Ar. A5T. 34. Jahrg. Bezugspreis» Siettdläw. aao URL. monafl. IJK BH, wöchentlich SO Lsg. frei WS HauS. dorauSzahlbar Ewzelne Wochentags- nummern b Psz. EonntagSnummer mit illustrierter Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Postbezug: Monatlich ILO Ml. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2.50 Ml., für das übrige Ausland 4 Ml. monatlich Postbestellungen nehmen an Dänemarl. Holland, Luxemburg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Posl-Zeiwngs-Preislift«. Erscheint täglich. Telegramm- Adresf s: »Sozialdemokrat Berlin". Vevlinev VolKsblnkk. ( S pksnnig) Der Anzeigenpreis betrögt f. die stebengclpaltene Kolonel. »eile M Pfg.„Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zu- lüssig 2 fettgedruckte Wortc>, jedcZ Iveitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellcnanzcigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen süc zwei Worte. Teuernngszuschlag 20»/» Familien- Anzeigen St» Pfg., politische u. gewerlschaftliche BercinS- Slnzeigen 40 Pfg die Zeile. Anzeige» für die nächste Nummer müssen bis a Uhr nachmitt. im Hauvtgeschäsl, Berlin SW.KS, Lindenstraßc 3, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemohratifchen parte» Deutfchlanda. Redoftion: 6tD. HS, Lindenftraße 3. Kernsprecher: Amt Morivplon, Sir. 15190—15197. Freitag, de« 14. September 1917. «Expedition: Sw. 68, Linden stroße 3. Kernsprecher: Amt Morttiplatz, Nr. 151 90—151 97. )Zrbe»tsrbata»llone gegen korniloxo. Die Arbeiter bewaffnen sich gegen kornilow. Klembowsky wieder abgesetzt.— Prozeff Suchomlinow vertagt. Petersburg, 12. September. fReutermeldung.) In der Hauptstadt, in Moskau und in der Provinz herrscht nach wie vor vollkommene Ruhe. Der Gouverneur von Petersburg Sawinkow bat die Beröffentlichung von Kornilows Aufruf verboten. Der> Prozeß Suchomlinow wurde vorläufig vertagt. In den Arbeiter- vierteln von Petersburg werden Arbeitcrabteilun- gen zur Verteidigung gegen Kornilow aufge- stellt und in aller Stille im Schießen ausgebildet. Die Ber- Haftungen dauern fort, besonders unter Unteroffizieren und Offizieren. Unter anderem wurde der Vorsitzende der Kommission für Militärzensur verhaftet. Der Militärgouverneur hat alle Soldatcnvcrsammlungcn untersagt. General Klembowskv, Kornilows Nachfolger, ist vom Ober- befehl wieder enthoben und durch General B c r u t s ch r- witsch ersetzt worden. waffenentscheiöung zwischen Kerenski und Kormlow. Stockholm, 13. September.„Svcnska Tagblad" meldet: Kereuski hat sich an die Spitze der Truppen Petersburgs gestellt und ist Kornilow entgegenge- zogen. Man erwartet einen Zusammenstoß zwischen den beiden Heeren außerhalb der Hauptstadt. Petersburg, 12. September. lReutermeldung.) Man hält folgende Kombination für möglich: Kerensti ivird zeitweiliger Generalissimus und Alexejew(!hef des Generalstabs. Ließen die bisherigen Meldungen aus Rußland die Miig- lichkeit offen, daß es doch noch im letzten Augenblick durch Der- mittlung der Verbündeten zu einem Ausgleich zwischen Korni- low und Kerenski kommen würde, oder daß die Macht eines der beiden Diktaturprätendenten sich von selber soweit auflösen würde, daß der Konflikt ohne größeres Bluwergießcn beendet werden könnte, so scheint nach den letzten Nachrichtien der offene Bürg er krieg unverni eidlich zu sein. Ke- renski setzt sich an die Spitze der Petersburger Truppen und zieht Kornilow entgegen. Das Bild erscheint fast grotesk, und es gehört ein hohes Selbstvertrauen Kerenskis dazu, wenn er, der zivilistische Nur-Politiker sich mit dein erfahrenen General auf dessen eigensteni Gebiet incsscn will. Immerhin dürfte Wohl auch Kerenski einige inilitärisch geschulte Kräfte zu seiner Seite haben, andernfalls könnte man ihm nicht viel Erfolg für seine kriegerische Expedition prophezeien. Ueber Korni- lows Vorgehen und Absichten wird derweil folgendes berichtet: Amsterdam, 13. September. Nach einem hiesigen Blatte meldet der Petersburger„Timcs"-Bcrtretcr, daß die Vorposten Kornilows schon über Luga und Pawlowsk hinaus vorgedrungen sind. Kornilow erklärt in einem Aufruf» sein einziger Wunsch sei, sein Land aus der jetzigen unmöglichen Lage zu befreien und glücklich zu machen. Er schwört, daß er die Leitung behalten werde, bis die Verfassunggebende Versamm- lung zusammengetreten sei. Auf Befehl der Einstweiligen Rc- gierung wurden die Eisen ba hnschicncn aufgerissen, um Kornilow den weiteren Bormarsch zu erschweren. Die nächsten Leidtragenden des Zwistes werden danach die Einwohner von Petersburg sein. Die schlechte Verproviantierung Petersburgs wurde gerade in den letzten Tagen als besorgniserregend geschildert. Wenn jetzt vor den Toren der Stadt Schlachten geschlagen werden, und die Par- teien gar die E i s e n b a h n z e r st ö r e n, dürfte die Zufuhr völlig ins Stocken geraten und bald eine u n g e- heure Hungersnot in der großen Stadt ausbrechen. Weiter ist bemerkenswert, daß sich der Zusäinmenstoß der Truppen Kerenskis und Kornilows direkt im Rücken jener Krönt abspielen muß, die eben erst durch ihre Niederlage bei Riga schwer erschüttert worden ist. Die Situa- tion ist also derart, daß auch der Sieger des Kampfes sich vor eine Katastrophe gestellt sehen wird. Petersburg, 12. September.(Meldung, des Reuterschen Bureaus.) Ueber Moskau wurde der Belagerungszustand per- hängt. Die Regierung hat gegen Kornilow und andere Generale eine Strafverfolgung wegen Rebellion eingeleitet. Die Verhaftungen dauern fort. Auch der frühere Kriegs- minister Gutschkow wurde in Haft genommen. Bern, 12. September.„Temps" meldet aus Petersburg: Der Ardeiter- und Soldatenrat in Helsingfors hat ein« Tagesordnung angenommen, die die Ausweisung der Anhänger der Zaren- regierung durch die Vorläuftge Regierung in Petersburg tadelt und bestimmt, daß alle ausgewiesenen Personen während der Durchfahrt durch Finnland angehalten werde« müssen. Der Arbeiter- und Soldatenrat hat einen Sonderausschutz zur' Durch- führung der beschlossenen Matznahmen ernannt. * Rotterdam» 13. September.„Daily Mail" erfährt aus Peters- bürg vom 11. September, daß die aus den verschiedenen russischen Gouvernements vortiegenden Nachrichten nach wie vor bcfrie- digend seien. Die Vorläufige Regierung sei stärker, als sie selbst erwartet Habe, dir große Mehrheit des Volkes stehe hinter ihr. Noch nie seit Beginn der Revolution Hab« die Vorläufige Regierung über größere Macht' verfügt als jetzt.(I) Was das Land brauche, seien Ordnung und Lebensmittel. Diejenige Partei, die imstande ist, für beides zu sorgen, könne auf Unterstützung rechnen.„Man- ehester Guardian" spricht in einem Leitartikel die Vermutung aus, daß Kornilow von deutscher Seite unterstützt werde.(!!) Wie üer Konfiikt Kornilow-Kerenski ausbrach. Stockholm, 13. September.''„Birschewija Wjedmnosti" geben ausführlich die Unterredung zwischen Kerenski und dem früheren Oberprokurator Lwow wieder. Danach sagte Fürst L w o w, Kornilow tonne angesichts der drohenden Lage nicht länger ruhig der Verwirrung und dem Zerfall zusehen, die Situation sei nur durch eiuc Militärdiktatur zu retten, er be- anspruche daher Uebergabc der Zivil- und Militärmacht, die Interimsregierung habe zurückzutreten,� Kornilow selbst, werde'«i ne>n c'fic I n't e r i.'ms.r e g i e'r n n g bilden.-Lwow. fügte dem'hi'nzu, in dem'neuen. Ministerium werde Kerenski Justiz- und Ssawinkow Kriegsminister werden. Lwow sagte ferner, Kornilow werde,' falls die Interimsregierung sich seiner Forderung nicht fügte, mit den ihm anvertrauten Truppen gegen Petersburg mar- schieren und die Regierung gefangen setzen. Als Lwow erklärte, er würde die ihm von Kerenski nach Besprechung mit einigen Mit- gliedern der Regierung mitgeteilte ablehnen!� Antwort im Haupt- quartier überbringen, erwiderte Kerenski, dies sei nicht möglich, da er ihn verhaften lassen würde. Petersburger Gemeinüewahlen. Niederlage der Menschewiki. Stockholm, 13. September.(Eig. Drahtber. d.„Vorw.".) Die Wahl zur Petersburger Stadtduma ergab eine völlige Niederlage der Menschewiki. Gewählt wurden 42 Kadetten, 67 Bolschewiki, 75 Sozialrevolutionäre, 2 Trudowiki, 8 Anhänger Marlows. D i e Partei Zeretelli ging völlig leer aus. Schleunige Abreise üer Engländer aus Rußland. Stockholm, 13. September.(Eigener Dralitbericht des „Vorwärts".) Hier treffen zahlreiche Ausländer ein, die Rußland eilig verlassen haben und auf der Durchreise Stock- Holm passieren. Unter den Flüchtigen befinden sich besonders zahlreiche Engländer. öeilegung des schwedisch-amerikamschen Zwischenfalls. Stockholm, 13. September.(Eig. Trahtbcricht des „Vorwärts".) Der amerikanische Gesandte M o r r is hatte heute eine lange Unterredung mit dem Minister des Auswar- tigen Lindman. Es gelang, im Laufe des Gesprächs eine Einigung zu erzielen, durch die der schwedisch-amerifanische Zwischenfall als beigelegt erscheint. Parteitag der französischen Sozialisien. Der sozialistische Verlvaltungsausschuß beschloß, d�n diesjährigen Parteitag vom 6. bis zum 9. Oktober in B o r d e a u x abzuhalten._ die junger- und Zriedensdemonsiration in Turin. Stockholm, 13. September.(Eigener Drahtbericht des „Vorwärts".) Das hier erscheinende Nachrichtenblatt des Zimmerwalder Konfttees berichtet ans italienischer Partei- quelle über den gewaltigen Umfang der Turiner Protestbewegung, die über 50 Verwundete forderte und über 2000 Verhaftungen nach sich zog, darunter die aller Gewerkschafts- und Parteiführer. Um die Sache zu verHeim- lichen, wurde der Versand des„Avanti" ins Ausland über eine Woche lang verboten. Tie Kundgebung richtete sich nicht nur gegen den Brotmangel, sondern demonstrierte auch für schleunigen Frieden. Die Luxburg-Depeschen. Die Depeschen, die Graf Luxburg. der deutsche Gesandte in Argentinien, durch sckstvedische Vermittlung nach Berlin ge- sandt hat, liegen jetzt im Wortlaut vor. Nach Kenntnisnahme des Inhalts wundert es uns nicht inehr, daß die Entente hier ein vorzügliches Fressen gefunden zu haben glaubt und init höhnischem Jubel diese Telegramme in die Welt depeschiert. Hier ist ihr Wortlaut:' Mai 1917, Nr. 32.„Die Regierung hat jetzt die deutschen und österreichischen Schiffe, auf die bisher eine Wache gestellt war, freigelassen. Infolge der Beilegung des„Montc-Prvtogilo"- Falles ist eine große Veränderung in der öffentlichen Meinung eingetreten. Dir Regierung will in Zukunft die argentinischen Schiffe nur bis Las Palmas ausklarieren. Bitte, den kleinen Tampfer„Orankuasa", 31. Januar(Washingtoner Zusatz: d. h. der Tampfer ist am 31. Januar ausgefahren), 396 Tonnen, der sich nun Bordeaux nähert, mit der Absicht, seine Flagge zu verändern, entweder zu schonen oder spurlos verschwinden zu lassen, gez. Luxburg." 3. Juli 1917, Nr. 95.„Ich höre mit Sicherheit, daß der gegenwärtige Auslandsminister, der ein Esel von Ruf und Eng- landfreund ist, in einer Gehcimsitzung des Senats gesagt hat, daß Argentinien in Berlin ein Versprechen fordern soll, keine argcn tinischen Schiffe mehr in den Grund zu bohren, und im Weige- rungsfalle solle man die Beziehungen abbrechen. Ich rate, das abzulehnen, eventuell spanische Bermittlung zu erbitten. Luxburg." 9..Juli 1917, Nr. 64.„Bitte die Antwort an Argentinien . ohne irgendwelche Neigung zu Zugcständuisscn zu zeigen, lünausi zuschieben bis zum Empfang weiterer Berichte. Ein Ministeriums- »uechscl'ist tvahrschcinlich. Bezüglich der argentinischen Dampfer rate ich, sie zur Umkehr zu zwingen oder sie ohne Hinterlassung von Spuren zu versenken oder ihnen freie Durchfahrt zu geben. Sie sind alle sehr klein. Luxburg." Die schlimmen Enttäuschungen, die unsere auswärtige Diplomatie uns während des Weltkrieges bereitet hat, werden durch diese neueste Sensation noch erheblich übertrosfen. Kein Wort des Tadels und der Verurteilung ist scharf genug, für einen Mann, der auf verantwortlichstem Posten stehend der- artig unverantwortliche Telegramme an seine Regierung sendet. Wenn wir das Moralische zunächst einmal ganz bei- seite lassen, so hat Graf v. Luxburg allein schon gegen die ele- mentarsten Gebote der Klugheit und Vorsicht ver- stoßen. Denn nach dem Diebstahl der mexikanischen Depeschen mußte Graf v. Luxburg aus jeden Fall nnt der Möglichkeit rechnen, daß auch seine Meldungen von der Entente aufgefangen würden, wie das tatsächlich geschehen ist. Man hat uns so imgehener viel über die Notwendigkeit schärf- ster Siebung unseres diplomatischen Korps erzählt. Man bat große tatkräftige, energische und kluge Schichten des Volkes von der auswärtigen Vertretung Deutschlands ausgeschlossen, weil man ihnen nicht die notwendigen gesellschafttichen Ma- nieren, nicht genügend Takt und Schliff zutraute, um Deutsch- land an fremden Höfen vertreten zu können. In einer eben erschienenen Schrift„Die deutsche Diplomatie, wie sie ist und wie sie sein sollte" schreibt der ehemalige Reichskonsnl in Bei- grad Dr. H. S ch I i e b e n über die Besetzung der Auslands- Posten:„Heute erfolgen diese Ernennungen oft weniger nach rein sachlichen Gesichtspunkten, als vielmehr nach F a m i- l i e n-, Korps- und R e g i m e n t s b e z i e h n n g e n." Man hat dieses Verfahren mit den guten gesellschaftlichen Um- gangsformen dieser Kreise gerechtfertigt. Und nun geht einer von diesen zehnmal gesiebten Gesellschaftsmenschen, ein Ade- liger, ein Graf, hin und schimpft den Außenminister der Macht, bei der er akkreditiert ist, einen Esel!— Aber dieser„Esel" ist ja eigentlich noch das Harmloseste in den Luxburgschen Depeschen, da zweifellos jeder einsichtige Leser für den Esel eine lveit passendere Beziehung finden wird, als sie Herr v. Luxburg gefunden hat. Viel schlimmer nnd viel bedenklicher ist es, wenn der deutsche Gesandte der Regierung den Rat erteilt, Schiffe einer neutralen Macht „ohne Hinterlassung von Spuren zu versenken", bzw.