zlr.SS4. 34. Jahrg. Bezugspreis: k»erteIiSbrl. 3,909»!, monatl. 130 Mt. wöchentlich 80 Pfg. frei In« Hau«. dorau«zablbar. Einzelne Wochentag». Nummern b Pfg. Sonntag«nunimei mit illustrierter Vellage.Die Neue Welt' 10 Big. Postdezug: Monatlich 1.30 Ml. Unter Kreuzband für Deutfchland und Oesterreich. Ungarn "SO Ml, für da« übrige iluSIand« Ml. monatlich. Poftbeflellungen nehmen an Dänemarl. Holland, Luxemburg. Schweden u. die Schweiz. Eingetragen in die Pofl-Zeitungs-Preislifte. Erschein» täglich. Telegramm» kldreffe: .eozialdemokra» iverliu». Vevllnev Volksblnkk. ( S Pfennig) Der Anzeigenpreis beträgt f. die fiebengefvaltene Kolonel- »elle 30 Pfg„Kleine Anzeige»", da« fciigedrultte Wort 20 Psg.(zu, lässig 2 fettgedruckte Worte), jede« weitere Wort 10 Pfg. Eiellengesucbe und Echlasftellenanzeigen da« erste Wort 10 Pfg, jedes weitereWortöPkg Worte über lb Buchstaben zählen siir zwei Worte. Teuerungszuschlag 20°,» iramilien- Anzeige» äi» Pfg.. politische u. gewerlschastlichc Vereins. Anzeigen 40 Psg die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis k Uhr nachmitt. im Haiiptgeschäfi. Berlin EW. 08, Llndenstrasie 3, ab< gegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis 7 Uhr abend«. Zentralorgan der fdzialdemokratffcben Partei Deutfcblands. Neüaktion: Ew. SS» Linöenstraße 3. ffernfvrrcher: Am, Morivplai», Nr. ISl S0— IKl S7. Mittwoch, den 26. September 1917, Expedition: EW. 68, Linüenstraße 3. shernfprecher: Amt Morivplatz, Nr. ISl»0— ISli S7. fliegerangritt auf London. Artillerieerfolge in Flandern— Erfolgreiche Vorstöße bei Berdnn— Fliegerangriff ans London— 13 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Amtlich. Großes Hauptqugrtier, 25. September 1S17.(23. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Di« von unserer Artillerie kräftig durchgeführte Bekämpfung der gegnerischen Batterien erzwang zeitweilig ein beträchtliches Nachlassen dcS feindlichen FeuerS an der flandrischen Schlacht« front. Einzelnen starken Feuerwellen folgten keine Angriffe der Engländer. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Au der Aisnr und in der Champagne vorübergehende Feuer- sicigcrungen und ErkundungSgefechtc. die uns Gefangene und Beute einbrachten. Auf dem Lstufcr der Maas spielten sich zwischen der Straße Bacherauvillc— Chaumont und Maucourt bei heftiger Artillerie- tötigkcit örtliche Jnfantcriekömpfe ab. Südlich von Bcaumont rntrissea uusere Truppen den Franzosen Gräben in 400 Meter Breite und hielten sie gegen mehrere Gegenstöße. Im Chaumc- Walde kam cS zu erbitterten Nahlämpfen, welche die Lage nicht änderten. Bei Bczonvaux hatte ein Vorstoß in die feindlichen Linien vollen Erfolg. Im ganzen wurde» den Franzofcu über .'!50 Gefangene abgenommen. NachtS brach ein Sturmtrupp bei Malancourt in die feiud- lichr Stellung ein und kehrte mit einer Anzahl Gefangener zurück. Gestern abend griffen unsere Flieger England an. Aus militärische Bauten und Speicher im Herzen von London, auf Dover, Southend, Chatam und Sheerneß wurden Bomben ab- geworfen. Brände bezeichneten die Wirkung. Me Flugzeuge kehrten unversehrt zurück. Auch Tünkirchen wurde mit Bomben augegriffcn. Die Gegner verloren 13 Flugzeug«. Oberleutnant Schleich errang den 22. und 23., Leutnant Wüsthoff den 21. Luftsseg. Auf dem Oestlichen Kriegsschauplatz und an der Mazedonischen Front keine größeren Kampfhandlungen. Der Erste Generalquartirrmeister. Ludendorff. Zlbendbericht. Berlin, 25. September 1917, abend». Amtlich. In Flandern Feuertätigkeit wechselnder Stärke. Oert- lichc Jnfanterickämpfe au der Straße Mcnin— Apern der- liefen für ous günstig. Bei deu anderen West-Armeen, im Osten nnd in Mazedonien keine wesentlichen Ereignisse. Ter österreichische Bericht. Wien, den 25. September 1917.o weiter zu wirken, nicht einer Richtung z�im Trotz, sondern dem gesamten arbeite ndenVolkezu nutz! Kaleüin wieöer obenauf. Rowotschcrkask,:ll. September.< Meldung der Peters- burger Telegraphen-Agentnr.) Tie militärische S e l b st- Verwaltung der Kosaken nahm einen Beichluh an, den H e t m a n K a l e t» i n unverzüglich in seine s ä m t l i ch e n A e m ter wieder einzusetzen und der Regierung die dringende Notwendigkeit darzulegen, die Wahr- heit zu verössentlichen, inn alle Gerüchte über eine Aufstands- dewegung zu widerlegen. Es zeigt sich immer mehr, dah KerenSki gegen den an der Spitze seiner Kosaken stehenden Hetman völlig ohnmächtig ist. Petersburg, 2ä. September.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Die G e s a m t z e i ch n u n g auf die beraumt gewesene. Sitzung der Demokratischen Kon- f c r c n z ist um einen Tag verschoben worden, damit alle Teilnehmer zur Eröffnung eintreffen können. Petersburg, 25. September.(Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Die G e s a in t z e i ch n u n g auf die Freiheitsanleihe beträgt nach den Unterlagen der Kreditkanzlei bis zum 24. September 3,9 Milliarden Rubel. Der rutsche Liberalismus unü üie Revolution Die„ R j e t s ch", Zentralorgan der(linksliberalen) Kadettcnpartci, schreibt in der Nummer vom 7. September: Ohne irgendwo auf äutzereS Hemmnis oder auf Widerstand zu ftotzen, sich ungehindert in die Tiefe und die Breite, aus- 'chlietzlich nach dem Gesetze ihrer eigenen Dialeklik, ausbreitend, hat sich die Revolution trotzdem innerlich überlebt, vilichologiich fast bis zur Neige verbraucht. Durch keine Reden, durch keine Resolutionen, durch keine, auch nicht durch imposanteste Manifestationen der revolulionären Kraft und Gewalt kakm diese Tatsache verheimlicht oder vertuscht werden. Die psychologische Abnutzung ist das Los aller Revolutionen, die die Geschichte kennt. Das revolutionäre Pathos ist verbraucht. Das Feuer des revolutionären Feuerwerks ist abgebrannt, nur Rauch, Ruh und Oualin hinterlassend. Dieser Qualm ver- giftet jetzt unser Leben, bin'' unS, frei zu sehen und zu atmen. Das lärmvolle Fest der Fr ist verklungen. Der revolutionäre Rausch ist verflogen. TS i>• schwerer, schmerzvoller Katzenjammer. Galt weih, wie W> rer dauern wird." Das Pikanteste dabei ist, die„Rjetsch" höchst empört ist. wenn man sie und ihre Getreuen als gcgenrevo- l u t i o n ä r bezeichnet! wachsende Erbitterung in Irland. Unruhen in Hull. Berlin, 2o. September, lieber die Zustände in Irland machten Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der 2. irischen Garde- Jnfantene-Brigadc, die am 13. September in deutsche Hände fielen, intiercssanie Angaben. Danach hat die Partei der Sinnfeier ganz enorm an Einfluß gewonnen, da fast joder katholische Ire sich in einer bis zum Hätz gesteigerten Mitzstimmung gegen England dazu bekenne. Zur Unterdrückung der ständigen kleineren und grötzeren Unruhen habe man schottische Truppen aufbieten müssen, weil zwischen ihnen und den Iren grotzc nationale und religiöse Gegensätze bestehen. So kampieren z. B. die Scatch borderers in Zeltlagern in den Parts von Dublin. Die Gefangenen erklären, es sei heute überaus peinlich, sich in Irland als Jrländer in rnglischer Uniform sehen zu lassen. Immer wieder komme es vor, daß frühere gute Freunde ihnen den Rücken kehrten. Diese nützlichen politischen Verhältnisse in der Heimat drückten auch die Stimmaing der Truppen an der Frot erheblich herab. Berlin, 35. September. Nach Aussage des Kapitäns eines im September von Hull in Rotterdam angekommenen englischen Dampfers herrscht in Hull grohe Unzufriedenheit in der Einährungssragc. Alle Stratzenaufläufc werden mit Gewalt unterdrückt. In der Woche vom 2. bis 8. September sind in der Commercial road in Hull viele Lagerhäuser und Läden g e- plündert worden. Am 30. August wurden in derselben Strasse verschiedene Personen bei Plünderungen getötet. Es ist strengstens verboten, über derartige Unruhen etwas mitzuteilen oder in den Zeitungen zu berichten. Die englische prej?e zur üeutschen Note. Die noch einlaufenden italienischen und französischen Press- stimmen bieten nichts wesentlich Neues; sie sind auf denselben kriegerischen Ton gestimmt, wie die gestern von uns wieder- gegebenen. Das„Journal de Peuple" macht vielleicht eine Ausnahme, fein Artikel ist aber von der Zensur bis zur Unkennt- lichkeit verstümmelt worden. Sonst ragt aus der französischen Presse, einschliesslich der„Humanitö", nur da? Organ der Re« publikaner Mittelfrankreichs, der.ProgrdS de Lyon" hervor, der erklärt, dass die Regierungen der Mitlelmächte mit den Antwort- noten einen grossen Schritt vorwärts gemacht hätten. Die Antwort der Mitlelmächte sei der erste Sieg der allgemeinen Demokratie. Auch die Warnungen Wilsons hätten wohl zu der ver- änderten Haltung beigetragen, Von grösserer Bedeutung ist ein AuSzug englischer Press- stimmen, den das Reutersche Bureau verbreitet, Danach schreibt„Daily News", die Antwort sei ein Do- kument von grosser Bedeutung. Es sei bemerkenswert, daß die erste Militärmacht der Welt sich öffentlich für eine Zukunft aus- spreche, in der die Anwendung von Gewalt bei internationalen Streitfragen als nnzioilisserte Uebcrlieferung anerkannt werde und die Macht des Schwertes endgültig durch Schiedsgerichtsbarkeit ersetzt sein würbe. Man müsse abwarten, ob der Friede dadurch nähergebracht würde, das hänge gänzlich von der Aufrichtig- k e i t des neuen Kurses und der Bereitwilligkeit des bekehrten Deutschlands ab. die logischen Konsequenzen auf sich zu nehmen. „Times" schreibt: Die Noten enthalten kein An- zeichen für eine Annäherung an die bekannten Bedingungen der Alliierten. Die Alliierten verlangen so sehr nach einem wirk- lichen Frieden, wie es nur möglich ist, sie sind aber unerschütterlich entschlossen, nur einen wirklichen Frieden anzunehmen, und sind überzeugt, dass ohne Räumung des gesamten besetzten Gebiets der Vorschlag des Feindes, Verhandlungen zu eröffnen, eine Finte ist. lieber die Wiederherstellung und die Bürgschasten kann hinterher verhandelt werden, vorausgesetzt, dass die Blockade beibehalten wird, aber Friedensverhandlungen sind unmöglich, solange der Feind alliierten Boden besetzt hält. Auf ähnliche scharfmacherische Tonart sind andere BlStter ge- stimmt, die aber den friedfertigen Charakter der deutschen Note in- direkt dadurch anerkennen, dass sie von einem„Manöver", einer „Hinterlist" usw. reden. So schreibt„Daily Mail": Der Grund des neuen deutschen Manövers ist klar. Der Feind fürchtet HaigS siegreiche Truppen und das zu- künstige Erscheinen der grossen amerikanischen Armee in Frankreich, und vor allem fürchlct er, dass die Alliierten durch Wilson zu einem energischen cschritt aufgestachelt werden und schliesslich einen kommerziellen und wirtschaftlichen Druck anwenden werden. „Morning P o st" nennt die deutsche Note.ein Dokument voll ungeschickler Ironie"; sie mache den Eindruck„versteckten Hohnes", die österreichische Note sei noch salbungsvoller und noch nichtssagender. ES gebe keinen anderen Ausweg, als den Krieg bis zum ausser st en fortzusetzen..Daily Tele- g r a p h" erklärt die Antworten für durchaus nicht befriedigend, fährt ober fort: Man müffe zugeben, dass gewisse Punkte in den Antworten hoffnungsvoll stimmten; Deutschland und Oesierrcich'Ilngarn nähmen den Grundsatz des Schiedsgerichts und der Einschränkung der Rüstungen an, aber sie knüpften dies an die von Napoleon erfundene Phrase von der Freiheit der Meere, die nichts anderes bedeuten würde, als die Freiheit für Berlin, die Ostsee und das Schwarze Meer zu ichliessen sowie Polen, Russland, Rumänien und Serbien von der See abzuschneiden. Wozu will sich Deutschland, fragt das Blatt, als der notwendigen Voraussetzung für Friedensverhandlungen verstehen? Will Deutschland Belgien aufgeben. Elsass-Loihringen ausliefern. Serbien und Rumänien Daseinsfreiheit gewähren, die Vollendung der nationalen Einheit Italiens gestalten und Schadenvergütung für die verwüsteten Gebiete Nordfrankreichs zahlen? Darüber, schliesst das Blatt, schweigen Berlin und Wien hartnäckig. Von den neutralen Prehstimmen ist noch erwähnenswert das Kopenhagencr.Extrabladed", das betont, dass die auf die Reichs- tagSreiolution bezugnehmende deutsche Note nicht den Friedensvorschlag Kaiser Wilhelms und seiner Minister, sondern den des deutschen Volkes bedeute. ES fragt an, ob man dies in Washington verstehen wird. Rsquith und Donar Law werden antworten. Amsterdam, 25. September.„Telegraaf" meldet aus London, daß A s q u i t h am Tonnerstag dieser Woche in Leeds.Bonar Law nächste Woche in M a n ch e st e r zur Antwort d erMittel in ächteanden Pap st sprechen werden. Rns der französischen Kammer. Bern, 20. September. Nach den Lyoner Blättern hat die Kammer am 2-l. September die Beratung über die vorläufigen H a u s h a l t s z w öl f t« l für das letzte Vierteljahr 1917 in Höhe von ungefähr zwölf Milliarden Kranken begonnen. Abgeordneter B r o u s s e verlangte mehr Sparsamkeit, in allen Ver- waltungen sei Verschleuderung und Verschwendung zu bekämpfen, auch müsse das neue Ministerium sich über die Auslandsmissionen klar werden, damit man endlich Aufklärung über die Gc- heimsonds bekomme. Brousse rügte es, dass bei der letzten Verminderung der Truppcnde stände um 400 000 Mann die Offiziere um 25 000 vermehrt worden seien, und tadelte die Verschleuderung auf allen Gebieten, sowohl beim Rohstoffankauf, wie bei der Verwendung von Automobilen u. a.; er verlangte bessere Organisation der Munitionstransporte und des SanitätSwescnS und vermehrten Bau von Flugzeug- motorcn, an denen es mangele. Die Schuldigen müssten bestraft werden. Finanzmimjtcr Klotz ersuchte die Kammer, abzuwarten. Er werde eine neue Finanzpolitik einschlagen und sie nach Ein- bringung einiger neuer Gesetzentwürfe vor der Kammer darlegen. Die finanzielle Aufgabe decke sich mit der Aufgabe der allgemeinen Politik, er werde alles darauf Bezügliche erörtern. Turme! erhebt Widerklage. Paris, 2ö. September.