Nevlinev Vollrsblnkk. der rozialdem okrati fchen parte» Deutfcblands. f 5 Pfennig} Der Anzeigenpreis lettSgt f. btc siebenflcipaltenc kolans?- »eile SO Pfg.„Kleine Anzeigen". das fcilgedruckte Wort 20 Psg.(zu- lässig 2 fettgedruckte Worte). ledes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlnfslcllenanzeigen das ersie Wort 10 Pfg.. jedes weitere WortZPsg. Worte üder 16 Buchstaben zähle» für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20%. ssauiilien» Anzeigen SU Pfg., polittsche u. gewerlschoftliche Bereins- Anzeigen 40 Psg die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen vis 5 Uhr nachmitt. im Hauhtgeschäst. Berlin SW.SZ, Lindensiratze 8, ab» gegeben werden. Gcöfsnet von S Uhr früh bis 7 Uhr abends. Mr. SSV. 34. Slchrg. Keüaktioa: Ew. SS, �inüeastraße Z. Kernsprecher:«wr Mnrilrpl-N. Sir. 151 90—151 97. Mittwoch, den!£♦ September 1917. Expedition: EW. 08» �inüenstraße 2. Kerniprecher: Amr Moripplatz, Nr. 15190—15197. Bezugspreis t Bi-tt-qssrl. 8.90 Mb. moimü. IM«t. wächenllich 80 Psg. frei in« Hans. doranszahlbar. Einzelne Wochentags» Nummern b Psg. Sonntagsnummer Mit illustrierter Beilage.Tie Neue Welt" lO Psg. Postbezug: Monatlich l,Z0 Mb Unter Nreuzband für Deutschland und Oeslerreich. Ungarn 2.60 Mb, für das übrige Ausland 4 Mb monatlich Postbestellungen nehmen an Dänemarl. Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Vost-Zeitungs-Preisliste. Erschein« täglich, Xelegramm. Adresse: ,6»|taldemotrm Berlin"', Zentralorcjan Kornilow markediert auf Petersburg Kornilow in beörohlicher Nähe. Petersburg, 1l>. September, 8 Uhr abends.(Reuter.) Auf der Eisenbahnlinie zwischen Luga und Petersburg sind die Schieneu aufgerissen worden. Tie erste Abteilung der Trup. Pen Kornilows soll bereits i« Luga(KM) Werst von der Hauptstadt), wo sich Abteilungen regierungstreuer Truppen befinden, eingetroffen sein; die sogenannte„Wilde Division", die Kornilow befehligt hat, verlieh Pskow und setzte sich in der Richtung auf die Hauptstadt in Bewegung; sie ist auf der Station Wyritza(54 Werst von Petersburg), an der Linie Petersburg— RybinSk, eingetroffen, wo der ganze Zugverkehr stillgelegt worden ist. Die Iiotte für öie Regierung. Petersburg, 11. September. Reutermeldung. Der in der baltischen Flottenbasis kommandierende Admiral hat einen Tagesbefehl erlassen, in dem er die Flotte auffordert, den Feind im Auge zu behalten, jede Zwietracht zu vermeiden und sich den Befehlen der Regierung zu fügen. Wo aber ist die Regierung? Kosaken gegen üen Bürgerkrieg. Petersburg, 10. September.(Reutermeldung.f Kercnski bat heute eine Kosakenabordnung empfangen, die erklärte, sie sehr es als patriotische Pflicht an, einen Bürgerkrieg zu per- hüten und an der Beilegung des Konfliktes zwischen Kornilow und der Borläufigev Regierung mitzuwirken. Zu diesem Zweck begibt sich die Abordnung heute nach dem Großen Hauptquartier. Kraftprobe Kerenski-Kornilow. Ruftland vor dem Bürgerkrieg V Nachdem der russische offiziöse Draht mit überraschender Plötzlichkeit den Ausbruch des offenen Konflikts zwischen Ke- renski und Kornilow gemeldet hatte, ist er ebenso plötzlich und geheimnisvoll wieder verstummt. Seit 24 Stunden ist eine Nachricht der Petersburger Telegraphenagentur über den Fortgang der Dinge(außer einer nebensächliche» Zusammenstellung von Preßstiminen) nicht eingetroffen. Schon dieser Umstand läßt darauf schließen, daß es Kerenski bisher nicht gelungen ist, Herr der Situation zu werden, daß namentlich auch Kornilow die Absetzung durch Kerenski nicht a n n i in m t. Denn andernfalls würde sich Kerenski Wohl beeilt haben, dieses Ereignis der Welt mitzuteilen. Es war allerdings von vornherein anzunehmen, daß ein Generalissimus, der den Chef der zivilen Gewalt für abgesetzt erklärt, sich nicht gutwillig fügen würde, wenn dieser seiner- seits die Absetzung ausspricht. Kornilows ganzes Auftreten fies auf einen Konflikt auf Biegen oder Brechen hinaus. Dabei ist sehr schlver vorauszusagen, welcher der beiden Rivalen die größere Aussicht auf Sieg hat, weil die Kräfte, auf die sich ein jeder stützen kann, hier nur sehr ungenügend bekannt sind. Kornilow hat anscheinend die Generalität und den größten Teil der Offiziere des Heeres hinter sich. Hierfür spricht die nachstehende Meldung unseres Stockholmer Sonderbericht- crstatters, die gleichzeifig auch einiges Licht auf die Box- 1 geschichte des Konflikts wirft. Stockholm, 11. September.(Eigeoer Trahtbericht deS „Vorwärts".) Aus einem im Sowjet-Bulletin wiedcrgegebeneu Jswestia-Artikel geht hervor, daß der russische Staatsstreich v o u der russischen Generalität mit vorbereitet war. Der Artikel beschäftigt sich mit der geübte« Taktik gegen die Armeekomitees. Zuerst wurde beim Komitee der 2. Armee gchaussucht, darauf folgte die vom General Lonkowskv befohlene Einstellung und Konfiskation des Komiteeorgans der 10. Armee. Auf Befehl dieses Armeetommandantr« werden jetzt in der Staatsdruckerei, welche früher das erwähnte Blatt, die„Stimme der 10. Armee" druckte, die Bulletins des reaktiv- «ären Verbandes der Offiziere des Großen Hauptquartiers hergestellt. Ten Anlaß zu der Verfügung gab, daß das Brmeeorgan auf dir wachsende Gegenrevolution und auf die Umtriebe der Borgesetzten hingewiesen hatte. Es wind allerdings die Frage sein, ob die Offiziere die Soldaten zu einem Handel in ihrem Sinne werden mitreißen können. Dabei ist zu beachten, daß die D i s z i p l i n der Ar- mee erheblich gelockert ist und daß eine Inanspruchnahme des Heeres zur Entscheidung innerer Konflikte ihre h ö ch st e B e l a st u n g s p r o be darstellt. Wo Kornilow sich gegen- wärfig aufhält, steht nicht fest. Einige Privatmeldungen Ber- liner Blätter sprechen von einem Einzug Kornilows in K i e w, wo er angeblich mit großem Jubel empfangen worden fein soll. Dagegen lassen„Daily News" Kornilow Vorberei- tungen zu einem Zuge auf Petersburg treffen. Nach den letzten Meldungen steht Kornilow nicht mehr weit von der Hauptstadt entfernt. Kerenski befindet sich derweilen in Petersburg in einer recht heiklen Lage. Er stützt sich wohl auf einen Teil der Ar- heiter- und Soldatenräte, vielleicht auch auf einige linksgerich- 'tete Elemente des Bürgertums; aber große Massen der Ar- beiter sind ihm wegen seiner Marimalistenverfolgungen feind- lich gesonnen und betrachten ihn als Verräter an der Revolu- tion. Wenn auch Kornilow vom Standpunkt der Revolution aus unbedingt als das größere Hebel erscheinen müßte, so ist doch fraglich, ob sie sich für Kerenski schlagen würden. Dazu ist Kerenski, wenn die Entscheidung des Konflikts auf das rein militärische Gebiet verlegt wird, entschieden dem General Kornilow unterlegen. Unwillkürlich drängt sich die Parallele des Sturzes Robespierres auf. Robespierre war ebenso wie Kerenski ein unmilitärisch-st aatsmännischer Leiter der Revolution; trotz seiner scheinbar unbegrenzten dik- tatorischen Machtfüllc wurde er schließlich von einem fast lächerlich geringen militärischen Aufgebot überwältigt. Einstweilen hat Kerenski schon eine schlvere Zdiederlage erlitten. Das zeigt die folgende Meldung: Petersburg, 11. September. sRcutcrmeldung.) In- folge der Aufforderung des Oberbefehlshabers Kornilow ist das ganze Kabinett zurückgetreten, um Kerenski volle Handlungs- freiheit zn geben.— Alle Minister führe» vorläufig ihre Gc- schäfte fort. Am Morgen war die Stadt ruhig. Der Rücktritt ist angeblich erfolgt, um Kerenski Hand- lungsfreiheit zu geben, ebenso möglich, ja möglicher erscheint es aber, daß Kerenskis Ministerium wenig Neigung verspürte, für den Diktator seine Haut zu Markte zu tragen. Der Rück- tritt des Ministeriums inutet fast an, wie eine Art Neutralitätserklärung in dem Konflikt zwischen den beiden mächtigsten Männern. Wenn aber Kerenski nicht einmal die Zivilgewalt fest hinter sich hat, so stehen seine Aussichten äußerst schlecht. Das Fehlen offizieller russischer Meldungen, die nur teilweise durch Reuternachrichten ersetzt werden, gibt natür- lich den Fabrikanten von Sensationstelegranimen freie Hand, und so nimmt es nicht wunder, daß ein Teil der Presse mit allen möglichen phantastischen Nachrichten über Stockholm, Kopenhagen uslv. angefüllt ist. Gestern nachmittag tauchte u. a. die Meldung auf, daß Kerenski von Kosaken ermordet worden sei. Irgendeine Bestätigung dieser Meldung ist bis- her aber nicht eingetroffen. Petersburg, 10. September.(Meldung der Petersburger Telegrapbenagentur.I Die Zeitungen besprechen kurz den Bruch der Vorläufigen Regierung mit dem Oberstkommandicrcnden Kornilow. .I s w« st i j a", da« Blatt des Soldaten- und Arbeiterrats, ist der Ansicht, daß die Einigung aller Kräfte der revo- lutionären Demokratie jetzt mehr als je notwendig sei..D j en" schreibt, auf die russische Freiheit sei ein schwerer Anschlag verübt worden. Das Blatt fordert zur Ruhe und Unterstützung der Regierung auf und ermahnt jeden Bürger, in diesen Tagen tödlicher Gefahr für Rußland auf seinem Posten zu sein. „R j c t s ch" gibt der Hoffnung Ausdruck, daß beide Seiten der- n ü n f t i g sein werden und es nicht bis zum Bürgerkrieg sverden treiben wollen.„Nowoic W rem ja" schreibt, das Land stehe vor einer verhängnisvollen Lösung. Alle inneren Streitigkeiten und politischen Meinungsverschiedenheiten sollten vor dem Problem der Rettung des Vaterlandes vergessen werden._ Eine monarchistische Organisation in Petersburg. Bern, 11. September. Der russische Mitarbeiter des„Bund" 'meldet: In Petersburg wurde eine großangelegte monarchistische Organisation,„DaS heilige Rußland", entdeckt, dessen Sprachrohr die unlängst eingegangene Zeitung„Grosa" war, die hauptsächlich unter den Truppen an der rumänischen Front der- teilt wurde.„Grosa" schrieb offen, nur der Zar könne Rußland Brot und Frieden geben. Die Eugländcr und Franzosen seien die Feinde Rußlands. Man müsse sofort Frieden schließen. Die Haupt- sichrer der Organsation waren Badmajew, der Arzt Protopopows, Glinka JanschtewSki, der frühere Redakteur der konservativen „Semschtschina", und dessen Mitarbeiter Slotnikow, dic allcver- haftet wurden. Nikolaus Nikolajewitsch flüchtig! Kopenhagen, 11. September.„Politiken" meldet aus Hessing- fors, in Petersburg feien hartnäckige Gerüchte verbreitet, daß der Großfür st Slikolaus Nikolajewitsch von seinein Gute im Kaukasus geflüchtet sei, da er fiirchtete, verhaftet zu werden.' Man glaube, daß er an einer gcgcnrcvolutio- närcn Verschwörung beteiligt sei. 10 Nilliarüen Kriegsfleuern in üen u. S. Washington, 10. September. Reutermeldung. Der Senat hat die Kriegssteuervorlage angenommen, durch die Steuereinnahmen von etwas unter 2400 Millionen Dollar erzielt werden sollen. DaS Repräsentantenhaus hatte nur Steuern im Gesamtbetrags von 1800 Millionen bewilligt. Die Steuervorloge geht jetzt an das Repräsentantenhaus zurück. Irrfahrt 1904. An Krieg und Bündnis vorbei. In dcp„Nordd. Allgem. Ztg." wird die Geschichte weiter erzählt, wie wir im Jahre 1904 beinahe ein Bündnis mit Rußland und einen Krieg mit England bekommen hätten. Das deutsche Volk hatte um diese Ereignisse nichts gewußt, es wäre von ihnen überrascht worden und nicht gerade aufs angenehmste. Die engen Beziehungen, die Deutschland damals zu Rußland unterhielt, waren allerdings nicht unbekannt. 1994 war ja das Jahr des beriichtigten Königsberger Hochverratsprozesses, � der gegen deutsche Sozialdemokraten eingeleitet wurde, weil sie den russischen Freiheitskanipf unterstützt und„Majestäts- beleidigung gegen den Zaren" verübt hatten. Damals höhnte Fürst B ü I o w im Reichstag über die russischen„Schnorrer und Verschwörer", die„Mandelstamm und Silberfarb", der Justizminister Schön st edt verbreitete sich im Abgeord- netenhause in heiterer Laune über die Bettangelegenheiten einer in Berlin verhafteten russischen Revolutionärin und sprach dann das pathetische Wort:„Dun res agitur".„Hm deine Sache handelt es sich." Er proklamierte damit die preutzisch-russische Solidarität wider den Hmsturz. Die Sympathie aller freiheitliebenden Teile des dent- schen Volkes stand auf seilen der russischen Revolution, der Wunsch, daß das zarische System im fernen Osten ein Philipp! erleben möge, war fast allgemein. Am 21. Oktober hatte nun die nach Ostasien ausläufende baltische Flotte an der Toggerbank ihr tragisch-grotcskes � Abenteuer mit einer englischen Fischerflottille gehabt, die sie für eine japanische Torpcdobootflottille gehalten und beschossen hatte. In Deutsch- lan'd beklagte man allgemein den Tod der unschuldigen Fischer, der, wie man allgemein behauptete, nur durch die sinnlose Trunkenheit des russischen Admirals Roschdestwenski verschuldet war. Dieser Roschdestwenski erfreute sich in Deutschland seitdem derselben umgekehrten Popularität wie der russische Heerführer Kuropattin, den der Berliner Witz mitleidlos den General„5lurokipacktihn" getauft hat. Sein Gegner war nämlich der japanische General Kuroki. Wie ein Märchen mutet es nun an, daß wir damals beinahe au der Seite von Nikolaus, Roschdestwenski und Kuropatkin in den Krieg gegen England-Japan geraten wären. Es soll hier gar nicht weiter untersucht werden, ob die öffentliche Meinung Deutschlands im Jahre 1994 auf der richtigen Seite gelegen hat oder auf der falschen: sicher ist, daß nie ein Krieg so unpopulär gewesen wäre, wie der gegen England und Japan an der Seite deS zarischen Rußland. Drohte ein solcher Krieg, so war es notwendig, die Volks- stimmung auf ihn vorzubereiten, aber von dieser Vorberei- tung zeigte sick nicht die geringste Spur. Hier enthüllt sich das abschreckende Zerrbild einer geheimen Kribinettspälitik getreu dem überheblichen BülowMorte:„Die auswärtige Politik des Deutschen Reiches wird nicht in der Hasenheidc gemacht." Welche Aussicht hatte Deutschland in einem solchen Krieg? Keine andere als die auf eine vollständige Niederlage. Wilhelm II. sagt es selber in seinem Brief an den Zaren, daß seiner kleinen Flotte im Kampfe gegen Englands Seegewalt der zerschmetternde Ruin gedroht baben würde. Mit desto größerem Erstaunen liest man heute in den weiteren Veröffentlichungen der„Nordd. Allgem. Ztg." eine deutsche an Rußland gerichtete Note vom 11. Dezember .1994, die nach einer Darlegung des schon bekannten Streits um die deutschen Kohlenlicferungen au Rußland folgendes ausführt:_ Hieraus geht hervor, daß Deusschland ein Konflikt mit den beiden in Frage stehenden Mächten England und Japan droht. Die Kaiserliche Regierung sieht sich daher genötigt, der Kaiserlich russischen Regierung die Frage vorzulegen, ob sie sich verpflichtet, Deusschland mit allen Mitteln, über die sie verfügt, in allen Sittzvic- rigkeitcn beizustehen, die infolge von Kohlcnliefcrungen an die russische' Flotte während des gegcnlvärtigen Krieges entstehen könnten. Sollte es der Kaiserlich russischen Regierung nicht möglich sein, der Kaiserlichen Regierung eine Zusicherung in diesem Sinne zu gevc», so würde sich die deutsche Regierung genötigt sehen, hinsichtlich der Kohlenvcrsorgung ohne Verzug die Maßnahmen zu treffen, die die Sicherheit des Reiches erfordert. Die Kaiserliche Regierung wird diese Maßnahmen ohne Per- zug ergreifen müssen, falls zu? Zeit der Ankunft der Flotte des Admirals Roschdestwenski in Madagaskar die in Frage stehende Zusicherung nicht an die deutsche Regierung gelaugt sein sollte. Der Leser fragt sich erstaunt, welche Hilfe denn das wasserscheue und obendrein in Ostasien überbeschäftigte Ruß- land dem Deutschen Reich im Fall eines Konfliktes mit England hätte leisten können? Die russische Antwort vom 12. Dezember, mit der die„Norddeutsche" ihre gestrige Ver öffentlichung cibsdWteßt, wirkt mit ihrer feierlichen Zusag ein wenig humoristisch. Sic lautet: „Ich habe nicht verfehlt. Seiner Majestät dem Kaiser den Ju kalt der sehr vertraulichen Aufzeichnungen zu unterbreiten, die Euere Exzellenz mir gestern überinittelt haben, und namentlich auch Ihre Mitteilung dahingehend, dah„die Kaiserlich deutsche Regierung sich genötigt sieht, der Kaiserlich russischen Regierung die Frage vorzalegcn, ob sie sich verpflichtet, Teutschland mit allen Mitteln, über die sie verfügt, in allen Schwierigkeiten beizustehen die infolge von Kohlenlieferunge» an die russische Flotte während de-5 gegenwärtigen Krieges entstehen könnten." Mein erhabener Herrscher hat geruht mir zu befehlen Euerer Exzellenz diese Frage in bejahendem Sinne zu beani werten, sowie Euere Exzellenz zu bitten, Ihrer Regierung die förmliche Zusicherung übermitteln zu wollen, daß die russische Rc girrung entschlossen ist, bezüglich der Frage der Kohlenlieferunge» völlig an dir Seite der Kaiserlich deutschen Regierung zu treten in der festen Ucbcrzeugung, dasi diese ihrerseits, wie Euere Exzellenz c§ mir gestern bestätigt haben, die freundschaftliche Haltung, die sie bis jetzt gezeigt hat, beibehalten und die Kohlen, liefcruwgcn an die russische Flotte erleichtern wird. Diese gegenseitige Gewähr der beiden benachbar ten und besreundetcn Kaiserreiche wird, hoffe ich, zu ihrem völligen Einvernehmen beitragen,, das bei der gegen- wärtigcn Lage für ihre wechselseitigen Interessen so wesentlich und wünschenswert ist. Indem ich Ihnen auf Allerhöchsten Befehl vorstehende Er- klärimg übermittele, benutze ich diesen Anlast, Ihnen, Herr Bot schaflcr, die Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung zu er- neuer«. gez.: Lmnsdorff. Der schwungvolle Stilist, der diese Veröffentlichungen mit seinen inunteren Reden begleitet, sucht den Anschein zu erwecken, als ob die deutsche Politik gegenüber England seit- dein von„Vorsicht und Wachsamkeit" geleitet gewesen sei und als ob sie in der Folgezeit bemüht gewesen sei,„den om gesponnenen Faden einer Verständigung mit R ust> I a n d nicht abreisten zu lassen". In Wirklichkeit hat die deutsche Politik nicht allzulange darauf jenen berühmten Salto mortale nach der englischen Seite vollzogen, über den man heute hierzulande am liebsten nicht spricht._ Nutzlos geblieben ist aber das Liebeswerben hier wie dort. Das Erbe, das Herr v. Bethmann Hollweg von seinem Vorgänger übernahm, war ein vollständiges Chaos. Man muß Herrn v. Bethmann Hollweg die Gerechtigkeit widerfahren lassen, dast er versucht hat. in die auswärtige Politik des R.eiches einen vernünftigen Gedanken zu bringen. Auf welche Hindernisse er dabeü stieß, das zu erörtern, wird die Aufgabe einer späteren Zeit sein. Heute stehen wir vor der Tntsache, daß sich die Gegner von 1904, England-Fapan Rußland, alle drei zehn Jahre später gegen Deutschland zu mminengefunden haben. Es ist' phantastisch, aber nur allzu wahr. ♦ Ter crzkonservativc„Reichsbote" schreibt: Einer geschickteren Und genialeren Diplomatie wäre«S wahrscheinlich gelungen, die Einkreisung zm verhin- der« oder sie doch wenigstens minder vollständig und gefährlich für uns werden zu lassen. Wir denken da z. B. an die BeHand lung Japans und Rustlanos. Hätte die englische Diplomatie hier nicht init so großem Geschick uUd völkerpshchologischem Scharfblick manöveriert, so wäre die weltpolitische Konstellation gegenwärtig doch vielleicht etwas anders. Deutschland, das Rußland während seines Krieges mit Japan großes Wohlwollen erwies, hat dafür nichts als Un- dank goerntet; England, das dem russischen Bären durch die Japaner recht gründlich die Tatzen beschneiden ließ und dann dem Zarenreich gegenüber den Biedermeier spielte, trug die Früchte davon. Die„Post" veröffentlicht eine Zuschrift aus Varlamen- tarischen Kreisen, die die 51ritik der auswärtigen Politik seit Bismarck, die setzt so vielfach geübt werde, als„nur zu berechtigt" bezeichnet und weiter ausführt: Auch die Führung der auswärtigen Politik muß von auto- kratischr» Iclleitäten frei bleiben und streng in das konstitutiv- nclle System eingeordnet werden. Dann wird man auch wieder auf die Stetigkei-t und Sicherheit der Leitung der auswärtigen Politik rechnen dürfen, wie zu Bismarcks Zeit. Tic Leitung der auswärtigen Politik im streng konstitu- tionellen Sinne ist aber auch die Voraussetzung für die volle ?lufrechterhaltung der Bestimmungen des Artikels 11 der Ver- faisung.