Dr. 257* 54. wScheiulich 80 Pfg. frei in« Heu«. vdrauSzahlbar. kiiüelne Bochentagsnummern 8 Pfz. Sonntngtnummer mit illustrierter Beilage»Die Neue Welt" 10 Bsg. Postbezug: Monatlich 1,30 Ml. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn £.50 SBL, für da« übrige Ausland 4 Ml. monatlich. Postbeslellungen nehmen on Dänemarl. Holland. Luxemburg, Schweden u. die Schweiz, eingetragen in die Posi-Zeitungs-Preisliste. Erscheint täglich. Telegramm- Adresse: »Sozialdemokrat Berlin". Vevttnev VolksblsK. � S pksnnlg) Der SluzetgenpreiS onel- .eigen". ...-- üg.(zu- 2'fettgedruckte Motte), lebe« weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Echlafsiellenanzejgen das erste Wott 10 Psg.. jedes weitere Wottb Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Motte. Teuerungszuschlag 20°/» jamilicn» Anzeigen 50 Psg.. ..."Vereins- r' die nächstc'Numiiier müssen �i« Uhr nachmitt. im Hauptgeschäft. Berlm SW.S8, Lindenstratze 3, ab> gegeben werden. Geöffnet vor. 5 Uhr früh WS 7 Uhr abend«. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Reüaktion: SW. 68, linden(haBe 3. Nernsprecher: Amt Moritzplatz» Ar. 151 gv— 151 97. Mittwoch, bat 19» September 1917. Expedition: Ew. 6$, linden straße 3» Hernsvrecher: Amt Mortvplatz. Ar. 15190—15197. Kornilow in]MohUew interniert. Starke Feuerstöße zwischen Houthoulster Wald und Lys— Gesteigerte Artillerietätigkeit bei Laou— Auqriffe der Ru- mäueu westlich des Sereth. Amtlich. Großes Hauptquartier. 18. September 1317.(SB. T. S.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Lroupriuz Rupprecht. I» Flandern wiederholteu die Engländer auch gestern ihre starken Feuerstöße gegen emzelnr Abschnitte zwischen de« Hont- honlster Walde und der Lys. ES fanden nur kleine Infanterie- kämpfe statt, bei denen die angreifenden englischen Abteilungen durchweg zurückgeworfen wurden. Unsere Artillerie hat die ve- kämpfung der feindlichen Batterien mit voller 5traft wieder auf« genommen. Zwischen La Bassäe-Saual und Lens sowie von der Somme bis au die Oife war die GefechtStätigkeit lebhaft. Heeresgruppe Deutscher Srouprin». Beiderseits der Straße Laou— SoissonS und auf de» rechten MaaS-Ufer erreichte die Kampfkätigkeit der Artillerien zeitwellig beträchtliche Stärke. An mehreren Stellen entwickelten sich Bor- feldgefechtq..hie für uns günstig verliefen...._., Heeresgruppe Herzog Sltrecht. Westlich von Apremont brachten Sturmtrupps von eine« Handstreich gegen die franzöfifchen Stellungen eine Anzahl Ge- fangrne zurück._ Oberleutnant Berthold schoß wieder zwei Gegner im Lust- kämpf ab. Oestlicher Kriegsschauplatz. Im Bogen um Luck, am Unterlauf deS Zbruez und in den Bergen östlich d«S Becken« von Kezdivafarhely zeigte sich der Feind rühriger alS in letzter Zeit. Bei der Heeresgruppe«aSenfen führten die Ruminen westlich deS Sereth nach ausgiebiger Feuer- Vorbereitung bei Larnita und Muncelul mehrere Teil angriffe, die verlustreich scheiterten. An der Rimnic- Mündung wurden bei einem eigenen Unter- nehmen Gefangene gemacht. Mazedonische« Pfttmt Keine größeren GefechtShaudlungen. Der Erste General, nartiermei per. Lndeudorst. Abendbericht. Berlin. 18. Eeptember 1917. abends. Nmtltch. In Flandern starler Artilleriekampf, östlich und flld- östlich von Aperu. Bor Berdnu nachmittags auflebende GefechtStätigkeit östlich der Maas. Bom Osten nicht« Neues. Der österreichische Bericht. « i r n. dm 18. September 1317.(W. T.«.) Am t l ich wird verlautbart: Auf der Hochstäch« von vainstzza wurden vereinzelte nach starker Artillerievorbereitung unternommen« feinbliche Vorstöße abgewiesen. Bom östlichen und südöstlichm Kriegsschauplatz ist nichts zu melden. Der Shes de» Generalstabr«. Ein gefährlicher Plan. Bon verschiedenen zuverlässigen Seiten geht unS die Mit- teilung zu, daß die von den Alldeutschen geforderte„Auf- klärungsarbeit" gegen die Reichstagsmehrheit an a m t- lichen Stellen tatsächlich vorbereitet wird. Geplant ist eine allgemeine Propaganda gegen den»lauen Frieden" und die Bedeutung parlamentarischer Beschlüsse. Geistreicher« weise soll der Staat mit dem Körper verglichen werden, der ja auch nicht durch den»Mehrheitsbeschluß der Glieder", fondern durch den»einheitlichen Willen des KopfeL" regiert werde. Druckschristen, Bilder und Films, die diese Theorie verbildlichen und vor dem„Verzichtfrieden" graulich machen sollen, sind in Vorbereitung. Ansprachen in diesem Sinne werden schon jetzt da und dort gehalten. In einzelnen Fällen ist es sogar vorgekommen, daß Vorgesetzte ihre Untergebenen aufforderten, sich zum Eintritt in die neue„Vaterlandspartei" zu melden. Die Leute sind dann genötigt, allerhand Ausflüchte zu machen—»Keine Zeit I Kein Geld I"— um es sich möglichst mit ihren Vorgesetzten nicht zu verderben. Wir glauben nicht, daß der verantwortliche Reichskanzler hinter diesem Treiben steht, nehmen viel- mehr an, daß er davon nichts weiß. Er wird aber, um Schaden zu verhüten, diesen Dingen nachgehen und für Ord- nung sorgen müssen. Uebergriffe von Vorgesetzten, die auf eine politische Beeinfluffung der Untergebenen hinzielen. führen notwendigerweise zur inneren Zersetzung. Auf diese Gefahr rechtzeitig hinzuweisen, scheint uns Pflicht. Man soll sich auch nirgends dem geringsten Zweifel darüber hin- geben, daß die Ausführung jenes Planes auf entschiedene Gegenwehr in der Preffe und besonders auch im Reichs- tag stoßen würde.__ Die Entente-Antwort auf üie papftnote. London, 17. September. Das Rentersche Bureau er- fährt, daß die Alliierten den Friedensvorschlag des Papstes nicht eher beantworten wollen, als bis die Mittel- «ächte ihre Autwort a« den Papst abgeschickt habe». Die Haltung Englands stimmt im allgemeinen vollständig mit der Antwort überein, die Präsident Wilson dem Papst gab. Die Meldung, daß die englische Antwort sich im wesentlichen mit der des Präsidenten decken würde, ist schon einmal vor einigen Tagen verbreitet worden. Trifft sie zu und trifft weiter zu. was über de» voraussichtlichen Inhalt der d e u t- s ch e n Antwortnote verbreitet worden ist, so ergibt sich der Schluß, daß die beiden kriegführenden Parteien sich in ihren materiellen Zielen wesentlich nähergekommen sind, als etwa vor dreiviertel Jahren zur Zeit des Wilsonschen Ver- mittlungsversuches. Zweifellos bewegt sich diese Annäherung nach der Linie eines Verständigungsfriedens ohne An- nexionen und Entschädigungen, wie er von den Sozialisten schon seit Jahr und Tag gefordert und als die einzige Möglichkeit einer Beendigung des Völker- mordens bezeichnet worden ist. Ob steilich die Annäherung schon so weit gediehen ist, daß der Frieden, wie Optimisten memen, vor der Tür stehe, das ist die große Frage, denn bei der Vieldeutigkeit der behutsamen Diplomatensprache ist es sehr wohl möglich, daß beide Parteien mit übereinstimmenden Ausdrücken hie und da noch recht verschiedene Dinge meinen. Die Verhaftung kornilows. Tie aufständische Bewegung vollständig erledigt. Petersburg, 18. September.(Rentermeldung.) Aus M o h i l e w(Sitz des Hauptquartiers. Red. d.„Borw.j wird telegraphiert, daß Kornilow mit 23 Generalen und Offizieren durch den Generalstabschef Alexejew ver- haftet und in einem Hotel, das sehr streng bewacht wird, interniert worden ist. Das Berhör Kornilows wird heute bc- endet werden. Die Garnison von Mohilew erklärte dem Regierungskommissar, daß sie an der Rebellion nicht teil- genommen habe nnd bat, wieder an die Front oder nach Saloniki geschickt zu werden. Amsterdam, 18. September. Nach einem hiesigen Blatt meldet die.Times" aus Petersburg: Am Donnerstag wurden alle Truppen Kornilows an die Front geschickt. Die verhafteten Generale Denikin, Erdelli und Markow wurden nach Petersburg gebracht. Petersburg, 17. September.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Ein Erlaß Kerenskis dankt den aus An« laß des Anfstandes Kornilows gebildeten öffentlichen Wohl- fahrtsauSschüsfen für ihre Dienste und fordert sie auf. ihre Tätigkeit einzustellen und sich aufzulösen, da die aufständische Be- wegung vollkommen erledigt sei. Er verfügt ferner, daß alle nicht ermächtigten Personen sich aller Handlungen zu enthalten haben, für die ausschließlich die gesetzlich eingesetzten Gerichte zuständig sind. Diejenigen, die sich in dieser Hinficht vergehen,, würden wegen angemaßte Rechte streng bestraft werden. » -Eine weitere Meldung der Petersburger Telegraphenagentur be- sagt, daß General Kaled in. der unverhüllt gegenrevolntionär austritt, Von seinem Posten als Heimas der Donkosakeu zurückgetreten ist. die Gesellfthast der Völker. Bon Edgard Milhand. Vorbemerkung der Redaktion. Wir haben in den letzten drei Jahren selten die Freude gehabt, mit AnSfüh- rungen der Pariser sozialistischen»Humanito" übereinzustimmen. Desto lieber ergreifen wir heute die Gelegenheit, einen Artikel de« oben genannten Verfassers aus der»Humanits' vom 11. September wiederzugeben. Die Gedanken, die in ihm zum Ausdruck gebracht werden, werden auch von uns ständig vertreten und sind den Lesern des»Bor- w ä r t S" längst vertraut. Edgard Milhand gehört zu den bekanntesten Theoretikern des französischen Sozialismus. Eines seiner Werke aus der Zeit vor dem Kriege behandelt die deutsche Sozial- demokratie und klingt in die Worte aul:»Die Sache der Kultur in jeder Form ist auch die ihre." Während der ersten zwei Jahre des Krieges war die Ge- sellschaft der Nationen nur eine»Utopie". Später richtete man sich darauf ein, von ihr wie von einem fernliegenden Problem zu sprechen. Als in den letzten Dezembertagen 1916 Wilson die beiden kriegfiihrenden Gruppen nach ihren Kriegszielen be- fragte, und ihnen dabei auseinandersetzte, daß nach seiner Meinung die welterschütternde Krise nur in einer neuen Ord- nung ihre Lösung finden könnte und daß diese Ordnung keine andere sei als die große Föderation der Völker, da waren die Mittelmächte und die Entente einig in der Erklä- rung, daß dies ein Problem der Nachkriegszeit, um nicht zu sagen der Nachsriedenszeit sei, mit dem sie sich im Augenblick nicht beschäftigen könnten. Wir haben gegen jene Auffassung protestiert und haben uns bemüht, zu zeigen, daß die Völker Garantien brauchten und daß, wenn sie nicht dahin übereinkämen, allgemein gül- ttge intcrnafionale Garantien zu schaffen, sie bis zur restlosen Erschöpfung kämpfen würden, um sich, eines gegen das andere, besondere Garantien zu schaffen, territoriale, stra- tegische, die für die einen nur in dem Maße ein Schutz sind, als sie für die anderen eine Bedrohung bilden. Dmnals waren wir die einzigen, die eine solche Sprache führten. Seitdem sind Monate verstrichen, das Blut von Hun- derttausenden ist geflossen, und die Idee hat ihren Weg ge- macht. So fanden wir sie in der gestrigen Nummer des „Petit Parisien"(19. September) in einem Arfikel zum Aus- druck gebracht, der von Jules D e st r 6 e, belgischen Gesandten im revolufionären Rußland, unterzeichnet ist: Wenn der Plan der Gesellschaft der Völker, so schreibt er. wirklich Gestalt gewinnt, wenn man eine Möglichkeit entdeckt, anders als durch Verträge die Sicherheit der großen und lkiucn Völker zu garantieren, die Möglichkeit, ein« Rechtsprechung d e r W e l t zu schaffen, um die Konflikte zwischen den Völkern zu prüfen und mit wirksamer Kraft die Ausführung der Richter- spräche zu überwachen, wenn man im internationalen Leben den Fortschritt verwirklicht, der im bürgerlichen Leben schon vollzogen fft und allen Bürgern durch das Mittel der organisierten Staats- gewalt die persönliche Sicherheit verleiht,— wer sieht nicht ein, daß dann dte Krtegsziele außerordentlich verändert, die Ver- Handlungen und Zugeständnisse erleichtert, die Lösungen de- sch le u n i g t würden? Wenn wir gewiß wären, nach dem Kriege eine vollkommene Einrichtung zur Regelung internatioimler Streitigkeiten zu besitzen, wäre der Fortschritt so genmltig, daß alles Uebrige nebensächlich würde und daß man sogar vorläufig den Statusquo wieder annehmen könnte, da ja die neue Organisation es gestatten würde, das, was an der Karte von 1311 strittig war, später zu ordnen. Anderseits: solange diese verlockende Verheißung das Sta- dium unbestimmter wünschenswerter Möglichkeiten nicht verlassen hat, kann man den einzelnen Ländern nicht die Berechtigung des Bestrebens bestreiten, die Grundlagen ihrer Verteidigung in der Zukunft zu verbessern. Und so werden sich mit mathematischer Sicherheit die Kriegszielprogramme eines jeden Landes in dem Maße vergrößern oder verkleinern, wie die Aussichten der Völker- gesellschast sich verschlechtern oder verbessern. Je nachdem wird das Ziel der„Biszuende-Kricger" näher kommen oder sich enl- fernen. Und so ist das Kriegsende durch diese große Vorfrage bedingt. Aehnlich schrieb kürzlich(26. August) Guitgvc T 6 r y in einem Arfikel„Der höllische jfi:eislaus" in„L'Oeuvre": Man darf nicht sagen:„Erst Frieden, dann wollen wir sehen, ob man Muße findet, die Gesellschaft der Völker aufzurichten." Das Problem so umstellen heißt es unlösbar machen. Man viuß ün Gegepteil sagen:»Die Gesellschaft der Völker zu- e r st, der Frieden, der einzig müglichc Frieden wird daraus not- wendig und endgültig hervorgehen. Spannen wir nicht die Pferde hinter den Wagen und da« Prinzip hinter die Konsequenz!" Ist das eine Utopie der Ideologien? Nein doch, die einzigen Utopisten in diesem Falle find jene, die sich einbilden, daß dieser Krieg ein Krieg wie andere Kriege sei. Die Logik der Tatsachen muß uns bavon überzeugen, bah ein Weltkrieg wie dieser nur ein Ende baben kann: den Weltfrieden. Und dieser Weltfrieden kann nur V ander« itet, verwirklicht und'gesichert werden durch die Gesellschaft der Kölker." Tas ist auch der Gedanke, der die NotedesPapstes deherrscht. Der Papst spricht nicht ausdrücklich von der Ge- iellschaft der Völker, aber er gestaltet die Idee selbst mit voll- lommencr Klarheit, und dieser beherrschenden Idee sind die besonderen Vorschläge, die er macht, untergeordnet: Bor allem, sagt er, muh der Gruirdgedanke sein, daß an die Stelle der materiellen Kraft der Waffen die moralische Kraft des Rechts tritt; hieraus folgt ein billiges