Nr. 244. 34. Jahrg. Bezugspreis: Bierteljabrl 8,909, monatl. 1,30 RL, wöchentlich 80 Bfg. frei ins Haus, borauszahlbar. Einzelne Wochentags nummern 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bostbezug: Monatlich 1,30 L Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn. 2.50 M., für das übrige Ausland 4 Mr. monatlich. Postbestellungen nehmen an Dänemart, Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Bost- Beitungs- Preisliste. Erscheint täglich. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Der Anzeigenpreis Beträgt f. die fiebengespaltene Rolonel. geile 60 Bfg. Kleine Anzeigen", bas fettgebrudte Wort 20 Pf.( füffig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für awei Borte. Teuerungszuschlag 20% Familien Anzeigen 50 Pfg., politische u. gewerkschaftliche Vereins. Anzeigen 40 Bfg die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmitt. im Hauptgeschäft, Berlin E. 68, Lindenstraße 3, abs gegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morisplas, Nr. 151 90-151 97. Donnerstag, den 6. September 1917. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97. Schneller Rückzug der Ruffen.- Fliegerangriff auf London. Gesteigerter Artilleriekampf in Flandern und bei Verdun-22 Flugzeuge abgeschoffen Dünamünde genommen, große Geschüßbeute Die livländische Aa überschritten- Erbittertes Ringen um den Gipfel des Monte San Gabriele 4000 Italiener gefangen. Amtlich. Großes Hauptquartier, 5. September 1917.( 28.., B.) Weftlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In Flandern nahm der Artilleriekampf an der Küste und vom Houthoulster Wald bis zur Deule an Ausdehnung, Planmäßigkeit und Stärke zu; bisher keine Infanterietätigkeit. Heeresgruppe Deutscher Kronprina Vor Verdun war auf dem Oftufer der Maas der Feuerkampf tagsüber gleichfalls bedeutend gesteigert; er hielt auch nachts an. Sehr starke Fliegertätigkeit mit zahlreichen Bombenwürfen bei Tage und bei Nacht. An entfernten Zielen wurden erfolgreich mit Bomben angegriffen: Dover, Boulogne, Calais. 22 feindliche Flugzeuge find abgeschossen worden. Leutnant Boß brachte seinen 39. Gegner zum Absturz. Deftlicher Kriegsschauplak. Front Prinz Leopold. Unsere Operationen öftlich von Riga haben sich wie beabsichtigt weiter entwickelt. Dünamünde ist genommen. Schwerste Küstengeschüķe( bis 30,5 Zentimeter Kaliber) fielen unversehrt in unsere Hand. Nordöstlich der Düna ist die Ostsee erreicht. Der Abschnitt der livländischen Aa ist überschritten. Südlich des Flusses haltende russische Nachhuten sind aufgerieben worden. Der Feind ist im weiteren Rüdzug nach Nordoften. Bon der Düna bis zur Donau sonst keine großen Kampfhandlungen. Mazedonische Front. Reine Aenderung der Lage. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Mitwirkung von U- Booten am Sieg von Riga. Abendbericht. Berlin, 5. September 1917, abends. Amtlich. Artilleriekampf in Flandern und vor Verdun. Nächtlicher Fliegerangriff auf London erfolgreich. Nordflügel und Mitte der russischen 12. Armee ist in schnellem Rückzuge. Der österreichische Bericht. ien, den 5. September 1917.( W. Z. B.) Amtlich wird verlautbart: Deftlicher Kriegsschauplah. Im Bereiche der österreichisch- ungarischen Streitkräfte keine besonderen Ereignisse. Italienischer Kriegsschauplatz. Der neunzehnte Tag der elften Isonzoschlacht war von schweren blutigen Rämpfen erfüllt. Bei Madoni stießen unsere Sturmtruppen im Vorgehen auf eineu tiefgegliederten italienischen Angriff und geboten ihm Halt. Bier weitere Angriffe wurden abgeschlagen. Der Monte San Gabriele steht feit gestern früh ernent im Mittelpunkt eines zu größter Heftigkeit gesteigerten Ringens. Der Feind stürmt immer wieder gegen den Felsgipfel an, der wiederholt in seine Hand fiel, um kurz darauf von unserer ruhmreichen Infanterie zurüderobert zu werden. Der auf beiden Seiten mit größter Zähigkeit geführte Kampf dauert bis zur Stunde in unverminderter Stärke an. Bei Görz machte der Italiener einige vergebliche Borstöße. Ein bei Selo und Medeazza zu Stellungsberichtigungen angesettes Unternehmen unserer Truppen löfte auf der ganzen Karsthochfläche heftige Zusammenstöße aus. Alle vom Gegner unternommenen Angriffe brachen dank der standhaften Haltung unserer kriegserprobten Karstverteidiger zufammen. Hundert italienische Offiziere und über 4000 Mann fielen als Gefangene in unsere Hand. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Schlacht eingebrachten Gefangenen beläuft sich auf 15 000 Mann. Triest wurde wieder zweimal von italienischen Fliegern angegriffen. Der Chef des Generalstabes. Ereignisse zur Tee. In der Nacht vom 3. auf den 4. September belegte eine größere Anzahl feindlicher Flugzeuge Pola mit etwa 100 Bomben, die in der Stadt einigen Privatschaden verursachten; ein kleines Strohlager außerhalb der Stadt geriet in Brand. Militärische Objefte erlitten nur geringfügigen Sachschaden. Es sind keine Menschenverluste zu beklagen. Flottenkommando. Verständige für Verständigung! Von Philipp Scheidemann. Die all deutschen Heerhäuschen machen wieder Lärm, als ständen Hunderttausende hinter ihnen. Dabei ist in der Tat das Wort am Plaze: Viel Geschrei und wenig Wolle! Wäre es möglich, jezt eine einwandfreie Zählung derer vorzunehmen, die ihr Leben für die Reventlow- Lehmannschen Kriegsziele in die Schanzen zu schlagen bereit sind, so müßte die Gelegenheit wahrgenommen werden, um die Lärmenden in einer Minderheit zu zeigen, die unbändige Heiterkeit erregen müßte.. Graf Reventlow schreibt sich Schwielen an die Finger, um den Nachweis zu führen, daß ein Verständigungsfrieder wie ihn die große Mehrheit des Reichstags wünscht, das Reich zu einem Krähwinkel machen müsse, in dem das Volk nur noch in Not und Elend zu begetieren vermöchte. Der Reventlow- Lehmann- Frieden dagegen würde das Reich zu einem Paradiese machen, im dem süße Milch und köstlicher Honig fließt. Es lohnt nicht, die ganze Unsinnigkeit des all deutschen Gehabens hier immer wieder aufzuzeigen. Es erübrigt sich auch, in den Spalten der sozialdemokratischen Preffe immer wieder unsere grundsätzliche Stellung gegen: jedivede Vergewaltigung eines Volkes zu präzisieren. Jeder verstän dige Mensch weiß, daß heutzutage fein Bolt vergewaltigt werden kann, ohne daß gleichzeitig. cine Saat ausgestreut wird, die neue Striege zeitigen muß. Könnte.es Deutschland verschmerzen, wenn es durch Annegionen zerstückelt, durch Kriegskontributionen in Schuldknechtschaft anderer Staaten gebracht, durch Beeinträchtigung in seiner politischen Selbständigkeit entehrt würde? Deutschland würde am Tage nach dem Abschluß eines solchen entehrenden Friedens mit seinen Vorbereitungen für den neuen Krieg beginnen, um seinen beschmußten Schild wieder zu säubern. Und wie Deutschland, so würde jeder andere Staat handeln, wenn ihm aufgezwungen werden könnte, wogegen wir uns mit dem Aufgebot aller Straft seit nunmehr drei Jahren erfolgreich gewehrt haben. Also keinen Gewaltfrieden, sondern einen Verständigungsfrieden, der Dauer verspricht, weil er die Aussöhnung der Völker und deren friedliches Nebeneinanderleben ermöglicht. Wer seine Tage nicht ausschließlich in Häusern und zwischen Zeitungen verbringt, wer vielmehr in und mit dem Volke lebt, wer namentlich auch Führung mit dem Heer und der Marine hat, der weiß, daß unser Volk zivar entschlossen ist, den letzten Hauch zur Verteidigung von Heim Proklamation des Rigaer Arbeiter- und Soldatenrates am Morgen und Herd dranzusehen, den letzten Tropfen Blut zu opfern, der Einnahme hatte keinen Erfolg. Kurz vor dem Abrüden der um eine Vergewaltigung unseres Volfes zu verhüten. Daß letzten Russen wurden die Holzbrüden ober- und unterhalb unser Volt aber auch bereit ist, heute einen Verständigungsder Stadt gesprengt, Proviantämter, Fabriken und der frieden zu schließen, der dem entsetzlichen. Massenmord ein Bahnhof angezündet. Punkt 12 Uhr, als unserer Ende macht und allen Ländern die Lebensmöglichkeit läßt. Berlin, 5. September. Bei der Einnahme von Riga und Düna- Divisionen bereits in die Mitauer Vorstadt einrüdte, gingen Allen denen aber, deren Auffassung von der Art des münde haben sich die dem Oberbefehlshaber der Ostsee unterstellten von den beiden Eisenbrüden mitten in der Stadt fünf gewaltige Friedens mit den kriegerischen" Ereignissen wechselt, müssen Seestreitkräfte tatkräftig beteiligt. Unterseeboote der Bogen in die Luft. Die lezten frufsichen Patrouillen schossen vom wir immer wieder dringend empfehlen, sich vor Augen zu Flottille„ Kurland" drangen in den durch russische Minensperren, rechten Dünaufer noch stundenlang. Als wir um 4 Uhr von der führen, wie lange der Krieg noch fortgesetzt werden müßte, Nege und sonstige Hindernisse versperrten Rigaischen Meerbusen Mitauer Vorstadt auf einem Kahn über die Düna ruderten, wenn die Lehmann- Reventlowschen Kriegsziele erzwungen unter energischer Unterstützung der Minenräumdivision ein und brannten der Bahnhof und das Hafenviertel werden sollen. Darüber muß doch jeder mit sich im Klaren beschossen von See aus die aus Dünamünde auf der Straße nach noch lichterloh. sein, daß vor der Erreichung dieser Ziele mindestens Rußland, Bernigel fliehenden russischen Truppen. Gleichzeitig hielten sie Die Stadt selbst hat bis auf die Plünderungen nicht gelitten, Italien, Frankreich und England völlig zu Boden geschlagen durch ihre Anwesenheit im Rigaischen Meerbusen die russischen Während zahlreiche Letten den ostwärts abgehenden Russen gefolgt sein müßten. Von Japan, Amerika und allen anderen Seeftreitkräfte von einer Beschießung unserer Truppen von See aus find, woat die deutsche Bevölterung freudestrahlend unserer Gegner zunächst zu schweigen. Jeder Tag des ab. Schneidig und erfolgreich griffen die Flugzeuggeschwa in den Hauptstraßen umher. Gestern abend noch einziehende Rom- Krieges toftet allein der Reichs tasse etwa 100 Millionen der unserer Seeflugstationen Windau und Angern- pagnien wurden mit einem Jubel begrüßt, wie ihn deutsche Truppen Mart. Jeder Tag Krieg kostet soviel Opfer an Toten und see die rückwärtigen Verbindungen der Russen und seit Kronstadt nicht erlebt haben. In zweieinhalb Tagen hat die Strüppeln, wie etwa zu Friedenszeiten eine Massenkatastrophe, die nach Often zu führenden Straßen und Eisenbahnlinien an und deutsche Nordostfront den feindlichen Wall von legküll bis bei deren Schilderung jeder Leser sich im Grunde seines erzielten auf Bahnhöfe und fahrende Züge, sowie auf den Straßen zum Meere niedergebrochen, zahlreiche Geschütze erbeutet und Herzens erschüttert fühlt und ein jeder sich sagt, nun müſſe zurückflutende russische Truppen zahlreiche Treffer. Von zahlreiche Gefangene gemacht, den Unterlauf der Düna und aber alles getan werden, um die Wiederholung eines solchen den aus Dünamünde auslaufenden russischen Dampfern ein großes Stück Livlands gewonnen. Die schönste Beute aber ist, Unglücks zu verhindern. So geht es aber jekt tagaus, tagein, wurden von den Flugzeugen mehrere durch Bomben getroffen und daß die Hauptstadt des Baltikums, die uralte Gründung hansea- seit mehr als drei Jahren. blieben, in hellen Flammen stehend, vor dem Hafen liegen. tischer Kaufleute, in unsere Hand gebracht worden ist. Riga ist deutsch! Dr. Adolf Köster, Kriegsberichterstatter. Die Einnahme von Riga. Riga, 4. September 1917. 4 Wilson gegen Stauning. „ Dagens Nyheter" meldet, der amerikanische Gesandte habe fich schriftlich bei dem dänischen Minister des Aeußern, Scavenius, über das Auftreten Staunings, beschwert. Schon früher haben der französische und englische Gesandte gegen seine lebhafte Teilnahme an den Vorbereitungen zur Stocholmer Konferenz Einspruch erhoben. Man rechne, wie viele Opfer an Gut und Blut noch weiter gebracht werden müßten, wenn alle unsere Gegner nacheinander auf die Knie gezwungen werden sollen! Hunderttausende blühen der Menschenleben und ungezählte Milliarden müßten noch als Einsatz geopfert werden, der Hoffnung wegen, das große Los zu, gewinnen. Dieses große Los aber, gleichviel wer es gewänne, kann nichts anderes sein, als eine für die ganze Welt gemeingefährliche neue Brandbombe. Die Propaganda für den Vergewaltigungsfrieden empfinden wir als eine grenzenlose Gewissenlosigkeit, als ein Spiel um Leib und Leben unseres Volfes, ein Spiel um die Existenz des Deutschen Reiches. Riga ist ohne schwere Kämpfe in Operationen von unerhörter Schnelligkeit durch gleichzeitigen Drud vom Westen, Süden und Südosten genommen worden. Gestern mittag hatten Truppen ber schiedener Verbände fast gleichzeitig die Mitauer Vorstadt und den Moskauer Stadtteil rechts der Düna erreicht. Um 3 Uhr befand sich die jubelnde Stadt in unseren Händen. Die Ruffen hatten seit 24 Stunden abgebaut. In der Nacht Wilson gebärdet sich immer mehr als Vormund der kleinen zum 3. September fanden zahlreiche Plünderungen und Nationen Europas. Jest soll er sich in die innere dänische Po- Abgesehen von einigen Sonderlingen, wie sie wahrscheinAusschreitungen der abgehenden Soldaten und Zivil litik eingemischt haben, wie er sich vor kurzem in die schweizerische lich in allen Ländern vorkommen, will niemand im Reich personen statt. Da Riga sich mitten in den Stadtver- Politik gemischt hat, als sich schweizerische Beamte einen Ueber- einen Frieden um jeden Preis. Für einen Frieden der ordnetenwahlen befand, waren die Leidenschaften zwischen griff gegen eine in Bern erscheinende deutschfeindliche Zeitung Verständigung aber ist zweifellos die ungeheure Ben Deutschen, Letten und Russen auf's höchste gestiegen. Eine zufchulden kommen ließen. Mehrheit des deutschen Voltes. Für einen " solchen Frieden der Verständigung und gegen die Desperado- fund ziehen sich in nordöstlicher Richtung zurüd. Horden desorganis| Regierungen hinweg sich direkt mit den feindlichen Truppen zu verpolitik alldeutsch- fonservativer Schwerindustrieller, Professoren fierter Soldaten ergießen sich unwiderstehlich auf der Straße nach ständigen, war vom italienischen Oberkommando für 14 Tage verund Journalisten zu wirken, ist deshalb Pflicht jedes ver Pskow sowie auf der Straße von Bider nach Lemburg. In der boten worden. Der Vatikan geht nunmehr weiter, indem er an ständigen Menschen. Wer die Möglichkeit, zu einem Frieden Gegend von Dünamünde lebhafte Artilleriekämpfe. ordnet, daß das Blatt sein Erscheinen ganz einstellt, und eine dahin. der