Ar. 246* 34. Jahrg. Bezugspreis, Vierteil Shri. a.90 Me. monaü. IL0 Ml. wöchentlich M Psg. frei ins Haus. vorauszahlbar. Einzelne Wochentags- numinern 5 Pfz. Sonnt agsnummer mit Mustrieller Beilage.Die Neue Well" 10 Bfg. Poslbezugi Monatlich >L0.MI. Unter Kreuzband für Deutfchland und Oeslerreich-Ungarn L.b0 Ml., für das übrige Ausland 4 Ml. monatlich. Postbesiellungen nehmen an Dänemarl, Holland. Luxemburg, Schwcdeg u. die Schweiz. Eingetragen ül die Post-Zeitungs-Preisliste. Erscheint täglich. Teiegrarnm> Adreh e: .Sozialdemokrat Berlttr". Berliner VolkeSblntl. ( 5 Pfennig) Der Anzeigenpreis beirägt f. die sicbengefpaltenc Kolonel- l' eile 60 Pfg„Jtlcine Anzeigen" >as fetlgedruclte Wort 20 Pfg. szm lässig 2 feUgedruckte Worte), jedes weitere Wort lv Psg. Stellengesuche lind Schlasjlellenanzcigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere WortöPsg. Worte über 15 Buchstaben zählen sür zwei Worte. �----------°™ Familien politische' Anzeigen 40 Psg die'Zcilc. Änzelgcn siir die nächslc Nmiuner müssen bis l» Uhr nachmitt. im Hauvigeschäsl. Berlin SW. 68. Lindcnstrahe Z, ab- gegeben werden. Geöffnet von SUHr jrüh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratifcben parte» Deutfchlands. Reüaktion: Ew. 68, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Ami svtorinvlan, Nr. I5l»»— IZl 37. Sonnabend, den 8. September INI?* expeüition: SM. 68» Linüenstraße Z, Fernsprecher: Amt Dtorinpia«, Rr. 151 SO— 1X197. Rücktritt Ribots. Gesteigerter englischer Angriff an der Bahn Roulers— Hpern zurückgeschlagen— An der Maas stärkster Artilleriekampf— Erfolgreicher Borstost bei Beaumont— G roste Geschutzbeutc in Tünamünde— Noch immer Kampfe um den Monte San Gabriele— Zehn italienische Angriffe abgeschlagen— Bisher 18 FOÖ Italiener gefangen— Venedig mit Bomben belegt. Amtlich. Großes�Hauptquarticr, 7. September 1917.(2B. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. An der fiandrischcn Front spielten sich zwischen dem Houthoulster Walde und Hollcbckc wieder heftige Artillerie- kämpfe ab. Morgens und abends griffen die Engläudcr nach starkem Trommelfeuer unsere Stellungen nördlich der Bah» RoulerS— Bpern in vier Kilometer Breite an. Nach kurzem harten Kampf wurden sie überall zurückgeworfen. Der Einsatz von drei Divisionen zu diesen Angriffen, die dem Feind hohe Verluste kosteten, wurde durch Gefangene bestätigt. In de» bcnachbarlcn Abschnitten drangen nach kräftigen Feuervorstößen englische Erkundungsabtrilungen vor; auch sie chatten leinen Erfolg. Bei Lcnq scheiterten frühmorgens Teilangriffc deS Feindes 'verlustreich..'?.' Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In mehreren Teilen der Aisnc-Front und in der Champagne blieb die KampfeStätigkcit tagsüber lebhaft. Vorfcldgefcchtc brachten uns Gefangene ein. Die Artillcricschlacht auf dem Ostufer der MaaS wurde bis in die Nacht hinein mit kurzen Unterbrechungen fortgeführt. Unser Bcrnichtungsfcucr gegen erkannte Bereitstellungen von Sturmtruppcn verhinderte am Fosscs-Wald einen Angriff der Franzosen. Südlich von Beaumont drang ein württembergisches Regi- ment in die feindlichen Linien und vertrieb die Besatzung im Handgranatcnkampf. Badische Stoßtrupps brachen in den Couribres-Wald ein und kehrten mit Gefangenen zurück. 9 feindliche Flugzeuge wurden im Luftkampf, weitere 5 durch Abwehrfeuer zum. Absturz gebracht. Ocstlicher Kriegsschauplatz. Front Prinz Leopold. Die Rückzugsbewcgungrn der Nuffcn nordöstlich der uutcrcn Düna dauerten gestern an. Unsere Kavallerie kämpfte erfolgreich mit feindlichen Nachhuten südwestlich von Nitau ung Neu- Kaipen (70 Kilometer östlich von Riga. Zwischen Lobc-See und Fricdrichstadt hat der weichende Feind die Ortschaften in Brand gesteckt. Die Beute in Dünamünde belauft sich außer viel Schieß- bedarf und Kricgsgerät auf 49 Geschütze, davon haben 22 größere Kaliber als 12 Zentimeter. Bis zum Schwarzen Meer sonst keine größeren Kampf- Handlungen. Mazedonische �ront. Zwischen Ochrida- und Prcspa-Sce Gefecht von Strcif- abtcilungen, östlich des Bardar lcdhafte Feucrtäligkcit. Der Erste Generalquartiermcister. Ludcudorst. Abendbericht. Berlin, 7. September 1917, abends. Amtlich. Im Westen starker Artilleriekampf nur vor Verdnu. In Livland steht unsere Kavallerie in Fühlung mit dem Feinde. Ter österreichische Bericht. Wienj den 7i.September 1917.5. die wir ihm unlängst nachwiesen, bis heute noch nichts vorzubringen weist. Er ist ganz stumm geworden. Ebenso hat sich bis heute der.Berliner Lokal-Anzeiger" noch nicht darüber geäußert, wer sein bolschewistischer Advokat ist, der sür .unfern KerenSlr" und das Alldeutschentum schwärmt. Und ein halb Dutzend alldeutsche Blätter schulden unS noch eine Aufklärung über das von ihnen erfundene BiSmarck-Gespräch aus dem Jahre 1872, in dem Bismarck und seine Getreuen von hühnerüberfahren- den Automobilen reden! Das politische Erfindungsbureau der Alldeutschen scheint aus starke Vergeßlichkeit der Mitwelt zu spekulieren. versiänüigung— unevangelifch! Auf einer ErinnerungSfcier an die Schlachten von Sedan und Tannenberg, welche die Zweigstelle des Evangelischen Bundes in Wittenberg veranstaltete, äußerte einer der Redner, Professor Conradi aus Wittenberg, u. a. folgendes: „Es sind unevangclische und undeutsche Kräfte am Werte, die uns einreden wollen, ein sogenannter Vcrzichtsrieden wäre für uns das beste. Mit einem solchen ober würden wir das Werk Luthers und Bismarcks vernichten und mühten uns dieser unserer grötzten und besten Männer schämen. Darum wollen wir uns heute geloben, nur einen Frieden zu schließen, s>er unserm evangelischen Glauben, unserm deutschen Volke zum Segen gereicht," Also daS Arbeiten für einen VerständigungSsrieden ist unevangelifch— warum nicht gleich unchristlich—, und dem evau- gelisckml Glauben entspricht nur ein Fried an, der auf Unterdrückung und Vergewaltigung anderer Völker beruht. Was hat nun— so fragen wir— der evangelische Glaube des Professors Conradi mit der von Jesus verkündeten Lehre der Nächsten- liebe zu tun?! Zrteürtch /lüler zu Kerkersirafe begnaüigt. Wien, 7. September. Wie die„Arbeiterzeitung" meldet. hat Kaiser Karl nach Verwerfung der Nichtigkeitsbeschwerde Friedrich Adlers durch den Obersten Gerichtshof die TodeS- strafe nachgesehen. Der Oberste Gerichtshof verurteilte Friedrich Adler nunmehr zu 18 Jahren schtvcren Kerker. Wir hatten bereits vor längerer Zeit gemeldet, datz eine Voll- streckung der gegen Adler erkannten Todesstrafe nicht zu erwarten sei. der Rücktritt öes Kabinetts Ribot Die Nachricht von dem Rücktritt des Kabinetts Ribot, die wir an anderer Stelle iviedergebcn, kommt nicht unerwartet. Die bis- herige französische Regierung litt an den Schwierigkeiten der Mittelstellung, die sie zwischen den äutzerst-cn Kriegstreibern und den gemäßigten Kriegsparteilern, denen auch die französischen So- zialisten zuzurechnen sind, einnahm. Der Minister des Innern Malvy, mußte dem Ansturm von rechts weichen, weil er in dem Verdachte stäntz.'e niest Mchstrr begünstigt zu lchben, der seinerseits in dem Verdachte stand, als Pazifist deutscher Agent zu sein. Die geheimnisvolle Affäre de§ Herausgebers von„Bonnet rouge". AI. mereyda, der im Gefängnis ein rätselhaftes Ende nahm» hat de» Streit der Geister verschärft und die Situation des Kabinetts er- schwert. Daß Herr Ribot auch einem Ansturm von links ausgesetzt gewesen wäre, kann man nicht sagen. Zwar gibt es in Frank- reich eine täglich lebhafter werdende scharf oppositionelle Frieden� Propaganda, aber die sozi aide mal rabische Kammrorfraktion steht, wenigstens in ihrem llllehrheitsflügel, mit ihr in keiner lebendigen Fühlung. Tie Verweigerung der Pässe sür Stockholm wurde von den französischen Sozialisten in einer Weise hinge- nomincn, die man in der deutschen— nach französischer offizieller Auffassung bekanntlich ganz„verku echtsten"— Sozialdemokratie nicht verstanden hat. Und Thomas blieb weiter Minister. Trotzdem wird auch die Stockholm, er Angelcgeicheit nicht dazu beige- tragen haben, die VolkKtümlichrkeit des Kabinetts zu festigen. Auch sie war«in Nagel au seinem Sarge. Was hat die französische Sozialdemokratie mit Ribot so eng verbunden? Vielleicht die Sorge, daß nichts besseres nachkommen würde, vielleicht seine Erklärung in den bekannten Geheimsitzungen, die nach Auffassung der sranzosischen Sozialisten„antiannexio- nistisch" war und den Vertrag mit dem Zaren über die Annexion des linken Rheinufcrs preisgab. Herr Ribot, der ein starker Sieb- zigcr ist, wiederholt Fiiianzministcr war, und als solcher rechnen kann, darf in der Tat nicht zu den besinnungslosen chauvinistischen Maulhelden gezählt werden. Wiederholt hat er durch seine ruhige Redeweise den Zorn derer erregt, die da meinem, daß das größte Mundwerk den Krieg gewinnen müsse. Solche Leute gibt es bc- kanntlich in allen Ländern, und im temperamentvollen rcdefrohen Frankreich gewiß nicht am seltensten. Was wird nun iverden? Schon vor einiger Zeit hieß eS, Ribot wünsche, sein Kabinett umzubilden. Es ist also möglich, daß sein Rücktritt nur die Vorbereitung seiner Wiederkehr ist, und nur dem Zweck dient, an Stelle des ausgeschiedenen Malvy ein neues Bindeglied zwischen der Regierung ünd der Linken zu finden. Man spricht auch von der Ergänzung des Kabinetts durch mehrere So- zialisten. Angesichts der Verworrenheit der Kammerverhältnisse iväch.ft der Einfluß des Präsidenten. Und so darf man es im Jnier- cssc des Friedens lebhaft bedauern, Herrn Poincare auf diesem Posten zu sehen. Ein Präsident der Republik, dem das Wohl des Volkes lieber ioär« als glatte, national klingende Redensarten, könnte heute Wunder wirken. Ader Präsident ist eben Herr Poin- carel Letzte Nachrichten. Der englische Gewerkschaftskongreß gegen den Wirtschaftskrieg. Rotterdam, 7. September. Der Gewerkschaftskongreß nahm mit 2 339 OVO gegen 278 000 Stimmen eine Entschließung z u g u n- sie n des Freihandels nach dem Kriege an. Petersburg in der Armeezonr. Petersburg, 7. September. Meldung der Petersburger T«le- graphen-Agentur. Die durch die Räumung von Riga bedingten Frontveränderungen haben Petersburg in die Zone der Armeen gerückt. Da jedoch die Anwesenheit der Regierung und der Ver- waltungskörper die Anwendung der Militärgerichtsbarkeit in der Hauptstadt verhindert, hat die Regierung beschlossen, eine besondere Zivilvertvaltung zu schaffen, die vor allem die öffentliche Ordnung in Pctxksburg aufrechtzuerhalten hat. Gsverkschajdbeweguns Verlin und Umgegend. Lohnbewegung der Metalldrücker. Die am Donnerstag abgehallene Branchenvermmmlung der Melalldrücker beschloß auf Antrag ihrer Kommission, eine t5' r- böhung des Stundenlohns von 1,50 M. auf 2 3K. zu fordern. Begründet wird die Forderung damit, daß der jetzt übliche Stundenlohn von 1,50 M. vor l'/ä Jahren gefordert wurde und seitdem überall anerkannt ist und gezahlt wird. Inzwischen sei ober die Lebenshaltung wesentlich teurer geworden und der Akkord- verdienst, der sich vor l�/z Jahren auf 1,80 M. bis 2 M. belief, sei seitdem auf 2,50 M. bis 3 M. und darüber gestiegen. Es sei also vollkommen berechtigt, daß der Stundenlohn sowohl dem ge- sliegenen Akkordvcrdicnst als auch den gesteigerten Lebensmittelpreisen einigermaßen angepaßt werde. Der geforderte Satz von 2 M. pro Stunde soll der Einstcllungslohn sein. Lohnbewegung der Oel- und Benzinbehälter-Klempner. In dieser Branche, die für die Rüstungsindustrie arbeitet, ist gegenwärtig der größte Teil der Klempner Berlins beschäftigt. Die Lohnverhältnisse, namentlich die Akkordpreise, weichen in den ver- schiedenen Betrieben so stark von einander ab, daß es die Klempner für notwendig halten, eine Gleichmäßigkeit der Lohnverhältnisse herbeizuführen in der Weise, daß die Löhne durchweg den heutigen Zeitverhältnissen entsprechen. Nachdem die Branchenleitung seit einigen Wochen die erforderlichen Vorarbeiten für eine derartige Bewegung geinacht hatte, legte sie der Branchenbersammlung am Donnerstag die Forderungen vor, welche an die Unternehmer ge- stellt werden sollen. Die von der Versammlung beschlossenen Forderungen sind in der Hauptsache die folgenden:- Bei Arbeiten in Zeitlohn ist ein Einstellungslohn von 1,75 M. zu zahlen, der nach 14 Tagen auf 2 M. pro Stunde sieigt. Wer bereits einen höheren Lohn hat, erhält einen Aufschlag von 10 Proz. auf seinen Stundenlohn. Im ersten Jahre nach beendeter Lehrzeit beträgt der Einstellungslohn 1,50 M. und steigt nach 14 Tagen auf 1,75 M. Bei allen Arbeiten, die in Lohn ausgeführt werden, ist der Stundenlohn nach dem in den letzten 14 Tagen erreichten Akkord- verdienst zu bemessen, jedoch darf er nicht weniger als 2,50 M. betragen.