der deutsche Angriffsplan wnrde ohne Abweichung durchgeführt. Die Russen über ihre Niederlage. Petersburg, 3. September. sMeidung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Die Offensive der Deutschen an der Front bei Riga hat am 1. September um 7 Uhr morgens mit einem Angriffe auf die Stellungen bei Uexküll nach mehr- ständiger Vorbereitung durch Artilleriefeucr begonnen; die russischen Truppen, welche die Düna verteidigten, gingen z u r ü ck. Den Deutschen gelang es, bei Uexlüll auf Brücken auf das rechte Düna- user überzugehen, und die russische Infanterie konnte trotz glänzen der Wirkung der Artillerie, welche eine der Brücken zerstörte, den Borstoß der Deutschen nicht aushalten. Der Feind zieht daraus Nutzen, erweitert seinen Erfolg schnell und hat begonnen, nach Norden vorzudringen; Gegenangriffe der Russen sind erfolglos gewesen. Die russischen Heeresberichte melden über die Er- eigniffe bei Riga folgendes: Vom 2. September. Westfront: Am 1. September setzten die Deutschen uacb heftiger Artillerievorbereitung über die Düna in der Gegend sbon Uexküll südöstlich von Riga, besetzten Kupferhammer und erweiterten ihren Erfolg in nördlicher Richtung. Unsere Gegenangriffe waren erfolglos. Am 2. September ergriff der Feind ebenfalls die Offensive in der Gegend der Straße von Miiau. Die Kämpfe dauern noch an. Vom 3. S e v t e in b e r. W e st f r o n t: Auf dem linken Düna- user westlich von Riga baben unsere Trtzppen sich am 2. September gegen Morgen auf eine Linie Ditderliiigshof-�Medem— Dahlen zurückgezogen. In der Richtung auf Uexlüll auf dem nörd- lichen Ufer der Düna haben die Deutschen am 1. und 2. Sep- tember Kart nackige Angriffe gemacht, besonders an der Front Stchl—Melmuger— Skripte— Launn, sowie an der Mündung des Oger. Am 2. September gegen Abend gelang eS den Drntschr», unsere Stellungen am Iägelflnsse in der Gegend von Mclmnger und Skripte einzudrücken. Mehrere von unseren Truppen- teilen verließen ihre Stellungen freiwillig und gingen nordwärts zurück; Versuche, die Lage durch Gegenangriffe zu retten, waren erfolglos. Angesichts der so in der Gegend von Riga entstaildellen drohenden Lage wurde befohlen, diese Gegend aufzugeben. An der übrigen Front Gewehrfeucr, ani heftigsten in der Rich- tung auf WUiia........ * Amsterdam, 4. September. Der Stockholmer Aorrespondeni des „Algemeen Hairdelsblad" erfährt von russischer Seite, daß eö an der Front von Riga zu einem blutigen Zusammenftost zwischen einem russischen Bataillon nnd einem lettischen Scharfschützen- bataillon kam. Viele Soldaten wurden getötet. Demselben Korrespondenten zufolge plünderte am Tage vor der Eröffnung der Moskauer Konferenz der Pöbel einen Laden mit Methylalkohol und betrank sich furchtbar. In Moskau sind infolge davon über 10« Personen an Alkoholvergiftung gestorben. Auch in der Umgebung d>er Stadt sollen Menschen au Methyl- alkoholvergiftung zugrundegegangen sein. Die Greuel von Kalusz. Russische«elbstanklagc. Berlin, 3. September. DaS Organ des russischen Kriegsministcrs „Armee und Flotte deS freien Rußlands" bringt am 17. August den nachstehenneu Bericht: Die Stoßbataillone, mit Osfiziersketten vor sich, hatten Kalusz genommen. Zur Befestigung der Stellung wurden zwei Jnfanterieregimenter in die Stadt vorgezogen. Die Brigade ergab sich, ohne aus den Befehl der Offiziere zu hören, so- fort der Völlerei und dem Rand. Die Soldaten wälzten sich aus der Straße und schliirsteii gierig den in den Rinnstein fließenden Alkohol. Die Offiziere durchbohrten sie mit ihren Bajonetten. Bolschewistische Fähnriche tranleu mit den Soldaten und reizten sie zu Gewalttägtigkeiten auf. Die Deutschen beschossen Kalusz. Der Donner der Geschütze wurde tatsächlich übertönt von dem Geschrei der Frauen, die von den Soldaten vergewaltigt wurden, und denen sie die Hände und Brüste abschnitten. Weder Greisinnen noch Kinder wurden verschont. Eine Menge Juden, Polen und Ruthenen hatten in der Hoffnung, ihr letztes Geld zu retten, ihren minder- jährigen Kindern Säckchen mit Geld um den Hals gehängt. Die Soldaten entkleideten und beraubten die Kinder. vergewaltigten sie und vierteilten fic. Auf der Straße waren Maschinengewehre aufgestellt. die alles, was am Leben war, niedermachten. Die Deutschen wußten, was in Kalusz vorging, und beschlossen, es zurückzu- erobern. Zwei Schwadronen einer kaukasischen Eingeborenen- division veisuchten das Blutbad zu hindern. Sic wurden nicht angehört und mit dem Bajonett bedroht!'Der Osfizier Dadiani er- zählt, daß er bei Betreten eines Hauses die entstellten Leichen einer ganzen Familie vorfand. Die Soldaten waren gerade im Begriff, eine Frau niederzumachen. Auf seinen Ruf:„Was macht Ihr?" antworteten die Soldaten:„Wir suchen ein Maschinengewehr" und bedrohten den Osfizier mit ihren Bajonetten. Die Deutschen näherte» sich schon der Stadt und eröffneten Gewehrfeuer. Die russische In- santerie verlaugte von den Kaukasiern, daß diese sie gegen die Deut- scheu verleidigen sollten. Pflichigelrcu entschlossen sich die Kaukasier, Kalusz bis zur letzten Möglichkeit zu halten. Am nächsten Tag war Kalusz wieder in dem Besitz der Deutschen. Stürmer gestorben. Petersburg, 3. September. Der ehemalige Ministerpräsident S t ü r m e r ist im Alter von 77 Jahren an Urämie gestorben. Stürmer bat während des Krieges etwa G/. Jahre lang— von Februar bis Ende November 191S— den Posten eines russischen Miiiifterpräfideiiteii innegehabt. Nach innen reaktionärer Bureau- trat, irug er viel dazu bei, jene Mißstiminuiig auch im loyalen Bürgertum zu erregen, die schließlich zum Untergang des zarischen Regiments geführt hat, namentlich durch die Knebe- lung und Bevormundung der vom Bürgertum und den SemstwoS geschaffenen Selbsthilseorganisationen. Die Gründe seines endlichen Sturzes liegen jedoch auf a I! ß e r v o l i t i s ch e N! Gebiete. Stürmer galt den imperialistischen russischen Liberalen und Ruß- lands westlichen Verbündeten als der F r i e d e n s f r,e u n d- s ch a f t verdächtig; man sagte ihm sogar nach. er babe den Zaren zu einem Sondcririedcn mit Deutschland veranlassen wollen. Jedenfalls hat bei seinem Sturz der englische Botschafter Buchanan stark die Hand im Spiele gehabt. Stürmers Nachfolger wurde T r e p o w, der dann in einer schmetternden Eroberungsrede das deutsche Friedensangebot zurückwies. Nach dem Sieg der Revolution wurde Stürmer in Anklagezustand versetzt, vor der Aburteilung zusammen mit Suchomlinow hat ihn jetzt der Tpd bewahrt.__ Amerika verweigert Rußland den Kredit? Lugano, 4. September.«T.-U.s Der Petersburger Vertreter des„Corriere della Sera" drahtet seinem Blatte: Die Vereinigten Staaten � von Nordamerika baben der russiicken Regierung den angekündigten Kredit von 5 Milliarden Dollar verweigert und als Grund ihres Verhalten die Unklarheit der Lage in Rußland angeführt. Die Finanzunterstützung der Vereinigten Staaten wird sich vor- läufig auf Vorschüsse beschränken, die in Hinblick auf die von Ruß- land in den Vereinigten Staaten gemachten Bestellungen gezahlt werden. Tie Nachricht ist unverbürgt und daher mit einiger Vorsicht aufzunehmen, aber immerhin nicht ganz unwahrscheinlich. Der finnische Landtag tritt nicht zusammen. Kopenhagen, 3. September.„Berlingske Tidende" wird über Haparanda aus HelsingforS gemeldet, daß das von Petersburg auS verbreitete Gerücht, der Landtag solle am 1. September zusammen- treten, nicht richtig ist. Die Mitglieder des Landtages hatten bereits am Mittwoch abend nach der ersten Sitzung im alten Landtagsgebäude die Heimreise angetreten. Der ganze Mittwoch verlief volllommen ruhig. Der Generalgouverneur richtete einen öffentlichen Dank an die Bevölkerung für ihr ruhiges Verhalten. Es find umfassende Matzregeln getroffen, um den Schmuggeleien an der finnisch-schwedischen Grenze ein Ende zu bereiten. Gerards mpfteriö'ser Drief. Berlin, 4. September. sW. T. B.) Einer Reutermeldung zufolge bespricht der frühere amerikanische Botschafter Gerard in seiner jüngsten Veröffentlichung im„Daily Telegraph" die letzte Woche vor dem Kriege und erzählt, daß er schließlich, als er eingesehen habe, daß keine Hoffnung auf eine friedliche Lösung mehr vorhanden sei, einen letzten verzweifelten Versuch unternommen habe, der in den Annale» der Diplomatie beispiellos sei. Er habe sich nämlich brieflich an den Reichskanzler ge- wandt und ihn gefragt, ob es denn gar nichts gebe, waL die Vereinigten Staaten tun könnten. oder was c r selb st zu tun vermöchte, um den schrecklichen Krieg a b z u>v e n d e n. Er sei im voraus davon über- zeugt, daß der Präsident alle seine Schritte im Interesse des Friedens billigen werde. Auf diesen Brief habe er nie eine Antwort erhalten. Einen Tag später sei die Kriegserklärung an Rußland erfolgt. Gegenüber dicsen Angaben söi feftgöstelll. daß ein der- artiges Schreiben des Herrn Gerard deut» scherseits niemals bekannt geworden ist. Weder Herr von Bethmann Hollweg noch das Auswärtige Amt ist in den Besitz eines solchen Briefes gelangt. Eine neue Ententekonferenz. London, 4. September. Exchange Telegram Company meldet aus Washington, es verlaute, daß wieder eine Kon- ferenz der Alliierten in Paris abgehalten werden wird. Man glaubt, daß der Zusainmenbruch Rußlands und die Frage der Zufuhr nach Italien diese Beratung notwendig mache. Dänemark protestiert gegen öie englische Neutralitätsverletzung. ' Kopenhagen, 3. September. Das Bureau Ritzau meidet: Aus Anlaß der während des Seegefechts vor Bjerregaard am 1. September von britischer Seite verübten Verletzung des neutralen dänischen Hoheitsgebiets erhielt der dänische Gesandte in London die A n w e i s u n g, bei der englischen Regierung bestimmten Protest einzulegen. Es wird untersucht, ob bei der genannten Gelegenbeit eine Verletzung des dänischen Hoheitsgebiets auch von deutscher Seite durch Fortsetzung des Kampfes ans dänischem See- gebiet stattgefunden hat. Sämtliche geborgenen, im Dienste der deutschen Marine stehenden Personen werden inter- n i c r t.___ Amerika beschlagnahmt österreichische Schiffe. Bern, 3.-september.„Matin" meldet aus New Dork: Die aiiieritcmischc Flagpe wurde auf dem österreichischen Dampfer Martha(8430 Tonnen! gehißt. Der vor Washington liegende Dampfer wurde vom Shippingboard beschlagnahmt und zur Bcr- sügung des Kricgsdcpartemcnts für Beförderung von Truppen nnd Kriegsmaterial gestellt. Eine amtliche Erklärung besagt: Trotzdem die Vereinigten Staaten sich nicht mit Oesterreich im Kriegszustand befinden, gestaltet ein intcriintionales Gesetz den Gebrauch inter- nierter Schiffe gegen Bezahlung einer Entschädigung an den Besitzer. Drakonische Maßregeln gegen üen Post- streik in Portugal. . Lissabon, 3. September.(Havasmeldmig.) Ein Regierungserlaß kündigt an, daß infolge der Unterstellung der Post- und Tele- graphenbeamten unter die Militärgewalt diejenigen, die ihrem Dienst länger als 4v Stunden fernblieben, als fahnenflüchtig angesehen werden würden._ Ein Dementi König Konstantins. Die Schweizerische Depeschen-Agentur verbreitet eine Knud- gebung König Konstantins von Griechenland. Danach setzt der König den Angaben, die VenizeloS in der griechischen Kammer über die Haltung des Königs in der auswärtigen Politik des Königreichs gemacht hat, ein formelles Dementi entgegen, da sie nicht der Wahrheit entsprechen. |Wchaclls über die Der Reichskanzler hat dem Direktor von Wolfss Tele- graphenbureau, Dr. Mantler, seine Ansichten über die Ent- hüllungen aus dem Suchomlinow-Prozetz in folgender Weise dargelegt: Tie Aussagen des früheren russischen Kriegsministers und Gcneralstabschefs sind von der gröhten Bedeutung. Sie sind ge- eignet, die feindliche Legende von der deutschen Schuld am Krieg vollends zu zerstören, und sie werden die euro- vaische und außereuropäische Qeffentlichkeit, soweit ihr überhauvt die Berichte zugänglich gemacht werden, zwingen, ihr Urteil über Deutschland zu berichtigen. Der Zeitpunkt, zu dem die Enthüllungen erfolgen, ist um so günstiger, als wir soeben Kenntnis von der amerikanischen Antwort auf die zum Frieden mabnende päpstliche Note erhalten haben. In der Note LansingS wird die deütsche Regierung als .