Verständigung zu kommen, erschwert, versündigt sich am Rumänische Front. In der Richtung Lezemovice in der gehende Verfügung im„ Osservatore Romano" veröffentlicht. Reich und ant deutschen Volke. Gegend südlich des Dorfes Slobodzea wurden feindliche Angriffe Dem alldeutschen Geschrei gegenüber, das im Auslande mit großen Verlusten abgeschlagen. An der übrigen Front und im Ein deutsches Bündnisangebot an den Zaren? Der Eindruck im Ausland. Die Pariser Ausgabe des New Yorker„ Herald" veröffentlicht einen Depeschenwechsel, den Beamte der russischen während bei der Entente jedermann febnichtig nach dem ersten Aus den färglichen Bruchstücken, die einzelne deutsche Blätter Nieutus van den Dag" schreibt anläßlich der Befegung von Riga: Regierung im Privatarchiv des Zaren gefunden haben wollen. ausgesprochenen Erfolg der Alliierten im Sommerfeldzug 1917 Ausschau hält und man sich in Rom liber alle Maßen über die Er- mitteilen, ist die damalige Gesamtsituation nicht recht eroberung eines Berges am Isonzo freut, beiegen die Deutschen fenntlich, noch sind die Folgerungen völlig klar, die die En plöglich eine der bedeutendsten russischen Städte. Die Eroberung tente aus dem neuen Material ziehen will. Der Kaiser hat Rigas ist ein wichtiges Ereignis, das weitgehende strategische und danach dem Zaren den Zusammenschluß Deutschpolitische Folgen haben kann. lands, Rußlands und Frankreichs gegen die angelmit" überraschender Schnelligkeit vorgegangen. Daß diefer wichtige gewarnt, Frankreich zu unterrichten, bevor wir beide den Rieuwe Rotterdamsche Courant schreibt: Die Deutschen sind fächsische Gruppe empfohlen, aber aufs nachdrücklichste dapor Ditieebafen in ihre Hände geraten ist, ist für die Entente feine an- Bertrag unterzeichnet haben". Der Staiser motivierte diesen genehme Nachricht, um so weniger, als der im Westen und am dringenden Wunsch damit, daß, wenn Frankreich von dem ionzo ausgeübte Druck den Fall Rigas nicht verhindern fonnte. " Maasbode" schreibt: Die Deutschen sind nun im Besige eines Vertragsentwurfe vor seiner Ratifizierung erführe, es seinen Hafens, der ihnen als Stützpunkt für ihre 11 Boote Freund, wenn nicht seinen geheimen Bundesgenossen, England außerordentliche Dienste leisten tann, und von sofort warnen würde. Die Folge wäre ein Ueberfall Engdem aus sie den ganzen Golf von Riga beberrlands und Japans auf Deutschland in Europa und Asien. schen und eine träftige Aktion in der Richtung auf den„ Das furchtbare Uebergewicht zur See würde mit meiner finnischen Golf ausführen können. Corriere della Sera" schreibt in Besprechung des Falles von Flotte furzen Prozeß machen und Deutschland wäre dann vorRiga, man habe den Fall von dem Tage an, wo Hindenburg übergebend flügellahm." Der Zar versichert in seiner Anteine Offensive in diesem Frontabschnitt andeutete, befürchten wort den Staiser seines guten Willens, scheint aber den vormüssen, niemand aber habe die Einnahme jo ionell er geschlagenen Weg nicht betreten zu haben, vielleicht weil er wartet. Die Seebedeutung Rigas für Rußland fei derart. daß glaubte, daß eine einseitige und geheime Bindung Rußlands man die Hartnäckigkeit seiner Verteidigung vollkommen begriff, wie an Deutschland dem Wortlaut oder dem Sinn des russischman nunmehr den Angstschrei Kornilows von der vorigen Woche französischen Bündnisvertrages widersprochen hätte. begreife. Es wäre unnü ß, die Schwere des neuen, den Russen Das„ Amsterdamer Handelsblad" verweist die Entzugefügten Schlages verheimlichen zu wollen. hüllungen des Herald" in das Reich der Fabel und schreibt: Die Unwahrheit dieses Berichts liegt auf der Hand. 1904 war Rußland im Kriege mit Japan und stand am Rande einer Revolution. Selbst wenn der Kaiser daran gedacht haben sollte, etwas gegen England zu unternehmen, was aber nach seiner Weigerung, während des Burenfrieges jich England gegenüber unfreundlich Kriegsmüdigkeit bei allen Regimentern. " fleißig fruftifiziert wird, erscheint es uns nachgerade dringende Kaukasus Gewehrfeuer. Pflicht der Reichsregierung zu sein, öffentlich zu erklären, daß sie damit nichts zu tun hat. Die Alldeutschen haben den neuen Reichsfangler lebhaft begrüßt, als er fein Amt übernommen hat. Und mehr als der Friedens sache dienlich gewesen ist, hat der Reichskanzler bisher vermieden, von den Desperados mit hörbarem Ru ct abzurücken. Er hat es bisher überhaupt leider vermieden, der Deffentlichkeit die Möglichkeit zu geben, sich ein flares Bild zu machen von der Politik, die er zu verfolgen gedenkt. Er erflärte am 19. Juli im Reichstage, daß er keine Pläne habe, die sich im Rahmen der Reichstagsresolution nicht verwirklichen ließen. Das war ein etwas umschriebenes, aber doch deutliches Bekenntnis zu der Reichstagsresolution. Später hat er im Hauptausschuß des Reichstage gesagt, daß er sich nicht ausdrücklich auf den Boden der Resolution gestellt habe. Deshalb zur Rede gestellt, hat er dann feierlich bekundet, daß er zu der Resolution stehe. Das war kein gutes Debüt. Es war um so weniger glücklich, weil Herr Michaelis gerade auf dem Gebiete zuerst icheiterte, auf dem von ihm die größte Festigkeit und Sicherheit erwartet worden war. Man konnte von ihm, der bisher sozusagen nur neben dem Wagen der großen Politik mit getrabt war, feine alles bisher Erlebte überragenden politischen Großtaten erwarten. Aber man hatte ihn gepriesen als einen Mann von starrer Gradheit, die in einer tiefen Religiosität wurzele, als einen Mann, der zu dem Bibelworte steht: „ Eure Rede sei ja, ja oder nein, nein, was darüber ist, ist vom llebel." Und nun rief er sofort geradezu grandiose Wiz Mißverständnisse hervor, weil er sich weder zu einem klaren Ja noch zu einem klaren Nein verstanden hatte. Wenn das etwa In der Plenarsizung des zentralen Erekutivkomitees des Arerfte schüchterne Versuche auf dem Gebiete diplomatischer beiter- und Soldatenrates und des Grekutivkomitees des Rates der Stünfte sein sollten, dann ist er dabei furchtbar entgleift. Das Bauerndeputierten wurden die Berichte der Vertreter der Armeen bedauerlichste ist freilich, daß das flare Bekenntnis des Reichs. angehört. Der Vertreter der X. Armee, Wangeroff, fagte u. a. „ Kameraden, die Wahrheit muß gesagt werden, wie schwer und tags zu einem Verständigungsfrieden durch die Haltung des bitter sie auch sein mag. Unsere Armee befand sich vor Beginn der Reichsfanzlers nicht wertvoller geworden ist, wenigstens für Offensive in einer offenbar schwierigen Lage. Bei den Regimendie Leute, die immer noch nicht einsehen wollen, daß in der tern herrschte Striegsmüdigkeit und überall war der Der Kaiser ist nun bekanntlich während des Burenkrieges Friedensfrage der Reichstag die Initiative er Wunsch nach Frieden zu hören. Eine große Rolle bei Auf- in seiner Liebensivürdigkeit sogar so weit gegangen, den Enggriffen hat und auch behalten wird. Gegen lösung der Armee spielte der Erja ß, der aus dem Hinterlande kam ländern einen Feldzugsplan gegen die Buren zur Verfügung Den Reichstag fann aber in Deutschland wurde. Die Begeisterung bei Beginn der Offensive dauerte nicht gründlich umlernen, um so weniger, als während dieser ganfann aber in Deutschland und mit dessen Ankunft die Stimmung noch mehr untergraben zu stellen. Er konnte in so wenigen Jahren unmöglich so feine Instanz mehr Politik machen. lange an. Es kam kein Ersatz und die Reaktion ist eingetreten. Sehr bedauerlich ist auch, daß der Reichskanzler auf die Was die Offiziere anbetrifft, so haben die jüngeren darunter zen Zeit sein Ratgeber in der äußeren Politik- es war Fürst Frage des Mr. Asquith im englischen Unterhause nach dem zweifellos eine ungewöhnliche Tapferkeit gezeigt, aber nur das! Bülow- derselbe blieb, und Fürst Bülow ganz gewiß fein Schicksal Belgiens eine Antwort bisher nicht gegeben Persönliche Initiative, Zweckmäßigkeit und Vorausschau fehlten so großer Tor war, Rußland oder, besser gesagt, den 8 aren hat. Ift auch eine solche Antwort für uns nicht mehr ergänzlich. Es fehlte die Anpassung an die Umstände des Augen- nach der mandschurischen Katastrophe am Vorabend der Revoforderlich, so kann das Ausland doch nicht nachdrücklich genug blicks. Was das höhere Kommando anbetrifft, so ist dessen kontra- lution für bündnisfähig zu halten. daran erinnert werden, daß an eine Vergewalti nahmen der Regierung, welche die Soldatenorganisationen stärken, stens etwas flüger schwindeln. In dem einen der angeblichen Vergewalti- revolutionäre Gesinnung zweifellos. Es verhält sich zu allen Maß- Wenn der Herald" aber schwindelt, so soll er doch weniggung Belgiens, gleich viel in welcher Form ablehnend." Der Vertreter der IX. Armee, Bogoslowsky, hatte Telegramme des Raisers heißt es: immer nicht zu denken ist. basselbe zu berichten wie sein Vorredner. Dieselbe Kriegsmüdigkeit Du mußt nicht vergessen, den Bau neuer Schiffe zu bestellen, und dieselbe fontrarevolutionäre Gesinnung der Kommandanten. Die Freiheit wurde von der Armee als die Freiheit, alles, was so ba biefe beim Kriegsende fertig stehen. Das würde Deine Stellung beim Friedensschluß kräftigen. Unsere Privatbeliebt, zu tun, aufgefaßt. Die Gleichheit wurde im anarchistischen Firmen werden solche Aufträge gern entgegen. Sinne begriffen:" Die Soldaten und Offiziere haben absolut in ieder Beziehung gleich zu sein." Die Artilleristen wurden als Aus inneren Gründen scheint es unglaubwürdig, daß " Bourgeoisie" erklärt, weil sie von den vorderen Schüßengräben weit entfernt find. Als man vom Frieden zu sprechen begann, der Kaiser sich je dieses Stiles bedient hätte, der in eine fanf wurde bei dieser Armee jeder Kriegsdienst beiseite geschoben. Der männische Offerte, aber nicht in ein diplomatisches Aftenstud Vertreter einer besonderen Armee, Froloff. fagte: Die Armee ist past. nicht wiederzuerkennen. Von der früheren Heiterfeit ist keine Spur zurückgeblieben. Der in die Front kommende Ersak, hauptsächlich G Mancherlei ist in der kurzen Zeit der Kanzlerschaft des Herrn Dr. Michaelis versäumt worden. In der Antwort auf die Papstnote kann manches wieder gut gemacht werden. Hoffen wir, daß es geschieht. Gegenüber der alldeutschen Desperadopolitik ist es dringend an der Zeit, deutlich Farbe zu bekennen, des deutschen Volkes wegen und des baldigen Friedens wegen. Der Dünaübergang. " stellen, undenfbar ist, hätte er nie mit einem ge fchlagenen und vernichteten Rußland ein Bündnis geschlossen." nehmen." Südlich Riga, 3. September 1917. ber aus aufgelöften Truppenteilen bestehende, trägt in die Armee Deutsch- schweizerischer Wirtschaftsvertrag. Fast zwei Jahre nach dem geschichtlich gewordenen Donau der Armee gibt es angefaulte" Regimenter. Die Auflösung läuft bis zum 30. April 1918, sofern es nicht früher gekündigt die Auflösung." Der Vertreter der II. Armee, Artemento:„ Bei Das deutsch- schweizerische Handelsabkommen ist ratifiziert und übergang, der unfere militärische und politische Position im Süd- brachten Gendarmen, welche großen Einfluß auf die Soldaten ge osten endgültig sicherte, überrascht die deutsche Ostfront jetzt die wannen." Der Vertreter der V. Armee, Sarofo:„ Die Ursache ist wird, was jeder Vertragspartner mit zweimonatlicher Frist auf Heimat und Welt mit einem neuen fräftigen Schlage, dessen Grund- die Enttäuschung, daß die Revolution nicht den baldigen Frieden Monatsende tun kann. Der Inhalt des Vertrages ist im wesentlage der Uebergang über die einen halben stilometer breite Dina gebracht hat. Eine große Rolle spielen die Gendarmen und die lichen bekannt: Deutschland gewährt monatlich Ausfuhrbewilligun= Fildet. Der llebergang, der rest I os geglückt und mit mini- Polizeileute. Das Armeekomitee war machtlos, das höhere Kom- gen für 200 000 Tonnen Kohle und 19 000 Tonnen Eisen und nalen Verlusten erkämpft ist, war technisch und artilleristisch mando ist zweifellos kontrarevolutionär gesinnt. Oft bekommt man Stahl, ohne sich für die Ausführung zu verbürgen. Ueber die alänzend vorbereitet. Bontonmaterial lag bicht hinter der ersten zu hören:„ Je ärger, desto besser". Dieselben Erscheinungen treten Preise und Lieferungsbedingungen sind eingehende Bestimmungen überall hervor. Kriegsmüdigkeit ist überall zu merken. Die Masse Stellung. Am 1. September 4 Uhr früh begann die ausgiebige verliert den Glauben an ihre Führer und verweigert die Durch- getroffen. Dafür gewährt die Schweiz Deutschland einen MonatsBergasung der russischen Linien, um 6 Uhr, bei führung von Befehlen. Die Ursachen sind überall dieselben: Kriegs- Fredit, dessen Höhe von der Erfüllung der Lieferungsverpflichtung irfibem Wetter, fepte Artilleriewirkungsschießen ein. Unter Taufenden müdigkeit, der Mangel an geeignetem Ersaß, und die jüngsten, abhängt. Ueber die Verteilung der aus Deutschland ausgeführten von schweren. Minen fanten die rechts der Düna liegenden feind- außergewöhnlichen Ereignisse, wie sie in den drei Jahren des Waren sind Schutzbestimmungen getroffen worden, die es auslichen Stellungen allmählich zusammen. Gegen 9 Uhr flärte sich Strieges noch nie vorgekommen waren. Die Gendarmen und Poli- schließen, daß der Entente nahestehende Firmen daraus Nuken das Wetter auf. Während deutsche Aufklärungsflugzeuge und geileute vertreten die bolichemistische Losung und sind urheber der ziehen. Desorganisation. Die Diktatur bei der Armee ist nicht gutzu Bombengeschwader die Düina überschritten, wurden hinter der dichten heißen. Sie kann Zustände hervorrufen, welche nur der Kontra Die Spaltung der österreichischen Polen. Sperrfeuerkette die Pontons mit Infanterie ins Wasser gelassen. revolution von Nußen sein können." 11hr 10 Minuten stießen die ersten hinüber. Die UebergangsWie die Wiener Politische Rundschau" erfährt, hat der Obitellen befanden sich zu beiden Seiten der Elsterinsel Petersburg, 5. September.