Ar. S49. 54. Jahrg. Bezugspreis: PlrtdiS�tL&90!KI.. monalL 1,80 W, wöchenllich 30 Vfg. frd In« Hau«, dorauZzahlbar. Einzelne Wochentag«» Nummern 6 Pfz, mit------------- Well -onntagsnummer mit illultricrter Beilage.Die Neue 10 Big, Postbezug: Monatlich ILO Ml, Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich»Ungarn 2,30 Ml., für das übrige Ausland 4 Ml, monatlich, Postbestellungen nehmen an Dänemarl, Holland, Luxemburg. Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisliste. Erscheint»äglich. Telegramm. Adresse: »Sozialdemokrat Berlin-. Vevlmev Volltsblctkk. Zentralorgan der rozialdemokratifchen parte! 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Ministerpräsident Kerenski hat folgende Proklamation erlassen: „Am 8. September kam das Dumamitglied L w o w nach Petersburg und forderte mich im Namen des Generals Kor- u i l o w auf, die gesamte Zivil- und Militär- gemalt dem Generalissimus zu übergebe», der nach seinem Gutdünken eine neue Regierung bilden werde. Die Richtigkeit dieser Aufforderung Lwows wurde mir dann dnrch General Kornilow selbst in einer Mitteilung durch den direkten Telegravhendraht zwischen Petersburg und dem Generalstab bestätigt. Da ich diese an die Vorläufige Regierung zu Händen meiner Person gerichtete Aufforderung als Versuch gewisser Bevölkerungskreise betrachte, die schwierige Lage des Landes zu benutzen, um dort einen Zustand her» zustellen, der den Eroberungen der Revolution widerspricht, hielt es die Vorläufige Regierung für notwendig für das Wohl des Vaterlandes und die Freiheit des republikanischen Regieruugssystcms mich damit zu betrauen, dringende und unabweisliche Maßnahmen zu ergreifen, um alle Anschläge gegen die höchste Gewalt und gegen die von der Revolution eroberten Bürgerrechte an der Wnrzel abzuschneiden. Daher ergreife ich für die Aufrecht- rrhaliung der Freiheit und der öffentlichen Ordnung im Lande alle Maßnahmen, die ich der Bevölkerung zu gelegener Zeit ankündigen werde. i•• Gleichzeitig befehle ich, erstens: General Kornilow hat sein Amt dem General Klembowsky,dem Oberbefehlshaber der den Zugang nach Petersburg sperrenden Armeen der Nord- front zu übergeben. General Älembowsky soll vor- läufig die Befugnisse als Generalissimus übernehmen, jedoch in Pskow bleiben. Zweitens: ich verhänge den Kriegs- zustand über Stadt und Bezirk Petersburg. Ich fordere alle Bürger auf, zur Aufrechtcrhaltung der not- wendigen Ordnung für das Heil des Vaterlandes mitzuwirken, und die Armee und Flotte fordere ich auf, ruhig und getreu ihre Pflicht zur Verteidigung des Vaterlandes gegen den äußeren Feind zu erfüllen. Ein Vorstoß öer Gegenrevolution Von-A. Grigorjanz. ihrem stürmischen Lauf weist die russische Revolution wiederum den Abschluß einer Etappe auf und die Prokla- mations Kerenskis vom 9. September stellt das äußere Kenn- zeichen dieses Ereignisses dar. Das Dumamitglied N. L w o w(nicht zu verwechseln niit dem Fürsten G. Lwow, dem ersten Ministerpräsidenten der Provisorischen Regierung, ebensowenig mit dem Abgeordneten W. Lwow, dem Oberprokurator des Heiligen Synods, eben- falls Mitglied der Provisorischen Regierung in ihrer ersten und zweiten Gestaltung) überbrachte Kerenski die Auffordc- rung des Generals Kornilow, ihm die gesamte Staatsgewalt zu übertragen. Das bedeutet mit anderen Worten, daß General Kornilow sür sich die Diktaturgewalt beansprucht, um eine neue Regierung nach seiner Wahl einzusetzen und auf die Entwicklung der Revolution entscheidenden Einfluß zu gc- Winnen. Es fällt vor allem auf, daß ein Tumamitglted als Heber- bringer der Aufforderung Kornilows auftritt, und zwar ein Anhänger der Partei, der auch der Dumapräsidcnt Rodsjanko angehört, der Partei der Semstwo-Oktobristen(gemäßigt- liberal). Man geht nicht fehl, wenn man dieses Auftreten des Großgrundbesitzers Lwow, der vor kurzem zum P r ä s i- dcnten des neugegründcten allrussischen Grund- besitzer-Vcrbandes gewählt wurde, in Verbindung bringt mit der' Stellungnahnie der Duma gegenüber der Revolution in ihrer neuesten Entwicklung. Die Opposition der Duma gegen die durch den Arbeiter- und Soldatenrat in Gemeinschaft mit dem Bauern-Dclegiertenrat verkörperte revolutionäre Gewalt trat immer schärfer zutage. In den »privaten Zusammenkünften" der Abgeordneten wurde immer schärfer die Abhängigkeit der Regierung von den genannten Körperschaften der revolutionären Demokratie gegeißelt, und von allen Sprechern der bürgerlichen Parteien(die sozialdemokratische Dumafraktion sowie die Arbeitsgruppe— die Trudowiki— halten sich diesen Besprechungen fern) wurde die Forderung auf- gestellt, die Regierung habe sich von diesen Organen unab» hängig zu machen. Man niußte sich wundern, mit welcher Erbitterung hier von den Revolutionären gesprochen wurde, und es war klar, daß diese Kreise alles aufbieten würden, um den Ereignissen die Richtung nach ihrem Wunsch zu geben. Die inzwischen in Moskau abgehaltene Staatskonferenz hat die Konzentration dieser gegen die Revolution arbeitenden Elemente zweifellos gefördert und ihnen geholfen, Ueberein- stimmung ihrer Wünsche und Hoffnungen herzustellen. Der Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte ganz Ruß- lands, der im Juni in der Hauptstadt tagte, sah diese Eni» Wicklung voraus, und er verlangte von der provisorischen Regierung die formelle Auflösung der Duma. Dieselbe Forderung wurde wiederholt auch vom Zentralkomitee der Arbeiter- und Soldatenrätc ganz Rußlands, dem aus 230 Mit- gliedern bestehenden Exckutivorgan des ebengenannten Kon- gresses, aufgestellt. Indessen die Regierung zögerte. Sie wagte es nicht, das Parlament zu sprengen, deffen Vor- handensein in so hervorragender Weise zum Gelingen der Revolution beigetragen, dessen Ja-Wort die Autorität der Revolution bei den Massen der Armee und der Bauernschaft gerettet hatte. Aber gerade dadurch stieg das Selbstbewußt- sein und die Angriffskraft der führenden Persönlichkeiten der Duma. Es war für jedermann klar, daß auf diese Weise die Duma zum Mittelpunkt der bürgerlichen Gegenrevolution heranwächst. Daß dagegen nichts unternommen werden konnte, oder wenigstens nichts unternommen worden ist, trotz der überragenden Stellung der Organisationen der revolutio- närcn Demokratie, zeigt, mit welch gewaltigen Gegen- Wirkungen diese zu rechnen hatten, und unter diese Gegen- Wirkungen gehört mit erster Stelle— der. Krieg. ! Die Ereignisse aii der, Front waren der letzte �Tpopfen, der den Kelch zum Ueberlaufen brachte. Kornilow, der aus der österreichischen Gefangenschaft über Rumänien im vorigen Jahre entronnene Führer des in den Karpathen während des Mai»Rückzuges in Galizien dezimierten Armee- korps, war zum ersten revolutionären Oberkommandierenden von Petersburg ernannt. Er gehört zu denjenigen russischen Generälen, die in den ersten Monaten der Revolution ob ihres „Revolutionarismus" so stark gefeiert wurden. Später nahm er seinen Abschied, als eines der Petersburger Regimenter ihm Gehorsam verweigerte, indem es auf Beschluß seines ge- wählten Negimentsausschusses einem Jnspcktionsappell fern» blieb. Er kam an die Front, wurde Armeebefehlshaber, und es war ihm beschieden, an der Spitze der galizischen Offensive vom Juli dieses Jahres zu stehen. Wenn mithin Kornilow nunmehr mlt der Forderung auf- tritt, die ganze Zivil» und Militärgcwalt in seinen Händen vereinigen zu wollen, so unterliegt es beinahe keinem Zweifel, daß hinter dieser Forderung die Duma selbst steht. Eben» sowenig kann bezweifelt werden, daß Kerenski und die der- zeitige Regierung unter dem Druck der revolutionären De» mokratie, verkörpert in den Arbeiter-, Soldaten- und Bauern- Delcgiertenräten, die Forderung Kornilows ab» gelehnt und ihn abgesetzt hat. Die Proklamation Kv- renskis sagt in ihren weiteren Ausführungen, daß dringende Maßnahmen ergriffen werden sollen, um alle An- schlüge gegen die Eroberungen der Revolution zu unterdrücken. Wir werden sehen,,' welche Maßnahmen hiermit gemeint sind. Voraussehen können>vir sie nicht, denn solange der Krieg dauert und mit ihm der Zustand der wirtschaftlichen Anarchie weiter wirkt, bestehen all die Faktoren in ihrer ganzen Kraft fort, die die gegcnrevolutionäre Bewegung möglich niachen und sie erstarken lassen. Das»�schwarze tzunüert� an üer Arbeit. Bern, 19. September.„Temps" meldet aus Petersburg: Die militärische Niederlage verursacht tu der Hauptstadt eine immer tiefergehende Beunruhr- g u n g, die zweifelhafte Elemente auszunützen versuchen. In Moskau beriefen die Kadettcnpartei und die Sozial- Revolutionäre in der Stadtduma Versammlungen, um dring- liche Maßnahmen gegen den extremistischen F e l d z u g zu treffen, der zu Gewalttätigkeiten gegen die Juden aufreizt und eine ernsthafte Gefährdung der öffentlichen, Ordnung darstellt. In Petersburg gelang es Agitatoren anfangs Pogrome herbeizuführen, ein � israelitischer Kaufmann, � der auf Urlaub von der Front zu Hause war, wurde getötet und mehrere jüdische Geschäfte wurden geplündert. Es zeigt sich immer mehr, daß die Anhänger des zaristischen Regiments sehr geschickt der ultrarevolutionären Losungsworte sich zu bedienen verstehen. Die unzufriedenen Massen suchen sie zu Ge- waltlätigkeiten gegen die Revolutionäre hinzureißen, indem sie die arnisemitische Saite ausziehen,«ie hoffen dadurch, noch mehr Ver- whrung hineinzutragen, bis es ihnen gelingt, der Revolution Her» zu werde». Cnögültige VemWon Ribots. Von den Sozialisten gestürzt! Der Versuch Ribots, sein Ministerium zu galvanisieren. einige Ministerpöstchen hin und her z uschieben und. sonst alles beim alten zu lassen, ist kläglich gescheitert. M a Iv y zieht das ganze Ministerium nach sich.„Havas" meldet: Ministerpräsident R i b o t hatte die für die Neubildung des Kabinetts in Aussicht genommenen Politiker am Sonntagnachmittag versammelt, als Vertreter der parlamentarischen Sozialisten- g r u p p e eintrafen, um zu erklären, daß sie glaubten, die Ver- antwortung ihrer Gruppe für die Kabinettsbildung nicht auf sich nehmen zu können. Minister Thomas teilte Ribot mit, daß es ihm unmöglich fei» ihm die Unterstützung zu gewähren, die er ihm leisten zu können geglaubt hatte. Trotzdem war Ribot entschlossen, das Kabinett zu bilden, aber vor der im Laufe des Abends zur endgültigen Bildung des Kabinetts abgehaltenen Versammlung erklärte der Kriegsminister P a i n l r v e, daß er es für unmöglich halte, auf die Mitwirkung der Sozialistcngruppe zu verzichten. Angesichts dieser Erklärung legte ßtibot in Ueberein- stimmung mit allen Teilnehmern an der Versammlung den ihm erteilten Auftrag in die Hände Poincares zurück. In den Gängm der Kammer gaben die sozialistischen Deputierten für ihren Entschluß, sich an der Kabinettsbildung nicht zu beteiligen, folgende Gründe an: Als Ribot seine Absicht ankündigte, das Kabinett umzugestalten, glaubte die Gruppe der geeinigten Sozialisten,, daß es sich darum hapdle. das Kabinett auf v o l I st ä u d i g neuen Grundlagen um- zubilden. Unter dieser Bedingung willigte die Gruppe ein, der neuen Regierung ihre Mitarbeit auch weiterhin zu gc- währen. Nach den verschiedenen Mißgeschicken ab.er, die die Bildung des Kabinetts'erfuhr, gaben �sich die Sozialisten davon Rechenschaft, daß nur eine beschränkte Anzahl von Ministerien neu besetzt werden würdet während� die Mehrzähl der früheren Minister ihre Aemter behalten- würden. Unter dieser Bedingung änderte die Gruppe ihre Absicht und de- schloß auf eine Teilnahme am Ministerium zu verzichten, in der Erwägung, daß das neue Kabinett nicht die nötigen Bürgschaften biete, sowohl unter dem Gesichtspunkt eines kräftigeren Anstoßes für die nationale Verteidigung als unter dem der demokratischen Aktion. Die Pariser Presse berichtet, daß die Sitzung der parlamentarischen Sozialistengriippc, in der über die Beteiligung der Sozialisten an der neuen Regierung beraten wurde, sehr erregt verlaufen ist. Mehrere Vertreter der M i n d e r h e i t sprachen sich offen gegen die Beteiligung aus. Schließlich wurde eine Tagesordnung Renaudel, der die Politik des Kabinetts Ribot scharf kritisierte, angc- nomnien, in der sich die Partei bereit erklärt, mit der Rc- gierung an der Landesverteidigung zu arbeiten. wenn die öffentlichen Freiheiten und die der Arbeiterschaft gewahrt, die Methoden der Geheimdiplomatic möglichst ausgeschaltet und die Kriegsziclc der Alliierten innerhalb der G r e n z c n r e ch t m ä ß i g c r F o r d e r u n- gen gehalten würden. Drei weitere Tagesordnungen, die gegen eine Beteiligung waren, wurden verlvorfen. Ohne daß es ausgesprochen wird, darf doch schlankweg behauptet Werden, daß die Verweigerung der Pässe für die Reise nach Stockholm- von entscheidendem Einfluß gewesen ist und die Sozialisten abhielt, Riböt die-Bügel zu halten. Die Ministerkrisc, die mit dem'Sturz Ribots ausgebrochen ist, stellt an Frankreich Fragen von höchster politischer Bedeutung. Ribot stand zwischen links und rechts. In dieser Stellung war es nicht schwer, zwischen die sprichwörtlichen„beiden Stühle" zu kommen. Clemencoau, der Chauvinist,> griff Malvy an und triumphierte über seinen Sturz. Aber sein Sieg war nicht ein Ausdruck seiner Macht, sondern konnte nur errungen werden, weil die Sozialisten abseits stau- den. Sobald die Lösung der Krise die.Parteien selbst auf die Bühne rief, mußte sofort der Eindruck schwinden, daß Clc- menceau der allmächtige Mann Frankreichs sei. ein Ein- druck, der noch durch den Umstand verstärkt wurde, daß die große Presse in Frankreich— wie in England— in den Händen von Kriegshetzern und Rückschrittlern ist und dnrch ihr homerisches Schlachtgeschrei leicht das wahre Frank- reich übertönen.kann. Der Sturz Ribots bedeutet offenen Kanipf- zwischen der Rechten und der Linken, die sich stark genug fühlte, den hingeworfenen Fehdehandschuh aufzuheben. Die �Entschließung Renaudels kehrt mit ihrer scharfen Wendung gegen» die.'Geheimdiplomatie ihre Spitze gegen Poincarä, dessen geheime Abmachungen mit der zaristi» scheu Regierung noch in schlechter Erinnerung sind. Die Männer der Rechten sind zwar nach dem Sinn des Präsi- deuten. Ader einmal trennt idn von Clemenceau eine töd- liche persönliche Feindschaft und dann sind einem solchen Versuch die Parteiverhältnisse in der Kammer, und, was noch wichtiger ist, die Stimmung des Landes entgegen. Der Kriegsminister Painlev6 hat Wohl gewußt, warum er auf iMe Unterstützung'der Sozialisten nicht verzichtete. Ein Kabinett mit starken» sozialistischen Einschlag bedeutet aber für den Präsidenten nicht minder eine m o r a l i s ch e Nie- d c r l a g c als ein Ministerium Clenienceau. Vielleicht, daß sich noch Wege öffnen, auf denen sich die. Gegensätze nicht zu schroff begegnen. Aber die Ministerkrisc Ribot hat doch zum erstenmal eine Krise der Präsidentschaft Poin- c a r 6 s in die Reichweite des Möglichen gerückt. Stockholm. Keine Teilnahme öes und S.-Rats an der Konferenz? Kopenhagen, 10. September.„Nationaltidende" meldet aus Stockholm: Die Petersburger Zeitungen berichten, das Präsidium des russischen Arbeiter- und Soldatenrats habe be- schlössen, an der Stockholmer Konferenz nicht teilzunehmen, da weder England noch Frankreich noch eines der übrigen alliierten Länder Vertreter nach Stockholm sendeten. Wir möchten dies« Ilachricht einstweilen sehr stark be- zweifeln, zumal da sie in einem Augenblilk verkündet wird, wo bic russischen Delegierten, von London kommend, in Stockholm eingetroffen sind. Stockholm, 9. September.