(Art.- 1l umschreibt die Befugnisse der Kaisers und sein Verhältnis zu Bundesrat und Parlament.) Darüber kann nach den Vorgäitgen des letzten Halbjahres kaum ein Jweisel bestehen, man öffnet anderenfalls den Bestrebungen auf Parlamcntsherrschaft auf diesem Gebiete Tür und Tor. Volle Rückkehr zu den guten Traditionen der Bismarckschen Zeit ist daher auch in diesem Punkte das Gebot der Stunde. Zur Rückkehr zu Bismarckischen Traditionen gehört aber vor allem ein Bismarck. Solange die konservative Presse einen solchen nicht nachweisen kann, wird sie den„Bestre- bungcn auf Parlamentsherrschaft" nichts Wirksames ent- gegenzustellen imstande sein. Ter Ueborgang zum parlamentarischen Sv st cm ist eine deutsche Lebensnotwendig. k c i t!_ Stockholm. die r'Aschen delegierten nicht pePmiftisch. Stockholm, 11. September.(Eig. Drahtbericht des.Vorwärts".) Heute berichtete die russische Delegation über die Situation in den Eiltenteländern. Das Reserat Erlichs war keineswegs pessimistisch. Er bat den Eindruck, daß die Stockholm-Jdee, namentlich auch in England, fortschreitet. In Komiteekreisen wurde die Stimmung eurch die heutige Sitzung entschieden verbessert. Die Hauptsorge ist jetz: auf Rußland gerichtet. Vive Stockholm! Stockholm, Ii. September.(Eigener Drahtbericht d..Vorwärts"). Unter Stockholmer Berichterstatter erfährt zuverlässig, daß sich in Frankreich ein mächtiges Anwachsen der Friedensbewegung bemerk- bar macht. Bei dem Vorbeimarsch vor Piüncars riefen ganze Regimenter:„Hivs Stockholm!" die internationale Hewerkschaftskonferenz. Bern,� 10. September.(Meldung der Schweizerischen Depeschen- lgentur.) Auf das Einladungsschreiben de? Schweizerischen Gewerk- ; Haftsbundes zur mternationalen Gewerkschaftskonferenz, die am Artilleriekampf in Flandern— Starker französischer Angriff östlich der Maas gescheitert— Russische Offensive in der Bukowina— Die 11. Jsonzoschlacht für die Italiener verloren. Amtlich. Großes Hauptquartier, 11. September 1917.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Der Artillerickamps in Flandern erreichte an der Küste und im Bogen von Dper» zeitweilig große Stärke. Borstöße der Engländer südöstlich von Langcmarck und nZrd- lich von Frezcnbcrg wurden zurückgewiesen. Bei Billcret, nordwestlich von St. Quentin, entspannen sich heute morgen neue Gefechte, die für uns günstig ausgingen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nutcrnehmuiigen französischer Erkundungstrupps, meist durch heftiges Feuer vorbereitet, wurden nordwestlich von Reims und in mehreren Abschnitten der Champagne zum Scheitern gebracht. Auf dem östlichen MaaS-Ufer griffen gester» Morgen starke franzöfischc Kräfte vom Fosscs- bis zum Chaume-Wald(3>/„ Kilo. mctcr) an. Südlich des Wavrillc-WaldcS in unsere Kampfzone eingedrungener Feind wurde durch Gegenstoß geworfen, an der übrigen Front brachen die französischen Sturmwellen in unserem Abwehrfeuer verlustreich zusammen. Im Laufe des Tages noch mehrfach erfolgende Angriffsversuche des Gegners schlugen stets fehl. Im Nachdrängen schoben wir an einigen Punkten unsere Linien vor. Leutnant Boß schoß gestern drei feindliche Flieger ab; er erhöhte dadurch die Zahl seiner Luftsiege aus ib. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front Prinz Leopold. Zwischen den russischen und unseren Stellungen vom Meer bis zur Düna zahlreiche Zusammenstöße von Bortruppen. Der Feind büßte Gefangene ein. Vorstöße russischer Strcifabteilungen im Waldgebiet nördlich von Hufiatyn und am unteren Zbrucz wurden abgewiesen. Front Erzherzog Joseph. Im Südostzipfel der Bukowina find die Russen zum Angriff übergegangen; sie errangen nur örtliche Vorteile bei Solka. Zwischen Trotus- und Ojtoz-Tal hat der Feind seine ver- geblichen Angriffe bisher nicht wiederholt. Mazedonische 5?ront. Im Berggelände südwestlich des Ochrida-Sees verwehrten deutsche und österreichisch-ungarischc Kräfte den Franzosen gestern weiteres Bordringen. Der Erste Generalquartiermeister. Ludendorff. Abendbericht. 29 er litt, 11. September 1917, abends. Amtlich. Bisher keine Meldung über größere Kampfhaudluttgen. Der österreichische Bericht. Wien, den 11. September 1917.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz Bei Solka in der Bukowina drückte ein russischer Angriff unsere Linien etwas zurück. Am Pruth und in Ostgalizien beider- seits lebhafte Erkundungstätigkcit. Italienischer Kriegsschauplatz. Die Kampfpause am Jsonzo dauert au. Mögen die Italiener immerhin noch weitere Angriffe beabsichtigen, so lann das bis- herige Ergebnis der am 17. August cutbraiinteu 11. Jsonzoschlacht doch dahin festgestellt werden, daß auch diese neue Kraftprobe des Feindes keinerlei Aenderung in der Kriegslage im Südwesten herbeizuführen vermochte, und daß die Schlacht bis zur Stunde zweifellos einen neuen Mißerfolg der Italiener bedeutet. Auf der Karsthochfläche bedeutet die Einnahme des Dorfes Selo, das zu Beginn der Kämpfe in unserer vordersten Linie lag, den einzigen Vorteil, der dem Gegner zufiel. Was wir am Süd> flügel der Karststrllung an einzelnen Gräben vorübergehend ver loren hatten, ist durch Gegenstoß zurückgewonnen worden. Hatten unsere Führer und ihr Grncralstab in rastloser, gründlicher An- Wendung der Kriegscrfahrung für die siegreiche Abwehr die Bor- bedingung geschaffen, so errangen unsere brave» Truppen— ihnen wie immer voran die Infanterie als ruhmreiche Trägerin schwersten Kampfes— in Beispiel gebendem Heldenmut neuerlichst dauernden Ruhm. Gleich Erfolg bringend verliefen für unsere Tapfere» Kämpfe im Wippachtalc und bei Görz, wo nicht ein einziger schmaler Graben in Feindeshand verblieb. Ans der Hochfläche von Bainsizza— Hciligcngeist war den Italienern ein Anfangserfolg vergönnt, der unsere Führung ver- anlaßte, 15 Kilometer der Frontlinie auf zwei bis sieben Kilo- metcr zurückzunehmen. Von da an scheiterten alle Versuche des Feindes, durch mächtige Angriffs auf de» Monte San Gabriele und gegen de» Abschnitt nordöstlich davon, den unter großen Opfern errungenen ersten Raumgewinn zu einem operativen Er- folg auszubauen. Die Kriegslage am Jsonzo ist durch die Er- eignisse bei Vrh und Bainsizza in keiner Weise beeinflußt worden. Das Ringen um den Monte San Gabriele im Besonderen wird stets dann anzuführen sein, wenn eS Beispiele zähen, ruhmvollsten Berteidigungskampfes hervorzuheben gilt. Das italienische Kraft- aufgevot in der 11. Jsonzoschlacht— 48 Divisionen auf kaum ebensoviel Kilometer angesetzt— sucht an Masseneinsatz in allen Angriffsschlachten des Weltkrieges seinesgleichen. Die italienischen Verluste entsprechen dieser Gefechtsführung. Sie betragen— die 20 000 Gefangenen mitgezählt— nach strengster Berechnung 230 009 Mann, also fast ein Viertel einer Million. Die Heeres- gruppe des Generalobersten von Boroevic darf auf den jüngsten Erfolg die beste Zuversicht setzen, daß an ihrem siegreichen Wider- stand auch fernerhin alle Anstürme de-s um Länderraub krieg- führenden Feindes zerschellen werden. Albanien. Der Feind ging gestern nachmittag gegen unsere GcbirgS« stcllungcii östlich von Pogradec zum Angriff vor und wurde überall abgeschlagen, an zwei Stellen durch schneidigen Gegenstoß österreichisch-ungarischer Bataillone. Im Räume südlich von Berat wiesen unsere Sicherungstruppen feindliche Strcifabteilungen in lebhaften Kämpfen zurück. Ein italienisches Schiffsgeschwadcr beschoß aus der Gegend nördlich der Bojusa-Müydung das alte, an geschichtlichen Erinnerungen reiche Kloster'Pöjani. Dieses wurde gleichzeitig von Fliegern bombardiert, welche mehrere Ein- wohner töteten. D e r verständlicher ist die Art der Uebermittlung nach Deutschland, die jeden Anhalt dafür tilgte, daß Kerenski sich auf die Papst- notc bezogen. vereinigter Kongreß üer russischen sozialöemokratischen Partei. Für Landesverteidigung und AllZemeinfrieden. Stockholm, 11. September.(Eigener Drahlbericht des„Vorwärts".) Der vereinigte Kongreß der russischen sozialdemokratischen Partei, auf dem 200 Delegierte 200 000 Organisierte vertreten, zeigt das Anwachsen der Internationalen gegenüber des gouvernementalen MenschewismuS. Eine Resolution Zerettelli wurde mit 115 gegen 79 Stimmen, die auf eine Resolution Martow fielen, angenommen Sie betont die Notwendigkeit der gleichzeitigen prole- tarischcn Klassenpolitik und der demokratischea Gammelpolitik. In gleicher Weiss muß für eine energische Landesverteidigung und für den verstärkte» Kampf, um den Allgemein» srieden zu erreichen, eingetreten werden. Die Resolution macht für daö Verbleiben der Sozialdemokraten im Kabinett die Befolgung der von der russischen Revolution proklamierten Prinzipien in der Außenpolitik zur Bedingung. Die Resolution Martow stellt fest, daß augenblicklich ein entscheidender Sieg über die Reaktion unmöglich ist. Die VolkZmassen müßten für den Kampf um die Uebergabe der Regierungsgewalt an die revolutionäre Demokratie, zum Kampf gegen die Militärdiktatur und für die baldige Beendigung des Krieges vorbereitet werden. Die Resolution fordert weiter die Unterstützung der Regierung gegen die Konter- revolution. Die Resolution wurde gegen 68 Stimmen ab- g e lehnt. Weiter begrüßt der Kongreß einstimmig die Riga- a r m e e und fordert die Demokratie auf, der Panik und reaktionären Ausnutzung zu wider st ehe n. Die Armee müsse wissen, daß hinler der Front das organisierte Volk mit aller Energie für den baldigen Allgemeinfrieden kämpfe. Sethmann unö öie Militärpartei. Antwort Gerards. „Taiiy Telegraph" meldet aus New Dork unterm 2. Sep- tember: Zur Beantwortung der Ausführungen des Herrn v. Bethmann Hollweg hat Herr Gerard folgende Erklärung ab- gegeben: „Herr v. Bethmann Hollweg war augenscheinlich nicht im Be- sitz eines genauen Exemplars meiner Artikel, denn wenn er sie gelesen hätte, so würde er klar gesehen haben, daß ich sagte, die von mir beschriebenen Friedensbedingungen seien die deutschen Frie- densbedingungcn und nicht die Ansichten des Kanzlers. Ich wünsche zu sagen, erstens, das- Dr. v. Bethmann Hollwcg selbst gesagt hat, daß er von der Herrschaft der Militärpartei in Deutsch- land abhänge und nicht seinen eigenen Wünschen folgen könne. Zweitens gibt Dr. v. Bethmann Hollweg zu, daß die deutsche Re- gierung beabsichtigte, Garantien von Belgien zu fordern. Drittens wünsche ich zu sagen, daß, wenn die Bedingungen, die ich zitiert bave, nicht die deutschen Friedensöedingungen sind, was sind dann die deutschen Friedensbedingungen? Dr. v. Bethmann Hollweg gibt keine anderen Friedensbedingungen, und so kann angenom- wen werden, daß die von mir genannten Friedensbedinguugen die deutschen Bedingungen schließlich sind. Ich halte es für sehr bedauerlich, daß die deutsche Regierung Herrn v. Bethmann Hollweg entlassen hat, und ich fühle persönlich, daß Bethmann Hollweg dem rücksichtslosen Tauchbootkrieg der deutschen Regierung abgeneigt war und daß er davon absah, seinen Abschied zu nehmen, nur in Befolgung der Wünsche Kaiser Wilhelm S. Ich nehme an, daß er entlassen wurde, weil feine Ideale zu liberal für die deutschen Behörden waren. Dieser Liberalismus zeigt sich in dem Interview. Ich bedauere, einen Streit mit Herrn v. Bethmann Hollwcg zu haben, denn ich bewun- dcre ihn sehr, und ich glaube, daß er ein„famoser Kerl" ist. Ferner wünsche ich zu sagen, daß die Diplomatie der letzten Zeit, die Dr, n. Bethmann Hollweg vertritt, den Erfolg gehabt hat, die ganze Welt in den blutig st en Krieg der Geschichte zu stürzen. Wenn die Nationen wissen, was ihre Regierungen tun, dann sind solche Kriege unmöglich. Ich glaube nicht an Hinter- treppendiplomatie, während Herr v. Bethmann Hollweg scheinbar an Hemdärmelpolitik glaubt. Ich glaube, daß eine Nation berechtigt ist, zu wissen, was vor sich geht. Die deutsche Diplomatie mag man sich in einer Monarchie de? strengsten Typs gefallen lassen, aber nicht in einer Demokratie." Die konservative Presse fordert nun von Herrn v. Beth- rnann in aufgeregtem Ton eine Erklärung darüber, ob er wirk- Heb von einer deutschen Militärpartei geiprochen und seine Ab- yängigkeit von ihr beklagt habe. Noch eine abgeschaffte Erinnerung an Stuergkh. In der Sitzung des BerfasiungsausschusseS des österreichischen Abgeordnetenhauses am Dienstag teilte der Minister des Innern Graf Toggenburg mit, daß laut Allerhöchster Enischließung das bisher beim Kneg-ministerium bestehende Kriegsüber« wachungsamt aufgelassen wurde. An dessen Stelle wird eine Ministermlkommission im K. und K. Kriegsministcrium gebildet mil zwei Vorsitzenden, nämlich einem General als Vertreler der gemein- lamen Ministerien und einem höheren Staatsbeamten als Vertreter der österreichischen Zentralstellen. Das KriegsüberwachungSamt, von dessen gesetzlichen Grundlagen kein Mensch etwas wußte, obwohl es in der Zensur und den be- kannten österreichischen Prozessen der früheren Kriegszeit eine große und— wir sagen es offen— unheilvolle Tätigkeit entfaltet hat, war durch die bloße Veröffentlichung von Anklagen und Ur» teilen eben jener Prozesse so völlig kompromittiert, daß es der- schwinden mußte. Was an seine Stelle tritt, muß wenigstens bei Hellem Licht arbeiten._ Kämpfe üer Italiener in Tripolis. Rom, 10. September.(Meldung der Agenzia Stefani.) Nach ihrem siegreichen Kampfe bei Agilah am 4. September marschierte die Kolonne des Generals Cassinis gegen Zavia, wo Suleiman el Baruni und der Scheich Sof sich zum Wider st and anschickten. Bei der Annäherung unserer Kolonne flohen die Aufständischen nach Süden, während ihre Anhänger sich nach allen Richtungen zerstreuten. Wir säuberten das Gelände zwischen Zavia und Zanzur. Obwohl Abteilungen der Aufständischen noch den Versuch inachten, unsere Kolonne zu beunruhigen, setzte diese ihren Vor- marsch fort und besetzte Sidi Bilal in der Gegend von Zanzur, wo sie unsere Fahne � aufpflanzte. Am Morgen des 9. 9. stellten die Truppen Cassinis die Verbindung mit den Schutztruppen oon Tripolis her und zerstreuten mit ihrer Hilfe die Aufständischen, die sich in der Oase Zanzur in den Hinterhalt gelegt hatten. Auch ic Eisenbahn Tripolis— Sidi Bilal wurde wiederhergestellt. Der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 10. September. 1) I« Sperrgebiet um England wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote neuerdings 27 000 6tz.-N.-To. vernichtet. Unter den versenkte» Schiffen befanden sich der bewaffnete englische Dampfer Cpmrian, Ladung Kohlen von Newport nach Dublin, der durch Forglovc geleitete englische Segler Eooroy, sowie zwei tiefgeladcne englische große Dampfer, die aus Gclcitzügen herausgeschossen wurden. 2) Marineslugzeiige versenkten am 9. September nachmittags in der Themsemündung eine» englischen Dampfer. Der Chef des Admiralstabes der Marine. IZugzeug- unö Torpeöobootangriffe auf Dünkirchen. Bern, 9. September.„Progrss de Lyon" meldet aus Dün- kirchen: Seit letzten Montag wird Dünkirchen und Umgebung oll- nächllich von deutschen Flugzeuggeschwadern überflogen und mit Bomben und Torpedos belegt. Bei dem Angriff in vergangener Dienstagnacht wurde die Stadt gleichfalls mit großkalibrigen Granaten beschossen. Deutsche Torpedoboote nahmen am Angriff teil. Auch in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag fielen mehrere großkalibrige Geschosse auf die Stadt. Ueber Sachschaden wird nichts bekanntgegeben. Keine öeutfche Kohlenzufuhr mehr nach Holland. Amsterdam, 19. September. Den Blättern zufolge teilt die Direktion der holländischen Staatsbahnen mit, daß Deutsch- landdieKoh lenz ufuhrnachHollandeinge st eilt hat. Der Arbeitsplan öes Reichstags. Der Reichstag tritt, wie schon bekannt, am 26. d. M. wieder zusammen. Er wird an diesem Tage jedoch nur eine kurze formale Sitzung abhalten und den Nachmittag sowie den Vormittag des folgenden Tages für Fraktionssitzungen freihalten. Am 27. tritt aber auch schon der V e r f a s s u n g s- a u s s ch u ß zusammen. Am Nachmittag tritt die Vollver- sammlung in die erste Lesung des Nachtragsetats ein. Vom 28. ab hält der Hauptausschuß vormittags seine regelmäßigen Sitzungen, während an den Nachmittagen das Plenum tagen wird._ ßrieösnshoffnungen öes Kanzlers. Dem Reichskanzler Dr. Michaelis wurde bei seiner Ab- reise von Stuttgart auf dem Bahnhof von einer Menschen- menge eine Ovation dargebracht. Der Kanzler trat ans offene Fenster des Eisenbahnwagens und rief der Menge zu:„Hoffen wir, daß wir noch in diesem Jahre Frieden bekommen." Hoffen Wir. daß Herrn Dr. Michaelis' Hoffnungen nicht nur fromme Wünsche sind, sondern sich aus recht konkrete Gründe stützen._ Der Stäötetag gegen höhere Hrot- unö Kartoffelpreise. Wie die„Deutsche Städte-Korrespondenz" erfährt, hat der Ztahrungsinittelausschuß des Deutschen Städtetages unter Vorsitz von Oberbürgermeister Mermuth einstimmig be- schlössen, mit allem Nachdruck gegen Erhöhungen des Brot- und Kartoffelpreises Stellung zu nehmen. Diese würden für die Menge der städtischen Verbraucher um so unerträglicher sein, als eine Erhöhung auch der Milch- und Butterpreise angekündigt ist. Der Deut- sche Stäötetag beantragt deshalb, soweit die Steigerung der Gestehungskosten nicht zu vermeiden ist, die Senkung der Preise durch Reichs mittel. Ueber die Ermittlung des Ertrags der Herbstkartoffclernte wird mitgeteilt: An Stelle der für Anfang November 1917 von der Reichs- kartoffelstelle geplanten BcstanderHebung soll die durch Bundes- ratsverordnung vom 21. Juni 1917 für die Zeit vom 29. September 1917 bis 5. Oktober 1917 angeordnete Erntevorschätzung durch Vor- nähme einer Jndividualerhebung dergestalt ergänzt werden, daß eine Ermittlung des Ertrages der Herbstkartoffelernte durchgeführt und deren Ergebnis als Unterlage für Führung der Kartoffel- Wirtschaftskarte berücksichtigt wird. Die Kommunalvcrbände wer- den verpflichtet, für ihren Bezirk eine Anordnung zu erlassen, wo- nach jeder Kartoffelerzeuger schon während der Ernte, und zwar ab Ib. September, das Gewicht der geerntetcn Mengen fortlaufend feststellt und in eine Kartoffelkarte einträgt, die der Nachprüfung durch die Otrsbehörden unterliegt. Die.Kommunalverbände haben dabei auch anzuordnen, daß bei der Wintereinlagerung der Kar- toffeln, insbesondere in Mieten, die Gewichte der eingemieteten Mengen vorher genau festgestellt und in die Kartoffelliste einge- tragen werden. Vom 1. bis 19. November findet eine allgemeine Nachprüfung der ermittelten Erntemengen durch Beauftragte der Kommunalvcrbände statt. Das sinö öie allöeutschen Volksmassen! Seit Wochen und Monden bemühen sich die Alldeutschen mit allerhand Zahlenkunststückchen nachzuweisen, daß hinter der Sozial- demokratie nicht genügend Volksmassen ständen. Namentlich auch die Organisation-Zziffern mußten dazu herhalten. Jetzt ist durch einen Zufall einmal über die Größe der alldeutschen Massen Licht geschaffen worden. Im allgemeinen veröffentlichen die Herren ja keine Mitgliederziffern. Aber in einem Prozeß, über den wir an anderer Stelle des Blattes berichten, wurde von einem, der es wissen muß, nämlich dem Vorsitzenden der Berliner Organisation ausgesprochen, daß die Ortsgruppe Berlin deS All- deutschen Verbandes 1399 Mitglieder zählt. Das ist wahrhaft im- posant! Auf ca. 1599 Berliner kommt also ein Alldeutscher, falls die Gruppe nicht, waS wir nicht wiffen, auch noch die Bororte umfaßt. Alsdann wären es nämlich erst zirka 2599 Berliner, auf die ein alldeutsches Verbandsmitglied kommt. So etwas nimmt sich das Recht, im Namen des deutschen Volkes zu reden. vom Markt öer Heister. Es ist nicht uninteressant, einmal in den Inseratenteil des„Zeitungs-Verlags", des Fachorgans bürger- licher Zeitungsverleger, einen Blick zu tun. Da bieten die Redakteure, die eine neue Stellung suchen, ihre Arbeitskraft an und empfehlen ihre Künste. Man erfährt aus ihren An- geboten, daß sie vielseitig gebildet sind, über alles fesselnd zu plaudern verstehen, und schwungvolle Leitartikel verfassen können. 