„eine unverantwortliche Regierung" gekennzeichnet, die„im geheimen eine Weltherrschast plante, die ihre eigene Zeit für den Krieg wählte, ihren Plan grausam und plötzlich ausführte, sich weder an die Schranken des Gesetzes noch an die der Wahrhaftigkeit kehrte und einen großen Kontinent mit dem Blute nickt nur von Soldaten, sondern dem Blute schuldloser Frauen und Kinder und hilfloser Armen überströmte.". Lffenbar hatte die amerikanisch« Regierung, als sie sich diese Anklagen aus der Berleumdungswerkstatt der Entente zu eigen machte, noch keine Kenntnis von dem Verlaufe des Prozesses gegen Suchomlinow. Sie hättd sonst doch am Ende anders ge� urteilt. Wer den Zeitpunkt zum Kriege gewählt hat, steht jetzt im- widerleglich fest. Nicht Deutschland ist es gewesen, sondern eine Militärpartei, die den russischen Zaren umgab, und die sich rm Banne von Frankreich und England befunden hat. Der deutsche Kaiser, der vor dem Kriege, namentlich auch Rußland gegenüber, bei jeder Gelegenheit deutlich seinem eigenen Friedenswillen und dem des deutschen Volles Ausdruck gegeben hat, ist von den Er- eignissen, wie allgemein bekannt, auf seiner Erholungsreise nach den nordischen Ländern überrascht worden. Bis zum letzten Augenblick hat er in seinem Telegrammwechsel mit dem Zaren und dem englischen König die ernstesten und eindringlichsten Versuche gemacht, im Sinne des Friedens zu wirken. Ter Schwer- Punkt der neuen Enthüllungen liegt darin, daß der Zar, der über Krieg und Frieden zu entscheiden hatte, durch die Bemühungen des deutschen Kaisers auch in der Tat zu der Ueberzeugung gelangt>var, daß Deutschland den Krieg nicht wollte. Die Folge dieser lieber- zeugung war sein bindender Befehl, die russische M o b i l i- sierung rückgängig zu inachen. Aber ein paar Ber- brccher, die den Zaren belogen, haben sich über den Befehl hin- weggesetzt und sein: Ausführung durchkreuzt. Die Folge der Bc- mühungen des deutschen Kaisers war iveitcr die Weisung des Zaren an den General Januschkewitsch, dem deutschen Botschafter Grafen Pourtales Versicherungen über den Friedenswillen Ruß- lands abzugeben. Auch die Ausführung dieses Befehls ist h i n t e r- trieben worden, und zwar durch Herrn Ssasonow, der offenbar befürchtete, daß der um die bisherige Erhaltung des Friedens ver- diente deutsche Botschafter daraufhin noch weitere Ivirksamc Schritte für die Vermeidung des drohenden Krieges tun könnte. Wer steckte hnrter all diesen Leuten, die es doch wohl nicht allein aus sich selbst unternehmen konnten, die russische Großmacht und damit Europa und schließlich die ganze West in einen Krieg von niemals dagewesener Furchtbarkeit hineinzutreiben? Ich brauche nicht an die Beziehungen Suchomlinows zu der französischen. Ehauvinistengruppe der Herren Poincarc und Genosse».-- zu erinnern. Bekannt ist. daß schon die Wahl von Poinacrc unter dem Zeichen ernes russisch. französischen Angriffskrieges gegen Teutschland stattfand, und daß Suchomlinow damals nach Pari» entboten wurde, um Poincare die Leitung der französischen Re- publik in die Hand zu spielen. Damals gab Suchomlinow in Paris eine Erklärung über die Angrisfskraft der r u s s i- ichen Armee und die Umänderung der russischen Mobil- machungspläne ab, die er kurz vor dem Kriege in den bekannten Artikeln der russischen Börsenzeitung über die Kriegsbereitschaft Rußlands in herausforderndem Sinne wiederholte. Die Angriffs- Pläne gegen Deutschland waren schon lange von einer einflußreichen politischen Grirppe in Frankreich, England und Rußland vorbc- reitet. Was den englischen Einfluß in Petersburg wäh- rend der kritischen Tage des W. und 30. Juli betrifft, so brauche ich nur auf die Depeschen des Petersburger Rcuter-Korrcspondcn- Ver Krieg auf öen Meeren. Berlin, 3. September. Im Aermel-Kanal, an der englische» Westküste und in der Nordsee wurden durch unsere U-Boote wiederum fünf dampfer und ein Segler versenkt, darunter der bewaffnete englische Dampfer Palatine, Ladung 3000 Tannen Kohlen, sowie drei weitere bewaffnete Dampfer, von denen zwei als englische ausgemacht wurden. Ein tiefbcladeucr Dampfer wurde aus Geleitzug herausgeschossen. Der Kapitän des bewaffneten englischen Dampfers Palatine wurde gefangen genommen. Eine englische U-Boots-Falle in Gestalt eines etwa 2000 Tonnen großen Dampfers, die mit vier verkappten Geschützen armiert war, wurde durch drei Artillerietreffer beschädigt. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. Erfolge eines österreichischen U-Soots. Wien,-l. September. Aus dem KriegSpressequärticr wird gemeldet: Eines unserer Unterseeboote, Kommandeur Linienschiffs» leutnant Ritter vou Trapp, von einer mehrtägigen Unterneh- mung im Mittelmeer zurückgekehrt, versenkte in dieser Zeit an ZO 000 Brutto-Register Tonnen feindlicher Handelsschiffe. Der französische bewaffnete Dampfer Eonftance von 2409 Tonnen Raumgehalt, mit Stückgut geladen, wurde aus einem von U-Bootjägern gesicherten Geleitzug mit Torpedo herausgeschossen, ebenso der englische bewaffnete Dampfer Kilwinning(3071 Tonnen) mir Munition an Bord. Ein weiterer etwa 8000 Tonnen großer, an- scheinend englischer, Dampfer und der bewaffnete englische Dampfer Nairn von 3700 Tonnen wurden aus einem durch Fischdampfer gesicherten Konvoi, nachdem diese durch Feucrgefccht ver. trieben worden waren, mit Torpcdoschuß in die Tiefe gesandt. Als letzte Beute fiel dem Unterseeboot ein unbekannter bewaffneter Dampfer von 10 000 bis 12 000 Tonnen zum Opfer, der, trotz Be- schießung des Unterseebootes durch zwei im Konvoi mitfahrende Dampfer, die durch zivei Torpcdofahrzeuge der Foxgloveklasse ge- sichert waren, durch zivei Torpedotreffer und Artilleriebeschicßunv in Grund gebohrt wurde. Minen am Kap üer Guten Hoffnung. Kapstadt, 3. September, l Meldung des Reuterfchen Bureaus.) Der Liniendampfer City of Athens ist auf der Höhe vo« Schuld am Kriege. ten und auf den bekannten Bericht des belgischen Geschäftsträgers L'Escaillc zu verweisen, aus denen klar hervorgeht, daß die G«- wißhcit der englischen Unterstützung die leitenden Männer Rußlands in ihrem Entschluß zum Kriege bestärkt hat. Wähnend Rußland so den Angriffskrieg in die Wege leitete und insgeheim nicht nur gegen Oesterreich-Ungarn, sondern auch gegen Teutschland mobilmachte, versuchte man Deutschland hinzu- halten und zu betrügen, um Zeit zu gewinnen, die eigenen Truppen an die Grenzen vorschieben zu können. Das Ehrenwort des Herrn Januschkewitsch wird in der Geschichte fori- leben! Wie der damalig« Militärattache in Petersburg. Major von E g g e l i n g, soeben telegraphis» mitteilt, bezog sich das Ehren- wort des russischen Generalstabchefs ausdrücklich auch daraus, daß bis zum 29. Juli nachmistags noch keinerlei Mobilmackningsbefchl ergangen sei. Januschkewitsch versicherte dem deutschen Militär- attache. daß die beruhigenden Eröffnungen Suchomlspiows vom 27. über etivaige Mobilmachungsabsichten Rußlands nach wie vor völlig zuträfen. Und dabei hatte Herr Januschkewitsch den fertigen Mobilmachungsplan in der Tasche! Nun sollte Deutschland durch Borschläge mit dem Haager Schiedsgericht hinters Licht geführt werden, während Rußland eifrig daran weiter- arbeitete, seine Armeen für den geplanten Angriff auf den Kriegsfuß zu bringen. Welche Bedeutung gewinnt in diesem Zu- sammcnhang das Telegramm des Zaren an den deutschen Kaiser. das am 30. Juli, nachmittags 1 Uhr 20, abgeschickt wurde und über die allgemeine Mobilmachung Rußlands, die nach dem bekannten Ukas 1012 den Krieg gegen Deutschland bedeutete, nach wie vor die Täuschung aufrechterhalten sollte, daß die in Krasb tretenden militärischen Maßnahmen lediglich aus Gründen der Verteidigung gegen die Vorbereitungen Oesterreich-Ungarns getroffen worden seien? In der Depesche des Zaren war serner auch die Entsendung des Generals Tatischtschess mit einem Briefe zum beut- scheu Kaiser in Aussicht gestellt. Wo blieb Tatischtscheft? Von seiner Reise hat man nichts mebr gehört. Sollten Suchomlinow, Januschkewitsch und ihre Mttverschworenen ihm an der Abreise verhindert haben, oder war auch die Ankündigung seiner Mission nur dazu bestimmt, Deutschland betrügerisch in Sicherheit zu wiegen? Deutschland mußte in d«n schwersten Vcrtcidigungskampf um sein Dasein eintreten, weil es bedroht war von seinem deute- und machtgierigen Nachbarn, Frankreich und Ruhland, die es zerstören wollten, und weil das Jnselreich jenseits des Kanals der Ansicht ivar, daß es den Kampf um die Hegemonie Europas gelt«, wie Sir Edward Grey sich einmal ausgedrückt hat. England wollte sich diese Hegemonie, die es gefährdet glaubte, nicht streitig machen lassen. Deshalb unterstützte es Deutschlands feind- liche Nachbarn in ihrer auf den Krieg gerichteten Politik. Weder die deutsche SHegierung noch das deutsche Volk, das seinem Reichsober- Haupt in gegenseitiger unverbrüchlicher Treue ergeben ist, war da- mals oder zu irgendeiner anderen Zeit von den ihm angedichteten Macht- und Eroberungsgelüsten beseelt. Wäre das Gegenteil wahr, so hätte Deutschland sich in den drciundvicrzig Jahren, die zwischen dem Ende des letzten Kriges mit Frankreich und dem Ausbruch des heutigen Weltkrieges lagen, gewiß nicht die mehr als einmal gebotene Gelegenheit entgehen lassen, den Kampf unter weniger schwierigen Umständen zu beginnen. Es hat in jenem Abschnitt der Geschichte Europas Zeiten gegeben, wo Frankreich so gut wie ohnmächtig war. Es hat auch Zeiten gegeben, wo England, und wieder andere, wo Rußland durch kriegerische Verwicklungen außer. halb Europas gelähmt war. Trotzdem hat unsere Hand nicht zu dem Schwerte gegriffen, das Teutschlands bedrohte Lage im Herzen Europas— wie Lloyd George einst selber zugestand— uns scharf zu erhalten zwang. Nichts anderes als der frevelhaftc Wille feindlicher verbreche- rischer Kriegstreiber hat uns in den blutigen Verteidigungskampf um Leben und Freiheit hineingezwungen. An dieser durch Suchomlinow und Januschkewitsch jetzt erneut bestätigten geschicht- lichen Wahrheit kann keine amerikanische Note etwas ändern. Und ebenso wenig wird eine solche Note auch unseren festen Willen erschüi- tcrn, in treuer Gemeinschaft zwischen Krone, Regierung und Volk das Kriegszicl zu erkämpfen, für das unsere Helden nun schon mehr als drei Jahre lang ringen uwd bluten: Die Wahrimg unseres tzeiligen Rechts auf Teutschlands Unversehrtheit und auf die Freiheit seiner gesicherten friedlichen Weiterentwicklung. > Kapstadt auf der Fahrt von New Jork am 10. August mit voller Ladung gesunken. Von den 97 Passagieren sind 17 ertrunken.' Das Untersuchungsgericht stellte als Ursache das Auflaufen auf eine Mine fest. Dem Kapitän wurde sein Fahrterlaubnisschein auf 0 Monate entzogen. kleine Kriegsnachrichten. Berurteilung eines englischen Pazifisten. London. 4. Sep« tember. Reuteimeldung. Morel, dessen Verhaftung bereits ge- meldet wurde, ist zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die„Kreuzztg.' für Reichstagsauflösung. Tie Wähler in feldgrau. Die„Kreuzztg." gibt eine„Mrlss"(Soldat) unterzeichnete Zuschrift wieder, in der energisch die Reichstagsauflösung verlangt wird. Der Verfasser findet, die Verwirrung habe den höchsten Grad erreicht und die Wirkung davon auf die große Masse könne verhängnisvoll werden. Dann fährt er fort: Der Vergleich der politischen Lage mit dem gordischen Knoten ist daher voll berechtigt, und es liegt nahe, die Lösung zu wünschen, die Alexander dasür fand. Das Schwert Hindenburgs .kann und wird dieie Lösung bringen. Aber leichter und schneller und mit lveniger Opfern, ivenn auch der Kanzler nach Alexanders Vorbilde handelt und— den Reichstag auflöst... Dringender und zwingender war es nie als jetzt den Reichs- lag aufzulösen, und die Vorgänger unseres jetzigen Kanzlers sind doch dazu geschritten. Kein einsichtsvoller VaterlandSfreund wird es bedauern, loemi die überlauten Stimmen verstummen, die sich Rechte anmaßen, die ihnen nicht zukommen, die uns sichren wollen, obwohl wir ihre Führung durchaus ablehnen, die die Monarchie in die Ecke stellen und alle Grundlagen zerstören wollen, aus denen der preußisch-deulsche Staat in schwerer Arbeit, langen Mühen und heißen Kämpfen errichtet wurde. Sie haben reckt. Herr Kanzler: das Haus brennt, auch in diesem Sinne. Schicken Sie die Brandstifter nach Hause! Wir können nur nochmals sagen: Der Ruf nach Reichs- tagswahlen während des Krieges ist von der Rechten erhoben worden und wird von ihr mit steigcndeni Nachdruck wieder- holt. Die sozialdemokratische Partei lehnt die Verantwortung für die Folgen dieser Anregung ab, kann sich aber als deino- kratische Partei ihr selbst unmöglich entziehen. Entschiedenen Einspruch muß sie nur gegen die Wsicht erheben, die von den s „Bötliner Neuesten Nachrichten" unvorsichtigerweise ausgeplaudert wird, die Soldaten vom Wahlrecht auszuschließen. Vor einer Auflösung muß vom Reichs- tag ein Gesotzentwurf verabschiedet werden, der d a s Wahlrecht der Staatsbürger in Feldgrau regelt und sicherstellt! � Alldeutsche Methode. Unsere Liste alldeutscher Fälschungen erhält wieder«inen be- achtenswerten Zuwachs. Die„Deutsche Tageszeitung" bringt in 9ir. 450 vom Dienstag einen Leitartikel„Was das Ausland sieht und denkt". Unter ihren Zeugen für die Stimmung des Auslandes figuriert zunächst— der alldeutsch-bolschewistische Petrograder Ad- vokat des„Berliner Lokal-Anzeigcc". Daß dieser für KerenSkiS Knute und Galgen schwärmende Anhänger Lenins ungefähr die dümmste und plumpste Erfindung des Jahrhunderts ist, haben wir gestern schon dargetan. Doch das nur nebenbei. Denn jetzt kommt erst der Hauptzeuge für die blutgierige Stimmung unserer Feinde. Lassen wir die„Deutsche Tageszeitung" selber reden: Ein früherer Liebling des„Berliner Tageblattes" und des „Vorwärts", und wer dazu gehört, der frühere Pazifist und Sozialist und Dichter und Salirtker und vielleicht noch vieles: andere, Herr Bernhard Shaw, hal vor einigen Tagen erklärt „Und wenn wir die Deutschen besiegen, dann werden wir ihnen bei lebendigen, Leibe die Haut abziehen und niemandem gestatten, unS daran z u hindern. Keine