Einvcr- nehmen aller zum Zwecke gleichzeitiger und gegenseitiger Per- Minderung der Rüstungen nach bestimmten Regeln und unter ge- wissen Sicherheiten bis zu dem Maße, das zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in jedem Staate notwendig und aus- reichend ist; sodann an Stelle der Streitkräfte die Einführung der Schedsgerichtsbarkeit mit ihrer hohe» friedcnstiftendcn Wirkung gemäß vereinbarter Normen unter Androhung bestimmter Nach- leite gegenüber dem Staate, der sich weigern sollte, entweder die internationalen Streitfragen der Schiedsgerichtsbarkeit zu unter- werfen oder deren Entscheidungen«nzunehmeil: Wenn einmal auf diese Weife die Vorherrschaft des Rechtes hergestellt ist, möge man jedes Hindernis beseitigen, das dem Berkehr der Völker im Wege steht, indem man in gleicher Weise dura, feste Regeln die wabrc Freiheit und Gemeinsamkeit der Meere sichert; dies würde einesteils vielfache Konfliktsgründe ausschalten, anderenteils allen neue Quellen des Wohlstandes und Fortschrittes eröffnen. Gewiß, über viele Einzelvorschlägc der»'önstiichen Note haben wir unsere Bedenken, manchmal sogar sehr mm"; aber unzweifelhaft hat sie das eine große Verdienst: t?» gibt als Grundlage zur Regelung der Einzelsraaen, um die die Kriegführenden streiten, die Errichtung eines neuen inter- nationalen Systems. Sie proklamiert die voraussähliche Notwendigkeit der Gesellschaft Her Völker. Das ist ein Zeichen der Zeit von anßerordentlichcr Bedeutung. Wir sehen aber auch noch ein anderes Zeichen der Zeit von noch größerer Bedeutung in der Tatsache, daß die f r a n- zösische Kammer in einer fast einstimmig angenomme- nen Tagesordnung voin 5. Juni ihren Willen erklärt hat, .dauernde Garantien zu suchen fiir den Jriaden und die Unabhängigkeit der großen und kleinen Völker in einer fetzt vor- zubereitenden Organisation der Gesellschaft der Völker". So ist tatsächlich das Stadium der rein theoretischen Er- wägungeil vorbei. Und fetzt handelt es sich darum, zur Tat überzugehen. Vor neue Probleme von drängender und bren- ncndcr Wichtigkeit sehen wir uns also gestellt I der Suchomlinow-prozeß. Petersburg, 17. September.(Meldung der Petersburger Tele- graphen- Agentur.) tEine lange Reihe von Entlastungszeugen, die voil den Angeklagten geladen worden find, versuchen zu beweisen, »aß die Behauptungen der Belastungszeugen. Frau Suchomlinow iadc große» Aufwand getrieben und wahnsinnige Geldausgaben iemacht, der Wahrheit nicht entsprechen. Der Rechnungssachverständige trklärte, Suchomlinow habe im Augenblick seiner Entlassung eine laufende Rechnung über ungefähr eine halbe Million Rubel oehabt, und während des Jahres 1911 habe er 200 000 hinterlegt. Die Zeugenliste ist erschöpft. Die Verteidiger werden morgen chre Reben beginnen._ die neue rujflfthe Regierung. Ein r u s s i s che r Ge n o s s e schreibt uns: Das erste, was an der Zusammensetzung des neuen Mi- nstermms ausfällt, ist dessen ausgesprochener Koalitions- charakter. Wie die in dem gestrigen„Vorwärts" mitge- keilte Mimsterliste zu erkennen gibt, überwiegen in der neuen Regierung wiederum die bürgerlichen Elemente, wäh- rcnd die Sozialisten zugefallenen Portefeuilles in die Hände gemäßigter Elemente gekommen sind. Der Landwirtschafts- minister T sche r n ow, der Sozialrevolutionär und Zinimer- walder ist, und dessen Zugehörigkeit zu den früheren Mini- itcrieii die stärkste Feinbschaft der Kadetten bedingte, ist in dem neuen Ministerium durch seinen Parteigenossen Awksent- s e w ersetzt. Awksentjeiv war in dem letzten Ministerium, d. h. im ganzen etwa 5 Wochen, Minister des Innern. Er gehört zu den Anhängern der unbedingten Landesverteidigung, ist .Rio„Patriot" usw., hat indessen als Minister des Innern leine'besondere Tätigkeit entfaltet. In seiner Partei wird er 'einer oratorischen Begabung wegen„der russische Jaures" genannt. Die anderen sozialistischen Minister, außer Kerenski selbst, sind: der Justizminister Maljan towitsch, der Unter- richtsminister Archangelski, der Bersorgungsminister P r o k o p o w i t s ch, der Arbeitsminister S k o b e l e w und der Postnri niste r N i k i t i n. Es ist nicht ersichtlich, welcher von den beiden Brüdern Maljantowitsch Minister geworden ist. Beide sind Moskauer Sozialdemokraten und gehören dem Rechtsanwaltsstande an, nur ist der ältere— Bolschewik, während der jüngere zu den Menschewiki gehört. Anscheinend bandelt es sich um den Letzteren. Archangelsk! ist Sozial- revolutionär, er war vor 1905 als Schulinspektor sogar Staatsbeamter und wurde später in politische Prozesse der- wickelt. Im Jähre 1907 wurde er in die zweite Duma ge- wählt. Prokopowitsch ist Sozialdemokrat, bekannt als rufst- scher„Bernsteinianer", wie es Eduard Bernstein in seinen Voraussetzungen" war. Er war im letzten Ministerium Handelsminister. Skobelew und Nikftin, beide Sozialdemo- traten, gehörten ebenfalls dem früheren Ministerium an. Von Wichtigkeit ist, daß der Posten des Ministers des Innern wiederum mit einem angesehenen Kadetten, K i s ch k i n, besetzt ist. Dieser Posten ist wohl, im Hinblick auf den Fortgang der Revolution, neben dem des Landwirt- schaftsministers der wichtigste. Aber eine besondere Beden- tung erlangt das neue Kabinett durch den Wiedereintritt des Handelsministers K o n o w a l o w, der der e r st e n provi- ionschen Regierung angehörte und'dessen Rücktritt im Mai die erste Ministerkrise akut gemacht hat. Hinter Konowalow und dem neuen Reichskontrolleur Buryschkin, die beide V r o g r e s sist e n sind, stehen die einflußreichen Moskauer industriellen Kreise, die bislang der Regierung jedwede Unter- itützung verweigerten, weil diese sich, nach ihrer Ansicht, im Schlepptau des Arbeiter- und Soldatendelegiertenrats befand. Die Tatsache, daß sowohl die Kadetten als auch die Moskauer Industriellen ihren Widerstand gegen eine Beteiligung an der Regierung aufgegeben haben, muß wohl zunächst als Resultat der Moskauer Staatskonferenz gebucht werden. Stockholm, 18. September.(Eig. Trahtbericht des .Vorwärts".) Ans guter Quelle verlautet, daß die erste Hand- lang der neuen russischen Regierung die Auflösung der vierten Duma sein wird, da diese durch das Kornilow- Komplott stark kompromittiert ist. Grep als Irieüensmacher. Amsterdam, 18. September. Auf einer Versammlung der „Bcrioick Division Liberal Association" in Alnwick erklärte der Abgeordnete Frances Blake, öeni.Manchester Guardian" zu- folge, daß Eduard Grey, der bis vor kurzem Mitglied der Ge- sellschaft gewesen sei, sich nun von den Geschäften zurückgezogen habe, aber es käme die Zeit, wo über die Friedcnsziele und Friedensbedingungen'verhandelt werden müsse. Die Augen aller Nationen würden sich dann auf ViScouut GrcyS Führung, weisen Rat und sta a ts mä n n i sche Entscheidung richten, und nicht vergebens. Viele fühlten, wie sehr heute schon ein solcher Mann im Unterhause' nötig sei. Man sagt zwar, jeder könne Krieg machen, aber eS dedürfe eines sehr weisen Mannes, um Frieden zu machen, und Viscount Grey werde wahrscheinlich in den kommenden Tagen England von größtem Werte sein. Rus öer französischen Ninüerheit. Bern, 18. September. Nach dem„Demps" sind gestern in einer Sitzung der Minderheit der Soziali st cnpartci zur Vorbereitung des Kongresses der Minderheit lebhaft« MeinuugS- Verschiedenheiten entstanden: Loriot, Rappoport, Bourderon und Alexandre sprachen gegen Beteiligung der Sozialisten an dem Ministerium und gegen die Kriegskreditc. Longuet und De- l e p i n e erklärten sich ftir letztere, solange Frankreich einen V e r- teidigungökricg führe und Nordftankreich und Belgien vom Feinde besetzt seien; Longuet war fiir Beteiligung der Sozialisten an der Regierung, falls sie dadurch ihre Meinung in der Friedensfrage zur Geltung bringen könnten. Ver. miitlungsversuebe zwischen beiden Richtungen mißglückten, ein Aus- schuh soll eine für beide Teile annehmbare Entschließung ausarbeiten, Kein„/toanti* an üer Zront! Berlin, 18. September. Nach Aussogen italienischer Gefangener der W. italienischen Diviston ist für alle italienischen Truppen der Salonikiftont und des albanischen Kriegsschauplatzes der.Avanti" verboten, weil nach Ansicht der Gefangenen diese Zeitung die Wahr- heit sagt und nicht für den Krieg ist. Das Verbot wirkt symbolisch..Avanti" heißt nämlich ans deutsch „Vorwärts". Kriegssabotage in Italien. Dem„Tcmps" zufolge fand am Sonnabend abend in Rom ein langer M i n i st e r r at statt, der in politischen Kreisen lebhaften Eindruck hervorrief. Der Ministerrat befaßte sich mit Zwischen- fällen in Civitavechia, wo Hafenarbeiter sich geweigert hatten, einen eingetroffenen Getreidedampfer zu löschen. Der Mi- nisterrat hieß die von Orlando sofort getroffenen energischen Maß- nahmen gut und beschloß, mit äußerster Energie jeden künf- tigen Versuch von Kriegssabotage zu unterdrücken. Ferner erörterte der Ministerrat die zu ergreifenden Maßnahmen, um völlig« Ruhe und normale Arbeitsentwicklung in den Zonen, die für den Kriegs- bedarf arbeiten, sicherzustellen. Eine amtliche Mitteilung der Re- gierung fügt hinzu, daß gegenüber jedem Sabotage- versuch, den die begehen, die das Land zynisch aus- hungern wollen, jede Rachsicht verbrecherisch wäre. Di« Regierung werde und müsse alles tun, um die Ausfüh- rung der verbrecherischen Pläne zu verhindern, und sei gewiß, die bedingungslose Unterstützung der Oeffentlichkeit hinter sich zu haben. Die Ausschreitungen scheinen sich aber nickst auf Civitavechia beschränkt zu haben. In der Schweiz wird aus der völligen Unter- bindung jedes Verkehrs mit Italien gefolgert, daß die Arbeiter in dem industriell so'bedeutsamen Oberitalien ihrer Kriegsfeindschaft drastischsten Ausdruck gegeben haben. Hranting fordert den Rücktritt der sihwedischen Regierung. Die konservative Wahlniederlage. Stockholm, 17. September.(Eigener Drahtbericht deS „Vorwärts".) Die gestrige, anläßlich der Wahlen von der Arbeiterpartei veranstaltete Kundgebung für die Demokratie und den Völkerfrieden fand trotz starken Unwetters statt. Etwa' 10000 Teilnehmer marschierten mit Musik zu einem Meeting, wo Branttng. Palmstjerna und andere sprachen. B r a n t i n g führte aus, die russische Revolution habe die Hoffnung auf den Weltsieg der Demo- kratie geweckt, aber der Imperialismus recke sich neuerlich in beiden Kriegslagern empor. Der deutsche Reichstag nahm wohl die Friedensformel der russischen Revolution an, aber er ließ in seiner Entschließung daS Selbstbestimmungsrecht der Völker aus. In den westlichen Ländern versuchte man das proletansche Einheitsstreben zu vereiteln und griff zur Paßverweigerung, Diese Maßnahme glückte wohl für den Augenblick, aber die Kon- ferenz wird nicht aufgegeben. Branting und andere Redner kritisierten aufs schärfste die Auslands- Politik des schwedischen Ministeriums und wiesen auf den argentinischen Zwischenfall hin. Branting forderte den Rücktritt der schwedischen Regie- rung mit Rücksicht auf die über die Depeschenvermsttlung zutage geförderten Tatsachen. � Der bisherige Wahlverlauf zeigt den Z u s a m m en- bruch der Konservativen, so daß ein System- Wechsel in der Regierung als unvermeidlich gilt. Wahr- scheinlich wird eine liberal- sozialistische Koali- tionsregicrung der jetzigen folgen, obwohl jetzt die Konservativen Neigung zu einer nattonalen Konzen- trationsregierung zeigen, die indes für die Sozia- listen unannehmbar ist. Diese sind entschlossen, die Ver- fassungsrevision durchzusetzen. holländische Kammereröffnung. Haag, 18. September. Der Ministerpräsident eröffnete heute nachmittag im Namen der Königin die Generalstaaten mtt einer Ansprache, in der er u. a. auch sein Urteil über die Friedens- a u S s i ch t e n abgab. Nach der Meldung der niederländischen Tele- graphenagentur führt« er aus: Die Aussichten für den kommenden Winter sind wenig befrie« digend. Die von verschiedenen Seiten ausgehenden Bestrebungen, dem schrecklichen Völkerkampf« ein Ende zu machen, die von unserer Nation mit warmem Interesse begrüßt wurden, haben das ange- strebt« Ziel noch nicht erreicht. Wir sind noch immer genötigt, uns inmitten von einander heftig bekämpfenden Feinden bereitzuhalten, um mögliche Verletzungen unserer Neutralität abzuwehren." Der Ministerpräsident forderte dann weiter ein Zusammenwirken aller ohne Unterschied von Klasse und Stand, um den holländischen Staat angefichts der steigenden Not der Völker aufrechtzuerhalten. Generalsireik in Argentinien. Amsterdam, 18. September. Ein biesiges Blatt meldet aus London: Die argentinische Regierung hat ihre Vermittlung bei dem drohenden Generalstreik angeboten, aber die Gewerkschaften haben sie ohne Angabe von Gründen rundweg abgelehnt. Der ganze Verkehr auf der Zentral- und der Cordobabahn hat aufge- hört; die Telegraphenlinien sind unterbrochen. �merikanifthe Ausfuhrverbote. New Jork, 17. September.(Reuter.) Um die notwendigen Vorräte sicherzustellen, Hot der Verwaltungsrat für die Ausfuhr gestern nacht eine lange Liste der Waren bekanntgegeben, deren Ausfuhr vollständig verboten ist, wofern der Versand nicht unmittelbaren Kriegszwecken dient. Die Liste führt auf: Weizen, Mehl, Zucker, Butter, Baumwolle, Eisen und Stahl oller Art, viele Chemikalien und einige andere Artikel. Hinzugefügt wird in der Bekanntmachung, daß begrenzte Mengen der erfaßten Artikel in gewissen anderen Fällen ausgeführt werden können, wenn eS ohne Nackiteil für die Vereinigten Staaten geschehen kann oder wenn es für notwendige medizinische oder pharmazeutische Zwecke erfolgt. Eine neue ungarische Regierungspartei. „Deli Hirlap", ein neubegründekeS Organ der ungarischen Re- gierung, weiß aus bester Quelle zu melden, daß der Bildung einer großen einheitlichen Regierungspartei in Ungarn nichts Wesentliches im Wege steht. In kürzester Zeit soll die Partei aus Anhängern Andrassys.ApponiysundWaszcnyis konstituiert werden. Führer der Fusionsbestrebungen ist Premierminister Weierle. Das Programm der neuen Partei ist bereits in den Programmpunkten gegeben, auf denen die drei Parteien, die unter Führung deS Grafen Apponhi, AndrassyS und Wilhelm Waszenyi stehen, fußen. Auch die katholische VolkSpartet, die Dissidenten und die Tisza-Partei werden sich wahrscheinlich an der neuen Regierungspartei beteiligen. Nur Karolyi mit seiner Partei zielt auf eine Neugestaltung und wird eine Ausnahme bilden. Die Bildung und Entwicklung der neuen Partei, in der Andrasiy und Apponhi de» Großbesitz. WaSzenyi die großstädtische Demo- kratie verkörpern, kann mit Spannung erwartet werden. die Polenproklamation in der französischen presie. Nur wenige französische Blätter besprechen die Neuregelung in Polen. Sie erklären ausnahmslos, daß in Polen dadurch nichts geändert sei. Die neue Verfassung sichere kein unabhängiges polni- sches Leben,„Temps" bemerkt,- Deutschland wolle mit Unter- stützung einiger bevorzugter Polen gegen den Willen des polnischen Volkes regieren. Fliegerbomben auf Süddeutschland. Berlin, 18. Septeniber. Unsere Gegner unternahmen am 16. 