3!ur �eines erfährt man gewöhnlich nicht, welche politische Stellung die Herren einnehmen. Unter den zahlreichen Bewerbern, die sich in der neuesten Nummer der genannten Fachschrift melden, bezeichnet sich einer als Anhänger der„Limanrichtung", d. h. also als Alldeutscher, der andere möchte ein liberales oder parteiloses Blatt redigieren, alle übrigen schweigen sich über diesen Punkt vollständig aus. Den Rekord der Anpassungsfähigkeit schlägt aber ein„Chefredakteur", der sich folgendermaßen selbst kennzeichnet: Hervorragende, gewissenhafte Arbeitskraft von besonnener Haltung. Richtschnur: Das Geschäftsinteresse der ihm anvcr- trauten Zeitung. Repräsentabel(zwei OrdensauSzeich- n u n g e n). Beanspruche auskömmliches Gehalt. Wie es in der Brust dieses Mannes aussieht, ist gleich- gültig, wenn man nur weiß,. was aus ihr glänzt." Die, Ueberzeugung wird durch die Wahrung des Besch aftsinieresscs ersetzt. Man muß den Mann bedauern, der aus solchen Ge- sichtspunkten öffentliche Meinung macht, mehr aber noch die Leute, die seine Zeitung lesen. Es gibt zweifellos auch unter den bürgerlichen Zeitungsleuten aufrechte Männer, die für ihre Ueberzeugung eintreten. In nur allzu vielen Fällen aber ist ihr Journalismus ein Ge- schäft, das mit Gesinnung wenig zu tun hat. Wiederaufstellung Schiffers. Magdeburg, 11. September. Wie die„Magdeburgische Zeitung" meldet, hat der Nationalliberale Verein Magdeburg durch einstim- migen Beschlutz des Vorstandes den bisherigen Abgeordneten, jetzigen Ministerialdirektor Schiffer für die Landtagsersatzwahl als Kan- didaten wieder aufgestellt. Reichstagsersatzwahl in Bonn. Im Reichstagswahlkreis Bonn- Rheinbach ist für den Zentrumsabgeordneten Spahn, der zum Justigminifter ernannt worden ist, eine Ersatzwahl notwendig ge- worden. Der„Köln. Ztg." zufolge ist der Bonner Zentrumsführcr Rechtsanwalt Henry als Kandidat semer Partei ausersehen. Letzte Nachrichten. Die englische Auffassung öer rujstschen Krise. Rotterdam, 11. September. Wie der„Nieuwe Rotterdamsche Courant" aus London meldet, schreibt„Morning Post" in einem Leitartikel: Es sei im Augenblick f rag l i ch, ob Kereusti die Macht besitzt, seinen Befehlen gehörigen Gehorsam zu ver- schaffen. Die vorläufige Regierung hat die Führer der russischen Armee einen nach dem anderen entlassen. Kornilow hat offenbar geglaubt, einen Protest abgeben zu müssen, solange dazu noch Zeit war. Auch in KornilowS Fall hängt das Vermögen, seine Forde- rung durchzusetzen und die vorläufige Regierung zur Seite zu schieben, von Faktoren ab, von denen wir nicht genug Kenntnis de- sitzen. WaS sich jetzt vollzieht, ist der bei Revolutionen übliche Gang der Dinge. Kerenski wollte selb st Diktator werden, eine zeit- lang schien er es zu sein, jetzt wird er von einem Neben- b u h I e r bedroht.—„Daily News" setzt sich für Kerenski ein. Das Blatt betrachtet das Vorgehen KornilowS als einen Versuch, eine Gegenrevolution hervorzu- rufen, und schreibt: Wenn die Reaktionären siegen, so werden sie den Krieg nicht besser führen. Sie werden, wenn da? alte Regime wiederhergestellt ist, lediglich Schildknappen von Potsdam und Tyrannen für ihr eigenes Volk werden. Die Sache der Freiheit schwebt in Ruhland in Todesgefahr. Wenn sie in Rußland verloren wird, dann ist sie fiir uns alle gefährdet. London, 1l. September.(Reuter.) Der Petersburger Bericht- erstatter der„Daily Mail" telegraphiert, daß in den letzten Tagen zwei Strömungen herrschten. Die erste sei der zunehmende Wunsch der intellektuellen Kreise, die Vorläufige Regierung zu unterstützen, die andere sei eine Bewegung unter den Arbeitern die Hauptstadt zu verlassen und nach ihren Dörfern zurückkehren. Die Arbeiter täten das nicht, weil militärische Gefahr drohe, sondern wegen des Mangels an Arbeit und Lebensmitteln. In der Gegend der russisch-amerikanischen Gummifabrik kam es zu Unruhen, die von der Miliz unterdrückt wurden. Ein anderer kleiner Aufruhr wurde von Matrosen unterdrückt; eS wurden viele Menschen getötet und verwundet. Barnes gegen Verstäudigungsfriedeu nnd Stockholm. London, 11. September.(Reuter.) Der Arbeitervertreter im Kriegskabinett. Minister Barnes, hielt in New Castle eine Rede, in der er die Fortsetzung des Krieges verlangte. bis der preußische Militarismus vernichtet ser. Die Pessimisten sagten, England sollte jetzt einen Verständi- gungsfrieden schließen, da es später keinen besseren Frieden erhalten würde, aber England und seine Alliierte« hätte« große Dinge verrichtet und verrichteten sie noch, und Amerika habe kaum erst angefangen. Barnes gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß der Gewerkschaftskongreß in Blackpool sich weigerte, an der Stock- holmer Konferenz teilzunehmen. Die Arbeiterschaft müsse ihre Stimme und ihren Einfluß bei der Festsetzung der Friedens- bedingungen geltend machen, aber zunächst müsse sie sich darüber klar werden, wie weit ihre Wünsche mit denen der Arbeiter der alliierten Länder übereinstimmten. Es sei ganz klar, daß Deutsch- land vor dem Kriege Pläne geschmiedet habe�wie in den Jahren 1864 und 1879, als es Streit gesucht habe, ehe es über seine Opfer herfiel. Er selbst sei vor drei Jahren dadurch getäuscht worden, daß er glaubte, die wachsende Demokratie würde eine Wiederholung solcher Kriege verhindern. Das Verhalten der Sozialdemokraten im deutschen Parlament habe bewiesen, daß man sich auf sie nicht verlassen könne. Die Ansprüche Deutschland? würden nur deshalb geringer, West seine Kräfte abnehmen und die der anderen Parteien zunehmen. Ein Berständigungsfricdea wäre eine Selbsttäuschung. Der erste Schritt zum Frieden für Deutsch- land sei, sich aus Belgien zurückzuziehen und den Schaden, den es angerichtet habe, wieder gut zu machen. Renaudcl über die Miuisterkrise. Bern, 11. September. Renaudel schreibt in der„Humanite", dieSozialistenwolltensich nicht absondern, und sie wüßten, was sie der Wohlfahrt des Landes schuldig seien. Sie würden keine unannehmbaren Forderungen stellen, sondern, wenn man an sie herantrete, erklären, WaS ihnen für die gute Führung in Krieg und Frieden notwendig scheine. Eine demokratische republikanische Aktion sei notwendig, um einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Alle Persönlichkeiten, die im trüben fischten, müßten aus dem Wege geräumt werden. Die rechtsstehende Presse ist über die schroffe Ablehnung Ribots durch die Sozialisten sehr entrüstet.„TempS" erklärt, man könne nicht Krieg fiihren, wenn man im eigenen Heim nicht Frieden habe. „Figaro" sagt, die durch©kanvale vergiftete Atmosphäre Frankreichs müsse geklärt werden, man könne Ribot dankbar sein, daß er noch in letzter Stunde ein System abgelehnt habe, das nach Stockholm geführt hätte. Amerika gegen Schwede«. Wafliington, 19. September. Reutermeldung. Das Staats- departement gab bekannt, daß man für die Ausfuhr von Waren nach Schweden in Zukunft greifbare Beweise Verlan- gen werde, daß die Waren in Schweden selbst benötigt werden und nicht schließlich Deutschland zugute kommen. Bisher habe man sich mit der Versicherung der schwedischen Regierung bc- gnügt._ Und wieder: Bcrgmanustvd. Hindenburg i. O.-Schl., 11. September. Dem„Obcrschlesischen Wanderer" zufolge sind in dcr Ludwig-Glück-Grube bei einem plötzlichen Zubruchegehcn einer größeren Anzahl von Pfeiler- abschnitten im Schuckmannftötz 11 Mann verunglückt. Davon sind 19 tot, GewertschllMwWMg verlin und UmgegenS. Teuerungszulage» ber der Z.-E.-G. Die Direktion der Zentral Einkaufs- Gesellschaft hat sich enlschloffen, ihren Angestellten eine Teuerungszulage zu geben. Ledige erhalten SS Proz., Verheiratete 30 Proz. und außerdem 6 Proz. für jedes Kind. Für eine ein- malige Teuerungszulage sind diese Sätze erstaunlich niedrig. Ver- teilt man dieselben nur auf einen Zeitraum von 6 Monaten, so er- gibt sich eine Einkommenssteigerung von 4—7 Proz. Daß dies in keinem Verhältnis zu der Verteuerung der Lebenshaltung steht, braucht nicht erst bewiesen zu werden, ES ist besonders auffallend, daß man nicht wenigstens für die unteren Gehaltsklaffen einen höheren Prozentsatz bewilligt bat, da dies« doch erfahrungsgemäß viel stärker von der Teuerung betroffen werde» als die Angestellten mit höheren Gehältern._ Ans dem KriegSauSschust für MilitSrschneiderei. Könne« bisher gewährte Ferieu entzöge««»erde»? Vor dem Kriegsausschuß für Militärschnetderarbeiten klagte Knoop als Vertreter der Tagschneider von Peel u. Cloppen- bürg auf Weitergewährung der Ferien. Beisitzer E d e r trug den Streilfall dem Ausschuß bor. Danach hat die beklagte Firma bis IftlS ihren Tagsckneidern Feriengelder gewährt. ILIS fielen indes die Ferien mit Rückstcht auf die ver- kürzte Arbeitzeit und unter Einwilligung der betreffenden Arbeiter aus. In diesem Jahre jedoch verlangten die Arbeiter die Ferien wieder, während die Firma sie verweigerte. Vor dem Kriegsausschuß führte der Vertreter der Firma aat: Die Firma habe den Arbeitern trotz verkürzter Arbeitszeit de» vollen Lohn gezahlt, außerdem eine Lohnaufbefferung und eine Teuerungs- zulage gewährt. Auch wurde die Arbeitszeit um dreiviertel Stunden pro Tag herabgesetzt. Mit Rücksicht auf all' diese Vergünstigungen bestehe die Firma darauf, daß die Ferien wegfallen. Ein Arbeitgeberbeisitzer teilt mit, daß die beklagt« Ftam erklärt habe, sie wolle die Ferieu wieder gewähren, wen« geordnete Berhältnisie eintreten. Knoop: Ich kann mich auf andere Firmen berufen, die im vorigen Jahre und auch in diesem Jahre Ferien gewährten. Der Krieg ist kein Grund, bisher gewährte ver- günstigungen zu entziehen. Der Ausschuß beschloß Beweisaufnahme. Der Thef der Firma und die Arbeiler-Vertrauensleute sollen über die näheren Umstände vernommen werden._ Ist für MilitSrarcheiten der Lohuzufchutz vo« 1.0 Proz. zu bezahle«? Für alle bis zum 18. Juni gelieferten Arbeiten aus Web- und Wiriwaren war der Zuschuß von 10 Proz. zu zahlen, gleichviel ob es sich um Privat- oder Heereslieserungen handelte. Mit Wirkung vom 18. Juni hat das Kriegsbekleidungsamt des Gardekorps einen Kriegszuschlag bewilligt, der den Arbeitern restlos ausgezahlt iverden muß. Vor der Bewilligung dieser Kriegszulage hatten sich die Ar- beitgeber vielfach geweigert, den Zuschuß von 10 Proz. gemäß der Verordnung vom 4. April 1916 zu zahlen, die Schlichtungs- kommission entschied aber immer dahin, daß der Arbeitgeber hierzu verpflichtet sei, den Zuschuß von 10 Proz. zu zahlen. Nachdem im Juni der Kriegszuschlag gewährt wurde, entstand die Frage, ob neben oder zu diesem Zuschlag der Zuschuß von 10 Proz. zu gewähren sei. Bekanntlich ist die Beschränkung der Ar- beitszeit und Arbeitsgelegenheit aufgehoben, dagegen ist die Bestim- mung über die Lohnzuschüsse bestehen geblieben. Hiernach kann der Lohnzuschuß gemäß der Verordnung vom 15. Mai 1917 weder durch «inen Kriegszuschlag noch durch eine Lohnerhöhung abgelöst werden, cS sei denn, daß ausdrücklich vereinbart wird, daß in der erfolgten Lohnerhöhung auch der Zuschuß von 10 Proz. mit enthalten ist. Im anderen Falle entsteht die Frage, ob der Zuschuß von 10 Proz. nicht auf den erhöhten Lohn zu zahlen ist. Nachdem das Kriegsbekleidungsamt des Gardekorps den Kriegs- zufchlag gewährte, weigerten sich die Arbeitgeber, den Zuschuß von 10 Proz. zu zahlen und erklärten, daß dieser Zuschuß in dem Kriegs- Zuschlag enthalten sei. Demgegenüber verlangten die Arbeiter Zahlung mit dem Hinweis, daß der Kriegszuschlag den�durch Ver- ordnung vorgeschriebenen Zuschuß nicht ablöse. Da für die Ge- Währung des Zuschusses der Gesamtwochenverdienst in Frage komme, so müsse auch auf den KriegSzufchlag noch ein Zuschuß von 10 Proz. erfolgen. Die Arbeitgeber machten die Einwendung, daß man ihnen doch nicht zumuten könne, zu einem Kriegszuschlag, den sie für das Amt verauslagten, noch einen Zuschuß von 10 Proz. zu gewähren. Das Amt habe ihnen die Löhne genau vorgeschrieben. Wollte es, daß der Zuschuß von 10 Proz. gezahlt werde, so solle eS entsprechend der Verordnung vom 4. April 1916 bzw. IS. Mai 1917 Ersatz leisten. Die Schlichtungskommifsion kam zur Abweisung der Kläger ans folgenden Gründen: „Es muß hier unterschieden werden die Zeit, als das Kriegs- beklcidungsamt deS Gardekorps aus seiner Kasse noch nicht den Kriegszuschlag für den Arbeiter zahlte und die jetzig« Zeit, in welcher dies geschieht. Früher wäre Kläger berechtigt gewesen, einen Zu- schlag von 10 Proz. zu verlangen. Das Recht stand ihm aber für die Zeit, welche er in seiner Klage angibt, nicht zu. Der Zuschlag, den Kläger auf Kosten des KriegsbekleidungsamtS vom Beklagten zu seinem Lohn empfangen hat, soll dem Arbeiter nebenbei auch einen Ersatz bieten für die Aufhebung der Streckungsverordnung, die da- mals bei der Bewilligung der Lohnerhöhung in Bälde zu erwarten stand. In Anbetracht dieser Sachlage ist Kläger nicht berechtigt, MW fr Mi H-I#■ Ttwffiar�LLi 1 Ulf n'rfl m*- 1 i frfrf■ i 1, est üotu DtxDutigzsji tuxx? die frühere Lohuzulage von 10 Proz. zu fordern. Daß die Streckungsverordnung noch nicht gefallen, spielt dabei keine Rolle." Ob diese Entscheidung dem Wortlaut der Verordnung entspricht, ist ztoeifelhaft. Wenn das Bekleidungsamt mit dem Kriegszuschlag den Zuschuß von 10 Proz. ablösen wollte, so mußte es dies bei Be- willigung des Kriegszuschlages klar zum Ausdruck bringen. In einem anderen Falle wurde wegen dem Zuschuß von 10 Proz. vor dem Kriegsausschutz für Militärschneiderarbeiten g-e- klagt. Die Beklagte machte ebenfalls geltend, daß ihr der Zuschuß vom Bekleidungsamt nicht erstattet werde. S->e sei daher nicht in der Lage, Zahlung zu leisten, bitte aber, dahin zu entscheiden, daß das Bekleidungsamt verpflichtet sei, entsprechend der Verordnung des Oberkommandos an seine Lieferanten einen Zuschlag von 7 Proz. als Ersatz für den Zuschuß von 10 Proz. zu zahlen. Als Be- triebSunternehmer komme das Bekleidungsamt und nicht die Be- klagte in Frag«; sie sei im Sinne der Verordnung eine Zwischen- stelle bzw. die Inhaberin einer Arbeitsstätte. Der Kriegsausschuß erklärte sich aus folgenden Gründen für unzuständig: »Dem Kriegsausschuß fehlt die Zuständigkeit zur Entscheidung von Lohnfragen. Maßgebend für die abweisende Entscheidung sind die Sj§ 9, 11 bis 13 des Hilfsdienstgesetzes. Nach§ 9 kann der einzelne Hilfsdienstpflichtige als Beschwerdeführer vor dem Kriegsaus- schuß austreten. Anders bei§ 13. Hier ist der Arbeiterausschuß Kläger— der Arbeiterausschuß, der in allen für den vaterländischen Hilfsdienst tätigen Betrieben für den Titel 7 der Gewerbeordnung gilt, und in denen in der Regel mindestens 50 Arbeiter beschäftigt werden, ständig bestehen muß.(§ 11 Abs. 1.) Der Kriegsausschuß hat nach§ 9 die Aufgabe, wenn sich der Arbeitgeber weigert, den von den Hilfsdienstpflichtigen geforderten Abkehrschein auszustellen, auf Beschwerde den Fall zu untersuchen und bei Anerkennung eines wichtigen Grundes für das Ausscheiden des Hilfsdienstpflichtigen demselben eine Bescheinigung zu erteilen, die in ihrer Wirkung dem Abkehrschein l Bescheinigung des Arbeit- gebers) gleich steht. Alsdann soll nach Z 13 auf Anrufung der Aus- schuß als Schlichtungsstelle wirksam werden bei Streitigkeiten in einem Betriebe der in 8 kl genannten Art über Lohn- und sonstige Arbeitsbedingungen. Die Tätigkeit des Kriegsausschusses für Militärschneiderarbeiten Grotz-BerlinS ist danach ein« eng um- grenzte. Lohnklagen, wie sie hier geltend gemacht sind, gehören nicht zu seiner Zuständigkeit. Würde aber das Gesetz selbst Lohnklagen vor dem KriegSaus- schuß zulassen, so ständen dann bezüglich des Bekleidungsamtes als Beklagte, abgesehen davon, daß es überhaupt nicht verklagt werden kann, die§ß 11 und 15 des Hilfsdienstgesetzes entgegen.§ 11 kennt nur Betriebe, die reine Erwerbszwecke verfolgen. Hierunter fallen jedoch zweifellos nicht Betriebe der Heeres- und Marineverwalwng, also auch nicht der Betrieb des Bekleidungsamtes, die Richtigkeit der Ansicht der Beklagten sogar angenommen, daß sie die Stellung eines Zwischenmeisters einnehme und dieser der eigentliche Arbeit- geber fei. Fernerhin würde nach 8 16 des Hilfsdienstgesetzes zu be- achten sein, wo es heißt:»Für die industriellen Betriebe der Heeres- und Marineverwaltung find durch die zuständigen Dienstbehörden Vorschriften im Sinne der 88 1— 13 zu erlassen." Eine Verordnung im Sinne des 8 13 des Hilfsdienstgesetzes ist nicht vorhanden. Namentlich ist nicht bestimmt, daß die wohl überall schon vor dem Kriege gewählten Arbeiterausschüsse der Heeresverwaltung in Fällen der 88 9 und 13 vor dem KriegSanLschuß aufzutreten hätten." Nach dieser Entscheidung können staatliche Betriebe nur dann vor den KriegsanSschuß geladen werden, wenn sie zugleich als ge- werbliche anzusehen sind. Da dies wenig oder gar nicht der Fall ist, so wären die Kriegsausschüsse für Staatsbetriebe unzuständig. Es ist nnS nicht zweifelhaft, daß diese Auffassung der Absicht des Ge- sctzgebers zuwiderläuft._._ parteinachrichten. Für Freiheit und Frieden. In Stuttgart sprach am Sonnabend der Vertreter des ersten württembergischen Wahlkreises im Reichstage. Genosse Karl Hildenbrand, über»Der Regierungswechsel und die Sozial- demokratie". Der Redner unterwarf die alldeutsche Politik einer scharfen Kritik und verlangte Eleichberechtigung der arbeitenden Massen in Reich, Staat und Gemeinde und Demokratisierung der äußeren Politik. Die Versammlung nahm einstimmig eine Eni- schließung an, in welcher eine parlamentarische R e gierung verlangt wird._ Industrie und Handel. Schwarzer Tag an der Börse. Die Börse hat zwei ausgesprochen schwache Tage hinter sich; am 11. September stürzten die 5wlse bei manchen Papieren vor- übergehend sogar um 10—20 Proz. und die Aufnahmelust war so gering, daß man im Frieden unter normalen Umständen bereits von einem schwarzen Tage gesprochen hätte. Ursache dieser auf« fälligen und eigentlich nicht recht begründeten Kursbewegung sind einzig und allein»Friedensbefürchtungen Ironische Naturen haben an der Börse selbst für den einigermaßen abnormen Geisteszustand, der in dem kommenden Frieden den Schrecken aller Schrecken sieht, das treffende Wort geprägt und den Ausdruck von den Friedensbefürchtungen in die Welt gesetzt. Geweckt wurden sie durch eine Bemerkung der.Vossischen Ztg.", daß England Deutschland ge- wisie Friedensavancen gemacht habe. Diese Gerüchte scheinen aber ansschNeßkich aus die Börsenplätze de« Deutschen Reiche« beschränkt zu sein, weil gleichzeitig in Budapest und in Wien eine stürmische Hausse eingesetzt hat. Daß ein bloßes Gerücht so überaus stark wirkte und die Börse so empfindlich reagierte, nachdem sie die Friedensentschließung des Reichstags und andere ungleich bedeutungsvollere Ereignisse mit viel größerem Gleichmut hinge- nommen hatte, ist darauf zurückzuführen, daß die eigentlichen großen Kapitalisten bereits verkauft und ihren Aktienbesitz den kleineren Leuten überlassen haben, die an sich nervöser sind und bei den hohen Kursen, zu denen sie gekauft haben, auch tatsächlich ein recht erhebliches Risiko tragen. Bisher hat die Abschwächung an der Börse eine ausschließlich interne Bedeutung, von allgemeiner Wichtig- keit wäre sie erst, wenn sie so groß und so andauernd wäre, daß. nachdem der Krieg bereits eine VermögenSumschichtung gebracht hat, eine neue einträte, die natürlich die ganze Volkswirtschaft nicht un- beeinflußt lassen könnte. Soziales. Gehalt für Eiubernfene. Die fortkaufende Zablung einer bestimmten Summe ist bei Ausbruch des Krieges vielfach von den Arbeitgebern einberufenen Handlungsgehilfen für die Dauer des Krieges mündlich oder schriftlich versprochen worden. Wegen der langen Dauer dieser Leistung traten die Arbeitgeber mnunter von ihrem Versprechen zurück. Es entstand nun die Frage, ob das mündliche oder schritt« liche Versprechen des Arbeitgebers rechtsverbindlich ist oder ob eine Schenkung vorliegt, die nur bei gerichtlicher oder notarieller Beur- kundung gültig ist. Die einzelnen Gerichte, vor die die Frage