Agitation von Sozialisten, Pazi- ftsten oder wer immer, wird uns daran hindern, den größi- möglichen Nutzen aus unserem Siege zu ziehen Wenn nicht, worum schlugen wir uns eigentlich?" Dem braucht nichts hinzugefügt zu werden. O ja, dann braucht doch etwas hinzugefügt zu werden, sofern man nicht absichtlich sein Publikunr täuscht und irreführt. Nämlich diese Worte Bernhard Shaws, der heute noch mutig in England als Sozialist und Pazifi st wirkt, sind herausgerissen— aus einer blutigen Satire Bernhard Shaws auf die englischen Eroderungspolitikcr, dcucn Shaw dirsc ge- schwollenc» Phrasen in den Mund legt, um sie dadurch der verdienten Lächerlichkeit preiszugeben. Shaws eigene, wirkliche Meinung ist na- türlich die genau entgegengesetzte. DaS ganze ist ebenso gemeint, als wenn der„Vorwärts" etwa den alldeutschen Stil travestierend schriebe: „Alles sozialistische FriedenSgewinsel wird unS nicht hindern, den Krieg fortzusühren, bis wir alle Engländer zerhackt lind gevierteilt und die Welt vom Nord- bis zum Südpol erobert haben." Die„Deutsche Tageszeitung" aber schämt sich nicht, ihren Lesern diese Satire als die ernste, wirkliche Meinung Shaws aufzutischen. Nachdem wir den Schwindel aufgedeckt haben, bleibt uns bloß noch übrig, seinem Urheber der Oeffentlichkeit bekannt zu geben: Der Artikel der«Deutschen Tageszeitung" ist gezeichnet von— Graf Ern st R e v e n t l o w. hepöebranö prophezeit wieüer. Aus einer Sedanfeier in Militsch hat Herr v. Hehdebrand das Wort zu einer Rede ergriffen, über die in alldeutschen Blättern ausführlich berichtet wird. Politisch besagt sie nicht viel Neues; sie enthält die bekannten alldeutschen Anklagen gegen die Reichs- tagsmchrheit, der Herr v. Hehdebrand„Erpressertaktik" vorwirft. Dann folgen wieder Prophezeiungen über die Wirkungen des U-Boot-KriegeS. Herr v. Heydebrad hat schon einmal den Zu- sammenbruch Englands innerhalb zweier Monate durch den U-Boot-Krieg prophezeit. Seitdem sind reichlich vier Monate verflossen, aber dieser Mißerfolg scheint Herrn v. Hepdebrands Zu- verficht zu seiner Prophetengabc nicht Beeinträchtigt zu haben. Zuerst prophezeit er allerdings nur in bedingter Form: wenn der U-Boat-Krieg bereits ein Jahr früher begonnen hätte, dann wäre heute der Frieden schon da. Das läßt sich ja nun ebenso schwer de- weisen wie widerlegen. Dann aber spricht Herr v. Hehdebrand drc Ueberzeugung aus, daß über dresen Winter hinaus, viel- leicht sogar über d i e s e s I a h r h i n a u s, der Krieg nicht dauern kann.„Der schwere Druck, der auf unfern Gegnern lastet, wird wohl ein Ende bringen." Und in Zuversicht hierauf fordert Herr v. Hehdebrand weitgehende Annexionen.— Wenn nun aber auch dieser Winter nicht den Zusammenbruch der Gegner bringt, will dann Herr v. Hehdebrand seinen Wechsel abermals prolongiert haben?! Neue Mätzchen ües„Lokal-Rnzeigers". Seitdem der„Berliner Lokal-Anzeiger" unter schwerindustpielle Herrschaft geraten ist, erfindet er täglich albernere Geschichten Zur Verherrlichung des Alldeutschtums. Auf den für Kcrenski und Kanonen schwärmenden bolschewistischen Rechtsanwalt folgt jetzt ein Telegramm des„Daily-Telegraph"-Aorrespondenten in New 'Jork. In diesem angeblichen Telegramm steht: In Washington wären vertrauliche Berichte eingegangen über einen Bruch der deutschen R e i ch s t a g s in e h r h e i t mit der Admiralität wegen des U-Boot-Krieges. Jeder Vernünftige würde über dies Ecnsationstelegramm die Achseln zucken und es lächelnd zu dem übrigen vielen Unsinn legen, den unsere Feinde bereits über die inneren deutschen Verhältnisse gefabelt haben. Ter„Lokal-Anzeiger" aber sieht in dem Sensa- tionsschwindel des„Daily-Telegraph"-Äorrespondenten ein desorg- niserregendes Zeichen,„wie jene tiefbcdauerlichen Vor- gänge im Hauptausschuß gewirkt haben und wie sie dort ausgenutzt werden, um die Kriegs st immung lebendig zu halten." Wenn nächstens ein„Taily-Tclegraph"-Äorrespondent an sein Blatt drahten sollte, daß ein Redakteur des„Berliner Lokal-An- zeigers" von der Journalistentribüne herab eine Bombe iu den Reichstag geschleudert habe, so werden wir darlegen, daß solche Ge- rüchte im Auslande ganz allein auf die Schreibweise des„Lokai- Anzeigers" zurückzuführen seien. Das wäre ja ungefähr dieselbe Logik. Burgsriedrnswahl. Ahrweiler, 4. September. Amtliches Wahlergebnis. Bei der Reichstagsersatzwabl im Wahlkreis Ahrweiler— Mapen 5 am 30. August wurden für Gpmnasiallehrcr Johann Schmitz-An der nach lZ.) 5005 Stimmen, für Leutnant Peters- Bdayen(Z.) 50 Stimmen abgegeben. Schmitz ist somit gewählt. Lette Nackrichten. Erbitterter Kampf um den Monte Gabriele. Wien, 4. September. Aus dem Kriegspreffciiuarticr wird vom 4. September mitgeteilt: Um den Monte Gabriele wird mit größter Erbitterung gekämpft. Masiencrkrankung an Fischvergiftung. Breslau, 4. September. Die„Breslauer Zeitung" berichtet: Im Markefkastist zu Bogutschütz lOllerschlesien) erkrankten 00 Per- svncn, die ein Flunberngericht aßen, an Uebelkcit und Erbrechen. Sieben Personen sind bereits gestorben, während 27 schwer krank dcmiederliegeiz. GewerffchHsbewWNg veutfches Netch. Ter Verband der Hausangestellten im Jahre INI«. Die Agitation für diese Organisation ist durch den Krieg stein- lid? gelähmt. Im Jahre 1916 wurden Pelitionen um Aufhebung der Gesindcordnnngen an den preußischen Landtag wie an den Reichstag gerichtet. In beiden Körperschaften wurde darüber vor« handelt, ohne daß ein anderes Ergebnis erzielt wurde, als— Ueberweisung der Petitionen an die Regierung als Material. Weiter richtete der Verbandsvorstand Eingaben auf Erhöhung des Kostgeldes an die zuständigen Stellen der Städte mit der Be- griindung, daß heute bei der allgemeinen Preissteigerung der Lebensbedürfnisse eine Erhöhung des Kostgeldes unbedingt eriorder- lich sei. Leider wurden Eingabe wie Begründung nicht an allen Orten gleich gewürdigt und es war der Erfolg daher nur sehr minimal. Die Antworten der einzelnen Stadtgemeinden sind in der Juninummer des Zentralorgans des Verbandes wörtlich bekannt- gegeben. Durch die Rechtsschutz-, Rat- und Auskunftsstellen, die in einzelnen Ortsgruppen eingerichtet sind, wurden aus gütlichem Wege 2774 M. herausgeholt; durch Inanspruchnahme der Gerichte wurden noch weitere 451 M. für die Mitglieder gerettet. Rat und Aus- kuuft wurde an 3932 Mitglieder in den einzelnen Ortsgruppen erteilt. Die Mitgliedsziffer des Verbandes ist in allen Ortsgruppen, mit Ausnahme von Kiel, München und Rüstringen, zurückgegangen und dementsprechend auch die Einnahmen an Eintrittsgeldern und Bei- trägen um� 1495,53 M. Große Scharen früherer Hausangestellten sind jetzt im industriellen Leben untergetaucht und schaffen und werken als Arbeiterinnen der. Rüstungsindustrie. Der Verband der Hausangestellten wird nach Beendigung des Krieges große agitatorische Arbeit leisten müssen, um die Berufs- kolleginnen zu sammeln und in gemeinsamer Arbeit den HauS- angestellten in der Organisation ein Bollwerk zum Schutze ihrer Interessen zu bauen. Alle organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen werden gebeten, mit an dem Ausbau des Zentralverbandes der Hausangestellten durch Zuführung neuer Mitglieder zu arbeiten. TluslanS. Tie österreichischen Gewerkschaften im Jahre ISIS. Der innigen Verknüpfung der Gewerkschaften mit dem Wirt- schaflSleben entspricht eS, wenn alle auf diese wirkenden Einflüffe auch an jenen nicht spurlos vorübergehen. So wie jede WirtschastS- Irise sich in der Tätigkeit und der Entwicklung der Gewerkschaften bemerkbar macht, so mußte erst recht die ungeheuere wirtschaftliche Erschütterung, die der Krieg auslöste, an ihnen zur Erscheinung kommen. Das hat sich wie an den deutschen, so auch an den öfter- reichischen Gewerkschaften gezeigt, die soeben ihren Rechenschafts- bericht für das Jahr 1916 veröffentlichen. Danach haben sich die österreichischen Gewerkschaften von einem KriegSjahr zum andern mehr und mehr gefestigt, um im Jahre 1916 wieder einen Stand zu erreichen, der ungetrübte Befriedigung hervorzurufen geeignet ist. Das erste KriegSjahr(1914) zeigte, trotzdem es nur fünf Kriegs- monate umfaßte, den größten Mitgliederverlust, der nicht bloß auf die allgemeine Mobilisierung zu Kriegsbeginn, sondern auch auf die geistigen Erschütterungen zurückzuführen war: schon das zweite Kriegsjahr(1915) jedoch ließ eine merkliche Beruhigung erkennen, die sich in einem absoluten und relativen Rückgang des Mitglieder- Verlustes bemerkbar machte, und das dritte Kriegsjahr(1916) läßt diesen Rückgang bei den männlichen Mitgliedern hinter der bei- läufigen Zahl der in diesem Jahre zum Kriegsdienst Einberufenen weit zurückbleiben, während er bei den weiblichen Mitgliedern sogar von einer Zunahme abgelöst wird. Die betreffenden Zahlen aus den drei Kriegsjahren, die diese Entwicklung recht deutlich fichtbar machen, sind folgende: Die Zahl der Mitglieder betrug des' Jahres männliche weibliche zusammen 1913.... 372 216 42979 415195 ., ,1014....' 219-121 30 2Y0 249 681~V: 1915.... 151424 25689 177113 1916.... 138789 28148 166937 Der Verlust im dritten Kriegsjabre beträgt also nur noch 19 176 gegen 63 568 im zweiten und 174 514 im ersten KriegSjahre. Der Verlust an männlichen Mitgliedern erklärt sich zur Genüge aus den massenhaften Einberufungen zum Kriegsdienst, von denen sicher- lich weit mehr Gewerkschaftsmitglieder betroffen wurden, als dieser Verlust ausmacht. Man erinnere sich nämlich daran, daß dieZahl der zum Kriegsdienst Einberufenen Ende 1915 schon rund 299969 betrug; die Wirkungen der Verlängerung der Landsturmpflicht vom 42. bis zum überschrittenen 59. Lebensjahre sich erst im Jahre 1916 äußerten, was die Gewerkschaften abermals viele Tausende Mitglieder kostete und denke schließich an die fortgesetzten Musterungen und Ein- berufungen auch jüngerer Jahrgänge, während die Entlassungen vom Kriegsdienst nur sehr spärlich vor sich gehen— und man wird er- kennen, daß die Zahl der Einberufungen sicherlich die der Verluste unter den Gewerkschaftsmitgliedern bedeutend übertrifft. Noch mehr als die Mitgliederbewegung zeigt die Finanz- geb'arung der Gewerkschaften im Jahre 1916 die aufsteigende Entwicklung an. Die katastrophale Arbeitslosigkeit, von der der Kriegsbeginn begleitet war, und das plötzliche Sinken der Ein- nabmen aus Mitgliederbeiträgen hatten im Jahre 1914 einen Gebarungsabgang von rund 1 648 999 Kronen zur Folge gehabt; das zweite Kriegsjahr hatte insofern eine Besserung gebracht, indem zwar noch immer ein Abgang zu verzeichnen war, der sich jedoch schon auf die verhältnismäßig geringe Summe von rund 15 599 Kronen reduziert hatte. Das dritte Kriegsjahr(1916) zeigt nun seit dem Jahre 1912 zum erstenmal wieder einen Ueberschuß, und zwar beträgt er rund 179 999 Kronen. Ist auch diese Summe keine verhältnismäßig überaus große, so kommt ihr doch eine gewisse Bedeutung zu wegen der Wandlung, die daraus hinsichtlich der Finanzgebarung der Gewerkschaften erkennbar wird. Der günstige Abschluß ist nicht auf erhöhte Einnahmen zurück- zuführen, sondern beruht auf der Verringerung der Ausgaben während der Kriegszeit. Die einzelnen Unterstützungen erforderten: Arbeitslosen- Unterstützung rund 269 999 Kronen gegen 2 294 999 Kronen im Jahre 1913. Kranken-, Invaliden- usw. Unter- stütz ung 968 999 Kronen gegen 1639 999 Kronen im Jahre 1913. In ähnlicher Weise sind die Ausgaben für alle Unterstützungen herabgegangen. Die Fachpresse erscheint in 46 deutschen Organen mit einer Auflage von 164 589 Exemplaren; tschechische Blätter werden 29 ausgeführt mit 27 229 Exemplaren. Von den deutschen Blättern wurden aber während des Krieges drei, von den tschechischen acht gänzlich eingestellt, andere erschienen in längeren Zeiträumen. Von den polnischen Fachorganen erscheint nur eins, der»Bergarbeiter� )Gornik) weiter, mit nur 1259 Exemplaren. Obgleich der Krieg auch in den österreichischen Gewerkschaften große Störungen und Hemmnisse hervorgeruien hat. kann doch ge- sagt werden, daß sie die Belastungsprobe bestanden haben, und daß es schon jetzt wieder aufwärts geht. parteinachrichten. Die.