9. mehrere Bombenflüge gegen has südbeutscheHei- m a t g e b i e t. Es wunden angegriffen: Stuttgart, Tü- hingen, F re u den stad t, Oberndorf. St.Jng- bert, Saarbrücken und Colmar. Bei Sttttigart wurde ein Soldat leicht verletzt, in Freudenstadt und Colmar entstand Gebäudeschaden. Alle übrigen Angriffe verursachten weder Verluste an Toten und Verwundeten noch Sachschaden. Drei der feindlichen Flugzeuge wurden innerhalb des Heimat- gebietes abgeschossen._ Der Krieg auf öen Meeren. Amtlich. Berlin, 17. September. Auf de« nördliche» Kriegsschauplatz wurde» durch die Tätigkeit unserer U-Boote»euer- diugS 17 000 Sr.-Reg.-To. vernichtet. Unter de» versenkten Schiffen befindet sich der bewaffnete englische Dampfer Sycamor« mit 9200 Tonnen Stückgut. Das Stückgut, unter dem sich nach Angab« des gefangenen ersten Offiziers 970 Tonnen Kupfer bcfandcu, hatte eine« Wert von 8llt Millionen Mark. Ein anderer großer bewaffneter englischer Dampfer wurde aus starker Sicherung herausgeschossen. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. französische Schiffsverlusie. Paris, 17. September.(Meldung der Agence HavaS.) Der Dampfer Orsnoque und da« Petroleumschiff Bouvet sind am 12. Sep- lember, nacht« um 11 Uhr, im Mittelmeer z u s a m m e n g e st a ß e n. An Bord deS Bouvet brach ein Brand aus. DaS Schiff ging eine Viertelstunde später infolge einer Ex- plosion unter. Von der Bemannung des Schiffes ist niemand verunglückt. Orsnoque konnte lrotz seiner Beschädigungen die Küste von Algier erreichen.— Einige«ingeborene Arbeiter, dm im Augen- blick de? Zusammenstoße« über Bord gingen, werden vermißt. Paris, 18. September.(Meldung der Agence HavaS.) Da» Patrouillenschiff I e a n n e L wurde in der Nacht zum 7. September von einem Kauffahrteischiff in den Grund gebohrt. Der Kapitän und 19 Mann der Besatzung sind ertrunken. Eine neue M der U-öoot-Kriegführung. Lern, 17. September. Eine offizielle Meldung Pariser Blätter besagt, daß angesichts der neuen Art der U-Boot-Kriegführung durch die Deutschen, welche U-Boote in Geschwadern operieren lassen, zu erwarten sei, daß die neue Phase deS U-Boot-KriegeS einen ganz besonderen Ernst annehmen werde. Monarchie und Kriegspartei. Erklärung des Grafen Ponrialös. Graf Pourtales, früher deutscher Botschafter in Peters- bürg, hat sich zu einem Vertreter des holländischen„Nieuws Bureau" in wenig bemerkenswerter Weise über den S u ch o m- linow-Prozetz geäußert. Immerhin seien folgende Sätze festgehalten: Nach meiner Meinung, und ich werde durch die Enthüllungen im Suchomlinow-Prozeß noch darin bestärlt. war der Zar pcrsön- lich gegen deu Krieg. Er wurde jedoch durch die Kriegspartri in eine Zwangslage versetzt und zum Kriege gezwungen. Oft ist uns die„starke Monarchie" als Friedensbürgschast gepriesen worden. Nun stellt sich heraus, daß gerade in der stärksten Monarchie, die die Welt vor dem Kriege besaß, der Monarch nichts und die Kriegspartei alles war! Sie wollen keine Kriegsanleihe zeichnen! Wiederholt haben wir versteckte Drohungen der Alldeutschen festgenagelt: wenn es nicht nach ihren Wünschen ginge, würde auch keine Kriegsanleihe gezeichnet, lieber die Wirkungen dieser Agitation berichtet nun die„Kreuz-Ztg." folgendes: Aus dem Hessischen wird unS von einer angesehenen Persönlichkeit, die an der Spitze mehrerer großer Bauern orgam- sationen steht, mitgeteilt, daß w der dortigen Bauernschaft lebhafte Bedenken bestehen, auf die neue Kriegsanleihe zu zeichne». Man vermöge nichr einzusehen, wie bei einem Verzicht auf Kriegsentschädigungen die nötigen Mittel aufgebracht werden sollen, um unsere kolossalen Kriegskosten zu decken und die Anleihen zu verzinsen. RatLrlich ist unser GewährS- mann diesen Bedenken auf das entschiedenste entgegengetreten und hat an die Vaterlandsliebe der Bauernschaft appelliert. Die„Kreuz-Ztg." knüpft daran noch einige Beschwörungen auö eigenem Patriotismus nebst weinerlich-scheinheiligen Be- trachtungen über die„törichte Friedenserklärung des Reichstags, die Schaden zu stiften geeignet ist". Wie indes die alldeutsche Presse im Augenblick, in dem die siebente Kriegsanleihe ausgelegt wird, für die„Belebung der Stimmung" wirkt, zeigt u. a. ein gleichzeitiger Aufsatz der„Täglichen Rundschau", der sich zur Abwechslung nicht gegen den Reichstag, sondern gegen die Regierung richtet. Wir ent- nehmen ihm folgende Kernworte: Amtliche Schuld— Schwere Schuld.— Belgien hinter dem Rücken der Nation ausgeliefert.— Auf die unverantwortlichste Weise preisgegeben.— Ein Schrei des heiligen Zornes.— Politische Unfähigkeit.— Leichtfertigkeit.— Böses Gewissen.— Die größte denkbare weltgeschichtliche Niederlage.— Herostratische Tat.— Unzulänglichkeit.— Uebertolpelte Diplo« matte.— Verbrechen am Geist und Gewisse« der Nation. Aber nicht die alldeutsche Agitation ist schuld daran, daß Bauern, die doch wahrscheinlich durch den Krieg Geld genug verdient haben, aus Angst um die Zinsen keine Kriegsanleihe zeichnen wollen, sondern der Reichstag ist es— so sagt die„Kreuz-Zeitung"— und nächstens wird es wohl auch heißen: die Regierung. dr. Michaelis unü üie /lllöeutfchen. Auf das telegraphrsche Trommelfeuer, mrt dem rhu die all- deutschen Stammtische seit Wochen überschütten, antwortet jetzt der Reichskanzler mit einer summarischen Erklärung in der .Rordd. Allg. Ztg.", die folgendermaßen lautet: Von Vereinen und Körperschaften aus allen Teilen des Reiches gehen dem Herrn Reichskanzler Kundgebungen zu, die da? Bekenntnis zu vaterländischer Zuversicht und Entschloffen-- beit und das Gelöbnis unbeirrten. zielsicheren AuSharrenS bis zum glücklichen Ende zum Ausdruck bringen. Der Herr Reichs- kanzler ist leider außerstande, alle diese Tele- gramme einzeln zu beantworten. Wo deutsche Männer durch Tat und Wort für deutsche Selbstbehauptung, für das Erkämpfen eines Frieden» wirken, der Freiheit, Blüte und Entwicklung des deutschen Volkes fest und sicher verankert, begleitet die freudige Zu st im- m u n g und der Dank des obersten Reichsbeamten ihr Streben und Schaffen. Die Ziele, denen die freudige Zustimmung des Reichskanzlers gilt, sind so allgemein bezeichnet, Njß sich irgendwelche konkreten Schlüsse auf die Stellung des Kanzlers in der Friedensfrage nicht ziehen lassen. Denn Freiheit, Blüte und Entwicklung des Deut- schcn Reiches fest verankern zu wollen, ist keineswegs ein Mo- nopol der Alldeutschen, sondern dies wollen auch die Mehrheits- Parteien des Reichstags, welche die Friedensresolution angenommen haben, und sie halten den von ihnen vorgezeichneten Weg hierfür für geeigneter als die alldeutschen Utopistereien. /lllüeutsche unter sich. Drr berichteten schon vor einigen Togen über den wunderbaren häuslichen Streit, den der Vorsitzende der Berliner alldeutschen Gruppe, Justizrat Stalte, und der Gelbenführer Rudolf L e b i u S vor dem Landgericht I Berlin ausgetragen haben. Jetzt veröffent- licht LebiuS in seinem Organ einen ausführlichen Prozeßberichr, aus dem noch einige Detail» nachgetragen werden sollen. LebiuS be- hauptet, daß die Berliner Alldeutschen alle diesenigeu Personen aus ihrem Verein herausgeworfen haben, die nicht in innerpolttischen Fragen stramm konservativ gewesen waren. Zu den Opfern rechnete er nicht nur sich selber, sondern auch den Grafen HoenSbroech und den Verleger der.Rheinisch- Westfälischen Zeitung".— Interessant ist auch, mit welcher Begründung der Kläger, Justizrat Stalte, eine Erhöhung der in erster Instanz gegen LebiuS erkannten Strase forderte. Justizrat Stalte meinte, er sei K o r p» st u d e n t und KorpS- studenten müßten in Ehrensachen mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung geschützt werden, andernfalls müßte er sich selbst Recht verschaffen. Habe er doch vor sieben Jahren den RegierungSrat von Strantz. der ihm Taktlosigkeit vorwarf, auf Pistolen fordern lassen. Das Gericht könnte derartige Zweikämpfe nur dadurch verhindern, daß ue die Beleidigungen von Korps st udenden strenge ahndeten. Der Grundsatz, daß Korpsstudenten einen erhöhten strastecht- lichen Schutz genießen, verdient unsere» ErachtenS gesetzliche Fest- legung. Er müßte allerding» dahin erweitert werden, daß der gleiche Schutz auch den Korps- und Couleur Hunden zugesprochen wird, deren Ehre doch sicher höher steht als die eines gewöhnlichen Proletariers, der in den Schützengräben für die Verteidigung seines Landes kämpft. Besonders war Justizrat Stolte empört, daß LebiuS von moralischen Ohrfeigen geredet habe. LebiuS aber per» leidigte sich dahin:„Die Redensart von der Ohrfeige sei eine ge- bräuchliche journalistische Phrase". Herr LebiuS redet auS langjähriger alldeutscher Erfahrung und wir wollen ihm nicht widersprechen, soweit sich seine Behauptung auf seine engeren Gesinnungsgenossen bezieht._ versianüigungsfeinüe im priesierrock. Prügelstrafe gegen Friedensfreunde! Bei einer„vaterländischen Kundgebung" hielt, wie die Nieder- rheinische Arbeiterzeitung meldet, in Duisburg in der verflossenen Woche der Felddivtsionspfarrer Ärügell eine crufreizende Rede, die in folgendem Ausspruch gipfelte: „Als a» der Front die Nachricht von de« Borgängen im Reichstag bezüglich der lebten Friedensentschließung bekannt wurde, da hat man dort bedauert, daß die Prügelstrafe nicht mehr besteht." Dieser Jünger Christi, der den Freunden eines Berständigungs- friedens Prügel wünscht, ist keineswegs eine vereinzelte Erschci- vung. Die„Kreuzzeitung" berichtet in ihrer Dienstag-Abend- nummer über eine Rede, die ein Amtskollege des prügellustigen Herr Krügell, DivisionSpfarrer van den Bruck, gleichfalls auf einer vaterländischen Versammlung, in Barmen hielt. Nach dem Berichte der„Kreuzzeitung" warnte dieser Gottesmann vor einem taulen Frieden. Weiter bezeichnete er es als den Wunsch aller Soldaten, daß die innerpolitischen Kragen bis nach dem Kriege zurückgestellt würden.— Herr Krügell wie Herr van den Bruck beweisen nur. wie fremd sie der wirklichen Stimmung der Soldaten gegenüberstehen. Als dritter im Bunde sei noch schließlich ein Chemnitzer Gottes- mann, der Pastor Hoffmann, erwähnt, der unter dem Titel „Selbstbehauptung oder Setbswerleugnuitg?" eine politische Predigt hat im Druck erscheinen lassen. Schon der Untertitel„Ein Wort gegen den Verzichtfriedcn" weist auf seine Gemütsver- fassung hin. Dem protestantischen Pastor ist der Berständigungs- friede bereits deswegen verdächtig, iveil die Soziali st en und der Papst für ihn eingetreten sind. Er sucht nachzuweisen, daß ein Lutheraner anders denken müsse, denn für ihn sei Religion und Politik fein säuberlich geschieden. Herr Hoffmann preist das Deutschtum als Salz und Sauerteig der Welt.„Ohne uns"— ruft er aus—„wird die Welt ganz und gar dem englisch-amerikantschen Geist ausgeliefert, dem Geist des Mammons und der Lüge.... Der«nglisch-amerikanisch« Geist hat keine Seele mehr, sondern nur noch eine Larve.... Darum, deutsches Volk: halte, was du hast!" In seinem eigenen Volk das Muster aller Erhabenheit, in den anderen Völkern den verworfenen Aussatz sehen,— was hat dies« Anschauung noch gemein mit der Menschen- und Nächstenliebe, die Jesus Christus gepredigt hat?!