(Meldung der Agencc Havas.) Der Oberstaatsanivalt erhielt einen Brief von dem Abgeordneten T u r m e l, worin dieser Klage auf Diebstahl gegen den Beamten der Kammer erhebt, der sich des Briefumschlag» mit den 27, nicht 2S-Tausenfrankscheinen bemächtigte. Turmel er- klärt, dass er als Privatkläger entschieden Einspruch erhebe gegen die Durchsuchungen, die in Loudcac in seinem Heim und in seinem Bürgermeisteramtszimmer vorgenommen wurden. Tyrannei gegen die Neutralen. Kopenhagen, 24., September.„Nationallidende" teilt mii: Die b r i t i s ch e R e g i e r u n g bat auf Ersuchen der amerikanischen Re- gierung vorläufig alle Ausfuhr nach Skandinavien und Holland«Angestellt. Die Einstellung betrifft auch alle bis setzt erteilten Ausfuhrbewilligungen und gilt sogar auch für Waren, die bereits in Schiffen verladen sind. Eine Ausnahme bilden jedoch Kohlen. Die Wiederaufnahme der Aussuhr ist erst wieder zu erwarten, wenn zwischen den Alliierten eine Einigung erzielt ist über die Grundsätze der neuen Blockadepolitik. Der Krieg auf den Meeren. Berlin, 25. September. Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum 23000 Dr.-Reg.-Tonnen versenkt. Unter den versenkten Schiffen befanden sich der bewaffnete englische Dampfer Teerlcß(31! 2 Tonnen), Ladung Kupfererz und Kork, das franzöfischc Biermastvollschiff Taravara(2506 Tonnen) mit Salpeter sowie ein unbekannter Tankdampfcr, der durch 2 Zerstörer gesichert war. Der Chef des Admiralstabes der Marine. England entschuldigt sich bei Dänemark. Kopenhagen, 24. September.(Meldung des Ritzauschen Bureaus.) Das Ministerium des Aeussern hat von der Gesandtschaft in London die telegraphische Meldung erhalten, dass dieser wegen der Verletzung der dänischen Neutralität bei Bjerregaard (Horns Riff) am 1. September von der britischen Regierung eine Note zugegangen sei. in der diese ihr aufrichtiges Bedauern aus- spricht und Schadenersatz für den möglicherweise angerichteten Schaden anbietet. Kleine Kriegsnachrichten. Unter Scherzen'? In dem französischen Heeresbericht vom 24. September findet sich folgender Satz:„Sie(die Deutschen) er- litten gleichermaßen eine blutige Niederlage dank der Tapferkeit unserer Truppen, die aus ihren Gräben hervorbrachen und sich unter Scherzen den Angreifenden entgegenstellten." Falls hier kein Fehler der Uebermittlung vorliegt, muß man annehmen, daß sich der Verfasser der französischen Heeresberichte sehr weit hinter der Front befindet._ Der österreichische Reichsrat eröffnet. Eine Friedenskundgebung. Das Abgeordnetenhaus ist Dienstag zusammengetreten. Die Abgeordneten sind sehr zahlreich erschienen. Unter ihnen besrndct sich auch der Abgeordnete Klofac. Der Ministerpräsident und die Mitglieder seines Kabinetts werden von den Abgeordneten freundlich begrüßt. Der Präsident gedenkt in seiner Eröffnungs- ansprach« unter lebhaftem Beifall der militärischen Erfolge. Hier- auf ergreift Ministerpräsident Dr. S e i d l e r das Wort, stellt die Mitglieder des Kabinetts dem Hause vor, und gibt sodann seine programmatische Erklärungen ab. Ministerpräsident Dr. R. v. S e i d l e r kündigte einen Gesetz- entwurf über die Sozialversicherung an und erklärte, daß et bestrebt sei, jeden Bureaukratismus auszuschalten. Er werde die Leitsätze für die Verfassungsreform, die das Prinzip der Staatsgrundsätze gewährleisten und die Gleich- berechtigung aller Nationalitäten auf Grund nationaler Autonomie unter Wahrung der Staatseinheit zur vollen Durchführung bringen soll, im Verfassungsausschuß darlegen. Ueber ihren Inhalt wolle er nur sagen, dass sie von dem Grundgedanken einer für den ganzen Staat im Rahmen der Kronländer unter Berücksichtigung ihrer � Besonderheiten zu schaffenden Kreiseinteilung ausgehe und als eine Modalität zur Regelung der nationalen Frage wie auch eines zeitgemähen Ausbaues der staatlichen und autonomen Ver- waltung wenigstens eine Diskussionsbasis zu schaffen trachte. Seidler versicherte weiter, dass an dem d u a l i st i�s ch e n Charakter der Gesamtmonarchie nichts geändert werden und daß insbesondere in dem Verhältnis Dalmatiens zu Oester- reich keine Aenderung eintreten solle. Die Regierung steht, fuhr der Ministerpräsident fort, un- «rschütterlich auf dem Boden des österreichischen Staats- gedanlens. Sie ist felsenfest davon überzeugt, daß er vor den Augen der ganzen Welt sich siegreich behaupten wivd. Die Berechtigung zu dieser Erwartung schöpft die Regierung insbesondere aus der Betrachtung der auswärtigen Lage. In lbezug auf die au?- wärtige Politik stellt der Minister fest, daß ihren Grundpfeiler nach wie vor die Treue gegenüber unseren Verbünde- tcn bildet.(Lebhafter Beifall.) Jenen, welche glauben, dem Friedensgrdankrn durch Mäkeln und Deuteln an dem Bündnis der Mittelmächte zu dienen, mag gesagt sein, dass ihr Beginnen nur die Wirkung haben mag und kann, daß bei den Feinden der schon halb erloschene Glaube an die Möglichkeit einer Störung des Bundesverhältnisses wieder erweckt und so die Dauer des Krieges mittelbar verlängert wird. Als erste unter den Kriegführenden haben wir im Sinne der vom Kaiser wiederholt geäusserten Grundsätze mit unseren Verbündeten dem Wunsch und der Bereitwilligkeit Ausdruck ver- liehen, zum Abschlüsse eines vom Geiste der Versöhnlichkeit getragr. neu Frieden« zu gelangen.(Lebhaste Zustimmung.) Dankbar und bereitwillig nahmen wir daher die sich in der gleichen Richtung bc- wegenden Anregungen des Heiligen Vaters auf, die «inen dauerhaften und gerechten Frieden herbeizuführen bezwecken. Wir glauben, dass Vereinbarungen erzielt werden könnten, die unter entsprechend wirksamen Sicherheiten eine gleichmäßige, gleichzeitige und schrittweise� Herabminderung der Rüstungen auf ein zu vereinbarendes Mass ermöglichen und die zur vollen Freiheit der offtnen See führen, so daß sich auf dieser Grundlage die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit für inter- nationale Streitfälle aufrichten ließe. Unsere Bereitwilligkeit, auf diesen Grundlagen zu einer Verständigung mit unseren iftegnern zu gelangen, ist durchaus ernst und aufrichtig, sie ist vom Bewußtsein unserer Stärke und unserer absolut gefestigten .Kriegslage getragen. sZustinimung und Beifall.) Di« Möglichkeit «Iner solchen Verständigung hängt aber davon ab, daß sich im Kriege bei unseren Feinden die Erkenntnis dieser Sachlage durch- ringt. Sollten sich unsere Gegner nicht bereit zeigen, die ihnen dargebotene Hand zu ergreifen, dann werden wir mit der auf unseren Kampscrfolgen fußenden Entschiedenheit den Verteidi- gungskampfbiszum äußer st en fortsehen, um uns eine ruhige Fortentwicklung der Monarchie für alle Zukunft zu sichern und ihr durch den weiteren Erfolg unserer Waffen die Segnungen eines gesicherten Friedens und gegenseitigen Verstehens der heute noch feindlichen Völker zu verschaffen.(Beifall.) Ein starkes Oesterreich, in dem sich alle Völker wohl fühlen, wird die beste (Garantie für einen dauernden Frieden sein. Schon deshalb er- streben wir die Reform der Verfassung, und schon deshalb verurteil» die Regierung aufs entschiedenste die Berirrung gewisser Parteigänger, d e in dem Gedanken liegt, daß das Heil Oesterreichs vom feindlichen Ausland zu erhoffen fei.(Lebhafter Beifall und Hände- klatschen. Der Ministerpräsident wird vielfach beglückwünscht.) Ter Zz-all Burzival. Während der Rede des Ministerpräsidenten kommt es zu einem Zwischenfall. Zu Beginn der Sitzung war nämlich der gewesene tschechische Abgeordnete Burzival im Saale er- schienen und nahm seinen früheren Platz ein. Die Ordner richteten an ihn die Aufforderung, den Saal zu verlassen. Nachdem der Ministerpräsident seine Ausführungen beendet hatte, erklärte der Präsident: Der gewesene Abgeordnete Burzival ist im Saale erschienen. Es wurde vom Präsidium verkündet, daß sein Mandat erloschen ist. Er hat kein Recht im Saale anwesend zu sein. Ich richte an ihn die Aufforderung, den Saal sofort zu verlassen. Da er dieser Auforderung nicht Folge leistet, unterbreche ich die Sitzung. Tie Sitzung wird hierauf unterbrochen. Während der Pause fand ein« Obmännerkonferenz statt, in welcher Präsident Groß erklärte, er werde die Sitzung nicht früher aufnehmen, bevor nicht Burzival den Sitzungssaal verlassen habe. Der Vertreter des tschechischen Verbandes verlangte, daß die Angelegenheit der ihrer Mandate verlustig erklärten Ab- geordneten dem Jmmunitätsaus schütz zugewiesen werde, welcher innerhalb einer bcstmmten Frist hierüber Bericht er- statten solle, worauf der Präsident erklärte, am Schluß der heurigen Sitzung diesen Antrag zur Abstimmung bringen zu lassen. Gegen c! Uhr wurde, nachdem Burzival den Sitzungssaal ver- lassen hatte, die Sitzung wieder aufgenommen. Das Haus er- ledigte hierauf seine Tagesordnung und lehnte die Abänderung, welche das Herrenhaus an den vom Abgeordnetenhause erledigten Iustizgesetze vorgenommen hatte, ab und stellte die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses wieder her. Am Schluß der Sitzung wurde auf Vorschlag des Präsidenten beschlossen, dem Jmmunitätsausschuß zur Berichterstattung über die Anträge betreffend die Mandate jener Abgeordneten, die durch gerichtliches Urteil der Mandate ver- lustig geworden sind, eine vierzehntägige Frist zu stellen. Die Abgeordneten Wilhelm Neumann und Genossen haben im Abgeordnetenhause einen Antrag auf Einsetzung eines Ausschusses zur Förderung eines Verftändi- gungSsriedens gestellt. In dem Antrage heißt eS: Der Hauptausschutz des Deutschen Reichstags hat vor kurzem eine Eni- fchlietzung über die Friedensfrage gefaßt. ES ist ein Erfordernis, daß auch die österreichischen Völker in die Lage kommen, durch ihre Abgeordneten zu dieser Frage ehestens Stellung zu nehmen. Wir stellen den Antrag, einen öllgliedrigen Ausschuß einzusetzen, der sich mit der Frage zu beschäftigen haben wird, in welcher Weise das österreichische Parlament den ehesten Abschluß eines Vcrständi- gungsfricdens fördern könnte. der Reichstag. Am gestrigen Dienstag begannen die Reichstagsarbeiten wieder; eS tagte der Ausschuß für den vaterländischen HilfS- dienst. Heute(Mittwoch) treten der Handels- und Gewerbe- Ausschuß und morgen(Donnerstag) der Haupt- und der Ver- sassungs-Ausichuß zusammen. Auf die Tagesordnung der heutigen Sitzung des Plenums sind noch folgende zwei Punkte gesetzt worden: 1. Erste Be- ratung des ziveiten?tachtrags zum RcichshaushaltSetat. 2. Erste Beratung deS Entwurfs einer vierten Ergänzung des Besoldungsgesetzes. Die Debatte über dcnNachtragsetat wird aber voraussichtlich erst am szreitag beginnen, da man am Mittwoch und Donners- tag den Fraktionen Zeit zu ihren Beratungen lassen will. Am Freitag ivird voraussichtlich auch im Hauptausschuß der Reichs- kanzler das Wort nehmen. Der Hilfsdienst-Ausschuß hatte gestern nur eine kurze Bc- spreckiung. Tie nationalliberalc Fraktion hat, wie die„Nationalztg." mitteilt, den Abg. S t r c s c m u n n einstimmig zu ihrem Vor- sitzenden gewählt. Zweiter Vorsitzender bleibt Abg. Prinz �chönaich-Carolath._ Kurlänüische und litauische Rürej?en. liebet die Bildung eines Landesrates für Kurland und eines Landesratcs für Litauen haben wir bereits kurz berichtet. Jetzt veröffentlicht die Korrespondenz B. den Wortlaut des vorangegangenen Adresseiiwechsels. Die Adresse der Kurländischen Landes- Versammlung an den Oberbefehlshaber Ost bietet nichts Neues. Aus der Antwort de» Oberbefehlshabers Ost verdient folgender Satz Beachtung: In gemeinsamer Arbeit mit den Einwohnern des Landes werden die Vorbereitungen für den Wiederaufbau eines kur- ländifihen Staatswesens getroffen werden. Die Adresse der Litauischen Laudcsvcrsammlung beginnt mit dem Satze: Nachdem das litauische Volk sein Staats wesen eingebüßt und später unter der fremden Herrschaft viel gelitten hatte, scheint endlich der von vielen Generationen ersehnte Zeitpunkt gekominen, in dem die Litauer unter Ein- setz ung aller ihrer Kräfte ihren auf nationaler Grundlage aufgebauten selbständigen Staat einzurichten hoffen. Die Antwort des Oberbefehlshabers spricht in diesem Falle nur von dem„Wiederaufbau Litauens", nicht von einem litauischen Staatswesen. Der Schrei nach Militärverbot. Der Ausruf des sozialdemokratischen Parteivorstandcs, den wir an der Spitze unseres gestrigen Blattes veröffent- lichten, hat bei den Anhängern des Vcrsländigungsfriedens großen Beifall gesunden. Die„Germania" druckt einen längeren Passus ab und daS„Berliner Tageblatt" gibt der Hoffnung Ausdruck, daß auch die übrigen Mehrheitsparteien sich dieser notwendigen Abwehr mit alier Entschiedenheit an- schließen werden. Die alldeutsche Presse jammert und tobt. Erklärung tzmöenburgs zur Kriegslage. G r o ß c s H a u pt q u a r t i e r, 25. September. Amtlich. Es ist mir vom Kriegsministcr mitgeteilt worden, es würde vielfach von unberufener Seite behauptet, daß nach meinen und des General Ludendorss Acußcrungen drohender wirtschaftlicher Zusammenbruch und Ver- siegen der militärischen Kraftquelle» uns zum Frieden nm jeden Preis zwingen. Ich will nicht, daß unsere Namen mit derartigen grundfalschen Behauptungen verknüpft werden. Ich erkläre in voller Ucbcreinstimmung mit der Rcickis- leitung, daß wir wirtschaftlich und militärisch für weiteren Äainpf und Sieg gerüstet sind. v. Hindcnburg, Gcneralfcldmarschall. Den Vogel schießt die„Deutsche Zeitung" ab. die ein Militärvcrbot für diejenigen Blätter fordert. die es wagen, den Alldeutschen wehe zu tun. Sie wirft dem Aufruf des Partcivorstandes„Verdrehungen und Verleum- düngen" vor. Den Vorwurf sucht sie charakteristischerweise dadurch zu beweisen, daß sie selber den Inhalt des Ans- rufeS in verdrehter und gefälschter Form wieder- gibt. Dann heißt es weiter: Die maßlosen Verleumdungen und Verdrehungen stehen in der iozialdcmolralisckicn Presse seit mehreren Kiiegsjahren fast täglich in Nord und Süd. Viele Tausende Feldgrauer und Arbeiter, denen früher in SlaatSwerkstäiten und in Kasernen das Lesen dieser vergiftendem aufhetzenden, verlogenen Presse in >v ohlerwoge ii ein Staatsinteresse verboten war, dürfen jetzt mit Genehmigung der Kaiserlichen Staatsregierung seit Jahren durch eben diese Presse systematisch verhetzt und vergiftet werden. Die meisten von ihnen sind nicht in der Lage, andere Zeitungen zu leien als diese. Es wäre gegen jedes Naturge'ctz, wenn dieses Gift nicht wirkt, um so mehr wirkt, als die lange Dauer des Krieges und damit verbundene, sehr bedauerliche, aber auch naturgemäße Be« gleiterscheinungen einen noch viel günstigeren Nährboden für dieses Gift bilden, als es je im Frieden der Fall gewesen lein kann. Im Frieden, da keine StaatSwerkstatt Ar« beiler in der Staats arbeit duldete, die je der sozialdemokratischen Partei angehört hatten, da keine Kaserne den Eingang sozialdemokratischer vrr- hetzender und zersetzender Presse erlaubte. Der Kaiser- lickien Regierung ist ebenso wie uns bekannt, ohne daß wir deutlicher zu werden brauchen, in welch gefahrdrohender Weise die Berguinna sich bereits gezeigt bat. Wanu ge- denkt die Kai erliche Negiernng im Staatsintrresse zur Sicherung von Heer und Volk der weitere» Vergiftung Einhalt zu tun? Diese hat bereits einen derartig gefahrdrohenden Ilmfang an- genommen, daß die Verantwortung dafür schon jetzt die Kaiserlich Deutsche Regierung zu tragen gar nicht mehr in der Lage ist, Im Hinblick auf alle für Deutschlands Ehre Gefallenen fragen wir die Kaiserlich Deutsche Regierung, will sie weiter aus Schwäche die immer Weiler um sich greifende Vergiftung des deutschen Volkes an der Front und in der Heimat dulden, der große Teile ohne Einschreilen der Regierung hilflos aus- gesetzt sind? Man kann den Spieß sehr wohl umdrehen. Man kann darauf hinweisen, daß die alldeutsche Presse seit Wochen und Monaten gänzlich unbehelligt die verleumderischste und hetzerischste Agitation treibt, die überhaupt denkbar ist. Sie wagt es, den Reichstag, die Vertretung des deutschen Volkes, eine„Jdiotenanstalt", ein.Narrenhaus" usw. zu nennen, zu behaupten, daß die Friedensresolution, welche sie nie anders als„ S ch m a ch resolution" oder„Bankrott- resolution" von„Irrsinnigen" angenommen sei, daß das deutsche Friedensangebot vom 12. De- zcmber Iftlft„Verrückte" gemacht hätten. Sie wirft den Reichstagsabgeordneten der Mehrheit„Landes- verrat" vor, hat das Gerücht ausgebracht, daß Scheide- mann als englischer Agent entlarvt und verhaftet worden sei, sie entwirft Szenen, in denen dargestellt wird, wie die Abgeordneten der Mehrheit aus Trauer über die deutschen Siege blaß werden und Tränen ver- gießen. Sie wagt es, den Anhängern eines Verständigungs- friedens nachzusagen, daß sie eine deutsche Nieder- läge erstrebten, daß sie das deutsche Volk bankrott machen wollten aus iunerpolitischen Gründen, nämlich um Unzufriedenheit zu erzeugen(das steht erst am Dienstag wieder in der„Deutschen Zeitung"); kurz und gut, es gibt keine Werke des Hoch- und Landesverrats, deren sie nicht schon die Anhänger des Verständigungsfriedens öffentlich bezichtigt hätte. Wir sind weit entfernt, nach der Tcnunziantenmanier der„Deut- schen Zeitung" deswegen nach Zensur und Militärverbot gegen die alldeutsche Hctzpresse zu schreien. Aber wir beanspruchen in unserer Polemik das gleiche Maß von Freiheit, das die Alldeutschen sich bisher unbehelligt nehmen durften, wobei wir ausdrücklich bemerken, daß w i r keines- Wegs gesonnen sind, diese Freiheit in derartiger---(hier fehlt uns der parlamentarische Ausdruck) Weise zu miß- brauchen, wie das alltäglich von feiten der alldeutschen Presse gegenüber den Anhängern des Verständigungsfriedens geschieht. Es ist jedenfalls erbaulich anzusehen, wie dieselbe Presse, die nionatelang gegen die Reichslagsmehrheit und die An- Hänger des Verständigungsfriedens in bewußt e h r a b- schneiveri scher Weise gehetzt hat, plötzlich feinfühlig ge- worden ist. Was würde sie wohl erst sagen, wenn man ihr wirklich in ihrer eigenen Tonart erwidern wollte! Rnnekdö'tchen. Die„Tägl. Rundschau" gebt mit folgender Annekdoie hausieren, die ihr„ein Leser" zugetragen hat: Scheidemaun war vor kurzem— vermutlich mit anderen Bertreiern des ReicbSlaßes— in Riga und war sehr erstaunt, von den Rigeniern hören zu müssen, daß sie alleNeicbs- deutsche werden wollen. Scheidemann hat über diese Tatsache immer wieder sein Erstaunen aeäußert, wie wenn sie ibin etwas Neues gewesen und unbegreifllich sei, und hat dann immer geanlworlel:„Ja dann liegt die Sache ja ganz anders!" Wir können dem noch folgendes hinzufügen: Die betreffenden Rigcnser sind samt und sonders l e ib l i ch e V e t t e r n des berühmten bolichewistisch-alldeulschen, für„unseren Kerenski" schwär- wenden Petrograder Rechtsanwalts, von dem unS der „Berliner Lokal-Anzeiger" jüngst so fabelhafte Dinge erzählt hat. Ernährt haben sich die genannten Rigenser bisher von den Hühnern, die Bismarck nach den Berichten der alldeutschen Presse im Jahre 1872 mit dem Automobil überfahren hat, jetzt leben sie aber von den Enten der„Täglichen Rundschau". Nationalliberales Lob öer ßrauen. Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei hat am gestrigen Tage nach alter, gutbürgerlicher Art.unter Männern" ge- tagt und sodann ein Festmahl„mit Damen" abgehallen. Hierbei durfte es natürlich auch an dem Toast auf die Frauen nicht fehlen. Diese Löwenrolle war dem Herrn Geh. Rat Fleischer zugesallen, der sich ihrer in zierlichen Versen entledigte. Und da ist es recht seil- sam anzusehen, wie in dieser altväterlich philiströsen Brand die neue Zeit der Frau verschiedentlich mit hineinklingt. Herr Fleischer sagte nämlich zum Lob der deutschen Frau u. a. sol- gendes: Sie wirkt nicht nur am eignen Herde; Sie pflegt das Vieh, sie pflügt die Erde, Sie mäht das Gras, sie drischt das Korn, Sie füllt Kartuschen, dreht Granaten, Sie macht das Pulver den Soldaten, Schaffr Waffen für den deutschen Zorn. Sie ist in jedem Amt zu finden, Das Schwerste mag sie übeiwinden, Sie kocht nicht nur, backt nicbt nur Brot» Sie heizt die Kessel der Maschinen, Sie weiß an jedem Ort zu dienen, Wo Hilfe tut und Arbeit not. Die Damen der nationalliberalen Herren mögen einander etwas verdutzt angesehen haben, was wissen sie von diesen Dingen? Die klügeren unter ihnen mögen sich aber wohl gedacht haben, ob ein Hoch bei einem Festmahl wirklich der richtige Dank für so ungeheure Leistungen ist und ob man nicht lieber zuvor, als man noch„unter Männern' tagte, auch ein Wort für das p o l i t i s ch e Recht der Frau hätte finden sollen? Parteinachrichten. An die Genossinnen! Der Monat Oktober soll ein allgemeiner Werbemonat für unsere Frauenbewegung sein. ES gilt die Vorbereitungen dazu schleunigst zu treffen. Das Material ist den Organisationsleitun- gen zugegangen. Sie werden sich mit den am Ort tätigen Gc- nossinnen verständigen, wie die Arbeit am besten durchzuführen ist. Wo das noch nicht geschehen fit, müssen sich unsere tätigen Ge- nossinnen darum bemühen. Jede Genossin muß für daS Gelingen der Sache interessiert werden. Mit einem zur Arbeit aufmunternden Brief mutz ihr das Werbematerial(Flugblätter, Broschüren, verschiedene Nummern der„Gleichheit" und Aufnahmescheine) zugestellt werden. ES ist notwendig, daß unsere Genossinnen diese Schriften selber aufmerk- sam lesen, daß sie ferner gerade jetzt die Tageszeitungen ver- folgen, weil darin wertvolle Beiträge führender Genossinnen und Genossen zur Frauenfrage erscheinen werden. Die Frage: wo und bei wem agitieren wir? ist gewiß nicht schwer zu beantworten. Es stehen viele abseits, die zu uns gc- hören und gewonnen werden können. Die Kriegerfrauen, die in der ersten Verwirrung ihre Mitgliedschaft aufgegeben haben, werden, soweit sie erwerbstätig sind, gern wieder die kleinen Beiträge für „Gleichheit" und Mitgliedschaft im Sozialdemokratischen Verein entrichten. Wenn sie das aus Mangel an Mitteln nicht können, müssen sie von jetzt ab wieder regelmäßig zu unseren Veranstal- tungen geladen werden. Bei ihnen gilt es, anzufragen, ebenso bei den Frauen unserer Parteigenossen, soweit sie noch nicht organisiert sind! sie find durch das Lesen der Parteipresse und durch ihre Männer schon für den Gedanken der politischen Organisation vor- bereitet. Unzählige Frauen stehen heute in der Erwerbsarbeit, sie fühlen den Druck der Ausbeutung, ihre Berufs-, Mutter- und HauSftauenpflichten sind nur unter großen Mühen und persön- licheii Opfern und auch dann nur mangelhaft miteinander zu ver- einigen. Hier erwächst unfern ebenfalls erwerbstätigen Genossen und Genossinnen eine schöne Pflicht. Zur Hausagitafton und für die Werbearbeit in Werkstatt und Betrieb empfiehlt es sich, daß wir das Flugblatt und die„Gleich- heit" abgeben mit der freundlichen Bitte, es dock einmal zu lesen, und daß wir dann nach«inigen Tagen mit dem Aufnahmeschein irr der Hand noch einmal nachfragen, ob die Freundin oder Kollegin zur Aufnahme in die Partei und zum Abonnement auf die„Gleich- heit" bereit ist. Oeffentliche Versammlungen oder Frauen-Mitgliederversammlungen mit geladenen Gästen(Frauenabende), gut vorbereitete, leiten am besten die gesamte Werbearbeit ein. Genossinnen, die Arbeit ist notwendig, zeigen wir, daß wir ihrer gewachsen sind! Angelika Balabanoss wegen Spionage angeklagt. Mit einer Reihe anderer Genossen ist auch Angelika Balabanoff, Mitglied des italienischen ParteivorstanbeS und eifrige Zimmerwaldlerin, angeklagt worden, weil die Jnterventio- nisten gegen die allzu lässigen Minister scharf machen und diese offenbar das Bedürfnis haben, sich loszukaufen. Lette Nackrichten. Der Luftangriff auf London. London, 2b, September. Reuter meldet amtlich: Das Abwehr- geschützfcuer vertrieb die Gruppe der angreifenden Flugzeuge, die sich gestern abend London näherte. Nur ein, möglicherweise zwei Flugzeuge drangen durch die Abwehrlinie. Nach den bisherigen Meldungen wurden fünfzehn Personen getötet und siebzig ver- wundet. Der Sachschaden ist unbedeutend. Luxburgs Heimkelsr. Bern, 25. September. Die Pariser Blätter melden aus Buenos Aires: Graf L u z b u r g beabsichtigt, sich auf dem spanischen Dampfer Reine Vittoria am 2. Oltober von Buenos Aires aus nach Barcelona einzuschiffen. Gorki aus der„Nowaja Schisn" ausgetreten. Rotterdam» 25. September.„Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Maxim Gorki fit aus der Redaktion der Zeitung„Nowaja Schisn" ausgetreten. London, 25. September.„Central News" meldet aus Peters- bürg vom 20. d. M.: Die verhafteten Monarchisten werden trotz der Forderung des Marineministers, sie freizulassen, in der Festung Zveaborg festgehalten. Der revolutionäre Ausschuß in HelsingforS hat die Mörder der Offiziere des Pctropaw- lowsk-Regiments freigelassen. Die Regierung hat Truppen nach Wiborg und HelsingforS geschickt, um die Auslieferung der cm der Ermordung der Offiziere Schuldigen durchzusetzen. Tscheremissow Obcrkommandierender der Nordfront. Petersburg, 25. September.(Meldung der Petersburger Tele- graphcn-Agentur.) Der Kommandierende der Südwestfront Gene- ral T s ch e r e m i s s o w ist zum Oberkommandierenden der Nord- front und zu seinem Nachfolger General N o l« st s ch e n l o er- nannt worden. GeweekschchsbeMUNg verlin und Umgegend. Forderungen der Burccmangcstellten für die Ncber- gang s Wirtschaft. Eine am Montag abgekaltene Versammlung de* Verbandes der Varcauangeslellten nabm Stellung z,u dem am 1. Oktober stattfindenden Bezirkstag ihrer Organisation, der sich unter anderem auch mit den Forderungen beschäftigen wird, welche die Bureau- angestellten für die Zeit des Ueberganges aus der Kriegs- in die Friedenswirtschaft stellen. lieber dieses Thema sprach Schindler Pom Bund der technischen Angestellten. Aus einer umfangreichen Eingabe, welche die GeWerk- fchailen aller Dichtungen gemeinsanr mit den Angestelllenverbändeu an den Bundesrat und den Reichstag gerichtet haben, trug der Referent die wichtigsten, besonders die auf die Verhältnisse der An- gestellten bezüglichen Forderungen vor. Die Angestellten bean- spruchen das Recht, dast�ibre aus dem Felde zurückkehrenden Kollegen wieder in ihre alten Stellungen eintreten, soweit dies nicht durch die Kriegssolgen unmöglich geworden ist. Die Erfüllung dieser Forderung biingl es natürlich mit sich, dag viele, namentlich Weib- liche Angestellte, die jetzt die Stellen der Eingezogenen verseben, nach dem Kriege frei werden. Um ihnen möglichst schnell andere geeignete Beschäftigung zuzuweisen, ist es nötig, daß eine staatlich zentralisierte ArbcitSvermittelung unter Mitwirkung der Gewcrk- schoflen eingerichtet wird. Die Frage, ob die Wiederbcschäfligung eines Angestellten in seiner früheren Stellung unmöglich ist. soll in Streitfällen durch eine Schiedsinstanz entschieden werden. Den An- gestellten, welche ihre alte Stellung nicht wieder erhalten können, in derselben aber Anrechte an eine Pcnsionskasie des Betriebes er- worden hatten, soll die Möglichkeit gegeben werden, sich durch Zahlung einer mätzigen Anerkennungsgebühr die erworbenen Rechte zu sichern. Eine staatliche Arbeitslosenversicherung mutz cinge- richtet werden, um diejenigen zu unterstützen, welche nicht sogleich nach dem Kriege wieder Beschäftigung finden. Die Kriegsbeschädigten, welche noch nicht arbeitsfähig sind, sollen in Erholungsheimen untergebracht werden, um ihre Arbeitsfähigkeit wiederzugewinnen. Jeder Arbeitgeber soll verpflichtet sein, einen bestimmten Prozentsatz von Kriegsbeschädigten zu beschäftigen. Die Grenze des unpfänd- baren Einkommens soll auf mindestens 