gt.ass.*t. j-rirrg. � HM. w,( 5 Pfennig) DMsMs a. a_*fM\ a-« W- «ertfrtssri. 3,9093?!« monaiL IZ»«h,~�V| H I«Der An,eiaenvrei» wöchentlich W Psg. ttei WS Hau,. y/ H H H«W fBi' I �. J.„ 3.. vorouszahlbar. Einzelne Wochentags- HD HH f[ H9 KB PS Hb gBrT_J betrögt f. die fiebengelpaltcne Kolonel- nnmmcrn 5 Psg. SonnIagZnummer WH I-HW WW>H»-»>> PW HD BB A/|H»eile k» Pfg.„Kleine Anzeigen", mit illiistrierlei Beilage.Tie Neue �BHW r�H H H BH � fM IM WB DH BD DB BW WH f-- // das tettgedruckle Wort 20 Pfg. lzu- Welt» l0 Psa. Postbezug! Monatlich«FWA<�Wg DB IW>H BD BD»» H> W H) WD>H£/ lässig 2"fettgedruckte Worte). ,edez lA> MI. Unter Kreuzband für W�W Hfl H flfl B>» BM BB Dfl B � B BB I Mk*. weitere Morl 10 Pfg Stellengesuche Deuitchland und Oesterreich. Ungarn W>�H �H B flfl �fl BB l DB �fl B und Echlafstellenanzeigen das erst- L.L0 MI., für das übrige Ausland« Ml. ��3 Kl B BS JHSLV.�BK. KAVJHV|H B �BBBD Wort lll Pfg.. fedeS weitere Wort ö Pfg. monatlich. Postbestellungen nehmen �H �fl>«DR DL�v �äjJßWy � �gB,\ �r/ BB Worte über>b Buchstaden zählen für an Dänemark, Holland, Luxemburg. DB HBl HP/ �P/*9/ �P/HrZ JSB\ // IH zwei Warle. Teueriingszuschlag 20»/» Schweden u. die Schweiz. Singelragen\/ S /r BH Familien» Anzeige» Sit Pfg., in die Posl-Ze>wngs.Pieisliste.—--- V/ �Br/*|H\ Volitische u. gewcrlschaftliche«ereins- «rfch.w. Ulglich.— �V�r» v inrnÄVu'ÄfM �------><— .eozinlMmofta» lötrltn.-r K-rf- ♦ � gegeben werden. Geöffnet bon S Uhr Vevlrnev Volksblertt....... Zentralorgan der fozialdeinokratifcheti Partei Deutfcblands. Neüaktion: Ew. öS, Linüenstraße 2. Mnntaa de«\7 Sevteinber 1917! Expeüition: EW. öS, Linüenstraße 2. Fernivrecher: Amt Moritzpla«. Rr. ISs Sv— 1S1 S7. j wv«•. vvv j.• ♦ Fernsprecher: Amt Moritzplaq. Nr. 151 SO— 1S1 97. Rußland zur Republik erklärt! öilöung öes neuen Kriegskabinetts. Petersburg, 16. September.(Meldung der Petersburger Tclcgraphen-Agentur.) Turch eine Bekannt- machung der Vorläufigen Regierung wird i u Rußland die Republik erklärt. A m st e r d a m, 16. September. Tas Rentersche Bureau meldet aus Petersburg, es verlaute, daß nach lau- gen Verhandluugcn ein Kricgskabinctt mit folgenden fünf Ministern gebildet worden sei: Ministerpräsident Kcrcnski, Kriegsminister General Wrrhowski, Marineministcr Ad- miral Wcrdercwski, Minister des Acußern Terestschrnko und Minister für Post und Tclegrapbcu Nikitin. Petersburg, 16. September.(Meldung der Petersburger Telcgraphen-Agcntur.) Wie von amtlicher Stelle mitgeteilt wird, ist beschlossen worden, für die Fragen der Regierung und der Verteidigung die Macht zeitweilig iu den Händen einiger Personen zu vereinigen, die zur Vorläufigen Regierung gehören. Die Revolte Kornilows hat eine doppelte Wirkung auf die innerrussischen Verhältnisse ausgeübt: Sie hat die Pro- visoriscl)c Regierung veranlaßt, endlich offiziell die Republik in Rußland zu verkünden und— gleichzeitig die Zügel der Diktatur noch strafser anzuziehen. Das neue Kriegskabinett bedeutet einen � diktatorischen Ausschuß aus- geprägtester Art, in dein K e r e n s k i mit zwei hohen Mili- tärs. dem bürgerlich-iinperialistischen Kadetten.Tser-est- schenk» und dem ziemlich unbedeutenden Ni k it i n un- umschränkt herrscht, während die s o z i a l i st i s ch e n E l e- m e n t e von ihm ausgeschlossen sind— weder Zeretelli noch Dscheidse noch Skobclcw noch sonst einer der bekannten Ar- bei ter führe r gehören dem Kriegskabinett an. Gleichzeitig hat Kerenski in seiner Person die höchste zivile mit der höchsten militärischen Gemalt vereinigt, er hat Kornilows erledigte Stelle als Oberbefehlshaber der Armee— obwohl militärischer Laie— mit übernommen. So ist seine Diktatur jetzt formell vollkommen. Wie der Sowjet diese Wendung der Dinge hinnehmen wird, bleibt abzuwarten. Zwar hat das Scheitern des Kornilowschen Putsches für einen Moment die Bedeutung des Arbeiter- uend Soldatenrats in den Vordergrund gestellt, aber die innere Uneinigkeit der Marimalisten und Mininialisten scheint jede Aktionsfähigkeit dieser Körperschaft stark zu beeinträchtigen. So hat der Sowjet in verschiedener Besetzung erst die maximali- st i s ch e Entschließung angenommen, welche den Kompromiß mit jeder bürgerlichen Partei verwirft und die Diktatur des Proletariats fordert, um sie gleich darauf zugunsten der m i n i m a I i st i s ch e n Entschließung wieder umzustoßen, in der bloß Kompromisse mit den konterrevolutionä- r e n bürgerlichen Parteien verworfen werden und im übrigen die Unterstützung der jetzigen Regierung gefordert wird. Oberbefehlshaber Kerenski. Petersburg, 15. September.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Der Oberbefehlshaber Ke- r e n s k i hat einen Tagesbefehl an Heer und Flotte er- lassen, in dem er daraus hinweist, daß der Ausruhr Kornilows das normale Leben an der Front desorganisiert habe, und u. a. bestimmt: 1. Jeder politische Kamps in der Armee soll aus- hören und durch alle Mittel soll die Wicderher- stellung ihrer Kampffähigkeit erstrebt werden. 2. Die Truppentransporte sollen nach dem Be- fehl des Oberkommandos wieder aufgenommen werden. 3. Die Verhaftungen der Führer sollen unter- b l e i b e n, zu denen nur Gericht und Staatsamvaltschaft ein Recht hätten. 4. Kommandanten dürfen n i ch t a b g e s e tz t werden. Der Tagesbefehl schließt mit dem Ausdruck der Zuver- sicht, daß die Armee, die in den Tagen der Unruhen Treue und volles Vertrauen zur Vorläufigen Regie- r u n g bekundet habe, dessen eingedenk sein werde, daß das Vaterland nur durch Wiederher st ellung der Diszi- p l i n in der Armee und durch eine Vereinigung aller seiner Glieder gerettet werden könne. Petersburg, 15. September.(Meldung der Petersburger Tele- graphcn-Agentur.) Die politische Abteilung des Kriegsministeriums hat«ine Verordnung betreffend die militärischen Pom. missare und Organisationen in der Armee veröffentlicht. Danach sind die militärischen Kommissare Organe der Englische Augriffe an der Straffe Menin- Hpern und südöstlich Arras.— Im Osten Ruhe— Neue italienische Offensive ans der Hochfläche von Bainsizza. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 1k. Sep- tcmbcr 1S17. W. T. B. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Srinprinq Nnpprecht. An der flandrischen Front wechselte die Feuertätigkeit in Ausdehnung und Stärke. Vornehmlich an der Straße Menin— Npern lagen heftige Feucrtoellen ans unserer Kampfzone. Dort griffen mehrere englische Bataillone an, deren Anstur« fast durchweg verlustreich zusammenbrach. Nördlich der Straße drang der Feind in unsere« vordersten Graben in Kompagnie- breite ein. Südöstlich von Arras steigerte sich nachmittags da? feind- liche Feuer schlagartig zu stärkster Wirkung. In künstlichem Nebel brachen kurz darauf die Engländer in 1500 Meter Breite bei Cherisq var. Flamnrenwerfer und Panzerwagen sollten den Sturmtruppen den Weg bahnen. Unsere kräftig einsetzende Ab- wehr durch Artillerie und Maschinengewehre brachte den feind- liche» Stoß zum Scheitern. Wo der Gegner in unsere Gräben gelangte, wurde er durch die Infanterie im Nahkampf zurückgeworfen. An der gleichen Stelle wiederholte der Feind feinen Angriff kurz vor Dunkelheit; auch diesmal schlug sein Stuem Verlust- reich fehl. Heeresgruppe Delrtsch.er Kronprinz. Außer Erkundungsgefechten und zeitweilig lebhaftem Störungsfeuer in einigen Abschnitten war die Kantpftätigkcit gering. Auf dem Oestlichen Kriegsschauplatz und an der Mazedonischen F-ront keine größeren Kampfhandlungen. Der Erste G e n e r« lq« a r t i e r m e i st e r. Ludendorfs. Abendbericht. Amtlich. Berlin, 16. September 1917, abends. In Flandern an- und abschwellende Fcnertätigkeit mit vereinzelten Jnfanteriekämpfen. Sonst nichts Wesentliches. Ter österreichische Bericht. Wien, 1K. September. Amtlich wird verlautbart: Oestlicher Kriegsschauplatz und Albanien. Nichts Besonderes zu melden. Italienischer Kriegsschauplatz. Südlich von Selo am Jsonz» wurden italienische Vorstöße vereitelt. Im Südabschnitt der Hochfläche von Bainsizza— Heiligengeist nahm der Feind seine Versuche, unsere Stellunge« zu durchbrechen, erneuert auf. Unsere Truppen, behielte« in er- bittcrtcn Nahkämpsen die Oberhand. Die Italiener wurde» geworfen. Bei Görz und auf der Karsthochfläche Artillcriekampf. Der Chef deS Generalstabes. Vorläufigen Regierung, und ihre Aufgabe ist die Befestigung der Zucht in der Armee auf demokratischer und revolutionärer Grund- läge. Es wird ein oberster Kommissar für alle Armeen mit dem Sitz im Hauptquartier und besondere Kommissare für die verschiedenen militärischen Einheiten eingesetzt. Was die mili- tärischen Organisationen betrifft, die das ganze politische Leben ihrer militärischen Einheiten leiten werden, so wird auf sie der Grundsatz des allgemeinen Wahlrechts Anwendung finden. Petersburg, 15. September.„Birschewija Wjedomosti", schreibt, für die Vereinigungdes höchsten Oberbefehls und der höchsten Staatsleitung in einer. Person sei die Er- wägung maßgebend gewesen, daß das Vertrauen der Soldaten zum Oberbefehl wiedergewonnen und eine Wiederholung des FallesKornilow ein für alleMal unmöglich gemacht werden müsse.