Ar. 274. 34. Jahrg. Bezugspreis: «ieuerjährl. 3,90 im f., monaü. ILV TO, wöchentlich 30«ffl. frei tu« paüS. darauözahlbar. Einzelne WccheniaiiS. Nummern B Pfz, Sonnlagsnummer mit illustrierter Beitage.Tie Neue Welt' 10 Bta. Postbezug: Monatlich 130 Ml unter Kreuzbanb für Teutschlanb und Oesterreich-Ungarn L,SO TO, föt ha# übrige Ausland 4 Ml, vionattich Postbesiellungen nehmen an Tänemarl, Holland, Luxemburg, Schweben u, die Schweiz, Eingetragen Ut die Post-Zeitungs-Preisliste. Erschein« täglich. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Bcrlta», � r Vevlinev VolKsblAtk. ( 5 Pfennig Der Anzeigenpreis detrögt s, dte siebengespaltene Nolonel- feile 60 Psg„Ztleine Llnreige»", da» fettgedruckte Wort 20 Psg, lzu- lässig 2 fettgedruckte Wortes, leoeZ weitere Wort 10 Psg, Stellengesuche und Schlflsslellenanzeigen das erste Wort lO Psg,, jedes weitere WortS Psg, Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, TeueningSzuschlag 20°/» Namilieo» Anjeigeii 50 Psg., bolitische u gewerlschastliche Bereins- Anzeigen 40 Psg die geile, Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmitt, im Hauvtgeschöst, verlln ZW, 03. Lindenstrage 3, abgegeben werden. Geöffnet bon S Übe früh bis 7 Uhr adeildS, Zentralorgan dir rozialdemokratlfcbcn Partei Oeutfcblands. Reöaktion: EW. 68, Linöenstrahe Z. ffernivrecher:»«, Moritzpla». Nr. lSI SO— 151 S7 Expeültion: EW. 68» Linüenstraße z. itfrrnsprrcher: Amt Mariltpla«, Nr. läl S«— IKl. S7. Die fcfmm Schlacht In blandem. Die Flandernschlacht vom 4. Oktober— Von Poelkapelle bis Zonnebeke— Bece- laere und Gheluvelt ge�en die englischen Anstürme gehalten— Zwölfter sran- zösischer Angriff östlich Samognenx. Amtlich. Tr»ße« Hauptquartier, S. Oktober 1917.(W. T. 9.) Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe«ranpriu» Rupprecht. Ein Schlachttag von seltener Schwere liegt hinter Führern und Truppen der 4. Armee; er wurde bestanden! Bow srüheu Morgen bis in die Nacht wührte da« Ringe«, das durch wiederholte englische Angriffe aus der Gegend uord. westlich von Langemnrck bis südlich der Straße Menin— Dpe"« <15 Kilometer) immer von neuem entfesselt wurde. Unnnter« brachen wirkten die Artilleriemassen mit äußerster Leistung von Mann und Geschütz in daS Gelände, auf dem sich die erbitterten, hin- und Herwogeuden Kämpfe der Infanterie abspielten. Brennpunkte der Schlacht waren Poelkapelle, die einzelnen Höfe 3 Kilometer westlich von PaSscheudaele, die Wcgckreuze östlich und südöstlich von Zonnebeke, die Wald. slüike westlich von Leeelaere und daS Torf Gheluvelt; über diese Linie hinauS konnte der Feind zwar vorübergehend vordringen, doch sich unter der Wucht unserer Gegenangriffe nicht behaupten, obwohl er biS zum späten Abend dauernd frische Kräfte ins Feuer führte. Der Gewinn der Engländer beschränkt sich somit auf eiur» 1 bis 1>/, Kilometer tiefet» Streifen von Poelkapelle über die östlichen Ausläufer von Zonnebeke und längs der vou dort nach Becelaere führeudeu Straße. Dies Torf ist ebenso wie daS heiß umkämpfte Gheluvelt voll in unserem Besitz. Die bluttgeu Verluste der englischen Divisionen— mindestens elf waren allein beim Frühangriff auf der Schlachtfront ein« gesetzt— werden übereinstimmend als sehr hoch gemeldet. Daß gute Zusammenwirke« aller unserer Waffe« brachte auch diese» gewaltigen Stoß der Engländer zu« Zusammenbrechen vor de« Ziel, daS dieses Mal nicht, wie behauptet werden