„Halte, wo? du hast!", das ist die Quintessenz der Weisheit dieses Gottesmannes. Selten ist die Grundidee des christlichen Glaubens so verzerrt, so in ihr Gegen- teil entstellt worden, wie in diesem Weltkrieg von ihren derufs- mätzigen Verkündern. Die gekränkte vaterlanäspartei. In einer Pressenotiz macht die„Deutsche Vaterlandspartei," ihrem gepreßten Herzen darüber Luft, daß eine Anzahl von Blättern, darunter der„Vorwärts", die Aufnahme des Aufrufs der„Deutschen Vaterlandspartei" als dezahlte Anzeige ver- weigert haben. Sie knüpft daran eine Reihe höhnischer Bemer- kungen, so u. a., daß sich diese Blätter vor ihren eigenen Lesern nicht sicher fühlen und Vorsicht als der Tapferkeit besseren Teil betrachten. Das ist natürlich eine dummdreiste Unter- st e l l u n g. Daß der„Vorwärts" keineswegs das Urteil seiner Leser scheut, beweist der Umstand, daß er ihnen sehr ausführlich von der Gründung der neuen Partei Kenntnis gegeben und auch in seinem redaktionellen Teil die wichtigsten Sätze des Auf- rufs abgedruckt hat. Wenn-der„Vorwärts" da» bezahlte Inserat der Deutschen Vaterlandspartei ablehnte, so geschah das allein aus dem Grund«, um jede Spur des Verdachtes zu vermeiden, daß er für da» Geld, mit dem die neue Partei ja reichlich um sich wirft, irgendwelche Empfänglichkeit zeige. das Amtsgericht als Erlatz-Mieteinigungsamt. Durch W. T. B. wird folgende Notiz verbreitet: Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 16. d. M. in Ab- änderung der Bekanntmachung zum Schutze der Mieter vom 26. Juli angeordnet, daß, solange im Bezirk einer Gemeinde ein Einigungsamt oder eine andere in Frage kommende Stelle nicht errichtet werden konnte, die Amtsgerichte die den Einigungs- ämtcrn zugedachten Befugnisse zum Schutze der Mieter ausüben können. Die bei dem Einigungsamte bei der Entscheidung mit- wirkenden mindestens zwei Beisitzer aus dem Kreise der Haus- besitzer und dem der Mieter fallen bei den Entscheidungen der Amtsgerichte allerdings weg. In Preußen haben noch nicht allgemein die vorgesehenen Einigungsämter errichtet werden können. Insbesondere ist es nicht möglich gewesen, überall die Besetzung der EinigungS- ämter mit geeigneten Beisitzern rechtzeitig sicherzustellen. Da aber die Entscheidung über die erfolgten Kündigungen in zahlreichen Fällen vor dem 1. Oktober 1S17 erfolgen mutz, sind die Befugnisse der Einigungsämter einstweilen dem Amtsgericht übertragen worden. Wiederholt war in der Oeffentlichkeit bereits bedauert worden, daß an vielen Orten Einigungsämter noch nicht errichtet waren. Hier schafft also die BundeSratSverordnung«ine zweckentsprechende Aushilfe, damit die Bestimmungen zum Schutze der Mieter auch überall rechtzeitig durchgeführt werden können. Nochmals: Die Kriegsteilnehmer- organisation öer Kriegervereine. Zu unserer Notiz in Nr. 262 sendet unS der Borstand des Kyff- häuser-Bunde» der deutschen LandeS-Kriegerverbände folgende Berichtigung: 1. Es ist unrichtig, daß die Vertreterversammlung de» Kyff- Häuser-Bundes eine Entschließung gegen die FriedenSresolution des ReickStageS angenommen hat. 2. Es ist unrichtig, daß der.Reichi-Krieger-Dank' all die Zusammenfassung aller derer gedacht sei. die am Kriege teil- genommen haben. AuS einer weiteren Zuschrift de» Vorstandes geht hervor, daß die Kriegervereine sich selber al« die geeignete Zusammenfassung der Kriegsteilnehmer betrachten und daß der„ReichS-Krieger-Dank" mehr als ein finanzielles Lockmittel gedacht ist, um die Kriegsteilnehmer durch Gewährung materieller Vorteile für die K�riegervereine zu ködern. Diese Art der Anlockung hält man wohl deswegen für notwendig, weil man eingesehen hat. daß bei der großen Mehrheit der Kriegsteilnehmer für den Geist der Krieger- vereine nicht die geringste Sympathie vorhanden ist. Kieme Kriegsnachrichten. Fliegeroberleutnant Wolff gefalle«. Berlin, 18. September. Fliegerobcrleutnant Kurt Wolff, Ritter des Ordens pour le merite, zuletzt Führer der lange Zeit von Richihofen geführten Jagdstaffel Nr. 11, ist am 16. September gefallen, 6 Tage, nachdem er zum Oberleutnant befördert worden war. parteinachrichten. Die Partei und die Autonomie Elsaß-Lothringen». Der Sozialdemokratische Verein Mülhausen hat zur Frage der„Autonomie Elsaß-Lothringens" Stellung ge- nommen. Genosse Emme! berichtete über die Geschehnisse in Berlin in der zweiten Hälfte des vorigen Monats. Er schilderte die Bemühungen der Mehrheitsparteien über die unklaren Punkte der deutschen Politik, als da sind: Belgien, Polen, Elsatz-Loth- ringen usw. mit dem Kanzler zu einer klaren Verständigung zu kommen und legt dann dar, was für Absichten der Kanzler be- züglich Elsaß-Lothringen— vorbehaltlich der wetteren Beratung mit den Bundesstaaten— zu verwirklichen gedenkt. Nach einer Würdigung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse des Reichslandes fand diese Resolution einmütige Zustimmung: „Die am 6. September 1317 tagende Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins Mükhausen?. Elf. begrüßt die Bestrebungen, das bisherige Reichsland Elsaß-Lothringen zum voll- berechtigten autonomen Bundesstaat auszugestalten; sie hält aber eine staatliche Freiheit nur für möglich, wenn auch die finanzielle Unabhängigkeit vorhaicken und die wirtschaftliche Entwicklungs- Möglichkeit gesichert ist. Ferner hält sie für die Zeit des lieber- ganges die Festlegung eines Wahlrechts für erforderlich, das in demokratischer Weise der gesamten Bevölkerung Elsaß-Lothringens die Mitarbeit an der Weiterentwicklung des Landes ermöglicht. Daher fordert die Versammlung: o) In wirtschaftlicher Beziehung: 1. Tie Uebernahme aller KriegSschäden des Landes der Be- zirke, der Gemeinden und Einzelpersonen durch das Reich. 2. Die Beteiligung Elsaß-Lothringens an den Ueberschüssen der Reichseisenbahnen mit der Hälfte, mindestens aber mit 10 Millionen Mark jährlich. 3. Eine Neuregelung der Vergütung der Erhebung der Zölle und indirekten Steuern auf der Grundlage, daß Elsaß-Loth- ringen mindestes seine eigenen Ausgaben ersetzt bekommt. 4. Die moralische und materielle Unterstützung Elsatz-Loth- ringens durch das Reich bei der Ausnutzung der Wasser- kräste des Oberrheins. b) I n politischer Beziehung: 1. Einführung der republikanischen Staatsform. 2. Die Vornahme der Landtagswahlen nach dem VerbältnvS- wahlrecht. Jeder der drei Verwaltungsbezirke deS Lande? bildet nur einen Wahlbezirk. 3. Einführung des VerhältnislvahlrechtS für die Gemeinde- ratswahlen. Jede Gemeinde bildet nur einen Wahlbezirk. 4. Aufhebung der Wohnsitzklauseln bei dem Landtags- und Ge- meindewahlrecht. Die Versammlung erklärt, daß nur durch Erfüllung dieser Be- dingungen der angestrebte Ausbau der«lsaß-lothringischen staatS- rechtlichen Verhältnisse zu wirtschaftlich und politisch zufrieden- stellenden Zuständen führen kann." Für Frieden und Freiheit demonstrierten die Industriearbeiter des 22. fächssschen Reichstag»- Wahlkreises in acht an verschiedenen Orten deS Kreises ahgebalte- nen Versammlungen. Diese waren äußerst stark besucht, teilweise. sogar überfüllt. Referent in diesen Versammlungen war der Vertreter deS Kreises Genosse Dr. Paul Lensch. Dessen AuS- führungen fanden überall Zustimmung. In Kirchberg unterstrich ein Pastor die Ausführungen des Referenten, während in Reichen- dach i. B. ein Alldeutscher, namens Müller. Genossen Lensch ent- gegentrat und seine alldeutschen Tiraden verzapfte. Genosse Lensch leuchtete ibm gründlich heim. In Elsterberg kam der wob! seltene Fall vor, daß auch der überwachende Beamte, ein Assessor. in die Debatte eingriff, doch in meist zustimmendem Sinne. Die Unabbängigen hatten die Versammlungen, bis auf die iv Treuen, ungestört gelassen. Hier haben sie schon, einige Anhänger. weS- halb sie die Versammlung für ihre Zwecke auszunutzen gedachten. Als Wortführer hatte man den im Kreis bekannten Redakteur Seeg er aus Leipzig herangeholt, der behauptete, daß Lensch nie Sozialdemokrat gewesen sei, womit er sich und die Leipziger selbst bloßstellte, denn er und seine Leipziger haben sich dann jabrelang einen nichtsozialdemokratischen Chefredakteur gefallen lassen und haben auch dem Nichtsozialdemolraten Lensch zu einem Reichstag«. mandat verholfen. In einer gut besuchten Versammlung in Weimar, in der für den verhinderten Abgeordneten S t ü ck l e n der Abgeordnete B a u d e r t über die Sozialdemokratie für Frieden und Freiheit sprach und sich entschieden gegen das Treiben der AWeutschen wandte, wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der ein Verständigungsfrieden und Demokratisierung der Ver- fassung gefordert wurde. Vor mehr als 2000 Personen sprach am Dienstag Abgeovdneicr S ch ö p f l i n in Dessau für den Frieden und die Demokratie. Zwei Vertreter des Eroberungskrieges, ein Oberlehrer und ein Pastor, traten ihm entgegen. Sie forderten die Fortsetzung d«S Krieges, bis die Gegner niedergeworfen sind; ferner Annexionen in Ost und West. Nur wenige Dutzend Versammlungsteilnehmer stimmten ihnen zu, dagegen fanden der Referent und Abg. P e u s stürmische Zustimmung, als sie den Eroberungskrieg scharf per- urteilten und siir den BerständigungSfrieden eintraten. Eine in diesem Sinne gehaltene Resolution fand gegen wenige Stimmen Annahme._ Tausend gegen sechs. In der S000 Einwohner zählenden Kreisstadt 2 ü b e n in Nieder- schlesien fand am 9. September die erste von der Sozialdemokrat:- scheu Partei einberufene Versammlung statt. Den größten Saal am Orte füllten weit über tausend Personen aus allen Bevölke- rungskreisen, viele fanden keinen Einlaß mehr. Der Bezirks- sekretär, Genosse E b c r l e- Görlitz, referierte über da» Tqema; „Frieden der Verständigung und Freiheit im Innern". Der Vor- trag fand stürmischen Beifall. Obwohl in der Diskussion«ein Herr Neu mann aus Breslau vom„Unabhängigen Ausschutz", sowie ein Rechtsanwalt und ein Major z. D. aus Lüben dem Referenten in längeren Ausführungen entgegentraten, wurde die fozialdemo- kratische Resolution für den Verständignngsftieden mit über 1000 gegen 6 Stimmen angenommen. Reben den Diskussionsrednern stimmten noch ein Geistlicher und zwei böhere Beamte dagegen. In einer von über 400 Personen besuchten Versammlung in K o tz e n a u(zu dem rein ländlichen Kreis Lüben gehörend) wurde unsere Entschließung einstimmig angenommen. Aus beiden Orten sind vor einigen Wochen vom„Unabhängigen Ausschuß und vor den Alldeutschen Entschließungen und Telegramme an Hindenburg und den Reichskanzler abgesandt, worin bchauptet wurde, daß die große Masse der Bevölkerung den Beschluß der ReichStagSmehrheit verwirft und für Landcrwerb. Entschädigungen und MachtzuwachS voll und ganz eintrete. Tie Versammlungen waren die Probe auf» Exempcl._._____________ Leiste Nachrichten. Erklärung painlevös. Pari«, 18. September.(Meldung der Agence HavaS.) Heute nachmittag ist eine Erklärung des Ministeriums in den Kammern verlesen worden, die folgendermaßen beginnt: Die Stunde eignet sich weder zu langen Reden noch für lange Programme. Alle materiellen und moralischen Kräfte der Nation für den entscheidenden Augenblick des Ringens zusammenzufassen, das ist die Pflicht, welcher die Regierung sich ganz und gar widmen muß und will. Der Krieg, der sich immer länger hinzieht. velangt von allen die völligste Selbstverleugnung und den größten Opfermut; je mehr wir uns dem Ende nähern, um so mehr wird die moralische Widerstandsfähigkeit der Nation ein ausschlaggebendes Mittel zum Siege werden. Gerade gegen diese moralische Widerstandsfähigkeit erklären unsere Feinde, die uns auf den Schlachtfeldern nicht haben besiegen können, ihr« Angriffe verdop- peln zu wollen; Sache der Regierung ist es, ihre Wachsamkeit gegen diese hinterlistigen Unternehmungen und ihre Energie gegenüber denjenigen, die diese Unternehmungen unter- stützen würden, zu verdoppeln. Die Gerechtigkeit wind in den bereits eröffneten Untersuchungen ebenso wie in denen, die noch folgen könnten, ihren Weg ohne Zaudern, ohne Schwäche, ohne Rücksicht auf die Stellung irgend jemandes verfol» gen: wer sich zum Mitschuldigen des Feindes macht, muß die Strenge des Gesetzes fühlen. Die Regierung zählt auf die Pater- landsliebe aller und auf die Selbstbeherrschung der öffentlichen Mei- nung, damit die Gerechtigkeit ihr Werk in Ruhe und Würde voll- bringe und unvorsichtigen Verallgemeinerungen, den eigensüchtigen Bestrebungen und dem heftigen Meinungsstreit der Parteien ent- rückt bleibe._....: Soldatenaufruhr in Wiborg. London, 18. September.(Reutermcldung.) Nach einer Depesche aus Helsingfors vom 17. 9. kam es in Wiborg zu einem Soldaten- aufruhr, bei dem 22 Offiziere getötet wurden. 60 Offiziere sind verschwunden. Gewerkschc�sbewyMV Verlin onS Umgegend. Die Verhandlunge« in der WSscheindustrie gescheitert. In einer� am Montag abgehaltenen Versammlung der Wäsche- arbeiter, die sehr stark besucht war, berichtete Kunze und entwarf ein Situationsbild von der augenblicklichen Lage im Berufe. Am «chlusse seiner Ausführungen empfahl er der Versammlung, das Zugeständnis der Unternehmer abzulehnen, da es den berechtigten Ansprüchen der Arbeiter in keiner Weise genüge. Der Verband werde� jetzt in jedem Betrieb einzeln vorgehen, zu welchem Zweck demnächst Bemebssitzungen einberufen werden, in denen eine Aul- nähme der gezahlten Löhne und Zulagen statlfinden wird. Doch sollen Einzelabmachungen der Arbeiter mit ihrem Unter- nehmer unterbleiben. Wo keine Einigung zu erzielen ist, wird der Kriegsausschust angerufen werden. Die Versammlung teilte einmütig den Standpunkt des Redners und stimmte geschlossen folgender Resolution zu: .Die heute, den 17. September 1M7, tu der Brauerei Pfefferberg tagende Wäschearbeiter-Versammlung erklärt nach Kenntnis� nähme des Schreibens der Fabrikanten vom heutigen Tage: Die hier gemachten äußersten Zugeständnisse tragen den der- zeitigen Verhältnissen in gar keiner Weise Rechnung. Abgesehen da- von, daß die in Aussicht genommene Teuerungszulage von 1 M pro Tag bei weitem zu niedrig ist. kommt noch in Betracht, daß sie den im Wochenlohn Beschäftigten versagt wird. Das Anerkenntnis der Fabrikanten, wonach einem großen Teil der Beschäftigten der lOprozentige Lohnzuschlag gemäß der Verordnung vom 15. Mai 1917 noch zu zahlen ist, weil die Arbeiterinnen nicht mehr als 27 Mark und die Arbeiter nicht mehr al» 86 Mark die Woche der- dienen, zeigt, wie ungenügend die LohnverhälMisfe i» der Wäsche brauche sind. Aus der Erklärung der Fabrikanten, daß die Zuschläge für Mehrleistung, d. h. erschwerte Arbeit, nur dann bestehen bleiben sollen, wenn sie nicht für ein begrenztes Quantum oder für eine bestimmte Sorte gewährt worden find, ist zu entnehmen, daß die von ihnen behauptete erhebliche Aufbesserung der Stücklöhne auf die Teuerungsberhältnisse keine Rücksicht nimmt, sondern nur mit Rück- ficht auf die Mehrarbeit erfolgte. Da die Fabrikanten im Zeitraum von drei Monaten keine Zeit gefunden haben, wegen der Löhne ihrer Arbeiter zu verhandeln, so sieht die Versammlung angesichts des geringen Angebotes die Ber- Handlungen als gescheitert an. Sie fordert die in der Wäscheindustrie Beschäftigten auf, die von der Ortsverwaltung des Verbandes der Schneider und Wäsche- arbeiter Deutschlands als geeignet bezeichneten Schritte zur Erlan- gung einer zeitgemäßen Lohnerhöhung zu unternehmen.' 