5000 M. erhöht werden. Die Borteile, welche das Hilfsdienstgesctz den Arbeitnehmern gebracht hat, sollen auch nach dem Kriege beibehalten werden. ES bandelt sich hier besonders um die Betriebsausschüfle und die ScblichtungSinstanzen. Diese Einrichtungen sind für die Angestellten von großer Bedeutung, denn sie haben ihnen den Wert und die Macht der Solidarität, die den Arbeitern längst bekannt ist, erst zunr Bewußtsein gebracht. Arbeitskammern, die sozusagen die Krönung der demokratischen Betriebsverfassung bilden, sollen ein- gerichtet werden. Vor allem müsien die Gewerkschaften von allen ihre Bewegung hemmenden polizeilichen und gesetzlichen Be- stimmungen befreit werden. Zum Schluß betonte der Referent, daß alle diese Forderungen nur dann erfüllt werden können, wenn eine starke, die Massen der Angestellten umfassende Organisation da- hinler steht. Dieser Gedanke kam auch in der Diskussion zum Ausdruck. Der Vorsitzende Krüger hob noch hervor, daß nach dem Kriege eine Neuordnung der Gehälter dringend notwendig ist. Während dcS Krieges haben die Angestellten außer mäßigen Teuerungszulagen keine wirklichen Gehaltserhöhungen erreichen können. Die Forde- rung angemesiener Gehaltsaufbesserungen wird auch nach dem Kriege auf den Widerstand der Unternehmer, seien es Private oder Behörden. stoßen. Aber eine machtvolle Organisation der Angestellten wird diesen Widerstand überwinden können. Aus dem Kriegsausschns; für das Tchneidergcwerbe. Wegen Wasicrsäcken wurde gegen die Firma Lrrch eine Klage vorgebracht, wonach dieselbe den Heimarbeiterinnen für diese Arbeit einen Lohn von 17 Pf. gewährt und verlangt, daß die- selben die Nähzutaten liefern. Wie der Vertreter der Klägeiinnen. Knoop, vortrug, hat die Firma früher für die gleiche Arbeit 45 Pf. gezahlt und außerdem die Nähzutalen geliefert. Der Kriegsausschuß beschloß, die Spandauer Artillcricwerkstättc von den außerordentlich niedrigen Löhnen in Kenntnis zu setzen und sie zu bitten, zum näch- sten Termin einen Vertreter zu entsenden, der über die von der Artilleriewcrkstätte gezahlten Preise und der für die Arbeiter vor- gesehenen Arbeitslöhne unterrichtet ist. Wegen einer Arbcitserschwernis, die seitens der Arbeiter darin erblickt wird, daß sie beim Einheilsmantel das Acrmelfntter an der Hand anstaffieren müsien, wurde verhandelt und seitens der Ver- treter des Bekleidungsamtcs eine Nachprüfung zugesagt. Die Be- schwerde ließe sich jedenfalls abstellen, da nach der Vorichrift, soweit Arbeiten mit der Maschine gemacht werden können, die? auch ge- schcben soll. Das Kaufhaus des Westens war wegen der Forderung nach einer Teuerungszulage vorgeladen und nicht erschienen. Die Annahme der Einladung zum Termm halte die Firma mit dem Be- merken, daß sie kein hilfsdienstpflichtiger Betrieb sei, verweigert. Der Kriegsausschuß stellte indes gleich fest, daß das Kaufhaus des Westens als hilfsdienstpflichtiger Betrieb anerkannt ist. Außerdem ist es nach den Beüimmungcn des Hilfsdienstgeietzes auch unerheblich, ob die Firma bereits als hilsSdienstpflichlig anerkannt ist oder nicht. Da der Vertreter der Kläger erklärte, seinen Antrag noch ergänzen zu wollen/ so wurde die Sache vertagt. Industrie und Handel. PatriotismiiS und Produktionssrcudc. Tie amerikanische Regierung hat den Stahl- und Eisenprodu- zentcn relativ niedrige Höchstpreise vorgeschrieben: für Koks 6 Dollars per Bruttotonne gegen 16 Dollars bisher, für Roheisen 33 Dollars per Bruttotonne gegen 58 Dollars bisher, für Stahl- waren 2,90 Tollars per Zentner gegen 5,50 Dollars bisher und für Formeiscn 3 Dollars gegen 6 Dollars bisher. Die amerikanische Regierung hat damit versucht, Höchstpreise festzusetzen, die wesentlich niedriger sind als die bisher im freien Verkehr erzielten Preise. Die deutsche Regierung ist bekanntlich niemals so scharf gegen die Kohlen- und Stahlproduzenten borge- gangen, sondern hat sich nur bemüht, durch Höckistpreise ein weiteres Steigen der im freien Handel erzielten � Preise zu verlangsamen, und sich schwer gehütet, die»Produktionssreunde� der deutschen Kapitalisten durch Beschränkung auf Friedensgewinne zu dämpfen." Man kann nun mit Spannung zittehen, ob der anrerikanische Pro- duzent seine Produktionssrcude trotz der verhältnismäßig niedrigen Preise nicht verliert und ob er patriotischer als sein deutscher Kollege ist. Inzwischen sind die Kohlen- und Eisenproduzenten in Deutsch- land eifrig dabei, die Preise wieder in die Höhe zu treiben. Die deutschen Eisenprcise sind so hoch, und die Gewinne aller Eisen- werke so ungeheuer, daß kein Mensch eine Erhöhung der Eisen- preise rechtfertigen könnte. Darum ist man auf die Idee verfallen, eine Erhöhung der Kohlenprcise durchzusetzen, die automatisch eine Erhöhung der Eisen- und Stahlprcise nach sich zieht. Der.Lokal- Anzeiger" berichtet, daß das Kriegsamt versucht, noch heroischen Widerstand zu leisten: ..Die Verhandlungen der Werke mit dem Kricgsamt über die Gestaltung der Verkaufspreise für das vierte Quartal sind noch nicht zum Abschluß gekommen, die Entscheidung wird erst in den letzten Tagen des Monats fallen. Da emgenommen werden darf, daß die Kohlenprcise, soweit es sich um Jndustrie- kohle und Koks bandelt, den von den Zecken beantragten� Auf- schlag erfahren werden(um etwa 13�— 2 M. per Tonne) wird eine Erhöhung der Preise für die verschiedenen Eiseusortcn sich nicht umgehen lassen, lieber die Höhe des Aufschlages gehen allerdings die Meinungen zwischen den Werken und den behördlichen Stellen noch sehr auseinander." Es würde für alle beteiligten Behörden, sofern sie nicht aus irgend welchen Motiven eine Preiserhöhung gern und freudig be- willigen, eine wahre Erleichterung sein, wenn der Reichstag die unverschämten Preisfordercr einmal gründlich in ihre Schranken zurückweisen würde. Erst die letzten Tage haben wieder fabelhafte Abschlüsse gebracht, so den von Deutsch Luxemburg, der Mannes- mann-Röhren-Werke oder der Laurahüttc. Diese hat ihren Rohgcwinn von 11,4 auf 16,9 Millionen Mark und ihre Dividende von 10 auf 12 Proz. steigern können. Ein anderes schlagendes Bei- spiel sind die Eisenwerke Gaggenau A.-G., die ihre Divi- dende von 10 auf 24 Proz. erhöhen. Werbearbeit für die Kricgsaulcihc. In der großen Kundgebung der deutschen Wirt- schafts stände für die siebente Kriegsanleihe am Freitag, den 28. September, abends 8 Uhr, im Zirkus Busch, werden neben Parlamentariern und Vertretern der großen Wirtfchastsgruppen der Herr Staatssekretär des Reicks jchatzam 1s Graf v. Rocdern und der Vorsitzende des deutschen Städtetages Herr Oberbürgermeister We rttn u t h sprechen. Eintrittskarten sind noch bei den einladenden Verbänden und auf der Geschäftsstelle, Torothccnstr. 36(Fernsprecher: � Zentrum 10 982), zu haben.__ Soziales. Kriegswirtschaftliche Erfahrungen des städtischen Arbeits- Nachweises Charlottenburg. Wie wir dem Jahresbericht 1916/17 entnehmen, wurden für die städtischen Betriebe 955 offene Stellen angemeldet, von denen 795 besetzt werden konnten. Die Besetzung dieser Stellen war vie�- fach schwierig, da die gezahlten Löhne oft hinter den in Privat- betrieben gezahlten Löhnen zurückblieben. Tic Zahl der zur Arbeitsvermittlung überwiesenen Kriegs- beschädigten betrug 457. Arbeit nachgewiesen erhielten 318. Von diesen wurden 94 wieder ihrem früheren Beruf zugeführt. Von den Arbeitsuchenden waren 55 Kaufleute und Bureauangestellte, 136 Handwerker, 17 Gärtner bzw. Gartenarbeiter, 85 Fabrik- arbeiter, 19 Kutscher bzw. Hausdiener, 124 ungelernte Arbeiter und 21 geborten zu den freien Berufen. Für den Vaterländischen Hilfsdienst meldeten sich 278 Per- sonen, von denen 157 in Stellung gebracht werden kannten. Tic Mehrzahl der sich meldenden Personen gehörte dem Kaufmanns- berufe und den freien Berufen, wie Schauspieler, Musiker, Äjpnst- maier, Privatgclchrter an. Ein Teil waren selbständige Hevid- werkcr, Architekten und Baumeister, ferner noch Ruhegehalts- cmpfänger. Arbeiterinvaliden und auch Schüler höbcrcr Lehr- anstalten. Es war teilweise sehr schwierig, geeignete Stellen aus-» findig zu machen. Die Vermittlung von Näherinnen hat in diesem Jahre einen Rückgang erfahren. Tie Ursache für die Verringerung der offenen Stellen ist in einem sich ständig fühlbarer machenden Rohstoff- Mangel zu suchen, während sich der Rückgang in der Zahl der Stellengesuche teilweise dadurch erklärt, daß ein Teil der früher mit Heimarbeit beschäftigten Kriegerfrauen den Verdienst nickt mehr braucht, weil die Männer, für Rüstungsarbeiten reklamiert, aus dem Felde zurückgekehrt sind, teilweise dadurch, daß viele andere Frauen Arbeit in der Munitionsindustrie anzunehmen vorgezogen haben. Die Vermittlung von Anfangsstellen für'Dienstboten hat in diesem Jabrc einen weiteren Rückgang erfahren. Die otkenen Stellen haben sich im Gegensätze zum Vorjahre allerdings nicht weiter vermindert, dagegen isi die Zahl der Stellensuchendcn von 147 auf 79 zurückgegangen. Während im Vorjahre die Eltern Nei- g-nng zeigten, die Kinder in Dienst zu geben, um sie bezüglich der Ernährung besser zu versorgen, so vertraten die Mütter in diesem Jahre allgemein den Standpunkt, daß die Dienstherrschaften jetzt auch nicht mehr in der Lage seien, ihre Dienstboten ausreichend zu ernähren, und daß sie es deshalb vorziehen, die Töchter einer an- deren Arbeit zuzuführen, die wenigstens von Anfang an einen größeren BarverSienst bietet. Die Schwierigkeiten bei der Lehrstellenvermittlung waren auch im Berichtsjahre wieder dadurch groß, daß die zur Entlassung kom- inenden Knaben noch mehr wie früber dazu neigten, Stellen in Betrieben als jugendliche Arbeiter anzunehmen. Diese Neigung fand auch darin wieder erhöhten Reiz, daß die Verdienstmöglichkeilen für jugendliche Kräfte größer geworden sind und die Bezahlung für solche Arbeit eine gute ist. Es mutz aber auch in Betracht gezogen werden, daß bei den teuren Lebcnsmittelvcrhältnisscn die zur Eni- lassung kommenden.Knaben gezwungen sind, möglichst viel zum Unterhalt des Haushalts beizutragen. Andererseits waren aber auch häufig geeignete Lehrstellen nicht zu ermitteln, da viele Lehr- meister zum Heeresdienst einberufen sind. Auch die Schwierig- keiteu, Lehrlinge in Berufen außerhalb des MetallgewerbeS unterzubringen, bestehen nach wie vor. Erwähnenswert ist, daß in diesem Jahre die Lehrstellen im Bäckergewerbe ohne Schwierigkeiten besetzt »oeeden konnten, während es in früheren Jahren kaum möglich war. Lehrlinge hierfür zu finden. Dieser Umschlag ist wohl zum Teil ans die Lebensimttelverhältnissc. zum Teil wohl auf den Fortfall der Nachtarbeit- zurückzuführen. Verantwortlich für Politik: Erich flnttncr, Berlin: für den übrigen Teil des Blattes: Vlsrcd Schol», Neukölln! für Inserate I Tb. Pfloife, Berlin. Truck u. Verlag: Vorwärts Vuchdruckerei u. VcrlagSanltall Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Vellage und Untrrhaltungsblatt. lim. Cipfstlso, MMe' Hngros F- Frnst Bordi, Elsasserstr. 21. �'koholfr. Qetranke ► IFrsssi z Abraham Utnb.Kossina-u.Romertrank-Kell. C.25 Faritlitr. 8«, Fernsp. Kgst.UTOS � Bade-An«ta 4~Band3qen, Gummäw. ► R. Bänke, Stralauer Str. 56. E. Kraus, KonB&Ddaniaastr. ii. A. E. Lance, Brunnenstr. 166 4 Butte»*, frier, KAee ► I Wilhelm Göbel 1 25 eigene Filialen. Schröter, R. ZMI 43 Pcrhaufesifilfn 43 MZ August Holtz 4 Bierbranerei., Blerhdandlg.� BranereiBOizGU) empfiehlt üuaimere ersten Ranges £ Ennlofabriken" Timner-Essig Cbsrall erhältlich! ;i Münchener Brauhaus Berlin und Oranienburg Uhly& Wolfram TrinKi uiannlnger Bier! ffeissbier, C. Breitlianpt, Palisadenstr.97 TalJlgst. 2081,2062 4 Drogen und Fnrben~b Vertar-Drogerie, BriiLlidaTtrit. M < Fleisch- u. Wlijr8tw.~~b W. BecR Inh.: Herrn. 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August 1817 von der Berliner KriegSbeschädigten-Füriorge 32 628 Fälle bearbeitet worden sind. Davon sind mm Abschluß gebrowr worden: 24 329 Fälle, so das; am 1. September 1917 noch 3300 Fälle in Bearbeitung sich befanden. Bis zu diesem Zeitpunkt waren durch die Berufsberatung 11 696 Fälle gegangen. Zur Arbeitsvermiiilnng wurden 4269 überwiesen, zur Beschulung und Ausbildung 2305. zur ärztlichen Behandlung, zur Kur, Krankenhaus-, Heimstättenbehandlung 886 Fälle. tfö wurde beschlossen, bei den städtischen.Behörden erneut um die Bewilligung von 206 060 M. für die Zwecke der Kriegs- beschädigtensürsorgc nachzusuchen. Die dem Ausschuß zur Wer- sügung stehenden Btittel sind in Hobe von 448 659 B!. bis auf 14 406 M. verbraucht worden. Die Hauvlausgaben sind für Be- tufSauSbildung, Honorare, Lehrrnittel. Werlstatteinrichrung 130 767 M.. Nachbehandlung. Kurkosten 36 790 M., an Barunterstütznng 83 909 M. und für VerwaltungSlosren, Einrichtung des Arbeitsnachweises. AuS- lunftsstelle usw. 158 726 M. Von feiten des Reiches sind dem AuS- fchuß 164 320 M. überwiesen worden. Von seilen deS Kämmerers wurde die Frage aufgeworfen, ob, da doch die Arbeiten des KriegsausschusseS noch lange Zeit nach Kriegsbeendigung weilcrgesübrt werde» müßten, es nicht angebracht sei. die dem Aus- fchuß zu überweisenden Beträge auS laufenden Mitteln bewilligen zu lassen. Hiergegen wurde eingewendet, daß eS sich um Kriegs- ivohlsahrtseinrichiungen handelt, die in erster Linie vom Reich zu tragen, von der Stadt zunächst nur zu verauslagen wären. Es wurde darüber Beschwerde geführt, daß die städtischen Ver- Wallungen in ihren Bureaus Kriegsblinde nickt zur Besckäftiguna zulasse». Herr Professor Dr. Silex berichtete, daß von den von ihm nusgebitdelen Kriegsblinden bereits 26 in dauernder guter Stellung untergebracht wären und daß die Arbeitgeber voll des Lobes über die Berwendungssähigkeit der Blinden seien. Das. was beim Privat- Unternehmer möglich sei, müßte auch in den städtischen BureauS durchzuführen