— Bei Akkordarbeit sind die Preise so festzu- setzen, daß mittlere Arbeiter 50 Prozent mehr als den Stundenlohn verdienen. � Akkordpreise, bei denen dieser Verdienst nicht erreicht wird, sind, dementsprechend zu er- höhen. Als Abschlagslohn bei Akkordarbeit sind 2,50 M. pro Stunde zu zahlen. Wird da? Arbeitsverhältnis vor Fertigstellung eines Akkords beendet, so ist der durchschnittliche Akkordverdienst der letzten drei Wochen zu zahlen. Für Ueberstunden ist ein Aufschlag von 25 Proz., für Nacht- und Sonntagsarbeit ein solcher von 50 Proz. zu zahlen.— Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden, Sonn- abends muß sie spätestens um 3 Uhr beendet sein.— Weitere Forde- rungen beziehen sich auf die Stellung der nötigen Werkzeuge, Hilfs- Werkzeuge und Modelle durch die Unternehiner, Ventilation. Wasch- Vorrichtungen und Lieferung von Waschmitteln. Ferner wird gefor- dert, daß die Unternehmer für Lieferung von Lebensmitteln, beson- ders Magermilch, Sorge zu tragen haben und daß zur Kontrolle über die Verteilung der Lebensmittel Vertreter der Arbeiter heran- zuziehen sind. Dw Verband der Gemeinde- und Slaatsarbeitcr f Filiale Groß- Berlin) hielt am Donnerstag eine allgemeine Mitgliederversamm- isiing ab. Zunächst referierte Genossin Marse I u cha c z über. „Die Frau im Wirtschaftsleben der Gegenwart und Zirwnft". Dem Vortrage folgte eine lebhafte Diskussion. Uebcr die Ten run g s- zulagen spracht dann der Vorsitzende Müntner. Die Erfolge der Bewegung auf Erhöhung der TjeupungsSnpl««W�fM.,dix, ineiiideardeiter feien. gan�ethe Wiche wie Äne-eUehemchtp ergedc. Danach betragen? die LvhnzGaAen zm. KebW von GreH-Berlipi allein in fasiMt i»>m 1. Jaiiggr bis. gisin AjMst. dieM Jahres nicht weniger als T 478 000 M. Äuf alle Beteiligten verteilt, mächt das pro Kopf 440,08 M. im Durchschnitt. Ein anderes Beispiel ergeben folgende Zahlen: Vor dem Kriege betrug der niedrigste Lohn eines Gasarbeiters im Jahr 1347 M. Jetzt hat der niedrigst entlohnte »üasarbeiter allein an T e n r n n g S z u l age n im Jahr 1432 M., fo daß der niedrigste Gasarbeiterlohn jetzt 2779 M. beträgt. Und in Neukölln, wo die Teurungszulagen noch am schlechtcsteu waren, beträgt im Monat die Tcurungsznlage selbst für ungelernte ledige Arbeiterinnen 58,50 M. und siir ungelernte verheiratete Arbeite- rinnen 03,70 3K.— Bei der immer weiter forbfchreitendcn Berten- rung der Lebensmittel müsse die Bewegung auf Erhöhung der Ten- rungszulagen natürlich auch weiter gehen. Zuletzt seien in Berlin in den Gaswerken die Teurungszulagen erhöht worden um 10 Pf. pro Stunde ab 1. Juli, und um weitere 5 Pf., die vom 1. Oktober ab zu zahlen sind. Den Arbeitern der Kanalisations- und Bauver- waltung wurde eine Erhöhung von 1 M. pro Tag neu zugestanden. In Neukölln wurden, die Teurungszulagen verdoppelt. In Ehar- lottenbuvg und schöne berg und auf dem Berliner Schlacht- und Viehhof, in den Markthallen usw. sind neue Bewegungen im Gange. Die Versammlung bestimmte eine Anzahl Mitglieder zu Kohlenrevisoren für die Nachprüfung der Kohlenbestände in den Kellern der Verbraucher._ Ein Unternehmerverband verbietet die Zahlung höherer Löhne. Vor dem Schlichtungsausschuß in Luckenwalde wurde einstimmig festgestellt, daß Wochenlöhne von 30 M., wie sie von dortigen Fabrikanten noch gezablt werden, den heutigen Verhältnissen nicht mehr entsprechen. Würde einwandfreies Material verarbeitet, so müßten die Arbeiter mit den gezahlten Lohnen das Doppelte und mehr verdienen können. Trotzdem könnten die Fabrikanten auch gegenwärtig noch höhere Löhne zahlen, wie die Verhandlung ergab, aber ihre Organisation— der Verband der Tuchfabri- karrten der Niederlausitz— duldet das nicht. Es ist doch wirklich beichämend für diesen Unternehmerverband, daß seine Mitglieder vor Gericht erklären müssen:„SS i r dürfen auf Anweisung unseres Verbandes keine höheren Löhne zahlen." Einer anderen Luckenwalder Firma wurde erst kürzlich von demselben Verband die Slillegung des Betriebes angedroht, weil sie mit ihren Löhnen über die Höchstgrenze des Ver- bandes hinausgegangen war. Deutsches Reich. Die Stosttrnpps der Gelben. Die„Wirischaftsfriedlidben" hielten dieser Tage in Frank- furt a. M..ihre 7. Jabresversanimlung ab.. Das Hauptreferat erstattete Schulte- Dortmund, der sicki mit aller Energie gegen die Aufhebung des tz 153 der Gewerbeordnung wandte. Käme es dazu, dann würden die Wutschastsfriedlichen im ganzen Lande Stoß- trupps ausbilden.„Dann proklamieren wir die Gewalt gegen die Gewalt." Der Redner berief sich auf die Thronrede vom 0/Septeinber 1808, in der denen Sckntz versprochen sei, die sich nicht an Streiks beteiligen wollten.'(Es handelt sich um die An- kündigung des ZuchthauSgesetzes.) Die ganzen Verhandlungen durchzog die 5llage, daß die Regie- rung die Kampfgewerkschaften bevorzuge. Entgegen dem Ver- sprechen der Regierung würden die Wirlichansfriedlichen überall beileite gedrückt und geschnitten. Beim Hilfsdienstgesey, im Kriegs- ernährnngsamt und bei der Kriegsinvaliden-Fürsorge habe man sie ganz übergangen oder ihnen nur untergeordnete Rollen übertragen, Jetzt wolle man gar den Streikgcwerrschaflen Arbeiterkammern ein- richten und durch die Tarifverträge die Koalitionsfreiheit in einen Koalitilioiiszwänq umformen. Die Gelben würden einfach zu Menschen zweiter Klasse gestempelt. Die Gelben kündigten an, daß sie aus ihrer politischen Zurück- Haltung heraustreten und sich an den Wahlen beteiligen würden. Bethmann Hollweg habe zugegeben, daß die einseitige Bevorzugung der„unsittlichen" Kampf- und Streikgewerkschasten eine Folge ihrer starken parlamentarischen Vertretung sei. Lcidenichaftlich protestierten die Gelben gegen alle freiheitlichen Fortschritte und kündigten der Demokratie, die bloß„die Herrschaft des großen Haufens" sei,' Kampf auf Leben und Tod au. Natürlich verwarfen sie auch den „Scheidemann-Frieden". Alle Hoffnungen setzen? d'e Gelben auf die Spaltung der Arbeiterbewegung. Für die Z,.: nach dem Kriege sei bestimmt eine Zersplitterung der freien Gewerkschaften zu erwarten. Diese Ausführungen zeigen deutlich, wessen Geschäfte diejenigen bc- sorgen, die auch in den Gewerkschaften den Bruderzwist zu ent- fachen versuchen._/ parteinachnchten. Die„Leipziger Volkszeitung" über die Erfolge der Sozial demokratic in Preußen und im Reich. Die„Leipziger Volkszeitung" vergleicht die schroffe MIeh- rnrng der Forderung nach dem allgemeinen und gleichen Landtags� Wahlrecht in Sachsetz mit den Zugeständnisseti in Preußen und be- merkt treffend: „Denn in dieser Zeit hat sich im Reich und im größten deut- schen Bundesstaat, iu Preußen, einiges abgespielt, was immerhin geschichtliche Bedeutung beanspruchen darf, fo wenig bisher auch die Ergebnisse dieser Entwicklung gesichert sind, noch überschätzt wer- den sollen. In diese vier Monate fällt der Erlaß des Königs von Preußen vom 11. Juli, worin das gleiche Wahlrecht für Preußen verheißen wurde. In dieses» 16 Wochen wurde der Schritt von der Osterbotschaft zum Julierlaß getan. Nach dem Betenntnis des sächsischen Ministers zur Ungleichheit des Wahl- rechts wurde in Preußen das Zugeständnis proklamiert, daß die Ungleichheit des Wahlrechts nicht mehr zu halten sei. Wir stehen diesem Slkte gewiß nicht kritiklos gegenüber. Wir wissen, daß der Weg zur Durchsetzung des gleichen Wahlrechts in Preußen damit noch lange nicht durchschritten, sondern eben erst in seinen An- sängen betreten ist. Aber die Bedeutung des Einge- ständnisfrs, daSderWahlrechtderlaß vom 11. Juli ist, ist deshalb doch unverkcnnb a r. Der Einfluß der demokratischen Welle, die als eine Frucht der bitteren Kriegöwir- kung dem deutschen Volke bleibt, ist an ihm deutlich zu erkennen. Es hat denn auch weit über Preußens Grenzen hinaus seinen Ein- druck gemacht." 1 Die„Leipziger Volkszei turrg" gibt endlich der Wahrheit die Ehre und gesteht, daß m Preußen etwas von Bedeutung er- reicht wurde— eine Anerkennung: die das Bewußtsein nicht aus- schließen»miß, daß die Ernte noch nicht geborgen ist. Wäre die „Leipziger Volkszeitung" nicht so heillos in bliredcm Doktri- narismils verbissen, so fände sie vielleicht auch den Mut zu sagen, daß der Erlaß des preußischen Königs ein Erfolg jener Partei ist, die die Reform des preußischen LaudtagSwahlrcchts am meisten in den Vordergrund gerückt hat: der deutschen Sozialdemokratie. Ucbcr Frieden und Freiheit. In verschfefreinen Städtchen des Odenwalds und der Bergstraße, in Michelstadt, Erbach, Bensheim, Auerbach, Bad König, fanden in den letzten Tagen öffentliche Versamirtlungen statt. Abgeordneter H« s e n z a h l referierte über: Frieden! Freiheit! Sämtliche Versammlungen waren überaus zahlreich bc- sucht. Der Redner ging mit dein wahnwitzigen, annexionslustigen Treihei» der Alldeutschen scharf ins Gericht und beleuäsicte die Friedcnsarbeit der-soDiakdeMvirafffchen Franktirmsmehrbeil. Auch die dringend.notlUHNdigen deMtratzzchen M sonnen in Reich. rnid -EiÜ�elsbääten. unchtm chösöHer mK BeteüchtyW der ytffischeü Ver- chätitnisse wurden von' den�'Redner behandelt. In allen VersairanUmgen wurde das Referat mit großen» Beifall aufgenommen. Ho Diskussionsredner austraten, sprachen sie im Sinne des Referenden. Der mit den Bersanimlnngem ver- bundene Zweck, unsere Parteiorganisation im Kreise zu stärken, wurde ebenfalls erreicht. Zwei Neugründungen von Pa*rteiorgam- sabicmen sowie Beitrittserklärungen zur Partei siird zu verzeichnen.__ Das Ergebnis der schweizerischen sozialdemokratischen Untersuchungskommission. Am 31. August und 1. September tagte in Aaraü der Partei- vorstand der schweizerischen sozialdemokratischen Partei zur Be- Handlung des Berichts der vielgliederigen Unt er suchu ngskom- mission über den Fall Grinrm-Hofftiiann. Die Kommission stellte nun solgerrde Tatsachen fest: Im Auftrag des Komitees zur Or- gauisieruny der Heinibeförderung russischer Emigranien und politischer Flüchtlinge reiste GriMin nach Rußland und erhielt eine Reiseentschädigung von 1000 Fr., dazu 500 Fr. von anderer Seite. Grimm behauptet auf das bestimmteste, daß er vor seiner Abreise keinerlei besondere Besprechung mit dem damaligen Chef des schweizerischen Politischen Departements, des Bunderats Hoff- mann, hatte. Kurz vor seiner Abreise erkundigte ex sich lediglich. ob er sich für dem Fall von Paßschwierigkeiten um die Unter- stützung des Politische»» Departemeitts bemühen dürfe. Schon am dritten Tage seines Petersburger Aufenthalts habe Grimm die bekannte Depesche an Bundesrat Hoffmann durch Vermittlung des schweizerischen Gesandten aufgegeben. Vor dem Parteivorstand bestritt Grimm auf das bestimmteste, daß er dabei irgendwie von deutscher Seite beeinflußt worden sei, und daß einzig und allein feine Erkenntnis und die Furcht, es könnte lrnrch eine Weiterdauer des' Krieges unter den gegebenen Verhältnissen das. russische Volk um' die Früchte der russischen Revolution gebracht werden, eine Veranlassung gewesen sei, seine Friedensbestrebungen durch die Depesche an Bundesrat Hoffmauu zu betätigen. Der. Bericht stellt fest, daß Grimm von seinem unternommenen Schritte nie- mand, auch nicht seinen politischen Parteifreunden, insbesondere auch nicht der Genossin Balabanow, die als Delegierte des gleichen Komitees in Petersburg weilte, Mitteilung geinacht hatte. Von der Stntwort des Hern» Bundesrats Hoffmann hatte Griinin sofort nach deren Eintreffen in der Gesaudtschast in Petersburg mündlich Kenntnis bekommen. Gleichzeitig scheii»t aber auch die Petersburger Regierung von dem T-cpescheiiwechsel unterrichtet worden zu sein, den»» gleichen Tages wurde noch Grimm von den' beiden sozialistischen Ministern Tseretelli und Skobelew offiziell im Namen der Regierung über die