wird, eng, sondern unzweifelhaft recht weit gesteckt war. DaS Heldentum der deutschen Truppen in Flandern wird durch nichts übertroffrn. Heeresgruppe Deutscher Sroupriuz. Auf de« Ofiufer der MaaS führte« die Franzosen abends eine» neue» parken Angriff— deu IS. binnen drei Tagen— am Nordhang der Höhe 344 östlich von Samogueux. Tagsüber bereitete heftiges Feuer, vor dem Borbrechen zum Trommelfeuer gesteigert, den Sturm der französischen Kräfte vor, die von den kampfbewährten Württembergern fast überall zurückgeschlagen wurden An einzelne» Stellen wurden Gegenstöße erforderlich; sie brachten zahlreiche Gefaugeue in unsere Hand. Auf dem» östlichen Kriegsschauplatz keine größeren Kampfhandlungen. Mazedonische s?ront. Im Becken von Monastir und im Cerna-Bogen war die Gr- fechtstätigkeit lebhafter als in den letzten Tage». Der Erste Generalquartiermeister. Ludeadorfs. Abendbericht. Lerli«, 8. Oktober 1917, abends. Amtlich. In Flandern lebhafter Feverkamps zwischen Dser vnd LyZ; sonst keine wesentlichen Ereiguisse. Der österreichische Bericht. Wir«, de« 5. Okwder 1917.(W. T. v.) Amtlich wird »erlautbart: Keine größere» Kampfhandlnoge«. Der Chef des G e» e r a l st a b e«. Stockholmer Echo üer Reöe Ezernins. Ofin Urteil Troelstras und HupSmanS. Stockholm, 5. Oktober.< Eigener Drahtbericht des„Bor. wärts".) Die Rede des ungarischca Ministcrpräsidentca Czerniu machte im Konfrrrnzkomitre deu allerbesten Eindruck. Troelstra bezeichnete sie mir als die beste Ministerrede, die während deS Krieges gehalten wurde, wenngleich auch sie konkrete Einzelheiten über die territorialen Streitfragen vermissen lasse und Beschnldi» gunzen ermöglich«, wie die, daß die Rede bloßes Manöver fei. jedenfalls zeige Czernin Verständnis für den historischen Augen- blick. Seine Auffassung einer auf Schiedsgericht und Abrüstung begründeten Neuordnung stimme mit den sozialistischen Auffassun, gen überein, und sein Bekenntnis zum LerständigungSsrieden rnt« svreche der Tatsache, daß einerseits die Zentralmächte im vierten Kriegsjahr unbesiegbar erscheinen und andererseits keine Aussicht haben, den Frieden auf der Grundlage der KriegSkarte ihren Gegnern aufzuzwingen. Hnysmans lobte Czernins Rede vorbehaltlos wie folgt: Sie könnte ebensogut von eiuem sozialistischen Delegierten zur Stockholmer Konferenz gehalten sein. Czernin will obligat»- risches Schiedsgericht, Abrüstung, weder Annexionen noch Kontri- butioncn. Man findet in der Rede alle Grundgesetze derjenigen, die an einen Berständigungsfriedea arbeite«, der zugleich gegen die Wiederkehr des Unheils von 1914 schützen würde. Diese Rede scheint weiter eine Antwort an Michaelis. Ich sehe auch nicht, was die Russen daran aussetzen konnten; vielleicht wäre es wünschen»- wert, daß die Ungarn Czernin erlaubt hätten, ein Wort über die Südslawen zu sagen, welche die Autonomie und die Vereinigung innerhalb der Monarchie anstreben. Ich glaube, daß auch die Bul- garen nicht anders denken als die Oesterreicher. Will Deutschland allein bleiben mit Hindenburg? DaS ist sicher etwas» aber wohl nicht alles. Das Zimmcrwaldblatt„Politiken" rühmt in einem Leitartikel die Klarheit und die Schärfe, womit Czernin die Abrüstnngsidee darlegte. Seine Rede bedeutet einen großen Fortschritt gegenüber den bisherigen vagen Erklärungen. Besonders wertvoll find Czernin» positive Formulierungen der allgemeinen Grundlagen eines wnhrhaitcn Friedens. Tie