fein. Ter Ausschuß beschloß, an den Magistrat das Ersuchen zu richten, dafür Sorge zu tragen, daß in einigen städti- scheu Bureaus Kriegsblinde eingestellt werden. Klage wurde erneut darüber geführt, daß bei Anträgen auf llebernahme des Heilverfahrens lunpenerkrankter Kriegsteilnehmer an die Landesvcrsicherungsanstalt die Bearbeitung der Fälle überaus lange Zeil in Anspruch nebine. In dringenden Fällen müsse der Aus- ickuß das Recht haben, das Heilverfahren einzuleiten, während nackträg- Iick die LandesversicherungSanstalt die Kosten übernehmen müßte. Hiergegen wandte sich der Vertreter der Landesversicherungsanstalt. Die Anstalt könne nur diesenigen Fälle übernehmen, in denen die Vertrauensärzte der Anstalt einen voraussichtlichen Erfolg für an- gebracht halten. Aussichtslose Fälle zu übernehmen sei die Anstalt nicht in der Lage,«oo notwendig und dringend die Isolierung der Lungenerkranktcn sei, so seien dock die vorhandenen Einrichtungen als ausreichend nickt anzusehen. Besondere Krankenanstalten zu er- richten wäre notwendig. Eine Debatte entspann sich darüber, ob es notwendig sei. gesetzgeberische Maßnahmen zu erlassen, wonach Arbeitgeber, die niindestenS 50 Arbeiter beschäftigen, verpflichtet sind, auf je 66 B.e- fchäsiigte je einen Kriegsbeschädigten in Arbeit zu nehmen. Ein Beschluß lvurde nicht gefaßt. Die vom Ausschuß bereits beschlossene Ausstellung für AuS- und Weiterbildung der Kriegsbeschädigten soll möglichst am 6. No- v ein her iin �chulhause Langestraße eröffnet werden. Diese Airs- stellung soll haupt'ächlich dazu dienen, den Kriegsverletzten nnd den Arbeitgebern die VeiwcndungSmöglichkeilen deS Kriegsbeschädigten in den einzelnen Berufen zu zeigen. Erhöhung der Guspreise. Der Stadlverordnetenaussckuß zur Borberalung der Magistrats- Vorlage über die Erhöbung der GaSpreise der städtischen Gaswerke in Berlin ha: Montagabend unter dem Vorsitz des Stadtverordneten Kaufmanns Gronewaldt die Vorlage unverändert angenommen. Es soll schon am nächsten Donnerstag im Plenum der Stadt- verordnetenversammlung über die Ausschußberatungen berichtet lverden, damit die Preiserhöhung unverzüglich zum Beschluß erhoben iverde» kann. Es bleibt also dabei, daß der Gaspreis von 16 Pf. von dem Tage ab, an dem im Laufe des Monats die Gasmesser- bestände aufgenommen werden, auf 20 Pf. für ein Kubik- metcr erhöht wird. Von den Automatlunden und den kleinen Gasabnehmern mit einem Jahresverbrauch unter 365 Kubikmeter tverdcn 2 Pf. dieses Preises nicht erhoben, so daß diesen nur 18 Pf. pro Kubikmeter in Rechnung gestellt werden. Ter Reichskanzler und die englische Gusgesellschust. Auf den Antrag, welchen in Sachen der englischen Gas- gescUschaft die Städte Berlin, Berlin-Scköneberg. Berlin-Wilmers- dors und die Landgemeinden Berlin-Steglitz, Lichierfelde, Friedenau, Mariendorf, Zehlendorf, Lankwitz und Marienfelde an den Reichs« lauzler und die preußischen Minister gerichtet haben, um eine Ab- änderung de« AnsschrelbenS vom 29. August d. I. zu erwirken, hat der Reichskanzler die anlragstellenden Gcnieinden wissen lassen, daß er eine Prüfung ihrer Vorschläge angeordnet habe. Die Gemeinden hallen sich danach einer neuen Entscheidung ge- wärtig._ Berliner Lcbciismittcl. Der Magistrat macht bekannt, daß die K a r t o s f e ln für die nächste Woche mit 7 Pfund auf den Kopf bereits von heute ab in den KleinbandelSgeschäslen entnominen werden dürfen. Zugleich tvendcl sich der Magistrat in einer Säulcnbekannt- niachung an die Einwohner Berlins und fordert sie dringend auf, ihren Kartoffelbedars iür die laufende Woche sofort und für die folgende Woche vom Mittwoch ab bis zum Ende der Woche abzn- nehmen, da es unbedingt erforderlich ist, daß die jetzt auf den Ein- gangsbahnböfen reichlich einlaufenden Kartoffeln schnell abgenommen werden und zur Verteilung gelangen und so Raum für die immer Ivicder neu cinrollenden Mengen geschaffen wird, damit eine Ver- stopfung der Bahnhöfe und eine Stockung der Zu'uhr, die für die Gcsamtverforgung Berlins von unheitvollsten Folgen sein könntc, auf jeden Fall vermieden wird. Die vom 1. Oktober ab gültigen Karloffelkarten befinden sich bereits in den Händen der Hauswirte und werden bis heute an jeden Einwohner zur Ausgabe ge- langt sein._ Keine Verkürzung der Straßenbahnlinien»ach Tcmpelhof. Im Groß-Berliner Süden, insbesondere in Tempclhos und Mariendorf, ist die Nachricht verbreitet worden, daß die Linien 70 und 73 ver- kürzt und die Linie 96 in den Mittagsstunden nur über den Belle- allianccplatz statt durch die Französische Straße in der Sckleife geführt werden würden. Wie wir von zuständiger Seile erfahren, ciubchrr diese Nachricht jeder Begründung. Das heutige Volkskonzert des Philhariilonischcn Orchesters findet im Stadllheaier Moabit, Alt Moabit 47/48, statt. Beginn des Konzerls 8 Uhr. Eintrittspreis 30 Pf.. Kasscneröffnung 7 Uhr. Falsche Kriminalbeamte, die es auf die Erbeutung von Lebens- Mitteln abgesehen haben, sind hier in Berlin aufgetreten. So wurde dieser Tage in der Gegend des Alexanderplatzcs eine Frau, die mir mehreren Paketen eben auf dem Bahnhof Alexanderplatz eingetroffen war, von zwei Männern angehalten, die sich als Krimi- nalbeainie ausgaben und auch irgendeine Erleiinungsmarke vorzeigten. Die angeblichen Beamten erklärten, mit der Beschlag- nähme gehamsterier Lebensmittel beauftragt zu sein und forderten die Frau auf, mit ihnen in eine Seitenstraße zu kommen, da sie ihr Gepäck durchsuchen und sie zu diesem Zweck nach einem Polizeirevier führen müßten. Die Frau, der die Männer ver- dächtig erschienen, schlug jedoch Lärm, so daß sich bald eine große Menschenmenge ansammelte. Als die Frau nun verlangte, nach dem nahen Polizeipräsidium geführt zu werden, um dort erst ein- mal festzustellen, ob sie es überhaupt wirklich mit Kriminalbeainten zu tun habe, machten sich die beiden Männer plötzlich schleunigst aus dem Staube. Leider gelang es ihnen auch zu entkommen. Ii I fc Nichi Mut- nicht Opfeisinn, nur em bischen gesunder Menschenverstand! Nie Zeichnung der Kriegs- anleihe ist jetzt für jeden einzelnen ein Gebot der Gelbsterhaltung!- Nenn: ein guter Erfolg ist die Vrücke zum Frieden— ein f ch t e ch t e s Ergebnis verlängert den Krieg! Darum zeichne! Verschleppt? Seit einigen Tagen ist die 12jährige Katharina Wolf aus der Jägerstr. 42 in Neukölln verschwunden. Es wird ver- mutet, daß das für sein Alter kräftig entwickelte Mädchen in schlechte Hände geraten ist und verborgen gehalten wird. Die Vermißte ist blond, hat blaue Augen; sie trug einen blauen Rock. Charlottenburg. Verteuerung der Massenspeisung. In Ueberein- stimmung mit Berlin wird vom 1. Oktober ab der Preis für eine ganze Portion Essen von 40 Pf. auf 50 Pf. und für eine halbe Portion von 20 Pf. aus 25 Pf. erhöht. Diese Preise sollen bereits bei der Anmeldung am Freitag, den 28., für die Woche vom Mon» tag, den 1. Oktober ab erhoben werden. — Flcischkartcnumtausch. Mit Beginn der neuen Fleischkarten- Periode wird erneut der Umtausch der Fleischkarten stattfinden, und zwar werden auf eine Vollflcischkartc 250 Gramm mehlhaltige Nahrungsmittel, und für eine Kinderfleischkarle 125 Gramm der genannten Nahrungsmittel gewährt. ES werden nur die vollen Reichsfleischkartcn umgetauscht. Der Umtausch der Fleischkarten findet nur vom 1. bis 6. Oktober buchstaben- nnd tageweise geordnet von 8>A, bis 3 Uhr gegen Vorlage der Familienausweis- karte statt. Um eine glatte Abwicklung des Umtauschgeschäfls vor- nehmen zu können, wird besonders darauf hingewiesen, daß die für die einzelnen Buchstaben bestimmten Tage für den Umtausch auch genau innegehalten werden müssen. Für einen Haushalt dürfen nicht mehr als höchstens 5 Fleischkarten umgetauscht werden. Die mchlhalligen NahrnngSmittel können in den 36, in verschiedenen Stadtteilen gelegenen, durch einen Aushang äußerlich kenntlich ge- machten städtischen Verkaufsstellen gegen Abgabe der Bezugökarlcn entnommen werden. Der Umtausch erfolgt jedesmal für die Dauer der Fleiichkartenpcriode. Einsendung durch die Post ist zu ver- meiden, da verlorengegangene Fleischkarten nicht ersetzt werden. Neukölln. Eine neue Zweigstelle der städtischen Sparkasse wird am 1. Oktober in dem Hause Hasenheide Nr. 61/62 am Kaiser- Friedrickplay eröffnet. — Tcigwarenriertcilung. Vom Donnerstag, den 27. September, bis Mittwoch, den 3. Oktober, dürfen in denjenigen Geschäften, in welchen die Anmeldung zum Bezüge von Kolonialwaren erfolgt ist, auf Abschnitt 60 der Lebensmittelkarte 125 Gramm Teigwaren ent- nommcn werden. Der Verkaufspreis beträgt für 500 Gramm Teig- waren ans 75prozentigem Mehl 50 Pf.. — Städtischer Vortragsabend. Dienstag, den 2. Oktober, abends 8 Uhr, Veranstalter die Stadlgemeinde Neukölln in der Aula der Realschule, Boddinstr. 31—41, den ersten diesjährigen volkstümlichen Vortragsabend. Direktor Dr. Straßmann wird über.Land und Leute im Schwarzwald" spreche». Der Vortrag ist mit zahlreichen ichtbildern ausgestaltet.— Platzkarten einschließlich Garderobe a 20 Pf. fiud vom.26, September ab im Rathaus, Zimmer 210, 17. von 9—3 Uhr, sowie in beschränktem Maße an der Abendkasse am Vortragstage von Uhr ab erhältlich. Tempclhof. Lebensmittel. In der laufenden Woche gelangen zur Ausgabe: 5 Pfund Kartoffeln auf die Abschnitte 74» biso der Kartoffelkartc»nd 2 Piund auf Abschnitt 54 der Lebensmittelkarte. Militärurlauber sind berechtigt, auf jeden Abschnitt ihrer Kartoffel« karte ll3 Pfund Kartoffeln zu entnehmen. Ferner werden verteilt: 1 Pfund Kunsthonig sPreis 55 Pf.) aus Abschnitt 48 der Lebens- mittelkarte für die Nummern 8610—13903, der bis 27. d. Mts. auS den sechs bekanntgegebenen Geschähen entnommen werden muß; ein Ei auf Abschnitt 9 der Eierkarle für 80 Proz. der Bevölkerung: >/<> Pfund Haferflocken auf Abschnitt 56 der Lebensmittelkarte; auf Abschnitt 52 der Lebensmittelkarte kann noch bis zum 27. September ein Paket Lebkuchen zum Preise von 50 Pf. aus den bekannt- gegebenen Geschäften bezogen werden. Lichtenberg. Eiervertcilung. Auf Abschnitt 31 der Eierkarte wird ein Ei a 39 Pf. verabfolgt. Köpenick. Fabrikation städtischer KoksbrikcttS. Das Gaswerk nimmt die Herstellung von Koksbnketts auf, die aus Koksgrus und Pech bestehen. Die Gasanstalt hat noch Grus von benachbarten Gaswerken zugekauft und hofft diesen Winter 40 000 Zentner Brenn- Material für die Bevölkerung zu liefern. Pc erShagen-FrederSdorf. Eigenartiges Verhalten eine? Gemeinde- Vorstehers. Die überaus mangelhafte Lebensmittelbeschaffung durch die Gemeinde führte in der letzten Gemeindevertretersitzung zu leb- baflen Auseinandersetzungen. Der allgemeinen Mißstimmung der Einwohnerschaft Rechnung tragend, hatte die LcbenSmittelkommission beantragt, den Aufbewahrungsort der Lebensmittel aus den völlig ungeeigneten Räumlichkeiten im Hause des Gemeindevorstehers nach bester geeigneten, zurzeit un- benutzten Räumen im neuen Schulhause zu verlegen. Zugleich sollte das bisher für die Auibewahrimg gezahlte Lagergeld in Fortfall kommen, dagegen den bei der Verteilung der Lebensmittel tätigen Personen für ihre Mühewaltung eine Entschädigung von 1,50 M. pro Tag zugebilligt werden. Genoffe Urbat wies besonders darauf hin, daß durch unsachgemäße Aufbewahrung die Lebens- mittel dem Verderben preisgegeben würden, was des öfteren zu lebhaften Klagen sowohl der Geschäftsleute wie auch der Einwohner geführt habe. Der Antrag der Lebensmittelkommission wurde auch mit großer Majorität zum Beschluß erhoben. Soweit wäre nun alles in Ordnung, Ivcnn nur der Herr Gemeindevorsteher nicht wäre. Bereits am Tage nach der Sitzung ging den Gemeinde- Vertretern ein Schreiben zu. deffen Jnbalt in dürren Worten besagt. daß der genannte Herr, gestützt auf 8 88 der Landgemeindeordnung, die Ausführung obiger Bcichlünc der Gemeindevertretung aussetzt, weil dieselben.nach seiner Ansicht das Gemeinwohl bezw. Ge« meindeilitcrcsse verletzen". Das Gros der Einwohner wird aller- ding« nicht begreifen, inwiefern die Beschaffung geeigneter Auf« belvahrungsräume und die Ersparung des Lagergeldes das Gemein- wohl bezw. das Gemeindeintcresse verletzt. Die vorgesetzte Behörde des Gemeindevolstehers täte vielleicht gut daran, dem eigenartigen Gebaren des Herrn etwas mehr Beachtung zu schenken. Eigenartig muß es auch berühren, daß der Gemeindevorsteher trotz mehrfach geäußerten Verlangens der Lebensmittelkommission, dieser jede Einsichtnahme in die Bücher verweigert resp. jede Kon- trolle unmöglich macht. Selbst für den ersten Schöffen, der doch über alle Vorgänge informiert sein müßte, bleibt die Lebensmittel- beichaffung und Verteilung ein undurchdringliches Geheimnis. Die Lebensmittel b c s ch a f f u n g gibt auch abgesehen von den erwähnten Mißständen, zu lebhaftesten Klagen begründeten Anlaß. Die Ein- wohner müssen zufrieden sein, in wochenlangen Zwischenräumen hm und wieder einmal einen Suppenwürfel oder für 8 Pf. Graupen oder gar für 5 Pf. Grieß zu erwischen. Eier und verschiedene andere Nahrungsmittel, die in anderen Gemeinden regelmäßig zur Verteilung gelangen, sind in unserem Ort noch niemals zur Ausgabe gelangt. Für alle noch so begründeten Beschwerden ist der Gc- meindevorsteher abiolut unzugänglich. Ja, die Beschwerdeführer laufen Gefahr, obendrein Grobheiten einstecken zu müssen. Infolge- besten hat eine starke Unzufriedenheit platzgegriffen, die sich nickt etwa nur auf die Arbctierkreise beschränkt, sondern gleichmäßig, m allen Kreisen der Einwohnerschaft zu finden ist. Gerichtszeitung. Nach 16 Jahren. Mit Straftaten, die im Jahre 1901 begangen worden sind, batte sich die 7. Strafkammer des Landgerichts I zu beschäftigen. Ter Gürtler Georg Schlichting-Sprung ist im Oktober 1901 von der 7. Strafkammer des Landgerichts I wegen Vornahme unzüchuger Handlungen