Bedeutung des De- peschenwechsels interpelliert. Grimm leugnete rundweg die Kenntnis von einem angeblichen Dcpcschcnwcchscl ab: er bestritt, daß auf seine Veranlassung und seinen Wunsch von der schweize- rischcn Gesandtschaft ein Telegramm an den Ehef des Politischen Departements abgegangen sei und stellte jegliche Kenntnis vom Eingang eines Ilutworttelegramms iu Abrede.. Grimm behauptete ferner, falls wirklich ein derartiger Depeschenwechsel bestehe, so könne es sich nur um ein plumpes Mairöver der deutschen Regierung handeln, gegen das er energisch protestiere. Da die Ver- treter der russischen. Regierung sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden geben zu können erklärten und eine viel präzisere und schärfere Erklärung gegen die deutsche Regierung verlangten, Grimm sich aber weigerte, iu anderer Fassung eine Erklärung abzugeben, wurde er von der Regierung ersucht, ehesten» das Land zu verlassen. Nach dieser Feststellung hat Grimm in der Telegrammffaa' geradezu u-n verantwortlich gegenüber dein Buridesrat Hosslnanii gehandelt und die deutsche Regierung in unerhörter Weise zu ver- ..dächtigen gesucht. Die sozialdeinokratische Untersuckiiugsko»»- mission stellte fest, daß auch nicht der leiseste Verdacht bestehe. daß Grimm irgendivie»nit der deutschen Regierung in Verbindung gestanden oder gar als deren Agent und Beauftragter Be- strebungen für einen deiutsch-rirssi schen Sonderfrieden betätigt habe. Eine solche Annahme wäre um so haltloser, als Grimm sei» Ausbruch de» Krieges mit denn ganzen Gewicht seiner Person- lichkeit einen uuuntcrbrochenein rücksichtslosen Kainpf gegen den deutschen Imperialismus geführt habe. Mit knapper Mehrheit sprach die Unltersuchungskomimfffio'n den Wunsch aus, eS möchte Grimm unverzüglich wieder seine amtlichen Funktionen und politischen Mandate übernchineii.. Als vertrauenswürdiger Politiker kann Eniiun nach feiner oben gekennzeichneten Haltung, wie die„Münchencr Post" bemerkt, in der Telsgrammaffäre nicht mehr geltem! Industrie und Gondel. Dic Deutsche Bank in Riga. Tie Deutsche Bank wird, sobald die Berhältnissc es gestatten, in Riga eine Geschäftsstelle errichten. Riga war auch rntter russischer Herrschaft mit seinen 400 000 Eiiiwohneri» den Traditionen treu geblieben, die seine Grülrder, lübischc Kaufleute, an den fernen Strai»d Kurlands verpflanzt hatten. Wenn es auch nicht direkt»im Meere lag— Dünamünde ist der eigentliche Hasen— und die Bereisung zwei Monate die Schiffahrt lahmlegte, so erhielt es sich als ein Haupthandelsplatz für kurländische Produkte, besorlders Flachs und Hans und für Holz, das die Düna hinuntergeflößt wurde. Der Getreidehandel loar mit dem Ausbau des russischen Eisenbahnnetzes»nehr und mehr nach Windau übersiedelt, das den Borteil dauernder Eis- ffeiheit besitzt. Auch in industrieller Beziehung stand Riga unter den russi- schen Städten an erster Stelle. Tie Verarbeitung des Holzes schuf eine ganze Sägemühlenindustrie. Dazu gesellten, sich Maschinen- fabriken und besonders die bekannte russische Gummiwarenfabrik Proivodink, die ün Jahre durchschnittlich 15 Millionen Paar Gummischuhe herstellte und einen großen Ruf genoß. Dieses Ilnternehlnen ist allerdings schon seit längerer Zeit nach Moskau übersiedelt. Auch die deutsche Industrie war in Riga durch Zweignieder- lassungen vertreten. So bestand, hier eine russische Gesellschaft der St. E. G. und die russische Gesellschaft Schuckert u. Eo Wie die Nanre» sagen, ist auch die russische Anilinfabrit Leovold Eassella u. Co. und die Ultrainarinfabrik Dr. C. Leverkus u. Söhne-derii- scheu Ursprungs. Außerdem hatte, die Westfälische Drahlindustrie A.--G. und die Maschineiibaiianstalt A.-G. vormals Gebr. Klein- in Riga Zweigniederlassungen. Die Slktie» der Rigaer Kommer dank, die vor den» Kriege auf 10 Millionen Rubel Kapital 8 Proz. Dividende verteilte, waren auch an der Berliner Börse zum Handel zugelassen._ Es wird glänzend wcitcrvcrdient! Die B i s m a r ck h ü t t c, die Stabeisen und Qualitätseisen produziert, kann ihre Dividende von 25 auf 30 Proz. erhöhen. Das gibt aber»»och lange kein Bild von den außerordentlichen Ver- dienste» der Gesellschaft, deren Geschäftsgang bis kurz vor de»»» Kriege durchaus nicht glänzend!oar. Die näheren Biloiizzahlen sind zioar nock» nicht veröffentlicht, aber das„Berliner Tageblatt" erfährt, daß sich der im Vorjahre mit 8,7 Millionen Mark ans- aIs-49 Mlltorwi» Mark gestiegen ist. Da die Gesellschaft überhaupt nur Millionen Mark Aktrenkapital hat, sc» könnte sie ihr«. gajfsS' Produktion einstellen, sich ausschließlich ans de»» Zinsengenuß ans ihrem Effekteubesitz und Guthaben perlassen und trotzdem eine nicht zu verachtende Dividende verteilen. Aus dem Berliner Wirtschaftsleben. Der Streit zwischen den Brauereien Ernst Engelhardt und der Berliner Bierbrauerei A.-G. vorm. Hilsebein ist gütlich beigelegt worden. Die Differenzen waren Ende des Vorjahres entstanden. als die Generalversammlung der Hilsebein-Sü-G. eine niedrigere Offerte, als sie Engelhardt eingereicht hatte, annahm und sich»nit der Brauerei Friedrichshain fusionierte. Soziales. Wettlauf? Der„Berliner Lokal-Anzeiger" fängt an, sich immer mehr als Veltretcr der Arbeitgeberinteressen zu fühlen. In Nr. 445 verbreitet er eine anscheinend inspirierte Auslassung, die„den Wettlaus um Arbeitskräste" zum Gegeiistande hat. Immer mehr seien die Kriegs- ämter und KriegSgeicllschaslen zu den privaten Arbeitgebern in einen übermächtigen Wettbewerb getreten und nähmen ihnen dic Angestellten fort. Der alle Arbeitgeber sei nicht immer in der Lage, die höheren Bezüge der neuen Stelle dem Angestellten zu gewähren und wenn er nun nicht den SIngestellten vorzeitig entlassen wolle, erlebe er oft wenig Freude an ihm. Der„Lokal-Anzeiger" wünscht, daß die eingangs erwähnlen Stellen erst dann Leute engagieren, wenn ihnen der Nachlveis der geschehenen Kündigung erbracht'werde. Es bandelt sich hier offenbar um einen Vorstoß zu einer weiteren Einengung der Freizügigkeit. Das Hilssdienstgesetz genügt den Herren Slrbeitgebern nicht, um die Angestelllen dauernd hallen zu können. Dabei ist es eine ganz offenkundige Tatsache, daß für kaum eine Berufsgruppe die Gehallsverhällnisse so minimal ge- stiegen sind, wie bei den Angestellren. Das lieg! nalürlich an ihren schlechten Organisationsverhäliniffen, aber nun gar noch eine größere Bindung derselben herbeiführen zu wollen, bieße ja ge- radezu Erbilleuing künstlich züchten. Es ist bei den Preisverbält- nissen im Wirtschaftsleben beute jedem Arbeitgeber möglich, seinen Angestellten auch auskömmliche Löhne zahlen zu lönnei». Damit wird er sie sich auch dauernd hallen. Slnsköiirmliche Löhne— dann bleibt der Angestellte gern, wo er ist. Es ist merkivürdig, daß kein Slrbeirgeber, der den Zeilverhättnissen Rechnung trägt, über den Fortgang seiner Leute zu klagen hat. Dem„Lokal-Anzeiger" scheint das Verständnis dafür ganz verloren gegangen zu sein, seitdem er so willig der Vertretung lediglich der Arbeitgeberintereffen seine Feder leiht._ Verurteilungen wegen Mietpreis.erhvhungcn. Das Schöffengericht in Tanzig hat mehrere Hausbesitzer»oegen unberechtigter Mietpreiserhöhung verurteilt. Selbst bei Neuver- mietungen darf dort eine Erhöhung des bisheriffen Mietpreises nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Äominandantur erfolgen. Freireligiöse»«enieinde. Sonntag, den 9. September, vorin. 9 Uhr, Pappelallcc 15/17, Neukölln, Jdcallasino. Weichselstraße 8, Obirschönewcidc. WUhelniinenbosilr. 43 bei Otto Pamp: Freireligiöse Vorlesung. Vormittags lO'h Uhr. Kleine Frimksurter Str. C: Vortrag von He.rn Emil Eichhorn: Der antireligiöse Geist in der modernen Literatur.— Sonntag, den 16. September: Jugendweihe im Berliner Stadthaus.— Gäste willkommen.:. VeranNvortlick für' Politik: Erich tluttinr. Verlin:' für den übrige» Tesl des Blattes: Aliud Scholz. Neukölln: tür Inserate: Tb. Glocke, Berlin. Track u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Bertagsanltall Paul Singer& Co.. Berlin SW. Hierzu 1 Beilage und Uutrrhaltuugsdlatt. Nr. 246 ♦ 34. Jahrgang Seilage öes vorwärts Sonnabenö, 6. September 1417 GroßVerlln Ter Gaswerkserwerb eine Grotz-Berliner Frage. Zur Entschuldiiiung der siädlefeindlichen Entscheidung in Sachen der Englischen Gaswerke wird versucht, Berlins Haltung in den Verhandlungen als von diesem Ergebnis nicht allzu abweichend dar- zustellen. Hiermit vergleiche man das nachstehende Schreiben, das der Magistrat am IS. Mai 1917 an den Reichskanzler, das Aus- wärtige Amt. den Minister des Innern und den Handelsminister gerichtet hat: „Wir unsererseits haben bei den Verhandlungen einen kommu- nal-politischen Standpunkt vertreten, welcher uns auch fernerhin durchaus zwingend erscheint. Wir mutzten und müssen auf daS lebhafteste dem widersprechen, datz Berlin und Niederbarnim ihre Anteile gesondert bekommen, Berlin-Schöneberg und Berlin- Wilmersdorf aber gezwungen werden, mit dem Kreise Teltow zusainmenzu- bleiben und damit unter dessen Botmätzigkeit zu geraten. Im Gegenteil sind wir der Meinung, datz die st ä d t i< schen Teile Grotz- Berlins, mögen sie nun Stadtgemeinde oder Landgemeinde sein, die Grundlage der Englischen Gaswerke benutzen sollen, um sich in dem Betriebe der Gaswerke wie der städtischen Werke überhaupt einander anzunähern und dadurch den Boden für ein wirtschaftlich einiges Groß- Berlin vor- zubereiten. Leider haben wir den Eindruck, datz an der- jenigen Stelle der Staatsverwaltung, welche diese städtische Entwicklung Grotz-Berlins nicht wünscht, auch bei dem vor- liegenden Anlatz ein abweichender Standpunkt vertreten und dahin gestrebt wird, die Oberherrschaft der ländlichen Kreise nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern zu verstärken. Demgegenüber dürfen wir darauf hinweisen, datz in dem jetzigen Angebote der oben bezeichneten Stadt- und Landgemeinde sich fast genau sieben Achtel der gegenwärtigen Verbraucher von engli« schein Gas zusammengefunden haben.<140,7 von 101,9 Millionen Kubikmeter.) Es würde u. E. dem Geiste, in dem die städtische Scll'sivciwaltnng künftig behandelt werden soll, auf daS deutlichste zuwiderlaufen, wenn man unter solchen Umständen den ländlichen Verwaltungen den Vorzug gäbe, sei es unmittelbar oder mittelbar." Der Magistrat meint, datz— so schreibt er unS— diese Sprache, die durch andere gleichartige Eingaben und durch unaufhörliche mündliche Vorstellungen verstärkt wurde, deutlich genug gewesen sein dürfte, um der Regierung jeden Zweifel über die Stellung Berlins zu nehmen und der schon damals beliebten Umdeutung den Boden zu entziehen. Berlin sei in dem ganzen ersten Stadium der mehr als langwierigen Verhandlungen redlich bemüht gewesen, auch den Wünschen der Kreise entgegenzukommen. In dem Augenblick aber, als erkennbar wurde, datz man auf diesem Wege die grotz- städllschen Nachbargemeinden unter die Botmätzigkeit des Kreises bringen wollte, habe die Berliner Verwaltung mit allem Nachdruck das grotz-berlinische und damit sein eigenes Interesse in den Vordergrund gestellt. Die jetzt getroffene Entscheidung der Re- gierung übertreffe aber in ihrer gänzlichen Vernichtung des Grotz- B e r li n e r Gedankens bei weitem alle Befürchtungen, die man in den Vorverhandlungen jemals gehegt habe. Gestern hat der Magistrat beschloffen, bei den Staats- und Rcichsbehörden den Antrag zu stellen, die neue Ausschreibung der Englischen Gaswerke vom 29. August d. I. aufzuheben und eine anderweite Ausschreibung zu veranlassen. Noch weitere Einschränkung des Straftenbahnbetriebes!? Damit Kohlen gespart werden, glaubt der ReichSkominffsar für Elellrtzitär und Gas auch gegen die Slratzenbahnen vorgehen zu sollen. Für Grotz-Berlin fordert er, datz eine Anzahl Stratzcnbahnlinien ganz eingezogen werden, und er dringt� bei den übrigen auf weitestgehende Ein- schränkung des Betriebes. Auf seine Veranlaffung ist unter Mitwirkung des Verkehrskontrolleurs des Zweckverbandes Grotz-Berlin geprüft worden, ob es möglich sei, den Stratzenbahn- betrieb noch zu verringern. Die Direktion der Grotzen Berliner Slratzepbahugesellschast hält angesichts des jetzigen Verkehrs eine irgendwie ekhcbliche