„spurlos verschlvinden zu lassen". Der Sinn dieser Redewendungen ist so e i n d e n t i g, daß es daran kein Drehen und Deuteln gibt. Die deutsche Regierung hat die Pflicht, mit der größten Schleunigkeit und Deutlichkeit zu erklären, daß ihr Pläne, wie sie ihr hier von Graf Luxburg angesonnen sind, vollkommen fernliegen und daß sie nicht daran denkt, gegen Feind oder Neutrale eine unmenschliche Krieg- führung eintreten zu lassen, bei der versenkte Schiffe„spur- los verschwinden". Leider ist das Wichtigste schon versäumt worden, nämlich einen Gesandten, der derartige Vorschläge zu unterbreiten wagte, sofort von seinem Posten ab- zu berufen. Was hier noch irgendwie nachgeholt werden kann, hat sofort zu geschehen. Die Person des Grafen v. Luxburg kann nach dieseni Vorkommnis wohl für erledigt und abgetan gelten. Leider nicht das System, das diesen völlig ungeeigneten Mann auf einen so verantwor- wngsvollen Posten geseht hat, und von dem Dr. H. Schlieben m dem genannten Buche sagt: „Für den Geist, der bei der Auswahl unserer Diplomaten vorherrscht, nur ein Beispiel von vielen. Keiner, der gedient hat, kann zugelassen werden, wenn er nicht in der Reservs in i n d e st c u s die L c u t n a n t s st a f f c l erklommen hat. Der Fall, dasz ein untauglicher Militär ein vortrefflicher Diplomat sein könnte, scheint undenkbar. Kein Wunder, dah derartig gewählte Elemente mit Borliebe auf die militärische Macht des Deut- s äi c n Reiches pochen, statt ihren Geist anzustrengen, um mit friedlicheren Argumenten zu überzeugen." Kein Wmider, sagen wir, daß derartig gewählte Ele- mente auf den Gedanken kommen, man könirte durch spur- loses Verschwindenlassen von Schiffen den richtigen Eindruck auf die Neutralen erzielen. Auf einem Festessen hat gestern der englische Minister Bona r Law sich freimütig über Deutschland geäußert. Er iagte, England habe sich die Gewohnheit angeeignet, die deut- scheu Feinde zuweilen für übermenschlich an Weisheit und Kraft anzusehen. In einigen Fällen treffe das auch zu. Die militari s ch e K r a f t, die Deutschland gezeigt habe, sei wirklich w int d e r b a r. Es habe keinen Zweck, das Gute a m Fei ud, einichtießlich seines persönlichen Mutes, weg- z u l c n g n c n. Aber glücklicherweise begingen die Deutschen in allen Fällen, lvo es sich darum handelte, mit anderen Mensche n fertig zu werden, I r r t ü m e r, Ä i e mehr als einmal die Errettung der Alliiertewund der S a ch c, f ü r d i e s i e k ä m p s e n, g c w e s e n s c i. Eine. Offenheit ist der andern wert. Mit derselben Frei- mütigkeit können wir nur erklären, daß diese Charakteristik Deutschlands durch den englischen Minister den Nagel a u f d e n K o p f t r i f f t. Militärische Leistung In. Geschick in der Menschcnbehandlung ungenügend und noch darunter. Der Fall des Grafen Luxburg ist ein neuer Beweis dafür, wie traurig es bei uns mit der Kunst der Menschenbe- Handlung in der auswärtigen Diplomatie bestellt ist und wie sehr eine radikale Reform des gesainten Systems nottut. Stockholm. die öeratungen öer ruPschen delegierten. ' Stockholm, 13. Septeniber.(Eigener Drahtbericht des ..Vorwärts".) Die Beratung der russischen Delegierten mit dem Konferenzkomitee konnte gestern nicht beendet werden und wurde heute fortgeführt. Die Russen hielten auch eine Separatberatung mit den Unabhängigen deutschen Sozialisten ab. welche infolge des Eintreffens von Herzfcld, Hofcr, Wenges und Oskar Cohn hier 8 Vertreter hatten. Haase reiste heute ab. wie auf öer Londoner Konferenz Stockholm sabotiert wurde. Im„PohS' bespricht Jean L o n g u e t die alliierte Sozialisten- sonserez und nennt die Teilnehmer au-5führlich, wobei er außer den tchon belaniiten erwähnt: Bcrnard Shaw, Sidney Webb, zwei portllgicsrsche Delegierte, und„zwar den Genossen—- pardon Oberst — Croßwoll, der dort unten ein Regiment s ü d a f r i k a n i- ickier Gewerkschaftler anführte, eine englische Dame, Miß Scatchord. die in schlecht erklärter Eigenschaft eine sozialistische Partei von Athen vertrat, deren Existenz sich bisher noch nicht be- merkbar gemacht hatte: dagegen sehlte die einzige bisher bekannte und geiÄrntzte proletarische Organisation Griechenlands, der soziali- stiiche Verband von Saloniki." Die Organisation war von vornherein, Longuets Meinung nach, versehlr. Der vorbereitende Ausschuß machte eine Enlscheidnng in den loeientlichcn Fragen von vornherein unmöglich durch den Eni- i»cid, daß nur e i n st i m m i g e Beschlüsse Gültigkeit erlangen sollten. Tic französischen Delegierten erweckten durchaus, trotz des sormellen Beschlusses ihrer Partei, den Eindruck, nur ge- kommen zu sein, um gegen die Stockholmer Konferenz zu arbeiten, währenddem die überwältigende Mehrheit der Delegierten Mandate f ü r die Beschickung der Konferenz hatte. Das ging so weit, daß beim sünften Programmpunkt Bcrnard Shaw in schärfstem Ton ausrief:„Wann werden die französischen Vertreter mit ihrer Obstruktion aufhören?" AuS einem Munde riefen die Delegierten der Minderheit:„Sagen Sie bester: Wann werden es die französischen Mehrheitler?' In Wahrheil wollten Renaudel und seine Freunde eigentlich nicht Obstruktion machen. Aber ihre Beflissenheit, zu verhindern, daß die Konferenz vor allem andern ihren Willen, nach Stockholm zu gehen, bekundete und die langen Auseinandersetzungen über den Völker- bund und müßige philosophisch-politische Betrachtungen über„Ver- antwortlichkeiten" verdarben alles und machten den ausländischen Dele« gierten einen peinlichen Eindruck. So wurde es auf dieser Konferenz verhindert, daß der fast einstimmige Wille der organisierten Sozialisten öer verbündeten Länder, mit allen Sozialisten der Welt die Frieden-- bedingungen und Kriegsziele festzusetzen, in aller Klarheit zur Geltung kam. Eine die Entscheidung hinausschiebende Resolution de Brouckere wurde mit 53 gegen 28 Stimmen bei 10 Enthaltungen abgelehnt. Dagegen stimmten die Russen, die Italiener, die Portu- gissen, die Mehrzahl der Engländer, die französische Minderheit; die Mehrheit enthielt sich der Abstimmung. Für de Brouckere stimmten die Belgier sdenen deshalb im„Socialiste beige" und von den im Land gebliebenen Genossen, wie Anseele, heftig widersprochen wird), ein paar Engländer, die italienischen Reformisten, Miß Scatchord »nd Oberst Croßwoll.- H y n d m a n, der gegen internationale Konserenzen sprach und eine dementsprcchende Resolution einbringen wollte, sprach, wie Longuet sagt, unter Gelächter und Achselzucken der 3 u h ö r e r. Die von Mac Donald eingebrachte Resolution, die gegen die Verweigerung der Pässe protestiert, wurde mit 50 Stimmen gegen 2 angenommen. Diese Mitteilungen Longuets haben gegenwärtig noch ein be- 'ondercS aktuelles Interesse, well sie beweisen, daß die Opposition der französischen Mehrheit gegen Ribot mit seiner Verweigerung der Pässe für Stockholm nicht das geringste zu tun hat. Noch ein englischer Schwindel gegen Stockholm. Am Pornbend der Ententesozialistenkonfercnz wurde in der englischen Presse eine Resolution veröffentlicht, die in einer„von 100 bis 500 Delegierten besuchten Parteikonferenz im besetzten Belgien" angenommen worden sei. In jener Resolution war der Entschluß ausgesprochen, die Stockholmer Konferenz auch dann nicht zu beschicken, wenn Engländer, Franzosen und Italiener Angehen sollten. Nach den Behauptungen der englischen Blätter Geringe Kampstätigkeit um Verdun— Russische Gegenoffensive in Livland— Kämpse am Öchrida-See— Ueber Italiener am Monte San Gabriele ge- sangen. Amtlich. Großes Hauptquartier, 13. September 1917.(23. T. B.i Westlicher Kriegsschauplatz. Bei geringer Sicht blieb die Gefechtstiitigkeit auch an den Kampffronten bis auf vorübergehende Fcuerstcigerungen und Borfcldzefcchten im allgemeinen gering. Leutnant Boß schoß im Luftkampf seinen 47. Gegner ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Front Prinz Leopold. Südlich der Straße Riga— Wenden wichen unsere Kavallerie- Posten stärkerem russischen Druck über Moritzberg und Neu- Kaipen aus. Nordlich von Baranowitschi, östlich von Tarnopol und am Zbrucz lebhaftes Störungsseuer und Erkundcrgeplänkcl. Zwischen Dnjestr und Schwarzem Meer keine größeren Kampf- Handlungen. Mazedonische Front. Südwestlich des Ochrida-Sccs sind nur schwache feindliche Abteilungen ins Gebirge gedrungen.' Der Erste Grneralauartirrmrister. Ludendorff. Abendbericht. Bcrli«, 13. September 1917, abends. Amtlich. iFu Flandern lebhafte Artillerictätigkeit. Sonst nichts Wesentliches. Ter österreichische Bericht. Wien, den 13. September 1917.(W. T. B.) Amtlich wird vcrlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz In der Bukowina und am Zbrucz lebhaftere feindliche Artillerie- und Patrouillcntätigkeit. Italienischer Kriegsschauplatz. Da? schwere feindliche Artillcricfcucr gegen unsere Stellungen am Monte San Gabriele und östlich von Görz dauert an. Bei Säuberung unserer Gräben am Nordwcstabhaiige am Monte San Gabriele wurden in erbitterten Kämpfen feit gestern früh 23 Ofsi- ziere, 535 Mann als Gefangene eingebracht»»d 12 Maschinen- gewehrc erbeutet. Gegen Podlrccc vorgehende starke feindliche Patrouille» wurden abgewiesen. I» Tirol und Kärnten behinderten heftige Gewitterregen und Schneestürme die Gcfcchts- tätigkcit. Albanien. Keine Ereignisse von Belang. Der Chef des G c n e r a l st a b e S. wurde der Beschluß mit alle» gegen 2 Stimmen gefaßt.— Dazu erklärt nun der„Belgische Sozialist", aus sicherster Quelle be- richten zu können, daß eine solche Versammlung in letzter Zeit überhaupt nicht stattgefunden hat. Wenn die vor geraumer Zeit in Brüssel abgehaltene Sitzung des„Landesrats" gemeint sein sollte, so sei bei der Angabe der Delegierten mindestens eine Null zuviel gesetzt worden. Ueber diese Sitzung macht der„Belgische Sozialist" folgende positiven Angaben: „Die Versammlung in Brüssel war von etwa 00 Personen besucht, während der„Landesral"(in dessen Namen die Rcso- lution gefaßt sein sollte) aus ungefähr 120 Delegierten besteht. Viele Mitgliedschaften waren nicht vertreten. Die Frage, ob die erschienenen Personen ein regnlärcs Mandat hatten, ivollen wir nicht eininal auswerfen. Viele der örtlichen Parteivor- stände hatten sogar nicht einmal Kenntnis vom Stattfinden der Zusammenkunft des Landesrats. Und nun das Resultat der Abstimmung: Es stimmten 30 für die Resolution, 8 dägegen. und einer enthielt sich der Stimme. Es ist doch wohl sonnenklar, so schreibt der„B. S.", daß bei einem solchen Resultat keine Rede von einem bindenden Beschlutz, wohl gar namens der Partei, sein kann. Die veröffentlicht- Resolution beruht also auf Schwindel. Und wir stellen jetzt die Frage: Wer ist der Fälscher?" Kaiser, Volk und Zrieöen. Ein interessantes Telegramm Wilhelm II. Die„Nordd. Allgem. Ztg." veröffentlicht jetzt den Wort- laut jenes im Auszug schon bekannten Telegramms vom 20. August 1905, in dem Wilhelm II. dem Zaren den Rat erteilt, beim Abschluß des russisch-japanischen Friedens die Duma mitrichten zu lassen. Die Depesche hat folgenden Wortlaut: Mein Bolschaster meider mir soeben, daß Du die Veröffent- lichung des Dekrets befohlen hast, das die Einberufung der„Großen Duma" betrifft. Die Statuten seien in den Grundzügen unserem Staatsrat ähnlich, was ihr die Eigenschaft einer beratenden Körperschaft verleihe. Ich bitte Dich, meine wärmsten Glückwünsche zu diesem großen Schritt nach vor- wärts-in der Entwicklung Rußlands anzunehmen. Aus den Zeitungen ersehe ich, daß im allgemeinen die Friedens- Verhandlungen befriedigend fortschreiten, aber daß einige Punkte vorliegen, die geWiste Schwierigleiten für die Einigung bieten. Ehe Du Deine endgültige Entscheidung für den Frieden oder für die Fortsetzung des Krieges triffst— die letztere würde von weitreichenden Fol�rn sein, die in ihrem Endergebnis schwer vorauszusehen sind, und unzählige Menschenleben, Blut und Geld kosten— wäre e S, wie mir scheint, ein ausgezeichnetes Ver- fahren, wenn Du diese Frage er st der Großen Duma vorlegen würdest. Da diese daS russische Volk vertritt, wäre ihre Antwort die Stimme Rußlands. Wenn sie sich für den Frieden entscheidet, so bist Du durch das Boll ermächtigt, auf Grund der Deinen Delegierten in Washington unterbreiteten Vorschläge Frieden zu schließen. Wenn sie. also Rußland selbst, dessen Ehre für gewahrt hält, so kannst Du Dein Schwert in die Scheide stecken mit den schönen Worten Franz I.:„Alles ist ver- loren außer der Ehre." Niemand in Deiner Armee, in Deinem Lande oder in der übrigen Welt hat ein Recht, Dich für diese Hand- lung zu tadeln. Wenn andererseits die Duma die Vorschläge sür unan- n e h m b a r erachtet, und die japanische Regierung sich weigert, auf einer anderen Basis zu verhandeln, dann wiederum ist eS Rußland selbst, das durch die Stimme der Duma Dich, seinen Kaiser, auf- fordert, den Kampf fortzusetzen. Dadurch würde sie die volle Ver- antwortung für die gesamten Folgen auf sich nehmen und Dich ein für allemal vor der Welt und vor der Geschichte in Zukunft vor dem Borwurf schützen, daß Du Taufende von vaterlandsliebenden Söhnen, ohne das Land zu fragen oder gar gegen ihren Willen, geopfert hättest. Dies wird Deiner persönlichen Tat eine große Wucht und Kraft verleihen, da Du Dich durch den Willen der Gesamtheit Deines Volkes getragen fühlen wirft, das emschlosten ist, bis zum bitteren Ende zu kämpfen, ohne Zeilaufwand, Verluste und Entbehrungen zu scheuen. Nur unter solchen Bedingungen läßt sich der Krieg ja fortsetzen. Ich würde an Deiner Stelle nicht diese erste und günstigste Gelegenheit vorübergehen