- Nach den linksstehenden Zeitungen, z. B.„Nowoja Shisn", sieht et mit, als od die Kadetten lebhast wünschten, iu der Regierung vertreten zu sein, hierbei aber auf bestimmten Widerstand von links stießen. Serbien unö Italien. Von Hermann Wendel. Wer die Entente nach den bei ihren Festmalen ousge- tauschten Trinksprüchen beurteilt, muß sie für eine festgefügte Einheit halten, aber den Wurm in ihrem Holz entdeckt, wer sich statt an die glatten Redensarten an die rauhen Tätsachen hält. Gleiche Kappen decken hier wahrhaftig nicht gleiche Brüder. Die Vereinigten Staaten unterscheiden sich in ihren Kriegszielen nicht unerheblich von ihren europäischen Bundes- genossen; zwischen dem revolutionären Rußland und den West- mächten klafft ein nur schlecht verhüllter Zwiespalt; England und Frankreich vertrugen sich viel schlechter als i>er äußere Schein verrät. Rirgends aber zickhen zwei Ententestaaten so sehr an den entgegengesetzten Enden ein und desselben Seiles wie Serbien und Italien. Um Länder und Völker handeli es sich dabei von sehr der- schiedener wirtschaftlicher und politischer Entwicklungsstufe. Die Italiener haben ungefähr zur selben Zeit wie die Deut- schon ihren Kampf um die nationale Einheit mit Er- folg abgeschlossen, denn was im Trentino und in Trieft noch an Volksgenossen im Rahmen der österreichisch-iingarischen Monarchie lebt, sind abgesprengte Splitterchen, die für ein Vierzigmillionenvolk ernstlich nicht in Betracht kommen können. Außerdem hätte Italien sie sich im Vorfrühling 1915, als es mit Oesterreich um den Preis seiner fürderen Neutralität marktete, in ihrer überwiegenden Mehrheit durch friedliche Vereinbarung angliedern können. Ihretwegen hat Italien wahrhastig nicht das Schwert gezogen, sondern im Busen dieser„lateinischen Schwester" Frankreichs brennt seit langem schon das verzehrende Feuer eines schrankenlosen Imperialismus. Nicht als ob der italienische Kapi- talismus so entwickelt wäre, daß ihm der innere Markt zu eng würde und er in der Fremde nach Absatz gelegen heiten für seine Waren suchen müßte, ganz im Gegenteil l, sondern es ist mehr ein ideologischer, ein reiner Machtimperialismus, der die Nachkommen der römischen Welteroberer hetzt, für ihren Teil Welteroberungspolitik zu treiben. Tunesien, Wbessynien, Albanien— so hießen drei Sehnsuchtsziele deS rtalieni- schen Jnrperialismus, aber Cäsar und sein Glück war nicht bei diesen Plänen. In Tunesien schlug Frankreich den Italienern die Türe vor der Nase zu. in A'bessynien besorgten die Landeseinwohner selbst den Hinauswurs, über Albanien konnte man sich mit Oesterreick-Ungarn nickt verständigen. So schluckte man 1911 als Notbehelf Tripolitanien. Aber jetzt ist große Versteigerung angesagt auf Erden, und da will der italienische Imperialismus ganz gewiß nicht zu kurz kommen: Krain, Gradiska, Jstrien, Dalmatien, Kroa- tien, Albanien, den Epirus und die griechische Inselwelt— nicht weniger denkt der Heißhunger der italienischen Jmperia- listen zu verspeisen, und es kommt ihnen gar nicht daraus an, die Mittelmeerherrschast als Vorstufe zur Weltherrschast zu �betrachten und ihr Auge vorderhand auf Anatolien und Nemen zu werfen: dos weitere kommt von selber nach. Wenn aber gleickwohl auch die italienischen Blätter die Schlogworte von den Rechten und Freiheiten der kleinen Völker nachplappern, gleichen sie darin wenigstens den alten Römern, von deren Eroberungsdrang einer, der es wissen muß, Guglielmo Ferrero in„Größe und Niedergang Roms" sagt:„Schöne Worte suchten dieser Politik bald den Anschein eines hoch- herzigen Idealismus zu geben: Rom kämpfte nicht für sich, sondern um den unterdrückten Völkern die Freiheit zu geben." Damals wie heute! Hochherziger Idealismus in schönen Worten, kaltblütiger Egoismus in Werken und Taten! Davon kann S e r b i e n ein Lied singen. Den Serben ist das tragische Los zugesallen, daß sie zu spät auf die Welt ge- kommen oder vielmehr zu spät aus dem Schlummer der„ge- schichtslosen Nationen" erwacht sind, um ihre nationale Ein- heit, auf die jedes Volk ein Recht bat. ohne gewaltige Wider- stände und ungeheure Opfer zu erreichen. So wenig winden auf Zerschmetterung Oesterreich-Ungarns ausgehenden Plänen Geschmack abgewinnen können, so sehr müssen wir Deutschen das Freiheits- und Einheitsstreben der Serben ans unserer Geschichte verstehen lernen. Unsere eigene Vergangenheit spiegelt sich in der serbischen Geschichte der letzten Jahrzehnte: alles, die unklare Schwärmerei der Burschenschaft, die vorbe- reitende Arbeit des Liberalismus und der Demokratie, Blut und Eisen als Mittel der Einiguna, all das findet sich auch bei den Serben wieder, nur daß ihr Mühen weniger von Erfolg gekrönt war als das der Deutschen. Sie haben in Belgrad recht, wenn sie, was an Südslawen jenseits der Donau, Dnna und Sawe lebt, als ihre Brüder bezeichnen: die Bewohner des Königreichs Serbien und die der österreichisch-ungarischen Ge- biete Bosnien, Herzegowina, Kroatien, Slawonien, Dalma- tien und Banat sind ein und dasselbe Volk, durch die gleiche ■'............. � " SproHc toerfiifnÄert, flefrmtf•nur Sur® künM®e Gegensätze! Aber ihre gewaltsame Vereinigung entspricht nicht Sen Lebensinteressen der Tonaumonarchie, die zudem heute weit fester gefügt ist als damals, da Italiener und Deutsche auf ihre Kasten die nationale Einheit erstritten. So wird der Frieden eine Lösung der mittleren Linie bringen müssen, die ebensosehr den Lebensbedürfnissen der Südslawen wie den Notwendigkeiten des heutigen Dcg'tel- und künftigen Dreistaats an der Donau entspricht. Aber Oestcrmch-Ungarn hat in den letzten Jahren die serbischen Politiker weit weniger in Hitze gebracht als Italien. Für Oesterreich-Ungarn wurde ja schon der Leichenschmaus gerichtet. Oesterreich-Ungarn war der Feind, Oesterreich-Ungarn galt als erledigt; aber Italien schien guecksilbern lebendig. Italien war Bundesgenosse und Italien streckte die Hand nach der„rechtmäßigen" Beute Serbiens ans. Denn die österreichische Adnakliste samt ihrem Hinterland, auf die Blätter nne„Secolo" und„Jdea Nazionale" mit edler Dreistigkeit Anspruch erheben, ist von Südslawen be- wohnt und mit Italienern nur gesprenkelt! Die Erbitte- rung in Serbien war denn nickst gering, als die Erkenntnis allgemein wurde, daß auch mit dem vollkommenen Sieg der Entente über de» Vierbund, dank der Habgier Italiens, die Belgrader Träume noch sehr weit von ihrer Verwirklichung entfernt seien, und nichts war mehr geeignet, den Phrasen- schleier, den die Entente um ihre Kriegsziele hüllt, zu zer- reißen, als der leidenschaftliche Streit, der die Spalten der serbischen und italienischen Presse seit Monden und Monden füllt.— Die serbischen Blätter wiesen darauf hin, daß sich in Talmatien die Zahl der Italiener zu der der Südstawen wie eins zu dreißig verhalte, beriefen sich schüchtern aus das Nationalitätenprinzip und erinnerten demütig daran, daß die Einigung der Italiener unter Mazzini uend Garibaldi im selben Zeichen gestanden habe wie jetzt die Be- strebungen der Serben. Aber die Vorkämpfer des italieni- schen Imperialismus blieben kühl bis ans Herz. Wenn sie sich auf eine sachliche Erörterung überhaupt einließen, behaupteten sie, die Kultur- imd Zivilisationseinflüsse in Dal- matien und Unland seien rein italienischer Herkunft, und die Slawisierung dieser Gebietsstriche habe Oesterreich künstlich auf Kosten der Italiener gefördert, und was dergleichen ver- legcner und verlogener Ausreden mehr sind. Im allgemeinen aber beschränken sie sich auf die unwirsche Erklärung, in der Theorie sei das Nationalitätenprinzip ja ganz schön, aber hier handle es sich um die Praxis, und lw könne Italien die ö st l i ch e A d r i a k ü st e auf keinen Fall in anderen Händen als die seinen lassen. Die Serben wandten ihre Blicke hilfeflehend zu den „großen Brüdern" in der Entente; aber tveder in London noch in Paris noch in Petersburg tvar die Neigung sonderlich groß, es wegen Serbiens mit Italien zu verschütten. Ein Bundesgenosse wird nach den Leistungen eingesckstitzt, die man noch von ihm erwartet, und nicht nach den Opfern, die er schon gebracht hat, und da werden Wohl die Reste des ser bischen Heeres als Kanonenfutter an der Salonikifront ver- braucht; aber Italien bat, an sich weit größer und stärker und dazu vom Kriege weniger zerpflückt, ungleich mehr zu bieten. Nun sind die Serben, wie olle Völker im Unglück, sehr miß- trauisch. Kein Volk hat in diesem Kriege annähernd so schauerlich gelitten wie sie. Auf dem Riesenkirchhof zwischen Donau und Ochrid- und Doiransee liegt ihre Jugend- und Manncskraft verscharrt, und ihre Frauen und Kinder ver- nickstete der grausame Winter der albmiischen Alpen während des Rückzuges von 1915 zu Zehntausenden. Weit über eine Million Serben sind seit Ende Juli 1914 zugrunde gegangen; • von je vier