ge- bracht wurde, haben sie verschieden beantwortet. Das Landgerich: I Berlin sowie daS Kaufmannsgericht Charlotrenburg hallen das Ver« sprechen für ausreichend. Das Landgericht Hl Berlin will dagegen jene Zusage nur als Schenkungsversprechen aufgefaßt wissen. Die Begründung wird jetzt mitgeteilt. Für eine andere Auffassung fehle es an der Erkennbarkeit einer wenn auch noch so geringen Gegenleistung seitens des Klägers.»Nicht nur, daß dieser während seiner Einberufung keinerlei Dienste, quch nicht mittelbar leisten kann, auch für die Zeit nach Beendigung des Krieges besteht für ihn keinerlei Verpflichtung zu einer Gegenleistung für die Leistung des Beklagten, nicht einmal zum Wiedereintritt in dessen Dienste; selbst dieser steht vollkommen in seinem freien Belieben. Ebenso- wenig Raum ist für die Annahme, daß die Zahlungen die Ver- gürung für früher geleistete Dienste darstellen sollten." Beide Par- teien waren darüber einig, wenn die Zuwendung unentgeltlich war. Chineslsche Kulis? EiNe hochuückressanie Mitteilung hat der Geh eintrat Paul Mehnert in der Ersten sächsischen Kammer gemacht. Er hat aus- geplaudert, daß zurzeit an maßgebender Stelle die Frage der Einführung chinesischer Kulis lebhast ventiliert werde. Die Herren Agrarier sind es, denen damit unter die Arme gegriffen werden soll. Natürlich, wie inrnier, nur im Juteresse der Allge- meinhett. Die Kulis sollen nämlich nur eingeführt werden, um die Ernährung der Bevölkerung in ausgiebigstem Matze sicherzu- stellen; daxu sei nodwenjdig, daß Arbeitskräfte vorhanden feieir, und da voraussichtlich die sogenanntsn Scrchsengänger zunächst fohlen würden, ist die.maßgebende Stelle" dabei die Äulieinfuhr zu bentiliereu. Hier ist doch wohl zunächst die Frage erlaubt, wer ist diese maßgebende Stelle und ist dieser schon der Gedanke gekmnmen. daß die Arbeiter dabei auch ein Wort mitzusprechen haben? Miit diesen ist jetzt ja leicht Fühlung zu bekommen, da die früher unübersteigbare Mauer ja in den letzten Jahren schon manches Mal überstiegen worden ist. Oder fürchtot man, daß die Arbeiter Einsspruch erheben würden? Diese Furcht ist gewiß nicht unbegründet, denn das fehlte gerade noch, daß zu den: Elend, das über ums hereingebrochen ist, sich auch noch der chinesische Kuli gesellte. Unsere Herrn Agrarier mögen nur von dem allbeivährten Mittel Gebrauch timchen, das immer den erforderlichen Arbeiter- stamm gesichert hat: anständige Behandlung und ordentliche Be- zahlumg; es wird ihnen dann an Arbeitern sicher nicht fehlen. Aber sie waren schon vor dem Kriege daran gewöhnt, daß das Volk ihretwegen unausgesetzt in den Beutel greifen mußte und während des Krieges haben sie erst recht diese Polidi! fortgesetzt. Warum soll sie nach dem Kriege aushören? Lieber dem Arbeiter eine neue Rute binden, als sich.neu orientieren". Die Arbeiter werden durch diese Pläne der Agrarier einen Strich machen. Mus aller Welt. Was heute ein Schinken„wert" sein kann. In Hergesvogtei bei Brotterode lThüringenl verkaufte ein Bauer an einen Touristen einen Schinken für— 350 M. Für diese 350 M. kaufte er sich dann eine Wiese, die nun die»Schinkenwiese" ge- nannt wird._ Reicher Kindersegen. Der Grundbesitzer Misegniski in Dormowo sKreiS Posen) hatte bereits vor dem Kriege sieben Kinder. Während des Krieges wurden ihm zunächst noch ein Kind geboren, dann Zwillinge und jetzt Drillinge. Verantwortlich für Politik: Erich gutincr, Berlin: für den übrigen Teil des BIlltteS: Mfrcd Schot», Neukölln: für Inserate: Tb. Glocke, Berlin. Druck u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblait. wollen Sie es tun? Wenn wir Sie darum bitte»? Wir wünschen gern jedem, der Augengläser trägt oder das Be- dürfnis danach fühlt, eines unserer neuen Büchlein überreichen zu dürfen. Es erzählt Ihnen, wie Sie Ihre Augen recht gebrauchen können, ohne sie zu überanstrengen, wie Sie wieder mit Behagen lesen, arbeiten und schreiben können, selbst bei Licht, wie Sie vorzeitig Runzeln und Krähenfüße vermeiden, wie Sie Ihre Augen bewahren können vor allen zeitigen Schwächen, vielleicht vor Erblindung an grauem Star. Viele nützliche Winke werden Sie kennenlernen, die nicht nur schön zu lesen, sondern auch leicht zu befolgen sind. Wir bitten Sie daher in Ihrem eigenen Interesse, verlangen Sie In unserem nächsten Geschäft unser Büchlein: Augen-Fragen und Antworten oder schreiben Sie uns darum, es Schöll eberg: Yaupt-Straße 121 (tlm Salfer.Wkrbetm» Platz). Cttm Aiexander-Platz »»de» Cf�iagcc. SMelmarN, Me Bas-stc. CO Onmiea-Str. 44. OV-/,»eb�ßtanUB-CU». geht sofort umsonst wid portofrei an Sie ad. Wollen Sie es tun? Dann schreiben Sie gleich, ehe Sie es vergessen. Ttostenlos prüfen wir Augen und Sehkraft mit Sorgfalt und garantieren für passende Gläser sowie für Haltbarkeit aller Fassungen von 4.50 M. an. Dafür erhalten Sie bei uns schon gute Kneifer oder Brillen(ohne Gläser) und dazu noch ein Jahr Garantie, d. h.»so lange alle Reparaturen umsonst", selbst wenn die Fassung durch Ihre Schuld zerbrochen wird. Nur für Horn- teile, Schildpatt und für zerbrochene Gläser haben Sie zu zahlen. Ein Paar stark gewölbte, punkwell abbildende Punktorik-Gläser kosten bei uns nur 4.— M. das Paar, aus Sanoskop-Glas 6.— M. Ruhnke Wittp3kflec5tr.il* MW Ariedrich-Sir. 150, Wilmersdorf» Charlottenburg: . Cd» Raact-at» l�v. Eck» L-r-thecn-St» Derllner Skr. 1Z2.Z». d. Ubl-Sdim. Jaueahien-Str. 15, XJ EhauFee-Skr. 7* Friedenau: es,«-»»urk»r«»tz ......—•————— Zoachiwslhaler Str. 2. es 0a&s£*f L««. tlttti Friedrich»Str. �06 Ode Ziegel- Str. Chtf-Str. 1» CIMrtawrSh. Zriedrich-Skr. 180. Cd« XauStU'&t*. AwaHben-Skt. 184. Eck« Sru»ne»-St» «Hew-Str. 18. eck.«und-L». gegeuüber der«»tfer-Sta«. Nr. 250* 34. �ahrgcmg 7. Seilage öes Vorwärts NNttwoch, 12.SeM»ber1417 Zerichi des parteivorstandes an den Parteitag in Wiirzbmg für die Geschöstsjahre i91i4/-i9i.2. Krizpp und gedrängt ist der Bericht deZ Parteivorstandes über die fchiverste Zeit im Leden der Partei. Obwohl die Tätig- teit umfangreicher und intensiver denn je war. die Fülle des Material- geradezu nach einer umfangreichen Darstellung drängte, zwingen technische Schwicrigleiten zu engster Konzentration. Mit Recht wird in ihm auf die zahlreichen Publikationen hingewiesen, die während der Kriegszeit notwendig wurden, und insbesondere die inneren Vorgänge in der Partei sowie ihre Politik behandelten. Sie bilden eine Ergänzung des jetzt vorliegenden Berichts, zu dem auch noch der für die Zeit vom Z. April 1013 bis Ende März 1014 gegebene kommt, der von der Presse noch vor Kriegsausbruch ver- öffentlicht wurde. Diese Berichts mit den Aktensammlungen über die Kriegspolitik, den„M a t e r i a l i e n* über die Spaltungen der Fraktion und der Partei, den Protokollen über die Verhandlungen der Reichskonferenz im September 1916, den Verhandlungen des Parteiausschusses usw. geben dem Parteitage eine breite Basis für sein« Verhandlungen. Ter Bericht gibt zunächst eine allgemeine Ucbersicht über die politische Situation. Das allgemeine Parteileben stand naturgemäß im Bann« des Krieges. Tie Partei bekämpfte die Kriegsgefahr so nachdrücklich und so lange sie konnte. Am 4. August aber stand sie nicht mehr vor der Frage: Krieg oder Frieden? Ter Krieg war da. Bon der stärksten Partei Deutschland fordert die Schicksalsstunde eine klare Entscheidung. Darauf hatten insbesondere die Hunderttausend Sozialdemokraten Anspruch, die zur Verteidigung des Landes auf- gerufen wurden. Da blieb keine Wahl. Tic Partei machte wahr, was sie in den Parlamenten und in den Wahlkämpfen immer er- klärt hatte: In der Stunde der Gefahr lassen wir da? Vaterland n:cht im Stich. .Damit halte die Partei sich zur Pflicht der Landesverteidl- gung bekannt. Gleichzeitig aber hat sie mit äußerster Entschieden- heit erklärt, der Krieg dürfe keinerlei Eroberungsziele haben; er er müsse beendet werden, sobald die Gegner zum Frieden bereit seien. Diese Grundgedanken der Erklärung vom 4. August 1914 waren entscheidend für die S t e l- luiig der Partei zur Politik ihres Landes, wie für ihre Beziehungen zur proletarischen Jnter- nationale. Seit Anbeginn des Krieges hat die deutsche Sozial- dcmokratie Chauvinismus und Eroberungspolitik im eigenen Lande grundsätzlich dekämpft. In unablässigem Bemühen trat sie für internationale Verständigung ein und erklärt« jederzeit sich zum Frieden bereit. Auf der Reichskonserenz der Partei ist das in den ve.den Referaten:„Die Tätigkeit des Parteivorstandes" und.Die Politik der Partei" ausführlich dargelegt worden. Ter Vertretung der Internationale in Stockholm wurde an der Hand von Dokumenten dafür erneut der schlüssige Nachweis geführt. Tie deutsche Sozialdemokratie kann trotz häßlichster �An- griffe von innen und außen mit ruhigem Gewissen auf diese Tätig- keit zurückblicken. Wie ernst es rhr mit ihrer Friedensarbeit ist, dafür spricht am besten die am 19. Juli d. I. mit großer Mehrbeit vom Deutschen Reichstag beschlossene Kundgebung für den Ver- ständigungsfrieden, für eine Frieden ohne gewaltsame Gebiets- erwerbungen, ohne politische, wirtschaftliche und finanzielle Ver- gewaltigungen, der durch internationale Rechtsgarantien die Gleich- berechtigung aller Völker dauernd sichert. Ohne d i e e n er g i s che Friedensarbeit der Sozialdemokratie� wäre diese Kundgebung nicht möglich gewesen.' Scharf wendet der Bericht sich gegen die Eroberung». Politiker. Ihnen seien.die schofelsten Methoden' zur Be- kämpfung eines Verständigungsfriedens gerade recht, wenn sie be- haupten:.Verrat an den Interessen des Landes sei die Herbei- führung des Ausgleichsfriedens: Verzicht auf Annexionen und Entschädigungen sei Verzicht auf die Zukunft des Landes. In dema- gogisch aufgeputzten Bilderbogen operieren sie mit phantastischen Zahlen künftiger Steuerlasten, die der Verständigungfrieden unserem Volke aufbürden müsse. Daß aber jeder Tag Kriegsver- lävgerung Taufende Menschenleben mehr fordert, daß Vernichtung biühcndet Mensifjenkraft der schwerste und unersetzlichste Verlust ist. stellen sie wohlweislich nicht in Rechnung. Die Hekatomben an Menschenopfer schrecken diese skrupellosen Jnteressenpolitiker nicht. Fortsetzung des Krieges bis zur Erreichung ihrer wahnwitzigen Ziele hieß« kämpfen bis zum Weißbluten der Völker, würde Europa in ein- Wüstenei verwandeln. Ein so erkaufter Friede wäre nur nn Scheinfriede, dem naturgemäß neue Kriege mit noch entsetz- lieberem Blutvergießen folgen müßten. So sehr doS deutsche Volk entschlossen ist, für seine Selbstbehauptung alle Kraft einzusetzen, so entschieden lehnt es politische, wirtschaftliche und finanzielle Ver- gewaltigungen anderer Völker ab. Es besteht heute kein Zweifel mebr. daß das die Auffassung der überwältigenden Mehrheit des Volkes ist.' Ihr könne sich keine Regierung entgegenstellen, ebenso- wenig wie d«r zur Volksforderung gewordenen Demokratisie- rang im Reich, Staat und Gemeinde. Vor allem hau- delte es sich um die Beseitigung des schmachvollen Dreiklassen- svstemS in Preußen und ähnlicher Drahtverhaue in den anderen Bundesstaaten. Wenn die Nutznießer der jetzigen Volksentrechtung glauben, mit der in aller Form gegebenen Zusicherung der Ein- führung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts in Preußen ein ftivoles Spiel treiben zu können, so wird sie die Entwicklung eine» anderen belehren. Es muß Ernst gemacht werden mit der Demo- kratisierung Preußens! Nur die restlose und schleunige Durch- führung der Zusicherung kann uns ernste Konflikte ersparen! Dem Reichstage muß der entscheidende Einfluß auf die Geschicke des Reiches werden. Mit der.engen Fühlungnahme" zwischen Regierung und Reichstag ist es nicht getan. Zwischen den beiden entscheidenden Faktoren der deutschen Politik muß ein fest- gefügtes Vertrauensverhältnis hergestellt werden; ein Vertrauens- Verhältnis, das nur beruhen kann auf dem demokratisch-parlamen- iarischen System. Der Reichstag kann sich nicht länger mehr mit der Rolle des Kontrolleurs und des Kritikers der Reichspolitik de- gnügen. Die Liquidierung des Krieges, die großen ZukunftSaus- gaben des Reiches sind Schicksalsfragen für unser Volk. Ihre Eni- scheidung darf nicht in der Hand einer Oberschicht liegen, die zum Volk in keinerlei Vertrauensverhältnis steht. Das deutsche Volk hat diese Bevormundung längst satt? Es will sein künftiges Schick- sal selbst bestimmen. Allerdings— die Durchführung unserer demo- kratischen Forderungen kann nicht daS Werk fremder Bourgeoisie- regierungcn sein. Die Unabhängigkeit unseres Landes, daS Selbst- bcstimmungsrecht unscrs eigenen Volkes sind die ersten Boraus- setzungen einer wahrhaft demokratischen Politik. Die Entente mag noch so laut und aufdringlich von der Befreiung fremder Völker reden— in Deutschland gibt es nicht einen Arbeiter, der das heuchlerische Spiel, das sie mit der Demokratie treibt, nicht durch- schaute. Damit müssen die Arbeiter in England und Frankreich rechnen! Sie können uns nicht befreien, denn sie haben mit ihrer Bourgeoisie genug zu tun. Was diese den Arbeitern ihrer Länder zu bieten vermag, zeigt da» Reiseverbot nach Stockholm. Die Bour- geoisie der Ententcländer kämpft ebenso wie unsere KricgSverlän- gcrcr gegen Stockholm; sie fürchten dort Gefahr für ihre kapitalisti- schen Erobcrungsziele. Die deutsche Arbeiterklasse hat ihre inner- politischen 51ämpfc bisher ohne Hilfe von außen geführt; so gedenkt sie das auch in Zukunft zu halten..... Der Krieg hat die Partei auch vor große wirtschaftliche Ans- gaben gestellt. Zur Sicher st ellung der Volksernäh- r u n g ist der Parteivorstand gemeinsam mit der Generalkom- Mission der Gewerkschaften unausgesetzt tätig gewesen. Schon am 13. August 1914 unterbreitete er der Regierung ein Programm für die Organisation unserer gesamten Ernährung. Der Reichskon- ferenz der Partei lag bereits die Zusammenstellung von 13, teil- weise sehr umfangreicher Denkschriften an die Regierung vor, die sich mit den Ernährungsfragcn befassen. So unbefriedigend unsere Ernährungsverhältnisse auch sind, ohne die hingebende und zähe Arbeit der Parteivertrctcr wäre es sicher noch schlimmer um sie bestellt. Die Differenzen in der Partei erfahren in dem Bericht keine besondere Behandlung. Trotzdem klingen sie unausgesetzt aus der knappen Darstellung der gefaßten Beschlüsse und Veranstaltun- gen heraus. Die Reichskonserenz im September 1916, die der Partei die bedrohte Einheit erhalten sollte, wurde von der Opposition vor, während und nach der Tagung diskreditiert. Durch eine lächerliche Obstruktion suchte man die Konferenz wirkungslos zu machen und sabotierte zielbewußt ihre Arbeit. Triumphierend verkündete dort eine ihrer lautesten Rufer:.W a s hier die Konferenz bezwecken soll, daS wird sie nicht erreichen. Sie sehen, daß hier Gegensätze vorhanden sind, die unvereinbar sind.' Die über- aus große Mehreit der Konferenz stimmte einem Friedensmanifest zu, billigte die Bewilligung der Kriegskredite und verurteilte die von der Opposition herbeigeführte Spaltung der Reichstagsfrak- tion. Die Konferenz protestierte gegen die Aufrcchterhaltung des Belagerungszustandes, verlangte Demokratisierung der Verfassung, der inneren und äußeren Verwaltung und durchgreifende Matz- nahmen in der Nahrungsmittelversorgung. Die Organisation der Partei ist durch den Krieg allerdings arg in Mitleidenschaft ge- zogen. Der über daS Reich verhängte Belagerungszustand hatte in den Grenzbezirken die Auflösung der politischen Organsationen zur Folge. Fast die Hälfte unserer männlichen Mitglieder wurden be- reit» in der ersten Zeit dcS Krieges von der Einberufung zum Heeresdienst betroffen. Inzwischen hat sich diese Zahl auf zirka 76 Prozent der gesamten männlicken Mitglieder gesteigert. Zu einer weiteren zahlenmäßig nicht festzustellenden Schwächung der Partei hat die verwüstende Agitation der Opposition, die schließlich zur Spaltung der Partei führte, beigetragen. Leider ist auch die Zahl der weiblichen Mitglieder erheblich gc- funken. Die Ursache wird zum Teil darauf zurückzuführen sein, daß bei Kriegsbeginn die Kriegersrauen meistens von Beiträgen befreit wurden, mit dieser an sich erklärlichen Maßnahme aber auch vielfach die Fühlung mit der Organisation verloren ging. Die Spaltung brachte Mitgliederverluste in den Bezirken Groß-Berlin, Leipzig, Frankfurt a. M., Ostpreußen, Niederrhein, Braunschweig. Halle, Erfurt und Groß-Thüringen. Die übrigen Bezirke wurden weniger, ein großer Teil gar nicht d'von berührt. Die dem Bericht beigefügte Tabelle über die Mitgliederzahl in den einzelnen Bezirken gibt kein vollständiges Bild über die tatsächliche Stärke der Organisationen. Bei dem Mangel an zu- verlässigen Funktionären wurde vielfach nur mangelhaft berichtet. Nach dem großen Zulauf, den die Organisationen durch die erfolg- reiche Werbearbeit der„roten Woche" im Jahre 1014 erfuhr, bc- trug die Gcsamtmitgliederzahl am 31. März 1914.. 1 08S 905 davon 174 764 Frauen . 31., 1915.. 585 898. 134 663 , 31.. 1916.. 432 618. 112 418. , 31.. 1917.. 243 061, 66 608 Diese Zahlen zeigen die Wirkungen de? Krieges wie des Parteistrsits mit großer Deutlichkeit. Sic sind ein Warnungs- zeichen, aber auch ein starker Ansporn, der Gefahr zu begegnen, die in einer weiteren Schwächung der Organisation liegt. Die Sozial- dcmokratie hat im Kriege so gewaltige moralische Eroberungen ge- macht, daß es gelingen muß, diese auch organisatorisch auSzu- münzen. Die Franenbewezunz hat dazu ebenfalls wirkungsvolle Arbeit geleistet. Die verschiedenen Auftufe und Direktiven des Parteivorstandes zur KriegSnot und Lebensmittelfrage gaben auch ihr oie Richt- schnür für ihr Handeln. Konnte schon vor dem Kriege von einer stetig zunehmenden kommunalen Mitarbeit unserer Genossinnen berichtet werden, so hat die jetzige Arbeit unserer Genossinnen auf kommunalem und sozialpolitischem Gebiet« sich ganz gewaltig ver- mehrt. Daneben läuft eine nicht zu unterschätzende soziale Ar- beitsleistung in den verschiedensten Vereinen. Von den 47 befrag- ten Parteibezirken berichteten 31 von fleißiger Mitarbeit unserer Genossinnen in Preisprüfungsstellen. LebenSmittelkommissionen und-Aemtern. in VolkSküchenauSschüssen und KciegS�vsnrgekom- Missionen, in der Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenenfürsorge, im Säuglings-, Kinder- und Mutterschutz, in der Jugendfürsorge, als Kontrolleurin auf dem Lebensmittelmarkt und in Beschwerde- kommissionen. An öffentlichen Frauenversammlungen fanden in den drei Be- richtsjahren 1107 statt. Den Vorständen gehörten am 31. März 1917 577 Genossinnen an. Eine Frauenkonferenz für daS ganze Reich fand am 7. und 8. Juli d. I. statt mit der Tagesordnung: 1. Die Frauen m der Kriegswirtschaft, 2. Unsere Agitation, L. Das Frauenwahl- recht, zu der aus 38 Bezirken 50 Delegierte erschienen. Eine unmittelbare Folge der Reichskonferenz war, daß von einzelnen Bezirken und Kreisen wieder Agitationsversammlungen und planmäßige Warbeaktionen für„Gleichheit" und Partei cinge- leitet wurden, Sowohl nach dem Verlauf der Tagung, wie auch nach ihren unmittelbaren Folgen in den Bezirken ist zu Höften, daß die Reichsfrauenkonferenz angesehen werden kann als verhekHungs- voller Auftakt zu neuer Arbeit der Gcnoffnnen im Täenste M Sozialismus. Die Jogendbeweonng. Bei Kriegsausbruch zählten wir 837 Jugendausschüsse, 88 Be« zirkslcitungen und 106 300 Abonnenten der„Arbeiter-Jugend'. Der Krieg mit seinen mehr und mehr unerfreulichen Begleiterscheinun- gen hat auch die Jugendbewegung in Mitleidenschast gezogen. Be- sonders die fortgesetzten Einberufungen, die uns unsere besten und tüchtigsten Kräfte entzogen, hat die Jugendbewegung an vielen Orten lahmgelegt. Sie blieb auch von Spalt ungSvcrsuchen nicht verschont. Schon kurz �nach Beginn des Krieges setzten hier die Treibereien gewissenloser, jeder Verantwortung baren Elemente ein. Diese Treibereien, deren Träger durchweg die älteren, der Jugendbewcgung längst entwachsenen Jugendlichen wurden, führten zuin Boykott der„Arbeiter-Jugend" und zur LoSlösiir.g von der Zentralstelle für die arbeitende Jugend— und damit zur Spaltung. Diese Spaltung wurde nicht allein von den Spartakusanhängern, sondern neuerdings auch von den Anhängern der Unabhängigen Sa- zialdcmokratischen Partei herbeigeführt. Tagegen wurden die möglichen Abwehrmaßnahmen durch die Zentralstelle getroffen. Die Frage der militärischen JugendauSbildung beriet am 25. Oktober 1914 eine Konftrenz der Bezirksleitungen, die nach eingehender Aussprache beschloß, die Bcteiilgung an den mili- tärischen Jugendkompagnien abzulehnen. Auch gegen den Sparzwang und die sonstigen die Jugend betreffenden Kriegsverordnungen der Generalkommando! wandte sich die Zentralstelle wiederholt, sowohl durch unsere Ver« treter im Parlament, als auch durch eine ausführlich begründete Eingabe an das preußische KriegSministerinm, die die Aufhebung dieser Erlasse fordert. Die Zahl der JugendauSschüss« betrug am 1. April 1915 zirla 500, am 1. April 1916 zirka 400 und am 1. April 1917 etwa 200. JÜgZdhew" iMnwg-»'Wengen 1014/15 303 2956 70 468 1446 1915/16 194 1246 42 295 512 Der Abonnentenstand der„Arbeiter-Jugend' betrug am 1. April 1915 in 460 Orten... 