lassen, mit dem Empfinden und Wollen Deines Landes in bezug auf den Krieg und Frieden enge Fühlung zu gewinnen, indem Du dem russischen Volke die langgewünschte Möglichkeit gibst, die Entscheidung über seine Zukunft selbst zu treffen oder an dieser Entscheidung teilzu- nehmen, wozu es ein positives Recht hat. Du würdest auch der Duma sogleich eine gute Gelegenheit geben, zu arbeiten. .zu zeigen, was sie vermag, und darzutun, ob sie die Erwartungen, die jeder auf sie setzt, erfüllt. Die Entscheidungen, die zu treffen sind, sind in ihren Folgen so furchtbar ernst und so weitreichend, daß es ganz unmöglich ist für irgend eine» sterblichen Herrscher, die Verantwortung dafür auf seine eigenen Schultern zu nehmen, ohne die Hilfe und den Rat seines Volkes! Möge Galt mit Dir sein I Vergiß nicht die Be- sörderung der Linientruppen gegenüber der Garde! Jeder Satz dieses Telegramms trifft die alldeutschen Schreier für den Krieg und gegen den Reichstag wie ein Keulenschlag. Diese Schreier sagen, wenn der Kaiser dem Reichstag einen Einfluß aus den Abschluß des Friedens gewähre, so degradiere er sich selbst zum Schattenkaiser. Diese Schreier wollen, daß der Krieg auch dann weiter fortgeführt wird, wenn ein Friedensschluß im Sinne des Reichstagsbeschlusses erreichbar ist. Darauf bekommen sie die Antwort, daß„kein sterblicher Herrscher" sich dem Vorivurf aussetzen dürfe, daß er„Tausende von vaterlandsliebenden Söhnen, ohne das Land zu fragen, oder gar gegen ihren Willen geopfert hätte". Der Einwand, Rußland sei im Krieg gegen Japan ge- schlagen worden, Deutschland aber habe gesiegt, ändert gar nichts an der Berechtigung des Vergleichs. Denn der Deutsche Reichstag fordert ja auch nicht Herausgabe deutschen Reichs- gcbiets an den Feind, er fordert keinen Frieden im Sinne jenes von Portsmouth. Das Telegramm von 1 905 zeigt den Weg. den der Reichstag im Jahre 1917 zu gehen hat. painleves Ministerium. Tic Sozialisten in Opposition. Vainlev4 bat ein Ministerium gebildet, das ollen Ver- mutungen widerspricht. Ribot stürzte über den Rücktritt Malvhs. Sein Versuch, ein neues Ministerium zu bilde». scheiterte an dem Widerstand der Sozialisten. Die Absicht, ohne die Sozialisten ein Kabinett zustande zu bringen, schlug fehl, da PainlevS als Kriegsminister die Mitarbeit der Sozitf- listen zur Bedingung machte. Nun wobl! Painlevs Hot ein Ministerium ohne und gegen die Sozialisten gebildet! Ein Ministerium, in welchem der frühere Ministerprä si- dent Ribot die auswärtigen Angelegenheiten führt! Der„Temps" und der„Figaro" haben um die Wette verlangt, daß ans die Wünsche der Sozialisten keine Rücksicht genommen wird. Ihre Politik hat triumphiert. Das neue Ministerium wird noch schärfer dadurch gekenn- zeichnet, daß in das innere Kriegskomitee auch Barthou, der grimnrigste Hasser Jaur5s' und Caillaux', ausgenommen ist. Das Kriegskomitee ist eine Stelleinrichtung, nachgebildet dem engeren englischen Kabinett. Ihm gehören auch Staats- männer an, welche kein Fachiniinsterium leiten. Die Min isterliste ist: Vorsitz und Krieg: Painlevch Justiz: Perrt, Auswärtiges: Ribot, Inneres: Steeg, Marine: Chaumet, Rüstungsange- legenheiten: Loucheur, Finanzen: Klotz, Kolonien: Besnard, Oeffentliche Arbeiten: Claveille, Unterricht: Daniel Vincent, Arbeit: Renard, Handel: Clementel, Ackerbau: David, Lebens- mittelversorgung: Maurice Long, Auswärtige Missionen: Franklin-Bouillon. Staatssekretäre und Mitglieder des Kriegskomitees sind: Barthou, Leon JÖourgcois, Doumer und Jean Dupuy. Nach dem Sturz Ribots hat die„Humanitä" geschrieben: Die Sozialisten wollten sich nicht absondern, und sie wüßten, was sie der Wohlfahrt des Landes schuldig seien. Sie würden keine unannehmbaren Forderun- gen stellen, sondern, wenn man an sie herantrete, erklären, was ihnen für die gute Führung in Krieg und Frieden not- wendig scheine. Eine demokratische, republikanische Aktion sei notwendig, um einen dauerhaften Frieden zu schaffen. Alle Persönlichkeiten, die im Trüben fischten, müßten aus dem Wege geräumt werden. Im übrigen glaubt Renaudel, daß die Sozialisten in der augenblicklichen Stunde nichtallein handeln müßten und nicht allein handeln werden. Tie Sozialisten haben sich nicht abgesondert, sie sind abge- sondert worden. So ist es kein Wunder, daß sie wider Willen in Oppositionsstellung gedrängt sind. Das Komiteeder vereinigten Soziali st en hat seinen Mit- gliedern den Eintritt in das Kabinett Pain- lev6 verboten und die„Humanite schreibt: Painlev6 versteht es nicht, durch Verwirklichung seines Programms, für das eine Verständigung erzielt schien, die geeigneten Person- lichkeiten zu finden. Painlev6 hatte ein Ministerium gebildet, das nichts anderes war als eine Ko p i e des M i n i st c- r i ii m s Ribot und es entbehrte derselben Elemente wie dieses. Der Mißerfolg Painleves wird s i ch in mancherHinsichtgeltendmachen. Das neue Kabinett stellt einen Augenblickserfolg Poincarss dar. Es ist ihm gelungen, Clemenceau, seinen erbitterten Feind, von der Macht fernzuhalten und die Sozia- listen auszuschließen, deren pazifistische Neigungen seiner Kriegspolitik stracks zuwiderlaufen. Ein Pyrrhussieg! Die Basis des neuen Ministeriums ist viel zu schmal, als daß es die großen Gefahren der inneren und besonders der äußeren Politik Frankreichs, wie sie sich aus den katastrophalen Ver- Hältnissen Rußlands ergeben, sicher bannen könnte, Ribot und Barthou sind zwei Vertreter des energischsten Kriegswillens. Barthou ist der Vater des Dreijahrsgesetzes, Ribot der Vater der französisch-russischen Allianz, Träger uns Bekenner der Revanchegedankens bis in die letzte Zeit. Dieses Kabinett will wahrscheinlich keinen Verständigungsfrieden und könnte, selbst wenn es wollte, diesen Versuch in seiner heuti- gen Znsammensetzung nicht unternehmen, weil es keine über- wältkgende Mehrheit der Rammer und vermutlich auch nicht des Landes hinter sich hat und keine überwältigende Verant° Wartung tragvn kann. Ein neuer französischer Skandal. Die französische Presse deutet mit verdeckten Worten einen neuen Skandal an, der mit der Auffindung von 25 000 Franken Schweizer Banknoten sowie von bloßstellenden Papieren im Pulte eines Deputierten zusammenzuhängen scheint. Nach den An- deutungen der Presse kommen die beiden Oppositionsdeputierten Fean Bon und Turmel in Betracht. Die Einzelheiten sind zumeist zensiert.„Figaro" möchte, daß ein Strafantrag gestellt werde. „Matin" berichtet über eine Unterredung mit einem ehemaligen Minister, der erklärt habe, der Fall sei außerordentlich unangenehm, es sei schade, daß der Betreffende Knopfstiefel trage.. Aus dem einschließlich eines Vortrages von 121 320 M. verbleibenden Ueberschutz von 713 594 M.(423 290) 'ollen 15 Proz. Dividende(wie i. V.) und IG) M. besondere Ver- gütung für jede Aktie ausgeschüttet werden. Die Metallwaren-, Glocken- und Fahrrad- Armaturcn-Fabrik Akt.-Gcs. vorm. H. W i ß n e r in Mehlis weist für 1916/17 ein Roherträgnis von 1 300 669 M. (1915/16: 725 579 M.) aus. Nach Abzug der Unkosten usw. sowie der Abschreibungen von 101 710 M.(49 427 M.) verbleibt ein Ueber- I fchuß 5on 526 177 M.('222 506 M.),le tolle Komteß. 1-S Mloiml-IWlei Großer Erfolg l Täglich ausverkauft! m ist Die tm.. 3 Akte. Musik v. W. Bramme. Vorverkauf: 1l>— 2 und ab 6 Uhr(auch Tietz). Der erkoigreiche Eröffnungs-Spielplan Dazu: 9 Ubr abends Pantomime in 12 Bildern von Karl Vollmoeller Anfang 8 Ubr. Rauchen gestattet. „?„eL Zirkus-Variete- u. a. die rotierende Le.ter, die schwed. Nachtigallen, 3 Turmkünstler 3, Nur noch kurze Zeit Parforce- Schnitzeljagd. 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Sonnahend, JL 15. September 1917, 71/. Uhr; EröRouny. Assad, das Phänomen, •'der Dlinnemacher". Cieschw. Ballot, Equilibristen am Looping tbe loop. 3 Borkums, die lustigen Scherenschleifer. B. di. das Kiltsel am Magnet! Jean u. Kmniy Keinsoh, akrobat.-kontorsionist. Neuheit. De Wy-ne& Jerome, tomischer Balance-Akt. �„Puppchen", das Dperettenpierd. Blumcnfclds Frclheltsdrcssarcn Kosita Blnmenfeld mit ihren akrob. Hunden. Revelly. Franal n Pompaldieurkora.Clowns m Harzelly, Tlai n. Jcromes/neuen Witz. u. Spall. usw. usw. Zum Schluß: Original-Pantomime Lustiges Spiel, einstudiert v. Ballettmeister K. Riegel Sonntag 2 große Vorstell., nachm. S'/jU-abds l1/, Uhr: In beiden Vorstellungen: Das große Eröffnungsprogramm. SL Vorverkauf tägl. ab 10 Uhr, f. Sonnabend und Sonntag immer bereits ab Donnerstag, außerdem an sämtL Theaterkassen von Wertheim und Invalidendank. Voigt-Theater. Badstr. 58. Badstr. 58 Sonntag, den 16. September, abends 7 Uhr: Was junge Mädchen träumen! Eröffnung der Wintcrspieizeit Montag, den 17. September: Die Himmelsleiter. Irianon-Iheater a. Bhf. Friedrichstr. Tel. Zt. 4927 Anf.'/.8 Der Anf.•/<» reizende Jldrian Sonntag nachm. 31/� Uhr bei ermäßigten Preisen: Johannisfeuer von Sudermann. Serliner Konzerthaus. Mauerstr. 82. Zimmersfcr. 90/91. Heute Eröffnung mit einem Großen Konzert des Berliner I.ehror-Gesangvereins, Leiter: Hanns Mießner, 2. Chormeister, unter Mitwirk, des Berl. Konxerthaus-Orcfaesters, Leiter: Komponist Franz von Blon. Anfang 7 Uhr. Karten im Vorverk. 75 Pf., an d. Abendk. 1 M. Alle Vergünstigungen aufgehoben. MWle Heue WAnmie Käpenlcker Straße 00—07. Spielplan vom 14.— 17. September: Sie Kameliendame mit der preisgekrönten Schönheit Klara Kimbal Yong Stolzenfels am Rhein, Gesangsfilm. SeilWl MMUM-MM. Verwaltungsstelle Berlin. Äi 54, Linienstrasie 83—85. KeschästSzeit von 9—1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 485, 1239. 1987, 9714. Sonntag, den 16. September 1017, vormittags 10 Uhr:' WMeii-versllmmlW oller in den eisenionslruflionWerlsf offen deslfillsfigkev Meiler n. Meiferinnen Wie ZoMf'Meure - und heiser im GewerkichaftShause, Cngelufer 15. Tagesordnung: 1. Vortrag:.Die wsttichastliche Lage der Arbeiter nach dem Kriege." Refm-til: Brnst Hoilmann. 2. Branchenangelegen- heiten. 3. Verschiedenes BW» Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Sonntag, den 16. September 4017, vormittags 10 Uhr: üecHuflg aller in Ziul-. Zinn- und öleigießereleu beWsligkeu Kollegen und Ldlleglnoeu im Lokal von N! ü l l e r, Alexaudrinenftr. ZS. Tagesordnung: 1. Verbands- und Branchenangelegcnheiten. 2. Abrechnung unserer Feld grauen �Sammlung. 3. Verschiedenes. RW- Zahlreiches und pünltlichcs Erscheinen wird erwartet. 181/20___ Die Ortsverwaltung. LwerKlchaftshaus. Sonntag, den 40. September 1917: I m großen Saal: Turn verein„Fichte" (Jngendabtellnng). 30) Magonlsaal: Erlveilerler Maurullonsdelried. Humoristische Kapellen in allen Sälen. SM MeSfinleMen o Ml. 4,00 i. mit Zubehör. Sonntag mittag: Hühnersuppe..... 0,30 Schellfisch mit Senslunle. 2,00 Spinat....... 2,00 Gänsebraten... Rindersaslbraten.. Kompott oder Salat. 4,00 3,00 Heute und morgen:"Mv Hühnerbrühe.......... a Liter_ 60 Pf. und darin gekochte Hühner.... 1I2 5,00 M. Ein kleiner Posten Gäuseklein... a Pjd. 3,00 M. Röcke-Kostüme, ans gediegenen Stoffen. Vtlotor- Mäntel in allen Stoffarten, �anch Astrachan. Krimmer, Samt u. Plüsche vorzüglicher Schnitt. MaxLabosehin,?Cpe2 p. Psd. 4.25 u. 3.75 fette Masihühner i 1 IC , Maftenten ,p- Pid.�le Entenkiein. GeflUgelstSckenfl. üax Westhelmor, fj 0 u e 42. Forel, Prof. A., Die feruelle Frage. Volksausgabe 2,80 M. Buchhandlung Vorwärts. Lin- denstraße 3.••• Nr. 252 ♦ Z4. Jahrgang Seilage öes vorwärts Irektag, 14. September 141 7 Staötverorönetenverfammlung. Vorsteher M i ch e l e t eröffnet die Sitzung mit einem Nachruf für den verstorbenen Stadtv. B r y(Linke), dessen Andenken in der üblichen Weise geehrt wird. Der Bescheid der Staatsregierung betr. das Angebot auf die Englische Gasgesellschast ist den Stadtverordneten vom Magistrat im Wortlaut mitgeteilt worden. Es liegt dazu der von uns gestern bereits abgedruckte schleunige Antrag sämtlicher Fraktionen vor, der sofort an erster Stelle zur Beratung gestellt wird. Stadtv. Cassel(Linke): Der von der gesamten Versammlung einmütig eingebrachte Antrag ist der Ausdruck einer Pflicht, die wir angesichts des ergangenen Bescheides der Oeffentlichkeit gegenüber zu erfüllen haben. Die beiden Verbände, die ein Angebot gemacht, haben jeder 58 Millionen Mark geboten, die Regierung aber ver- langt 85 Millionen, und mit den Nebenkosten stellt sich die Regie ruugssorderung aus rund 150 Millionen. Auch wir wollen dieses feindliche Unternehmen nicht etwa verschleudern; davon kann aber auch bei 58 Millionen keine Rede sein. Andererseits kann man doch nicht. Berlin unverhältnismätzige Lasten und Opfer zumuten, um für später, beim Friedensschlüsse, wertvolle Kompensationsobjekte in der Hand zu haben. Durch solchen Ueberpreis wird unleugbar die. Möglichkeit, die unerwünscht erhöhten Gaspreise wieder zu er- mäßigen, ebenfalls weit hinausgeschoben, wenn nicht gänzlich ver- bindert werden. Das neue Angebot isoliert Berlin, zerreißt den Verband, der bisher mit Berliü zusammenging; man will Berlin hindern, mit diesen kreisfreien Städten gemeinsam zu operieren und. will den Kreisen Teltow und Niederbarnim den Vorrang ver- schassen..Dabei sind diese großen Gemeinden zu sieben Achteln an dem Konsum des englischen Gases beteiligt; wie kann man da den Kreisen derart das Uetergewicht geben wollen, selbst kreisfreien Städten gegenüber? Daß Berlin aus Schöneberg, Wilmersdorf, Steglitz oder Lichterfelde einen Druck ausgeübt hätte, kann niemand behaupten. Wir hören jetzt auch von Regierungsplänen, den Zwcckverhand zu ändern. Dazu würde zu allererst gehören, daß seine Spitze so reformiert wird, daß sie sich nicht zu einem Spreepräfekten auslvachsen kann. Wenn wir aber erleben müssen, was bei diesem Gasangebot spielt, so kann nian vor dieser Art...Neuorientierung" bange werden. Wir haben es satt, in dieser Weise lveitcr unter Vormundschaft gestellt zu werden. Daß man sogar eine Teilung des Werkes in Regierungskreisen ventiliert, ist ein ferneres äußerst bedenkliches Moment. Unser Antrag pro- testiert gegen das Vorgehen der Regierung und fordert den Mo- g ist rat zu Gegcnschritten auf. Im Ministerium des Innern sind Kräfte am Werk, die die ganze Umgebung Berlins gegen Berlin koalieren möchten; leicht wird daher die Arbeit des Magistrats nicht sein. Erlangen wir hier nicht, was recht und billig ist, so werden wir weiter für unsere Selbstvertvaltung mit aller Kraft uns ein- setzen.