Rede ist ein guter Griff, welcher bestimmte Erklärungen von der Entente- feite über Abrüstung und Strafannexioncn er- zwingen wird. Zweifellos wird die Rede in der europäischen Demokratie einer ganz anderen Stimmung begegnen, als die vor- angegangenen Ausführungen leitender Minister auszulösen pflegte«. Die neue Schlacht in Zlanöern. Berlin, 5. Oktober. An der flandrischen Front suchte am L Oktober der Engländer in gewaltigem Großkampf unter Ein- fatz stärkster Kräfte und aller Mittel die Entscheidung im Kampf um die U-Boot-Basis.— Ei» großer Teil der englische» Armee wurde hier gegen einen Bruchteil der deutschen Armee eingesetzt. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend tobte die erbitterte Schlacht. Hatte die Artillerievorbereitung der letzten Tage schon alles bisher Dagewesene übertroffrn— nach Feststellungen Ehnrchills vom 3. Oktober sind allein in der letzten Woche in Flan- der« viermal f» viel Granaten verschossen, als 191k an der Sommc—, so war auch die Fortsetzung des ArtilleriekamPfrS während der Schlacht selbst von bisher nie gekannter Stärke.— Im ersten Morgengrauen warf der Gegner gegen den Abschnitt Bahn Boessnghe— Staden biS zum Kanal von Hollebeke gewaltige tiefgcglirderte Jnfantericmassen— englische, australische, nensee- ländische Divisionen»nd Schotten— zum Angriff vor, denen starke Reserven bichtauf folgte«. Alles, was die moderne KrirgStechnik an AngriffSmittcl» erfunden und geschaffen hat, begleitete diesen Anprall. Durch unsere wuchtigen und kraftvoll geführte« Gegen- stoße wurde daS erbitterte Ringe» bis zum äußersten gesteigert. Den ganzen Tag über wogte der Kampf in unverminderter Stärke hin und her. Unablässig warf der Feind neue Verstärknugen in die Schlacht«ild versuchte durch rücksichtslosesten Menscheneinsatz die ersten Anfangserfolge zu erweitern. Poelkapelle, Zonnebeke und Gheluvelt schälten sich bald als Brenn- punkte des erbitterten Kampfes heraus. Am ipätrn Abend versuchte abermals der Gegner den etwa einen Kilometer tiefen Einbruch in unsere Abwchrzonr zu er- weiter». Um k Uhr abends warf er gegen die Front unseres Trichterfeldes westlich Passchendarle-Bceclaere frische geschlossene Jnfantcricmasse» zum Angriff vor, desgleichen erfolgte um 7 Uhr abends beiderseits der Chaussee Vpern— Menin ein neuer Angriff, der von starken frischen feindlichen Kräfte» ausgeführt wurde. Wiederum entspann sich ein Ringen höchster Erbitterung, ohne daß es dem Gegner gelang, irgendwelche weiteren Borteile zu erringen. Erst»ach 19 Uhr abends flaute die Jnfanterirfchlacht ab. Die weitgcsteckten Ziele der Engländer wurden nicht im entferntesten erreicht. In der?lbwehr5one unseres Trichterfeldes ist auch dieser neue Großangriff des Gegners abermals unter allerfchwersten Verlusten blutigst zusammengebrochen. Die Leistung«nd der Heldenmut unserer Truppe, die hier in Flandern in wochenlangem schwersten Ringen einem vielfach überlegenen Feinde gegenüber- steht, der noch vor Jahresschluß die Entscheidung erzwingen will oder muß, ist unvergleichlich. Der versuch englischer Berichte, ihre weitgesteckten Ziele, die die Entscheidung bringen sollen, abzu- leugnen, ist eine bewußt« Unwahrheit und nichts weiter als eine Vorsichtsmaßregel, die durch dir Erfahrung früherer Beurteilungen der Flandcrnschlachtrn geboten fitieiiit. In der Nacht setzte der Feind sein Zerstörungsseuer auf unsere Linien fort, das sich in