(Eigener Drahtbericht des ..Vorwärts".) Hcntc kamen die russischen Delegierten aus London hier n». Die Hrünüe üer englischen Stockholm- gegnerschast. Bern, 9. Scptelniber. Arnold Ben nett erörtert in einem Aufsatz in der„Daily News" die Gründe der Gegner- ich oft gegen die vorläufig aufgegebene Stock- Volmer Konferenz. Mit Bezug auf die britische Opposition ichrcidt Bennett u. a.i Unsere herrschenden Klassen erstreben zwei Dinge, nämlich den Wirtschaftskrieg nach dem Kriege und eine ge- wältige Ausdehnung des britischen Reiches in Afrika. Wenn unsere diesen Zielen abholden Arbeiterklassen die FriedenSbedin- gungen festzusetzen hätten, würden sie so ausfallen, daß d i e veidcn Ziele unmöglich würden. Das allein erklärt aus. reichend die Gegnerschaft gegen die Konferenz. Aber der Grund für die Opposition liegt»och tiefer. Er liegt in der grundsätzlichen Abneigung der herrschenden Klaffen gegen den Gedanken, dost die Masse des Volkes irgend etwas mit der Festsetzung der Friedens- vedingnngen zu tun haben dürfe. Die Forderung, daß die inter- nationalen Angelegenheit� das Vorzugsrecht einer exklusiven Klaffe sind und sein sollen, hat bei der fraglichen Kaste nach immer Geltung. Die Cecils, typische Vertreter dieser Kaste, haben sich noch neulich in diesem Sinne ausgesprochen. Balfour, ein äußer st gefährlicher Feind der Demokratie, bringt es fertig, vor die Volksvertreter zu treten und ihren Anspruch, das Staatsschisf zu lenken, zu verhöhnen. Die Volksvertreter sind so gesunken, daß nicht einer unter hundert energischen Einspruch da- gegen wagt. ES ist natürlich, daß in einer nndemokratischen Atmosphäre, wie der jetzt herrschenden, jeder umfassende Plan zur Teilnahme des Volkes an der Gestaltung der Friedens- vedingunge» von den Vertretern der privilegierten Klassen und Feinden der Volksfreiheit unterdrückt wird, soweit er sich unterdrücken läßt. Bennett schließt: Tic Idee der Kon- iercnz wird wieder er wo che n und ihr Wieder- e r w a ch e n i st von g r o ß c r V i ch t i g k c i t. die rutschen Genojl enschasten für Stockholm. Stockholm, 10. September.(Eigener Tralstbericht des..Vor- warts".) Der allrussische Genossenschaftskongrctz beschloß ein- stimmig eine Resolution, durch wclcbe das Londoner Aurea n des Internationalen GcnosscnschaftS- Verbandes aufgefordert wird, unverzüglich eine internationale Konferenz zwecks Unterstützung der sozialistischen F r i c d c n ö a k t i o n zu organificren. Englanös Stellung zur papftnote. Mit der Wilsonfche» Antwort einverstanden. Amsterdam, 9. September. Wie aus Washington gemeldet wird, hat England den Vereinigten Staaten mitgeteilt, daß die Antwort Wilsons auf die Fricdcnsvorschlägc des Papstes im Sinne der britischen Antwort 'ei. wie Cecil kürzlich erklärt habe. Wenn England sein Einverständnis mit der Antwort de? amen» Ionischen Präsidenten erklärt, so läuft dies auf eine sachliche Annahme Ott Popstuole hinaus. Diese Uebereinstimmung bedeutet ferner, vntz die Entente— oder mindestens die führende Macht der Entente — nicht mehr an jenem Kriegszielprogromm festhält, wie es vor dreiviertel Jahre»>n der Antwortnote auf den Vermittlungsversuch veS Präsidenten Wilson niedergelegt wurde. Ist dies wirltich der Fall, betrachtet England auch für sich die Papstnote als geeignete Grundlage zu Friedensverhandlungen, so wäre damit die Friede>i Smöglichleit um ein gutes Stück näher- g e r ü ck l. Von der deutschen Regierung, die vom Reichs- rag auf den Boden seiner Resolution gestellt worden ist. kann und muß auf das bestimmteste erwartet werden, daß sie che Papstnote ihrerseits in einer Weise beantwortet, die klar er- kennen läßt, daß Deutschland weder auf Eroberungen noch Vergewaltigungen irgend welcher Art ausgebt. Dabei wird ach die deutsche Regierung der großen Verantwortung bewußt sein müssen, die ihr daraus erwächst, daß die reale Möglichkeit, zu Verhandlungen zu gelangen, entschieden größer geword en >it. Dieses Ziel wird um so eher erreicht werden, je offener und unmißversiändlicher sie sich ausdrückt, je mehr sie»ach der po- 'itiven wie negativen Seite hin alles vernreidet, was zu einer Mißdeutung der deutschen Absichten Anlaß geben könnte. Die 12. rujstsche �rmee über ihre Nieüerlage. Stockholm, S. September. lMeldung der Petersburger Tele- grapbev-Ageiitur.) Ter Ausschuß der Soldatcn-Abgeordneten der 12. Armee, die Riga verteidigte, hat dem Vollzugsausschuß des Arbeiter- und Soldatenratcs einen Bericht über die Ereignisse an dieser Front vorgelegt. Ter Bericht besagt: Brussilow war seit langem durch ine Sonderabordnung davon unterrichtet wor- den, daß die russische Front an der Düna in der Gegend von Riga nicht genügend geschützt sei und leicht durch- vrocben werden könnte. Es wurde der Abordnung aber geant- worier, daß, sobald das Hauptquartier Nachrichten erhalten haben surde, daß die Deutschen dort eine Offenfivc vorbereiten, diese. Gefechte nördlich von St. O�uentin— Erfolgreicher Borftoß bei Samogneux— Rusfisch-rumänische Offensive in der Moldau gescheitert— Französisches Bor- dringen am Ochrida-See— Die Bilanz des Luftkrieges im August. Amtlich. Großes Hauptquartier, 10. September 1917. iW. T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. An der flandrischen Front und im Artoi« steigerte sich die Kampftätigkeit der Artillerie nur vorübergehend in einzelnen Abschnitten. Nach Feuerstößen drangen vielfach feindliche Erkundungs- abtciluagcn gegen unsere Linien vor; sie find überall abgewiesen worden. Bei den gestrigen Gesechteu nördlich von Tt. Ouenttu drückten die Engländer unsere Sicherungen bei Hargicourt und Billeret in geringer Breite zurück. Unsere Stellung östlich Hargicourt wurde heute früh zurückgewonnen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In der Champagne fühlten in einigen Abschnitten französische Auftlärungstrupps gegen unsere Stellungen vor; sie wurden ver- trieben. An der Nordfroni von Berdun spielten sich tagsüber Infanterie- Teiltämpfe ab. Orstlich von Samogneux stießen unsere Sturmtruppen in die französischen Linien beiderseits der Höhe 344 vor. Sie fügten drin Feinde schwere Bcrluste zu und lehrten mit mehr als 10V Grfangeneu zurück. Außerdem befreiten sie einen Schützen- zug, der sich feit dem 7. September, rings von Franzosen um- schloffen, aller Angriffe des Gegners in heldenmütiger Ausdauer erwehrt hatte Am Foffes- und im Ehaume Walde wurde mit blanker Waffc und Handgranaten erbittert gerungen; eine Aenderuug der Lage trat durch die französischen Angriffe nicht ein. westlicher Kriegsschauplatz. Front Prinz Leopold. Zwischen dem Rigaischrn Meerbusen und der Düna kam es im Wald- und Sumpfgebiet zu erfolgreichen Gefechten unserer Sicherungcn mit russischen Streisabteilungen. Front alsbald verstärkt werden würde. Es wurde indessen keine Maßnahme getroffen, und die deutschen Truppen waren in dem Abschnitt, in dem der Dnrchbruch erfolgte, zahlreicher als die rufst- scheu Streitkräfte. Nachdem die Deutschen eine große Zahl von Batterien zusammengezogen hatten, griffen sie heftig die aus schlecht ausgebildeten Territorialtruppen zusammengesetzte Division an. Tie Deutschen wußten nicht nur, wo die Rnssen schwächer waren, sondern sie besaßen auch genaue Angaben über die russischen Batteriestellimgeii, die sämtlich alsbald außer Gefecht gesetzt wurden. Das deutsche Feuer war von unerhörter Heftigkeit und die erstickendey Gase chemisch so zusammengesetzt, daß(hier ist der Telcgrammtext verstümmelt) nutzlos waren. Das deutsche Feuer vernichtete binnen kurzem alle Telephone, T e l e g r a p h e n. B e o b a ch Hi n g s st e l I.e ix.ii n d die rufst- scheu Batterien schössen nur auf gut Glück, fast ohne dem Feind zu schaden. Der Generat, der den Auf- trag erhielt, die strategische Lage wiederherzustellen, befahl der Division, nach dem Durchbruchsabschnitt zu marschieren, aber der Divisionskommandeur führte den Befehl nicht aus. Ter Bericht sagt ferner, daß, anstatt daß man alle Truppen in einer Masse zum Gcgenangrisf vorwarf, die Regimenter einzeln vorgcsandt wurden und daß die Deutschen sie nacheinander über- wältigten. Soldaten wie Offiziere hätten Helden- b o f t gekämpft. Zahlreiche Einheiten hätten sich geweigert, dem Befehl, zurückzugehen, Folge zu leisten, da sie an einen Verrat des Oberkommandos glaubten. Der Arbeiter- und Soldatcnrat hat nach Entgegennahme des Berichts beschlossen, die Jlcgierung aufzufordern, einen Untersuchungsausschutz einzusetzen, dem Vertreter der demo- krotischen und militärischen Organisationen angehören sckllen. Stöcktzolm, 0. September. lMeldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Bon zuständiger Seite wird gemeldet: Die Katastrophe von Riga kam nicht überraschend, da General Kornilow ihre Möglichkeit auf der Moskauer Konferenz vorausgesehen hatte. Nach den vorliegenden Nachrichten ist sie der kraftvolle» Unternehmung der Deutschen und besonders der nieder- schmetternden Ueberlegenheit ihrer Artillerie zuzuschreiben. Ob- wohl bei dem Rückzug aus Riga vereinzelte Fälle festgestellt wur- den, in denen Abteilungen ihre Stellungen im Stiche ließen, was die Operationen unheilvoll beeinflussen mußte, legte die große Masse der russischen Truppen Manneszucht und Mut an den Tag. Das ist schon ein günstiges Zeichen, denn die Front vor Riga galt hinsichtlich der geistigen Widerstandskraft der Mannschaft als eine der am meisten erschütterten. Zuständige militärische Kreise halten Petersburg nicht für bedroht. Das Heranrücken der Kriegszone nach der Hauptstadt zu erfordert aber entscheidende Maßnahmen hin- sichtlich der Organisation in Petersburg, das in den Bereich des unmittelbaren Hinterlandes der Armee tritt. Zu diesem Zweck wird die geplante Entlastung der Stadt in verstärktem Masistalie ausgeführt und eine neue Verwaltung dort ein- gesetzt werden. Aufregende(tlcrüchtc finden lebhaften' Widerball bei der Bevölkerung und auch unter den Soldaten, aber ein zu- fälliger Erfolg der Maximalisten erhält ein ausreicbendeS Gegen- gewicht durch die patriotischen Gefühle der Massen und die demo- kratische» Verbände. Die Regierung hat Maßnahmen getroffen,»m jedem Vor- gehen reaktionärer Elemente entgegenzutreten,»nd sie hat vorsichtshalber gewisse Großfürsten unter Auf- ficht gestellt. In dem gegenwärtigen schwierigen Augenblick wird die Regierung mit allen Mitteln die Landesverteidigung or- ganisieren und den Krieg fortsetzen, indem sie zu diesem Zwecke alle notivendigen Opfer bringen wird. Die grausamen Prüfungen an der Front werden nicht ohne Rückwirkung auf das Volk bleiben, das sich zum Kampf bis aufs Messer erheben wird. Bern, 9. September.„Matin" meldet aus Petersburg, das Ergebnis der Gemeinderatswahlen habe in politischen Kreisen lebhaft ü b.c r r a j ch t. Die Sozialrevolutionäre erhielten 120 OVO Stimmen, die Leninisten 88 909, die Kadetten nur 52 999. Die Niederlage der Kadetten werde um so mehr beachtet, als man geglaubt habe, sie würden den Sieg davontragen. Allgemein sei man der Ansicht, daß die lärmende Oppo- sition der Kadetten gegenüber dem Arbeiter- und Front Erzherzog Joseph. Mit starten Kräften führten Russen und Rumänen wieder- holte Angriffe gegen die von uns erkämpften Stellungen zwischen TrotuS» und Ojtoz-Tal. Der Feind wurde an allen Stellen durch Feuer und im Nah- kämpf zurückgeworfen und hatte schwere Verluste. Mazedonische s�ront. Nordwestlich des Malit-SreS wichen unsere Bortruppeo»or überlegene« französische» Druck auf die Hohen südwestlich de» Ochrida-Sees auS. I« Monat August sind von Flügen gegen deu Feind 64 unserer Flugzeuge nicht zurückgelehrt, 4 unserer Fesselballone abgeschossen worden. In derselben Zeitspanne beläust sich der Berlust unserer Gegner auf 37 Fesselballone und wenigstens 295 Flugzeuge, von denen 126 hinter unserer, 169 jenseits der feindlichen Front brennend zum Absturz gebracht worden sind. Der Erste Generalquartiermrister. Ludendorff. Abendbericht. ? e r l i«, 10. September 1917, abends. Amtlich. Bor Berdun scheiterte morgeus eiu starker Augriff der Franzosen am Chaume-Walde. Sonst im Westen und Osten nichts Besonderes. Ter österreichische Bericht» Wien, den 10. September 1917.(W. T. B.) Amtlich wird»erlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz Im Bereich von Ocna nahmen Russen und Rumäne» ihre Angriffe wieder aus. Sie wurden unter schweren Berlusteu oh- gewiesen. Italienischer Kriegsschauplatz. Am Jsonzo»erlief der gestrige Tag abermals ohne größere Kampjhandlungen. Bei Kezzecra brachte unS ei» erfolgreiches Stoßtruppunternehmen über 50 Gefangene und 2 Maschinen- gewehre ein. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nördlich und westlich des Malik-SeeS drängten überlcgeae feindliche Kräfte, durch Russen verstärkte weiße und farbige Fran- zosen, unsere Posticrungen auf die HauptsteUnng zurück. Auch südlich von Berat kam es zu lebhaftem Geplänkel. Der Chef des General st abeS. Soldatenrat viele gemäßigte Elemente in die Reihen der Leninisten getrieben habe; außerdem schienen sie infolge ihrer Weigerung, mit der provisorischen Regierung ernstlich zusammen- zuarbeiten, viele Stimmen verloren zu haben. Die Lage an üen deutschen Ironien. Berlin, 19. September. Tie englischen Anstrengungen in Flandern, die neben eigenen Zielen auch der Entlastung der schwer bedrängten Russen und der llnterstützung der französischen Verdunoffensivc dienen sollten, haben ein rasches Ende ge- funden. Auf die Ertundungsvorstötzc und starten Teilangriffe in der Nacht zum 19. September ist nicht, wie zu erwarten gewesen wäre, ein neuer großer Angriff gefolgt. Tie Engländer begnüg- ten sicki mit schwächlichen Teilvorstößen, die' überall abgewiesen wurden. Auch das Artilleriefeuer gewann nur stellen- der zweiten großen englischen Flaiidernosfensive ist Hier die eng- der zweiten großen englischen Flandenossensive ist Hier die englische Angnssstrast gelähmt und trotz aller Anstrengungen der Franzose» vor Berdun ist auch a» der Westfront die Generaloffen- sive der Entente zerbröckelt. Im Artois war gleichfalls die Kampstätigkeit gering. Ebenso ist der Angriff in Gegend St. Ouentin ins Stocken geraten. Die bei der Malakoff-Ferme verlorengegangenen Gräben sind bereits wiedergewonnen. Nur östlich Billeret wurde die deutsche Linie um ein geringes Stück zurückgedrängt. Tie neue Verduncffensive zeigt das gewobnte B'td: geringe Anfangserfolge, die durch Gegenstöße größten- teils wieder wettgemacht werden, und daran anschließeno Teilkämpse, die sich tage- und wochenlang Hinziehen können. Die Tcilgcfcchte des 9. September brachten die Deutschen wieder in Pen Besitz des Nordostzipfels des Fosseswaldes. Ebenso wurde im Ehaumcwatde sowie in Gegend Baux— Äreuzhöhe gekämpft. Im Ehaumewalde setzten die Franzosen um 9 Uhr abends nochmals einen Angriff an. der teilweise im Handgranateniampf abgewiesen wurde. Die deutschen Stoßtrupps brachten mehrfach Gefangene ein, so aus den Kämpfen im Fosseswalde und bei der Höhe 34s. Hier war deutscherseits um 6 Uhr früh ein starker Vorstoß gemacht worden, der bis in die französischen Stellungen vordrang. D>e über 199 Gefangenen, die dabei gemacht wurden, gehören zwei der- schiedenen Divisionen an. Im Osten kam es an der Rigaer Front zwischen Ostsee und Düna nur zu Vorpostengeplänkel. Die Russen sind eifrig daran, zu schanzen und ihre Verbände zu ordnen. Zwischen Trotus und Oituz-Tal machten die Russen und Ru- mänen verzweifelte Anstrengungen, den Verbündeten die eroberten Stellungen wieder zu entreißen. Nach starker Artillerievorbereitung griffen sie beioerfeits des DostanatalcS wiederholt an. Alle Angriffe wurden, zum Teil in erbittertem Nahkampfe, abgeschlagen. Am D. Eosna wurden dt« Russol Rumänen durch Gegenstoß zurückgeworfen. Am Abend versuchten sie nach starker Artillerievorbereitung nochmals einen Angrift zwischen T. Cosna und Grozesti, der unter hohen Verlusten der Angreifer blutig scheiterte. Wo die Russo-Rumänen sonst noch mit geringere» Kräften bis zu Kompagniestärke beiderseits des Casinu und nördlich des SusitataleS anzugreifen versuchten, wurden sie überall bereits durch Sperrfeuer der Artillerie abgewiesen. Kämpfe in Gstafrika. London. 9. September. Das Kriegsamt meldet au« Ostasriko, daß der feindliche Widerstand bei Mponda«, 53 Meilen südlich Ma- henge, am 8. 9. gebrochen wurde: alle deutschen Stellungen wurden besetzt. Unsere Truppen verfolgen den Feind. Belgische Ab- teilungen überschritten den Ulangastuß und rücken von Norden auf Mobenge vor. Die deutsche Streitmacht wurde au« Upepos, 6b Meilen südöstlich Mahenge, und Malinge, 18 Meilen nordöstlich UpepoS. vertrieben. Sie zog sich südostwärtS zurück und wird von unseren Abteilungen aus Lupembe verfolgt. Auf dem südlichen Kampfschauplatz wurde die deutsche Abteilung au« Tonduru vertrieben und zog sich auf Liwale zurück. Wie berichtet wird, stehen gegenwärtig in Portugiesisch-Nyassaland südlich vom Rowufluß keine deutschen Streitkräfte mehr. Amtlicher englischer Bericht aus Lstafrila. Im westlichen Ge- biet« setzten unsere Abteilungen von Lupembe die Verfolgung der au« Upeps« f?)