(Lebhafter Beifall.) Oberbürgermeister Mermuth: Tie mit Berlin an dem Angebot beteiligten Gemeinden und Berlin haben an den Reichskanzler und au die beiden Minister den Antrag gerichtet, das neu« beschränkte Ausschreiben zurückzuziehen und jene Gruppe bei dem Angebot nicht auszuschalten. Die bisherigen Bemühungen zur Erledigung der Angelegenheit konnten gar nicht ungünstiger auslaufen, als es geschehen ist. Jetzt werden wir nur der Form wegen zum Mit- bieten zugelassen, tatsächlich ist es uns unmöglich gemacht, denn wir hätten zioar das Risiko von 35— 100 Millionen, ein Recht aber nur auf 22,9 Proz. Die Megierung ftabiliert die Herrschaft der Kreise in Groß-Berlin, Die Kreise werden maßlos bevor- zugt; sie dürfen zwar einzeln erwerben, sie können aber auch zusammenbleiben, wenn es ihnen bester patzt, sich Echöncberg und Wilmersdorf Untertan zu machen. Tie großstädtischen Landge- meindcn bleiben völlig rechtlos.� Die ErwerbSbedingungcn bringen derart zum Ausdruck, daß das Streben nach einer wirklichen groß- städtischen Selbstverwaltung ernster Beachtung eigentlich überhaupt nicht ivcrt sei/ Seit 1914 betätigt sich eine cinfluß- reiche Gegnerschaft gegen Berlin; sie hat auch während des Krieges nicht aufgehört, im Gegen- t e i l. Einen großen Erfolg konnte sie vor 1 Vi Jahren in der Elektrizitätswtrtschaft buchen. lSehr richtig!) Wie sehr der Zweck- verband dabei mitarbeitet, steht vor Ihrer aller Augen, lind vor, den Zentralbehörden haben wir eine Unter- stützung nicht erfahren. Muß denn die Berliner Be- völkeruirg immer weiter in Aufregung erhalten werden, ist das staatsklug? Die unerwartete Haltung der Regie-, rung hat der Hoffnung auf eine freiheitliche Gest altung der Verwaltung der Stadt Berlin die Flügel geknickt; nicht ohne weiteren schweren Kampf tv erden sich unsere Ziele verwirklichen lassen.(Lebhafter Beifall.) Stadtv. Mommsen(Fr. Fr.): Der Verkauf des feindlichen Gutes der Englischen Gasanstalt ist Reichssachc; wie kommt die Preußische Regierung dazu, sie mit kominunalpolitischcn Interessen zu verquicken? Das ist einfach unerhört. Und wie wird mit dem Vermögen der Stadt Berlin und der Kreise unrgegangcn? Man sollte es wirklich nicht für möglich halten. Ob der Antrag Erfolg hat, mutz abgewartet werden. Zu einem in solche Schraubstöckc gc- preßten Angebot wird Berlin wenig Lust haben. Wie kommen nun die Landkreise dazu, von der Regierung mit einer solchen Auf- gäbe, wie dem Ertverbe und Betriebe, dieses Gaswerkes beauftragt zu werden? Künstlich werden hier Schranken gezogen, um die so notwendige Vereinigung der wirklich interessierten Gemeinden zu hintertreiben. Stadtv. Ritter(Soz.): Es steht in Deutschland beispiellos da, eine Stadt wie Berlin derart behandelt zu sehen. Das Bescheid- schreiben läßt die Deutung zu, daß auch der Reichskanzler einver- standen ist mit der Stellungnahme der Regierung. Hätte er auch zugestimmt, wenn es sich um München oder Stuttgart handelte? Die Regierung verlangt jetzt 27 Millionen mehr; sie hätte ebenso- gut verfügen können, daß das Unternehmen mit 85 Millionen zu bezahlen ist, und daß man ausknobeln möge, wer das bezahlen soll. Die 27 Millionen sollen den„Geschäftswert" d a r- st eilen; das i st derselbe Wucher, den wir im In- lande aufs heftigste bekämpfen. lLebhafte Zustim- mung, auch auf der von ZuHörerinnen überfüllten Tribüne.) Die Steuerzahler sollen hier eine Art Kriegsentschädigung an die eng- lischen Aktionäre zahlen. Ter Ueberprcis und die event. spätere Zerschlagung des Werts müssen auch die Interessen der Groß- Berliner Arbeiterschaft aufs schwerste benachteiligen; die Gesellschaft war ohnehin sozial' nicht besonders auf der Höhe, sie mußte in diesem Frühjahr erst aus Grund des Hilfsdienstgesetzes zur Erfüllung ihrer elementarsten Pflichten angehalten werden. Aus den Erwerbs- bedingungen geht ganz unzweifelhaft die Tendenz hervor, Berlin mit den anderen Kommunen zu entzweien. Auch Wilmersdorf wird sich überlegen, ehe es sein Erstgcburtsrecht an den Kreis Teltow verkauft. Durchgehends sind es politische Gründe, die die Haltung der Regierung be- stimmen. Unsere Reden dagegen werden recht wenig nützen; die Regierung läßt die Stadtverordneten reden und ignoriert �ie, sie beschränkt sich darauf, die Magistrate in S�chach und am Zügel zu halten, wie die neuesten Erfahrungen von Neukölln beweisen.(Siehe unsere gestrigen Mitteilungen.) Welchen Eindruck muß solches Verhalten im In- und Auslande machen? Ist da nicht manches faul im «taote, und kann man da wirklich dem Präsidenten Wilson so entrüstet unrecht geben, wenn er unsere demokratischen Einrtch- tungen nicht ganz über alles Lob erhaben findet?(Zustimmung und lebhafter Beifall.) Der dringliche Antrag gelangt darauf zur ein» stimmigen Annahme. In gemeinschaftlicher Sitzung beider städtischen Be- Hörden wird Stadtv. Höinssen(Fr. Fr.) für den verstorbenen Stadw. Solmitz in die Zweckverbandsversammlung gewählt. Die Erhöhung des Gaspreises v o n 16 au f 2 9 P f. ist vom Magistrat mit der Maßgabe vorge- schlagen worden, daß die Automatkunden und die Abnehmer mit unter 365 Kubikmeter Jahresverbrauch nur 18 Pf. zahlen sollen. Die Erhöhung soll im Laufe des September von dem Tage der Aufnahme der Gasmesserstände ab in Kraft treten; alle Rabatte sollen mit dem gleichen Termin in Wegfall kommen. Stadtv. Gronewaldt(Linke): Das Gas für Heizung und Be- leuchtung muß möglichst billig geliefert werden. Den Gründen des Magistrats muß aber sorgsame Prüfung widerfahren. Wir beantragen daher Ausschutzberatung. Vicht terVesit; vonGow und. Zmvelen, ionöern tos VewuMem i mit(Luem Hchmmk Vatedmiöe geholftu 5u haben.vmnag M ehren unöM besneKHen- Stadtv. Dr. Weyl(Soz.): Alle kleinen Leute in der Bevölkerung, die unbemittelten und die minderbemittelten, des- gleichen die Beamten sind von dieser Vorlage sehr un- angenehm und peinlich betroffen worden. Wir haben es hier mit einer Art indirekter kommunaler Besteuerung eines notwendigen Bedarfsmittels zu tun. Die Vorlage kommt gleich- zeitig mit der Verordnung betr. die Einschränkung des Gasvcr- brauchs. Die erste famose Verordnung, jenes Monstrum, ist ja zu seinen Vätern versammelt; aber der Direktor Lentze hätte sie unter keinen Ilmständen mit seinem Namen decken dürfen, von ihm hatten wir etwas anderes erwartet. Auch die neue Ver- Ordnung ist hart uns unsozial und verdient die schärfste Kritik. Der Magistrat will 10 Proz. Einschränkung und hält das für ausgleichende Gerechtigkeit. Das ist nicht der Fall, man hätte staffeln müssen, der kleine Verbraucher sollte weniger, der große mehr Einschränkung erfahren. Der Preis soll aber auch als Strafe wirken, er soll abschrecken. Der kleine Ver- braucher hat sich doch schon von jeher die größte Einschränkung im Gasverbrauck auferlegt. Warum hat übrigens Berlin von der Möglichkeit des Steuernachlasses, wie sie im Reichstage durchgesetzt wurde, keinen Ge- brauch gemacht? Was Mannheim und zahlreichen anderen Kommunen möglich war. muß auch Berlin möglich sein; 2 Mil- lionen hätten den Abnehmern auf diesem Wege erspart werden können. Warum wird übrigens unter den heutigen Ausnahmezuständen nicht, zum Teil wenigstens, der All- gemeinhett aufgebürdet, was jetzt wieder die Gaskonsumenten tragen sollen? Wir verlangen eine soziale Ausge st altung der Tarife. Schon heute erklären wir, daß wir für eine Deckung der Kriegskostcn durch Mehr- belastung der Minderbemittelten nicht zu haben sind.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Von dem Steigen auch der Einnahmen ist in der Begründung nirgends die Rede. Die Nebenprodukte der Gaserzeugung soll die Stadt dem Militärfiskus, wie man hört, zu äußerst billigen Preisen vertraglich überlassen haben. Wie steht es damit? Brächte die Regierung gegen das allmächtige Kohle nshndikat mehr Mut auf, so stände es in der Kohlen- und Gasfrage anders und besser. Wie soll es denn im Winter bei der Einschränkung der Ernährung, bei der mangelhaften Bekleidung und Beschuhung werden, wenn auch noch die Heizung und das Kochen weiter beschnitten werden? Schützen Sie die kleinen Leute vor diesen Drangsalen, schützen Sie sie vor Seuchen! Auch die Grundbesitzervereinc sollen uns als Bundes genossen willkommen sein.(Lebhafter Beifall und Klatschen auf der Tribüne; der Vorsteher rügt diese Beifalls- bezcugungen und verweist auf die Geschäftsordnungsbestimmungen.) Unserer Fraktion genügt die Konzession keineswegs, die die Bor- läge macht; kein kleiner Verbraucher kommt heute mit 365 Kubik- mctcr aus. Auch die Münzgaskundcn müssen anders und besser behandelt werden als die Vorlage will. Sobald der Krieg vorbei ist, werden unr statt Kohleninappheit wieder Kohlenreichtum haben. Das Durchhalten kann doch einmal ein Ende haben; der Gedulds faden erfährt eine stärkste Belastungsprobe. Das sollen doch alle, die es angeht, recht genau erwägen, ob es wohl getan ist immer neuen Stoff zur Erregung und Verbitterung, so auch durch diese Vorlage zu liefern. Unterstützen Sie uns in dem Bemühen, solche Zumutungen zurückzuweise», helfen Sie, daß die Berliner arbei- tetlde BevölkeiÄng, die hungern mutz und bald frieren wird, eud lich von diesem Alb erlöst wird und wieder zur friedlichen Kultur arbeit zurückkehren kann!(Lebhafter Beifall und Händeklatschen auf der Tribüne; der Vorsteher droht mit Räumung der Tribüne.) Stadtrat Rast verteidigt die Vorlage. Kämmerer Böfi: Der Finanz bedarf Berlins steigt stetig, zu- mal in den städtischen Verwaltungszweigen, die den minderbemit- telten Schichten zugute kommen. Aus den Ueberschüssen der Gas- werke werden keine Kriegskosten gedeckt werden, denn es sind kein« da und werden bis 1918 keine da sein. Die Unkosten der Gaswerke müssen gedeckt werden. Für das Gas sind neue Reichssteuern eingeführt, die ebensowenig vorübergehender Natur sein werden wie die erfolgten Lohnerhöhungen. Dazu kommen die starken Er- höhungen der Materialpreise, die zum Teil von den hohen Berg- arbeiterlöhnen herrühren. iLevhafter Widerspruch bei den Sozial- demokraten.) Die Steuerzahler sind doch bei 160 Proz. bisher wahr- haftig nicht geschont worden. Stadtrat Löhning nimmt die neuere Verordnung betr. die Einschränkung des Gasverbrauchs in Schutz und vindiziert ihr sozialen Geist.(Zurufe von der Tribüne; der Vorsteher droht abermals mit Räumung.) Stadtv. Flohr(Fr. Fr.) erklärt sich für Ausschußberatung. Stadtv. Dr. Wevl tritt den Magistratsmitgliedern, die gegen ihn polemisiert haben, mit großer Schärfe entgegen. So lange in Preutzen noch das Dreiklassenwahlrecht dominiere, müsse ein Ber- liner Kämmerer Reden wie die heutige halten. Die Familien- Unterstützung für die Arbeiter hätte mit ihren 2 Millionen auf keinen Fall in das Defizit der Gaswerke eingerechnet werden dürfen. Nicht die Bergarbeiterlöhne, sondern die hohen Dividenden der Kohlenzechen trügen die Verantwortung für hie hohen Kohlen- preise. Die Ausführungen vom Magistratstische bewiesen nur, daß die Herren vielfach von den Verhältnissen in Arbeiterkreisen keine Ahnung haben.