U-.W4. v«zugS»«i», wd�eittiid} 80 Psg. frei tn4 voriiuZzahibar. Einzelne Woche «nnunern 5 Pfz. SonntagSmnnmer .$mii. eniagi- mit illustrierter Beilage.Die Rem Welt' 10 Pfg. Postbezug: Monatlich IM Mb llnter� Kreuzband fiir and und Oesterreich» Ungarn E,66 Mk.. für daS übrige Ausland 4 Ml. monatlich. Postbeilellungen nehmen on Dünemarl, Holland, Luxemburg. kchweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-ZeitungS-Preisliste. gbrfcheint täglich« Telegramm» Adreff« »Sozialdemokrat Verl in'» Vevlinev Volksblerkk. 54« Jahrg. Der A«zeigem>rei» lilsfig 2 fettgedruckte Worte), jedes wettere Wort 10 Pfg. Siollengesuche uich Schlafstellenanzeigcn das erste Wort 10 Psg., jedes weitere WortOPfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 20«/» ramilien> Anzeigen HO ------ oerkscha— holttische u. gewertschoftlich« Vereins» Anzeigen 40 Pfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer nillsfen bis 5 Uhr nachmitt. im Hauptgeschäft. Berlin SW.SS, Lindenstraxe 3, ab gegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh' bis 7 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdcmokratirchcn Parte! Deutfchtands. Reüaktion: EW. öS» Änüeastraße 3. Fernsprecher: Amt Morttzplatz. Rr. ISI Sv—»Sl 97. Cxpeditfon: EW. SS» Linüenstraße S. Fernsprecher: Amt MoriNplatz, Rr. ISl SV— 97. kornilow gefangen genommen. kerenski Herr öer Situation. P e t e r s b u r g, 15. September. Reuter. -~ Die Regierung wurde von der Verhaftung Ä o r n i l o w s und seiner hauptsächlichen Mitschuldigen verständigt. Der Zusammenbruch der Äornilowschen Revolke bestätigt sich in vollem Umfang. Die Ereignisse, die hierzu geführt haben, sind aber auch durch die neueren Meldungen nicht viel klarer geworden. Merkwürdigerweise schweigen sich auch die Petersburger offiziösen Meldungen völlig über diesen Punkt aus. Die englische„Times", freilich ein Kerenski extrem-seindlich gesonnenes Blatt, spricht davon, daß jetzt eine Versöhnung zwischen Kerenski und Kprnilow möglich sei, gleich als ob Kerenski noch mit dem Unterlegenen auf gleichem Fuße verhandeln würde. So suchen sich die englischen Freunde eines neuen russischen Ab- sölutismus ihre Enttäuschung immer noch zu bemänteln. Kerenski verbreitet deriveile folgenden Siegesbericht: Petersburg, 14. September. Meldung der Petersburger Telegr�Agentur.) Die Beilegung der Aufslandsbewegung ZiornUows dauert an. Kerenski und General Alexejew empfingen eine Abordnung der Eingcboreneudivisiou, die die„wilde" genannt wirb, deren Befehlshaber«iue Entschließung überreichte, ia cher die Treue üller Regimenter der D iriston, die der«er» der aufrührerischen Truppen Kornilows war, znr Vorläufigen Regirrung erklärt wird. Der Z e n tr al a u s s ch u ß der Ostsreflotte richtete a«� Serenski ein Telegramm, in dem er die einstimmige Ent- schließuug aller Besatzungen mitteilt, die Rrgiernug zu'stintrrstützea, und die Forderung»ach strenger Bestrafung Kornilows und aller seiner Anhänger wiederholt. Der Rat der Offiziere von Moska» richtete au die ganze Garnison der ehemaligen Hauptstadt einen Aufruf, in de« rr fie auffordert, das Baterland gegen jeden gegen- revolutionären Anschlag zu verteidige». Die Regierung hat den General Saledin, den Hetman der Donkosaken, der ver- suchte, fich zum Diktator von Südrußlaud auszuwerfen, des Amtes enthoben und ihn unter der Beschuldigung mili- tärischeu Aufruhrs vor Gericht gestellt. Ein weiteres Telegramm der Petersburger Telegraphen- Agentur meldet, daß General Kaledin in der Umgegend von Rostow bereits festgenommen worden ist. Dasselbe Schicksal hat nun auch K o r n i l o w ereilt. Kerenski hat sich asso auf Unterhandlungen und Bedingungen nicht eingelassen. Viel erörtert worden ist auch die Frage, ob Körnilow Anhänger eines Sonderfriedens gewesen sei. Ein Schweizer Telegramm hatte bekanntlich behauptet, Kornilows Stellung werde vollkommen verkannt; ex sei fiir sofortigen Friedensschluß, in dem er die einzige Rettung Rußlands sähe; er habe auch auf der Moskauer Konferenz in diesem Sinne geredet und nur dafür Beifall gesrntet. Auch das Telegramm unseres Stockholmer Korrcspon- dcnten über das Manifest des neutralen Komitees in Stockholm läßt an einer Stelle eine ähnliche Ansicht durchblicken. Dem- gegenüber müssen wir feststellen, daß die jetzt i m W o r t- laut vorliegende Rede Kornilows auf der Moskauer Staats- konferenz euch nicht die geringste Andeutung Nack jener Richtung hin enthält. Kornilow schildert zwar die Zustände des Landes und die Verfassung der Armee in den schwärzesten Farben, fordert aber im übrigen nichts als Wi eck erHerstellung eiserner Disziplin mit den schärfsten Mitteln. Ja, er weist gerade die Friedensfreunde darauf hin,„daß bei der gegenwärtigen Verfassung des Heeres, selbst wenn zur Schmach des Landes ein Frieden geschlossen werden könnte, ein, solcher nicht zustande käme, da bic damit verbundene Demobilisation nicht durch- geführt werden könnte: die undisziplinierte Menge würde ihr eigenes Land in zuchtloser Raserei verwüsten". Also Kornilow hat ausdrücklich einen jetzigen Frieden als schmachvoll für Rußland bezeichnet. Petersburg, 14. September. Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Der ehemalige Kriegsminister Gutschkow und die M i t arbei ter der„Nowoje Wremj a", die unter der Anschuldigung der Rebellion verhaftet worden waren, sind freigelassen worden. Bis zwei Uhr nachts war das neue Ministerium noch nicht gebildet, man erwartet aber, daß dies morgen geschehen werde, und zwar auf der Grundlage einer Koalition. Die Mehr- h?it der bisherigen Minister aus der Kadettenpartci hat ihre Teil- nähme an der Kabinettsbildung abgelehnt, nur Kartoschow bleibt Kultusminister. Die Weigerung ihrer übrigen bisherigen Minister wird die Partei an der Teilnahme nicht verhindern. Washington, 14. September.(Reuter.) Die Zusammen- arbeit der russischen Flotte mit den Flotten der Alliierten wird mit einem russischen Flottenausschuß erörtert wer- den, der fich heute dem Marinesekretär vorstellte. An seiner Spitze steht Vizeadmiral Kaltschak. Der Ausschutz wird wahrstheinlich: auch mit der hier befindlichen japanischen Abordnung unterhandeln, i Kornilows Nevolte im bolschiwististhen Urteil. Stockholm, Ib. September.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wäris".) Zur Vorgeschichte der Generalrevolte berichtet die erste Nummer des in Stockholm erscheinenden bolschewistischen Blattes .Bote der russischen Revolution" nachstehendes: Auf der Moskauer Staatskonferenz legte Kornilow in seiner Rede ein kon- kretes reaktionäres Programm vor, in welchem er die Auflösung der Militärkomitrrs, die Erneuerung der Todesstrafe und die Auflösung der Sowjets forderte. Tscheidse legte ein anderes Minimalprogramm vor, in welchem bezeichnenderweise kein Wort vom Kampf für den Frieden vorkam. Man glaubte, daß Kerenski einen Mittelweg suchen würde. Tatsäckstich wurden aber drakonische Maßregeln getroffen. So wurde beispielsweise das dritte Petrograder Bolschewikiblatt unterdrückt. Dann kam der Fall von Riga, an besten Verlust nicht die Revolutionäre schuld sind, wie die Reaktionäre glauben machen möchten, vielmehr liegen Berichte der Armeekomitees vor, welche warnend auf die schwachen Frontstellen hinwiesen. Aehnlich beschuldigen Berichte der Armee- komitees von der galizischcn Front das dortige Kommando der bös- Willigen Sabotage der Verteidigung. Dann kam der Diktatur- V e r s u ch K o r n i l o w s. Dieser ist der Mann der Kadetten, der Mann der Gegenrevolution, wenngleich nicht der zaristi- schen. Ein bloßes Abenteuer ist ihm nicht zuzumuten. Er konnte auf den Anschluß bedeutender Armeeteile rechnen, besonders- auf die fremd stämmigen, weiter auf die Kosakendivisionen, sowie auf die Regimenter der reichen Bauerngegenden. Er rechnete wohl auch auf die Mißliebig- keit» Kerenskis bei-den Linksgruppen. Indes wurden viele mitverschworene� Generale, ebenso das Han-ptquarti-er durch die ArmeekomitecS verhaftet.— Schon vor fstns Tagen begannen die Sowjets die Beratung zwecks Uebernähmc der Staats- macht durch die Sowjets. Von einer vollkourmen sozialistischen Re- gierung ist keine Rede. Die Links sozi ali st en werden nicht gegen Kerenski vorgehen, wollen aber auch nichtdieVerant- Wartung der Regierung übernehmen; einstweilen stützen sie die Sowjets und Kerenski und bekommen das Ueberge- wicht in der Regierung; sie bleiben in der Opposition. Kornilow über seinen Konflikt mit Kerenski. .lltro Rosfij", das Moskauer Blatt, das jetzt wegen seiner Stellungnahme für Kornilow verboten worden ist, veröffentlichte am LS. August einen Bericht seines Berichterstatters aus dem Hauptquartier, wonach die Stimmung in den Offizicrskr eisen gegen die sozialistiscbe Presse wegen ihrer Angriffe auf Kornilow sehr gereizt sein sollte. Der Berichterstatter hatte Gelegenheit, die Ansicht des Genv- ralissimus selbst über die Möglichkeit seiner Absetzung zu hören. Kornilow sagte m festem und energischem Tone:„Die Frage meiner Absetzung ist infolge einiger Meinungsverschiedenheiten in den Reihen der provisorischen Regierung sehr akut geworden. Mir ist es persönlich gleichgültig, ob ich meinen Dienst als Generalissi- nrus oder als Gemeiner tue, aber ich bin der Ansicht, daß der häufige Wechsel an der höchsten Kommandostelle dem Heere nur schaden kann. Dennoch kann ich mich- auf keinerlei Kompromisse einlassen und habe entschieden erklärt, daß ich an den vier Punkten des von mir aufgestellten Programms keinen einzigen Buchstaben ändern werde, da ich nur in harten und energischen Maßnahmen die e i n z i g e Möglichkeit sehe, das Heer noch zu retten. Aus diesem Wege sind halbe Entschlüsse absolut ansge- schlössen. Die warm« Anteilnahme, die verschiedene Organisationen an der Möglichkeit meiner Absetzung nahmen, rührt mich aufs tiefste. Ich empfinde die größte Ehrfurcht gegenüber meinem Posten, aber ich werde ihn auch ruhig verlassen, wenn ein Ersatz für mich gefunden wird, der dieses hohen Postens würdig ist." Die Deflürzung in Englanü. Genf, 14. September. Die englischen Blätter sehen die Lage in Rußland meistens sehr pessimistisch an.„Times" steht im Leit- artikel dem Ausgang der Krisis ratlos gegenüber, und ist sowohl von Kerenskis Aufrichtigkeit wie von Kornilows Selbstlosigkeit überzeugt. Die Aussicht sei sehr düster und wirke auf den Krieg an allen Fronten zurück.„Daily New s" meint, nur ein W u n- der könne Rußland angesichts des drohenden Bürgerkrieges retten. Kornilow und der um ihn gescharten-politischen Gruppe liege mehr an der Vernichtung des Rcvolütions- Werkes als des Feindes, um das alte Regime wiederherzustellen. „Daily Chronicle" bedauert, daß die Hoffnungen der Alli- ierten in Rußland, die sie auf die Zusammenarbeit Kerenski- Kornilow aufgebaut hätten, zusammengebrochen seien. Ob Kornilows bewegende Kräfte die gegenrevolutionären Vertreter oder die Nationalpatrioten seien, sei unklar, obwohl die Vorgeschichte für letzteres spreche.„Daily Expreß" sieht in Kornilows beabsichtigter Militär diktatur lediglich ein« historische Notwendigkeit, doch habe er am verkehrten Ende angefangen; er hätte erst handeln, dann roden sollen. die innere Gefahr. Von Eduard David. Die Wühlarbeit der annexionistischen Kriegstreiber und innerpolitischen Reaktionäre wird von Tag zu Tag intensiver und skrupelloser. Der Burgfriede ist für diese' Herren längst abgetan. Die Kampfesweise der ganz planmäßig vorgehen- den alldeutschen, konservativen und schwerindustriellcip Presse stellt alles in Schatten, was jemals früher an Verleumdung politischer Gegner und demagogischer Aufpeitschung der öffent- lichen Meinung geleistet worden ist. Der Hauptzielpunkt dieser wüsten Angriffe ist die Reichstagsmehrheit. Sie � wird als eine Bande unfähiger oder gewissenloser Kerle hingestellt, die durch ihre„Schmachfriedensresolution" das Recht verwirkt haben, sich noch länger als Vertreter des deutschen Volkes aufzuspielen. Es gibt Leute, die meinen, dieses tolle Treiben bringe sich um die eigene Wirkung. Gewiß kann es auf verständig denkende und anständig empfindende Menschen nur abstoßend wirken. Allein es wäre verhängnisvoll, wenn sich diejenigen, denen die Erhaltung der inneren Widerstandskraft unseres Volkes am Herzen liegt, mit diesem Gedanken beruhigen wollten. Die Zahl derer, die nicht selber nachdenken, die sich in ihrem Urteil durch lautes Geschrei beeinftuffen lassen, ist zu groß, als daß eine solche mit sehr großen Mitteln be- triebene Agitation, die tagtäglich, Wochen und Monate hin- durch dieselben verlogenen und aufpeitschenden Schlagworte in die Oeffentlichkeit schleudert., nicht die verhängnisvollste Wirkung und Gegenwirkung hapen msißtö.'> Die Reichstagsmehrheit und mit ihr alle Anhänger erner auf baldige'Herbeiführung eines'Verständigungsfriedens'ge- richteten Politik befinden sich in einer schwierigen Lage. � So gut begründet die Sache ist, so sehen sie sich doch in der öffentlichen Darlegung dieser Gründe gehemmt. Was sie in vertraulicher Erörterung an Material und logisch zwingenden Gründen anführen können, um die alldeutschen Kraftsprüchc als hohle Redensarten und gewisse todsichere Voraussagen als trügerische Illusionen nachzuweisen, kann vor der Oeffent- lichkeit nicht oher doch nicht mit der nötigen Deutlichkeit ans- gesprochen werden. Und ebenso wenig ist eine nüchterne, streng wahrheitsgemäße Darlegung innerer Verhältnisse bei uns und anderwärts möglich. Angesichts dessen ist es eine geradezu perfide Unter- stellung, den Mehrheitsvertretern im Hauptausschuß- des Reichstags vorzuwerfen, sie getrauten sich mit ihren Gründen nicht vor die Oeffentlichkeit. Das Gefühl der Schwäche sei der Grund, weshalb sie es Vorzügen, hinter geschlossenen Türen zu verhandeln. Es entspricht wahrhaftig nicht der Neigung der hier in Betracht kommenden Parlamentarier, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu wirken. Nur unter dem harten Zwang der Kriegszeit fügt man sich in das Unver meidliche. Sollen diese Verhandlungen sich nicht an der Oberfläche der Dinge bewegen, sollen sie eine wirklich enift- hafte Prüfung der Lage, eine rückhaltlose Erörterung der Entwicklungen und eine � klare Herausstellung notwendiger Vorbeugungen sein, so heischt das Interesse des Landes in vielen Fällen gebieterisch Geheimhaltung. Freilich ist des öfteren über das Maß des Notwendigen beim Ausschluß der Oeffentlichkeit hinausgegangen worden. Aber daran sind nicht die Abgeordneten, sondern die Vertreter der Regierung schuld, die den Hang haben, möglichst alles„vertraulich" zu behandeln. In den Verhandlungen des HauptauSschusses haben die annexionistischen Jllustons- und Gewaltpolitikcr kläglich ad- geschnitten. Sie sind dort sehr kleinlaut geworden. Keiner wollte sich verantwortlich gemacht sehen für die Groß- sprechereien und kühnen Verheißungen der alldeutschen Presse und Flugschriftenliteratur. Betrachteten wir die Sache nur vom Standpunkt Partei- politischen Denkens, wahrhaftig, lieber