Dir. 272. 34. IahrK. Bezugspreis: VicacljShrl. L.MM.'.. monatl. iA> Wl, wochenUich so Psg. frei ins Hauz. »orauSzablbar. Einzelne Wochentags» Nummern 5 Pjz. SonntagSnummer mit itlufiricucc Beilage.Die Zieue WeU" lll Plg. Pollbezug: MonatNch 130 Mb Unter Kreuzband fiit Tcullibland und Oesterreich> Ungarn 2.60 Mb, lür das übrige ZUisland 4 Ml. nionatlich. Postbelleuungen nehmen an Dänemorl, Holland. Luxemburg. Schweden u. dieGchweiz. Eingetragen w,dte Vost-Zeitungs-PretZlifte. Erscheint täglich, Telegramm» Adress e: »eozialdemokrat Berlin". Verlinev Volllsblstt. � S Pfennig) Der Anzeigenpreis kekllgt s. die flebeiigesPalteneKoIonel» geile 60 Pfg„Steine SMnieigcn", das fettgedruckte Wort A Pfg. lzu» lässig 2 settgedruckie Worte), sedeS weitere Wort lv Plg. Ctellengesuche und Schlasstellenanzeigen daS eiste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über lö�uchstaben zählen für ziuei Worte. TeueritngSzuichlag 20»/» ivnmilien> Anzeigen so Pfg., politische u gewerkschaftliche VereinS- Unzeigen 40 Pfg. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer niilsscn bis 5 Nhr nachnntt. im Houptgeschäft, Berlüi TW. 08, Lindensiraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends. Z�ntratorgan der fcztaldemohratifchen Partei Deutfchlands. Neüaktion: EW. 68, Linöenstraße S. Fernsprecher: Amt Morttzplae, Nr. 151 SO— 151 97. Donnerstag, de« 4. Oktober 1917. Expeüktion: SW. 68, Lwöenstraße?. Fernsprecher: Amt Dieripplatz, Nr. 151 90—151 97. Vergebliche englische Angriffe nördlich Menin-Hpern— Französische Gräben östlich Samognenx erstürmt und gehalten — Bombenangriffe aus englische Häsen und Hauptverkehrspunkte in Nordfrankreich. Amtlich. Großes Hauptquartier, I. Oktober 1917. lW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprccht. An der Küste zwischen Langcmarck und Zandvoordc schwoll gestern der Artilleriekampf wieder zu großer Heftigkeit an, bei den mittleren Abschnitten der Schlachtfront auch zu stärkste» Feuerstößen. Am Morgen mühte sich der Gegner erneut, aber völlig vcr- gebens, das tagszuvvr von uns nördlich der Straße Menin— ?>pern erkämpfte Gelände zurückzugewinnen. Alle seine Angriffe wurden blutig abgewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zu beiden Seiten der Straße Laon-Soissous entfalteten dlc Artillerien wieder lebhafte Kampftätigkcit. Längs der Atsttc, bei Reims und in der Champagne brachten uns Erkundungövorstößc Gewinn au Gefangenen und Beute. Auf dem Ostnfcr der Maas gelang es gestern früh württcm- bcrgischcn Truppen, am Nordhong der Höhe 341, östlich von Samogneux, die französischen Gräben in 1299 Meter Breite im Sturm zu nehme». Tagsüber führten die Frauzoseu acht Gegen- angriffe, um uns von dem eroberten Bodes zu verdrängen; auch nachts schtc der zähe Gegner noch Anläufe an. In rrdiltertcit .Kämpfen wurden die Franzosen stets zurückgeschlagen; über 15O Gefangene von zwei französische» Divisionen blieben in unserer Hand. Die blutigen Bcrluste des FeindeS mehrten sich mit jedem vergeblichen Ansturm, Ter Feucrkampf griff von dem GcfechtSfeld auch auf die bc- nachbartcn Froutteilc über und blieb während des ganzen Tages und nachtsüber stark. Die Bombenangriffe unserer Flieger in der Nacht vom 1. und 2. 19. auf London, Margatc, Shcerneß, Dover hatten de- obachtct gute Wirkung. Auch auf die englischen Häfen und Haupt- Verkehrspunkte in Nordfraitkrcich wurden mit erkanntem Erfolg zahlreiche Bomben abgeworfen.— Leutnant Gontermann schoß den 39., Oberleutnant Bcrthold den 23. Gegner im Luftkampf ab. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz und a» der mazedonischen Front keine größeren Gefcchtshandlungen. Der Erste Generalquartiermeistcr. Ludrndorff. Abendbericht. Berlin, 3. Oktober 1917, abends. Amtlich. Im Westen bei wechselnder Fcuertätigkeit keine größeren Kampfhandlungen. Im Osten nichts von Bedeutung. Der österreichische Bericht. Wien, den 3. Oktober 1917. verlanlbart: T. B.) Amtlich wird Auf dem östlichen Kriegsschattplatz und in Albanien keine Ercigniffe von Belang. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Gadriele-Abschnitt fiammten gestern die In- fantcriekämpfe neuerlich auf. Starke feindliche Kräfte stürmten gegen unsere Stellungen. Der Gewinn eines schmalen Graben- stückcs am Westhang des Berges bildet für die Italiener das einzige Ergebnis ihrer verlustreichen Angriffe. Der Chef des General st abeS. Costae!ca gegen Veutschlanü. Berlin. 3. Oktober. Zufolge einer amtlichen Mitteilung der spanischen Regierung hat"die Regierung der Republik Costarica die diplomatischen Beziehungen zum Reiche abgebrochen. Wegen UcbcntaHme des Schutzes der deutschen Jutercffen durch eine neutrale Macht ist daS 6r- forderliche in die Wege geleitet. Die öeutschen Hombenangriffe im Westen. Ganz Tünkirchen niedergebrannt. Berlin, 3. Oktober. In 24 Stunden 99999 Kilo- gramm Bomben auf feindliche Ziele. Unsere Bombengeschwader haben in den letzten Tagen und vor allem während der Nacht- und Tagesstunden des 1. Oktober Außerordentliches geleistet. Ihre An- griffe galten, wie gewöhnlich, den militärischen Anlagen und Truppen- Unterkünften hinter den Hauptkampsfrontc». Die feindlichen Flug- Häfen bei B e r d u n, die schon vor drei Tagen mit solchem Erfolge heimgesucht wurden, daß auf drei Häfen langaiidaucrnde und weithin sichtbare Brände ausbrachen, wurden neuerdings mit 11499 Kilo- gramm Sprengstoff beworfen. Tie Flughäsen, Stapclplätze und Teuppeuuitterküiiste vor der flandrische»Front erhielten in Tag und Rächt fortgesetzten Flügen über 49999 Kilogramm Bomben. In St. O m e r und B» u l o g n e entstanden starke Brände. Gleichzeitig wurden militärisch wichtige Anlagen in London und in verschiedenen Lftctt der englischen Küste erneut mit Bomben an- gegriffen; in London zeugten mehrere Brande von ihrer Wirkung. In der Festung Dünkirchen riefen besonders gttic Würfe in der Nacht vom 28. zum 29. September ein Feuer hervor, das an den riesenhafteit Vorräten, die hier aufgehäuft sind, reichste Nahrung fand.'Nach 24 Stunden stellten unsere Flieger fest, daß der Brand nicht gelöscht war, sondern weiter um sich gegriffen hatte; 48 Stunde» später beobachteten sie, daß die Fcuersbrunst sich über einen ganzen Stadtteil ausgebreitet hatte, und heute nacht konnten sie melde», daß ganz Dünkirchen ein Raub der Flammen geworden ist. Damit ist ein Hauptstapelplatz des bclgisch-cnglischcn HecrcS und einer der größten llmschlaghäsen für den Verkehr zwischen England und Frankreich vernichtet. Der französische Heeresbericht meldet: Deutsche Flugzeuge griffen in der vergangenen Nacht erneut die Stadt Dünkirchen an. Die sehr heftige Beschießung verursachte ernsten Sachschaden. Man meldet zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung. Zur Ver- gelrung für die Bombenabwürfe der Deutscheimüber Dünkirchen und Bar-le-Duc warfen unsere Flieger in der Nacht zum 2. Oktober Bomben auf die Städte Stuttgart, Trier, Koblenz und Frankfurt a. M. Ueberdies unternahmen unsere Flieger zahlreiche Flüge, in deren Verlauf sie 2129 Kilo Sprengstoffe auf die Nieder« lagen von RoulerS, 6(XX) Kilo auf den Bahnhof von Metz, auf Wappingen, Diedenhofen, den Flugplatz Ehambla(?). MannschaftS- lager bei Pincourt und Tilly und auf Munitionslager bei der Meierei Longeau abwarfen, wo eine heftige Explosion festgestellt wurde. Bomben ans Calais. Bern, 3. Oktober. Aus Calais berichtet die Pariser Presse: Letzten Donnerstag nachmittag überflog ein deutsches Flugzeug Calais, entfernte sich jedoch infolge heftigen Abwehrfeuers bald wieder» Abends 9 Uhr wurde die Stadt neuerdings mit eintzr großen Anzahl Bomben belegt, anscheinend von mehreren Flug zeuge». Zahlreiche Personen wurde» getötet, viele verwundet, riittgc Gebäulichkeiten schwer beschädigt. ver mternationa!e Gewerksthastskongreß Bern, 2. Oktober. Nach Eintreffen der skandinavischen, böhmischen und ungarischen Delegierten wurde der internationale Gewerlschafts- longreß am heutigen DienStagvormittag eröffnet. Der Vorsitzende Genosse Schneebcrger- Bern hielt eine kurze BegrüßungS anspräche, in welcher er die rein gewerkschaftlichen Aufgaben der Tagung umschrieb. Anwesend sind 73 Delegierte. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde ein Schreiben des belgischen und englischen GewerlschaftsbundeS verlesen, daS unter scharfen Ausfällen auf Deutschland und die deutschen Gewerkschaften die Ablehnung ihres Erscheinens auf der Tagung begründete. Genosse Bauer- Berlin erhob unter Wahrung des deutschen Standpunkts gegen dieses Hineiittragen der nationalen Kämpfe scharfen Protest und wies unter Zustimmung des Kongresses die englischen und belgischen Angriffe zurück. Zur Vorberatung des gewerkschaftlichen Friedens- Programms und der lünftigen Organisation des Sekretariats wurden sodann vorberatcnde Kommissionen ein» gesetzt./ Ein Tscheche forderte die Anerkennung der tschechischen GeWerk- schaftsdelegierten als einer besonderen national autonomen Ver- tretung. Der Kongreß lehnte dies mit allen gegen die tschechische Stimme ab. Bern, 3. Oktober. Ter internationale Gewerkschaftskongreß nahm in der heutigen Sitzung eine Resolution an, in der er aus- sprach, daß der Gewerkschaftskongreß es ablehnen müsse, auf die englische Begründung der Verweigerung des Kongreßbcsuches und überhaupt die gesamte Kriegsschuld- frage einzugchen. Eine weitere Resolution sprach das prinzipielle Ein- Verständnis mit der Verlegung des Sitzes des Internationalen Gewerkschaftsbureaus von Berlin nach einem anderen Lande auS. Die endgültige Beschlußfaffung hierüber wurde dem nächsten internationalen Gewerkschaftskongreß vorbehalten. Die Resolution wurde mit den Stimmen aller vertretenen Länder gegen die der Schweiz angenommen. Zrieöenswerben. Die Budapester Rede des Grafen C z e r n i n zeigt aufs neue, daß die Regierungen der Mittelmächte in angespannter Arbeit stehen, um den Abschluß des Krieges noch in diesem Jahre herbeizuführen. Der Unterschied zwischen Berlin und Wien besteht nur darin, daß hier die Zuversicht, dort die Rührigkeit ctlvas größer ist. Das Wort„Ich bin nicht sehr optimistisch", klingt wie eine freundschaftliche Warnung vor der Wiederholung von Bahnhofsansprachen, die das Publikum voreilig auf den Hoffnungsgipfcl hinaufführen, von dem der Abstieg beschwerlich und gefährlich ist. Ilm aber das schwer erreichbare Ziel dennoch zu erreichen, hat der österreichische Außenminister die stärksten seiner Künste spielen lassen. Er hat auf der einen Seite das Bild der Mittelmächte gezeigt, lvie sie sich harmonisch in den freien Friedensbund der allgemeinen Ab- rüstung einfügen, er hat sie auf der anderen Seite in einem Zukunftsbilde erscheinen lassen, lvie sie mit harter Sieger- und Erobererfaust den Feinden ihren Willen diktieren: und er hat der Entente dringend geraten, den Vcrständigungs- frieden anzunehmen, solange noch Zeit sei. Bei aller Achtung vor den diplomatischen Fähigkeiten dos Grafen Czernin wird ein Zweifel darüber erlaubt sein, ob sein Schreckgespenst wirklich die Entente an den Konferenztisch scheuchen kann. Die Absicht, das jetzige Angebot als eine noch nie dagewesene und nie wiederkehrende Gelegenheit herauszustreichen und damit zu sofortiger Bestellung zu er- muntern, kommt etwas allzudentlich zum Vorschein. Und die Zeit ist vorbei, wo man sich— man verzeihe den undiplo- matischen Ausdruck— gegenseitig etwas vormachen konnte. Die Entente kann den Krieg bis zur völligen Auf- reibung ihrer Völker führen, bevor sie dahin kainmt, wohin sie die Mittelmächte haben will. Die Mittelmächte aber können noch weitere militärische Erfolge erringen, ohne dem fcind- lichen Weltbund ihren Willen aufzwingen zu können. So liegen die Dinge. Desto stärker ist die Beweisführung des Ministers für die a l l g c ni c i n e Abrüstung. Sie ist einfach durch- schlagend und widerlegt die Auffassung, den Mittelmächten sei es mit diesem Gedanken nicht ernst. Entcntcministcr haben die Wünschbarkcit der Abrüstung in hellsten Farben geschildert, ihre Notwendigkeit hat aber erst Graf Czernin in zivingeuder Weise dargetan. Es ist vollkommen klar, daß die Rüstungen, unter deren Last die Welt vor dein 5krlege geseufzt hat, nichts sind im Vergleich zu den Rüstungen, unter denen nach den Erfahrungen dieses Weltkrieges ein neuer bcivaffiictcr Frieden stöhnen würde. Der würde bedeuten, daß gleichsam jeder Mann zeitlebens mit dem Gewehr im Arm schlafcngehen müßte, daß die wahnsinnigsten Vorbereitungen au Menschen und Material getroffen werden müßten, um„für alle Eventualitäten gewappnet" zu sein. Der bewaffnete Frieden wäre nichts anderes als Fortsetzung des Krieges vorläufig mit anderen Mitteln, aber mit dem gleichbleibenden Ziel, ganz Europa vollständig zu ruinieren. Sind nun aber Abrüstung und Schiedsgerichte etwas, was außerhalb des Willens der Vertragschließenden liegt, eine Notwendigkeit, die sich beiden und allen Teilen gebiete- risch aufdrängt, dann sind alle Land- und Geldfragen sekun- därer, nebensächlicher Natur. Und regierte kalte Vernunft, so müßte man heute schon in diesen Fragen gegenseitig so c n t- g c g c n k o ni m c n d sein, wie man noch immer maßlos und störrisch ist. Denn ist diesem Kriege haben alle nur zu ver- liercn durch Fortsetzung des Krieges und können alle nur gc- Winnen durch seine schnellste Beendigung. Dieser Einsicht überall eine elementare Kraft zu der- leihen, für sie nicht nur durch Worte, sondern auch durch Werke zu wirken, ist die große politische Aufgabe der Mittelniächte. Sie dürfen dabei nicht übersehen, daß der Frieden, der in absehbarer Zeit zustande kommen kann, nur als das Werk lebendiger Volkskräfte möglich ist, deren williges oder unwilliges Werkzeug die Regierungen sind. Das „Giornale