(Der Vorsteher mahnt zur größeren Vorsicht im Ausdruck.) Nach mehrfacher heftiger Auseinandersetzung zwischen dem Stadtv. Dr. Wehl und dem Stadtrat Rast wird die Vorlage einem Ausschutz von 15 Mitgliedern überwiesen, der sofort vom Vorstande ernannt wird. Der Erhöhung des Kämmerei-Unterstützungsfonds um 40 000 Mark für das laufende Rechnungsjahr stimmt die Versammlung zu; Stadtv. Dr. Rosenfeld hsoz.) tritt dabei für Besserstellung t tzer Psnswuäre ein. Zur Anschaffung und Versendung von Weihnachts- l i e b c s g a b e n an die im Felde stehenden, in Berlin gar- n isolierenden Truppenteile sollen für den bevorstehenden vierten Kriegswintcr 225 000(im Vorjahr 200 000) M. verausgabt werden; die Ausführung des Beschlusses wird wie im Vorjahre eine Anschaffungskommission bewirken, die aus 3 Magi- stratsmitgliedern und 7 Stadtverordneten zusammenzusetzen ist. Die Versammlung stimmt zu. Die Vorlage wegen Uebernahme der Fürsorge für die Aus- landsflüchtlinge durch den Landarmenvcrband Berlin wird angenommen, ein Antrag des Stadtv. Dr. Rosenfeld auf Aus- schutzderatung abgelehnt. Schluß VilO Uhr._ GroMerlm Gasöebatten im Serlmer Rathaus. Im Sitzungssaal der Berliner Stadtverord- netenversaminlung ging es gestern heiß her— und was da unten gesprochen wurde, fand ein lebhaftes Echo oben aus der Zu h ö rer tribü ne. Lange vor Beginn der Sitzung war der Zugang zur Tribüne gesperrt, weil sie besetzt lvar wie ein Straßenbahnwagen in der Kriegszeit. Es„konnte kein Apfel zur Erde", über im Hausflur drängten sich noch Hunderte, die auf Einlaß hofften. Fast nur Frauen waren es, die sich eingefunden hatten, um die für sie begreiflicher- weise besonders wichtigen Verhandlungen über die Gasfragen mitanzuhören. Sie gaben einen kräftigen Resonanzboden für die Verhandlungen ab und begleiteten die Ausführungen der sozialdemokratischen Redner mit so stürmischer Zustimmung lind in der Debatte über die Gaspreiserhöhung die Aus- führungen der Magistratsvertreter mit so entrüsteten Miß- fallenskundgebungen, daß der Vorsteher Michelet_ immer wieder mit der Glocke dazwischen fuhr und schließlich Räumung der Tribüne androhte. Zu dem von allen Fraktionen gemeinsam eingebrachten Antrag wegen des Streites um den Ankauf der eng- lischen Gaswerke ergriff von der sozialdemokratischen Fraktion Genosse Ritter das Wort, um scharf und treffend das Verhalten der Regierung zu kennzeichnen. Wie die Regierung gegenüber den Genieindcverwal- tungen austreten z u dürfen glaubt, zeigte er an dem Beispiel Neuköllns, über das gestern im„Vorwärts" be- richtet wurde. In der Verurteilung des Vorgehens der Re- gierung gegen die zum Ankauf der Gaswerke zusammengc- tretenen Gemeindeverwaltungen waren alle Redner einig. Oberbürgermeister Wermut h wies in einer eindrucksvollen Rede auf die einflußreiche zielsichere Gegner- schaft hin, die seit Anfang 1ll14 gegen Berlin sich be- tätige und in ihrer Minierarbeit sich nur wenig durch den Krieg habe aufhalten lassen. Er betonte die Notwendigkeit festen Zusammenhaltens mit den Vororten, des Widerstandes gegen die Versuche der Regierung, die Bemühungen unl Her- beiführung einer freien Verfassung Groß- Berlins zu stören. Daß Berlin in der Frage des Ankaufs der Gaswerke nicht nach der Regierungspfeife tanzen wird, erklärte der Oberbürgermeister ebenso deutlich, wie die Frei- sinnsredner Stadtverordneter Cassel und Stadtverordneter M o m m s e n. Während der Magistrat in diesem Streit alle Fraktionen auf seiner Seite sieht, stieß er nnt seinem Antrag ans Er- höhnng des Gasprcises gestern ans den entschieden- sten Widerspruch der sozialdemokratischen Fraktion. Genosse Dr. Wehl beleuchtete die Wirkungen, die die Gasverteue- rung für die Minderbemittelten haben müßte, und zeigte in diesem Zusammenhang auch, wie der Zlvang zur Gasver- brauchseinschränkung auf sie wirkt. Der Vorwurf, daß der Magistrat die als Kriegs kosten anzusehenden Verluste des Gaswerksbetriebes durch Ausnutzung der Min- d e r b c ni i t t e l t en decken wolle, rief nach Stadtrat R a st auch den Kämmerer B L ß auf den Plan. Seine Aus- führungen waren so frei von Arbeiterfreundlichkeit, daß sie auf der Tribüne stärksten Univillen verursachten. Stadt- rat L ö h n i n g statte einen ähnlichen Erfolg. Die Magistrats- Vorlage wurde schließlich auf Antrag der Freisinnigen einem Ausschuß iiberlviesen._ Für Groh-Berlin. Daß eine Aenderung der kommunalen Verhält- nisse von Groß-Berlin nötig ist, leuckitet allmählich auch der preußischen Regierung ein. Sie will aber, wie verlautet, nicht ein einheitliches Groß-Berlin schaffen, sondern den Zweckverband „ausbauen". Die Ansichten und Wünsche der Kam« munalpolitiker aus den beteiligten Gemeinden kamen zum Ausdruck in einer bedeutungsvollen Versammlung, die Oberbürgermeister Dominicus-Schöneberg einberufen halte. Zahlreiche Vertreter Berlins und der Vororte waren der Einladung gefolgt, darunter von unseren Genossen die Stadiverordneten Brückner-Berlin. Ritter-Berlin, Hirsch-Charlottenburg, Küler-wchönc- berg. Stadtrat Molkenbubr-Schvneberg u. a. Oberbürgermeister Dominieus begründete die Veran« staltung dieser Zusammenkunft mit dem Hinweis darauf, daß es unbedingt notwendig sei, endlich Maßnahmen gegen die Zer- splittern ng von Groß-Berlin zu treffen, deren schäd- liche Folgen sicki während des Krieges ganz besonders deutlich ge- zeigt haben. Auch jetzt wieder seien neue gesetzgeberische Maß- nahmen, z. B. eine Reform des ZwcckverbandsgesetzeS, geplant, zu denen die Bürgerschaft Groß-BerlinS beizeiten Stellung nehmen müsse. Er empfahl Gründung eine? Bürgers us- s ch u s s e s und Einsetzung eines Arbeitsausschuffes. Seine Aus- iührungcn wurden in der Diskussion von den verschiedenen Rednern bekräftigt. So wies Oberverwaltungsgerichtsrat Lindenau auf die Volizeilichen Zustände in Groß-Berlin hin, die geradezu unhaltbar seien. Genosse Hirsch schilderte die Behandlung, die den Groß-Berliner Gemeinden von den gesetzgebenden Körperschaften zuteil wird. Er wies aber auch darauf hin, daß es notwendig sei, die Verwaltungen der Grotz-Bcrlincr Gemeinden, in denen sich teilweise auch eine ge- wisse Eigenbrötelei zeige, an die Notwendigkeit gemeinsamer Wahrung ihrer Interessen zu erinnern. Man einigle sich schließlich auf den Vorschlag DominicuS upd gründere den Bürgerausschuß. Dem eingesetzten ArbeitsauS- s ch u ß gehören von Sozialdemokraten an die Stadtverordneten Brückner- Berlin, H e i m a n n- Berlin, Hirsch- Cbarlotten- bürg. Direktor Alb. Koh n-Berlin(Allg. Orlskrankc» lasse). Der Ausschuß konstituierte sich sofort und wählte Oberbürgermeister Dominicus-Schöneberg zum Vorsitzenden und Stadlrat Licht- Schöneberg zum Schriftführer._ Reform des Gemeindewahlrechts fordert die sozialdemokratische Stadtverordneten« fraktion Berlins in folgendem von ihr eingebrachten Antrag: „Wir beantragen, die Stadtverordnetenversammlung wolle be- schließen, de» Magistrat zu ersuchen, an den preußischen Landtag namens der Stadtgemeinde eine Petition zu richten, in der die Ein* sührung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Gemein de Wahlrechts nach dem System der Verhältniswahl für alle über 20 Jahre alten Ein- loohner ohne Unterschied deS Geschlechts und unter Aufhebung aller Vorrechte des Besitzes gefordert wird." Der Antrag, der einen kräftigen Vorstost zur Beseitigung des geltenden Gemeindewahlreckils bedeutet, wird für die nächste Stadt- verordnetensitzung auf die Tagesordnung gesetzt werden. Tie Bewirtschaftung der diesjährigen Gemüseernte. Die Reicksstelle für Gemüse und Obst hat sich �u Mastregeln entschlossen, die eine Möglichkeit schaffen, die-H a u p t g e m ü s e- a r r e n zwangsweise z u erfassen. Es handelt sick um Anordnungen von fast gleicher Art, wie sie für den Verkehr mit Obst bereits seit kurzen! gelten. Die Landesstellen iür Gemüse und Obst lin Preusten daneben auch Provinzial- und Bezirksstellcn) sollen befugt sein, für ihre Gebiete oder für Teile davon mit Zustimmung der Reicksstelle zu verordnen, dast Weist kohl, Rotkohl, Wirsing- kohl, Möhren, Kohlrüben, Runkelrüben, Zwiebeln oder einzelne dieser Gemüsearten nur mit G e- nebmigung abgesetzt werden dürfen. Wie beim Obst ist auch beim Gemüse von Beicklagnabme abgesehen worden, und dem Erzeuger wird alles Gemüse belassen, das er im eigenen Haushalt oder Betrieb verbraucken oder verarbeiten will. Soll aber Gemüse abgesetzt werden, sei es vom Erzeuger, sei eS von sonst semand, so unterliegt es dem behördlicken Zugriff. Ob im Einzelfall die Genehmigung zum Absatz zu erteilen oder zu versagen ist, soll nach dem Bedarf der Bevölkerung an Frischware und nach den An« forderungen der NahningSmiitelindiistrie entschieden werden. Die Verteilung des crfastien Gemüses auf den Frisckverbrauch und die verarbeitenden Betriebe erfolgt durch die Reicksstelle, die be- stimmt, welche Mengen für den Frischverbrauch zurückbehalten werden dürfen und wohin der Uebersckutz zu liefern ist. Auck beim Gemüse werden, wie beim Obst, nur die Hauptarten erfatzt: alles übrige bleibt von der Regelung oiiSgescklossen Ein wichtiger Unter- schied ist aber der, dast e-Z beim Gemüse nicht, wie beinr Obst, zu einer in ganz Deutschland einheitlichen Erfassung kommen wird. Jede der obengenannten Genrüsearten soll nur in ihren HaupterzeugungSgebieten der Zwangsregelung unterworfen werden. Auck für Gemüse wird die Absatzgenehmigung bei Beförderung mit Eisenbahn, Kahn, Wagen, Karren oder Tieren ickriftlick durch Beförderungsschein erteilt. Bon der Absatz- beschränkung sind ausgenommen der Absatz durch Erzeuger an Verbraucher bei nicht mehr als 5 Kilogramm, der Absatz durch Äleinbändler und der Verkehr öffentlicher Märkte. Die Gründe des Entschlusses, zu einer Zwangsbewirtschaftung auch des Gemüses überzugeben, sind hauptsächlich zwei. Die Er- füllung der Lieferun gsverlräge soll gegenüber den Lockungen des mehr bietenden Schleichhandels wirksam gesichert werden, als die Strafandrohung für Nichterfüllung es gewährleistet. Auch soll es dem F i s ck m a r k t und vor allem der N a h r u n g s» m i t t e l i n d n st r i e, im besonderen der für die Winterveriorgung wichtigen Sauerkrautfabrikalion, erleichtert werden, sick einzudecken, Die Verordnung der Reichsstelle ist Donnerstagabend durck den „Reichsanzeiger" veröffentlicht worden und tritt am 15. September in Kraft. Von diesem Tage an haben die Landes-, Provinzial- und Bezirksstellen das Recht, in ihrem Gebiet die Zwangsregelung einzuführen. Die Reichsstelle denkt sich das aber nicht als Regel, sondern immer nur als Ausnahme. Bewährt sich die Regelung der Qbstversorgung? Die Zwangsmastnahmcn iiber den Verkehr mit Obst, die von der Reichsstelle für Gemüse und Obst am 20. August angeordnet wurden, find nnn drei Wochen in Kraft. Oberregierungsrat v. T i 1 1 y, der Leiter der Reicksstelle, glaubt jetzt mit Befriedigung feststellen zu dürfen, dast sein Vorgehen rasch und gründlich gewirkt bat. Näheres hierüber erfuhren wir von. ihm in einer Konferenz der Pressevertreter, die er gestern zusammenberufen hatte. Die Marmeladenindustrie habe in der Zwischenzeit die Mög- lichkeit gehabt, sich reichlich mit Ob st zu versorgen. Aus nur 360 000 Zentner Obst, die ihr vorher zur Ver- fügung standen, sind in den paar Wochen rund 2 000 000 Zent- ner geworden. Dieser Erfolg habe, sagte Herr v. Tilly, nicht nur alle Erwartungen der Reichsstelle, sondern auch die der Marmeladefabrikantcn weit überiroffen. Es wird versprochen, dast vielleicht schon vom 15. Oktober ab. mindestens aber vom I.No- vember ab ein guter Brotaufstrich geliefert werden könne, der einstweilen nur aus Obst ohne streckenden Zusatz bestehen soll. Auch der Frisch markt sei, führte Herr v. Tilly weiter aus, jetzt in den Städten viel besser und fast überall ausreichend beschickt. Er erklärr das daraus, dast jetzt die Eindämmung deS Schleichhandels, der bisher dem Markt viel srische Ware entzogen hatte, ziemlich gelungen sei. Für die nächste Zeit befürchtete er allerdings wieder einen Rückgang in der Marktbcschickung, weil die Obstzüchter ihre Früchte aus Furcht vor den überhandnehmenden Diebstählen halbreif gepflückt und in Masse aus den Markt gebracht haben. Dein soll möglichst dadurch entgegengewirkt werden, dast vom 15. September ab für das auf den Bäumen belassene Obst von 14 zu 14 Tagen ein Aufbewahrungszuschlag gegeben wird. Tie Verzögerung in der Fleisch belieferung. Zu der gestrigen Meldung deS Magistrats von Berlin, dast in dieser Woche voraussichtlich die Fleischration in Berlin nicht voll ausgegeben werden kann, wird vom L a n d e S f l e i s ch a m t mit- geteilt: Bis heute mittag waren 700 000 Pfund Fleich in Berlin eingetroffen. Die übrige noch notwendige Fleischmenge wird nach den vorliegenden Nachrichten bestimmt bis Sonnabend eingetroffen sein. Eine Korrespondenz berichtet noch dazu: Mittwoch sind hier auf dem Zentralviehhof ausnahinsweise graste Sendungen von Vieh an« gekommen. Der Austrieb war so groß, dast die Räume kaum auS- reichten und eine Menge sofort abgeschlachtet werden mustte. ES steht nunmehr zu hoffen, dast in dieser und der nächsten Woche reichlich und gutes Fleisch überall in Grost-Berlin zur Verteilung gelangt._ Reunnmeldungen für den Umtausch von Fleischkarten. Wie der Berliner Magistrat bekannt gibt, müssen sich alle Ber- liner Einwohner, die vom l. Oktober ab ihre Fleischkarien gegen Bezugscheine auf andere Lebensmittel fGraupen, Haserfabrikate, Teigwaren oder dgl.) umtauschen wollen, und zwar auch diejenigen, die bisher bereit« zum Umtausch zugelassen waren, bis zum IV. September bei ihrer Brotkommission neu anmelden. Zum 1. Oktober umziehende Personen müssen sich zur Vermeidung einer späteren Ummeldung bei derjenigen Kommission anmelden, die für ihre neue Wohnung zuständig ist. Wer die Anmeldefrist versäumt, rft bis auf weiteres vom Umtausch ausgeschlossen. Tödlicher Unfall durch ein Militärauto. Schon wieder hat das schnelle Fahren eines MilitärkrastwagenS einen Unfall herbeigeführt, der ernster abgelaufen ist, als der vor einigen Tagen gemeldete. Am Miliwockmorgen wurde in der Frankfurter Allee der Telegraphen- Hilfsarbeiter Richard Degen aus Ahrensfelde, als er in Ausübung seinesBerufeS den Fahrdumm überschreiten mustte, von einem in schnellem Tempo daherkommenden Mililärauto erfastr und so schwer verletzt, dast er kurze Zeit nach seiner Einlieserung in das Lichtenberger Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Da sich die Beschwerdrn des Publikums über das schnelle Fahren der Militärwagen häufen. so erscheint es wünschenswert, dast die Militärbehörden diesen Uebel- stand schleunigst beseitigen. r Die Ausstellung heimischer Pilze im Märkischen Museum hat ein derartig lebhaftes Interesse hervorgerufen, dast sich die Direktion veranlastt geseben hat. die Besuchszeit zu verlängern. Die Ausstellung toird von heute ab täglich sauch Sonnabends) von 10 bis 5 Uhr geöffnet sein. Ein Volkskonzert des Philharmonischen Orchesters findet heute im Stadttheater in Moabit. Alt-Moabil 47/48, statt. Beginn des Konzerts 8 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf. Kasseneröffnung 7 Uhr._ Eharlottcnburg. Die Ausgabestellen für Bezugscheine werden von Montag ab in den Stunden von 10—4 Uhr geöffnet sein. Neukölln. Fleischvcrkauf. Die noch andauernden ungenügenden Viehanlieferungen durch die ViehhandelSverbände haben wiederum den Magistrat zu einer Verlängerung der Gültigkeitsdauer der Fleischkartenabschnilte für diejenigen Bezugsberechtigten veranlastt, die in der laufenden Woche kein Fleisch erhallen können. Diese Fleischkarteninhaber sind danach auch noch in der nächsten Woche zur Fleischen lnahme berechtigt._ Wilmersdorf. Stadtverordnetenversammlung. In der Ver- sammlung am Mittwoch gab Bürgermeister Dr. P e l e r S namens deS Magistrats die Erklärung ab. dast der Magistrat es lebhaft be- dauere, dast die Regierung daS Angebot der Städte auf die Eng- lisch e Gasanstalt abgelehnt habe. Wegen des überaus hohen Preises müsse energisch gegen das neue Angebot von 85 Millionen Einspruch erhoben werden. Redner vertrat dann zum Sckluh den von den Städten an den Reichskanzler gerichteten Antrag aus ander- iveitige Ausschreibung. Bon zwei Vertretern der Freien Fraktion wurde gegen den Anschlutz Wilmersdorfs an Berlin Sturm gelaufen. Es wurde behauptet, dast Wilmersdorf bei seinem hohen Gaskonsum im Kreise der gröstte Verbraucher werden würde und infolgedessen einen viel stärkeren Einflust ausüben könne als in Berlin. Auch seien von Berlin aus nickt genügend Rechlsgaranlien für die Mitwirkung gegeben. Vom Bürgermeister wurden diese Aussübrungen zurückgewiesen, andere Stadtverordnete stellten sich auf die Seile Berlins. Von einer Beschlustfassung wurde Abstand genommen und die weiteren Schritte dem Magistrat überlassen. Fricdrichsfeldc. Erledigung der Kohlenreklamationen. Etwaige Einwendungen gegen die jetzt zur Ausgabe gelangten Kohlenkarten werden mündlich oder schriftlich im Ein wohner- Meldeamt, Dönhoff st r. 31, entgegengenommen. Um langes Warten der Beteiligten zu vermeiden, ist folgende Abfertigungszcit festgesetzt worden: Für Friedrichsselder Einwohner heule von 8—2 Uhr und 5—8 Uhr für die Buchstabe».