„ttuabhänjjige" Hilfstruppe der Konservativen. Die»Leipziger Volkszeilung" bemerkt zu dem Artikel des Ge- Nossen David über die von der aunexionistischcn Presse in den Vorder- grund geschobene Reichstagsaujlösung: »Wir verzeichnen diesen Davidichen Kampfruf, weil er einen tiefen Einblick in die Seele unserer Regierungssozialisten tun läßt. Arm in Arm mit Zentrum und Forlschritllern fordern sie ihre Gegner in die Schranken. Sicherlich ist dieser Tavidsche Plan nicht bloß sür den Fall einer Auflösung während des Krieges gedacht. Hier offenbart sich da? innerste Sehne« der Nmlerner. Sie denken nicht bloß gegen die Gegner von rechts, sondern auch gegen die von links, gegen die Unabhängige Sozialdemokratie sich durch ein Bündnis mit den bürgerlichen Parteien der Mitte zu sichern. Wir können dies Eingeständnis der Schwäche mit Genugtuung ver- zeichnen. Wir werden das unsere tun, daß diese Versicherung auf Gegenseitigkeit bei den nach st en Wahlen auf eine recht harte Probe gestellt wird. Daß die Herren aus der Rechten keine Seide spinnen, dafür wird natürlich auch kräftig gesorgt werden/ Genosse David hat sich mit den sogenannten Unabhängigen überhaupt nicht befaßt, einmal, weil sie sehr viel weniger Be- deutung besitzen, als sie wahr haben wollen, dann, weil sich ein Wahlkampf unter den gegebenen Umständen gegen die Rechte zu kehren hat. Die Mehrheit verfolgt zwei Ziele: Verständigungs- frieden und Landesverteidigung. Sie hat keinen Anlaß, die Unab- hängigen zu bekämpfen, solange sie in Wort und Tat dieselben Ziele verfolgen und sich hüten, den ausländischen Imperialisten als Kronzeugen gegen Deutschland zu dienen. Die»Leipziger Volks- zeitung" weiß dies sehr wohl. Trotzdem verspricht sie— die angehängte Kampfansage gegen die Rechte ist eine leere Floskel, weil sich Konservative und Unabhängige nicht als Gegenkanditen gegen- überstehen—, daß die Unabhängigen den Kampf gegen die Mehr- hcitsparteien zum Inhalt der Wahlagitation machen werden. So hat ein unglaublich bornierter Parteihaß die.Unabhängigen", denen es mit dem Frieden nicht schnell genug geht, zu Kämpfern gegen die Mehrheitsparteien und zu Helfershelfern der Alldeutschen ge- wandelt l_ Unabhängige in Trauer um Bethmann Hollweg. Unlängst schrieben wir, daß in Deutschland die Mehrheits- Parteien geschlossen wären und Boden gewännen, während in Frankreich der pazifistischer Neigungen verdächtige Malvy gehen mußte. Der brave»Golhaer Generalanzeiger"— ein aufgeregtes unabhängiges Organ, wie sür die unglücklichen Leute, die ihn nicht kennen, bemerkt sei— knüpft daran entrüstete Fragen: »Ist nicht auch Bethmann Hollweg zur Einreichung des Rücktrittsgesuches veranlaßt worden, weil er im Verdacht pazi- fistischer Neigungen stand? Kann man den.Vorwärts" nach den vorstehenden Leistungen noch ernst nehmen?" Ei der Tausend! Die Unabhängigen im Trauergefolge um Bethmann Hollwcg— dieselben Unabhängigen, die die Einheit der deutschen Arbeiterbewegung zerschlugen, weil die Sozialdemokratie Herrn von Bethmann Hollweg nicht als leibhaftigen Gottseibeiuns verfluchte I_ $tm Vereinigung öer Krankenkassen öer Provinz öranöenburg. Die schweren wirtschaftlichen und sozialen Schäden, vor allem aber die gesundheitlichen Schäden, die der zerstörende Krieg dem Volke in drei Jahren geschlagen hat, gibt den sonst schon so wichtigen Tagungen der Krankenkassen ganz besondere Bedeutung. Dem- entsprechend war die Tagung der Freien Vereinigung am 3. sep- tember in Äottbus von Ortskrantenkassen auch zahlreich besucht. Bon Berlin und seinen Vororten hatten 49 Kassen(davon 27 O rtskrankenkassen) Vertreter entsendet, der andere Teil der Provinz hatte von 39 Kassen Vertreter geschickt. Insgesamt vertraten 139 Delegierte 1976497 Mitglieder. Reichs- und Landesversicherungsanstalten hatten ihr Fernbleiben mit Arbeitsüberlastung entschuldigt, sür die Stadt KottbuS war der Vertreter des Versicherungsamles erschienen. In seinem Geschäftsberichte, der auf die großen Lücken in den Reihen der Kaiienmitglieder hinwies, teilte Herr SimanowLki- Berlin mehrere Beitritte zur Rezeptprüsungsstelle. mit, die jetzt am 1. Oftober eingerichtet würde. I» sechs B c zir k S f. y uferenzen haben wertvolle Aussprachen vor allem über Erfahrungen in den Kriegsjahren und über die Aufgaben der Kassen nach dem Kriege staltgefunden. Der Rabalt auf Salvarsan sei auf 59 Proz. herausgesetzt worden. Die Kassen sollten in der Verwertung aufklärender Broschüren über die Gefahren und Ver- hütungen von Alkoholismus. Tuberkulo'e, vor allem aber der Geschlechtskrankheiten, nicht so sehr an die Ausgaben, sondern an die Aufklärung über Volksseuchen denken. Der Vorstand werde mehr hhgienisch ausklärende Vorträge in der Provinz veranstalten, nur von Aerzten, und in städtischen Räumen. Den Mitgliedern sollten die Kasten belehrende sozialpolitische Vorträge halten lassen.— Aus Herrn Bendings Vortrag über Satzungsänderung ist neu die Veranstaltung von Aus- jtellungen durch den Hauptverband der Ortskrankenkassen und der Errichtung eines Beirates des Vorstandes. Sonst sind nur unwesentliche Aenderungen. Zwei Abänderungsanträge sollen beim Hauplverband gestellt werden: Auch Unterverbände nur weniger als 299 999 Mitgliedern sollen im Beirat vertreten sein können, auch ollen die Unterverbände eigene Arzneiprüfungsstellen einrichten dürfen. Derselbe Redner berichtet ferner über die Gründung einer Ausstellungsvereinigung imHauptverbande. Ihre Veranstaltungen erfüllen künstig eine Aufgabe, die eigentlich Sache des Reichsverficherungsamtes wäre. Vor allem gelte es, aufklärend über Seuchen und Volkskrankheiten zu wirken durch Vorträge und Demonstrationen. Auf die Kassen solle aber vorbildlich gewirkt werden, wie man die Kassen- mittel auch über die gesetzlichen Mindest- leiftungen hinaus verwende, z. B. durch Errichtungen von Kliniken, medikomechanischen Instituten. Die Kassen müssen die ßioniere für den Fortschritt auf diesem Gebiete der Gesetzgebung !ein. Direktor K o h n- Berlin teilt mit, daß drei bedeutende Ver- einigungen demnächst hervorragende kinematographische Veranstaltungen hinausgeben werden, als bestes Mittel zur Aufklärung über Volksseuchen und Volkskrankheiten. Mit Kinos sollten die Kassen am Orte Abmachungen treffen, daß ihre Mit- glieder jene Vorstellungen billiger besuchen können. In Berlin habe man das mit Erfolg getan. Hierauf berichtet Herr Koblenzer über seinen Vorschlag zur Durchführung einheitlicher Jahresberichte der Kassen. Viel Ballast könnte jetzt aus den Berichten entsernt werden, z. B. Aufführung von Namenkolonnen der Ausschußmitglieder, lange Ent- scheidungen, die in Fachzeitsckniften gehören. Aber hinein muß folgendes in die Berichte: daß sie Einblicke gewähren in die wirtschaftlichen, ozialen und beruflichen Ursachen der Krankheils- e r s ch e i n u n g e n. Die Bewegung der Grundlöhne, der Erkran- kungen, der Sterbefälle müssen besser ersaßt werden. Die Fest- jtellungen müssen sich erstrecken z. B. auf Stellungswechsel, Aller, Beschäftigungsart, Dauer und Art der Krankheit, Häufigkeit der einzelnen Krankheiten auf die Geschlechter, der Altersgruppen, Zu- sammenhang von Altersgruppen und Krankheitsart und Häufigkeit, Wirkung der Wochenhilse aus Mutter und Kind usw. Der Entwurf des Redners wird, nachdem eine Kommission geprüft haben wird, den Kassen zum Studium, zur Aussprache zugehen. Einem wichtigen Protest schließt sich mit die Tagung an, die einem Vortrage von Direktor Kohn zustimmt. Er referiert über die Mutter schastsversicherung und die Stellung- nähme zu den Absichten des Vereins sür Säug- lings schütz. Während alle Welt einig sei für Ausdehnung des Säuglingsschutzes käme unvermutet vom Verein für Säuglingsschutz eine große Gefahr. Jetzt schon haben wir eine m jeder Richtung nachteilige Vierteilung, also Zersplitterung der Versicherungszweige. Da forderte Dr. Behr von Pinnow auf der Karlsruber Tagung der sonst ver- dienstlichen Vereinigung für Säuglingsichutz eine neue Zer- splitterung in Gestalt einer zwangsmäßigen Reichsmuller- Versicherungskasse. Jawohl! Mehr Schutz für Mutter und Säug- ling, so sagen auch wir, dann aber soll man sie den Kassen, denen man schon die Wochenhilse mit Erfolg übertrug, auch weiter über- trägen, anstatt eine ausgedehnte Mutterschastsveriicherung, einem neuen, gar dem fünften Zweige der Versicherung zu übertragen. Hiergegen müssen die Kassen durch den Hauptvorstand in einer Eingabe energisch Protest bei der Reichsregierung einlegen. — Nach einem Vortrage über A p o t h e k e r f r a g e n schließt sich die Versammlung unter lebhafter Bewegung einem Vor- trage und Vorschlage des Herrn Direktors Kohn an. Es war ein leidenschaftlicher Protest gegen die Herausgabc von Gerste zu Brauzweckcn. Gegenwärtig sei für die arbeitende Bevölkerung nichts so notwendig, wie Brot. Dennoch habe man 1916 nicht weniger als 6 399 999 Zentner, während der Kriegszeit gar 45 Millionen Zentner dem Brau- kapital ausgeliefert. Seit Wochen rüstet es wieder und es findet dienstwillige Zeltungen für dieses Kapitel, nicht für Volksinteiessen. Dem Volke sind aber Graupen nötiger als Bier. So- lange die Lebensmittel nicht ausreichend sind. darf kein Körnchen in Alkohol verwandelt werden. Keine Lücke in unserer Volksernährung, keine neue Gefahr für Gesundheit und Ernährung unseres Volkes. Darum werden wir sofort eine Ein- gäbe an den Reichstag richten wegen NichtHerausgabe von Ger st e an das Brau kapital. Hierauf wird der Vorstand wiedergewählt und ihm der nächste Tagungsort zur Wahl überlassen. Zum Schluß fordert Koblenzer- Berlin noch einmal eindringlich auf zum Anschluß an die neue Rezeptprüfungsstelle. Znöustrie unö tzanöel. Um den freien Handel. Eine große Reihe von kaufmännischen Organisationen sind in letzter Zeit kräftig für die Wiedereinsetzung des Handels in seine alten Rechte eingetreten, haben aber ihre Bemühungen durch törichten Radikalismus selbst entwertet. Wenn z. B. der Deutsche Handslstag verlgzrgt, daß der Zahlungsverkehr der jetzigen Bin-. düngen entkleidet werde, so ist das zwar ein Ziel auss innigste zu wünschen, aber jeder Vernünftige und mit der Materie Vertraute weiß, daß cZ leider nur allzu lange dauern wird, ehe die Mark im Auslande frei angeboten werden kann nnd daß jede vorzeitige Befreiung des Zahlungsverkehrs von seinen jetzigen Fesseln un- endlichen Schaden anrichten und eine dauernde und befriedigende Lösung dieses schwierigen Problems verzögert würde. Die Hau- delskreise verschließen sich aber nicht nur der Einsicht in die wichtig- sten staatlichen Notwendigkeiten, fie kämpfen auch schlechthin gegen Handcsmonopole an, die nach diesem Kriege eine harte Notwendig- keit geworden sein werden, und wenden sich auch gegen die Ar- beiter und die Angestellten. Während sie selbst in Handelskammern und anderen Organisationen Vertretungen ihre Berufsiiitevessen haben, werden Arbeiter- und Angestelltenausschüsse und Schlich- tu wgs stellen abgelehnt med wird jede gesetzliche Regelung der Ar- bcitslosigkeit verpönt." Von den besonderen Handelsorganisationen darf vor allem die Vertrehrng des Hamburger Handels Anspruch auf Gehör er- heben. Sie verlangt..bedingungslose Wiedereinsetzung des Hau- dcls in den Stand vollkommener wirtschaftlicher Gleichberechtigung und baldige Beseitigung aller Verfügungen und Verordnungen, welche den freien Handel, die freie Schiffahrt, die freie Produktion fesseln.... Es sind große und mächtige Einflüsse am Werke, ge- stützt auf irrige Theorien und Tagesineinuugcn, die den freien Handel bekämpfen und ihn durch burcaukratifche Bevormundung durch Verfügungen von Amts und Rechts ivegeu aber auch durch sozialrevolutiouäre Gleichmacherei andererseits auch durch Macht- Überschreitungen starker WirtschaftSguppen auszuschalten bestrebt sind." Sckiöu die Vielzahl, der dem freien Handel feindlichen Sirm muugen beweist, daß seine Aussichten nicht gut stehen. Es ist gm w," daß der Hamburger Großhandel den Kaurps auch gegen die Ge» nosscnschaften ausnimmt und sich sozial rückschrittlich gebärdet, wenn zugleich der freie Handel, ganz abgesehen von dem lange Zeit dauernden, nah»endigen staatlichen Uebcrwachungszwang, von den Kartellen und Syndikaten bedroht ist. Diese wollen den Äansmaun und Vermittler ausschalten und das Geschäft einschließlich des Absatzes ganz in ihre Hände bekommen. Die Hamburger Kanfleule können sich ohne Zweifel mit Rocht daraus berufen, daß sie Person- liche Beziehungen zu allen Völkern gepflegt haben, daß sie die matc- riellen Bedürfnisse der ganzen Erde erforscht haben, daß sie ronti- «irrte Kenner der Verkehrswege, der Transportverhälwisse und aller Handolsgebränche sind— aber diese großen Vorzüge kommen doch Wohl nur vor allem zur Geltung bei dem Absätze in die lieber- see nnd bei dem Verkauf von Waren, die eine individuelle Be- Handlung des Käufers verlangen. Aber schon vor dem Kriege hat die Ausschaltung des Handels oder die Beschneidnng seines Wir- kungsgcbietes durch Kartelle und Trusts gezeigt, daß der Verkauf in europäische Länder oder in die amerikanischen Staaten mit ge- sicherten Rechtsverhältnissen, besonders beim Absätze von Stapel- waren oder typisierten Fabrikaten, durch Angestellte eines Kartells oder auch nur des Erzeugers gut möglich ist. Von den Einzel- forderrmgen der Hamburger Kauflcutc sind manche dcdenklicb, manche aber ohne weiteres zu unterstützen, so die Forderung nach einer Zentralisierung des behördlichen Genehmigungszwanges, der heute schon unglaublich umfassend ist rmd z. B. folgende Einzel- „Erlaubnisse" notlvendig macht: Die EiUkausserlaubnis, die- Ein- fuhrgenehmiguug, die Tevisenbewilligung, die Tonnagezuteilung, die Beschlagnahme-Freigabe, die Preisprüfnmg, die Gesundheitspolizei kon trolle, die Handelserlaubnis usw. Die Hamburger Kaufleute verlangen auch eine Förderung der Industrie im Hamburger Staatsgebiete selbst und einen Ausbau des Kanalnetzes, besonders einen Donau oder Elbekanal mit einem Sticht anal nach Leipzig „als notwendige Gegenmaßnahme gegen die geplanten Donau- Rheimverbindungeu... und im Interesse der Konkurrenzfähigkeit des Hamburger Hafens u. a. gegenüber Rotterdam und A n t- w e r