(65 Meilen südwestlich Mahenge) vertriebenen seind- luven Kräfte fort. In der Nähe von MpondaS traten unsere Truppen mir dem Feinde in AefechtSfüblung und schlugen mehrere tÄezenangriffe mit schweren Verlusten für den Feind ab. Griechenlanü auf Hungerration gesetzt. Bern, S. September.„TempS" meldet aus Athen: Die Brot- ratio» wurde in Griechenland auf täglich 180 Gramm für den Kopf berabgesetzr, während die Mindejtmcnge des Verbrauchs ehemals 606 Gramm betrug. Tic Einschränkung schädigt die Bevölkerung in ihrer Gesundheit und Moral. Die griechischen Zeitungen bitten dringend, die Handelsmarine zur Versorgung der Bevölke- rung mindestens teilweise zurückzugeben. Der Tonnengehalt der griechischen Handelsmarine beträgt heute abzüglich der voraus- gegangenen Ü-Boots-Verluste 490 000 Tonnen, die ausschließlich in den Händen der Entente, in erster Linie Englands, find. Die griechische öffentliche Meinung verlangt, daß Griechenland min- bestens der Frachtraum zur eigenen Versorgung zur Verfügung gestellt werden müsse. Athener Blätter bemerken, Venizelös gewährleiste den Alliierten eine Arme« von 800 000 Mann. Die Nation sei bereit, vorzugehen, brauche aber Brot nötiger als Waffen. Man müsse das Volk in erster Linie vor einer Hungersnot bewahren, um es streitkräftig zu machen. Selbst die der Entente treuergebenen Blätter richten einen Aufruf an die Ententemächt«, endlich das Nötige zu veranlassen, damit dem Elend gesteuert werde. der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 9. September. Neue U-B»otS-Erfolge i« Atlantische» Tzean, Aermelkanal und in der Nordsee: 7 Dampfer und 2 Segler, darunter das englische Hilfsschiff Bergamot, wahrscheinlich U-BootS- Falle, ei» bewaffneter englischer Dampfer, sowie 4 Dampfer, die sämtlich aus Gelcitzügen herausgeschossen wurden, davon 2 durch Doppelschuß aus ein und demselben Geleitzug. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. Amerika beschlagnahmt neutrale Tonnage. Bern, 10. September. Nach Meldung englischer Blätter auS New Nork wird die Regierung der Vereinigten Staaten mehr als lOO 000 Tonnen neutralen Schiffsraums, die in amerikanischen Häfen liegen, beschlagnahmen. Stockholm, 9. September.(Eigener Drahtibericht des„Vorwärts".) Stockholms„Tidningen" schreibt über die Meldung des Ncwyorker„Daily Telegraph" von der Beschlagnahme neutraler Tonnage in amerikanischen Häfen, eine derartige Matzregel wäre die schwerste Verletzung des Völkerrechts. Eine solche Requisition war auch die Einleitung zur Kriegserklärung Deutschlands an Portugal. Die neutralen Länder haben in den drei Kriegsjahren viel erduldet, aber datz eine kriegführende Macht ibrc Schiffstonnage ohne weiteres beschlagnahmte, ist bisher n> c norgekommcn. Tie Zeitung bezweifelt, datz die amerikanische Regierung solche offenbare Rechtsschändung wirtlich verübt hat. Stockholm, 9. September. Die Nachricht, datz Amerika beab- s'chuge, den neutralen Schiffsraum zu beschlagnahmen, erregt in Schweden grotzes Aufsehen. Stockholms„Tagblad" bemerkt zu der Meldung, man brauche sich blotz vorzustellen, datz einer der Kriegführenden, als die Vereinigten Staaten noch neutral ge- wesen seien, amerikanische Schiffe für seinen Ge- h> aVck) be sch l ag n ahmt hätte, dann werde einem klar, wie weit man in Washington von Wilson» früheren Ansichten über die Rechte der Neutralen abgekommen und auf das Gebiet der rück- Üchtslosen Machtpbilosophie vorgedrungen sei. Zranzö'sischesHroßpatrouillenschifftorpeüiert Paris, 10. September.(Meldung der Agencc Havas.) Das Groß Patrouillenschiff G o l o II ist am 22. August von einem Unterseeboot im Mittelmeer torpediert worden und so- fort gesunken. Es hatte 257 Personen an Bord, Besatzung und Passagiere. 38 Personen werden vermißt, von denen 87 der Kriegst marine angehörten und einer serbischer Offizier war. Vier ser- bische Offiziere sind von dem Unterscetwot gefangen ge- y o m m e n worden. Kleine Kriegsnachrichten. Die Leide» des Stellungskriege». Berlin, 9. September. 'tuSjagen von gefangenen Engländern und eine erbeutete Brief- taubsnmeldung ergeben, datz die Ententetruppen im Westen auf ihrer mittleren und nördlichen Front in letzter Zeit sehr hohe und steigende Ausfälle durch Erkrankungen infolge des Wetters und der Geländeverhältnisse hatten. An vielen Stellen des Poldcrgeländcs waren die gefangenen Trichterbesatzungen völlig bewegungsunfähig, oa fte tagelang im Wasser gelegen hatten. Für die ihre Reihen lichtende Krankheit haben die Engländer den Namen ..Schützengrabenfieber". In der Gegend des von Myriaden Mücken uberschwärmten Ileberschwemmungsgebietes kommt die Malaria dazu. Infolgedessen mehren sich die Ailzeichen grotzer Kampfmüdig- keit und völliger Erschöpfung der jeweiligen Besatzungen. Der depefchenwechsel 1KH4/S. Deutsche Ergänzungen und Kommentare. Die.Norddeutsche Allgemeine Ztg." beginnt jetzt, den vom„New Jork Herald" enthüllten Depeschcnwcchsel zwischen dem deutschen Kaiser und dem ehemaligen Zaren nach den Dokumenten deutsch-amtlicher Archive ausführlich wieder- zugeben. Vorausgeschickt wird dieser Wiedergabe eine außer- ordentlich schwungvolle Einleitung, in der es u. a. heißt, fast .Vrbe es geschienen, als sollte der Feind„in seinem Kampfe aegen Deutschlands sittliche Unanta st barkeit die Oberband behalten. Da aber flammte das Lickt der geichicht- .'ichen Wahrheit auf usw." Mit so großen Worten wie„sittliche ilnantastbarkeit" sollte man nicht so freigebig herumwerfen, ctwas weniger Selbstgerechtigkeit würde überzeugender wirken. Sachlich unrichtig ist es auch, wenn der Verfasser be- lwuptet. die Gegner hätten in ihrer Rüstkammer nichts Brauchbares mehr gefunden, und da seien ihnen endlich die bekannten Depeschen in die Hände gefallen. Die Höfe von London. Bukarest usw. besitzen zweifellos zahlreiche Hand- idireiben deren Veröffentlichung den Ententediplomaten viel- leidn ganz lieb gewesen wäre. Sic haben aber alle dicht ge- halten. Auch der Zar bat Diskretion gewahrt, und die an ihn gerichteten Depeschen sind erst durch die Revolution ans Tageslicht gebracht worden. Sachlich wird zur Situation von INOI/.i ausgeführt, daß die Vergebung russischer Kriegskoblenfrachten an deutsche Firmen den Neid ihrer englischen Konkurrenten erregt habe. Diese hätten Teutschlands Verhalten als neutralitätswidrig erklärt, obwohl englische Schiffe ihrerseits Rußlands Gegner, Japan, mit Kohlen versorgten. Man bemühte sich indessen. Deutschland einzuschüchtern. Die Presse erging sich in Drohungen. Lord Lansdowne erklärte dem deut- scheu Botschafter rund heraus, wenn Japan sich wegen der angeblichen Neutralitätsverletzung Deutschlands zum Kriege gegen uns veranlaßt sehen sollte, werde England auf japani- sches Ersuchen hin den B ü n d n i s f a l I als gegeben an- sehen. Die englische Regierung verstieg sich sogar dazu, deutsche Dampfer, die in englischen Häfen Kohlen einnahmen, am Auslaufen zu verhindern und begründete dies mit dem Vorwand, daß die Neutralitätspflicht es verlange. Es war nämlich englische Kohle, die von deutschen Reedern dem gegen Japan Krieg führenden Rußland zugeführt wurde. Deutschland sei daher in Gefahr geraten, in einen Krieg mit England-Japan verwickelt zu werden, und da habe es bei dem empfindlich mitberührten Rußland Anlehnung gesucht. So sei das Kaisertelegramm vom 27. Oktober 1904, ent- sprechend den Vorschlägen des Auswärtigen Amtes, abge- sandt worden. Dieses Telegramm wird nun wörtlich wiedergegeben. Der Kaiser weist auf die Absicht Englands hin, die Versorgung der baltischen Flotte mit Kohle durch Kriegsdrohung zu verhindern, und fährt fort: Dieser neuen Gefahr würden Rußland und Deutsch- land gemeinsam zu begegnen haben. Deinen Bundes- genossen Frankreich hätten sie dabei an die Verpflichtungen zu erinnern, die er in dem Zweibundvertrage mit Dir übernommen hat. an den c»su5 foederis(BündniSfall). Es ist ausgeschlossen,' datz Frankreich angesichts einer solchen Aufforde- rung versuchen sollte, seiner selbstverständlichen Verpflichtung gegen seinen Verbündeten auszuweichen. Obwohl. Delcasse ein geschworener Anglophile ist, wird er klug genug sein, um zu be- greifen, datz die englische Flotte ganz außerstande ist, Paris zu schützen. Auf diese Weise würde eine mochtvolle Vercini» gung der drei st ä r k st c n Festlandmächte gebildet werden, die anzugreifen sich die anglojapanischc Gruppe zweimal überlegen würde. Das Telegramm bringt dann nähere Angaben über die materielle Unterstützung Japans durch England und kommt dann auf die„Doggerbankaffäre" zu sprechen, nämlich auf die irrtümliche Beschießung englischer Fischerboote, die für japanische Torpedoboote gehalten worden waren, durch die russische Flotte. Darüber wird gesagt: Ich bedauere den Unfall ui der Nordsee. Wenn die Flotte nächtliche Angriffe fürchtet, so meine ich, daß Scheinwerfer allein genügen würden, um die Schiffe vor Ueber- raschungen zu schützen, wenn alle außerhalb des Geschwaders liegenden Sektoren beleuchtet werden. Aber der Gebrauch der Geschütze sollte— besonders in europäischen Gewässern — so viel als möglich eingeschränkt werden. Meine Nach- richten aus London besagen, datz die Presse und die Straße Lärm schlagen, datz die Admiralität sich etwas aufregt, datz aber Re- gierung, Hof und Gesellschaft mit grotzer Ruhe das Ereignis als einen bedauerlichen Unfall betrachten, der aus zu grotzer Ner- vofität entstanden ist. Der Kaiser teilt weiter dem Zaren mit, daß in Italien drei große Kriegsschiffe gebaut wiirden�wahri-Mnlich für Japan, und fragt, ob nicht auch Rußland Schiffe bauen lassen wollte.„Unsere Privatfirmen würden sich sehr freuen. Auf- träge zu erhalten." Am 29. Oktober antwortet nun der Zar. „Dem Telegramm triff» in einem sehr ernsten Augen- blick ein. Zlatürlich kennst Du die ersten Ernzelhetten des Nordseezwischenfalls aus dem Telegramm unseres Admirals. Selbswerständlich ändert dies vollständig den Charakter des Ereignisses. Ich habe keine Warte, um meine Entrüstung Über Englands Berhalten auszudrücken. ES scheint, daß die Fei'tlandsrnächte»n ähnlichen Fällen Gefahr laufen, datz seine(Englands! öffentliche Meinung eine verständigere Hal- tung seiner Regierung übcrivältigt. Letztere mutz ihr folgen. Die Minister des Landes unternehmen gciwigte Schritte und senden frech« Roten mit ganz unannehmbaren Bedingungen. Das ist die Folge davon, datz man nach der Eingebung des ersten Augenblicks handelt! Heute befahl ich Lambsdorff, meinem Londoner Botschafter den Vorschlag zugehen zu lassen, die ganze Frage einer internationalen Untersuchungskom- Mission zu unterbreiten, wie im Protokoll der Haager Kon- serenz bestimmt ist. Ich stimme völlig Deinen Beschwerden bei iibcr Englands Verhalten hinsichtlich der Kohlenvcrsorgung unserer Schiffe durch deutsche Dampfer, während es sich auf Be- stimmnngen versteht, die Neutralität auf seine eigene Art zu wahren. Es ist sicherlich hohe Zeit, dein ein Ende, zu machen. Da» einzige Mittel wäre, wie Tu tagst, daß Deutschland, Ruß- land und Frankreich fich sogleich über eine Abmachung verstän- digen sollten, um die englisch-japanische Anmaßung und Unverschämtheit zunichte zu machen. Möchtest Du die Um- risse eines solchen AbkoinmenS niederlegen und abfassen und es mir mitteilen. Sobald es von uns angenommen ist, wird Frankreich genötigt sein, sich seinem Verbündeten anzuschließen. Diese Verbindung hat mir oft vorgeschwebt. Sie wird den Frieden und die Ruhe der Welt bedeuten.'' Beste Grütze von Alix." �' Soweit bie bisherigen Veröffentlichungen des offiziösen Blattes. Man sieht aus ihnen, daß England und Rußland 19 Jahre vor dein Ausbruch des Krieges Todfeinde waren. Die deutsche Tiptomcrtie ließ es sich wohl damals nicht träumen, daß beide 19 Jahre später gemeinsame Sache gegen Teutschland machen würden. Daß dies möglich wurde, war von deutscher Seite ein negatives Kunststück I freier Ausschuß. Die Antwort an den Papst. Berlin, 19. September. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Die Mitglieder des Reichstags und die Be- vollmächtigten zum Bundesrat, die den Freien Ausschuß bil- den, versammelten sich beute unter dem Vorsitz des Reichs- kanzlers in dessen.Hause zur Besprechung der deutschen Antlvort auf die Kundgebung des Pap st es. In mehrstündiger eingehender Beratung wurden die Per- Handlungen unter sorgfältiger Prüfung der vorgebrachten Gesichtspunkte zu Ende geführt. Ein Wort an öie deutsche Linke. In Oesterreich verfolgt man das Treiben jener deutschen .Kreise, die das Antwortschreiben Wilsons an den Papst zu einer Hetze gegen den demokratischen Fortschritt ausnutzen wollen, mit einiger Unruhe. In der Wiener.Arbeiter- Leitung" richtet der Wiener Korrespondent der.Frankfurter Zeitung". Hugo Ganz, ein„Wort an die deutsche Linke", der er Zaghaftigkeit gegenüber der reaktionären Propaganda vor- wirft. Hören eure Forderungen, so fragt er, aus, die euren zu sein, ivenn auch ein Feind sie erhebt? Er spricht dann von der Behauptung, Wilson wolle die Demokratisierung, um Deutschland zu schwächen, und fährt dann fort: Ist es denn so gewiß, daß diese Behauptung richtig ist? Will Wilson Deutschland wirklich nur auf den Hund bringen, wenn er all« anderen Forderungen der Entente fallen läßt und nur die einzige aufrecht erhält, datz ein Friedensvertrag durch die Vertretung deS� deutschen Volkes, picht bloß durch die„Autokratie" geschlossen und gesichert werden müsse? Vielleicht hal Wilson doch ein dickeS Haar in der KriegSsuppe gesunde»: vielleicht wäre er glücklich, wenn ihn das deutsche Volk beim Wort nähme und die Möglichkeit zu Friedensverhandlungen nach seiner eigenen Forderung schassen würde. Und übrigens, was geht euch Wilson an? Ent« weder hobt ihr gewußt, waS ihr von der Krone verlangtet, und wäret überzeugt, datz ihr damit das Reich nicht schädigt, sondern nur eine Pflicht gegen da» wunderbar bewährte deutsche Volk erfüllt; dann dürft ihr nicht ver de» Finten alldeutscher Klopffechter zurückweiche»; oder ihr wäret selbst nur mit halbem Herzen bei eurer Forderung— geht'S, ist'S gut; geht'S nicht, ist'S noch besser—. dann habt ihr das deutsche Volk ganz ohne Not, leichtsinnig und von TageSpbrasen verführt, bi» auf die Knochen blotz- gestellt und den Feinden ein Argument geliefert, wie sie sich's besser gar nicht wünschen lonnten.... Ihr habt den recht- schassenen, aber schwankenden und ängstlichen Bethmann Hollweg fallen lassen, weil ihr klare Verhältnisse haben, den Generalen v!e Strategie, euch und eurem Vertrauensmann die Politik vorbehalten wolltet. Das»st euch verweigert worden, ein un» bekannter Mann, nicht aus eurer Mitte, ist euch von oben gegeben worden. Und dieser neue Mann hat sich schwach gezeigt, schwankt schon, ob er sich aus die autoritäre Clique oder auf die Reichstags- mehrheit stützen soll. Da habt ihr rasch ganze Arbeit zu machen. Jetzt oder nie! Ihr müßt euren Konzler fordern als das Symbol des Volks st aatesl Ob damit auch der Weltfriede als reife Frucht vom Baume gebrochen wird, ist ungewiß, jedoch nicht un- wahrscheinlich. Datz ihr aber damit nur eure Pflicht, eure selbst- übernommene Pflicht gegen die deutsche Ration erfüllt, ist ganz sicher. Und an dem Erfolg zu zweifeln, hieße an der Zurechnungs- sähigkei» aller Regierenden zweifeln. Konservative Abkehr vom Gottesgnaüentum. Die„Kreuzzeitung" widmet unserem Artikel„Der Kaiser und die Konservativen" eine längere Polemik, in der sich folgender Satz findet: Die Konservativen treten ein für die konstitutionelle Mo- narchie des deutschen Verfaffungsrechts, der„Vorwätrs" will ihnen als Folgerung dessen eine Haltung aufzwingen, wie sie die Untertanen in orientalischen Theolraticn dem Herrscher gegen- über einnehmen. Die Konservativen ivevden immer konstitutionell, wo es gilt, ihren eigenen Willen gegen den.Kaiser durchzusetzen. Aber sie sind im Sinne„orientalischer Theokratien" streng monarchisch, wenn eine ihnen unbeguente Parlamentsmehr- heit Einfluß auf die Staatsgeschäfte verlangt. Zustimmung. Die„Deutsche Tageszeitung" kommt jetzt auch auf unsere Ausführungen über die auswärtige Politik seit Bismarcks Abgang zu sprechen, denen sie. wie die„Post" zustimmt, ohne natürlich die Folgerungen gelten zu lassen. Sie schreibt: In einem Artikel„Notwendige Folgerungen" macht sich auch der„Vorwärts" die Feststellung zu eigen, datz die deutsche Politik in der ganzen Welt in den unverdienten Ruf besonderer Unzu- verlässigkeit gekommen sei. Er nennt diesen Ruf„unverdient", weil ihren Trägern nicht zum Bewußtsein gekommen sei, worauf dieser Ruf sich gründe. Welches Zeugnis der „Vorwärts" damit den Trägern dieser Politik ausstellt, wollen wir hier nickt werter erörtern. Es ist auch gleichgültig, ob etwas verdient oder unverdient ist, da lediglich dieWrrkung entscheidet, und wir uns nicht mit den Haarspaltereien, die mit dem Begriff„Schuld" in der Politik verbunden sind, zu de- schäftlgcn baben. E« ist ein Kern Wahrheit darin, wenn der „Borwärts" sagt, daß„Anregungen mit spähender Lebhaftigkeit ergriffen, ober ebenso rasch wieder fallen gelassen" wurden. Es scheint demnach doch Dinge zu geben, über die man sich im ganzen deutschen Volk ohne Unterschied der Partei einig ist..