heute als morgen möchten»vir die gründliche Abrechnung mit den annexio- nistischen Phantastereien vor aller Oeffentlichkeit wiederholen. Niemand empfindet es schmerzlicher als wir, daß es uns zur- zeit unmöglich ist, ihnen das nötige Scheidelvasser der Wahr- heit in den Wein zu gießen, an dem sich die annexionistischen Schreier bis zur Einbuße des letzten Restes von gesundem Verstand berauschen. Ganz sicher scheinen die alldeutschen Propheten und Gc- waltphantasten allerdings dessen nicht zu sein, daß ihre Artikel und Reden die genügende Durchschlagskraft bei der Bevölkerung haben. Sie verlangen immer stürmischer, die Regierung soll ihnen helfen, das deutsche Volk zum all- deutschen Wahnsinn zu bekehren. Die ihnen zuteil werdenden Förderungen durch gewisse Stellen genügen ihnen nicht, sie fordern die Reichsleitung auf, den ganzen amtlichen Apparat in den Dienst der„Aufklärung" gegen die Propaganda des „Verzichtsriedens" zu stellen. Diese Forderung können die regierenden Männer freilich unmöglich erfüllen. Die Oeffent- lickkeit im Sinne der alldentschen Illusionen aufklären, hiesze nichts anderes als unser Volk gröblichst belügen. Das können 'ich die wilden Männer in der alldeutschen Presse leisten. Verantwortliche Staatsmänner aber dürfen das doch nicht wagen. Dessenungeachtet glauben die alldeutschen Unterminierer der inneren Einheit dem neuen Reichskanzler sogar die Pflicht der Führerschaft bei ihrem verderblichen Treiben zuweisen zu dürfen. In der vor einigen Tagen von der Berliner Orts grnppe des alldeutschen Verbandes unter Führung des Land iags-t'lbgeordnetcn Bacmeistcr angenommenen Entschließung wird„die Bekämpfung der allzustark ge wordenen inneren Feinde, wer immer sie 'ein mögen" als Gebot der Stunde verkündet. Dann gcißt es in diesem unglaublichen Dokument fanatischer Vev blendung wörtlich Iveitcr: „Wir geloben. Eurer Exzellenz als die getreuesten Helfer und Schrittmacher in diesem gewiß heißen Kampfe gegen Un� verstand, Niedertracht und Verrat zur Seite zu treten, sobald der Nur zum Kampfe gegen den Umsturz, der schon allzu frech sein Haupt erhebt, ergeht. Abc: wir sind der Meinung, daß der Kampfruf zu Sammlung und Angriff bald, sehr bald er folgen muß, wenn nicht das ausgestreute Gift um sich fressen und die innere Wiedergesundung des deutschen Volkes gefährden soll. Es gibt mit diesem inneren Feinde so wenig einen„Ver- ständigungsfrieden" wie mit dem äußeren. Ein fester Griff mit eiserner Faust tut not. Aber der toird auch hier Wunder wirken!" Die Verfasser sagen nicht, was sie mit dem„festen Griff mit eiserner Faust" meinen. Wollen sie damit den Rat zum Staatsstreich, zur verfassungswidrigen Ausschaltung des Reichstags bei der Mitbestimmung der äußeren und inneren Politik geben? Dann sei ihnen gesagt, daß diejenigen, die in dieser Zeit den Rat zur Revolution von oben geben, ein verbrecherisches Spiel mit dem Schicksal des Deutschen Reiches treiben. Nur ein Staatsmann, der nach dem Ruhm eines Herostratos strebte, könnte ihn befolgen. Es ist schwer zu glauben, daß Leute mit normalem Hirn auf einen solchen Ratschlag verfallen. Soll aber mit jener Drohung die Reichsleitung nur zur Auflösung d� L Reichstages ermuntert werden, so ist's uns recht. So gewichtige Bedenken einem Wahlkampfc inmitten des Krieges entgegenstehen, besser offener Kampf und Klärung der Situation als die Fortdauer einer solchen gemeingefährlichen Wühlerei. Die Mehrheit des Parlaments könnte eine solche Volksabstimmung über den Vcrständigungs frieden und die Neuorientierung nur begrüßen. Die gemein samc Parole gegen annektionistische Kricgsverlängcrcr und inncrpolitischc Reaktionäre schüfe eine klare Anfmarschlinie, und die alldeutsch-konscrvativweaktionärc Sippschaft würde die Götzendämmerung erleben, die sie verdient. So vielseitig die Namen der Zeitungen, Organisationen r/ad Stmnmtischgruppeil auch sind, die jetzt einen so be- raubenden Lärm in der innerpolitischen Arena vollführen, es und immer dieselben Leute. In der neuen Tirpitz-Kappschen KriegSpartei haben sie sich nun auch eine gemeinsame Rahmen- organisation geschaffen. Die Herren haben die Dreistigkeit, sich„Deutsche Vateriandspartei" zu nennen. Wenn je ein Raine zu Unvecht beansprucht wurde, so dieser. Nicht dem deutschen Vaterlandc. fondern seinen Feinden dienen die Bc� nrebungen der Herrschaften, die sich hier zusammenfinden. In dreifacher Hinsicht besorgen sie die Geschäfte der Lloyd George, Poincare usw. Erstens liefern sie ihnen un- adläsiig das ivertvollstc Agitationsmaterial, um die Kriegs- üimmung in den feindlichen Ländern hochzuhalten. Die alldeutschen Reden und Prcßproduktc dienen drüben dazu, die 'Notwendigkeit der völligen Niederzwingung des„deutschen Raudstaates" immer wieder aufs neue nachzuweisen und die Friedensströmungen niederzuhalten. Dieser einfache Sach- verhalt kann den Alldeutschen nicht verborgen geblieben sein. Genalt wie sie sich selbst jeder auf Niederschmetterung und Zerstückelung Deutschlands ausgehenden Aeußcrung feindlicher Politiker bedienen, um ihre eigene Losung„Krieg bis zum äußersten" zu begründen, so geschieht das umgekehrt drüben. Wenn heute fast die ganze Welt gegen Deutschland steht und auch in den neutralen Ländern die Stimmung für uns sehr tweifelhaft ist, so ist dies in erster Linie der alldeutschen Propaganda vor und während des Krieges zuzuschreiben. Zum zweiten leisten die Männer der„Deutschen Tages- zeitung" und ihre Anhänger unseren Feinden die.wertvollsten Hilfsdienste dadurch, daß sie ihren Schild halten über sie agrarischen LcbcnSmittclverteuerer. Sic sind es, denen keine Höchstpreise für landwirtschaftliche Produkte hoch genug und. und die sie sich einer durchgreifenden Organisation überall in den Weg gestellt haben. Auf ihr Konto fällt ein gerütteltes Maß Schuld daran, daß es um die Ernährung aer städtischen Bevölkerung heute viel schlechter bestellt ist, als dies iiffolge der englischen Absperrung zu sein brauchte. Wenn Hunderttausende und Millionen heute jede Hoffnung auf Besserung dieser Verhältnisse verloren haben. Ivenn ihre durch Entbehrung geschwächten Nerven zu versagen drohen und sie sich düsterster Sorge hingeben, so trifft die Ver- antwortung mit die Vorkämpfer der agrarischen Interessen. Daß sie mit dieser Politik die Wirkungen der englischen Aus- liungerungSpolitik außerordentlich verschärfen, liegt auf der Hand. Zu dieser Schwächung der physischen Durchhaltekraft kommt die Schädigung des seelischen Willens zum Zusammen- .halten i« der Masse unseres Volkes. Das ist die dritte Hilfs- arbeit, die die alldeutschen Reaktionäre den feindlichen Staatsmännern leisten. Jeder fortschrittlichen Forderung auf sozialem und politischem Gebiet treten sie mit drohender Gebärde im 'kamen überkommener Privilegien entgegen. Mehr noch als der Verständigungsfrieden ist ihnen die Neuorientierung ein Scheue! und Greuel. Dem deutschen Volke, das in diesem kriege so Ungeheures geleistet, das draußen tvie in der Heimat ' rnr die Erhaltung des Ganzen Leben, Gesundheit und Wirt- 'chastliche Existenz opfert, muten sie zu, daß es auch weiterhin ohne entscheidenden Einfluß auf die Leitung seiner Geschicke bleiben und sich wie ein unmündiges Kind führen lassen solle. So verhindern sie das Aufkommen jeder großen vaterländischen schöneres und freieres Deutsch die Saat des Mißtrauens, der in die Herzen des arbeitenden Begeisterung für ein neues, iand und säen statt dessen Verbitterung und des Hasses Volkes. Hinausziehung des Krieges durch Auf- v e i t s ch u n g des Kriegs Willens der feind- . i ch e n Mächte inr d zugleich Schwächung der vhysi scheu Durchhaltekraft und Erhöhung cd es Gemeinschaftsgefühls im eigenen a n d e— das ist das praktische Programm der neuen Englischer Teilangriff bei St. Julien— Höhe östlich des Chaume-Böaldes er- stürmt— Ruhe im Osten. Amtlich. Großes Hauptquartier, 15. September 1917.(W. T.».) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronpriuz Rupprecht. J» einzelnen Abschnitten der flandrischen Front steigerte sich abends wieder die Kampftätigkeit der Artillerien. Tem Trommelfeuer vom 14. September vormittags folgte bei St. Julie» ein englischer Trilangriff, der im Gegenstoß zum Scheitern gebracht wurde. Eine Anzahl Engländer wurde gefangen cinbchalte». Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am Winterberg bei Craonnc holten Stoßtrupps eines badische» Regiments bei einer Erkundung Gefangene auS den französischen Gräben. An der Straße Somme�Py— Souain brachen die Fran- zoseu zweimal ohne Feuervordereitung gegen unsere Stellung vor. Eingedrungener Feind wurde durch Gegenangriff der Bereitschaften sofort geworfen; Gefangene blieben in unserer Hand. Auf dem Ostufer der Maas stürmten nach kuuzcr Feuer- Wirkung Teile einer kampfbcwöhrtcn badischcn Division die Höhe östlich des Ehaumc-Waldrs. Ter Feind leistete zäh Widerstand, der im Nahkampf gebrochen wurde, lieber 30(1 Franzosen wurden gefangen. Die blutigen Lerlnste des Gegners erhöhten sich»och durch ergebnislose Gegenangriffe. Leutnant v. Bülow schoß den 20. Gegner im Luftkampf ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Bei geringer Kampftätigkcit blieb die Lage überall un» verändert. Mazedonische Front. Keine größeren Kampfhandlungen. Der Erste Generalquartiermeifter. Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 15. September 1917, abend». In Teilen der flandrischen Front und Arras lebhafte Gefcchtstätigkeit. Vom Osten nichts Neues. Amtlich. südöstlich von Der österreichische Bericht. Wien, den 15. September 1917.(W. T. B.» Amtlich wird verlautbart; Ans dem östlichen Kriegsschauplatz und in Albanien keine besonderen Ereigniffc. An der Jsonzofront lebt die Kampftätigkeit wieder auf. Südlich von Sclo am Jsonzo sind mehrere italienische Borstößc gescheitert. Auf dem Monte San Gabriele liegt schweres Geschütz- fcner. Tcilaugriffe der Italiener find abgeschlagen. Die. Zahl der im August an der Slidwcstfrvnt abgeschossenen Flieger beträgt 32. Wir verloren in derselben Zeit 1 1 Flugzeuge. Der Chef de? General st abes. Partei mit dem verlogenen Namen. Ihren Kern bilden berufsmäßige, großagrarische und schivcrindustriclle Kriegs- interessentcn in innigem Verein mit den Vertretern feudaler und bnreaukratischcr Machtprivilegien. Dahinter ein Schweif von naiven Gewaltidcologen. gelehrten Ignoranten und anderen wlitischen Kindsköpfen. So verschiedener Stellung und Herkunft die Herrschaften sein mögen, mit vereintem Bemühen liefern sie den Kriegstreibern drüben das nötige Agitations- inaterial für die Fortsetznng des Krieges„ä outrance''. Einmütig sind sie bestrebt, die Furcht der feindlichen Völker vor dem deutschen Werwolf lvach zu halten und ihre Hoffnung auf die Aushungerung und die innere Selbstzerfleischung des Untiers zu beleben. Und diese Hilfstruppe unserer Feinde hat die Stirn, das Patent besonderer vaterländischer Gesinnung für sich zu beanspruchen. Sic besitzt die Dreistigkeit, jeden als„inneren Feind" zu bezeichnen, der ihrem verderblichen Treiben in den Weg tritt. Sie bringt den moralischen Mut auf, sich den Leitern des Staates als Schutztruppe höchster nationaler Güter zu empfehlen. Das deutsche Volk müßte sein Antlitz vor Schain verhüllen, wenn das deutsch sein sollte, was sich in dem Treiben der alldeutschen Maulhelden, Interessen- lolitiker und Intriganten offenbart. Ihr Gebaren ist eine Schändung deutschen Wesens vor dem In- und Ausland. ES beweist, wie tief der Krieg Moral und Gewissen derer zer- rißt, deren politische Motive materielle Sonderinteressen und Machtvorrechtc sind._ Ver Luxburg-Skanöal. Luxburg die Pässe zugestellt. Berlin, 15. September.(W. T. B.) Der argentinische Gesandte überreichte heute im Auswärtigen Amt eine Note, in der er im Auftrage seiner Regierung die Mitteilung inachte, daß Graf Luxburg infolge der in seinen Telegrammen zuni Ausdruck gebrachten Auffassungen aufgehört hätte, xor- bo,i» grata zu sein und daß ihm infolgedessen die Pässe z u g e st e l I t wurden. Nach gleichzeitiger Aeutzernng des argentinischen Gesandten richtet sich die getroffene Maß- nähme ausschließlich gegen die Person deL Grafen Lux- bürg. Es bestätigt sich damit, daß Graf Luxburg von der argentinischen Regierung die Pässe zugestellt erhielt, zu deutsch, hinausgejagt wurde, noch che ihn der Auftrag der deutschen Regierung erreichte, zur persönlichen Berichterstattung nach Berlin zu kommen. Die Regierung hätte sich diese Schande ersparen können, wenn sie unter Verzicht auf alle Heimlichtuerei rasch die notwendigen Folgerungen gezogen und den unmöglich gewordenen Diplomaten abberufen hätte. Daß Herr Michaelis bei seiner völligen Unerfahren- heit in diplomatischen Dingen, der Lage nicht gerecht werden konnte, verwundert iveiter nicht. Auf Freiherrn v. Kühle- mann aber hatte man als erfahrenen und tüchtigen Diplo- maten Hoffnungen gesetzt. Es ist hart zu sagen, daß sie bei der ersten Probe enttäuscht worden sind. Deutschfeindliche Kundgebungen. B u e n o s A i r c e, IS. September.(Meldung der Agenee HavaS.) Graf Luxburg, der von Eordoba kam und eine feind- selige Kundgebung auf dem Bahnhof von Buenos Aires befurch- tele, stieg auf dem Bahnhof von St. Martin, 29 Kilometer vor Buenos Aires, unter dem Schutze der Behörden aus. Tie Presse billigt einmütig die Haltung der Regierung. Hierauf wurden die Gcschäftsschilder der deutschen„La- P l a t a- Z e i t u n g" zerstört. Bor dem Gebäude des deutschen Klubs kam es zu w ü st e n S z c n e n. Ter Mob warf die Scheiben ein, drängte die Polizei zurück, stürmte das Gebäude, zertrümmerte die Einrichtung und warf die Trümmer auf die Straße. Das Haus wurde in Brand gesteckt. Die Feuerwehr vermochte das Feuer aber bald zu löschen. Bor der deutschen Gesandtschaft blieb die Menge eine halbe Stunde. Als es hieß, daß sich ein Kranker in dem Gebäude befinde, zog sie ab. 7 Bürger und 3 Schutzmänner wurden verwundet. Der Obcrkommissar der Polizei hat alle weiteren Zusammenrottungen verboten. London, 14. September.