22. Tagung des yaaptverbanöes deutscher Grtskrankenkassen. Aus dem für die Metallbetriebe Groh- Berlins. Sechs Hilfsarbeiter der Firma Th. u. Co. fordern ge« meinsam eine Lohnzulage von 5 Pf. für die Stunde. Für den Be- trieb besteht eine zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Eisenkonstruktionsbetriebe abgeschlosiene Vereinbarung, die die Lohn- Verhältnisse und Teuerungszulagen bis zum Ablauf dieses Jahres regelt. Die klageführenden Arbeiter werden nach den Grundsätzen dieser Vereinbarung bezahlt. Die 5 Pf. Erhöhung fordern sie ledig- lich deshalb, weil einige andere Arbeiter 5 Pf. höheren Lohn haben. Die Firma lehnt es ab, den Klägern zu ihrem bisherigen Satz von 1.20 M. für die Stunde noch weitere L Pf. zu gewähren, und auch der Kriegsausschutz konnte sich nicht auf den Standpunkt stellen, daß die Forderung berechtigt sei. Die Arbeiter wurden deshalb mit ihrer Klage abgewiesen. Der Schlosser O. von der Firma H. u. Co., EraSmuS« straße, fordert den Kriegsschein, weil er glaubt, nicht mehr bei der Firma arbeiten zu können. In der Sache wird festgestellt, daß O. einen Wochenverdienst bei regulärer Arbeitszeit von 2iO M. erzielt hatte. An einem Tage hat er sich krank gemeldet, hat aber nach- mittags in einem Konkurrenzbetriebe gearbeitet. Dabei ist er von seinem bisherigen Arbeitgeber getroffen worden. Eine andere Be- gründung, als daß eS ihm nun wohl nicht mehr möglich sei, bei seinem bisherigen Arbeitgeber zu arbeiten, wurde vom Kläger nicht gegeben. Unter diesen Umständen konnte der Kriegsausschuß dem Verlangen des Klägers nicht entsprechen. IS Transportarbeiter der Firma D. u. Qu., Lichten- berg, fordern den Abkehrschei», weil die Firma es abgelehnt hat, den Lohn, der jetzt 1 M. pro Stunde beträgt, auf 1,20 M. zu er« höhen.- Trotzdem der Kriegsausschntz anerkennt, daß die Lohnsätze nicht unter dem Durchschnitt der Verdienste der Transportarbeiter der Industrie sind, wird der Firma geraten,«ine kleine Lohnzulage zu gewähren. Es kam dann ein Schiedsspruch zustande, in dem zum Ausdruck gebracht wird, daß ab IS. b. M. die Arbeiter 5 Pf. Zulage erhalten, und wenn die Firma dies nicht tun will, hat sie allen' Arbeitern den Abkehrschein zu geben. Die Transportarbeiter H. und O. der Firma A. E. G., Oberschöneweide. fordern den Abkehrschein, weil sie von der Firma mit 5 M. Strafe belegt worden sind. Es wird festgestellt, daß die Strafe verhängt worden ist, weil beide Kläger entgegen der Arbeits- ordnung und entgegen den Vorschriften für MunrlionSbetriebe ge- raucht haben. Die Kläger behaupten, der Betriebsleiter und Meister hätten deshalb bereits ihre Entlassung ausgesprochen. Es wird der Firma geraten, die Strafe zu reduzieren, und wird diese zuletzt aus 3 M. festgesetzt. Im übrigen aber mußte die Sache ver- ragt werden, weil Meister und Betriebsleiter als Zeugen vernommen werden sollen. Der Wächter R. von der A. E. G. Oberschöneweide fordert den Abkehrschein wegen zu geringen Verdienstes. R. ist als Nachtwächter im Betrieb beschäftigt. Er war früher im Zeniralhotel und halte dort einen Verdienst von 65 M. für die Woche. Der Ein- berusnngsausschuß hat R. der Firma überwiesen, und hier bat er nun als Nacktwächter einen Verdienst von 52,50 M. für die Woche. Der Kriegsausschuß steht aus den< Standpunkt, daß eine Verschlechte- rung der Verdiinstverhältnisse auch durch Heranziehung zum Vater- ländischen Hilfsdienst auf keinen Fall eintreten darf, und da die Firma es ablehnt, R. als Nachtwächter mindestens den gleichen Ver- dienst von 65 M. zuzusichern, wird beschloffen, daß die Firma R. den Schein gibt oder aber ihn als Transportarbeiter beschäftigt, wo nach den eigenen Angaben der Firma ein wesentlich höherer Verdienst erzielt wird._ Weibliche Bureauangestellte. Die Zahl der weiblichen Hilfskräfte in Bureau und Kontor hat sich während der Rriegszeit stark vermehrt. Nur ein kleiner Teil derselben gehört der gewerkschaftlichen Organisation an. Der Verband der Bureauangestellten Deutschlands hat in seiner Groß-Berliner Ortsgruppe immerhin jetzt über tausend weibliche Mitglieder. Zu Kriegsbeginn zählte die Ortsgruppe nur 106, am 1. Juli 1016 waren eS 504 und am 1. September d. I. 1078 weibltche Mitglieder.— Mit Recht betont das Organ des Verbandes, daß die weiblichen Angestellten nur in gemetnsamer Organisation mit ihren männlichen Kollegen ihre Lage verbessern können. Eine besondere selbständige Organisation der weiblichen Angestellten, wie sie immer wieder von feiten bürger- licher Frauen versucht wird, ist sachlich durch nichts begründet und ist auch nicht in der Lage, eine energische Vertretung der Interessen der weiblichen Angestellten zu sichern. Nicht gesonderte Organi- sationen der männlichen oder der weiblichen Angestellten, sondern eine gemeinsame Organisation aller Angestellten, das ist die Vor- ousse'tzung für die tatkräftige Wahrung der Angcsiellteninteressen und für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der weiblichen Angestellten. DrrSbe». 17. September 1S17. Der diesjährig« Deutsche Ortskrankenkassentag wurde heute bor- mittag im.GewerbehauS' mit BeqrüßungSworten des Vorsitzenden des HauptverbandeS deutscher Örtskrankenkassen Fräßdors- Dresden eröffnet. ES sind vertreten 282 Kassen mit 3 680 762 Mit- gliedern durch 184 Arbeitgeber. 213 Versicherte und 185 Angestellte. Die sächsische Regierung läßt ihre Grüße durch Reg.-Rat Henke die Stadt Dresden durch Oberbürgermeister B e u t l e r über- bringen. AIS erster Redner der reichhaltigen Tagesordnung spricht der Präsident des ReichSverficherungSamtS Geheimrat Dr. Kaufmann über ZnkunftSaufgaien der Krankenkassen. Die deutschen Krankenkassen hätten in dem dreijährigen Weltkrieg die gewallige Belastungsprobe ertragen und die soziale Fürsorge muß noch mehr wie zuvor ein unangreifbarer Besitzstand de« Deut- schen Reiches bleiben. Er lobt die Kassen, die in der vorbeugenden Krankenfürsorge dem Gesetz vorausgeeilt seien. Vor allem gelte es den drei Volksseuchen, der Tuberkulose, den Geschlechtskrankheiten und der Trunksucht entgegen zu wirken. Bei der Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten werde man um die ZwangShospitali- sierung nicht herumkommen. In enger Verbindung mit diesen Fragen stehe die Wohnungs- und Säuglingsfürsorge. Erstere sei von den Krankenkassen durch Gewährung mündelficherer Darlehen zum Zwecke der Errichtung von Kleinwohnungen zu fördern. Auch die Kriegsbeschädigtenfürsorge, für die die Verbands- krankenkassen allein 8>/« Millionen an Krankengeld zahlten, sei fort- gesetzt im Auge zu behalten. Die Kassenverwaltungen könnten aber auch praktisch ein übriges tun, indem sie Kriegsbeschädigte als Ar- beitskräste aufnähmen. Die so segensreich wirkende Kriegswochen- Hilfe sei mit in den Frieden hinüber zu übernehmen. Wenn eS sich gesetzlich nicht machen lasse, müßte die erweiterte Wochenhilfe als Mehrleistung der Kassen eingeführt werden. Der Redner ging zum Schluß auf das Zusammenarbeiten der Kassen mit den Ver- sicherungSbehörden ein, das die Lösung all dieser Aufgaben er- mögliche. Der nächste Punkt »Die Fürsorgeorganisationen und die Krankenkassen" umfaßt drei Vorträge. Oberarzt Dr. Rott-Berlin spricht über .Mutter-, Säuglings- und Kleinkinderfürsorge'. Er geht von dem Gesichtspunkt aus. daß der eigentliche Träger der Säuglingsfürsorge die Kommune sei. doch könnten auch die Kranken- kassen wirksam mithelfen, den schädlichen Einwirkungen des Krieges auf die Bevölkerungsbewegung zu begegnen, und zwar u. a. durch Gewährung von Wöchnerinnenheimpflege und Zusammenarbeit mit den Säuglingssürsorgestellen und durch die bekannten aufklärenden Ausstellungen. Oberstabsarzt Dr. B e fch o n e r-DreSden behandelt sodann die. Fürsorge für Lungenkranke' von den bekannten Gesichtspunkten aus. Erwähnenswert sind folgende Forderungen: die Einrichtung diagnostischer Untersuchungsstellen durch die Kassen oder durch Kassenverbände, besondere Krankenpflege in Ambulatorien der Krankenkassen oder Krankenkassenverbände. In der Diskussion redet G r ä f- Frankfurt der Mitarbeit der Kassen in den Fürsorgestellen der Kriegshilfe das Wort. Wenn man praktische Mütter« und Säuglingsfürsorge treiben wolle, müsse man dafür sorgen, daß der Nahrungsmittelwucher beseitigt werde. denn eine Mutter, die nichts zu essen habe, kann auch nicht stillen. In der Tuberkulosebekämpfung dürsten die Versicherungsanstalten die Gewährung von Heilbehandlung bei jugendlichen Personen nicht von dem Nachweis der Markenklebung abhängig machen. Direktor K o h n- Berlin betont, daß Verbesserung:Her Woh- nungsverhältnisse und Fortfall der schlechten Ernährung der Säug« lingssterblichkeit Einhalt gebieten würden. Geheimrat Dr. Kaufmann wendet sich dagegen, daß man den schwer Lungenkranken die Hoffnung raube, indem man sie in Sieckienhäusern unterbringe. Empfehlenswert sei das in Rheinland- Westfalen geübte Verfahren, diesen Kranken Unterkunst in Kreis- krankenhäuiern zu gewähren, wo sie ihren Familien nahe seien. Nach Schluß der Debatte wurden entsprechende Entschließungen einstimmig angenommen. Zur Regelung des AuSstellungSwesenS der Ortskrankenkassen Wird nach einem Vortrag Direktor K o h n S- Berlin über die „Errichtung einer Ausstellungsvereinigung der Örtskrankenkassen" beschlossen, mnerhalb des Verbandes eine Ausstellungsvereinigung zu bilden. Sodann referiert Justizrat Dr. Mäher- Frankenthal über »die Aendernng der ReichSverfichenmgSvrdmmg" und verbreitet sich dabei allgemein über die Zusammenhänge der Bevölkerungspolitik mit der Sicherung der Lerstungsfähigkert der Krankenkassen und der Erhöhung der Leistungen dieser und bringt dann die bekannten Vorschläge vor. Notwendig sei die Erhöhung der Grundlöhne. Rechtsanwalt Dr. Baum- Berlin, der über das gleiche Thema spricht, fordert in diesem Rahmen die Einführung der Wöchnerinnen- Hilfe auf die Dauer von 14 Wochen. Ebenso spricht er sich für die obligatorische Familienhilf« als Regelleistung aus. Sie sei nicht nur an die direkten Familienangehörigen, sondern auch an alle in der Familie des Versicherten vorhandenen Personen zu gewähren. Vor- aussetzung sei. daß auch die Unverheirateten zu den Lasten der Familienhilfe herangezogen würden. Der Redner fordert ferner Heraufsetzung der Einkommensgrenze für die Versicherungspflicht auf 4000 und für die Versicherungsberechtigung aus 6000 M.. AuS, dehnung der Versicherungspflicht auf selbständige Betriebsinhaber, die nicht mehr als fünf Personen gegen Entgelt beschäftigen. Auf- Hebung der bekannten Bestimmungen, nach denen der Vorsitzende der Kasse m getrennter Abstimmung gewählt werden muß. Ueberhaupt müßten alle jene Bestimmungen fallen, die seinerzeit die Furcht vor der Sozialdemokratie schuf. Sanitätsrat Dr. Cohn- Dresden spricht sodann über die „Fürsorge für Geschlechtskranke", in welchem Vortrag Neues nicht vorgebracht wurde. Hieran schloß sich ein sehr interessanter Vortrag Dr. B r a n n S- Berlin über „Die fachärztliche Behandlung der chronischen Beinleiden". der durch eine große Zahl von Lichtbildern in wirksamer Weise unterstützt wurde. Der Redner ist der Meinung, daß die Kassen mit den Spezialärzten Vereinbarungen treffen müßten, eventuell müßten für Kassenverbände eigene Einrichtungen für Beinleidende geschaffen werden. Darauf vertagte sich die Versammlung auf Dienstag 0 Uhr. Gerichtszeitung. Die Weißenseer Bank vor Gericht. Am gestrigen Verhandlungstage setzte Landgerichtsdirektor W c x das Verhör der Angeklagten, zunächst des Angeklagten Kiesel, fort. Die Erörterungen erstreckten sich auf die statutcn- mäßigen Zwecke der Genossenschaftsbank zu Weißensee. die zu dem Zweck begründet worden war, kleinen Handwerkern Kredit und Baugelder zu gewähren. Wer solche er- langen wollte, mußte Genosse werden. Die Anteile waren auf 500 M., die Haftgrenze auf 1000 M. festgesetzt. Die Grenze der zu gewährenden Kredite iin Höchstmaße war ursprünglich ziemlich eng gezogen; sie erweiterte sich aber während der Wirksamkeit des Angeklagten Kiesel, da die Tätigkeit der Bank sich immer mehr dem Baumarkte zuwandte und die Notwendigkeit, zweite Hypo- theken zu lombardieren, sich immer mehr zeigte. Im.Jahre 1010 timtfc fefflmutl, Inf See tkfuuig rebst*ftr«fie Genossen 4 Millio nett Mark nicht übersteigen dürfe; im übrigen wurden im ein- zelnen die Grenzen für Baugeld- und Lombardkredite auf 200000 Mark für Wechsel. Diskontkredite auf 50 000 M. und für andere Kredite auf 50 000 M. festgesetzt. Bei der großen Inanspruchnahme der Bank stellten sich schon 1012 Schwierigkeiten in der Beschaffung der Gelder ein. Die Bank selbst stand vorzugsweise� mit der Dresdner Bank und der Societe franeaise in Verbindung; da sie aber fortgesetzt zweite Hypotheken beleihen mußte, mußte sie sich von anderer Seite Gelder beschaffen, und zwar von Stellen, denen sie ganz unverhältnismäßig hohe Vergütung zahlen mußte. Die Bank lombardierte an diesen Stellen die ihr zur Sicherheit von den Genossen überwiesenen zweiten Hypotheken und mußte dafür große Geldopfer bringen. In einem Falle war der Geldgeber ein Mann, der im Rufe eines Wucherers steht. Auch an die Gemeinde Wcitzensee mußte sich die. Bank um Geldhilfe wenden. Die Verbindung der Gcmeiirde mit der Bank begann etwa im Jahre 1007. Die Gemeinde ließ die Gehälter für die Beamten und Lehrer durch die Bank auszahlen, ferner nahm die Bank für die Gemeinde die Steuern ein. Die Gemeinde hatte ein lautendes Konto, auf welches sie ihre über- schüssigen Gelder einzahlte gegen Hinterlegung von Hypotheken und Wertpapieren. Die Forderung der Gemeinde an die Bank betrug gewöhnlich 100 000—150 000 M., die von der Bank zu gebende Sicherheit mußte diese Summe um etwa 50 Proz. über- steigen; dieser Satz wurde unter Umständen auch noch erhöht. Am 31. Dezember 1912 betrug das Guthaben der Gemeinde 223 000 Mark und die dafür zur Sicherheit gegebenen Hypotheken etwa 643 000 M. Als die Bank in immH: größere Schwierigkeiten ge- riet, hat sie die Hilfe der Gemeinde m Anspruch genommen. V o m 21. Mai bis 23. Mai spielte sich ein kolossaler An- stürm auf die Bank ab, da die Kunde von deren Gelb- schwierigkeiten sich schnell verbreitete. Die an dem Sparkonto beteiligten Interessenten— das Sparkonto betrug 2ZH Millionen Mark— und besonders die Interessenten des Scheckkontos ver- langten stürmisch ihr Geld und während dieses Runs wunde schleunigst der AuffichtSrat einberufen. Es wurde beschlossen, zunächst an jeden, der Geld zurückforderte, 200 Mark auszuzahlen, und zwar mit Hilfe von Mitteln, zu deren Hergäbe sich die Gemeinde entschloß. Die Leute wurden vertröstet und mit der Angabe beruhigt, daß sie keine Angst zu haben brauchten, da die Gemeinde dahinter stehe; eS wurde auch eine dahingehende Erklärung veröffentlicht und so zunächst künstlich eine Beruhigung geschaffen. Im weiteren Verhör des Angeklagten Kiesel erklärte dieser u. a., daß nach der Veröffentlichung der Beruhigungserklärung des Vorstandes