d'Jtalia" weiß von einer zweiten Note an die Entente zu melden, in der der Papst erklärt, er habe sich vergewissert, daß Deutschland zur R ä u m u u g v o u Belgien und Nordfrankreich bereit sei. Der Papst habe die Entente gefragt, ob sie wünsche, daß Deutschland die Bedingungen für die Räumung genau angebe. Damit biete er direkt seine Vernnttlung an. Noch che das fällige deutsche Dementi da ist, möchten wir dazu sagen, daß uns der Frieden nicht auf den Wegen der Geheim- diplomatie kommen kann. Die Regierungen sollen weniger von streng vertraulichen Fühlern und diplomatischen Pourparlers" erwarten und mehr von der Stärkung des Friedenswillens in allen Völkern, die nur durch freieste öffeut- liche Aussprache erreicht werden kann. Dazu gehört, daß offen ausgesprochen wird: das Friedens- bedürfnis der Well fordere Opfer von allen Seiten. Opfer nn �Dufitmeti, iibei mäßigen Forderungen und überstüisigen Weigerungen ine Bereitwilligkeit zu solchen Lpkern werde (Nif dieser Seite in demselben Maße steigen, als sie auch auf der Gegenseite zutage trete. Dazu gc- dort eine Behandlung der belgischen A n g c l e'g c n- d e i t in einer Weise, die den in der Welt allgemein verbreiteten Auffassungen von Rcebt und Billigkeit entspricht. Dazu gehört die Fortsetzung der Propaganda für einen wirk- lichen Arieden ohne dauernde Kriegsgefahr imd ohne zer- malmende RiistuugSlast. Dazu gehört das offensichtliche Kalten eines freiheitlichen Geistes im Innern und die Durchführung demokratischer Reformen ohne reaktionäre Gegenstewichtc. Mit knapper Stimmenmehrheit hat die demokratisch e Konserenz in Petersburg eine marinialistische Ent'chlietzung abgelehnt, die den sofortigen Eintritt in Frie- öenSverhandlungen fordert. Das Ergebnis hätte vielleicht günstiger sein können, märe den Konfcrenzimtglicdern nicht das Legeudeugift von der deutsch-englischen Verständigung aus Kosten Rußlands ins Ohr geträufelt worden. Warum sagt man nicht, daß olles, was jetzt im Osten geschieht, nur ooi'iänfjg ist, und daß über das Schicksal der Bevälke- mag in den kriegsbesetzte» Gebieten im Einverständnis mit Rußland nack ihrem eigenen Willen entschieden werden soll auf einem Friedenskongreß, der Deutschland von allem östüä'en wie ipestlillfen Ausdehnungsdrang frei zeigen wird? Dir allgemeine Abrüstung ist eine Notwendigkeit, aber diese Nolwendigkeit würde zur Unmöglichkeit, wenn der Frie- deusschluß einen blutigen Rrß zwischen Deutschland und Ruß- kmd offen ließe! Warum roird alio so mancherlei unterlassen, was geiagt urö getan werden müßte? Vielleicht, weil man die Friedens- mögliwkeitei!, die sich aist dem Wege stiller diplomatischer Per- mittlimg ergeben, überschätzt. Graf Czernin sagt: ,.Jch bin nichr wür ovtimrst'lschl" Wir sind es auch nicht, und darum wünsch«!, wir der deutchcn Regierung weniger rosigen Zu- kuniingiauben und mehr Energie, die alles zu c i ne m Zweck ordnei: in einem Weltteil ohne diploinatifche Kabalen, ohne Exerzierplätze und Kasernen dem deutschen Volk jene Frei- beit innci' und außen zu sichern, die es keinem anderen weigert und für siw«Iber verlangt. Die Kabinettskrise in Schweden. Ter wj lue buche.itönig bat sich vor den Aübrcrn der drei großen Re'.chSlaqSparieien für die vilduiig eines Koalition»- m i n i st e r t u 1:1« ausgesprochen. Wie Tveiika-Telegram-Tyrau metdei, riet er am Dienktag solgende Parlanicntarier zu sich Trugqec und Adniiral Lindman von der Rechten, UniversitätS- vrofcsior Ede» und da» Mitglied der Ersten Kammer KvarnzeliuS von den Liberalen sowie Braniing und Thorsion von den(Sozial- deuiokralcn. I» einer Autsprache wie? der König darauf hin. daß e« der größte» Achtsamkeit und Vorsicht bedürfe, um die von Schweden bisber eingenommene streng iientrale, mit Wahrung der vollen Sktbsiändizleil verbundene Haltung beibehalten zu können. Er sagte dann: Perlöiilick bege ich die bestimmte Suifassnng, daß et das'beste iräre. wenn, wie es wätirend des Weltkrieges in mehreren anderen Ländern gefchad. ein Min i ft c r i u m gebildet werden könnte von Vertretern sämtlicher bedeutender politischer Meittungörichtnngcn, ein Ministeriuin, daS eben duim diese Zuiammensetznng sowohl nach innen als nach oußeil die Einigkeir scharf markieren könnte, mit der meine bisherige ?l niralitätSpolilik vom schwedischen Volke gelragen wird. Ich stelle mir auch vor, daß ein solche» Ministerium ge» eignet wäre, störende» inneren Reibereien vor- z u b e n g e n und während der jesigcn Äriienzeit beruhigend auf die Stimmung im Land« einzuwirken. ES ist meine lieber- zeugung. daß die» der richtigste Weg ist, da» StoalSschiff durch all- die großen Gefahren und Schwierigkeiten, die uns um- geben, zu führen. Ter König legte den Parieisührern ans Herz, seinen Vorschlag genau zu erwäge», mit ihren MeinnilgSgenvssen die Möglichkeit de»- selben gewissenhaft zu prüfen und ihm dann da» Ergebnis mit- zuteilen. Der.Frankfurter Zeilniig" wird gemeldet, die Bildung eine» Sammelministeriums mit mindesten» je zwei Vertreter» der drei Hauptporieien habe die meiste Wahrscheinlichkeit, zumal auch die sührendeir liberalen Blätter keineswegs für«in sozialistisches Ministerium eintreten, fondern die Zusammenarbeit aller Parteien als Nolwendigkeil bezeichnen. Jir Anbetiocht der Schwierigkeiten der iirlien Kabinettsbildung dürfte da» jetzige Ministerium die Ge- ichäste noch einige Tage weiterführen. Man rechnet sogar mit dem Uebcrgang einiger Mitglieder de» jetzigen in da» neue Kabinett. T-cr Vorschlag de» Königs, ein Koalitioniministerium zu bil- den, findet in den Blättern aller Parteirichtungen lebhafte Zu- st.mmung.„Sozialdemokraten" weist jedoch in Ueberein- stimmung mir..Tagen» Nyhcter" und anderen liberalen Zeitungen auf die unbedingt« Notwendigkeit innerer Refor- men hin, vor allem einer Aendcrung de» GemeindewahlrechlS. Temgegenüber betont das Organ der Rechten, daß aus Sei- ren der Konservativen sich niemand durch irgettdwelche Partei- politische Bedenken daran hindern lasse, an der KoaliiionSrcgie- rung mitzuarbeiten, wenn damit ein Krastzuwachs für Schwedens Ncutraliiäts- und BolkSbanSholtSpolitik gewonnen werde dock lehnt di« Zeitung Ansprüche auf Berfa ssungtänderun- gcn entschieden ab. Eine Lösung der Krise scheint also nur gegen die Konservativen möglich. Gegen Sie europaischen Neutralen. Ainficrdiim, 3. Oktober. In der gestrigen Nummer der.London Gazette" erschien eine Proklamation, die die Ausfuhr s 2 m t- licher Artikel, die bisher frei waren(auSgenoinmen Druck« werke jeder Ar! und Gepäck, wenn eZ nicht von den Eigentumern selbst mitgenoinmen wird),»ach Norwegen, Schweden, Dänemark und Holland verbietet. Da? Verbot tritt am S. Oktober in Krajl. Kepcnhegen, 2. Oktober. Nach einer Stockholmer Bläitermeldung bcrichte'.e der schwedische Generalkonsul in Guatemala, daß di« doriigen Handelskreise vergeben» versucht häiten, mit den europäischen neutralen Länder» telegraphische Verbindung zu bekommen. Auch Waren und Briefe dorthin häiten den Be- stimmungeorl nicht erreicht. Da» Land habe schwer unter dem Krieg gelitten. Washington, 3. Ottober. Reuter. Um den Außenhandel wäh- rend de» Kriege» so viel wie möglich zu erleichtern, veröffentlichte die Regierung ein« Liste von einigen hundert Artikeln, für die zu- künstig keine Anöruhrnewilligung nötig ist, außer wenn sie für Teutschland, des'cn Verbündete oder gewisse Neutrale bestimmt sind. Stockholm, 2. Oktober. Wie.Astonbladet" berichtet, bat die Beschlagnahme schwedischer Fahrzeuge in den Hast» der Entente bereits begonnen. Em Vertreter der schwediscben Reederei Svea Bologet telegraphiert, daß vier Dampfer, die seit Beginn de» Hahres in Honfleur und Cherbourg liegen, für die französische Re- gierung in Anipruch genommen worden seien. Von irgendwelchen Vürgschaslen für die Schiffe fei noch keine Rede gewesen. die verhonükungen üer demokratischen Konferenz. Der Widerstand gegen die Koalition. Petersburg, 2. Ottober. IPeterSburger Telegraphen-Agentur/ In der Abendsitzling der Teniostauschen Konferenz sprachen 23er« freier der örtlichen Arbeiter- und Solbatenräle, von denen die Mehrzahl gegen eine Mitarbeit der bürgerlichen Ele- m e n t e war. Im Verlauf« der Sitzung versuchte eine Ab- ordnung von 200 Arbeitern und Arbeiterinnen in Begleitung von Soldaten in den Saal einzudringen, indem sie erklärte, daß sie der Wortführer einer halben Million Petersburger Arbeiter fei, die sie gesandt hätten, um gegen den Grundsatz der Koalition zu protestieren, sofortigen Frieden zu verlangen, sowie die Abschaffung des Privateigentums und andere Wünsche, wie sie in der türzlichen maximalistischen Eni- schticßuilg des Petersburger Arbeiter- und SoldatritiatS dargelegt waren. Nach langen Unterhandlungen wurden sechs Muglieder der Abordnung zur Sitzung zugelassen, um ihre Wünsche vorzutragen. Petersburg, 2. Oktober. fPetersburgcr Telegraphen-Agentur. Nachdem die Liste der Redner erschöpft war, erklärte der Borsitzende Tsche idse, die Versammlung werde zuerst über die Formel für oder gegen eine Koalilion abzustimmen haben, darauf über zwei andere Formeln, nämlich erstens Koalition mit der Kadettenpartei und zweiten» Koalition ollein mit GeschästSträgern der Kadetten- Partei. Mit 7S6 gegen(388 Stimmen sprach sich die demo- kratische Konsrrenz sür eine Koaliti«« aus. Da sich ober bei der llnieradstimmung über die Art der Zusammenarbeit mit den Ka- dctte» keine Mehrheit fand, wurde bei einer nochmaligen Abstimmung die Idee einer Koalition überhaupi mit 813 gegen 180 Stimmen abgelehnt. « Nach Meldimg der„Dailh Mail" hat die Demokratische Kon- serenz mit 610 gegen 285 Stimmen den Antrag der Maximalisten, eine Kundgebung für sofortige FriedenZverhand- l u n g e n zu veranstalten, von der Tagesordnung ab- goseyt. »» Basel, 3. Oktober. Nach einer Petersburger HavaSmeldnng be- richtet die.Vörienzeitung', daß die Unterhandlungen zwischen K e r e n S l i und ven Vertretern der Moskauer In du« st r i e« und H a n d e l« w e l t zu einem vollständigen Ein- v e r n e h in e n geführt haben. Die pariser Sozialiften unö üer ZrieÜen. Bern, 2. Oktober. Ueber die Sitzungen de» Sozialisien-VerbandeS des Seine-DepartementS berichtet die heutige französische Presie folgende Einzelheiten: C o ch i n bedauerte da» Mistlingen der Auf- sindung einer einheitlichen Formel zur Festlegung von allgemeinen Richtlinie». Der Fall Rigas bedeute für Rußland, die Alliierten lind die Fnedcussacke eine wahre Katastrophe. Es fei nolwcr.dig, neben den militärischen auch diplomatische Mittel zugunsten de» Frieden» zu ergreifen. Tie Intervention des Papste« und eine internationale sozialistische Attion gehörten zu diesen Mitteln. Den Anhängern der Minderheit, die die KriegSlrediu nur so lange annehmen wollien, bi» die Mittelmächte konkrete Friedensformeln aufstellten, müsse man entgegenhalten, daß Deutschland nicht verhandeln wolle. Wie die russischen Sozialisten müßten auch die französischen Sozialisten an der Regierung teilnehmen. Sembar führte au», eine Verweigerung der ÄriegSkredite würde nach außen bin große Rückwirkung haben. Deutschland würde darau» schließen, daß die sranzösische sozialistische Partei, also ein bedeutender Teil der französischen Oeffernlichkeit, entschlossen sei, den Krieg um jeden Preis zu be- endigen. Die» würde den Frieden nur verzögern. Man müsie zugeben, daß die auswärtige Lage sich feit einigen Tagen zu- spitze. Die Deutschen seien in Riga, die deulsche Flotte im Finnischen Meerbusen. Die finnischen Regimenter verweigern den Gehorsam. Rußland sei zerstückelt und zersplittert. Die Zukunft Frankreichs und Europas stehe auf dem Spiel. Man müsie der französischen Regierung zeigen, daß eS noch nicht zu spät sei, den Rusien die Wahr- heit zu sagen. L on g u« t griff die MebrheitSgruppe Compsre-Morel an, die antisozialistisch bandle. Die Antwort auf den holländisch-ikandi- navischen Fragebogen sei von der Minderheit nur ol» Kompromiß unterzeichnet� worden. Gewisse Republikaner betrieben«ine impe- rialistische Politik. Man müsie die»riegSkredite annehmen, solange der Sieg notwendig kei, aber auch Stockholm sei notwendig. Thomas erklärt«, entweder sei man gegen die nationale Berleidigung und verweigere die Kriegs- kredite und gehe dann logisch bi» zum allgemeinen Aufstand, oder aber man ergreife den richtigen Anlaß. Die Arbeiter- ilasien würden bi» zum Liege und bi» zum gerechten dauerhaften Frieden an der Landesverteidigung teilnehmen. Sodann erfolgt« die bereit» bekannte Abstimmung. der Krieg auf Sen Meeren. Berlin, 2k Oktober. Durch unsere U-Boote wurde» auf dkm vördlichr« ffrirgsschaupletzc wiederum 1$000 Hr.-Reg.-To. versenkt. Unter den vernichteten Schiffen befanden sich zwei bewaffnete englische tiefbeladene Dampfer, von denen einer au» stark gesichertem Geleitzuge herausgeschossen wurde, sowie da» französische Fischer- fahrzeng Ouatre freres. Der Chef de» Admiralstadrs der Marin«. Zliegeraktion vor üer Themsemünüung. Berlin, 8. Oktober. Amtlich. Seekampfflugzenge brr standri- scheu Kiste habe» unter brr bewährtra Führung de» Obrrleutuaat» zur See Christiansen am 1. Oktober abends vor der Themsemündung ein englische» Großflngboot abgeschossen und vcr- nichtet. Der Chef des Bdmiralstabe» der Marine. Kleine Kriegsnachrichten. Da» Zuckermonopol ist laut Meldung der Petersburger Telegr.