mit.Kindern unter 14 Jahren, sowie wegen Widerstandes und Sachbeschädigung zu 2 I a h r e n 3 Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Er hatte in dem damaligen Verhandlungstermin einen TobsuchtSmifall, und es kamen Dinge zur Sprache, die auf einen anormalen Geisteszustand des Angeklagten hinzuweisen schienen, lieber den Geisteszustand wurden der damalige Gerichtsarzt, jetzt in Königsberg woh- nende Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Puppe und der Prof. Dr. Koeppen gutachtlich gehört. Die vom Angeklagten eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht verworfen. Während der An- geklagte im Gefängnis saß, machten sich aber doch Bedenken gegen die geistige Gesundheit des Angeklagten geltend und Prof. Dr, Puppe äußerte sich gutachtlich dahin, daß Sprung voraussichtlich schon zur Zeit der Begehung der Tat für diese nicht verantwortlich gemacht werden könne, während Prof. Dr. Koeppen zwar Aue akmormale Gcistesrichtung des Angeklagten zugab, aber doch nicht den 8 5l St.G.B. für anwendbar erklärte. Im weiteren Verlaufe ergab sich die Notwendigkeit, den Angeklagten in Irrenanstalten unterzubringen, wo er nun viele Jahre verlebt hat, bis er von den Acrzten als vcrhandlungsfähig erklärt worden ist. Nunmehr bc- trieb er die Wiedcrauftmbme des Verfahrens, und es wurde bc- schlössen, nochmals Herrn Prof. Dr. Puppe und Herrn Prof. Dr. Koeppen zu hören. Letzterer ist aber inzwischen verstorben. Prof. Dr. Puppe hielt sein ausfiihrlich begründetes Gutachten, wonach der Angeklagte zur Zeit der Tat geisteskrank gewesen sei, aufrecht. Im Verhandlungstermin konnten die zur Tatfrage vernommenen Zeugen sich auf die Vorgänge im Jahre 1901 nicht mehr besinnen. Der Staatsanwalt beantragte, das erste Urteil aufvcchtzuerhalten. Der Gerichtshof kam aber unter Aufhebung dieses Urteils zur Freisprechung, indem er einerseits berücksichtigte, daß ein Tat- bestand nicht mehr festgestellt werden kann, anderseits aber das wohlbegründete Gutachten des Prof. Dr. Puppe für den Gerichtshof ausschlaggebend sein mußte. „Vollmilch" mit 200 Prozent Waffer! Um Milch, die kaum noch Aehnlichkeit mit diesem Produkt besaß, handelte es sich bei einer Milchverfälschung, die die Händlerin Ida L i p p st r e i ch aus Neu- kölln wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz vor die 1. Strafkainmer des Landgerichts II führte. In der Milch, die in dem Geschäft der Angeklagten als..Vollmilch" verkauft worden war, waren 200 Prozent Wasser festgestellt worden. Gerade niit Rücksicht auf den ganz außergewöhnlich hohen Prozentsatz, bei dem von Milch gar nicht mehr die Rede sein konnte, kam das Neuköllner Schöffen- gericht zur Au nähme einer vorliegenden Fahrlässigkeit, weil es ganz undenkbar sei, daß ein halbwegs vernünftiger Mensch es wagen würde, eine derartige Flüssigkeit als Vollmilch zu verkaufen. So hatte auch der aus dem Gebiete der Milchplantschereien sehr er- fahrcne Wachtmeister Leisewitz bekundet, daß hier nur ein Ver- leben vorliegen könne. Er führte es daraus zurück, daß infolge der starken Kälte zur fraglichen Zeit die vollen Milchfässer häufig gefroren waren und die MUchhändler zum Auftauen, da die Kund- ''laft zum Verkauf drängte, deshalb heißer- Wasser auf die Fässer gegossen hätte». Diese?»tiißte dann durch die Pore» eingedrungen sein. Mit Rücksicht hierauf hatte das Schöffengericht die Angeklagte trotz der ungeheuerlichen Verfälschung nur zu löv M. Geldstrafe bdrurlcilt, wogegen jedock) der Amtsanwalt Berufung einlegte, um «ine Verurteilung tvegen wissentlichen Vergehens zu erzielen. Nach dem Gutachten von Professor Dr. Iuckennck kam auch das Landgericht zur Annahme eines solchen, beließ es aihcr, de» von Rechts- anmalt Bahn angeführten mildernden Uniständen Rechnung tragend, trotzdem bei 6 0 0 M. G c l d st r a f e. Gne unnatürliche Mutter, die ihr eigenes Kind auf das schwerste niißl>aiidelt hatte, �nutzte in der Arbeiterfrau Anna Grünberger vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I er- scheinen. Eines Tages wurde die dreijährige Tochter sterbend in ein Krankenhaus eingeliefert, wo die Kleine dann nach kurzer Zeit von ihren Leiden erlöst wurde. Da die Aerzte dort bei dem stark heruntergekommenc» Kinde Spuren schwerer Mißhandlungen am ganzen Körper, wie zahlreiche blaue und braune Striemen, fest- stellten, wurde von dem Befund Anzeige erstattet und die Mutter zur Verantwortung gezogem Die Beschuldigte bestritt jedoch, das Kind mißhandelt und mit Stockschläge» ihr Züchtigungsrecht über- schritten zu haben. Sie will es nur mit Recht und wie es sich gehört, wegen seiner schlechten Angewohnheit, sich oft zu verunreinigen, ge- schlagen haben. Diesen Behauptungen gegenüber hatten aber die Hausnachbarn aus der Wohnung der Angeklagten her häufig laut klatschende Schläge sowie lautes Wimmern des Kindes gehört. Die ärztlichen Sachverständigen, darunter Medizinalrat Dr. Stürmer, bekundeten zwar, daß das Kind, das an Brechdurchfall gelitten und sich deshalb natürlich öfters beschmutzt habe, ziveifelsohne erheblich mißhandelt worden sei, konnten aber nicht feststellen, daß der Tod der Kleinen darauf zurückzuführen sei, wenn er natürlich auch durch die Schläge hefördert worden sei. Das Gericht erkannte deshalb nur auf 3 Monate Gefängnis. �ugenöveranftaltungen. 'An die Jugendansschüsse und Kunktionltre der„Ardeiter-Iugend� Gross-Berlins! (sine allgemeine Jugendkonscreuz findet am Sonntag, den 14. Oktober 1317. vormittags B/z Uhr. in den Räumen des Bezirks. selretariats, Lindenstr. 3, 2, Hof link? 3 Tr,. Natt, Die Tages- ordnung lautet: 1. Vortrag de« Genossen Weimann: Unsere Winlerarbcit. 2, Vortrag des Genossen D o m n i ck: Die Ergebnisse der Jug-ndbezirlSIcilerkonjeren, vom 2t. Juni 1917, 3, Diskussion und Ver- schiedencS. Zu dieser Konferenz ist das Erscheinen aller Jugend- ausschufimilglieder sowie der Funktionäre und Interessenten der.Arbeiter- Jugend' notwendig. Alle Orte müssen vertreten sein, insbesondere auch d i e Orte, an denen bisher unsere Jugendbewegung auf der Grundlage der„Arbciter-Jugend' noch nicht wieder in Gang gebracht worden ist, Dies muß jetzt zum Winter unbedingt geschcben. Nachdem unsere Jugeno- weihe einen über alle Erwartungen starken örjolg auszuweisen hatte, gilt es nun. mit frischer Kraft aus Werk zu gehen und eine großzügige Agi- tation für unsere Jugendbewegung und unfer Jugendorgan, die„Arbeiter- Jugend", in die Wege zu teilen! Diesem Zwecke dient auch die Kouserenz: sie muß darum itark besucht werden. Auch die örtlichen Parteivereine werden gebeten, Vertreter zu engenden. Wegen etwaiger Auskünsle über die Jugendbeivegung, Abgabe von ZlgitationSmaterial usw. ivendc man sich an die nachsolgcnde Adresse: Ter Bezirksjugendausschusi Groft-Berli«. I. A.: Ziichard Weimann. Berlin SW 68, Lindenstr, 3, 4. Hos links IV. Arbeiterjugend Weissensee. Donnerstag, den 27., abends 8'/. Uhr, findet im Heim, llbarioltenbuiger str. 3, Ecke Tassostraße(Rest, Starke» ein�Vortrag des Schriftstellers Max Gr unwald über„Wissen- fchast uud Sozialismus" stall. Arbeiter-Samariterbund Kolonne Gross-Berlin. Mitglieder- Versammlung am Mittwoch, den 26. Scplember, abends S'/i Uhr, in GicSteS VereinShouS, Cöpcnicker Str, 62. Sehr wichtige Tagesordnung. Um pünktliches Erscheinen wird ersucht. 7,g>r«terauSllttiteu für das mittlere Vorddeutirtiland d>S Donnerstag mitlag. Zunächst trocken und vielfach heiter, um Mittag ziemlich warm, in der Nacht zu Donnerstag kühl, später ostwärts Zunahme der Bewölkung. veulichek nlctzllacbeitek- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schlosser VMIdelm Jeoizseb Müllerslr. 118. am 22. Sep- leinbcr gestorben ist. Die Beerdigung sindel am Donnerstag, den 27. Scp- tembcr. nachmittags 4 Uhr. von der Leichenhalle des allen Paul»-KirchholeS in der Secstraße au» statt. Rege Beteiligung wird er- wartet._ Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege. der Instrumente nmacher GusiaT Marquardt Kameruner Str. 46, am 23. September gestorben ist. Die veerblgung findet ani Donnerstag, den 27. Scp- tember, nachmittags 3 Uhr. von der Leichenhalle des Kapernaum- Kirchhofes in AhrenSselde aus statt. Rege Beteiligung wird er- wartet. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Gürtler Willi Rosentreter Buttmannstr. 18, am 22. Sep- lcmbcr gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 26, September, nachmittags 4 Uhr. von der Leichenhalle dcS alte Pauls- KirchhoscS tn der Eccstraßc auS stall. Rege Beteiligung wird er- wartet. 182/10 Nachrnf. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Kollege, der Dreher August Nagel Stockholmer Str. 32, ain 20. September gestorben ist. Ehre Ihrem«»denken! Die Ortsvarwaltung. Deutfcber Cran»portarbeiterverband. Bczirksvcrwalt, Groß-Bcrlin Nachrufe. Den Mitgliedern zur Nach- richl. daß nnier Kollege, der Jiidttsilicarbeiter August Nörterltz am 0. d, M. im Aller von 61- Jahren verstorben ijl. Den Miigliedeim ferner zur Nachricht. daß»nie» Kollege, der Droschkensührcr Grnst Hamann am 10. d, M, im Alle» von 58 Jahren verstorben ist. Ehre ihrem'Nndenken! Die Bettriieverwaltung, Am 23. Scplcmbcr ent- ichiics sanft nach langem Leiden»icinc liebe Frn». unsere gute Mutter. Schwie- gec- und Großmutter Cbrisliane Ueckermano im 72, Lebensjahre. Dies zeigen licsbetrübi an Wilhelm Ueckcrmann. Luiic Grohn geb. Ileckermann. Martha Ehling geb. Ueckerniaii». Wilhelm Grohn. Karl Ehling. z. Z, Bad Ochnhauscu, HanS Ehltng, z, Z. lin Felde. Walter Edling. z, Z, im Felde, Die Einäscherung findet Freitag, den 28, Septem- der, nachmittag» 3 llhr, im Krematorium, Gerichlstroße, statt. 521b veutlidek ssauarbeltek- Verband. ?weig»erein Berlin. Bezirk Osten I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß nnicr Mitglied und Ohmann, der Maurer Gustav Genltleden am 23, September an den Folgen eines BctricbSun- ialles gestorben ist, Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet morgen, DonnerSiag, nach- mittags 4 Uhr. auf dem An- drcnS-Kirchhos In Wilhelms- berg statt. Rege Beteiligung erwartet >47/1 Ter Borstand. Allen Freunden und Be- kannten die traurige Nach- richt, daß meine liebe Frau Emilie Pflaumbaum ach Mmu-r am 23. d, M, verschieden Ist, Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 27. d. M., mittags 12 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt, 87A Tie trauernden Hinter- bliebciien. Paul Pflanmbaniu. Nach kurzem überschwerem Krankenlager verstarb am Sonnabend, den 22. d, M., unser lieber Vater, Schwiegcr- und Großvater, der Schlosser Wllbelm Jentzsch Müllerstr. 118, im Alter von 70 Jahren. DI« trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet ani Donnerstag, den 27. d. M,, nachmittags 4 Uhr, von der Halle det alten Pault-Kirch- hoseS aus statt._ 103A Haar- u. Velourhüte Vorverkauf Stuck 28 M. Linileku. Rosentiialerstr. 36. II. Geschäft: W, Bayerisoher Platz 7, Ecke Grunewaldstc, 56,- Verband der freien Last- und Lchanltwlrte veuttchl. Zahlstelle Berlin. Den Mitgtledeni zur Nach. richt, daß die Frau de» Kollegen Pflaumbaum. Emilie geb. Bauer, Jnvalidcustr, 145, Bezirk t, verstorben ist. Ehre ihrem Slndcnken! Die Einäscherung findet am DouncrStag. den 27. Sev- lemder, mittags 12 Ubr, im KrcinatorillM Gerichtstr. 37 statt. Um regeBeketligling ersucht Tic OrtSvertnaltung. UJBi Fjr�' W m'/.Po mm Radikal- Vertilgungsmfttcl t Port. 2,20, 1/1 3,60 M. Löwen-Apoth.. Hannover 18. Eotenlett nnti Kaninehenlett Ziegenfleisch und Kaninchen »Fette Hühner Psd. 4,95 M. an Herr». Xoohf. A. Schmidt. 74L' Plan-User 2l.liahcHallcscheS Tor j Alveilel- 1 Smilellikl verschiedene Hefte da» Stück 20 pfg. Z» beziehen durch Buchhandlung Borwärks BerUu SW,. ciudruftl.l «.Pfau, "'"""Dircksenslr. 20 zwisch, Babnh, Alexanderplatz u, Bolizripräsid.— 9tmt Kst. 3208. FQr Damen Frauen-Bedienung. Lieserant iür alle Kronkentaii. HopliSuse»»ml Lrul Ztervloiitol Sirs It»änr»t- mttlrl»nii-scl, >/. PI, II. Kl. M. 3 31 L#wen-*polh»li«, Hannover 18_____ Die Bekanntmachung de» LberkommandoS�in den Marken betrcssciid Besdilognahme und Bestondserhebiing von Seiden- gornen» tritt»itt dem 26, September 1917 in Kraft, Die vollständige amtliche Bekaimtmachung erfolgt an den Anlchlagsäulc» und t» der.Norddeutschen Allgemeinen Zettung", (595, 1. Mit. 17, II. Aug.) Verlin, den 26. September 1917. ________ Ter Polizeivrassdent. ............................................................................................... �. Mäntel S-Jf* 17s Kraben Muffen Seal Bisam+ Seal Electric Persianer+ Breitschwanz Astrachan+ Fohlen 1' Pelzgefutterte Mäntel fflegante Modelle 5 R. M. Maaßen G. m. b. H. Oranienstr. 165 Leipziger Str. 42 lüt Die 7. MüMW am Zreitag, 28. September, abends 8 Ahr pünktlich im Zirkus Busch, Bahnhof Börse. Reichstagsabgeordneter Geh. Iustizrat Dr. Rieher, Präsident w des Kansa Bundes und des Zentral-Verbandes des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes. �krden halten die Äerren: Staatssekretär des Reichsschahamts Graf � R oedern und Vorsitzender des Deutschen Städtetages, Oberbürger- meister Mermuth, ferner die Rejchstagsabgeordneten: Erzbcrger, v. Naumann, Graf v. Posadowsky- Wehner, Dr. Stresemann, Dr. Siidekum, Graf v. Westarp, sowie als Vertreter der großen Wirtschaftsgruppen: Kommerzienrat Friedrichs, Präsident des Bundes der Industriellen, Dr. Koehler, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Kaufmännischen Verbände, Obermeister Plate, Vorsitzender des Deutschen Äandwerks- und Gewerbekammertags, Geh. Kommerzienrat Ravenö, l. Vizepräsident der Berliner Handelskammer, Reichstags- und Landtagsabgeordneter Dr. Rösilke, Vorsitzender des Bundes der Landwirte, Stegerwald, Generalsekretär der christlichen Gewerkschaften. Schlußwort: �«---»>«».5»-, von Wangenheim, Vorsitzender des Bundes der Landwirte. Männer«nd Frauen ohne Nnterschied der politischen und wirtschaftlichen Richtung sind hiermit eingeladen. Allgemeiner verband der auf Selbsthilfe beruhenden deutschen OrrwerbS- und WirtschaftSaenossenschaften.