Serben, die damals noch lebten, ganz gleich, ob Männern oder Frauen, Greisen oder Kindern, ist heute zum mindesten immer einer tot! Es ist ähnlich, als wenn seit .Kriegsbeginn siebzehn Millionen Deutscher aus den Reihen der Lebenden gestrichen wären! Wa§ Wunder, daß allen be- sonnereren Elcmienten des serbischen Volkes vor weiteren nutz- losen Opfern graut, und daß jede Kleinigkeit in den serbischen Reihen den Verdacht wachruft, Land und Volk solle von der Entente preisgegeben werden! So hielten sich die Serben an der Salonikifront unlängst für verkaust und verraten, als eine unbedeutende englische Abteilung zurückgezogen und eingeschifft wurde. Aber auch die leitenden Geschäftsführer der Entente in London ließen es lange Zeit sogar an den üblickxn schönen Redensarten für die Serben fehlen, derart, daß eine Anzahl englischer Politiker sich deshalb in einem offenen Brief in der„Times" mahnend und beschwörend an die Regierung wandte. Danach kamen allerdings die Redensarten in: Unterhaus und auf einem englisch-serbischen Verbriiderungs- bankctt wieder beträchtlich in F?uß; aber wenn Lloyd George auch von der gänzlichen Wiederherstellung Ser- biens als der ersten Friedensbedingung sprach, so ließ er doch kein Sterbenswörtlein über die sonstigen Ansprüche P a- s ch i t s ch s und der Seinen fallen, und von einer Unvercin- barkeit der serbischen und italienisckun Interessen wollte er gar nichts wissen. Das klang für Serbien nicht übermäßig tröstlich; aber neuerdings wird von einer serbisch-ita- lienischen Verständigung geredet und von einer südslawisch-italienischen Verbrüderung geschwärmt. Sollte das Zugeständnis der Italiener an die Serben aber, wie sich aus manchen Preßstimmen vermuten läßt, nur aus einem Handclsweg an der Adria bestehen, so hätte Serbien kaum mehr erreicht, als es 1909 von Oesterreich-Ungarn und 1913 von der Londoner Mäckckekonserenz erhalten sollte und konnte. Aber so oder so: wenn das Unwahrscknünliche Ereignis wird und der Weltkrieg mit einem Sieg des Vielverbandes abschließt, gerade dann wird Serbien die scknnerzlickle Erfahrung»lachen, daß immer die sckwachen Völker das Kleingeld sind, mit dem die Großen ihre Zeche bezahlen. Auch die Serben haben von einem Ausgleichs frieden mehr zu hoffen als von cineni G e w a l t frieden! der Sowjet fordert Diktatur des Proletariats. Keine Koalition mit dem Bürgertum mehr. Petersburg, 15. September.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) In einer in der letzten Nacht in Petersburg zusammengetretenen Versammlung des Arbeiter- und Soldatcnrates wurde mit 279 gegen IIS Stimmen eine Eni- s ch l i e ß u n g angenommen, in der e» heißt: Der Arbeiter- und Soldatcnrat hält es für seine Pfleicht zu erklären, daß in Zukunft nicht nur jede Macht der Bourgeoisie und der Kadetten, deren Teilnahme an der Pcrschwörung KornilowS außer Frage steht, beseitigt werden muß, sondern daß auch jede PokMk einer mtSerantvarMche» KoaMian enSgAtis aufzugeben ist, um zu verhindern, daß der militärische Oberbefehl und die Regie- rungSgewalt wieder zum Herd einer gegenrevolutio- nären Verschwörung gemocht werden. Tor A.» und S.-Rat ist der Ansicht, daß der alleinige Ausweg aus der gegenwärtigen unhaltbaren Lage die Schaffung einer Gewalt sein würde, die auS Vertretern des revolutionären Proletariats und der Bauernschaft zusammengefetzt ist, deren Tätigkeit auf folgenden Grundsätzen beruhen müßte: 1. Verkündung der demokratischen Republik; 2. sofortige U e b e r- gäbe alller Ländereien ohne Rückkaufsrecht, die den Grund- eigentümcrn gehören, an die BanernauSschüss« bis zum Zusammen- tritt der verfassunggebenden Versammlung; 3. Einführung einer Arbeiterkontrolle über die industrielle Produktion und über die Verteilung der Erzeugnisse, Verstaatlichung aller wich- tigen Industriezweige, wie der Naphthaerzeugung, der metallur gischen Produktion nnd der Kohlenförderung, durchgreifende Be stenernng der großen Kapitalien und Vermögen, Eingehung der KriegSgewinne, um das Land aus der wirtschaftlichen Desorgani- sation zu befteien; 4. Erklärung aller Geheimverträge für nnll und nichtig und sofortiger Borschlag cincS allge- meinen demokratischen Frieden? an alle kriegführenden Länder; S. gleichzeitig sollen sofort folgende Maßnahmen angeordnet werden: 1. Aufhebung aller Unterdrückungen gegen die Arbeiterklassen und-Einrichtungen, Abschaffung der Todesstrafe an der Front, Wiederherstellung der abso- lnten Freiheit politischer Propaganda, und zwar für alle demokratischen und militärischen Organisationen, E n t fernung aller g e g e n r e v o l u t i o n ä r e n Elemente vom«rmeckommando; 2. daS Recht der örtlichen Verbände, Kommissar« zu wählen; S. Berkündung des Recht» der Nationen, über ihr politisches Leben zu bestimmen, d. h. volle Befriedigung aller Forderunge« Finnlands und der Ukraine; 4. Auflösung der Duma und des ReichSrateS so- wi« sofortige Zusammenberufung der Ver fassunggebenden Versammlung; 5. Abschaffung der Vorrecht« der sozialen Klassen und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, Stockholm, 16. September.(Eigener Drahtberickst des „Vorwärts".) Der Beschluß der Petrograder Sowjets k o m pliziert die Lage der Regierung,� da Kerenski. obzwar er gegenüber der reaktionären Verschwörung Anschluß nach links suchte, doch die Ergreifung der Macht durch die Sowjets verhindern wollte. Natürlich ist jedoch jene durch die Bolschewiks und Martowisten vertretene Tendenz gerode durch die Verschwörung, in welckie die biirger- lichen Parteien inklusive Kadetten verwickelt sind, ungeheuer gestärkt worden. Daß die S ch a u k e l p o l i t i k der Re gierung und ihrer rechts-menschewikischen Anhänger im Petto grader Proletariat jeglichen Einfluß eingebüßt hatte, zeigte sich im Anschwellen der bolschewistischen und martowistischen Stimmen, das trotz de? Leninschwindels und trotz der Jnnimossaker erfolgte, zeigte sich ferner in der Streichung Zeretellis von der Kandidatenliste�und dem Ver- zicht Tscheidfes auf eine Kandidatur bei der Swdtdumawahl. Der Pctrograder Sowjetbeschluß läßt einen Konflikt mit derRegierung erwarten, welche vorläufig noch die Mehr- heit des Zentralkomitees auf ihrer Seite hat, wo die Parole der nationalen Verteidigung vorherrscht. Jedenfalls rückt der Beschluß des Petrograder Sowjets die Friedensfrage wieder in den Mittelpunkt und gibt der proletarischen Aktion wieder den Sinn, welchen sie bei Ausbruch der Revolution hatte. der Seschluß wieöer umgestoßen! Eine demokratische Konferenz bis spätestens 1a. September. Petersburg, 16, September.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Die maximalistische Entschließung, die der Arbeiter- und Soldatenrat gestern mit 279 Stimmen gegen IIS annahm, und die wir bereits telegraphisch mitgeteilt haben, er- hielt diese Stimmenmehrheit nur infolge der Abwesenheit des grähten Teiles der Svldatrn-Abgeordnetcn in der Sitzung. Daher hat auch der in einer neuen, diesmal vollständigeren Sitzimg ver- einigte Arbeiter- und Soldatenrat mit überwältigender Stimmenmehrheit obengenannte maximalistische Entschließung angenommen, die folgendermaßen lautet: „Die tragische Situation des Landes macht es notwendig, daß die Verfassung und die revolutionäre Gewalt stark und frei von jedem Kompromiß mit den gegenrevolu- tionären bürgerlichen Elementen sei. Deshalb be- schloß der Arbeiter- und Soldatenrat: I. Sobald als möglich eine allgemeine Versamm- lung der Vertreter der gesamten organisier- ten Demokratie einzuberufen zur Lösung der Frage der Bildung einer Regierung, die sähig ist, das Land zu leiten. Bis zur Einberufung der erwähnten Versammlung bleibt die gegenwärtige Regierung an der Macht, indem sie in engem Verein mit der revolutionären Demo- k r a t i e arbeitet, die aufgefordert wird, der Regierung ihren tatkräftigen Beistand zu leihen. 2. SS ist notwendig, daß die Regierung, indem sie Maß- nahmen zur Aufrecbterhaltung der Ordnung ergreift, in engem Einvernehmen mit dem revolutionären Sicher- heitSausschuß vorgeht. 