den Morgenstunden des 5. Oktober stellenweise wieder verdichtete. Der Kreuzer drake torpeüiert. London, 4. Oktober. Die Admiralität meldet: DaS Kriegsschiff Trakt wnrde am Dienstag morgen an der Nord- küste von Irland torpediert. Es erreichte einen Hafen und sank dann in seichtem Wasser. Die Explosion tötete einen Offizier und achtzehn Mann, die übrigen wurden gerettet. Drake ist ein Panzerkreuzer vou 14309 Tonne». die Staatsgewalt in Rußlanö. Von A. Grigorjanz. Seit dem Monat Mai, dem Fall der ersten Provisorischen Regierung, herrscht in den russischen Ministerien ein ewiges Konnnen und Gehen. Bei diesem immerwährenden Minister- Wechsel handelt es sich am wenigsten um Fragen der Per- sonen, um ihre Fähigkeiten und persönlichen Wünsche. Die Fragen der Verteilung der Ministerposten unter den Par- teien, der Zusammensetzung der Regierung u. dergl. sind auch nichts anderes als der äußere Ausdruck der großen Wandlungen in dem Prozesse der Revolution. Es handelt sich vor allem und über allem um die Schaffung der Staatsgewalt. Zur Zeit des Ausbruches der Revolution glich der russi- sche staatliche Apparat einem leeren zerbrechlichen Gefäß. dessen Inneres durch den Krieg gründlich ausgehöhlt war. Darum ist die Revolution mit solcher Leichtigkeit durch- geführt worden. Es blieb ihr nur noch, das leere Gefäß um- zuwerfen,— und von dem stolzen Bau sind nur Scherben geblieben. Der ganze Mechanismus wurde zerstört, und an seine Stelle traten zahllose Arbeiter-, Soldaten-, Bauern-, Delegiertenräte, Komitees der Volksmacht, revolutionäre Ausschüsse und Organisationen aller möglichen Art. Gäbe es in Rußland eine Klasse der Bevölkerung, die die Rcvoln- tion mitgemacht hat und zahlenmäßig stark genug wäre, um die Lage nickst nur in der Hauptstadt, sondern auch im Lande selbst völlig zu beherrschen, so wäre das Problem der Schaffung der öffentlichen Gewalt von selbst gelöst."Ader das Proletariat bildet in Rußland einen verschwindend kleinen Prozentsatz der Bevölkerung, deren vier Fünftel wohl zur Bauernschaft gehört, die nach der Lage der Dinge keine selbständige Rolle in der Revolution spielt. So'bildeten sich überall lokale I n st a n z e n, die bei- nahe mit souveräner Gewalt zu regieren immer mehr und mehr das Bestreben hatten. Durch die vollkommene Wirt- schaftliche und finanzielle Zerrüttung, durch den katastrophalen Zustand des Transportwesens und nicht zuletzt durch das niedrige kulturelle Niveau der Bevölkerung, deren Fähig- keiten zur Organisafion, zur Unterordnung unter erkannte Notwendg kosten und zur Selbstdisziplin durch die Zaren- Wirtschaft unentwickelt geblieben sind,— durch alle diese Fak- toren beeinflußt, schritt die Zerrüthrng, die Loslösung der Teile vom Ganzen mit Riesenschritten vorwärts. Und dazu noch der Krieg, mit seinen wahnsinnigen An- sorderungen an die Leistungsfähigkeit des tief erschütterton Landes, des unsagbaren Leiden ausgesetzten Volkes! Es ist klar, daß es unter diesen Umständen nicht so sehr auf die Besetzung der anderthalb Dutzend Ministerposten ankommt, als auf die Schaffung der Voraussetzungen für das Entstehen einer wirklichen Staatsgewalt. Nach einer solchen Staatsgewalt sehnen sich alle, von den Volschewiki an bis zu der äußersten Rechten. Jndesien, in der Luft kann keine öffentliche Gewalt hängen, sie muß sicheren Boden unter ihren Füßen fühlen, sie muß ihre Absichten und Entschlüsse durchführen können. Zu