« Agentur in Rußland eingeführt worden. Eine Jntcralliiertcnkouferenz in Pari». Reuter vernimmt, daß eine Znlerolliiertenlonserenz in Pari» zusammentreten wird, um über d>s Behandlung de» Eigentum» derUnierta nen feindlicher Länder in den besetzten Gebieten zu sprechen. Reichstag. IIS. Sitzung, Mittwoch, 3. Oktober, nachmittag» 3 Uhr. Am BundeSratStiich: Dr. H e l f f e r i ch. Auf der TaqeSordmmg siebt zunäcbst ein Gesetzentwurf über die Ergänzung der Beisitzer der Gcwerbegerichte, der KaufmannSgerichte und der Innung zschiedSgerichte während des Krieges. Abg. Giebel(Soz.): Wir können dem Entwurf darin folgen, daß zurzeit Neu« w a b l e n der Beisitzer zu diesen Gerickiten untun li» find, aber wir können nickt dem Weg zustimmen, auf dem der Entwurf den Beisitzererlatz beschaffen' will. Aus leinen Fall darf die Wabl der Beisitzer den Stadtverordnete nveriammlunoen, Gemeindevertretungen und K r e i s a u s i ch ü s s e n überlassen werden, ohne daß sie bei ihrer Auswahl auch nur im ge- ringslen eingeengt sind. Zu den so berufenen Beisitzern könnlen die Arbeiter und Angestellten nicht das gcriiigste Bertraucn haben. Bei einer solchen Regelung hätten die Gelben, die sick offen als Sturmkolonne der Arbeitgeber bekennen nnd betätigen, die aller- günstigsten Aussichten. DaS Ansehen der Kaufmanns- und Gewerbegenckte würde dann g r ü n d! i ck st zerstört sein. Die Gemeindevertretungen müßten dann mmdesiens an Borschlügslistcu gebunden rein, die von den Verbänden der Arbeiter und Angestellten aufzu- stellen wäre». An Hand dieser Vorschlagslisten iollle nach dem Wahlergebnis der letzten Wahl die Verteilung erfolgen. Angesichts der KriegSerfabrungen ist e» ferner dringend geboten, endlich auch den erwerbsräligen Frauen die Wählbarkeit einzuräumen. Wir werden Einfügung enrfprechender Bestimmmigen in das Gesetz beantragen. Ferner werden wir die Streichung der Bestimmungen beanrragen, die darauf hinausgehen, daß nie mehr als zwei Bei- i'itzer hinzugezogen werden dürfen und daß im ersten Termin der Vorsitzende in allen Fällen allein die Verhandlung führen soll. Durch Annahme unserer Anträge werden Sie den Entwurf so ge- stalten, wie er den Wünschen und dem Rechtsempfinden der Arbeiter und der Angestellten entspricht. Ministerialdirehor Dr. Caspar: Der Borschlag aus Einführung von Vorschlagslisten beruht aus dem Vorgang des H i l s s d i e n si- g« s« tz e S. Dort lagen aber die Verhältnisse praktisch ander». Die Wählbarleit der Frauen würde einen ganz neuen Grundsatz in da» Gesetz einführen, wa» bei dieser Gelegenheit nicht angängig sein dürste. Abg. Marquardt stiatl.) schließt sich dem Vorschlage deS Abg. Giebel auf Einjührung von Vorschlagslisten seitens der Arbeit- geber- und Arbeitnehmerorganisationcn an. ebenso dem Borschlag auf Streichimg der Bestimmung, die die Zuziehung von mehr als zwei Beisitzern unmöglich machen soll. Abg. Behrens lDl. Fr.): Die Ersatzmänner für die Beisitzer sollten aus den Organisationen genommen werden, denen die Ausgeschiedenen angehörten. Die Nichtzuziehung von Beisitzern, die der letzte Absatz des Entwurfs gestatten will, ist um so unnötiger, als der Entwurf ja gerade die Möglichkeit bringt, Ersatz für die eingezogenen Beisitzer zu schaffen. Abg. Giebel(Soz.)t Nach den AuSfübrung-n des Regierung»- Vertreter« scheint eS unmöglich, den Entwurf im Plenum' zu vcr- abschieden. Deshalb beantragen wir seine Verweisung on eine K o m m i s>' i o n von 21 Mitgliedern. Abg. GicsbertS(Z.) schließt sich diesem Antrage an. desgleichen Abg. Schiele sk.s Abg. Ltabthagen tUnobh. Toz.)t Am besten wäre eS. den Eni- wurf sofort abzulehnen, doch wollen wir unZ einer KommissionS- bcrotinig nickt widersetze». Die Debatte schliegt. Die Vorlage geht an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Berichte des Ausschusses für Handel und Gewerbe. Ein« Eingabe betreffend Flüssig in achung deutscher Forderungen on daZ feindliche Ausland wird zur Berücksichtt- gung bezw. ol» Material überwiesen. Eine Eingabe fordert Freigabe von Sohlenleder sür da» Schubmacherhandwerk. Abg. Brühnc(Toz.)t Die Lederknappbeit ist ja vorbanden, aber es müßle trotzdem soviel Material zur Verfügung gestellt werden, daß di« vorhaiideneii Schuhe, wenn sie schadhaft geworden, wieder hergestellt werde» können. Große Entrüstung herrscht über die ungeheuren Preis« sür dir Ersatzsiossc. Eine Abhilfe ist hier dringend notwendig. Man hätte recht wohl rechtzeitig für die A n f e r l i« gung von Sandalen sorgen können. Statt dessen hat man daS ganze Handwerk daniederliegen lassen. Hier mutz unbedingt die Militärbehörde da» notwendige Quantum von Leder freigeben.(Zu- stimmung bei den Sozialdemokraten.) Di« Eingabe wird für erledigt erklärt. ' Tie Wiederherstellung der deutschen Handelsflotte. Abg. Bell lZ.) t Man hat diesen Entwurf ein Ausnahme- gesetz zugunsten einer einzelnen Kapitalisten- k l a s s e genannt, aber mit Unrecht, denn an der möglichst schleunigen Wiederherstellung der HandelSflotle ist unsere g e- sainte Volkswirtschaft, nicht zum ivcnigsten auch der Mittelstand und die Arbeiterklasse inleresflert. Wir beantragen, ein« Beftijnvmng in da» Gesetz aufzunehmen, wonach einem ipäleren Reichsgesetz vorzubehalten ist ob und in welcher Höhe das Reich an dc» Gewinnen der aus Grund dieses Gesetzes wiederhergestellten Schiffe zu beteiligen ist und ob hinsichtlich der Verwendung dieser Schiffe Beschränkungen notwendig sind. Ferner wünschen wir. daß eine einseitige Bevorzugung der Großreedereicn ausgeschlossen bleibt. (Bravo! im Zentrum.) Abg. Schumann(Soz.): Tie Absicht Englands, Deutschland als seinen Konkurrenten vom Weltmarkt auszuschalten, soll durch diese Vorlage durchkreuzr werden. Dieses Ziel liegt auch im Interesse der deutschen Arbeiter. Deshalb stimmen wir dem Grundgedanken der Vorlag« zu. Die Verluste der deutschen Handelsflotte während de» Krieges find sehr groß. Gelänge es unS nicht, diese Verluste schnell auszugleichen, so wäre Deutschland von den auslän. Sischen Reedereien abhängig und die deutsche Industrie wäre infolge der hohen Frachten, die sie zu zahlen hätte, gegen- über dem Ausland nicht mehr konkurrenzfähig. Wir beantragen aber, daß di« Beihilfen, soweit sie den Friedenspreis übersteigen, nur als Darlehen gewährt werden sollen. Sollte unser Antrag abgelehnt werden, so müßten wir uns die Stellung zu der Vorlage für die dritte Lesung vorbehalten. Die Beihilfen sollen erfolgen nach Vorschlägen eines Reich». auSi'chusse» von 7 Mitgliedern, die der Bundesrat ernennt. Wir oeantragen, daß der ReichSauSschutz aus 9 Mitgliedern besteht, von denen der Bundesrat nur 6 ernennt, worunter ein Vertreter der Reeder und der Schiffsmannschaften sein mutz, und daß d t s übrigen drei Dkitglieder vom Reichstag aus sei- ner Mitte gewählt werden. Angesichts der großen smart- ziellen Lasten muß der Ersatzbau von Schiffen so billig als möglich gestaltet werden. Auch dte Frage der Ueberuahme de» Schiffsbaus in Reichsregie muß ernstlich ins Auge gefaßt werden und schon jetzt sollten neue Schiffe aus Rechnung des Reiches in Auftrag gegeben werden. Selbstverständlich muß das Reich sich ein Kontroll- recht und einen Einfluß auf die Schiffsfrachten sichern. Ebenso selbstverständlich ist, daß allen Ansprüchen für die Sicherheit von Leben und Gcsundbeit der Seeleute bei den Neubauten Rechnung getragen wird. Auch bei dieser Gelegenheit erheben wir die For- derung nach einem ReichSschlffahrtSamt und einer relchSrecktlichen Schiffbaukontroll«. Ganz ent- schiedene Verwahrung muß ich schon jetzt dagegen einlegen, daß etwa aui Kcnkurrcnzerwägungen für die Zeit nach Friedensschluß Nr. 272 ❖ 34. Jahrgang Heilage ües vorwärts Donnerstag, 4. GttoberlHI? GroMerün Richtpreise für Brennmaterialien. Vom Oktober gelten bis auf weiteres folgende Richtpreise. Salonbrikells(Marken»Ilse' und„Niederlauiitzer Syndikat- briketts): Zg Stück ab Lager 0,95 M.. frei Haus(Keller) 1.18 M., 100 Stück 1.90 bezw. 2.36 M.. 55 Stück 1.05 bezio. 1.30 M., 110 Stück 2,10 bezw. 2,60 M., 1I.J Zentner 1,05 bezw. 1,30 M., 1 Zentner 2,10 bezw. 2,60 M.— Jndustriebrikelts(Marke ..Ilse" und.Niederlausitzer Spndikatbriketts"): 1 Zentner ab Lager 2.10 M., frei Haus(Keller) 2,60 M.— Die Preise„frei Haus" für Steinkohlen, Anthrazit und Koks sind noch nicht fest- gestellt.„Ab Lager" gelten folgende Ricktpreise: Anthrazit: 1 Zentner Lönhold 4,20 M., 1 Zentner Cade3.90 M.— Gaskoks, zerkleinert: 1 Zentner 3,33 M.. 1 Scheffel oder'/g Zentner 1,68 M.— Steinkohlen Nuß II(Nüst I je Zentner 10 Pf. teurer): Vz Zentner 151 M., 1 Zentner 3,02 M., 1 Scheffel 2,42 M.— Brennholz aller All I. Klasse: Ein Raummeter Kloben ab Lager 50 M., frei Haus(Keller) 56 M., 2-, 3- und 4-Schnitt 62, 64 und 66 M.; K I ö tz e ab Lager 54 M., 2-, 3- und 4-Schnitt 60, 62 und 64 M.— Industrie- Briketts zu gewerblichen Zwecken in Fuhren nicht unter 30 Zentner, ohne Abirag 2,40 M. ein Zentner, mit Abtrag 10 Pf. mehr. Ab Lager ein Zentner 2 M. Wer die vorstehenden Richtpreise überschreitet, oder wer die Ab- gäbe von Ware unberechtigterweise verweigert, hat neben den gesetz« lichen Folgen Sperrung in den Brikeltmarken der Niederlausitz und unter Umständen die Schliestung seines Geschäftsbetriebes zu ge- wältigen. Eine unberechtigte Zurückhaltung von Ware liegt nicht vor, wenn dieselbe nachweislich zur vertragsmästigcn Ablieferung an kriegs- oder volkswirtschaftlich wichtige Betriebe bestimmt ist. Uebcr Mißstände tu der Z�ettvers orgungsstcNe (Srost-Bcrlin hatte sich die„Vossische Ztg." in einer Notiz beschwert, die im An- schlust an eine Mitteilung der„Allgem. Fleischerztg." sich mit der Beschaffenheit der Margarine und mit Diebstählen im Lager Ritt erstraste 11 beschäftigte. Der Berliner Magistrat versendet darauf eine Entgegnung, in der er zugibt,„dast die Qualität der Margarine zu wünschen übrig liest und dast sie von den Fabriken in sehr mangelhafter Verpackung geliefert ivorden ist". Die gegen- wältig zur Verwendung kommenden Rohstoffe trügen die Schuld, in einem Falle� seien allerdings auch„Fabrikationsfehler" vor- gekommen. Auf wiederholte Beschwerden hin habe die Fettstelle Grost-Berlin sich mit den zuständigen amtlichen Stellen in Vec- dindung gesetzt und eS könne„mit Bestimmtheit angenommen werden, dast die gerügten Miststände baldige Abhilfe erfahren werden". WaS die Diebstähle anbetreffe, so seien solche in grösterem Umfange nicht vorgekommen. Auch fei die Vermutung unbegründet, dast ein Zu- sammenhang der Lagerung der Bulter und ihrer Ranzigkeit bestehe. Bielmeht hänge die Beschaffenheit der Butter ebenfalls mit den gegenwärtigen Produktionsvcrhältnisicn zusammen. Entziehung und Anrechnung der Unterstützung für Kriegerfraucn. Beim Reichskanzler ist neuerdings von verschiedenen Seiten Beschwerde darüber geführt worden, dast die Lieferungsverbände (Stadt- und Landkreise) oft nicht genügendes Wohlwollen bei den Entscheidungen über Entziehung der Famillenunterstützung für Kriegersrauen usw. gezeigt haben. Der Reichskanzler bat diese Be- schwerde zwar als unbegründet zurückgewiesen, dennoch scheint ihm, wie jetzt in einem /Rundschreiben an die Bundesregierungen mitge- teilt wird, die Besürchtung nicht unbegründet, dast sich der eine oder andere Lieferungsverband mit Rücksicht auf die Zusatzunterstützung von fiskalischen Interessen leiten lassen könnte. Die Lieferungsverbände sollen sich bei Prüfung der Frage, ob wegen Arbeitsverweigerung der Kriegerfrauen eine Entziehung der Familienunterstützung erfolgen soll, der gröstten Gewissenhaftigkeit befleistigen und vor allem auch die Frage eingehend erwägen, ob die Kriegerfrauen nach ihrem versönlichen Zustand und ihren Familienverhältnissen talsächlich in der Lage sind, Arbeit zu übernehmen und geeignete Arbeit zu er« hallen. Allgemein sollen 50 Prozentdes Arbeits- Verdienstes bei Prüfung der Bedürft'gkeit freigelassen werden. Sind Kriegerfrauen genötigt, austerhalb ihres Wohn- sitzes Arbeit zu nehmen und einen doppelten Haushalt zu führen, so wird ihnen für die dadurch entstehenden Mehrkosten ein Betrag von etwa 2 M. für den Tag in Ansatz zu bringen sein. Nachträgliche Meldung»ichtangegcbeucr Kohlenbestäiidc ist von Berliner Einwohnern nur auf einem besonderen Postkarten- Vordruck zu erstatten, welcher auf den Berliner Brotkommissionen oder bei der Kohlendeputation, Breitesir. 11, bezogen werden kann. Wer seine Bestände schon wahrheUsgenmst gemeldet hat, ist zu einer nochmaligen Meldung nicht mehr verpflichtet. Eine allgemeine Bestands- und BerSrauchsaufnahme vop Papier, Karton und Pappe ist bekanntlich für den 8. Oktober angeordnet. Die vorgeschriebenen Anzeigen sind von allen Verbrauchern zu erstatten, deren Bezug im Jahre mehr als 1000 Kilogramm be- tragen hat. Es wird nochmals empfohlen, die für die Meldung vorgeschrie- benen Fragebogen unverzüglich von der Kriegswirtschaftsstelle für em Getd um jehi Kn'egsanseihe zu zeichnen/ denn die bequemen Zahsungsbe- dingungen lassen Dir Zeit. Du mußt Dir nur überlegen/ was Du in den nächsten Wochen und Monaten vor- aussichtlich verdienen wirst. Rechne davon ab/ was Oich Dein Lebens- unterhalt kostet- und Du weißt/ was OuDeinem Vaterlande leihen kannst. Darum zeichne! iil J das Deutsche ZeitungSgewerbe, Berlin C. 2, Breite Str. 8/9, gegen Einsendung von 30 Pf. für 3 Fragebogen, 23 Pf. für deren Heber- seitduug und eines mit der Anschrift des Anzeigepflichtigen versehenen AktcnbriefumschlageS einzufordern. Das Unterlassen der Anzeige zieht die in der Bekanntmackiung angedrohten Strafen nach sich und kann ivcitere erhebliche geschäftliche Nachteile für den Säumigen zur Folge haben. Schachspieler werden auf das heutige Inserat deS Berliner Ar» bciter-Schacüklubs aufmerksam gemacht. Der Verein hat auch für das kommende, Winterhalbjahr einen freien Schachvertehr eingerichtet. Dieser findet jeden Sonntagvormittag von 9—12 in Neukölln, Passagc-Festsäle, Bergstr. 131, und in Berlin „Zur Loge". Kleine Augustsir. 14(Nähe Bahnhos Börse und Rosen- thaler Platz) statt.