der Ansturm zur Kasse wieder nachließ, aber schließ- lich doch in der Bank sich ein allgemeiner Buddel- m u d d e l' entwickelte, in dem er nichts zu sagen hatte und nur noch Kassierer war. Die Gemeinde Weißensee hahe sich in der denkbar strengsten Weise Sicherheiten für ihr schließlich auf 1 436 752 M. emporgestiegenes Guthaben zu verschaffen gesucht und sich u. a. auch das gesamte Wechselportefeuille im Betrage von über 200 000 M. als weitere Sicherheit angeeignet. Nachdem der Kassensturm sich wieder gelegt hatte, sind wieder Zahlungen an die Genossen geleistet worden; am 1. Juli 1013 wurde dann die Kasse geschlossen. Als die Bank durch Mcwes, Appelrath und Kiesel an die Gemeinde mit der Bitte herantrat, der Bank zu helfen, wurden deren Verhältnisse als durchaus günstig darge- stellt und nur von einer augenblicklichen Zahlungs- stock ung gesprochen, die in wenigen Wochen behoben sein würde. Daraufhin hatte die Bank von der Gemeinde Darlehen von über 1 Million Mark erhalten. Nach der Kassenschließung wurde der Verbandsrevisor S ö r r e n- s e n mit der Aufstellung einer Status für den 30. Juni 1913 be- auftragt. Nach dessen Bericht und ei�ter weiteren Ausstellung der Treuhandvereinigung waren zur Sanierung der Bank weitere 657 250 M. bzto. 850 000 M. erforderlich. Diese sollten von der Gemeinde, der Dresdner Bank und den Genossen gemeinschaftlich aufgebracht werden. Die Gemeinde hatte erklärt, daß sie nur dann Hilfe leisten könne, wenn die Sanierung in erster Linie von den Genossen in die Hand genommen und zu diesem Zweck die Anteile und Haftsummen um das Fünffache erhöht würden. Es fand-dann am 5. Juli eine Generalversammlung statt, und in dieser wurde die Erhöhung beschlossen. Gleichzeitig aber legten Kiesel und Ulrich ihr Amt nieder und Henkel kündigte seinen Posten. Die Kasse wurde am 0. Oktober wieder eröfftret. Inzwischen aber waren 42 vollstreckbare Urteile gegen die Bank er- gangen und es lagen daraus 37 Pfändungen im Betrage von über 150 000 M. vor. Ferner hatte die Bank mich einen großen Teil des Sanierungsgeldes dazu verwenden müssen, um zu un- recht weitergegebene Sicherheiten zurückzuhalten; so waren die Hilfsgelder bald aufgezehrt und deshalb mußte die Kasse end- gültig am 10. November geschlossen werden. Ein neuer Versuch, die Gemeinde abermals zur Hergabe von 1 Million Mark zu veranlassen, schlug fehl, und so wurde dann am 12. Ja- nuar 1014 über das Vermögen der Bank-dgs Kon- kursverfahren eröffnet. Nach Kiesel wurden die Angeklagten F r i ck und Henkel als ehemalige Vorstandsmitglieder kurz über den Entoicklnngs- gang der Bank, den Charakter, den die Geschäfte derselben im Lause der Jahre angenommen, und die Rolle, die die einzelnen Vorstandsmitglieder bei der Abwicklung dieser Geschäfte und bei der Fassung von GeneralversammlungSbeschlüssen vernommen. Die Verhandlung wird Mittwoch QVt Uhr fortgesetzt werden. „Berteilung von Druckschriften." In KaulSdorf waren die Frauen im Frühjahr sehr unzu- frieden mit der Beschaffenheit der dem Ort gelieferten Kartoffeln. Als dann im Juni eine Herabsetzung der Kartoffelmenge auf 3 Pfund angekündigt wurde, nahm die Beunruhigung zu. Zettel wurden umhergetragen, die zum P r o t e st gegen die Herabsetzung aufriefen und jür die gemeinsam Protestierenden einen Treffpunkt angaben. Die in der Armenkommission und in der KriegSfüriorge tätige Frau Buchmann, die mehrere solche Zettel in ihrem Briefkasten fand, wollte sich an dem Vorgeben beteiligen, um Ein- fluß auf den Verlauf zu haben. Sie gab die Zettel weiter an Frauen, die sie als besonnen kannte, und veranlaßte so auch sie zur Beteiligung. Alle Frauen begaben sich zusammen zum Gemeindeamt und brachten beim stellvertretenden Gemeindevorsteher ihre Klogen vor, worauf er ihnen Auskunft über die Ursachen der Kar- toffelnot gab. Für Frau Buchmann halte die Sache ein Nachspiel: sie erhielt einen amtsrichterlichen Strafbefehl über 25 M., weil sie.Druckschriften' verteilt habe, auf denen Name und Wohn« ort des.Druckers' fehlten. Da sie Einspruch erhob, hatte das Schöffengericht Lichtenberg zu entscheiden. Als Zeuge be« kündete der stellvertretende Gemeindevorsteber D z i k o w s k i. die schlechte Kartoffelbelieferung des Ortes habe Erregung hervorgerufen, so daß er selber Frau Buchmann mehrfach gebeten habe, ihren Einfluß zur Beruhigung geltend zu machen. Jene Protestkundgebung habe gerade infolge der Mitwirkung von Frau Buchmann einen ruhigen Verlauf genommen— und daS zu erreichen, fei ihre wohl- meinende Absicht gewesen. Der Amtsanwalt sah nicht hierin einen Grund die Anklage fallen zu lasten, sondern in dem Umstand, daß die Zettel als hektographierte Blätter keine.Druckschriften' waren. Er beantragte daher Freisprechung, auf die da« Gericht aus diesem Grunde und auch deshalb erkannte, weil fraglich sei, ob man jene Weitergabe der Zettel an bestimmte Personen al» .Verteilung' ansehen könne. SvetterauSsichten kür das mittlere Stordde»tschl««d dt» Donnerstag mittag. Mäßig warm und zeitweise heiler, jedoch vor. wiegend wollig und im Binnenlande leichtere, an der Küste etwaS ftärlere Rcgenjälle._ Ver-uttwortli« für Politik: Erich flutintt, Berlin: für den übrigen Xeil de* BlatteS: Alfred Scholz,»eukSlln: für Jnleral«: Th.«locke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlags anstatt Paul Eiliger 4 tto. Berlin EW. Hierzu 1 Beilage und Untrrhaltuugsdlatt. Nr. 257 ♦ 54. �ahrgaüg Seilage öes vorwärts Mittwoch, 1H. September 141 7 GroMerlln Beschwerden über verdorbenes Obst. 2uf dem Havelgauobsttag wurden von Obstziichtern lebhafte Beschwerden über angeblich große Mengen verdorbenen Obstes vor genagen und die Reichsstelle für Gemüse und Obst dafür verant wörtlich gemacht. Folgende Resolution wurde angenommen:.Der deute im Schützenhause zu Werder a. H. versammelte, gut besuchte außerordentliche Obstzüchtertag gibt seinem schärssten Befremden darüber Ausdruck, daß auf dem Bahnhof Werder und w den Kellern der Marmeladefabrilen Hunderte von Zentner« Obst, wsbef andere Pflaumen und Birnen, verderben, wie eS auch aus anderen ElZdten berichtet wird. Der Obstzüchtertag beaustragt den Vorstand des Havel- abstgaueS sofort bei der Reichsstelle dahin vorstellig zu werden, daß unverzüglich Maßnahmen getroffen werden, welche geeignet find, solche Mißstände auszuschließen und von dem gefährdeten Obst zu retten, was noch zu retten ist!' llm außerdem die in der Gruppen- etntetlung des Obstes für zahlreiche Obstzüchter enthaltenen Härten und Unzuträglichkeiten auszuschließen, wurde einstimmig von der Versammlung beschloffen, im Vorstande der Reichsstelle eine Eor« tierung gesunder, schöner, mittlerer Ware der Gruppe U zu überreichen, die nach der Suffaffung der Obstzüchterschast Anspruch hätte, unier der Gruppe I berücksichtigt zu werden nnd daher einen höheren Preis erzielen würde. Zu diesen Beschwerden schreibt uns der Leiter der Reichsstelle für Gemüse und Obst: .Die amtlichen Ermittlungen über den am Sonntag in einer Veriammlung von Obstpächtern in Werder behandelten Borfall sind abgeschlossen. Obst wird in allen Teilen Deutschlands zurzeit in so großen Mengen befördert, wie noch niemals zuvor. Beispiels- weise halte ein süddeutscher Staat vorgestern an auswärtige Bezirke bereits das Vierzehnfache von dem geliefert, was im ganzen verflossenen Wirtschaftsjahres außer Landes gegangen ist. Es liegt in der Natur der Sache, daß die Bewältigung so ungeheurer Obstmengen oft mit Schwierigkeiten verknüpft ist, die indes im Interesse des gesteckten Zieles'überwunden werden müssen und auch bis jetzt dank der Mit- arbeit aller Beteiligten überwunden worden sind. In Werder bandelte eS sich um einen Einzelfall, der nicht etwa die Regel bildet. Der Besitzer einer dorrigen Marmeladefabrik, die von Reichswegen beliefert wird, hatte sich während eineS Aufenthaltes in Bayern ohne Kentttnis der Reichsstelle 22 Waggonladungen Pflaumen gekauft, die ihm allmählich zugesandt werden sollten, aber an einem und demselben Tage eingetroffen sind, und zwar al» ge- rade auch mehrere Waggonladungen von anderwärtsher angekommen waren. Die Fabrik war in der Lage, das ganze Obst aufzunehmen und zu verarbeiten. Es fehlte aber an Personal zum Ausladen des Obstes aus den Eisenbahnwagen. Hierfür hätte sofort militärische Hilfe er- beten oder das Obst dem Frischmarkt zugeführt werden müssen. Leider ist keins von beiden geschehen, weil der Besitzer der Fabrik verreist war und sein Stellvertreter sich nicht zu helfen wußte. Auf diese Weise ist es gekommen, daß drei Waggonladungen Obst vier Tage lang unauSgeloden vor der Fabrik gestanden haben. Als die Reichsstelle von der Sache erfuhr, hat sie mit einem militärischer- seits gestellten Kommando das Obst sofort ausladen lassen. Der beute von der Reise zurückgekehrte Besitzer der Marmeladefabrik ist der Meinung, daß durch das lange Stehen zwar Obst verdorben ist, aber nur wenig, und daß er, im ganzen genommen, bisher nicht mehr Verlust gehabt hat als zu Friedenszeiten. Es ist selbstverständ« lich. daß das verdorbene Obst ausgesucht worden ist und zur Her- stellung von Marmelade nicht verwendet wird. Danach sind die Beschwerden der Händler ziemlich übertrieben. Im übrigen wissen wir, daß auch bei ihrer Bewirtschaftung Obst und Gemüse verdorben ist. Der Zweck des Protestes war auch nur, Sturm zu laufen gegen die neuen Einschnürungen des Handels durch die Reichsstelle._ Markenfreies fleisch. Der Bersiner Magistrat hat die Einfuhr von Spanferkeln in die Wege geleilet, die demnächst fleischmarkenftei zum Verkauf an die Bevölkerung gelangen werden. Die Spanferkel werden nur in ganzen oder halben Tieren abgegeben. Der Verkauf erfolgt durch die Schlächter, und zwar nur an die bei ihnen eingetragenen Kunden, soweit Borräte vorhanden sind. Warum die Schuhwaren so teuer find, darüber schreibt der Generalsekretär des.Zentralvereins der deutschen Lederindustrie':.Gemeinhin ist die Ansicht verbreitet, als ob die hohen Preise, die wir für Schuhe und Schubreparaturen zu zahlen haben, auf übermäßig hohe Lederpreise zurückzuführen seien. Die Auffassung ist unzutreffend. Die Lederpreise stehen in Deutsch- land weit hinter denen der anderen Länder zurück. Bei genauer Berechnung ergibt sich, daß daS gesamte Leder(Ober- und Unterleders für ein Paar Schuh«(für Erwachsenes nur nm 4—3 Mark teurer geworden ist, als eS im Frieden war, wobei die Preisverhältnisse aus der Zeit unmittelbar vor dem Kriege und die jetzigen Höchstpreise zu Grunde gelegt sind. Da für Herren- und Damenstiefel mittlerer Preis- läge im Frieden 12,30 M. bis 16,30 M. für das Paar bezahlt worden find, während heute oft 40 M. bis 30 M. angelegt werden müssen, so muß jedem einleuchten, daß das Leder zum allergeringsten Teil die Preiserhöhung verursacht hat. Bei Schuh- reparaturen beziffert sich der Lederverbrauch für Sohlen und Absatz- flecke für das Paar aus etwa 2,30 bis 3 M. Der Unterschied ist hier gegenüber der Friedenszeit nur 1,23 M. bis 1,76 M. Bei den Reparaturen bildet die»Lederpreiserhöhung' also ebenfalls nur einen kleinen Teil.der für Reparaturen zu zahlenden Preis- aufi'chläge.'. � Demgegenüber schreibt der UeberwachungSauSschuß der Schuhindustrie, das Leder zu einem Paar Stiefel für Erwachsene koste nicht um 4—3 M., sondern um etwa 7—8 M. m;hr als im Frieden. Die Preise der außer dem Leder noch nötigen Zutaten sFutter usw.) seien um das Fünf- bis Zwölffache gestiegen, do keine Preisbeschränkungen für sie bestehen. Der Schubwaren- preis des Herstellers werde nach den heutigen um 100Proz. höheren Gestehungskosten mit einem durch gesetzliche Verordnung auf 6 Proz. begrenzten Herstellergewinn berechnet. Verstöße von Herstellern und Händlern seien auch in der Schuhbranche vorgekommen, doch sei die Gutachterkommission stets sofort eingeschritten. Der Ueberwachungs- ausschuß habe angeordnet, daß SchuhwarenberstellungS- und Ver- triebsgeiellschaften zu teuer berechnete Fertigerzeugnisse vom Verkehr ausschlössen oder billiger in Verkehr brachten. Schuhwaren zum Friedenspreis von 12,30—16,30 M. würden heute im Laden nicht für 40—30 M., sondern für 25—32 M. verkauft. So.schrebt jeder dem anderen die Schuld an der Schuhwaren- Verteuerung zu!._ Der Kampf gegen den Schleichhandel. Bei 1 einer unvermuteten * Revision zweier Berliner Bahnhöfe wurden den mit den Fernzügen ankonimenden Schleichhändlern folgende Warenmengen durch Beamte des Kriegswucheramtes abgenommen: 28 Zentner Fleisch, l'/g Zentner Wurst, 1'/, Zentner Butter, 2400. Eier, 8 Zentner Mehl, für 10 000 Mark Kleiderstoffe. Deutschlands Spende für Säuglings- nnd KlernNuderschutz. Eines der wichtigsten sozialen Probleme ist die Fürsorge für unsere» Nachwuchs. Deutschlands Säuglingssterblichkeit wird nur über- troffen von derjenigen Rußlands, Rumäniens, Oesterreich-UngarnS und anderer östlicher Staaten. Wohl Hai das Reich wichtige Maß- f.'-.ijtw-tt durch �"K'�ntpfl d« Slillpränrie und des Wochengeldes für Kriegerftauen getroffen, doch bedurfte es einer bis ins Kleinste durchgeführten Organisation zur Fürsorge für alle Kinder. Zu diesem Zwecke hat sich für ganz Deutschland ein Ausschuß gebildet, dessen Ehrenvorsitz im Reich der bisherige Reichskanzler von Beth- mann Hollweg und Generalfeldmarschall von Hindenburg, für Preußen Staatsminister von Loebell und Kriegsminister von Stein übernommen haben. Ehrenvorsitzender des Provinzialausschusses von Berlin ist Oberbürgermeister Mermuth. Die Durchführung der große« Aufgabe ist nicht möglich ohne Geld, daS jetzt in der leider üblichen Weise aufgebracht werden muß. Zu diesem Zweck findet in Berlin am 20. September ein Opfertag statt. 13 000 Schulkinder werden in den Straßen Geldsammlungen vornehmen. Sie neue Kriegsanleihe muß erfolgreich sein— sonst ermutigen wir England veiterzu' kämpfen!— Sie kann erfolgreich sein— denn es ist Seid ge- nug im Lande!