„Central News" zufolge erführt „Daily Chronielc" aus Buenos Aires über die bereits kurz ge- meldeten deutschfeindlichen Kundgebungen, daß der Mob im Gebäude der deutschfreundlichen Zeitung„La Union" die Fensterscheiben einwarf, aber von der Polizei ver- hindert wurde, in das Gebäude einzudringen. Wansing enthüllt weiter! Eine Nachricht, die nach den bisherigen Erfqhrungsn Herzbeklemmungen verursachen muß, veröffentlicht W. T. B. Sie lautet: Berlin, 15. September. Reuter verbreitet einen von dein amerikanischen Staatsdepartement veröffentlichten angeblichen Bericht des deutschen Gesandten in Mexiko, der sich mit der Person des dortigen schwedischen Ge- schäftsträgers befaßt. Dieser Bericht ist an Berliner amt- lichen Stellen nicht bekannt. Es erheben sich die Fragen: Welches Interesse hat das amerikanische Staatsdepartement an der Veröffentlichung? Was hat der deutsche Gesandte in Mexiko über den schwedi» schen Geschäftsträger berichtet? Warum teilt Wolff den von Reuter verbreiteten Text nicht mit? die Zukunft Polens. Kaiserlicher Grlasi an den Generalgouverneur von Warschau, General von Beseler. Mein erlauchter Bundesgenosse, Seine K. u. K. Aposto- lische Majestät, nnd Ich haben Uns zu einem weiteren AuS- bau des polnischen Staatswesens, für das Wir durch die Pro- klamation vom 5. November 1916 den Grund gelegt haben, entschlossen. Der harte Kriegszustand gestattet leider noch nicht, daß ein König die alte, polnische Krone zu neuem Glanz erweckt und daß eine ans allgemeinen und unmittel- baren Wahlen hervorgegangene Volksvertretung ihre Beratungen zum Wohle des Landes ausnimmt. Dagegen wollen Wir schon jetzt die Staatsgewalt in der Hauptsache in die Hände einer nationalen Regierung legen, wäh- rend die Rechte und Interessen des Volkes einem neuen, e r- lv eiterten Staatsrat anvertraut werden sollen. Den Okkupätsonslnächten werden in wesentlicher Uebereinstiin- mung mit den Anträgen der Vertrauensmänner des Landes nur jene Befugnisse vorbehalten, die der Kriegszustand«» fordert. Ich erhoffe, daß dieser neue, aus der Bahn zur Verwirk- lichung eines selbständigen polnischen Staates getane Schrrtt sich in seiner weiteren Auswirkung als segensreich erweisen und dazu führen wird, daß das durch die russische Herrschaft so lange in seiner freiheitlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung gewaltsam zurückgehaltene Land durch die eigene Kraft seiner Bürger und den freien, selbst ge- wählten Ä n s ch I u ß an die in treuer Freundschaft zu ihm stehenden Mittelmächte einer friedlichen und gesegneten Zukunft entgegengeht. Demgemäß beauftrage Ich Sie, das angeschlossene Pa- tent, betreffend die Staatsgewalt im Königreich Polen, �e- meinsam mit dem K. u. K. österreichisch-ungarischen Militär- gouvernenr in Lublin zu erlassen. Großes Hauptquartier, den 12. September 1917. gez. Wilhelm I. 1?. Auf Grund dieses Erlasses, der ähnlich auch vom öfter- reichischen Kaiser an den Grasen v. Szeptycki ergangen ist, haben beide Generalgouverneure gemeinsam einen Erlaß an die geschäftssührende Kommission des Polnischen Staatsrats gerichtet, in dem gesagt wird, daß der Re- gentschastsrat als ein geeignetes Mittet betrachtet werde, die Zünftige Monarchie vorzubereiten. Es wird betont, daß der Staatsrat in neuer erweiterter Gestalt und mit ver- mehrten Rechten Wiederaufleben solle. Der Staatsrat solle in Zukunft auf dem Gebiet der Gesetzgebung nicht nur eine beratende, sondern eine beschließende Stimme hoben. Im Anschluß an diesen Erlaß veröffentlichen die beiden Generolgouverneure folgendes Patent vom 12. September 1917, betreffend die Staatsgewalt im Königreich Polen. Artikel l. t. Die Oberst« Staatsgewalt im Äömgveich Polen wird bis zu ihrer Uebernahme durch einen König oder Re- g e n t e n unter Wahrung der völkerrechtlichen Stellung der Okkupationsmächte einem Regen tfchaftsrat übertragen. 2. Der RegenifchastSrat besteht aus drei Mitgliedern, die von den Monarchen der Okkupationsmächte in ihr Amt ein- gefetzt werden. 3. Die Regicrmigsakte des RegentschafiSrates dedürfen der Gegenzeichnung des verantwortlichen Ministerpräsidenten. Artikel kl. t. Die gesetzgebende Gewalt wird vom Regent- chaftörat unter Mitwirkung des Staatsrates des Königreichs Polen nach Maßgabe dieses Patentes und der hiernach zu erlassen- den Gesetze ausgeübt. 2. In allen Angelegenheiten, deren Verwaltung der polnischen Staatsgewalt noch nicht überlassen ist, können gesetzgeberische An- träge nur mit Zustimmung der Okkupationsmächte im Staatsrat behandelt werden. In diesen Angelegenheiten kann neben den nach Ziffer 1 berufenen Organen des Königreich« Volen bis auf weiteres auch der Generalgouverneur, edoch nur nach Anhörung des Staatsrates, Verordnungen mit Ge- etzeskraft erlassen. Außerdem kann der Generalgouverneur zur Wahrung wichtiger KriegSintereffen die unadweiSlich notwendigen Anordnungen mit Gesetzeskraft erlassen sowie ihre vevbindendc Kimdmachnng und Durchführung auch durch Organe der Pol- nislben Staatsgewalt verfügen. Di« Verordnungen des General- gouverneurs können nur auf demselben Wege, auf dem sie erlaffe» sind, aufgehoben oder abgeändert werden. 8. Gesetze sowie Verördnungen 7>e'r Polnischen SkaalZgewalf,' hie Rechte und Pflichten für die Bevölterung begründen sollen, müssen dem Generalgouverneur der Okkupationsmacht, in deren Verwaltungsgebiet sie in Kraft treten sollen, vor ihrer Er- laffung zur Kenntnis gebracht werden und können nur bindende Kraft erlangen, wenn dieser nicht dagegen innerhalb 14 Tagen noch Vorlgge Einspruch erhebt. Artikel III. Der Staatsrat wird nach Maßgabe eines be- sonderen Gesetzes gebildet, das der Regentschastsrat mit Zustim- mung der Okkupationsmächte erlätzt. Artikel IV. I. Die Ausgaben der Rechtsprechung und Verwal- hing werden, soweit sie der Polnischen Staatsgewalt überlassen sind, durch polnische Gerichte und Behörden, im übrigen für die Dauer der Okkupation durch die Organe der Okkupationsmacht ausgeübt. 2. Der Generalgouverneur kann in Angelegenheiken, die die Rechte oder Interessen der Okkupationsmacht berühren, die Ueberprüfung der Gesetz- und Rechtmätzigkeit von Entscheidungen und Verfügungen der polnischen Gerichte oder Behörden im gesetz- mätzigen Jnftanzenzuge veranlassen und bei der Schöpfung des Urteils oder der Entscheidung in oberster Instanz die betroffenen Rechte oder Interessen durch einen Vertreter geltend machen. Artikel V. Die völkerrechtliche Vertretung des Königreichs Polen und das Recht zum Abschlutz internationaler Vereinbarungen können von der Polnischen Staatsgewalt erst nach Beendigung der Okkupation ausgeübt werden. Artikel VI. Dieses Patent tritt mit der Einsetzung des Regentschaftsrates in Kraft. Die„Nordd. Allgem. Ztg." versieht diese amtlichen Mel- düngen mit einem längeren Kommentar� aus welchem folgen- der Satz besondere Hervorhebung verdient: In welchen Grenzen, in welchen endgültigen Formen und Zusammenhängen das Staatsleben im Ge- biete der derzeitigen Generalgouvernements schlietzlich seine dauernde Gestaltung finden wird, entscheidet sich erst beim Frie- densschluss«! dann erst werden allgemein die wechselseitigen staatlichen Verbindungen, Beziehungen und Orientierungen in Europa eine feste Zukunftsgrundlage erhalten. Dieser Satz enthält eine ungewollte, darum aber nur noch schärfere Kritik der bisher in Polen unternommenen Schritte und auch der neuesten Erlasse. Es ist nur recht und billig, wenn den Polen während des Krieges � nationale Selbstverwaltung gewäbrt wird und wenn die Mittelmächte den Polen versprechen, bei den künftigen Friedens- Verhandlungen kräftig für ihre Rechte eintreten zu wollen. Darüber hinaus einseitige Bindungen zu schaffen, ist unmöglich, und darum muß alles,>vas fetzt in Polen ge- schiebt, als etwas Vorläufiges betrachtet werden. Angesichts der Haltung, die die russische Regierung einnimmt, ist es so gut wie gewiß, daß es bei den Friedens- Verhandlungen gelingen wird, eine Lösung der polnischen Frage zu finden, die den Wünschen der Polen nach nationaler Selbstverwaltung gerecht wird. Heber die Formen, in wel- wen diese Wünsche ihre Erfüllung finden werden, über Stoatsform und Zugehörigkeit zu größeren Reichsverbänden oder vollständige staatliche Selbständigkeit läßt sich zurzeit noch nichts Endgültiges sagen. Das wird erst auf der F r i e- denskonferenz geschehen können. Darum sollte nian auch den Schein vermeiden, als ob man den Polen bezüglich ihrer Staatsform und ihres Anschlusses an die eine oder die andere Seite Vorschriften machen wollte. Das deutsche Interesse verlangt gebieterisch eine Lösung der polnischen Frage, die zwischen dem deutschen und dem russischen Volk keinen Stachel zurückläßt. Lieber als eine Freundschaft, die bis an die Weichsel reicht, muß uns eine Freundschaft bis an den Stillen Ozean sein. Diese wie jene läßt sich ober nur auf dem Boden vollständiger Freiwilligkeit gewinnen. .Keine Annerionen, Selbstbestinimungsrecht der Völker— damit ist die Richtlinie auch für die Lösung des polnischen Problems gegeben. Gegen den Jrredentismus gibt es aber nur ein Mittel: die Polen, die nach dem Kriege mit anderen Völkern in staatlicher Gemeinschaft hausen werden, müssen so frei sein wie die Deutschen, die Franzosen oder die Jtallener in der Schweiz. Die Befreiung der Polen und die Aus- gleicbung deutsch-russischer Gegensätze kann nur erfolgen durch einen Frieden im Geiste der Demokratie! %* Die„Germania" schreibt: Der Staatsrat kann unter den augenvlickliöhen Verhältnissen zwar noch nicht aus allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlen hervorgehen, er wird aber auf Grund des zu erlassenden Gesetzes gewählt werden und etwa läd Mitglieder umfassen. Die Persönlichkeiten für den Regentschaftsrat und den Posten des Ministerpräsidenten stehen noch nicht fest. Man nimmt aber als bestimmt an, datz der Erzbischof von Warschau K a k o w s k i den Vorsitz im Regentschaftsrat fuhren wird. Als zweites Mitglied darf man wohl den Fürsten Lubomirski betrachten. Für die dritte Stelle nennt man den Grasen Ostrowski oder Staats- anwalt N i c m o j e w s k i. Als Ministerpräsidenten wünschen viele den früheren österreichischen Botschafter in Washington Grafen Adam Tarnowski, doch kommen auch noch andere Persönlich- keiten in Frage. Die allbeutsch-konservative Presse koivmt vom Stand- Punkt ihrer„Machtpolitik" und ihres grundsätzlichen Völker- Hasses aus zu einer Ablehnung der neuen Beschlüsse, die nach ihrer Auffassung ein viel zu weites Entgegenkommen an die polnischen Wünsche zeigen. Stockholm. Ein entlarvter Saboteur. Kivenhagen, 1ö. September. Ter Stockholmer Vertreter des Blattes..S o c i a ld e m o k r at c n" meldet: Die russischen Delegierten beschuldigen Havelock Wilson, im Dienste des ennlischen Imperialismus mit kapitalistischen Mitteln an der Vereitelung der Abreise der Fnrdensdelegierten nach Stockholm iu arbeiten. Das russisch-holländisch-skandinavische Komitee pro- testiert dagegen einstimmig. Ein Manifest öes neutralen Konferenzkomitees. Die Schuld der lauen freunde. Stockholm, 15. September. sEigener Drahtbericht des„Vor- iväcts".) Das holländisch-skandinavischc Konferengkomitce schloß gestern in einer Abendsitzung seine Verhandlungen mit der Fertig- steltung eines Manisesttz über die Situation der Konfcrens. Das Manifest erscheint Montag. lieber die Schwierigkeiten, die der Feststellung dcS MainfestS eiiigegenstanden, teilt uns unser Berichterstatter mit: Die fcockwie- rigkeiten liegen in der Vorlegung eines aus verschiedenen Memo- randen destillierten FriedenSprogramms, gegen welch«, grund- saWche Bedenken geäußert werdM', da darch dieses Versah«» leicht das Gegenteil der Absicht erreicht werden könnte und neue Hinder- nisse der Einigung geschaffen sowie das neutrale Komitee selbst in den Parteistreit hineingezogen werden könnten. Tatsächlich liegen ow Hindernisse der Konferenz nicht im mangelnden Ausgleich zivischen den Friedcnsprogrammen der verschiedensten Parteien, und nicht nur in der Patzverweigerung, sondern namentlich in dem derzeit noch mangelnden Willen einiger Parteien zur Friedens- aktion. Es besteht hier die Besorgnis, datz die Verkleisterung dieser Tatsache durch ein dekoratives Programm die Enttäuschung großer Massen über den Verlauf des Konferenzunternehmens nicht be- heben lvürde, dagegen die künftigen Bemühungen erschweren könnte. Unleugbar wirken auch die französischen und russischen Ereignisse zunächst ungünstig auf die guten Aussichten der Konferenz ein. Die französische Regierung Painleve ist entschieden gegen Stockholm und Ribot ist der Urheber der Patzveripeigerung sowie ein stiller Anhänger des Annexio- nismus, andererseits ist noch ungewiß, ob das Ausscheiden Thomas aus der Regierung den Kampf der sozialistischen Fraktion gegen die bürgerliche KriegspoUtik oder für eine radikalere ministerielle Kombination mit stärkerer sozialistischer Vertretung ein- leitet. Immerhin läßt die abwartende Haltung der Sozia- listen die Vermutung zu, datz die Volksstimmung den Sozialisten von der weiteren Mitverantwortung abrät. In Rußland hingegen nehmen die Regierung und die Sowjets immer patriotischeren Cha- rakter an; auch klagen sie den Urheber des Generalputsches aii, einen Sonderfrieden anzustreben. Tatsächlich schrieb die „Nowoje Wremja" vor der Sistierung des Generals Kornilow wörtlich:„Wozu sollen wir kämpfen in einer Situation, bei der wir in größter Gefahr sind, sozialisiertzu werden? Der Bürger und die Bourgeoisie verstehen sehr gut, daß es ihnen unter der deutschen Herrschaft nicht schlechter ginge als unter jener der revolutionären Demokratie." Die Sowjets be- schlössen, an einer Konferenz, an welcher Engländer und , Franzosen unvertreten sind, nicht teilzunehmen. Dieser Beschlutz veranlaßt« die Sowjetdelegierten in Stockholm, auf kein baldiges Konferenzdatum hinzudrängen. Abreise üer russischen delegierten. Stockholm, lk. September.(Eigener Drahtbericht des „Vorwärts".j Heute sind die Delegierten des Sowjets heimgereist mit Ausnahme von Goldenberg, welcher zur Leitung des Sowjet-Bulletins hier bleibt. Eaillaux unü painlevö. Aus der Vorgeschichte des Ministeriums Painleve ist den Pa- rifer Blättern zufolge die folgende wichtige Tatsache nachzutragen: Mittwoch nachmittag begaben sich 4 Delegierte des äußersten Flügels der radikalen Sozialisten, darunter die Abgeordneten C a i l l a u x und R e n o u I t, zu Painleve und teilten ihm mit, ihre Anhänger seien mit dem Eintritt Renoults als SiaatSminister ohne Portefeuille in das Kabmett nicht einverstanden, und wünschten die Ernennung Renoults zum Mini st er des In- n e r n. Nachdem die sozialistische Gruppe die Beteiligung am Ministerium abgelehnt hatte, beschlossen die Parteifreunde Caillauxs und Renoults mit 35 gegen 4 Stimmen(die radikal-sozialistische Fraktion zählt 167 Mitglieder) sich an der Kabinettsbildung nicht zu beteiligen. Der Abgeordnete Renault teilte diese Entscheidung Painleve mit, sowie auch den radikal-sozialistischen Kandidaten Besnard, Renard, Vincent und Long, die in die Kammer zurück- kehrten und mit den Mitgliedern ihrer Gruppe berieten. Alle radikal-sozialtstischen Kandidaten, mit Ausnahme Renoults, be- schloffen, auf die Entscheidung der 35 keine Rücksicht zu nehmen, nachdem sie einmal Painleve ihre Zustimmung gegeben hatten. der Krieg auf öen Meeren. Berlin, 14. September. Amtlich. Im Sperrgebiet um Eng- land wurde wiederum eine größere Anzahl Handelsschiffe und einige Fischcrfahrzeuge mit insgesamt 2200H Hr.-Reg.