diesem Zweck wird im ganzen Lande fieberhaft ge- arbeitet, und besonders die sozialistischen Parteien leisten Uebermenschliches, um das revolutionäre Ele- inent organisatorisch zu erfassen. Die Wahl- kampagne in den Städten nähert sich ihrem Ende, die Wahlen auf dem Lande zu den verschiedenstusigen Körpern der Kom- munalverwaltiing sind in vollem Gange. Daneben schreiten die Arbeiten für die K o n st i t u a n t e vorwärts. Wenn erst die Vertreter der Bevölkerung auf allen Stufen der Ver- waltung bei der Arbest sein werden, dann wird auch die Rc- gierung das Fundament für ihre Existenz und die Ausübung der Gewalt haben. Tiesem Konsolidierungsprozeß steben die Faktoren der Zersetzung im Wege, als deren größter Förderer der Krieg bezeichnet werden muß. Die Bedürfnisse des Augenblickes können aber nickst warten, die gewaltigsten Komplikationen, die je ein Staat zu erleben hatte, häufen sich, die Erfordermsse des Krieges müssen ihre Erfüllung haben und schließlich muß der Arbeit der Revolufion der Weg und das Ziel vorgezeichnet werden. Darum die so heißen Kämpfe um-die Frage der Zusammen- setzung der Regierung. Die Kornilow-Rebellion, auf die die kadeitischen und die rechts von ihnen stehenden Kreise ihre so jählings zusammen- gebrochenen Hoffnungen setzten, deckte die Gefahr auf, die aus diesem chaotischen Zustande drohend ihr Hauvt e�-'sit. Angesichts dieser Situation faßte das Zentralkomitee der Arbeiter- und Soldatenräte zusammen mit dam Exekutiv- ausschuß der Bauernräte den Entschluß, eine allgemeine Konferenz der Demokratie einzuberufen und dieser die Entscheidung über die Schaffung der Regierungs- gewalt zu überlassen. Noch mehr: nicht nur diese Entscheidung soll die Konferenz treffen, sondern sie soll zur O uelle *r TOadit irerbrn. Ter Tcttenbe Gtbanke dabei ist der. daß die Orgsnisation der demokratiiclieu Klärte in der >c'.t soweit tortssesckiritten ist, daß diese nckr stark flemig füblen tnüffert, d>c rrfarderlttfe:! Entscheidnncien bis �um Zu- 'amwentritt der Konstituante zu treisen und durchzusetzen. Woblgeuierkt. es bandelt sich um eine Koin'ercnz der gesamten Demokratie, nicht des Proletariats allein. Demnach sind auf dieser Konferenz vertreten die Arbeiter- und Doldaten-Tele- chertenrätf, die Bauer norganiiationen, hie sozialistiselvn Cr- aaniiationen und die Gewerkschaften, die großen Berufs« verbände her Enenbabner. der Post- und Telearapbenanae- stellten, die Crpamsationen des geistigen Proletariats— die Lebrer, Aerzte, Ingenieure usw., die Ttädte und Kommunal- Verwaltungen(Zeinstwos) und die sehr einflußreichen, sehr mächtigen Genossenschaften. Di."»Vrage, die die Gemüter am lebhaftesten beweat, ist die: soll das zu bildende Ministerium einheitlich aus demo- kratischen Elementen oder aus den Vertretern der Demo- kratie und der biirflerltchen Parteien zusammengesetzt wer- den? Tie radikalen Flügel der Sozialdemokratie(die Bol- schewiki und die internationalistische Grurpe der Mensche- >oiki) und der Sozialisteu-Revolutionäre bestehen aus der tlebernahme der Negierunasgeivalt durch die Vertreter der Demokratie, während die Menschewiki und der reckte Teil der Sozialisten«?? evolutionäre aus eine Koalition mit den Büraerlichen, mit Ausnahme der kompromittierten Kadetten- parte:, drängen. Ein sozialistisches Mimsterium bedeute noch nickt die Verwirklichung des Sozialismus, ein solches Mini« sterium sei aber denkbar