( Meldung der Petersburger Tele. mann des Polenklubs Dr. Lazarski dem Präsidium des Bolen und oberhalb ber Borkowiginsel. Schon nach zwanzig graphen- Agentur.) Der Verweser des Kriegsministeriums, Nubs angekündigt, daß er zurüdzutreten gedenkt. Minuten waren unsere ersten Stompagnien über die zer Sawintow, ist auch zum Verweser des Marineministetrommelten russischen Stellungen hinweggestoßen und in riums ernannt worden, als Nachfolger Lebedew 3, der mit den Ilferhöhen rechts der Düna verschwunden. Im Laufe des Tages wurde der Brückenkopf nach allen Seiten weitert und ausgebaut. Dabei ward eine Linie erreicht, die weit über das befohlene Ziel hinaus ging. Gestern und heute hat der fiegreiche Vormarsch angebauert. Die Russen wehrten sich an ein elnen Stellen verzweifelt. Trotz des schwierigen Waldgeländes rücken Divisionen Stunde um Stunde in allgemein nördlicher Richtung vorwärts ihres Bieles sicher mit demselben entschloffenen Anariffs- und Siegeswillen wie vor einem Jahre in Siebenbürgen und vor zwei Jahren in Serbien. Dr. Adolf Köster, Kriegsberichterstatter. ers der Bildung besonderer freiwilliger Abteilungen im Innern Rußlands beauftragt worden ist. Graf Czernin in Berlin. Der österreichische Minister des Aeußern Graf Czernin ist Dienstag in Begleitung des Legationsrats Grafen Collo redo- Mansfeld nach Berlin abgereist. Handelsabkommen zwischen Frankreich und England. Gegenrevolutionärer Putsch in Rußland. Zwei Großfürsten in Hausarrest. Kerenski hat verteufelt viel zu tun. Bald die„ Horden desorganisierter Soldaten", wie der russische Heeresbericht so schön sagt, aufzuhalten, bald Verschwörungen zu entdecken Franzöfifcher Wein und englische Huldigung Frankreichs. und Umtriebe feindlicher Agenten zu entlarven. Vor wenigen Das Reutersche Bureau meldet aus Paris: Als Ergebnis der Wochen waren es die Leninisten, heute sind es die Mon- jüngsten englisch- franzöfifchen Konferenzen wurde ein Abkommen archisten. Die Petersburger Telegraphen Agentur ver- über die wechselseitige Einfuhr erreicht, das die unbeschränkte breitet folgenden Vericht: Einfuhr französischer Weine, Früchte und Seidenartikel nach England einschließt. Der englische Handelsminister bezeichnete dieses Sugeständnis als eine huldigung für die Tapfertei und den Heldenmut Frankreichs und seine unschäzbaren Dienste für die Sache der Alliierten. " Wie die Blätter melden, hat die Regierung im Zusammen. hang mit der gegenrevolutionären Verschwörung, die in Moskau auf gedeckt wurde, verfügt, daß die Großfürsten Michael Alegangefangen gehalten werden sollen. drowitsch und Paul Alexandrowitsch in ihren Wohnungen Die Frage der Politik der engen Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Seetransports wurde zum A 5Der russische Rückzug. Horden desorganisierter Soldaten. Russischer Heeresbericht vom 4. September. Unsere Truppen verließen am Morgen des 3. September Riga, nachdem sie die Bejeftigungen westlich von Dünamünde und die Brücken über die Düina der angebliche Putsch große Bedeutung hat. Die Peters- fluß gebracht. Die Aufmachung der Depesche läßt nicht vermuten, daß gesprengt hatten und setzen gegenwärtig ihren Rüdaug nordöstlich längs der Küste fort. Die Dörfer Stablitan, burger Telegraphen- Agentur steht der Regierung nahe genug, 10 Werst südlich von Bernau, Hainasch, Kosküll und Bibde unt nicht auf das angewiesen zu sein, was die Blätter melden". Daß troßdem diese Form gewählt wurde, zeigt, an der Küste des Rigaischen Meerbusens werben von Der feindlichen Flotte beschoffen. In der Gegend von Uerküll subren daß die ganze Angelegenheit als Bagatelle behandelt wird. Das russische Bürgertum will einen starten Mann; die Deutschen am 3. September fort, ihren Erfolg in nördlicher Richtung auf der Straße Waldenrode- Pikow sowie in nord- ob aber die Großfürsten Michael Alexandrowitsch und Paul estlicher Richtung auf Strangen zu entwickeln, um unsere Stellungen Alexandrowitsch bei ihm für so große Aufgaben guten und vei Dünamünde zu umgehen. Gegen Abend vertrieb der Feind unbestrittenen Kredit haben, ist mehr als zweifelhaft. mfere Truppen am Gr. Jägel- Bach aus ihren Stellungen, durchbrach unsere Front auf einer Ausdehnung von 18 Werst in der Der Papst gegen die Aktion der Schützengräben. Gegend von Waldenrode und bemächtigte sich dieses Ortes. linfere Truppen ziehen sich in nördlicher Richtung zurüd. Fliegerangriff auf eine offene Stadt. Zwei Bomben auf Offenburg. Am Mittwoch früh warf ein feindlicher Flieger in der Nähe von Offenburg zwei Bomben ab, die, ohne jeglichen Schaden zu verursachen, auf freiem Felde niederfielen. Artillerieschlacht in Flandern und vor Verdun. Berlin, 5. September. Die Artillerieſchlacht in Flandern tobte mit besonderer Heftigkeit an der Küste, in Gegend des Wir ergreifen Maßnahmen, um den Durchbruch auszugleichen. Der Ilerifale„ Corriere del Friuli", der nach Veröffentlichung Hothulster Waldes sowie östlich pern. Die Abwehrwirkung der der Gegend von Milden, Rübnad und Kranzen konnten der päpstlichen Friedensaufforderung in einem Leitartikel die deutschen Artillerie wird mit gutem Erfolge fortgesetzt. Zahlreiche unsere Truppen unter dem Druck des Feindes nicht halten Soldaten in den Schüßengräben aufforderte, über die Häupter der Explosionen und Brände konnten in den beschossenen englischen Batteriestellungen beobachtet werden. Nördlich des Kanals von Hollebeke schob die deutsche Infanterie ihre Linie etwas vor. Der Versuch englischer Monitore, die flandrische Küste zu beschießen, scheiterte; sie wurden zweimal vertrieben. Wilson und der Reichstag. " bereit fei, eine dem taiserlichen WahlrechtserIaß entsprechende Reform des Wahlrechts für die Zweite Kammer einzu Der schwerindustrielle Berl. Lokal- Anzeiger" versucht jetzt leiten, die Erklärung ab, daß sie sich nur auf die früheren den Reichstag und seinen Präsidenten scharf zu machen, daß Ausführungen des Ministers in der Vollfigung vom 16. Mai Im Artois war die Artillerietätigkeit gering, ebenso in der er der amerikanischen Note an den Papst gebührend ent- 1917 beziehen könne, und daß nach ihrer Meinung eine Aenderung Gegend St. Quentin, wo sich das Feuer erst am späten Nach gegentreten" solle. Nachdem fast die ganze deutsche Presse der früheren Voraussetzungen für die damalige Erklärung zu mittage auf die Stadt steigerte. An der Aisne wurden die deutschen wie auf einen Wink hin über die amerikanische Note ihres den sozialdemokratischen und fortschrittlichen Anträgen nicht einStellungen in Gegend Hurtebise Ferme mit schweren Kalibern be- schlechten Tons wegen hergefallen ist und darüber ihren In- getreten sei. ichossen. Am Winterberg wurde eine französische Jägerpatrouille halt so ziemlich übersehen hat, soll die so erzeugte Stimmung Aus dem Ausschuß wurde gefragt, ob dies die endgültige Aufvertrieben. Deutsche Flieger belegten franzöfifche Munitionslager und dazu benutzt werden, um den Reichstag oder seinen Prä faffung der gefaшuten Staatsregierung sei. Der Regierungsvertreter Unterkünfte mit Bomben. Mehrere Explosionen und Brände wurden fidenten, den würdigen Herrn Kaempf, zu einer politischen entgegnete, daß er seiner Erklärung etwas Weiteres nicht beobachtet. Am Morgen des 4. September wurde eine französische Unflugheit. ersten Ranges zu verleiten. Der Reichstag soll an hinzuzufügen habe. Auf die Frage, ob die Erklärung nur Patrouille nördlich Reims abgewiesen, desgleichen eine nördlich sich selber Harakiri üben und seinen Friedensbeschluß durch eine solche des Ministeriums des Innern, oder des GesamtVienne- le- Chateau. An der Verdunfront war der Artillerie- eine Erklärung im Lokal- Anzeiger"-Stil wieder zunichte ministeriums sei, entgegnete der Regierungsvertreter, eine Auskunft tampf besonders scharf in der Gegend Beaumont, Chaume Wald machen. nicht geben zu können. In der weiteren Beratung wurde festgestellt, und Baurcroix- Höhe. Die deutschen Batterien setten mit allen Es ist nun ganz richtig, daß die amerikanische Note daß der Regierung die Verantwortung für ihre Mitteln die Beschießung der französischen Artillerie fort. Neu- wilde Anklagen gegen die deutsche Regierung enthält. Aber Erklärung zu überlassen sei. anlagen, Schanzarbeiten, Bewegungen der Franzosen wurden unter leider gehört es zum unrühmlichen Brauch dieses Weltkrieges, Die Verhandlungen wurden darauf fortgesetzt. Zerstörungs- und Vernichtungsfeuer genommen. daß sich die Regierungen gegenseitig nach der Manier home- Es gibt einen Mangel an freiwilligem Entgegenkommen, den Im Osten hat die deutsche Verfolgung an der Rigaer Front rischer Helden behandeln und in ihren Reden vor trassen man mit einem gut sächsischen Ausdruck als„ Gnietschigkeit" bedie Gegend Hinzenberg an der Straße und Bahn nach Wenden er- Uebertreibungen nicht zurückschrecken. Wollte der Reichstag zeichnet. Die sächsische Gnietschigkeit ist in der Welt mit Recht un reidjt. An der übrigen Ostfront lediglich Artiüeriefeuer und den üblen Ton der Wilson- Note zurückweisen, so wäre das beliebt. Sie hilft aber auch nichts, wo feste Preise gelten, und Batrouillentätigkeit. Die Gefangenenbeute aus den Teilfämpfen zwar nicht seine Pflicht, aber doch sein gutes Recht, er müßte das ist bei der Wahlrechtsforderung des sächsischen Volkes wobl südlich des Pruth erhöhte sich auf 4 Offiziere 229 Mann und einige aber auch hinzufügen, daß er sachlich mit der Forde der Fall! Maschinengewehre. rung der Abrüstung und der internationalen Friedensverträge, mit der des Wirtschaftskriegs nach dem Striege ganz einverstanden Ablehnung gewaltsamer Eroberungen und sei, daß er sich ferner zwar in die Demokratisierung Deutschlands nichts von Amerika dreinreden lassen wolle, daß er aber ohnehin willens sei, fie fräftig zu betreiben und daß er einverstanden sei mit der Forderung, der künftige Friedensvertrag solle nicht nur von den Regierungen, sondern auch von den Völkern selbst garantiert werden. Die Schlacht um den Monte San Gabriele. Wien, 5. Septentber. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Italienischer Kriegsschauplatz. Blutig und erbittert wie noch nie tobt die Schlacht am Monte San Gabriele 3u Massenangriffen fette geitern früh der Italiener frisch aufgefüllte Truppen an. Ihm gelang es unter den heftigsten Kämpfen bis zur höchsten Kuppe des Monte San Gabriele vorzubringen. Unsere todesmutige Infanterie warf ihn im Gegenstok herunter und drängte ihn westwärts. Bis gestern abend tobte der Kampf um die Bergspize. Eine Angriffswelle warf den Italiener auf die Höhe, eine Gegenwelle von uns fegte ihn herab. Schließlich blieben wir die Befißer und drängten, den Feind bis zum Nordhang des Berges. Trotzdem griff der Italiener weiter an. Sechs Angriffe mußten wir noch am Nordhange abschlagen. Die Nacht auf heute war ruhig. Seit fünf Uhr ist wieder beftige Schlacht. Unsere nördlich und südlich des Monte San Gabriele anschließenden Linien lagen gestern und heute im schweren Artilleriefeuer. Auch dort warfen wir die feindlichen Anstürme restlos zurück. Bis weit nach rüdwärts liegt der Kampfraum des Monte San Gabriele im schwer sten Artilleriefeuer. Auch östlich Görz wurde gestern gefämpft. Wir wiesen Angriffe auf St. Catarina und Grazigna leicht ab, solche gegen den Fajti Hrib und auf Konstanjewica zerschellten an der Tapferkeit der heldenmütigen Verteidiger. Bei Selo stieß ein Angriff von uns auf einen eben ansehenden italienischen. Wir gewannen vielfach Raum und konnten unsere Stellungen verbessern. Uebrigens fingen wir 100 Offiziere und 4000 Mann. Der Krieg auf den Meeren. 30 65 000 Tonnen im Mittelmeer versenkt. Berlin, den 4. Septembre 1917. 1. U- Boote der Mittelmächte haben im Mittelmeer wieder erfolgreich gearbeitet und 16 Dampfer mit einem Gesamtraumgehalt von fast 65 000 Tonnen versenkt. Unter diesen befanden sich die bewaffneten englischen Dampfer Unter diesen befanden sich die bewaffneten englischen Dampfer Hathor( 3823 To.), Kilwinning( 3071 To.), Nairu( 3627 To.), Winlaton( 3270 T.). Die meisten versenkten Dampfer waren tief beladen, mehrere mit Lebensmitteln, einer mit 4000 Tonnen Kohle, Brennöl in Fässern und Flugzeugbestandteilen. Fünf wertvolle Dampfer hat ein österreichisch- ungarisches U- Boot, Kommandant Linienschiffsleutnant Ritter von Trapp in 7 Tagen aus gesicherten Geleitzügen herausgeschossen. 2. Deutsche Marineflugzeuge haben am 3. 9. Hafenanlagen von Sulina( Donaumündung) erfolgreich mit Bomben angegriffen. Zwei starke Brände im Hafengebiet kounten beobachtet werden. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Die Wirkungen des letzten Luftangriffs auf Englands. = Lezte Nachrichten. Ein neues deutsches Komplott"? Lugans, 5. September. Wie das„ Pariser Journal" erfährt, wird nun auch der Senater Humbert in die Affäre des Bonnet Eine solche Antwort hätte Sinn und Verstand. Keinen Rouge, die bekanntlich mit dem Rücktritt Malvys im ZusammenSinn und Verstand hätte es aber, wenn der Reichstag über bang steht, hineingezogen. Humbert soll angeblich mit dem ägypdas große Wasser hinüberrufen wollte, daß Wilson ein Spitzbube tischen Bolo Pascha in Verbindung gestanden und von ihm 5 Millio. sei und daß uns das forrupte Amerifa( wir sind ja jezt a II e nen erhalten haben. Nachdem bekanntgeworden, daß Bolo Pajcha so schrecklich antikapitalistisch!) überhaupt den Rücken herunter- auch bei italienischen Zeitungen interessiert gewesen sei, erklärt rutschen könne. Eine solche Antwort, die wohl im Sinne des die Italia" der Rücktritt Malvhs tomme gerade gelegen, um in Lokal- Anzeigers" läge, würde in der ganzen Welt den Ein- den alliierten Ländern Gefahren und Schäden, die schwächliche Midruck erwecken, daß der gauze Reichstag aus heillosen Nicht- nister verursachen, zu beseitigen. Es sei klar, daß Deutschlands politikern bestehe und daß die guten Deutschen überhaupt nicht Hoffnungen, den Krieg durch die Führung des uneingeschränkten verstehen können, worauf es ankommt. 