p e u." Die letzte Bemerkung zeigt, daß die politische oder wirtschaftliche Angliederung Flanderns in das Deutsche Reich einen der größten und ältesten Großhandelsplätze Deutschlands auss empfindlichste schädigen tvürdo. Das dicke Ende. Die»Rheinische Zeitung" schreibt: Wie wir von zuverlässiger Seite erfahren, haben die in der Welckerschen Schrift:„Aktionäre! wahrt Eure Reckile in den Generalversammlungen usw." gemackten Enthüllungen über daS Verhältnis Hägens zum A. S w a a f f« hausenscken Bankverein und über die bei der Fusion des letzteren mit der Diskoniogesellschaft angewandten un- lautern Mitteln(Strohmänner) das größte Aufleben erregt. Eine Reihe von früheren Aktionären deS alten Schaaffbausenschen Bank- Vereins wollen der Erörterung der Frage nähertreten, aus welchem Wege man die Mitglieder der früheren Verwaltung des A. Schaaff- hausenschen Bankvereins sür die durch die Fusion den Aktionären zugefügte Schädigung verantwortlich machen kann. rvetierauSiichten inr das initiiere vtlirddeutichland bis Donnerstaa miting. Zunächst noch ziemlich kühl, im Nordosten ver- änderlich, mit leichten Negensällen, in den übrigen Gegenden trocken und vielfach heiter, später im Westen zunehmende Bewölkung und langsame Erwärmung�_ Verantwortlich sür Politil: Erich Ku tiner, Berlin; fü« den übrigen Teil des Vlattes: Alsrrd Scholz. Nculölln: für Inserate: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW,• Hierzu 1 Beilage und Untcrhaltungsdlati. Hc. 243 ❖ 34. Jahrgang Heilage des vorwärts Mittwoch, 5. September 141 7 GrofcSerün Um die englischen Gaswerke. Die Entscheidung über den Verlauf der englischen Gaswerke ist noch nicht erfolgt. Warum die Angelegenheit ins Stocken ge- raten ist, sagt die folgende jetzt von Wolffs Bureau verbreitete llMtteilung: »Wie bekannt,� sind auf die Ausschreibung der Grotz-Berliner Anlagen der englischen Gasgesellschaft, die der für die Gesellschaft bestellte Liquidator vorgenonimen hat, Angebote sowohl einer Gruppe von Grotz-Berliner Stadt- und Landgemeinden unter der Führung der Stadt Berlin als auch der Landkreise Teltow und Niederbarninr eingelaufen. Beide Bewerbergruppen haben für die Gesamtanlagen denselben Preis geboten. Daneben ist ein sondergebot von der Gemeinde Berlin-Ober- schöneweide auf die Gasanstalt Obersprse gemacht worden Dieses Angebot konnte nicht berücksichtigt werden, weil die Ausschreibung der gesannen Groß-Berliner Anlagen erfolgt war, indessen ein er- gänzendcs Gebot für die übrigen Werke nicht vorlag. Bezüglich der Gebote des Magistrats Berlin und der beiden Landkreise hat der Handelsminister nunmehr im Einvernehmen mit dem Reichs- binzler dabin entschieden, dast auf keines dieser Angebote der Zu- schlag erteilt I Verden kann, tveil die gebotene Summe weit unter dem Werte der Anlogen bleibt, und die Regierung sich nur dann zu einer Veräußerung verstehen kann, wenn ein dein tatsächlichen Wert des Unternehmens entsprechendes Angebot vorliegt. Unter diesen Umständen soll nunmehr der Liquidator sowohl der Stadt Berlin als auch den beiden Lairdkreisen— und zwar jedem Kreise für- sich und beiden gemeinsam— je die gesamten Groß-Berliner Anlagen der englischen Gasanstalt nochmals an- bieten; der Ausschreibung werden Bedingungen zugrunde gelegt, deren Annahme die Voraussetzung für ein gültiges Angebot bilden soll, und die namentlich auch die Interessen von Schönebcrg und Wilmersdoif berücksichtigen. Ferner ist in der neuen Ausschrei- bung der Preis bezeichnet, den die Regierung als angemessen er- achtet: Dabei ist davon ausgegangen worden, daß der Gesamtwert der Groß-Berliner Anlagen der englischen Gasgesellschaft nicht allein durch den Wert der sichtbaren Anlagen, den die bisher er- stalteten Gutachten allein berücksichtigt haben, sondern auch durch den Gefchäftswert dargestellt wird. Für die Auswahl der Kommunalverbände, welchen das neue Angebot gemocht wird, twtr maßgebend, daß alle Kommunalver- bände beteiligt werden müssen, in denen GaSabnehnicr der Werke lieutc wohnen oder künftig wohnen werden. Es geht nicht wohl an, einige der in Frage kommenden Gemeinden herauszugreifen und diese allein zu beteiligen, während andere, deren Eiiuvohiier beute schon von den gleichen Werken Gas beziehen oder künftig solches beziehen werden, dauernd von jeder Beteiligung ausgc- schlössen werden. Da aber unmöglich jede einzelne der vielen hier- nach in Gegcmvart und Zukunft in Betracht kommenden Gemeinden an den Werken und ihrer Verwaltung beteiligt werden kann, erschien es geboten, neben der Stadt Berlin nur die Kreisverlvaltun- gen als die weiteren Äommunalvcrtändc unter Mitbeteiligung der kreisfreien Städte zn beteiligen, welche die in ihrem Bezirke"woh- nendcn Gasabnehnwr einlwitlich zu vertreten haben und im übrigen entschlossen sind, unter Verzicht auf wesentliche eigene Gewinne e nvaig c Ueberschüsse des Gasunternehmens denjenigen Gemeinden zufließen zu lassen, in welchen Gasabnehmer wohnen." Schon vor Monaten>var die Befürchtung laut geworden, daß in dem Wettbewerb um die englischen Gaswerke die beiden Land- kreise gegen'Vis Stadt Berlin nnd. die mit ihr i». dieser Frage zu- sammenbaltenden Porortgemeinden äüsgrfstielt werden' tSürdeii. Der-oben mitgeteftto vvtfttfnfr drr Prgscroog ish«HFroWKf, jene Befürchtung zif entkräsreu• Es' wäre höchn dedaüerllch, wenn es ihr gelänge, die Angelegenheit des Gaswerkverkaufes in der von ihr beabsichtigten Weise zn erledigen. In dem Zusammen- schluß von Vorortgenieinden mit Berlin konnte man ein erfreu- liches Anzeichen dafür sehen, daß der Gedanke der Schaffung eines Groß-Bcrlin sich lebendig erholten hat nnd zu erstarke» beginnt. Durch das Vorgehen der Regierung lverden die Vorortgenieinden von Berlin losgerissen, Berlin wird in dem Wettbewcrh chm die Gaswerke isoliert und die kreisfreien Städte sollen sich mit den Kreisen zusammen werfen lassen. Das ist über die Verkaufsangclcgenheit hin aus von so folgenschwerer Bedeutung, daß uns der schärfste Einspruch und die e n t s ch i c d e n st c Gegenwehr für die beteiligten Gemeinden geboten scheint. Tie Kohlenrevisoren bei der Arbeit. Die Nachprüfung der vorhandenen Kohlenbestände in Groß- Berlin ist in vollem Gange und hat schon in vielen Fällen zu Besckilagnabmungen und Anzeigen geführk. Da eS sich indes fast in allen Fällen bisher nur um kleinere Mengen handelte, so wird an dem Ergebnis wohl wenig geändert werden. Dieses Ergebnis ist, daß es durchweg an Koblen und anderen Brennmaterialien mangelt und die Kohlenkeller leer sind. Die Pilzausstellung, die gestern im Märkischen Museum am Köllnischen Park er- öffnet wurde, war sogleich am ersten Tage sehr gut besucht. Da für sie der geräumige Vortragssaal hergegeben worden ist, so hat man die Möglichkeit ungehinderter Besichtigung. Auf vier langen Tischen sind die ausgestellten Pilze untergebracht, keine Nachbildungen, sondern wirkliche Pilze. Vorgetäuscht wird das natürliche Bild niosigen Waldbodens, aus dem zwischen Heidekraut, Farrenwedeln und Wachholderbüschen unter Kiefern, Fichten und Birken die Pilze hervorsprietzen. Bei allen Pilzen ist der Name angegeben und hinzu- gefügt, ob sie„eßbar",„werllos",„verdächtig",„ungenießbar" oder „giftig" sind. So mancher Besucher, dessen Kenntnis eßbarer Pilze bisher wohl nicht über Steinpilz und Pfefferling hinaus- gereicht hat, äußerte seine Verwunderung über die große Zahl der noch als eßbar bezeichneten Arten. Daß aber die Uuierscheidung zwischen eßbaren und ähnlich aussehenden giftigen Pilzen manchmal nicht ganz leicht ist, dafür finden sich unter den ausgestellten Pilzen lehrreiche Beispiele. Die Ausstellung soll so lange dauern, wie die Nachlieferung frischer Pilze möglich bleibt. Denn selbstverständlich werden ständig die trocken oder faulig ge- wordenen Pilze ausgesondert und durch frische ersetzt. Der Besuch der Ausstellung kann nur empfohlen werden; sie ist täglich von 19 bis 3 Uhr geöffnet und der Zutritt ist unentgeltlich. Bestimmungen über den Handel mit Gänsen. Zur Bundesratsverordnung über den Handel mit Gänsen, durch die bekanntlich Höchstpreise iür Gänse und Gänsefleisch festgesetzt worden sind, haben die zuständigen preußischen Minister eine Ausführungsanweisung erlassen. Danach sind, soweit ein Handel mit lebenden Gänsen nach Gewicht üblich ist. von den Regie- rungspräsidenten Lebendgewichthöchstvreise für diesen Handel vor- zuschreiben. Die Preise sind so zu bemessen, daß die in der Bundesratsverordnung festgesetzten Preise im Durchschnitt keines- Wegs überschritten werden. Die Festsetzung von Höchstpreisen für den Verkauf von Gänsefleisch in Teilen und von Erzeugnissen aus Gänsen wird dem Vorstand des Kommunalverbandes über- tragen. Die Regelung. unterliegt im Bereich der staatlichen Ver- teilungsstelle Groß-Berlin der Genehmigung dieser Stelle. Die Festsetzung muß so erfolgen, daß die Preise sür die Einzelteile und Erzeugnisse zusammen den in der Bundesratsverordnung fest- gelegten Preisen zuzüglich eines angemessenen Ausschlags für die Kosten der Zerlegung und Verarbeitung entsprechen. Soweit daher eine Festsetzung solcher Höchstpreise sür Einzelteile erfolgen soll, müssen Höchstpreise sür alle Teile festgesetzt werden. Falls der Kommunalverband keine Höchstpreise sür Einzelteile von Gänsen und sür Erzeugnisse aus Gänsen festgesetzt hat, ist der Verkauf von Gänsen oder Gänsefleisch in Teilen sowie die gewerbsmäßige Her- slellung und der gewerbsmäßige Verlauf solcher Erzeugnisse un- zulässig._ Die Mehlvcrteilung in Grost-Berlin. Vom Kriegsausschuß sür Kosumenteninteressen wird unS geschrieben: Die Verbraucher haben es nicht verstanden, weshalb die Groß-Berliner Gemeinden die neue Mehlverordnung erließen, bis sie vor etwa acht Tagen erfuhren, daß statt Weizen- oder Roggenmehl auch Maismehl aus die Brotkarten verteilt werden sollte.„Das Maismehl eignet sich, wie die angestellten Versuche ergeben haben, auch zur Speisebereitung"— zu dieser Feststellung hätte es wohl der Versuche nicht bedurft, denn die Verbraucher haben auch in FriedenSzeiten Maismehl zur Speise- bereilung gebraucht. Aber es ist keineswegs für alle die Zwecke brauchbar, sür die man Weizen- oder Roggenmehl zu benutzen pflegt, und überdies sehe» die Groß-Berliner in der Einbeziehung de« Maismehles in die Brotration eine Verschlechterung ihrer Ver- sorgung und erwarten, daß sie wenigstens nicht nur 125 Gramm Meht statt 200 Gramm Brot erhalten, sondern die volle Nation, also auf jede Brolkarte 100 Gramm Maismehl. Platz für Kriegsinvalide«: Eine beachtenswerte Anregung gibt ein Leser unseres Blattes der bei seinen täglichen Fahr ten durch Berlin sehr oft beobachte, daß in den Wagen der Straßenbahnen, der Hoch- und Untergrund- bahnen, der Stadt-, Ring- und Vorortbahnen leider wenig Rücksicht auf KHegsinvaliden genommen wird. Kriegsinvaliden in Zivil- kleidung und sogar solche in Uniform müssen bei voller Wagenbesetzung in den Gängen stehen, während halbwüchsige Burschen und Kinder sitzen und weder ihnen noch ihren Begleitern einfällt, den Invaliden einen Platz frei zu machen. Weil auf die Freundlichkeit der Mitmenschen nicht immer zu rechnen ist und fürs erste die Keiegsinvaliden nickt weniger werden dürften nnd auch die Verkehrsuol nicht nachlassen wird, schlägt der Ein- sender vor, in jedeni Wagen möglichst nahe an der Tür ein paar Plätze für Kriegsinvaliden vorzubehalten. Eine Tafel mit der Auf- schrift„Diese Plätze sind für Invaliden bestimmt und sind bei Be- darf sofort zu räumen", sowie eine den Invaliden durch die Verkehrs- gesellschaften zu gewährende Ausweiskarte würde genügen, ihnen das Anrecht auf diese' Plätze zu sichern. Mehrung der Lungenleiden. Die Frühlingsmonate deS Jahres 1917 haben für Berlin eine ungewöhnliche Mehrung der durch Lungenleiden verursachten Sterbe- fälle gebracht, nachdem schon die Wintermonate mit einem recht ungünstigen Ergebnis abgeschlossen hatten. Die vom Berliner Statistischen Amt zusammengestellten Monatstabellen über die Be- völkcrungsbewegung, die für die Zeit bis Mai jetzt vorliegen, er- geben für die Frühlingsmonate März, April. Mai diesmal 500, 512, 501, zusammen 1000 Sterbesälle durch Lungenschwindsucht(einschl. Halsschwindsucht), gegenüber 375, 331. 320. zusammen 1032 in denselben Monaten des vorigen Jahres. Daneben haben auch die Sterbesälle durch Llingenentzündung sich sehr stark gemehrt. In den drei Monaten starben an Lungenentzündung diesmal 306, 302, 281, zn- sammen 1009 Personen, gegenüber 200. 192, 170, zusammen 022 im vorigen Jahr. An sonstigen Krankheiten der Lunge(und des Brustfells) starben in den Frühlingsmonaten diesmal 100, 128, 103, zusammen 1137 Personen, im vorigen Jahr 8�,' 57, 17, zu- sannncst'iMst Bei.' den genatzutep' drei KranlhcitsjjinpWr stellte sichsi die im tzWäßMM.WWW aus 295�, im vorjährigen auf nur 1811. Die Rauheit der Witterung kann diese Mehrung der durch Lungenlciden verursachten Sterbefälle nur zum Teil erklären.