___ Neukölln. Wintcrvcrsorgung mit Kartoffeln. Der Magistrat gibt bekannt, dast für die einzelnen Brolkommissionsbezirke ver- schiedene Vertcilungsstellen für diejenigen Personen eröffnet worden sind, welche Kartoffeln zur Winterversorgung bestellt haben. Auch wird mitgeteilt, dast mit der Neubelieferung durch die Grosthändlcr demnächst begonnen werden wird. Es wird hiermit darauf aus- inerksam gemacht, daß zurzeit eine reichliche Kartoffelzufuhr ein- gesetzt. ErfahrungSgemäst ist dieser Zustand jedoch nur vorüber- gehend, es must damit gerechnet werden, daß in nächster Zeit nur schwache, wenn nicht sogar zeitweise gar keine Anfuhr erfolgen wird. Die Bevölkerung tut daher gut daran, wenn sie von der Abnahme in den Verteilungsstellen möglichst bald in umfangreicher Weise Gebrauch macht. Schöncbcrg. Gewährung von Kriegszulagen. Der Stadtverord- netenvorstehcr Dr. Graf v. M a l u f ch k a widmete zu Beginn der letzten Sitzung dem verstorbenen Stadtverordneten Bester(Lib. Fr.) einen ehrenden Nachruf. Oberbürgermeister Dominikus teilte mit, daß der Magistrat beschlossen hat, 10 000 M. sür eine Samuel-Vester-Stiftung anzulegen, deren Zinsen für Fortbildungsschüler verwendet werden sollen. Hierauf wurde die Wahl eines Stadtrats vorgenommen und Assessor Dr. M uth es ius einstimmig gewählt. Sodann folgte der Bericht über die Neuregelung der Teuerungszulagen. Zobel(Lib. Fr.) berichtete, daß die Bevölke- rungspolitik immer mehr in den Bordergrund rückt und Familien mit Kindern mehr Berücksichtigung finden müßten als Kinder- lose oder Ledige. Nach der Vorlage sind die Teuerungszulagen der Beamten in vier Gruppen eingeteilt. Danach erhalten kinderlose verheiratete Unterbcamlen jährlich 600 mittlere Beamte 780 M. und höhere Beamte 940 M. Magistratsmisglieder bekommen 1080 M. Verheiratete mit Kindern erhalten außerdem noch für das erste und zweite Kind 20 Proz., sür das dritte und vierte Kind 25 Proz., für das fünfte und sechste Kind 30 Proz. usw. Den Ver- heirateten werden die Verwitweten und Geschiedenen gleichgestellt. Alle Ledigen mit eigenem Haushalt erhalten in der ersten Gruppe 360 M., in der zweiten 540 M., in der dritten 720 M. und in der vierten Gruppe 900 M. Die Kinderzulagen sind wie bei den Verheirateten. Die städtischen Arbeiter und Arbeiterinnen erhalten als Kriegsbeihilfen: Ledige 10 M., Verheiratete ohne Kinder 15 M., Verheiratete mit 1 Kind 27 lvi., mit zwei 40 M., mit drei 54 M., mit vier 69 M. und mit fünf Kindern 85 M. Für jedes weitere Kind erhöht sich die Steigerung um 1 M. An einmaliger Geburtshilfe werden 50 M. gewährt, wenn es das erste Kind ist, 60 M. beim zweiten und bei jedem weiteren Kinde 10 M. mehr. Außer diesen Zulagen erhalten die Arbeite- rinnen und Arbeiter für jeden Arbeitstag eine KriegSlohn- zulage von 1,50 M. für Ledige, 2 M. für Verheiratete und 40 Pf. sür jedes Kind. Die Neinmachefrauen im Rathaus, in den Schulen usw. erhalten als Kriegslohnzulage 60 Proz. ihres im Frieden be- zogenen Lohnes, das sind 81 M. pro Monat und 48 Pf. für die Stunde. Denjenigen Arbeitern, die Familienzulage gemäß der Dienstordnung erhalten, wird diese Familienzulage auf die Kriegs- bcihilfe und Lohnzulage nicht mehr angerechnet. Die in Natural- Verpflegung stehenden Personen des Augustc-Viktoria-Krankenhauses und des Alters- und Pflegeheims erhalten dasselbe wie die städti- scheu Arbeiter. Für die KriegShilfSarbciter und-Arbeite« rinnen bringt der Magistrat eine neue Vorlage, ebenfalls eine Gewährung voit Teuerungszulagen an Enipfänger von städtischer Pension, Witwen-, Waisen- oder Ruhegeld. Genosse Mo HS be- tonte, daß Zulagen auch in zlveckenuprechender Weise gegeben werden sollten. Das sei hier nicht geschehen.> Jetzt die Bevölke- rungspolitik in den Vordergrund zu schieben, wäre zu weit go- gangen, erst müßten die Grundlöhne und Gehälter ausgebaut werden. Ebenfalls sei die Spannung zwischen Ledigen mit und ohne eigenen Hausstand sowie der Verheirateten zu groß. � Die Konjunktur gebe den Arbeitern und Beamten ebenso den Kriegs- Hilfskräften ein Recht auf höheres Einkommen. Eines Tages werden diese Kräfte sich auf die Freizügigkeit besinnen und davon Gebrauch machen und die städtische Verwaltung habe den Schaden davon. Die von der sozialdemokratischen Fraktion gestellten Anträge auf Erhöhung der vorgeschlagenen Lohnsätze lehnten die Liberalen ab. Darauf wurde die Vorlage einstimmig angenommen. Die Erhöhung der Pflegesätze der Armenverwaltung aus 30, 27 und 24 M. pro Monat vom 1. Oktober ab wurde nach Be- gründung deS Stadtverordneten Hoffmann(U. S. P) einstimmig angenommen. In der Verhütung politischer Zwangserziehung minderjähriger Einwohner stellte sich der Magistrat auf den Boden der sozialdemo- kratischen Ausführlingeu. Die welsche Nachtigall. Der Roman eines st erbenden Jahrhunderts, 2] Von R. Franc c. *„Welchen Herrn Grafen meint er?" fragte sie belustigt und sah den Burschen verwirrend an. Der machte ein dummeL Gesicht. „A, welchen Grafen? Na, den unfern... der Graf Morawitzky.. „Quc-ce-qu"il a dit?(Was hat er gesagt?) Morawitzky wieder hier! Quel malheur! Comme ca me fiohe!"(Was für ein Unglück. Wie mich das ärgert!) rief die Sängerin, die alles gehört, unbekümmert dazwischen,„ich nehme ihn nicht an, sage, ich sei schon zu Bette, nein sage, ich verreise noch heute oder sage, ich sei noch krank von der Reise"— und ungeduldig mit dem Fuß aufstampfend schob sie das Mädchen zur Türe, als stünde der unangenehme Gast bereits davor. Lainette gab den Schub weiter und schlug kurzerhand dem Unglücksboten die Türe vor der Nase zu. Der stampfte davon, voll Aitgst, diesen Empfang selbst verschuldet zu haben. Aber der Mas kam nicht. Madelaine hatte noch reichlich Zeit, ihren geschwätzigen Bericht in allen Einzelheiten zu wiederholen. Das rote Licht der Ampel warf im kleinen, durch ein paar Tabourctte und Wandteppiche nur mühsam den Anstand eines Salons wahrenden Stübchen zitternde Reflexe über die beiden Frauen, von denen die Dienerin wie ein schmeichelndes Kätzchen sich allzuvcrtraulftli auf den Teppich hockte. Die Pcndckle am Ramin tickte in der großen Stille der Gesprächs- pause, Lison aber saß gedankenvoll auf dem Sofa, zusammen- gekauert wie ein kleines Rind und sah mit sehnsuchtsiueitcn Augen in das gespenstische Schattengrau der Zimmerecke. „Und sag' Lainettc, man weiß bestimmt, daß er es ist, der mit jener im Garten weilte? Wer hat ihn gesehen? Wer hat ihn erkannt?" Fast angstvoll wartete sie auf die Antwort. �Er kann es beschwören, er legt ein Juraraenfc darauf ab, der nette junge Mensch, der uns hierher gewiesen hat— er selbst hat Lebensart und auf- seine Seligkeit wollt' cr's nehmen, daß es der junge Herr von Solms war, er sagte Reinhard von Solms, den er schon zweimal durchs Hinter- pförtchen in den Seiboldsdorfschen Garten in der Nacht hat gehen seheli— er lvohnt doch vis-a-vis und kann jetzt im Mondenschein alles wie am Tage sehen, was nachts in den Nachbargartcn prästiert..." „Und die Regina Seyboldsdorf, sagt er, ist immer so stolz und hoffärtig. ja, iveil sie so gottselig ist, ist sie stolz. Seine eigene Großmutter, die eine feinere Frau eis Oonäuitv ist, hat gesagt, solche Hoffart kommt vor dem Fall. Lison ballte die fast zu kleinen Händchen und warf jäh ihr Kinn hoch. Sie liebte diese Geste, die ihr den Ruf des Hochmuts verschafft hatte. Unwillkürlich hob sie die Oberlippe straff, daß ihre schimmernden Zähne für den Augenblick ficht- bar wurden, wie bei einem Raubtier. In solchen Momenten war sie überaus begehrenswert. Sie stampfte wieder auf. „Ach ahnte es ja!" Im hellen Aufflackern der Leiden schaft schrie sie es fast Hinaus. Dann aber sank ihre Energie im Schmerz zusammen. Sic ivarf sich über das Ruhebett Ulld begann zu weinen wie ein Kino. „Mir das, mir das." wiederholte sie immer leiser— und dann wieder wie mit einem Schrei nach Erlösung, von innerer Qual: „Lainette, wie bin ich unglücklich— er liebt jene, o, ich vergeh' vor Qual: la miserable... mir das..." Einige Minuten später aber war der Schmerz vorbei und Madcleine>var eifrigst bemüht, mit Puderquaste und Lippenrot die durch die Tränenflnt fast wcggcwaschenen Reize von Madame wieder aufzufrischen, trotzdem ja kein Besuch crlvartet wurde. „Denn den faden Morawitzky nehme ich auf keinen Fall an—" sagte Madame kategorisch. Ueber das Gesichtchen der Zofe huschte ein unmerkliches Lächeln. „Ob Madame daran recht tut? Fast hätte ich vergessen zu sagen, daß der Kavalier de Moraimtzky es ist, dessen Anti- chambre der Sekretär de Solms zugeteilt ist," sagte sie be- scheiden und lauernd. Noch bevor die überrascht aufgesprungene Sängerin ant- Worten konnte, tönte draußen der Türklopfer, Madeleine eilte hinaus— im Augenblick war sie zurück mit der Karte des späten Gastes. „Lc Comte de Morawitzky läßt um die Gnade bitten, empfangen zu werden."— Sie lächelte unnachahmlich als Madame, den Kopf nicht wendend, in rasth angenommener malerischer Pose leicht und herzlich antwortete: „Der Graf kann eintreten."... Lc Comic de Morawitzky hatte nur einen einzigen körper- lichen Vorzug, er war nicht alt. Dafür war er entschieden häßlich. Ein klein wenig verwachsen, jedenfalls zu wenig im- posant, mit ruhelosen, sehr unsicheren Äugen, semmelblond und aschfahl, elegant nachlässig. Er hatte ein wenig das Aussehen einer Hyäne. Jetzt lächelte er freilich zuckersüß, als er sich auf ein Knie niederließ und Madame mit Pathos die Hand küßte. „Diva divissima(Göttlichste), welches Glück! Sic bringen die Sonne nach Ingolstadt! Die ganze Stadt spricht nur von der. Ankunft der großen Künstlerin, man hofft auf ein Konzert, ja man erzählt von einer Stagioire.— Ich freilich bin schon glücklich genug, Sie nur hier zu wissen. Und ich dcitkc bereits jetzt mit Unruhe an die Möglichkeit, daß für mich die Sonne wieder untergeht." Sein Gesicht drückte Schlauheit und Spannung aus. Lison hörte scheinbar aufmerksam und beglückt zu und eigentlich lag nach dem großen Schmerz von vorhin wirklich etwas Süßes, Beruhigendes für sie darin, sich umschwärmt zu wissen... Oh,' was hatte sie nicht schon alles entbehrt seit dem Tage ihrer überstürzten Abreise aus München, da sie, toll vor Verlangen. von einem plötzlichen Fieber sehnsüchtiger Lust gepackt, ihm nachreiste... ihm, der sie nicht kannte, den sie nur einmal gesehen, damals bei jenem Fest... wo er an ihr vorübergeschrittcn und von ihrem glühenden Blick nicht versengt wurde... Nun war sie da, in der Stadt, wo dieser Reinhard Solms. atmete, aus und einging und wo— er der ihre werdeffffollie. Und dazu sollte ihr diese boshafte Hyäne da vor ihp ver- helfen... wie häßlich sie war, wie lächerlich.... An alles dies mußte sie denken bei den zierlich wohl- gefügten Worten des Kavaliers, der ihr sinnend süßes Lächeln, den halbgcschloffencn Blick zu seinen Gunsten deutete und sich selbst in immer heißere Gefühle hineinsprach...h (Forts, folatt Sch-neverg. Lcbeil?mittck. STn die Kinder bis j,u 12 Jahren h�itb nochmals eine Tafel eschokolade verteilt. Die Boranmeldung findet in allen Schöneberger Sükciksilst,eschästen von Donnerstag, den 4.. bis Sonntag, den 7. Ottober,'stall. Die Jnckerzusatzkarle fnr Kinder ist vorzulegen. .. 77 Lffcnhaltrii der Flei'chcrlädc». Der Magistrat hat bestimmt, - dag die Fleischer und Fleischvertäufer ihre Verkaufsstellen an den Wochentagen wie folgt offen halten müssen: An allen Wochentagen auher Montags von S— 1 Uhr vormittags, außerdem Montag und Freitag von S— 7 UKr nachmittags und SonnabendZ von 4—8 Uhr nachmittags. Das Recht des FleifchverkäuferS, feine Verkaufsstelle auch zu andereil Zeiten offen zu halten, bleibt bestehen. Lichtenberg. Besonderer Verkauf auSlniidischcn ObstcS. Der Stadlverwaltung find in letzicr Zeit erneut Klagen übermittelt worden, daß der gleichzeiiige Verkauf inländischen und ausländischen ObstcS durch�denselben Händler eine sichere Ueberlvachnng. daß»ich: inländisches Obst zu den höheren Preisen für anSländische Ware ver- kauft wird, unmöglich macht. Ter NahrimgsmittelauSschnß hat da- her beschloffen, den Verkauf des ausländischen ObstcS nur noch auf den Märkten durch besonders vom Magistrat zugelassene Händler statistndcn zu lassen, deren Auswahl im ffinvernehmen mit dem städtischen Marklpächter erfolgt. FriedrichSfeldc. Kohleuverkauf. Tiesenigen Haushaltungen in KarlShorst, die ihren bisherigen Bedarf an Kohlen noch nicht gedeckt haben, können Kohlen bei den Kohlenhändlern Karl Streck, Junker-Jörg-Str. 21. und Karl Reinhold. Augnste-Vlktoria'SIr. 4?, gegen Abgabe der Fleischkartcnmiitelstücke, Äbichnilte der Kaffee- ersatz-Karte und für die ersten vier Abschnitte der Kohlenkarte ent- nehmen, da dort größere Menge» zur Verfügung stehen. Gleich zeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Entnahme von Brennmaterial auf Koblenkarten nicht auf die bisherige Eintragung beschränkt ist. sondern Kohlen entnommen werden dürfen, wo solche vorhanden sind. KreiS Teltow. Verteilung von Streichkäse. Die KricgZlvir! schaftSstell« des Kreises T»lkow teilt uns mit. daß ebenso wie in Berlin auch im Kreise Teltow ausländischer Streichkäse verteilt werden wird und zwar quartierweis?. Dabei wird in den Gemeinden Steglitz und Friedenau begonnen werden. Von der Reichsfettstcllc ist die Lieferung des Käses für die anderen Orte bereits zugesagt.____ ?nöustrie und Kandel. Friedeiisentschlicßung und Währung.