11- Boot- Krieges zu entscheiden, sich nicht erfüllt haben. Deutschland versuchte durch Beeinflussung und Bestechung der öffentlichen Meinung in den Ententeländern, diese innerlich zu schwächen und Unzufriedenheit zu erregen. Das erreichte Ziel, dem Deutschland auf diesem Wege näherkommen wollte, sei aber bisher wenig befriedigend für Deutschland gewesen. Der„ Lokal- Anzeiger" aber ist recht ungeschickt, daß er seinen Plan vorzeitig vor aller Deffentlichkeit austramt. Bielleicht geht jetzt manchem ein Licht darüber auf, welchem Zweck die erregt- unfachliche Behandlung der amerikanischen Note durch die deutsche Presse gedient hat. Kühlmann für Verständigungsfrieden. Die Frankfurter Zeitung" läßt sich aus Wien depeschieren: Herr von Kühlmann hat sich hier nur auf einen ganz kurzen Besuch beschränkt. Er wurde vom Kaiser empfangen und hat mit dem Grafen Czernin eine längere Unterredung gehabt. Seine ganze Wesensart hat einen sehr günstigen Eindruck gemacht. Vor allem aber macht es hier einen günstigen Eindruck, daß er ebenso wie der Kanzler frei von jeder chauvinistischen Be urteilung der Lage auf dem Boden eines verständigungsfriedens steht. Ebenso wie der Kanzler" ist ein Muster diplomatischer Stilisierung. Richtig ist wohl, daß beide Herren von einer Verständigungsfrieden bereit sind. Eine andere Frage ist, ob chauvinistischen Beurteilung der Lage" frei und zu einem sie sich beide in gleichem Maße darüber klar find, wie die deutsche Politif zu dem erwünschten Ziel zu führen ist. Herr von Kühlmann hat die Dinge lange Zeit aus der Nähe und wie man annehmen darf, ziemlich richtig gesehen. Ob er der Mann ist, aus dieser Erkenntnis mit der nötigen eisernen Energie die Schlußfolgerungen zu ziehen, steht noch dahin. Jedenfalls kann er Herrn Michaelis vieles erzählen, was diesem sehr interessant sein wird. Ein neuer Chef des Zivilkabinetts? In politischen Kreisen nimmt man an, so wird den„ Leipziger Neuesten Nachrichten" aus Berlin gemeldet, daß neue wichtige Personalveränderungen bevorstehen, die eine stärkere Bolo Pascha, der in Frankreich wohnt, wird verdächtigt, ebenfalls mit dem Mannheimer Bankier Marr und der Dresdner Bank in Verbindung gestanden und von ihnen große Summen erhalten zu haben. Der Kampf um Frankreichs Staatsruder. Bern, 5. September. Die Forderung auf eine Neugestal= tung des Kabinetts Ribot wird von Humanité" Ebene ment"," Radical" und" Le Pays" dahin formuliert, daß das Kabinett fatfräftig und unbekümmert um Parteirücksichten die Programmlofigfeit bekämpfe und vor allem sich durch die Reaktion nicht zu einer Gewaltpolitit auf innerpolitischem Gebiete verleiten lasse. Le Pays" schreibt unter der Ueberschrift Die Republik in Gefahr" mit dem fichtlichen Hinweise auf den Fall Duval, daß die Justiz den politischen Einflüsterungen fern blei den haben dürfe. Die Republikaner dürften ihren Feinden, den ben müsse und keine Vergeltung oder Zwangsmittel in den HänReaktionären, nicht ausgeliefert werden. Da die Regierung ohnmächtig sei, um die Diffatur und die Verleumdung zu bekämpfen, man wolle eine starte, gleichartige Regierung auf republikani. so müßten andere die Macht übernehmen. Sumanité" erklärt. schem Grunde. Mit den alten Methoden müsse gebrochen werden. Man brauche Männer, die ihr Programm verwirklichten ohne jebe andere Rücksichtnahme, lediglich im Intereſſe der Republik. Die reaktionären Blätter wie„ Liberté" und„ Gaulois" dagegen, fordern eine Regierung mit einem Programm der Ge= walts politik. Auch„ Homme Enchainé" verlangt eine harte Faust, die besonders gegen die Arbeiterkreise, die durch die fricdensfreundliche Propaganda vergiftet seien, energisch auftrete. Blackpoolein Sieg der Stockholmgegner. Rotterdam, 5. September. Der„ Nieuwe Rotterdamsche Cou London, 4. September. Britischer amtlicher Bericht. An dem Ueberleitung in den von der Reichstagsmehrheit gewünschten neuen rant" meldet aus London, daß Smillie in der gestrigen Sitzung des Angriff in der lezten Nacht nahmen sechs Flugzeuge teil. Kurs andeuten sollen. Sie werden voraussichtlich ihren Ausgang Gewerkschaftskongresses in Blackpool sich für die Teilnahme an der Sie famen bis Chatam und warfen auf die Isle of Thanet nehmen von dem Wechsel in der Leitung des Zivil- Stockholmer Konferenz einsetzte. Er betonte, daß der Zwist wegen und im Gebiete von Sheernes und Chatam Bomben ab. abinetts des saisers und hier eine Persönlichkeit an die Stockholm in die Arbeiterbewegung beinahe eine Spaltung gebracht steine Militärperion wurde verlegt. Ein Zivilist wurde Spize bringen, die von ihrer früheren Laufbahn her das Ver- hätte und protestierte energisch gegen die Verweigerung der Bäffe. getötet, se ch 3 verwundet. Der Sachschaden ist gering. Unsere trauen eines erheblichen Teiles des Reichstags Ferner sagte er, daß die Stellung Hendersons dadurch, daß er aus Flugzeuge stiegen auf. Die Abwehrgeschüße feuerten ohne Er genießt. dem Kabinett ausgetreten sei, gestärkt worden sei, und daß Hendergebnis. Der Barlamentssekretär der Admiralität teilt mit, daß während des Angriffs 107 Mannschaften der Marine getötet und 86 verwundet wurden., Von Herrn v. Valentini, dem bisherigen, geht die Erzählung, son jest mehr geachtet werde als früher. Auch Thorne billigte den daß er sich vor einigen Monaten einmal geäußert habe:" Haupt- Austritt Hendersons aus der Regierung. Er sprach die Ansicht aus, fache, daß wir einen anderen Reichstanzler bekommen. daß auch die anderen Arbeitervertreter nicht hineingehörten. In Bethmann ist ja schon Sozialdemokrat." einem anderen Telegramm aus London meldet der Korrespondent des„ Nieuwe Rotterdamsche Courant", mit dem Beschluß, den der Gewerkschaftskongreß gestern faßte, betrachte man die Stockholmer Konferenz als erledigt und begraben. Da die angenommene Entschließung ein Kompromiß war, könne sie zwar als ein formeller Sieg derjenigen ausgelegt werden, die eine Wiederbelebung der Internationale wünschen, tatsächlich sei fie aber ein Sieg der Gegner von Stockholm. Zwischen dem amtlichen Bericht und den Angaben des ParlamentsEin Chef des Zivilkabinetts, der das Vertrauen der Reichstagsfefretärs besteht ein auffälliger Widerspruch. Der amt mehrheit genießt, und nicht nur genießt, sondern auch verdient, liche britische Bericht läßt nur 3ivilperionen verletzt werden, wäre zwischen Krone und Parlament ein nüßliches Bindeglied. während man in den Mitteilungen des Parlamentssekretärs eine sehr erhebliche Zahl getöteter und verwundeter Militärpersonen aufführt. Es werden also doch nicht, wie die Engländer die Deffent. Die Nordd. Allg. 3tg." gegen die Zensur. Zur Ernennung eines Pressechefs in der Reichskanzlei bringt die„ Nordd. Allg. Ztg." einen sehr schönen Artikel in bem es heißt: lichkeit glauben machen wollen, nur Zivilisten, Frauen und Kinder durch Luftangriffe verlegt; die bohen militärischen Verlustziffernt be weisen vielmehr, daß unsere Fliegerangriffe fich gegen milita rische Objekte richten. London.( Reutermeldung.) Ein durchdringender Lärm weckte in der Nacht die Bewohner von Chatham, Rochester, Gillingham und Umgebung. Man nahm feindliche Flugzeuge wahr, die über den dortigen Bezirken freuzten. Zweimal wurde eine Anzahl Bomben abgeworfen. In den Bezirk von Chatham fielen 12 bis 15 Bomben nieder. Der Schaden, der an dem Privateigentum in der Stadt angerichtet wurde, ist gering. Unglücklicherweise wurden vier Personen durch eine Bombe getötet, die einen Teil der Marinefaserne traf. Die Werft ist völlig unbeschädigt. Kleine Kriegsnachrichten. Versetzung des Vizeadmirals Souchon. Der Nutzen der amtlichen Preffeeinrichtungen wird um so größer sein, je eifriger die gesamte Presse die Gemeinichaftsarbeit Berlin, 5. September. Wie die„ Norddeutsche Allgemeine 3efmit ihnen aufnimmt. Daß sie nicht als Organe der Beeinflussung tung" hört, ist der Chef der Mittelmeerdivision, Bigeadmiral Souchon, gedacht sein können, braucht kaum hervorgehoben zu werden. zweds Verwendung auf einem anderen Posten in die Heimat abDer Redakteur oder Schriftsteller, der aus berufen worden, nachdem er beinahe vier Jahre die deutschen und anderen als fachlichen und vaterländi während des Krieges auch die türkischen Seeftreitkräfte im Mittel schen Rücksichten auf die offene Darlegung meer befehligt hatte. seiner Ueberzeugungen verzichtete, würde der hohen Berantwortung nicht gerecht, die ihm die von ihm vertretenen öffentlichen Interessen Schwere Lebensmittelfrise in Petersburg. auferlegen. Er würde auch der Regierung leinen Amsterdam, 5. September. Nach dem„ Algemeen Handelsblad" Dienst erweisen; denn wie der Mitwirkung des Parlaments wird der Exchange Telegraph Company aus Petersburg gemeldet, bedarf diese unbedingt der Selbstkontrolle, die ihr eine unab hängige Preizkritik ermöglicht. Die Bresse soll und muß sich frei ihr Urteil bilden, dafür ist sie der Oeffentlichkeit und dem Staate verantwortlich. Das ist jedenfalls das Schärfste, was in der deutschen daß in der russischen Hauptstadt eine Lebensmittelfrije ausgebrochen ist. Es ist nur mehr Brot für zwei bis drei Tage vorhanden. Auch in Finnland ist die Lebensmittelfrage in ein ernſtes Stadium ge treten. Die Provisorische Regierung hat beschlossen, den General Pour le Mérite für Leutnant Mag Müller. Der Kampfflieger Leutnant Müller, der erst vor kurzem anläglich des 27. Luftsieges bom Offizier Stellvertreter zum Dffizier befördert wurde, hat den Drden Pour le Mérite erhalten. Leutnant Müller ist aus dem Mannschaftsstande hervorgegangen und hat vor 10 Jahren aftiv bei einem bayerischen Infanterie- Regiment gedient. Er ist bei Presse seit Striegsbeginn gegen das System der Zensur und Gurkow außer Landes zu verweisen. Kriegsausbruch wieder eingetreten und somit der erste attive, der behördlichen Stimmungsmache gesagt worden ist. aus dem Mannschaftsstande hervorgegangene erwarten wir aber auch die Taten! Soldat, der die hohe Auszeichnung des Pour le Mérite erringen Tonnte. Spanische Freiwillige im französischen Heere. Die Parifer Blätter melden: Die spanischen Freiwilligen sind eingekleidet worden. Die Legionäre tragen die blaue Felduniform der französischen Soldaten, aber statt des Käppis ein viereckiges Barett, das an die polnische Tschapfa erinnert. Sachsen und die Wahlrechtsbotschaft. Die Regierung drückt sich. Nun Das Ergebnis der russischen Gemeinderatswahlen. Petersburg, 4. September. Reutermeldung. Nach den bisherigen Angaben über den Ausgang der Gemeinderatswahlen haben die Sozialrevolutionäre die meist en Size gewonnen. Die Kadetten kommen an In der gestrigen Sigung des Verfassungsausschusses der sächsischen Zweiten Kammer gab die Staatsregierung auf die Frage, ob siel 3 weiter Stelle, die Bolsche wiki an dritter. Gewerkschaftsbewegung Berlin und Umgegend. Soziales. nach bem Ariege hinausschieben unter der Bedingung, bak bier Bochen vor Ablauf der Frist neue Verhandlungen stattfanden. Die Unternehmerorganisationen erklärten, dann lieber auf den ganzen Bassus zu verzichten, da sie sich unter feinen Umständen Noch einmal ,, Unglaubliches vom Reichsver ficherungsamt". Darauf festlegen würden, auch nach dem Kriege In der Nummer vom 2. August d. J. besprachen wir die un von Drganisation au Organisation zu verhanglaubliche Entscheidung des Reichsversicherungsamts, wonach ein an de In. Das fei ihnen nur unter dem Drud der Kriegs- einen beim Heere befindlichen Verletzten gerichteter Bescheid als zuverhältnisse abgerungen. gestellt gelten soll, wenn er in der Heimatswohnung von einem erwachsenen Familienmitglied in Empfang genommen worden ist. Jegt wird nun ein anderes Urteil bekannt, das erkennen läßt, daß der Entscheidung jeder Rechtsboden fehlt. Industrie und Handel. Gewaltige Fortschritte der Bankkonzentration. Teuerungszulagen in den Groß- Berliner Brauereien. Die Teuerungszulagen für die in den Brauereien Groß- Berlins Beschäftigten wurden im Monat August 1917 zum dritten Male im Laufe dieses Jahres erhöht. Im Januar 1917 wurde die Teue=" rungszulage für Familienvorstände um 2,50 M. von 7,50 auf 10 M., für Ledige von 6 M. auf 8,50 M. pro Woche erhöht. Die im geiverblichen Betriebe beschäftigten Arbeiterinnen erhielten eine TeueIn der Nr. 6 der„ Amtlichen Nachrichten des Reichsversicherungs. rungszulage von 4 M. pro Woche. Gleichzeitig wurde festgelegt, daß amts" wird unter Ziffer 2956 eine grundsägliche Entscheidung verdie Teuerungszulagen auch in Urlaubsfällen und in Krankheitsfällen, öffentlicht, die sich auch mit der Zustellung beschäftigt. Darin wird soweit gemäß§ 616 B. G. B. Unterstützung geleistet wird, gewährt Die Dresdner Bant in Rheinland- Westfalen. zum Ausdruck gebracht, daß im Einzelfall zu prüfen ist, ob der Ort, werden. Im Mai d. J. wurde die Teuerungszulage für alle männ lichen Arbeitnehmer abermals um 2,50 M. pro Woche erhöht, so daß Die Dresdner Bant, die längst in der Reichshauptstadt ist. Es wird in dieser Entscheidung also in Frage gestellt, ob die wo sich der Eingezogene aufhält, nicht als Aufenthaltsort anzusehen dieselbe für Familienvorstände 12,50 M., für Ledige 11 M. pro feßhaft geworden ist und deren Namen nur eine geschichtliche Er- Heimatwohnung überhaupt als der Ort, an dem ein Bescheid zuWoche betrug. Die Zulage für die weiblichen Arbeitnehmer wurde innerung ihres Ursprungs ist, fufioniert sich mit der Rheinisch gestellt werden darf, angesehen werden kann, während die um 2 M. auf 6 M. pro Woche erhöht. Daran an eft fälischen Diskontogesellschaft in Aachen und fritisierte Entscheidung des 14. Senats die Heimatwohnung in jedem schließend wurde vereinbart, daß für Ueberstunden ein Teue- ber Märkischen Bant in Bochum, um in Rheinland- Westfalen Fall als Zustellungsort ansehen und dem Verlegten nur die Mög rungszuschlag von 25 Pf. zu zahlen ist. Die von den festen Fuß zu faffen. Zu Jahresbeginn hatten sich Deutsche Bant, lichkeit einräumen will, die Wiedereinsegung in den vorigen Stand Organisationsleitungen unternommenen Schritte, eine weitere Teuerungszulage zu erreichen, waren vorerst ohne Erfolg. Diskontogesellschaft und Berliner Handelsgesellschaft nach Osten aus zu beantragen. Diese Möglichkeit hebt sie aber sofort auf für EinEinige dem Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend nicht gedehnt; die Dresdner Bant sucht ihr fünftiges Tätigkeitsgebiet im gezogene, die ihrer Heerespflicht in einem inländischen Garnisonort angehörenden Brauereien hatten die Teuerungszulagen auf 15 bis eft en zu erweitern, was notwendig geworden ist, seitdem der genügen. Für dieſe foll aus ihrer Abwesenheit von ihrem Wohnort fein Wiedereinfegungsgrund hergeleitet werden können. 