______ Nach dem philosophischen der theologische Reichskanzler. Noch einer Meldung aus Münster i. W ernannte die evangeliick- theologische Fakultät der dortigen Universität den Reichskanzler Dr. Michaelis zum Ehrendoktor der Theologie. Zür frieden und Freiheit. Im rheinisch-westfälischen Industriegebiet fanden vorige Woche eine Reihe sehr stark besuchter Versamm- lungen statt, in denen auch das Bürgertunr sehr zahlreich vertreten war. Abg. Stücklen sprach über das Thema:„Die Sozialdemokratie für Frieden und Freiheit." Tie glänzend verlaufenen Versammlungen erklärten sich durchweg mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Der chrrstlich-nationale Arbeiterkongreß, dem außer den christ- lichen Gewerkschaften eine Anzahl Eisenbahnerverbände, der Deutschnationale HandlungSgebilfenverband und die evangelischen und katholischen Arbeitervereine angeschlossen sind, beruft für den 28. bis 30. Oktober nach Berlin eine Kriegstagung. Auf der Tagesordnung stehen 6 Punkte, darunter„Die deutsche Arbeiterschaft im Entscheidungsstadium des Weltkrieges"(Berichterstatter General- sekretär Stegcnvald),„Die Kohlen- und Lebensmittelversorgung im vierten Kriegswinter", der Stand der Lohn- und Gehaltstagen im Kriege und die Erstellung von Kleinwohnungen nach dem Kriege. Letzte Nachrichten. Explosionsunglück in Philadelphia. Amsterdam, 10. September. Im Regierungsarsenal von Phil- adelphia fanden hintereinander 5 Explosionen statt. Zwei Personen wurden getötet, 30 verwundet. Man führt die Explosion, die gester» morgen erfolgte� auf einen Anschlag zurück. SewerkschaflsbewWNg Berlin und Umgegend. Löhne der Stickerinnen« Der Verband der Uniform st ickereien Deutsch- I a n d s. Sitz Berlin, versprach den Stickerinnen Berlins, die seit 80 und mehr Jahren gleich gebliebenen Stundenlöhne von 30 ans 50 Ps. zu erhöhen. Diese Steigerung von 30 auf 50 Ps. be- trägt 66 Proz.. es mühten dcmgemäh die Stückpreise ebenfalls um 66 Proz. steigen. Trotzdem die Unternehmer von ihrer Kund- schafl, auch von der Militärbehörde, ganz erhebliche Preissteige- rungen verlangt, nnd man kann annehmen, auch erreicht haben, wollen sie das den Stickerinnen Versprochene nicht geben. Nach wochenlanger Beratung und vielen Sitzungen haben einzelne Firmen die niedrigen Stücklöhne erhöht, aber nicht um 66 Proz., es besteht sogar die Absicht bei den Unternehmern, die bis dahin höheren Stücklöhne auf feldgraue Stickereien im Lohn herabzusetzen. Also auf Kosten der höheren Löhne sollen die niedrigen ausgebessert werden, sehr zum Schaden der armen Stickerinnen. Was wird die Kundschaft und die Militär- behörde hierzu sagen, von denen höhere Preise verlangt wurden mit der Begründung, dah die Stickerinnen höhere Löhne bekommen sollten. Die Stickerinnen haben einmütig beschlossen, mit dieser ganz eigenartigen Lohnerhöhung der Unternehmer nicht einver- standen zu sein, sie verlangen die ihnen am 12. Juli d. I. ver- sprochene Lohnzulage._ Die unzureichenden Gehälter und Teurungszulageu der Berufsgcnossenschaftsangestellten. Mit diesem Thema beschäftigte sich am 6. September eine zahl- reich besuchte Versammlung der Berliner Berufsgenossen- schaftsange st eilten. Wie berichtet wurde, sind die von den Berufsgenossenschaften gezahlten Teurungszulageu fast durchweg ungenügend und austerordentlich verschieden. Während einzelne Verwaltungen noch Teuerungszulagen von 20—30 M. zahlen, haben andere größeres Verständnis für die Notlage der Angestellten gehabt und Sätze bis zu 70 M., wozu noch Kinderzulagen gewährt werden, bewilligt. Es wurde darauf hingewiesen, daß die Gehälter der Berufsgenosiensckmfts-Angestelllen im Durchschnitt wesentlich geringer sind, als diejenigen ähnlicher Staats-, Kommunal- oder Krankenkasienbeamten. Es müßte jetzt unbedingt eine wesentliche Aufbesserung der Angestellten erfolgen, wenn nicht der bisherige Zustand der Unterernährung und der vollständigen wirtschaftlichen Verelendung in noch weiterem, sehr bedenklichem Maße um sich greifen soll. Die Versammlung beschloß einstimmig. für die Teuerungszulagen folgende Mindestbeträge einheitlich für Beamte. Angestellte und Hilfskräfte zu fordern: für Unverheiratete unter 18 Jahren... 30 Mar! ., über 18,... 50, , Verheiratete.......... 75, , jedes Kind unter 16 Jahren.... 15. Der Verband der Bureauangestellten Deutschlands wurde be- auftragt, diese Forderungen den einzelnen Becuisgenoffenschafts- Verwaltungen und dem Verband der Berufzgenossenschaflen zu unterbreiten und für ihre möglichst baldige Durchführung mit allen geeigneten Mitteln zu wirken. Parteinachrichten. Zum Uebcrtritt des Abg. Dr. Erdmann zu den„Unabhängigen". Der erweiterte Vorstand des Sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Dortmund-Hörde nahm in einer Sitzung zu dem Austritt Dr. Erdmanns aus der Partei Stellung. In einer Entschließung wurden einstimmig folgende Feststellungen ge- troffen:■, .Erdmann hat seit längerer. Zeit nicht, mehr das Vertrauen der Parteigenossen im Wahlkreise, was ihm nicht unbekannt geblieben ist. Erdmann hälte daher ehrlicher gehandelt, wenn er zugleich mit dem Austritt aus der Partei das Mandat, das er der angestreng- testen Parteiarbeit verdankt, niedergelegt haben würde. Das ist unterblieben, weshalb ausdrücklich festgestellt wird, daß Erdmann Mn Recht hat, sich fernerhin«l» verlraueuRuauu der fsztakdemo- kratischen Arbeiterschaft zu betrachten. Der engere Vorstand wird beauftragt, der Parteiorganisation schnellstens einen neuen Kandidaten für die nächste Wahl zum Reichs- tag vorzuschlagen."_ Industrie und tzandel. Kohlcnvergasung als Einkommensquelle für das Reich. Im.Staatsbedarf" berechnet der Chemiker Dr. Besenfelder, daß bei obligatorischer Vergasung der Stein- und Braunkohle auf die Tonne ein Ueberschutz von 37,45 M. und im ganzen ein Jahres- gewinn von 7240 Millionen Mark erzielt werden könnte. In einer interessanten Abhandlung empfiehlt der ehemalig« Universi- tätsprofesser Geheimer Hofrat Dr. Alexander Naumann, daß sich das Reich der Mitausnützung der durch die Vergasung freiwerden- den Energien und chemisäben Produkte dediene, um den großen Steuerbedarf nach dem Kriege zu mindern. Anknüpfend an eine etwas zurückhaltende Bemerkung des Rcichsschatzsekretärs schreibt der Verfasser: .Dem Reichsschatzsekretär scheint bezüglich des Vergasung?- Verfahrens„ein wichtiges Glied der Kette, die Gaskraft- Maschinen, noch nicht technisch vollkommen ausgebildet zu sein". Trotzdem leistet die Gaskraftmaslbine in Ausnutzung der dargebotenen Energie nahezu das Doppelte der Dampfmaschine. Selbst die allervollkommenstcn Gaskraftanlagen mit großen Dampfturbinen vermögen nur etwa 20 Proz. dsr durch Verbrennen der Brennstofie frei gemachten Energie in Arbeit um- zusetzen. Für gewöhnlich muß man sich mit 14 Proz. und weni- ger begnügen. Verwendet man aber die Verbrennungsgase un- mittelbar als Treibmittel in Brennkraftmaschinen, so ist man bei der Dieselmaschine an der Höchstgrenze von etwa 35 Proz. angelangt. Die Gasmaschine vermag eben Wärme von höherer Temperatur abwärts in Arbeit umzuwandeln als die Dampf- Maschine, in der gleich hohe Temperaturen nicht erreicht werden. Weiter sei bemerkt, daß im- Grpßgewerbe sogar Gaskraft- Maschinen bis zu über 3000 Pferdekräften betrieben werden mit Generatorgas, einem minderwertigeren Heizgas als das der rest- losen Kohlenvergasung. Die Vorzüge der Kleingaskraftmaschinen für das Kleingewerbe sind ja allbekannt. Außerdem bieten die Gaskraftmaschinen vor den Dampfmaschinen den großen Vorteil, daß sie schnell in und außer Betrieb zu setzen sind." Es ist alluiählich auch in weiten Bevölkerungskreisen bekannt geworden, daß die bei der Verkokung gewonnenen teerigen Neben- erzeugnisse für die Deckung unseres Bedarfs an Oelen, Fetten und Wachsen und ähnlichen Produkten sowie ganz besonders auch die Gewinnung des für die Landwirtschaft so nötigen Stickstoffes von höchster Bedeutung für unsere Volkswirtschaft sind. Außerdem kann bei der Vergasung der Kohle auch Schwefel herausgeholt werden, was ebenfalls für unsere Selbstversorgung von großer Be- deutung ist. Darum schließt Professor Naumann:„Es handelt sich hier um die weitaus größte Arbeitsmacht Deutschlands. Den Wärme- und Energievorrat in der bisher vergeudeten Kohle sollte sich die Staatsgewalt zeitig sichern... Die Anlage und der Be- trieb von Hauptgasleitungen von den Gaserzeugungs- anstalten in der Nähe der Kohlengruben an die Verteilnngsstellen ist ein erträglicher Aufloaud gegenüber der Weiterbeförderung der festen Köhlen. Erfahrungen über Gasfernleitungen liegen schon im Rheinland und in Westfalen vor, noch mehr in Ungarn-Sieben- bürgen, am meisten und längsten in Amerika.. Zu Verteilungs- stellen würden sich eignen die bestehenden Gasanstalten und Elektri- zitätswerke, die am Gewinne in irgendeiner Form zu beteiligen wären. Jedenfalls muß der Staat die Hauptgasleitungen von der Zecheunähe bis zu den Vertcilungsstellen in die Hand nehmen und festhalten zur Wahrung seines Einflusses." Erzberger und Thyssen. Der Abgeordnete Erzberger ist aus dem Thysseuschen Unter- nehmen ausgeschieden, offenbar um zwischen seiner öffentlichen und privaten Betätigung keinen Widerspruch konstruieren zu lassen. Zu dieser Meldung' bemerkt die„Deutsche Bergwerkszeitung" giftig: ... Man brachte dielen Schritt in Verbindung mir den süngsten politischen Ereignissen, und man wird wohl nicht febl geben, wenn man ihn auf die Tatsache zurückführt, daß Herr Erzberger sich in eine unhaltbare Lage gebracht hatte. Auf der einen Seite— als Führer des Zentrums— unternahm er im Reichstag, Arm in Arm rntt Gchekdemann, M« Bekannte KkHrnt fklr einen Frieden ohne An- gliederungen und Entschädigungen, auf der anderen— als Vertrauensmann einer der größten deutschen Eiienunler- nehmungen— war er lebhaft tätig für den Gedanken. die Erzgruben von Briey an Deutschland anzugliedern. Ein solches Doppelspiel kann auch der klügste Politiker auf die Dauer nicht spielen, ohne sich unmöglich zu machen, und so war wohl der Austritt Erzbergers bei Thyssen un- vermeidlich— wenigstens der Außenwelt gegenüber, denn mit den in Betracht kommenden Persönlichkeiten besonders vertraute Leute wollen schon wissen, daß der Bruch zwischen Erzberger und Thyssen keineswegs unheilbar sei und daß man bei veränderten Zeitläuften Herrn Erzbergers große Gewandtheit, Arbeitskraft und Einfluß zum Beilen dieser industriellen Unternehmung wieder fruchtbar zu macden hoffen dürste." Herr Erzberger wird sicher zu sagen wissen, ob das ihm hier zum Vorwurf gemachte Doppclspiel auf Wahrheit beruht. Soziales. Erhöhung der Stellenvermittlergebühreu. Der Berliner Polizeipräsident hat nach Anhörung des öffent- lichen Arbeitsnachweises und von Vertretern der Siellenvermittlcr, der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer den gewerbsmäßigen Stellen- Vermittlern im Stadtkreise Berlin gestaltet, vom 1. Sevtember ab während der Dauer des Krieges einen Zuschlag von 20 Proz. zu den bisher gellenden Gebühren zu erheben. Piennigbeiräge können hierbei aus die nächsthöhere, durch zehn teilbare Zahl abgerundet werden. Zunahme der Unfälle. Ein Bild wie es typisch ist für die Entwicklung der Metall- industrie in der Kriegszeil gibt der jetzt erschienene Geschäftsbericht der Säckistich-Tbüringischen Eisen- unv Stahl-Berufsgenosicnschafr auf das Jahr 1916. Während die Zahl der Betriebe in den letzten fünf Jahren— 1916 Bestand der Betriebe 6550— fast immer die gleiche blieb, verminderte sich die Z a h l der Versicherten von 195 306 im Jahre 1913 auf 149 037 im Jahre 1915. Sie er- höhte sich dann wieder auf 166 648 im Jahre 1916.— Die Summe der g e z a h l t e n Löhe verminderte sich in demselben Zeiträume von 249 auf 197 Millionen Mark, sie erhöhte sich dann wieder auf 241 Millionen Mark im Jahre 1916. Der auf den einzelnen Ver- sicherten entfallende Durchschnittslohn hat fast ständig eine Erhöhung erfahren, und zwar von 1277 M. im Jahre 1913 auf 1325 M. im Jahre 1915 und 1459 M. im Jahre 1916.— Die Zahl der Unfälle hat eine fortgesetzte Zunahme erfahren, und zwar von 13 022 im Jahre 1913 auf 13 808 im Jahre 1916. Da sich inzwischen die Zahl der Versicherten stark vermindert hat. ergibt sich, daß von 1913 auf 1916 die Zahl der auf 1000 Versicherle entfallenden Verletzten von 66.67 auf 82,91 stieg. Die Zahl der weiblichen Verletzten erhöhte sich von 407 im Jahre 1915 auf 1823 im Jahre 1916. Die Zahl der Getöteten ver- mehrte sich von 38 im Jahre 1914 auf 77 im Jahre 1916. Trotz der Zunahme der Unsälle hat die Zahl der entschädigten Verletzten(also derjenigen, die länger wie 13 Wochen an den Folgen des Unfalls an ihrer Erwerbsfähigkeir benachteiligt stnd) eine Verminderung erfahren, nämlich von 1239 im Jahre 1913 auf 1121 im Jahre 1916. Die verhältnismäßig größte Zahl der cm- schädigten Unfälle, nämlich 484 im Jahre 1916, ereignete sich an Moloren, Transmissionen, Arbeitsmaschinen usw.— Die Beruis- genossenschaft zahlte im Jahre 1916 an zusammen 8287 Verletzte Renten im Betrage von 1 531 139 M. Für 594 Witwen Gelöteter wurden 142 251 M. gezahlt. Insgesamt zahlte die Genossenichai' im Betriebsjahre 1961 183 M. Entschädigungsbeträge. Die laustnde Verwaltung erforderte 126 162 M. Die Betriebsunlernehmer hatten Beiträge(Umlagen) in Höhe von 2 410 665 M. zu leisten. WetrerauSsichten für das mittlere Rorddeutschland MS Mittwoch mittai,. Vielfach heiter,- ab« noch ziemlich kühl und ver. änderlich, keine erheblichen Niederschläge. Berantwortlick für Politik: Erich«uitnrr, Berlin: für den übrigen Teil des Bialles: Alfred Scholz, Zieulolln: tür Inserate: Tll. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. V-rlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin S\v. _ Hierzu 1 Beilage und Uutcrvaltungsblatt. Direktion: Mas Reinhardt. OentMchcs Tncater. 7 Uhr: Rose Bernd. Mittw. 7: Sommernachtstraum. I» ammerspiele. 8U.: Gespenstorsonate. Mittwoch 71/, Uhr: Fasching. Volksbühne. Theater am Bülowplatz. Unternrundb. Sohönh. Tor. 73',; L,ninpcngesindel. Mittwoch 1ll, Uhr: Elga. Lessing-Theater. 7'u mrr: Mailame Leps. ISlittwoch: Liebe. Donnerstag 7 Uhr: Peer Cynt. DEUtsehes Künstler- Theater. Zum' 7h Maie: ClUblBUte. Theater f,-. Königgrätzerstr. l'U Uhr: Erdgeist. Komödienhaus 7,/4U.: Die verlorene Tochter. Berliner Theater 7'/, Uhr: Zum, 300. Male: l>le tolle Komtess. "{<$ Uml-Ilieotet Grosser(frsolg! Täglich ausverkauft! Dos ist iie liebe...! 3 Alte. Musik v. W. Bramme. Vorverkauf: 10— 2 und ab 6 Uhr(auch Tietz). Theater für Die nstag, 11. September. Dentsches Opernhaas 6'/, uhr: Loliengrin. Friedrich-Wilhelmst. Theater u/.uhr= Bas Dreimäderlhaus. Gebr. Herrnfeld-Th. Operetten-Gastspiel i'/.uhr: Die ledige Ehelran. Kleines Theater 7 uhr: Belinde. Komische Oper u-= SehwarzwalMel. Lustspielhaus Die blonden Mädels 7 lt Uhr: vom Ljndenhof. Residenz-Theater Tl. Uhr 73/4 Die WarsEhauer Zitadelle Metropol-Theater 71/iUhr: M(��«[1. Neues Operettenhaus SohiSbd. 4a. Kassent. Nd. 281 Der Soldat derMarie. SchlUer-Tbcater O vv.uhri fom andern Dler. Schiller-Th. Chart. 