— sind sie wird erfolgreich fein— wenn jeder handelt, als ob von chm allein alles abhinge! Ermittelung«ndekannt verstorbener. DaS Oberkommando teilt mit: ES wird wiederholt daraus hingewiesen, daß zur Unterstützung der Ermittelung unbekannt Verstorbener vom Zentral- Nachweise- Bureau de« Kriegsministeriums Photographien solcher Verstorbener in den von Zeit zu Zeit herausgegebenen Sonderverlustlisten ver- öffentlicht werden. Diese Listen können ständig bei allen OrtS- Polizeibehörden, militärischen Kommandobehörden, Garnison- nnd BezirlslommandoS, Ersatztruppenteilen und Lazaretten eingesehen werden. Bermißtennachforschung. llm Mißverständnissen beim Publikum vorzubeugen, wird zu einem kürzlich tn verschiedenen Tageszeitungen erschienenen Artikel folgendes bemerkt: Für die Rachsorscbung nach Vermißten ist nach wie vor die amtliche Vermittlungsstelle das Zentral-Nachweisebureau deS Kriegsministeriums zu Berlin, Dorotheenstr. 48, das in erster Linie Auskünfte über alle Vermißten erteilt. Außer diesem vermitteln Auskünfte über Vermißte, von denen anzunehmen ist. daß sie sich in Gefangenschaft befinden, die für den betreffenden Bezirk zuständigen Vereine vom Roten Kreuz und.die Hilfe für kriegsgefangene Deutsche'. DaS Aufkleben von Zetteln irgendwelcher Art, auch der Zettel mit der Aufschrift des Empfängers, auf Briefsendungen (Briese. Postlarten, Drucksachen. Geschäftspapiere und Warenproben) nach dem Auslande(einschließlich der verbündeten Länder und der besetzten feindlichen Gebiete) ist bekanntlich jetzt verboten. ES wird besonders darauf hingewiesen, daß das Verbot auch für Briessendungen(einschließlich der Päckckienbriefe) an Kriegsgefangene gilt.— Feldpostsenduugen mit aufgeklebten Aufschriften an deutsche Heeresangebörige— auch in den besetzten Gebieten und'den ver- bündeten Ländern— sowie an Angehörige der verbündeten Heere sind zugelassen; dagegen find Feldpostsendungen mit auf- geklebten Aufschriften an die bürgerliche Bevölkerung der verbün- Veten Länder, der besetzten Gebiete und nach dem sonstigen Aus- lande verboten.— Auf Paket« bezieht sich das Ver- bot der Aufklebung der Aufschriften nicht. Ins- besondere können auch Postpakete an Kriegsgefangene mit aufge- klebter Aufschrift versehen sein. Keine Beschlagnahme der privaten Wäsche. Amtlich wird mit« geteflt: Im Anschluß an die Beschlagnahme der Gasthauswäsche find in der Bevölkerung verschiedentlich Gerüchte verbreitet worden, daß auch eine Beschlagnahme der in den Privathaushaltungen vor- handenen Wäschebestände bevorstehe. Diese Befürchtungen sind halt- los. Die Reichs-Belleidungsstelle erklärt auSdrücklicki. daß sie nicht beabsichtigt, durch Beschlagnahme oder Enteignung tu die Wäsche- bestände der Familien einzugreifen. Eine Kundgebung für die 7. Kriegsanleihe werden am 28. Sep« tember, abends 8 Uhr. die großen wirtschaftlichen Verbände Deutsch« lands im Zirkus Busch veranstalten. Ei» großer Brand kam am Dienstag nachmittag gegen 3'/, Uhr auS noch nicht ermittelter Ursache in der Warschauer Straße 68 an der Stadtbahn, unweit der Revaler und gegenüber der Gubener Straße, zum Ausbruch. Auf dem ausgedehnten Grundstück befinden sich mehrere große Möbelfabriken usw., die jetzt Kisten und andere Sachen anserligen. Binnen wenigen Minuten waren sechs Löschzüge mit etwa SO Fahrzeugen an der Brandstelle versammelt. Nach dreistündigem Löschen war die Gewalt des Feuer« gebrochen. DaS obere Geschoß mit dem Dachstuhl konnte aber nicht mehr gerettet werden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Tragödie einer Einsame«. In dem Hause Neanderfir. 10 wohnte für sich allein seit längerer Zeit eine 35 Jahre alte Auguste Hennig. die auch die Hausreinigung besorgte. Die Frau machte den Ein- druck, daß sie geistig nicht ganz gesund war. Man pflegte sich im Hause wenig oder gar nicht um sie zu kümmern und ließ sie ihrer Wege gehen. Seit sechs Wochen sah man sie nicht mehr. Vor drei Wochen klopfte die Hauswirtin einmal bei ihr an. Die Frau er- widerte, daß sie bettlägerig krank sei; sie könne nicht aufstehen, sonst hätte sie sich schon bei der Wirtin gemeldet. Damit beruhigte sich die Wirtin, und im Hause hörte man nichts mehr von der Rein- machefta». Gestern erschien ein Gerichtsvollzieher, um in ihrer Wohnung eine Amtshandlung vorzunehmen. Er fand keinen Einlaß und erhielt auch auf Klopfen und Klingeln keine Antwort. Ein Schlosser mußte öffnen und eS zeigte sich, daß die Tür von innen nicht nur verriegelt, sondern auch mit allen möglichen Sachen ver- stellt war. Die Reinmachefrau lag tot auf ihrem Bett, fast bis zum Knochengerüst abgemagert. Es unterliegt kaum einem Zweifel, ,doß die Frau in ihrer Hilflosigkeit verhungert ist. Aufgefundene Leichen. Am 16. d. Mi«, wurden an? der Havel bei H e i l i g e n s e e die Leichen eine« unbekannten Paares gelandet, daS nur ein oder zwei Tage ttn Waffer gelegen hat.— Der Mann ist etwa 30— 60 Jahre alt, mittelgroß, schlank, hat kurzgeschnittenes Haar und Glatze, starken graumelierten Schnurrbart und ist bekleidet mit graugestreiftem Sommerüberzieher, schwarzem Gehrockanzug, weißem Vorhemd mit Stehkragen und schwarzem rotkarierten Schlips, grauen Strümpfen und schwarzen Schnürstiefeln. Die vor- gefundenen Taschentücher find gezeichnet G. K, C. KL, J. C., ebenso ist die silberne Remontoiruhr mtt G. B. gezeichnet.— Die Frau ist etwa 45—30 Jahre alt, klein, schlank, hat graumeliertes Haar, rundes Gesicht, große Nase, künstliches Gebiß und ist bekleidet mit schwarzer Boa, rehfarbenem Ulster, blauer Voilbluse mit weißem Spitzenkragen, schwarzem Rock, gelblichem Unterrock mit Falbel- desatz, weißem Barchentunterrock und Hose, weißem Hemd mit Monogramm G. P, schwarzen Strümpfen und Halbschuhen.— Die Leichen find nach der Leichenhalle in Heiligensee a. H. gebracht. Wahrscheinlich liegt Selbstmord vor. Erkenner der Toten wollen sich bei der Tegeler Polizei melden. Schöneberg. Magistrat und Stadwerorbnete gegen die Regie- rung. Die Sitzung. Fr.) erklärte, diese Art von Neuorien- tierung der Regierung den Gemeinden gegenüber müsse den schärf- sten Protest der Gemeinden hervorrufen. Bezahlen sollen die Ge- ineinden an Regierung und Landkreis, aber Ansprüche dürfen sie nicht erheben. Schöneberg würde hierfür an diese Organe keinen Pfennig zahlen. Eine vernünftige Prcisr�nlierung habe die Re- gievung tischt finden können, die Preise sollen doch bloß hochge- schraubt tverden, um England Gelegenheit zu geben, das investierte deutsche Kapital zu halten. Die Regierung scheint zum Ausdruck bringen zu wollen, als wenn ihr die ganze kommunale Richtung nicht paßt. An eine Unterbeteiligung bei den Landkreisen dentt Schöneberg gar nicht und wird nach Ablauf des Vertrages jedem Dritten gewaltige Schwierigkeiten bereiten.— Genosse M o h ö betonte, dag die Regierung eine recht wunderliche Verschleierung den Gemeinden gegenüber zum Ausdruck bringt. Die beschränkte Aus- schreibung bedeutet den Engländern ein Pfandobjekt zuzuführen. Die Grotz-Berliner Steuerzahler haben keine Lust, hierbei Helfers- dienfto zu lersten. Die Rentabilität sei bei den hohen Sätzen der Regierung nur dann gewährleistet, wenn der Gaspreis wiederum erhöht tverden wird. Die jetzige mangelhafte Gasbelieferung, die angesetzte Strafe für Mehrverbrauch wirkten jetzt schon verbitternd und außerordentlich zum Nachteil der Abnehmer. Das Vorgehen der Regierung solle wohl ein Schachergeschäft für das Friedens- werk sein, und das alte Privileg dem englischen Kapital zu er- �höhten Bedingungen ausgeliefert werden. Daß e§ soweit ge- kommen, müsse denen zugeschrieben werden, die vor Fahren die Uebernahme des Gaswerkes ablehnten!. Hierauf wurde'die Magistratsvorlage dahin angenommen, eine Unterbeteiligung der Stadt an dem Angebot des Kreises Teltow abzulehnen. Der Magistrat wurde ferner ermächtigt, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern, daß ein dritter Er- Werber nach Ablauf des Konzessionlvertragcs mit der englischen Gasgesellschafi im Gemeindebezirk Schöneberg GaS absetzt. Bei Nachbewilligungen für die Freibank brachte Genosse Küter mehrere Beschwerden vor und ersuchte, das dort abzu- gebende Fleisch nickt an dieselben Personen abzugeben, die, wie festgestellt, dieses Fleisch anderweitig verkarrfen und bereits in aller Frühe anstehen, sondern nur an Personen, die wirklich bedürftig sind.— Stadtrat Dr. Licht erwiderte, daß das Fleisch nur an Personen auf bestimmten Abschnitt der Lebensmittelkarte abgegeben wird und der Zudrang außerordentlich ist. Das Ver- meiden des Anstohens ließe sich nicht eher beseitigen, als bis bei diesen Leuten eine bessere Einsicht Platz greift. Der Magistrat wird alles tun, um die bestehenden Notstände zu beseitigen.— Die Ordnung für die Besteuerung der Kincmato- g r a p h e ti läuft ab nnd soll verlängert werdeir.— Ebenfalls sollen aus Anlaß der 400 jährigen Reformationsfeier den Schulkindern dementspreckende Bücher und Bilder verabfolgt werden. Beide Vorlagen lehnte die sozialdemokratische Fraktion ab. Der Erweiterung der Befugnisse des Miet» cinigungsamts wurde einstimmig zugestimmt. Zur Neuregelung der Gewährung von Kriegs beihilfen und Teuerungszulagen beantragten die Sozialdemokra- ten, die Kriegsbeihilfen fitr Arbeiter und Arbeiterinnen, auf 20. 30, 42, 55, 69, 84 und 100 M. festzusetzen und die Sätze für Teuerungszulagen auf 13, 26, 38, 31, 65 und 80 M. zu erhöben. Die liberalen Parteien lehnten diese Sätze ab, worauf die Ma- gistratsvorlage einstimmiig angenommen wurde. Den Familien der zum Heeresdienst Einge- zogcnen, die auf dem Rieselgut beschäftigt sind, soll der städtische Zuschuß entzogen werden, wenn die Frauen bzw. deren Kinder sich weigern, auf dem Gute tätig zu sein. Stadtrat Jacobs führte aus, daß es scktwer wäre, Arbeitskräfte zu bekommen, und die vorhandenen wollen in die Munitionsbetriebe gehen, ebenso deren Kinder, da sie dort mehr verdienen. Ein bestimmter Vertrag zur Mitarbeit be steht zwar nicht, aber es ist so Brauch. Ein zur Untersuchung eingesetzter Ausschuß erklärte sich mit Aus- nähme der Sozialdemokraten für den Abzug. Ge- nosse Küter ersucht, den bisherigen Zustand zu belassen. Man darf die Eltern nicht bestrafen, weil die Kinder für das geringe Entgelt auf dem Gute die Arbeit in Kriegsbedarfsbetrieben, die höher bewertet wird, vorziehen. Nachdem Herr Jatzkow seinen Unternchmerstandpunkt zur Geltung brachte, wurde die Vorlage gegen die Sozialdemokraten angenommen. — Sonderlarten für Kranke. Die Sonderkarten für Kranke, schwangere Frauen und stillende Mütter, soweit sie für den Monat Oktober bereits bewilligt sind, werden gegen Vorweis der von der Krankenstelle des Magistrats übersandten Benachricktigung am 19., 20. und 21. September von den zuständigen Brotkommissionen ausgegeben. Neukölln. Lebensmittel. Vom Donnerstag, den 20.. bis Mitt» wock, den 26. September, dürfen in denfenkgen Geschäften, in welchen die Anmeldung zum Bezüge von Kolonialwaren erfolgt ist. auf Abschnitt 36 der Lebensmittelkarte 125 Gramm lose Suppen für 23 Pf. entnommen werde». Lichienkerg. Der Polizeipräsident Dr. Lewald ist zum Polizei prästdenten von Breslau ernannt ivorden. Spandau. Versorgung mit Wintcrkartoffeln. Der Magistrat be- a&sichiigt, einen grohen Teil der Douersartoffeln sofort bei der An« lieserung an die Bürgerschaft znr Eindeckung ihres Winterbedarfs auszugeben. Mit der Anlieferung der logerfähigen Winterlartoffeln wird voraussichtlich vom Oktober ab begonnen und diese, soweit eS die Wilterungsverhältnisse zulassen, bis Ende November fortge- setzt werden. Da eS der Stadtgcmeinde nicht möglich ist, während der Frostzsit eine zuverlässige Belieferung der Bevölkerung mit Speisekartoffeln durchzuführen, wird der Bürgerschaft angelegent- lichst empfohlen, sich aus den erwähnten Lieferungen tunlichst ein« zudecken. Die Kartoffeln sollen frei Keller zum Preise von S,S0 M., bei Selbstabholung vom Bahnhof mit 9 M. für den Zentner abge« geben werden. Wer von diesem Angebot Gebrauch macht, erhält für 20 Wochen 160 Pfund Kartoffeln. Der Kaufpreis für Kortoffeln im Kleinhandel ist auf 10 Pf. für das Pfund festge« setzt worden. Im Kleinhandel werden pro Kopf und Woche 7 Pfd. Kartoffeln ausgegeben. Eine Aenderung de« Preise« im Klein« Handel bleibt vorbehalten, falls durch die Reichsbehörden andere Preise festgesetzt werden sollten. Die Bestellung auf die Bor« belieferungen mit Speisekartoffeln zur eigenen Lagerung und Per- Wahrung sind in die den Hauseigentümern zugehenden Hauslisten einzutragen._ Tcmpelhof. Lebensmittel. In dieser Woche gelangen zur Aus- gäbe: 200 Gramm Fleisch, 6 Pfund Kartoffeln auf die Kar« toffelkarte und 2 Pfund auf die Zusatzkarte. Militärurlauber sind berechtigt, auf jeden Abschnitt ihrer Kartoffelkarte'/, Pfund Kar- toffeln zu entnehmen. Abschnitt 47 der roten Lebensmittelkarte berechtigt zur Entnahme von 3 Pfund Kartoffeln für die laufende Woche, soweit Kartoffeln auf diese Abschnitte noch nicht entnommen sind. Auf je zwei rote Lebensmittelkarte» Abschnitt 22 erhalten die Nummern 30 141— SS 100 in den bekanntgegebenen Geschäften 1 Paket<260 Gramm) Morgentrank a 36 Pf. Gegen Vorlage einer neuen Stillbescheinigung erfolgt die Ausgabe der V«-Liter-Vollmilch- karten für stillende Mütter für den Monat Oktober d. IS. heute im Bureau Dorfstr. 17, Zimmer 4, von 9—2 Uhr. Zm Arbeitsnachweis Dorfstr. 17 werden für September und Oktober eine beschränkte Anzahl, von Petroleumkarten aus- gegeben, welche zum Kauf von geringen Petroleummengen für Zwecke der Landwirtschaft und Heimarbeit berechtigen. Für Heim- arbeitende dient Lohnbuch als Ausweis. Für Haushaltungen, welche nicht Gas oder elektrisches Licht als Lichtquelle haben, ist eine dies- bezügliche Bescheinigung des Hauswirts vorzulegen. AdlerShof. Kohlenvcrtcilung. Einem Beschlusie des Gemeinde- Vorstands zufolge wird für die bessere Regelung der Kohlen« Verteilung einem selbständigen Händler ein Kohlenplatz über- tragen werden. Bei der Kohlenbeschaffung ist die Gemeinde behilflich._ Köpenick. Brennholzabgabe. Aus der Stadtforst werden zum Winter 400 Raummeter Brennholz an kleine Leute zum Preise von 20 M. der Raummeter abgegeben werden. Groß-öerliner parteinachrkchten. Pankow-Niederschönhausen-Buchholz. Heute, abends 8 Uhr, bei Rettig(.Schwarzer Adler'), Niederschönhausen, Blanlenburger Str. 4: Mitgliederversammlung. Mus aller Welt. Das Eisenbahnunglück im Westerwald. Neuwied, 17. September. Amtlich. Heute früh S Uhr fand aus Bahnhof Willmenrod.ein Zusommenstotz zwischen den Personenzügen 3982 und 3981 statt. Die Kreuzung der beiden Züge soll planmäßig in Wilsenroth erfolgen, war aber wegen Verspätung nach Willmen« rod verlegt. 