20 m. pro Woche erhöht.. Die Bemühungen, eine weitere Erhöhung früher mit ihr in Interessengemeinschaft stehende E. SchaaffBeide Entscheidungen stehen in Widerspruch zu einander, da der Teuerungszulagen durchzusetzen, wurden fortgefeßt. Die Brauerei haufensche Bankverein sich absonderte und später von der die amtlich veröffentlichte Entscheidung ganz ausdrücklich sagt, daß arbeiter hielten eine Teuerungszulage von mindestens 20 m. pro Diskontogesellschaft aufgefogen wurde. im betreffenden Fall ein seit einigen Monaten in einem Woche für angebracht. Am 26. Juli d. Js. machte der Verein der Brauereien Berlins und Umgegend durch Anschlag in den Betrieben| Wesentlich für die Bewertung der Transaktion ist, daß an der Lazarett Befindlicher durch diesen Aufenthalt dort seinen Wohn erworben habe. Nachdem diese Entscheidung, die sich bekannt, daß er in Würdigung der derzeitigen Verhältnisse" fich Rheinisch- Westfälischen Diskontogesellschaft eine ganze große Sabl fit erworben zur Gewährung einer weiteren, recht erheblichen Teuerungszulage anderer Unternehmen hängt. In Berlin war das Aachener Institut noch dazu auf einen älteren Bescheid stüßt, ergangen war, durfte der 14. Senat gar nicht so entscheiden wie er es getan hat. an die Arbeitnehmer entschlossen habe, die ab 10. August d. J., ge- an der altbekannten Bankfirma Delbrüd, Sidler u. o. Der§ 1717 der Reichsversicherungsordnung schreibt vor, daß, wenn währt werden solle. Am 10. August wurde den Arbeitnehmern als- und an der rührigen Bankfirma Hardy u. Co. kommanditistisch be- in einer grundsäglichen Rechtsfrage ein Senat das Reichsversichedann die Erhöhung der Teuerungszulage gewährt. Die Erhöhung teiligt. Auch in der Provinz hatte die Rheinisch- Westfälische Dis- rungsamt von der Entscheidung eines anderen abweichen will, er betrug 7,50 M. pro Woche, so daß die Zulage für Familienvorstände kontogesellschaft viele gute Beziehungen und Beteiligungen, be die Sache an den großen Senat abzugeben hat. Von dieser Vor20 M., für Ledige 18,50 M. pro Woche beträgt. Die Zulage für fonders an dem Bankhause Johann Ohligschläger G. m. b.§. in schrift ist der 14. Senat abgewichen. Seine Entscheidung hat also die weiblichen Arbeitnehmer wurde um 6 M. pro Woche erhöht, so Aachen, der Dürener Bant, der Herforder Diskontobant, der Eich keinen Rechtsboden unter sich. Sie ist willkürlich und ungeiezlich und daß der Mindestlohn für die Arbeiterinnen auf 33 M. zu stehen Tommt. Gleichzeitig wurde der Ueberstundenzuschlag von 25 Pf. auf weiler Bant, der Unaner Bank, der Bünder Bant, der Bergischen erscheint dadurch noch ungeheuerlicher, als wir in der Nummer 209 37 Pf. erhöht. Die dem Verein der Brauereien Berlins und der Kreditanstalt in Gummersbach, der Alwin Hilger G. m. b. H. in zum Ausdrud brachten. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage.) 11mgegend nicht angehörenden maßgebenden Brauereien haben sich Duisburg und dem Bankhause Deichmann u. Co. in Köln, dem Vorgehen des Vereins der Brauereien angeschlossen. Alle in dazu kommen zahlreiche eigene Filialen und Depofitentassen. Nun diesem Jahre durchgesezten Erhöhungen der Teueruneszulagen fo- mag vielleicht nicht jede Beteiligung an die Dresdner Bank- ficher wie auch die früheren verdanken ihre Entstehung dem planmäßigen ist es bei der Firma Hardy u. Co. übergeben, aber die Mehrzahl Zusammenwirken der organisierten Brauereiarbeiter und der Drgani- wird sie wohl übernehmen. fationsleitungen. Das sollte ein Ansporn für alle diejenigen sein, die der Organisation noch fernstehen. Deutsches Reich. Die Metallarbeiterbewegung in Köln- Fortgang der Verhandlungen. Da die Aktien der Rheinisch- Westfälischen Diskontogesellschaft, deren Kapital bisher 95 Millionen Mark betrug, im Verhältnis von 9: 3 mit neuen Aftien der Dresdner Bank getauscht werden, so ist -unter Berücksichtigung des Umstandes, daß die Dresdner Bank bereits früher an dem aufgefogenen Institut beteiligt war eine Erhöhung ihres Kapitals um 60 Millionen Mart auf 260 Millionen Mart notwendig, womit sie den dritten Platz unter den deutschen Großbanken nath der Deutschen Bank und der Diskontogesellschaft einnimmt. Kapitalserhöhungen. Kuraufenthalt für versicherte Angestellte. Die Angestelltenversicherung fann den Versicherten ein Heilverfahren gewähren, wenn zu befürchten ist, daß infolge einer Erfrankung die Berufsfähigkeit des Angestellten vorzeitig geschwächt wird. Von dieser segensreichen Einrichtung, für deren Zwecke von der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte allein im Jahre 1916 mehr als 7, Millionen Mart ausgegeben worden sind, wird in großem Umfange Gebrauch gemacht. Leider entstehen aber sehr häufig Verzögernngen und Erschwerungen dadurch, daß das Heilverfahren nicht in vorgeschriebener Weise erbeten wird. Es ist zu diesem Zwed notwendig, daß die Versicherten einen Antrag auf beſtimmiten, von der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte herausgegebenen Formularen stellen, auf denen jede Frage genau ausgefüllt werden muß. Da die Ver= ficherungsanstalt selbstverständlich überflüssige Fragen auf dem Bogen nicht anbringt, sind sonst. Rückfragen nötig, die viel Arbeit und Zeit fosten. Es ist weiterhin erforderlich, ein Attest des behandelnden Arztes und eine Einkommensbescheinigung einzureichen( Steuerdie Versicherungsfarte. Gehört der Antragsteller noch einer Krantengung Antrag beifügen. „ unter dem Drucke der Verhältnisse Arbeitszeit täglich hat, neuerdings für etwa 12 Millionen Mark neue Aktien aus- veranlagung oder polizeiliche Bescheinigung), unter Umständen auch jedoch soll die wöchentliche Prüeitszeit nicht unter 54. Stuben hers fitusten pepachteten Räume, aut eric orbit, habe, um die, hjøber 7 Millionen Mark. falleg berliber ebenfalls benn artar beitinginn und eine Bescheini Nach mehrtägigen Verhandlungen zwischen Vertretern der Unternehmer- und der drei Metallarbeiterorganisationen unter dem Vorsitze des Oberregierungsrats v. Görschen nahmen am Montag abend drei wiederum riesig besuchte Arbeiterversammlungen zu den Zugeständnissen der Unternehmer Stellung. Die drei größten Säle Kölns wurden schon lange vor Beginn der Versammlungen polizeilich abgesperrt. Die Unternehmer haben sich bereit erklärt, obwohl Die C. Lorenz A.-G. in Berlin wird, nachdem fie im fie sich angeblich von der Notwendigkeit nicht überzeugen fonnten, Vorjahre ihr Kapital um 1% Millionen auf 4% Millionen erhöht um eine halbe Stunde, wöchentlich zu vertürzen, geben. Begründet wird die Transaktion damit, daß die Gesellschaft untergehen. Als Lohnausgleich die verkürzte Arbeitszeit zu ersehen.. Die Kabelwert Rheydt A.- 6. in Rheydt verteilt 20 Prog. wollen die Unternehmer den Lohnarbeitern 5 Proz., den AkkordBei der Ausfüllung der Formulare gehen die in allen Stadt, arbeitern 3 Proz. Erhöhung gewähren. Für die le berstunden Dividende und erhöht ihr Aktienkapital um 2 Millionen auf und Landkreisen befindlichen Ortsausschüsse der Vertrauensmänner wollen sie Zuschläge von 15-20 Pf., für die Sonntagsarbeit von 30 Pf. den Antragstellern zur Hand. Es ist allen Versicherten, die nicht die Stunde bewilligen. Die Frage der Einteilung der Schichten Die gewaltigste Kapitalserhöhung nimmt aber die Daimler ganz genau Bescheid wissen, dringend zu raten, sich an ihren zusoll zwischen dem einzelnen Unternehmer und dem zuständigen Ar- Motoren- Gesellschaft vor, indem fie ihr Aktienkapital ständigen Ortsausschuß zu wenden. Für die in Berlin wohnenden um 24 Millionen auf 32 Millionen Mark erhöht! Die neuen Aktien und beschäftigten Angestellten kommt der Berliner Drisausschuß werden den Aktionären zu 107 Proz. angeboten. Begründet wird W 35, Flottwellstr. 4 I, Zimmer 5( Sprechstunden: Dienstags, die neue Ausgabe der Aktien durch ein gewaltiges Arbeits- Donnerstags und Sonnabends von 1-3 Uhr) in Betracht. Der programm, dessen Durchführung die finanzielle Beweg- Ortsausschuß für Schöneberg befindet sich W 30, Nollendorflichkeit der Gesellschaft nicht schmälern soll. Die Reichsbank habe straße 29/30( Sprechstunden: täglich, außer Montags, von die Kapitalserhöhung genehmigt. Es ist für den Außenstehenden 1-2 Uhr)... sehr schwer zu prüfen, ob die Reichsbank damit vecht getan oder lediglich dem Einfluß sehr starker Interessenten nachgegeben hat. Für diese Annahme spricht der Umstand, daß die Daimler- Aktien seit Beginn des Jahres mehr als 400 Proz. über ihren tiefsten Stand hinaufgefchnellt sind und eine in der Geschichte der Berliner Börse unbekannte Kursbewegung durchlaufen haben. Ein solcher Refordkurs wäre unmöglich, wenn die Spekulation nicht Grund zu haben glaubte, reichlichst auf ihre Kosten zu kommen. beiterausschuß verhandelt werden. Die versammelten viele tausend Arbeiter erklärten sich nach bewegter Aussprache mit den Zugeständnissen der Unternehmer einverstanden, soweit sie die Zuschläge für Ueberstunden, Nacht- und Sonntagsarbeit betreffen. Dagegen sind sie mit den Vorschlägen der Unternehmer über die Arbeitszeitverkürzung und den Lohnausgleich nicht ein verstanden. Sie verlangen dazu Fortiezung der Verhandlungen und weiteres Entgegentommen. Die Stimmung der Versammlungen war feit entschlossen, und es wurden weiter gehende Forderungen scharf vertreten. Vor allem wurde erklärt, daß es bei dieser Bewegung auf Arbeitszeitverkürzung nicht bleiben dürfe. Es müsse eine Bewegung auf Lohn erhöhung folgen. Sehr bemerkenswert ist folgender Zwischenfall während der Verhandlungen: Die Unternehmer wollten in ihre Zugeständnisse den Passus einschieben, daß die Verkürzung der Arbeitszeit nur eine Kriegsmaßnahme sei und 6 Wochen nach dem Friedens schluß endige. Die Arbeitervertreter wollten die Frist auf 3 Monate Der Stabeisen- Verband. Der Stabeifen- Berband ist endlich zusammengekommen, aber nur als Kriegsorganisation. Der Vertrag läuft am 4. Monat nach Aufhebung des Kriegszustandes ab. Jugendveranstaltungen. Moabit. Arbeiter Jugend. Eine Zusammenkunft sämtlicher Leser und Leserinnen der Arbeiter- Jugend" findet morgen, Freitag, abends 8 Uhr, im Lotal von Reuter, Birkenstr. 29a, statt. Es handelt sich um den Wiederaufbau unserer Bewegung, so daß das vollzählige Erscheinen aller jungen Arbeiter und Arbeiterinnen notwendig ist. Berantwortlich für Politik: Erich Kuttner, Berlin; für den übrigen eil des Blattes: Alfred Scholz, Neukölln; für Inferate: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Raul Singer& Co., Hierzu 1 Beilage und Unterhaltungsblatt. A. WERTHEIM Lederwaren Damen- Handtaschen in verschied. Formen u. Ausführungen 3.25 bis 11.50 Schulmappen f. Knaben u. Mädchen in Wachstuch, Pluviusin und Leder mit Plüsch- und Fellklappen für 3.50 bis 11.00 Madchen 5.25 bis 18.50 Knaben Frühstückstaschen zum Umhängen in verschiedenen Ausführungen., 1.25 2.00 3.00 3.50 Thermosflaschen und-Kannen in großer Auswahl Rasier- Apparate flache Form mit: nickelartigem Metallkasten und 3 Klingen 4.50 Photograph. Ateliers in allen 4 Geschäften Galanterie- u. optische Artikel Tafelaufsätze vernickelt mit 4.00 5.75 farbiger Glasgarnitur., Tabletts mahagonifarbig poliert mit doppelter Glasplatte u. Spitzenstoffeinlage mit Metallgriffen.. 18 × 31 4.25 22 × 36 5.50 Brotkörbe vernickelt mit Steinguteinlage und Dekor Marmeladendosen vernickelt mit Glaseinsatz und Löffel 1.75 1.75 Kuchen- u. Fruchtteller vernick. 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Vor dem Hause Spremberger Str. 8 wurde in der Türnische am frühen Morgen die schon verweste Leiche einer 30-35jährigen Frau gefunden. Verlegungen waren an ihr nicht festzustellen. Die Leiche, die an anderer Stelle schon lange gelegen haben mag, war in der Nacht hierher gebracht worden. Die Tote ist 1,65 Meter groß und mittelblond, sie trug grünen Rock und grüne Bluse. AM Die Reichsstelle für Obst und Gemüse sucht die Ursache da, Das Verhalten der Regierung in der Angelegenheit des wo sie nicht liegt. Diese Ursache ist in der Unsicherheit der allVerkaufs der englischen Gaswerte hat in Berlin und den Nachbargemeinen Dispositionen, insbesondere aber in der Preispolitik zu städten Schöneberg und Wilmersdorf unangenehmste Ueberraschung suchen. Wie jedes Mal vor dem Termin, an welchem die Preise Charlottenburg. Gewährung besonderer Kriegsteuerungszulagen. hervorgerufen. Zu wundern brauchen wir uns über diese Bendung eines Lebensmittels finken, so hat auch vor dem 1. September, der der Dinge nicht, denn allzuviel Freundlichkeit für die großen Städte eine Senkung der Preise für Weißlohl und Mohrüben brachte, eine Mit Rücksicht auf die fortschreitende und andauernde Leuerung follen oder gar für die Millionenstadt Berlin hat man der preußischen außerordentlich starke Zufuhr in diesen Gemüsesorten eingesetzt. nun neben den bisher gewährten und weiter zu zahlenden KriegsDie Zufuhr eine ivar tageweise Regierung nie nachsagen können. Wie sie ihr auf Begünsti= so erhebliche, daß die teuerungszulagen noch besondere Kriegsteuerungszulagen an die Be gung der Kreise Teltow und Niederbarn im Unterbringung eben wegen der Preisfrage auf dem Frisch- amten und Angestellten eintreten. Von der Ausbesserung soll die bis zum Einkommen von hinauslaufendes Vorgehen begründet, zeigt ihre gestern von gemüsemartte auf Schwierigkeiten stieß, weil Groß- und eine berheiratete Beamtenfchaft b uns wiedergegebene Darstellung. Kleinhändler in der Uebergangsperiode, aus Furcht, Schaden 14 700 m. betroffen werden. Bei der neuen Teuerungszulage ist Im Berliner Magistrat ist man bestürzt über den gegen Berlin zu erleiden, sich einzudecken zögerten und demgemäß auch weiter der Gedanke durchgeführt, Familien mit Kindern durch beLeider sondere Zulagen zu bedenken. Die neuen Kriegszulagen werden gerichteten Schlag, der den Erwerb der englischen Gas- eine vorübergehende Stockung in der Abnahme stattfand. werke durch die zu diesem Zwed zusammen- liegt, wie wir bei dieser Gelegenheit noch ganz besonders betonen nach 4 Tarifflaffen abgestuft und zwar betragen fie in den getretene Gruppe von Groß- Berliner Gemeinden möchten, Grund zu der Befürchtung vor, daß dieselben Schwierig- einzelnen Tarifklassen für Verheiratete in Tariftiasse V: 540 M., unmöglich macht. Diefe Gruppe, bestehend aus Berlin, feiten vielleicht noch einmal eintreten werden, nämlich, vor dem in IV: 720 M., in III: 900 m., in II: 1000 m. Dazu fommen für Verheiratete mit Kindern für jedes Kind Schöneberg, Wilmersdorf, Friedenau, Steglitz, Lichterfelde, Behlen20. September, an welchem Tage eine sehr einschneidende Preisdorf. Lankwiz, Mariendorf, Marienfelde, verbraucht sieben Achtel der herabsetzung erfolgen soll. Daß bei solcher rudweisen Gestaltung ohne eignes Einkommen 10 Proz. dieser Säge. Unverheiratete mit ganzen durch die englischen Gaswerke erzeugten Gasmenge. Für der Zufuhren auch der Absatz in der Gemeinde sich nicht vollständig einem Diensteinkommen bis 7680 M. erhalten 420 m. jährlich. Die glatt vollziehen fann, liegt auf der Hand. Was aber die Drga- Säße gehen also über die staatlichen Säge hinaus, und zwar bei Stadt Berlin jest empfiehlt, so ist diese bereits eingerichtet und Mindeſtsab 360 M. beträgt, ist er in Charlottenburg auf 540 M. in wird selbstverständlich den