-To. durch die Tätigkeit unserer U-Boote vernichtet, darunter der belgische bewaffnete Dampfer Elizabethville(7017 To.) mit Oel in Fässer» vom Kongo nach Falmouth, ei» französischer Segler mit Kohle» nach Nantes, ein Dampfer mit Erdnüssen von Dakar nach Dünkirchen, ein unbekannter, belabeuer, in Sicherung fahrender Dampfer, ferner der belgische Fischkutter Joanot, die englischen Fischkutter Nnith und Rosarp. Bon einem der N-Bootr wnrde am 5. September im Nacht- angriff in der Nähe der englischen Ostküste ein Kriegsfahrzcug vom Aussehen des Torpedo-Kanonenbootes Halcyon torpediert. Detonation des Torpedos wurde einwandfrei beobachtet. Ein anderes U-Boot er- zielte am 9. September im Aermelkanal einen Torprdotrrffer auf eine» kleinen Kreuzer der Arabis-Klasse. Durch eine unmittelbar auf den Treffer folgende Munitionsexplofion wurde daS Achterschiff des Kreuzers dicht hinter dem Großmast«ollständig abgerissen; Sinken der beiden Schiffe konnte von den betreffende» U-Booten nicht beobachtet werde». Der Chef des Admiralstabes der Marine. Berlin, 14. September. Aus von einem unserer U-Boote erbeuteten Papieren eines englischen Schiffes geht hervor, datz in England sehr grotzer Mangel an Steuerleuten für die Handelsschiffe herrscht. Auf einem Dampfer mutzte ein Mann von 73 Jahren als zweiter Steuermann angemustert werden. * Berlin, 15. September. Amtlich. Reue U-Booi-Erfolgc im Bermelkanal: 4 Dampfer und' 1 Segler mit rund 20000 ör.-N.-To. Die Dampfer waren sämtlich bewaffnet, einer davon ein Tankdampfer. Der Segler hatte 1400 Tons Oel, Reis uyd Stückgut nach Le Havre geladen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Ein neuer deutscher Schlachtkreuzer. Berlin, 15. September. Der heute in Danzig vom Stapel gelaufene große Kreuzer hat den Namen Graf Spee erhalten. Der Mitgliederbestand der sozialdemokratischen Partei. Die konservcrtiv-alldeutschc Presse ergeht sich in hämischen Betrachtungen über den„Mitgliederschwund" der sozialdemo- kratischen Partei, der aus dem Bericht des Parteivorstandes an den Würzburger Parteitag hervorgeht. Es ist unseres Wissens das erstemal seit Kriegsausbruch, daß au den Mit- gliederrückgang einer Organisation ein solcher Maßstab der Kritik gelegt wird, wie hier. Aus das„vaterländische Empfinden" der Gegner wirst es ein recht eigentümliches Licht, wenn sie über»Mitgliederschwund" höhnen, wo sie doch ganz genau wissen, wohin diese Mitglieder per- schwunden sind: in die Massengräber vor Verdun und in den Karpathen, in die Schützengräben von der Ostsee bis zu den Alpen und von der Donau bis zur Düna. Die„Deutsche Tageszeitung" lvird zum Beispiel gewiß den unzweifelhaft gleichfalls vorhandenen Mitgliederrückgang des Bundes der Landwirte als ein Zeichen dafür feiern, welche Opfer die Landwirtschaft dem Vaterlande gebracht hat. Bei der Sozial- deniokratic höhnt man über„Mitgliederschwund". Des weiteren wird die Frage erlaubt sein, welche p o l i- tische Organisation unter den gegenwärtigen Umständen einen höheren Mitgliederbestand aufzuweisen hat als eine runde Viertelmillion. Wenn es eine gibt, mag sie sich melden. Wenn es aber keine gibt, so soll man sich schon im eigenen Interesse vor der Selbsttäuschung hüten, daß die Aktionskraft der Sozialdemokratie im Erlahmen sei. Das Erwachen aus diesem Traum könnte allzu schmerzlich werden! Indes hat es ja seit jeher zu den beliebtesten Kamps- Mitteln der Gegner gehört, die Sozialdemokratie totzusagen, und immer noch haben sie mit solchen Prophezeiungen ihre roten Wunder erlebt. Das nächste wird, des sind wir gewiß, bei den ersten Wahlen nach dem Kriege kommen: dann wird sich erst zeigen, wie das Eintreten der Sozialdemokratie für Verteidigung, Frieden und Freiheit auf die Massen ge- wirkt hat. Wenn uns also der Hohn der Gegner über den sozial- demokratischen Mitgliederschwund nicht die Fußspitzen berührt, so soll damit keineswegs gesagt sein, daß die Massen und vor allem die Leser der sozialdemokratischen Presse aus ihm keine Lehren zu ziehen hätten. In der Haltung der Gegner zeigt sich sehr deutlich, daß sie die durch den Krieg verschuldete vorübergehende Schwäche der Partei- organisation zu ihren Zwecken, zu Zwecken der Kriegshetze und der Kriegsverlängerung, auszunutzen bestrebt sind. Je stärker trotz Kriegszustand die sozialdemokratischen Organisa- tionen sind, desto geringer sind die Aussichten der Konserva- tiven und Alldeutschen, mit ihren unheilvollen Plänen durch- zukommen. Die Folgerung, die daraus zu ziehen ist, ergibt sich für jeden, der noch nicht Mitglied der sozialdemokratischen Parteiorganisation ist, von selbst. Lette Nachrichten. Kornilows Proklamation an üas russische Volk. Amsterdam, 15. September. Harald Williams drahtet der „Daily Chroncle" den Text der Proklamation Kornilows an das russische Volk. Das Schriftstück lautet folgendermaßen: Ich, Oberbefehlshaber General Kornilow, erkläre vor der gesamten Nation, datz meine Pflicht als Soldat und die hingebende Liebe zu meinem Vat er lande mich in diesem Augenblicke grotzer Gefahr für unser nationales Bestehen dazu gebracht haben, dem Befehl der Vorläufigen Regierung nicht zu gehorchen und den Obevbefehl über die nationale Armee und die Flotte weiter zu führen. In diesem Beschlutz von den Befehlshabern an allen Fron- teil bestärkt, erkläre ich vor dem ganzen russischen Volke, datz ich lieber sterben werde, als meines Amtes als Oberbefehlshaber enl- hoben zu werden. Ein treuer Sohn des Volkes desertiert niemals von seinem Posten, sondern opfert lieber sein Bestes, was er besitzt, sein Leben, hin. In diesem wahrhaft furchtbaren Augenblicke im Bestehen des Landes, wo die Zugänge zu beiden Hauptstädten dem siegreichen Vormarsch des Feindes so gut wie offen stehen, erweckt die Borläuftge Regierung, die die großen Fro- gen des unabhängigen Bestehens des Landes aus den Augen verliert, beim Volke die Furcht vor einer Gegenrevolution. welche sie selbst durch' ihre Unfähigkeit zu regieren, ihren Mangel an Bereitwilligkeit, entschieden aufzutreten, und ihrer Schwäche beim Ausüben der Rcgierungsgewalt hervorruft. Ich darf als ein Sohn des Volkes, der ich vor aller Augen mein ganzes Leben lang mich seinem Dienst gewidmet habe, nicht aufhören. über die großen Freiheiten und die große Zukunft meines Volkes zu wachen, wo seine Zukunft trägen und schwachen Händen anver- traut ist. Der Feind, der durch Bestechung und Verrat in unserem Lande auftritt, als ob er da zu Hause wäre, will die Vernichtung nicht nur der Freiheit, sondern auch des Bestehens des russischen Volkes. Auf, Männer Rußlands, aus Eurem Wahn und Eurer Verblendung, lauft nicht in den Abgrund, in den Euer Land hineinzustürzen im Begriff steht. In dem Verlangen, Zusammen- stötze zu vermeiden, dem Vergießen des russischen Blutes im Burger- kriege zuvorzukommen und alle Beleidigungen vergessend, appelliere ich im Angesicht des ganzen Volkes an die Vorläufige Regierung und sage ihr: Kommen Sie nach meinem Hauptquartier, wo ich Ihnen mein Ehrenwort für Eure Freiheit geben will, und bildet mit mir eine Regierung nationaler Verteidigung, welche den Sieg sichern wird und das russische Volk zu einer großen Zukunft. eines mächtigen und freien Volkes würdig, fähren wird. Eine Hossnungsmeldung Reuters. Amsterdam, 15. September. Reutcr meldet aus Peters- bürg: General Kornilow hat den Oberbefehl noch nicht niedergelegt. Alexejew, der die Untersuchungskommission begleitet, soll heute im Hauptquartier eintreffen. Bern, 15. September. Pariser Blätter berichten, in Reval sei ein Streik ausgebrochen. In verschiedenen Fabriken fordern die Arbeiter eine Lohnerhöhung von 100 Prozent. Die Zahl der Streikenden betrage 16 000. Verbot des„Utro Rossij". Stockholm, 15. September.(Eigener Drahtbericht des „Vorwärts".). Kerenski verfügte die Einstellung des Moskauer Blattes„Utro Rossij" wegen seines Eintretens für Kornilow. Die Wirkung der Luftaugrifsc auf London. Berlin, 15. September. Die Aussagen von drei im Luftkampf abgeschossenen englischen Fliegeroffizieren geben zum ersten Male ein authentisches Bild von den ungeheuren Verwüstungen, welche die deutschen Luftangriffe in London hervorriefen. Bon dem An- griff der deutschen Grotzkampfzeuge Mitte Juli erzählen sie, daß eine Bombe in das Haupttelegraphenamt einfiel und dort gewaltige Zerstörungen anrichtete. Höchst empfindlich war auch der Schaden, der durch einen Treffer in die Bank von England angerichtet wurde. Aber die Regierung ergriff sofort derart strenge Abfperrungsmatznahmen, datz die Oeffentlichkeit keine Einzelheiten erfuhr. Besonders gewaltig waren die Verlufte in Ramsgate. Hier wurden eine große Anzahl von Soldaten getötet. Lansings neueste Enthüllung. Amsterdam, 15. September. Nach einer Meldung des Reuter- scheu Bureaus benutzt die amerikanische Presse die Veröffentlichung eines angeblichen Briefes des deutschen Gesandten in Mexiko durch Lansing zu neuen Ausfällen gegen Schweden.„World" schreibt, Schweden benutze seine Neutralität dazu, dem deutschen Kaiser heimliche Dienste zu leisten und die Vereinigten Staaten und die änderen alliierten Länder würden dementsprechend auftreten müssen. HewerWiflsbewWNS Verlin und Umgegend. Lohnbewegung der Berliner Wäschearbetter. Die Berliner Wäs sprach Genosse Leber über den bevor- stehenden Würzburger Parteitag. Zum Schluß seines � Referats empfahl er die Beschickung des Parteitags durch einen- Delegierten. Die Versammlung erklärte sich mit dem Lowonag des Genossen Leber einverstanden und wählte den Genoffen Fischer als Delegierten zum Würzburger Parteitag. Sodann referierte Genosse Leber über die Verhandlungen wegen Ein- führnng eines Parteiblattes, welches den Standpunkt der Sozial- demokratischen Partei vertritt. So sehr wie Genosse Leber es be- grüßte, daß die Genossen die„unabhängige"„Rcußische Volks- zeitung" nicht mehr lesen wollten, so ersuchte er aber noch»m etwas Geduld. Er empfahl aber zum Schluß seiner Ausführungen eine einstimmig angenommene Erklärung, die in der„Reussischen Volkszeitung" veröffentlicht werden soll, damit die Genossen im Fürstentum die Wahrbeit über die Tätigkeit der„Unabhängigen" erfahren. Nach Erledigung einiger- geschäftlicher Angelegenheiten konnte die Generalversammlung mit dem Hinweis, für die Geschlossenheit der Arbeiterschaft einzutreten, gc- schloffen werden._ Bezirkskonfcrcuz der Jugendansschüsse im westl. Westfeleu. Auf einer in Dortmund abgehaltenen Konferenz konnte fest- gestellt werden, daß sich die Jugendbewegung während des Krieges gut gehalten hat. Nach einem vorübergehenden Rückgange ist die Zahl der Abonnenten, die vor Ausbruch des Krieges vorhanden war, wieder überschritten worden: sie betrug am l. April d. I..1870. Der Kasienbestand konnte von 196 M. auf 285 M. gesteigert werden, Der erstmalig zu Pfingsten veranstaltete Bezirksjugendtag bedeuietc einen grossen Erfolg; eS wurde beschlossen, ilm alljährlich zu wiederholen. Von Differenzen infolge der Parteispaltung blieb die Bewegung verschont. In der lebhaften Aussprache wurden die Fragen der Jugendheime. Lichtbildervorträge, Wanderherbergen, Spielleiterknrse usw. ausführlich behandelt. Der Mitgliederbestand der Unabhängigen wird von der»Leip- ziger Volkszeitung" auf 120 000 angegeben. Humanistische Gemeinde Berlin. Heute nachmittag o Uhr' findet in der Aula der Frfedrich-Weiderschen Oberrealschuli„ Niederwallltr. 12, arüäfilich des dreitzigjährigcn Bestehens der Gemeinde ein Vortrag über: as will die Humanistische G e m e i n d e statt. Gäste willkommen. Ner antwortlich für Politik: Erich Kuttner, Berlin: sür den übrigen Teil des Blattes: Alfred Sch-lz, Neulölltt: für Inserate: TI,. Gl-«-, B-rlm. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckcrei». Verlagsanställ Paul Singer& Co., Berlin sw. Hierzu L Beilagen. »>u»ini»nlNidMni>»aNnd>mi«N!ii>u>iiid>oi>uii»m, A. WERTHEIM aiUiUdiliiHiiitiHiiiMiui>«'> imiiuiiiiuiiiiuiiuillUtft�s IN DIESER WOCHE: MODEN-AUSSTELLUNG Herbst- und Winter-Neuheiten in Damen-Kleidern, Kostümen, Mänteln, Blusen, Kleider- und Morgenröcken, Kinder-Kleidung usw. Auslage der neuesten Modelle Damenkleider Jackenkleider u. Mäntel T/T"J a. reinwoll. 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Ganz besonders war es die letztere Industrie, die von 1903 bis zum Kriege, also in einem Zeitraum von nicht ganz 11 Fahren, es verstanden hat, sich eine Lormachtstellung aus dem Weltmarli zu verschaffen; welche auch dazu angetan war, den Inhabern in reichem Maße goldenen Segen in den Schoß zu schütten. Emen Beilrag zu dem Verlauf dieser Entwicklung bietet auch das Zahlenmaterial des Reichsversicherungsamts und die Jahresberichte der Berufs« genossenschaft der chemischen Industrie. Die Zahl der versicherungs« Pflichtigen Betriebe ist vom Jahre 1903 bis Ende 1913 von 7747 auf 15 042 Betriebe und die darin beschäftigten Lollarbeiler von 168 950 auf 2�7 629 Vollarbeiter gestiegen; was bei den Be» trieben als eine Zunahme von 94 Proz. und bei den Vollarbeitern als eine solche von über 63 Proz. anzusehen wäre. Ein ähnliches Bild zeigen die»Tatsächlich verdiente Löhne, Gehälter usw.�, die von 174 402 866 M. für das Jahr 1903 im weiteren Verlauf all- jährlich bis für 1913 aus 367 565 326 M. gestiegen waren. Diese Entwicklung ist durch den Krieg nur in einem geringen Maße unter- brachen worden. Im Gegenteil. Wie allgemein nach dem finan- ziellen Stand der chemischen Industrie heute zu übersehen und durch den Bericht dieser Berussgenossenschaft für 1916 bestätigt wird, trägt der Krieg nicht unbeträchtlich dazu bei, hier im-großkapitalistischen Sinne eine weitere Rückenstärkung zu vollbringen. Einleitend wird in diesem Bericht gesagt: »Der chemischen Industrie ist im Kriege die Aufgab- zugefallen, den gesamten Bedarf unseres Heeres und unserer Marine sowie «inen großen Teil des Bedarfs der verbündeten Heere an Pulver und� Sprengstoffen usw.. an Heilmitteln und auch im beträchtlichen Umfange die zur Sicherstellung der Ertragfähigkeit des Ackerbodens nötigen Dnngstoffe herzustellen. Diese gewaltige Aufgabe stellte Anforderungen an die chemische Industrie, denen sie nach erfolg- reicher Lösung der mit ihnen verbundenen schwierigen wiffenschait- Iichen Probleme in der Praxis nur durch Errichtung neuer, in der Hauptsache aber durch Vergrößerung und Unigestaltung bestehender Betriebe gereckt werden konnte. Im weiteren wird dann offen darauf hingewiesen,»daß sich eine Zusammeiisaffuiig der Industrie von Viesen kleinen Unternehmungen auf wenige größere Betriebe immermehr vollzieht, was auch zur besieren Wahruehmung des Arbeiterschutzes von den technischen Aufsichtsbeamtcn als einen Zorlfchritt begrüßt wird.*— Die folgenden Zahlen zeigen den Beschäftigungsgrad während des Krieges, vergleichtich zu dem letzten Friedensjahr Zahl der Tatsächlich verdiente Betriebe Vollarbeiter Löhne usw. 1913 15 042 277 629 367 565 826 1914 15 014 245 980 328 574 401 1915 14 914 219 646 309 680 469 1916 14 993 236 420 401 323 031 Der Bericht beklagt den Mangel an geeigneten Arbeitskräften, wodurch den Betrieben die Fertigstellung ihrer Aufträge sehr er- schivert wird. JmZusammenhang hiermit stehen die»tatsächlich verdienten Löhne, Gehälter* usw. Der»JahreSdurchnittslohn* eines Voll- arbeftetts betrug 1913'-1324 M.. 1914 1336 M.. 1915 1410 M. und 1916 1566- M. Danach ist gegenüber dem Friedensjahr 1913 für das-TeuerungSjahr 1915 eine Lohnerhöhung von 86 M.