7 Personen sind tödlich verunglückt, 18 verletzt, zum Teil schwer. Hilfszüge von Limburg und Koblenz waren mir Aerzten und Hilfspersonal bald zur Stelle, um Tale und Verwundete zu bergen. Die Strecke Willmenrod— Limburg war in» folge des Unfalls 10 Stunden gesperrt. Der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. Die Schuld an dem Unfall trifft nack dem bisherigen Ergebnis der Untersuchung den Lokomotivführer des nach Limburg fahrenden ZugeS 3982, der von Willmenrod abgefahren ist, trotz des ihm schriftlich ausgehändigten Befehls, Kreuzung init dem Gegenzug abzuwarten. Srlefkajlen üer Neüaktion. R. L. 66. Wenden Sie sich mit einer Anzeige an das Kriegsvucher- amt, Berlin-Schöneberg, Apostel-PauluSstr. g.— ffi. B. 100. Kommen Sie in die Sprechstunde.— X. R. 38. Ja, wenn Sie im vorigen Jahre einen vollen Jahresarbeitsverdienst hatten.— T. S. 70. I. Selbst- verständlich. Kum notwendigen Lebensunterhalt. 2. Je nach Leistung�- fähigkeit.— St. 100. Kommen Sie in die Sprechstunde.—/, Uhr. ied. Sonntag nachmittag 3 Uhr Vorstellung z. ermäßigten Preisen! Logen 1 M., Parkett 7 5 Pf. Eintritt 80 Pf. Billetts schon heute! Trianon-Theater a. Bhf. Frlsdrlohttr. Tel. Zt. 4927 Anf.>1,9 Der Anf.'/.« reizende Adrian Sonntag nachm. 8'/� Uhr bei ennäCigten Preisen: Johannfefeuervon Sudermann. Casino-Theater Lothringer Straße 37, TAgltch'/.8 Uhr: Wirklicher Humor l Gr. Erfolgt Die Schlagerposse Heiraten mußte! Vorher der neu« bunt« Teil. Sonnt. 4 Uhr: Gusts, die Parle. r Admirals-Palast. � Die Xovlt&t Abrakadabra Großes phantastisches Ballett auf dem Else. 7'/« ü. Vorzügl. Küche. Jb jSSS Berliner Konzerthaus Mauorstr. 82. Heate: Zimmerstr. 90/91. Großes Konzert des Berliner Konzerthaus-Orchesters Leiter; Komponist Franz von Blon, Anfang 7 Uhr. Eintritt SO Pf. Anfang 7 Uhr. An allen Wochentagen lNachmlttag«-Konzert bei freiem Eintritt und voller Orchesterbesetzung. Große Berliner Kunstausstellung 1917 in der Kgl. Akademie der Künste, Berlin W, Pariser Platz 4 September— Sovembe* ab Freitag, 21. September, täglich von 10 Uhr vorm. Eintritt 1 hl., Dauerkarte 2 M.[305L Täglich 7-/, Uhr, Sonntags 31/, n. U/s Uhr: Das große Sctilager-Erötfnungs- Programm. üDpäiHs „Die 8 Pierrots." Oer erfolgreiche Erötfnungs-Spieiplan Dazu: 9 Uhr abends Pantomime in 12 Bildern von Karl Vollmoeller Voigt-Theater. Badstr. 58. Badetr, 58. »ästtchi Zle OMüieltii Posse mit Gesang in 4 Akten von Mannstädt. Kasseneröffn. B1/,, Anfang 7'/, II. Tägl. 7'/,. Sonnt. S'/.ml'/, Wilhelm Hartstein in dem Soldatenschwank: Der Stolz derlKompagnie Fern.: Senta Söneland Kaxstadt und das übr. Programm. Bahnhof Friedrichstraße. Anfang S Uhr. Letzte Saison In Berlin. Das neue Miis-Sport-Pnpim Ken! U. a. Ken! B Personen ReitertrupjieB Zum Schluß: Sehnltzehapd Vinter-Mäntel Kostflme und Röcke Wasserdichte Mäntel gibt jetzt auch an Private Bilekls Damenmäntel• Fabrik Krausensir 30, Hof, ErdpeecheB. KramplaS-rg« tTtchwür. auch vemlt.schinBrshsfte Wunden. Enteünd.m. unerträgl. Jacken hellt ohne Nachteil lt. vielen Brtolgeber. die echte„Olinda-Salbe". 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Lungen-, HalS-, Herz-, Magen-, i Darm-, Leber-, Nieren- und Blasenleiden, Nervenschwächen,(; nervösen Kopsschmerzen, allgemeiner Nervosität, allgemeiner nervöser Abspannung; Ischias, Vicht, Rheumatlsmu«; sämtlichen Ausschlägen, Flechten, Wunden, Lähmungen, so- wie Kinderlähmung; Stosfwechsel-Krankheiten, Zuckerkrank- heit usw.— Wegen Raummangel seien nur einige Fälle mitgeteilt: Herr A. Hellwig, Borsigwalde b. Berlin, Ernst- str. 25. Von Magengeschwulst, Berstopsung u. Nerven» schwäch« in 6 Wochen geheilt. Sollte operiert werden.— Herr K. Wllthans, Berlin, Blumenthalstr. 3. Bon ve- schwulst und Abszeß an alter OperationSnarb« mit IS Be- Handlungen geheilt.— Frl. M. Muschick, Bln.-Schöneberg, Sedanstraße 17 ll bei Friebick. Von Geschwulst u. Nerven- schwäch« in 4 Weckten geheilt. Borher dringend zur Opera- tum geraten.— Herr A. Schlabih, Berlin, Caprivistr. 24. Bon GesichtSlupns in 1 Monat vollständig geheilt. Vorher 6 Wochen mit Radium in einer Berliner Klinik ohne Ersolg behandelt.— Frau E. Popp, Lichtenberg, Gärmerslr. 10. Von chron. Frauenleiden, Herzschwäche und Berstopsung geheilt.— Sohn de« Gärtner« H. König, Pankow. In 6 Wochen von veralteter Leinlähmung geheilt. Vorher anderweitig jeder Erfolg abgesprochen.— Von Nerven- schwäche in vier Wochen geheilt. Erklärt sich selbst für ganz gesund.— Herr Milchhändler Eckert, Berlin, Greifen- Hagener Str. 26. Von gichtisch-rheumat. Schmerzen in Bern u. Fußgelenk geheilt. Sehr zufrieden.— Herr A. Bros«, Berlin-Moriendorf, Strelitzer Str. 11. Von chronischer Rückenmarlentzündung und Lähmung geheilt. Borher für unheilbar erklärt.— Herr R. Zöllner, Reinickendorf-Ost, Provinzstraße 117. Bon Lnugeubluten und Katarrh geheilt.— Frau I. Herold, Berlin, Ramler- str. 23. Bon Bronchialiatarrh geheilt.— Zwei Kinder des Kohlenhändlers Herrn Linke, Berlin, Strelitzer Straß« 6. Vor 9 Jahren von Lungenleiden geheilt, heute noch gesund.— Herr G. Köppe. Bln.-Rummelsburg, Alt- Boxhagen 8. Von doppelseitigem Lungenspitzenkatarrh geheilt.— Herr O. Neumann, Lichtenberg, Blumenthal- str. 13. Von Neurasthenie und nervöser Magenschwäche geheilt.— Frau 8. Grosse, Berlin, Zwinglistr. 26. Von Leberleide« geheilt.— Frau Reftaurateur Herin«, Berlin, Schönhauser Allee 87. Bon Basedowscher Krankheit ge- heilt.— Herr Erich Bock, Berlin, Stendaler Str. 17, IV. Von Nieren- u. Blasenleiden, Wassersucht, allgemeiner großer Schwäche geheilt. Vorher im Krankenhause erfolg. los behandelt. Jetzt Fliegersoldat. Getrennte Behandlungsräume für Damen und Herren! Sprech- und Behaudlungszeit 9— 1, 4— 7H Uhr. Sonntags und Feiertags 9—1 Uhr. ! Serlm 8018, KrLckenstraßk M ÄSgSU j iMfMMMff OffMMMMMMM» Seutlcher IMallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach. richt, daß unter Kollege, der Werkzeugmacher m\ mum Kiesholzstr. 187, am 17. Septbr. gestorben Ist. Di« Beerdigung findet am Freitag,, den 21. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofe« in Baumschulen- weg, Kiesbolzstraße, aus statt, Rege Beteiligung wird er- wartet._ Kachrof. Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Gürtler Karl Neukölln, Fuldastr. 33, am 5. Septbr. gestorben ist, Den Mitgliedern serner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher Wffll SllWlM Schönwald er Straße 29, am 13. Septbr. gestorben ist. Ehre ihrem Andenken k 182/4 Die Drtsverwaltung Zentralverband der Stelnarbeiter DeuttcDlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zurNach- richt, daß miser Kollege und Mitbegründer unserer Or- ganisation, der Steinmetz Otto Ltüber am Sonntag, den 16, Sep- tember 1917, verstorben ist, Ehre seine« Andenken! Die Einäscherung ertolgt am Freitag, den 21. Sep. tember, nachmittags Punkt 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße 37—38. Um rege Beteiligung er- sucht 172/9 Die drtsverwaltung. Haar-ü.Veloiirtiiite Vorverkauf Stück 28 M. LinMu. Boseathalerstp. BEL II. Geschäft: W, Bayerischer Platz 7, Ecke Grunewaldstr. 66,* Öbstparzelle Strausberg, Vorstadt, Landhausstraße, 194|_JK preiswert ver- iäusllch. Näheres schriftlich, Frau 15. Bewerndorf, Berliu-Friedrichsfelde. 4716] Berliner Straße 73a. GänsestiickenüüHÜ graste fette Kaninchen. ig» Brathühner Psd, 4,4» M, Horm. Tasohe Haehf,», Sohmidl Plan-User 2t. nahe tzallescheSTor, wie ei» Nmsel� beseitigt[1808Ü* BS Ausssilllk San.-Rat Dr. Strahls jed.HautauSschlag, Flechten, Hautjucken, bes. Bein- schaden. Krampfadern s der Krauen u, dergl, Zusendg, erfolgt per Nach- nähme in Dosen a 2,20, 1 3,85, 6,60. Elefanfen-Apolheke.Perlin,| Leipziger Str. 74 (am Dönhoffplatz), Unterhaltungsblatt öes vorwärts Der �Torpeöo mit Ohren" unö fein lebender Vorläufer. Ein« neue kriegStechnische Erfindung, von der ouS Schweden Kunde kommt, gibt die beste Gelegenbeit, die merkwürdigen Zu- iammenhänge zwischen Biologie und Teckinik zu betrachten. Die Werke der Technik werden, wie auch dieser Fall zeigt, mit zu« nehmender Vervollkommnung immer natürlicher. Der.Torpedo mit Ohren", den ein schwedischer Ingenieur konstruiert haben soll, hat ebenfalls einen Vorläufer im Tierreich, nämlich den Hecht. Der Wundertorpedo, von dem die Rede ist, soll befähigt sein, mit Hilfe zweier elektrischer Ohren selbsttätig dem in Bewegung befind- lichen Ziel, also dem feindlichen Schiff zu folgen. Auf diese Weise wäre natürlich eine Treffsicherheit ermöglicht, wie sie den besten artilleristischen Leistungen nicht zugesprochen werden kann. Das Ohr des Torpedos ist nichts anderes als ein Mikrophon, das in Vibration versetzt wird durch die von der Schraube des fahrenden Schiffe« erzeugten und durchs Wasser sich fortpflanzenden Klangwellen. Entsprechend der Richtung, in welcher der Torpedo von diesen Klangwellen betroffen wird, wird dessen rechtes oder linkes.Ohr" in Erregung versetzt. Dadurch wird ein Stromkreis geschloffen, der einen Elektromagneten in Aktion treten Iaht, wodurch endlich da« Steuerruder der betreffenden Seite deS Torpedos angezogen wird. Um das abfeuernde Boot selbst vor Gefahr zu bewahren, werden die Mikrophone deS Torpedos erst in entsprechender Entfernung von dem Boot durch eine automatische Vorrichtung eingeschaltet. Di« Frage' des praktischen Wertes dieser Erfindung muh bor- läufig dahingestellt bleiben, starkes Interesse aber verdient der Grundgedanke, der zu einem Vergleich mit dem Fischreiche Anlah gibt. Es ist, wie Dr. V. Franz im.Prometheus" darlegt, un- richtig, dah die Biologie die technischen Erfindungen veranlaht. Wie der photogrophische Apparat unabhängig von seinem natürlichen Ebenbild, dem Auge, geschaffen wurde, so entstand der Gedanke des Stahlfisches mit Ohren. deS künstlichen OhreS überhaupt, unabhängig von dem lebenden Vorbild. Hier steht man vor der Frage, ob technische Errungenschaslen nicht schneller und leichter geschaffen werden könnten, wenn ihre Schöpfer von der Natur lernten, statt den Weg technischer Versuche und mathematischer Berechnungen zu wählen. Dr. Franz verneint dies, da erstens die Erfolge der heutigen Technik die Richtigkeit K«ll. e.U unalatr.»4, FfMp. KcrLims < B«de-Äti»t«8tew"V MeukBlla Amenerubantr. lMI-N Dlana-Bafl Passage- Bad RotonM-Bnd, Winer Str. It. 4 Bficker� n. Konditoreien � f. 7A Oosclhttfftm H» allen Stadtteilen BerRna •wie in Neakölln n. Treptow OegrOndct 1892. F. Kiese wetter, SekiTslHia«nta*U. G. Meier« Grünerwe� XL BMags�tteneii-Veraelohiii! KrttM.» otto w*n Zachaa. Qr.-L.u�.„....v 4 Bandagen. attnuntto.'V �iDsak«, 8tr>Uu*r Str. M. E. Krau, Iinututauti. M. A. B. Lany, BrunneiniT. IW 4 Butter. Eier, K»»«> Wilhelm Lehel 1 «IUP« POtolam. L�l Schröter, B. WM« VZwMto««M«» MyLVolirzm �oyost«ottr 4 m»rara»«rat� KI»rad»MdI«7� VlMNil! eaapLahlt YMlMVlM ersten Kantree. 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Bon 11— lü und 4a— 7 Uhr.__• Zeitungsausträgerinneu können sich melden, vorwärts'- AusgabestclleLausitzerplatzl4/15. Boteusranen verlangt �Lor- wärts�-Spedition, Wattstr. 9, Laden. Bon 11— lü und 41, bis 7 Uhr._* ZeitungsauSträgerin sofort einzustellen. Vorwärtsspedition Moabit, Wilhelmshovenerstraße 48, von 11—114 und 414—7 Uhr.» Frauen zum Zeitunasaus- tragen sucht.Vorwärts-Aus- gabcstelle Alt-Boxhagen 66, Laden.* Botenfrau stellt ein„Bor- wörts'-Spedition Tempelhos, Ueckermann, Kais«-Wilhelm- straße 74, Ecke Werderstr. I* Botenfrau, Bezirk Haeseler- straße, wird eingestellt..Vor- wärts", Charlottenburg, Sesen- Heimerstraße 1.* Botenfraneu verlangt sofort Ausgabestelle Erciscnhageiier- straße 22.____• Zeitungsfrau»«langt.Vorwärts"- Spedition Neukölln, Siegfriedstraße 28/29.* Botenfrau»«langt Heßberg, Kanlsdorf, F«dinandstr. 17.*' straße 36. Zeitungsausträgerinneu wer- den sofort eingestellt.Vor- märts-Spedition, Markus- Jwi Mopfiliiiifilier stellt ein Auergesellschaft. Meldungen Eiustellburean Ehreubergftraste. s300L Tüchtig« Wsr�eugmzlZkeru.Orelier sowie Einriclder für Zünderdreherci gesucht. G. Kärger Att.-Ges., 303L* Krautstr. 52. Horarbeiier gesucht. 13/18 MiiDdreoer Brauhaus Ä.-G., Johannistr. 18(19. Werkzeugschlosser, Packer, krheiter suchen 31 IL* ütchmldt&. Co., Berlin N 39— Sellarstr. 13. Einrichter für Revolverbänke und Werkzeugmacher gesucht. E»iil Zorn. Büert Birkeuwcrder, Bez. Potsdam, Hohenneuendorjer Weg. 223(9 Stellmacher und Anschläger für Feldwageu 95 dl/K gesucht. Emtl Zorn, lkverk Birten- werder. Bez. Potsdam, Hohen- ueuendorjer Weg. 223/lö 2 Glasergesellen verlangt für Dacharbeit. 83(20 A. Renter, Klopftockstr. 31. Schleifer, Peileruud lussmmensetzer suhesn C.& IC. Kodllch, Stockfabrik, Ritterstr. 75. 235L* Fahrpersonal. Kräftige, de? Fahren? kundige Leute werde» eingesteM. 435a* Meldungen im Kontor der Schultheis'' Brauerei A.-G., Licht«selder Str. 11—17. saM!ergehi>!e.°arbell«�ü? sos. gesucht, auch Ans Hilst. Heller, Charlbg., Kais.-Friedrich-Str. la Korbmacher Kohienwepen verlangt HOrnerstr. 19. Lehrling für technischen Berus und Rohrlegergewerbe gesucht. Degen u. Guedel, Möckern- straße 68. 294L Zuverlässig« 3042 Wächter gesucht KaNfhBu» Gehe. Prenst, Beuffel- Ecke Hutten str. Schloffer, Schmiede, Stellmacher, Tischler »«den sofort eingestellt. (Zrofio Berliner Straßenbahn. Hauptwerkstatt N 20, Aferftr. 9 Schönhauser Allee 123 Ackerftr. 3/4 Markusstr. 7 Brandenburg str. 70/77 .Kreuzbergstr. 16/20 Ostner Str. 1 Reinickendorf, Pank. Allee 52/54 Niederschönh.,Kais.Degn«str.22/27 Weitzensee, Bernkastel« Str. 80 Lichtenb«g, Siegstiedstr. 30/35 Treptow, Elsenstr. 111/114 Neukölln, Köllnische Allee 1/10 Britz, Gradestr. 4/17 TemPelhos.Kais.-Augusta-Str. 40 Schöneb«g, Beiziger Str. 14/16 Ltchterselde, Hindenburgd. 67/70 Wilmersdorf, Westjäl. Str. 73/75 Charlottenburg, Spand. 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