71/jUhr: TFaUlllUlUS. Thalia-Theater u& Egon nnd seine Frauen. Theater am Nollendorfplatz Ist. utr: Die DnlasManone. Theater des Westen« 7v.uhr:Der?erlielite Berzog mit Guido Thielscher. Berliner Prater-Theater, Kastanicnallee 7—9. Heute: Aha— famos! Gr. Alisstatlungs-Operettenposse in 3 Alten mit Gelang u. Tanz. Vorher d. gr. Varieteprogramm. Ansang 41/, Uhr. FriodrichstraBe an der Kochstr. Allabendlich 7'/, Uhr: Fregolia, Paul Beckers und das groBe September-Programm. Kasse ab 10 Uhr geöffnet. Reichs hallen-Theater Stettiner Sänger. Anfang 71/, Uhr. Jed. Sonntag nachmittag 3 Uhr Vorstellung z. ermäßigten Preisen! Logen 1 M., Parkett 75 Pf. Eintritt 39 PI Billetts schon heute! Casino-Theater Lothringer Straße 37. Täglich»/48 Uhr: Wirklicher Humor I Gr. Erfolg! Die Schlagerposse Heiraten mutzte! Vorher der neue bunte Teil. Sonnt. 4 Uhr: Gusle, die Perle. Trianon-Tlieater a. Bhf. Friedrichstr. Tel. ZL 4927 Anf.'ltS Der Anf.'/.8 reizende Adrian Sonntag nachm. 31/. Uhr bei ermäßigten Preisen: Johannisfeuer von Sudermann. Admirals-Palast. Die\ovitat Abrakadabra Großes phantastisches Ballett auf dem Eise. 7'U U- Vorzug!. Küche. Walhalla-Theater. VI, Uhr: Zigeuner. Miele Heue MlUimie KUpcnlcher 8truiSo 00—97. Spielplan vom 11.— 13. September: Königliche Bettler Ä1." l�i Cine verzwickte Geschichte. Entzückendes Lustspiel Vllj»■— Gesangsfilm. L s- jFqmmr wolhw Rj&UJPS&EO Der Neue Roman Sammlung zeiigenösTischer Srzähler Jeder Band geh. M. Z.SO, geb. M. 5.— 3n allen Äuchhandlungen. Neu: Heinrich Mann Die Armen Einband: Käthe Kollwih Heinrich Manns neuer Ztoman ist das Ruch des Kampfes der Friedenszeit: des Kampfes des nach Freiheit der Entwicklung, nach Äildung, licht hungernden Arbeiters gegen den satten Kapita- lismus. Kem gehässiges Äuch, aber ein Auch leidenschaftsicheu, ehrlichen Hasses. Manns künst- lerisch reifste Tat: ein Auch vollkommenster Ein- fachheit und Klarheit, ein Auch, das alle angeht, ein Auch, das jeder verstehen soll und wird. URANIA 8 Uhr: Das Oherengadin und der Splügen. Rose»Theater. � 7'/, Uhr: Der Weiberfeind. Der erfolgreiche Eröffnungs-Spielplan Dazu: 9 Uhr abends Pantomime in 12 Bildern von Karl Vollmoeller Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. g°r°Be Mus-Variete-5�;,- u. a. die rotierende lecker, die schwed. Nachtigallen, 3 Turmkünstler 3. Dir. Schumanns Meisterdr. Mur noch kurze Zeit Hfllflli Parforce- llalall Schnitzel.jagd. Sonntag 3'/, u. 8 Uhr. Nachm. 1 Kind frei sowie Gratis-Ponny-Reiten. Nr. 249 ❖ 34. Jahrgang Seilage öes vorwärts dienstag,? 1. September 1917 GroMerlln Von der Steigerung des Gasverbrauchs. Gegenüber der Anordnung, den Gasverbrauch einzuschränken, ist die vor dieser Mastregel beobachtete starke Zunahme des Gas- Verbrauchs von Interesse. Die Gaswerke der Stadt Berlin daben im ersten Halbjahr 19l 7, wie der den Stadtverord« »eleu jetzt vom Magistrat vorgelegte Halbjahresbericht ergibt, rund JtiS'/g Millionen Kubikmeter Gas erzeugt. Das sind um annähernd Jö'l2 Millionen mehr als im ersten Halbjahr ISIö, wo nicht viel über loL�/z Millionen Kubikmeter Gas erzeugt wurden. Diese austerordentliche Steigerung ist allerdings auffällig, und man be- greift, dast bei der Unzulänglichkeit der den Gaswerken gelieferten Kohlcnmengen die Möglichkeit einer weiteren Zunahme des Gas- dedarfs mit Besorgnis erwogen wurde. Der Halbjahresbericht gibt für die einzelnen Monate von lS17 an. wie ihre Gaserzeugung gegen die derselben Monate von ISIS sich geändert hat. Der Januar dieses Jahres brachte noch eine Ab- nähme um reichlich 2 Proz., im Februar war schon eine Zunahme um etwa'/a Proz. zu verzeichnen, für März ergab sich eine Plötz- liibe Steigerung um 121/2 Proz., der April hatte gleichfalls ein Mehr von 12� Proz., die Zunähme im Mai betrug 2S� Proz., und der Juni brachte eine Steigerung um sogar 32� Proz.— wohlgemerkt: tmmer gegenüber der Gaserzeugung desselben Monats vom Vor jabr. Leider verschweigt der Bericht, wie viel Kubikmeter Gas tat sächlich in den einzelnen Monaten erzeugt wurden. Im Juni an seineiii an sich mästigen Verbrauch fällt eine Steigerung um fast ein Drittel sehr viel weniger stark ins Gewicht als in Winter« monalen mit ihrem an sich grasten Verbrauch. Dast die Verbrauchs- steigerung gegenüber dem Vorjahr erst in den wäimeren und helleren Monaten einen so bedeutenden llmsang annahm, hat auf das Gesamtergebnis des Halbjahres einen deutlichen Einflust aus- geübt. Das Ergebnis für das erste Halbjahr von 1917 war gegen- über demjenigen für daS erste Halbjahr von 1916 nur um etwas über 19 Proz. höher, aber immerhin ist auch dieses Zunahmeverhältnis noch beträchtlich zu nennen. Da künftig um mindestens 19 Proz. weniger als in denselben Zeitabschnitten des Vorjahres verbraucht werden toll, so ergibt sich, wenn das Verlangen nach Gas in der zuletzt be- obachlelen Stärke fortdauert, eine aufgezwungene Verbrauchs- einschränkung nicht„pur" um 19 Proz., sondern» m 2 9 P r o z., u m 3 9 P r o z. u Ii d mehr. Unter den vermutlichen Ursachen der Zunahme des Gasverbrauchs hat man auch die genannt, dast in der letzten Zeit jeder möglichst seinen Kohlenvorrat für den Winter geschont habe und daher mehr als sonst mit Gas gekocht worden fei. Wird Grost-Berl»n besser mit Kohlen sür die Bevölkerung und sür die Gaswerke beliefert, fo kann die Gaserzeugung steigen und der Gasverbrauch sinken. Dann wäre ohne Zwang und ohne Härten der gewünschte Erfolg herbeigeführt._ Dir neue Elcktrizitätsverordniinq soll im Lause dieser Woche veröffentlicht werden. Wie verlautet, sieht sie für die kleinen Verbraucher«sin Verbrauchs Minimum von 599 Kilowattstunden vor.'Den grotzen Abnehmern dagegen wird der bisherige Ver- brauch uni 19 Proz. gekürzt. In srinos fallen Nachmittagsvor- stellungcn weg. Angestrebt wird einheitlicher Vorstcllungsbeginn um'ab Uhr. Die Kinobesitzer wünschen Verlängerung der Spiel- zeit bis-�12 Uhr nachts.____ Rcklauiationcn wegen Kohlenkartcn find für Berlin bei der Geschäfts st clle der Deputation für die Kohlen ver sorgung(Breite Str. 11) anzudringen. Mit Rücksicht auf den zu erwartenden starken Andrang hatte mau die sämtlichen Brotkommissionsbezirke zu fünf Gruppen zusammen- gefaßt, deren jede einem bestimmten Wochentag zugewiesen wurde. Am gestrigen Montag sollten die Belvohner der BrotkommissionS- bezirke 1— 59 abgefertigt werden, aber das war ein schwieriges Stück Arbeit. Der Andrang übertraf alle Erwartungen und Be- sürchtungen. Tausende wanocrten nach der Breiten Straße, Hunderte drängten sich vor der Tür, mußten Polonäse bilden und hatten in Geduld auf Abfersigung zu Ivarten. Die Geschäftsstelle hat eingesehen, daß die Abfertigung anders geregelt werden muß. Sie empfiehlt jetzt, alle An- fragen und Anträge schriftlich a» die Deputation für die Kvblenvcrsorgung zu richten. Für mündliche Erledigung, von 9—5 Uhr, die nach wie vor zugelassen wird, sind dir noch übrigen Brotkommissionen auf sehr viel mehr Tage als bisher verteilt worden, und zwar so: Kommissionen 51— 79 am 11. September, Kommissionen 71— 99 am 12. September, Kommissionen 91— 119 am 13. September, Kommissionen III— 130 am 14. September, .Kommissionen 131— 150 ain 15. September, Kommissionen 151 biS 179 am 17. September, Kommissionen 171— 190 am 18. September, Kommissionen 191— 210 am 19. September,.Kommissionen 211 bis 236 am 20. September. Für Gewerbetreibende soll die Versorgung durch Berufsorganisationen geregelt Iverdcn. Anträge sind zu richten von Gastwirten an die Kontrollkommission des Gast- Wirtsverbandes(Strauß. Alexanderstr. 14c), von Konditoren au die Konditoreninnung oder den Vorsitzenden des Vereins der Konditoren, von Kürschnern, Mützenmachern, Schmieden, Schlossern, Schneidern, Schornsteinfegern an ihre Innungen, von Wäschereien und Plättercien an den Verein der Wasch- und PlättanstaltS- desitzer. Für andere Gewerbebetriebe und Berufsgruppcn sit die Regelung im Gange, Anträge von ihnen sind daher noch verfrüht und sind übrigens nur schriftlich zu stellen. Hervorgehoben wird noch, daß die bisher verteilten Kohlen- karten„nicht sür die Befriedigung des ganzen Winterbedarss be- stimmt sind, sondern nur eine vorläufige und teil to eise Versorgung darstellen". Wer eine Kohlenkarte mit der ihm zustehenden Menge richtig erhalten hat, dürfe auf irgendwelche besondere Vergünstigung nicht rechnen. Höchstpreise für ausländische Mchkonservcn beabsichtigt. Obwohl die Eipfuhr von Fischen und Fischkonserven durch Be- kanntmochung des Reichskanzlers zentralisiert worden ist, werden noch immer Auslandsware». insbesondere Fischkonserven, in den Lebensmittelgeschäften zu Preisen angeboten, die das Doppelte und Dreifache der Preise betragen, die die von der Z-E.-G. eingeführten und durch die staatlichen Verteilungsstellen weitergegebenen Fisch- waren kosten. ES ist daher der Verdacht begründet, dast diese bandelssreien ausländischen Fischkonserven entweder durch unerlaubten Kettenhandel oder durch unangemessene Gewinne übermäßig verteuert werden. Das KriegSwucheramt hat bereits zahlreiche Fälle sestge- stellt. Wie die volkswirtschaftliche Abteilung des KriegSernährungS- amicS jetzt mitteilt, schweben Erwägungen, schon in allernächster Zeit Höchstpreise für ausländische zubereitete Fische, insbesondere Fisch konserven, festzusetzen. fmuen un&foa&cfyen! bmfyakrland mß$ud)! Tie Lebensmittelversorgung Zuziehender. Die Zentralbehörden haben es für unzulässig erklärt, dast einzelne Gemeinden bei Neuanmeldung zugezogener Personen trotz des Vorliegens eines ordnungsmäßigen Abmeldescheines auS der bisherigen Versorgung die Aufnahme dieser Personen in die neue Versorgung binsichllich einzelner Lebensmittel erst nach Ablauf einer bestimmten Frist vornehmen. So bestanden bislang bei der Ver- sorgung mit Butter und Eiern sogenannte Karenzfristen, das heißt Voraussetzung für die Zuteilung einer Speisefett- oder Eieriarte war ein Aufenthalt von einer Woche; es sollte damit natürlich eine Doppelversorgung mit diesen Lebensmitteln vermieden werden. Demgegenüber haben die Zentral- behörden angeordnet, dast jetzt Neuzuziehende und Reisende, die die vorgeschriebene Abmeldebcscheinigung des früheren Aufenthaltsortes vorlegen, von dem Tage ihres Ausscheidens aus der früheren Ver- sorguug an in der gleichen Weise versorgt werden sollen wie die oriseingesesiene Bevölkerung,«sie erhalten also auch Speisefett- und Eieikarteu ohne Wahrung der Karenzzeit, die stillschweigend fallen gelassen worden ist. Zieht eine Person im Laufe der Woche zu, so erhält sie eine Speisefellkvrle sür die ganze Woche, es sei denn, daß aus den Vermerken der Abineldebescheinigung die bereits erfolgte Versorgung für die Woche ersichtlich ist. Behandlung der Milch im Haushalt. Im Haushalt soll die V o l l- und Magermilch alsbald abgekocht werden; zweckmäßig werden hierzu die mit Vorkehrungen gegen das Ueberwalleu verseheneu sogenannten Milchkochtöpse ver- wendet. Nach dem Kochen ist die Milch sofort abzukühlen und zur Verhütung des Zutritts neuer Keime möglichst in demselben Gesätz, das zum Aufkochen dient und einen übergreifenden Deckel haben soll, lübl aufzubewahren. Ist Voll- oder Magermilch infolge zu langer Lagerung oder unsachgemäßer Behandlung und Aufbewahrung fadenziehend oder schleimig geworden oder zeigt sie sonst eme ab- weichende Beschaffenheit, iiisbesondere einen fremdartigen Geruch oder Geschmack, so ist sie vom Genutz auszuschliesteu. Sauer- gewordene Magermilch von reinem Geruch und Geschmack kann wie saure Vollmilch verwendet werden. Zur Ernährung von Säuglingen darf Magermilch auf leinen Fall verwendet werden. Tic Berliner Schulreform. Der Magistrat teilt der Stadtverordnetenversammlung jetzt mit, dast er die Schulreformpläne mit den ,von ihr geivünschren Aende- rungen zum Beschlust erhoben hat, DaS Wesentliche daran ist, dast für begabte Knaben und Mädchen der Gemeinde« schulen besondere Aufstiegsmöglichkeiten geschaffen werden, die noch aus den oberen Gemeindeichulllassen den Uebertritt in höhere Schulen gestatten. Gcsolgt ist der Magistrat der von den Stadtverordneten gegebenen Anregung, daß die sür hochbegabte Geincindesckulkinder zur Erleichterung des Besuches höherer Schulen bestimmte Unterhaltsbeihilfe von jährlich 399 M.(neben Schulgeldbejreiung usw.) nicht nur an Knaben, sondern auch an Mädchen gegeben werden soll. Zu den weiteren Wünschen der Sladlocrordnetcnversammlung, die sie im Juni bei ihrer Beschlust- sasiung über die vom Magistrat vorgelegten Schulrcformpläne aus- g-jprochcil Hai, gehört auch der Abbau der Vorschuleu. Ter Bringerlohn des Kohlenhändlers. Kohlen in den Häusern abzutragen, sind Kohlenhändler jetzt nicht gern bereit. Allerdings fehlt es ihnen meist auch an den dazu nötigen HilsSkräften. Geklagt wird, dast Uebervorteilungen der Käufer durch unangemessene Forderungen von Händlern vorgekommen seien. Darum wird sich der ArbeitSausschust der Preisprüfungssielle demnächst mit der Festsetzung einer Skala des Lringerlohncs be- fassen. Hierbei wird der Gedanke keilend sein, dast im allgemeinen je ein Zentner und Stockwerk eine Steigerung der Gebühren um 5 Pf. eintreten soll._ Ein Ei 10 Pfennige! Wie die Zentral-Emkaufsgesellschaft m. b. H. mitteilt, sieht sie sich genötigt, von dieser Woche ab den Klernverkaufspreis sür die von ihr aus dem Auslande eingeführten Eier von 36 Pfennige auf höchstens 49 Pfennige pro Stück zu erhöhen. Den Anlast zu dieser Erhöhung gibt die Steigerung der Einkaufspreise für Eier iu ver- schiedenen Eiukaufsländern, in denen die Nachfrage außerordentlich gestiegen ist.' Es wäre tminschenswert, daß sich die Z. E. G. auch bemühte, etwas dem ausländischen Wucher beizukommen. Eier haben gegenüber den Friedenszeiten bereits eine Preissteigerung von 499 Prozent erfahren. Wie hoch will man sie denn bis zum Jahresschluß noch treiben! Raubmord in Berlin-Norden. Ermordet und beraubt wurde in der Nacht zum Montag die Inhaberin der Sch a n k w i r t s ch a f t„Zur Deutschen Kneipe" in der Novalisstr. 