(6,50 Proz.) und für 1916 eine solche von 242 M.(18,27 Proz.) zu verzeichnen. Diese Lohnzunahmen sind äußerst minimal und jämmerlich. Das sind gewiß keine Löhne, die mit den Gesundheitsgefahren der Ar» beiter in diesen Betrieben und am allerwenigsten mit der Kaufkraft d«s Geldes in den letzten Jahren, mit der Lebcnsverteuerung und vor ällem mit den Rieienprofiten der chemischen Industrie in Ein- klang' zu bringen sind. Und dabei wird noch im Auge zu behalten sein, daß in diesen Durchschnittslöhnen, wie im Bericht für 1916 darauf hingewiesen wird, noch die Gehälter von 989 Betriebs- beamten mit weniger als 6000 M. und von 720 freiwillig versicherten Betriebsbeamten mit mehr als 6000 M.(Gehalts sowie Außerdem die Gebälter von 3250 freiwillig versicherten Kontor- beamten mit verrechnet sind: daß sich also in Wirklichkeit der Jahresarbeitsverdienst der Vollarbeiter noch geringer darstellt, der dann auch bei der Berechnung der Unfallrenten zugrunde gelegt wird.— Für das Jahr 1916 verzeichnet die Berufsgenossenschaft eine beträchtliche Zunahme der Unfälle und besonders für 1915 und 1916 eine solche der Tödlichverunglückten. Gemeld. Euischäd. Tödlich Unfälle Verletzte 1913. 15 340 1867 144 1914. 13 279 1781 170 1915. 12401 1542 301 1916. 1.4 908 2058 389 Auf je 1000 Vollarbeiter kamen Gemeldete Entschädigte Tödlich Unfälle Verletzte 55,25 7,08 0,52 53,98 7,24 0,69 56,46 7.02 1,37 58,14 8,03 1,52 Wie aus der dem Bericht beigefügten Tabelle zu ersehen, sind eS besonders die Vorgänge in der Spreng st off- Industrie(Explosionen von Pulver, Dynamit, Gasen, Benzin usw.), sowie die Vorgänge bei feuergefährlichen, heißen und ätzenden Stoffen(giftiger Stoffe, Gase, Dämpfe usw.). welche zu dieser Zu- nähme der Unfälle beigetragen haben. Auf diesen Teil der Industrie entfallen 3331 Unfälle, wovon 606 mit 278 Töd- I ichverunglückten entschädigt werden mutzten. Hiervon sind'1118 mit 329 entschädigten Unfällen einschließlich von 213 Tödlichverunglückten, — 5 5 Proz. aller Tödlichverletzten überhaupt— auf Explo- sioneir als Ursache zurückzuführen. Durch giftige Stoffe, Gase und Dämpfe sind 296 Unfälle mit 39 Todesfällen ver- anlaßt. Diese Zahlen geben nur die akuten Vergiftungen wieder, über die ungeheure größere Zahl der chronischen Vergiftungen bringt der b e ru fs g e n o s s e n s ch a f t- liche Bericht lein Zahlenmaterial.— In dem Bericht über die technische Aufsichtstätigkeit im Jahre 1916 wird dann auf die weiteren vielseitigen Unfallursachen bei der Bedienung von Maschinen, Dampfapparaten usw. hingewiesen.„Die Bemänge- lungen,* so heißt es da,»hinsichtlich der Bühnen, Leitern, Gruben und Treppen waren in erheblich größerer Zabl wie früher zu ver- zeichnen. Nickt abgedeckte Gruben, nicht umwehrte Kanäle, ebenso durch Packmaterial versperrte Türen. Treppen mit ausgetretenen Stufen, Bühnen mit gebrochenem Geländer usw. waren an der Tagesordnung.* Dazu erforderte die Fortdauer der Heeres- einberufungeu und neuerdings auch die Hilfsdienstpflicht immer mehr die Einstellung von Frauen und jugendlichen Ar- heitern, von Kriegsbeschädigten sowie von Kriegs- und selbst Strafgefangenen. So daß in den Betrieben meist unerfahrene und ungeschulte Leute beschäftigt wurden. Zu alledem versagte der technische Aufsichtsdienst. Von den elf technischen Auf« fichtsbeamten waren vier wiederholt zum Heeresdienst einberufen. Dazu kamen weiter durch Arbeitsüberlastung wiederholt Erkrankungen vor, die ebenfalls hier hemmend einwirkten. Wurden im Jahre 1913 von den vorhandenen Betrieben noch über 40 Proz. betriebstechnisch besichtigt oder revidiert, so konnte da? in den Jahren 1915 und 1916 nur noch bei etwas über 22 Proz. der Betriebe geschehen. Sehr richtig wird deshalb in dem Bericht gesagt:»Mehr noch als im Frieden hat die Berufsgenoffenschaft in der Jetztzeit ihre tech- nischen Kräfte nötig, nur den größeren Anforderungen, die durch mancherlei außergeioöhnlichen Verhältnisse an sie gestellt werden, gerecht werden zu können.* Das hätte die Berufsgenossenschaft gewiß ohne besondere Mühe erreichen können, wenn sie durch Rekla« niation bei der Heeresleitung darauf gedrungen hätte, diesen so wichtigen Aufsichtsdienst zum Vorteil des Arbeiterichiitzes aufrecht zu erhalten. ES ist sogar anzunehmen, daß es nicht allzu große Schwierigkeiten geboten hätte, die Zahl der Assistenten der Aufsichls- beamten aus den älteren Arbeitern der Betriebe zu vermehren. Für die Berufsgenossenschaft war trotzdem die Steigerung der Betricbsgefahren keine so wesentliche.»Denn die seit Jahren reget- mäßig geübte Betriebsaufsicht*, so heißt es in dem Bericht,»hat das Interesse der Unternehmer für die Unfallverhütung geweckt, sein Gewissen ist erwacht und der Blick für das Notwendige wurde ge- schärft*. Wenn dem so ist, dann hat die Berufsgenoffenschaft nach den bekannten Zuständen in dieser Industrie große Ursache, diese Erziehung für den dringlich erforderlichen Arbeiterschutz mit Nach- druck fortzusetzen.— Als besondere Gefahrenquellen wird auch/öie Unkenntnis der Arbeiter von den Unfallverhütungsvorschrifteir, die Ueberslundenarbeit, die Ueberfüllung und das notdürftige Herrichten von gebräuchlichen Maschinen in den Werkstätten angegeben, dem aber auch nach Möglichkeit entgegengewirkt werden könnte, wozu im weiteren eine leicht verständliche Belehrung der Arbeiter erforder- lich wäre. Im übrigen darf nicht verkannt werden, daß sich in der chemischen Industrie durch Aenderung eines Produktions- Verfahrens usw. sehr überraschend neue Gefahrenmomenie ergeben können, zu deren Bekämpfung sich schleunigst geeignete Maßnahmen erforderlich machen.»Bindende Unfallverhüttungsvorschriflen für solche Fälle zu erlaffen*, so äußert sich der Bericht,»iah sich der Vorstand zu seinem Bedauern außerstande im Hinblick auf das hier- für durch die Reichsversicherungsordnung vorgeschriebene umständ- liche Verfahren, das sich als völlig ungeeignet erwiesen hat.* Dar- unter leidet nicht allein die Unfallverhütung der chemischen Berufs- genosienschaft, sondern auch die der Versicherten der übrigen Berufs- genoffenichaften. Das langweilige, jahreverschleppende Genehmigungs- verfahren könnte durch vorläufige oder provisorische Maßnahmen «j Möers hjarmsteö. Von Jakob Knudsen. Der Adjunkt saß eine Weile da, ohne zu antworten, be- kam jedoch allmählich einen ganz feuerroten Kopf; plötzlich schlug er mit der Hand auf den Tisch und sagte mit einer eigentümlich hitzigen, heiscrn Stimme,— die der Madam Faurholt von der Zeit her bekannt war, als sein Bruder um Cecllie warb—;»Ich liebe Ihre Tochter, Propietär Faur- holt!— unr ihretwillen,— um sie hier bei mir zu behalten, will ich— der Sache Ghren Lauf lassen--* „Wollen Sie ihm verbieten, mein Vieh an sich zu nehmen?" „Ja I— ich wills, ich will dem Hardesvogt gegenüber das Acußerste wagen, mehr kann ich doch nicht tun!— Wir müssen dann— ja, wir müssen wohl als Grund anführen, daß es seit vielen Jahren Brauch gewesen ist, daß das Vieh da unten frei herumlief,-- das heißt: ein Grund ist das ja nicht. Teufel auch!*-- „Aber Sie sollen sich odentlich gegen sie aufführen!* sagte Madam Faurholt streng. „Sie dürfen mich nicht kränken, beste Jrau!-- Aber leider fürchte ich sehr, daß es zu spät ist. Sie hat mir gestern gesagt, daß Anders Hjarmsted ihr Bräutigam wäre, und daß sie nie einen andern nähme. Heute worgen ist ein Brief an sie gekommen. Ich glaube sicher, daß er von ihm war. Ich habe ihn beiseite gelegt. Ihn aufzubrechen getrau ich mich ja nicht.*— „Wann wollen Sie das Verbot erlaffen?" fragte Kristen Faurholt. „Ja. lassen Sie mir nun eine Woche Zeit. Ich will ja doch mit dem Hardesvogt die Sache so glimpflich wie möglich abmachen; und es ist ja nicht gesagt, ob sich auf der Stelle eine gute Gelegenheit bietet." „Es ist mir ärgerlich," sagte Faurholt.„daß dann die ganze Stadt mit ansehn sM. daß ich solange da unten beim Vieh einen Jungen herumlaufen lasse, der aufpassen muß, daß der Befehl vom Bjerrehof nicht übertreten wird." „Ja. bester Faucholt.— ganz so. wie man es haben möchte, kann man'S ja nicht immer bekommen." Proprietärs verabschiedeten sich.— Kristen Faurholt wunderte sich darüber, daß seine Frau Gjatrid gar nicht zu sehen verlangte. Es war ihm unheimlich, daraus den Schluß zu ziehen, daß sie vielleicht nicht den rechten Mut habe, mit ihrer Tochter zu reden. In dem Brief, den Anders an Gjatrid gesandt hatte,— denn die Vermutung des Adjunkten war ganz richtig,— hatte er geschrieben, daß er meine, sie sollten nicht länger warten. Seine Feindschaft mit ihrem Vater nehme ja nur zu; und er könne sich nicht darein finden, daß sie als Wirt- schafterin bei dem Adjunkten bleibe. Sie doch wohl auch nicht. Er wolle darum wissen, ob sie darein einwillige, daß er zum Pfarrhof gehe und Pastor Steffensen frage, ob er sie im Hause trauen wollte, wenn sie zu ihm kämen. Und zugleich: an welchem Tag sie meine, am besten fortkommen zu können, Er hoffe ja sofort auf einen Brief, aber er wolle zehn Tage darauf warten, wenn sie nicht eher antworten könne. Doch wenn die verstrichen seien und er keinen Brief von ihr er- halten habe, wollte er selber in des Adjunkten Wohnung gehn und sie zu sprechen wünschen, denn dann müßten wohl' Hindernisse für den Brief bestehen, die sie nicht überwinden könne.-- Diesen Brief erhielt Gjatrid gar nicht. Am Tage nach der Auktion war Anders beim Gerstesäen beschäftigt. Es sollten zwei säen und zwei eggen.— So war es beabsichtigt; doch als die Arbeit beginnen sollte, war Mads Horsens nicht gekommen. Anders und Jens Vegger, ein Häusler, gingen also vorläufig allein aufs Feld. Im Lauf des Vormittages traf Mads Horsens ein. Nun kamen er und der Großknecht zu den andern aufs Feld.— Anders fragte ihn gleich, warum er zu spät käme. Mads erwiderte, er hätte heute morgen früh Nachricht vom Adjunkten Fischer erhalten, ob er nicht gleich zu ihm kommen wolle. Anders fragte, was der Adjunkt den Knechten vom Bjerre- hos zu sagen hätte. „Ja, ich bin gut bekannt mit den Juristen," sagte Mads, sie haben mich so oft nach'diesem oder jenem zu fragen." Andere hätte sich unter andern Umständen nicht mit dieser Antwort begnügt. Jetzt schwieg er, denn er merkte, daß er zu heftig werden würde. wenn auch nicht beseitigt, so doch abgeschwächt werden;«S wäre endlich an der Zeit, bierzu eine Ergänzung oder Aenderung in der R ei ch s v e r si ch er u n g s o r d n u n g durchzuführen._(ch GroßScrlln Ein 60 jähriger Parteiveteran. Heute vollendet Genosse Stefan Fritz sein 60. Lebensjahr. Den Genossen des 3. Kreises ist Genosse Fritz als eine der festesten und markantesten Säulen der Partei wohlbekannt, steht er doch seit Anfang der 80er Jahre im internen Parteileben. Unermüdlich wirkte er unter dem Sozialistengesetz für unsere Ideen— keine Arbeit, keine Mühe und keine Gefahren scheuend. Nach dem Fall des Sozialistengesetzes im Jahre 1890 entfaltete Fritz um so energischer seine Tätigkeit und wurde von den Genossen des 3. Kreises mit dem höchsten Ehrenamt des Vertrauensmannes betraut. Zehn Jahre lang bekleidete Fritz dieses Amt zur vollsten Zufriedenheit der Genossen. Dann war er bis zur Zentralisation Vorsitzender des 3. Kreises. Im Jähre 1902 übernahm er d«s Amt eines Zeiürngsspeditenrs, das er heute noch inne hat. Ihtiet Fritz' Leitung und der tatkräftigen Mithilfe zielbewußter Genossen stieg die Abonnentenziffer des„Vorwärts" gewaltig, �bitz, ist weiterhin als Funktionär im Kreise tätig und bekleidet nvch heute das Amt eines Abteilungsführers. Wiederholt wurde ihm die Vertretung auf den verschiedenen Parteitagen übertragen, und überall war die rührige Persönlichkeit Fritz' ej/nt gern ge»- sehene und woihlbekannte Erscheinung. Daß Fritz' seine gewerk. schaftlichen Pflichten ebenso treu erfüllt wie sein« politischen, ver- steht sich ganz von selbst. Wir hoffen und wünschen, daß' es unserem bewährten Genossen noch lange Jähre vergönot sein möge, in ungebrochener Kraft seine wertvollen Dienste ver Partei widmen zu können./ Reform des Zweckverbandes Grost-Berliu. Die Abänderung des Gesetzes über den Aweckverband Groß- Berlin soll nahe bevorstehen. Es wich gemeldet, dem preußischen Landtag werde demnächst eine Vorlage darüber zu- gehen. Oberbürgermeister Mermuth glaubt, wie die„Voss. Ztg.* mitteilt, hoffen zu können, die Vorlage werde wenigstens von dem Gedanken durchzogen sein, daß die Gesamtbürger- schaft Groß-Berlins durch Wahlen unmittelbaren Einfluß auf die Zusammensetzung der Verbaudsversammlung gewinnt. Das ist allerdings eine ganz selbstverständliche Focherung. Aber hoffent- lich denkt Oberbürgermeister Mermuth nicht an«in Wablshstem für den Zweckverband, das nach dem„Muster* des dreiklafsigen Gemeindewahlrechts gebildet wäre. Beschwerdeinstanzen bei Mieterhöhungen. Der Berliner Magistrat hat vom Ministerinm die Genehmigung zur Errichtung der Mieteiniaungsämier als Beschwerdeinstanzen bei Mieterhöhungen erhalten. Er hat den Verein Berliner Wohnungs« mieter(81V 47, Lichierfclder Straße 23) ersucht, ihm geeignete Bei- sitzer für die Mieteinigungsämrer zu nennen, und das ist sofort ge- schehen. Die Berliner MieteinigungSämter hatten sich in den letzten beiden Jahren von 10 aus 4 vKmindert, sie sollen aber jetzt wieder vermehrt werden. Eine diesbezügliche Bekanntmachung ist in Bor« berertung._ Wer gilt als Kartoffel-Selbstversorger? Man schreibt uns: Als Selb st versorger gelten nach den Bestimmungen der Reichskartoffelstelle alle Kartofselerzeuger, die Angehörigen ihrer Wirtschaft einschließlich des Gesindes, sowie Naturalbe rechtigte, insbesondere Altenteiler rmd Arbeiter, soweit sie Kraft ihrer Berechtigung oder als Lohn Kartoffeln zu beanspruchen haben. Bei Berechnung der den Selb st versorgern zu belassenden Kartoffel mengen werden in Ansatz ge-- bracht: a) ein Fünftel des Ernteertrags zur Deckung der zum Wer- füttern freigegebenen Kartoffeln und der Verluste durch Schwund. Zur Verftitterung freigegeben sind nur ungesunde Kartoffeln oder solche unter einer Mindestgröße von 1 Zoll(2,72 Zentimeter): h) als Eigenbedarf des Kartoffelerzeugers und seiner Wixt- schaftsangehörigen(nach Maßstab von 1% Pfund pro Tag rnid „Das ist, der Teufel soll mich holen, eine andere Wirt- schafterin, die er sich genommen hat, als die, die er vorher hatte," sagte Mads.,_ „Mit der kann er sich wenigstens amüsieren. Obschon er und die Alte sich gewiß auch gut miteinander unterhalten haben." Anders gab dem Großknecht und MadS Anweisung, wo sie beginnen sollten und fing wieder an zu säen. Zur Vespcrzeit am Vormittag.— sie aßen im Felde,— begann Mads Horsens wieder.„Ich Hab ihn ja wegen der Jungfer Gjatrid ausgefragt. Denn wir sind doch gut bekannt von Stavn her." „Das lügst Du doch," sagte der Großknecht.„Du wirst dem Adjunkten wohl nicht viel zu sagen gehabt haben!" „O!" rief Mads.„Ich habe, der Teufel soll mich holen, hundertmal mit Adjunkt Fischer gesprochen. Ich und er. wir sind ja auf Stavn gleich gut zu Hanse.