Bedürfnissen des Augenblicks ent- den niedrigsten Tariftlassen bemessen. In den Genuß dieser besonsprechend ergänzt und erweitert. Wenn seitens der Berliner Ver- deren Kriegsteuerungszulagen sollen alle Personen, Beamten und waltung Wagen nach anderen Stellen umgeleitet worden sind, so Angestellten kommen, die in einem ständigen Dienstverhältnis Diejenigen Angestellten, geschah es, weil sie auf dem Frischgemüsemarkt nicht unterzubringen zur städtischen Verwaltung stehen. die vertraglich angenommen sind, deren Tätigkeit. bei der waren und zur Vermeidung des Verderbens nach Dörranſtalten städtischen Verwaltung, als eine vorübergehende, anzusehen iſt, und Sauerkohlfabriken weitergesandt wurden. Die Einwände des Magistrats über die fehlerhafte Preispolitit fommen für diese besonderen Kriegsteuerungszulagen nicht in find nicht ohne Berechtigung. Dieselben Mängel haben sich auch Frage. Für diese wird eine angemessene Erhöhung der Tagegelder bei der Kartoffelversorgung gezeigt. Da es jetzt nicht mehr darauf und Löhne eintreten. Die Stadtarbeiter werden bei der Gewährung ankommt, die Ware recht schnell auf den Markt zu bringen, so dürfte der neuen Kriegsteuerungszulagen berücksichtigt, insoweit sie nicht es sich bei zukünftigen Preisfestsetzungen empfehlen, den Termin für schon Kriegslohnzuschläge neben dem lohnplanmäßigen Arbeitsbevorstehende Preisermäßigungen nicht allzulange vorher bekanntzu verdienst beziehen. Solche Kriegslohnzuschläge bei den städtischen Arbeitern werden ſchon teilweise bis zur Höhe von 30 Pf. für die geben. Im übrigen muß natürlich dafür gesorgt werden, daß Stunde gezahlt. Die Striegslohnzuschläge sollen im allgemeinen von Lebensmittel nicht umfommen. Verzögerung der Fleischlieferung. die Neuausbietung, die von der Regierung angeordnet ist, ernisation anlangt, welche die Reichsstelle für Obst und Gemüse der den geringer Befoldeten ziemlich erheblich. Wärend der staatliche 4 wartet sie nicht nur ein viel höheres Preisangebot als bisher statt 58 Millionen Mark sollen unter Berücksichtigung auch des Geschäftswertes" mindestens 85 Millionen Mark gezahlt, fowie die Vorräte vergütet und die Pensionspflichten übernommen werden sondern sie jetzt überdies einschneidende Bedingungen fest. Berlin darf nur noch für sich allein bieten, während die jetzt von Berlin losgeriffenen Vororte, auch die freisfreien Städte, dem mitbietenden Kreis Teltow zugewiesen werden. Erwirbt die Stadt Berlin die Gaswerke, so muß sie den Landkreisen diejenigen nicht in Berlin gelegenen Teile des Unternehmens, die sie innerhalb dreier Monate beanspruchen, zum Erwerbspreis überlassen. Wird einem der beiden Landkreise oder beiden zusammen der Zuschlag gegeben, so darf Berlin nur den im Stadtgebiet liegenden Teil beanspruchen. Die Städte Schöne berg und Wilmersdorf können Areis als Anhängsel von Teltow sich an dem Erwerb beteiligen, müssen jedoch dem Kreis auf Verlangen ihre Anteile abtreten und geraten hinsichtlich der Gaslieferung in ein Abhängigkeitsverhältnis zu ihm, wofür ihnen Beteiligung an Ueberschüssen versprochen wird. Infolge un genügender Viehanlieferungen ist es Mit dieser Aufteilung der englischen Gaswerte nicht möglich, alle Fleischkarteninhaber in der laufenden Woche mit zwischen Berlin und den Landkreisen wäre dann Fleisch zu versorgen. Es wird deshalb bestimmt, daß alle dieein Projekt, das durch Gemeinsamkeit der Interessen die füd- jenigen Fleischkarteninhaber, die aus dem angegebenen Grunde kein westlichen Nachbargemeinden und Berlin zusammengefettet hätte, Fleisch erhalten, berechtigt sind, auf die noch nicht eingelösten Abdurch gewaltsame Auseinanderreißung gründlich zerstört. den 11., und Mittwoch, den 12. September, noch Fleisch zu schnitte dieser Woche am Montag, den 10. September, Dienstag, empfangen. Es bedarf kaum der Hinzufügung, daß solche Unregelmäßig keiten von der Bevölkerung, die ohnehin schon auf ein Mindestmaß der Fleischration gesetzt ist, sehr unliebsam empfunden werden und daß sie sich nicht wiederholen dürfen, wenn man einen ungünstigen Einfluß auf die Stimmung der Bevölkerung vermeiden will. Neben der wirtschaftlichen Bedeutung dieser" Tat" verdienen die politischen Folgen dieses Vorgehens der Regierung alle Beach tung. Unter Schwächung Berlins werden die es umschnürenden Landkreise gestärkt.- und den Bestrebungen auf Eingemeindung der Vororte und endlichen Zusammen. schluß eines einheitlichen Groß- Berlin wird wieder einmal entgegengewirkt. Soll das„ neuer Kurs" sein? c. po sin god Vom Schleichhandeleri t mod Beanite des Kriegswitcheramtes störtent in Milntersdorf in der Falkensteinstraße bei einer heimlichen Schlachtung den Möbelpolierer Alex Schröder, Berlin, Schlesische Str. 31, und den Arbeiter Johannes Lucas, Wilmersdorf, Pfalzburger Str. 33. Das geschlachtete Schwein wurde beschlagnahmt und dem Wilmersdorfer Magistrat überwiesen. Außerdem wurden noch 137 Schweine und acht Ferkel beschlagnahmt und dem Wiehhandelsverband zugewiesen. Eigen tümer der Schweine ist der Schweinemäster Franz Liermann, Sigmaringer Str. 13, der sich mit seinen beiden Schlachtgehilfen vor dem Strafrichter zu verantworten haben wird. Bei der Die Petroleumverteilung für Berliner Einwohner Demnächst wird die Verteilung der Petroleumfarten erfolgen. Wie im Vorjahre sollen zur vorzugsweisen Beschaffung von Petroleunn- Karten an Heimarbeiter, Hausgewerbetreibende und an sonstige Beesonen ausgegeben werden, die weder Gas- noch Elektrizitätsanschluß haben und zum Erwerb des Lebensunterhalts auf eine Tätigkeit in der Wohnung angewiesen sind oder sonstwie ein besonderes Bedürfnis nachweisen. Anträge auf Buteilung dieser Karten sind bei den Brotkommissionen zu stellen. Auch die vorjährigen Verbraucher müssen solche Anträge stellen. Sämtliche Anträge werden geprüft und von dem Ergebnis der Prüfung hängt es ab, inwieweit Petroleumfarten bewilligt werden. Für die Beleuch- Schlächtermeisterfrau Marie Lücke, Lichtenberg, Friedrich- Karltung bloßer Wohnräume und für die Beleuchtung gewerblicher Räume, ferner für rein gewerbliche Zwecke werden Petroleumfarten vom Magistrat nicht ausgegeben. Die Anträge müssen spätestens Sonnabend, den 8. September, abgegeben werden. Nachträgliche Anforderung von Kohlenkarten. Das Nachrichtenamt des Berliner Magistrats teilt mit: Reklamationen wegen der Sohlenkarten find für die Einwohner der Stadt Berlin unter Vorlegung der Kohlenkarte bei der Geschäftsstelle der Deputation, für die Kohlenversorgung, Breitestr. 11, Hinterhaus, in der Zeit von 9-2 Uhr und zwar nach folgender Einteilung vorzubringen. 10 Pf. auf 20 Pf. für die Stunde erhöht werden. Den im Heeres. dienst stehenden Beamten usw. wird diese neue Teuerungszulage in höhe von 50 Proz. gewährt. Die Zulage soll mit Wirkung vom 1. Juli ab in Kraft treten. Der finanzielle Aufwand für die Stadt ist überschläglich auf 1 400 000 m. jährlich berechnet. Lichtenberg. Eine städtische Futtermittelfabrik. Der städtische Nahrungsmittelausschuß hat in seiner legten Sigung nach einem Borbereitungen den grundsätzlichen Vorschlägen für die Ausführung Bericht des Vorsitzenden, Stadtsyndikus Dr. Marepky, über die für die Errichtung einer Futtermittelfabrik und Dörranlage getroffenen im Einvernehmen mit dem Stadtbauamt die sofortige Errichtung dieser Anlagen zugestimmt und der Verwaltung Vollmacht erteilt, einer Futtermittelfabrik, verbunden mit einer Dörranlage für menschliche Nahrungsmittel, in Angriff zu nehmen. Im Anschluß hieran wurde berichtet, daß seit dem 27. August d. J. 100 Lichtenberger Schüler unter Leitung von 10 Lehrern in der königlichen Forst Falfenhagen mit dem Sammeln von Laub beschäftigt find. Außerdem sollen Schilf, Heidekraut und als Futtermittel geeignete Horft mit Gemüseabfälle and dergleichen von der Stadt angefauft und ges trodnet werden. Der Leiter der städtischen. Fletich verkaufsitellen wurde beauftragt, die Lieferung von Abfallblut für die Stadt sicherzustellen. Cöpenick. Lebensmittel. Die von der Stadt zu verteilenden Lebensmittel gelangen von heute ab in den Lebensmittelhandlungen der Stadt zur Ausgabe. Tempelhof. Lebensmittel. In der laufenden Woche werden Startoffeln auf die Abschnitte 71a- e der Kartoffeltarte. Militäraußer den üblichen Brot- und Fleischmengen abgegeben: 5 Pfund Straße 21, wurden größere Posten Mehl, Zucker, Fleisch und Wurst- urlauber sind berechtigt, auf jeden Abschnitt der Kartoffelfarte je waren und andere Lebensmittel, die aus Schleich handel stammen, 1/2 Pfund Kartoffeln zu entnehmen. Ferner: 5 Pfund Kartoffeln auf beschlagnahmt. Als Lieferanten ermittelte das Kriegswucheramt den Abschnitt 43 der roten Lebensmittelfarte, 150 Gramm Gouda- Käse Fleischermeister Georg Behrendt. Mirbachstr. 4, und den( Auslandsware) auf Abschnitt 40. Der Preis beträgt für 1 Pfund Schlächtergesellen Joseph 3 aud, Elsässer Str. 19. 4 M., für 150 Gramm 1,20 m. Der Käse gelangt vom Donners Die Rückkehr der Schulkinder vom Landaufenthalt. tag bis Sonnabend in den bekannt gegebenen Läden zum Verkauf. Die aus Berlin zum Landaufenthalt nach Ostpreußen ent- 1½ Pfund Dörrgemüse auf Abschnitt 45 der Lebensmittelkarte und fandten Kinder werden nun bald wieder ihren Familien zugeführt. Hering für einen Teil der Bevölkerung. Für die Abgabe von Dörrgemüse und Heringen ergehen noch besondere Belamit werden. Die Rückbeförderung kann, da es sich um ein Heer von machungen. Kindern handelt, nur nach und nach erfolgen. Der erste zug mit Kindern aus Ostpreußen wird in diesen Tagen in Berlin eintreffen, Nowawes. Lebensmittel. Bis Sonnabend, den 8., wird auf und von da an dürfte es dann bis in den Oktober hinein dauern, Abschnitt 1 der Lebensmittelfarte Edamer Käse ausgegeben. Für die zu den Brottommissionen 1-50 gehörigen ehe die letzten Kinder zurückgekehrt sein werden. Aus Elternkreisen Auf den Kartenabschnitt 1 entfällt Pfund Käse zum Preise von Einwohner Montag, den 10. September; 51-100 Dienstag, den ist uns die besorgte Anfrage zugegangen, wie denn die Eltern er- 95 Pf. 11. September; 101-150 Mittwoch, den 12. September; 151-200 fahren, wann die Kinder in Berlin ankommen. Wir Donnerstag, den 13. September und für die zu den Brotkommissionen hören, daß in dieser Hinsicht bereits vorgesorgt worden ist. Der 201-235 gehörigen Einwohner Freitag, den 14. September. Oberpräsident von Ostpreußen hat die Landratsämter angewiesen, Haushaltungsvorstände und Geschäftsinhaber in Häusern ohne darauf hinzuwirken, daß die Pfleger der dort untergebrachten Zentralheizungen, die eine Kohlenkarte nicht erhalten und feine Kinder die Eltern rechtzeitig von der bevorstehenden Ankunft benachVorräte an Kohlen haben, müssen die Reklamationen richtigen. Das können selbstverständlich auch die Kinder selber tun. Vor dem Landgericht I sollte ein aus dem Zuchthaus vorge schriftlich an die Deputation für die Koblenversorgung, Breite- Meldung von der bevorstehenden Rückkehr erhalten ferner die Ber- führter Angeklagter May Pautsch noch wegen eines Einbruchs straße 11, richten. Ein Teil der Haushaltungsvorstände, die verreist liner Schulrektoren, so daß bei ihnen oder den Klassenlehrern Tag abgeurteilt werden. Anscheinend hatte er Luft, den„ wilden Mann" waren und erst nachträglich ihren Bestand an Kohlen usw. hierher und Stunde der Ankunft zu erfragen sind. Die Rückfahrt machen zu spielen. Ueber die Sache war aus ihm kein Bort herauszugemeldet haben und die Laubenkolonisten erhalten die Kohlenkarte die Kinder zusammen mit Lehrern und Lehrerinnen, außerdem bekommen. Bergebens bemühte sich der Vorsitzende, eine Antwort einige Tage später. Eine Reklamation er übrigt sich hier. schicken in Berlin. die beteiligten Schulen noch Lehrer und zu erhalten. Auf alle an ihn gerichteten Fragen blieb der blöde in Lehrerinnen zum Empfang der Kinder nach den Bahnhöfen. Kinder, die Luft starrende Angeklagte stumm". Erst als der Staatsanwalt zu deren Abholung feine Angehörigen erscheinen, werden- wenn seinen auf 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus lautenden Antrag stellte, fie fich nicht allein nach Hause begeben können nach der Sammel- wurde Pautsch plötzlich lebendig. Er stürzte zur Ausgangstür der stelle im Fortbildungsschulhaus Lange Straße gebracht. Sie können Anklagebant, eilte unter den Worten:" Id werd' mir hier verdann von dort abgeholt werden. Zur Bekämpfung der Ruhr Gerichtszeitung. Der stumme Angeklagte. urteilen lassen, da mach' ich nich mit" hinaus und war nicht mehr zu bewegen, wieder zu kommen. Das Urteil wurde daher in seiner Abwesenheit verkündet. Es lautete auf sech 3 Monate Zucht haus zufäßlich. Milchplantscher. beröffentlicht das Polizeipräsidium folgende Mahnung:„ Da noch immer Fälle von übertragbarer Ruhr auftreten, erinnert der Polizeipräsident von Berlin nochmals an die gesetzliche Anzeigepflicht bei Ruhr. Die genannte Krankheit ist in hohem Maße ansteckend und wird wegen der oft jahrelangen Schädigungen der VerdauungsRuhrerkrankungen in Ostpreußen. organe sehr gefürchtet. Um ihrer Weiterverbreitung nach Möglichkeit Der Berliner Magistrat gibt bekannt: Aus dem Kreise özen vorzubeugen, ist es geboten, bei der Herstellung und dem Genuß von lommt die Nachricht, daß in den Orten Königshöhe und Um unsere dort Speisen größte Sorgfalt und Vorsicht walten zu lassen, um Magen- Salza Ruberfrankungen aufgetreten sind. und Darmertranfungen, denen sich die Ruhr erwiesenermaßen leicht weilenden Berliner Kinder vor Ansteckung zu bewahren, sind Wiederum standen zwei Milchverwässerer, der Milchhändler anschließt, zu verhüten. In den Wohnungen, insbesondere auf den von den dortigen Behörden die umfassendsten Vorsichtsmaß- Czerminski und seine Ehefrau, unter der Anklage der NahrungsAborten, ist für peinlichste Sauberteit zu sorgen. Im rege Ln getroffen worden. Die in der weiteren Umgebung diefer mittelverfälschung vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte. Durch eine übrigen aber fann nur dringend angeraten werden, daß beim Auf- weilenden Kinder werden noch in dieser Woche ab- plögliche polizeiliche Revision in dem Geschäfte der Angeklagten treten von Durchfall sofort ein Arzt zugezogen und transportiert; Aerzte, Rektoren und Lehrer werden sie hier wurde festgestellt, daß in einem Kübel, deffen Inhalt als„ Bollmilch zu dessen Entscheidung der Kranke von den Haus- und Familienlien im Empfang nehmen. Auch sonst find alle Vorsichtsmaßregeln