67 062 1.. 1916. 381.... 52934 1.. 1917. 305.... 36511 DaS Bildungswescn hat während der Berichtszeit, begreiflich genug, OescHÄfft© tn&Üen Stadtteilen Berlin« towie in Neukölln n. Treptow 8cluy«lt£lii«ulf.jv O. Stol«, gi�iirwfi. Schröter, R.| 42 DeritaufeHfettoi 45 ühJyiWotfram August Holtz g.iÄ. 4 Blerbraacrei., Blcrhdandlg.k ' rauereiBöizoi' ezapliehlt Quaiitsöierc _ ersten Range«-1 MDncbener Brauhaus Berlin und Oranienburg Trinüi lüanninger Bier! Weissbier, C. Breithanpt, FaUsadeiutr.DT TeLKjji. 2681,2082 4 Draaai» und Fsrfcnii"h VtrSu-Srefui«, 4 Esalnfabrlken Timner�Essig Bbepoll erhältlich I [ ] 4 Fleisch- u. Wurstw. d W. OecR lnh.3 Harm« Gerbaoh Charlottenburg, Berlinerst. 68-69 Fleisch- und Wnrstwarenfabrik WDlyGerf«ke, Petersbnr gerstr�l Otto Kongel, Alte Jaoobatr. 22. dHerren-ii.Kngbercggrd.fr JUS«» a-m Badstr. 26, Ecke • KaCP Printen-Allee. Leske ASInpecki, Schi&L-ill««? Fahierii fi. fo Rosentbalerstr. 5. mm 2 US. Eckbans Linienatr 4 Kolonialwaren fr frebmifr,~ Carl Jung, Stromstr. 21. RQhlmano.P.�üllerst.aOb.E.Seest 4 Wahihandinniien V jBcthke, Georg, Blfeoköna, Bbcrtr.SJ, Kaiier-Frietr. IStt. 64, Wasentr. 189, Frieielatr. 2S | rreptair. Grätr-8tra8e 64. Gaege, Otto Ch F.W.Siditir--"�*7* Ecke Cnrrystr. Hähragochinen Bellmann, E., KiSSSSk* MmascIiiBen LM— 1.«Iii ItadttWlM. 4 Hat«, Hfltzeu�P. Vesier, E.� Polawaren fr Kottbuser-. _ Damm 18/19 4 Kura-.Wei6-.Wollw.,Trikoty. fr IL 4 PFotogr. Appar-ota> 4 Weine, LikörcrFrncfattäfte�fr Et-ago SSoliag! 60 Filialen in allen Stadteflen. I Herrn, ineyer&co, ei.550Verlaüfsstell. 5r:-B?rL Meierei C. Bolle Bepnnn.w.2ihM Ältester und grSsster Milch wlrtschaftlicha» - Orossbetrleb- Schnbcrt, Carl. Wklln.Bergatr-148 4 Schreibwaren d O. Pfochnow,�1öllB üer.uaor-'lt 4 Uhren u. MQl�waren ► Lehmsm», Alb., Frankf. AllootO 4 War.lohBrunqen h „Deutschland"4 Bertin Arbeite rrerNchcrong— Bdiützea. ttefbelotMesTetslehenf.»traSa 8. Ne.SSH— 1H17 Unterhaltungsblatt des vorwärts •m*' Mittwoch, 12. Septemde? GeistesgMnaftik. Von Toni Sußmann. Jede körperlich bedingte Tätigkeit verlangt Uebung. Wir wissen. daß ein Stubenhocker stundenlange Märsche gar nicht oder nur unter großer Erschwerung mit Aufbietung letzter Kräfte ausführen kann. Derselbe Mensch wird bei allmählich sich verlängernden Marsch- Übungen nach wenigen Wochen ohne jede Anstrengung stundenlange Wanderungen unternehmen können. Ein guter Geigen- oder Klavierspieler, der nicht Fingerübungen gemacht hat und sie größtenteils beibehält, ist für uns nicht denkbar. Bei Akrobaten und Jongleuren bewundern wir die Kraft und Geschick- lichkeit, die sie sich durch Uebung erworben haben. Wir sprechen dann wohl über den Wert der Uebung für unsere musikalische Leistung«- fähigkeit oder wir denken an all unsere vernachlässigten Muskeln und nehmen uns vor, von nun au eifrig Sport zu treiben oder Unter- richt in systematischer Gymnastik zu nehmen. Wird solch' ein Vor- haben wirklich durchgeführt, dann fühlt der Betreffende, daß er jetzt nicht nachlassen darf, denn aus der Uebung kommen bedeutet, daß die Muskeln wieder steif werden und er von neuem beginnen muß, will er nicht wieder ins alte Fahrwasser kommen. Wir nennen das beim Tiere wie beim Menschen Uebung(Training). All dies sind alte Erftthrungcn, die so bekannt sind, daß es überflüssig erscheint, noch darüber zu reden. Trotzdem hielt ich es für notwendig. Es ist nämlich seltsam, daß fast alle Menschen bei der körperlichen Uebung Halt machen. Nur manchmal hört man mit einem Stoßseufzer sagen:»Wenn ich doch meinen Verstand ebenso beugen und strecken könnte, wie meine Arme und Beines Gelegentlich wird auch ein naiver Versuch zur Uebung der Gehirn- funktionen gemacht. Meist ist es dann aber ein Rettungsversuch mit unzulänglichen Mittel. Es fehlt, nicht nur die Energie, solche Versuche auf eigene Faust wirklich durchzuführen, sondern auch das einfache Wissen um die Methode. Ein Beispiel: Frau |). ist von ihrem Sommeraufenthalt zurückgekehrt. Sie fühlt sich irischer als vorher und geht froh an ihre Arbeit. Da sieht sie nach dieser Arbeitspause erst klar, was sie cbis dahin nur undeutlich ge- merkt hatte: ihr Gedächtnis hat in erschreckender Weise nachgelaffen. Die nächstlieg endsteu Adressen sind ihr entfallen. Da bekommt sie Angst, daß ihre Erwerbssähigkeit leiden könnte und sie beginnt zu üben. Sie lernt je nachdem niorgens oder abends eine Strophe von einem Gedicht auswendig. Es macht ihr unsägliche Mühe. Sie versucht, beim Lernen herumzugehen und laut zu sprechen. Es hilft nur wenig. Bei der dritten Zeile ist die erste schon vergessen. Da gibt sie die Versuche bald auf und entschuldigt ihr Gedächtnis mit Ueberarbeitung oder Alter. Hätte Frau D. ein wenig psychologische Schulung, so würde sie zuerst fragen: Woher kommt es, daß mein Gedächtnis nachgelaffen hat? Und hat es wirklich überall gleichmäßig nachgelassen oder sind die Lücken nicht sehr ungleich verleilt? Die Antwort auf diese Frage kann sie sich nur allgemein geben, denn was sie vergeffen bat. daran wird sie ja auch jetzt nicht erinnert, und es bedarf einer psychologischen Prüfung, um den wirklichen Mangel festzustellen. Nach dieser Diagnose können die Gedächtnisübungen, um bei diesem Beispiel zu bleiben, nicht gleich begonnen werden. Täten wir das, so würde auch die Geistesgymnastik nur selten Erfolge zu verzeichnen haben. 1 .Wie der Baumeister da« Grundstück eingehend auf seine Trag« fähigkeit untersucht, bevor er mit dem Hausbau beginnt, so unter- sucht der Psychologe den seelischen Zustand ebenso wie den Jnrelligenzgrad des Patienten. Bei der Untersuchung des Bauplatzes muß der Baumeister auch in die Tiefe gehen und wird dabei bausig auf Schutt stoßen, der für sein Bauwerk nicht dje sichere Grundlage bietet. Er wird diesen Schutt entfernen und den Boden mit festerem Material anfüllen. Genau so geht der psychologisch Arbeilende vor. Beginnen wir sofort mit den Uebungen, so bauen wir auf schlechtem Boden. Dieser seelische Schutt hat nämlich die Eigentümlichkeit, alle Kräfte an sich zu ziehen. Diese Tatsache kann jeder an sich selbst beobachten:»Seit mehreren Wochen wandern meine Gedanken von der Arbeit fort. Ich denke scheinbar an nur Gleich- gültiges. Beobachte ich näher, so merke ich, daß ich selbst gar nicht lese, sondern nur meine Augen. Da ist ein Punkt in meiner Seele, der magnetisch all meine Gedanken und Gefühle an sich reißt und nnch hindert, mich zu konzentrieren. Das ist der Schutt, die Hemmung.* Wir tragen alle große Mengen solcher Schutthaufen. Hemmungen, in uns herum, und häufig müßte man die städtischen Müllabfuhrwagen zu Hilfe rufen, weil es die Eimer nicht mehr fassen. Ist diese? große Reinemachen, vor dem jeder HauSftau graut, vorüber, atmen wir frei auf. In dieser staubfteien Luft läßt sich gut arbeiten, und nun geht eS ans Bauen. Wir tun gut daran, mit den Aukmerkübungen zu beginnen- Denn wer nicht aufmerken und erfassen kann, kann auch nicht fest- halten. So üben wir uns im schnellen exakten Anschauen von Gegen- ständen und Bildern, im Anhören von Worten und Zahlen, im An- tasten von Gegenständen, die dem Auge verborgen sind. Bald beginnt sich auch unsere Merkfähigkeit zu rühren. Nach dem päda- gogischen Grundsatz: vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Zusammengesetzten.— Gehen wir weiter. Bald begnügen wir uns nicht mehr mir einfachen Uebungstafeln. Künstlerische und wissenschaftliche Gebiete aller Art müssen herhalten, um uns zu schulen. Das alles aber nicht mehr zum bloßen Aufnehmen und Behalten, sondern zum Verarbeiten zu eigenem Fleisch und Blut. Kein Eindruck ohne Ausdruck, lautet unser Tätigkeitsspruch. Bei alledem ist Veranlagung, Bildungsgrad und Beruf des Schülers das Richtunggebende. Viele Werke sind nicht geschaffen worden, viel Kraft wird täglich zersplittert, weil die Wenigsten von uns wirklich arbeiten können. Es ist selbstverständlich, daß jeder Mensch im Laufe der Zeit seine eigene Arbeitsweise sucht und auch findet. Häufig aber geht das halbe Leben vor diesem Finden dahin. In der Schle lernen wir so viel UeberflüssigeS. Aber die Hauptsache wurde uns nie gezeigt: wie wir lernen sollen. Man rief uns zu:»Aufpassen!' oder:»Lernt zu morgen drei Strophen aus- wendig*. Auf welche Weise das in kürzester Zeit mit geringstem Kraftaufwand- geschehen könne, wurde uns nicht gelehrt. Wir wurden auch nie darauf aufmerksam gemacht, daß geistige Fähig- leiten einschlafen, wenn wir sie nicht wach erhalten. Und so kam es, daß wir viel einschlafen ließen und es vergeblich suchten, wenn wir es brauchten. Hätten wir eine Ahnung von den Grundregeln unserer Gehirnfunktionen gehabt, dann hätten wir sie wohl wach- erhalten können. Wie sich die allgemeine Leistungsfähigkeit durch Uebung steigern läßt, wissen die Pädagogen. So schreibt Max Lobsien in seiner experimentellen praktischen Schülerkunde(Berlin 1916) S. 202: »Wenn man täglich zu gleicher Zeit fünf Minuten rechnen läßt, etwa morgens um 9 Uhr, dann macht man die pädagogisch wertvolle Beobachtung, daß die Leistungsfähigkeit der meisten Prüflinge über eine Reihe von Tagen hin stets zunimmt, obwohl es sich um Auf- gaben handelt, die hundertfach in ähnlicher Form im Unterricht geübr worden sind.* Mit solchen Rechenübungen allein richtet man bei Arbeits- unfähigen freilich nichts aus. Hier mutz der ganze Apparat in Tätigkeit gesetzt werden. Es kann den Anschein erwecken, als ob diese BeHandlungsweise den Patienten zu einem unmündigen Kinde herabsinken läßt und ihn in ein starkes Abhängigkeitsgefühl zu seinem psychologischen Lehrer bringt. Da steckt für den Psychologen die schönste Aufgabe. Er zieht den Schüler heran und lehrt ihn seinen eigenen Rhythmus zu suchen, der keineswegs immer der des Lehrers ist. Wenn der Lehrer zum Beispiel zu dem Typus gehört, der durch das Auge am leichtesten aufzunehmen vermag, so darf er das gleiche nicht bei seinem Schüler voraussetzen. Erst eingehende Prüfung und längeres Zusammenarbeiten nach verschiedenen Methoden werden es dem psychologischen Lehrer ermöglichen, Ratgeber und Wegweiser zu sein. jenseits des Handgemenges. Seitdem Romain Rolland 1915 in seinem bekannten Buche „.Au ckssLus de la rnftlee"1 dem blinden Fanatismus und der zügel- losen Verleumdungssucht seiner Landsleute den Absagebrief ge- schrieben hat. hat immerhin eine kleine Anzahl von Franzosen den Mut gefunden, seinen Spuren zu folgen, sich mit ihm„jenseits des Handgemenges* zu stellen, die Stimme der Menschlichkeit zu er- heben und auch dem Feinde Gerechtigkeit und Achtung zu erweisen. Nach einer Zusannnenstellung. die Dr. Otto Grautoff im Beiblatte des neuesten Heftes der»Zeitschrift für Bücherfreunde' veröffentlicht. sind es im ganzen nur zwölf Franzosen, die diesen Weg beschritten haben. Der erste, der Rolland folgte, war Henri Guilbeaux, der von Genf aus in seiner Zeitschrift. Demain' sich bemühte, neue Ausgleichsmöglichkeiten zu suchen und die national« Ueberhitzung zu dämpfen. Als Dichter trat P. I. Jouve diesen Bestrebungen zur Seite, und im Dezember 1915 erhob der Antimilitarist A. de Mar- mande in»Mercure de France* die allerschärfsten Angriffe gegen das militaristische, plutokratische und nationalistische Frankreich. Es folgte 1916 Colette mit ihrem überlegen ironischen Buche„!La Paix chez los Bstes"(Der Friede bei den Tieren), und etwas später brachte Lysis in seinem Buche über die neue Demokratie eine gerechte Würdigung Deutschlands. Ebenso begann Leut- nant Alceste im»Oeuvre* für eine maßvolle und objektive Schätzung der Deutschen zu werben, und gegen 1916 erschien das schöne und ergreifende Buch der Marcelle Eapg „Eine Frauenstimme jenseits des Handgemenges*. Das lausende Jahr brachte bereits in seinen ersten Monaten den erschütternden Frontroman von Henri Barbusse»Le Feu*, der in ivenige» Wochen Weltruhm gewann, und aus den letzten Wochen sind Bücher und Aeußerungen von Georges Duhamel, Marcel Martinel, Rens ArcöS, Frans Masereel, Alexander Mercereau und anderen zu erwähnen, die gleichfalls im Sinne der Menschlichkeit und Billigkeit gehalten find. Beachtung verdient es, daß im Laufe der letzten zwei Monate nicht weniger als zwölf kriegsfeindliche Zeitschriften in Frank- reich neubegründet worden sind. Zugleich aber fließt der Strom des Hasses nach wie vor mit unverminderter Stärke. vom kürbw. In ansehnlicher Fülle lagern jetzt die Kürbisse in den Auslagen der Grünkramgeschäfie, kugelig oder ellipsoidisch, verschieden in Farbe, Form und Größe. Schon im Altertum hatte man mancherlei Formen von Kürbissen und im Mittelalter erfreute sich diese Frucht eines solchen Ansehens, daß man sie in einem besonderen Teil des Pflanzengartens. dem Kürbisgarten, heranzog. Wie denn für den Anbau der Kürbisse ein größerer Raum erforderlich als für andere Gartenftäuter ist, der Früchte wie der Ranken wegen, ivelche die Früchte tragen. Man läßt jene teils an der Erde kriechen, teils spalierartig emporklimmen, und schafft so ein Fleckchen Erde von einem eigenartigen Aussehen. Der Anbau des Kürbis war übrigens im höchsten Grade lohnend. Blätter und Blüten wurden zu Heilzwecken ver- wendet, das zubereitete Fleisch wurde als leckerer Nachtisch vor- zehrt und die Schale wurde zu Gefäßen benutzt. Zu diesem Zwecke wurde aus dem Vollreifen Kürbis das Fleisch herausge- nommen und das Innere mit einem Schabeisen behutsam ausge- kratzt.»Manchmal faßt so der Kürbis einen großen Sester oder noch viel mehr, eine große Amphora, und wenn man ihn mit Pech aus- streicht, fo hält sich der Wein gut darin,* sagt ein alter Schrift- steller. Der Gebrauch solcher Kürbisschalen wird denn auch zu jener Zeit, wo das gewöhnliche irdene Gefäß noch leicht und schlecht ge- brannt und die undurchlässige Glasur noch nicht gekannt ist. nicht unbeträchtlich gewesen sein. Bezeichnend dafür heißt im Mittel- niederländischen der Kürbis auch Flasche. Und vom Flaschenkürbis oder der Calebassa wissen wir, daß ihre halben, ausgehöhlten großen Schalen als Körbe und Flaschen und die kleineren als Löffel einen Hauptbestandteil der Negerhaushaltungen ausmachen. Auch den Indianern in Amerika liefert diese Art leichte und haltbare Flaschen, Löffel, Trichter, Hüte usw. Am Rheine baut man den gemeinen Kürbis in vielen Spiel- arten zur Schweinemast an, in Südeuropa dagegen werden Kürbisse verschieden zubereitet allgemein gegessen, namentlich ist die Kultur einer kleinen Frühsorte, deren Früchte von Größe unserer Gurken den ganzen Sommer hindurch abgepflückt werden können, in Griechenland weit verbreitet, und liefert neben wohlschmeckendem Salate gekocht auch ein beliebtes Gemüse. Auch bei uns wird der Kürbis kultiviert, sowohl seiner Früchte wegen, aus denen Kürbis- suppe bereitet und Kürbispfanne gebacken wird, oder die man mit Zucker eingemacht zu Kompott verwendet, als auch seiner Samen wegen, aus denen sich ein fettes Speiseöl pressen läßt. Kleine Kürbisarten, wie der Apfel-, Birn« und Eierlürbis, der Türkenbund-, Turban- und Melonenkürbis, der Stachelbeerkürdrs. dessen Früchte die Größe von Stachelbeeren haben, werden als Zierpflanzen gezogen, weil sich mit denselben die herrlichsten Blumengewinde im Freien herstellen und unansehnliche Gebäude, Schuppen, Planken, Komposthaufen usw. wegen des schnellen Wuchses der Pflanzen beleben und den Blicken entziehen lassen. Nottzea. — Vorträge. Im Leffing-Mufemn findet am Donnerstag 8 Uhr ei» Storm-Abend statt. — Wer hat den eisernen Hivdenburg auf dem Gewissen? Der Bildhauer O. Schimmelpsetmig teilt uns mit, daß dem Maler Marschall keineswegs durch Urteil der 21. Zivcl'. kammer die Urheberschaft am elsc.ru en Hindenburg zugesprochen ist. Vielmehr wird diese Frage erst durch einen anderen Prozeß— nach Friedensschluß— entschieden werden. Herr Schimmelpfennig be- hauptet nach wie vor, daß er, und zwar nicht als Gehilfe Marschalls, den eisernen Hindenburg im Modell geschaffen habe. — Der Vcrnichter des RuhrbazillnS. Nach eiircr in der Pariser Akademie der Medizin gemachten Mitteilung ist es Dr. d'Herelles gelungen, einen Bazillus zu züchten, der sich als er- bitterter Feind deS Erregers der Ruhrerkranknng, des sog. Shiga- bazillus, erweist. 52) Inders hjarmsteö. Von Jakob Kuudsen. Er hörte einen Wagen in den Hof einfahren. Wenige Minuten darauf kam fein Vater zu ihm heraus.— Er sagte gar nicht Gutenabend, sondern setzte sich gleich auf den Deich neben seinen Sohn. „Ja.— er hat wieder Aufschub bekommen bis zum 20. Juni.* Anders sah zu seinem Vater hinüber und lächelte. Eine gute Weile danach sagte der Alte:„Der Hardesvogt bat zu nur gesagt, als ich ging,— während wir allein waren, — datz es das letztemal war. daß dem Äristen Faurholt der Aufschub bewilligt würde.* „Ja,— dann bekommt er ihn ja auch wohl nicht mehr." „O doch; ich habe keinen Glauben mehr in der Sache, das kann ich Dir gut sagen. Anders.* „Ja. es ist lange her, seit ich meinen verloren Hab.* Es entstand wieder ein langes Schweigen. „Ich glaube, es kommt daher," sagte der Alte,„daß wirs verkehrt angefangen haben. Mit dem Verbotswesen ist kein Auskommen. Und wenn sie so damit fortfahren können. sich Aufschub geben zu lassen——" „Ich denke, das beste wär. man nähme einen Eichen- knüppel und ginge zum Thinghof und schlüge den Adjunkten da nieder. Das ist sicherlich das einzige, was helfen kann.* „Wir solltens so einzurichten suchen, daß die andern gegen uns Prozessieren; das, glaube ich, würde besser glucken. Und dann würden wir die Verbote hier vermeiden." „Ich kann nicht begreifen, daß Ihr je Prozesse geführt habt, Vater. Habt Ihr denn jemals Eure Sache gewonnen außer dem einen Mal, als Ihr Ären Thomsen da nördlich im Klee znfchanden schlugt?" „Gewiß, gewiß— gewiß, gewiß!" „Na ja,— und dann damals, als Ihr Amtmann Fibiger als Richter hattet—" Der Alte schwieg lange, bis er gewiß vergessen hatte, wovon zuletzt geredet worden war, und wieder mit seinem „Das Ganze läßt sich verkehrt an" ins Feld rückte;„wir sollten die andern den Anfang machen lassen, und dann sollten wir keine Verbote haben—" Anders schüttelte den Kopf.— Der zischelnde Laut von Füßen, die durch GraS geführt werden, und der dumpfe Laut von Holzschuhcn auf einem Ackerboden unterbrachen die Stille— ganz in der Nähe. Anders drehte den Kopf und sah Erik Skindtoft auf sie zu- kommen. „Guten Abend, ihr beiden Burschen!* sagte er mit seiner brummclnden Stimme.„Soso, Du bist nach Haus ge- kommen, Perl Ja, ja,— ich Hab davon gehört, ich Hab davon gehört.-- Ist ne SatanSsache— Ihr kommt nicht vom Fleck--* „Nein,* murmelte Per Hjarmsted. Der andere setzte sich auf den Deich neben sie und dampfte auS seiner kurzen Holzpfeife. „Heut ist der 20. April,' sagte er dann.„Er hat seine Rinder ftüh draußen— bei der Kälte am Tag und dem Frost in der Nacht.