- Keine Dummheit ist de» Alldeutschen dumm geling, um sie nicht gegen die Reichstagsinehrhett auSzustnelen und sich selbst dabei bloßzustellen. Die.Diepholzer Kreiszeitung" fühlt sich nun zur Vorkämpferin gegen den Erzberger-Schridemann-Frieden berufen und beruft sich dabei auf den Rückgang der deutschen Währung: .Die Schuld hat unser Reden von: Verzicht« frieden, welches daS Vertrauen der Welt in Deutschlands wirtschaftliche Stärke unter- grabe» hat. Auch die Friedensresolution des Reichstags vom 19. Juli d. I. hat einen weiteren Rückgang u» serer Währung zur Folge gehabt. da alle Welt die Forde ning eines Verzicht« frieden« a l S Zeichen der Schwäche iv ortet." Die Wahrheit ist natürlich da» gerade Gegenteil: Der scharfe Rückgang der deutschen Währung vollzog sich zu einer Zeit, Ivo die deutsche Regierung keine entschiedene Haltung einnahm, der Frieden also im Zukunstsnebel verschwand und lein ausländischer Kapitalist auf solche Perspektiven hiir sein Geld riSlieren wollte..Jedes Friedenslüftchen treibt die deutsche Währung hochl .Frieden, Währung'uud Kriegsanleihe. Die Hoffnung auf einen baldigen Frieden, die vor wenigen Tagen durch die Welt ging, hat einen ziemlich kräftigen Aufschwung der deutschen Währung bewirll. Leider har dieses erfreuliebe Er- gebniS nicht lange vorgehalten und der MarlkurS bröckelte in Zürich binnen kurzer Zeit wieder von 66,50 auf 64,50 Franken ab. Auch ous die Zeichnung der Kriegsanleihe haben die Friedens- gerüchte iebr anregend gewirkt. Folgende Noliz wird verbreitet: .Die Einzahlungen auf die 7. Kriegsanleihe haben, obwohl erster Pflichtzahlungstermin der 18. Oktober ist, bereits seil dem 2V. Sep- rember einen außerordentlich großen Umfang angenommen, so daß der bisher festgestellte Betrag de» während der gleiche» Zeit bei der sechsten Kriegsanleihe cingezahllen erheblich übersteigt," Dieses erfreuliche Ergebnis verpsiichlet die Regierung, den guten Glauben der Zeichner nicht zu läuiche». Die Westfälisch Auhaltischc Spreuzstoff-Aktien-Grsellschaft ersucht un« um Aufnahme folgender Erklärung: In dem Artikel Ihrer Zeitung vom 1. d. Mt«..Die Internationale des DhnamilS"»eimen Sie auch unser« Firma als zum Juleriiatronalen Dynamittrust gehörend. Demgegenüber erklären«vir, daß wir nie dem Dynamit- trust sowie dein Nobel- oder einem anderen Konzern angebörr hoben, sondern stet» eine selbständige vollständig unabhängige Gesellschaft gewesen find und e« auch zu bleiben beabsichtigen. Wir bemerke«, daß rermittlich unsere Firma mit der Rheinisch- Westfälischen Svreiigstoff-Aknen-Gcsellschaft verwechselt ivurde, wa-Z leider schon häusig gesckiehen ist. Soziales. Mißstände auf dem Arbcitsmarkt für kaufmänuischc Angestellte. Der städtische Arbeitsmarkt Jena stellt in seinem Geschäftsbericht für 19w fest, daß die Lage des Arbeitsmarkles für Arbeitsuchende beiderlei Geschlechts im allgemeinen sehr günstig war. Nur von dem in den pnvaien Handelsschulen ausgebildeten.Käufmännischen Personal" war wieder ein Ueberangebot vorhanden und konnte in- folge dessen nicht untergebracht werde». Trotzdem ständig"Eltern und Erzieher auf die bestehenden Mängel bei diesen.AusbildungSanstalten" hingewiesen wurden und die wenig aussichtSvolle Lage des ArbeitsmarkteS für die so.aus- gebildeten Handelsjchiiler" geschildert wurde, werden täglich neue Schüler diesen Anstalten zugeführt. Nach wie vor suchen diese„Lehranstalten" durch ZcitungS- anzeigen, Versand von Druckschriften usw. neue Schüler anzuwerben, osr unter Versprechung einer gesicherten Zukunft. Leider muß immer wieder die Wahrnehmung gemacht werden, daß diese Ratschläge nicht befolgt werden. WohlfahrtSschiilc der Stadt Köln. Die.WohlfahrtSichule der Stadt Köln", die seit Ostern 1914 besteht und neben der Charlotten- burger Wohlfahrtsschule für Fürsorgerinnen die einzig derartige städtische AusbildungSanstalr für Sozialbcamtinnen ist, wird mit dem neuen Herbsilehrgang ihren Lehrplan und ihre Ausbildungs- ziele erweitern. Die durch den Krieg cutstandenen Mißstände und Probleme stellen heute an die soziale Fürsorge außerorden'.lich viel- scitige Anforderungen und haben infolgedessen zu einer weitgehenden Spezialisieriing auch unter den Sozialbeamiinnen gciührt. Diese Tatsache haben die Leitung der Kölner Wohlfahrtsschule veranlaßt, auf der Oberstufe besondere Fachklassen für hauptsächlich sozial- hygienische, sozialrechtliche und sozialpädagogischc VerufStängkeit ein- ziuichlen.* Genchtszeitung. Trc Prozrst des Prinzen Friedrich Leopold. Apanage- und Entmündigungsangelegenbeit des Prinzen beschäftigte den Geh. Justizrat des Verhandlungen. Die erste Streitsache Friedrich Leopold. Tic klägerischc Friedrich Leopold(Sohn) Kammergerichts in zwei lstcß v. Heyden gegen Prinz Partei vertraten Justizrat Dr. R e i in e r und Rcchlsanivalt W a n g e m a n n, den Beklagten Justizrat. Dr. Lubszynski und Justizrat R o s e n b e r g. Der klägerkscke Antrag ging auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung, wonach Prinz Leopold(Vater) verurteilt werden soll, an den Vormund Rittmeister Viktor v. Heyden den dem Sohn bis dahin gezahlten Unterhallungs- beitrag von 5000 M. monatlich an den Vormund zu zahlen. Seit dem 1. Oktober ist an Stelle des Herrn v. Heyden der Oberst v. Strußberg als Vormund eingetreten.— Justizrat Dr. L u b- szynski beantragte kostenpflichtige Abweisung des Klägers, weil dieser niäit mehr legitimiert sei und eventuell Oberst v. Strubberg einen nellen Antrag stellen müßte. Der Kläge-r führte u. a. aus: Der Vater wolle die Unterhaltuugssumme weiter zahlen, aber nicht durch den Vormund, sondern durch die Mutter des Prinzen. Es handle sich um den begründeten Anspruch des Vormundes, ihm bestimmte Gelder zur Verwaltung zu überweisen. Nach kurzer Beratung entschied der Geheime Justizrat dahin: Der Wechsel in der Person des Vormundes sei nicht erheblich, als An- tragsteller sei der Oberst v. Strubbcrg anzusehen. Die Notwendig- keit einer einstweiligen Verfügung sei nach dem vorliegenden Sachverhalt nicht vorliegend. Der Vormund besitze zurzeit aus- reichende Barmittel, so daß für eine solche Verfügung kein Anlast gegeben sei. Der klägerische Antrag wurde abgewiesen und die Kosten dem Antragsteller auferlegt. Es folgte die Anfechtungsklage des Prinzen Friedrich Leopold ohn) gegen die über ihn durch den Kammergerichtsrat Schrveder unter dem 21. Juni 1917 ausgesprochene Ent- mündigung wegen Verschwendung.— Justizrat Tr. Lubszynski führte aus: Es sei das erste Mal, daß einem Mitglied des königlichen Hauses die Geschäftsfähigkeit entzogen und es ge- nötigt wird, gegen das Oberhaupt der Familie sich zu verteidigen. Ter König kann nickst, abweichend vom Gesetz, ein besonderes Entmündigungsgericht bestimmen, noch aber die Zuständigkeit des Reichsgerichts ausschließen. Ter König kann nicht Verordnungen treffen, die praktisch dem Prinzen die Mög- lichkcit entziehen, seine Rechte bis zum letzten Ende zu verfolgen und das vornehmste Rechtsmilte!, das jedem Deutschen gegeben ist. das Reichsgericht anzurufen, dem Prinzen abzuschneiden. Samt- liehe Schulden des Prinzen sind bezahlt, und so ergibt sich der sonderbare Tatbestand, daß eine Entmündigung besteht, obgleich keine Schulden vorhanden sind und die Eltern fortgesetzt in der Lage waren, die Schulden zu bezahlen. Außerdem sei es unzu- lässig, daß man den Prinzen, der wiederholt darum gebeten habe, nicht persönlich gebärt hat und daß man aus die anaebotcnen um- sangreichen Beweise überhaupt nickst eingegaugen jei. Justizrat Dr. Lubfzvnski schloß mit dem Antrage, die luristischc Zu- lässipkeit des Verfahrens zu verneinen und die Kabinettsorder vom 16. Juni 1917 für ungültig zu erklären.— Rechtsanwalt Dr.-W erthaucr erörterte eingehend die tatsächlichen Verhältnisse, welche dem EntmündigungSantrage zugrunde liegen. Er rügte, daß die Behauptungen, die zur Entmündigung geführt haben, nicht iitrcffend. nicht vollständig und nicht der erforderlichen Beweis- aufnähme unterzogen seien und betonte zum Schluß, daß wahr- scheinlich es nicht der Kläger ist. aus den es schließlich abgesehen ist. Es bestehen mehrjährige Zwistigkeiten zwischen dem Haus- minister und dem Prinzen(Vater) und der Sohn scheine ein Opfer dieser Zwistigkeiten zu sei», wie denn auch die Frage der nicht konsentierten Verlobung in einem gewissen Zusammenhang damit zu bringen sei.— Reckstsanwal: Wolscang Heine bc- bandelte eingehend die rechtliche und staatsrechtliche Seite ocr Frage und wandte sich dagegen, daß der König selbständiger Ent-- niündigungsrichter, nnappclltabcl als erster und letzter Richter sein könne, der sein Recht delegieren könne aus eine bcsttinmtc Person. Ein Hausgcsetz, wonach der König das Recht habe, Mitglieder des Königlichen Hause» zu entmündigen, bestehe nicht; man solle doch ein solches geschriebenes Hausgesetz zeigen! Im allgemeinen sei es doch befremdlich, daß ein Prinz viel weniger Rechte haben soll als jeder andere Staatsbürger, daß er unterworfen sein soll einem Hausrcchte, das er nicht kennt und von dem man ihm nicht gc- stattet, Kenntnis zu nehmen. Und wie ist man gegen den Prinzen vorgegangen? Man habe ihm gegen seinen und den Wunsch und Willen seiner Eltern den ihm so zusagenden Aufenthalt in München verboten und ihm einen anderen Wohnsitz angewiesen. Was die Ratgeber des Königs für unbestrcit- bares Recht hin st eilen, sei ein Schlag gegen das allgemeine Rechtsgefühl der Staatsbürger. Man könne es doch kaum für möglich halten, daß eS in Preußen Leute geben könnte, die ganz rechtlos seien und einer Kabinettsjustiz unterliegen. Gerade die Stellung des. Klägers müsse das Mit- gefühl mit ihm und seinem Schicksal erwecken, denn es handle sich hier um einen sympathischen jungen Mann, der in Ernsthaftigkeit sick» seiner Arbeit gewidmet und nichts in Sviel. Trunk oder in leichtsinnigem Verkehr vertan habe. Es sei ein sebr unglückliches Verfahren, das hier eingeschlagen ist. und er hoffe, daß das Urteil des Kollegiums das alte Wort bestätigen werde: es gibt noch Richter in Berlin! Es folgten längere Ausführungen der Vertreter der verklagten Partei. Rechtsanwalt Dr. Wan gewann ging im speziellen auf die Vcrmögenkverbältnisse des Prinzen Friedrich Leopold Vater e'n, die nicht so glänzend seien, wie behauvtet werde, und führte eine Reihe von Zahlen vor. die beweisen sollen, daß der Prinz in leichtfertiger Weise seinen Liebhabereien riesige Summen geopfert habe. Daß schließlich alles bezahlt ist,. sei ohne Belang. Der An- geklagte habe tvcit über seine Verhältnisse wie ein Verschwender gelebt und nicht die Charakterstärke gehabt, seine Sainmelliebhaberei zu dämpfen.— In weiteren juristischen und tatsächlichen Repliken und Dnpliken beschloß der Gerichtshof, seine Entscheidung in einem neuen Termin am!7. Oktober, 10 Uhr vormittags zu verkünden. flns aller Veit. Die stärkste Funkspruchitakio» der Welt wurde, wie auZ New ?)ork gemeldet wird, in Pearl Harbonr auf den Hawaiinieln am 30. September in Dienst gestellt. Der erste Funkspruch kging nach Washington an daS Marinedepartcment. Er legte 9620 Kilometer zurück._____ Arbetter-Ztamariterbuud Kolonne Groß- Berlin. Zu dem jetzt beginnenden EamariterkurstiS können noch eine Anzahl Teilnehmer zugelassen werden. Der nächste Vortragsabend findet Montag, den N Cllobcr, 8'/, Uhr abends, in EieSteS VerclnShauS, Copenicker Str. 62, slatt. T Heina des Vortrage« ist: Physiologie. LebenZstniktlonen de? menlch. ltchcn UörvcrS. Sämtlichen KurluSteilnchmern steht eine reichhaltige Vibliolhck sowie allmonatlich das Samariter-Organ des Bundes zur Ver- sngung._ Eingegangene Druckschristen. Luther und die heutige Tagesprefle. Von Friedrich Hindenlanz. 80 Pf. Verlag des Evangelischrn PreßvcrbandcZ für Deutschland, Berlin- Steglitz. Heinrich vou Oftrrdingen. Von Novalis.— Geschichten von Jean Paul.(Liebhaberbidliolhek.) Je 1,50 M. Verlag Gustav Kiepenhcucr, Weimar._ öriefkasten üer Redaktion. 101. M. B. Kommen Sie mit dem MiciSvertrag in die Lprechttundi. - M. 2. 84. Kommen Sie zur Rücksprache in die Sprechstunde.— F. 3. 15. Bcachtci? Sie die Antwort de» Oberst o. WriSbcrz im Haupt- auSschuß des Reichstag« ans die Beschwerde des Genossen Stückten in der Nummer vom 90.!'. 17— G. 100. Da sie anderweitig reklamiert sind. können Sie doch nichi selbst aus Erössnnnq eines eigenen Betriebes evenluell tlancil!— F. S. 25. Ihre Anficht ist irrig. Eine derartige Bestimmung existiert nicht.— C. P. 177. 1. und 2. Nein.— P. Z. 100. Krankheit oder Gebrechen, weiche zeitig untauglich machen, aber geheilt werden können. Obr eventuell Unterleib.—®. Z. 80. Für verheiratete Selbstbeköstiger sowie Urlauber 2 M. ab I. 2. 17. Für Unoerheiratete ab 11. 8. 17 2 M. laut Verfügung des KeieaZministecS.—®. A., Reichen berger Ttr. 07. Da die DeSinscktton im ofienttichcn Interesse erfolgt, d. h. eine Vermindr- rung der SlniieckungSgesahr der Mitmenschen berbeisührcn soll, bat auch die Gesamtheit die Kosten für die Abwendung der tyesabr zu wagen. Zahlen Sic nicht. Bei ZwangSmaßregeln lommcn Sie zur-Sprechstunde.— Z. K- 02t». Als Soldat steht Ihnen nur der Leschwerdeweg offen, iilstanzcnmäßig nach der Vorichrist. Sclbstoersiändlich haben Sie ein Recht ans Benisuna.— M. F. 09. 1. Geringe körperliche Fehler am Kieser cociituell Zähne. 2. Krankheiten oder lÄebrcchen, welche zeitig untauglich machen. ob:r beseitigt oder gemindert werden können. 3. Fehler am Gaumen, Rachen usw. L— C. R. 100. Ja. 14 Tage zum Monatsende. tdveNrrniiSstchten kür das»itttlere Rorddenttchlou» bis Freitag mittag. Mäßig warm, viclsach wolkig, leichte Rcgcnsälle. Verband der Last- und ScbanKwirte Deutldstands. j Zahlstelle Berlin. Ten Milglicdcrn zur Nachricht, daß der Kollegk Hermann Stumpe Al.c Jakobstr. 65, Bezirk 6 am 1. Oktober verstorben ist. Ehre seinem Andenke« k Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. Oktober, mittags 1 Uhr. von der Halle deS neuen Luilen- Kirchhofes in Neukölln, Her- mannst', aßc, au« statt. Um rcacBeieiligung ersucht I Tie OrtSvenvaltung. I Am Montag, den 1. Oktober, abends 7fl, Uhr. entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Achwieger- und Großvater, der Restauratcur Hermann Sliimpe im 66. Lebensjahre. 