weitere Betriebseinschränkung nicht niehr für möglich, und fürchtet, datz sich daraus in Grotz- Berlin„bedenkliche Verkehrszustände" entwickeln würden. Aus Verlangen hat sie die Linien oder Linienanteile bezeichnet, deren Verkehr zurzeit am schwächsten ist. Sie steht aber nach wie vor auf dem Standpunkt, datz.auch hier nach Lage des Verkehrsbedürsilisses eine Einschränkung nicht erträglich ist. Die bisherigen Einschränkungen des Stratzenbahnbetriebes haben uns Verkehrszustände gebracht, die schon lange mehr als.bedenklich" sind. Gegen Matzregeln, die zu einer weiteren Verschlimmerung der Verkehrsnot führen würden, werden alle davon be- drohten Grotz-Berliner Gemeinden sich wehren muffen. In Teinpelhof hat die Gemeindevertretung bereits Ein- spruch dagegen erhoben, datz Linie 44 von Berlin nur noch bis Krcuzbergslratze geführt und der Betrieb von Linie 96 auf einen Teil deS TageS beschränkt werden soll. Sie hat den Gemeinde- vorstand beauftragt, den Zwcckverband zur Gegenwehr aufzurufen. Die nächste Käsevcrteilnng. Die der Fettstelle Grotz-Berlin zur Verfügung gestellten Käse- mengen reichen nur ausnahmsweise aus, um gleichzeitig die gesamte Zivilbevölkerung zu versorgen. Von Verteilung an be- stimmte Bevolkerungsgruppen soll künstig abgesehen werden, da dies immer etwas mehr oder weniger Willkürliches hat. Daher wird— abgesehen von einer allgemeinen Verteilung, die voraussichtlich spätestens Anfang Oktober stattfinden soll,— in der nächsten Zeit der Käse q u ji r t i e r w c i s e, d. h. der Reihe nach rmmer in einigen Stadtbezirken verteilt werden. Die betreffenden Bezirke werden jedesmal in den Tages- zeitungen bekannt gemacht. Ans den Kops der Bevölke- rung entfallen bis aus weiteres 12S Gramm. Der Käse ist erhältlich in denjenigen im aufgerufenen Quartier gelegenen Geschäften, bei denen die Eintragung in die Butterkundenliste erfolgt ist, und zwar zunächst gegen Vorzeigung und Abstempelung der Speiiesettkarte. Es ist also matzgebend nicht die Wohnung im auf- gerufenen Quartier, sondern ob man in einem Geschäft des Quartiers eingetragen ist. Die Geschäfte sind in der betreffenden Woche durch ein besonderes Aushängeschild gekennzeichnet. Die erste quarlierwcise Verteilung in der Stadt Berlin findet vom 10. Sevtember bis zum 1ö. September er. in den Bezirken der Brolkommissionen Nr. 1—32 statt. Der Preis für 125 Gramm Streichkäse wird auf 6ö Ps. festgesetzt. Neue Erzeugerpreise für Herbstgemüse. In einer Verordnung vom ö. September hat die Reichssielle für Gemuie und Obst neue Erzeugerpreise für Herbstgemüse festgesetzt. Gegenüber den im April festgesetzten Preisen ist für Weitz-, Rot- und Wirsingkohl eine Preiserhöhung um 1 M. pro Zentner eingetreten, desgleichen bei Möhren. Bei Zwiebeln beträgt die Er- böhung 3 M. pro Zentner. Nur die Kohlrüben haben den alten Preis behalten. �«r Verarbeitung von Birnen und Pflaumen. Durch eine neue Bekanntmachung der Reichsstelle für Gemüse und Obst wird unter Aufhebung früher erlassener Bestimmungen wieder zugelassen, datz Obsterzeuger Birnen in den Grenzen ihres Hausbedarfes in sogenannten Krautpreffen zu Obstkraut für sich ver-< arbeiten lassen. Im.übrigen darf Obstkraut wie Dörrobst gewerbS- mätzig nur mit Genehmigung der KriegSgesellschast für Obstkouserven und Marmeladen hergestellt werden. Die gewerbsmätzige Herstellung von Pflaumenmus ist gänzlich verboten. Schutz der Heeresgüter gegen Diebstähle. In mehreren deuhichen Städten sind besondere militä- vifche Kommandos eingerichlel, um Heeresgüter gegen die m letzter Zeit des viteren verübten Diebstähle zu schützen. Eine Anzahl solcher Fälle ist schon aufgedeckt. Für derartige Verbrecher, die in der sicheren Heimat ihre im Kämpf liegenden Kameraden bestehlen, gibt es mir Recht keine Milde. Bekanntlich haben die Täter, da es sich fast durchweg um Transport- und Banden-Dieb- stahl handelt, bis zu zehn Jahren Zuchthaus zu erwarten. Die Beamten und Lehrer rühren sich. Gemeindebsamten- und Lehrervereine Berlins sind zu- sammengetreteu zur Gründung eines Arbeitsausschusses, der die einheitliche Vertretung der wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen der ihm angeschlossenen Vereine bezweckt. Er vertritt schon jetzt 20 Vereine mit einer Gesamtzahl von über 9000 Mit- gliedern._ Weihnachtsliebesgabe». Der Berliner Magistrat wird bei den Stadlverordneten die Bewilligung voir 225 000 M. zu Weih- nachtsliebesgaben j ü r unsere Truppen beantragen. Die Gaben sollen verteilt werden an die Berliner Gardetrupven, den Nationalen Frauendienfl, der wie in den Vorjahren die Ver- sendung von WeihnachtSpSckäjen durch die in Berlin unterstützten Angehörigen von Kriegsteilnehmern vornehmen wird, ferner an andere militärische Formationen fauch Marine und Flieger), deren Angehörige im wesentlichen aus Berliner Bürgern bestehen, und an die im Felde stehenden Berliner Beamten, Lehrer und Angestellte. Unfall durch weggeworfene Obstresie. Die Leichtfertigkeit mancher Leute, Obstreste achtlos auf die Slratze zu werfen, hat Donnerstag- abend in der L a u s i tz e r St»r atze einen schweren Unfall ver- ursacht. Ein junges Mädchen glitt auf dem Bürgerstelg über einen Obstrest aus und fiel so unglücklich in ein Kellerfenster, datz durch Glasscherben die Pulsader zerschnitten wurde. Die Verunglückte erhielt auf der Rettungswache.ani Görlitzer Bahnhof erste Hilfe. Ebensowenig wie der Bürgersteig ist übrigens der Fabrdamm eine passende Stelle, sich seiner Obstresie zu entledigen. Ein bejahrter Parteigenosse schreibt unS, datz fljm beinahe ein ähnlicher Unfall widerfahren wäre. Als er mir seinem Glaslasten unterm Arm— er ist Glasermeister— den Damm, überschritt, brachte auch ihn ein Obstrest in Gefahr, zu stürzen und sich zu verletzen. Sein Vor- schlag, Obstreste in der Tasche mir nach Hause zu nehmen, sollte eigentlich jedem etwas Selbstverständliches sein. Ein faschrr„Eisenbahnbeamteo" hat in Berlin-Nordost bei mehreren Geschäftsleuten ein Schwindelmanöver versucht, das ihm in der Friedrichsfelder Slratze bei einem Produkten- Händler gelang. Mit der Mütze eines Eisenbahnbeamten erschien er in de» Geschäften und erzählte, er wnlle Kartoffeln von der Bahn nach Hause schaffen, man möge ihm dazu einen Handwagen leihen. Der Produktenhändler ging vertrauensselig daraus ein— und wartet noch heute, datz der.Eisenbahnbeamte" den Wagen wieder- bringen soll. Berliner Ashlverein für Obdachlose. Im Monat August nächtigten im Männerasyl 2888 Personwi, wovon 489 badeten, im Fraueuasyl 1203 Personen, wovon 390 badeten. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer upd Frauen Mesenstr. 35/59. Eharlottcnbnrg. Instandsetzung deS Schuhwerks. Um den An- gehörigen der Kriegsteilnehmer die Neubrsohlung mit Holzsohlen und auch die Vornahme sämtlicher notwendiger Reparaturen zu ermöglichen, hat der Magistrat Charlot>)enburg mit der Firma Leiser, Tauentzienstr. 20, ein Abkommen Wer die Errichtung einer besonderen mechamsch-clektrischen Schuhmacherwerkstatt getroffen. Diese Reparaturwerkstatt übernimmt aber auch die Reparaturen an Schuhwerk für die übrige Zivilbevölkerung, und zwar zu den Preisen, die von der Gutachterkommission für Schuhwarenpreise in deren Richtsätzen zugrunde gelegt find. Wenn die Bevölkerung von dieser Einrichtung in ausreichender Weise Gebrauch macht, werden auch in anderen Stadtteilen CharlottenburgS Annahmestellen für Schuhreparaturen eingerichtet werden. Neukölln. Einheitsschule und Lehrerschaft. Die letzte Versamm- lung deS Lehrervereins gelangte nach einem Vortrag des Generalsekretärs Tews über die Einheitsschule zur Annahme folgender Eutschlietzung:„Der Neuköllner Lehrerverein brennt sich aufs neue zu der voin Deutschen LehrervAein vertreteneu Forderung der deutschen Einheitsschule.— Die EinheitSschulsordevung besagt, datz das gesamte Gebiet des öffentlichen Unterricht« vom Kinder- garten bis zur Hochschule mit allen seinen G�ederungen und Verzweigungen aus den verschiedensten Stufen des MterrichtSwesens in eine lebensvolle Verbindung aller Teile zu einem Ganzen gebracht werde.— Eine völlige Neuordnung deS gesamten Schul- Wesens nach diesen Grundsätzen ist nur durch Staatsgesetz bezw. durch staatliche Matznahmen durchzuführen.— Ein wesentlicher Teil der Einheitsschulsorderung kann schon im Rahmen der gegenwärtigen Schulgesetzgebung von den Gemeinden verwirklicht werben.— Für die Stadt Neukölln ergeben sich folgende zurzeit ausführbare Neugestaltungen: 1. Die Besetligung der Vorschulen bei den höheren Lehranstalten männlichen Geschlechts und der Unterklasien der höheren Mädchenschulen und der Mittel- schulen. 2. Die Errichtung höherer Lehranstalten, die von der O berstufe der Vollsichule sich abzweigen bezw. auf ihr sich aufbauen nnd ihre Schüler in verkürzten Lehrkursen zu dem entsprechenden Schulziel sAbschlutzprüfung, Reifeprüfung) führen. 3. Die Aushebung des Schulgeldes in den Oberklassen der Mittelschulen und eine erheb- liche Vermehrung der Freistellen in den höheren Lehranstalten.— Für ein glcichmätziges Vorgehen bei diesen Matznahmen wird eine Verständigung der Gemeinden von Grotz-Berlin, die die Berliner Stadtverwaltung angeregt hat, dringend empfohlen." Trotzdem sich die Berliner Gemeinden schon vor Monater mit der Ausgestaltung des Schulwesens beschäftigten, scheint man in Neu- kölln noch guie Ruhe zuhaben. Wenigstens ist bisher in derOeffent- lichkeil von irgendwelchen Reformen auf diesem Gebiete nichts be- kannt geworden. Hoffentlich wird, was lange dauert, auch gut. — Verzögerung im Fleischverkauf. Die verspätete Schlachtvieh- Belieferung durch die Viehhandelsverbände veranlatzt den Magistrat bekanntzugeben, datz die Fleischbezngsberechtigten. die in. der laufein- den Woche Fleisch nicht erhalten konnten, berechtigt sind, ihre Af>- schnitte noch am Montag, Dienstag und Mittwoch in der nächste»r Woche einzulösen. Die Verkaufszeilen sind aus dem Kundenaufrltzf der Fleischverkaufsstelleir zu ersehen. — Nährmittel an Stelle von Fleisch. Vom Montag, den 10. September, ab greirt das früher geübte Verfahren wieder Platz, nach welchem diejenigen Einwohuer, welche auf ihre Fleischkarten andere Lebensmiltel wie Grietz. Graupen oder Niideln beziehen wollen, dieselben gegen Vorlegung der Fleischkarte unmittelbar in folgenden Geschäften kaufen können: Richard Heinrich, Bergstr. 144, Hermannplatz 4, Hermann- stratze 59,60; Otto Wienecke, Bergstr. 16/17, Hohenzollernplatz 5. Es wird nur auf volle Neuköllner Fleischkarten Ware verabfolgt. Die Fleischkarten müssen beim Schlächter angemeldet sein. Bis auf weiteres werden abgegeben auf die Vollfleischkarte 250 Gramm und auf die Kinderfleischkarle 125 Gramm Ware. Ein Anspruch auf eine bestimmte Art von Nährmitteln besteht nicht. — Stadtverordneten- Ersatzwahlen finden für die 3. Wähler- abteilung<4. und 12. Wahlbezirk) anr Sonntag, den 23. d. Mls.. für die 2. Wählerabteilung<3. und 4. Wahlbezirk! am Dienstag, den 25., und für die 1. Wählerabteilung am Donnerstag, den 27. d. Mis., statt._ Schöneberg. Lebensmittel. Von heute bis Dienstag, den 11. September, findet eine Voranmeldung statt für ein Pfund Süd- fruchtmarinelade auf Abschnitt 62 der Nährmittelkarte und ein halbes Psund Erbsmehl auf Abschnitt 17 der Nährinittelkarte für Jugend- liche. Ausgegeben werden in der nächsten Woche 200 Gramm Suppen auf Abschnitt 61 der Nährniittellarte und ein Päckchen Puddingpulver auf Abschnitt 16 der NährmitteUarte für Jugendliche. Gegen Borweis der Schöiieberger Nährmittelkarte wird in etwa 150 Geschäften Kriegsmus verkauft. Die Ausgabe der neuen Nährmittel-, Zucker- und Milchkarteu, der Zusatzkarten für die Kinder bis zu 12 Jahren und der Bezugs- karten für Hafernährmittel für die Kinder im ersten und zweiten Lebensjahre und für alte Leute über 60 Jahre erfolgt in der Zeit vom 12. bis 14. September durch die Brotkommissioiien. Die Mittelstücke der alten Nährmittelkarte find sorgfältig aufzubewahren. Wilmersdorf. Keine neuen Kartoffelkundenlisten. Zur Vermei- dung von Mitzverständnisie» weist das Städtische Nachrichtenanit darauf hin, datz der Älnmeldeabschnitt der neuen Kartoffellarte sisr Wilmersdorf keine Gültigkeit hat. da die neue Kartoffeliundenliste dort bereits mit dem 3. September rn Kraft getreten ist. Die A"- Meldung zur Kundenliste für solche Einwohner, die verreist waren und daher ihre Eintragung bislang nicht bewirken konnten, hat durch Abgabe von so vielen Abschnitten �1 der Bezugskarte iüc Einzelperionen<4. Ausgabe, grün) zu erfolgen, wie Personen für die nachträgliche Eintragung in Betracht kommen. Cöpenick. DaS MietseinigungSamt wird nach dem Borbilde anderer grötzerer Vo.rortgemeinden erweitert und in seiger Befugnis auf die Lösung von Mietverträgen nach Anrufung der Vermieter und der Mieter ausgedehnt werden. Wcißensee. Die Gcmeindcstcuerliste für 1917 für alle die nach einem Einkommen von weniger als 900 M. veranlagten Personen liegt vom 7. d. Mts. ab 14 Tage lang im Zimmer 28—26 des Rathauses, Albertinenstr. 