-1— K, morgen in denselben Bureaustunden für die Buchstaben L— Z; für Karls- b o r st e r Einwohner Montag, den 17. Septeniber, von 8—2 Uhr und 5—8 Uhr für die Buchstaben L.— X, Dienstag, den 18. Sep- tember, für die Buchstaben h—Z. Alt-Glienicke. Du mußt Kricgsmus essen l Uns geht nach- stehende Klage zu: Bei der Zuteilung der von der Gemeinde be- schafften Lebensmittel ist in jüngster Zeit eine Bestimmung in An- Wendung gebracht worden, die den berechtigten Unwillen der Be- völkerung erregt. Das leidige KriegSmuS ist es, das dieses Aergernis erregt. Es wird nämlich verlangt, dast z. B. in dieser Woche nur die Familien den zugeteilten Kunsthonig erhalten, die zugleich auch die bestimmte Ration Kricgsmus abnehme». Da nun aber sehr viele Menschen dieses MuS nicht essen mögen wegen seiner schleckten Lualität, erhallen sie zur Strafe dafür den Kunsthonig gleichfalls nicht. Wir fragen: Ist es berechtigt, solche Bestimmungen zu treffen und der Bevölkerung ein Prodult zu oktroyieren, das sie nicht haben will?__ Friedrichs Hagen. Lebensmittel. Heute gelangt auf Abschnitt 45 der Lebensmittelkarte Marmelade zum Verkauf. Auf jede Karte entfällt 1 Pfund zum Preise von 1.70 M. Ferner werden auf Ab- schnitt 49 für diese Woche noch 2 Pfund Kartoffeln verteilt. Rowawes. Verkauf von Fische«. Heute findet auf Karten- abschnitt 3 srot) der Lebensmittelkarte der Verkauf von marimerten 1 Heringen und auf Kartenabschnitt 5 der Verkauf von«oeefischen statt. Die Waren werden in den Verkaufsstellen der Gemeinde abgegeben. � Die Kartenab schnitte behalten solange ihre Gültigkeit, bis alle Ein- � wohner befriedigt sind.' Groß-Serliner parteinachrichten. Eharlottcnburg. Am Mittwoch tagte im Volkshauie eine sehr stark besuchte Mitgliederversammlung. Landlagsabgeordneler Otto Braun hielt einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über „Unsere E r n ä h r u n g S p o l i r i k". Ohne Diskussion wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Mitgliederversammlung ist überzeugt, dast bei schärfster Bekämpfung des Schleichhandels bei anderer und besserer Lrgani- sation der Lebcnsmitteleiliteilunq eine gleichmästiqe Rationierung durchführbar ist. Es must erwartet werden, dast die K a r t o f f e l r a t i o n für Kopf und Woche auf mindestens 10 Pfund festgesetzt wird, ferner dast die Fleischration erhöhl wird. Voll st än- dige Beschlagnahme und Vertrieb durch die Ge- meinden sind die Mittel, die unbedingt an- gewandt werden müssen. Die sozialistischen Vertreter in Reich, Staat und Gemeinden sollen ihre ganze Aufmerksamkeit den ErnähruiigSstellen zuwenden, ihren ganzen Einflust aufbieten, dast die Interessen der minderbemittelten Be- völkerung besser gewahrt werden als bisher. Die arbeitende Bevölkerung hat die Pflicht, zur Wahrung ihre» Interessen sich den politischen und gewerkschaftlichen Organisationen anzuschliesten und mir allen Kräften für den Ausbau ihrer Organi- salionen zu wirken." Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vorsitzende be- kannt, dast auch zu dieser Versammlung der Magistrat eingeladen fei, jedoch erklärt worden ist, dast aus parteipolitischen Grün den eine Vertretung nicht erscheinen könne. Bekannt gemacht wurde, dast von nun ab die Mitgliederver- sammlung an jedem dritten Dienstag im Monat statifindet. Zu bemerken ist, dast der Besuch der Mitgliederversammlung gezeigt bat, dast auch in Charlottenburg der Schritt der Mebrheils-Anhäiigcr der richtige gewesen ist. Der Verein hat jetzt eine stetige Zunahme des Mitgliederbestandes aufzuweisen, Mahlsdorf an der Oftbahn. Am Sonnabend sprach Reichstags- abgeoidneler Robert Schmidt in einer gutbesuchlen Bersamm- lung über„Frieden und Neuorientierung". In der Diskussion suchte Herr Hofrat Lehmann eine Lanze für einen alldeutschen Frieden einzulegen, wofür aber unter den Versammelten nicht die geringste Neigung vorhanden war. Der Referent widerlegte dieie Ausführungen in seinem Schlustwort und erntete reichen Beifall. Gegen zwei Stimmen wurde eine Entichliestung angenommen, die sich eiiiverstaiiden erklärt mit den Ausführungen des Referenten und der Haltung der sozialdemokratischen Reichslagssraktion. Sie billigt weiter den Beschlutz des Reichstags über den Verständigungsfrieden und wünscht die baldige Verwirklichung der politischen Neu- orienlicrung._ Bub alier Welt. Riesrnbrand in Mukdc». Bern, 13. September.„Echo de Ebinc" meldet aus Marseille, ini japanischen Bahnhof Mukdcns sei ein Brand ausgebrochen, der sich aus die Stadl ausgedehnt habe, in der über 300 Häuser zerstört wurden. Die Schaden beträgt 5>/z Millionen Dollar._ Jugenüoeranstaltungen. Schöneberg. Sonntag, tß. Sevtember: Spielen bei Senkel, Meininger Straste 8. Anfang 7 Uhr. Mittwoch, 19. September: Spielen im Lokal. Ansang 8 Uhr._ Vriefkasten der Neöaktion. — Vr. B 54. Wenden Sie sich an den Holzarbeiterverband. Runge- straste 30.—®. 5t. 62. t. Der Ort Ist uns nicht bekannt. 2. Dies ist von der Genehmigung der Hecresieitung abhängig.— Rriegcrsrau 34. Gelind geröstet und grob"zerstosten können Eicheln als Kaffee-Ersatz ver. Wendel werden.— A. 2. Erkundigen Sie stch wegen des Näheren bei der deutschen KriegSgesangcnenhilse, Berlin C 2, Kleine Museumstr. 5.— IVrtterauSüchten»ur das mittlere Rorddeutlchlaa» vis Sonnabend mittag. Zunächst ziemlich küht, zeitweise heiler, jedoch vor- berrschend wollig und im Nordosten, später auch im Westen leichte Regen- sälle und wieder etwas wärmer. Di'sscilisi' Bank Außerordentliche Generalversammlung. Di« Aktionäre 1er Dresdner Bank werden hierdurch zu einer außerordentlichen Generalversammlung, Srelehe Freitag, den 5. Oktober 1917, mittags 12 Uhr, Bankgebäude: Drosdon, Könlg-Jobann-Straße 3, stattfindet, eingeladen. Tagesordnung. L Genehmigung des mit der Rheinisch-Westfälischen Diseonto-Gesellschaft Aktiengesell- schait in Aachen abgeschlossenen Vertrages, welcher die Uebernahme des Vermögens derselben unter Ausschluß der Liquidation gemäß§§ 305 und 306 H. G. B. gegen Gewährung von nom. M. 71 250 000 vom 1. Jajiuar 1918 ab dividendenberechtigte Aktien der Dresdner Bank unter Bareinlösung des Dividcndenscbeines der Aktien der Rheinisch-Westfälischen Disconto-Gesellschaft Aktiengesellschaft pro 1017 mit 6% xuni Gegenstand hat. 2. Genehmigung des tnit der Märkischen Bank in Bochum abgeschlossenen Vertrages, ■welcher die Uebernahme des Vermögens derselben unter Ausschluß der Liquidation gemäß den§§ 305 und 306 H.G.B, gegen Gewährung von nom. M. 6 000 000 vom 3. Januar 1918 ab dividendenberechtigt'» Aktien der Dresdner Bank unter Bareinlösimg des Dividendenscheines der Aktien der Märkischen Bank pro 1917 mit ö% zum Gegenstand hat. A Beschlußfassung über Erhöhung des Grundkapitals um M. 60 000 000 durch Ausgabe von 60 000 Stück vom 1. Januar 1918 ah dividendenberechtigte, im übrigen mit den bisherigen gleichgestellte Aktien zum Nominalbeträge von M. 1000. L Statutenänderung: a) Aenderung des§ 5 entsprechend dem Kapitalserhöhungsbeschlusse. b) Nachdem die Inhaber der drei Aktien zu je M. 1600, der Aktie zu M. 1733,53 und der Aktie zu M. 1868,67 diese zusammen nom. M. 8400 betragenden Aktien zwecks Zusammenlegung in sieben Aktien zu je M. 1200 und die Inhaber der vier Aktien zu je M. 2000 dieselben zwecks Zusammenlegung in acht Aktien zu je M. 1000 zur Verfügung gestellt haben, soll§ 6 Abs. 1 folgende Fassung erhalten: ,,Da.s Aktienkapital zerfällt in 60 000 Aktien zu je 600 Mark, in 136 660 Aktien zu je 1200 Mark und in 60 008 Aktien zu je 1000 Mark deutscher Reichs Währung. Alle Aktien lauten auf den Inhaber." c) An Stelle des§ 27 Satz 3 des Statuts soll folgende Bestimmung treten: ..Zur Teilnahme an der Generalversammlung ist jeder Aktionär berechtigt. Das Stimmrecht wird in der Weise ausgeübt, daß je zweihundert Mark Nominalbetrag eine Stimme gewähren»." 5. Wahlen zum Aufsichtsrat, Zur Ausübung des Stimmrechts sind nach§ 27 der Statuten nur diejenigen Aktionäre berechtigt, welche ihre Aktien oder eine Bescheinigung über bei einem deutschen Notar bis nach Abhaltung der Generalversammlung hinterlegte Aktien spätestens am fünften Tage vor dem Tage der Generalversammlung bei den nachverzeichneten Stellen bei der Dresdner Bank in Dresden und Berlin sowie ihren übrigen Niederlassungen, bei der Allgemeinen Deutschan Credil-Anslalt in Leipzig, bei der Württembergischen Vereinsbank in Stuttgart, bei der Deutschen Vereinsbank\ 5n rv-nicfnri w bei dem Bankhause L.& F,. Wertheircber, ,n' rHnKIuri> bei dem Bankhause F. A. Neubauer in Magdeburg, bei dem Bankhause A. Levy in Köln, bei dem Bankhause Simon Hirschland in Bsson, bei der Märkischen Bank in Bochum gegen eine Empfangsbescheinigung hinterlegen und während der Generalversammlung hinterlegt lassen. Stimmberechtigt sind auch diejenigen Aktionäre, die eine Bescheinigung der Bank des Berliner Kassen-Vereins vorlegen, wonach ihre Aktien spätestens am 5, Tage vor dem Tage der Generalversammlung, den Tag der letzteren nicht mitgerechnet, bei der Bank des Berliner KMsen-Vercins bis nach Abhaltung der Generalversammlung hinterlegt sind. Dresden, den 11. September 1917. Direktion der Dresdner Bank. E. Gutmann. Nathan. Sine glänzende Zukunft virä allen erblühen, die die Zeichen der Zeit richtig ru deuten verstehen u rechtzeitig ihre Vorbereitungen treSen, um teilzunehmen an dem großen wirtec, haftlichen Anfschwung, der die sichere Folge dieses Völkerringens sein wird. Es werden überall gebildete und leistungsfähige Mitarbeiter sein. Beamte, Lehrer, Angestellt« des Handels u. d. Industrie sollten nicht versäumen, jetzt ihre Vorbereitungen zu treffen. Das beste Mittel, rasch u. gründlich. ohne Lehrer, durch einfachen Selbstunterricht auf ein Examen vorzubereiten, die Einj.-Freiw.-Prüfung u. das Abitur.-Examen nachzuholen od. die fehlenden kauf- männ. Kenntnisse zu ergänzen sowie eine vortreffl. Allgemeinbildung sich anzueignen, bietet die Selbstunterrichts- Methode„Rustin". Aus- fiihrl. 60 S. starke Broschüre kostenlos durch* Bnnness& Hachfeld, Potadam. Postfach 224. «r Smiise! Die Norddeutsche Gemüic- baii-GenosseitschafilGelchäftS- stelle Berlin W 15, Pariser StraBe 18 a; oergrosteri ihre Pslanzungeu aus das Doppelte und nimmt jetzt weitere Mit- glieder mit Anteilen von 100 Mark bis zu 2000 Mark als stille Teilnehmer aus. Kriegs- anleihe wird zum vollen Nenn- wert in Zahlung genommen. Jedes Mitglied erhält Gemüse für den eigenen Bedarf. DaS übrige wird au die Reichs- gemüsestelle verkauft. Ter Rem- gewinn dient zur Berztnsung der Einlagen und wird als Dividende an die Mitglieder oerteilt. 