— Gewiß, ich Hab ihm gesagt, er und Jungfer Gjatrid leisteten sich wohl so manchesmal ein ordentliches Plauderstündchen. Ja, hat er gesagt, sie wäre heute doch erst den vierten Tag bei ihm. Aber jedenfalls wären er und sie die letzten drei Nächte erst zu Bett gekommen, als die Uhr weit über zwölf ge- Wesen wär." Anders fühlte zu seinem Schrecken, daß er hierzu gar nichts sagen konnte. Er merkte, daß er nur die Wahl hatte zwischen völligem Schweigen und ganz unbeherrschter Wut. — Er war schon mehrmals von der Macht über- rascht worden, die seine Liebe zu Gjatrid über ihn ausübte, nie jedoch so wie in diesem Augenblick. Jens Vegger, der ganz gewiß noch nie im Zuchthansc gewesen war, aber als Mensch nicht viel hoher als Mads Horsens stand, grinste übers ganze Gesicht, sicherlich nicht bloß über des Mads Worte, sondern auch über die Wirkung, die sie auf Anders hatten. Den Großknccht dagegen machte die Situation verlegen. „Ich Hab' ihn auch geftagt," fuhr Mads fort,„ob sie dasselbe Zimmer haben solle, das die alte Wirtschafterin ge- habt hat." „DaS lügst Du in Deinen Hals hinein 1" brach JenS Vegger mit schallendem Gelächter los. (Forts, folgt) Kopf für die Zeit vom IS. September ISN bis 14. September 1918) 5,5 Zentner für den Kartofselerzeuger und jeden seiner Wirt� schaftsangehorigen; c) der Saatgutbedorf in Hohe von 49 Zentner für das Hektar der Kartoffelanbauflächc; et) die für die landwir ts ckaftlichen, kartofsclverarbeitenben Brennereien angezeigten Äartoffelmengen; e) die für die landwirtschaftlichen Trocknereien und Starke- faibriken einschließlich Genossenschaften und Gesellschaften zwecks Verarbeitung in diesen Fabriken angebauten, der RcichSkartoffel- stelle angezeigten Kartoffeln.__ Kartoffelversorgung. ?n Uebereinstimmung mit den Nachbargemeinden hat der Magistrat Berlin eine Bestimmung dahin erlassen, daß vom 17. September ab die Kartoffclzusatzkarten für Schwerarbeiter in Fortfall kommen, so daß ein jeder gleichmäßig vorläufig bis auf weiteres 7 Pfund Kartoffeln in der Woche zu empfangen hat, und zwar in der laufenden Woche in Berlin 5 Pfund auf Kartoffelkarte und 2 Pfund auf den Ab schnitt III der Lebensmittelkarte. Ferner ist der Höchstpreis für das Pfund Winterkartoffeln im Kleinhandel ab 17. September au 19 Ps. festgesetzt worden. Sodann wird die ebenfalls in Uebereinstimmung mit den Nachbargemeinden getroffen« Verordnung über den Absatz von Kartoffeln verkündet. Bei dieser Verordnung ist besonders hervor zl�heben, daß die Einfuhr von Kartoffeln nach Berlin und die AuS- suksir nur mit Genehmigung des Magistrats erfolgen darf, und daß jeder» der selbst Kartoffeln bezieht, unmittelbar nach deren Ein gang wahrheitsgemäß Anzeige über die empfangene Menge beim Magistrat zu erstatten und seine Kartosselkarten bei der zu, ständigen Brotkommission abzugeben hat. Zuwiderhandlungen gegen die lPerordnung sind mit Strafe belegt. Auch können die Kartoffeln, avf die sich die strafbare Handlung bezieht, mit schlag belegt werden. Sodann verSffentlicht der Magistrat Berlin ebenfalls in Ueber. einstimmung mit dft großen Mehrzahl der Nachbargemeinden eine Bekanntmachung, in der er den.Kartoffelbezug, und Zentnern, seitens dtfc hiesigen Einwohner unmittelbar zeuger näher regelt. Der Magistrat sieht) ebenso wie fast alle Nachbargememden in diesem Winter davon.ab, selbst den Haushaltungen einen Wintervorrat von Kartoffelib zu liefern, und zwar mit Rücksicht auf die erheblichen Unzuträgllk�teiten, welche eine derartige Ver sorgung im vergangenen Jahre niit sich gebracht hat. Er ist aber bereit, denjenigen, der Kartoffeln stom Lande beziehen kann, nach Möglichkeit hierbei zu unterstützen. Entsprechende Anträge sind am besten im Bureau des Magistrat«!. Abteilung für Kartoffel Versorgung, Schicklerstr. 7, 1 Treppe, za stellen, wo auch bereit- willigst die erforderliche Auskunft erbeilt werden wird. El empfiehlt sich, bei solchen Anträgen gleich eine.» ausgefüllten Fracht brief mitzubringen, der den Namen und genaue Adresse des Ver- r_______ v � 5A müssen zahlen.— Laug- jähriger Leser. Ihre Anfrage ist unklar. Meinen Sie die RcichSwuchcii- bilfe oder Kriegskinderspende. Legen Sie den Suchverhalt erst tlar.— W. M. 30. Kommen Sie in die Sprechshunde.— H..\>. 13. 1. und 2. Nein. Sie selbst hatten jedoch Ansprach aus Mietsuntcrsliitzung. M. T. 000. Die Wohnung kann zum-Ablauf des Vertrages gekündigt werden. Wegen der.Zahlung der vollen Miete stellen Sic Antrag an das dortige MietseinigungSamt cvcntl. an den Gcraeindevvrstand wegen Bcr- Mittelung.— A. B. 100. Kommen Sic in dil- Sprechstunde.— 31!. V. 14. An die Handwerkskammer, Berlin, Teltowier Straße.— 31. I. 99. Sie muffen vor einem Notar einen Güterreci tsvcrlrag schließen, ni dem Sie das Eigentum Ihrer Ehefrau anerkennen, auch aus den Nießbrauch verzichten, dann beantragen Sie Eintragung in das GütcrrcchtSrcgister.— is. K. 47. Sie sind Soldat. Die Steuersvatge läßt sich genau nicht be- antworten. Haben Sie zurzeit hier in Berlin noch Eintommen'< Waren Sie vor der Einberufung mit mehr als 3000 SB. veranlagt?— •t>. 8. liil. 1. Falls keine Kinder vorhanden sind, erben die Eltern respektive Geschwister die Häiste. 2. Ja.—(f. 33). 30. G. S. Wenn die Ehescheidung wegen Ehebruch erjolgt, kann dem als schuldigen Teil aus Antrag oerboten werdear. die Person, Mit weicher er Ehebruch getrieben hat, zu heiraten.— F. G. 20. Sic tonnen die Für- sorge nicht mebr verhindern. Führt sich der«ohn beim Militär gut, wird ihm wahrscheinlich der Rest der Fürsorge rriasscu.— U. W. 90..Vtai, — P. R. 10«. Ihre Frage ist unverständlich.— M. 10. Nein. Ihre Eltern können dann vom Lehrherrn bastb-rr gemacht werden. 2. Au Las Bezirkskommando, eventuell an den Truvpenteil direkt. 3. Beenden Sie doch erst Ihre Lehrzeit. Für Ihr späteres Fortkommen ist dies unzwegei- hast vorteilhast.— ErbschaftSangclegcnheit. 1. Die Erbschaft ist nicht verjährt. 2. Ihr Stiefbruder konnic nur seine leiblichen Eltern bccrbci:. Sie beerben Ihre gemeinsame Mutter und den leiblichen Vater,— Alfred 81. Sie sind doch Soldat und rechnet die Dicustzcit stlbsivLr- stündlich weiter.— Schiebung 1917. t. Es ist leider nur durch cuie Beschwerde Abhilfe zu schaffen. 2. Unberechtigter Urlaubsverweigermig kann nur durch Beschwerde im Instanzenwege abgeholfen werden.— S. 98. Ihre Strafe ist durch den Amncsticcrlaß gelöscht.— K. F. 99. Die sonst nötigen Papiere, Geburtsurkunde usw. und die Einivilligung der Militär- behörde.— St. P. 67. Eine Beschwerde wäre beim Polizeipräsidium über das Polizeirevier einzureichen.- O. I. Rehfelde. Sie Häven keinerlei Anspruch, da Ihr Mann nicht Kriegsteilnehmer ist.— 31. 1. Ja. — T. St. 3805. Waren Sie zur Zeit der Geburt des Kinde« noch Soldat, so hat Ihre Frau Anspruch aus Rcichswochenhilic. Antrag r-r a» die Krankenkasse, der Sie zuletzt vor Ihrer Einberufung angehörten, zri richten. Falls Sie zurzeit schon entlassen und Bedürftigkeit vorliegt, ist cm Antrag an die Kriegskindcrspende deutscher Frauen, Privatkauzlei ker Frau Kronprinzessin in Potsdam, Neuer Garten, zu richten.— B. G. M 100. 1. Nach der BundesratSverordmmg vom 30. September tbii, R. G. Bl. S. 1097, ß 1 sind von der Angestelltenversicheriliig befreit Personen, die vor dem Kriege keine versicherungspstichlige Tätigkeit aus- geübt haben, auch nach Beendigung des Krieges nicht ausüben werde». die also nur während der Kriegsoäuer eine sonst versicherangSPflichtigc Beichästigung ausüben. Entrichtete Beiträge werden» nach§ 2 jedoch nicht rcchtSunwirksain. Will solche Person versichert sein, sö muß sie es dem Direktorium melden. 2. Ja.— BS. Tch. 10«. 1. Ja. 2. Nein. — St. 58. Ein preußischer Morgen saßt 2553 Quadratmeter. Tie Quadratiute ist kein gebräuchliches Flächenmaß mehr, ihre Größe ist in de» einzelnen Ländern verschieden, m Deutschland ivar sie in der Regel 10 F/ij lang und 10 Fuß breit.— K. P. 68 118. Die Behörde ist im Reitst. Nach H 1S1 des Mil.-Str.-G-B. können Sic ohne Einwilligung der Militär- behörde nicht heiraten.— 3l. T. 8. 1. Ja. 2. Nein.— Käthe Dz. 67. 1. Ja. 2. Stellen Sie Antrag bei der LantzeSvcrsicherunzsanstall wegen Gültigkeitserklärung der verfallenen Karte unter Darstellung des Sachoer- Halts.— W. 31. 7. C. Ja.— Schübe im Felde. Die Frage ist nn- klar. Hatten Sie Kriegstranung? Haben Sie bezw. die Frau eine» eigenen Hausstand? Hat sich durch die Heirat in den häuslichen Verhalt. Nissen etwas geändert?— W. M. 9000. 1. und 2. Rem. iLetteranSiichte» kür das mittlere-Aorddentichlnnd dl» Montag mittag. Kühl und veränderlich, vorwiegend wollig, öfter leichte Rcgensälle. < Unserem lieben Genossen i und Abtcilungsjührer | Stefan?ntz i die besten Wünsche und| I herzlich« Gratulation zum > 60. Wiegenfeste. 2l0/13| , Der Vorstand des Sozial- i dernokrat. Vereins Berlin III. 4(S. P. D.) Allgemeine Ortskrankenkasse für Nowawes und Umgegend. Am Montag, de» 84. Sep- tember. abends 8'/, Uhr. findet im kleinen Saale des Restaurants Max Singer, Priesterstr. 31, eine auBeronlenti. ÄDSsebuSsitzung statt, zu der die Mitglieder des Ausschusses hierdurch crgebenst eingeladen werden. 279/11 Tagesordnung: 1. Statutenänderung. 2. Verschiedenes. NowaweS, IS. September 1917. Der Vorstand. W. Kerstan, K. Wilk, Vorsitzender. Schriftführer. M Smiise! Die Norddeutsche Gemüse- bau-Genoffenschakt(Geschäfts- stelle Berlin W is, Pariser StraBe 18 a) vergrößert ihre Pflanzungen aus das Doppelte und nimmt jetzt wettere-Mit- glicder mit Anteilen von 100 Mark bis zu 2000 Marl als stille Deilnchmcr aus. Kriegs- anleihe wird zum vollen Nenn- wert in Zahlung genommen. Jedes Mitglied erhält Gemüse für den eigene« Bedarf. Das übrige wird an die Reichs- gemüseitelle verkaust. Der llicin- gewinn dient zur Verzinsung der Einlagen und wird als Dividende an die Mitglieder verteilt. 82/5* Näheres purch dm Vorstand. Bekanntmachung. Teigwaren» Gerstengraupen oder Gerstengrütze. Gemäß§ 5 der Verordnung über Lebensmittelkarten vom 18. Oktober 1916 wird jür den Gememdebezirk der Stadt Berlin folgendes bestimmt: I. Aus Abschnitt Nr. 112 der Lebensmittelkarte entfallen 100 Gramm Teigware». II. Aus Abschnitt Nr. 113 der Lebensmittelkarte entfalle« 100 Gramm Gerftengraupen oder Gerstengrütze. III. Die Abschnitte Nr. 112 und 113 sind in de» durch ein Aushängeschild „Verkauf von Teigwaren auf Lebensmittelkarten der Stadt Berlin- gekennzeichneten Geschäften gegen Empfangsbescheinigungen, und zwar in der Zeit vom Montag, de» 17., bis einschließlich Mittwoch, den 19. September 1917. abzugeben. Nachträgliche 3ln»ahme findet nicht statt. IV. Die Kleinhandelsgeschäste haben die von ihnen an- genommenen Karlenabschnitte in der bisher vorgc- schriebcnen Weise an ihren Großhändler abzuliefern, und zwar am Tonnerstag, den 89. September 1917. V. Die Ware wird dann in der üblichen Frist bei den Kleinhandelsgeschästen gegen Rückgabe der Empfangs- besch elnigungen zur Verfügung stehen, sie must spätestens bis zum 19. Oktober 1917 abgenommen werden, da sonst der lllnspruch ans Lieferung verfällt. VI. Es ist unzulässig, die Karlenabschnitte in Geschäften abzu- geben, in denen nicht das vom Magistrat ausgegebene Aushängeschild(siehe zu III) angebracht ist. Geschästen, die nicht im Besitze des Aushängeschildes sind, ist die Annahme der Kartenabschnitte unterjagt. Berlin, den 15. September 1917. Magistrat der König!, siaupt- und llestdenzstadt. 286 Br. 5. Abteilung für Brotverforgung. Spezialarzt | I»r. med. Colemann" f.Geschlechtskrankh., Haut-, Harn-, Frauenleiden. ner»8s. Schwäche, Beinkranke.• Ehrlich- llata- Kuren (Dauer 12Tage). Behandl. schnell, sicheru. schmerzlos ohne Berufsstömng in Dr. Homeyer& Co. kor.z, Labor. f.Blutuators., Fäden im Harn usw. frieirietelr.JU'SS: Spr.10-1 u. 5-8, Sonnt. 10-1. 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Adolf Rudolf, GeschäftSdieuer. Fritz Sangerhausen,«rbeitslutscher. Ernst Seipt, Jlldastriearbeiter. Albert Schultz, Straßcnbahnarbciter. Paul Stahr, Rollkutscher. Erich Wachsmut, Arbeitskutscher. Otto Westphal, Packer. Franz Wirsig, Jodustriearbeiter. Ehre ihrem Andenke«! j/iS Die Bealrbsleltang. Schon wieder erreicht uns die traurige Nachricht, daß einer unserer Angestellten in der Bifite seiner Jahre ein Opfer des Weltkrieges geworden ist. Am 10. September verstarb im Lazarett an den Folgen seiner schweren Wunden Herr Erich Bohnhardt. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen ge-| | wissenhaften und treuen Mitarbeiter. Sein An- | denken soll uns stets in Ehren bleiben.[445b • Der Vorstand der Orfskrankenkasse für das Bncbdruckgetrerbe !&•,»■?; Unbennherzig hat das tragische Weltgeschehen I ieVio weit ero Lücke in unsere Reihen gerissen. Nach erfolgter schworer Verwundung(Becken- [ schnß und Gasphlegmone) starb in einem Kriegslazarett am 10. September d. J. unser lieber Kollege, der Landsturmraann Erich Bohnhardt im 41. Lebensjahre. Schon einmal vom Schicksal 1 verfolgt, verließ ihn trotzdem nicht sein im Dunkel | Kos Lebens glänzender Humor. Um so mehr er- svhütte.rto uns die betrübende Nachricht, daß sci'on nach kurzem Verweilen auf dem Kriegs-| schanphttze zum zweiten Male das Unglück sich | ihm entgegenstellte. 446b Nun ist er erlöst von Qnaleu und Schmerzen, Doch weäter noch lebt er in unseren Herzen. Die Kolleginnen nnd Kollegen der Ortskrankenkasse| für dls Buchdruckgewerhe zu Berlin. Als Opfer des Weltkrieges fiel bei einem Sturmangriff in der Nacht vom 9. zum 10. August 1917. mein lieber Enlcl. Sohn nnd Bruder, der Musleticr 7Nl Kall Sclmackenhaus �Jnh. des Eisernen Kreuzes, im 19. Lebensjahve. In tiefer Trauer «itwe Henriette Schneckenhaus, als Grohmutter, Schönebcrg, Bahnsfr.28. »arie Schneckenhaus, als Mutter. Erich Schneckenhaus, zurzeit im Felde, Helene Schneckenhaus, Anna Schneckenhaus, Martha Schneckenhaus, als Geschwister. Du gingst so früh zur Ewigkeit .Was sagen die paar Worte für tiefes Herzeleid? In tiefem Schmerze Deine Schwester Helens. MS Opfer dieses Weltkrieges fiel am 17. August 1917 nach 3 Jahre langem Ringen durch Granatsplitter mein über alles geliebter Mann, treusorgender Vater seiner Kinder, der Wehrmann Hennann Melzer Jnh. d. Eisernen Kr. II. KI. im 89. Lebensjahre. 450b In tiefstem Schmerze Ifran Herta Mtelzer nebsl Kindern u. Verwandten. Dir war das Leben kurz bemessen, und lange folgen meine Tränen Dir, o nimmer werd' ich Dein vergessen, denn Du warst alles— alles warst Du mir. Verdsnä der cithogrllphen, Steindrucfter und verwandten Berufe (Deutsch. Senefelder-Bund). Unseren Mitgliedern geben wir hierdurch bekannt, daß der Kollege, Photograph Kurt Goedicke am 12. September im Alter von 40 Jahren an Nieren- entzündung und Arterien- Verkalkung verstorben ist. Sein Andenken werden wir in Ehren Haltern Die Beerdigung findet am Montag, den 17. September, nachmittags 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des Neu- köllner Friedhoses, am Ma- riendorjer Weg, aus statt. Wir erwarten eine recht rege Beteiligung. 