8. Die demokratische Bevölkerungsklassen werden aufgefvr- dert, geduldig die Entscheidungen der ermähnten demokratischen Versammlung abzuwarten und sich jeder Willkür- lichen und ungesetzlichen Handlung zu enthalten," Am Ende der Sitzung gab der Vorsitzende T s ch e i d s e bekannt, daß die erwähnte demokratische Konferenz in Petersburg spätestens am 15. September abgehalten werden wird, Kornilow noch nicht verhaftet? Petersburg, 15. Septenibcr,(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Nach Meldungen, die im Kriegsministerium eingelaufen sind, wird Generalstabsches A le x e j e w heute nachmittag im Hauptquartier eintreffen. Kerenski hat in Orscha, Smolensk und Witebsk liegen- den Abteilungen der revolutionären Truppen, und zwar In- fanterie, Kavallerie und Artillerie, die unter dem Befehl des Obersten Korotkow stehen, befohlen, sich zur Verstär- kung der der Provisorischen Regierung treu gebliebenen Bestandteile der Garnison nach Mohilew zu begeben und die Verhaftung der Generäle Kor- n i l o w und L u ch o m s k i sowie der anderen an der Ver- schwörung beteiligten Personen durchzuführen. Oberst Korotkow bat Weisung erhalten, bei der Verhaftung im Ein- vernehmen mit dem Untersuchungsausschuß, defseck VorfltzenSer Ser Morrnefkaaksanwalt CHMowski ist, vorzugehen. Chablowski hat sich gleichfalls in das Hauptquartier begeben. Danach stellt sich die gestrige Reutermeldung Über die bereits erfolgte Verhaftung KornilowS als verfrüht heraus. Kornilow, der die gegen Petersburg vorrückenden Truppen nicht selbst kommandierte, scheint in seinem Standquartier noch über einen gewissen Anhang zu verfügen, der Kerenski nötigt, mit aller Vorsicht bei der Unschädlichmachung seines Widersachers vorzu- gehen, Petersburg, 15. September. Der Prozeß Suchom-- l i n o w, der infolge der Verschwörung KornilowS vertagt worden war, ist heute wieder aufgenommen worden. Konzestionen an Zinnlanü. Petersburg. 16. September.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Die Vorläufige Regierung hat einen Erlaß veröffentlicht, der dem finnischen Senat das Recht der endgültigen Regelung einer Reihe von Fragen zugesteht, deren Lösung ftüher dem Großftirsten von Finnland zu- stand und ohne Genehmigung des Landtages vollzogen wurde. Aus diesen Fragen ausgeschlossen sind E i n b e- rufung und Auflösung deZ Landtages, Erörterung des Staatshaushalts, Begnadigung von Verurteilten, Ernennung des Generalgouverneurs und andere. Stockholm. das Manifest ües hollänöifch-fkanüina- vischen Komitees. Stockholm, 16. September.(Eig, Drahtbericht des..Vorwärts''.) Das Manifest des Komitees der Stockholmer Konferenz erklärt zu- näcksst die Situation, wie sie sich nach der Rückkehr der russischen Delegierten«uz den Ländern der westlichen Entente darstellt; es beginnt wörtlich: „Das Komitee erklärt zunächst auf das Entschiedenste, daß der Plan, nach Stockholm eine internationale Sozialisten- und Arbeiter- konferenz einzuberufen, nicht aufgegeben ist und nicht aufgegeben wird. Hätte die englische und französische Delegation ihre Pässe erftalten, so hätte die Konferenz am 9. September stattgefunden. Sie wird stattfinden, sobald die Paßfrage geregelt ist und das Da- tum wird dann unverzüglich festgesetzt werden." Das Manifest weist auf die von den russischen Delegierten in England, Frankreich und Italien wahrgenommene Anhänglich. keit der Arbeiterklasse an die Idee von Stockholm hin und auf die in allen Schichten wachsende Bewegung für eine gemeinsame Aktion zugunsten eines gerechten, dauernden Frieden». Da? Manifest fährt fort:„Eine brutale Paßverweigerung, die der offenbare Reflex einer wachsenden Reaktion ist, kann das Prole- tariat nicht aushalten. Darum appellieren wir an di« Arbeiter, Frankreichs, Italiens, Großbri. tanniens und der Vereinigten Staaten, sich nicht das elementare Recht eines fteien Meinungsaustausches nehmen zu lassen." Die Kundgebung schildert weiter die gegnerischen Manöver, Tie Gogner benützten, um auf die Massen einzuwirken, sogar nicht existierende Dokumente. Ueberall mißbrauchte man da? Post- und Telegraphenmonopol, um unsere Erklärungen zurück- zuhalten und zu fälschen. Diese Manöver seien aber miß- glückt und der Wille der Arfrciterkla sse bleibe unerschüttert. Die Londoner Konferenz ergab ein« Riescnmebnheit für Stockholm. Ein Vergleich zwischen den Beschlüssen von Manchester, wo eine Drei- viertclmehrheit gegen Stockholm war, mit der Resolution von Black- Pool, die das Stockholmer Prinzip sozusagen ohne Gegner aner- kannte, berechtigt das Komitee, sich zu dieser Entwicklung zu de- glückwünschen. Das Manifest verweist auf den engen Zusammen- hang des Schicksals von Stockholm mit dem der russischen Revo- lution, wobei ein Seitenbieb auf die Unklugen fällt, die durch ein bedauerliches Verhalten die Konterrevolution gestärkt hätten. Den russischen Genossen wird zugleich mit der Bewunderung ihrer Hai» tung der Wunsch ausgesprochen, sie mögen sich zur Verteidigung des revolutionären Rußlands einigen. Das Manifest fährt fort:„Die Arbeiterklasse aller Länder wird sicherlich den Treibereien der internationalen Reaktion Widerstand leisten, die schon den Bestrebungen der rusiisclun Gegenrevolution Beifall klatscht. Wir sprechen zugleich die feste Hoffnung aus, daß die Sozialisten Deutschlands und Oesterreichs ihre Pflicht als Sozialisten erfüllen und gegen jedesProjekt und jede Taktik protestieren werden, welche ver- suchen sollte, die Revolutionzu untergraben und Deutschland zu Mitschuldigen der Gegenrevo- lution zu machen. Di« Stockholm anhängenden Parteien werden angesichts dieser Ereignisse begreifen, daß es uns unmöglich ist, im Augenblick auf das Telegramm der französischen Sozialisten- Partei, die uns völlig« Handlungsfreiheit ließ, und auf den Brief der sozialdemokratischen Parteien Oesterreichs und Deutschland, die aus der Festsetzung eines endgültigen Datums bestanden, präzise Antwort zu geben. Das Komitee beschloß jedoch, seine Aktion ruhig und entschieden fortzusetzen. Es wird bald die gesammelten Denk- s ch r i f t e n, di« von den angeschlossenen Parteien eingereicht sind, nebst einem Gencralbericht publizieren, der«in objektives Expose der von allen Organisationen erhobenen Fragen sein wird. Endlich beschloß da» Komitee, falls die betreffenden Organisationen es wünschen, zu einer neuen Alliierten- Konserenz sowie zu jeder anderen von den angeschlossenen Parteien organisierten Konferenz einige Mitglieder zur Berichterstattung abzuordnen. Stockbolm, sagt das Manifest, ist n-ur eine Etappe aus dem Marsche de» inler- nationalen Sozialismus, Tie zusammenfassende Aktion des Prole» tariats wird ihre volle Wirkung erst dann ausüben, wenn die Kon- ferenz ihr Aktionsprogramm entworfen hat. Sie wird nicht mit der Einstellung der Feindseligkeiten enden; sie wird vielleicht dann erst am meisten die Ereignisse überwachen und ihre eigene Lebenskraft und Entschlußkraft beweisen müssen. Der Gedanke von Stockholm eröffnet eine neue Rcra im Kampfe des Prvletariats gegen den Imperialismus durch Wiederberstcllung einer zu gemeinsamen Aktionen fähigen internationalen Arbeiterklasse. Er will, daß dieser Krieg der letzt« sei, er will die Staaten demokratisieren, neue Kon- -likte und Wirtschaftskriege verhüten, er will vor allem durch Rechts- garanticn und Schiedsgerichte eine friedliche und zu Lande und Wasser entwaffnete Welt, einEutopaderDemokratieund der wahrhaften Freiheit aufrichten. Inmitten des ent- fesselten Hasses verzicktet die Arbeiterklasse nicht auf ihr Ideal der menschlichen Verbrüderung! Wenn Ihr wollt, G«- nassen, wird die Konferenz bald stattfinden. Dazu genügt, daß die Parteien sich ihrer großen Verantwortung bewußt werden. Für ganze organisierte Proletariat bleibt eS bei der Losung: Auf»ach Stockholm! Das Manifest trägt die Unterschriften der Mitglieder de» holländisch-skandinavischen Komitees und der russischen Telrgiertr» sowie die von Huhsmans und Panm als Sekretären. Tluf der Jährt nach Stockholm festgehalten. Wie Stockholmer„Socialdemokraten" meldet, ist der be- kannte rumänische Sozialistenführer Dr. R a k o w Z k i, der von Petersburg nach Stockholm fahren wollte, um an der dortigen Zimmerwalder-Konferenz teilzunehmen, von den ruf- fischen Behörden in Tornea aufgehalten worden. Ae Konferenz üer Jinanzinternationale. London, 15. September. Amtlich wirb erklärt, doh der bri- tischen Regierung nichts von einer kürzlich in der Schweiz crbge- haltenen internationalen Zusammenkunft von Finanzleuten bekannt ist. Es wurden an britische Unter- tanen keine Pässe für einen derartigen Zweck ausgegeben, und die Regierung würde, wenn sich herausstellen sollte, daß britische Untertanen an einer solchen Besprechung teilgenommen haben, Maßregeln ergreifen, um die Schuldigen zu bestrafen. Die neue Enthüllung Wansings. Tas Mexiko-Telegramm. Das gestern erwähnte Telegramm des deutschen Gefand- ten in Mexiko, das von Reuter veröffentlicht wurde, aber noch hiesiger Mitteilung in Berlin nicht bekannt ist, ist an den Reichskanzler gerichtet und hat folgenden Wortlaut: Herr Folke Kronholm, der schwedische Gesandtschafts- träger, der hier eingetroffen ist, ist mit unserer Gesandtschaft in enge Verbindungen getreten. Er macht kein Hehl aus feinen Sympathien für Deutschland. Er ist hier der einzige Diplomat, durch den aus der Heimat Nachrichten zu erholten sind und übermittelt werden können. Er hat sich bereit erklärt, diese Vermittelung zwischen der Gesandtschaft und Euer Exzellenz zu übernehmen. Hierdurch ist er gezwungen, stets persönlich nach dem Telegraphenamt zu gehen, oft mitten in der Nacht, um De- peschen aufzugeben. Er war früher in Peking und Tokio, zuletzt beim Generalkonsulat in Hamburg und erhielt bisher nur einen chinesischen Orden, keinen schwedischen. Ich ge- statte mir daher. Euer Exzellenz zu bitten, Kronholm für die Bcrleihungdes Kronenordens zweiter Klasse dem Kaiser vorzu- schlagen. Um den