__ Für das Gemcindeklassenviahlrechi ist noch Raum. Vom 1. September ab bis em schließlich den 10. September liegt die Liste der stimmfähigen Bürger Berlins von 9 Uhr vor- mittags bis 3 Uhr nackiinittags im städtische» Wahlbureau. Stralauer Straße 14, öffentlich zur Einsicht aus. Die Kriegsteilnebmer sind ebensalts eingetragen. Die Gesamtsumme aller für die drei Abteilungsbil-dung zusammengetragenen Summen beträgt rund 91,05 Millionen Mark. Der Duchschnittssatz ist danach 218 M. Die erste Abteilung beginnt mit 8155 M. Mirtdeststeuerbetrag, die zweite Abteilung mit einem solchen von 218 M. und die dritte Abteilung endet mit diesem Satz. Für eine Berichtigung der stimmberechtigten Personen sind die von ihnen erstatteten polt- z c i Ii ch e ii An- und Abmeldungen niaßgedcnd. Der Verbmtdsausschiiß des Zwcckverbandcs Groß-Berlin hat nächsten Montag eine Sitzung. Beraten wird über Baupolizei- Verordnungen und Bebauungspläne, über Verkehrsangelegenheiten. darunter eine neue Straßenbahnverbindung Spandau— Nonnen- dämm— Jungiernbeide, ferner über einen Antrag des Ausschusses Groß-Berlin für Kriegsbeschädigten-Ansiedlung auf Gewährung eines einmaligen Verwallungskostenbeitrages. Für den Oktobcrumzug sind die Umzugstennine in Berlin vom Polizeipräsidium mir Zustimmung deS Oberkommandos so festgesetzt worden: Es sind zu räumen 1. kleine, aus höchstens zwei Wohn- zimmern und Zubehör bestehende Wohnungen bis zum 4. Oklober abends; 2. mittlere, aus drei oder vier Wohnzimmern und Zubehör bestehende Wohnungen bis zum 10. Oktober abends; 3. große, mehr als vier Wohnzimmer unifassende Wohnungen bis zum 18. Oktober abends. Die Inhaber der aus 1, 2 oder 3 Wohnzimmern und Zubehör bestehenden Wohnungen müssen jedoch 1 Wohnzimmer, und die Mieter von Wohnungen mit mehr als 3 Wohnzimmern und Zu- behör 2 Wohnzimmer schon am Montag, dem 1. Oktober, voll- ständig geräumt dem künftigen Wohnungsinhaber zur Verfügung stellen. Das Gerücht von einem Raubmorde wurde gestern in Berlin durch einen Leichenfund in der Sebastianstraße hervor- gerufen. Hier wohnte in dem Hauie Nr. 35 im ersten Stock des Ouergebäudes für sich allein seil acht Jahren in einer Stube mit Kochgelegenheit der 40 Jahre alte Kaufmann Wilhelm Schwarz, der zur Trainersotzableiluug in Vellen i. M. eingezogen war. Schwarz wurde zum Sonntag beurlaubt, kehrte nicht zum Dienst zurück und wurde dann in seinem Zimmer leblos auf dem Schlafsofa aus- gefunden. Der nach hinlen über gebeugte Kopf, das ganze Gesicht. der linke Arm und die linke Hand waren mit Blut besudelt, der rechte Arm und die reckte Hand dagegen sauber. Der Zustand der Leiche und der Umstand, daß die Wohnungstür nicht verschlossen oder auch nur eingeklinkt war, rief den Verdacht hervor, daß Ein- brecher in der Behausung gewesen seien und den einsamen Insassen ermordel und beraubt hätten. Die Kriminalpolizei, die einen Arzt zuzog, stellte fest, daß Schwarz, der magenleidend gewesen war, durch einen Blutsturz seinen Tod gesunden Hai. Der Kranke war nicht mehr imstande gewesen, die Tür richtig zu verschließen. Abbrennen von FcucrwerkSkörpern hat in Spandau einen be- dauerlichen Unglücksfall verursacht, bei dem ein Kind das Leben einbüßte. In der Fehrbelliner Straße spielten mehrere Kinder mit bengalischen Streichhölzern, Bomben, Sonnen usw. Brennende Teile fielen auf die neunjährige Martha Schadach, deren Kleider sofort in Brand gerieten. Im Nu stand das bedauern«- weile Kind in hellen Flammen, und erst nach einiger Zeit konnte das Feuer durch Auswerfen von Decken erstickt werden. Das Mädchen hatte jedoch bereits am ganzen Körper so schwere Brandwunden davongetragen, daß es im städtischen Krankcnhause bald nach der Aufnahme den schweren Verletzungen erlag. Für 25 000 Mark Herrenanzüge und Ulster wurden in der Nacht zum 1. September aus dem Herrengarderobengeschäft Große Frankfurter Straße III, dem Hauptgeschäft des Kon- fektionshauses B l u h m, durch einen dreist von der Straße auS bewerkstelligten Einbruch gestohlen. Die Diebe sind durch den Eingang an der Ecke der Andreasslraße in den Laden gelangt. Der nicht gegen Einbruchsschaden versicherte Geschäftsinhaber bietet für Wiederherbeischaffung der gesainten Sachen 2500 Mark Belohnung, für Wiederheranschaffung wenigstens eines Teiles davon einen eul- sprechend geringeren Betrag. Brotkartendiebe machten einen Einbruchsversuch bei der Brotkommission in der Gemeindeschule Krankst raße 13. Dabei wurde ein 29jähriger auS Budapest gebürtiger Schachtmeister Rakatzi erwischt und festgenommen, lvährend seine Helfershelfer entkamen. Mehr Glück hatten Einbrecher bei der Brotkommission in der Ge- meindeschule Siemensstraße2 0. Sie erbeuteten 700 Bogen Reisebrotkarten, Brotkarten der 133.— 130. Woche, Fett- und Kar- toffelkarten. Unterricht in Säuglingspflege mit praktischen Hebungen findet wieder iin. Kinder haus"(Blumenstr. 97) wöchentlich einmal statt. Meldungen im Bureau deS.Kinderhauses" schriftlich oder mündlich 2— 4 Uhr. Ein Bolkskonzert des Philharmonischen Orchesters findet heute in der Philharmonie. Bernburger Str. 22/23. statt. Beginn 8 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf. Kasseneröffnung 7 Uhr. Charlottenbnrg. Lebensmittel. Bis einschließlich Sonntag, den 9. d. M., werden auf Abschnitt 21 der Nährmittelzusatzkarte für Jugendliche 125 Gramm Buchweizengrütze zum Pfundpreise von 70 Ps. oder 125 Gramm Buchweizenniehl zum Preise von 02 Pf. pro Pfund ausgegeben. Die Entnahme erfolgt in den Geschäften, auS denen der Karteninhaber seinen Grieß bezieht. In denselben Geschäften wird vom Donnerstag, den 0. bis Sonnabend, den 15. September, aus Abschnitt L der Haushaltmigs- bezugSmarlen Puddingpulver ausgegeben und zwar: sür große Haushaltungen 100 Gramm loses Puddingpulver oder zwei Päckchen Puddingpulver, für kleine Haushaltungen, doppell gestreifte Karten: ein Päckchen Puddingpulver. Die Preise sind folgende: Auslandsware: 41 Pf. per 100 Gramm bezw. 2,20 M. per Pfund lose Ware, und 20 Pf. für ein Päckchen. Inlandsware: 11 Pf. sür ein Päckchen. Ferner werden verabfolgt: 250 Gramm Hafer- Nährmittel, lose oder in Paketen, se nach Vorrat auf Abschnitt 130 der roten Nahrungsmittelkartelkartc. Die Preise be- tragen für Haferflocken und-grütze lose 14 Pf. pro Pfund und in Pakelen 50 Pf. pro Pfundpaket; für Haierinehl tose 11 Pf. pro Pfund und tu Halbp s und Paketen 32 Pf. pro Paket. Für die Kinder vom 0. bis 12. Lebensjahr(1. September 1905 — 30. September 1911) werden 100 Gramm gute Eßschololade sür 1,40 M. und 100 Gramm Schoko laden Pulver für 1,25 M. abgegeben. Bczugskarten zum Ankauf der Ware können in der Zeit vom 0. bis 10. September in den zuständigen Brotkommissioncn gegen Vorlegung von Urkunden empfangen werden. Auf Grund dieser Bezugskarlen kann von den Empfangsberechtigten in der Zeit vom 11. bis 20. September die Ware in den 30 städtischen Verkaufsstellen, die durch besondere Verkaufschilder gekennzeichnet find. entnommen werden. Für Kinder, soweit sie das zweite Lebensjahr noch nicht überschritten haben, wird entweder 1 Päckchen Leibniz- Keks a 10 Ps.. eher L Rqllen Keks a 15 Pf. oder'/i Pfstnd losen Keks zum Preise von 25'Ps. abgegehen. Der Bezug geschieht in derselben Fornv; wie beiur. /Schokoladenpulver. Für Schokoladen- Pulver und Keks' erteilt' vom 10) L-ept. ab die Lebensmittelabtei- lung B Rathaus, Zimmer 80(Tel. Magistrat Nr. 311) Auskunft, wo diese Waren noch zu haben sind. Neukölln. Lebensmittel. Vom Donnerstag, den 0. September, bis Mittwoch, den 12. September, dürfen in den Geschäfteo, in welchen die Anmeldung zum Bezüge von Kolonialwaren erfolgt ist, auf Abschnitt 51 der Lebensniittelkarte 250 Gramm Haferfabrikate entnommen werden. Der Verkaufspreis beträgt für 500 Gramm Haferfabrikate 11 Pf._ Schönrberg. Stadtverordncteusitzunq. In der Sitzung, am Montag gab zunächst vor Eintritt in die Tagesordnung der Ober- bürgermeister Dominikus eine Erklärung ab. Während der Ferien der Stadtverordnetenversammlung erschien in vielen Berliner Zeitungen ein Artikel mit der Ueberschrift„Das Auto des Ober- bürgermeisters". Dann wurde über eine Gerichtsverhandlung be- richtet, in der Vorwürfe gegen die städtische Verwaltung erhoben wurden. Er halte es für notwendig, den Tatbestand richtigzu stellen. Es handelt sich nicht um ein Auto für den Privatgebrauch. sondern'um ein Auto für die städtischen Körperschaften und um ein Auto sür Krankentransporte. Beide Autos mußten wegen Reisen« defekt außer Betrieb gesetzt werden. Der Ebauffeur des Autos teilte darauf mit, er könnte die Reifen einer Kraftdroschke kaufen, dessen Besitzer zum Heeresdienst ein- gezogen sei. Der sachkundige Brandmeister erklärie den Preis sür die Reifen nicht zu hoch, so daß gegen die Beschaffung der Reifen keine Bedenken vorlagen. Dem Oberbürgermeister war unbekannt, daß die fraglichen Gegenstände ordnungswidrig erworben wurden. Ebenso könne von irgend einer Schiebung keine Rede sein. Das Gericht hat dies auch anerkannt und keine der von ihr wider- legten Feststellungen aufrechterhalten. Die Fraktionen erklärten die Sache damit sür erledigt. Nach- dem für die Patenstadt Domnau 10 000 M. zur Errichtung einer Badeanstalt bewilligt und mehrere Vorlagen, darunter auch die KnegSteuennigszulägen, an Ausschüsse überwiesen wurden, wurde die Sitzung geschlossen._ Wcißensee. Zur Kohlenversorgung. Uns wird geschrieben: Die ausgegebenen Kohlenkarten haben Gültigkeit für ganz Groß-Berlin, so daß die Einwohner sämtlicher Vororte die ihnen zustehende Kohlen- menge bei jedem Kohlenhändler in Berlin bezw. einem anderen Groß-Berliner Vorort entnehmen können. Da der Kohlenverband nicht in der Lage sein würde, Kohlen in größeren Mengen nach den Vororten zu senden, so sind die Einwohner Weißensees gezwungen, wenn sie sich den Besitz der Koblen sichern wollen, auf irgend eine Weise Kohlen auS Berlin zu beschaffen. Alle Bemühungen des Ge- melndevorstandes, auch sür Weißensee und seine Umgebung einen Kohlenlagerplatz zu erhalten, scheinen demnach vergebens gewesen zu sein._ FriedrichShageu Die letzte Gemeindevertretersitzung beschäftigte sich mit der Einrichlung von K r i e g S p a t e n s ch a f t e n. ES wurde beschlossen, für die Kriegspatenickaslen in erster Linie Spar- guthaben zn empfehlen. Für weitere Regelung der Angelegenheit wird die dazu bestimmte Kommission beauftragi, mit einer Ber- sicherungsgesellschaft in Verbindung zu treten.— Zum Aufbau eines Wirtschaftsgebäudes, das der Gemeinde von den Albatros- werken überlassen wurde und auf dem Hinterland des Ralhaus- gebäudes errichtet werden soll, werden 15 000 M. bewilligt. Das Gebäude wird unterkellert und soll für die Lebeiisuiittelverwallung der Gemeinde dienen.— In der geheimen Sitzung wurden Teuerungszulagen sür alle Beamten der Gemeinde, einschließlich der festangestellteo Lehrkräfte der König-Friedrich-Schule und deS Lyzeums, im Rahmen der staatlichen Grundsätze beschlossen. — Lebensmittel. Heute gelangt auf Abschnitt 13 der Lebens- mittelkarte Grieß zur Verteilung. Auf jede Karte entfallen 150 Gramm zum Preise von 9 Pf. Groß-Serliner Partemachrichten.. Sozialdcmokratischcr Vrrcin für den ilicichstagswahlkrcis Nieder» barnim� Sonnabend, den 7. d. Mts., abends 6Vz Uhr, findet im .Borwärts''-Gebäude, U. Hof links 3 Treppen, eine Kreiskonierenz statt. ES ist Pflicht der Bezirke, vertreten zu sein. Näheres ist auS dem Rundschreiben zu ersehen. Gerichtszeitung. Ei» MUchplantscher. Eine nachdrückliche Strafe beantragte der Staatsanwalt vor einer Ferienstrafkammer dcö Landgerichts II gegen den Molkerei- besitzer Wilbelm Briefe meist er in Neukölln, der wegen Milchvertälschung angeklagt war. Der Angeklagte hat 20 Kühe in seinem Stalle stehen. Eine am 3. März vorgenonimene Revision ergab, dah in einigen Eimern die Milch mit 3ö bis 30 Proz. Wasser verdünnt war. Der Angeklagte bestritt, zu wissen, wie das Wasser in die Milch gekommen war. Da er schon eine Aorstrafe wegen NahrungSmittelvergehcn erlitten hat. wurde er vom Schöffengericht zu 10 00 Mark Geldstrafe verurteilt. Gegen dieses Urteil legte der Staatsanwalt Berufung ein. da er die Strafe für viel zu niedrig hielt. Er beantragte drei Monate Ge- f ä n g n i s und t bvl) Mark Geldstrafe. Das Gericht belieg d bei der Strafe von 1000 Mark, ordnete aber gleichzeitig die öffentliche Bekanntmachung des Urteils an. Wegen übermäßiger Preissteigerung beim Handel mit Düngekalk war der Kaufmann P l a t o w vom Landgericht in Berlin zu einer Geldstrafe von 1000 M. verurteilt worden. Er hatte Düngelalk, für den er pro Fentner 30 Pi. gezahlt hatte, an Landwirte in der Provinz zum Preise von I.ZO M. für den Zentner verkauft. Unter Anrechnung der Unkosten rechnete das Gericht einen Gewinn von ISO Prozent her- aus. Düngekalk gehöre auch zu den Gegenständen deS täglichen BedariS im Sinne der Prciswnchervcrordiiung des Bundesrats. Das K a m m e rg e r i ch t verwarf die gegen das Urteil eingelegte Rebifion. Zutreffend habe daS Landgericht den Düngekalk zu den Gegen- ständen des täglichcnBedarfS gereckinst. Angeklagleo könne sich»übt darauf berufen, dafi Düngekalk yicht täglich in der Landwirtschaft ver- braucht werde. Für die Erfüllung des Begriff« de« täglichen Be- darfS sei nicht erforderlich, dag die betreffenden Gegenstände tag- täglich gebraucht würde». Seife, die zum Waschen von