156/9 Die Verwaltung. Die Einäscherung unseres verstorbenen Mitgliedes, Frau Dora Sclumdl Berlin, Utrechterstraße 27 findet morgen, Montag, den 17. September, mittags 12 Uhr, im Krematorium Berlin,»erichtstraße 37. statt. 294/7 Ehre ihrem Andenken l Blanden Im rqit»er Raldllnenfetzer-Oereln. (V. d. D. B.) Sitz Berlin. Am Mittwoch, den 12. d.M., starb nach langem, schwerem Leiden unser Mttgiied, der Maschinensetzer Gllo Sprengel im 53, Lebensjahre. Wir vertieren w ihm einen braven Kollegen, dem wir stets ein ehrendes An- denken bewahren werden. Die Beerdigung findet Montag, des 17. September, nachmittags 4»/, Uhr, in Weißens ee auf dem Fried- Hof der St. Georgen-Ge- meinde, Rölckestraxe, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der vorstand. Am Mittwoch, 12. Sept., Istarb nach langem, schwerem Leide« der Maschinensetzer Otto Sprengel im 53. Lebensjahre. Wir verlieren in ihm ewen braven Mitarbeiter, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Tie Kollege» des »Berliner Tageblatts�. Die Beerdigung findet am Montag, den 17. September, nachmittags i'l, Uhr, in Weißensee aus dem Friedho! der St. Georgen-Gemeinde, Rölckestraße, statt._ 4376 veuNcher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Bertla. Bezirk Osten n. Stm 13. September starb unier Mitglied, der Hilss- arbeiter August Kricks. Ehre seinem Anbeuten! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. d. M., nach- mittags 4 Uhr,' aus dem Zenttalsriedhos in Friedrichs- selde statt. Rege Beteiligung erwartet 146/20 Der Borstand. verband der freien Lait- ) und Schankwirte veutichi. Zahlstelle Berlin. Den Mitglieder zur Nachricht, daß der Kollege Paul Abendroth Köpenicker Str. 137, Bez. 4, am 12. Sept. verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Tie Beerdigung findet am Montag, den 17. Septbr,, nachm. 4»/, Uhr, von der Halle des alten Thomas- Kirchhoses in Neukölln, Her- mannstraße, aus statt. Um regeBeteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Zentraiverdand der Böttcher, Sleinküfer u. Hilfsarbeiter Deutichlands. Filiale Berlin. Den Migliedern zur Nach- richi, daß unser Kollege Gustav Bülow (Kindl-Brauerei) am 12. d. Mts. im Aller von 71 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen GemeindesriedhosS in Neu- tölln, Mariendorfer Weg, aus statt. 22/13 Um rege Beteiligung ersucht Ter Borstand. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands. Verwaltung GroB-Bersla. Xachrnf. Am Donnerstag, 6. September, verstarb unser Mitglied Karl Moriti und am Freitag, den 7. Sep- tember, unser Mitglied OsvaldMieliaelis. Ehre ihrem Andenke»! 56/19 vie Ortsverwallung. Deutscher ßudlbinder- Verband. (Zahlstelle Berlin.) Am 11. September 1917 verstarb unser Mitglied Margarete Hein. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. Sep- tember, nachmittags 2% Uhr, aus dem St.-EIisabeth»Kirch- hos, Prmzen-Allee, statt. Zahlreiche Beteiligung er- wartet 81/1 Die Ortsverwaltung. Jut 7. iwllHitn ßrirpnlfilit. Um der Heeresleitung w umfassendster Weise die Mittel zur Weiterführung und glücklichen Beendigung des Krieges zur Versüguug zu stellen, um die Sicherheit der auswärtigen Polittt des Reiches zu starten und ihr namentlich für die Friedens- ve rhandlungen den größtmöglichen Rückhalt zu verschaffen, ist eS notwendig, nicht nur die gegenwärtig vorhandenen Barmittel, sondern auch die vorausfichtlichen Ersparnisse der kommenden Jahre jetzt schon zur Zeichnung von Kriegsanleihe nutzbar zu machen. Diesem Zweck dient unsere KrtegSanleihe-Berfichernng. Sie erleichtert die Zeichnung auf Kriegsanleihe, indem sie de» Karanfwand auf 10 Jahre verteilt. Zur Zeichnung von 1000 Mark 5'l0 iger Anleihe ist nur eine einmalige Anzahlung von ISO Mk. ersorderlich: der Rest wird in vierteljährlichen Beträgen von je 19.50 Mark, von denen der erste am 1. Januar 1913, der letzte am 1. Juli 1927 fällig ist, entrichtet. Stirbt der versicherte innerhalb dieser 10 Jahre, so sind keine Raten mehr fällig, sondern die Gesellschaft händigt das gezeichnete Stück Kriegsanleihe nebst den Zinsfchewen sofort und ohne jeden Abzug den Hinterbliebenen ans. Im Erlebensfälle erhält der Versicherte selbst die für ihn gezeichnete klimme. Ausnahme- fähig sind alle gesunden männlichen und weiblichen Personen bis zum Eintritlsalter von 50 Jahren, lieber Fünfzigjährige zahle» einen kleinen einmaligen Zuschlag. Keine ärztliche Untersuchung. Keine Wartefrist. Kriegsgefahr in voller Höhe vorbehaltlos eingeschlossen. Berfichernuge« bis Iv vvv Mk. zulässig. Die Anzahlung liefert die Mittel zur Zeichnung. WaS wir auS vorhandenen Mitteln zu zeichnen in der Lage sind, das stellen wir dem Reich bei der 7. Kriegs- anleihe obnehln voll zur Verfügung. AuS dem von uns gezeichneten eigenen Be- stände teilen wir aus Wunsch gern auch beim Abschluß einer normalen Versicherung ohne Anzahlung dem Versicherungsnehmer ein Stück in voller Höhe der Versicherungs- summe zu. Der Abschlug solcher Versicherungen ohne Slnzabiung fördert aber das Zeichnungsergebnis der 7. Kriegsanleihe nicht, da sie keinerlei neue Zeichnungsmittel bereitstellen. AuSstidrstche Prospekte und Antragsformulare find kostenlos z« erhallen bei den Vertretern und VerioaltungsbureauS der»Arminia-, bei den meisten Banken und Bankiers, sowie durch die Direktion. Dkllislhc Kebtngmjiihkriliigsbiiiik „Inninif l«.« Der öeutfihe Stäötetag erläßt folgenöe Kundgebung Niemals bisher hat dem deutschen Volke der kraftvolle, ureigne Antrieb gemangelt, wenn es galt, das Vaterland mit den Mitteln zu rüsten, deren es zur Selbstbehauptung bedarf. Ob erste, sechste oder siebente Kriegsanleihe, der unbeugsame Wille bleibt derselbe. Dieses Mal hat der Präsident der Vereinigten Staaten durch seine auch im Kriege völkerrechtswidrige Einmischung in die inneren Verhältnisse eines anderen Staates unfteiwillig uns zu noch erhöhter Opferfreudigkeit aufgerufen. Von den deutschen Städten, die im Ringen um die Entwick- lung des Staatslebens und um eine freie Selbstverwaltung gewiß nicht zurückstehen, höre er die Antwort: Den Weg zu seinen Idealen, zum rechten Staatsbürgertum, zu Glück und Freiheit bahnt das deutsche Volk sich selbst. Die Bürgerschaft der Städte, das ganze Volk aber werden Antwort durch die Tat erteilen, durch Geben und Werben für die Mermuth. Dr. von SorM. vr. Ackermann, ölüher. Dr. Dittrich. vr. Cbeling. Vr. Heßler. Dr. Gläjsing. vr. körte. Lautenschlager. Liebetrau. Linüemann. Vr. Luther. Matting. Mlchelet. Mosse. Vr. Gehler. Reimarus. Vr. Rißmüller. vr. Rive. Scholtz. Vr. Scholz. Siegrisi. Tramm. Voigt. Vr. wilms. von Wolfram. Strahlendorff HandelsaKadernie Berlin, BeuihstraBe 11, am Spiitelmarkt, Zentrum 1750. 4. Oktober beginnen Viertel-, Halbjahres- n. Jahreskurse, vormittags 9— 2 Uhr oder nachmittags 3— 8 tlhr, snr Ausbildung für das Kontor. Herren und Damen getrennt, Kurse fflr Damen mit Töc h tersch u I- oder Lyzeumsbildung. Ausführliche Lehrplane kostenlos. Ai' DDÖ tllllMM. Asthmatiker, Herzlcidcndc. Blutarme, Bleichsüchtige I finden kostenfrei Rat und Hilse durch belehrende Broschüre über anerkannte, bewährte u. ausprobierte Heilmethode ohne BerusSstörung. Kombiniertes Verfahre», viele An- 1 erkennungen von Aerzten und Geheilten. 2682' Nersandhaus„Sanrro" Spezial-irzt Dr. med. Hasche, Friedrichstr. 90 Bebandt. von Syphilis, Haut-, Harn-, Frauenleiden, svez. thron. Fälle. Ehriich-Hata-Ku- ren, schmerzlose, lürjeite Behandlung ohne Berussstörung. Blutunteriuchung. Mäß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8. Sonnt. 11— L Münzen kauft Ball. Mfinzenhdlg.. Berlin, Wilhelmstr.; 46/47.• Haar-ü.Velonrhöte Vorverkauf Stück 28 M. LWu, Bosenthalerstr. 31 II. Geschäft: W, Bayerischer Platz 7, Ecke Grunewald str. 56.* Im Feldlazarett starb am 2. September an schwerer Verwundung unser lieber, guter Sohn, Bruder und Schwager, der Hausdiener fried Birne Feld-Artillerie-Reg. Nr. 75, im 21. Lebensjahre. In teurem Angedenken ssamilie Birne, Herrn. Birne als Bruder, 14121 zurzeit im Felde. Ruhe saust im Feindesland. Nach kurzem Krankenlager verschied am 13. September mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater tfiltielm Bohne Franseckistr. 47, im Aller von 70'/, Jahren. Einäscherung am Montag. den 17. d. M., nachmittags 5 Uhr, im.Krematorium Gerichtftraße 37. 132A Um stilles Beileih bitten Witwe Luise Bohne »ebst Kindern. Kranzspenden verbeten. 2Ils Opser des Weltkrieges fiel am 20. August 1917 mein mnigstgeliebter Sohn, unser guier Bruder, Schwa- ger, Onkel, der Landsturm- mann Bm! Schlatzke im 32. Lebensjahre. In tiefer Trauer 4ZA die sehwergeprütte Mutter nebst Kindern u. Verwandten. Im Juli siel auf dem Tchtachtfelde unser lang- jähriger,, treuer Mitarbeiter und Genosse, der Landsturm- mann, Tischler 106/13 itann Göhlmann im 47. Lebensjahre. Wir werden sein Andenken stets in Ehren hatten. Die Lenolien d. IHöbelfabrik„Hoffnung" 3. 81.: W. Langer. GeBTündet 1864 waren«» gros Einzelverkauf wie alljährlich zubilligst Preisen� 5. Schlesinger, Heue Königsir. 21(0rtr") kein Laden, iL Stock. 21 zu achtenl FjFf Bitte genau auf Firma und Hausnummer in Spezial-Arzt Dr. med. Haedicke Harn-, Haut-, Geschlechtsld, Sy phil.(Behandlungsd.12 T.). Blutunters. Ehrlich- Hata- (Siilvara�n-)KMod.,schmerz- loseBehandl.o.Berufstörung. -MäßigePreise.Teilzahlung- Frieikiclist.l8]-lB8aÄrrdbs.) 11— 1. 3— 7. Sonntags 11— 1. Kriegspreis! i 3,50 M. Waidmannslust, ordb., gepflastert. Gas, Wasser, romantisch, nie wiederkehrend. Doppelter Gewinn.— Offerten D 1 Hauptexped. d..Vorwärts-. Sieplembei- von 1— 3 geschlossen. 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Ticnstag, den 18. September, abends 8 Uhr: hcv Rohrleger nnh Helfer im Eewcrkschastshansc, Cugclufcr 13. Tagesordnung: 182/1 1. Bericht über die Verhandlungen der Schlichtungs- lommiisioi: wegen Erhöhung der Teuerungszulage. 2. Bcjchluijfassnng. TaS pünktliche und vollzählige Erscheinen aller Kollegen ist unbedingt erforderlich. Tie Lrtsvcrwaltnng. Spssialflmia: Gardänenhaus Bernhard SshwarCz mit echtem Frisdenskautschuk, Ifinstl. Zähne CJoldkronon, Brücken. Plomben. Zähne ohne Platte, Zahneieh. mit Betäubg., Umarbeitg., Reparat, sofort Bill. Preise, auchTeilz. Zalia-Ppaxis M. Löser � Brunnenstraße 185, nahe Invaliricnstr. Persönl zu sprech. 10-7. Sonnt.10-12.Tel.Nd.11503 Möbel-Ängebot. Solide Möbelfirma liesert Spezial-Ein- u. Zweiziinmer- Einrichtungen sowie Einzelmöbel gegen mästige Zinsver- gütung bei kleiner Slnzahlung und geringen tnonailtchen Llatenzahltingen. Offerten 1 an die trrped. d..Vonv." 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Personen über 50 Jahre wollen sich an die Geschäftsstelle wenden. Außer durch die Geschäftsstelle und den Kasslerer erfolgt nähere Auskunft und Aufnahme neuer Mitglieder auch durch nachstehende Zahlstellen: Berlin C: Ph. Hummel, Sophienstr. 4. O: Ä. Mielert, Petersburger Straße 41. F. Sachtleben, Higaer Str. 91. XO: H. Kraft, Weberstr. 24». P. Grünke, Höchste Str. 2. X: H. Hintze, Triftstr. 1. Pritsch, Müllerstr. 174. K. Schwendermann, Graunstraße 33. H. Neye, Greifenhagener Straße 27. Verband der Gastwirta- gehilfen. Elsasser Str. 88, Aufgang B. KW; E. Renter, Birkenstr. 29a. W.Rosenthal, BrückenalleeSö W; Altendorf, Göbenstr. 19. S: Th. Jerwin, Urbanstr. 6. 8«: J. Fischer, Glogauer Str. 21. P. Horsch, Engelufer 15. F. Müller, Franzstr. 7. H. Greiwe, Kungestr. 30, Verbandshaus d. Holzarbeiter. 291/4_ Bohnsdorf: P. Thomas, Paradiesstr. 12. Uharlottenlmrg: M. Prill, Knesebeckstr. 2. O. Wermke, Englische Str. 32. F. Kasten, Uhlandstr. 32. Hohenschiinhansen: H. Höborn, Oberseestr. 68. BTenkölln: E. Bunde, Elbestr. 19—20. W. Fischer, Hertzbergstr. 18. P. Fliegner, Pannierstr. 30. P. Gürndt, Prinz-Handjery- Straße 2. 6. Zepmeisel,Hermamistr.l76 JTiederschönewelde: M. Hauptmann, Fennstr. 16. NiederschOnhansen: K. Bieger, Eichenstr. 3. EelnioKcndorf-Ost: W.\Vilsenack,Kesidenzstr.l27 Reinickendorf- West: A. Schier, Dahnstr. 4. Schöneberg: K. Schulz, Beiziger Str. 25. Treptow: P.Pippow, Karpfenteichs tr.17 Weißensee; E. Große, Lehderstr. 33. I>er Vorstand. Spezialarzt I>r. med. Wockenfnß, Friedrichst 125(Oranienb.T.i, f. Syphilis. Harn- u. Frauenleiden Ehrlich-Hata-Kur(DauerlOT.). Blutuntersuch. Schnelle, sichere sehnierzl. Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. 223/6* Snrecnstund.: 11— 1 u. 6—8. Tiselilereien gÄug eines Spezial-Artikels. Offert. unter ,1. V. befördert Rudolf blosse. Berlin SVl. 12. J. Baes« Badstr. S6 BMHÄ. Eck. Prmz.-A||ee drnMjKI�Herren-u.Knab.- (" V�Moden, Berufski. (TDu��Einsegn.- Anzüge eleg. MaB. an fertig. Billigste, feste Preise. 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Nerven- l schwäche in 6 Wochen geheilt. Sollte operiert werden.— i Herr K. Wilthaus, Berlin, Blumenthalstr. 3. Bon Ge- schwulst und Zlbszeff an alter Operationsnarbe mit 15 Be- Handlungen geheilt.— Frl. M. Muschick, Bln.-Schöneberg, Sedanstraffe 17 u bei Friebick. Bon Geschwulst u. Nerven- schwäche in 4 Wochen geheilt. Vorher dringend zur Opera- i timi geraten.— Herr A. Tchlabitz, Berlin, Caprivistr. 24. l Bon Gesichtslupus in 1 Monat vollständig geheilt. Vorher 6 Wochen mit Radium in einer Berliner Klinik ohne Erfolg 1 behandelt.— Frau E. Popp, Lichtenberg, Gärtnerstr. 10. Bo» chron. Frauenleiden, Herzschwäche und Verstopfung geheilt.— Sohn des Gärtners H. König, Pankow. In l G 6 Wochen von veralteter Beinlähmung geheilt. Vorher' anderweitig jeder Erfolg abgesprochen.— Von Nervenschwäche in vier Wochen geheilt. Erklärt sich selbst für gonz gesund.— Herr Milchhändler Eckert, Berlin, Greifen-] Hagener Str. 26. Von gichtisch-rheumat. Schmerzen in. Bein u. Fußgelenk geheilt. Sehr zufrieden.— Herr 1 A. Brofe, Berlin-Mariendorf, Strelitzer Str. 11. Von' chronischer Rückenmarkentzündung und Lähmung geheilt. 2 Vorher für unheilbar erklärt.— Herr R. Zöllner, N Reinickendorf-Ost, Provinzstraße 117. Von Lungeudluten - und Katarrh geheilt.— Frau I. Herold, Berlin, Ramler- str. 23. Von� Bronchialkatarrh geheilt.— Zwei Kinder des Kohlenhändlers Herrn Linke, Berlin, Strelitzer, Straße 6. Bor 9 Jahren von Lungenleiden geheilt, heute ff noch gesund.— Herr G. Koppe, Bln.-Rummelsburg, Alt- S Boxhagen 8. Von doppelseitigem Lungenspitzenkatarrh« geheilt.— Herr O. Neumann, Lichtenberg, Blumenthal-~ str. 13. Von Neurasthenie und nervöser Magenschwäche geheilt.— Frau E. Grosse, Berlin, Zwinglistr. 26. Von Leberleiden geheilt.— Frau Restanratenr Hering, Berlin, Schönhauser Allee 87. Bon Basedowscher Krankheit ge- heilt.— Herr Erich Bock, Berlin, Stendaler Str. 17, IV.® Bon Nieren- u. Blasenleiden, Wassersucht, allgemeiner � großer Schwäche geheilt. 