Argwohn de? Feindes nicht zu erregen, wäre es vielleicht gut, die Aushändigung und Bekanntmachung der Auszeichnung bis nach dem Kriege aufzuschieben. Inzwischen könnten ja Kronholm und seine Regierung vertraulich von der Auszeichnung benachrichtigt werden. Ich wäre Euer Exzellenz sehr venbunden, wenn ich telegraphisch von der er- folgten Auszeichnung verständigt werden könnt«. v. Eckavdt. Da Herr Kronholm seit Januar nicht mehr in Mexiko amtiert, muß die Depesche schon älteren Datums sein. Die feindliche Presse behauptet, die Tätigkeit der deuft�nt Ge- sandten in Amerika habe zum Teil darin bestanden, die Ab- fahrt neutraler Schiffs nach Europa zu melden und sie auf diese Weise in die Torpedorohre der deutschen U-Boote zu bringen. Hierin erblickt man die Neutralitätsverletzung, deren sich die Vertreter Schwedens durch die Vermittlung deutscher Depeschen schuldig gemacht haben sollen. Haag, 15. September. Dein Blättern wird aus London gemel- det, Lord Robert Cecil habe in einem Preffegespräch gesagt, daß die Erklärung Schwedens Staunen erregt habe. Man scheine vergessen zu haben, daß da? schwedische Ministerium d«S Auswärtigen im Jahre 1915 England versprach, keine Tele- gramme mehr zu vermitteln. Delgien. In der.Deutschen Tageszeitung' schreibt Graf Reventlow: Sollte eS wahr sein, baß die deutsche Regierung die Preisgabe Belgiens bereits beschlossen hätte, so wäre die Ler- kümmerung des Deutschen Reiches besiegelt und die Eng- länder hätten recht mit ihrem Wort« gehabt, die Deutschen würden wohl Schlachten gewinnen, England aber den Krieg. In der Lösung des belgischen Problems liegt tn der Tat die Zu- kunft des Deutschen Reichs eingeschlossen. DaS ist in keiner Hinsicht eine Ueber treibung. Vorläufig ist Bestimmtes hier noch wicht bekannt, aber«S ist nötig, darauf aufmerksam zu machen, daß die Gerüchte eines derartigen deutschen Verzichtes sich in letzter Zeit verdichten. Alle Gegner eines Verzicht- und Bankerott- friede nS seien darauf aufmerksam gemacht, daß die deutsch« Lebens- und Zukunftsfrage allem An- scheine nach vor der Entscheidung steht und daß gerade diejenigen Kreise, welche mit sinsterer Begeisterung die Geheimdiplomatie verurteilen, alles tun, um diese Entscheidung so heimlich wie möglich sich vollziehen zu lassen. Der ReichstagSbeschluß vom III. Juli, dessen Ausführung die Wiederherstellung eines selbständigen Belgiens zur selbstverständ- lichen Folge eabcn muß. ist bock wahrlich kein Geheimnis. Wenn die Regierung im Sinne dieses Beschlusses handelt, dann dürfte Herr v. Kühlmann dem päpstlichen Nuntius in München bereits gesagt haben, daß Deutschland nicht daran denke, den Krieg so lange fortzusetzen, bis etwa die Gegner in die Ver- nichtung der belgischen Selbständigkeit notgedrungen einwilligten. In einer solchen Erklärung der deutschen Regierung würde gar keine Ueberraschung liegen, eine desto größere aber in der ihr ent» gegengesetzten._ polen. „Rückhaltloser freier Anschluß an die Mittelmächte." In Warschau fand, W. T. B. zufolge, am Sonnabend eine Feier statt, bei der Prof. Mikulowski-Pomorski eine Donk- rede hielt. Generalgouverneur v. B e s e l e r antwortete mit einer Ansprache, in der er sagte, daß die beiden Kaiser„nach wie vor fest aus dem Boden der Erklärung vom 5. November 1916 stehen, daß sie beabsichtigen, einen freien und selbständi- gen polnischen«taat ins Leben zu rufen, allerdings unter ausdrücklicher Betonung des rückhaltlosen freien Anschlusses an die Mittelmächte." Nach einigen weiteren Sätzen sagte der Generalgouver- neur: Aber ich bitte, daß sowohl die hier anwesenden verehrten Herren wie alle diejenigen, welche an diesem großen Werke mit- zuarbeiten brufen sind, sick bewußt bleiben mögen, daß Polen im Anschluß und unter der freundsichen Mirhilfe und Führung der Mittelmächte seine Kraft aus sich selbst entwickeln soll, und suchen Sie all die vielen unberufenen Einmischungen, die von anderer Seite an Sie heranzutreten drohen, zurückzuweisen. Man könnte danach Zweifel daran hegen, in welchem Umfang Polen nach dem Kriege in seiner auswärtigen Politik selbständig sein soll. Aber diese Zweisei werden durch eine kurze Erwägung behoben. Denn„die Mittelmächte" sind ja selbst ein nur für die Kriegszeit geltender Begriff, nach dem Kriege werden Deutschland und Oesterreich-Ungarn wieder jedes ihre selbständige auswärtige Politik führen. Anschluß an die Mittelmächte kann dann sowohl Anschluß an Oesterreich wie Anschluß an Deutschland bodeuten. Wenn aber Polen in ferner Anichlußnahnre nach zwei Seiten frei ist, wird es nach allen Seiten frei sein. Warschau, 16. September. Sonnabend abend begaben sich die beiderseitigen RegierungSkommissare zur Ueber- gangskommission des Provisorischen Staats- rats und forderten diese im Auftrage beider Regierungen auf, Persönlichkeiten namhaft zu machen, welche den verbündeten Re- gierungen als Mitgliedr des Regent schastscats vorzuschla- gen wären. Der Vizekronmarschall dankte für die Aufforderung und erklärte, daß die Uebergangskommission in kürzester Frist ihre Vorschläge unterbreiten würde. Japans Anteil am Krieg. Petersburg, 14. September. AuS New Dork meldet die Peters- burger TelegraphenAgentur: Nach Telegrammen aus Washington beabsichtigt Japan bei der Beurteilung der Frage über seine st ä r- kere Beteiligung am Kriege nicht irgendwelche beson- deren Bedingungen zu stellen. Was Kiautschou anbelangt, ist Japan der Ansicht, daß diese Frag« nicht Gegenstand von Verhand- lungen mit den Vereinigten Staaten sein könne, sondern vor die Friedenskonferenz gehöre. Ueberhaupt betrachtet Japan die Frage, betreffend seine Absichten bezüglich Chinas als nicht dis- kutabel vor Beendigung des Krieges. Dos gleiche gilt auch bezüglich des Schicksals der deutschen Inseln im Stillen Ozean, die Japan besetzt hält._ Die ungarische Wahlreform. Nachdem das Abgeordnetenhaus die Debatte über baS Regierungsprogramm beendigt hat, wird sich das Haus bis Mitte Oktober vertagen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird Wahlrecht»- minister V a z s e n y i die Wahlrcchtsvorlagen fertigstellen und dem Hause unterbreiten._ Kleine Kriegsnachrichten. Gemischte Freud«. Bern, 15. September. Evenemsnt richtet an die Bevölkerung Frankreichs die Mahnung, die in Frankreich eintreffenden amerikanischen Truppen so gut und freund- lich als möglich aufzunehmen. Gewiß werde die Ankunft der ame- rikanischen Truppen eine noch grüße« Verteuerung der Lebensmittel zur Folge haben, da nicht all« Lebensmittel für die Armee auS Amerika beschafft werden könnten. Um aufsteigende Ver- stimmungen zu bekämpfen, solle man in Frankreich daran denken, daß die Lebensteuerung sich mit der Befreiung der alten JahreS- klaffen bezahlt mache. Zudem würden die Amerikaner in u n e r- schöpflicher Menge kommen und den Endsieg bringen. Militärische Theorie ües verstänüigungsfrieüens. Tie dritte Möglichkeit. Die„Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht einen Aufsatz von Oberst- leutnant Buddeke:„Die dritte Möglichkeit", in dem ausgeführt wird, daß der Krieg nicht als beendet gelten könne, solange nicht der Kriegswille der Gegner bezwungen sei. Dann heißt es wärt- lich weiter: «So müßte denn das Abringen der Kräfte, der Dernichtungskampf nach dem ehernen Gesetz des Krieges bei den noch vorhandenen gewaltigen Machtmitteln auf beiden Seiten unabsehbar weitergehen, bis unsere Gegner«wehrlos gemacht oder nach Wahrscheinlichkeit mit diesem Zustande be- droht" sind. Gibt es etwa noch einen dritten, kürzeren und weniger opfervollen Weg, um den Kriegswillen des Gegners zu brechen? Allerdings! Wenn der Gegner in eine Lage versetzt würde, daß auch für ihn das Kriegsmotiv entfiele!