— Arbeitsgemeinschaft der Kaufmännischen Verbände.— Arbeitsgemeinschaft der technischen Verbände.— Bund der Frstbesoldeten.— Bund der Industriellen.— Bund der Landwirte.— Bnnd deutscher Frauen- Bereine.— ZentralauSschust der vereinigten JnnnngS Verbände Deutschlands.— Zentralverband der HauS- und Griludbesitzer-Vereine.— Zentrnlvcrband des Deutschen Bank- nnd BankiergcwerbcS. � Zentral- verband Deutscher Zndnstrieller.— Deutsche MittclstandS-Vcreinigiliig.— Deutsche StaatS-Handwerker- nnd Arbcitergemeinschaft.— Deutscher Nnwaltsverein.— Deutscher Apotheker Verein.— Deutscher Vauern- bnnd.— Deutscher Bühnen-Verein.— Deutscher HandelStag.— Deutscher Handwrrks- und Gewerbe- kammertag.— Deutscher Landwirtschaftsrat.— Deutscher Sparkassen-Verband.— Deutscher Städtetag.— Deutscher Volkswirtschaftlicher Verband.— Deutscher Zrntralverband für Handel nnd Gewerbe.— Generalverband der ländlichen Genossenschafteu für Deutschland.— Genossenschaft Deutscher Bühnen- Angehöriger. — Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften.— Hansa-Bnud für Gewerbe, Handel und Industrie.— HanptauSschust nationaler Arbeiter- nnd VernfSverbände.— Hauptverband deutscher gewerblicher Genossen- schaften.— Antrressengemcinschaft der Reichs- und StaatSbeamten-Verbände.— Kartell der deutschen Reichs- nnd StaatSarbeiter-Verbändc.— Kartellvcrband deutscher Werkverrine.— Reichsdeutscher Mittel- stnndSvrrband.— RcichSverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften.— Reichsverband der deutschen Presse.— Reichsverband Drutfcher Städte.— Schutzverband für deutschen Grundbesitz.— Verband der Aerzte Deutschlands zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen.— Verband der deutschen Gewerkvereinc sHirsch-Duncker).— Verband der Deutscheu Größeren Landgemeinden.— Verband der Handelsschutz- und Rabattsparvereine Deutschlands, Vertretung für Handel und Gewerbe E. V.— Verband der katholischrn Arbeitervereine.— Verband deutscher Architekten- nnd Ingenienr-Vereine.— Perband deutscher Beamtenvereine.— Verband Deutscher Diplom-Iogenienre.— Verband deutscher Gewerbe- und Handwerkervereiniguugen.— Verband preußischer Landkreise.— Verein Deutscher Chemiker.— Verein Deutscher Ingenieure.— Verein Deutscher ZcitungS-Berleger.— Berein zur Wahrung der Interessen der chemische» Industrie Deutschlands.— Vereinigung der deutschen Bancrnvereinc.— Vereinigung großstädtischer ZeitnngSvrrleger.— Zentralverband des Deutschen Großhandels.— Zentralverein Deutscher Reeder. Eintrittskarten sind bei den vorstehend genannten Verbänden und auf der Geschäftsstelle, Dorotheenstr. 36, zu haben. TpvzhsI-AAnaK Dr. med. Haedieke Harn-, Haut-, Ueschlechtsld., Svphil.(Behandlungsd.lä T.). Blutuntera. Ehrlich- Hata- (8alvarsan-)K.Mod.,schinera- loseBehandl.o.Benifstörun};. - Mäßige Preise.Teilxahluna;- FriedrlchsLlll-lM�umÄ5) 11— 1. 8— 7. 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Drautzen in der Küche wurde schnell etwas Schmackhaftes zusammengekocht und der Magen kam nach langen Hungerqualen zu seinem Recht, denn ihr Etzvorrat war längst alle. Vor allem wollten fie nun erst einmal ausschlafen. Wenn sie auch inzwischen dann und wann ein Nickerchen gemacht hatten, so war es doch keine richtige Ruhe. Kaum hatten sie sich hingelegt, so waren sie auch schon im tiefsten Schlaf versunken. Am anderen Morgen ging die Reise weiter. Der alte Feld- webel begleitete sie bis zur Türe, wünschte noch guten Erfolg und legte ihnen noch ans Herz, wenn sie etwas brauchten, sollte ihnen alles, was man hätte, zur Verfügung stehen. Sie standen noch eine Weile so zusammen, als quer über den Weg ein junge? Weib direkt auf sie zugelaufen kam. »Donnerwetter/ dachte Liedke,.wenn man da noch ein junger Bursche wäre, könnte man wahrhastig bald auf andere Gedanken kommen. Solche Schönheit war ihm auch nur selten zu Gesicht gekommen. Kohlenschwarzes Haar, ein paar stechende Augen und dazu eine Hallung. wie sie der beste Maler nicht besser auf die Leinwand bringen konnte. Seine Amtseigenschaft wäre bald mit ihm durchgegangen. Da muhte ihm der Feldwebel Näheres sagen. Ja, meinte der Alte, das ist unsere Hauswirtin. Drüben im Walde hat sie noch eine Villa stehen und da ihr Monsieur mit in den Krieg gegangen ist. so pilgert sie von Zeit zu Zeit herüber und hinüber, um nach dem Rechten zu sehen; denn die Leute haben doch immer Angst, dah fie eines schönen Tages ihr Hab' und Gut nicht mehr wiederfinden werden. Trotzdem sie einen Richtweg einschlägt, mutz sie doch einige Stunden daran wenden, aber im Laufen ist sie einfach unermüdlich. Na, und warum sollte man ihr da? Vergnügen nicht gönnen, denn sie ist immer freundlich zu uns, und' untere Soldaten verdanken ihr schon manch' gutes Gericht. In Liedke wurde eS lebhaft. Wo liegt denn so ungefähr die Villa? fragte er. Der alte Feldwebel zeigte mit dem Arm nach Norden. Unsere drei Sucher sahen sich flüchtig an und einigten sich in dem Gedanken, datz es das HauS sein müsse, in welchem sie ihren Durst gestillt hatten. Da« Zusammentreffen war doch wirNich merkwürdig.»Wann ist sie denn zuletzt näch dort rüber gegangen/ forschte Liedke nach. Der alte Feldwebel entgegnete, es möchte so gegen Mittag gewesen sein. Sonst ist sie auch immer schon früher zurück, aber diesmal hätte sie noch allerlei gearbeitet. Liedke gab ihm den Rat, sie doch e>waS im Auge zu behalten, denn da schien etwas nicht zu stimmen. Die drei verabschiedeten sich und zogen wieder in den Wald und Liedke machte noch seine Notizen. Zwei Stunden waren sie wohl schon wieder unterwegs, da war es ihnen, alS ob sie ein Brummen vernahmen. Ein Auto- mobil konnte es eigentlich kaum sein, denn hier waren durchweg ja nur Futzwege. Das Brummen kam immer näher. Er lieh die Pferde halten. Da— er traute seinen Augen nicht— war daS nicht da oben unter den Wolken ein feindliches Flugzeug? Er legte seinen Feldstecher an. jetzt sah er es genau.„Blau-weitz-rot* als Abzeichen. Was sollte das heitzen? Der Apparat beschrieb einen Bogen, kehrte wieder um und sauste fast steil nach unten. Schnell ritt Liedke einen kleinen Erdhügel hinan und sah noch, wie es sich ganz fallen lietz. Er schätzte die Richtung ein und meinte behaupten zu können, datz der Apparat auf dem grotzen freien Gelände gelandet wäre, über das sie gester» geritten waren. Ohne sich lange zu besinnen, gaben die drei ihren Pferden die Spore» und sausten auf einem schmalen Pfade im Galopp durch den Wald, denn sie waren nun sicher, datz eS jetzt eine Lösung des Rätsels, dem sie nun schon tagelang nachjagten, geben müsse. Sie glaubten sich in ungefährer Nähe des grotzen Platze», als daS Brummen auch schon wieder los ging und sie sahen auch schon das Flugzeug wieder hochsteigen. Plötzlich griff Liedke in die Zügel, datz daS Pferd sich hoch aufbäumte und sich fast überschlug. Alle drei satzen ab»nd ohne ein Wort zu sagen— der Atem stand ihnen fast still— zeigte Liedke mit der Hand nach einem Punkt und deutlich sahen sie in der Ferne eine grötzere Anzahl Menschen sich bewegen und nun meinte man auch etwas Rotes zu sehen. Das mutzten sicher französische Soldaten sein. Was nun? Zweifellos war- die Lage recht kritisch. Was waren sie gegen so eine» Knäuel Menschen? Einen Kampf zu wagen, war unmöglich. Auf Verbindung mit den anderen Patrouillen war nicht zu rechnen. Aber geschehen mutzte etwas. Liedke zog seine Karte, suchte das nächste Dorf und im schnellsten Tempo ging es wieder davon, denn eS hietz keine Zeit zu verlieren. Die wunderlichsten Dinge gingen ihnen jetzt durch den Kopf. Die unsicheren Geister, die sie zuerst angetroffen hatten, dann das schöne Hau« mit den merkwürdigen Einwohnern und der geheimniS» vollen Glocke, daS zufällige Zusammentreffen mit der hübschen Frau. den Flieger und nun daS Menschenknäuel mit dem verdächtigen Rot— sollte da nicht ein Zusammenhang sein? Im Torfe angekommen, lietz Liedke sich von der Kommandantur telephonisch mit seinem Rittmeister verbinden und machte ihm Meldung von den Ereignissen und erhielt Befehl, auf näher« Anweisungen zu warten. Der Rittmeister gab die Meldung sofort weiter und auf der Intendantur herrschte nun reges Leben. Ein halbe Stunde später fuhr auch schon ein Automobil und am Abend war bereit? die schöne Villenbesitzerin festgenommen und in ein Kreuzverhör genommen. Liedke wurde unterdeffen fast von Ungeduld verzehrt. Er fürchtete, dah schlietzlich der Erfolg noch ausbleiben würde. Aber er brauchte nicht mehr lange zu warten. Da kam schon ein Offizier mit ungefähr achtzig Landstiirmern anmarschiert und nachdem Liedke alles erklärt hatte, ging es in den Wald hinein. Die Landstürmer schwärmten au«, stundenlanges Bordringen, nichts war zu sehen und zu hören. Ueber daS grotze freie Feld waren sie schon hinweg. AlleS still. Liedke, der sich in der Nähe dss OtfizierS aufhielt, behauptete, datz eS hier gewesen wäre, wo er die vielen Menschen gesehen und seine beiden Begleiter be- stätigten dies. Hier war die bucklige Buche, dort der kleine Busch und hier— nein er wutzte es ganz genau— hier war es gewesen. Da— auf einmal fielen Schüsse und der eine Landstürmer warf sich ganz nach rechts rüber. Die Kugel war ihm dicht am Kopse vorbei gegangen. Und nun kamen mehrere. Der Offizier Uetz eine ganze Salve abfeuern. DaS Echo des WaldcS lietz es als die eines Regiments ertönen. Spannende Augenblicke. Von ferne hörte man ein dumpfes Läuten und Liedke erkannte es auch gleich wieder. Es war derselbe Ton wie damals in deni Garten vor dem schönen Hause, wo der Mann mit den vielen Sommersprossen die Glocke gezogen hatte. Drüben wurde eS lebendig. Hinter einem dicken Baum kamen zwei Männer dahergeschritten und man sah, dah der eine mit einem Tuche lebhafte Bewegungen machte. Die Landstürmer legten an, aber der Offizier befahl, nicht zu schietzen. Die Männer kamen immer näher»nd deutlich lietz sich schon die Uniform erkennen, datz der eine ein Offizier war. Die Landstürmer deckten sich so gut eS ging und Leutnant Müller— so hietz ihr Führer— ging den beiden ein Stück entgegen, denn fie hielten ein Blatt Papier in der Hand und gaben Zeichen, datz man nicht schietzen solle. Ein kurzer Grutz, Leutnant Müller nahm daS Schriftstück, das in deutscher Sprache abgefatzt war. und las, datz die Franzosen, wenn sie als Kriegsgefangene behandelt würden, sich ergeben wollten, andernfalls �eS jedoch auf einen Kampf ankommen lassen würden, denn sie wären in grotzer Zahl. Ohne grotze Bedenken lietz Leutnant Müller sich darauf ein und befahl, datz sie ihre Waffen ablegen mühten und geschlossen auf den grotzen freien Platz kommen sollten, widrigenfalls er andere Matz« nahmen treffen würde. Die Landstürmer zogen sich nun zurück, legten stch m unmittel- barer Nähe nieder und warteten nun was da kommen würde. Da hinten wurde es nun ungemein lebhaft. Schlietzlich kamen sie im Trupp an, und die Landstürmer waren nicht wenig erstaunt, als sie zweihundertfünfzig Franzosen zählten und noch einige Eng- länder, die sich dazu gesellt hatte». Allen voran gingen vier Offiziere. Dahinter kamen noch eine Anzahl prächtige Pferde. Wagen, Fahr- räder und was sonst noch alles. An der verlassenen Stätte aber brannte ein helles Feuer, da hatten die Franzosen ihre Gewehre zusammengeworfen und verbrannt. Leutnant Müller lieh sich die Kolonne nach preuhischem Muster rangieren und stolz zogen die Landstürmer mit ihrem Fang aus dem Wald hinaus. Später wurden die Offiziere vernommen und da stellten sich die wundersamsten Dinge heraus. Sie waren vor vier Monaten von ihrer Truppe abgekommen und es war ihnen nichts anderes übrig geblieben, als sich in dem für Deckung sorgenden Wald zu verschanzen. Lebensmittel hatten sie noch reichlich mit stch geführt, aber die reichten ja bei weitem nicht aus. So hatten sie mit den, wenn auch weit abliegenden Dörfern Verbindung aufgenommen und sich auf solche Weise durch- geschlagen. In dem schönen Hause hatten die Offiziere quartiert und der Führer dieser Kolonne war der Besitzer und die hübsche Frau seine Gemahlin. Die grotze Glocke hatte die Zeichen zur Bereitschaft gegeben und Flieger hatten die Verbindung mit der Heimat ausrecht erhalten, die ihnen immer noch die Hoffnung brachten, bald durch einen Gegenstotz befreit zu werden. Deutsche Soldaten hatten einen Strich durch diese Rechnung gemacht.____(z) Der MasientoS üer Lliegen. Sobald der Herbst naht, beginnt unter den Fliegen, den argen Quälgeistern, die uns so manche schöne Stund« im Sommer ver- leidet haben, ein Massensterben. Es ist längst durch die Wissen- schaft festgestellt worden, datz der Massentod der Fliegen durch schmarotzende Pilze herbeigeführt wird, jene unendlich winzigen Organismen, die durch ihr plötzliches und überaus zahlreiches Aus- treten gewaltig unter den Fliegen aufräumen. Weniger bekannt aber dürfte es sein, datz kein Geringerer als Goethe zuerst die Beobachtung gemacht hat, wonach die Fliegen in, Herbst erstarren, nach dem Absterben aber vier bis fünf Tage hindurch aus dem aufgeschwollenen Hinterleibe iveitzen Staub um stch sprühen, der einen halben Zoll weil nach jeder Seite auSgestotzen wird. Diese Beobachtung Goethes über das Verstäuben der Fliegen hat der Breslauer Botaniker Cohn zu- erst im Jahre 1853 wissenschaftlich ins Klare gestellt und auf die Entwicklung eines parasitischen PilzeS im Innern des Fliegenleibes zurückgeführt, dem er den Namen Empusa Nusleis gegeben hat. Die Fäden deS Pilzes verzehren die Eingeweide des Tierchens, so datz der Leib ganz und gar von ihnen ausgestopft wird; alsdann bohren sie sich durch die weiche Haut der Hinterleibsringe nach autzen und schleudern ihre glockenförmigen Sporen weit umher, so datz die durch den Pilz getötet« Fliege von einem weiten Slaubhof von Sporen rings umgeben ist. Auf den Forschungen Cohns futzend, hat dann Brefeld 1883 beobachtet, datz, wenn die abgeschleuderten Sporen auf lebende Fliegen fallen, ihre Keimschläuche durch die Haut in das Innere des Leibe? eindringen. Auch auf anderen Gebieten der Jnsektenwelt ist eiir derartiges Maffensterben, dem dieselben Ursachen zugrunde liegen, festgestellt worden.