7, die 69jährige aus Hannover gebürtige Frau Rahel Jalobi, geb. Simon. Am Morgen wurde ste in dem Hinteren Schantraum in einer Blutlache tot auf dem Fußboden liegend aufgefunden. Sie war ganz angekleidet und hatte an der linken Kopfseite eine offene Verletzung, aus der Blut in großer Menge ausgeströmt war. Bei einer genaueren Besichii- gung fand man an der Leiche auch noch Würgemale am Halse, und der Zopf war vom Kops heruntergerissen. Das deutet darauf hin, daß zwischen dem Mörder und seinem Opfer ein Kampf stattgefunden hat. Nach dem Ergebnis der Ortsbesichti- gung ist anzunehmen, daß der Täter mit der Wirtin nach Schluß des Geschäftes zu einem Glas Wein nach deni Hinterzimmer gegangen ist. Die„Deutsche Kneipe" ist eine Wirtschaft mit Kellnerinnenbe- dienung. Auf einem Tisch des Hinterzimmers fand man eine Flasche Weißwein mit zwei Gläsern und einen Teller mit einigen Zigaretten. Wahrscheinlich hat der Mörder den tödlichen Schlag ge- sülirt, während die Wirtin an seiner Seite ahnungslos neben ihm aus dem Sofa saß. Nachdem sie zu Boden gestürzt war, durchsuchte er die Kleider der Sterbenden und im vorderen Schankraum die Behältnisse des Ladentisches nach Geld. Ob er geraubt hat, läßt sich noch nicht sagen. Eine Schwester der Ermordeten, Frau Moses, die neben der Wirtschaft Laden an Laden ein Papiergeschäft betreibt, bekundet, daß Frau Jakobi ständig eine größere Summe, 699 bis 799 Mark, zu Hause gehabt habe, außerdem einen kostbaren Brillant- ring. Diese Ähätze hat der Mörder wohl im Büfett vermutet und wahrscheinlich auch gefunden; denn die Glastür des Büfetts ivar zertrümmert. Er holte Betten und ein Kopfkissen, die er vor dem Büfett und auf dessen Vorsprung ausbreitete, um die Scherben auf- Anfangen und Geräusch zu verhüten. Wahrscheinlich war der Mord nicht eine Tat augenblicklicher Leidenschaft, sondern v o n langer Handvorbereitet. Frau Jakoki handelte noch mit Brillanten, kaufte Schmucksachen und verkaufte sie wieder. So kam sie auch in Berührung mit Stratzenmädchen und deren Anhang. Es ist möglich, daß sie einem Mann aus diesen Kreisen in die Hände gefallen ist. Der Verkehr in der Schankwirtschaft war gemischt; die Frau hatte zweifelhafte Gäste, aber auch solch« aus einwandfreien Kreisen. Es verkehrten bei ihr auch Mädchen, die ihr Kundschaft zuführten, ihr mithalfen und dafür bezahlt wurden. Die Leichenöffnung hat ergeben, daß die Ermordete durch Erwürgen und Bluterguß ins Gehirn ihren Tod ge- fllirden bat. Der Hals weist starke Würgemale auf, und auf dem Kops befinden sick, mehrere 7 bis 8 Zentimeter lange Verletzungen von Schlägen mit einem stumpfen Merkzeug, vielleicht mit einem Stock. Mehrcrc Rippen sind gebrochen, und Blutergüsse in der Rippengegend lassen darauf schließen, daß der Mörder das zu Boden gestürzte Opfer»och mit Fußtritten mißhandelt hat. Von einem heftigen Kampf, der stattgefundc» haben muß, zeugen auch Haare, die in de» Händen der Erniordeten gefunden wurden. Für zweckdienliche Angaben, die zur Ermittelung des Täters führen können, ist eine Belohnung von 2999 Mark aus- gesetzt. Eine Dienstmagd und spätere Kellnerin, die früher bei der Fra» oft tätig war, wurde am Soniiiagnachmittag in der Novalis- strahe gesehen. Man nimmt an, daß sie Frau Jakobi besucht Hai. «später soll noch ein Mann in die Wirtschaft hineiitgegaiigen sein. Beide könnten vielleicht Mitteilungen machen, die wertvoll sind. Eine 5?amllientragödie. Mit ihrem acktsährigen Sohne in de« Tod gegangen ist die 36 Jabre alte Ehefrau Margarete�des Laternenanzünders Haack aus der Friedrichsfelder S t r. 5. Als Haack von eineni Ausgang zurückkam, fand er seine Wohnung verschlossen und ver- riegelt. Wie er sagt, ahnte er gleich nichts Gutes, weil seine Fräu wegen der Ernährungsschwierigkeiten schon öfters Sellbstmordgedanken geäußert habe. Er ließ öffnen und fand die Frau und den acht Jahre alten Sohn Pank wt in ihren Betten liegen. Die Unglückliche hatte mehrere Gashähne geöffnet und die Räunie waren ganz mit Gas angefüllt. Ein Arzt und Sama- riter der Feuerwehr machten Wiederbelebungsversuche, die aber keinen Erfolg hatten. Im Gegensatz zu ibrcm Manne hat Frau Haack als Grund ftir den verhängnisvollen Schritt nicht Nahrungs- schwierigkeitcn, sondern Eifersucht angegeben. Die weitere Aufklärung der großen Güterdiebs, Stile, über die wir berichteten, schreitet raicki fort. Durch die neuesten Ermittluiigeir wurden bereits wieder fünf Personen festgestellt, die in das Treiben verwickelt sind. Darunter ist ein Tisch lernieister. der größere Kisten mit Waren aller Art in seiner Tischlerei einstweilen unterstellen liest. Auch die übrigen Beschuldigten sind Leute, die die Beute einstweilen in Verwahrung hatten, oder solche, die sie abkauften. Es ist auch ge- lungeii. gestohlene Sachen in grösterer Menge, die noch nicht weiter- verkauft waren, wieder herbeizuschaffen, iverivolle Seide u. a.»i. Dast das Treiben einen solchen Umfang amiebilien konnte, erklärt sich aus der Ueberlastung des Eisenbahnverkehrs und der Güter- bahnhöse. Drei Gepäckscheinschwindler wurden festgenommen, zwei Männer und eine Frau. Diese gab wertlose Pakete in Ver- Wahrung, um Gepäckscheine zu bekommen. Einer der Männer machte sich dann an Reisende heran, spielte den zuvorkommenden Gepäckträger»nd gab ihnen statt der richtigen die Scheine auf die wertlosen Pakete. Mit den richtigen Scheinen holte der andere Mann später das Gepäck der Reisenden ab. Ein Zusammenstoß zweier Strasienbahuwagen ereignete sich Sonntagnachmiftag gegen Uhr an der Ecke der Martgrafeu- und Leipziger Straße. Ein Zug der Linie 87 fuhr gegen einen Triebwagen der städtischen Straßendahn. Der angefahrene Wagen sprang aus de» Schienen und beide Wagen wurden beschädigt. Zwölf Fahrgäste trüge» leichte Verletzungen davon; sie konnten sich sämtlich von der nächsten Unfallstation»ach ihren Wohnungen begeben._ Neukölln. Lebensmittel. Am Sonnabend, den 15. wird in den städtischen Verkaufsstellen der Marmeladeverkauf auf Ab- schnitt 46 geschlossen. Nachzügler können noch bis dahin ihr Ouan- tum eniuehmen. Von heute ab werden in den städtischen Verkaufssiellen an Jugendliche Morgen trank und G r a u b e n abgegeben. Abschnitt 8 der Lebensmittel zusatzkarte sür Jugendliche berechtigt zur Entnahme von 259 Gramm Morgentrank und 159 Gramm Graupen. Heute bekommt Serie A, Mittwoch B, Donnerstag C, Freilog D, Sonabend E und Montag Serie F. Schöucbcrq. Lebensmittel. Bis beute muß die Voranmeldung für 1 Pfund Südfruchtmarmelade auf Abschnitt Nr. 62 der Nähr- mittelkarte und'/s Pfund Erbsmehl auf Abschnitt Nr. 17 der Nähr- mitlelkarte für Jugendliche erfolgen. Ausgegeben werden in dieser Woche 299 Gramm Suppen auf Abschnitt Nr. 61 der Nährmiltekkarte und 1 Päckchen Puddingpulver auf Abschnitt Nr. 16 der Nährmiltelkarte für Jugendliche. Gegen Vorweis der Schöneberger Nährmittelkarte wird in etwa 159 Ge- schäftcn KriegSrnuS verlauft._ Lichtenberg. Lebensmittel. Auf die 19 Abschnitte der Kartoffel- karte gelangen 5 Pfund und auf Abschnitt 192 noch 2 Pfund Kar- toffeln zur Verteilung. Ferner werden verausgabt: Ohne Ab- lrennung von Marken Frühgemüje und Obst zu Tagespreisen. Auf Abschnitt 99 je 199 Gramm lose Suppen zum Preise von 9,29 M. Gegen Vorzeigung sämtlicher Lebeiismittelkarten für jede Haus- hallung 1 Kaslenkuchen zum Preise von 1.35 M. in den städtlschen Verlaufshallen. Auf Abschnitt 191 K. G I>/- Pfund Sirup zum Preise von 9.45 M. für ein Pfund. In den städtischen Fischhallen werden abgegeben: Ans Abschnitt 98 Räucherwaren. Ohne Marken: Frische Fluß- und Seefische, eingemachte Gurken, Stück 9,15 bis 9,29 M._ Kreis Teltow. Die zweite Verteilung von Eiumachezucker. Auch in den Gemeinden des Kreises Teltow wird eine zwefte Verteilung von Einmachezucker demnächst erfolgen; die Gemeinden werden bereits mit den dazu etforderlichen Zuckermengen beliefert. Auf den Kopf der Bevölkerung entfallen Pfund. Die Verteilung von 1 Pfund Einmachezucker wie in anderen Groß-Berliner Kommunal- verbänden ist im Kreise Teltow nicht möglich, weil dieser die bisher verteilten Kunslhonigmengen, die aus Znckerersparnissen des Kreises herrührten, im Gegensatz zu anderen Konimunalverbäiideit ohne An- rechnung auf Vre Zuckerlarte abgegeben hat. Niederschöiihausen. Lebensmittel. Auf Abschnitt 7 der Lebens- mittelkarre entfallen 199 Gramm Holländer Käse zum Preise von 72 Ps.. auf Abschnitt 8 ein Pfund Südsnichtmarmelade zu 1,10 M. Außerdem gelangen demnächst norwegische Fettberinge in Dosen zum Preise von 2,75 M. zur Ausgabe. Kartoffeln werden nur 5 Pfund verabfolgt, zunächst jedoch nur auf die sechs grünschraffiertcn Abschnitte je'/2 Pfund, also drei Pfund. Auf Karloffelzusatzkarlen werden zwei Pfund Kartoffeln abgegeben. Tegel. Lebensmittel. In der laufenden Woche werden fünf Pfund Kartoffeln verabfolgt. Vom Donnerstag ab können in den bezügliche» Geschäften auk Abschnitt 56 der Lebensmittelkarte 199 Gramm Hülfenfruchtmehl(14 Ps.) und 199 Gramm Graupen (7 Ps.) enlnomnien werden. Infolge verminderter Fleischzufuhren wird es nicht möglich sein, den Einwohnern die zustehende Menge zu verabfolgen. Die Gültig« keil der Fleischmarken der Woche vom 3. bis 9. September wird bis einschließlich Mittwoch, den 12., verlängert. Diese Marken sind von den zustehenden Schlächtermeistern vorweg einzulösen. Infolge der sich immer mehr steigernden Preise aus dem Lebensmitlelmarkt ist von Beginn dieser Woche ab der Preis sür das Essen in der Mittel- standslüche wochentäglich aus 89 Pf. und Sonntags auf 1 M. für die Portion erhöhl. In der Gemeindeverkaussstelle gelangen Fisch- waren zum Verkauf, außerdem wird Marmelade m jeder gewünschten Menge abgegeben. Gerichtszeitung. Wieder ein Milchplantscher. Der Angeklagte Eduard M a n l e und seine Ehefrau Minna, die gestern vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte wegen Milch» plamschem zur Äeraniwortung gezogen wurden, sind aus diesem Gebieie keine Neulinge, sondern beide bereit» wegen reichlichen Wafferzuiayes zur Miltö vorbestraft. Der Ehemann bat sogar schon eine Geldstrafe von 1200 M. wegen diese» Frevels erlitten. Er batte bisher der ehr'amen Zunft der Rosselenker angehört, dann ober Verwandelle er sich in einen Milchhändler und betrieb diese« Geschäft unier Beibilse seiner Ehefrau in einer Weite, die nun beide wieder auf die Anklagebank gebracht hat. Sie haben wieder ein- mal Milch, die mit 2S P r o z. W a i s e r versetzt war. als „Bolliniich" verkauft. Da» Schöffengericht verurteilte beide Angeklagten zu je 6 Wochen Gefängnis und 600 Marl Geldstrafe. Herr Mauke hat übrigens inzwischen den Milch- Handel an den Nagel gehängt., Eine rätselhafte Adressenänderung. Ein Brief, der infolge einer unausgeklärtcn Aenderung der Adresse die Adressatin nicht erreichte, spielte eine Rolle in einem Gewerbe- gerichlsprozetz. In dem Biiesuinschlag wollte die beklagte Firma einer Arbeiterin, die ouigehörl hatte, die Jnvalidenkarte zu» schicken Der Brief war richtig adressiert, aber neben den Bestimmungsort Berlin halte nachträglich eine andere Hand mit Bleistift das Wort Lichtenrade geschrieben, so daß der Brief nach Lichtenrade ging. Dort wurde die Adressatin natürlich vergeben« geiucht, und noch mehreren Tagen kam der Brief an die Absenderin zurück. Die Arbeiterin forderte durch die Klage Schadenersatz für die Zeit, wo sie wegen Fehlen» der In- validenkarte keine Arbeit finden konnte. Da» Gericht hielt dielen Anspruch der Klägerin jedoch nicht für begründet, weil die Firma nicht haftbar sei für die Folgen der von einer unbekannten Person wahrscheinlich auf der Post vorgenommenen Adresfenänderung. Firmeuangabc ans Brühwürfeln. Nach der Bekanntmachung de» Reichskanzler» vom 2S. Mai tS16 müssen eine Reibe von Waren, wozu auch Brühwürfel gehören, lvenn sie i>t Packungen oderBehält nissen an den Verbraucher abgegeben werden sollen, auf der Packung oder dem Bebältni» Angaben über den Inhalt enthalten sowie den Nomen oder die Firma und den Ort der gewerblichen Hauplnieder- lassung desjenigen, der die Ware herstellt. Bringt ein anderer die Ware unter seinem Namen in den Verkehr, so ist dessen Name und Niederlassungsort anzugeben. Strafbar»lacht sich u. a., wer ohne Beachtung der Vorschriften die Ware in den Verkehr bringt. Wegen Uebertretung dieser Vorschristcn war ein Kaufmann Rosenthal in Berlin zu einer Geldstrafe von S0 M. verurteilt worden. Er hatte Suppenwürfel, von denen jeder eine Umhüllung hatte, zu je 100, 500 und 1000 Stück in Dosen an Großhändler und Kommunen verkauft. Seine Firma stand auf der Umhüllung der Dosen, nicht ober aus der Popierumhüllung der einzelneu Suppen- würfel, die im übrigen andere vorgeschriebene Angaben über den Inhalt enthielt. Das Landgericht nahm an, dasi auch die Firma de» Angeklagten auf der Umhüllung jedes einzelnen Suppenwürfels hätte sieben müssen. Das Kammergericht verwarf die von ihm eln- gelegte Revision. Der Angeklagte habe gewußt, daß die Brüh- Würfel in kleinen Ouantitälen einzeln an die Verbraucher abgegeben würden. Er hätte deshalb auch die einzelnen Würfel mit der vollständigen Auischrist versehen muffen, also auch mit seinein Namen oder seiner Firma. �kus aller lvelt. Raupcnplage in Frankreich. Nach einer Meldung des„Temps" hat im ganzen Bezirk von Lyon die Raupenplage einen solchen Umfang angenommen, dag man von einer wirklichen Landplage sprechen müsse. In Bellegarde konnte sogar die Straßenbahn st recken weise iitchl mehrverkehren. In Haute Loire sind in der Umgebung der Stadt Puy die Wege ungangbar. Die Raupen drangen selbst in die Hauser ein. In der Gemeinde Aiguilbe waren die Bewohner gezwungen, vor den Raupen zu flüchten. Der angerichtete Schaden ist außerordentlich hoch und vergrößert sich roglägtich. Alle Mittel versagen. Eingegangene Druckschriften. Da« schtefische Fräulein. Von Juliane Karwatb. 4M.— Die stillen Königreiche. Von Josef Friedrich Perkoning. 5 M.— Urtc Ralwi«. Von Klara Ratzta. 4 M.— Mein Sinchbar Ameise. Von Georg Hermann. 2 M..— Das Grab des Lebendigen. Von Franz Nabl. 8 M.— Die Winkel bürger. Von Valentin Traudt. 4 M.— Das Abenteuer der cincu Nacht. Von Hermann Wagner. 2 M. Verlag Egon Fleischet u. Ko., Berlin Die Ltebesarbeit für unsere Feldgrauen. Bon Wilhelm Schesfcn. Geh. 8,40 M.. geb. 4.20 M.— Die Schule im Dienste der werdende» Persönlichkeit. Band I und II. Von H. Gaudig. Geh. 12 M., geb. 15 M. Verlag von Quelle u. Meyer, Leipzig. veutlchek Metsllskbeltek- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Mechaniler �o8epd Seeller Pankow. Schmidtstr. 6 am 8 S eptember gestorben ist. Die Einäscherung findet Donnerstag, den 18. Sept., nachmittags 3 Uhr, im Kre. matorium Gerichtstraße statt. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schmied Julius Pohlmann Luxemburger Str. 6 am 5. September gestorben ist. Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 12. Sept., nachmittags 5 Uhr, im Krematorium Gerichlstraße statt._ Kachrnf. Ten Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher lZeorg Scbultze Wisjmannstr. 24 am K.Sevtember gestorben ist. Ehre ihrem Andenken l 181/15 Die Ortsverwaltung. Allen Kollegen zur Nachricht. daß om 6. September unser alter Kollege, der Korbmacher 11851 Franz Schönfeld nach langer Krankheit im Neuköllner Rrankenhause verstorben ist. Adolf Lerdau als Kollege. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 12. September, nachmittags'von der Halle des KirchKose» am Marien» botstr Weg aus ilait._ Als Opfer des Weltkrieges fiel am 15, 5luguit mein lieber Maiin, der Maurer Jnh. d. Eisern. Kreuz. II. Kl., im Alier von 30 Jähren. Im tiefsten Schmerz Martha Dzflhackfch geb Höhne als Frau und Töchterchcn Lottchen. Ww. Dzschartich als Mutier. Familie Weise. Familie PäSler. Familie Zimmermann als Bruder und Schwager. Du ruhst nun fern in sremdcr Erde von diesem Völker- ringen aus, Doch schöner wär'S, Du würdest leben, und kehrtest nach Friedensschluß nach Haus.[14151 Ruhe sanft in Feindesland. Deutfdser transportarbeiterverband. Bezirksverwalt. Groß-Berlln Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Hausdiener friöllricl> Klamandt am 7. d. MtS. im Alter von 7t Jahren verstorben ist. Ebre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle d EmmauS» Kirchhofes in Neukölln, Her» mannstraße 129, aus statt. Die Bezirksverwaltung. Beschlagnahmsreie Mengen gebrauchter'/, �ett=T25n Wein-�4' �Korke� und alle anderen Sorten sowie Zelluloid-> Film- Hartgummi- Wachswalzen- Schallplatten- 1�, kauft Ordowcr G. m. b. Ä. Berlin, Georgcnkirchstr. 50 beim Alexanderplatz. 9-12, 8—5 Uhr.» Ungealmte Erwerbs- MBglichheifen Wetet die nächste Zukunft Eine tlel greifende Änderung unseres gesamten Wirtschaftsleben», ein gewaltiger Aufschwung unserer Industrie u. des Handelt steht bevor, und es werden überaU geschulfe Kräfte gesucht sein. Angehörige technischer Berufe u. Handwerker sollen nicht versäumen Ihre Kenntnisse und Fertigkeiten de» kommenden Zelt anzupassen, um teil zunehmen tn den wirtschaftlichen Er folgen, die naturgemäß das Ergebnh des gewaltigen Ringens sein müssen Das beste Mittel, rasch und gründlich ohne Lehrer, durch einfachen Selbst Unterricht eine gründliche Ausbildung In technischen Wissenschaften zu er werben, sind die technischen Selbst unterrichtswerkc„Syst.Karnack Hachfeld44. 80 S. starke Uro schüre kostenlos. Bonne» 1 Hachfeld, Polsdam. Fosllaeü 167 Zur Aasscheldunir aller scherfen und kranken Stoffe aus Blut und Säften, gegen Biutverdickung. Blutandrang, rotes Gesicht. Hautunreinigkeiten Ist mein Blut reinig nngspalver Salfarln seit über 25 Jahren wirksam erprobt. Schachtel M. 1.50. Otto Relehet« Berlin<3, Eisenbahnstrasse 4. Jtanr- Strausseo feiern sind die besten. 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Ausbildung. Acht Wochenstunden. c) Fortbildungsschule fflr weibliche Annestellte. Weinmeisterstr. 16/17. Unterricht in allen kaufmänn. Fächern, abends 8— 10 Uhr. d/ Schule für Maschinenschreiben für Mädchen. Neue Friedriohstr. 55/56. III.' Der Unterricht wird von 8'/,— 2'/, und von 7— 10 Uhr erteilt. e) Kaufmänn. Fachschulen für schulpflichtige Lehrlinge, Auguststr. 21, Sophienstr. 18, Scbastianstr. 26, Inselstr. 2/5, Elisabethstr. 56/57, Gartenstr. 25, Steglitzer Str. 8a. Der Besuch befreit vom Besuch der städtischen Pflichtschule. Außer den kaufmänn. Fächern auch Englisch u. Französisch in 8 Wochenstunden. Vor- u Nachmittag-Unterricht. f) Fachklasse für Lehrlinge des Versicherungsgewerbes, Dorotheenstr. 12. g) Kaufmänn. Abendschulen für junge Kaufleute, Klosterstraße 74, Sebastianstr! 26, Inselstr. 2/5. Sämtliche kaufmänn. Fächer und Sprachen, abends 7-10 Uhr. h) Geschloss. höh Handelskurse f. j. Kaufleute mit d Berechtigung z. einj. Dienst, Klosterstr. 