* Er zeigte über die Wiesen hin, wo eine Menge Jungvieh von Stavn frei umherlief. „Mich dünkt nun, Ihr solltet die Kälber und den ganzen Quark da mit nach Hause nehmen," fuhr er fort;„die könnten ein bißchen Wärme in den Leib gebrauchen; wär nicht un- möglich, daß i�c gleichzeitig den Eigentümer ein bißchen besser in Gang brächtet." „Wenn wir sie an unS nähmen?* sagte Per Hjarmsted. „Ja!— Will er dann seine Geldbußen nicht bezahlen, so könntet Ihr ja Auktion über die Tiere abhalten und Euer Geld auf die Art einbringen. Dazu wäre keine Obrigkeit nötig, abgesehen vom Kirchspielvogt, und der kannS nicht verwehren." „Wie viel Geldbuße könnte eS denn werden?" ftagte Per Hjarmded mit nicht geringem neuerwachten Interesse in der Stimme. „Die Aufnahmegebühr beträgt 3 Mark für ein junges Rind und 24 Schilling Futtergeld für jeden Tag. den es unabgeholt bleibt. Wenn Ihr nun so an die fünfzig Stück Rinder nähmt, die zur Zeit wohl da unten berumlaufen, sieh, dann wären'S ja zuerst nur 23 Rcichstaler Aufnahme- gebühr,— und dann kam es ja im übrigen darauf an, wie lange es dauerte, bis er sich entschlösse, sie abholen zu lassen." „Ja. aber dann wird doch auch dagegen ein Verbot er- lassen," sagte Per Hjarmsted und tat, als schlüge er das Ganze in den Wind. „Nein, nein— nein, nein, daS kann er inimöglich verbieten, wenn ihr dieS Vieh auf Eurer eigenen Wiesenparzelle aufgreift und ihm von vornherein gesagt habt, daß Ihr da keine fremden Rinder laufen lassen wollt." „Wenn er es fertig bringt, daß Zweifel entstehen,* nahm jetzt Anders das Wort,„ob das Pajmoor gemeinsamer Besitz ist oder nicht, so kann er's wohl auch fraglich machen, ob die Wiesen parzelliert sind oder gemeinschaftlich." „O nein!* sagte Erik Skindtoft,„das ist etwas ganz anderes, auch weil Du alle Männer im Kirchspiel in dieser Sache auf Deiner Seite haben wirst. Aber es kann sa auch nicht für zweifelhaft angesehen werden, daß die Wiesen par- zelliert sind, denn in dem einen Jahr werden doch die uörd-. lichen Wiesen zur Heumahd gebraucht und die Südwiesen als gemeinschaftliche Weide, und im andern Jahr benutzt man die Südwiesen zur Heumahd— ein jeder seine Parzelle— und die Nordwiescn als gemeinschaftliche Weide." „Ja, aber die Kirchspielleute werden das gewiß nicht gern sehen, daß die gemeinschaftliche Weide nicht länger bestehen soll. Dann müssen sie ja das Vieh antüdern." „Ja, ganz recht. Aber sie werden schon alle nein sagen, wenn Krcsten und der Adjunkt ansangen, davon zu reven, daß die Wiesen allgemeiner Besitz wären. Und das lvärc doch die einzige Art, wie sie Dir verbieten kounien, das Vieh ins Haus zu nehmen, daS auf Deine eigene Parzelle kommt." Ein paar Minute« verstrichen in Schweigen. Doch Erik Skindtoft konnte wohl erkennen, daß seine Worte ihre Wirkung getan hatten. Plötzlich sagte Anders:„Ja, so soll es auch gemacht werden. Und zwar auf der Stelle. Solange Kren Faurholt noch der einzige ist, der sein Vieh draußen hat." Er stand auf und machte sich aus den Weg nach seinem GeHöst. Als er sich ein wenig enisernt hatte, drehte er sich um und sagte:„Vater, wollt Ihr jetzt gleich mit mir nach Stavn hinüberfahren?— Dann könnten wir ja auch den Großknecht mitnehmen, um einen Zeugen dabei zu haben." Erik Skindtoft ging mit und half ihnen beim Anspannen; er schien sehr vergnügt zu sein.„Ja, jetzt müßt ihr übrigens tüchtig zufahren," sagte er,„bannt ihr hinkommt, eh Krestcn zu Bett geht. Wenn ihr nach halb zehn kommt, trefft ihr ihn nicht mehr an."-- (Forts, folgt.) SpezialaAngebot nmaere« Sciimierwascliniittels„Germania" vorziigL Qualität, brauen. V außerordentlich eparsam im Qe- Lieferbar in Waggonladungen.— Probe- kübel von'16— 60 kg zum Konsumentenpreis.(Gegen Nachnahme pro Ptnnd 60 PI. festgesetzt.) Vertreter unter günstigen Bedingungen gesucht. „Germania� Eabrlk kosmetischer und technischer Priparate Berlin W 57, llUloirstr. 66.— Tel. Lütz ow 8249. Zähne mit u. ohne Platte, mit echtem Friedenskautschuk, Goldkronen, Brücken, Plomben. Umarbeitung schlechtsitzonder Gebisse.-MM Reparaturen sofort. Zahnziehen in örtlicher Betäubung. Billige Preise, auch Teilzahlung. Teleph. Amt Nord. 1043s. OilöserÄ.� RoseDthaierstrJS Äo�7 KOnstl. Zähne ISS Goldkronen, BrQcken, Plomben, Zähne ohne Platte, Zahnzieh, mit Qetäubg., Umarbeitg., Reparat, sofort Bill. Preise, auchTeilz. Mn-Praxis M. Löser ssr Braonenslrafie 185, nahe Invaiidenstr. Persönl.zu sprecht 0-7, Sonnt. 10-12.T3l.Nd. 11533 As- UDO MMM. Asthmatiker, Herzleideude, Blutarme, Bleichiüchtige! finden kostenfrei Rat und Hilfe durch belehrende Broschüre i über anerkannte, bewährte u. ausprobierte Heilmethode j ohne Berujsstörung. Kombiniertcs Versahren, viele An- erkennungen von Aerzten und Geheilten.' Dersandljlttts„Saneca« s! Qrtodnehe SsKsnäiUNg von Nerven-, Nieren-, Frauenleiden(TJnterleibsleiden), Lungenleiden, Tuberkulose, Magen- und Oarmleiden, Epilepsie, Schlaflosigkeit, Schwächezuständen. Ischias, Rheumatismus. Gioht, Flechten, haulleiden usw. flin Dopmennc Elsasser Str. 431, direkt a.d. Friedrichstr. liil. UU ümliilO, Sprechsf. lägl. 10-! u. 5-8'/,, Sonnt. 10—1 Uhr. 5 Oeleqenhelts Spezialarzt Dr. med. Colomann für Haut-, Harn-, Frauenleiden nerv. Schwäche, Beinkranke, Ehrlich- Data- Knron, (Dauer 12 Tage), Behandlung schnell, sicher und schmerzlos ohne Berofsstörung. lönlg8fr.34-36a5S2"i. Spr. 10— 1 u. 5—8, Sonnt. 10-1. Spezial-irzt Dr. med. Hasche, Frisdrishstr.SO sStÄ. Bedandl. vonShPhilis, Haut-, Harn-, o-ra»enleiven, svez. chrmi. Fälle. Ehrlich-Hata-Äu« reit, schmerzlose, tücjeite Behandlung ohne Berussstörung. Blulunlersuchung. Mäh. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8, Somit. 11— 1. Verkäufe Lieferwagen, Klappsport- ttogcu, Holzräder, alle Nepara- turen an Kinderwagen, Korb- Sucher Weidlich, Brunnen- strahe L6. Pelzgarnituren kaust man am allerbesten ini weltberühmten Pelzleihhaus nur Grunewald- strotze 72, Eiscnacherecke. sKL" Pclzgarnituren! Niescnaus- wahl! Allerbilligste Preise! Zkunkskragcn, Skunksuiusfen, Alaskasüchsc, Rolsüchse, Iltis- garnituren, Kaningarnituren, Neue Herrengarderobe! Uhren- verkauf, Schmucksachen, Silber- taschen, Wandbilder! Leihhaus, Warschauerstraße 7._ 1V?K� Teppich-ThomaS, Oranien- streßc 44, spottbillig, farbschler- haste Teppiche, Gardinen. _______[259«* Reftcihaudlung, Becker, Sey- delfiraße 1(Spittelmarkt). Billig, viele Rest- Herren-, Tamön- und Futterstoffe, Seide, Samt. Plüsch, Krimmer und Astrachan, Maßansertigung, Ar- beitslohn Röcke 4— 6 Mark, Jacken und Mäntel 10— 12 Mark, Anzüge 30 Mark, Hosen 7 Mark. Tadelloser Sitz ga- rantiert, sonst kein Abnahme- zwang. 3U* Abessinier. Spritzpumpcn, Er- satztcile. Köchlin, Alte Jakob- straße 20122.__ Herbsilostiime, neu, Ulster, Kleidermäiitel, Plüschmäntel, Astrochanmäntel, imprägnierte Seidenmäntcl, Glockenröcke di- iekt aus Arbeitsfiuben. Meyer, Blücherstraße 13 I. Kein Laden, Sonntags geöffnet. 184K* Pelzgarnituren! Prachtexem- plare! Alaskasüchse! Alaska- muffen! Blanffichse! Skunks- ggrnitur! Jltisgarnituren! Taschenuhren! Brillanten! Sil- Kerlaschen Ricsenauswahl. Leih- Haus Potsdamerstr. 86b. sKU* Kaninchen-Deckstation. Ramm- ler aller Rassen, Zucht- und Jungtiere. A. Johu, Frucht- straße 31, Barbierladen. 12K Holzbildhauerwerkzeng, Bücher- ständer verkauft Abt, Tenipel- Hof, Borusfiastraße 62. 3llKb '�Pelzkragen, Pelzmussen der- kauft Pfandleihe Petersburger- straße 37.__ 296K* Einbeinige, Fußkranke kaufen neue einzelne Stiefel und Schuhe bei Garkisch, Peters- burgerstraße 37. 2J6K* Beleuchinng. Kronen, Zug- ampeln, Ampeln, Pendel, clek- frisch und Gas. Solide Preise. Aus Wunsch bequeme Zahlung. Spezialbeleuchwngsgeschäst Fels u. Co., Potsdamerstr. 56, f. lHochbahn Bülowstraße.) 12K* Skunks- Siolas. Skunks- muffen, �Alaskasüchse, Iltis, Marder, Opossum usw. werden in der Sommerzeit von Mark 15— 250 verkauft.— Pintus Pelzvertrieb, Charlottenburg Leibnizstraß« 63, Etagcnge schäst, gegründet 1310. s8K* Berkauf« wegzugsbelber sofort 3 Gaskronen(Hängelicht) und 1 Wandarm. Neukölln, Hertzbergstraße, Eingang Böh- niilchestroße 27, 4 Treppen links.-s-HS Drehrolle, Ladeneinrichtung zu verkausem Scifengeschäft, Bornholmerstr. 13. 333b Geschäftsverkäufe 20 Jahre bestehendes Seifen- zeschäst krankheitshalber zu ver- kausc». Graudenzerstraße 14. 80/10 Schreibbureau verkäuflich. Kricgerwitwen, Damen sichert angenehme Existenz. Näheres Marburgerstraße 7, Druckerei. 12K f-toh«, Möbel aller Art: Speise- zimmer mit Standuhr und Lederstühlen, Herrenzimmer, Schlafzimmer, Messingbettstelle, Nußbaum Schränke, Bcrfikos, Küchen, Ruhebetten, verkaust billig, bar und Teilzahlung, Neugebauer, Charlottenburg, Wilmersdorferstraße 128.[IJOK Elegante Speisezimmer, Herrenzimmer.Schlafzimmer, Wohn- zimmer infolge Riescnlager riesig günstige Angebote. Möbel- haus Osten, nur Andreas- straße 30. 108R Musikinstrumente Pianinos, billigste Gelegenheiten, 350,00 aufwärts, Ibach- Pianos, Schwechtenpianos, Flü- gel 850,00 aufwärts. Krüger, Neue Königstr. 81. 283/180* Kaufgesuche Leinölfirnis, Standöl bis 20.—, alle Oellackc bis 12,50 kanft Borowski, Gneiscnau- straße 5.(Nollendorf 2379.)• Platinabsäll« per Gramm bis 7,80 Mark, Ketten, Ringe, Schmucksachen, Bestecke, Uhren, Tafelaussätze, Tressen, Film- und Zelluloidabfälle, photogra- phische Rückstände, Papiere, Glühstrumpfasche, alte Zahn- gcbisse, sowie sämtliche Abfälle, deren Rückstände und Gekrätze usw. kauft Platin- und Silber- schmelzerei Broh, Berlin, Kö- penickerftraß« 29. Telephon Moritzvlatz 8476. Eigene Schmelze, direkte Verwertung, Bertreterbcsuch._ 171* Briefmarke», alte, einzelne, auch Sammlungen, kauft Fischer, Schillstraße 15. 10K* Möbeleinkaus! Kleiderschränke, Bertikos, Plüschsofas, TrumcauZ, Bettstellen, Wasch- loiletten, Küchcneinrichtung, ganze Wirtschaften und Nach- lasse kauft höchstzahlend Höser, Prinzenstraße 71.(Moritzplatz 1078.)* Seltkorken bis 25, Weinkorken 4, sowie alle andere und neue, jeden Posten, Schall- platten, Walzen, auch zer- brochene, kauft Matthäus, Alte Leipzigerstraße 21._ 123 Sl* Leinölfirnis, Terpentinersatz, Fußbodenlack, Emaillelack, Ko- pal, Kolophonium, Borax, Pa- rafsin, BicnenwachS, Ceresin, Ringpinsel, Kluppenpinscl und ähnliches kauft zu guten Pres- seil, Wolter, Thacrstraße 6. 191K* Fahrradankaus Linienstraße 19. 80/4* Plattnabsälle! Gramm bis 7,70! Zahngebisse! Schmuck- lachen! Ketten! Ringe! Mi- litärtressen! Glühstrumpfasche! Filmabfälle! höchst�ahlend, Schmelzerei, Metall-Einkauss- bureau, Weberstraße 31. Telephon Alexander 4243. 261* Bandsägen, Tischlereimaschinen, Stellmachermaschinen, ganze Einrichtungen für Heeres- arbeit gesucht. Maschinenfabrik Hirsch, Pankstraße 39._ t47 AnrichtekLche, Künstler-Gardinen oder Stores für 2 Fenster gesucht. Preisosferten. Liersch, Putbuserstr. 33 bei Hanisch. fi47 Dreher und Hobler: Werk- uge kauft Mahrt, Neukölln, oberstr. 1. Postkarte. 377b* LelnölsirniS, Paraffin, Harze, Oellacke, Borax, ähnliches kaust Drogerie, Licbigstraße 34. 81/18* Unterricht Englischen Unterricht für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie deutsche und sranzösische Stunden erteilt G. Swienty, Charlottenburg, Stuttgarter- platz 9, Gartenhaus IV.* Vermietungen Hofwohnangen mit Stallung für Kleinvieh 18,50. Palisaden- straße 22(Sttausbergerstraßel. 65!* Arbeitskräfte erhallen Sie am schnellsten durch eine Anzeige im ArbeiiSmartt der Tageszeitung der Arbeiter- schofi von G r» ß-Ä e r l i n, dem „Vorwärts" Arbeitsmarkt Schlosser auf Militärarbeit verlangt Ed. Puls, Tempelhof. 273K* Maschinenwärter, tüchtiger, sofort gesucht. Meldungen im Maschinenhaus. A. Jandorf u. Co., Kottbuserdamm 1/2. 104K* Maschinenwärter, tüchtiger, sofort gesucht. Meldungen im Maschinenhaus. A. Jandorf u. Co., Brmmenstraße 13/21. 104K* Maschinenwärter, tüchtiger, sofort gesucht. Meldungen im Maschinenhaus. Kaufhaus des Westens G. m. b. H., Tauen- tzienstraße 21/24. 102K* Packer sofort gesucht. Mel- düngen in unserer Haus- Inspektion zwischen 10—12 Uhr vormittags. Kaufhaus des Westens G. m. b. H., Berlin W. 50, Tauentzienstraße 21/24. 102K* Hausdiener sofort gesucht. Meldungen zwischen 10— 12 Uhr vormittags in unserer Haus- inspektion. Kaufhaus des Westens G. m. b. H., Berlin W. 50, Tauentzienstraße 21/24. 10251* Automobil-Hilfsschlosser und Automobilschlosser sucht Loebel, Genterstraße 5.__ f lO!)* Lehrmädchen. Junge Mädchen aus achtbaren Familien, im Alter von 14— 15 Jahren, welche mindestens die erste Klasse einer Gemeindeschule be- sucht haben, zur Erlernung des Verkaufs sofort gesucht. Mel- düngen in unserer Personal- Verwaltung im 3. Stock. Kaufbaus des Westens G. m. b. H., Berlin W. 50, Tauentzien- straße 21/24. 10217* Portierfra» sofort Südost, ein Dusgang, gekuchi. Meldun- aen Schönseld. Charlottenburg. Schillerstr. 120. 11K* Arbeiterinnen auf leicht zu erlernende Maschinenarbeit ver- langt � Reinhardt, Schützen- straße 60/62.__*2936 Arbeiterinnen für meine Flaschenabteilung zum Flaschen- spülen, Etikettieren werden so- fort eingestellt. Carl Kühne, Königlicher Hoflieferant, War- schauerstraße 33/40.-f23* Mädchenkleider-Handarbeiterin Stepperin, elektrisch, Stechert. Brunnenstraße 24. 3826* Portierleute verlangt Weyer, Kopenhagenerstr. 65._ tl32* Bolenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Greisenhagener- straße 22._* Zeitungsfrau verlangt„Vorwärts"- Spedition Neukölln, Siegfriedstraße 28/29.__* Zeitungsausträgerin verlangt Bernsee, Steglitz, Mommsen- str. 59.* ZeitungsauSträgerinneu wer- den lofor! emgestellt„Bor- märts-Spedition, Markus- straße 36.* Zeitungsbotin verlangt„Vor- wärts"-Ausgabestelle Berlin- Niederschöneweide, Brücken- straße 10 u l., Unruh._* Zeitungsträgerin sofort ver- langt Spedition Lichtenberg, Wartenbergstraße 1, Laden.* Zeitungsausträgerin verlangt „Vorwärts"-Spedition Schöne- berg, Meiningerstraße 3.___* Zeitungsausträgerin sosorl gesucht. P. Gursch, Reinicken- dorf-Ost, Kamekestraße 12 II._ Botenfrau, Tour Tegel und Reinickendorf-West, stellt ein Kienast, Borsigwalde, Rausch- straße 10,„Vorwärts"-Spedi- timi.* Botensranen verlangt„Vor- Wärts"-Speditton Baerwold- straße 42, Laden. Von 11— IW und 4M— 7 Uhr.* Zeitungsausträgerinnen können sich melden.„Borwärts"- AusgabestelleLaufitzerplatzl4/15. Frau zum Zeitungsaustragen verlangt Klein, Grünau, Frie- drichstraße 10.____* Boteusrauen verlangt„Bor- Wärts"-Svedition, Wattstr. 9, Laden. Bon 11— IM und 4M bis 7 Uhr.__________* Zeitungsausträgerin sofort einzustellen. Borwärtsspeditton Moabit, Wilhelmshavenerstraße 48, von 11— IM und 454—7 Uhr.* Frauen zum Zeitunosaus- tragen sucht„Vorwärts-Aus- gabestelle Alt-Boxhagen 56, Laden.* Botenfrau verlangt Heßberg, Kanlsdorf, Ferdinandstr. 17.* Botensrau stellt ein„Vor- wärts"-Spedition Tempelhos, Ueckermann, Kaiser-Wilhelm- straße 74, Ecke Werderstr. I* Botenfrau, Bezirk Haeseler- straße, wird eingestellt.„Bor- wärts", Charlottenburg, Sesen- Heimerstraße 1.* Aliges IM ms Hmssimn suchen 14131 A. A S. Benflei*, Ritterstr. 90. Schweizerdegen sofort gesucht. Zlngen. Stellg. Verlag für Börsen-«nd Finanzliteratnr A.-G., * Steglitzer Strafte 11. iKnikker zgzh» ans Tornister stellt ein DofTrnann, Wassertorstr. 33. Tisdhies», Speise- u. Herrenzimmer, verl. Dkauff, Raunynstraße 68.* Laufbursche verlangt 233L Q. K. Ki-d{;e?& Co., Wilmersdorf, Ublandslraße 95. »WMWMl! zu sofort. Antritt gesucht. Lastwagenwerke 1/1.1. st. Saurer, Werkstatt Biücherstraße 32.* Frifeurgehilfen »erlangt Zirbeiisnachweis Engelufer IZ, Zimmer 53. 3—11 und 6—8 Uhr. AMMkl pkiMMiWte sucht Machner, ochöLhaitser Allee 39a. Wiige Bjiilifniirtiitt werden sofort eingestellt. 53112* Loeb& Co., G. m. b. ti., Automobil- und Flugmotorenfabrik, Dei-Iln-Oharlottenhni-x, Fritschestrafte 27/88. stellt sofort ein 53102* Loeb Co. G» in. b. Automobil- und Flugmotorenfabrik, Berlin-Hohenschönhansen, Goeckestraft« Herren°d« Damen mit Rechenarbeiten vertraut, sowie geübte sucht sofort 81/15* Der ReichSkommtffar für die Kohlenverteilung Berlin W 62, Wichmannstraße 19. Meldungen mit Zeugnissen 10—12, Zimmer 202. TuchtigeTischler für furniertett Jnnenbau Verl. Ludwig Lüdtke, Britzer Str. 8. . I,'• 1 223/8* Tanzrcrmünde.' Tüchtige Eisenfleehter für auswärtige Baustellen sofort gesucht.— Zu melden bei VVmäsdiUä& Langelott, ßmowstr. y» i. Hofarbeiter stellt sofort ein MMUeiMMiis! i. d. S.. lenmeM, Friedrich- Wilhelm- Straße 52/54. VetHäufst oder Vetkäuimmm G für O Kleiderstoffe Seidenstoffe /ojori geJadiU ~ Meldungen: 12—2 Uhr oder 5—7 Uhr, I w i Ä. Jandorf d Co. m JP Grosse Frankfurter Str, IIS.® Tüchtige Näherinnen per sofort gesucht. 81,9* BallonhüIIen-Qes. m. b. H. Tempelhof, Friedrich-Wilhelm- Strafe 54, mdrucker und Maschinenmeister f. Steindruck Verl. st. 8. sterrnann. Berlin SW, Beuthstr.8. 206/3 u L-L'w Schnridemiihl -d.-W«eUMkllV Eolat-kSsellsohakt, Friedenau, Raiser-iliiee 64 83. Crdar&eitcr sucht zur sesertigen Ausreise Bauunlernehg. Icenhard keil, München.— Kanzlei Berlin, Bernburger Straße 32, l. Lg!!' Ulli! Masstiincn- Sch9esser verlangt. 2972 Älex.Herman G.m.b.H., Berlin N. 20, Pankstr. 29. Sebleifer, Feilerund Zosammensetzer suheen C.& 5t. Redlich, Stookfabrik, Rilterstr. 75. 2352* Mehrere Lausmäüchen verlangt. Meldungen von 8 bis 9 Uhr morgens. 2372 .Alex. Herman Q. m. b. H., Berlin 27. 20. Pantstr. 29. Löterinnen, Sehweißer, Klempner 2301. werden verlangt Wolf Natter S, Jacob! Wlersbcf bei Berlio. ßrillantohrringe se 2 Steine prima 43Kf| blauw. la Feuer M. üdy de. prima Brillanten/ 0 S Saür in der Mitto JI. ü de. je 3 Brillanten fjtjQ de. je 3 Brillanten Brillantkoliier 2 Tropfen mit 2 BrUIanten ca. l'/j Karat und 1171, klein. Brill... M. 11»ö do.2Tropfan mit 1 Brillant ca. l1/, Kar at, prima blauweiß und lupenrein und selten schöne KDLst echte Perle. M.»Ö"" de. schöne Ansf. 1 Tropf,, Perleumgeben von Hflt» Brillanten.... II. Ö» Halbmondbroscba m. groß, prima Brill GfiKl und la Safiren M. 005» I BriSlantring Einsteiner ca. I1/, Karat| prima blauweiß 975(1 und Inpenroin M.*1 O" de. ca. V/, Karat 467? sehr lebh.Feuer M. 1« 1 W de. Maas ca. VU C7K Karat...... JI.»I» Oamsna�ing lange Form, m. 2 gr. C 7 1* u. 15 kL Steinen il. ti 1 S Ein großer Posten Briiiant-Oamenringe ap.Formen. schöne Steine M. 46, 74, 05. 145, 256, 325, 395 usw. Brillant-Damenubrsn 3 Deckel, 14kar. Mattgold, 585 gestemp., la Schweiz. Werk, elegante gewölbte Form, mit 2 und mehreren Brillanten, M. 125, 168, 105,235 Goldene Damentascbe Feines Gewebe, jed Glied i verlütet,gesohwei{t. Q CK I Bügel, eitra weit M. u ti ti s Gr. silb, Damentascbe 800 gest., fein. Ge-ISK ßecht,j0d.Glietl verl.»«ti do. extra groß und weit M. 135, 150, 195. 235 do. echt Silber, auf Al- pacca-üntexlage, C7 schöne Ausfuhr. M.*»1 Echte Glashüüer Uerren-Ehr, 3 Deckel, 14kar. Gold, 585 j gestemp., aparte{*7*5 I Form, extra schwer u 1 ti[ Goldene Herren-Uhr !4kar.Gold, 585 gest., ItJC la Schweiz. Fabr. M.»"B do. div. aparte Muster M. 175, 165, 235, 275 Kavalierkette 14kar. Gold, 585 gest., fifl schöne Gliederform öö do. div. aparte Muster M. 115, 155, 1851 Zigaretten-Etui 14 kar. Mattgold, 685 ge- 1 stemp., große flache KllO s Form....... M. ötiü| Ein Posten SüIeisea-EravattBiadeln 14kar. Gold, m. echt. Brill. M. 75, 125, 175bis 55U. J.WelnstöcK AI ex anderer 12 Fernspr. Alexander 4285. | Moderne KS# Kostüme, Mäntel, eleg. Kleider, Röcke aus la Stoffen, neueste Formen! 218L* Ulster, Plüsch- u.Tuchmäntel Kostüme Kleider 'Mäntel Jacketts Blusen! Regenmäntel! Gr. Auswahl- alle Größen fFabriklager— Verkauf an Private. Michaelis auerstr. 80,i Treppe neben Konzerthaus. tl Psund 4,95 M. an, Fleischige Kaninchen, Gänsestüctenfleisch. T«cbe diacds. A. Scbmickt, Berlin, Pianufer 21.* Nervöse Stirn n g.u. Ci regungszustände, Schlaflosigkeit, nervöse Herzbe- schweiden. Reichel's�Baldrct- ment"(reinerPflanzenauszug), ein ungemein beruhigend., heil- sam wirkendes Epezifikum, die natürlichste Medizin für d ieRer- ve». FlascheL.50. ZZoinZtroili-t iL Droq. ntdit ftfiaftltcf», Otko Reichel, Berlin.4ö, Eiseubahnst. 