6, öffentlich aus. Es wäre Pflicht, datz alle, die im Vorjahre einen Verdienst gehabt haben, sich in der vor- geschriebenen Zeit überzeugen, ob er richtig angegeben ist, da eine Beranlagungsbenachrichtigung für alle unter 900 M. veranlagten Personen nicht stattfindet und spätere Einwendungen zwecklos sind. Einsprüche gegen die Veranlagung müffen während dieser Zeit. bei der Veranlagungslommission Niederbamim-Ost zu Berlin, Siebet» stratze 1/2, angebracht werden. Treptow. Lebensmittel. Die Gemeinde verteilt: 7 Pfund Kar- toffeln, 200 Gramm Kunsthonig auf Abschnitt 69 der Lebensmittel- bezugskarte, 250 Gramm Haferflocken auf Abschnitt 70 der Lebens- mittelbezugskarte, zwei Pakete Morgeutrunk auf Abschnitt 8 der Lebensmittelbczugskarte für Personen über 65 Jahre, drei Pakete Keks auf Abschnitt 13 der Lebensinittelbezugskarte für Jugendliche. NowawcS. Lebensmittel. Heute siudet auf Karten abschnitt 2 der Lebensmittelkarte(rot) der Verkauf von Seefischen in den Ver- kaussstellen der Gemeinde statt. Bei sämtlichen Fleischermeistern und Fleischverkäufern findet heute der Verkauf von Fleisch statt. Bis Mittwoch, den 12.. wird aus Abschnitt 2 der Eierkartc gi>, .Ei a 36 Pf. abgegeben. Die Geflügelbalter mit dem Buchstaben I>— N wollen sich in der KricgSwutschastsabteiluiig, Rathaus, Zimmer 6, zur Enipfangnahme der Bezugscheine melden. Auf das einzelne Huhn entfällt'/« Pfd. Futter. Oranienburg gegen Eden. Zwischen der allen Berlinern wohl- bekannten Obsibaulolonie Eden und deren Mutlerstadt Oranienburg ist es zu Zwistigkeiten gekomnien, die in der letzten Stadlverordneten- sitzung in Oranienburg lebhaft zum Ausdruck kamen. Es wird den Ansiedlern der Vorwurf gemacht, datz sie ihr Obst nicht abliefern, sondern hinten herum zu teueren Preisen noch autzerhalb. ins- besondere nach Berlin verkaufen. Stadtverordneter Meyer bemän- gelte, datz der Magistrat die Obstbaukolonie Eden bei der Zucker- Verteilung bevorzugt habe. Die Verteilung sei nach der Zahl der Obstbäunic erfolgt. Während in ganz Oranienburg nur 3000 Obst- bäume gezählt wurden, hätten die Edener Kolonisten J22 000 angegeben und danach Zucker zugewiesen erhalten, obwohl höchstens die Hälfte wirklich Obstbäume gewesen oder Obst gelragen hätte». Von anderen Stadtverordneten wurde darüber geklagt, datz die Edener Kolonisten die Oranienburger Bevölkerung beim Obstverkäüs vielfach zurücksetzen. Für die Oranienburger seien nur wenige Verkaufsstunden festgesetzt, während sich eine wahre Völkerwanderung von Berlinern ununterbrocken nach Eden ergietze und alle diese mit gefüllten Körben und Rucksäcken zurückkehrten. Das sei um so be- dauerlicher, als Oranienburg sein Obst aus Bamberg beziehen müsic. Stadtrat Gutzmer teilte mit, datz ein grotzer Teil des Edener Obstes zur Herstellung von Marmelade beschlagnahmt sei. � In der Versammlung wurden dann auch die sonstigen Verhältnisse in der Lebensmittelversorgung der Stadt bemängelt und darüber geklagt. datz die Lebensmittclkommission häufig vom Magistrat übergangen werde. D i e Mi t g li e d er dieser Kom'mission wollen ihr'Amt niederlegen, wenn der Magistrat in Zu- kunft eigenmächtig in i h r e n W i r ku n g S k r e i s ein- greift._ Groß-Serliner parteinachnchten. Zweiter Kreis. Die Ausgabe stelle des„Vorwärts", Berlin Westen, befindet sich nicht, mehr Steinmetzstr. 23, sondern Blumenthal st r. 8, Hof parterre, bei Stolpmann- Sozialdemakratischer Verein Berlin IV. Vom Vorstand des Vereins werden wir um Aufnahme nackstehcnder Zeilen ersucht: Mit der lügnerischen Behauptung, der bisherige Beilragskaisierer sei wegen Unredlichkeit seines Amtes enthoben, suchte ein Funktionär der Unabhängigen im Südosten Beiträge bei unseren Mitgliedern einzuziehen. Bei der Frau eines Genossen— der er autzerdem vor- redete, es würden jetzt wieder die früheren Beitragsmarken ver- wendet— hatte er damit leider auch Glück. Es sei bei dieser Gelegenheit daran erinnert, datz zu all den Mitteln, die der„unab- hängig" gewordene Wahlvercin anwendete, um der Mitgliedcrflucht entgegenzuwirken, auch ein Handzettel gehörte, mit dem er vor uns als vor einer Bande Schwindlern graulich machen wollte. Ohne Verläumdung ging es nun einmal niwt. Deshalb wurde den Mit- gliedern in dem Handzettel erzählt,„durch schwindelhafte Manöver" werde von unS versucht, Mitglieder„einzufangen und ihnen .unter täuschenden Vorspiegelungen die Mitgliedsbücher abzu- locken", weshalb ersucht wurde,„derartigen Betrugsversuchen energisch entgegenzutreten" und weiter„unter keiner Umständen das Mit- gliedsbuch herauszugeben." Jetzt zeigt sich, datz die alte Geschichte immer noch wahr ist: Es sucht niemand einen andern hinterm Busch, der nicht seihst dahinter steckte. Von allen den kleinen fruchtlos ge- bliqbenen Mitteln, mit denen die„Unabhängigen" zu verhülen suchiten, datz die Genossen den Weg zur alten Partei zurückfinden— oder' wie es im Handzettel so schön heitzt, sich„einfangen" lassen—, haben wir mit größtem Vergnügen stillschweigend Notiz genommen. In diesem Falle aber sei der Katze die Schelle umgehängt. Gerichtszeitung. Butter zum Schmiereu. Butter, die jetzt trotz oller Vorschriften und Gtrofen ein ker- vorragende« Tauichobjekr darstellt, spielte eine Rolle bei einer An- klage wegen Beleidigung und Bestechung gegen den Geschäftsführer Lorenz Bleyl vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte. Bleyl Halle als Geschäftsführer einer kleinen Brauerei in Sachsen sich an die siellvertretende Intendantur des III. A r in e e k o r p S, der die Bierversorgung dcS Feldheeres übertragen und die infolge- dessen für die Verteilung der HcereSgerste zur Herstellung des HeereSdiereS die zuständige Stelle ist, mit einem Schreiben ge« wandt, angesichts de» Existenzkampfes der Brauerei sie bei der Gerstenverleilung nicht zu übergehen. Gleichzeitig hatte er einen kleinen Zettel folgenden Inhalts beigejllgt:„Gestatte mir zu bemerken, das; ich ganz gern einige Stücke Butter schicken würde, wenn wir L bis 300 Zentner Gerste bekommen." Hierin erblickte der zuständige Dezernent der Intendantur eine Beleidigung und einen BcstcchungSversuch und erstattete deshalb Strafanzeige. Der Angeklagte bestrill ans das bestimmteste etwas Strafbares im Sinne gehabt zu haben. Gegen- über dem Antrag des AmtSanwallS auf drei Monate Gefängnis wieS Rechtsanwalt Dr. Alsberg darauf hin, daß der Angeklagte dem ganzen Briefe nach sicherlich nicht das Bewufftiein einer straibaren Handlung gehabt habe. Er lebe offensichtlich in einer begnadeten Gegend, in der Butter in so reichem Maxe zur Verfügung zu stehen scheine, das; man sie als Tauichobjelr für alle möglichen Kostbarkeiten verwerten könnte. So sei dem Angctlagten nicht recht bewutzl geworden, daß einer Militärbehörde gegenüber eine solche Art, um Zuteilung einer Ware zu bitten, nicht angebracht sei. Das Gericht erkannte nur auf eine Geldstrafe von 200 Mark. Der Schleichhandel. Acht Hausfrauen wurden gestern vor dem Schöffengericht Berlln-Mittc zur Verantwortung gezogen, weil sie mehrfach den Verlockungen, das vielbegehrte Schweinefleisch ohne Abgabe von Fleischkarten zu Preisen zu erhalten, die die Höchstpreise überstiegen, gefolgt waren. Sie hatten erfahren, dax ein Mechaniker Schmitz ein oder mehrere Schweine heimlich geschlachtet habe und Fleisch und Wurst abgebe, kauften wacker ein und gingen fröhlich und in dem Bewutzlscin heim, sich und die ihrigen gut versorgt und noch dazu die Fleischmarken gespart zu haben. Die Polizei kam dahinter. und Beschlagnahme dcS„gehamsterten" Fleisches und Anklage war die Folge. Die Angeklagten entschuldigten sich mit der Rot der Zeit, in welcher wohl jede HauStrau einer solchen Bersuchung. sich das ersehnte Schioeinefleisch ohne �Kartenabeabe zu verschaffen. erliegen würde. Rechtsanwalt Dr. SchwinSl wieS darauf bin. datz eS heute wohl kaum einen Menschen geben dürfte, der sich nicht schon gegen eine der unzähligen Verordnunchen vergangen hätte. Der Gerichtshof verhängte Geldstrafe»» von 20 bt« z u 100 Mark. Gegen den Mechaniker Sch., der im GerichtSsaal von Krämpfen befallen wurde, iilujzte das Verfahre» ausgesetzt iverden. Mus aller tvelt. Schwere Schlagwettcr-Explofio«. Bochum, 6. September. Zeche M a n S f e l d im benachbarten Langendre er hatte Mittwoch abend gegen 6 Uhr eine schwere Schlagwetler-Explosion. Das Unglück ereignete sich auf der S. Sohle im Felde des FlötzeS Hugo. Die RettungSarbeiten wurden sofort energisch in die Hand geno»nmen. Leider konnten aber die RettungSmanihschaften 13 Bergleute nur als Leichen zutage fördern. S Bergleute wurde» mit Verketznngen nach oben gebracht, teilweise sind die Verletzungen schwer. Glücklicherweise blieb die Explosion auf einige Arbeitspunkte beschränkt, so dast eine Massen- katostrophe veihütet wurde. Der Betrieb der Zeche ist daher nicht gestört, auch konnte die übrige Belegschaft ungehindert ausfahren. Teilnehmer gesucht k Im„Liegn. Tgbl." erschien folgende Anzeige:.Einzelne Perkon sucht zwe» Teilnehmer an einem Hering(Lebensmittelkarte SO).' Die merkwürdige Anzeige erklärt sich daraus, daß in Liegnitz zurzeit immer auf drei Personen ein Hering ausgegeben wird. Vriefkasten öer Redaktion. 5D.®rf). 10. Nein— F. P. ES kommt auf die Dauer des zur Beerdigung von Angehörigen gewälirtcn Urlaubs an. Drei bis vier Tage rechnen nicht hierzu.— 100®. Der vcrlobungsring mutz zurückgegtbeii werden.— O.®. 1Ä. Die Unterstützung lann mit Recht entzogen werden. Ochtvicbeu F. 1. Ja, Beim Gememdcvorstand eventuell beim?and» rat. 2- g 6'29 B. G.-B. gibt Ochnen das Recht, eine angemessene Zeil zum Aussuchen eines anderen Beichästiguirgsverhältnisses zu verlangen, obn« jeden Abzug.— I. F 47. sie erfahren alles ausführlich im Birchow- NrankenhauS eventuell Paul-tSerhardt-Stift. Aiiillerilratze.— H. F. KO. § 629 B. G-B. gibt Ihnen das Recht, eine angomesscne Zeit zum suchen eines anderen Dieiistverhältniges zu verlangen.— II. A. 211. 1. Stur nach ö'/.,jäbriger Dienstzeit als Unteroffizier, die Dienstzeit als tSc- meiner oder Gefreiter rechnet nicht hierzu. 2. bis 4. Nein— — F. F. 20. 1. und 2. Wenden Sie sich unter Darlegung der Perhält- niffe mit einem Antrage an den Kohlenverband Grog-ÄcrUn. Raihaus.— Langjähr. Abonnent A. H. 10. Als Soldat erbaltcn Sie keinen Be- zugschein auf eine» Anzug.— A. Z. Anskniist erhalten Sic beim Schnciderverband, Sebaitianitr. 31138.— iiücin. Wir können ilhnen leider in Ibrcr verwickelten Angelegenheit keinen Rat erteilen.— Gefrt. R. 89. Ihre Frau soll sich sofort an das MietSeinigungsamt wenden-— Gütcrgon 34. 2ungcnleiden. zeitig untauglich.— Tiedcnhofe». Der Reichslanzler hat auf eine'Anfrage des Genossen Hoch die'Antwort erteilt. datz die erchöbte Gctdabsindung von 2 M. nach den geltenden Bestimmungen allen Mannschaften znitcht— die aus dienstlichen oder Billigteitsgründcn an der gemeinsamen Truvvenküche nicht teilnehmen.— I. 4».(ihr Pater hat leinen Anspruch aus Auswandenlschädigung.— Frida 100. Die Rente wird eingesiellt.- I. Osten. Brie? erhalten. Besten Dank. — F. D. Wenn die Firma gegen Sie klagt, beantragen Sie unier Bc- rusung aus die Bundesratsverordnuna zum Schuhe der Kriegsteilnehmer Aussetzung des Ber'ahrens.— K. 7. Eine bestimmte Frist setzen und, falls ergebrnsios, Klage erheben.— F. A. 6. Fragen Sie doch Zbi-en Rcchlsanmali um Rat. Viele Köche verderben den Brei.