74. Ausbildung in sämtlichen kaufmänn. Fächern sowie Englisch und Französisch, abends 8—10 Uhr. Nach Absolvierung Abschlußzeugnisse. Beginn sämtl. Kurse am 10. Oktober. Auskunft täglich im Bureau der kaufmänn. Schulen. Burg- Straße 25 II, vob 9— S Uhr, sowie in den Schulen selber. Der Direktor Or Knörk. Soiifllöetnofrafieuuö fffloMgetl. Gtiieöung ober Staatsbürger, Weltbürger und Mensch Bon Nationalral Robert Seidet Prtvaidozent an der Nniversttät Zürich Der Verfafier sagt tn seinem Vorwort u. a... Die vorliegende Schrift detämpfi»ich! nur die Irrtümer eines einzelnen Genossen, sondern die einer ganzen Richtung in unserer Partei, aber sse ftüet sich in diesem stampfe immer und uderall auf die Geschichte, auf die Grundsätze...... Preis Mart 2,50 Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 3(Laden) Parteiveranstaltungen am Mittwoch, öen 12. September, abenös S Uhr. Zoziaidkmokratischer Verem für Serliu 1. Mitgliederversammlung de, Gluue. Kommandantenstr. 88. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Theodor Fischer über die bevorftebende Erhöhung des Eäspreijes. 2. Disfuffion. 8. VeteinSangelegenheiten. Alle auf dem Boden der Mehrheit stehenden An» Hänger sind eingeladen. Ter Vorstand. 5oMfdrmokrsstischrrVtrkM fiirKerli« ll. Mitgliederversammlungen: Allen Geiiosien und Genojfiuuen, die zur Partei weiter gebörcii wollen und de» Neber- tritt noch nicht vollzogen haben, ist tn den hier bekanntgegebenen Versavimlungeu dazu Gelegenheit gegeben. I. ii ii«1 II. Abteilang Westen bei Schneider. Winleefeldtstr. 8. III. nn«l I'tCAbtelInng. Müden und Friedrichstadt, Lindenftraße 8, II. Hof links III. V. Abteilung, Süden, bei Mann, Hornstr. 2. VI. Abteilung, küüden, bei Schuster, Ehamisso, platz 4. VII. Abteilung, stiüden, bei Reim, Urban- straße 29. Till. Abteilung. Süden, bei Ewald, Schönlein- sttaße 6. Tagesordnung: Bericht und LrgauifatiouS- fragen. Der Borstand. Zomldeulokflitischrr Vereiu fürSerlmlII. Mitgliederversammlung im GewerkschaftSbaus, Engeluser 15. Togesoiduung: 1. Vortrag des Genossen Redalteur Erich Kutt- »er. 2. Vereins angelegenhoiten. »ovtziaiKkUt*sb AoMemkratilcher Verem fiirSerim IV. Mitglirderversammlunge»: Beter» bnrger Viertel im Lokal von Karl Kühne. Schreinerstr. 58. Tagesordnung: Vortrag über unsere Stellung zum Kriege. Pünktliche» Erscheinen nötig, da bereits um 10 Uhr Polizeistunde. Genossen und Vorwärtslefer, die der Partei bei- treten wollen, als Gäste willkommen. Lttzndsberger Viertel im Elyfium, Lands. berger Allee 40. Tagesordnung; Vortrag des Landtagsabgeordneten Paul Hirsch über die Neuorientierung in Preuße». Diskussion und Per- schiedenes. Vollzähliges Erscheinen unbedingt notwendig. Neuaufnahmen und Ueberlritte werden entgegen- genommen. Franhtnrter Viertel bei Boeker, Weberstr 17. Bortrag des Genoffen Max Sassen. Dis> fusfion und Verschiedenes. Stralaner Viertel bei C«. Rast, Warschauer Straße 57. Tagesordnung: 1. Vortrag van Gen. G. Trinis- Lichtenberg über; Friedenswönsche und FriedenSmöglichkeiien. 2. Dislusfion. 3. Per- schiedenes. Wir ersuchen die werien Mitglieder sreundlichst um zahlreichen und püultlichen Besud,. (■ttrlltser Viertel bei DauS. Lausitzer Str. 46. Tagesordnung: 1. Unsere zukünstige Agitation. 2. Wahl der Abteilungsführer und eines Viertel- führers. Cttpenleher Viertel bei Fröhlich, Muskauer Straße!. Tagesordiiuiig) 1. Vortrag des Genossen Hugo P o e tz s ch. 2. Dislusfion. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen aller Genoffen und„Bor- wärts'.Leser dringend erforderlich. Der Vorstand. Sottaldemokratischkr Vemii für Serlm V. Mitgliederversammlung in Girmnuds Festialen. Lmienstr. 8 und Jostystr. 4. Tagesordnung: Bortrag des Genoffen Ernst tz e i I m a n n über: Aussprache. V£ct WISi 1. Vortrag des Genossen Ernst tz e i l m a .«Mtaiijsnch» FrAedenszicle«. 2. K. P-itinlntitzfi snffcgetitif iten. T iW--Sst MtUIlcbtt»wartet De Der Vorstand. ZoMldtmoKratischer Urreill fürSerlm VI. Mitgliederversammlungen: 1. bis 7. Abteilung sZchönhauser Borstadt» bei Reinhold(11. 9), Schönhauser Allee 143, am Hochbahnhos Danziger Straße. Vortrag des Ge- noffen Max Hecht über den Uebergang von der Kriegs- zur Friedenswirtschaft. 8. Abl. bei Hoffmann, Swinemünder Straße 47. 9. Abt. bei Qbiglo. Stralsunder Straße 11. 10. Abt. bei Garns. Voltastr. 87. 11. Abt. bei Spiegel, Ackcrstr. 1. 12. u. 15. Abt. bei Renter, Birken, ir. 29a. 13.U.14. Ab! bei Röther, Waldstr. 81. 16. u. 17. Abt. bei Sachse, Lindower Straße 26. 18. u.I9. Abt. im»Slywedenzelt«, Schweden- und Exerzicrffraßc Ecke. Vortrag deS Genossen Alex P a g e 1 S. 20. tibi, bei Fuchs, Weddingstr. 5. 21.U.22. Abt. bei Lewandowski, Seestr. 104. In den Versammlungen werden Beitrüge kassiert und neue Mitglieder ausgenommen. Der Vorstand. ZoMldrmokratischtr Zlerein für Mow- Ketskolo-Storkolo-thiiriMeilbnrg. Mitgliederversammlungen: BaumMe.hnlonweg bei(frbe, Baumschulenstr. 14. Bortrag der Genossin Marie I u ch a c z. Bobnwdoei. Restaurant Grabow, am Babnbos Gniiiau. Vortrag des Genoffen Bartels(Partei- vorstand» über:„Die Sozlaldemoiratie im Kamps für Freiheit und Frieden." Reit». Bei Bahr, Werderstr. 37. Vortrag deS Stadl- verordneten Wilh. P ä tz e L Q'Iiaelattenbneg. BolkShauS(Kleiner Saal». LandlagSadg. Otto Braun spricht über:»Unsere Ernährungspolitit." Feledenan. Zablabend fällt aus. Das Stattfinden desselben wird durch besondere Einladung bekannt Kenkttlkn. 1. bis 4 Bezirk bei Schulz, Reuterltr. 47. Ecke Lenaustratze i Res. N e u m a n n. 5. u. si. Bezirk bei Schütter, Seich seilte./ 3, Ecke Donaustraße; Res. Fiedler. 7. bis 9. Bezirk bei Jden, Boddinstr. 58, Ecke Jsarstraße t Res. P o 1 e n s k e. 10. bis 12. Bezirk im Turnerbeim. Böhmische Straße 13; Res. Reste. 18. bis 17. Bezirl bei (Senket, Hermannitr. 178; Res. Brinkmann. 18. bis 20. Bezirk bei Richnow, Prinz-Handjery- Straße 69. 21. bis 24. Bezirk bei Hcntschel, Hm» furlbslv. 27; Res. W ö ck e. D i e Mitgliedsbücher sind mitzu- bringen und ,wccks Ilmnumerietung bei dem Bezirkssührer abzugeben. Raelendnek. Mitgliederversammlung bei Hoch. Ebauffeeitr. 44. Sebttnebeeg. Mitgliederversammlung Im Lokal .Neue Rathaussäle". Vortrag des Genossen Reich-- kagSadg. M o I k e n b u b r. iütegllt». Mitgllederoerjammlung am DienSlag. den 11. September, im Rcitaurant Element, Düppel- straße 7. Vortrag des Gen. H e i l m a u u:»Par- lamentansierung." Veuipelbnl. Bei Dküller, Berliner Straße 97. Treptow. Im Lokal»Zur Riugettaube", Graeh- straße 1. Vortrag deS Gen. G r o g e r über: »Die politische Lage." Wllmeendoek. Mllgllederversammlung bei Schafer, Brandenburgijchc Str. 69. Vortrag deS Genoffen W e i m a n n. Sozialdtmokratischtr Arrein für Niederbarmm. Mitgliederversammlungen: Rbeeaebünewelde bei Ladewig, Laufener Str. 5. Beinlclrendork-tl-it im Lokal von Dölchne», Residcnzstraße 50(Ecke Markstraße). Vortrag des Genossen Schönberg: Die Anfgaben des Ernährilngs- amies in Reinickendors. Alle Parlelgenossen uns ,VorwäitS"-LeIer sind eingeladen. Der Borstand. Banbow. Sehönbannen, Bnchhola bei Settetorn, Mcderschönhaus en, Lindenstr. 1. Tagesordnung: Fortsetzung der Aussprache über:»Neu- oricntiervng und Parlamentarisierung«. Unterhaltungsblatt öes vorwärts Zrauen. i. ES ist am frühen Morgen. Zwischen sechs und sieben. Auf einem Wogen, der vom Görliyer Bahnhof kommt und hodbbeladen ist mir Halbsteinen, sitzen zwei Frauen. Ganz oben auf de» schwarzen Steinen. Eine dritte sitzt unten neben dem Rutscher. Bon den beiden, die oben.thronen", ist eine jung, die andere angejahrt. Beide tragen Tücher um den Kopf. Die ältere ein dunkles, die junge ein hellrotes. Die ältere strickt einen Strumpf, die junge liest in einem Bändchen aus der Sammlung„Krieg und Liebe". Ich kann den Umschlag sehen. ES ist in dem Büchlein sicherlich ein vornehmes Fräulein in Liebe zu einem feurigen Helden in Feld- grau entbrannt, alles ist sütze darin, seichte Kriegsromantik, Schminke, parfümierte Tünche, und es sitzt ein anderes Mädchen auf harten .Kohlen, die zu schleppen schwere Arbeit ist, und hat die Welt um sich vergessen; die Welt der Plackerei und Not. Dos Leben ist nicht schön, aber es gibt noch Bücher, die schön zu lesen sind. Bücher, aber nicht Schmöker. Und fast nur Schmöker sind's, die die Aermslen lesen. Die daheim und die draußen. U. Gestern noch in Schwarz, heute in Weiß. Das ist ein jäher Uebergang. Rur der Hut hat eine dunkle Farbe. Das Kleid die Strümpfe, die Schuhe— alles ist weiß. Weiß wie der Schnee' in dem ihr Gatte' im vergangenen Winter vor Dünaburg der- blutet ist. „Wohin geht es?" „Eistmal nach den Zelten." „Und dann?" „Und dann entweder in ein Weinrestaurant oder in ein Easö. wo ein Kabarett ist. Es ist mir von einem gejagt worden, wo man sich großartig amüsieren kann. ES werden dort nämlich Sachen vorgetragen, die ein wenig frech sind. Wisien Sie?" Sie sieht mich mit zwei Augen an, die klar und heiter sind, wie die eines glücklichen Kindes. „Ich habe schon seit Jahr und Tag nichts gehört, das ein bißchen—. Aber warum grinsen Sie denn wieder so abscheulich, Sie alter Trauerkloß? Finden Sie denn an gar nichts mehr Ge. fallen in der Welt?" Ich schüttle den Kopf. „An mir auch nicht? Rein? Warum sehen Sie mich denn nicht an? Schämen Sie sich?" „Ja. Der Welt." „Ach. Sie— immer mit Ihrer Moral. Moral wird langweilig auf die Dauer. Ade! Es gibt noch Männer, die Gefallen an mir finden, und vernünstiger denken als Sie." Sie eilt davon, weiß wie ein Lamm. Rur der Hut hat die Farbe einer Reminiszenz. ra. Der Vorderperron ist zum Brechen voll. Ich stehe dicht hinter' der Wagenführerin. Manchmal berühre ich sie unfreiwillig mit meinem Oberkörper. Sie hat den Wagen ordentlich in der Gewalt. Jede Bewegung ist lebhaft und energisch. Sie fährt wie der Teufel. DaS gefällt den Leuten und sie lochen, wenn sie einmal aneinander- prallen. Jetzt verlangsamt sie das Tempo und klingelt heftig. Ein Wagen der Paketfahrt ist auf dem Gleis und hat gute Ruhe. Rührt sich kaum vom Fleck. Die Wagenführeriu klingelt noch heftiger. Endlich biegt er ah. doch ein Rollwagen, der vor ihm angelegt hat, zwingt ihn. zu halten. DaS mag den Kutscher ärgern. „Rur keene Aufregung." ruft er der Wagenführerin zu. Sie fährt mit mäßiger Geschwindigkeit an ihm vorbei. „Ich bin nicht aufgeregt." ruft sie zurück. „Halt die Schnauze. Du alte Topps--*, brüllt er ihr nach. „Mir ist's, als ob mir jemand ins Gesicht geschlagen hätte. Oh, welch' ein Schimpf.„Halten Sie doch," sage ich zu der Wagen- führerin.„der Kerl muß runter vom Wagen. Der'muß gelyncht werden." Die Wagenführerin dreht mir das Gesicht zu, sieht mich mit verwunderten Augen an und lächelt. Ich erröte. „So was höre ich gar nicht mehr," sagte die Wagensüherin. Das ist olles. Wendet sich wieder ab,»m nur das zu sehen, was sie sehen muß. Ich aber schäme mich wieder der Welt. Fühle nur eins: daß sie widerlich ist und gemein. Gemein wie noch nie. Das Weib, dos werktätige Weib, das mehr Sinn hat als manch ein Mann daheim, beinitleideuswert und bewunderungswürdig, mit Schimpf aber bedacht— das Weib, die Frau, die Kriegerfrau, die Mutter gar, die deutsche Muller! IV. Es ist schon so lange her, daß er gefallen ist, und noch immer gehl sie in Schivarz. Es scheint, als wollte sie eS nie wieder ablegen. Als wollte sie nie wieder froh werden und ewig um ihn trauern. Wie ober habe» sie auch zusammen gelebt? Schlimmer als Hund und Katze. Viel schlimmer. Er ist ein leichtes Tuch ge- wesen, bat sich mit„Anderen bcrumgetrieben" und ist jede zweite dritte Nacht durchgebrannt. Hat Geld wie Mist verdient, aber nichts nach Hause gebracht. Ha! alles verjubelt und verspielt. Aus der Rennbahn und i» Karlen. Er ist ein Lump gewesen. Ein Erz- lump. Draußen aber hat er sich hervorgetan und allen soll er ei» guter Kamerad gewesen sein. Sie aber hat er tmiiter wie ein Stück Bieh behandelt. Keine gute Stunde hat sie bei ihm gehabt. Sogar geprügelt hat er sie. Mit den Fäusten bearbeitet, wohin er traf, lins hat sie inuner ihr Herz ausgeschüttet bis auf den Grund. Einmal biell sie sich zwei Tage bei uns verborgen. Lange wollte sic's»ichl niehr erlragen. Sie sollte Glück haben. Er wurde an» gesetzt. Trieb's ober von da ab womöglich noch toller. Sie loimte den Tag nicht erwarte», an dem sie ihn„holen werden". Freute sich auf de« Abschied und die Trennung. Sie verhieß ihr Ruhe und Erholung, und sie pries den Krieg. Rur ihn loswerden, den Elenden, das war ihr einziger Wunsch. Ilnd sie ist ihn losgeworden für immer. Irgendwo im Westen ist er gefallen. Vor zwei Jahren schon. Und sie geht immer noch in tiefer Trauer. Bei uns läßt sie sich gar nicht mehr blicken. Hin »nd wieder sebe ich sie. Sie reicht mir die Hand und spricht ein paar flüchtige, trockene Worte. ES strahlt aus ihren Augen kein Schimmer von Glück. J. A. Serliner Volks- Chor:„.Die Schöpfung�. Seit nahezu einhundertzivanzig Jahren steht dies Oratorium, zu dem H a h d n die erste, wenn auch mdirekle Anregung in London empfing, in unverminderter Kraft»nd Schönheit da. Der dem all- testamentarischen Bericht nachgeio-mle Text ivon Twielen) kam dem in allen Werken qeosienbarien Raiursinn des damals schon sünsund- iechzigjährigen Meisters»villig entgegen. Mil einer Inbrunst ohne gleichen ist diese Musik geschaffen, deren Melodien unsterbliche Leuchtkraft haben. Jeder Sinn wird durch sie erschlossen, jeder Hörer nimint Schätze mit. An HaydnS, des gläubigen Kalholiken ausgeprägter Religiosität stößt sich keiner, weß Konfession er auch sei. Hier bewahrheitet sich so recht WagnerS Satz: Kunst ist Religion. Die leise Besorgnis HaydnS, es möchte mancher an seiner .musikalischen Rechtschreibung und vielleicht auch an anderem" An- stoß nehme», war allenfalls für jene Zeit gerechtfertigt. Dem Kenner macht doch auch gerade der edle Realismus Freud«. ES sei da auf verichiedeue Stelle» hingewiesen, beispielsweise dort, wo der leichtbeschwingte Flug der Böget, das Taubengirren, der Rachtigallen- gelang, das Brüllen des Löwen, das in langen Zügen am Boden kriechende Gewürm, oder auch Mond und Sonne in ihrer Ganzart charakterisiert werden, ohne daß der Komponist in bloße Malerei verfiele. Eher könnte in den Rezitativen eine gewisse formale Ein- förmigkeit des Sprechgesanges gesunden werden. Aber solche für fene Epoche bezeichnende Kleinigkeiten zählen nicht. Die.Schöpfung' hat neben Mozarts„Zanberflöte" das unsterbliche Verdienst, der grunddeulschen Musik für immer zum Siege über hohlen Tand per- Holsen zu haben. Es ist nur recht und billig, daß der BolkS-Chor mit diesem schon mehrfach aufgeführten Werk wieder seinen neuen Bor- lrags-Winler einleitete. Unter Max E j ch k e wurde emsig gearbeitet. Das bewies die stimmungSreiche, lebendig temperierte Aufführung in der Garnisonkirche, bei der drei längst bewährte Oratonensänger: die Sopranistin Maria Mora V o n G ö tz, der Tenor A. Waller und der Bassist Wilhelm G u t t m a n n sowie da» P h i l h a r m o- nifche Orchester einen tragenden Anteil hatten.