„Es sind zwei Dinge," meint Clauseiviy,„welche in der Wirklichkeit als Motiv zum Frieden an die Stelle der Unfähigkeit zum ferneren Widerstände treten können. Das erste ist die Unwahrscheinlichkeit, das zweite ein zu großer Preis des Erfolges." Wenn eS daher ge- länge, den Gegner von unserer Unüberwind- lichteit z u überzeugen oder zu einem solchen Kraftauf- wand zu veranlassen, daß«der Wert des politischen Zweckes ihm nicht mehr das Gleichgewicht halten" kann, so müßte er a» s d i e Erreichung seiner Kriegsziele v er z i ch t e n und sich zum Frieden bereit finden, waS schon einen Sieg unserer Sache bedeuten würde. Aber auch ein« solche Wendung im Verlauf d«S Kriege? werden wir nur durch einen unerschütterlichen SiegeSwillen und durch den entschlossenen Einsatz aller Kampfmittel zu Lande und zur See herbeiführen können. Di« Alldeutschen haben eine umfassende Aufklärung deS Volke? durch die Regierungspresse gewünscht. Mit der Art der Auftlärung, wie sie in dem zitierten Artikel betrieben wird, können w i r uns aber im wesentlichen einverstanden erklären. die rheinischen Inüuftriellen gegen �Kommunismus". Aus Köln wird berichtet: In einer vertraulichen Besprechung rheinischer Vertreter von Industrie und Handel, die auf Veranlassung der Vereinigung zur Förderung deutscher Wirt- fchaftSintsresien im Ausland gestern hier stattfand, wurde die Frage der Uebergangswirtfchaft in ihrer Wirkung aus unser Wirtschaftsleben eingehend erörtert und folgende Entschließung ein- stimmig angenommen: „Die Versammlung bekennt sich einmütig zur freiheit- lichen Wirtschaftsordnung, der allein Teutschlands WirtschaftSauffchwung in der Vergangenheit zu danken war und die auch allein eine glückliche WirtschaftSzukunft unserem Volke verbürgen kann. Sie spricht sich darum mit aller Ent- schiedenheit gegen den Versuch aus, zur kommu- nistischen Wirtschaftsform überzugehen, die sich während des Krieges in ihrer staatsfozialistischen Wirkung alö unbrauchbar oder schädlich erwiesen hat. Zur Ueber- Iritung von der Kriegs, in die freie und private FriedenSwirt- schaft hält sie die Uebcrgangswirtschaft nur dann für segensreich, wenn ihre Tätigkeit sich nach dem Ziele bewegt, sobald als möglich für unser Wirtschaftslebrn überflüssig zu werden. Tie Vcrsamm- lung warnt aber nachdrücklich davor, für die Friedenswirtschaft Monopole oder Zwangssyndikate zu schaffen, die als diegrößteGefahrunserer Volks- und Weltwirtschaft angesehen werden müssen und dem Tüchtigen die freie Vah» verschließen. Lohnende Arbeit für unsere Arbeitermassen und ein steuerkräftiger wirtschaftlicher Mittel- stand werden nur dann gesichert erscheinen, wenn der Ausbau unseres Wirtschaftsleben» nach dem Kriege sich unter der Mög- lichkeit freier Entfaltung aller Kräfte und Fähigkeiten in In- dustrie und Handel vollzieht." Dis große Gefahr, von der die rheinischen Industriellen reden, besteht in Wirklichkeit nicht für die Volks- und Weltwirtschaft, son-- dern ganz allein für ihre kapitalistischen Gewinne. Wir sind gewiß nicht mit allen Erscheinungen unserer Kriegswirtschaft zufrieden; aber ihre Mängel beruhen nicht so auf ihrem sozia- listischen Charakter, sondern darauf, daß die Kriegswirtschaft einmal gerade in den entscheidenden Punkten den Schritt zum Sozialismus gescheut hat, und sodann auf der weiteren Tatsache, daß sie der bis dahin fast unumschränkt geltenden privatkapitalistischen Wirt- schaft zum Teil ganz übergangslos und ohne die nötigen Vorbe- reitungen aufgepfropft werden mußte. Jedenfalls sind die Schäden der«freiheitlichen Wirtschaftsordnung" während des Krieges viel schärfer zutage getreten; man braucht nur an den ungeheuren Wucher zu denken, der fast mit allen von der Kriegswirtschaft frei- gelassenen Waren getrieben worden ist. Viele Uebelerscheinungen. welche die Verfechter des PrivotkapitaliSmuS dem KriegSsozialiS- mus zur Last legen, sind einfache Folgeerscheinungen der allgc- meinen Warenknappheit. Diese Mißstände wären aber noch viel schärfer zutage getreten, wenn man dem freien Handel und der privaten Wirtschaft freie Hand gelassen hätte. Dem Volk ist der kriogssozialistische Bäckerladen, wo man zwar seln ab- geteiltes, aber verhältnismäßig noch billiges Brot kaufen konnte, immer noch zehnmal lieber als der privatkapitalistische Delikateß- laden nebenan, wo sich der Proletarier Gänse für 160 Mark das Stück oder geräucherten Fisch zu 12 Mark daS Pfund— im Schaufenster besehen kann. Der Nachfolger Schiffer? im Reichstag. Die Bertreterverfamm- lung der Nationalliberalen Partei des ReichSlagSwahlkreifeS Neu- Haldensleben-Wvlmirstedt stellt« an Stelle de? bisherigen Vertreters Ministerialdirektor? Schiffer den Gymnasialdirektor Drittel- NeuhaldenSleben als Kandidaten auf. das erste Volkskonzert üer Ireien Volksbühnen. Her zu Beethoven! Keine Kulturw�tion der Welt— außer der deutschen— hat seinesgleichen. Keinem Volke steht er naiher, ist er wesensverwandter, tiefer ins Herz gewachsen, als dem unfern. Wenn je, dann offenbarte sich die Macht seiner Töne gerade während diese? Krieges mit stetig zunehmender Intensität. In Scharen wallfahrtet das Volk, speziell das Volk der schwieligen Hände, zu ihm hin. Kein Platz gestern, der leer geblieben sein mochte. In diesem Zusammeichange hat denn auch Professor Adolf Weißmann in seiner„Einführung" in das erste und die kommen- den Konzerte das Verhältnis Beethovens zu uns in Gegenwart und Zukunft mit trefflichen Worten gedeutet. Und voll tieffter Erkenntnis sozial-künstlerischer Aufgaben und Ziele, von denen wir geleitet sind, hat die bewährte Musikberatunysstelle des Ver- bandes der beiden Volksbühnen dies Programm gegeben. Keinerlei aus launische„Genieher"-Wünsche rücksichiigende„Abwechslung". sondern innerliche Konsequenz hieß drei Werke wählen, die den sich ankündigenden Kraft- und Siegerwillen Beethoven- zur Klar» heit bringen. Oft schon hörten wir die Leonoren-Ouverture Nr. 3, sowohl im Opernhaus als im Konzertsaal. Und eS ist so selbstverständlich. daß die ganze Handlung der Oper, die tiefe Tragik aber auch den unermeßlichen Jubel zwei befreiter Seelen� um- fastende Werk um so mächtiger ergreift, je vollendeter e? gespielt wird, und daß wir freilich es auch nicht mehr anders als in lener Bollendung haben wollen, die beispielsweise das Philharmonische Orchester unter Leo Blech zu bieten vermögen. Im dritten Konzert für Klavier und Orchester blühten all« zwischen fabelhaften Koloraturgeranke eingestreuten Herzensofsen- barungen Beethovens im Largosatz unter den Händen Artur Schnabels in wunderbarer Herrlichkeit auf. Es war reinst« Poesie, die da aus den Metollsaitenrahmen hervorquoll— dank ihrem meisterlichen Interpreten. Die zweite Symphonie OpuS 38(D-bur) läßt namentlich im Larghctto fast ausschließlich Streich- und Holzblasinstrumente aus Beethovens unergründlicher Seele sprechen, während die beiden Schlußsätze eine geradezu geniale Lust ausströmen. � Auch hier �var höchste orchestrale Spielleistung am Werk und löste stürmischen Jubel aus.«k- Letzte Nachrichten. Die Proklamation der russische« Republik. Petersburg, 16. September.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.s Die Vorläufige Regierung erließ folgende amtliche Kundgebung:„Die Rebellion des Ge- nerals Kornilow ist unterdrückt, aber die Verwirrung, die sie in die Reihen der Armee und in da» Land getragen hat, ist groß. Von neuem bedroht eine tödliche Gefahr da? Vaterland und feine Freiheit. In der Erwägung, daß es notwendig ist, die poli- tische Regierungsform deS Landes festzulegen, und in Anrechnung der einmütigen und begeisterten Sympathie für den republika- nischen Gedanken, die so klar aus der Moskauer StaatSlonferenz zum Ausdruck kam, erklärt die Vorläufige Regierung, daß die Poli- tische RegicrungSform Rußlands die republikanische ist, und prokla- «nett Rußland als republikanischen Staat. Die dringende Not- wendigkeit, entscheidende Maßnahmen ohne Verzug zu ergreifen, um die erschütterte Staatsordnung wiederherzustellen, bewag die Vorläufige Regierung, ihre gesamt« Macht fünf Ministern, mit einem Präsidenten des Ministerrats an der Spiye, zu übertragen. Die Borläufige Regierung setzt sich als Hauptaufgaben die Wiederherstellung der Ordnung im Staate und die Erneuerung der Kampffähigkeit der Armee. In der Ueberzeugung, daß nur die Zusammenfassung aller lebendigen Kräfte de? Lande? daS Vaterland aus der peinlichen Lage zu ziehen vermag, in der eS sich besindet, wird die Regierung bestrebt sein, sich zu vervollständigen, indem sie in ihre Reihen Vertreter aller der Elemente ziehe, die die ewigen und allgemeinen Interessen deS Baterlandes über die zufälligen Privat-, Partei- oder Standesinteressen setzen. Die Vorläufige Re- gierung ist sich dessen gewiß, daß eS ihr in allernächster Zeit gelingen wird, diese ihre Aufgabe vollkommen durchzuführen." Die öOjährigcn von der Front! Wien, 15. September. Ter KriegSmirnster hat verfügt, daß die Mannschaften der GeburtSjahrgänge 1867 und 1868 ohne Unterschied ihre? TauglichieitSgradeS von nun an nur im Htnterlande zu verwenden sind._ Das Rätsel der Mexiko-Telegrammc. Mexiko, 15. September, Reutermeldung. Der deutsche Ge- sandte in Mexiko, p. E ck a r d t, hat ein« Erklärung veröffentlicht, in der er alle? ableugnet, was mit dem Wafhingloner Enthüllungen in Verbindung steht, wonach er den früheren schwedischen Geschäftsträger dazu verwandt habe, um Nachrichten nach Berlin zu schicken. Er erklärte, er habe niemals eine Mitteilung durch Kronholm gesandt und niemals Kronholm in einem Briefe für eine Ordensauszeichnung vorgeschlagen. Als darauf hingewiesen wurde, Washington habe ausreichende Beweise, erklärte et nur, daZ sei eine„amerikanische Intrige". GroßSeeün Maßnahmen für bessere Kohlcnversorgung. Berlin, 16. September. Das„KriegSamt* bringt folgenden Artikel: Tie vielfach bestehende Beunruhigung der Bevölkerung über die Aussichten der Hausbrandbclieferung veranlaßt uns zu dem Hinweis, daß seitens des NeichSkommissariats für die Kohlenverteilung wie auch aller beteiligten Stellen die Hausbrandversorgung als eine der a l l e r w i ch t i g st e n Auf gaben in der gegenwärtigen Kriegslage voll getourdigt wird. Dementsprechend sind erstmalig für A u g u st beträchtliche Kohlen- lieferungen für