Wäsche be- stimmt sei, werde in» Haushalt ja auch nur alle drei bis vier Wochen gebraucht, falle aber zweifellos unter die Gegenstände des täglichen Bedarfs. Ohne NechtSirrtuin fei auch übermäßige Preis- fteigerung im Sinne der KricgSverordnung festgestellt. ES sei dem- gegenüber unerheblich, daß Angeklagter auch schon vor dem Kriege für Düngekall einen gleich hohen Preis erhalten habe. fius aller Welt. Wege» eiuiger Rüben ein Menschenleben vernichtet. Wir lesen im.Landarbeiter": Die auf dem Gute Crummen« darf lKreiS Züllichau) beschäftigte Kriegerfrau Kolosja ersuchte eine« TageS ihren elfjährigen Sohn, der ebenfalls auf dem Gute ar- bettete, auf den, Nachhausewege etwas Gras als Schweinefutter mitzubringen. Da der Junge kein Gras sand. ging er in die Futter- rübei» de« Besitzers, um sich hier eiwaö zu holen. Hierbei wurde er von dem Gutsbesitzer Bischof ertappt und jämmerlich verprügelt. Am Nachmittag desselben TageS. als die Frauen wieder zur Arbeit kamen, rühmte sich B. noch seiner Heldentat. B. sagte zu den Frauen, daß der Junge wohl nicht zur Arbeit kommen würde, weil er eS ihm in der Mittagsstunde benn Rübcnstchlen tüchtig gegeben habe. AIS B. aber hörte, daß der Junge schwer krank unter ärztlicher Behandlung im Bette lag, scheint ihn die Reue gepackt zu haben. Bischof sandte der Mutter eine Flasche Wein. Auch ging er selbst hin und wollte der Mutter 20 M. geben, wa« aber abgelehnt wurde. Darauf kam die Frau Gutsbesitzerin und legte die 20 M. aus den Tisch und bat, man möchte eS nicht anzeigen. Nach drei Tagen starb leider der schwer»rißhandelte Junge. Nach Angabe d«S ArzteS an Magenkrankheit. ES wurde aber Anzeige bei der«taatöanwalt- ichaft erstattet, die Leiche nochmal» ausgegraben und untersucht. Nach einer Notiz der.Züllichauer Nachrichten" lautete der Befund: Schwere körperliche Mißhandlung mit nachfolgenden, Tode. Aufi dz« Ausgang der Gerichtsverhandlung darf man gesvannt sein. Ter Begriff„vermeintliche Notwehr", der so oft als Entschuldigungs- grund bei derartigen Talen angewandt wird, kann wohl hier nicht als Enrschuldigung sür einen derartigen Roheitsakt dienen. Tie �euersbrunst in Kasan. Kopenhagen, 4. September. Die hier eingetroffenen russischen Zeitungen enthalten ausführliche Einzelheiten über die furcht- bare Brandkatastrophe, von der Kasan am 28. August heimgesucht wurde. Mindestens tausend Personen sind umgekommen. Bier Borstädte wurden gänzlich eingeäschert. Während des Brandes erfolgte»ine Reihe von Explosionen. die an Stärke zunahmen und eine ganze Anzahl von Gebäuden in die Luft sprengten, und zwar mit solcher Kraft, daß die Erde Risse auswies, wie bei einem Erdbeben. Später hat sich herauSgestellr, daß auch mehrere Munitionsfabriken in die Luft geflogen sind.__ Sriefkasten der Redaktion. Fürsorge 133. 1. Die Wiedereinzicbung itt während de« gegen- wärligen Kriege« jederzeit möglich. 2. Nach einem Bescheide deS preuhi- schcn Ministers vom 30. März 1916 II. 1990 bat auch die Ebesrau eines cnllassincn KnegSteilncbmcr« Anspruch aus Wochcnbilfe. wenn derselbe krank oder infolge Verwundung aus dem Kriegsdienst entlassen ilt und nicht unter allen Umüänden zur Wiedcrautnahme der Arbeit säbtg iit. Au« den in deni Erlaß aufgesührlcn Oiründen ist hervorzuheben, daß nicht schon jede ErwerbStäligkeit oder die Möglichkeit einer solchen da« Recht aus die Wochciihilse ausschließen soll. ES muß vielmehr eine ErwerbSrärigkett vor- banden sein, die zwar der normalen bezw. der früheren deS betreffenden Sbemanne« nicht gleich oder auch nur sehr nahe zu kommen braucht, die aber immerhin sür die Möglichkeit autreicht, den nötigen Lebcntunterbalt tür die eigene Person und die Familie zu beschasfen. Ob diese Voraus- jetzung gegeben ist. wird sich jeweils nur nach den Umständen de« Einzel- fall« bestimmen lassen. ES dürste sich empsehlen, hierbei wohlwollend zu versahren. In Zwciseisällcn ist«S aber doch auf die im Strestv erfahren zuständigen Svruchinstanzen ankommen zu lassen.— R. I. G. 13. Ja. — 31. 2. 36. Wende» Sie sich an einen sozialdemokratischen Gemeinde- Vertreter dort. Derselbe wird Ihnen erschöpfenden Rat geben.— 2l. St. »9. 1.— 3. Die Ehesrau erbt die Hälttc sowie den ganzen Hausrat. Die andere Hälfte fällt an die Schwester und an den Netten de« Verstorbenen zu gleichen Teüen- 4. Aus Antrag.—®. P 50. Berlin. Keithslr. 15. pirelrtion: Max Reinhardt. Ueiitache* Tncater. I'.j Uhr: Soldaten. Donnerstag:: Rose Bernd. Kammerspiele. 8 Uhr: Da» Konzert. Donnerst: Gespenstersonate. Volkabllhnc. Theater am BUlowplatr. Untergrundb. Schö-nh. Tor. Uhr: Hcdda tiabler. Donnerstag: Lumpengesindel Lessiug-Tliealer. 7'/. uhr: Madame Legros. Donnerstag: Liebe. Freitag: Madame Legros. Mehes Künstler- Theater. Allabendlich Theater i. Königgratzerstr. -u ttu. Panl I-anje« und i iit br. Xora Parubcrg. Komödienhaus 7f,'4U.: Dia verlorene Tochter. Berliner Theater Ist,!/.: Die tolle KomteB. Der erfolgreiche Eroffnungs-Spielplan Dazu; 9 Uhr abends fennitt IUI Pantomime in 12 Bildern von Karl Vollmoeller nusl. Sellin Bahnhof Friedrichstraiie. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. ilrteTultlt-.SL, S Meinickes halsbrech. Akt. Classont ganz neue Deist. gar Max II. Moritz. Luis u. Sohn.— Sums. Parforoe- Sehnitzeliagd. Halali Sonntag 3'/. u 8 Uhr. Nachm. 1 Kind frei, u. Gratis-Ponny-Beiten. Tägl. �l|t■ Sonnt. 31/, u. 7'i, Eröftnungs-Programm der Winterspielzeit Vilbelm Hartstein in dem Soldaten.schwank: Der Stolz ierl. Kompagnie Fern.: 8enta Mttnt-Iand Karl IdaxiHtadt, Isabella nnd Ruth Kchvi' Arz lionf 9 4 Sylphiden, Ii ffl." Em! lerkel usw. Walhalla-Theater. uhr'- Zigeuner. Gartenbübne: Borstellung. Casino-Theater Lothringer Straße 37. Täglich'/.S»t>r: Wirklicher Humor! Gr. Erfolg! Die Schiagerposse Heiraten mußte! Vorher der neue bunte Teil. Sonnt. 1 Uhr: Guste, die Perle. Theater für Mittwoch, 5. September. Lustspielhaus -•i n-u. Die blanden MAdels '-lUrr. ¥om|jn((#nho( Neues Operettenhaus Scbiffbd. 4a. Kassent. Nd.281 D/.uhr: DerSolüatilerMarie. Oenfache. Opernhan. 7 Uhr Frfedricb-Wilhelmst. Theater i'/.uhr: Das DreimHilerlhaiis. Gebr. Hcrrnfcld-Th. Operetten-Gas tepiel -■/.uhr: Die letlige thelrao. Kleines Theater 7 u�: Belinde. Komische Oper 'kB tr.: Schwarzwalilmliili!!. Metropol-Theater u/sUhr: Die Czardasltlrstin. Ite.idcnK-Xbeater �Diefarsehaoer Zitadelle Schiller-Theater O 7'/. uhr: Traumulus. Schlllcr-Th. Charl. D/, uhr: Vom andero Oter. Tbalta-Thoatcr uhr-. Ejoi und seine Frauen. Theater am Noilendorlplatz tw: Je GulasclikanoDe. Theater de. Wc.ten. t v.uhr: Der verlielite Herzog mit Guide Thialtoher. .THEATER .6 DerÄroßeErfo�DiCker�ehÄ- Das ist die Liebe...I SÄXbÄ 1. Bildt Baron Fliogenlaims Pleite 2. Bild: Au, der Rennbahn Karlsherst 3. Bild. Garichissaal inKieksmal. Vorvk. 10-2«. 6 U. Ü RANIA 8 Uhr: Die Befreiung Ostgaliziens und der Bukowina. Reiehshalien-Theater Stettiner Sänger. Anfang T'/j Uhr. Jed. Sonntag Nachm. S Uhr Vorstellung zu ermlSigt Preisen! Reichshallen-Gar, en u. Saal; UlüthKen-Konsert. Auf. 8 Uhr, Sonnt. 6 Uhr. Berliner Prater-Theater. Kastanienallee 7—9. Heute: Aha— famos! Gr. AuSstatlunge-Operettenvesse in» Alten mit Gesang u. Tanz. Vorher d. gr. Variet«prograinm. Aniang 4'/, Uhr. Rose»Theater. vi, Uhr: Die Stunde de« Vertrauens. Garlcnb.: Soemannsliebchon. 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Vortrag der Genossin Marie Juchacz über:»Die Frau im»StrtschaftSlcben der Wegenwar» und der Zu- fünft.» 2. Der Stand der Teuerungszulagen in Groß. Berlin. 3. Ver bandsangelegenheiten. SV Zutritt haben nur Mitglieder gegen Bor- zrigung de» Mitgliedsbuches. 188/13 Ble Orfsverwnltnn*. wie ein Merl beseitigt f1808L' Ä.Rhu Kaussalbti jed.Hmiwuischlag.FIechten.| Hairtfuden, bes. Bein I schaden. Krampfader»| der Frauen u. dergl. Zujendg. ei folgt per Nach »ahme in Dosen a 2,20, 1 3,85, 6,90. Elefanten-Apetheke, Berlin, I Leipziger Str. 71 (am Dönhostplatz). Lperislsrrt I»r. med. 44'->el»enfnll, Fetedriehet 125(yranienh.T,), I.Sfphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrllch-Ha,a-Kur(DauerlOX.) Blutontersuch Schnelle, sicher.. tehmerzl. Heilung ohne Berufse Störung Teilzahlung! 221/00- Snrecnstund. t 11— t u 6— b* Haar-u.Velourhüte Vorverkauf Stück 28 M. Liodeku, Rosenthalerstr. 36. II. Geschäst: W, Bayerischer Platz 7, Ecke Grunewaldstc. S6.' \m Aenti. geleitete, modera tingerilijtetk» z» ! 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Bon ve- schwulst und Abszeß au alter Lprratiantnarbe mit 15 Be- Handlungen geheilt.— Frl. M. Muschick, Bln.-Schöneberg, Sedanstraßc 17 U bei Friebick. Bon veschwulft«. Nerdrn- schwäch« in 4 Wockien geheilt. Vorher dringend zur Opera- tion geraten.— Herr A. Schlabitz, Berlin, Eaprivistr. 24. Bon vesichtslupu« in 1 Monat vollständig geheilt. Borher 6 Wochen mir Radium in einer Berliner Klinik ohne Erfolg behandeil.— Frau E. V»PP, Lichtenberg, Gärlnerstr. 10. Von chran. Frauenleiden, Herzschwäche nnd Verstopfung geheilt.— Sohn des Gärtner« H. König, Pankow. In b Wochen von veralteter Beinlähmung geheilr. Lorher anderweitig jeder Erfolg abgesprochen.— Bon Nerven- schwäche irr vier Wochen geheilt. Erklär» sich selbst für ganz gesund.— Herr Milchhändler Eckert, Berlin, Greisen- Hagener Sir. 26. Bon gichtisch-rheumat. Schmerzen in Bern u. Fußgelenk geheilt. Sehr zufrieden.— Herr A. Bros«, Berlin-Mariendorf, Strelitzer Str. 11. Von chronischer RückenmarkentzLuduug und Lähmung geheilt. Borher sür unheilbar erklärt.— Herr R. Zöllner, Reinickendarf-Ost. Provinzstraße 117. Bon Lungenbluien und Katarrh geheilt— Frau I. Herald, Berlin, Ramler- str. 23. Von vrouchiollotarrh geheilt.— Zwei Kinder des Kohlenhändler« Herrn Linke, Berlin, Strelitzer Straße 6. Vor 0 Jahren von Lungenleide» geheilt, heute noch gesund.— Herr G. Kopp«, Blri.-Ruininelsburg, Alt- Boxhagen 8. Von doppelseitigem Lungenspitzenkatarrh geheilt.— Herr O. Reumann, Lichtenberg. Blumenthal- str. IL. Von Neurasthenie und nervöser Magenschwäche geheilt.— Frau S. Vroff«, Berlin, Zwinglistr. 26. Von Leberleide» geheilt.— Frau Restaurateur Hering, Berlin, Schönhauser Alle« 87. Bon Basedowscher Krankheit ge- heilt.— Herr Erich Bock, Berlin, Stendaler Str. 17, IV. Bon Nieren- u. Blasenleiden. Aastersucht, allgemeiner großer Schwäche geheilt. Vorher im Krcmkenhause erfolg- los behandelt. Jetzt Fliegersoldat. i Getrennte Behandlungsräume für Damen und Herren!, Sprech- und BehandlungSzcit S— l, 4— 754 Uhr. Sonntag« und FerertagS 9—1 Uhr. ! Sellin 80 18, Srnckeustraße M-(aB Jannawitzbrücke). Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zwelgveroln Berlin. Bezirk Gesundbrunnen. Am 1. September starb unser Mitglied, der HIlss- arbeiter August Vogel. Ehre seinem Anden feuk Die Beerdigung findet morgen Donnerstag, nach- mittags 4'/, Uhr, aus dem Etisabeth-Kirchhos in der Prinzen-Allee statt. Ilm rege Beteiligung ersucht 146/l4 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater, der Pri- vatter 140A Karl Merker gestorben ist. . Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags Uhr, aus dem Friedhof in Ährensselde ftaii. Die trauernden Hinter. btiebenen. Witwe Alwine Meeker. verband der freien Salt- und Scbankwlrte Deutlchl. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Karl Merker Fruchtstr. 37, Bezirk 4 am I. Septbr. verstorben ist. Ehre seinem Andenkeu! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 6. Septbr., nachmittag«?/, Uhr, aus dem Friedhofe in Ähren«. seid« statt. 150/9 Um regeBcteiligung ersucht Die LrtSverwaltung. Am 2. Sept.. nachm. 4 Uhr, entschlief sanft mein innigst- geliebter Mann, unser her- zeiisguter Vater und Groß- valer Rudolf Vermke im Alter von 59 Jahren. In tiefer Trauer Ww.«ugustr Werwfe. Familie Paul Wcemte. Die Beerdigung findet am 6. Sept., nachm 4 Uhr, von der Halle de« Jaköbi-Kirch. hose«, Hermannstraße 99, aus statt. IlS-f In schmerzlicher Erinnerung zum Sterbetage meines lieben Manne«, treusorgcn- den VaterS leiner Kinder, de« Jnsanteristen 232A Franz Mau gefallen am 5. Sept. 1916. Ein einsam Grab, vom Sturm umrollt, keine Blume draus, keine Schrist von Gold, kein Stein ziert Deinen Hügel, nicht Lor- beer deckt ihn reich, schläfst einsam und verloren, un- zähtigen andren gleich. Gewidmet von seiner lieben Frau nebst Kindern. Uns bleibst Du unvergeßlich! II Mm welke 3 Sänkt 5 nt. Loch- ' hanfclung Banoirt» Am 3, Sevt. entschlief unlere inniggeliebte Mutter, Schwieger- und Großmutter. Frau 40/3 Iiis Lewin geb. Müller nach schwerem Leiden im Alter von 62 Jahre». Die trauernden Hinter- btiebenen L. Walter nebst Frau und Sohn. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 6. Sept., nachpiittags 5 Uhr, aus dem Himmelfahrt- Kirchhos in Nordend statt. TpacisI Dr. med. Haedicke Harn-, Haut-, Gescblecbtsld., Svphil.(Bebandiungt>d.l2 T.). Blutunters. Ehrlich- Hata- (Salvarsan-)K.Mod.,schmerz- loseBehandl.o.Berufstörung. -Mäßig« Preise.Teilzahlung- FriedPichsU�lOOÄ�;- 11— 1, 0— 7, Sonntags II— 1 Kostüme wasserdichte Mfintel, Röcke. Wintermäntel. neueste Formen, beste Stoffe, gibt an Private Damen- mäntelsabrit Bllaki, ftrmifcnstr. 30, Dönhoffpiatz. Spezialarzt Dr. med. CoXcmann für Haut-, Harn-, Frauenleiden nerv. 