ge- bezeichnet war, Magermilch sich befand, die auch noch stark verwäſſert genossen abgesondert wird. Gegenüber der viel verbreiteten troffen worden. Zu Besorgnissen liegt tein Anlaß worden war. Als der Polizeibeamte erschien, beeilte sich die Frau, Annahme, daß der Genuß verdorbener Nahrungsmittel zum Aus- bor. Berliner Kinder sind bisher an eigentlicher Ruhr nicht er einen auf dem Ladentisch stehenden Krug mit Waffer dem Auge des bruch von Massenerkrankungen an Ruhr Anlaß gegeben habe, wird frankt. Einige ruhrverdächtige Kinder, welche in das dortige Beamten zu entziehen, was ihr jedoch nicht gelang. Die Angeklagten darauf hingewiesen, daß verdorbene Nahrungsmittel zwar an sich Strartenhaus eingeliefert wurden, konnten wieder entlassen werden, wurden zu je 500 Mark Geldstrafe verurteilt. feine Ruhrerkrankungen hervorrufen, jedoch das Zustandekommen da nur durch reichlichen Obstgenuß hervorgerufene Verdauungsder Uebertragung von Ruhrerregern begünstigen fönnen." störungen vorlagen. Briefkasten der Redaktion. " Mängel in der Obstverteilung. Durch einen Sprung aus dem Fenster versuchte sich eine 48 Jahre G. R. 837. Ist die Ehefrau selbst versichert, muß der Antrag auf Die Reichsstelle für Gemüse und Obst hat nach einer Mit- alte Rentenempfängerin Emilie Babbels ihrer Verhaftung zu Wochenhilfe bei derjenigen Strantentasse gestellt werden, bei der die Frau teilung des Berl. Tagebl." an den Berliner Magistrat ein entziehen. Sie wurde in dem Warenhause von Tiez in der Leip- versichert ist. Die Höhe der Unterstügung ist 25 M. Entbindungstoſten, bis ziger Straße beobachtet, wie sie sich heimlich mehrere Blusen an- 10 M. Schwangerenunterstügung, soweit Unfosten vor der Entbindung Schreiben gerichtet, worin fie dringend die alsbaldige Ausgestaltung eignete. Als man sie darauf festnehmen wollte, sprang fie aus nachgewiesen werden, für 57 Tage à 1,50 M. Wochengeld; wenn selbst in der Berliner Bezirksstelle für Gemüse und Obst durch Schaffung einem Fenster des zweiten Stocks und verlegte sich so schwer, daß einer höheren Beitragsklasse, dann mehr, für 85 Tage Stillgeld 50 Bf. pro ciner Geschäftsabteilung verlangt, die auf Grund faufmännischer EinTag, falls die Frau das Kind stillt. R. 42. Geringe törperliche Fehler richtungen und unter Verwertung fachmännischer Kenntnisse für eine fie nach der Charité gebracht werden mußte. an den Beinen, welche die Fähigkeit zum Dienste mit der Waffe nicht ausschließen; zeitige Untauglichkeit, welche jedoch gemindert werden kann, bis zur bedingten Lauglichkeit; Krankheiten und Gebrechen, welche zum Dienſt, D. P. 1000. Rein. auch Landfturm, dauernd untauglich machen. 2. m. 100. Kommen Sie in die Sprechstunde. . 1881. mehr einheitliche, schnellere und gewandtere Bestimmung über die in Ein Warenschwindler, der 230 000 kronen erbeutete, wird von Berlin ankommenden Sendungen zu sorgen haben würde. Die Reichs- Budapest aus gesucht. Der 25 Jahre alte angebliche Kaufmann stelle hält die Sache für so wichtig, daß fie die Zufuhr nach Berlin, Anton Mrazet, der zulegt als Landsturmmann zur Garnisonsoweit Reichsmittel dabei in Frage stehen, einzustellen entschlossen ist, menagewirtschaft in Jalau tommandiert war, schwindelte Geschäfts- 1. Nein. 2. Ja. Aber er ist ben Erben gegenüber verantwortlich. Bur wenn nicht alsbald dafür Sorge getragen wird, daß Wagenladungen leuten vor, daß er ihnen als Wareneinführer Lebensmittel liefern genauen Rechnungslegung ist er gefeglich verpflichtet. nicht tagelang unausgeladen auf den Bahnhöfen stehen bleiben ,, um tönne. Er lodie ihnen 230 000 Stronen ab und verschwand dann. Sie müssen einen Antrag auf Ertraunterstügung wegen dieser besonderen A. R. 402. Nein. Rotlage ftellett A. G. 5. Sie haben kein Recht darauf. Kann nur lichen Bescheissigung über die Notwendigkeit der Verlängerung der Kur wegen Verdienste auf Vorschlag verlieben werden. A. 33. Die Rente nochmals einen Antrag. Elie Pät. 1, 2., 3. Erfahren Sie beim ist hinfällig, sobald Sie wieder in den Truppenteil eintreten. Muh jept Verband der Schneider, Sebastianstr. 37/38. 4. 1. Handwerkerschule, wieder neu festgesezt werden. M. 26. An den Kompagniejführer. Lindenstr. 97, für Fortgeschrittene Kunstschule im Stunstgewerbemuseum, Mazedonien 141. 1. Ja. 2. Lassen Sie doch den Empfänger hier Prinz- Albrecht- Str. 8.. 159. 1. Nicht bekannt. 2. Früherer Beruf 1eflamieren. M. B. 100. Stellen Sie unter Beifügung einer ärzt- Schriftseher.- P. F. 623. In Württemberg und Bayern nicht, Stettin B uns nicht befannt. . R. 1. Jd. 2. Nein, nur private Anstalten, f. Adreßbuch, 2. Bd., 2. Teil, Seite 191. 3. Ja. F. 64. 1. und 2. Nein. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Freitag mittag. 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Kammerspiele. 7 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. 8 U.: Gespenstersonate. Friedrich- Wilhelmst. Theater Freitag: Das Konzert. Volksbühne. Theater am Bülowplatz. Untergrundb. Schönh. Tor. 7% Lumpengesindel. Freitag: Was ihr wollt. 7% Uhr: Die blonden Mädels vom Lindenhof. 7 Uhr: Das Dreimäderlhaus. Neues Operettenhaus Gebr. Herrnfeld- Th. Operetten- Gastspiel 7, Uhr: Die ledige Ehefrau. Lessing- Theater. Kleines Theater 7 Uhr: Belinde. 72 Uhr: Liebe. Tragödie v. Anton Wildgans. Freitag: Liebe. Uhr: Schiffbd. 4a. Kassent. Nd. 281 7.Uhr: Der Soldat der Marie. Schiller- Theater 0 7, Uhr: Vom andern Ufer. Schiller- Th. Charl. 7% Uhr: Der Revisor. Thalia- Theater 744 Egon und seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz Uhr: Die Gulaschkanone. Sonnabend: Madame Legros. Komische Oper Deutsches Künstler- Theater. 28. Schwarzwaldmädel. Allabendlich Clubleute. Metropol- Theater Dir. C. Meinhard R. Bernauer. 7, Uhr: Die Czardasfürstin. Theater Königgrätzerstr. Residenz- Theater Heute 8 Uhr: Erdgelst. Die Warschauer Zitadelle Uhr: Der verliebte Herzog Komödienhaus 7% U. Die verlorene Tochter. Berliner Theater 71, U.: Die tolle Komteß. Walhalla- Theater. Uhr: Zigeuner. Uhr 71, Theater des Westens 7% mit Guido Thielscher. NATIONAL- THEATER 3.8 Cöpenicker Straße 68. 3/4 Der große Erfolg! Das ist die Liebe...! Operettenposse i. 3 Akten Musik von Walter Bromme. 1. Bild: Baron Fliegenleims Pleite. 2. Bild: Auf der Rennbahn Karlshorst. 3. Bild: Gerichtssaal in Kiekemal. Vorvk. 10-2 u. 6 U. Gartenbühne: Borstellung. URANIA Berliner Prater- Theater. Voigt- Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Geschlossen vom 3.- 8. Septbr. Sonntag, den 9. September, nachmittags 4 11hr: 8 Uhr: Das Oberengadin und der Splügen. Der Walzerkönig. Casino- Theater Borher: Erstklassiges Spezialitäten- Programm. Lothringer Straße 37. 17. Gept. Beg. b. Winterſpielzeit. Billiger Sumor! Gr. Erfolg! Die Schlagerpoffe Palast Heiraten mußte! Borher der neue bunte Teil. Kastanienallee 7-9. Heute: Aha- famos! Gr. 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M., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofs Berlin- Schöneberg, Magstr. 12-15, aus statt. A.-C.-V. Fichte 18. MännerAbt. Allen Turngenossen und Freunden die traurige NachErtra- Unterstüßungstaffe für Buchbinder u. zu Berlin. Sonntag, den 9. Septbr., porm. 10 11hr, im 2ofal Quisenufer 17: richt, daß unser lieber Turn- General Persammlung. genoffe Erich Kahl an der Ruhr im Lazarett verstorben ist. Zelluloid- Film- Ehre seinem Andenken! HartgummiachswalzenSchallplatten- fälle fauft Ordower G. m. b. S. Berlin, Georgenkirchstr. 50 beim Alexanderplat, 9-12, 3-6 Uhr. Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 1/4 Uhr, von der Halle des Garnisonfriedhofes, Müllerfstraße, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Wehmütiges Gedenken zum Sterbetage unseres geliebten Bruders, des Bizejeldwebels Zelluloid-| Film- Paul Kruse. GuttaperchaHartgummiWachswalzen= SchallplattenAbfälle kauft Inh. des Eisernen Kreuzes u. b. österr. Tapferfeitsmedaille, gefallen am 6. Septbr. 1916. Du warst jo jung und wirst so schwer vermißt, Du warst so gut, daß man Dich nie vergiẞt. In tiefftem Schmerz: Deine Mutter, Schwestern, Bruder. Tagesordnung: 1. Berlesung der Protokolle. 2. Borstandswahl. 3 Antrag des Vorstandes auf Abänderung des§ 5 des Statuts. 4. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Der Vorstand. J. A.: H. Rhauda, Borsigender. Spezial- Arzt Dr. med. Haedicke Harn-, Haut-, Geschlechtsld., Syphil.( Behandlungsd.12 T.). Blutunters. Ehrlich- Hata( Salvarsan-) K.Mod., schmerzlose Behandl. o. Berufstörung. -Mäßige Preise.Teilzahlung Friedrichst.187-188.d.Mohrenst. ( Untergrdb.) 11-1, 3-7, Sonntags 11-1. Möbel in allen Preislagen' 1-, 2- u. 3- Zimm.- Wohnungen empf. in mod. Ausführg. Jul. Apelt, Tischlermstr. Berlin$ 0, Adalbertstr. 6, Hochbahnst. Kottb. Tor. Ich kaufe Platin Spezial- Arzt Nachemstein besonders alte, auch zerbrochene Gebisse Charlottenburg itesser Windscheldstraße 30. 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September bei 60-75 Grad Celsius dörren oder auf Fäden reihen und an durch seine Tätigkeit unter Holtei, dem er eut wirk der Luft trocknen. Darauf achten, daß an die Pilze feine Fliegen liches Ausgehen auf mindestens gute Vorstellungen nachzurühmen" weiß, einen erfolgreichen Fortgang werden würde. So plante er Aufbewahrung: Am besten in dichten Nessel, Mull, Stattun- für das Rigaer Opernensemble sogar eine komische Oper Die glückBorteile: Leichte Herstellung, Ersparnis von Feuerungsmaterial Defteres Nachiehen notwendig. Erzählung aus Tausend und eine Nacht gefunden hatte. Aus der meil an der Luft getrodnet werden kann, bequemes Aufbewahren Zubereitung: Am Tage vorher, mindestens aber 12 Stunden Komposition wurde indes nichts. Bald erkannte er, daß auch an bei wenig Raumanspruch, sehr geringe Gefahr des Verderbens, bor dem Gebrauch, das Gemüse in lauwarmem Waffer abwaschen, der neuen Stätte seiner Wirksamkeit dieselben ihm so verhaßten Erhaltung der Nährstoffe, bei Früchten Erhöhung des Buder dann einweichen, sodaß das Wasser reichlich übersteht und am Zustände herrschten, die ihm schon in Leipzig einen so tiefen fel gehaltes, Fortfall des Einkaufs teurer Gläser, Büchsen und Gummi- nächsten Tage mit dem Einweichwasser kochen, die üblichen Zutaten eingeflößt hatten, und er warf die ersten Stizzen, von Mißmut erringe. und Gewürze hinzufügen und langsam weich fochen. Am schmad- faßt, in die Ecke. Unterschied zwischen Trodnen und Dörren: Das Erodnen haftesten werden die Gemüse in der Kochtiste. geschieht bei geringerer Wärme in längerer Zeit, entweder bei Man rechnet für eine Person zu einer Mahlzeit 25 Gramm natürlicher Wärme( Luft, Sonnenwärme) oder mittels schwacher Trockengemüse. fünstlicher Wärme( Herdplatte während des Kochens, Zentralheizung, 6 ft Bratofen nach dem Braten), die Bratofentür muß einen kleinen Spalt, offen bleiben zum Entweichen der sich beim Trodenprozeß entwickelnden feuchten Luft. Haltbarmachen von Gemüsen, Pilzen beranommen. und Obst durch Trocknen und Dörren. oder einenbeuteln, frei hängend, in luftigen fühlen Räumen. liche Bärenfamilie" zu verfaffen, au der er die Anregung in einer Am billigsten ist die Luftwärme. Sonnenstrahlen dürfen das Trodengut nicht treffen, weil es an Farbe verlieren würde. Horden fertigt man sich selbst an aus vier dünnen HolzTeisten, die in Quadratform zusammen genagelt mit Drahtgaze, Futtergaze, Gardinenstoff oder dergleichen bespannt werden. Alle in Scheiben geschnittenen Gemüse oder ganze Blätter fönnen auf Fäden gezogen, hängend an der Luft getrocknet werden. Hausböden sind auch sehr geeignet zu diesem Zwed. Bei feuchter Außenluft oder Abendluft darf nicht getrocknet werden. Das Dörren geschieht bei höherer Temperatur künstlich erzeugter Wärme in Dörrapparaten, Gruden, auf Horden in ge heiztem Bratofen oder besonders erwärmter Herdplatte in fürze rer Zeit. Temperaturen beim Dörren: für Erbien, Spinat, Blumenkohl, Bilje, Suppengrünes 60 bis 75 Grad Celsius; für grüne Bohnen, Kohlarten, Kohlrabi, Karotten, Möhren, Kohlrüben 80-90 Grad Celsius. Gemüse: Einkauf: Gemüse möglichst jung, zart und von guter Beschaffenheit. Drud- und Faulstellen müssen entfernt werden. Vorbereitung: Alle Gemüse werden ihrer Art entsprechend gevußt, dann gewaschen, abgetropft, vorgedämpft und bei natürlicher Bärme getrodnet und mittels fünstlicher Wärme gedörrt. Spinat, Pilze, Suppenkräuter dürfen nicht vorgedämpft werden. Die in Schnitzel oder Stiftel geschnittenen Gemüse legt man auf Horden. Bordämpfen: In einem Kochtopf mit tochendem Wasser hängt man ein Sieb so auf, daß das Wasser zirka handbreit unter dem Siebboden steht, tut eine dünne Schicht des vorbereiteten Gemüses in das Sieb, bedeckt es mit einem Dedel und läßt 7-10 Minnten über dem dauernd fochenden Waffer dämpfen. Für Rotkohl fügt man dem Wasser etwas Effig zu, um gute Farbe zu erzielen. Grüne Bohnen: waschen, abtropfen, abfäden, schnigeln oder brechen, dämpfen, trocknen oder dörren 80-90 Grad Celsius. Ganze Bohnen auf Fäden reihen und hängend an der Luft trodnen. Spinat: Baschen, gut abtropfen, nicht dämpfen, einzelne Blätter auf Horden legen, trodnen oder dörren bet 60-75 Grab Celsius. Kohlarten: Bußen, waschen, abtropfen, dide Blattrispen und Strünte herausschneiden, dämpfen, die einzelnen Blätter auf Horden Tegen, dörren( 80-90 Grad Celsius) oder trodnen, die Blätter fönnen auch auf Fäden gezogen werden. Strünke und Blatt rispen fein schnigeln und zu Suppengrün trodnen. Rot und Beipfohl fann auch fein geschnitten werden zum Erodnen oder Dörren bei 80-90 Grad Celsius auf Horden. ' Karotten, Möhren, Kohlrüben: pugen, waschen, abtropfen, in Stiftel oder in girla Sentimeter bide Scheiben schneiden, dämpfen, trodnen oder dörren bei 80-90 Grad Celsius. Blumenkohl: Die einzelnen Blumen abschneiden, waschen, abtropfen, dämpfen( zirka 5 Minuten) auf Horden legen und dörren bet 60-75 Grad Celsius. Küchenkräuter: Wurzelpeterfilie, Sellerieknollen, Borree usw. in Stiftel oder Scheibchen schneiden, trocknen oder dörren bei 60 bis 75 Grad Celsius. Pilze. Nur gute feste nehmen, puzen, nicht waschen, nicht dämpfen, in Scheiben schneiden, auf Horden legen, an der Luft trocknen oder 47] Anders Hjarmsted. Von Jakob Knudsen. erfordert zuerst mäßige Wärme, auch nur sehr warme Luft zum Vertrocknen, dann höhere Temperatur. Einkauf: Kernobst reif, aber nicht weich. Steinobst sehr reif. weil dann höherer Zuckergehalt angesammelt ist und bei späterer Bubereitung weniger