82/5* ttt. 252— 1917 Unterhaltungsblatt öes vorwärts Zreitag, 14. September Storm als Lpriker. Zu seinem 10 0. Geburtstage. Die Bedeutung und die Wirkung der feinen und dauernden Kunst Theodor Storins beruht in ihrer lyrischen Natur. Von hier aus ist er ganz zu erfassen. Es trifft sich glücklich, daß zu seinem Geburtsfeste ein Literarhistoriker uns eine Schrift über ihn gespendet hat, der feinfühlig m das Wesen der Lyrik wie die besondere Natur Storms ein- gedrungen ist. Alfred Biese, dem wir eine der besten neueren deutschen Literaturgeschichten verdanken, faßt in seiner Festgabe Theodor Storm(Verlag Hesse u. Becker, Leipzig) alles zusammen, was uns>storm menschlich und künstlerisch wertvoll macht. Aus dem Abschnitt„Storms Künstlertum" heben wir seine Einfühlung in Storms Lyrik heraus. Storm findet die eigentliche Aufgabe des lyrischen Dichters darin, eine S e e l e n st t m m u n g derart im Gedicht festzuhalten, daß sie durch dieses bei dem empfänglichen Leser geweckt, ja nach- geschaffen wird. Wort und Wirkung hängen davon ab, daß sich die individuellste Darstellung mit dem allgemeingültigsten Inhalt zu- sammenfinde. Und wie jetzt seit Wilhelm Diltheys schönem und tiefem Buche der Begriff„Erlebnis" zum Schlagwort geworden ist, vor allem im Sinne dessen, was Goethe„Gelegenheit" nennt, so stellt auch Storm schon die Forderung auf, es müsse bei einem lyrischen Gedicht nicht allein, wie im übrigen in der Poesie, das Leben, nein, es müsse geradezu das Erlebnis dessen Grund- läge bilden, wie ja auch diejenigen Lieder Goethes, die von un- sterblicher Wirkung seien, nachweislich unter der Herrschaft des Momentes entstanden seien. Vor allem wendet sich Storm gegen das willkürliche und massenhafte Schaffen lyrischer Gedichte, das auf einem gänzlichen Verkennen des Wesens der lyrischen Dichtkunst beruhe; den echten Lyriker werde sein Gefühl von selbst zum Schaffen nötigen, wenn es das höchste Maß von Fülle und Tiefe erreicht habe, dann aber auch wie mit Herzblut alle einzelnen Teile des Gedichtes durch- strömen. Jene künstlerische Fähigkeit, die Stimmung, die Gefühls- Atmosphäre, aus welcher das Gedicht entsprungen ist, auf den Leser zu übertragen, ruhte zunächst in der äußeren Form, indem jedes Wort in dem eigenen Herzen oder der eigenen Phantasie des Dichters seine Wurzeln habe, so daß die Phrase, das bloße Ueber- kommene vermieden werde. Der Dichter-kritiker findet die Wirkung des Klanges, der Art der Satzbildung, des Wechsels ein- und mehr-, gleich- und ungleichsilbiger Worte, des Konsonanten- oder Vokal- gehaltes der einzelnen Silben oder Reime, ihrer Flüchtigkeit oder Schwere, ferner der Assonanz und Alliteration usw. als etwas Un- berechenbares. Ungreifbares, denn mit dem formellen Klange ver- binde sich etwas Inniges, Seelisches. Die bloße schöne Form, den rhythmischen und musikalischen Wohllaut, ohne ein notwendiges inneres Verhältnis zum Inhalt, befehdet Storm am schärfsten. Der Vertreter und Meister der schönen Form, der— wie er noch 1854 schreibt— freilich„höchst Anerkennenswertes geleistet" habe, ist ihm Geibel; schärfer lautet das Urteil in dem Briefwechsel mit Keller: „Geibel den Menschen habe ich allezeit hochgestellt, den Dichter nur sehr bedingt anerkennen können; ich gebe nicht mein„Oktober- lied" für seine ganze Lyrik." Storm vermißt bei ihm die latente Leidenschaft; denn er verurteilt alle noch so wohllautende Lyrik, die weder aus einem Drange der Phantasie oder des Gedankens noch der Empfindung hervorgeht, sondern vielmehr aus der au- mutigen Gewohnheit musikalischer Rhythmenbildung. Durch Kampf und Schmerz müssen die Stoffe zum inneren Eigentum gemacht werden, nur unter solchem Zwange des Erlebens tragen die Gedikte echte Einfachheit und den tiefen Naturlaut an stch. Nicht minder gefährlich als die glatte, leere und hohle Form ist. nach Storms Kuusturteil, für die Lyrik die Phrase und die Rhetorik im Dienste der Reflexion; geistreiche Gedanken über die Liebe, noch so schön vorgetragen, ergeben noch kein lyrisches Gedicht, sondern nur ein Mittelding zwischen lyrischer und didaktischer Poesie; das echte Liebcslied muß vielmehr die Atmosphäre der Liebe in seinen Versen einfangen, so daß es uns beim Lesen mit unwiderstehlicher Gewalt der Ahnung oder Erinnerung überkommt, ohne Vermittlung des Denkens. Pathos und Bilderkram, die daS Gedankenhafte geradezu ohne die Erregung des Gefühls und der Anschauung darbieten, sind für Storm Tod der echten Lyrik. Am vollendetsten erscheint ihm da? Gedicht,„dessen Wirkung zunächst eine sinnliche ist, aus der sich dann die geistige von selbst ergibt, wie aus der Blüte die Frucht. Der Gedanke muß durch das Gemüt und die Phantasie des Dichters seinen Weg genommen und dort Wärme und Farbe und Klang gewonnen haben"; dem Dichter soll das Lied eine„Erlösung", dem Leser eine„Offenbarung" oder eine Genugtuung und Befriedigung bedeuten. So ist Storm überzeugt, daß im kleinsten Liedc sich die größte dichterische Kraft offenbaren kann. Er war auch stolz darauf, daß er nur selten in seinen Gedichten den ersten Entwurf habe ändern müssen; wo Varianten von Be- deutung sind, ist es höchst lehrreich, den Gründen nachzugehen. „Die Kunst, zu sagen, was ich leide", ist nur wenigen gegeben; Storm findet sie bei den besten Lyrikern, wie Günther, Hölty, Goethe, Claudius, den er besonders hochstellt, und Uhland nur in seltenen Augenblicken. Wir sehen also, daß Storm nur der Gefühlslyrik, dem Volks- liedmäßigen, eine Daseinsberechtigung zuspricht. So fein sein Empfinden für das im engsten Sinne Lyrische ist, so unverlierbare Sätze er auch aufgestellt hat, so ist eine gewisse Einseitigkeit doch nicht zu verkennen; er wird weder Goethes Liedern gerecht, wenn er es ihnen zum Vorwurf macht, sie seien ohne Kommentar nicht verständlich— obwohl wir diesen im Herzen tragen—, noch auch seiner Gedankendichtung, seinen Hymnen und Elegien, in denen das Gedachte ebenso wie das Gefühlte und Geschaute zum echten Erlebnis wird und somit auch die ganz besondere Formgebung findet. Wir sahen: Gerade die Unbewußtheit gegenüber der Bewußt- heit, die Unmittelbarkeit des Empfindens und der Anschauung gegenüber der Vermittlung durch das Denken oder durch den Stoff oder durch die schöne Form, die Naivität oder„Geradezuheit" des Gefühls(bei Claudius), die ins Wort überströmt und den Leser gewinnt, die„warme unmittelbare Leibhaftigkeit"(bei Mörikes „Turmhahn"), die Tiefe des Augenblicks-Erlebens(bei Goethe u. a.) sind für Storm die Grundforderungen des echten lyrischen Schaffens. Er bekennt Mörike:„Sobald ich recht bewegt werde, be- darf ich der gebundenen Form. Daher ging von allem, was an Leidenschaftlichem und Herbem, an Charakter und Humor in mir ist, die Spur meist nur in die Gedichte hinein." Und jedes Gedicht ist für den Willigen und Empfänglichen dafür sprechender Beweis. Was Mörike und Storm verbindet, ist nicht nur der Zug zum Idyllischen, nicht nur der feine Natursinn, sondern vor allem die Empfänglichkeit für das Märchenhafte, Ahnungsreiche in der Seele Dämmernde,„das Belauschen der verborgensten Quellen der Natur und des Lebens"; sie sind Lyriker auch im Sinne des Volks- liebes und Goethes. Mörike ist noch mystischer in seinem Natur- gefühl als Storm, und gar manches trennt auch sonst beide selbst- verständlich scharf voneinander, zumal sie eben Charakterköpfe für sich sind. Mannhaften Einspruch erhebt er gegen die Behauptung, daß nicht die stärksten und die höchsten Bewegungen der Seele durch seine Gedichte stürmten, daß doch eigentlich der volle Herzton in seiner Lyrik nicht so recht herauskomme.„Ich glaube nicht bloß die sinnige Weise, sondern eben auch die Energie der Begeisterung und des Charakters in meiner Lyrik zu haben. Wo findet z. B. das Heinratsgefühl einen zugleich so poetischen und so starken Ausdruck wie in dem Gedichte„Abschied"?"— Er hebt hervor, von der letzten Zeile in„Ostern":„Das Land ist unser, unser soll es bleiben" sagte jemand, es sei, als wenn tönender Glockenschlag plötzlich ins Ohr schlüge; er erinnert an Zeilen—„Hör mich, denn alles andere ist Lüge, kein Mann gedeihet ohne Vaterland", an das„Oktober- lied",„Für meine Söhne",„Ein Sterbender", an seine politischen, d. h. mit voller Glut des Erlebens hingestellten Lieder— z. B.: „Es steigt die Flut; vom Ring des Deiches her Im Abendschein entbrennt der Wasserspiegel; Ihr schlafet schön! Das heimatliche Meer Wirft seinen Glanz auf eure dunklen Hügel. Ihr aber, denen ohne Trommelschlag Durch Feindeshand bereitet ward der Rasen, Hört dieses Lied und harret auf den Tag, Daß unsrc Reiter hier Revcille blasen!" „Das sind klangvolle, wuchtige Verse, starke Herztöne, die weder Heine noch Mörike haben; die sich weder in sich zurückschmicgcn, noch von denen man sagen kann, daß sie sich mit einem bescheidc- nen Glänze begnügen müssen. Mir ist, als dröhnten die Verse wie Erz." Es ist unschwer, in der patriotischen wie in der Natur- und be- sonders in der Liebeslyrik, die so vieltönig ist wie das Menschenherz selbst, und in der männlichen, charaktervollen Dichtung die volle Unmittelbarkeit darzulegen.„Tiefstes Selbsterleben ist das Weseut- lichste!" Das war der grundlegende Satz für seine Kritik und für sein eigenes Kunstschaffen. �„Meine Gedichte habe ich nicht gemacht, sie waren da" sagte er. Storm schält den Goldkeru des Erlebten aus den Schalen heraus, um ihn ganz rein und frei von allem All- täglichen und Vorübergehenden zu gestalten. Er schöpft auS den Tiefen des unmittelbaren lyrischen Empfindens. komöüienhaus:»die beiüen Seehunde". Lu st spiel von KarlRößler. Die Aufführung stand unter einem guten Stern. Der lieben!- würdige Humor, der sich in diesem neuen Stückchen des durch die „fünf Frankfurter" weithin bekannten Autors ausprägt, fand in Herrn Eugen Burg, der sonst in Schwerenölerrollen glänzte, eine so überraschend gelungene Verkörperung, daß alle Schwächen und Unwahrscheinlichkeiteu der Komposition das Aufkommen echt lustspiel- mäßiger Stimniung nicht verhindern konnten. Statt der leeren Ver- drießlichkeit, die die meisten Exemplare der tagesüblichen Komödien im Zuschauer zurücklassen, blieb hier die Erinnerung an etwas Freundliches und Helles. Das alte Märcheiithema' von dem Könige, der verkleidet aus- zieht, um selbst zu sehen, wie mau im Volke lebt und denkt, tvird da am Beispiel eines alten kurfürstlichen Herrn aus Großväter- zeiten mit harmlos freiem Scherz abgewandelt. Seine Glatze und die im Bogen herunterhängenden weißen Schnauzbarlspitzeir haben ihm den Spitznamen des Seehunds eingetragen. Bequem behaglich. ganz Privatmensch, hat er die Geschäfte des Regiere»? von je als ein durch boshaften Zufall der Geburt ihm aufgehalstes Komödien- spiel betrachtet. Der Formenfirlefanz und die untertänige Haltung der Umgebung belästigt und belustigt ihn. Wie ein Schüler die Stunden, sucht er den oifiziellen Feierlichkeiten durch Schwänzen zu entgehen. Em Eckensteher, der in der Stadt berühmt ist als des Fülsten Doppelgänger, der zweite Seehund, sucht wegen Polizei- schikanen eine Audienz nach. Weil er dem hohen Herrn so zum Verwechseln ähnlich sähe, habe der noch eine ganz besondere Verpflichtung, ihn zu schützen! Die Logik dieses Anspruchs amüsiert ihn und bringt ihn auf den Einfall, die so gebotene Gelegenheit zur Erfüllung seines alten Wunsches, inkognito im Volk berumzuhören, auszunutzen. Er tauscht das Wams mit seinem Doppelgänger, der ein paar Stunden ihn vertreten soll, und übernimmt dafür das Dienstbolenamt. Die Meinungen über seine Person, die er von seinen guten Bürgern da zu hören bekommt. sind noch viel weniger schmeichelhaft als die, die er inr stillen von sich selber hegte. Er lernt die Niedertracht von Hochgestellten, die er mit Orden ausgezeichnet, wie die Hilfsbereitschaft einfach schlichter Menschen kennen. Die Kunst des Darstellers ließ das Interesse auch an diesen etwas volksstückmäßig grob zugehauenen Szenen nirgendwo erlahmen; ja, feierte darin Triumphe. Namentlich die Unterhaltung mir der gutmütigen Hebamme, die den armen Teufel nach Bier und Würstchen ins Wirtshaus schickt und mit ihn, teilt, gestaltete sich durch sein Spiel zu einem kleinen Meisterstückchen diskreten rührenden Humors. Auch für den drillen Alt, die Rückverwandlung in die früheren Rollen, blieb eine Reihe bühnenmäßig lustiger Pointen aufgespart, und an dem Schlüsse, in der tiefen Freude des alten Herrn, als ihm die Aussichten auf ein Urenkelchen eröffnet werden, klang noch einmal das menschliche des Grnndtons stark hervor. � Auch die anderen Mitspielenden machten sich um den Erfolg verdient; insbesondere Herr Berthold Rose als Dienstmann, dem sein Doppelgängertum drollig zu Kopf gestiegen, Herr Leonhard Haskel als etvig würdevoller Kammerdiener und Alfred Kühne in der Figur des dickbäuchig glückstrahlenden OrdensjägcrS. Sehr stimmungsvoll wirkte der von Svend Gadc entworfene Marktplatz des alten Städtchens.___ dt. Notizen. — Theaterchronik. Das Kleine Theater hat die Erst- aufsührung von StcrnheimS Komödie„Bürger Schippel" aus Montag, den 17., verschoben. — Im Deutschen Theater werden als nächste Klassiker- Inszenierungen Grabbes„Napoleon" und Shakespeares „Wie es euch gefällt" in Szene gehen. — F r a u e n st u d i n m in der Türkei. Die Regierung, die jüngst den türkischen Frauen das Studium an der medizinischen Fakultät gestattet hat, hat nunmehr auch an der Handelsschule eine Frauenabteilung errichtet. — Weiße Blaubeeren sind neuerdings mehrfach in Dänemark gefunden worden. Doch ist diese Tatsache nichts gar>o Erstaunliches. Es handelt sich lediglich nni eine durch Standort und andere äußere Verhältnisse abgeänderte Art der Heidelbeere, die auch in Deutschland an gelvissen Gegenden austritt. Sts /lnüers hjarmsteö. Von Jakob K n u d se n. Erik Skindtoft, der wieder auf dein Bjerrchof zu Besuch war,>— er bewohnte eine größere Häuslerbchausung auf dem Feld des Bjerrehofs, die er gekauft hatte,— lachte wie besessen.„Er muß verflucht aus dem Bau heraus, der Reineke Fuchs! Er muß heraus und zusehn, ob nicht ein Spalt da sein sollte, um hindurchschlüpfen zu können." Der alte Per Hjarmsted wurde unruhig und sagte ängstlich-fragend zu seinem Gaste: Davon sei ja doch wohl keine Rede, daß Kresten wieder einen Ausweg für sich finden könne.-- Anders war nach Fjordby gefahren, um den Trauschein zu lösen. Er hatte genug andere Besorgungen, hinter denen er Deckung fand. « Zu der gleichen Zeit ungefähr, während Anders in der Stadt war, befand sich Adjunkt Fischer unten auf Stavu. Er war nicht zu Hause gewesen, als Faurholt des Mittags auf dem Thinghof war. Er, Faurholt und dessen Frau saßen in der Wohnstube und verhandelten. „Ich kann wirklich kein solches Verbot erlassen, lieber Proprietär Faurholt, so gern ich auch möchte", sagte der Ad- junkt und schlug sein rechtes Bein über das linke Knie. „Ich kann nicht einsehn", antwortete Faurholt,„warum das anders sein sollte als mit dem Pajmoor. Das kann ich wahrhaftig nicht." „Es verhält Zich aber völlig anders. Nun dürfen Sie sich auch nicht-- ich meine: Sic sind doch so klug. Sehen Sie: den Zustand im Pajmoor haben die Bewohner des Kirchspiels nun einmal akzeptiert,— natürlich mit Ausnahme dieses Menschen auf dem Bjcrrehof. Die Leute werden zu- frieden sein, wenn sie nur ihren Torf da unten weitergraben dürfen.' Da steht Anders Hjarmsted im Kampfe allein.