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Sollte das Reich nach diesem Zeitpunkt eine Ermäßigung des Zinsfußes beabsichtigen/ so muß es die Schuldverschreibungen kündigen und den Inhabern die Rückzahlung zum vollen Nennwert anbieten. Das gleiche gilt auch hinsichtlich der früheren Anleihen. Die Inhaber können über die Schuldverschreibungen und Schahanweisungen wie über jedes andere Wertpapier jederzeit(durch Verkauf, Verpfandung usw.) verfügen. Die Bestimmungen über die Schuldverschreibungen finden auf die Schuldbuchforderungen entsprechende Anwendung. i. Annahmestellen. Zelchnungsstelle Ist die Aelchsbank. Zeichnungen werden von Mittwoch, den 19. September, bls Donnerstag, denlS.Oktoberl917,mittagsl Ahr bei dem Kontor der Zdelchshauptbank für Wertpapiere in Äerlin(Postscheckkonto Lerlin Nr. SS) und bei allen Zweiganstalten der Reichsbant mit Kasseneinrichtung entgegen- genommen. Die Zeichnungen können auch durch Vermittlung der Königlichen Seehandlung(Preußischen Staatsbank), der preußischen Central-Genossenschaftskasse inLerlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und Ihrer Zweig- anstalten sowie sämtlicher Danken, Dan kierS und ihrer Filialen, sämtlicher öffentlichen Sparkassen und Ihrer Verbände, jeder DebensversicherungSgesellschaft, jeder Kreditgenossen. schaft und jeder Postanstalt erfolgen. Wegen der Postzeichnungen stehe Ziffer 7. Zeichnungsscheine sind bei allen vorgenannten Stessen zu haben. Die Zeichnungen können aber auch ohneVerwendung vonZeichnunzs« scheinen brieflich erfolgen. 2.(Zintellung. Zlnsenlauf. Die Schuldverschreibungen stnd In Stücken zu 20000, 70 ODO, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mark mit Zinsscheinen zahlbar am 1. April und 1. Ottober jedes ZahreS aus- gefertigt. Oer Zinsenlauf beginnt am 1. April 1918, der erste Zinsschein Ist am 1. Ottober 1918 fässig. Die Schahanwelsungen stnd in Gruppen elngetesst und In Stücken zu 20000, ioooo, 5000, 2000, iooo Mark mit Zins- scheinen zahlbar am 2. Januar und 1. Füll jedes Jahres aus- gefertigt Oer Zlnsenlauf beginnt am l. Januar 1918, der erste Zinsschein ist am 1. Juli 1918 fässig. Welcher Gruppe die einzelne Schahanweisung angehört, ist aus ihrem Text erstchNIch. z. Einlösung der Schahanwelsungen. Die Schahanweisungen werben zur Einlösung tn Gruppen im Januar und Juli jedes Jahres, erstmal« im Juss 1918, ausgelost und au dem auf die Auslosung folgenden 2. Januar oder 1. Juss mit lio Mark für je 100 Mark Nennwert zurückgezahlt. Die Aus- losung geschieht nach dem gleichen Plan und gleichzeitig mit den Schatzanweisungen der sechsten Kriegsanleihe. Die nach diesem Plan auf die Auslosung im Januar 1918 enffassende Zahl von Gruppen der neuen Schahanweisungen wirb jedoch erst im Juli 1915 mit ausgelost. Die nicht ausgelosten Schahanwelsungen sind seitens des Reichs bis zum l. Juli 1927 unkündbar. Frühesten» auf diesen Zeitpuntt Ist das Reich berechtigt, sie zur Rückzahlung zum Nenn- wert zu kündigen, jedoch dürfen die Inhaber alsdann statt der Sarrückzahlung 4«/g ige, bei der ferneren Auslosung mit 115 Mark für je 100 Mark Nennwert rückzahlbare, Im übrigen den gleichen Tssgungsbedlngungen unterliegende Schahanweisungen fordern. Frühestens 10 Jahre nach der ersten Kündigung Ist das Reich wieder berechtigt, die dann noch unverlosten Schahanwelsungen zur Rückzahlung zum Nennwert zu kündigen, jedoch dürfen alsdann dl» Inhaber statt der Sarzahlung ZV/cstge mit 120 Mark für je 100 Mark Nennwert rückzahlbare, im übrigen den gleichen TilgungSbeblngungen unterllegendeSchahanweisungen fordern. Eine Bedingungen. wettere Kündigung Ist nicht zuläsflg. Die Kündigungen müssen spätestens sechs Monate vor der Rückzahlung und dürfen nur auf einen Zins'termin erfolgen. Für die Verzinsung der Gchahanwessungen und Ihre Tflgung durch Auslosung werden— von der versiärtten Auslosung im ersten Auslosungstermin(vergl. Abs. 1) abgesehen— jährlich 5 0/o vom Nennwert Ihres ursprüngsschen Betrages aufgewendet. Die ersparten Zinsen von den ausgelosten Schahanweisungen werden zur Ein- lösung mltverwendet. Die auf Grund der Kündigungen vom Reiche zum Nennwert zurückgezahlten Schatzanweisungen nehmen für Rechnung desReichs weiterhin an derVerzinsung und Auslosung lest. Am 1. Juli 1967 werden die bis dahin etwa nicht ausgelosten Schahanwelsungen mit dem alsdann für die Rückzahlung der aus« gelosten Schahanwelsungen maßgebenden Settage(110% 115% oder 120 0/(i) zurückgezahlt. 4. Zelchnungsprels. Oer Zelchnungspreks bettägf; fürdie5°/oNeichSaoleIhe,wennStacke»erfangtwerdenSS,-M., ,, 5% r wenn Eintragung in das Retchsschulbbuch mit Sperre bis zum 15. Ottober 1918 beanttagt wird...... 97,50371., » v/g Reichsschahanweisungen......98,-M� für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stückzinsea. 5. Bufeflung. Stückelung. Die Zutessung findet tunsschst bald nach dem Zelchnnngsschluß statt. Die bis zur Zutessung schon bezahlten Settäge gelten als voss zugeteilt. Im übrigen entscheidet die Zeichnungsstesse über die Höhe der Zuteilung. Besondere Wünsche wegen der Stückelung find In dem dafür vorgesehenen Raum auf der Vorderselte des Zelchnungsscheines anzugeben. Werden derarttge Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Vermitt- lungSstessen nach ihrem Ermessen vorgmommen. Späteren Anttägen auf Abänderung der Stückelung kann nicht stattgegeben werden.� Z» atta Schohimwslfinigea sowohl wl« j» b«> Slückcn de? ZUIiMatilelh« M« 1000 Marl und mehr werden auf Antrag vom ZlelchSbank-DlreNorlum aos» gefieM« Zwlschenschelu« an«g»gebei>, wer deren llmlausch In endglINlg« klick, da« Srforberllch» später öffentlich belanntzemacht wird. Dte Stück« unter 1000 Mars, l» denen Zwischenschein« nicht vorgesehea sind, werden mit möglichster Beschleunigung fertiggestellt und voraussichtlich Im April». Z. ausgegeben werden. Wünschen Zeichner von Stücken der S'lo ZtetchSanlethe unter Marl 1000 chr» beretts bezahlten, aber noch nicht geiieserten Netnen Stücke bei einer OarlehnSlass« de« Reichs zu beleihen, fo können st« dt« Ausfertigung besonderer Zwischenschew» zwecks Dcrpfündung bei der OarlehnSlaffe beantragen: die Antröge stnd au die Stelle zu richten, bei der die Zeichnung erfolgt ist. Diese Zwtschcnschein» werden nicht an die Zeichner und Vermittlungsstellen anSgehöndigi, sondern von der Reichs« bans unmittelbar der DarlehnSkasse übergeben. ö. Einzahlungen. vleZelchner können die gezeichneten Bettäge vom 29. September b. J. an Voss bezahlen. Die Verzinsung etwa schon vor diesem Tage bezahlter Beträge erfolgt glelchfasss erst vom 29. September ab. Die Zeichner find verpflichtet: SOel0 des zugeteilten Lettages spätestens am 27. Ottober b. I* 20°/,,, w»» 24. November,», 25°/,,,,,, 9. Januar 0.J, 25«/,,,,-, Februar,,, zu bezahlen. Frühere Tesszahlungen find zuläsfig, jedoch nur w runden durch 100 teilbaren SettSgeu des Nennwerts. Auch auf die kleinen Zeichnungen find Tesszahlungen jeberzest, indes nur tn runden durch 100 tessbaren Bettägen des Nennwert« gestattet: doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fSssig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt. Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der die Zeichnung angemeldet worden ist. Die im iCaufe befindlichen unverzinslichen Schahschelne des Reichs werden— unter Abzug von 5°/, Diskont vom Zahlung«- tage, frühestens aber vom 29. September ab, bis zum Tage ihrer Fälligkeit— In Zahlung genommen. 7. posizeichnungen. Die Postanstalten nehmen nur Zeichnungen auf die 5°/, RelchSanleihe entgegen. Auf diese Zeichnungen kann die Vosszahlung am 29. September, fie muß aber spätestens am 27. Ottober geleistet werden. Auf bis zum 29. September geleistete Vosszahlungen werden Zinsen für 181 Tage, auf asse anderen Voss- Zahlungen bis zum 27. Oktober, auch wenn sie vor diesem Tage geleistet werden, Zinsen für 15Z Tage vergütet. s. Amkaufth. Den Zeichnern neuer 4'/,°/, Schahanwelsungen ist es gestattet, daneben Schuldverschreibungen der früheren Kriegsanleihen und Schahanwelsungen der l., II.. IV. und V. Kriegsanleihe in neue 4'/,°/, Schahanwelsungen umzutauschen, jedoch kann jeder Zeichner höchsten« doppelt so viel alte Anleihen(nach dem Nennwert) zum Umtausch anmelden, wie er neue Schahanwelsungen gezeichnet hat. Die llmtauschanttäge find innerhalb der Zeichnungsfrist bei der- jenlgen Zeichnung«- oder Vermittlungsstesse, bei der die Schah- anweisungen gezeichnet worden find, zu fiessen. Die alten Stücke find bis zum 15. Dezember 1917 bei der genannten Stesse ein- zureichen. Die Einreicher der llmtauschstücke erhalten auf Antrag zunächst Zwischenschelne zu den neuen Schahanwelsungen. Die 5°/, Schuldverschreibungen asser vorangegangenen Zbrlegs- anlelhen werden ohne Aufgeld gegen die neuen Schatzanweisungen umgetauscht. Die Einlieferer von 5°/, Schatzanweisungen der ersten Kriegsanleihe erhalten eine Vergütung von 371. 2,—, die Einlieferer von 5«/, Schahanwelsungen der zweiten Kriegsanleihe eine Ver- gütting von M. 1,50 für je 100 Mark Nennwert. Die Einlieferer von 47a°/, Schatzanweisungen der vierten und fünften Kriegs- anlelhe haben M. Z,- für je 100 Mark Nennwert zuzuzahlen. Die mit Zanuar/Zuss-Zinsen ausgestatteten Stücke find mit Zinsschelnen, die am t Juli 1918 fällig find, die mit April/Oktober- Zinsen ausgestatteten Stücke mit Zinsschetnen, die am 1. April 1918 fällig sind, einzureichen. Oer Umtausch erfolgt mit Wirkung vom t Januar 1918, so daß die Einlieferer von Aprss/Ottober-Stücken auf ihre alten Anlelhen Stückzinsen für»/« Jahr vergütet erhalten. Sössen Schuldbuchforberungen zum Umtausch verwendet werden, so ist zuvor ein Anttag aus Ausreichung von Schuldverschreibungen an die Reichsschuldenverwaltung(Berlin 5V 68, Oranienstr. 92-94) zu richten. Der Anttag muß einen auf den Umtausch hinweisenden Vermerk enthalten und spätestens bis zum 24. Ottober d. J. bei der ReichSschuldenvervaltung eingehen. Daraufhin werden Schuld- verschreibungen, die nur für den Umtausch in Reichsschatzanweisungen geeignet find, ohne Zinsscheinbogen ausgereicht. Für die Aus- reichung werden Gebühren nicht erhoben. Eine ZeichnungSsperre steht dem Umtausch nicht entgegen. Oie Schuldverschreibungen find bis zum 15. Dezember 1917 bei den in Absatz 1 genannten Zeichnung«- oder VermiMungsstessen einzureichen. 'Die zogetessten Stücke sämtlicher Kriegsanleihen werben auf Anttag der Zeichner von dem Kontor der Relchshauptbank für Wertpapiere in Berssn na» Maßgabe seiner für die Niederlegung geltenden Bedingungen bis zum t Oktober 1919 vollständig kostenfrei aufbewahrt und verwaltet. Eine Sperre wird durch diese Niederlegung nicht bedingt: der Zeichner kann sein Depot jederzeit — auch vor Ablauf dieser Frist- zurücknehmen. Oie von dem Kontor für Wertpapiere ausgefertigten Depotscheine werden von den Oarlehnskassen wie die Wertpapiere selbst beliehen. ß � i'-. 1 i i i !-> i: II u Berlin, im September 1912. Relchsbank- üircff oriuro. Havenstein. v. Grimm. Direktion: JXs.t.Reinhardt. OentNeheM Xneater. 7 ü.: Ein Sommernachtslraum. Xachm. 3 U.(halbe Rreiaej: Die deutschen Kleinstädter. Montag: Dantons Tod. Kanunerspiele. T'.'jühr: Tündame d'Ora. X.ichm. 3 U.(halbe Preise); Minna von Barnhelni. Montag: Madame d'Or*. Volksbühne. Theater am Biilowplatz. T'morgrnndb. Schönh. Tor. 7 Dhrl Hamlet.(Moissi.) Xachm. 3 Uhr(ermäßigte Preise): Hedda tJablcr. Montag: Was ihr wollt. Heute 2 tetelliinp 2 Sachm. S'l. Uhr kl. Preise. Kinder die Hälfte, abends 71/;, Uhr. Ser EPicigreiehe Spielplan. Dazu; 9 Uhr abends Pantomime in 12 Bildern von liarl VoXIiuocUer üeröaiiil Her frJoMliiiEfl Sonntag, den 16. Septctnder, nachmittags 3 Uhr: Bottsbübne: Hedda Gabler. Schi2cr-Th. Charlottenburg: Novella d'Andrea. Schiller-Tb. O: Hinter Mauern. Minstler-Th.: Der Herr Senator. ilcsiing-Th.: Das Kind. ZI b- n d S 7-/, Uhr: Volksbühne: Montag: Was ihr ivollt. Dienstag: Lumpen« geiindcl. Mittwoch: Hedda Gabler. Donnerstag: Lum- pengesindel. 'rdeste? kür Svnntsx, 16, September. Metropol-Theater T'/jUhx; Die Czaniasflirsti!!. Deutsches Opernhans uhr.-OrpliEiisiBileröiiterwelt Friedricb-Willielmst. Theater 8U.; Ein Maskenball(Amelia). VI, Uhr; Das Drelmäderlhaus. IM 1. Scänim.! letzto Saison In Berlin. Sonntag. 16. September: Wiederholung dos neuon Zirkus-Programms. 3 gr."Vorsitellnngcn 3':\ a.T'l, U. Nachm. 1 Kind frei und Gratis-Pony-Reiten für Kinder v. Dogen- bis Mittelbalkon-Besuchern. U.». 8 Person. Reitertruppen Exotischer Dressurakt 1 Elefant, 2 Kamele, 1 Pferd, vorgef. vouiM. Nadshura, f.oiter-Kopf-Balance n. die übr. neuen Attrakt il kjohnltzcl-Jacd. Fregolia, Paul Beckers| und das große September-Programm.| Kasse ab 10 Uhr geöffnet. I Rose-Theater. Gcschlofle». Walhalla-Theater. Geschlossen. Trianon-Theater a. Bhf. Friedrichstr. Tel. Zt. 4927 Anf.'/.8 Der Anf.-/.« reizende Adrian Sonntag nachm. S1/, Uhr bei ermäßigten Preisen: Johannisfeuer von Sudermann. S 2 Vorstellungen 2 i 911 Xchm. jed. Erw. 7�1 » 0 2 1 Kind frei. A lZ In beiden Vorstellungen: Uilhelin HaMe!» in dorn Soldutenschwan k: BerMösr 3. Kompagnie Fern.; Seiita öönelund JEaxstadt und das iibr. Programm. iieatc: Militär- Konzert. je 30 Pf. 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Die SarscIiaaEr Zitadelle Schiller- Theater O 3 Uhr: Hinter Hanern. TVsUhr: Vom andern Hier. üchlller-Th. Chart. 3 Uhr: Novella d' Andrea. 7'/, uhr: Der Revisor. Thalia-Theater 3 Uhr: Die lustige Doppelehe. tm'r4: Egon und seine Franeii. Theater am Nollendorfplatz 3'/i Uhr: Immer feste druff! 7'/. uhr: Die Gulaselikanone, Theater des Westens Tv.uhr: Der verlielite Herzog mit Guido Thielscher. S'/. Uhr: Ein Walzertraum. ü Zwei Ü gl. Vorstellungen Nachm. 1 Kind freit In beiden Vorstellungen: Das grofiartige Zum Schluß der AbendvorsteUnng: ie 3 Pierrots. Nniversal-vrlesstcllzr 5j50 Mark, Buchhandlung LorwärlZ, Lindcnstraße 3(Ladenk_ Berliner Konzerthaus NATIONAL-theaIer '1,8 Stürmischer Erfolg!'/t8 1 Bei täglich ausverkauftem Hansel Das Ist die Siebe...! Gperettenp. in 3 Ahr. v.Döhlin. Musik». Walter Brommc.[ 1. Bild: Baron Fliegenleims Pleite. 2. n: Rennbahn Karlshorst. 3.,: Gcrichlssaal in Kiekemal. Hannidarsteller: Varl Wessel. 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Admiralspalast. 2 Vorstell., 4 u. Tlt Uhr. Nachm. kleine Preise. Abrakadabra. Gr. phantastisch. Ballett auf dem Eise. Abends EinlaB 7 Uhr. Vorzügliche Küche. � Voigt-Theater. Badstr.$8. Badstr. 58. Sonntag, den 16. September, abends 7 Uhr: Eröffnung der Wwtcriplelzeit Motüaa, den 17. September: Stc Himmelsleiter. Aihert ßassermannl in dem Schauspiel: „Da sollst Keine anderen Götter haben" Kesie; Ad. Gärtner. Verheiratete Innggesellen. In der Hauptrolle; Viggo Larsen. Besinnt 3 Uhr. Reiehshailea-IliEater Heute nachmittag i Uhr und abends T-l, Uhr Stettiner NachmitL ermäßigte Preise! Logen t M., Parkett 73 Pf.. dermania-fraehtsäle Chausseestr.HO. G. Richter Jed. Sonntag Paul Mantheys lustige Sänger u.Konzert Anfang des Konzerts 6 Uhr, Vorstellung 7 Uhr. Militär und Kinder 35 Pf. Jeden Sonntag Paul Mantheys lustige Sänger und Konzert Meine Flechte für deren BeleUbiüia mir ton ilerzfen ieu eiw» einem J-hre'alleVmislichen MUlei uerlchriedsn wurd-ri'.di-«der ntdüs tollen. tftk..i(|i' duich Sät Spejtalmtttel last verschwunden. Töldg. W-iU-r es. Reichel» Uechfe». delsani. feit 25 Jadreil aldniut bcoälitt. fflf. 3.25. Ott« Reichel, IBeuia. lä SlleiinalaltuiiX