— G. L. 1917. Eine Auseinanderletzung mit den Kindern aus erster Ehe mutz stattgefunden haben. Zurzeit können Sie nur die Mutter beerben, falls diese Bennygen binterlafsen bat.— F. Z. 31. 1. und 2. Nein. 3. Zä fraglich. 4. ZahlungSbesebl ist einfacher, er mutz bei dem Amtsgericht beantragt werde??, in dessen Bezirk der Schuldner ivoirnt.— I. C., Feldpost 165. Ihre Frau mutz beantragen, ihr die Steuer zu erlassen.—'A. Z. 96. Datz die Küchcnkommission allmonatlich neu gewählt werden soll, ist uns nicht bekannt. Nach dem Erlatz, welcher im Oklober 1916 herausgegeben wurde, ist die Küchenkommiiston zu lvählcn und soll mindestens wöchentlich einmal unter dem Vorsitz eines Osfiziers zusammenlrelen, um Fragen der Verpflegung zu besprechen.— Berlitz. Nach einer Verfügung des Kriegs» miniileriumS, die im.Armee-Verordnungsblatt" Nr. 34 vvm 11. Juli 19l7 verössenllicht worden ist.— A. 100. Antwort ist seinerzeit erfolgt. Wir wiederholen: LandeSversicherungsanslalt Berlin, Am Köllnischen Park 3. — B. Rr. 100. Kommen Sie??? die Sprechstunde.— F. 100. Der Vertrag bal Geltung bis Zt. März 1918.— Sl. B. 100. Ihre Frage ist unllar. Haben Sie bereits gekündigt? Kommen Sic in die Sprechstunde. «.»etterausstchten für das mittlere?tordde»ts<1?la»» dlS Sonntag mittag. Vorwiegend beiter und trocken, am Tage ziemlich warm, in der Rächt zum Sonnlag kühl. Iliroktiov: tzlsx Beinhardt. OeatacheB Tiieatcr. T1/, XJhr: Soldaten. Sonnt. 7: SommernaoMtlramn. Kammerspiclc. VI, Uhr: Faschlnj?. Sonntag 8: Gespenstersonate. VolkabUhnc. Theater am BQIowplatz. Untergrundb. Scliönh. Tor. 71/, Uhr: Ratten. Sonntag 7'/,: Lumpengesindel Lessing-Tbeater. vi, Uhr: Maiame Leps. Sonntag: Madame Uegros. Deutsclies Künstler- Theater. Anab�di ch ciub|el|te. Dir. C. Meinhard— R. Bernauer. Theater ä. Khniggratzerstr. 'Iß Uhr: Kfdgeleit. Komödienhaus 7«), II.: Die verlorene Tcohler. Berliner Theater 7t/,tJ.:Ole tolleKomteß. Der erfolgreiche Eröffnungs-Spielplan Dazu; 9 Uhr abends MWMl U Pantomime in 12 Bildern von Karl Vollmocller l\M i. Sditiun Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. grobe Zirkus-Yarietö-Siel- u. a. die rotierende Leiter, die schwed. Nachtigallen, 3 Turmkünstler 3, Dir. Schumanns Meisterdr. Nur noch kurze Zeit Hfllflli Parforce- Iiaiall Schnitzeljagd. Theater für Sonnabend, 8. September. Dentscho« Opernhans Uhr: Orpheus inderfliiterffelt Friedrich-Wilhcimst. Theater vv.uhr: Das Dreimüilerlhaus. Gebr. Hcrrnfcld-Th. Op oretten-G astspiel 7-/, Uhr: icreUen-ljastspiel r: Die ledige Ehefrao. Kleines Theater s uhr: im Bahnwürterbaos. Komische Oper 28 u.: Sehwarzwaldmüdel. Morg. 3'/,: Die Dose Sr Majestät. Metropol-Theater "'/jUhr: Die Czardasfürstiö. Kcsld<'nz-Thcater Die Warschauer Zitadelle Lustspielhaus ->i rn. Die blonden MSdels ' l. Hur: vom Limienhof. Morg. 3'/,: Herrsch. Diener ges. Neues Operettenhaus SohiSbd. 4a. lCasscnt.Nd. 281 7'/.uhr:DerSoldatdepMarie. Schiller-Theater O 71/, uhr: Vom andern Ofer. Schlller-Th. Churl. vi, �r: Der Revisor. Thalia-Theater uhr: Egon und seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz vi, vir-. Die Gulaschkanone. Theater des Westen» vv.ubr: Der verlieble Herzog mit Guido Thielscher Rose=Theater. vi, Uhr: Die Stunde des Bertrauens. Gartenb.: Seemannelledchen. Körllnsr frafsr-Thsafgr. Kastanie?iallee 7—9. Heute: Aha— famos! Gr. Ausstattungs.Opcrettenposse in 3 Akten mil Gesang u. Täi?z. Vorher d. gr. Variottzprogramm. Ansang i'l, Uhr. Heichshallen-Theater Stettiner Sänger. Anfang 71/, Uhr. Jed. Sonntag nachmittag 3 Uhr Vorstellung z. ermäßigten Preisen! rkett 75 Pf. SO Pf. Billetts schon heute! Dogen 1 M., Pj Eintritt Reederei .Kahnt& HertzeF�mgi. 2Ä2. Dampfcr-Extrafahrtcn ab WaiSCUbFUCk'v. Abfahrt* Uhr. j CD Ii Hin und zurück DuU In. Bis auf weitere« jeden Sonntag nach Sonntag 3'/, u. 8 Uhr. Eachm. 1 Kind frei sowie Gratis-Ponny-Reiten. Kabarett Tivoli --------- Bunte Vorträge--------- Spielplan vom 1.— 15. September: Otto Seelicke El«e Kronen— Ottomar-Dn.ett Terka Seumielhoff— Jnlin« Höge z ür Aeidsoldalen! Peutsch-Volnisch. IS Pf. Deulsch-FranzöfischlSps. Suchtzanylung vorwärts, vcrttn Grolles G�roh erster: dalln» llr-ycr Anfang wochent. 7'j,, Sonnt, nachm. 4'/, Uhr. Kottbuser Damm 95 Mori"/ipli'«553 NATIONAL- THEATER >/,8 Stürmischer Erfolg;: ,/,S ItäC ict rfip I iphp f Opor-'n 3 Akt. r. H. Döblin. ilciS 12)1 UM; LlCUC.... llnsik von Walter Bromme I.Bild: Baron Filegenleims Pleite. 2. Bild: Auf der Rennb. Karlshorst. 3. Bild Cerichlssaal in Kiekemal. Vorvk.v.10 U.nnunterbr. Karl Wessel, Egon Brosig, Saal, Grimm-Einödshofer, Mia Ells. Edith Poska. URANIA 4 Uhr(halbe Preise): Tirol einst und jetzt. 8 Uhr: Die Befreiung Ostgaliziens und der Bukowina. Walhalla-Theater. SÄ..,: ZlWIM. Gartenbühne: ivorstellung. Tirgi. VIT Sonnt. 31/, u.T'j, ErAffnungs-Programm etzer Winterspiolzeit Wilhelm Hartsteiu in dem Soldstenschwank: Fern.: Scnta Süneland Karl stlaxstadt, Asabclla and Rath Schwarzhopf, 4 Sylphiden, Emil Tlerkcl usw. Trianon-Theater a. Bhf Frledrichstr. Tel. Zt. 4927 Anf.'!,& Der Anf.»/.S reizende Adrian Sonntag nachm. 3'/, Uhr bei ermäßigten Proisen: iohannisfeuer von Sudermann: Voigt-Theater. /Badstr. SS. Badstr. SS. / Geschlossen vom 3.— 8. Seplbr. Sonntag, den 9. September, nachmittags 4 Uhr: Der Watxerkönig. Vorder: EritflassigeS Speztalttäten-Brogramm. 17. Sept. Beg. d. Wliiterlplelzest. Lasino-Theater LSiHrwger Stratzx 37. Täglich*1,8 Uhr: Wirklicher Humor! Gr. Erfolg! Die Schlagerposse Heiraten mutzte! Vorher der neue bunte Teil. Sonnt. 4 Ufstr: Gusle, die Parle, Admirals-Paiast. Die Xovltat- Abrakadabra Großes phantastisches Ballett auf dem Else. 7a|, U. Vorzügl. Küche. Seines fetlell 3 Böntc 5 M. Buch- I Handlung vorwärt» BezuDsqueiien-uerzeicnms BerUn-Morden Dpogena Farben EUdOftf B'ek,tr" IntMikalmihrtil "1 «A». B (ß Fleisch, u. Wuratw. ■Ontnnkmnnnn Pnntn Wleknt- . Str. in, Kolonlalweren Btrelltm Str. 67 1 1 Möbelmeoezlne ReiDick»idorfrit.»7 ■ Ti»ehl«nn«t»tar BezugsqusilsniierzeiGhnis Berlin-Oetan 0 Butter. Eier. Klee» .H. ttoniaSj Filialen fl mxx Mehlhendluna e=cB 5IPlet»bE&yn Phatogreph. Atelier«» ilBk.O.Z»iekke.Aiiijrs»-l �itr���Andre»arn., Itzrauenleiden, svcz. ron. Fälle. Ehrlich-Hath-K». ren, schmerzlose, lürzcste Be» Handlung ohne Berussstörung. BIulunterslichu?lg. Mütz. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis I und ö— 8. Sonnt. 11— 1. Deutscher llletallarbelter• Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Kollege, der Rcvolverdrcher 0(to Krause öep- Müllerstr, 134, am 5. tcmbcr gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 8. Sep- lcmber, nachmittags 3 Uhr. von der Leichenhalle des Gemeinde- FrledhoscS in Stadt Beelitz aus stall. Den Mitgliedern zur Nach- richl, datz unser Kollege, der Schlosser Karl Kleist Reinickendorf, Wachholder- stratze 44. am 4. Sepkember gcswrbcn ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 8. sep- tember. nachmittag« 3 Uhr, von der Leichenhalle dcS Weihenlecr Gemeindefried- dose« in der Faltcnbcrgcr Stratze aus stall. Biachral. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, datz unser Kollege, der Maschinen- arbeitcr Hennann Häuser am 22. August gestorben ist. Ehre ihrem Andenken: Tie Qrtsverwaltung. Deutscher transportarbeiterverband. BezirkSvcrwalt. Cörotz-Bcrlin Den Mitgliedern zur Nach- richl, datz unier Kollege, der Jndustricarbeltcr MM ilrbanovski am 5. d. MlS. im Alter von 55 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 8. Seplbr., nachmittags i'l, Uhr, von der Leichenhalle' des Sankt Sebastian- Kirchhofes in Reinickendorf, Humboldt- stratze K8, aus statt. Di« Bezirksverwallung Verband der Gemeinde, und Staatsarbeiter. Filiale Groß-Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen feräinanä Lenz von der Licht ettbcrgcr Stratzenreinigung. Ehre feinem Andenren! Beerdigung am Sonntag, den 9. September, nach mittags 3 Uhr, von der Halle GclncindesricdhoseS in Mar- zahn aus. Um rege Beteiligung bei der Bestattung dcS Kollegen ersucht 188/14 Die Grisverwaitung. Forel, Prof. A.. Die sexuelle Frage. Volksausgabe 2,89 M. Buchhandlung Vorwärts, Lin- denstratze 3, Deutscher Bauarbeiter. Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Osten II. Am 5. September starb unser Mitglied, der Maurer Gustav Xlitscher. Ehre seinem Andenken? Die Beerdigung findet am Montag, den 19. Sep. tember, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhoses in Friedrichsselde aus statt. 146/15 Ter Vorstand. Allen Freunden und Be- kannten die traurige Mil- teilung, datz ain Mittwoch, den 5. d. M., meine ljebe Frau, unsere gute, unver- getzliche Mutter Frau Bgsfg BöiZiös im Aller hon 39 Jahren gestorben ist. ö7A D. trauernd. Hinterbliebenen Kerl Geleier nebet Kindern, Berlin, Sicktngenstr. 7. DicBeerdigpng findet heule Sonnabend.??ach??iittags'1,4 Uhr.vom Krankenhaus Moä� Bit, Birkenstratze, nach dem St. Johannis. Friedhos in Plötzensee statt. Danksagung. Infolge der Fülle herzlicher Anteilnabme an dem schmerz- lichen Verlust meines mioergetz- lichcn lieben Gattin, unseres guten Vaters ist es uns nur aus diesem Wege möglich, allen Genossen, Freunden und Be- kannten unsere» allerwärmsten Dank abzustatten. fI08 Frau Ww. Klara Gloinert und Kinder ncbil Familien.__ (Igarrsn,[igareifeii, SaufaMe Eaeros F. Emst Bordi, Elsasserstr. et. 4 Alkohottr. BetrAnfcw'b Franz Abraliam tUak-Meeiina-u-Römertrank-Kcll. C.tt Barlalatr. Sa, Fernsp. Kgst. 13706 4 BeJe-Hnetelten~b Neukölln Anaengruberatr. 23, Erscheint 2 mal wöchentlich. tEUtral-Bail Diana-Bad ÄC-B�er. Passage- Bad Rekorm.Beil, Wiener Str. St. 4 BaAer- u. Konditoreien b .? ya QescHBfte w allen Stadtteilen Berlins «owie In KenWlln u. Treptow BerrOnde« 1B92._ r. Biesewetter, Sciirslkei««««. lt. C. Uder, Grünenreg 27. Otto Wolff, Treptow, KrOllet. 16 Zncliau, Gr.-Liclitert.,CltB»t»titg»> 4 Bendepen, Gummiw. ► R. Bänke, stralauer Str. 66. E. Krans, Koaminaiatsaiir- bi. A. E. Lange, Brunnenstr. IS« Butter, tler. KRae~ | BfizugsqueBien�VerzeichniSs| Untenstehende Geschärt« empfehlen sich b, Einkauf. Wilhelm Göfael 25 eigene Fülalep, Schröter,�. 43 PtrHautefttttlgn 45 Uhly&Wolfram AUgUSt HOltZ Gewhä't'e, 4 Bierbraoe/.ei.s Blerhd gndlg. ► Bpaumiaaizo emplletz.lt QuaiitatsDiere ersten Rang' 1 utJ Mönchanep Brauhaus Berlin und Oranienburg tpihw uiannmgep Bier! tfoidsbier, C. Breithanpt, Palifiadenstr.S? Tfl.KflL 20S,1,2082 4 /Propen und Farben'► WonUr-Drogcrie, BriU-BailcweriL [ EaaiBlabrtkan" Timner�EssIg Oberg» erhiltHoh! 4 Flalaoh- u. Wuratw. d _W. Beck Inh.i Harm. Gerbaoh Charlottenburg, Berlinerst. 68-C9 Fleisch- und Wurstwarenfabrik WIIIyG©rickA,Peteraburger§tr.Sl Otto Kongel, Alte Jaoobstr. 36. dHerren.u.Knabengard.» JTCn CSV« Badstr- 26, Eek« - prinzen-AUee. Letk« ASlnpeckl, 8tk«nL-lUst7 falilii!iÄ[o.ttÄ� 4 Kolonialwaren b Adam Sduni&i&düiemaaaAtr.ll» 4 Elsen, Siah!w.fWaffen.Werk2. b Carl Jung, btrorastr. 81. 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AlieeiO 4 Versicherunaen» „Deutschland" Berlin Arbelte rverslcherang— Schötzen- Sterbekazsenvcrsicherg. straße». 4 Spandau> S c heucrlciQIlJrdi»oii.3ä,hick.