4- r* Mittwoch, 12. September 1917 Nr. 2SH � 34. Jahrgang -hV- i VUr�'J�iL' NiaryiTi-ynTav�vrirV� Unsere Zelöpoft-�bonnenten bitten wir. ihr Abonnement für Oktober m ö g- I i ch st bald erneuern z u w o l l e n. Soll in der Zu- stcllung des„Vorwärts" zu Anfang des Monats keine Unter- brcchung eintreten, so müssen wir die Ucberlveisung der ein- zelnon Adressen an die Post schon von Mitte September an bewirken, weil die Post sonst nicht in der Lage ist. diesen Tausenden von Abonnenten die Zeitung rechtzeitig und regelmäßig zu bestellen. Anfangs des Monats gehen uns besonders zahlreiche Be- schwerden zu. Wir können denselben nur durch frühzeitige Uebcrwcisuugeu abhelfen, was wiederum zur Voraussetzung hat. daß die Einsendung des Abonnementsbetrages von i,3l) M. pro Monat schon jetzt, nicht erst Ende des Monats erfolgt. Die Zusendung des Abonnementsbetrages erbitten wir, wenn irgend möglich, mittels Postanweisung, auf welcher der genaue Absender anzugeben ist. Mitteilungen können gleich auf der Rückseite gemacht werden. Um unliebsame Ver- Wechslungen und Irrtümer zu vermeiden, dürfen>vir wohl um recht deutliche Schrift bitten. Adressenveräuderungcn sind auch uns sofort mitzuteilen. Also frühzeitige Erneuerung des Abonnements! Verlag des„Vorwärts". Groß&rlm Kohleusorgen. Tie Kohlenabteilung der Kricgsa in t§ stelle in den Marken schreibt: .Die Ausgabe der K o h l e n k a r t e hat zur Folge gehabt, daß die Bebölkerung sich in großem Maße an die zuständige Stelle ge- wendet hat mit der Bitte um Bewilligung von Sonder- z u w e i I u n g e n von Kohle mit der Begründung, daß sie m i t der zugeteilten Menge nicht ausreichen könne. Diesen Anträgen kann mit Rücksicht auf die ollgemeine Kohlen- knapvheit zunächst nicht st a l t g e g e b e n werden. Es ist daher zwecklos, jetzt derarlige Anlräge einzureichen. Die Antragsteller übersehen offenbar, daß die jetzt auf die Slohlei, karten beziehbaren Mengen nicht den ganzen iSiuterbedarf decken sollen und im "aufe des Winters eine abcrnialige Austeilung von Koblenlarten stattfinden wird." Dag die Antragsteller daS„übersehen", ist begreiflich. Wer die Kohlennot des vorige» Winlers am eigenen Leibe kennen gelernt dat. wird die«orge der vielen verstehen, die schon jetzt nach Zu- Weisung von>n e h r Kohlen rufen. Die Kohleiiabteilung scheint übrigens von solchen Antragstellern so überloii'cn zu werden, daß sie sich öffentlich dagegen wehrt. Eine von ihr veiöffcnilichre Mitteilung, daß die Kohlciiabteilung der KriegSmntSftclle in den Marken sowie die Kohlenstelle Groß-Bcrlin vom IL. September ab nach Linkstraße 25 verlegt sind und die Besuchszeit für das Piiblikum auf 0—13 Uhr vormittags festgesetzt ist, enthält den Zusatz:.Die Nachmittagsstunden müssen der Bearbeitung der eingegangenen Anträge vorbehalten bleiben, daher kann zu dieser Zeit lein Empfang von Antragstellern stattfinden." Die Koksabfuhr aus den Gaswerken batte schon in Friedenszeiten darunter gelitten, daß Fuhrunternehmer zu billigen Preisen nicht leicht zu finden waren. In der Kriegszeit find bei den Gaswerken der Stadt Berlin infolge des Mangels an Fuhrwerk und Pferden die Schwierigkeiten noch sehr viel größer geworden, und besonders im letzten Winter war es an Frosttagen unmöglich, auch nur die öffentlichen Gebäude, die Schulen, Krankenhäuser usw. mit Brennstoffen ausreichend zu ver- sorgen. Zur Sicherstellung der Kokslieferung für die nächsten Monate und auch für die Zeit nach Friedensschluß bält der Magistrat die Anschaffung von zwei L a st a u t o m o b i l e n für nötig, die der Gasanstalt in der Danziger Straße zur Verfügung zu stellen wären. Schon im Dezember 1915, als der gesamte Koksverkehr stockte, wurden zwei derartige Automobile angeschafft. Neue Benzin- oder Benzolautomobile köinten zurzeit nicht gelauft werden, aber die Militärbehörde gibt olle Automobile etwa zur Hälfte des Neu- Preises ab. Auch die Berliner Gasanstalt in Tegel soll zur Koks- abfuhr drei Automobile erhalten, von denen zwei bei der Militär- deHörde gekauft werden sollen. Das dritte wird ein Dampf- automobil sein, das mit Koks betrieben werden kann. Dampf- automobile sind nicht beschlagnahmt und kommen jetzt in den Handel. Tie Gasverbrauchsemschräiikung macht anscheinend dem Reichskommissar für Elektrizität und Gas reichlich zu schaffen, weil viele Gasverbraucher ihre Anträge auf Ausnahmebewilligung an ihn richten zu müssen glauben. Amtlich wird jetzt darauf hingewiesen, daß alle Anträge auf B e- willigung von Ausnahmen von den Best im- mungea der Gasverordnung nur an die Gemeinde- be Hörde des betreffenden Wohnsitzes zu richten sind. Die Eni- 'cheidung erfolgt nach den Grundsätzen, die der Koblenverband Groß-Berlin einheitlich für das ganze Verbandsgebiet aufge- stellt hat._ Die städtische KricgShinterbliclnmenfürsorge erteilt in ihren 23 Bezirksstellen und in der Hauptgeschäftsstelle Poststr. 5 III allen Hinterbliebenen der in diesem Kriege Gefallenen unentgeltlich Rat und Auskunft in allen Angelegenheiten. Die Hinterbliebenen finden Hilfe bei Verfolgung ihrer Anträge auf die gesetzlichen Renten und Zuwendungen und erhalten Auskunft in allen Fragen der Berufs- und RechtSberotung. Es kann ihnen nur dringend geraten werden, die Inanspruchnahme der Winkelkonsulenten zu vermeiden, da ihnen hierdurch unnötige Kosten entstehen. Jeder Hinterbliebene wende sich an die Bezirksstelle, in deren Bereich sein Stadtbezirk liegt. Zu welchem Stadtbezirk und zu welcher Bezirksstelle er gehört, erfährt er bei jedem Polizeirevier, bei jeder Steuerkaffe und bei jedem größeren Postamt. Ter Raubmord in der Novalisstraßc ist noch nicht weiter auf- geklärl. Ans die Bekanntmachungen an den Anschlagsäulen und in- folge der Zeitungsnachrichten haben sich bei der Kriminalpolizei schon viele Leute genieldet, die diese und jene Angaben über den Verkehr, die Gepflogenheiten und den Ausenthalt der� ermordeten Schankioirtin Jakobi machen. Auch Gäste, die am Sonntag noch vorübergehend bei ihr waren, haben sich gemeldet. Gesehen wurde Frau Jakobi am Sonntag nachmittag noch um 1 Uhr in einem Ge- müseladen in der Novalisstraße. Naa» allen Bekundungen ist eö ausgeschloffen, daß sie am«onntag nachmittag um 4 Uhr �en Roll- Vorhang an der Eingangstür selbst heruntergelassen hat. Sie hatte auch Sonntags ihre Wirtschaft immer solange als möglich auf. Die Brillanten, die ohne Zweifel geraubt worden find, befanden sich in einer schwarzen Tasche. Es handelt sich um Ringe, Kolliers und dergleichen, wohl zum größten Teil Sachen, die sie als ver- sallene Pfänder kaufte. Für 10 000 Mark Waren erbeuteten Einbrecher in dem Schürzen- und Wäschegeschäft von Martha Wendriner in der Neuen König- straße 85. Wer ist die Tote? Aus dem Humboldthaken gelandet wurde die Leiche einer unbekannten Frau von etwa 30 Jahren. Die Er- trunkene ist etwa 1,65 Meter groß und schlank, hat dunkelblondes Haar und trug eine grüngraue Blute und schwarzen Rock, Sttümpie und Schnürstiefel. Ihr Trauring ist 10. 2. 07 K. Werner gezeichnet. Als Schmuck trug sie einen ausgeschnittenen Hansetaler. Ein Portmomtaie mit etwas über 15 M. und einigen Fleisch- karienabühuitten wurde Dienstagnachmittag in Neukölln von einer armen Kriegerfrau ans dem Wege von Zictenstraße nach Hermann- straße. Ecke Sleinnietzt'traßc, verloren. Der ehrliche Finder wird ge- Velen, es an die Verltererin Frau Emma Reinle, Lichtenrader Straße 55, abzugeben. Die Ausstellung heimischer Pilze im Märkischen Museum findet— schreibt uns der Magistrat— sehr starken Zuspruch. Viele Besucher bringen von ihnen selber gesammelte Pilze tnii, um sie mit den ausgestellten zu vergleichen. Die günstige Witterung er- möglicltte es, allmählich nur gute Stücke auszustellen. Auch tonnte die Zahl der Arien erbeblich vermehrt werden, io daß jetzt 82 ver- treten sind. Die Ausstellung bleibt noch einige Zeit geöffnet, lag- lich von 10—3 Ühr. Lolkskonzert des Philharmonischen Orchesters heute im Stadl- theaier in Moabit, Alt-Moabit 47/48. Beginn 8 Uhr. Eintrittspreis 80 Pf. Kasseneröffnung 7 Uhr. Charlottcnburg. Ticnststundcn der Brotkommissione«. Mit Rück- ficht auf die Erivarnis von Lid» und Kohlen werden in Charlottenburg die Dienststundcn der Brotkommijsionen von Montag, den 17., ab auf die Zeit von 10—4 Uhr verlegt werden. Neukölln. Kartoffeldelicscrung. WegenNachlaffenS der Zufuhr war es nicht möglich, die gesamte Bevölkerung auf die Kartoffelkarten- abfchnitte 71a bis 71s in der Woche vom 3. bis 9. September zu beliefern. Aus diesem Grunde werden die Kartoffelkartenabschnitte der vorigen Woche noch in dieser Woche Gültigkeit beHallen. Von morgen bis nächsten Mittwoch können aus Abschnitt 64 der Lebensmittelkarte � Pfund Kunsthonig entnommen werden. Der Preis für ein Pfund Ausstichware beträgt 55 Pf., für Rollenpackung 60 Pf. Vom Freitag bis nächsten Mittwoch ge- langt auf Abschnitt 55 ein halbes Pfund Gersten- s a b r i k a t c für 15 Pf. zur Verteilung. Um den Andrang zu vermeiden, der beim letzten Verkauf von lebenden Hühnern einge- treten ist, können schon jetzt Vorbestellungen im Zimmer 307 des Rathauses, Abteilung für Fleischversorgung, abgegeben werden. Die näheren Bedingungen werden im Bureau mitgeteilt. Schöiieberg. Lebensmittel. Vom Donnerstag ab wird Fleisch von Jungschweinen verteilt, daS der Markenpflicht und dem Höchst- preise nicht unterliegt. Das Fleisch wird von den Schlächtern nur an ihre eingetragenen Kunden abgegeben.— Auf das Kopfstück der Brotkarte dieser Woche können noch zwei Pfund Kartoffeln bei den ständigen Kartoffellieferanten oder falls dies nicht möglich, in einer der städtischen Verkaufsstellen entnommen werden.— Auf Abschnitt 30 der Eierkarte gelangt bis zum 23. September ein Ei a 39 Pf. zur Verteilung. — Die Charlottenburger Wasserwerke gegen den Magistrat. Vor dem Bezirksausschuß zu Potsdam stand gestern die Verwaltungs- streitklage der Charlottenburger Wasserwerke gcgett den Schöneberger Magistrat an. ES handelt sich hierbei um einen Steucrbetrag von 360 000 M., zu dem die Charlottenburger Wasserwerke, die ihren Sitz in Schöneberg haben und auch die dortige Einwohnerschaft mit Wasser versorgen, vom Magistrat auf Grund der von den Schöne- berger städtischen Körperschaften beschlossenen besonderen Gemeindegewerde st euer für das Sieuerjahr 1916 veranlagt war. Gegen diese Veranlagung haben die Wasserwerke Ein- spruch erhoben und beantragt, sie von der Steuer sreizustellen. Nach kurzer Beratung wies der Bezirksausschuß die Klage ab, da die Grundlätze, nach denen die Sondersteucr erhoben wird, den gesetz- licheu Anforderungen genügte. Wahrscheinlich wird die Angelegen- heit noch das OberverwaliungSgericht beschäftigen. Wilmersdorf. Schokolade und Keks für Kinder, von heute bis einschließlich Sonnabend werden durch die Brolkominissionen aus- gegeben: Bezugscheine über 3 Päckchen Keks zum Preise von 1.20 M. für Kinder bis zu 2 Jahren, Bezugscheine über 100 Gramm Schoko- ladenpulvcr zum Preise von 1,10 M. für Kinder vom vollendeten 2. bis zum vollendeien 6. Lebensjahre und Bezugscheine entweder über eine ganze Tafel Eßschokolade von 100 Gramm zum Preise von 1,40 M. oder über eine halbe Tafel Eßschokolade von 125 Gramm zum Preise von 1,50 M. für Kinder vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 12. Lebensjahre. — Kartenverteilung an Kinder und Krank«. Die für Kinder bis zu 6 Jahren bestimmten neuen Vollmilchkarten und Zucker-Zusatz- karten gelangen bis Sonnabend in den Brotkommlssioncn von 9— 1 Uhr zur Ausgabe. Die Ausgabe der auf Grund ärztlichen Zeugnisf es bewilligten Vollmilchkarten und Zusatz-Fleischkarten erfolgt buchstabenweise von morgen bis nächsten Dienstag werk- täglich von 9—2 und 5—7 Uhr durch die Kranlenernährung Wilhelmsaue 114/115._ Lichtenterg. Zuckerverteilung. Auf die Abschnitte 105 3 und X wird je 1 Pfund und auf die Abschnitte 105 Gft J und Tl je � Pfund Zucker verabfolgt. Die Abschnitte sind bis Sonnabend beim Ver- käufer abzugeben. Die Verteilung der Ware erfolgt dann vom 18. ab. — Die Ausstellung von Bezugsscheinen für Web-, Wirk-, Strick- und Schuhwaren sowie der An- und Verkauf getragener Kleidungsstücke findet von jetzt ab in der Frankfurter Allee, Ecke Kronprinzenstraße(Eingang Kronpiinzenstraße) wochentäglich von 8—3 Uhr, ferner Mittwochs und Sonnabends von 5—7, sonn- tags von 9—12 Uhr statt._ KreiS Teltow. Verstöße gegen die Mahlvorfchrifteo für Brot- getreidr. Gegen die zwingende Vorschrift der Reichsgetreidestelle, Brotgetreide mit mindestens 94 Proz. anszumahlen, wird noch immer verstoßen. Der Vorfitzende des Teltower Kreisausschusses. Landrat v. Achenbach, macht daher darauf aufmerksam, daß bei fer- nernt Verstößen gegen diese Vorschrift die Schließung des Mühlen- betriebes erfolgen müßte» in dem Brotgetreide nicht mindestens bi» 94 Proz. ausgemahlen wird. Dies gilt auch für Brotgetreide der Selbstversorger. Ausnahmen hat die Reichsgetreidestelle nicht zu- gelassen._ Steglitz. Die Gemeindevertretung wird sich am Freitag mit der Lebensmittel-, Kohlen-, Gas- und Elektrizitätsversorgung be- schäftigen, sowie mit der Frage des Verkaufs der Englischen Gas- anstali. Bekanntlich steht auch c-teglitz in dieser Angelegenheit auf der Seite der Stadt Berlin. Treptow. Dem Mieteiuiguuzsamt ist auf Grund der Bundesrats- Verordnung die Ermächtigung zur Fortsetzung und Lösung der Miel- Verträge bei streitigen Fällen aus Anrufen der Mieter und der Ber« mieter erteilt worden. — Eröffnung einer neuen Bürgerküche. Neben den beiden Bürgerküchen in der Wildenbruch- und Baumschulenstraße wird eine neue Essenausgabestelle am 1. Oktober am Treptower Park 51 eröffnet; der Preis des Mittagessens beträgt 40 Ps. Oberschöneweide. Aus der Gemeindevertretung. In der letzten Sitzung teilte der Bürgermeister mit, daß das Kaufangebot der Gemeinde auf das Werk Oberspree der Englischen Gasanstalten von der Regierung, ohne Angabe von Gründen. abgelehnt fei. Ter Gemeindevorstand wurde beauftragt, erneut zu dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen sowie das erste Kaufangebot auch bei der zweiten Ausschreibung des Werkes Oberspree abzugeben. Jnicresiant ist, daß die Gemeinde, bevor die ablehnende Erklärung der Regierung, über die Angebote der Stadt Berlin und der beiden in Frage kommenden Landkreise durch die Presse zur Kenntnis gelangte, aufgefordert wurde, ihr angeblich zu hohes Angebot zurückzuzieben. Dieses Ansinnen wurde abgelehnt. Eine Frage bedarf aber noch der Aufklärung, zu wessen Gunsten sollte unsere Gemeinde ihr zu hohes Angebot zurückziehen? Dem Berliner Magistrat kann der Vorwurf nicht erspart werden, daß er es anscheinend als unier seiner Würde hielt, sich auch mit unserer Gemeinde vorher in Verbindung zu setzen, trotzdem auch dortseiis bekannt ist, daß sich ein sich abgeschlossene» Werk am Ort befindet. Ueber die der Z i n kr a ff i n e r i e entweichenden. säuerlich beizenden Rauchschwaden, welche nicht nur die Bc- völkernng belästigen, sondern auch jegliche Vegetation in der lim- oegcnd schädigen, soll Beschwerde bei der Heeresverwaltung erhoben werden. Die Werksleitung, von der trotz mehrmaliger Aufforderung keine Abhilfe geschaffen wird, versteckt sich stets hinter ihre Heere-licferungen und dabei bleibt es bei den Giftgasen. Auch Berlin hat ein Interesse an der Beseitigung dieses Zustande» wegen der Nähe der Wuhlheide.— Die Bewilligung von 400 000 M. zu Lebensmitteleinkäuten führte dazu, daß von den Vertretern der dritten Abteilung die Mängel in der Lebens- mittelversorgung besprochen und die Anmaßungen� des LebeuSmittclbureauS und des Gemcindevorstandes, sich eigenmächtig die Rechte der bestehenden Kriegskommission anzueignen, aufs ent» schiedenste zurückgewiesen wurden. Sollte eine Aenderung nicht ein- treten, so wollen die Mitglieder dieser Kommission ihr Amt nieder- legen und jegliche Verantworimig ablehnen. FriedrichShagcn. Verkauf von Wurstkonserve». Heute gelangt auf Abschnitt 40 der Lebensmittelkarte Wurst in Büchsen zum Ver- kauf. Auf zwei Personen entfällt eine Zweipfunddose. Der Ver« kauf findet in der Durchfahrt des Rathauses von 8— 12 und 4—5 Uhr statt, und zwar wird abgegeben auf die Nummern 6001 bis 10 000._ Nowawcs. Lebensmittel. Heute gelangen in den fünf Verkaufsstellen der Gemeinde Seefische auf Abschnitt 5 zum Verkauf. Auf Ab- schnitt 4 findet die Ausgabe von Haferflocken statt. Die Karten« inhaber haben heute und morgen den Abschnitt bei dem Kleinhändler abzugeben, bei dem sie die Ware zu beziehen wünschen. GrG-Ser!l'ner parteinachrichten. Heute Mittwoch, den 12. September, abends 8 Uhr; parteiveranstaltungen üer sozialdemokratischen vereine Sroß-öerlins. In allen Versammlungen werden Beiträge kassiert und neue Mitglieder anfgenommen. Llllen Genossen und Ge- nossinncn, dir den Nebcrtritt noch nicht vollzogen haben, ist dazu heute abend Gelegenheit gegeben. Berlin 1. Bei Glane, Kommandantenstrohe 88. Berlin II. 1. und 2. Abteilung, Westen, bei Schneider, Winterfellffstr. 5. 3. und t. Abteilung, Süden und Jricdrichswdt, üatdeirstr, 3, 2. Hof ImkS III. 5. Abteilung, Süden, bei Mann, Hontstr. 2, 6. Abteilung, Süden, bei Schuster, Chamissoplatz 4, 7. Abteilung, Süden, bei Reim, llrbanstr. 29. 8. Abteilung» Süden, bei Ewald, Schönleinstr. 6. Berlin IN. Im GewrrkschastShau?, Engeluser IS. Berlin IV. Petersburger Viertel im Lokal von Karl Kühne, Schreraersttt. 58. Landsberger Viertel im Elyfium, Landsberger Allee 40. Frankfurter Viertel bei Boekcr, Weberstr. 17. Stralauer Viertel bei E. Nah, Warschauer Str. 87. Görlitzer Viertel bei Daus, Lausitzer Str. 46. Cöpcnicker Viertel bei Fröhlich, Muskauer Str. 1. Berlin V. In SiemundS Festfälen, Linisnstr. 8 und Jostchstr. 4. Berlin VL 1. bis 7. Abt.(Schönhauser Vorstadt» bei Reinhokd(U. 9), Schön» Häuser Allee 143, am Hochbahnlios Danziger Straße. 8. Abt. bei Hoffmann,»Swinemünder S>tr. 47. 9. Abt. bei Obiglo, Stralsnnder Str. 11. 10. Abt. bei Carus, Voltastr. 37. 11. Abt. bei Spiegel, Ackerstt. 1. 12.«. 15. Abt. bei Renter, Birtenstr. 29a. 18. u. 14. Abt. bei Röther, Waldjtr. 21. 16. u. 17. Abt. bei Snchsc, Lindower Str. 26. 18. u. 19. Abt. im„Schwedcnzclt", Schweden, u. Excrzierflr.-Eik. 20. Abt. bei Fuchs, Weddingstr. 5. 21.«. 22. Abt. bei LcwcndowSki, Seestr. 104. Tcltow-Beeskow. Vaumschulcnweg bei Erbe, Baumschulenstr. 14. Bohnsdorf. Restaurant Grabow, am Bahnhof. Britz. Bei Bahr, Werder Str. 37. Charlottenburg. Volkshaus, Rostnenstr. 4(Klewer Saal». Mariendorf. Bei Hoch, Chausseestr. 44. Neukölln. 1. bis 4. Bezirk bei Schulz, Reuterstr.<7, Ecke Lenon- straße; 5. u. 6. Bezirk bei Schtttlcr, Weichselstr. 5, Eck« Donau- straße; 7. bis 9. Bezirk bei Iben, Boddinstr. 58, Ecke Jsarstraße; 10. bis 12. Bezirk im Turnerheim, T ob mische Str. 13; 13. bis 17. Be- zirk bei Cenkcl, Hermannstr. 178; 18. bis 20. Bezirk bei Nichnow, Prinz-Handjery-Straße 69; 21. bis 24. Bezirk bei Hrntschel, Herrfurthstr. 27. Schöneberg. Im Lokal„Neue RathauSsäle". Tempelhof. Bei Müller, Berliner Str. 97. Treptow. Im Lokal„Zur Ringeltaube", Graetzstr. I. Wilmersdorf. Bei Schäfer, Branbenburgische Str. 69. Nicdcrbarnim. Oberschöneweide bei Ladewig, Laufener Str. 5. Pankow- Niederschönhausen- Buchholz bei Scttekorn, Nrederschön» Hausen, Lindenftr. 1. Reinickendorf-Ost im Lokal von Dölchner, Restdenzstr. 50(Ecke Marlstraße 1. Reinickendorf- West bei Schiller, Antonienstr. 10. ZvetterauSsichteu tür daS mittlere Norddeutschland dt» Donnerstag mittag. Zunächst noch warm, heiter und trocken, nachts« kühl, in den NachmittagSstunden ziemlich warnt, später im Westen Zunahme der Bewölkung. Aus der alldeutschen Häuslichkeit. �Willigkeiten in der B e r l i n c r Ortsgruppe des NU- d e u l s ch e n Verbandes haben jtu einer Privatklage ge- führt, die gestern in der Berufungsinstanz vor der 7. Ferienftraf- lammet des Landgerichts I unter Vorsitz dcS LandgcrichtSdirekiorS Co Umbruch verhandelt wurde. Als Privaiklägcr"trat Justiz. rat St o l t c auf, der sich durch vier Artikel der vom N c d a k l c u r Rudolf LebiuS hcrauZgegebeuc».Slaatöbürger-Zei- tuirg' beleidigt fühlt. Justizrat Stalte ist Vorsitzender der Berliner Ortsgruppe, der auch Herr Lebius angebörlc. In den Vcrsaniinlungcn dieser Ortsgruppe scheint eö. nach den Dar- legungcn beider Parteien, sehr temperamentvoll bergegangen zu sein. Der Angeklagte sprach sogar von wiederholten Skandal- szenen, die sich aus Anlas; der Verhandlungsleitung durch den Privatklägcr emwicfclr haben sollen. Der Angeklagte ist, nach« dem er die.StaalSbiirgcr-Zeitiing" nberncmmen hatte, aus dem Alldeutschen Verband ausgeschlossen wotden— wie er behauptet, wegen Bekundung seiner national-demokratischen Gesinnung, wie der Privatlläger erklärt, auf Grund niehrerer in der.Staatöb.