«lr. KriegsanpoMngen in der vogelwelt. Allerlei Kriegsbeobachtungen über das Leb«» der Vögel keilt E. Puruckcr in der Zeitschrift des Deutschen Lchrervereins für Naturkunde„Aus der Heimat" mit. Unsere Erdtvohnungen tonrden— so schreibt er— vereinzelt von Rauchschwalben besucht, flniden ober osfcnbar keinen rechten Bcisall. ES blieb bei der Besichtigung, zum„Mieten" und„Ein- ziehen" kam es nicht. Tiigegen erschien aber im Schützengraben, sowie dieser nicht mehr in Bcnutzui'-g roar, sofort in größerer An- zahl die Uferschtvalbe,»nd nach wenigen Tagen waren die steilen Wände der Laufgräben überall, wo sie genügend festes Erdreich auftviesen, von zahlreichen Bruthohlcn durchlöchert. Es ist über- Haupt erstaunlich, wie dieser Bogel sofort jede Ocrtlichkeit entdeckt, an der durch Eingriffe des Menschen eine zum Brutplatz geeignete Stelle entstanden ist, und plötzlich in Gegenden austaucht, in denen man ihn bis dahin vergeblich suchte. Wo der Boden zu sandig ist, bedürfen die Gralbciüvändc eines künstlichen Haltes: durch Zweige and Flechtwerk wird er am Rach- sintcn verhindert. Diese Strauchvcrkleidungen wiirdcn von Ammern, Bachstelzen usw. gern zur Restaulagc benutzt. Leider erwiesen sich diese Plätze mit der Zeit als recht ungeeignet, denn in dem sehr trockenen Früchjabr rieselte bald der lockere Sand überall durch das Buschwerk. So war ein Rest der Klappergras inücke bis nber den Rand mit Sand gefüllt. Tie Eier„sttwammeii" sozusagen auf dem schwer on Sonde, waren jedoch bis aus zwei, usi denen der Vogel weikerbriltetc, heruntergefallen. Sicherer war eine Bachstelze gegangen, die sich eine kleine Höhlung am Eingan« eines UnterftandcS ausgesucht batte Leider war auch dies Reit bald Verlaffen, wahrscheinlich infolge zudringlicher Besichtigungen. Schlimm waren die Störche in den vielen obgebrannten Dör fern dran. Für den Nestbau geeignete Bäume siitd auch nievt gerade in großer Auswahl vorhanden, und so halfen sich die Tiere vielfach dadurch, daß sie sich auf den Schornsteinen, die beim Brande der dvrchtveg hölzernen Häuser allein stehen geblieben waren, an siedelten, zum Teil sogar aus bloßen Trümmern Von solchen und in so geringer Höhe, daß man das Rest fast mit der Hand erreichen konnte. Zu bewnndeln war es eigentlich, daß diese Notbauten den zum Teil recht heftigen Frühlingsstürmcn standhiclten, denn die Möglichkeit einer Berpflechtung mit der Unterlage war hier doch sehr gering. Aber von einer ganzen Anzahl solcher Schornstein- Wohnungen, die ich zu beobachten Gelegenheit hälfe, ist nur eine, die dem Winde besonders stark ausgesetzt war, herafgetveht worden. Bewerft sei hier noch, daß der polnische Bauer, und nach meinen Beobachtungen auch der nwhr an Jagd»nd Wildstand inter- essierte Großgrundtbesitzer, den Storch— wie auch anderes bei un« von grtviffen Kreisen zum Aussterben verurteiltes Getier— dure". aus in Ruhe läßt. Dagegen wurde leider von uii serer Seite teil- weise ein schlechtes Beispiel gegeben, indem von„jtzolonnenbrndern" und anderen wenig vom Kriege merkenden Hertzschaften lediglich zum Vergnügen und als amüsanter Sport auf Störche— die ja auch recht schön still halten— geschossen wurde. Daß derartiges — worin zu Hause die Riitzlichkeits- Fanatiker das Beispiel geben — im Interesse des Ansehens unseres Heeres liögt, wird niemand lbehaupten wollen. Notizen. — Ein neues Drama von Stertzbeim wurde in Franknirt a. M. aufgeführt. Es heißt„Perleb?, ig' und ist wie fast alle neue Dramen eine Verspottung der Kleinbtrgcrei. Rur ist sie diesmal etwas blutlos ausgefallen. — Anbauversuche mit der Sösabobne. dicker außerordentlich fett- und eiweißreichen ostasintischeli Hülienfrucht. wurden in Oesterreich unternommen. Der Erfolg war günstig und erwies die Möglichkeit des Anbaus. — DaS Ende der F l i e g e n n o t I Hin der Fliegennot ein für allemal ein Ende zu bereiten, schlägt ein franzöiiicher Pro- iessor vor: 1. Die Wohnimgeu. Zimtiier. Kümmern uiw. im Zu- stände deS Halbdunkel« halten: 2. die Türen»nd Fenster verhänge»: 3. die Wände und die Decke hellblau ansirti-ben; 4. Ventilatoren aufstellen: 5. alle Oeffiiungen mit einem metallischen Netzwerk gegen die Außenwelt abzuschließen.„Wir wissen," fügt„L'Oeuvre" diesem einfachen Rat hinzu,„ein noch viel besseres Mittel: sich von dem UnIersuchungSrickiter einen Eintriltsickein ich das große Gefängnis Fresnes verschaffen, wo man die voiziiglirbste» Zellen findet, mit dein erforderlichen Halbdunkel und Oeffnfingen, die ausnahmslos durch«in metallisches Netzwerk geschützt filld." gekommen war; es war doch nur eilte Meile Wegs bis zum Thinghof. Er erinnerte sich an das Gespräch heute niorgcn und dachte daran, daß sein Vater gewiß schon recht kindisch würde. War er jetzt doch auch ein Manu von Jahren! Anders nahm einen Brief hervor, den er zur Vesperzeit vom Postboten bekommen hatte. Äer war von Gjatrid. Er war nicht recht für sich gelvesen, seit er ihn erhalten hatte, und wollte ihn jetzt noch ein drittes Mal lesen: Lieber Anders! Ich habe Ivahrhastig nie gcslaubt, daß ich Verwendung für die Freundlichkeit des Posaboten Jens haben würde, den sie wegen seiner Mädchensrhmdschaften so gern necken. Aber nun will ich doch heut nachmittag, wenn er am untern Garten vorbeigeht, sehen, ob ich ihn diesen Brief nicht mitgeben kann. Ich und eins von den Mädchen, wir find heute vormittag da unten gewesen und haben Wäsche aufgehängt, und nach Tisch werden mir gewiß auch nur zu zweien sein. Dann, hoffe ich, wird es sich machen lassen. Denn jetzt ist es zivischen Mutter und mir ganz zum Aus- bruch gekommen, obschon es vielleicht nicht klug mar, aber etwas kam es daher, daß Riels gestern zu ihr und Väter sagte. Deine Schwester wäre seine Braut und er würde nie eine andere nehmen. Deswegen ist es, wen» sie nie so hart gegen Dich gewesen sind wie jetzt und vielleicht ist der Adjunkt es, der es ihnen chngibt. Denn ich glaube, er hat ziemliche Mühe damit gehabt, den Hardesvogt zur Ein- willigung in einen neuen Aufschub jetzt zum April zu bewegen(wegen der Geschichte mit dem Pajmoor). lind ich glaube, sie würden es sürchttrlich gern haben, ivcnn Du Dich nur recht verrennen könntest und etwas Ungesetzliches tätest. Mutter hat davon gesprochen, daß ich jetzt van Mai ab Wirtschafterin beim Adjitzikten sein soll. O ja. nun darfst Du nicht zu heftig darüber werden. Denn ich bin über- zeugt, daß das nur geschieht, um Dich rasend zu mache». Aber Du weißt ja doch/ daß ich Dein bi», Dein, Dein! Meine ich doch auch, daß Du das einzige bist, was ich habe. Anders I Deine Gjerirud Faurholt. Anders saß da und sann nach, wie es keine bessere Rache an ihrem Vater— und besonders an ihrer Mutter hätte geben können, als wenii sie den Mut gesunden hätte, von Hause fortzulaufen und sich ihm antrauen zu lassen-- (Forts, folgt.) 6i] /lnöers hjarmfteö. Von Jakob Knudsen. Zu dieser Zeit wurden auf dem Bjerrehof zur Unzeit zwei Knechte entlassen. Anders war heftig, und llnzuver- lässig keit unter Dienstboten war damals noch etwas Neues, worüber man erstaunt und ärgerlich war.— Doch nun fiel es ihm schwer, die beiden leeren Stellen neu zu besetzen, was selbstverständlich das ganze Kirchspiel interessierte. Gerade in diesen Tagen hatte Adjunkt Fischer einen Be- such auf Stavn gemacht. Als er und Kristen Faurholt in dem Kontor saßen, sagte er:„Sie haben immer noch diesen Mads Horsens hier ans dem Hos?" „Ja, er wird auch wohl nicht eher von hier wegkommen, als bis er auf den Kirchhof muß," erwiderte Faurholt. „Ich glaube, Sie sollten ihm vorschlagen, auf den Bjerre- hos zu zehn und seine Dienste anzubieten. Ich denke nicht, daß die von longer Dauer sein werden; aber er könnte sich vielleicht selber nützen oder jedenfalls Ihnen— in ver- schiedener Hinsicht, selbst für kurze Zeit." „Was— was soll das bedeuten?" sagte Faurholt und lächelte mit den Augenwinkeln. „Ach, ein Kerl wie Mads, der in Horsens und zugleich hier aus dem Thinghof zu Hause ist, der hat eigentlich große Chancen gegenüber so einer hochnäsigen und draufgängerischen Person wie diesem Anders Hjarmsted.— Und ich könnt es gut leiden, wenn ick den Herrn Hjarmsted etwas mehr in der Hand hätte;— wenn Sie nun das Pflügen im Pajmoor forcieren wollen und— äh— der Aufschuh im April erneuert werden soll. Ja, wenn man das Glück auf seiner Seite hätte. so wäre es ja auch denkbar, daß man es ivagcn könnte, die Pajmoorgeschichte zum Spruch kommen zu lassen." „Ich werde ihn instruieren, ha, ha, ha," sagte Faurholt, „ich werde Mads wirklich instruieren. Er ist gar nicht so dumm."-- Am selben Abend begab sich Mads Horsens zum Bjerrehof hinüber. Er erzählte, daß cS ihm leid geworden sei ans Stavn. und daß er gehört habe, hier draußen fehle ein Knecht.— Da mietete Anders ihn zum ersten April, ohne Bedenken dabei zu haben. ** Gegen Anfang April begannen Kristen FaurholtS Knechte im Pajmoor zu pflügen, und zwar mit drei Gespannen.—, Die Leute im Kirchipiel hätten das gewiß nicht geduldet, tvenn sie nickt gewußt hätten, welchen Eindruck dieses Pflügen aus Anders Hjarmsted und seinen Varer machen mußte. All die andern Anteilhaber an dem Moor überließen nun sozu- sagen den Zorn und die Verteidigung den Leuten auf dem Bjerrehof.— Sonst sah es sich wirklich gefährlich an, wie die drei Gespanne ihre Arbeit taten,— es konnte ja beinahe daraus hindeuten, daß Kristen Faurholt im Sinne hatte, das ganze Stück an sich zu reißen, worin im Lauf der Jahre von Stavn aus Torf gegraben morden war; es ivar eher die Hälfte als ein Drittel des Moors.—— Anders pflügte in diesen Tagen drüben auf der Westseite des Hügels, der das Feld des Bjerrehofs ausmachte. Von da konnte er nicht zum Pajmoor hinabsehen. Aber wenn er am Abend nach Hanse kam. sah er ja. wieviel die Leute von Stavn an dem Tage erreicht hatten; eines Abend? geschah es sogar, daß er nach Hause kam, bevor sie das Moor ver- lassen hatten,— und sie da unten pflügen sah. Er ging in dieser Zeit in einer Art von stiller Entzückung umher, in einer eigentümlichen Erwartung dessen, was er selber tun würde, doch was, wie ihn dünkte, auch die Umstände mit sich bringen würden. Eine Stimmung, die vielleicht nicht so verschieden von dem Zustand war. worin religiöse Märtyrer den Ausgang dieses Lebens erwarten. Doch er konnte natürlicy auch oft ans dieser Stimmung herausfallen und die Zeit von gestern, über heute, bis morgen in ganz gewöhnlicher, alltäglicher Weise empfinden,— und dann konnte ihn der heftigste, physische Schmerz stechen, diese Pferde und Knechte da unten im Moor zu sehen.— Doch dieser Schmerz selber versetzte ihn so oft von neuem in jenen halbekstatischen Zustand.-- Als der 20. April kam, blieb Anders zu Hause. Da- gegen fuhr der alte Per Hjarmsted früh am Morgen nach dem Thinghof, um wiederum zu verlangen, daß es in der Pajmoor- Sache zur Entscheidung käme.— Es half nichts, daß Ander» dem Alten das Zwecklose der Reise vorhielt; er blieb bei seiner Absicht, obwohl er durchaus kein Mittel, noch irgend einen Umstand nennen konnte, wodurch er die Gegenpartei setzt eher als früher an der Erneuerung des Aufschubs zu hin- dern vermöchte. Anders ging den ganzen Tag hinterm Pstuge. Nach dem Abendbrot setzte er sich auf den Gartendeich östlich vom Hofe und sah über das Pajmoor und die großen Harrebyer Wiesen hinab."Er wunderte sich, daß sein Vater noch nicht heim- Spezial-Arzi Dr. med. Haedicke Harn-. Haut-, Geschlechtsld., Syphil.(Bohandlungsd.12 T.). Blntunters. Ehrlich- Hata- �Salvarsan-)K.Mod.,schmerz- IpseBehandl.o.Berufstörung. - Mäßi gePreise.Teilzahlung- FriedriclistJ8]-lß8a(SmeTrdnbo 11— 1, 3— 7, Sonntags 11— 1. H. Pfau, Bandaiiisl ®c""Direkseiislr. 20 zwisch. Babnh. Aleranderplatz u. 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Portals II, vom 3� Tr. 388b Botenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Greisenhagener- straße 22.______* Zeitungsfrau verlangt„Bor- wätts"- Spedition Neukölln, Siegfttedstraße 28/29.* Zeitungsausträgerin verlangt Bernsee, Steglitz, Mammsen- str. 59._____* ZeitungSausirägerinneu werden sofort eingestellt„Bor- mätts"-Spcdition, Markus- straße 36.-__* Zeitungsbotiu verlangt„Bor- Wärts"-Ausgabcstelle Berlin- Niederschöneweide, Brückenstraße 10 u l., Unmh.* Zeitungsträgeriu sofort ver- langt Spedition Lichtenberg, Wartenbergstraße 1, Laden.* Zeitungsausträgerin verlangt „Vorwärts�-Spedition Schöne- berg, Meiningerstraße+>._* Zeiinngsausträgenn sofort gesucht P. Gursch, Reinicken- dorf-Qst, Kamckestraße 12 II. Botensrau, Tour Tegel und Reinickendors-West, stellt ein Kienast, Borsigwalde, Räusch- straße 10,„Borwätts*-Spedi- tion.* Botenfrauen verlangt„Bor- Wärts�-Spedition Bacrwald- straße 42, Laden. Von 11— 1¥> und 4'.4— 7 Uhr._____* ZeitungSausträgeriunen können sich melden.„Vorwärts"- AusgabestelleLausitzerplatzl4/15. Frau zuni Zeitunysaustragen verlangt Klein, Grünau, Ftte- dttchstraße 10._* Boiensrauen verlangt„Bor- Wärls"-Spedition, Wattstr. 9, Lade». Bon 11— lü und 4Va bis 7 Uhr.* ZeitungSauSträgeria sofott einzustellen. Vorwättsspeditton Moabit, Wilhelmshaveuerstraß« 48, von II— Ilb und iü— 7 Ubr.• Frauen zum Zeitungsaus- tragen sucht„Vorwärts"-Aus- Ladestelle At-Boxhagen 56, Laden.* Botenfrau verlangt Hcßberg, Kaulsdorf, Ferdinandstr. 17.* Botensrau stellt ein„Vor- Wätts"-Spedition Tenipelbos, Ueckermann, Kaiser-Wilhclm- straße 74, Ecke Werderstr. I* Botensrau, Bezirk Haeseler- straße. wird eingestellt.„Bor- wärts", Cbarlottcnburg, Sesen- heimerstraßc 1.• »r Maurer und Bauarbeiter-« für Berliner Bauten gesucht Zu melden im Bureau der Helä& Francke Aktiengesellschaft, Itcrlln WO I«. Am Kttllnlschcn Park 1. Vlklltl-Mmlllkl auch KricgSbeschädigie.sür Berlin und Reise gesucht Ktthler dt Co., Steglitz, Aisensir. 5a. MnioöiMollet WM!M MellsMMm verlangt 215L* Schissbaiicrdamin Ii». Serreo°d°r osme» mit Rechenarbeiten vertraut, sowie geübte �1111�10»«» sucht sofort 81/15* Ter Reichskommissar für die Kohlcnverteilung Berlin\V 62, Wickiinannslraße 19. Meldungen mit Zeugnissen 10—12, Zimmer 202. �»«»mnicnKctr.cr sultzt G. Schwcchten, Franksurter Allee 32. 80/14» IScxichor sucht tageweise G. Schwcchten, Pianosabrit, Frankjuri er Allee 32.* Anzahl" Schmiede aus Heeresarbcilen(Husschmiedc u. andere), 297L* Zchirrmeister für einfache Arbeiten verlangt. Alex. Herman G. m. b. H., Berlin M. 20, Pankstr. 29 und Bcplin-Tempelhof. daiser-Wiihelm-Straße 10/11. Wir suchen zum sosorligen Ainritt einen aus Mähmaschinen ersabrenen 80,17' Ii....... zur Jnstassdbalttlng unleres Betriebes. �Angenehme selb- ständäie Stellung. Kriegs- beschädigter nicht ausgeschlossen. Berrintgte Sack- und Jute- warenfubrikeii G. m. b. H., Berlin NL> 55, Greisswalder Straße 80. Lehrling, Sohn»chtbarer Eltern, per 1. Oltober gesucht 21tL Novvpiusabrit. Verliu S«29 Schlosser aus Heerei arbeit sofort gesucht. Dito Cnbitx. Neue Königstr. 72. WUMMMMW j zum möglichst sofortigen Eintritt gesucht. Korwarts- Kuchdrmkerei. Tüchtige Sisenflechter für auswärtige Baustelle» sofort gesucht.— Zu melden bei >Vindschilci& Langelott,«uiowstr. i. zssxxszxssssxsxssssxsssxzsssssssszs Mammacher»d Malillprtjser verlangt 2122 ?linllötpskö«ösll G. W, Speck, Berlin, Lützowstraße 2. Wir suchen für dauernde Beschäftigung f. unseren Betrieb nngeicmtcArbeiteru. PlatzarbeiterwieFrauen in grUBcrer Zahl; ferner Heizer, Schlosser, Dreher, Mascihnen- arbeiter, Maurer, Zimmerer, Böttcher und Elektromonteure. � Arbeitsuchende wollen sich schriftl. od. mündl. wenden an Arbeiter- Annahmestelle Pulverfabrik Premnitz Rathenow, BahnhofMtraüe 22. Mehrere Lehrdamen für die Abteilung; Konfektion und Kurzivaron, üttriiinpfc und Wollwaren 87a* sowie alle anderen Abteilungen per t. Oktober gesucht. Kaufhaus Gebr. Preust, Beussel- Ecke Hutten straße. Lindeustraste S. Zunge Aksüeken für leichte Arbeiten stellen ein 217L Lckmuncß Vovkm& Co., Ilansvogtelplats 12, 3. Hof EU. SWisk SsiiMrcjin werden sofort eingestellt. 531 IL* I�oeb&. Co., G. m. b. H., Automobil- und Flugmotorenfabrik, Berlln-Charlottcnburs, Fritschestratze 27/28. stellt sofort ein 5310L* Loeb& Co. G. m. b. H., Automobil- und Flugmotorenfabrit. Berlln-Bohenschiinhanwen, Goeckestraste Hosarbeiter stellt sofort ein MWilk»-SeWlM m. d. S.. iHtmeM, Friedrich- Wilhelm- Straße 52/34. Tüchtige Näherinnen per sofort gesucht. 31/9* kallonhüllen-(jes. rn. h. H. Teuipelhof, Friedrich-Wilhelm-Strafte 54. S geübte 250/9» | Werkstattschreiberinnen j| * 1 Kontoristin yariangt Honitioiisfabrik F. Gaebert, Berlin-Lankwitz. Charlottenstr. 81. Tüchtiger Kesselwärter sofort aesucht. 220L A. Wagener, Mafchiuen- sabttk, __ Küftrin-Neustadt. 1 Schachtmeister 1 Vorarbeiter 50 Arbeiter für Oberbauarbeiten los. gesucht. Bratickenburgische Tief- und StraBenhaugeselischaft m. b H. Berlin NW 21, Wilbelmshaoener Straße 5. 872t Einrichter grÄ bänke sofort gesucht 3876 Doirha Schraubenfabrik, nClvUC, Wassertorstraße 9. Lehrling, Sohn achtbarer Eltern, für Me« lall- und Eisendreherei gesucht. E. M. Zahn, 2242 Armaturen-Fabrik, Lindenftr. 2. lausdiener, dem Gelegenheit zur Erlernung der Exvedilion geboten wird, für Heereslieserung sofort ge- sucht. Kurt Goldftein, Hebezeuge. Automobtttelle Ehärlottenburg, Hcrderstr.2 UanNdienerln. die auch packen kann.„Rost». Bromsitber- Vcrtr.- Gesell- schaft m. b. H., Alexandrinen- straße 110.__ 365b* für unser Lager sofort gesucht. Schristl. Angebote mit Zeugnis- abschr. von Bewerberinnen mit guter Handschrift erbeten. Titania-Werk Berlln-Schttneber, Gcneststr. 5. erg. . ML