5976 Die« zeigen tiesbetrllbt an »tr tiestrauernden Hinterbliebene». Berlin 8.. am 3. OH. 1917. Wie Jakobstr. 65. Di« Beerdigung findet am Freitag, den S. d. MIS., nach- minagS 1 Uhr, von der Leichendalle des neuen- Lutfin-Kirchhose«, Hermann- jlraße, au» statt. Allen Verwandten, Freun- den und Bekannten die trau- rige Nachricht, daß nach lailgem, schwerem Leiden. verwundet durch Rücken- markschuß, mein innig ge- lieblcr Mann, unser ticbcr Sohn und Bruder Paui S'Seinse verstorben ist. 5966 Die ticstraucriide Witwe Mari« Heinzc geb Schäfer, Eltern und Geschwister. Die Beerdigung jindet TonnerStagnachm. 2's, Uhr ans dem tvarnison-Friedhos, Hascnheid«, statt. Spezlal-irzt l>r. med. Hasche, Ffi8dfichs{r.90 Behandt. vonSYPhiltS- Hont-, Harn-, Frauenleiden, jvcz. chron. Fälle. Ehrlich-Hala-Ku- rcn, schmerzlose, kürzeste Bc« handlmig ohne Bernslstürung. Blulunlerjuchung. Maß. Prei>c. Tcitzahlung. Sprechstunden 16 bis 1 uild 5— 8, Somit. 11— 1. Möbel-a In allen Prckslasen 1-, 2- u. S-Zimm.-WohniniBeii empf. in mod. Ansliitig. Jui. Apeit, lischlerinstr. Berlin SO. Adalbeiisir. 6, Hochbahnst. Kottb. Tor. Bekanntmachung. 27. 7 1917 Durch Beschluß der Gemeindebehörden vom 27~o~1917 ist der GaSpreis von dem Tage ab, an dem im Monat Oktober 1917 die GaSmesserstände aufgenommen werden, unter Forlsall sämtlicher bisher ans den GaSpreiS gewährten Rabatte auf ÄSK Pfennige für daS Kubilmelcr erhöht worden. Die auf die Zeit vom Ende März bis Ende September 1917 rntsallenden, nach dem Staffeltarif zu berechnenden Rabatt- betröge werden am Jahresschlüsse dem Jahresverbrauche ent- svrecheNd anteilig scstgestcllt und vergütet werden. Solchen GaSabnehmcrp, die innerhalb eines GeschästSiahres der städtischen Gaswerke, d. h. in der-Zeit vom 1. April bis zum til. März he» nächsten Kalenderjahres nicht mehr als 365 Kubikmeter GaS entliehnlen, werden am JahrcSschluifc 2 Pfennige des 20 Pfennige pro Kubikmeter betragenden(Las- Preises durch Verrechnung ans das entnoliimenc Gas zurück- vergütet, so daß bei einem jährlichen Grjamtverb rauche btS zu 365 Kubikmetern nur 18 Ps-nnig- pro Kubikmeter zu zahlen sind. Hierbei w!rd jllr GaSabnehmer, die im Lause eine« Ge- schäjlSjahrcS neu hinzutreten, der Jabrcsocrbrauch unter Berück- jichligung der Verschiedenheit deS GaSbrdarst tu den einzelnen Vrerlcljahrcn rechnerisch ermittelt werden. Für den Gasverbrauch durch MünzgaSmesscr werden neben der 2,46 Pfennige pro Kubikmeter betragenden Miete für die Gaseinrichlnng gtcichfalls mir 13 Psennigc sür das Kubikmeter erhoben werden. Die Mehriostm des Gaics werde» in Gestalt eines Zuschlages von 2 Pjg. pro Kubikmeter zu dem durch den Einwurf von Geldstücken in da» Automatenwcrl de» GaSmesscrS bereits entrichteten früheren GaSpreisc durch die Gaswerks- Angestellten bei Entleerung der Geldbüchsen erhoben werden. Berlin, den 23. September 1917. Mon ün«WM GllANlk. S ch i m m i n g. Lenze._* Hhiie ra.echt.Kaatschuk B,50 Al. maÄ. bei Bestellung 0. Gebissen gratis. Goldkronen v. 20 M. an. Spez. Zähne ohne UsIvKNi Oanriger Ltrslle I, Eaumenpl. Aoull»l«als üftlitlUl, Ecke Schonh.?lllec. �II«-WI>ÜW-»öS«M-1 öösliii V/., Kursüsstglisli'. 1W, und ÄhemlkürsB für Frauen und Wen. Ausbessern und Zlufarbcitcn von Kleidern und Wüjchcgegcn- ständen, Modernisicrcil von Hüten. Beginn Mitte Oktober.— Auskunst und Anmeldungen täglich II— l2 Uhr und Montag, Dienstag. Donnerstag . 7— 81/, Uhe abends im Bureau der Anstatt.> MeileÖZWäk'jler-Z-öullö Kolonne Gniß-Berlill. Wiuterkursus 1317-18. Ära iTIontag, den 8. Oktober, abends 8'/, I hr, bopinnt im T.okal COpenieker WtrcjBe OS(oberer Saul), der 2. Vortragsabend dos Ausbildungs-Kursus zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen. Herr Dr. Moses hält einen Vortrag über: PliyHiologle(Uäensfunktionen des menschlichen Körpers. £ar Teilnehmer werden noch aufgenommen. IMI GSste haben einmaligen freien ziutritt. 201,'13 Der Beitrag für den Kursus betrügt 2,50 Mali. Gustav Dietrich. Vorsitzender, Berlin NW. Klopstookstraße 25. 1f of� 1 p. r. Betlteet WellerSlSM«. lieben Sonntag vorm. von 9— 12 freier Dchachbcrkehr in Rcufölln.Passage-Festsäie", Bergilr. 151. Berlin.Zur Loge", Kl. Auguslstr. 14(Nähe Bahnhof Vörie und Roscnlhaler Platz). Elntriit und TeUnahmc frei. 572b Der Borftaud. »u>v»iieiazu irMi>s> i n Lpezislllril vr. med. beb. schnell, gründl., mögt. schmerzlos u. ohne BernfSstdr. Geschlecdtsliranltheit. geheime ttsllt-. Harn-, Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Ehrllch-Hata-Kuren. Harn- u. Bfutuntersuchung.* Künigstf. 3138. 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T'/« U,: Der Katzcnstes. Komödienhaus Tl, Uhr: Die beiden Seehunde. Berliner Theater 71/SU,: Die tolle Komteß. MM-IMet'iJ Cöpcnider Ltlr. 6S. Täglich! CrilSter Laelierlolg! Ms ist die fteöe! Musik von Waller Bromme. Vorvk. ab iv— 2 u. ü U. abdS. �ose-1'heater. 7',, Uhr: Stahl und Gold. Hieraus: völ �gibSrssiNlj. TKester kür vonnerstsx, 4. vlktober. LentrsI-TKester tv, uhr: Die CsapdasIWi!. Dcutache« Opernhaas - t-hr: Der Waffeoselüniel Friedrich-Wilhelmst. Theater -v.uhr: Das DreMerlhaus. Kleines Theater 7'/. �r: gürger Schippet. Komische Oper , TT, Stahl und Gold. '' Schwarrwaldmädel. Lustspielhaus ......' Die blonden Mädels i /4unr: vom Ljn(jenho{. MetropoNTheater u7�: Die Rose von Neues Operettenhaus �uhrtDerSoIdattlepMarte. Stahl und Gold. ttesldcnz-Tbcater 7v, uhr: Dyekerpotts Erhen. Schiller-Theater O T'/j Uhr: MSNlleZ. Üchlller-Th. Chart. Tv-uhr: ¥oin anttern(Iter. Thalia-Theater uhr: Egon und seine Fraiien. Theater am Nollcndorfplatz j 31/,: OieGeschwist. Zerbr.Krug. 71/5Uhr: Die Gulaschkanone.' Sonnabend: 3 alle Schachtoln.! Theater de» Vl'cstens| Tv-uhr: De? verlietste Herzog: mit Guido Thielschor. <£ i'/ M' ■:■„ v.-■;;•-mV*-.'.h. Mozartsaal-Lichtspiele /-- v am Nvllendorf.Platz. Zum Besten der deutschen Spende für Säuglings- und Kleinkinderschutz Sonntag, 7. Oktober, mittags 12 Uhr, .a eles eigens Tiir clie Spende UkUUfsU�tUNA hergelreMc» Kulturfilms � � � � 4. 4, 4r 4r 4» Soziales Drama in 3 Akten von Marg. Lindau-Schulz und Hanna Hennings In der.Hauptrolle: UTütZa vom Deutschen Theater. � Billettvorverkauf durch die Theaterkasse A. Werthcim. ovUUl Lahnhok FriedriohstraLe. Anfang 8 Uhr. Letzte Saison in Berlin. Das mit so Mein Beifall atifgonorarncne etjueslr. SpoFt-Prosi'aimi 4A der besten 4Al »W.Spezialitäten IW' l: Nadchura exotischer Dressur-Akt. 8 Franeonls 8 Zum Schluk: Schnitzeijagd '«ssanraiiBHBBi L. Berliner Konzerthaus Mauerstr. 82. 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Hlnatellaagsbareaa Ebrenbcrgstraße. die Schutzbestimmungen und BemannungKvorschrisien zu Ungunsten"'Cr Scflcme abgeändert werden, i Setzt richtig oci den S-azialdemokraten.) Entsprechende Anträge hnbi-n mir bei dicsein Entwurf nich: gestellt, weil biejc so überaus wichugc Frage dabei nicht genügend gewürdigt werden lönnic, wir fcciicUcn uns aber der, alle dahingehende» Wünsche zu geeigneter Zeit den gesetzt gebenden Körperschaften zu unterbreiten, und wir hoffen, banden Wünschen der Seeleute dann besser entsprochen werden wird alo es vor dem Kriege geschehen ist.(Bravo! bei den Sezialdemokraten.) Abg. Earstcns(Vp.i: Ter Entwurf wird sicher IM bis L Milliarden verlangen. Aber wer A sagt, must auch B sagen, und wenn man den schnellen Wiederaufbau der Handelsfloiie erreichen will, so muß man auch die notwendigen Mittel bewilligen. Abg. Stubmaim(natl.): Mit Tarlehen kann das Ziel des schnellen Wiederausbaues ui'.fercr lcandelsflotie bei den heuiigen Baupreisen nicht erreicht werden. Eine Verstaatlichung der Handel-schiisabrt halten wir nicht für angebracht, da gerade die Handelsschsfsahrt auf internationale Beweglichkeit, auf An- passungssahigkeit in jeder halben Stunde angewiesen ist. Die pri- vate.Initiative, die bisher so Großes auf diesem Gebiet geleistet hat, wird auch die ihr jetzt gestellte Aufgabe erfüllen. Das Haus vertagt sich. Präsident Kacmpf schlägt vor, die nächste Sitzung abzuhalten Tonnerstag, 2 Uhr, mit der Tagesordnung: Jntcrpcllationcn der Sozialdemokraten Lbcr die Beschränkung des Vereins- und Vcr- sauimlungsrcchts durch die Generalkommandos und über dir amt- liche Unterstützung der Agitation der Baterlandspartei. Gesetz über die Vereinfachung der Rechtspflege; Fortsetzung der heutigen De- hatte über das Needereigeietz. Abg. Dittmann(Unabh. Scz.) bittet, die Frage der Schutz- bafi in einer der nächsten Sitzungen auf die Tagesordnung zu setzen. Präsident Dr. Kacmpf: Mit dieser Frage wird sich der Sc- niorenkonvent morgen beschäftigen. Der Vorschlag des Präsidenten wird angenommen. Schluß: 6'/. Uhr.___ Awangsspnöjkate und Rohstoffsrage. Diese y ragen standen am Mittwoch im HauShaltsauS- schütz zur Beratung. Abg. Stresemann(natl.) besprach eingebend die Zwangssyndi- kaie, die zu einer neuen Art der Monopolisierung führen müsten. Die Zwangssyndizieruna solle anscheinend neuen«teuerplänen den Weg ebnen. Aus der Freiheit beruhe unser wirtschaftlicher Aus- schwung. Staatssekretär Dr. Helfferich versicherte, daß die Syndikate lediglich als KriegSmaßnahmen gedacht wären. Man habe eine richrige ZwaugSsyndizierunz bisher nur auf wenigen Gebieten durchgeführt, bisher bei der Schuh- und bei der Selfenindustrie; bei der Brauerei-Jndustrie seien die Vorbereitungen im Gange. Sache staatlicher Borsorge müßte es nach dem Kriege werden, den in den Hintergrund gedrängten Betrieben die Möglichkeit zu schaffen, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Abg. Ricßcr(natl.) polemisiert gegen den Staatssekretär, der ganz übersehen habe, daß diese Zwangsfyndikatc die Rechte der einzelnen Mitglieder völlig beseitigt haben. Abg. Hoch(Sog.) bezweifelt, daß die Antwort deZ Staatssekretärs befriedigen könnte. Dieser Krieg bringe eine völlige Wandlung in der wirtschaftlichen Entwickluikg. Das Volk, das in der Entwicklung zurückbleibe, müsse aus dem Weltmarkt in den Hintergrund geraten. Bei der Zusammenlegung der Betriebe ist die Regierung nicht immer mit der nötigen Schärfe den Sonberwunschcn der Interessenten entgegengetreten. Abg. Liesching(Vp.) t Der Krieg habe gezeigt, wie notwendig die Freiheit des Handels und der Industrie ist. Die Ausschaltung des Handels habe direkt zn einer Verteuerung der Rohstoffe gc- führt. Das Zentrum brachte mittlerweile folgende Resolution ein: Ten Herrn Reichskanzler zu ersuchen, bei Schaffung von Zwangssyndikaten sich auf das alleräußerste Maß zu bc- schränken, sowie darauf hinzuwirken, daß die Leiter der Zwang?- syndikate bei Ausübung ihrer Wirksamkeit die kleinen und mittleren Betriebe nach Möglichkeit sckxmen, und bei den unbedingt notwendigen Einschränkungen den Interessen der ein- zelnen Landkreise tunlichst Rechnung tragen. Abg. Simon(Unabh. Svz.): Ohne Zwang gehe es heule nicht. Die Zusammenlegung der Schuhindustrie war eine zwingende Not- wendigkeit, wegen des Mangels an Rohmaterial. Tie Produktion ist von 12>) Millionen Paar Schuhen im Jahre auf 12 Millionen Paar zurückgegangen. Die Arbeiter werden nicht mehr zur Arbeit gehen können, wenn sie keine Schuhe haben. Minislerialdireltor Müller bestätigt, daß für den Zivilbedars Leder nicht mehr zur Bersügung steht. Es soll alles versucht wer- den, der Schuhindustrie E r s a tz st o f f e zur Verfügung zu stellen. Wenn genügend Holz beschafft werden solle, dann müssen auch entsprechende Preise gewährt werden. Mit den in Frage kommen- den Instanzen werde über die Freigabe von Segeltuch für die Schuhindustrie verhandelt. Oberstleutnant Kocth teilt mit, daß der Bedarf de» Heeres an Leder gedecki sei. » Ein weiterer Antrag des Zentrums, der Fortschritt- ler und Nationalliberalen will: den Herrn Reichskanzler ersuchen, zu veranlassen, daß bei den Vorverhandlungen über Zwangsshndizierungen oder«ruderen Zu- sommenlegungen von Industrien auch Sachverständige des Han- dels gehört werden. Abg. Äeinath(natl.): Es besteht die Gefahr, daß die Zwangs- syndikate nach Beendigung de» Krieges nick» wieder aufgelost wer- den. In der Zementindustrie z. B. besteben Verträge, die auf einen längeren Bestand abzielen. Unterstaatssekretär Schwander: Die Voltswirtschoft läßt sich nur nach praktischen Bedürfnissen führen. Wie lange wir die Zwangssnnditaie nach dem Krieg noch brauchen, kann heute nie- niand wissen. Wir müssen nach dem Krieg rasch wieder Rohstoffe hereinbekommen, unserm Volke Arbeit und Nahrung schassen. Mit dem freien Spiel der Kräfte wird dabei nicht auszukommen sein, sondern der Staat muß seinen Einfluß ausüben. Mir schwebt die Bildung von gewerblichen Organisationen mit Selbstverwaltung unter Mitwirkung und Aus- ficht des Staates vor. Nur so werden wir die großen Aus- gaben zu losen vermögen. Der Mitwirkung staatlicher Beamten in den Syndikaten, die nicht immer nur die öffentlichen Interessen im Auge haben, werden wir nicht«ntbebrcn könne n. Ob freie oder Zwangssyndikate, läßt sich nicht allgemein beantworten. Es wird von Fall zu Fall unter Berücksichtigurig der besonderen Verhältnisse zu prüfen sein. Die Zusammenlegungen müssen in eine Hand gelegt werden. Abg. Graf Westarp(k.)r Wenn Zentrumsabgeordnete im Lande bchaupiei hätten, wir seien am Ende mit unseren Roh- stoffen, so sei das eine Uebertreibung; der Bedarf des Heeres sei aus weit hinaus gedeckt. General Scheuch bestätigt Letzteres. Abz. Dr. Pslegcr(Z.) hält es für ausgeschlossen, baß Zentrums- abgeordnet« sich in der vom Grafen Westarp gerügten Weise geäußert haben. Abg. Nacken(Z.)Y Gras Westarp hätte besser getan, bestimm- tere Angaben zu machen, anstatt allgemeine Beschuldigungen gegen Zentrumsabgeordncte zu erheben. Ein im Laufe der Beroandlungen eingegangener national- liberaler Antrag will den Beteiligten innerhalb der Syndt- katZverwalturyten einen größeren Einfluß sichern. Abg. Gras Westarp(f.) hält seine Behauptung über die Zen- tnimSabzeordncten ausrecht. Ihm sei da» aus Schlesien und au§ Bayern mitgeteilt irovden. Abg. Nacken Dem Abg. Grafen Westarp gegenüber be- merke er) daß es bisher nicht üblich war. gegen ein« Partei im Ai,l>w::ß Vorwürfe zu erheben, die gar nickt näher erläutert werden teni'.Ieii. Damit war die Ausspreche erledigt. Tie Anträge w u r- den angenommen. Nächste Sitzung Freitag: Nachtragsetat, Besoldüngsfragen, Dienstpflicht der Ausländer. der Uebe SsÜ für Sie Vaterlanüspartei. Die„Niederschönhauiencr Evangelisch- Kirchlichen Nach- richten", die von dem ersten Geistlichen des OrtS redigiert werde», enthalten in ihrer Nummer vom 2. Oktober diesen herzbrechenden Aufruf: Und waS tust Du für Deutschlands große Stunde? 