-Ztg."»er- östenllichler Artikel. Die Gegensätze spitzten sich immer mehr zu und als dann mehrere Rundschreiben an die Unterzeichner eines Aufrufs zugunsten der.SiaatSb.-Ztg." erlassen rmd darin gegen den Angeüagien gearbeitet worden war, erschienen die jetzt unicr Anklage gestellten vier Artikel, die in schärfster Form gegen Justizrat Stalle zu Felde zogen.— ES wurde darin behauptet, der Vorsitzende dir OriSgiupPe. der jetzt.Rache schnaube", iibe eine Zhronnel und Willtürherrschast aus, eS wurde von.anpöbeln", von.Taktlosigkeit" und von einem.brutalen Büttelgeijt. der manchen Koniervatlven abstoste", gesprochen und im Hinweis auf einen Fall v. Sirantz, der dem Kläger bei einer erregten Szene gesagt haben solle:.er möge sich als gcohrseigt betrachten", die Wendung gebraucht: Herr Stotte und das Vorstandsmitglied Fricdr. Künzel mag en die id.zien nun erteilten klatt'chendcn Ohrfeigen einstecken, sie haben sie verdient.— Das Schöffengericht Berlin-Milte hatte den Angeklagten wegen vier Beleidigungen zu je 50 Bk., im ganzen zu 2 00 Bt a r k Geldstrafe verurteilt. Hiergegen hatte Justizrnt Stolle die Berufung eingelegt, und er verlangte gestern in einem ausgedehnten Vortrage über Einzelheiten aus den Versammlungen der Ortsgruppe und die Berechtigung seiner Mastnahinen in öffentlichen Vereinsvcrsammlungeii gegen einzelne Vtilglieder— beispielsweise den Grasen Hocnsbrocch— eine Erhöhung der Strafe, die der Schwere der Beleidigungen keineswegs entiprsche. Er be« hauplete u. a., dast die Artikel der.Staat§bürger-Ztg." der Vcr- ärgerung des Angellagten entsprungen seien, weil ihm der Wind aus den Segeln genommen sei. Er habe den Plan verfolgt, ihm ldcm Kläger) moralisch ein? auszuwischen und ihn als Vorsitzenden unmöglich zu machen. Die Talsache, dast er(Kläger) einstimmig ttum Vorsitzenden wiedergewählt worden ici und unter Iciner Leitung die Berliner Ortsgruppe die Zahl ihrer Mitglieder von 500 aus 1300 gesteigert sieht, beweise ohne weiteres die Hiiisälligleit des Vorwurfs der Talllosigkeil und Thramici. Mit besonderem Nochdruck verwahrte sich Justizrat Stolte gegen eine auf den „Fall v. Siran tz" bezügliche Stelle eines Artikels, in welchem auch die erwähnte Obrfcigcnge schichte berührl wurde mit dem Zusatz:.Dainals empfand Stotte, der alter Herr eines Sludentenkorps ist, das BedinfniZ, sich auf einige Zeit aus dem aktiven VerciiiSlcbcn zurückzuziehen. Als aber der Krieg ausbrach imd die Oifiziere des Verbandes in das Heer eintraten, erschien Herr Stolle wieder in den Verianimlmigen, wurde ivieder Bor- sitzender und cö entstand der Fall HoenSbroech." Ter Privatlläger crilärte hierzu, dast er sich in dem.Fall v. Strantz" in jeder Bc- ziehung korrekt benommen und von Herrn Regierungsrat v. Strantz die unier Kavalieren übliche Genugtuung verlangt habe; der Fall sei dünn ivieder in korrekter Weise ausgeglichen worden. In dem.Fall HoenSbroech" habe cS sich darum gehandelt, dast Gras H. beantragt habe, z u in 0 0. G eburtStage des Reichs- k a n z l e r S an dielen eine Depesche abzusenden und ihni zu bekunden. dast er unfähig zur Bekleidung seines Amtes fei. Darüber sei cS zu einer erregten Szene gekommen. Der An- geklagte wies eine ganze Reibe von tatsächlichen Ausführungen seines Gegners als linrichlig zurück und berührte manche Vorkommnisse, mn z» zeigen, dast der Privatkläger. den er in einem Artikel auch einmal als.Iwan, der Schreckliche" bezeichnet hatte, viele VercinSmitglieder dadurch gelränkl hole, dast er diese getvisserinasten als unmündige Kinder behandelte und den Standpunkt vertrat, dast der Vorstand alle und dw Mitglieder gar keine Rechte haben. Die neue Gründung des. Valeria ndS-Bun des" iväre ja gar nicht nötig gewesen, wenn der.Alldeutsche Verband" unter Leitung deS PrivatklägcrS seine Sache wirklich richtig machte. Auch den»Fall HoenSbroech" und den.Fall v. Sirantz" stellte Herr Lebins wesentlich anders dar, als der Privatkläger und berief sich auf Herrn v. Strantz selbst. Er habe mit seinen Artikeln nur be- rechtigte Interessen vertreten, so dast ihm der§ 193 Str.G.-B. zur Seile stehe. Im übrigen verweise er auf das Wort eines Reichs- kanzlerS, der da sagte:»Wer sich mit Politik befastt und in der Oeffcnllichkeit steht, must sich eine RhinozeruShaut anschaffen": dieses Wort hätte Justizrat Stolte beherzigcil und nicht erst klagen sollen.— Der GericblShoi hielt eS für notwendig, den als Zeugen geladenen Dr. Hesse darüber zu vernehmen, ob cS zutrifft. dast im Jahre 1910 Herr Regierungsrat v. Strantz dem Privatkläger gesagt habe:.Betrachten Sie sich als geohrseigt"— und ob letzterer darauf etwa«gekniffen" habe, wie in dem betreffenden Artikel zwischen den Zeilen angedeutet werde. Dr. Hesse ist seinerzeit der Kartellträger des Justizrats Stolte gewesen, mit dem Auftrage, Herrn v. Strantz auf Pistolen zu fordern. Er weist, dast nicht von Ohrfeigen geiprochrn worden ist. fondern in etwas hhpothelischer Form von Taktlosigkeit. Herr v. Strany habe gesagt: „Wenn man einem Gentleman den Vorwurf macht, dast er Phrasen macht, so ist das taktlos." Der Zeuge hat nicht den Eindruck ge- bobt, dast Herr Stalte tneifen wollte, vielmehr habe er sich vom Standpunkt des Kavaliers durchaus korrekt benommen.— Da sich der Angeklagte nochmals auf Herrn v. Strany berief, so beschlost der Gerichtshof die Verhandlung nach vierstündiger Dauer zu vertagen und zum nächsten Termin Herrn v. Strantz als Zeugen zu laden._ Gcwwuaitszng der 10. PrenKifch- Süddeutschen (ä36. Kol!g!ich zirerffischctt) Ksalfettwttcrir 3. Klasie l. ZiehnngStag ll September 1917 'Auf jede ectugeue Aumuitv siud iwct etcich liDbc Wewmue aelulicu. uud zwar ir einer mit die Uoic gleicher Siuumicr in tun beiScu Abteilungen I und II (Ohne Gewähr 21. El.'A. f. Z.)(Flachdruck verboten) In der VormittagS-Ziehnng wuiden Gewinne über 141 Mb gezogen: 2 Gewinne zu 60 000 Mk. 163389 2 Gewinne zu 5000 Mk. 207395 4 Gewinne zu 3000 Mk. 36318 101418 4 Gewinne zu 1000 Mk. 43279 197464 22 Gewinne zu 600 Mk. 23376 S3S08 58641 67825 75301 58044 105623 118132 150289 189939 201936 35 Gewinne zu 400 Mi. 7980 10392 44846 51356 bSSStl 67361 68309 109546 125161 131706 148444 149138 159082 162668 192326 203768 211518 219823 82 Gehmine zu 300 Mk. 1929 4768 13157 24575 47954 65375 57594 68943 72826 74794 76054 81655 86848 92857 93829 98262 106221 108093 113904 127924 132026 132397 133463 137255 141444 144355 148424 152556 172023 178054 179437 180162 185943 188281 189309 189820 194630 199358 203116 211781 223873 In der Nachmittags-Ziehung wurden Gewinne über 114 Ml. gezogen: 4 Gewinne zu 1000 Mk. 159732 205020 S Gewinne zu 500 Mk. L682S 91051 125650 21404S 26 Gewinne zu 400 Mk. 6774 36924 39001 99041 104741 113510 118517 140902 148315 153043 180541 201064 208374 76 Gewinne zu 300 Mk. 4837 10334 23621 28170 29761 34588 35890 36682 39574 46845 52097 57584 75561 86726 90534 93230 94107 95162 97541 100513 100882 115120 117453 131533 132762 133661 145969 148466 155266 159698 173760 185024 196063 201968 206938 212729 213108 214418 Direktion: Mei Beinliardt. Ileutsohes Xiieater. 7U.: Ein Sommernaolitstrauni. Donnerst TVjUbr; Soldaten. Kansmerapiele. ?>/. Ulir: 1'ascMnjj. Donnerst. 8 U.: Das Konzert Volksbühne. Theater am Bülowplatz. Untergrundb. Schür.li. Tor. 7ff, Uhr: JEIb».. Donnerst T8/.: Luinpengesindcl. Theater i. Königgrätzerstr. Tlt Uhr: Erdgeist. Komödienhaus 7 Ülir: Zum ersten Male: Di© beiden Seelaimde. Berliner Theater T'/jU iDi© tolle Komteß. 'U rifllioncMijralcr Großer Erfolg l Idöglich ausverkauft: WifliiieWk...! S Alte. Rusik v. 33. Bramme. Porverkauf: 10— 2 und ab 6 Uhr(auch Tietz). 0er erkplgreled» trüstnüng�piklplan Dazu: 9 Uhr abends Pantomime in 12 Bildern von Karl Vollmocller Theater für Mittwoch, 12. September. Metropol-Theater Die CzaniasIiirsliD. Deutsche» Opernhaus uhriofffflaisErzUlilgggeii Frledrich-Wilhclmst. Theater i'/.uhr: Das ßfeiffiäiletlliriiis. Gebr. Uerrnfcld-Th. Operetten-Gastspiel 7V, Uhr 3retten-liastspiel •• Die ledige tliEfrao. Kleines Theater svhr- jlg BaliDffärtei'liaüS. Komische Oper I28 u.: Sfliwarzwaldisldsl Lustspielhaus Die blonden MÄdels 7 /.Uhr: vom Lindenhof. Residenz-Theater TU Uhr Die farscliaiier Zitadelle Neues Opereltenliaus Scliiffbd. 4a. Kassent.Nd. 281 u/4uhr: Der Soldat der Marie. Schiller-Theater O T'/aUhr: IfOffl 8�0� ütef. Schiller Th. Charl. i'/i uhr: Der Revisor. Thalia Theater TU Uhr: ?: Egoa M seine Franeü. Theater am Nollendorfplatz tu utr: Die ßiiiasciitens. Theater des Westens Tv.üirtDeryerlietits tag mit Guido Thielscher berliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. LMnung Freitag, den 14. Seilt., _ mit einem_ MM" Großen Konzert des Berliner Qelir er Gesangvereins, Leiter: Hanns Mioßner, 2. Cliormeister, unter Mitwirkung des Berliner Konzerthans Orchesters, Leiter: Komponist Franz von ßlon. Anlang 7 Ehr. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. 0*r Zirkus-Variete-5*'6!- 1 groSe plan u a. die rotierende Leiter,| die schwed. Nachtigallen, S Turmkünstler 3, Dir. Schumanns Moisterdr. i Nur noch, kurze Zeit Halali Parforoe- lldlall Schnitzeliagd. Sonntag 31/, u. 8 Uhr. 1/achm. 1 Kind frei sowie j Gratis-Ponny-Reiten. Berliner Prater-Theater, flaftaiiicnatlee 7—9. Heute: Aha— famos! Er. AmstaUungZ-Opereltenposse in L'Alten mit Gesang u. Tanz. Vorher d. gr. Varicteprogramm. Anfang i'l, Uhr. rReiclisiiallen-Tiiealer Stettioer Sänger. Anfang 71/, Lhr. Jed. Sonntag nachmittag 3 Uhr Vorstollung z. ermäßigten Preisen! Logen 1 iL, Parkett 75 Pf. Eintritt 39 Pf. BiUetta schon heute! URANIA 8 Uhr: Die Befreiung Ostgaiiziens und der Bukowina, Apollo FriedrlchstraEe an der Kochslr. Allabendlich 7'/, Uhr: Fregciia, Paul Beckers und das groBe September-Programm. Kasse ab 10 Uhr geöffnet. Trianon-thealer a. Bhf. Friedrichsir. Tel. Zt. 4927 Anf.'/.S Der Anf.'/.S rsiLevüeAürwn Sonntag nachm. 3 st« Uhr bei ermäßigten Preisen: iohannisfeuer von Sudermann. rÄtlmiFals-Pahisl/i Hento 2GO. Male: Msraa» ks« �aSafos�a Voigt-Theater. Badsir. 58. Badstr. SS Sonntag, den 16. September, abends 7 Uhr: Was junge Miellen träuinen! Eröffnnng der Winterspielzeit Montag, den 17. September: Die Himmelsleiter. Waldalla-Iliester. 7st. Uhr: Lasino-Theater Lothringer Straße 37. Täglich st.8 Uhr: Wirklicher Humor! Gr. Erjolg! Die Schlagerposse Heiraten mutzte! Lorher der ueue bunte Tell. ionnh l Uhr. Ciiito, die Perle. Großes phantastisches I Ballett auf dem Eise. Vorher: Das Schlitlschuhläufer-Ballott a. d. Oper.Der Proohet''.! Musik von Meyorbecr. Konzert ElnBdshoter bis II st, Uhr. [vorzügl. Küche a. all. Platz Königl. Eisenbahndircktion. ZurUeberleitung in die Wwter- zeit treten am 10. tt. 17. Sep- tember d. I. folgende Fahr- planänderungen ein: »1 In der Nacht vom IL. zum 17. September. Es verkehren folgende Züge ab Berlin eine Stunde später: 0 298 Berlin ab 8>° abds. tan- statt 7")—Halle(—Frankfurt (Main)). 0 294 Berlin ab 8'� abds.(anstatt 7'-)—Halle(— Franlsurt [Main]). D 38 Berlin ob S54 abds.(anstatt 7M)—Halle(—Stuttgart). D 50 Berlin ab 0*° abds.(anstatt 8M)— Halle(—München). D 202 Berlin ab S32 abds.(anstatt 8Est—Halle(—Frankfurt [Main]). 0 212 Berlin ab g<° abds.(an- statt 8")—Halle(—Frankfurt [Main]). Pors.-Zug 832 Berlin ab 9M abds. (anstatt 8M)— Halle(an2B°°). D 23 Berlin ab 10" abds.(anstatt V*)—Leipzig(-München). b) Am 17. September. Pers.-Zug 802 verkehrt zwischen Berlin und Jüterbog eine Siunde ipäter. Berlin ad l10 nachts lanflatt 12'°), Jüterbog an 2A", ab 2A" nnd weiter nach der Winterzeit. Wegen der übrigen Maß- nahmen, im besonderen wegen der An[chlußverbaltnisse in Wittenberg und Halle(Saale) wird auf die auf den Stationen ausgehängte Bekaunttnachung, betreffend Fahrplan �für den Uebergang von der Sommer- in die Winterzeit verwieien. Heute u. folgende Tge. bes. billig: Gänse.. p. Pfd. 3,72». 4,23 Fette Mas'.enten\„.__ Fette Masthühner/ � P'd. 5,75 Entenklein, GsflügolstQckcn- fleisch billig. Max Wesilieimer Neue Jakobstr. 12. Deutfdjer IMallarbeilcr- Perband. Verv-aitungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, dast unjer Kolloge, der Schlosser M Leisel Palifadenstr. 46 am 8. September gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. September, nachmittags 5 Uhr. von der Leichenhalle des Auf- erstehungS- Kirchhofes in Aeistenjee, Barbarvffastraste, aus statt._ Kachruf. Den Mitglieder:: ferner zur Nachricht, dast unser j Kollege, der Metalldrücker jUM Robert j am 31. August gestorben ist. j Ehre ihrem Andenkon t 1 181/17 Die Ortsverwaltung. 1 Allen Verwandten, Freunden uns Bekannten p:c] [ traurige Mitteilung, dax meine inniggeliobte Frau Uns Sofka am 8. September 1917 verstorben ist. 3986 I Um stilles Beileid bittet der trauernde Gatte Dcnuauu Soj ka, Eugeluser 2a Die Einülcherung erfolgt am Freilag. den 14. Sep-! \ tember, nachmittags 2 Uhr, imSrematoriumttSerichtftr. 37-38.\ mmmsma' {Verband der freien Galt- I und Scbanüwlrtc Deutfcbl. Zahlstelle Berlin. Ten Mitgliedern zurNach- richt, dast die Frau des Kollege» Rolm. Äugusle geb. Gabriol Tresckoivstr. 1, Bezirk 3 am 10. Sept. verstorben ist. Ghre ihrem Andonken: Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 13. Sept., nachmittags 4 Uhr, von der Halle t des neuen Jakobi. Kirchhofes in Neukölln, Her- mannstr. 99—105, ans jlatt. Um regeBetestigung ersucht Die Ortsverwaltung. B Als Opfer des Weltkrieges i starb im Lazarett infolge I Kopfschuß unser lieber Sohn, I Bruder, Onlel und Nesse, I der Minenwersev RelnliOlO MllMLt im 22. Lebensjahre. 91 A| In tiefstem Schmerz -August Duuschulz und Frau. Familie Rollnssnn. . Familie Wcdler. ! Neulölln, den 10. Sept. 1917. Ruhe sanft in fremder Erde! ; ür Aeldsoldaten! Veutsch-Polnisch. 15 Pf. Deulsch-Französischlbpf. huchhandlanz Vorwdrl», verlt» Allen Kollegen zur Nachricht, daß am 6. September unser aller Kollege, der Korbmacher Franz Schönfeld nach länger Kranlhoit im Neuköllner Krankonhaufe verstorben ist. Adolf Lerda« als Kollege. Die Beerdigung finde! Mittwoch, den 12. September, nachmittag! 2 Uhr. von der Halle des Kirchhofes am Mariendorsor Weg aus statt. Gelegenheitskauf! Ferdinand Saifollc! gesammelte Reden und Schriften. New Parker Aur- gäbe. 3 Lände. Brofchiort Mark 2,—. Buchhandlung Vor- wärts, ßW 68, Lindenfiroste 3. I Haar-u.Velourlle Vorverkauf Stück 28 M. Roseitlaierstr. 88. Rose-Theater. 7'/, Uhr: Der MeZberfeind- Tägb 7'/». Sonnt. 3'/, u.?'/, Wilhelm Barlslein in dem Soldat ensebwank: DerStciz ßerÄpapie Fern.: Jicjita SOnclaud Maxstadt und das übr. Programm. LpEÄslsrÄ Dr. med. WockcnfnB, FriedriohsM2S(Oranienb.T.l, f. Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehriich-Hata-Kur(DauerlOT.), Blutumersucn. Schnelle, sichere schmerzt. Keilung ohne Ecrufs- stärung. Teilzahlung, 223/6* Spiechituad.; 11—1 u. 6— 8. II- Geschäft: Bayerischer Platz 7, Ecke Grnnewaldftc. 56.* 0r. meli. Haedieke Harn-, Haut-, Gcscblechtsld., Svphil.(Bebandlungsd.li T.). Blutunters. Ehrlich- Hata- (Salvar3an-)K.Mod.,schmerz- loseBehandl.o.Borufstörung. -Slällige Preise.Teilzahlung- FrieüFie!ist.lSI-188a(&n1e�Ä 11— 1, 3— 7. Sonntags 11— 1. jlie ein Kmön beseitigt[1808L* hr5 Strahls AUSsllilft! jcd.HautauSfchlag.Flcchtcn, Hautjucken, bes. Bein- fchäden, Krampfadern der Krauen u. dergi, Zusendg. erfolgt per Nach- nähme in Do/en a 2,20, 3,85, 6,60. Elefanten-Apotheke, Berlin, Leipziger Str. 74 (am Dönhosfplax). Deutfdjer rransportarbeiterverband. Bczirksvcrwalt. Grost-Berlin Den Mitgliedern zurNach- richt, dast unser Kollege, der Äohlenarbciter WMm Neumann von der Firma Dorf, May- bach-Ufer, am 9. d. M. im Aller von 70 Jahren verstorben ijt Ehre feinem Andeukeul Die Beerdigung findet am Donnerstag, den lst.Septbr., nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des Neu- lällner Gelneindefrledhofes, Mariendorfcr Weg, aus statt. Die Bezirksverwaltung » Aerzt!. gtleitkte, modern eingerichtete» � �HeilnnKatt f. omdalator. Kehandlung�% „Künstl. Höhensennen" 1nt9f| Modernes, erprobtes Heilverfahren: Raturheilvcrfahren, � Elektro- u. Licht-Therapie, Wafferheilverfahren, Pllau-en-£ _ und Kräuterbäder, Sauerstoffturen, homöopathische Behend- q» v lung. Pflanzenfostkuren.— Nachweisbar gute Heilerfolge 9 H bei sämtlichen Krankheiten, inneren und äustercn lspezicll ? chronischen Leidens, z. B. Lungen-, Haie-, Herz-,'Magen-,? Darm-, Leber-, Nieren- und Blasenleiden, Nervenschwächen," nervösen Kopfschmerzen, allgemeiner Nervosität, allgemeiner» nervöser Abspannung; Ischias, Gicht, Rheumatismus: e» sämtliche» Ausschlägeu, Flechten, Wunde», Lähmungen, ja- 9 wie Kinderläbmnno: Atoiiwemtel.Ärankbciten. Kuckerkrank»*9 Allen Freunden und Be- i kannten zur Nachricht, dast j mein lieber Mann, unser i guter Vater, Bruder und Schwager FriedriGh Putenat nach kurzen schweren Leiden am 10. Scplbr. verstorben ist. Um stille Teilnahme bittet Zinna Putenat und Kinder, Swlpifchestr. 27. Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Georg cn-KirchhofcS zu Weistonsee aus statt. 132a hcit usw.— Wegen Raummangel seien nur einige Fälle 2 mitgeteilt: Herr Ä. Helltoig, Borsigwalde d. Berlin. Ernst-(S str. 25. Von Mageageschwuist, Verstopfung u. Nerven- schwäch« in 6 Wochen geheilt. Sollte operiert werden.— 9 Herr K. Wilthans, Berlin, Blumenihalstr. 3. Bon Ge- 9 schwsist und Abszeß au alter Operationsnarbe mit 15 Bo- Lj Handlungen gcfjc.it.— Frl. M. Mufchick, Blii.-Schöncborg,? Sedanstraste 17 u bei Friebick. Bon Geschwulst m Nerven-& schwäche in 4 Wo-ben geheilt. Vorher dringend zur Opera-& üoit geraten.— Herr A. Schlablh, Berlin, Eaprivistr. 21. D Bau GesichtSlupus in 1 Monat vollständig geheilt. Vorher JJ | C Wochen mit stiadium in einer Berliner Klinik ohne Erfolg? behandelt.— Frau E. Popp, Liditenberg, Gärmeistr. 10. ji» Von chro». Frauenleiden, Herzschwäche und Verstopfung. geheilt.— Sohn des Gärtners H. König, Pankow. In i 6 Wochen von veralteter Beinlähmung geheilt. Borher i anderweitig jeder Erfolg abgesprochen.— Bon Nerven- schwäche in vier Wochen geheilt. Erklärt sich selbst für � ganz gesund.— Herr Milchhändler Eckert, Berlin, Greisen- G bagener Str. 26. Von gichtisch-rheumat. Schmerzen in G Lein u. Fnstgcleuk geheilt. Sehr zufrieden.— Herr O A. Brose, Berlin-Mariendors, Strclitzer Sir. 11. Von ? chronischer Rrickenmarkentzünduug und Lähmung gebellt. S Borher für unheilbar erklärt.— Herr S5. Zöllner,£ f) Reinickendorf-Osl. Provinzstraße 117. Von Lungeublutcn » uud Katarrh gebeilt.— Frau I. Herold, Berlin, Rmnler- » str. 23. Von Brouchialkatarrh gehellt.— Zwei Rinder« — des Kohlenhändlers Herrn Linke, Berlin, Strelitzer<* Strastc 6. Bor 9 Jahren von Lnugonliiden geheilt, heute noch gesund.— Herr 61. Koppe. Bln.-Nummclr.burg, Alt- I Boxbagen 8. Bon doppelseitigem Lunzeuspihenkatarrh geheilt.— Herr O. Neumaun, Lichtenberg, Bliniientbal- str. 13. Bon Nourasthenie und nervöser Magenschwäche geheilt.— Frau E. Grosse, Berlin, Zwinglistr. 26. Bon Leberleiden gchelll.— Frau Zlestauraleur Hering, Berlin, Schönhauser Allee 87. Von Basedowscher Krankheit ge- heilt.— Herr Erich Bock, Berlin, Stcndaler Str. 17, IV. Bon Nieren- u. Blasenleiden, Wafiersucht, allgemeiner großer Schwäche geheilt. Vorher im Krankenhause erfolg- los behandelt. Jetzt Flieqerfoldat. Getrennte Behandlungsräume für Damen und Herren! Sprech- rmd Behandlungszcit 9—1, 4—"l-j Uhr. Sonntags und Feiertags v— 1 Uhr. ! Sellin S0 16, SintoOinfe lob ÄSSS,,. g ••MMMeooeeteeMoeeenewoaeeesno