-,Writw. Nr.24ö— ,H17 Unterhaltungsblatt öes vorwärts Sonnabend, ö. September fin üer lwlänöisthen /la. Do. wo unsere siegreich vordringenden Truppe» wohl zuerst die livlöndische Aa erreiltil haben, mag sie ihnen wohl nicht besonder« charakter» oder reizvoll erschienen sein. Denn doS letzte Slück ihre« Unterlaufes— das ist die Tieflandstrecke der Aa. und da schiebt sie sich durch eine mit Scbönheit nicht eben besonders gesegnete Land- ichofl dem Meere zu, das sie bei Zarnikau erreicht. Und doch ist die Aa ein Liebliugsmotiv der livländischen Dichter, deren ganze Liebe sie bildet. Nur wenige Kilometer stromaufwärts, etwa von Kronenberg an — und alsbald hat iich das Bild der Aalandschafl völlig verändert, und der Feldgraue kann sich in der Heimat glauben, in einer jener mitteldeutschen Landschaften, wo die anmutigste Natur mit reichen geschichtlichen Erinnerungen, wo Berg und Wald und Fluß sich zu einem Ganzen von gröstter Harmonie und Lieblichkeit vereinen. Im Herzen Livlands elilströnit die Aa dem Allotste-See bei Lllt-Pebalg und umfließt in weitem Bogen das Plateau, das sich zu den südlivländischen Höhen gipfelt. Dann streckt sie sich West- wärtS. Herbes, ernstes, einsames Land ist eS, durch das sie in diesem Teile bis nach Wolmar hinfließt; Sumpfland und Moor- land, daS am nördlichen Ufer den großen Tirel bildet; südlich von ihren Ufern ist die Szenerie noch öder und flacher. Man muß den TKlern ihrer Nebenflüsse folgen, um zu Gütern und Siedlungen zu gelangen. Aber hat die Aa erst die kleine freundliche Landstadt Wolmar hinter sich gelassen, so verengt sich ihr Fluß- belt immer mehr und mehr, die Windungen werden größer, die Höhen schroffer, und das geschichtSreiche Wenden überrascht be- reits durch seine schöne Lage und seine an Reizen reiche Umgebung. Doch erst von Wenden flußabwärts beginnt der köstliche Teil des AalaufeS und der Aalandjchafr. DaS ist daS Tal bei Treyden, Kre- mon und Segewold, das nach der jetzt vor beinah einem Jahr- hundert aufgenommenen wenig geschmackvollen Mode wohl auch die ,. livlöndische Schweiz' genannt wird. Dicht an den Fluß drängen sich dicht belaubt die Uferwände heran, die von herrlichem Laubwalde gekrönt sind und, vielfach zerfurcht, malerische Schluchten bilden. Ueber 6 Kilometer weil begleiten sie so den Fluß. Auf dem linken Ufer liegen Treyden und Kremon, auf der andern Seite Segewold. In Segewold erheben sich die verwetterten Ruinen des alten OrdensichlosseS, an die sich liebkosend frischer Baum- und PflanzeiiwiichS schmiegt. Das Schloß hat mannig- faltige Schicksal« in Kriegs- und Friedenszeiten erlebt; von der Vorburg aus genießt man einen wundervollen Blick über dichte Wipfel uralter Laubbäume auf die Windungen der Aa und die am jenseiligen Ufer sich ei hebenden Bergtrümmer von Treyden. Ein unruhiger Geselle ist sie hier, die Aa. Sie windet sich, bohrt und ivühll, schwemmt hier Land fort und setzt dort wieder neues an. Von der unermüdlichen Arbeil der Raturgeivallen zeugt dann wieder in anderer Weise die Gntmannshöhle, die man über die Aa setzend erreicht. DaS ist eine malerisch aus dem Wiesennrunde sich erhebende rote Sandsteinhöhle von beträchtlichen Abmessungen, auS deren engem Hinlergrunde ein Ouell aus seinem Becken sein murmelndes Wasser über die Wiese der Aa zusendet. Und da sind ivir in Treyden. dessen trotziger, stattlicher Burg- lurm sich zwischen freundlichen hohen Häusern gar fremdartig er« hebt. Seit 330 Jahren ist Treyden nur»och ein friedliches Gut; vorher aber war es eine starke Festung, um die oft gekämpft worden ist. Dem deutschen Besucher sind die Burgreste besonders inter- efiant, weil sie nach dem Urteile von Kennern eine auffällige Aehn» lichkeil in der Anlage mit der Wartburg bekunden. Die dritte ge- fchichtlichc Stätte dieser Gegend ist die Burgruine Kremon. von der freilich nur noch einige malerische Grundmauern vorhanden sind. Aber welche Ausblicke bieten sich nicht wieder von hier über Wald und Berg und Wasser des AatalS und dann hinein in die lieblich romantischen Nebentälchen deS Flusse« mit ihren Schluchten und Wäldern. Wenn man diese Landschaften durchwandert, dann ver- sieht man eS wohl, warum die Livländer mit solcher Liebe an dieser.Herzader" ihrer Heimat hängen, und warum die livländischen Dichter nicht müde werden, die Schönheiten und die Erinnerungen der Aa zu besingen. veutfihlanös geistige kost in neutralem Urteil. Da daS von England organisierte Lngensyslem auch da« geistige Leben Deutschlands bei den übrigen Alliierte» und bei den Reut palen nach Möglichkeit als minderwertig darzustellen sucht, erscheint ein neutrales Unternehmen, das die billige geistige Kost in Deutschland, Frankreich und England vergleicht, besonders interessant und wert- voll. Ein niederländischer Lehrer, I. B. Gerhard, hat die Zeit- schriften und billigen Buchreihen in Europa durchgearbeitet und da« Ergebnis dieser eigenartigen Forschung in einer Broschüre nieder- gelegt. Er gelangte auf diese Weise zu ebenso zuverlässigen wie umfangreichen Listen über da» betreffende Schrifttum in den einzelnen Ländern, und das bearbeitete Material wurde in Amsterdam in einer Ausstellung vereint. Ueber da» Er- gebnis von Gerhards Zusammenstellung der billigen Buchreihen in Deutschland, Frankreich und England sind der bei Eugen Diederich in Jena erscheinenden.Tat" die wichtigsten Einzelheiten zu ent- nehmen. ES werden zwei große Unterschiede festgestellt: 1. Die große Anzahl Serien von 10 bis 20 Pf. für die Nummer in Deutsch- land, während für diesen Preis für England und Frankreich so gut wie nicbts erscheint. 2. Die große Anzahl von Buchreihen für Naturwissenschaft. Kunst und Kultur in Deutschland, wogegen e« davon in England und besonders in Frankreich sehr wenig gibt. „Besonders sei aufmerksam gemacht," so heißt e« in dem hollän« dischcn Urteil,„auf die bedeutende Verbreitung von schönen Büchern über Kunst in Deutschland(j. B. Meisterbilder, Künstlermappen de« DürerbundeS usw.), die ich in Frankreich und England vergeben« gesucht habe. Ebenso sind die Serien über Ethik und Kultur in England selten, in Frankreich fast nicht da." Um den ungeheuren Unterschied zwischen der billigen geistigen Kost Deutschlands, Englands und Frankreichs deutlich werden zu lassen, dienen am besten einige Zahlenangaben über die Buchserien. Die deutschen Serien zählen zusammen rund 23 ö00 Nummern, die englischen nur 9100 Nummern, die französischen endlich nur 3700. Dabei sei noch betont, daß die 23 500 deutschen Nummern keineswegs ebenso viele Werke bezeichnen. Die 5800 Nummern, von Reclam« Universal-Bibliothek sind z. B. 3800 Werke, die Anzahl der Werke in den deutschen Buchreihen wird daher ungefähr 19 000 bi« 20 090 betragen. In Frankreich und England sind alle Nummern auch bei- nahe alle Werke." Auch hinsichtlich der wertvollen Zeilschriften steht in dem holländischen Urteil Deutschland unbedingt an der Spitze. Kunstzeilschriften, wie die Münchener„Lese",„Licht und Schatten' usw. seien überhaupt nur in Deutschland möglich. Der gleiche Unterschied gelte auch für den Theaterspielplan. Allerlei vom Gas. Nie ist so viel vom Leuchtgas die Rede gewesen wie in diesen Tage», wo sich da» Einschränken seines Verbrauche« als notwendig zum Durchhalten herausgestellt hat— nie seit den Tagen, wo da« Ga« zuerst zu uns kam. Eigentlich ist das Leuchtgas eine deutsche Erfindung: dennoch— das ist seine erste Merkwürdigkeit— mußte e» vom Auslände zu un? kommen, um anerkannt zu werden. Zuerst hieß es nach französischem Vorbilde Gaz. und zwar nicht daS Gaz, sonder» der Gaz. MontgolfierS erste Luftballonfahrten waren eS gewesen, die viel vom Gaz hatten reden machen. DaS Wort stieß sogleich auf Widerspruch: der bekannte Wörterbuch- Verfasser I. C. Adelung sttäuble sich heftig gegen daS.barbarische Wort", da« Helmont erfunden hatte, und hofft«,„daß unsere Natur- kundigen ein schicklicheres Wort ausfindig machten, welches rncht so sehr das Gepräge der Alchimie an sich Halle. Die Sache, das Gas zur Beleuchtung in> technischen Sinne, stieß auf Wider- spruch in dem Lande, Ivo eS zuerst angewandt wurde: in England. Eigentlich wußte man in vielen Ländern seit Jahrhunderten, daß die Kohle ein brennbare« Gas enthält: in Kohlengruben konnte sich diese Beobachtung der Entdeckung gar nicht entziehen. Ein Deutscher, der in England iebende Chemiker Becher, hat das Gas au« Kohlengruben zum ersten Mal, freilich auf sehr rohe Weise, in den Dienst der Beleuchtung gestellt. DaS philosophische Licht", wie man diese BeleuchtungSart nannte, war im 18. Jahrhundert auch in Deutsch- land schon gezeigt worden: 1736 beleuchtete Professor Eickel in Würzburg sein Laboratorium mit Gas, daS er aus Knochen ac- wann.; etwa gleichzeittg hatte der Physiker Mincklcr in Löiven eine Schrift über Gasbeleuchtung erscheinen lassen.; Ein Jahrzehnt später füllte der Engländer Murdoch auS Steinkohlen getvounene« Gas in Tierblascn und verwandte sie nacht« als Laternen; 1792 gelang es ihm, sein Haus mit Gas zu beleuchten. Ein Deutscher war es, der die Angelegenheit wesentlich förderte: der braunschwcigische Hofrat Winzer reiste»ach England, ließ sich dort Winsor nennen und gründete eine Nklieugciellschafl für Gas» beleucblung. Viele Leute hielten ihn für einen Schwindler, trotz« dem brachte er da« nötige Geld zusammen, 1810 erhielt er ei» Patent, und damit war sein Erfolg gesichert. Nicht alle Engländer waren von der ueuen BeleuchtungSart begeistert; der große Physiker Davy war ihr entschiedener Gegner, und Waller Scott suchte die ..lächerliche Neuerung" durch eine scbarfc Satire in Verruf zu bringen. Die Gegner de« Leuchtgases können triftige Gründe gegen die neue BeleuchtungSart anführen; wo man GaS brannte, tvurde die Luft fürchterlich verpestet; Winzer und Elegg wußte» diesen Uebelstand allerdings schließlich zu deseiligen. Wenig später als in England sah man die erste GaS- beleuchlung in Deutschland; der Frcibergcr Forscher LanipadiuS be- leuchtete schon 1812 fern Hau« mit Leuchtgas. Allein es blieb bei diesem ersten Bcrsuche, erst 1826 gab cL in Deutschland die erste öffentliche Beleuchtung, und zwar in Hannover. Rasch folgten Berlin, Frankfurt und Dresden, allein trotz der Erfolge de» GaS- lichls fanden sich noch allenlhalben Gegner: in einer deuticheii Zei- lung erschien ein scharfer Angriff gegen die Gasbeleuchlung, der sieben Gründe dagegen anführte: theologische, juristische, medizinische, moralische, polizeiliche, staatswirtichaftliche und schließlich einen volkstümlichen. Dieser letzte behauptete, der Eindruck festlicher Illuminationen, die das Nationalgesühl wecken und heben sollten, ivürde durch die.Ouasi-Jlluminationen" der allabendlichen GaS- beleuchtung abgeschwächt.- die Sterblichkeit von Männern und Zrauen. Ueber diese Frage hat der Holländer Kroon eingehende Unter« suchungen angestellt, über deren Ergebnisse in, neuesten Heft der .Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichtet wird. Danach'st im allgemeine» die Sterblichkeit bei den Männern höher als bei de» Frauen; das Verhältnis macht jedoch in den verichicdencii Lebensaltern erhebliche Wandlungen durch. Im ersten Lebensjahre ist die Sterblichkeit der Knaben fast um eia Fünftel höher als die der Mädchen. Dieser große linterschied vermindert sich aber in de» nächsten Lebensjahren. Bei den zehnjährigen Kindern ist sogar die Sterblichkeit der Mädchen bereit« größer alS die der Knaben, und unter den Bierzehn- bis Fünfzehnjährigen stelben ein Fünftel mehr Mädchen als. Knaben. In den folgenden Jahren kehrt sich da« Verhältnis wieder um. die Knabcnsterblichkeit nimmt zu und übertrifft schon vom 17. oder 18. Lebensjahre von neuem die der Mädchen, zunächst im steigenden, dann wieder in abnehmende», Maße. Zwischen dem 25. und 27. Lebens- jabre ist, unter dem Einfluß der Heirat, die Sterblichkeit des iveib- lichen Geschlechts größer, zwischen dem 32. und 3t. Jahre sogar um ein Fünftel. Bei den Unverheirateten ist da« VerhällniS wesciillich ander?: aus 100 Frauen zwischen 20 und 2t Jahren sterben Itl Männer. Die höhere Sierbezahl der Männer sintt bis zum hohen Alter allmählich herab. Bei den Verheirateten weisen dagegen die Männer, die zunächst eine viel niedrigere Sterbezahl habe», vom 40. Jahre an eine steigende Zahl auf und übertreffen bald die der Frauen. Nach dem 60. Jahre sinkt die Sterbczahl der Männer wieder herab, bleibt aber bis zum Greissnallcr die höhere. Läßt man die sür die Frauen einflußreichen Ehejahre außer Betracht, so ergibt sich im allgemeinen für die Verheirateten eine günstig«« SlerdlichkeilSziffer als für die Unverheiraielcn. Ver Revolutions-Palast. Wiederum, so schreiben die.Nachrichten de« Arbeiter- und Soldatenrat«", wird der Taurische Palast sür neue Zwecke her- gerichtet, nachdem er unter den Stürmen der Revolution viel ge- siticn bat. Hier, in denselben Gemächern, wo einst die prunlvollcn Gastmähler der großen Katharina zu Ehren ibreS Günstling« Poiemkin abgehall«» wurden, spielten sich die denkwürdigen Februar- tage der russischen Umwälzung ab, hier drängten sich Arbeiter und Soldaleii zusanunen, die die rote Fabne der Befreiung voranlrngcn und der Verkündigung einer Vorläufigen Regierung des rcvo- lutioiiären Rußlands lauschten. Die hochausstrcvenden Säule» des Kaihariueu-SaaleS waren Zeugen des blendenden LuxuS von Hof- bällen, de? sprudelnden politiichc» Leben« der ersten nnd zweiten ReickSdunia, der Knndgebunge» von Sablec und Stolypin und schließlich de« bedeutsame» Ereignisses der russischen Selbstbefreiung. Seitdem die erste Abteilung des Revolutionshecres»ach dem Taurischen Palast schritt und KerenSli und Ticheidsce sich ihr dort anschlössen, wurde der Taurische Palast gleichsam zu», Geueralstab der russischen Revolution..Aber srcitich", so fährt da« russische Blatt iort..nicht nur Freude zog während der siliis Monate in den Taurischen Palast ein. sondcni auch der Irrsinn der Jlllttagc, al« die Wiege der Üjevolution de» Granat- schüssen von Männern preisgegeben war, die sie zu ihrcu trcnestcn Söhnen gezählt hatte... Jetzt ist der Geueralstab der russischen Revolution verödet. Der Taurische Palast muß wieder.eur. vor- uehuicres Aussehen und cinc» tvürdtgcu Anjlrich gcwiimrn. ES scheint, daß olles Leben von ihm gewichen sei. denn in seiner Röhe sind keine Versammliingen von Arbeitern und Soldaten mehr zu sehen. Aber i» seinem Innern vollzieht sich cilie unermüdlich an- gcspannle Arbeit. Die Wiege der russischen Revolution macht die Vorbereitungen zum Empfange der Konsliluierendcit VcrsanNttliing, die in einigen Monaten hier tagen wird.. L. Notizen. — AI» Ccntralthcätcr wird da« frühere Hcrrnfcld- theatrr wieder eröffnet tvcrdcn, und zwar zunächst mit einem Gast- spiel des Monopoltheatcr«. — Für die Einfchriftigkeit tritt«ine Werbeschrift des Dcntscheil Altschriftbunde« ein. Die Vorzüge der latcinifchcn fAntiaua,-Allschrift) iverden durch zahlreiche Gegenüberstellungen verdeutlicht. Insbesondere wird ein größerer Artikel von Fricdr. Soeniicctcn über Schriftlcsbarkcit aus der»Deutschen optischen Wochenschrift" wiedergegeben, der mit voller Sachkenntnis zugunsten der Antiqua entichcidet. 