diesen Zweck vor allen anderen dring- lichen Lieferungen angeordnet worden. Für September ist die Maßnahme wiederholt und die Menge erhöht: dabei ist der Notlage einer Reihe von großen Städten durch Festsetzung verstärkter Lieferung besonders Rechnung getragen worden. Diese Zuweisungen machen sich bereits fühlbar und werden ohne Zweifel auch in den kommenden Wochen das Ver- trauen der Bevölkerung in die behördliche Regelung der Haus- brandbelieferung stärken. Der ReichÄommissar für Kohlenverteilung. Tie freireligiöse Gemeinde hatte gestern ihre diesjährige Herb st- Jugendweihe. Wie seit Jahren, gab der stimmungsvolle Festsaal des Berliner Stadt- Hauses den Rahmen für diese ernste Feier. An ihr beteiligten sich mit den Angehörigen und Verwandten der nun in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufzunehmenden Kinder viele andere Mitglieder und Freunde der Gemeinde. Den öS Knaben und Mädchen wi«S Bruno Willes gedankenreiche Weiherede die Richtlinie für ihren Lebensweg mit der Mahnung: Erkenne Dich selbst und finde in Dir Dein besseres Selbst! Künstlcrkonzcrt und Gesänge des Kiniderchors trugen zur Verschönerung der Feier bei. Die neuen Milchkarten. Durch Verschiebung der Altersgrenze tritt zum Teil eine Acnderung in bcr dem einzelnen Kinde zustehenden Milchmenge «in. und zwar erhalten Kinder, die geboren sind in der Zeit e) vom 1. Oktober 1911 bis 30. September 1913 ff LiterVollmilch, b) vom 1. Oktober 1913 bis 39. September 1915% Liter Vollmilch. und die c) vom 1. Oktober 1915 an geborenen Kinder bis auf weiteres ebenfalls nur% Liter Vollmilch. Kinder. die in der Zeit vom 1. Juli 1911 bis 39. September 1911 geboren sind, erhalten keine Vollmilch mehr, sondern Magermilch. Als Ausgleich der auf% Liter herabgesetzten Milchmenge für die in der Zeit vom 1. Oktober an geborenen Kinder erlhalten stillende Fraucch eine„Sonder-- ka r t e für st i l l e n d e Mütter" über 14 Liter als Ersatz. Die Vollmilchkarten für Oktober kommen in den zur Fettstelle Groß-Berlin sMilch) gehörenden Gemeinden in den nächsten Tagen zur Ausgabe. Die Inhaber von Vollmilchkarten haben die Oktober- karten bis zum 25. September einschließlich dem Kleinhändler vorzulegen. Den Kindern bis zum zweiten Lebensjahre und den Inhabern von Sonderkarten für stillende Mütter ist ein Vorzugsrecht bei der Anmeldung derart eingeräumt, daß bis zum 22. September einschließlich nur Meldungen auf diese Karten zulässig sind. Nach iiyj l a u f dieser Anmeldungszcit haben sich die übrigen Milchberechtigten, und zlvar am 23., 24. und 25.©eptember, anzu. melden. In Berlin stnd die V o l l m i l ch k a r t e n für Oktober bis zum 29. September einschließlich von den Brotkommissionen ab- zuholen. Die Karten für Kranke werden wie bisher von der Zentralstelle für Krankcnernähriing zugesandt. Der Nachweis,'daß die Kinder gestillt werden, ist durch Bescheinigung eines Arztes oder der Fürsorgestcllen zu erbringen. Es genügt auch der Nach- weis der Berechtigung zum Empfang der Stillprämien. Die Magermilchkarten für die Monate Oktober, No- vember, Dezember kommen in den zur Fettstelle Groß-Berlin lMilch) gehörenden Gemeinden in den nächsten Tagen zur Aus- gäbe. Eine Magermilchkarte erhält ieder Haushalt mit Kindern, welche in der Zeit vom 1. Oktober 1997 bis 39. September 1911 geboren sind. Jeder Haushalt erbält. auch wenn mehrere in dieser Zeit geborene Kinder vorhanden sind, nur eine Magermilchkarte. Die Magermilchkarten gelten bis zum 29. Dezember. Um- Meldungen während der Gültigkeitsdauer der Karten finden nicht statt, soweit nicht die Ummeldungen infolge Wohnungswechsels er- folgen. Die Inhaber der Magermilchkarten haben die Karten bis zum 26. September leinschließlichi dem Milchhändler vorzulegen. Auf eine Magermilchkarte wird wöchentlich je 1 Liter Magermilch zum Preise von 39 Pf. bezirksweise, wie bisher, abgegeben. Der Milchhändler hat auf jede ihm vorgelegte Magermilchkarte zu ver. merken, an welchem Wochentage der Kunde Magermilch bekommt. I« Berti» fkck dl« Kagermilchkarbe» für He 9Umak Oktober, November, Dezember bis spätestens 22. September(ein- schließlich) von den Brotkommissionen abzuholen. Das Alter eines für den Bezug in Betracht kommenden Kindes ist durch Vor- legung einer amtlichen Urkunde nachzuweisen. Branereivertrag und Kundenschutz. Von der Zusammenlegung gewerblicher Be- triebe werden auch die Brauereien betroffen. Ein Ausschuß hat bereits eine Reihe von Bestimmungen hierzu ausgearbeitet, die gegenwärtig dem Bundesrat vorliegen. Diese Bestimmungen sehen u. a. einen dreijährigen Kundenzwang vor, d. h. für die Dauer von drei Jahren sind die dem betreffenden Brauerei- betriebe zugeteilten Abnehmer an diesen Lieferanten gebunden. Die Gastwirte haben biergegen schwere Bedenken; sie halten die Durch- siihnmg dieser Bestimmung, wobei der Kundenbestand vom 15. Januar l9t5 zugrunde gelegt werden soll, für verfehlt und iinmöglich. Viele Gastwirle haben ihren Lieferanten gewechselt, ihren ganzen Betrieb diesem Wechsel angepaßt und sind mit der neuen Brauerei sehr zufrieden. Nun sollen sie gezwungen sein, bei der Brauerei Bier zu bezichen, deren Kunden sie vorher, also am 15. Februar 1915 gewesen waren, niüssen also wieder mit dem Lieseranten in Verbindung treten, mir dem sie nichts mehr zn tun hoben wollen. Dieser Zustand wird von den Gastwirten als unhaltbar bezeichnet. Besonders würden unter dem Kundenzwang die kleinen und mittleren Brauereien zu leiden haben, deren Kundschaft sich durch frühere Kunden der großen Brauereien vergrößert hat. Die neu begründete Vereinigung der deutschen Wirtsverbände beabsichtigt, gegen diese die Bewegungs- freiheit der Gastwirte erschwerende Maßnahmt mit allen zulässigen Mitteln Widerspruch zu erheben. Eine Ilrlaubsscheinfabrlk würbe von der Kriminalpolizei in der Rosenthaler Straße ausgehoben. Ein 22 Jahre alter Alfred Richter hatte sie dort bei einem Freunde eingerichtet. Richter ließ sich Vor- drucke herstellen und versah sich mit den erforderlichen Stempeln und Unterschriften. Die Scheine lauteten u. a. dahin, daß ein kleiner Trupp, etwa ein Unteroffizier mit einem Gefteiten und 19 bis 12 Mann zu diesem oder jenem Zweck abkommandiert sei. Auf diese Scheine hin holte er siir die Soldaten bei den Brotkommissionen in Berlin, Schöneberg und Charlottenärnrg die Nahrungsmittelkarten, oder er ließ sie auch durch irgendeinen Freund besorgen. Die Karten verkaufte er dann gleich in ganzen Reihen, die Reihe zu 15 M. Seine Einnahmen aus diesem„Betrieb" waren so hoch, daß der Fälscher mit seiner Geliebten ein sehr flottes Leben führen konnte. Längere Beobachtungen der Kriminalpolizei führten gestern zur Entdeckung der Fabrik und zur Festnahme des Fälschers. Man fand bei Nichter noch 167 falsche Scheine, von denen 49 bereits voll- ständig ausgefertigt waren, und einen schön ausgestatteten Stempel- kästen. Ein tödlicher Unfall auf der Untergrundbahn verursachte am Sonntag nachmittag große Auftcguug. Auf dem Bahnhof Alexanderplatz wollte der dort angestellte Beamte Fr. Schmidt aus der Tuuckerstraße 7 nach eben erfolgter Ablösung einen abfahrenden Zug in der Richtung Schönhauser Allee besteigen. Er glitt aus, wurde mitgeschleift und dann zwischen Wagen und Tunnelwand gequetscht, bevor der Zug hielt. Da eine Befreiung aus dieser Lage unmöglich war, wurde die Feuerwehr alarmiert, die Sch. nur als zerstückelte Leiche bergen konnte. Der Verkehr war infolge des Un- falls auf der Strecke Alexanderplatz— Schönhauser-Allee längere Zeit unterbrochen. Unzuverlässiger Kohlenhändler. Die Kohlenobtellung der Kricgsamtsstelle in den Marken hat dem Kohlenhändler Karl I u r i ch, Pankow, Florastr. 