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Verth, nr. 243— 1*17 Unterhaltungsblatt ües vorwärts Mittwoch, S. September Riga. Riga ist der Bevölkerungszahl nach die sünstgrötzte Stadt RuhlandS, die mit fast viermal hunderttausend Einwohnern nur noch von Petersburg, Moskau. Odessa und Kiew übertroffen wird. Trotz aller gewaltsamen RuisifizierungSversuche, unter denen die baltischen Provinzen während de» letzten Menschenalters zu leiden halten. bat diese von Deutschen vor 7öl) Jahren gegründete Stadt ebenso wie Mitau ihren vorwiegend deutschen Charakter bewahrt. Bremische Seefahrer waren es, die in die Bucht von Riga ver» schlagen, im Jahre 11S8 sich hier ansiedelten und de» ersten Grund zu der Stadt legten, die 50 Jahre später<1206) der Sitz des Bischofs von Riga wurde. Aach weiteren 50 Jahren (1253) wurde sie zum Sitz eines Erzbischofs erhoben. Aber in weit- lichen Dingen versagte die Stadt, die sich der Hansa angeschlossen hatte und durch den Handel mit den Hansestädlen krästig empor- geblüht war, dem Erzbischof den Gehorsam und ebenso wenig wollte sie sich als freie deutsche Hansestadt unter die Herrschaft der Deutsch- ritter beugen. Aber mit dem Verfall deS HansabundeS im 15. Jahrhundert ging auch die Selbständigkeit Rigas verloren, schon 1120 mußte sie sich der geistlichen Herrschaft wieder unterwerfen. In den Kämpfen.des deutschen Ordens mit Polen kam Riga im Jahre 1547 zuerst unter die polnische Gewalt, indem sie sich dem König Siegmund ergeben mutzte und 14 Jahre daraus wurde sie von dem letzten Heermeister von Livland förmlich an Polen abgetreten. Aber die polnische Herrschaft dauert« nicht mehr sehr lange. In dem Kriege, den Gustav Adolf von Schweden mit Polen führte, gewann er 1021 ganz Livland, und nun blieb Riga 00 Jahre lang schwedisch. Zweimal hatte die Stadt während dieser Zeil eine Belagerung ouSzuhalten. König August der Starke von Sachsen war zugleich König von Polen und durch seinen Bund mit Rutzland und Dänemark in den nordischen Krieg verwickelt worden, in dem er zunächst Riga den Schweden zu entreitzen suchte. Na» dem Siege Karl« XII. bei Narwa sah sich August von Karl selbst angegriffen, der Warschau einnahm und bis Krakau vordrang. Als aber Karl die grotze Niederlage bei Poltava erlitt<1700» und auf türkisches Gebiet ge- drängt wurde, konnte Riga sich nicht mehr halten,«s ergab sich am 4. Juli 1710 den Russen. Seit jener Zeit gehört Riga mit ganz Livland. da« im Frieden von Nhstadt(1721) von Schweden an Rutzland abgetreten wurde. dem russischen Reicks an, zu dessen fortgeschrittensten, volkreichsten und kultiviertesten Provinzen es gehört. Die Zahl der Analpha- beten beträgt in ihm wie auch in den benachbarten baltischen Pro- vinzen Kurland und Esthland nur etwa 20 Proz. gegenüber mehr als 50 Proz. im ganzen europäischen Rutzland. Der Zar gelobte im Frieden feierlich, die provinzielle Autonomie Livlands für ewige Zeiten zu erhalten, die Gerichte beim deutschen Recht, die Kirchen und Schulen bei der evangelischen Religion zu belassen. Diese Versprechungen sind ebensowenig wie die feierlichen Gelübde gegenüber Finnland gehalten worden. Trotzjbem hat sich der deutsch« Charakter deS Landes vor ollem in den Städten erhalten, und man kann Riga trotz der angestrengten Russifizierungsversuche der letzten drei Jahrzehnte als vorwiegend deutsche Stadt bezeichnen. Etwa 50 Proz. der Bevölkerung sind deutsch, russisch sind nur 20 Proz., und 20 Proz. gehören zu den Letten, die in ganz Livland die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Der Rest sind vorwiegend Esthen. »» « Malerisch erhebt sich Riga aus der sandigen Ebene zu beiden Seiten der Düna. Wenn man mit dem Dampfboot hier ankommt, blickt man am rechten Flutzuser in ein anmutiges Gewirr kleiner. kxummer Gätzchen mit mittelalterlichen, spitzgiebeligen Häusern, die von altehrwürdigen gotischen Kirchen mit thren hoch aufsteigenden Türmen überragt werden. Es ist die Altstadt, die bis zum Jahre 1858 eine starke Festung bildeten und in deren engen Stratzen sich jetzt«in rege« Geschäftsleben entwickelt. Wo sich früher mächtige Bollwerke erhoben, ziehen sich heute schöne Gartenanlagen hin. deren Freudigkeit durch den melancholisch sich dahinschlängelnden Stadt- kanal etwa« gedämpft wird. Schöne, breite Stratzen durchschneiden die vornehmen Viertel der Petersburger und Moskauer Vorstadt, während sich die Mitauer Voistadt, die vornehmlich von der ärmeren Bevölkerungsklasse bewohnt wird, über das linke Dünaufcr und mehrere kleine Jnselchen erstreckt. Besonders deutlich hat sich die reichbewegte Vergangenheit der livländischen Hauptstadt in den Bauten der Allstadt ausgeprägt. Riga kann zwar nicht die reichen Kunstschätze von Danzig, Hamburg, Bremen oder Lübeck ausweisen, aber aus den regen Beziehungen, die es mit diesen Handeisstädten unterhalten hat, ergaben sich doch mannigfache Anregungen, die sich noch heute im Stadt- bild bemerkbar machen. Entgegen der ausgesprochenen hanseatischen Prägung vieler Bauten sind nur wenige Zeugen aus der Zeit desMittel- alter« erhalten geblieben. Da» älteste Baudenkmal der Stadt ist die Dom- oder Marienkirche, ein dreischiffiger Backsteinbau im UebergangSstil mit einem viereckigen Turnr. Im Frühling de« Jahre« 1201 hatte Bischof Albert I. von Appelderen, ein früherer Domherr zu Bremen, mit dem Bau von Riga begonnen, und be- reit« im Jahre 1211 konnte die Errichtung eines Dome« und eine« DomklosterS in Angriff genommen werden. Der Bau war be- reitS im Jahre 1226 so weit fortgeschritten, datz der päpst- liche Legat dort eine Synode abhalten konnte. Der Doin wurde aber im Jahre 1547 durch eine gewaltige Feuersbrunst in Trümmer gelegt, und die Basilika, die sich heute dem Auge des Beschauer« darbietet, geht auf die Mitte de« 16. Jahrhundert» zu- rück. Auch in den achtziger und neunziger Jahren de« vorigen Jahrhunderts wurden an dem Dom Erneuerungsarbelten vor- genommen. Von hervorragenden Werke» der plastischen Kunst und der Malerei bot sich im Dom nur wenig erhalten. Den schönsten Schmuck der Domkirche bildet die im Jahre 1884 aufgestellte Orgel, die mit ihren 124 Registern eine der größten Orgeln der Welt ist. Sie ist in«in reich geschnitzte» Gehäuse au« dem Anfang de« 17. Jahr- hundert« eingebaut. Vor der Domkirche, auf dem Herderplatz, hat das Denkmal diese« deutschen Dichter» Aufstellung ge- funden, der al« Prediger und Lehrer in der alten Hauptstadt Livland» einen nicht unwichtigen Wirkungskreis hatte. In Riga er- schienen auch einige seiner bedeutendsten Werke, wie die.Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit" und seine.Briefe zur Beförderung der Humanität". Zu den frühesten kirchlichen Bauten der Stadt Riga, deren Aus- führung sogleich in Stein erfolgte, gehört die St. I a k o b i k i r ch e, die im Jahre 1226 zum erstenmal urkundlich erwähnt wird. Sie war möglicherweise siir die im 13. Jahrhundert dem Stadtverbande sich anschließenden bekehrten Liven erbaut, und zwar außerhalb des umwehrten Stadtgebietes. Von dem gewaltigen Mauergürtel mit seine» Türmen und Toren, der Sliga im 13. Jahrhundert umgab, ist übrigen« kaum noch etwa« erhalten. An die besten Tage der stolzen Hansazeit gemahnt da» „Schwarzhäupterhaus". Nicht minder reizvoll al« die verschnörkelte, krause Architektur und die reichen Silber- und BildniSschötze, die cS birgt, ist die Geschichte, von der e« umwoben wird. Die Gesellschaft der Schwarzen Häupter,„äs sslscap der swarten hovede", war nämlich eine gesellige Vereinigung der reichen, unverehelichten KaufmannSsöhne Riga». Sie hatte sich aus einer Vereinigung der dort ansässigen au«- ländischen unverheirateten Kaufherren entwickelt und wurde bald von entscheidender Bedeutung für da» politische Leben der Stadt. Ueber die Herkunft ihres Namens ist man verschiedener Ansicht. Ihre Einrichtung wurde bald in anderen livländischen Slädten nachgeahmt, und es gab in Altlivland etwa in zwanzig Orten Schwarzhäuptervereine, deren ältester der zu Reval ist. Aber diese Vereine verschwanden in, Laufe der Zeit. Nur in Riga haben sich die Schwarzhäupter bis in die Gegenwart hinein erhalten, und sie feiern nach alter Sitte noch jetzt jedes Jahr am Sonnabend nach Fastnacht die.FastnachtSdrnnken". Das Schwarzhäupter- hauS in Riga ist emS der ältesten Gebäude der Stadt. E« wurde im Jahre 1330 aus den Mitteln der Stadt aufgebaut und später den Schwarzhäuptern gegen eine jährliche Rente überlassen. Die Wappen von Riga, Hamburg, Lübeck und Bremen schmücken das Gebäude von altersher. Nicht minder bedeutsam für die geschichtliche Vergangenheit von Riga ist das HauS der Großen Gilde, das ebenfall« bis in den Anfang de« 14. Jahrhundert« zurückreicht. Der grotze Saal im Erdgeschoß wird überwölbt von einer auf sechs schlanke» Pfeilern ruhenden Decke. In diesem Saal fanden die Sitzungen der Kauf- mannSgilde statt. In der allen baltischen Hansastadt findet sich noch manche« bemerkenswerte Zeugnis aui ihrer ruhmvollen Ver» gangenheit. « Seit vor 60 Jahren die Wälle von Riga geschleift wurden, diente dem Schutz der Stadt und ihre« Hafens lediglich die kleine Festung Dünamünde, da man die Stadt selbst von Westen her durch die zwischen Mitau und Riga sich erstreckenden ausgedehnten Tirulsümpfe und durch die mächtige Düna gegen einen Angriff völlig gesichert hielt. Dünamünde selbst ist nur ein kleiner Ort von etlva 3000 Einwohnern an der Mündung de« Stromes in den Rigaischen Meerbusen, und zwar am Westufer der Düna. Eine besondere Eisenbahnstrecke verbindet Riga mit Dünamünde, dessen hochragender Leuchtturm jedem bekannt ist, der einmal auf dem Wasserwege nqch der Hauptstadt LivlandS gereist ist. Der Leuchtturm erhebt sich aus einem mächtigen Steindamm, der noch au« dem 18. Jahrhundert stammt und der den weiten Winterhafen von Riga gegen die heftigen Stürme sichert, die allwinterlich im Rigaischen Meerbusen toben. Dünamünde de- sitzt modenre und starke Fort«, die freilich nach der Landseit« zu wenig VerteidigungSwert haben dürsten. Volksbühne:-das Lumpeagesinöel". Zwischen SchnitzlerS Einakter.Literatur" und BolzagsnS Traglkomödie„Lumpengesindel" bestehl eine»ngerähr« Verwand:- schatt, eine zeilstoffliche Richtlinie. In jener schwing! münchnenjche, in dieser berlinerische Umwelt. Beider Stücke Entsielw» Unit eur Vierteljahrhundert zurück in die Epoche des lärmvollen„Bauern- kriege«" der sogenannten„Moderne". In beiden Fällen find.Kunst- zigeuner' die handelnden Personen. Inmitten de« gerade noch heftigen ,JSmen"-KampfeS spiele» allerlei entsprechende literar- künstlerische, soziale und nioralethische Probleme die Haupt- rolle. Von ihnen sind die Hirne jener Dickter und Künstler voll, erscheint die engere gesellschaftliche Um- gebung erfüllt— alles fiebert im Neubildungsprozeß uud defindet sich in gärender, zuchtloser Bewegung. Unterstes wird noch oben gekehrt, nicht« Bestehendes hat mehr Selwng. nur der ewige Wechsel der Begriffe und Aiischauungen ist von Bestand. So muten denn die Menschen und Zustände im„Lumpengesindel" schon ein wenig verstaubt und überlebt an. Wir fühlen: jede Zeit Hai ihre besonderen Ideale, ihre menschlichen Typen— ihr Künstler- zigeunervolk. Doch wie undifziplintrt wild diese Männlein und Weiblein sich gebärden— etwas berührt an ihnen doch sympalbiich. nämlich der Drang zum unverhüllten WahrhastigkeitSleben. mit dem Unterschied nur, datz alle« da«, was damals erst zu Literatur« Problemen verdichtet wurde, heute selbstverständliche Wirklichkeit ist. Von dem bei Wolzogen mit gar wenig Koniplimentarfarben aufgetragenen Kontrast jener Tage, die un« längst Vergangenheit dünken, wird die heutige Generation ziemlich unberührt bleiben. Deshalb ist heute eine lebendige Ausnahme de«„Lumpengesindel«" sicher. Die« umso eher, als der Schauspielkunst unserer Gegenwart weit reichere Darstellungsmittel zu Gebote stehen. Und so gelingt ei denn sämtlichen in Haupt- und Nebenrollen mitwirkenden Künstlern, das rein menschliche in diesrn so verschiedenen Eharak- tcren und Typen klar in» Licht zu stellen. Donnernder Beifall dankte e« ihnen und dem anwesenden Dichter. ek. die amerikanische.Zreiheit'. Wie e« bei Streik« in den Vereinigten Staaten unier ihrer als vorbildlich bezeichneten„höchst demokratischen" Regierung zugeben kann, schildert der schwedische„Socialdemokrat" in folgender Weise: Au« den Städten Jeroine und BiSdee in Arizona wurden 67 be- ziehung«weise 1200 streikende Mitglieder von Fachverbänden mit Wasseumacht gefangen genommen und in Wohnwagen aus den Städten deportiert. Die Fahrt ging zuerst nach Columbu» in Neu-Mexiko, wo die Behörden sich indesirn nicht aus eine Gefangensetzung der Arbeiter einlassen wollten. Hierauf wurden diese nach einem in einer Sandwüste gelegenen kleinen Platz namen« Hermanns geschafft und dort in einer Einfriedigung gesangen ge- halten ;nW 43 PnViautegltllrn 43 MBH Ohly&Wolfram August Hoitz � Blerbrmnerel., Blerhdandlg.� Detail- QeMhifte. SrauereiBSizoiu empfiehlt ersten Ranges. Mönchener Brauhaus Berlin und Oranienburg irinki uiannlnger Bier) Weissbier, C. 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