— hat jedenfalls bisher allein gestanden.— Aber ein Verbot dagegen erlassen, Ihr Vieh ins Haus zu nehmen, wenn es aus seiner Wiese umherläuft—— Herrgott! das kann ja nur geschehen, indem rechtmäßig behauptet wird, daß die Wiesen gemeinsamer Besitz wären. Aber das ist doch Wahnsinn. Ich denke, Ihre eigenen Verwandten würden sich gegen Sie auflehnen, wenn das geschähe." „Ja, aber läßt es sich denn nicht auf eine andere Art machen? Ist es notwendig bei so einem Verbotsgeschäft, daß ein Grund angegeben wird, warum--" „Ich kriege den Hardesvogt nie und nimmermehr dazu. Nein.— es sieht wirklich überhaupt gar nicht so gut aus. Ich fürchte sehr, daß ich ihn nicht mehr soweit bringe, den Aufschub in der Pajmoor-Sachc zu erneuern. Und kommt eS darin zum Hpruch— was dann'i" „Er appelliert nicht dagegen— dieser Mensch!" „Anders Hjarmsted?— O!— auf so was sollte man sich wirklich nicht verlassen, und seine Beweise sind ja allzu sonnenklar,— ParzellierungSkartc, persönliche Zeugen,-- nein, das tut der Hardesvogt auch nicht!" „Hören Sie mal, ich dachte eigentlich, Sic hätten den Hardesvogt ganz in der Tasche, lieber Fischer!" „Ich kann ihn ruinieren, an welchem Tag ich will,— aber— äh— er kann mich, den Kuckuck auch, gleichfalls ruinieren.— Nein, in der Sache mit dem Kirchendach können Sie sicher sein. Da geschieht nichts. All diese geistlichen Entscheidungen beruhen ja bloß auf einer behaglichen Auf- fassung nach einem guten Mittagessen. Aber ein juridisches Urteil,— das ist, den Kuckuck auch, etwas, das seinen Mann verpflichtet."— „O, mir scheint, Sie nehmen die Dinge ein bißchen leicht, Adjunkt Fischer," sagte plötzlich Madam Faurholt, die bisher in der Stube herunigetrippelt war, wie wenn sie aufräumte. Sie wandte sich unniittclbar an den Adjunkten. Ihr Gesicht hatte sich in der letzten Zeit merklich verändert. Sie war geradezu hohläugig geworden, und die Furche von der Nase herab um die Mundwinkel war tief und scharf geworden, .—„Für mich ist es weder mehr, noch weniger, als daß für mich alles zerstört worden ist." „Beste Madam Faurholt, ich nehme»virklich nie zu leicht, was in Beziehung--" „Ich habe beide meine Töchter verloren, so dgß ich beinahe meine, es wäre besser, wenn ich sie niemals besessen hätte, llnd nun sollen wir ganz aus dem Spiel gesetzt werden, so daß jeder junge Maulaffe, der hier im Kirchspiel einen Hof kauft, sagen soll, was wir tun dürfen und was nicht.— Ja, wenn Anders Hjarmsted uns soll verbieten können, im Pas- moor zu pflügen oder unsre Rinder in der Wiese weiden zu lassen, wie's immer gewesen ist,— dann möcht ich wünschen, oben auf dem Kirchhof zu liegen! Ich würde ja weder Stavn, noch das Harrebper Kirchspiel noch länger wiedererkennen, wenn das geschähe." „Ich will Ihnen zeigen, Madam Faurholt. daß ich diese Dinge durchaus nicht leicht nehme; getrauen Sie sich, mir Ihre Tochter Gjatrid zu versprechen,— aber wohl zu merken: unwiderruflich,— so will ich das Aeußcrstc wagen. so will ich dem Hardesvogt das Messer an die Kehle setzen und nimntt es dann schließlich ein übles Ende,— ja, dann werde ich jedenfalls dafür sorgen, daß ich es so zeitig weiß, um nach Amerika entwischen zu können, auch ohne ökonomische Verluste von dem Ortswechsel haben." „Wollen Sie dann übermorgen die AuMon verhindern, wenn der Kirchspiclvogt--?" fragte Faurholt. „Nein!— nicht im mindesten! Das ist unmöglich. Ich könnte in dein Fall ebenso gut den Tag drauf Reißaus nach Amerika nehmen. Nein,— an die Pajmoor-Sachc denke ich." „Ja, aber ich kann Ihnen Gjairid nicht bestimmt ver- sprechen," sagte Madam Faurholt.„S>« können sie ins Haus bekommen als Wirtschafterin. Das soll sie»Verden, ob sie nun weinen oder singen mag. Und dann können Sie ver- suchen, ob Sie sie für sich gewinnen. Aber ich luag es nicht mehr, meine Töchter zu zwingen. � ich kann ja auch nicht. Dazu Hab ich Eecilie doch nicht zwingen wollen,— so wie es geworden ist." Der Adjunkt zuckte die Achseln. „Und sie soll ihre Kammer oben im westlichen Flügel vom Haus haben, die Gjatrid. Sic soll nicht da schlafen, wo Ihre Wirtschafterin jetzt ihr Zimmer hat. Soviel haben Sie wohl verftauden?" Madam Faurholt sah ihn scharf au. „Gott bewahre!"— er schlug zuerst die Augen nieder, dcr.iach sah er zum Fenster hinaus. „Aber jetzt das mit Anders Hjarmsted," sagte Faurholt, „gibt es nicht auch andre Wege, wie wir—" „Ja,— ihn soweit bringen, bis er sich verrennt!— das Hab ich ja schon gesagt; das kann doch gewiß nicht so schwie rig sein, er ist ja wie ein Pulverfaß. Ich meine auch, cc- könnte in dieser Beziehung von vortrefflicher Wirkung am ihn sein, wenn er erfährt, daß Jungfer Gjatrid zu mir ins Haus kommt. Und dann,— ich werde mir den Mads HorsenS vornehmen! Ich werde ihm schreiben und ihm sagen, daß ich von Obrigkeit wegen etwas mir ihm zu besprechen hätte. Dar- über wird niemand sich wundern.— Er muß große Dinge ausrichten können, wenn er auf die rechte Art Verwendung findet."-- (Forts, folgt.) Die Smäschenmg unseres vcrstvrbeneu Mitgliedes, Herrn slieollor Kratz findet morgen, den 15. September, mittags 12 Uhr, im Krematorium Berlin, Gerichtstraße 37, statt.[29410 Ehre seinem Andenken s Spezial-Arxi Dr. med. Haedicke Ham-.Haut-, Geschlechtsld., Syphii.('Beluin(lluns;.sd.l2 T.). Blutunters. Ehrlich- Hata- (Salvarsan-)K.AIod.,8chmer/- loseBehandl.o.Benifstörung. - Mäßige Preise.Teil�ahlung- f rieilriclist. 1 81- 1 88�°" 11— 1, 3— 7, Sonntags li— 1. Sitz Berlin. Gegr. 1905. Nachruf. 3lm 5. September verstarb in Werdan in Sachsen unser Mitglied, Herr Robert Roth im 82. Lebensjahre, Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung ist in Zwickau erfolgt. 294 jä Der Vorstand. Spezialarzt Dr. med.(/olemsnn kür Haut-, Harn-, Frauenleiden nerv. Schwäche, Beinkranke, fOhrllch- liatn- Karen, (Dauer 12 Tage), Behandlung schnell, sicher und schmer-z- loa ohne Berufsstörung. Mnli5lr,34-36,gÄ. Spr. 10— 1 u. 5—8, Sonnt. 10-1. An den Folgen seiner schweren Verwundung starb am 10. September, nachmittags b'J, Uhr, in einem Kriegs- lazarctt mein innigst geliehter Mann, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel LimcK Bohnhardi im 11. Lebensjahre. In liefern Schmerz Die trauerude Gattin 14t« tMNIZ KÜliNliZM geb. ttznj8l!li. Am 12. d. Mts. erhielt ich die traurige Nachricht vom Kriegsschauplatz, daß am 0. September 1917, am Sterbe. tag seines jüngsten Sohnes Bruno, mein einziggeliebter Mann und herzensguter Vater, der Restaurateur Karl Spiegel Ackerstraße 1, bei einem Landsturm-Jnsanterle-Bataillon.Infolge Granat- splUter am Unterleib aus dem Verbandplatz gestorben ist. In tiefer Trauer Wmu Hartha Spiegel geb. Jurk. Karl und Hax als Kinder. Karl als Musketier zurzeit im Felde. Alle, die seinen treuen, aufrichiigen und kameradschast- lichen Charakter kennen gelernt habe», werden an diesem meinem großen Verlust teilnehmen. 113b Heute früh entschlief sanst nach schwerem Leiden meine geliebte Frau, unsere herzensgute Mutter geb. Hdbix im Alter von 12 Jahren. Berlin N 65, 11. Sept. 17. Turiner Str. 9. In tiefer Trauer Konrad Grühmacher Elsbeth Grützmacher Edith Grützmacher. Die Beerdigung findet am Sonnabend, nachmittags 3>/z Uhr, von der Halle des Nazareth-Friedhoses, Ret. nickendors- West, Kröge!- straße, anS statt. 1Ö921 MMlallmg! Verlangen Sie Gartisbroschüre. Dr. Krhhard A. Cle.,* Berlin, Hallescheslraße 23a. Ftße Eiilea«... 5,45?. Mast-Suppenhühner Pfd. 4,93 an Große fette Kaninchen. Große Rebhühner Stück 3,— M. Herrn. Tasche Nachf. A. Schmidt, Planuser 21, nahe Hallesch. Tor. Am Mittwoch, früh 1'/, Uhr, entschlief mein lieber Mann, der Mechaniker Rictard Volf nach geduldig getragenem längerem Leiden im 31. Le» bensjahre. 111b Dies zeigt hierdurch, statt besonderer Meldung, um stille Teilnahme bittend, tiesbetrübt an Martha Wolf geb. Meding nebst Eltern: Hermann Wolf und Frau Ida geb. Böhm. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 15. Sep- tember, nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisenstädtischen Kirch- Hofes, Hermannslraße 186, aus statt. In 115b schmerzlicher Erinnerung zum Sterbetage unseres lieben Sohnes und Bruders, des Füfiliers Walter Becker gefallen am 11. Sept. 1916. Seine Eltern und Geschwister. veuNchek Bauarbeiter* Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Friedrichsfelde. Am 11. September starb unser Mttglied, der Ein- schaler Reiiiricd Diekow. Ehre seinem Andeuten k Die Beerdigung findet heute nachmittag 2'/, Uhr auf dem Friedrichsfelder Ge- meinde-Friedhos in Karlshorst statt. Um rege Beteiligung ersucht 116/19 Der Vorstand. Spezial-Jlrzt Dr. med. Hasche, Friedrictistr.90 UmZi. Behandl. von Syphilis, Haut-, Harn-, Frauenleiden,' spez. chron. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- ren, schmerzlose, kürzeste Be- Handlung ohne Berufs störung. Blutuntersuchung. Mäß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8, Sonnt. 11— 1. Verkäufe Pelzgarniturcu laust man am allerbesten im Iveltberühmten Pelzleihhaus nur Grunewald- straße 72, Eisenacherede. j6K* Pelzgarnituren! Riesencms wähl! Allerbilligste Preise! Skunkskragen, Skunksmnsfen, Alaskasüchse, Rotfüchse, Iltis- garnituren, Kaningarinturen, Reue Herrengarderobe! Uhren- verkauf, Schmucksachen, Silbertaschen, Wandbilder! 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P. Gursch, Reinickeudorf-Ost, Kamckestraße 12 II. Botenfrau, Tour Tegel und Reinickendors-West, stellt ein Kienast, Borsigwalde, Räusch- straße 10,„Vorwärts"-Spedi- tion._____* Botenfrauen verlangt„Vor- wärts"-Spediston Baerwald- straße 12, Laden. Bon 11— 1W und iü— 7 Uhr._* Zeitungsausträgerinnen können sich melden.„Vorwärts"- Ausgabestelle, Lausitzerplotzll/15. Frau zum Zeitungsaustragen verlangt Klein, Grünau, Frie- drichstratze 10.• Botenfrauen verlangt„Bor- Wärts"-Spedition, Wattstr. 9, Laden. Bon 11— IVi und III bis 7 Uhr.___* Zeitungsausträgeriu sofort einzustellen. Borwärtsspeditiou Moabit, Wilhelmshavenerstratze 18, von 11— IH und 4a—7 Uhr.• Frauen zum Zeitunasaus- tragen sucht.Vorwärts-Ausgabestelle Alt-Boxhagen 56, Laden.* Botenfrau verlangt Heßberg. Kaulsdorf, Ferdinandstr. 17.* Botenfrau stellt ein„Bor- wärts"-Speditton Tempelhos, Ueckermann, Kaiser-Wilhelm- straße 71, Ecke Werderstr. /* Botenfrau, Bezirk Haeseler- straße, wird eingestellt.„Vor- wärts", Charlottenburg, Sesen- heimerstraßc 1.______* Botenfrauen verlangt sofort Ausgabestelle Greifenhagener- straße 22.__* Zeitungsfrau verlangt„Vor- wärts"- Spediston Neukölln, Siegfriedstratze 28/29.* Vorarbeiter für presserei sofort gesucht. 82/7* W, Peritz& Co. Kommanditgesellschaft, Berlin- Dempelhof, Jndustriestraste 1—5. Schuhmacher verlangt 2532 Richter, Kriegsdesohlanstalt, Neutempelhos, Berliner Str. 1. Saurier Zgob- ans Tornister stellt ein HoiTniann, Wassertorstr. 33. Fahrpersonal. Krüstige, des Fahrens kundige Leute werden eingestellt. 390d* Meldungen im Kontor der Schiiltheiii' Brauerei A.-G., Lichterselder Sir. 11— 17. Schlosser für Heeresarbeit aus Akkord sofort gesucht. 215L* Otto Lnbitz, Neue Königstraße 72. auch weibliche- .parrer, verlang» Handelsgesellschaft Deutscher Apotheker. Dortmunder Str. I!S. 250/11 sucht 82/10 mmw und Meldungen KacIcrotraBc 17/18. Beizer Polierer erhalten Anstellung. j Moldungen von 81/,— 10, 12— VA Vi6— V,7 UV.] 1. ffertheim C.iii.Ii.11. Morltzplatz. 17,6L Schleifer, Feilerund Zusammenselzer suheen C.& K. Redlich, Stoc klahrik, Rilterstr. 75. 2352» I Z-aufhurtdfe ♦ oder junges ffladeben t i verlangt SwleweWlni Oes joroans" Liudenttraste 3. Selbständige Monteure kür Zentralheizungsanlagen und hierfür geeignete Hilfskräfte zum sofortigen Eintritt gesucht. 409b* II Gebr. Körting Aktiengesellschaft Eiliale Bcrlin-Altmoabit 3. «»»««»»»•>••••—*•«•••»••••««««••—4 ?ärbereiarbeiter g. v., a. v. oder militörfrei, sucht Kallonhüllen-Gesellschaft m. b. ff Dempelhnk, Fri edrich-Wildrlm-Str. 5tZ,»4. 251L* stellt sofort ein 5310L' & Co. G. m. b. H., Automobil- und Flugmotorenfabrik. Dvi-IIii-DohoireichSnhnii»«;!», Goerkestrasie Zuverlässige und selbständig arbeitende Heizungs- Monteure werden sofort gesucht von 211L* David Grove G. ra. b. H., Charlottenburg, Kaiscrin-Augusta-Allee 85. Zwei Zaßbierfahrer MWlkl Wl> WmeWlll sucht 259L Lngeibsrdt-Krsuerei G., Berlin-Pankow, Kaiscr-Friedrich-Str. 21/29. Arbeiter und Arbeiterinnen für Transportarbeiten gesucht. Flexilis-Wefke Aktiengesellschaft, Stahlgießerei, Berlin- Wittenau, Wittesfraße 47/48. 223/10* Wigk tzpiMrrlrt werden sofort eingestellt. 531 IL' öc Co., G. m. b. H., Automobil- und Flugmotorenfabrik. Dci>Iin-Ch»rIott«nhurg, Fritschestraste 271X8. Wir suchen für dauernde Beschäftigung f. unseren Betrieb ungeiemto Arbeiteru Platzarbeiter�wieFraoen In größerer Kahl; femer Heizer, Schlosser, Dreher, Maschinenarbeiter, Maurer, Zimmerer, Böttcher »na Elektromonteure. w Arbeitsuchende wollen sich schriftL od. mnndl wenden an Arbeiter-Annahmestelle Pulverfabrik Premnitz Rathenow, Bahnhofatrafie 22. Lehrling für Maschinenbaufach sucht Alwin Muck Elisabcthafcr 44. MotiiMöie zu sofort. Antritt gesucht. Lastwagenwerke M. A. N. Saurer, Werkstatt Blücherstraße 32.* Schuhmacher Maschinenarbeiter für Schuhreparaturen sowie Schuhmacher sofort gesucht. ItcsolU- anstalt. Hermannstr. 71/72. SHMn■ llsucht BallonhUllen-Gesell- schalt m. b. H.. Tempelhof, iFriedr.-Wilhelmstr. 52-51. Kurzwaren«: verlangt 257 L Liepmann, nur über 1 7 Jahre sucht 82/9 Auergesellschaft Naglerstr. 17/18. Schulentlasiene [2582* Mädchen für leicht« Bnreangänge z« sasortigem Antritt gesucht. Luftsehiffbau Zeppelin G. m. b. H, Staaken T