gefüßt zu werden braucht. Nur tadellose Früchte dürfen zum Dörren genommen werden. Aepfel geschält oder ungeschält, ganze Früchte, in Hälften, Vierteln oder Scheiben. Kerngehäuse entfernen, furze Zeit in auf Sorden legen, bei fünstlicher Wärme dörren, 80-100 Grad schwach gesalzenes Wasser legen, damit sie bessere Farbe erhalten, Celsius. Apfelscheiben tönnen auch auf Fäden gereiht und bei febr sehr warmer Luft hängend, getrocknet werden. Birnen ganz oder in Vierteln, geschält oder ungeschält fünstlicher Wärme von 80-100 Grad Celsius. Pflaumen find am besten, wenn sie am Stil anfangen, etwas welf zu werden. Nicht aussteinen, abwischen. auf Horden legen, bei farmer Luft vortrocknen, dann mittels fünstlicher Wärme zuerst bei 70-80 Grab, später 80-95 Grad Celsius. bei Bubereitung: Abwaschen, 5-6 Stunden einweichen, in dem felben Wasser aufießen, Zitronenschale, Simmt usw. hinzutun, je nach Geschmad, wenn das Obst halb weich ist, süßen. Gogols Revisor" im Schiller- Theater. ,, Auch hier verleideten sich mir schnell meine Beziehungen zum Theater: das, was wir unter Komödiantenwirtschaft verstehen, tat sich vor mir bald in vollster Breite auf," so kennzeichnet Wagner selbst seine damalige Lage. Die Berstimmung, die diese für einen rief aber andererseits den heftigen Wunsch in ihm hervor. schaffenden Geist bedrückenden Zustände in ihm ausgelöst hatten, überhaupt etwas Großes und Erhebliches zu beginnen, ſelbſt mit vorläufiger Außerachtlassung eines nächsten praktischen aus begann er sich, angeregt durch Bulivers Roman, mit der Biels". Aus folchen Gedanken und Empfindungen her= erbst 1888 schrieb er die ersten Takte und bereits im Frühjahr 1838 Tertdichtung und der Komposition des Rienzi" zu beschäftigen. Im Beit feines, Rigaer Aufenthalts. Er hob die Leistungen der Bühne lagen die beiden riesigen ersten Afte fertia da. Aber nicht nur als Komponist, auch als Konzertdirigent betätigte sich Wagner in der Spielplan eine ganze Reihe beachtenswerter beuticher, italienischer durch über dem Durchschnitt stehende Aufführungen und fügte dem und französischer Opern ein. Leicht hatte er es dabei in fünſtlerischer Beziehung feineswegs. Zählte das ihm zur Verfügung stehende Orchester doch im ganzen nur 22 bis 24 Witglieder, darunter vier erste Geigen. Auch für die von ihm eingerichteten Botalheitstompofitionen schrieb, fegte sich Wagner mir seiner ganzen und Instrumentalkonzerte, für die er eine Reihe einerer GelegenBersönlichkeit ein, bis ſeine so unborbérgesehene plögliche Flucht feiner Tätigkeit in der Dünastadt ein jähes Ende jezte. Die Zuverlässigkeit der Wettervoraussagen. Ein wichtiges Es wird viel darüber geklagt, daß die amtlichen Wettervoraussagen, die täglich ausgegeben werden, wenig zuverlässig feien und In den Tagen, da der von der Regierung des neuen revolu daß alle, die sich danach richten wollen, allzu häufig Enttäuschungen tionären Rußlands gegen den früheren Kriegsminister des Zaren erleben. Dabei ist ihre Zuverlässigkeit größer, als man nach den angeſtrengte Prozeß auf die ungeheuerliche Korruption altrussischer allgemeinen Eindrücken anzunehmen, geneigt ist. Beamtenschaft wieder so grelles Licht geworfen, wirkte die Auf- Mittel, den Wert dieser Voraussagen für den praktischen Gebrauch führung von Gogols berühmter ruisticher Beamtenjatire fait mit zu erhöhen, schlägt Freiherr von Myrbach in der„ Meteorologischen dem Reize des Augenblicks. In der Ausspinnung des Motivs all- Beitschrift" vor. Die Voraussagen haben bei verschiedenen Wetterſeitiger Bestechlichkeit, hier und da wohl etwas breit geraten, hat lagen einen sehr verschiedenen Grad von Wahrscheinlichkeit, und der die Komödie in der Eindringlichkeit ihrer Sittenschilderung, der Meteorologe selbst hat durchaus die Möglichkeit zu erkennen, welches schonungslosen Stoßkraft der Tendenz und der klassischen Einfachheit Maß fie im vorliegenden Falle besitzt. Manche Voraussage hat des Lustspielrahmens wenig ihresgleichen in der Weltliteratur... Die eine Treffwahrscheinlichkeit von 95-99 Proz., fommt also praktisch Schröpfung, die das in den Geruch eines infognito reisenden einer Gewißbeit gleich, während andere Wetterlagen nur eine Treffministeriellen Revisors gelangte Petersburger Früchtchen an den ficherheit von 50 Proz. ermöglichen. Von Myrbach hält es daher offiziellen Schröpfern der fleinen Bezirksstadt vornimmt, gibt eine für notwendig, jeder Vorausjage vier Gradbezeichnungen hinzuzu glänzend ausgenutzte Handhabe, im Prozessionszug die Banditen fügen: 1. fehr große Wahrscheinlichkeit( fast Sicherheit), 2. große borzuführen. Wahrscheinlichkeit, 3. mindergroße Wahrscheinlichkeit und 4. geringe Wahrscheinlichkeit. Erst durch diese nähere Kennzeichnung befäme die Wettervorgusjage einen größeren Wert, und der Glaube an fic würde zweifellos sehr gestärkt werden. Die renomimerend aufgeblasene Windigkeit des jungen hauptstädtischen Salonlöwen, der, die Konjunktur benugend, feine leer gewordene Meifefaffe wieder neu ati füllen, fand in Herrn Alfred Braun einen trefflichen Vertreter. Raive Frechheit, Münchbaufensche Phantastit, die im Moment des Schwagens die tollsten Rügen selber glaubt, und gefällige Liebenswürdigkeit vereinten sich zu einem höchst lebendigen Ganzen, gaben seinen Erfolgen, namentlich in der durch Hedwig Pauly und Gertrud Kanis ver tretenen, den Herren Beamten ebenbürtigen Damenwelt, ein Relief von Glaublichkeit. Den Kommandanten statrtte Richard Wirth Dem stämmigen Kerl mit mit sehr echt anmutender Maste aus. dem weinroten Antlig und lauernd verschlagenen Augen ließ sich beim Anschein äußerer Jovialität doch jede Niedertracht gut zutrauen. Auch sonst verdient die Gesamtdarstellung Lob.. Riga und Richard Wagner. dt. Notizen. - Die Volksbühne hat die Reihen ihrer Mitglieder vollzählig gefüllt; es ist sogar die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht. Auch die Entnahme von Obligationen für das eigene Theater ist im Ansteigen. Hans im Schnafenloch fein Plagiat. Der Schußverband Deutscher Schriftsteller schreibt: Vor einiger Zeit hat ein Herr E., van Santen öffentlich behauptet, daß, René Schickeles Hans im Schnafenloch" ein Plagiat nach dem französischen" L'Alsace" von Gaston Leroux und Camille Dreyfus sei. Tr Schutzverband Deutscher Schriftsteller hat durch erfahrene Sachber Mitte August 1887 berief Karl von Holtei, der Direktor des ständige das Drama Schickeles mit dem französischen Theaterstück dortigen Stadttheaters, den damals vierundzwanzigjährigen Richard auf das sorgfältigste vergleichen lassen, und es hat sich dabei erWagner aus Königsberg als Stapellmeister bei einem Gehalt von geben, daß von einer Verwandtschaft noch so geringen Grades keine 800 Stubel jährlich nach Riga. Das war, wenn auch die Entlohnung Rede sein kann. Beide Arbeiten haben nicht mehr miteinander geschon für damalige Zeiten feineswegs großartig genannt werden meinsam als das elsässische Thema, beide unterscheiden sich voneinkonnte, für den damals Brotlosen immerhin ein Glücksfall. Nicht ander wie zwei Welten. Das Werk Schickeles ist eine Dichtung nur, daß er ein, wenn auch bescheidenes, so doch sicheres Austommen und das der Franzosen geschickt gearbeitete und auf den rohen, vor sich sah; er glaubte vor allem auch, daß seine Künstlerschaft nationalistischen Effekt eingestellte Boulevard- Journalistik. schien sich ein wenig zu bedenken, zog jedoch mit hinüber, und nicht mehr, warum Du nicht wolltest. Das hat er vor ihre Jungen folgten ihr. Diese hatten längst gemerkt, wie die einiger Zeit auf Stavn in Vaters und des Adjunkten GegenDinge lagen, sie stießen auf den Boden auf und machten wart erzählt. Ich glaube wohl, daß sie es sich hinters Ohr lärmende Krummsprünge in findlicher Freude, unter Be- geschrieben haben. Weidlichen Spaß hat es ihnen. jedenfalls. schüßung hänseln zu dürfen. gemacht." 17 Gjatrid fragte ihren Bruder:„ Glaubst Du nicht, daß Du Vater dazu bringen könntest, das Kirchendach instand zu Jetzt geht hinunter, liebe Bürschchen!" sagte der Pfarrer setzen, sonst entsteht ja auch deswegen Uneinigkeit?" und fuhr den Knaben in die Haare, ihr müßt gewiß in euer Das kann eigentlich nicht instand gebracht werden," Bett, was, müßt ihr nicht, hä, hä, hä?" erwiderte Niels,„ denn äh das Sparrwert am Dache Madame Balling fegte sich in feierlichem Schweigen nieder, ist gar nicht für Ziegelsteine eingerichtet,-es hätte ja Blei mit rotem Gesicht. Die Knaben hängten sich in ihre Röcke sein müssen,- und das ist das Allerschlimmste daran, und traten mit den Beinen nach hinten aus. denn das Blei hat Vater ja verkauft." " Ja, aber durfte er denn das?" fragte Anders.. Ach, nein, aber er hat ziemlich viel Geld damit verdient, denn ein Ziegeldach ist ja viel billiger als Blei." ,, Aber wie fonnte der Probst sich denn darein finden, daß er so einen Handel machte?" " Ja, laß ihnen das Vergnügen!" ." Ja, aber so erreichst Du gar nichts mit ihnen, went Du bei dem untern Gericht stehn bleiben willst, das wir hier haben." ,, Glaubst Du nicht? Ich glaube nun eher, ich werd. selber Obergericht und Höchster Gerichtshof für sie sein." Da wandte Anders sich an den Pfarrer und sagte:„ Wenn ,, Davon versteh ich nichts, hä, hä, hä," sagte der Pfarrer. Sie's nicht zuwege bringen können, dieses alte Weib und Sein Gesicht hatte einen zerquälten Ausdruck. Er begann, ihre Ferkel aus der Stube zu weisen, so geh ich meiner im Zimmer hin und her zu gehen. Wege! Es soll keiner von ihnen in meinen Angelegenheiten wühlen!". " aber wir Ja, ich kann nun auch nicht verstehen," sagte Anders, , daß Sie sich der Sache mit dem Kirchendach nicht annehmen, Madam Balling fuhr in die Höhe und lief nach der Tür Pastor Steffensen. Sie sind doch der Nächste dazu. Dann Ja, das ist eben wie vieles andre. Es ist nicht so hin. Die Knaben schrien. An der Tür blieb sie stehen und könnten Sie ja zum Bischof gehen, wenn Sie meinen, daß leicht, mit Vater fertig zu werden. Den Hardesvogt hat rief: Bin ich es, die gehn soll, Pastor. Steffensen!?" das das Beste wäre." ja der Adjunkt in der Tasche, und der Propst will es nicht Sie wissen ja, recht gut, Madam Balling, ich will nicht„ Ach, ich will so ungern mit dergleichen zu tun das ist mit dem Vogt verderben äh und so; da ist so vieles. mit Ihnen und mit niemand kommandieren; aber meinen haben; ich glaube nicht recht, Es ärgert mich so, daß Du in alles das verwickelt Gästen kann ich doch auch nicht die Türe weisen, hä, hä" daß es etwas Gutes ift. Ja, ja, andre tönnen es ja werden sollst, Anders. Der Pfarrer sagte ja, daß Du Dich ,, Nein, denn Sie wollen nichts tun! Das ist das- tun, und Sie müssen es wohl auch tun, vielleicht auch hineinmischen wolltest" jenige, was Sie immer wollen!" rief sie und hieb die Tür Christen, wir müßten doch am liebsten mit dem Guten kommen. hinter sich zu. Aber ja, ich habe übrigens auch geglaubt, „ Hmhä, hä". Der Pfarrer faßte sich ans Kinn. daß Sie ein gläubiger Mensch wären, Anders, Ihr Vater Das ist doch ärgerlich, das ist aber sehr ärgerlich." Er war doch stand eine Weile, ohne etwas zu sagen. Anders ging mit„ Ja, Vater und ich, in dem Stück bleibt es sich ,, Wir wollen über das da erst reden, wenn wir mehr vorgestreckter Hand auf ihn zu, als wollte er Adieu sagen. gleich. Aber mit solchem Gerede ist er doch nie gekonimen." unter uns find," sagte Anders. Madam Balling hob den ,, Ach, ja, aber nun dürft Ihr doch jedenfalls nicht Eurer Sie dürfen das doch nicht Gerede nennen. Es steht ja Naden, sagte jedoch nichts. Wege gehn!" sagte der Pfarrer. Sie ist ja etwas eigen, in der Bibel." Nach Zisch begab sich die Gesellschaft wieder in die Wohn- Und sie hat ja so gewissermaßen zu wenig Kultur. Aber sie stube. Die Madam ließ die Köchin den Tisch abnehmen, meint es doch sonst gut. Sezen Sie sich jetzt hin, Anders, was sonst nicht deren Amt war, und ging mit hinein. es bietet sich so selten die richtige Gelegenheit, zusammen zu Stumm und lauernd setzte sie sich mit ihrem Stridzeug an reden." Anders sagte nichts, sondern sah scharf nach Niels hin. Ich glaube nur gar nicht, daß es etwas nügen fann," fuhr dieser fort ,,, wenn Du nicht damit zum Bischof gehn willst. Und das " wöhnlich, einer auf jeder Seite. - " Ja, das weiß ich nicht, ich weiß nichts davon." „ Hä, hä, hä. Es ist sonderbar, es ist ganz inert würdig, daß es jetzt so werden soll. Es ist fünf Jahre her, als ich bei Ihrem Vater drüben in Hanherred. ein Fenster,- ihre beiden Knaben hingen an ihr wie ge- ,, Du rietst mir, mit meiner Klage zum Bischof zn gehen, war, Sie wissen doch noch, damals, als Larsen da war. Da Niels," sagte Anders und setzte sich wieder. Aber das will hielten wirs gerade Ihrem Vater vor, daß er etwas mehr hätte in der Bibel lesen müssen, aber er sagte, daß der " Ja, warum denn nicht?" fragte Niels. Glaube schon ausreiche. Und wir sagten ihm, daß, das ein Und Rein", sagte Anders, hielt jedoch inne. Es ent- unmoralischer oder doch unchristlicher Wandel würde. nun können wir sehen, hä, hä, hä,- ja ich weiß ja nicht Dann sagte Niels ein wenig zaubernd: Paul Binding.- recht, was Sie damit sagen wollen, mit, selber Dbergericht der, Du weißt wohl, der Better vom Vater er hatte Dich und Höchster Gerichtshof sein, aber mir scheint, es: läßt ja da bei der Wählerversammlung sagen hören, daß Du nie fich ganz verkehrt an. Dja, Ihr Vater, der sprach soin einem Prozeß appellieren oder Dich nie an die obere Be- viel von seinen Träumen und dann vom Leben mit Gott im Sie gingen in des Pfarrers Stube hinein. Madam Balling hörde wenden wolltest, weil-- ja, jetzt besinn ich mich Glauben--" ( Forts. folgt.) Man redete von gleichgültigen Dingen; und da die Ge- ich nicht." sellschaft teine Uebung in einem derartigen Gespräche besaß, so geriet es allmählich ganz ins Stocken. -" Ich möchte wohl mit dem Pfarrer und benen von stand eine Pause. Stavn und meiner Schwester über äh die Sache mit dem Kirchenbach und vielleicht auch über andere Dinge reden," sagte Anders. Er erhob sich. Ja, das können wir ja gern, hä, hä, hä." " Sabre Garantie. mit echtem Zähne m.echt. Rautschuk 8,50M. Banzieh. m. Betäub. Künstl. Zähne Friedenskautschuk, Bähne ohne Goldkronen, Brücken, Plomben, Zähne ohne Platte, Zahnzieh. Gaumempl. Zahnpraxis Hatvani, Gae Schöny. Bee. mit Betäubg., Umarbeitg., Reparat. sofort. Bill. Preise, auch Teilz. 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