12, wegen vielfacher grober Verstöße gegen die Verordnung vom 6. Juli 1917, betreffend die Regelung der Kohlenvcrtcilung in Groß-Berlin, den Fortbetrieb des Handels mit Kohlen untersagt. Kürbiskcrne zu sammeln bietet die Kürbisernte jetzt Gelegen- heit. Amilich wird darauf hingewiesen, daß sie von hohem Wert für die Gewinnung von Oel und Oelkuchen sind. Die Obstkern- iammelstellen zahlen für das Kilogramm gelrockneter Mrbiskerne 15 Pfennig. Sportpark Treptow. Ueber die Entscheidung im Großen Rad- rennprcis von Berlin sind wir leider nicht in der Lage, heute zu be- richten. Infolge starken Andrangs des Publikums zu dem gestrigen Rennen hielt man es für angemessen, unserm Berichterstatter den Presseplatz auf der Tribüne, den er seit Beginn der diesjährigen Rcnnsaison innehatte, aus rein geschäftlichen Gründen zu entziehen. Einen anderen numerierten Tribünenplatz. den er angewiesen erhielt, mußte er kurze Zeit darauf ebenfalls wieder räumen. Das Urteil über dieses Verhalten der Bahn- leitung überlassen wir unseren Lesern. Spandau. Lebensmittel. In der Woche vom 17. bis 23. Sep« tember dürfen auf die Reichssleischkarte entnommen werden: Auf Abschnitt l bis 8 der Vollkart«: 299 Gramm Schlacht- viehsleisch mit Knochen oder 169 Gramm Schlachtviehsleisch ohne Knochen. Auf Abschnitt 1 bis 4 der Kinderkarte: 199 Gramm Schlachtviehfleisch mit Knochen oder 89 Gramm Schlachtviehsleisch ohne Knochen. In den durch Aushang kenntlich gemachten Fleischverkaufsstellen darf außerdem entnommen werden: Auf Abschnitt 9 der V o l l k a r t e: 59 Gramm Blut- oder Leberwurst. Auf Abschnitt 1 bis 19 der Vollkarte: 599 Gramm Wildbret. AufAbschnitt 1bis5derKinder- karte: 259 Gramm Wildbret. Ein Anspruch auf Ueberweisung von Wildbret besteht nicht. Die Fleischverkaufsstellen sind vom Donnerstag, den 2 9. d. M., von 8 Uhr vormittags bisein schließlich Sonntag, den 2 3. d. M., geöffnet. Die Inhaber der Fleischverkaufsstellen haben die Abrechnung über die in der verflossenen Woche erhaltenen Fleisch- und Wurst« mengen unter Beifügung derabgetrennten Fleisch. marken und Bezugsscheine sowie unter gewissen- bafter Angabe der von der Vorwoche noch vor- handenen Fleisch- und Wurst bestände am Mon- tag, den 24. September, bis spätestens 12 Uhr mittags, in der Fleischverteilungs stelle auf dem Schlachthofe abzugeben. Nowawcs. Lebensmittel. Gemäß Z 3 der Verordnung vom 5. April 1917 betreffend die Regelung des Verbrauchs und den Absatz von� Kartoffeln wird hiermit für den Gemeindebezirk Nowawes folgendes bestimmt: In der Woche vom 17. September bis 23. September 1917 dürfen aus den Wochenabschnitt 58-der Kaqrtoffelkarte zusammen nicht mehr als 7 Pfund Kartoffeln ab- gegeben und entnommen werden. Soweit infolge Teilnahme an der Volksspeisung 3 Abschnitte der Kartoffelkarte abgetrennt werden, dürfen auf die restlichen 4 Abschnitte nicht mehr als 3 Pfund Kartoffeln abgegeben und entnommen werden. Auf die Wochcnreihc 58 der Kartoffelzusatzkarte dürfen nicht mehr als 3 Pfund Kartoffeln abgeaeben und entnommen werden.— Vom Montag, den 17., bis Mittwoch, den 19. d. M., werden auf den Kartenabschnitt 4 der Lebensmittelkarte(rot) Haferftocken ausge- geben. Auf den Kartenabschnitt 4 entfällt Vi Pfund Haferflocken zum Preise von 11 Pf. Die Ware ist gegen Abgabe der vom Klein- Händler ausgestellten Bescheinigung in der oben festgesetzten Zeit in Empfang zu nehmen.— Am Montag, den 17.. findet auf den Kartenabschnitt 3(rot) der Lebensmittelkarte der Verkauf von Heringen in Brühe statt. Auf den Kartenabschnitt wird eine Dose zum Preise von 1,15 M. verkauft.— Aus den Kartenabschnitt 6 der Lebensmittelkarte findet die Ausgabe von Teig» waren statt.>_ Bue aller Welt. Der kenntnisreiche Hcimstratege. Ein selbst für englische Der- Hältnisse ungewöhnliches Stück von„Kriegskritik" leistet sich der „Student of War" der„Livcrpol Daily Post" am 5. September: „Da Riga— so argumentiert dieser sonderbare Stratege— im Winter mehr als 4 Monate für die Schiffahrt unbenutzbar ist, so müssen die Russen, falls ihnen nur noch ein Funke von Energie geblieben ist, alles daran setzen, wenigstens den großen Flotten st ützpunkt Libau zu behaupten.(Seit 7. Mai 1915 ist Libau in deutschen Händen. Red.) Dieser drittgrößte russische Handelshafen ist im Winter nur wenige Tage zugefroren und kann vermittels von Eisbrechern das ganze Jahr offengehalten werden. Unser erster Gedanke bei Bekanntwerden der Nachricht vom Falle Riga war: Was wird jetzt aus den englischen Schiffen und U-Booten, die sich in der Ostsee befinden? Nun, solange Ruß- land imstande ist, Libau gegen die Deutschen zu halten, brauchen wir in dieser Hinsicht keinerlei Befürchtungen zu hegen. Das Beste, was uns passieren könnte, wäre, wenn die Deutschen �die größte Armee zusammenraffen, die sie überhaupt auftreiben können, und mit dieser den Vormarsch längs der Eiseirbahnstrccke nach Peters- bürg anträten, möglicherweise uuter gleichzeitiger Einleitung einer Diversion in südlicher Richtung gegen Libau(!) Wenn Hiudcnburg den Mut zu einem solchen Unternehmen aufzubringen vermag, so können wir zuversichtlich darauf zählen, daß sich im nächsten Frühjahr die Fische im Peipus-See an deutschen Leichen dick und rund fressen werden."— Noch schlechter würde es uns armen Deutschen ergehen, wenn dieser kenntnisreiche„Kriegs- ftudent" selber den Oberbefehl über die russischen Heere übernähme! Eisenbahnunglück in England. Londcm. 15. September.(Mel- dung des Reuterschcn Bureaus.) Ein Zug der Lagereisen- bahn in Dorkshire ist umgestürzt. Fünf Mann wurden ge- tötet und ungefähr 199 verletzt�_ Verantwortlich für Politil: Erich«uttner, Berlin: für den üvrigen Teil des Blattes: Alfred Scholz, Neulolln: für Inserate: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanftall Paul Singer St Co., Berlin SW. Zentral-Verband der Zimmerer Deutfdllands. Zahlstelle Berlin nnd Umgegend, Bezirk 12. Den Berussgenoffen zur Nachricht, daß unser Mit- glicd Hermann Schwoch am 11. d. M. bei der Arbeit tödlich verunglückt ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 17. d. M., nach- mittags 4 Uhr, aus dem Kirch- hos der Gemeinde Britz statt. Um rege Beteiligung Hille! Der Vlorstand. Velourhüte direkt in der Hatfabrik Iii¥a!ii!enstr.38,cha:sSde0ers.r. Hüte werden WgeprM. » Hautjucken (Krätze(wirksames M Spezialmitte! 6 II. Dopp. Portionen(2 Pers.) 10 D. (polh.Lauensleint Vf rs.Spremberg 1.44 i- Mittel, lOOOfach I bewährt M.4.— u. 7.59; Prosp. sret.* Apoth Lauensteins Versand, Spremberg L. 44. ■ Lombard-Haus■ <4 H.Graft, Leipzigers t. 75 Ii-o § Volle normale Beleihung-- *4 Diskretion, Re-<■» c ellität Gelegen- P p i J taeitsk., Uhren,• I yAär Briilanlen, S Schmucksachen ■P 10—50% onl Ladenpr.» f Admirals-Palast. � l>ic Xovitftt Abrakadabra Großes phantastisches Ballelt auf dem Else. 7% U. Vorzßgl. Küche. Rose-Theater. Geschlossen. Walhalla-Theater. Geschlossen. AM MW! Die Norddeutsche Gemüse- bau-Genosscnschaft(Geschästs- stelle Berlin V/ 15, Pariser Straße 18 a) vergrößert ihre Pflanzungen aus das Doppelte und nimmt jetzt weitere Mit- glieder mit Anteilen von 100 Mark bis zu 2009 Mark als stille Teitnehiilcr aus. Kriegs- anteihe wird zum vollen Renn- wert in Zahlung genommen. Jedes Milglied erhält Gemüse für den eigenen Bedarf. Das übrige wird an die Reichs- gcmüsestelle verkauft. Der Rein- gewinn dient zur Verzinsung der Einlagen nnd wird als Dividende an die Mitglieder verteilt. 82/5» Näheres durch den Vorstand. Erdarbeiter sucht zur sosortigen Ausreise vauuniernehmg. Leonh. Moll, München, Kanzlei Berti», Bernburger Straße 32 I.-» Spezial-jlrzt f. Geschlechtskrankheiten. Harnleiden, Schwäche, Ehrlich-Hata- Kuren, Blut- und Harn-Untersuchungen. Institute; Pt« 111 a- d. Lützowstr. Sprechstunden illlMIM Mr. III während d. Sommers'/„O-'/ftO U. - abends, Sonntags'/ftl— 1 Uhr. A nflr löranrla 48 S. starke Broschüre 5U Pf., nach AUllLllirCilUC außerhalb 1 M. in verseht. Kuvert. Dr. med. Karl Reinhardt. Zähne m.echt.Jtoutschuk 8,50 JK. z'Ä m.aÄ bei Bestellung v. Gebissen gratis. Goldkronen v. 20 M. an. Spez.: Zähne ohne 7al,i,n|ia vie Ratuani Danzi0ep s,raße Gaumenpl. iiMlIUpi»Alä flalynlll, Ecke Schönh. Allee. B. H. G. Arbeiter, Boten, Kontorburschen, I Schlosser und I Chauffeur für Lastauwmobil verlangt Ballonhullen-Gesellschaft IN. b. H.. T�empelhof. Friediich-Wilhelm-Str. 52/54. B. H. G. Zwei zuverlässige Frauen zumSchweinesüttern vcrlangtBallonhüllen-Gesellschaft m.b.H.. Tempelhos, Friedrich-Wilhelm-Str. 52/54. stellt sofort ei« 53102» Loeb& Co. G. m. b. H., Automobil- und Flngmotorenfabrik, Berlln-UoheiischUiilianseii, Goeckestraße I Erfahrener Schlosser oder Mafchinenltaneri welcher auch an der Drehbank Bescheid weiß, gesucht. Lixarettenfaheik(jarhaty, 1872* Pankow, Hadtichstraste. Wtzk Spiftitdifr werden sofort eingestellt. fwoeb& Co., G. m. b. H., Automobil- und Flngmotorenfabrik, Bei-Hn-OIlai-Iottciilmntr. Fritschestraste 27/38. Tüchtiger Elektriker für Drehstrom, welcher mit Auszügen und Druckknops- stcuerung Bescheid weiß, zum baldigen AnWitt gesucht. Cigareftenfabrik Qarbäty Pankow, Hadlichstraßc. 1882» auf Packsäiser. H. Struthoff. Cbarlottenburg, Salzufer 8.* Automobilsclilosser, Dreher, Hilfsarbeiter, Arbeltsbnrschen werden sofort eingestellt.* Gebr. Wieczorek Schiffbau erdamm 19. Spezial-irzl Dr. med. Hasche. Friedrichstr. 90 ÜlllZb. Bebandl. von Syphilis, Haut-, Harn-, Frauenleiden, spez. chton. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- ren, schmerzlose, türzeste Be- Handlung ohne Berussstöruug. Btuiunlerfnchung. Maß. Preise. Teilzahlung. Sprechstunden 10 bis 1 und 5— 8, Sannt. 11— 1. Fahrpersonal. Kräftige, des Fahren? kundige Leute werden eingestellt. 435a* Meldungen im Kontor der Schultheis«' Brouerci A.-A« Lichterfelder Str. 11—17. Einrichter für Früsinaschincn, Sohrwerkdreher, slevolverdreher und Lreber sacht Tilania-Werk, Dcrlln-iSchiineberj;, Genestsw. 5. Zu melden beim Meister Kasert. )n Freien Stunden Romane und Erzähtun- gen für das arbeitende Volk. Pro �eft ld Pf. Suchhandlung Vorwärts« Berlin SW., Ltndenstr.3. Kesterbanälung Becker, Seydelstr. 1, Spittelm. Billig Ariele Reste Herren-, Futterstoffe, Seide, Krimmer u. Arbeitslohn: Rücket 4-6 H., Jacken u. Hintat AnzBg» M. Hmm 7 H. �Ttdalln». Sta g n r n n 1 1• sonst kein Abaahmezwang. m. 53L"