� So bricht, wenn gewisse Insekten sich übermätzig verniehren, wie dieS besonders bei der gefrätzigen, wälderzerstörenden Raupe der Nonne und anderen Forstschädlingen der Fall ist, unter ihnen früher oder später eine Epidemie aus, die der verderblichen Uebervölkerung ein Ziel setzt. Auch hier bilden die staubfreien Sporen des Jnsektenpilzes Enipnsa sowie eines ihm verwandten Pilzes Jsaria, die von autzen auf die Haut der Raupen anfliegen, die Ursache. Das Tier.erstarrt" gleichsam im Pilz, wird trocken und hart, gleich einer Mumie. Dann erst wendet sich der Pilz, nachdem aller Nahrungsstoff seine? Opfers er- schöpft ist, zur Fortpflanzung; seine Fäden durchbohren von neuem die Haut der getöteten Raiipe und wenden sich nach autzen, um in Luft und Licht Sporen zu erzeugen, die vom Winde ausgestreut neue Opfer suchen. Man hat beobachtet, datz die insektentölenden Empnsen ihre Sporen mit elastischem Stahe auf weite Entfernungen umherschleudern... Notizen. — Eine neue Hoch Wassertalsperre. Die Zahl der grotzen oberschlesischen Talsperren ist nach.Wasser und Gas" un, eine vermehrt worden, die das Weistritztal mit der Stadt Schweidniiz schützen soll und an einer der allerschönsten Stellen Schlesiens er- baut wurde. ES ist die Weistritztalsperre bei Breitenhain inr söge- nannten Schlesiertal, in dessen waldige Gründe die Khnsburg, eine der prächtigsten schlesischen Burgruinen, hinabschaut. Diese neue, im Eulengebirge errichtete Talsperre hat eine Staumöglichkeit von 8 Millionen Kubikmeter. Die Sperrmauer ist 44 Meter hoch, ihre Mauerlänge in der Krone 230 Meter, am Futz 81 Meter und ihre Mauerstärke am Futz 29 Meter, an der Krone 3,ö9 Meter. Im Vergleich zu der gewaltigen Bobertalsperre ist die Weistritzsperre verhältnismätzig klein, aber ihr Grundbau war besonders schwierig herzustellen. Es ist die dritte grotze Hochwassertalsperre Schlesiens. — Eine Petroleumleitung von Rumänien nach Oderberg. Um da? rumänische Petroleum schnell und wohlseil nach Deutschland befördern zu können, wird der Bau einer Petrolenm-Röhrenleitung von Ploesti bis Oderberg geplant. Der „Motorwagen" gibt an, datz die Besörderungskosten jetzt den Preis von 19 Tonnen Petroleum von 999 M. auf 3999 M. erhöhen. Die Leitung würde eine Länge von etwa 1209 Kilometer erhalten und könnte in wenigen Monaten vollendet iverden. Die Kosten der An- läge werden auf etwa 15 Mill. Mark veranschlagt. Da die Be- förderung von 19 Tonnen Petroleum sich auf höchstens 59 M. stellen würde. Uetze sich jene Summe sehr bald amortisieren. 9*] /lnöers hjarmsteö. Bon Jakob Knudsen. »Nein, doch das können wir selber' tun/ sagte Anders. „Ach, was ist das?" sagte der Pfarrer plötzlich und horchte.„Das ist gewiß Madam Balling. Denn sie ist doch tvach geworden." Einen Augenblick darauf kam die Haushälterin richtig durch die Tür vorn Gartenzimmer herein. Sie sagte verletzt Gnten- abend und setzte sich mit ihrem Strickzeug auf daS Sofa. Bon den andern sagte niemand etwas. Der Pfarrer ging unruhig im Zimmer unihcr. Anders nahm ein Hängeschloß mit Schlüssel, das vor ihm auf den Tisch lag, und trommelte ungeduldig damit gegen die Tischplatte. Madam Balling sah ein paarmal nach ihm hin, dann er- hob sie sich, streckte"die Hand nach dem Schlosse aus und sagte:„Das ist draußen zum Gartenhaus; es ist durch Ver- geßlichkeit da auf den Tisch zu liegen gekommen." Anders zog seine Hand mit dem Schloß an sich. „Hören Sie mal, Pastor Steffensen". sagte er.„können Sie denn wirklich die Frauensperson nicht ihrer Wege gehen hcißeil Der Pfarrer wurde nervös, so daß sein Gesicht sich in Grimassen verzog:„hä, hä, hä.--" war das einzige, was er sagen konnte. „ES ist übrigens auch viel bcffcr, wenn ich es tue. Denn sonst rennt sie doch sofort in die Stadt und klatscht." — Anders wandte sich an Madam Balling:„Sinn sollen Sie hinauStransporttert werden und heute nacht unter Schloß und Riegel im Gartenhaus sitzen, dann richten Sie keinen Schaden an." „Ich schreie, wenn Sie mich anrühren", rief Madam Balling.„daß die ganze Stadt es hören soll!" Anders erhob sich, ging in den Flur hinaus und kam sofort wieder mit dem Hammer zurück:„Können Sie hier den Hammer sehen, Madam Balling? Mit dem Hab ich so- eben den Adjunkt erschlagen. Mit dem werd ich nun auch zu Ihnen kommen, wenn Sie sich heut nacht draußen im.Garten- Hans auch nur mucksen. Kommen Sie jetzt!" Madam Balling, die sonst Brust und Leib ziemlich vorgeschoben trug, sank Plötzlich zusamnien; es war, wie wenn sich mit einmal alles an ihr einwärts bog. „Ist das wahr. Pastor Steffensen?" ächzte sie. „Ach, Herrgott,' Herrgott I— Ja, es ist wahr--/ Anders ergriff sie am Arm. „Sie— dürfen--- Sie dürfen mir nichts tun!" winselte sie. „Nein, wenn Sie Ihren Mund halten wollen, soll Ihnen kein Leids angetan werden." Er öffnete die Tür und führte sie hinaus. Kurz danach kam er wieder hinein und legte den Schlüssel auf den Tisch. „Da Hab ich mir doch das Vergnügen mitverschafft: diesem falschen Weibsbild die Flausen ausgetrieben zu haben." Anders wanderte einen Augenblick im Zimmer umher. Dann ging er hin. schlang die Arme um Gjatrid und sagte: „Na, Pastor Steffensen! dann fangen Sie an:.und so frage ich dich. Anders Hjarmsted--' denn Sie machen sich doch keine Gedanken darüber, daß Sie genötigt wären, mich um Ihres Gewissens willen sofort anzuzeigen?" „Nein— nein, das kann ich nicht.— Ich hoffe auch, als Ihr Pfarrer habe ich das Recht und die Pflicht, eS nicht zu tun.--- Ist eS auch Ihr bestimmter Vorsatz. Gjatrid daß Sie dem Anders jetzt angehören wollen, nun traue oder nicht?" ob ich Sie „Ja," sagte Gjatrid kurz und fest, jedoch ohne ihn an- zusehen. „Ja,— dann---" seufzte er und machte ein Zeichen mit der Hand. Gjatrid erhob sich. Anders stellte sich neben sie und er- griff ihre Rechte. Der Pfarrer legte seine Hand auf ihre vereinten Hände und sprach die Trauungserklärung ohne alle Zusätze. Einen Augenblick stand er verlegen vor ihnen.— Plötzlich brach er in Schluchzen aus, faßte Gjatrid mit seinen beiden Händen um den Kopf und sagte:„Darf ich Sie in diesem Äugenblick küssen— und an Cecile denken!"-- Dann ging er taumelnd zur Tür:„Ach ja, Gutenacht! --- lebt wohl, ihr Beiden!" sagte er.-- Sobald er fort war, warfen sie sich einander in die Arme. Anders lachte laut vor jubelnder Freude. Pastor Steffensen saß die ganze Nacht über in sewer Schlafkammer an einem der Fenster zum Hof hinaus. Sein ängstlicher Sinn litt sehr stark. War es recht, was er getan hatte? war es recht, daß er hier saß, ohne etwas zu unter nehmen? was würde nun morgen geschehn? was sollte aus all dem werden? In der Morgenstunde begannen seine Gedanken in den- selben Bahnen rundzulaufen, ohne das mindeste Neue mit sich zu führen: sie fingen auch an, unklar zu werden. In einem einzelnen Augenblick ertappte er stch dabei, sich von allen Gedanken völlig entfernt zu haben,— das schien jedoch nicht der Fall zu sein in dem Augenblick, wo er plötzlich von starkem Lärm überrascht wurde.— Es waren Menschen auf dem Hof,— jetzt stol- tertc es gegen die Gangtür. Er mußte doch geschlafen habe». — Jetzt kam der Kirchspielvogt an das Schlafkammcr- fenster gelaufen, an dem er sich nicht befand, legte Hände und Gesicht gegen die Scheibe und rief.— Der Pfarrer antivortete nicht; er wutzte nicht, was er sagen sollte. Der Kirchspiel- Vogt hatte ihn gewiß auch nicht gesehen.— Der Pfarrer erhob sich mit einem plötzlichen Gedanken, lief hinaus in die Küche, die Brauerei, und durch eine Hintertür in den Garten. Er eilte nach dem Gartenhaus und schloß der Madam Balling auf. Es wunderte ihn selber, daß er sich darair erinnert hatte.-- Sie schwatzte eifrig»nd fragte ihn aus. Aber er hörte nicht zu. Er stand und horchte auf den Lärm vom Hof und jetzt drinnen vom Hause her, aus der Garten- stube. Plötzlich hörte er ein entsetzliches Brüllen oder Heulen, — stürzte zur Gartentür hin, riß sie auf und trat ein. Auf dem Fußboden lag der Gefangenwärter niit zcr- schmettertem Kopfe, mit den Armen noch in die Luft tappend.— Anders stand ohne Rock, sonst jedoch in voller Kleidung drüben an der Tür zur Stube des Pfarrers mit dem Hammer in der Hand. Er sah strahlend froh aus — und wandte das Gesicht den entsetzten Menschen zu, die durch die Gangtür vom Hof hereingedrungcn waren. Hinter ihm stand Gjatrid. Ihr Haar fiel herab, und ihre Augen waren voller Tränen. Das ganze Gesicht war sehr bewegt; — wie sie Cecilie glich! dachte der Pfarrer. Sie beugte sich von hinten zu Ander? hinauf und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Er neigte sich zurück, faßte sie mit deni linken Arm um den HalS, lächelte und sagte etwas zu ihr; aber doc Pfarrer konnte nicht hören, was es war. Schluß folgt.) Direktion: Mst'ReinTiardt. • ►eutsolies Ttieater. 7 Ulr: 1>iinfnnH'I<><>. Donnerst.; Der leb. Leichnam. K aninirrKpicle. 7'/, IThr; Dt»r Vater. Donnerstair 71/. Uhr; Neu- einstutl: Eine glückliche Ehe. Volksbühne. Theater am ßülowplatz. Untergrund b. Schönh. Tor. T'/a Uhr: t!Izra. Donnerstag; Hedda Gabler. Dir. C Meinhard— R. Bernauer. Theater i. Küniggrätzerstr. 8 Uhr; Kainerailen. Komödienhaus 1*1, Uhr: Die beiden Seehunde. Berliner Theater : Ikie tolle Komteß. NlWlMl 'Iß üöpcincker Str. 68.'/«S Ter izroszc Tclilagcr! ßszislk Lieie...! CtJcvctlcnboffe in 3 Akten. Atusii von Walter Bromme. Tliester kür �tlthvoch, 26. September. Ikentsehos Operahans uhr: Orpheus in der Onterwelt Fricdrich-Wjltaelmst. Theater Wohltätigkeits- Vorstellung. -■/.Uhr: Das Dreitnäderlhaus. Kleines Theater 7V, mtr; Bürger Sehippel Apollo Frieririchstrafle an der Kochslr. Allabendlich 71/, Uhr: 1 Fregolia, Paul Beckers| und das große September-Programm Kasse ab 10 Uhr geöffnet, Komische Oper i8 u.; Sehwarzwaliliiiätlel. Lustspielhaus „ Die blonden Mädels Llhr: vom Linrienhof. Metropol-Thoatcr Heute geschlossen. Sonnabend zum 1. Male: Die Kon.- von Ktambnl. KcMidcnx,-Thvater 7-/. uhr; Dyekerpotts Eröen. Schiller-Theater O i'i.uhr: Trauninlus. 8 Uhr: Dr. R. Pohle: Schlllei-Th. Charl. 7v.uhr: ifom andern ßfer. Thaiia-Theatcr 7V. Uhr: ?: Egon und seine Frauen. Neues Operettenhaus Schiffbd. 4a. Kassont. Xd. 281 Tv.uhr: Der Soldat derMarie. Theater am Nollcndoriplatz 7v. uhr: Die Gulasehkanone. Theater de« Westens 7i/,uhr: Der verliebte Herzog mit Guido Thielscher. Reiclistiallen-Theater Stettiner Sänger, Anfang 7'/, Uhr. ied. Sonntag nachmittag 3 Uhr Vorstellung z. ermäßigten Preisen! Logen 1 M., Parkett 7 5 Pf. Eintritt 3t> Pf. Billetts schon heute! Tägl. 7'/� Sonnt. 3'l, u. 1ll, Huf noch Iiis 00. Septemher: Der Stolz der?. Kompagnie mit Wlllielin Eartstein, sowie ScntaSöneland Haxwtadt und das übr. Programm. Trianon-Theater Georgenstr., Bhf. Friedriehstr. J,,8U. Allabendlich VtS U. Der Lebenssehuler. Schauspiel von Ludwig Fulda. Kaiser-Titz. Ida Wüst, v Möllendorff, Kettner, Flink. Sonntag 3'/,: Johannisfeuer. Berliner Konzerthaus Mauerstr. 82. Zimmerstr. 90/91. Hente: Großes Konzert des Berliner Konzerthaus-Orchesters Leiter: Komponist Franz von Blon. Auf an g 7 Uhr. Eintritt SO Pf. Anfang 7 Uhr. An allen Wochentagen A'aehniitta{j:«-Konzcrt bei freiem Eintritt und voller Orchesterbesetzung. Der erfolgreiche Eröffnungs-Spielplan Dazu: 9 Uhr abends Pantomime in 12 Bildern von Karl Vollmoellor Täglich VI, Uhr, Sonntags S1/, u. 71/, Uhr: Das ausgezeichnete Eröffnungsprogramm und zum Schluß; Ori�iual-Pantomimo die 3?ierrots Freitag keine Vorstellung! Sonnab. 31/, U.: 1. Ferien- Sonder vor«teIl u ng. 1 Kindfrei, weit, halbe Pr. Letzte Saison in Berlin. Anfang 8 Uhr. Das große anerkannt einzig dastehende ! Zirkus- Sport- ProprarnJ Nadchura exotischer Dressur-Akt.| 8 Franconls 8 u. die weiteren Schlager. 1 Zum Schluß: Parforcejagd, Kerkau-Palast Allgemeine OrtsKranhettKajse für Keriin Tempelhof Einladung zu der am Donnersfag, drn 4. Oktober Iill7. ahcndS Casino»Theater Puntt 8 Uhr, im Reftniirnnt Reinlioid Topfer. Berli". Tenipcihos. Berliner Str. IVO, stotlfindcndeii antzerordentlichen Rose»Theater.] 7>/, Uhr; Der Weiberfeind. Walhalla-Theater. 7V, Uhr: Zigeuner. Lothringer Strohe 37. Täglich sj48 Uhr: Wirklicher Humor! Gr. Srfolz! Die Schiagerposse Heiraten mutzte! 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ZI ein- schäden, Krampfadern � der Frauen u. dergL Zusendg. enolgl Per Nach- nähme in Doien a 2,20,\ 3,85, 6,60. Elefanten- Apotheke, Berlin. Leipziger Str. 74, (am Dönhossplatz). Verkäufe Resterhandlung, Becker, Setz. delftraßc 1(Spitfelmarkt). Billig, viele Neste Herren-, Tainen- und Futterstoffe, Seide, Samt, Plüsch, Krimmer und Astrachan. Masianfertigung, Ar- beitslohn Nücke 4— 6 Mark, Fackeu und Mäntel 10— 12 Mark, Ansiige 30 Mark, Hosen 7 Mark. Tadelloser Sitz ga- ranticn, sonst kein Abnahme- zwang._ 3K* Lieserwagen, Klappsport- wagen, Holzräder, alle Repara- rurcn an Kinderwagen, Korb- machcr Weidlich, Brunnen- strasic 96. S80K» Pelzgarniinren kaust man am allerbesten im weltberühmten Belzlcihbaus nur Grnnewald- straße 72, trisenachcreckc. s6K' Pelzgarnituren! Riesenaus- Wahl! Allcrbilligste Preise! Ekunkskragen, Skunk-mnsfen, Alaskafüchse, Rotfüchse, Iltis- narnituren, Kaningarniiuren, Nene Herrengarderobe! Uhren- verkous, Schmucksachen, Silber- raschen! Leihhaus! 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