1. Dein Gold gehört dem Vaterland! lind 2. zeichne die 7. Äncgsanleibc! U n d 3. bist Du schon Mitglied der„Deutschen Baterlandspartei"? Nein— Nein— Nein? Wie willst Du bestehen? Bor Deinem Vaterlandc— Deinem Gewissen— Deinem Gott? Zllso, wer noch nicht Mitglied der Vaterlaudspartei ist, der kann in Niederschönhausen vor seinem Gott nicht bestehen. An der Himmelstür findet nämlich eine Kontrolle der Mit- gliedSbüchcr statt. Ein intereflantrs Zugeftänünis. Einer hiesigen alldcu:jchen Korrespondenz ist die sozialdemo- kratische Jntervellalioil über behördliche Agitation zugunsten der VaierlandSvartei derartig w die Glieder gefahren, daß sie in einem langen Artikel ihrer Wut Lutt machen muß. Mitten in dem all- gemeinen Entriistungsgetobe findet sich jedoch folgender Satz: Wir sehen dem Ausgange des geplatcu Spektakels mit Ver- trauen in der selbstverständlichen Erwartung entgegen, daß die Regierung ihr gutes Recht oder richtiger: ihre Pflicht zu rück- sichtsloicr Aufklärung de? Volkes über die brennenden nationalen Lebensfragen mit aller Kraft betonen wird, wennschon sie etwaige Fälle einer behördlichen Zwangs- ousübung zum Eintritt in naiionale Verbände ui>o. natürlich preiszugeben und für die Zukunft zu verhindern haben wird. Diese Ausführungen lassen auf ein sehr, sehr schlechtes Gewissen schließ?».'__ Volksvertreter— femüliche Agenten. Ein neuer Beitrag zur alldeutschen Hetzmethode: Ein hiesiges von schwerindustriellen Geldern gekauftes alldeutsches Tagesorgan bringt in schlecht nachgeinachtem Berlinisch folgende Unterhaltung: R.: Heut häste sollen im ZirkuS Busch sin. Da hat ecn Major ne Reede jehalten— aber, Kern! Da komm icke jrade uf so cen Theaterstück, durch det icke zum Verräter an meen Vaterland jestempelt werden sollt. Een Mann wollt mir mit Judaslohn bestecken, zun, Feldzug jesen de VaierlandSvartei. Nf de Straße sollt ick schreien:.Deutschland i« am End«',.alle Siege sin Lügen, Stimmungsmache" un noch änderet mehr. F.: Mensch hör uf! Det sin dock alles nur feendliche Ajenten, nennen sich aber doch ganz frech Volksvertreter. Die Beschimpfung der deutschen Volksvertreter als Agenten des feiildlichen Auslandes wird hier ntchl das erstemal von alldeutscher Seile erhoben, wir Icgen's zu den übrigen. Was aber die An- Werbung bezahlter Spektakelmacher anbelangt, so suchen die All- deutschen vergeblich andere hinter dem Ofen, hinter dem sie selbst oft genug sitzen. Zensur unö Selagerungszuftanü. Auf eine Anfrage DoveS(Vp.) antwortet die Regierung, daß die Vorzensur über den Berliner Dcpefchenverkehr der..Frank- furter Zeitung" aufgehoben sei. Tie Zensur schreite bei Erörte- rung innerpolitischer Fragen nur im Falle.gehässiger Angriffe" ein, oder wenn das militärische Interesse es fordert. Fortgesetzt werde darauf hingewirkt, daß die Behörden die Richt- linien für die Zensur weitherzig auslegen. Auf eine Frage vvn Wels(Soz.) wird folgendes geantwortet: lieber die Handhabung des Verein?- und Versamwlungs- rechts bestehen für den Bereich des Oberkomuiondos in den Marke« einheitliche Bestimmungen. Nach diesen dürfen Sffent- liche Versammlungen politischer Parteien oder diesen gleich zn erachtender Vereiuigungcu nicht gestattet werden. Die vom Landrat des Kreises Calau erteilte Antwort ist daher durchaus zutreffend. Davon, daß in anderen Kreisen der Provinz Bran- denburg öffentliche politische Veranstaltungen gestattet sind, ist dem Herrn Reichskanzler nichts bekannt geworden. Ausnahmebe- stimmungen für de» Kreis' Calau oder das Niederlansitzer Jn- diistrieretner bestehen nicht. Auf eine Frag? Äecks(Soz.) wird geantwortet, die Mann- beimer S che i d e m o n n Versammlung sei ohne Bedingungen ge- stattet worden.„Erst als bekannt geworden war. daß eine Stö- rung der Versammlung durch hetzerische Agitatoren anbe- rer politischer Richtung beausichchgt sei, wurde nachträglich zur Bedingung gemacht, daß keine Diskussion stattfinde nnd Anfragen an den Redner unterblieben."«Aus der Anfrage des Genossen Geck geht hervor, daß der sozialdemotratischen Partei Eingristc wie der van Mannheim so unerwünscht wie nur möglich sind! Red. deS„Vorwärts".) Krieüenskunögebung in Hraunschweig. Zu einer imposanten Kundgebung für den Verständigung»- frieden gestaltete sich eine Volksversammlung, die am Dienstag- abend in B r a u u s ch w e i g tagte. Der Zustrom war' so groß. daß der große Saal de« WilhelmSgartenS abgesperrt wmden mußte. ES spräche» Abg. S ch o p f l in und nach ihm der Vertreter Braun- schweigS im Reichstag, Abg. B l o S. Gegen nur rüns Stimmen fand eine Resolution Annahnie, die der Friedenskund- gebung de» Reichstages zu stimmt, der sozial« demokratischen ReichStagSfraktion das Vertrauen ausspricht, daß sie auch in Zukunft wie bisher in energischster Weise für den Frieden eintreten werde. Der mustergültig ruhige Verlaus der Versammlung ist in An- betracht des Tagungsortes von besonderer Bedeulnng. Nirgends ist der Kamps der Parteispalter, der Unabhängigen und Spartakusleule. in ähnlich erbitterter Weise gegen die Partei geführt worden, wie in Braunschweig. An sehr häßlichen und bedouerlichen Szenen bat es zur Freude der Gegner nicht gefehlt. Inzwischen scheint aber auch in Braunschweig ruhigeres Denken Platz gegriffen zu habew Da» zeigt der mustergültige Verlauf der auch von Minderheits« anyäiigern stark besuchten BersarUrnlung und die fast einstimmige Annahme der Resolution. Als Schöpflii, am Schluß der Versomm- lung seiner Freude über de» Verlauf Ausdruck gab„nd auf die I norweudige Einheit der Arbeiterklasse hinwies, erntete i er stürmt'chen, allgemeine» B ifall. Parteinachrichten. parteigenoj?en! Auf Grund des Organisationsstatuts beruft der Partei- vorstand den nächsten Parteitag auf Sonntag, den 14. Oktober d. I., abends 7 Uhr, nach dem Huttcnschen Garten in Würzburg, Virchotvstr. S, ein. Als vorläufige Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Bericht des Parteivorstandes: a) Allgemeines. Berichterstatter: Fr. E b c r t. b) Kasse. Berichterstatter: O. Braun. 2. Bericht der Kontrollkommission.— Bericht- crstattcr: Fr. B r ü h n e. 3. Bericht der RcichStagsfraktion.— Bericht- erstatter: Dr. David. 4. Die n ä ch st e n Aufgabe n dcrPartc i.— Bericht erstatter: PH. S ch e i d e m a n n. 5. Antrag e. 6. Wahl des Partcivorstandcs, der Kon- trollkomniission und des Ortes, an dem der nach st e Parteitag stattfinden soll. Die Vorstände der Wahlkrcisovganisationen werden dringend ersucht, dem Partcivorstand die Namen der gewählten Delegierten unter genauer Adrcsscnangabe alsbald mitzuteilen, damit ihnen die Vorlagen und sonstige Mitteilungen zugchen können. Wegen WohnungSbefchaffung müssen sich die Delegierten außerdem beim Lokalkomitee melden. Adresse: Fritz Endrcs, Arbeitcrsekretär. Wiirzburg S e m m e l st r. 46. Berlin, den 25. August 1917. Der Parteivorstand. Ein Wort an dir Arbeitereltern! Seit Jahren betrachtet es die erwachsene Arbeiterschaft als besondere Ehrenpflicht, sich ihrer Jugend anzunehme» und ihr den Weg zu weisen, der auS der grauen AlltagSnot zu hoben leuchtenden Zielen, zu ernster Geistesbildung und freudigen Lebensbejahung führt. Zu diesem Zwecke wurde die freie Jugendbelvegung iiiS Leben gerufen. Sie ist die Gemeinschaft aller jungen Arbeiter und Arbeiterinnen, deren Interessen sie in nachdrücklichster Weise vertritt. Sie gewährt ihren Anhängern Rat und Beistand bei Miß- ständen im Arbeitsverhältnis, sie bietet ihnen Veranstaltungen be- lehrender und unlerhaltendcr Art. interessante Vorträge aus allen Gebieten des Wissens, friich-fröhliche Wanderungen in der herrlichen Natur, sowie Gelegenheit zur zwanglosen Aussprache im Kreise gleichgesiimter Alterskameraden und-Kameradinnen. Besonders die Jugendheime sind echte BildnngS- und Erholungsstätten für die Jugend. Die Abende in der Woche werden so ausgefüllt, daß jeder Jugendlicke auf seine Rechnung� kommt. Spiel- und Lese-, Vortrags- und TislussionSabende wechseln mit- einander ob. DaS geistige Band, das die Jugendlichen untereinander ver- bindet, ist unsere Jugendzeituug, die„A r b e i t e r- I u g e n d". Sie erscheint vierzehniägig und ist reichhaltig und interessant ausgestattet. Bestellungen darauf werden in den Parteibuchhandlungen, in den Jugendheimen usw. angenommen. Pflicht der Arbeitereltern muß es lein, ihre schnl- entlasseiicn«söhne und Töchter der freien Jugendbewegung und deren Veranstaltungen zuzuführen, sowie für sie die„Arbeiter- Jugend" zu abonnieren. Jetzt z» Beginn des Winters ist die ge- cignetste Zeit zur Agitation für die Sache der Jugend, die zugleich die Sache der gesamten Arbeiterschaft ist. Möge daher anch die erwachsene Arbeiterschaft mit ollen Kräften unsere in der Jugend- bewegung tätigen Genossen unterstützen, die jetzt erneut wieder eine nachdrückliche Agitation für die.Arbeiter-Jugend" betreiben I Zeitungsverbot. Kürzlich teilten wir mit, daß unser Dortmunder Parteiorgan, die.Arbeiterzeitung" den Namen„Westsälische Allgemeine Polls- zeitung" angenommen hat. Die erste Nummer dieser umgetausten Zeitung ist nun am 29. September erschienen, aber nur zu dem Zwecke, ihren Lesern mitzuteilen, daß sie verboten worden sei. LeKte Nachrichten. Neuer Fliegerangriff auf Frankfurt. Frankfurt a. M., 3. Oktober. Amtlich. Gestern abend, 19.39 Uhr. erschienen, rechtzeitig gemeldet, und von den Ab- wehrg�jchützen lobhaft beschossen, mehrere feindliche Flieger und warfen über Frankfurt und Umgebung eine größere Zahl von Bomben ab. Soweit bisher festgestellt, sind im Woichbilde der Stadt in verschiedenen Stadtteilen 18 B o m» den niedergefallen, die geringen Sachschaden anrich- teten und nach den bis jetzt eingegangenen Meldungen fünf Personen verletzten. 11.35 Uhr war der Angriff beendet. Hindcnburgs Dank. Gencralseidmarschall H i n d e n h u r g hat für die Glückwünsche zu seinem 70. Geburtstag eine Danksagunp erlassen, in der eS heißt: ..Sorget nicht, was nach dem Kriege werden soll, das bringt nur Mißmut in unsere Reihen und stärkt die Hofsnungen unserer Feinde. Vertraut, daß Teutschland erreichen wird, was es braucht, um für alle Zeit gesichert dazustehen, vertraut, daß der deutschen Eiche Luft und Licht geschaffen werden wird zu sreier Entfaltung! Wir sehen das Ziel vor un?: Ein Deutschland hoch in Ehren, frei und groß!"_ Soloatentod— in Wien! Wien, 3. Oktober. Im Ltbgeordnetenhause wurde eine drin- aertde Anfrage an den Landesoerteidigungöminister betreffend die Tötung eines Dragoners auf dem Wiener Ostbahnhof be- sprachen. Der Dragoner wurde, als er vor der Abfahrt des Zuges von seinen Bekannten Abschied nehmen wollte, von einemOder- leutnant geohrseigt, und als er die Schläge abzuwehren versuchte, stach der Oberleutnant mit seinem Seitengewehr auf ihn los. so daß«r als Leiche liegen blieb. Landesvcrteidi- gungSminister E r a p p erklärte, er werde den Vorfall aufs strengste untersuchen. Die demokratische Konferenz erklärt sich permanent. Petersburg, 3. Oktober.(Meldung der Petersburger Te!egr.