49] /lnöers hjarmsteö. Von Jakob K n u d fe n. „Ich finde eS sonderbar," sagte Anders,„daß Sie so de- mutig sind und sich selber so herabsetzen und dann dennoch von mir sagen, es wäre verkehrt, alles, was ich täte. Ich mein doch auch Gottes Willen aliSzurichten." „Ach. lieber Anders, Sie und ich, wir haben beide den Dehler, daß wir nicht richtig vor uns hinsehn— uns nicht vorwärts fühlen können, wir gehen zuviel blind drauflos,— aber Sie gehn zugleich in falscher Richtung.— Es ist so. wie ich vorhin sagte: Sie sind ein Fanatiker,— oder was jagt doch Madam Faurholt von ihnen: eS wäre zuviel Trotz und Ungestüm in Ihnen.— Ich bin doch nur ein armseliger Mensch." „Ja. armselige Ansichten haben Sic," sagte Anders. „Nein— he— die sind gewiß gut, hä. hä. hä—" Als die Gäste spät am Abend den Pfarrhof verließen, sagte Anders zu dem Pfarrer:„Wollen Sie also nichts wegen des Kirchcndachs tun? Dann nehme ich die Sache in die Hand." „Ich will mit Faurholt darüber reden. Aber deshalb klagen iverde ich nicht. Entlvcder kommt gar nichts dabei heraus oder auch viel Böses. Und wenn>vir ein ivcnig warteten, so Iveiß man nie, ob nicht Faurholt doch"-- Anders erwiderte nichts, sondern sagte Gutnacht. *» Als Anders ani folgenden Pormittag hinterm Pfluge ging, erschien es ihm auf einmal ganz einfältig, zum Propst zu fahren, was er eigentlich am Nachmittage zu tun entschlossen war. Natürlich ivürde dabei nichts herauskommen!— Sein Vater blieb dennoch dabei. Er hatte tvahrscheiiilich die Vor- stellung, daß, tvenn man nur mehr und mehr Anklagestoff gegen Kren Faurholt zusammenbringe, er dann schließlich fa llen müsse.— Anders hatte übrigens auch ein sehr starkes Gefühl dafür, daß sich etwas zusammenziehe; aber es>var nicht eben � ein juridisches Siegen. Dagegen ivurde ihm, an dem Nach- i mittag, während er die Landstraße-entlang zum Probste fuhr, I so sonderbar festlich zumute, indem er daran dachte, einmal dieses ganze Gewebe rechtlicher Lüge und gesetzlicher Nieder- tracht durchbrechen zu sollen. Obwohl er einen ganz ebenen Weg fuhr, schien eS ihm mehrmals, als nähere er sich dem Kjeldhügel.— und er verspürte ein ähnliches Befreitscin. wie er es dort erlebt hatte,— dieses Gefühl, nur Gottes blatten Himmel über sich zu haben.— Als er vom Propste hinausging, mußte er sich geradezu zwingen, um nicht laut zu lachen. Das/ was er erlebt hatte, war ihm so neu; er kannte diese Behandlungsweise gar nicht, die er da erfahren hatte.— Sie hatte doch Nun nicht die geringste Aehnlichkeit mit der Behandlung aus dem Hardcskontor oder im Dienste deS Königs.— Er hatte in einem Lehnstuhl, so weich wie ein Deckbett, gesessen, und die ganze Zeit über war es gewesen, wie wenn der Probst ihm über den Kopf ein ungeheures Deckbett legen wollte— von salbungsvoller Hvch?hrwürdigkeit»nd großväterlichem Wohlivollen, von oberobrigkeitlicher Vorsicht und allcsübcr- schattendem In-Erwägung-Ziehn— alles genau so unbestimmt und unfaßbar wie eiir großes, weiches Deckbett.— Als er auf dem Wagen saß, lachte er frei und atmete tief.— Aber im Fahren hatte er wieder daS Gefühl, als nähere er sich dem Kjeld- Hügel.— Er konnte sich auch nicht enthalten, sich zu belustigen, wenn er an die geheininiSvollc, wortkarge Art dachte, wie fein Vater diese neue Entäuschung sicherlich aufnehmen werde. Der alte Per Hjarmsted pflegte immer auszusehen, als ge- ivahre er hinter allen den Schivierigkeiten der letzten Zeit den endlichen Sieg.-- Dieses Mal schien er freilich einen Augenblick die Fassung zu verlieren:„Was soll aber zuletzt daraus Iverden!" sagte er. Bald darauf aber ivar er� wieder im Besitz seines gewohnten Altelcuts-Selbstbcwußtseins. *« Am 20. Januar erschien Anders auf dem Thinghof, tvcil die Aufschubsfrist an dem Tage verstrichen ivar.— Es überraschte ihn sehr, sehr tvenig, als der Adjunkt Fischer, der auch diesmal voni Hardesvogt substituiert worden war, ihm im Gerichtslokal mitteilte, daß Faurholt durch seinen Anwalt einen Aufschub von wiederum drei Monaten! verlangt und erhalten habe, aus demselben Grunde Ivic früher. „Sie versprachen mir und meinem Bater am 30. Oktober. daß, tveiin dieser Aufschub hier verstrichen ivärc, eS in der Sache sofort zum Spruch kommen würde. Wie kann es da sein, daß Sic Faurholt jetzt wieder einen Aufschub von drei Monaten gctvährcn?" „Es geschieht auS dem angegebenen Grunde," erwiderte der Adjunkt, ohne eine Miene zu verziehen.„Herr Proprietär Faurholt sucht noch mehr Zeugen in der Sache herbcizü- schaffen." „In den fünf Monaten, die verstrichen sind," sagte Anders im selben ruhigen Ton ivie vorher,„hat er sich nicht bei einem einzigen von den Männern verhört, die Zeuge in der Sache sein könnten." Der Adjunkt zuckte mit den Schultern und lächelte:„Sic können ja bei der vorgesetzten Behörde Beschwerde einlege», beim Amtmann, wenn Sic Lust habeii." Er wandte sich gleichzeitig von Anders fort und begann ein Gespräch mit dem zweiten Adjunkten. Anders blieb an der Schranke stehen. Adjunkt Fischer ging Ivieder auf seinen Platz hin. Er machte eine Bewegung mit der Hand, iiidcm sein Blick Anders streifte;„Ja, ich habe Ihnen nichts mehr zu sagen." „Nein,— aber ich glaube eben, daß ich Jhncii etwa» zu sagen habe. Sie denken tvvhl, tvenu der Amtmann nichts erfährt, sind Sie geborgen. Aber zuletzt wird das da nun doch übel für Sie auslaufen." „Drohen Sic „Ich sage Ihnen bloß, wie es wahrscheinlich kommen wird. Es wird einen Tag geben, wo Sic keinen aiideru Wunsch hegen werdeii, als daß Sic nie mit dieser Geschichte hier etwas zu tun gehabt hätten." Anders bemerkte, daß Adjunkt Fischer, ein paarmal blinzelte, während diese Worte zu ihm gesagt wurden, als käme seinem Gesicht etwas zu nahe;— dann sah Anders nicht mehr nach ihm. Er drehte sich gleich um, verließ das Gerichtslokal und stieg auf seinen Wagen. (Forts, folgt.) MWl BouottieMtdflDO. Zweiffvrrcin iöcrlin, Achtung! Wedding u. Gesundbrunnen! Die Mitliliedervcrsnmiiilnlig am Sonntag, den i). Sep- tcmber d. I., auimitlags 10 Uhr, kann äußerer Umstände wcß-n nicht im Uolbergcr Änlon lagen. Dieselbe findet vielmehr zur selben Zeil im Lolal Wiesenstrafte 1 statt. Tie Bezirksleitung. Arbeitslose Maurer(Mitglieder) wolle» sich von it bis IS lllir im Burea» melde».' 116/16 Ter ZwcigvereinSvorstand. mit u. ohne Platte, mit echtem Friedenskautschuk. Goldkronen. Brückeii. Plomboti. Umarbeitung schlechtsltzcnder Gebisse."HWI Reparaturen sofort. ZaSuiKiehem in örtlicher Betäubung. Billige Preise, auch Teilzahlung. Teleph. Amt Nord. lOidb. D.A. Loser ru'�ch�: RoseBttialerstr. 69 Tonifio'�7 Bezugsquellen-uerzeichnls Berlln-SQden Flelaob-u. Wuratwap. B 'aol Müller, Friesensir. 22.8 I Me'hlhdlo.,lloioii"»a"lw." � JJßb.Plelscli.GneisenanstJ?! ■z Uhran« Goldwaren xm BS. FensketKottbas.Damm96M Streng rqail, anerkannt bill-H Neukölln I C. Dittmann Berlinerstr. 41 QwUd- Geflügel- Fleche. ! i Bezugsquellen-uerzeichnls _ BapHn-Weaten-_ ■B Gelsganheltaklufo aa BBolFlefao8rfllt-Moali.110.fl •acac Chariottenburg zza BÖttoGaEge™ÄsfeB it Mourawes' Fi. 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Hosl., Warschauerstr. 39/40. ________(23t* Feinplölterin, Rollwäschplätterin sucht Plättcrei, Ger- vinusstraße 14, Bahnhof Char- lottenburg.___ 354b* Glasblüserinnen, Pumperinnen, Stengelansctzerinncn sucht Jsolierslaschensabrik Karl Wol- schek, Berlin N. 20, Kolonie- straße Jh_________ OK* Anlegerinnen und Arbeiterinnen verlangt Buchdruckerci Berolina, Blumenstr. 88, t65 Mädchenkleider-Handarbeiterin Stepperin, elektrisch, Stechcrt, Brunnenstraße 24._ 382b* Botenfrau verlangt Heßberg. Kaulsdors, Ferdinandstr, 17.* Botensrau stellt ein„Bot- wärts"-Spedition Tempelhos, Neckermann, Kaiser-Wilhelm- straße 74, Ecke Werderstr.__ I* Botensrauen verlangt sofort Ausgabestelle Greisenhagener- straße 22.�___• Zcitungsaustiägerinueu werden sofort eingestellt„Bor- märts-Spedition, Markus- straße 36.* Zeitungsfrau verlangt„Byr- wärls"- Spedition Neukölln, Siegfriedstraße 28/23.* ZeitungsauSträgerin verlaugt Bernsee, Steglitz, Mommseu- str. 59.* Zeitungsbotin verlangt„Bor- wärts"-Ausgabestelle Berlin- Niederschöneweide, Brücken- straße 10 n l., Unruh.• Botensrauen werden eingestellt„Vorwärts", Charlotten- bürg, Sesenheimerstr. 1.* Zeitungsträgerin sofort ver- langt Spedition Lichtenberg, Wartenbergstraße l.�aden.* Zeitungsausträgerin verlangt „Bor>oärts"-Speditton Schöne- berg, Mciningerstraße 0.* ZeitungsauSträgerin sofort gesucht. P. Gursch, Reinicken- dorf-Ost, Kamekestraße 12 H. Botensrau, Tour Tegel und Reinickeichorf-West, stelli ein Kienost,' Börssgwalde, Räusid- straße 10,„Borwärts"-Spedi- tiön'.* Botenfrauen verlangt„Bor- Wärts"-Speditton Baerwald- straße 42, Laden. Bon 11— Li und 4L— 7 Uhr._• ZeitungsauSträgerinnen können sich melden.„Vorwärts"- AnsgabestelleLausitzerplatzl4/15. Frau zum Zeitungsaustragen verlangt Klein, Grünau, Frie- drichstratze 10.___• Botenfrauen verlangt„Vor- Wärts"-Avedition, Wattstr. 3, Laden. Bon 11— Li und iVi bis 7 Uhr.____* Botensrau stellt ein Werk- niann, Friedrichshagen, Cöpe- nickerstraße_18._* ZeitnngSaustrSgerin sofort einzustellen. Vorwärtsspedition Moabit, Wilhelmshavenerstraßc 48. von 11— Lö und 4%— 7 Uhr.• Frauen zum Zeitunasaus- tragen sucht„Vorwärts"-Aus- gabestelle Alt-Boxhagen 56, Laden.* Anzahl� Schmiede ans Heeresarbeiten s.Husschmiede u. andere), 237L* �ckil'l'meistel' sür einlache Arbeiten verlangt. Alex. Herman G. m. b. H., Berlin N. 20, Pankstr. 29 und Berlin-Tempelhof, Kaiser-Wilhelm-Straße 10(11, MW SlMMtt auf Nakuumgefäsie werden sofort verlangt. 183L Ä. 11. Ahrendt& Co., Berlin NW 87, ' Alt-Monbit 73, 3. Hof. Soltler niiD IMnct aus Milttöreffekten stellt sosort ein Berliner Maschinen- Treibriemen-Fabrik Adolph viehrvai-t«& Co Filialfabrik Fürstenwalde-Ketschendarf an der Spree.[1872* Wir suchen zum[osarligen Antritt einen ans I�aFiniasckmen ersahrenen 80/17 zur Jnstandhallung unseres Betriebes. Angenehme selb- ständige Slellung. Kriegs- beschädigter nicht ausgeschlossen. Bereinigte Sack- und Jute- warenfabriken G. m. b. H., Berlin HG 55, Greisswalder Straße 80. Tüchtige Maurer{. für niifcprfinrfi zn fnfnrt rtcmHFif MMfMmrrpTt tm>iov sür außerhalb zu sosort gesucht. Meldungen im Bureau der Heid& Francke Aktiengesellschaft, 355B*) Berlin SO 16, Jim Köllnischen Park I. . Töchtige fifniiitpiiiontfiirc verlangt. Möl,gg8öll8ebafl 8ebättös 8. 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