- Agentur.) Nach den bereits gemeldeten, sich widersprechenden Be- schlüsson für und gegen ein« Koalition entschied die demokratische Konfevenz, daß das beträchtlich durch Vertreter aller Parteien ver- stärkt« Bureau am Nachmittag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten solle, um die Mittel zum Ausgleich der Wider- spräche zu suchen und die Einheit des demokratischen Willens zu verwirklichen. Gleichzeitig nahm die Konferenz einftrmmig eine Entschließung an, sich nicht eher aufzulösen, als bis sich die Negierungsgewalt in einer für die Demokratie annehmbaren Form gebildet Hai. für dauerndes JSacbt-Bacfeverbot. Seit 2llt Jahren erfreuen sich die Bäcker des Verbots der Nacht- arbeit, daS ihnen eine BundeSrotSverordnunq als KriegSmatz» nähme gebracht hat. Der weitaus proste Zeil der Bäcker— SKeiftcr und Gesellen— wünschen dringend, fcafc dieZ Verbot nicht eine»IriegSmaßnadme bleibt, die mit dem Ende des Krieges wieder schwinden würde, sondern sie fordern, dag die Nachtarbeit durch Gesetz dauernd verboten wird. Nur eine kleine Gruppe von Grojz u n t e r n eh m e r n im Bäckergewerbe mochte. daß die Nachtarbeit sobald als möglich, wenigstens ober gleich nach dem Friedensschluß, wieder eingeiührt wird. Diese Heine Jnteressentengrut pe arbeitet andauernd und planmäßig für die Verwirklichung ihres Verlangens. Eine für die Nachtarbeit Stim« nning niachende Noti�, die in letzter Zeit durch die Presse ging, bat ibren Ursprung anscheinend in den Kreisen der erwähnten Jnteressentengruppe. Um der Wühlarbeit dieser Kreise cntgegenzu- treten, hatte der Verband der Bäcker und Konditoren am Dienstagabend eine osientliche Versammlung nach dem Lehrer- vereiitshause einberufen, die von Gesellen und Meistern in großer Zahl besucht war. Das Reich Samt des Innern war ver- treten durch den Geheimen RegierungSrat Landmann, das preußische H a u d e l S>n i u i st e r i u m durch den Geheimen RegierungSrat F r i ck, die Bäckerinnung durch Obermeister Schmidt, Altmeister Müller und andere, die Freie Ver einigung der Bäckermeister durch ihre Vorsitzenden Vetersohn und Hagen, die Gesellstchait für Soziale Reform durch Pros. Dr. Fraule, die Fraktion der IIn abhängig e n Sozialdemokraten durch den Abgeordneten Büchner und die Fortschrittliche Volkspartei durch den Abgeordneten Wetnhausen. Der Referent Hetzschold vom Verband der Bäcker und Konditoren verwies darauf, daß sich nach dem Erlaß der Bundes- ratSverordrnmg der HauShaltungLauSschuß deS Reichstags einmütig für die dauernde Beseitigung der Nachtarbeit im Bäckergewerbe ausgesprochen hat. In jener Sitzung des HauShaltungSausschusseS am 2ö. August Ililö erklärte der damalige Staatssekretär Del- ch r ü ck, die Reichsregierung sei in dieser Hinsicht einer Meinung mit dem Ausschuß und auch der zuständige preußische Minister teile diese Ansicht. Dann fand— wie der Referent weiter ausführte— am 19. September 1915 im ReichSamt des Innern eine Konferenz von Vertretern des BäckergewetbeS statt, die sich Über einen von der Regierung ausgearbeiteten Gesetzentwurf aussprach, der das dauernde Verbot der Nachtarbeit aussprach. Alle Teilnehmer der Konserenz erklärten sich mit diesem Gedanken des Entwurfs einverstanden. Nach diesen Erlebnissen erwartete man, daß der Ent- ivurf bald dem Reichstag vorgelegt werden würde. Aber eZ erfolgten keine weiteren Maßnahmen. Noch heute warten die An- gehörigen des Bäckergewerbes vergebens auf die Erfüllung ihres berechtigten Wunsches. Inzwischen sind vier Beschlüsse des Reichstags beziehungsweise seiner Kominissionen gefaßt worden, die sich 'alle für das Verbot der Nachtarbeit aussprachen. Wiederholt hat die Regierung sich wohlwollend zu dieser Frage geäußert. M i n d e- sienS Neunzehntel aller Beruf Sangehörtgen haben f t ch für da 5 dauernde Nachtbackverbot erklärt. Dem Einwand, die im Felde stehenden Bäcker würden über diese Angelegenheit anderer Meinung sein, ist durch eine Ab- stimmnng unter den Feldgrauen begegnet worden, von denen sich 99 Prozent gegen die Wiedereinführung der Nachtarbeit er- klärten. Angesichts dieser Tatsachen drängt sich die Frage auf: Warum kommt der Gesetzentwurf, der schon im September 1915 fertig war, nicht auS dem Schrank der Kanzlei heraus und warum wird er nicht dem Reichstage vorgelegt. Wer ist denn so mächtig, daß er die deutlich ausgesprochene Absicht der Regierung vereiteln konnte. Eine bestimmte Antwort auf diese Frage kann nickt gegeben werden. Aber aus der Bewegung, die eine kleine aber einflußreiche Gruppe des Gewerbe? für die Wiedereinführung der Nachtarbeit betreibt, darf geschloffen werden, daß eine kleine Zahl großer Brotfabrikanten in ihrem Geschäftsinteresse dem Verlangen der großen Mehrheit der Berufsangehörigen entgegenarbeitet und daß sich auch einige sonderbare Heiltge aus den 51 o n s u in V e r e i» e» dieser Bewegung angefchloffeii haben.— Im Gegensatz zu dieser kleinen Interessenten- gruppe bitten wir die Regierung im Namen der überwiegenden Mehrzahl der Beniisgenossen dringend und nachdrücklich, den Erlaß eines die Nachtarbeit für alle Zeit beseitigenden Gesetzes zu ver- anlasten. In der Diskussion bekundete Professor Dr. Franke die Sympathie der bürger- kichen Sozialresormer mit den auf dauernde Beseitigung der Nacht- arbeit gerichteten Bestrebungen der Bäcker. Geheimer Regierungsrat Landma nn sagte, wegen der BerOndetungen im ReichSamt des Innern könne et den Zeitpunkt nicht angeben, wann der Gesetzentwurf über daS Nachtbackverbot eingebracht werde. Er sei aber zu der Erklärung ermächtigt. daß in der Absicht der Regierung, dem Reichstage einen solchen Gesetzentwurf vorzulegen, keine Aendernng eingetreten sei. Obermeister Schmidt versicherte, die überwiegende Mehrheit der Bäckermeister sei für die dauernde Beseitigung der Nachtarbeit. Mit Freuden begrüße er deshalb die Erklärung des Regierungsvertreters. Bäckermeister Petersobn sprach namenS der Freien Vereinigung für das dauernde Nachtbackverbot. Reichstags abgeordneter Büchner bemerkte, seine Fraktion werde bemübt sein, den angekündigten Gesetzentwurf zu- gunste» der Bäckereiarbeiter zu gestalten. Reichstagsabgeordneter W e i n h a u s e n meinte, da die Regierung den Zeitpunkt für die Einbringung des versprochenen Gesetzentwurfs noch nicht angeben könne, sei es notwendig, etwas Dampf dahinter zu machen, damit das Versprechen bald erfüllt werde. Im Schlußwort dankte der Referent Hetzschold den Redner» für die Bekundung der Sympathie mit der Forderung auf dauernde Beseitigung der Nachtarbeit. Die nachstehende, vom Referenten vorgeschlagene Resolution fand einstimmige Annahme. Die Versammelten erklären, daß sie von der Reichsregierung er- warten, daß sie das wiederholt in Aussicht gestellte Nachtbackverbot baldig st erlassen, oder daß ein endgültiger Entwurf den gesetzgebenden Körper- schaften zur schleunigen Verabschiedung zugeht. Es ist dringend erforderlich, daß sowohl die Groß- als auch die Mittel- und Kleinbetriebe sich schon jetzt auf die Friedenswirtschaft einrichten und ihre ganze BetriebSstibrung aus die dauernde Be- seitigung der Nachtarbeit einstellen können. Die Bäckereiarbeiter, zu denen jetzt wieder Tauiende älterer Berussarbeiter gekommen sind, die früher von der Bäckerei abgestoßen wurden, da sie sich in- folge der dauernden Nachtarbeit keine Familie gründen konnten, haben daS Recht, mm bald zu erfahren, ob sie nach dem Kriege wieder zu einem Berufswechsel gezwungen werden sollen. Die Bäckereiarbeiter sind nicht gewillt, sich allen, von jedem einsichtigen Sozialpolitiker und von jedem Arzt ohne weitere? zugegebene schwere Schädigung der Gesundheit durch die Nachtarbeit wieder auszusetzen. Sie haben den II n t e r s ch i e d zwischen Tag- und?! achtarbeit kennen gelernt und wollen deshalb die für daS Gewerbe durchaus nicht notwendige?! achtarbeit unter keinen ll m st ä n d e n wieder auf j t ch nehmen. Tie im Laude schaffenden Bäckereiarbeiter wissen sich'in ihrem Verlangen nach dem schleunigen Erlaß eines dauernden Nachlback- Verbots aber auch einig mit den heut für daS Vaterland kämpfenden Berufsgenosten. Sie erinnern daran, daß eine Abstimmung der im Felde stehenden Berufsgenossen das Ergebnis hatte, daß 11 159 Ge- Hilfen und W2S Meister, zusammen 14 976 Abstimmende, ihre Meinung kund gaben, daß sich von diesen nur 88 gegen ein dauerndes?!achtbackverbot erklärten und nur 167 dagegen stimmten, daß ein solches Verbot sofort erlassen werden sollte. Die Bäckereiarbeiter wissen aber auch, daß unter den Meistern und Unternehmern heute auf der ganzen Linie jeder Widerspruch gegen das Nachtbackverbot verstummte und nur noch über Einzel- besten einige MeitiungSverschiedenheiieit zutage treten. Weim die Arbeitsfreudigleit der Angehörigen de? BäckerberufS aufrecht erhalten werden soll,' ist eS nur recht und billig, daß man dem Gewerbe so bald�rls möglich zeigt, wie seine Zulunft sich gestalten wird. Schließlich wählte die Versammluuz eine Deputation, welche dem Reichskanzler die Resolution überbringen und begründen soll. GewerkfchafisbMMNg verltn und Umgegend. Zentralverband der Handlungsgehilfen. Am 28. September hatte der Bezirk Berlin des Zentral- Verbandes der Handlnngsgehilseit seine Mitglieder- Versammlung. Der Kassierer eschmidt erstattete den Kassenbericht vom 2. Ouartal 1917. Der Kassenbestand ist von 5678,14 M. auf 5570,94 M. gesunken. Ott Mitgliedsbeiträgen sind 9620,10 M. vereinnahmt und davon 60 Proz. der Hauptkasse zugeführt worden. Für Agitation sind 1371.03 M. verausgabt, die Erpedition deS Verbandsorgans hat 542,45 M. erfordert. Sehr gering ist die für Stelle nlosenunter st ützung verausgabte Summe von 317,20 M. Die Mitgliederbewegung zeigt ein erfreuliches Bild. Zu Beginn deS Ovartals hatten wir 3921 Mitglieder und ant Schluß des Quartals 4563. Etwa 1800 Kollegen stehen im Felde. Den Geschäftsbericht erstattete Kollege Eick» er. Die 7-Ubr-LadetischIußbewepung war der Austakt für eine für uns sehr erfreuliche Warenhausbewegung. Der Beschluß des Bundesrats, den 7-Uhr«Ladenschluß in Frage zu stellen, hat die Laden- angestellten aufgerüttelt und uns so den Boden geschaffen, auf dem wir arbeiten konnten. Die Lohnbewegung bei der Firma A W e r t h e i m bat uns einen vollen Erfolg gebracht. Noch im Mai stand die Ge- schäftsleitung auf dem Standpunkt, daß man wohl mit dem Trans- Portarbeiterverband und mit dem Metallarbeiterverband verhandeln müsse, daß eS ibr aber durchaus nicht zugemutet werden könne, mit dem Zentralverband der Handlungsgehilfen zu verhandeln. Sie hat aber nicht nur mit unS verhandeln müssen, sondern hat unS auch die im Austrage der Angestellten unterbreiteten Forde- rungen bewilligt. Die Angestellten der �Finna haben aber auch zusammengehalten, sich weder von Schikanen noch von Maßregelungen abschrecken lassen, sie haben den Mut be- wiesen, eltvaS aufs«piel zu setzen und so den Erfolg errungen. Bei den Firmen: N. Israel, Joseph u. C o.,?ieu- kölln, A. I a n d o r fu. Co., Beamtenwirt schastSverein und für die F i l i a l l e i t e r der Färbereisilialen sind ebenfalls Lohnbewegungen im Gange. Wenn nicht immer die von den An- gestellten gewünschten Erfolge erzielt worden find, so liegt es daran, daß die Angestellten noch nicht in genügender Zahl dem Zentral- verband der Handlungsgehilfen angehören. Siecht bedeutend ge- staltet sich die Lohnbewegung bei Tietz. Nachdem die Firma ge- zwmtgen wurde, 20 M. pro Monat mehr zu zahlen, versucht sie mit ollen Schikanen unsere Bewegung zu hintertreiben. Ileberou« hinderlich sieht uns hier ein gelber Personalausschuß im Wege. Die Angestellten wissen zivar nicht, wie dieser BetriebZausschuß zustande gekommen ist, müssen aber mitansehen, ivie derselbe die Interessen der GeschästSIeitung vertritt, nur nicht die der Angestellten. Wenn die Angestellten erst voll und ganz den Wert der Organisation begriffen haben werden und den notwendigen Mut zeigen werden, so tverden und müssen sie auch über den Kopf dieses Ausschusses hinweg ihre Forderungen voll und ganz durch- setzen können. In der Großindustrie haben wir mit anderen Ver- bänden gemettisame Aktionen unternommen. Hier haben leider die Angestellten die Situation nicht voll auszunutzen gewußt. Bei einer Klage der Angestellten der A.-E.-G.-Betricbe vor dem KriegSaiisichuß ist dieser zum erstenmal seit seinem Bestehen zu keinem Urteils- spruch gekommen und die Angestellten haben sich bedauerlicherweise damit zufrieden gegeben. Die männlichen Angestellten der Großindustrie haben nicht den Mut und die Tatkraft gezeigt, wie die weiblichen An- gestellten der Warenhäuser. Die Verläuferinnen und daS Kontorpersonal der Konsum-Genossenschaft habe» GebaltSzulagcn bekommen. Die Einführung des©iedenubrladenschlusseS in der Genossenschaft hat die GeschästSleitung abgelehnt. In der Diskussion wird der Standpunkt der Gewerkschafts- kommisfion in der Frage des Siebenuhrladenschlusies(für Lebens- irnttelgeschäste) scharf kritisiert. Uebcr einen Antrag, aus dem Berliner EewerkschastSkartell auszutreten, hält sich die Versammlung nicht für berechtigt, zu beschließen. Auf Antrag des Revisors wird dem Kassierer Entlastung erteilt. Angenommen wird ein Antrag, den Jngendbeitrag von 30 Pf. auf 60 Pf. pro Monat zu erhöhen, wodurch die Jugendlichen die Rechte der ordentlichen Mitglieder erhalten und viel leichter zusammen- gefaßt werden können.'_ veutfches Reich. Eiuc Lohnbewegung der deutsche« Zcheibentöpfer. Im Februar d. J.� hatte der Zentralvorstand deS Töpfer-Ver« bandeS Vertreter der Scheibentöpferorte zu einer Konferenz nach Dresden berufen, um bestimmte Richtlinien zur Erlangung günstigerer Lohnbedingungen festzulegen. ES wurde beschlossen, uberall kurz vor Tarifablauf mit den Unternehmern zu verbandeln. Fast in allen namhaften Scheibentöpferorte», wo der Töpfer-Verband entscheiden- den Einfluß hat, ist cS gelungen, die bisher erbaltenen TeuerungS- zulagen und daneben«ine weitere Lohnaufbesserung tariflich auf bestimmte Dauer festzulegen. Die iiieistc« der solcherweise verbesserten Lobnlarife haben Gültigkeit bis zum Herbst 1918, eitrige bis 1919. Die erreichten Zulagen sind teilweise recht befriedigend ausgefallen, womit nicht gesagt sein soll, daß sie nun der beispiel- loten Teuerung entsprechen. Immerhin sind sie als gute gewerk- fchastliche Erfolge zu buchen. Im einzelnen wurden Lohn- aufbesserungen bis zu 75 Prozent erzielt. Die Erfolge waren dort am besten, wo die Organisation am kräftigsten ist. Kuslan». Ter Kohlenardeiterftreik in Australien. Amsterdam, 3. Oktober..Times' meldet auS Sydney, daß die Arbeiter der Kohlengruben die Arbeit wieder aufgenom- m e n haben. Die Kosten des LuSstandeS betragen ungefähr 10 Millionen Pfund Sterling. verantwortlich für Politik: Erich«w tiner,? erlin: für den übrigen Teil des DlalteS: Alfred Scholz. Naulülln: für Jiilcrate. Ty. Wlttte, Perlin. Truck u. L erlag: Vorwärts Puchdruckerei ll. LertazSallstaU Paul Singer& Eo., Baiin bw. i I.i v'*•' A. WERTHEIM Herren-Wäsche usw. Oberhemden mit festen Manschetten aus_ gutem Perkai.................. von V.a j an Nachthemden aus farbigem Pcrfcal..... 6.75 Sportkragen ungestärkt, a. färb. Perkai 1.25 1.45 Sportkragen ungestärkt, weiß Pikee von 2.50 an Selbstbinder neue Muster, auch fertig... gebunden.................... von an Kragenschoner weiß und grau... von 2.50 an Hosenträger kräsiiges Gurtband... von 2.50 an Hssrüte, steil und welch, nur neue nerrennute uucl üerden.......... Knaben-Matrosenmützen in großer. Auswahl.................... von O.Z 3 an Abteilung: Frische Blumen: Blühende Erika.. 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