als ein Instrument zur Bejesrignng der revolutionären Errungenschaften. Tie Anhänger der Koalition tvenden-dageqeir ein, daß die Demokratie nicht im- stände sein wird, aus eigener Kraft das zerrüttete. Wirtschaft« lich stark zurflefgeftlfebone Land zu retten, oder— wie Pfe« ckanow sagte— die jetzt bei den sozial iitiicheii Wahlsiegen ousgcftcttlcn, auf enorme Leistungen lautenden Wechsel ein« zulöfen. An: bie"' Leistungen kommt eS allerdings an. Die Fort- sehnng des Krieges stellt immer größere Anforderungen. deren Erfüllung durch ibn selbst durchkreuzt wird, die Uvzu- friedenkeit ipächst und mit ihr die radikale Stimmung. Anarchistische Tendenzen verstärken sich, die neuen Selbstverwal- timch-orgaue haben weder Zeit noch Kraft und Mittel, zur Besinnung i» kommen und positive Arbeit zu leisten. Die höchste Gefahr bedroht die Revolution, die Gefahr, daß die Rallen an ihr verzweifeln. Solange der Krieg dauert, kann es kaum gelingen, eine wirklich starke Staatsgewalt auszubauen, die zielbewußt und die Lage beberrschend, die nottvendigeu Reformen duranu- fübreu vermöchte. In einen: ausgezeichneten Artikel..Die russische Revolution und der Friede" in der Wiener..Arbeiter- zeitung" zeigt..ein Genosse, der aus Rußland zurückgekehrt ist' lCtto Bauer?), wie groß das Verständnis der Führer der russischen Demokratie dafür ist, daß die Errungenschaften der Revolution auf das engste mit der F r i e d e n s f r a g e ver- Kunden siird. Er schildert aber auch in eindringlichen Worten. warum Rußland jo machtlos vor seinen Bundesgenollen dasteht. Nur ein allgemeiner Friede kann der Revolution helfen. Und indem die Arbeiter Deutschlands und Oesterreichs, Frankreichs Englands und Italiens, an die der Ve' fasser appelliert, für den Frieden arbeiten. wirken sie gleichzeitig für den Triumph der sozialen Er- runaenichaften der russische« Revolution, die der Arbeiter- kla'se aller Staaten Europas zugute kommen sollen. Der Papst bietet Vermittlung an. Rottrrdon,, a. Oktober. Nach dem..Nieuwe Rotterdamicke Eouront" erfährt„Daily Telegraph" aus Rom vom 2. Okto- der, daß der Papst tatsächlich der Entente seine Vermittlung angeboten hat und ihre Antwort envartet. Ein Ultimatum üer Entente an Rußland! Amsterdam, d Oktober. Einem hiesigen Blatt zufolge meldet de„Times" aus Odessa: Nack einem Telegramm aus Jaffy daven die Regierunyen der Entente kräftige Cchritlc unternommen, um sich twn den Absichten der russischen Regierung und der revolutionären Komitees in Peters- borg zu überzeugen, semer um Klarheit zu gewinnen, wie Ruh- land eigentlich gcgenüder den Alliierten steht und welche Maß- regeln eS gegen die drohende Demoralisierung der Armee zu treffe» gedenkt. Die Alliierten find geneigt, für die Reorganu fierung und Rruausrüstun» der russischen Armee noch schwere Opfer zu bringen, aber nur unter der Bedingung, dah in Zukunft zwischen Rußland und den Alliierten vollkommene Einheit des Handelns herrscht._ Die Eutßheiöungen der demokratischen Konferenz. Die Entscheidung der demokratische» Konserenz über die Frage der K o a l i t i o n ha» kein Ergebnis gehobt, das den Wünschen KerenskiS entspticht. Die bei der Abstimmung erzielt« Mehrheit wurde wirkungslos, weil über die Art der Koalition keine Einigung möglich war; eine nochmalige Abstimmung verkehrte die Mehrheit in die vollkommenste Minderheit. Dieser Beschluß bedeutet die Ab- lchuuug der Kadetten in schärfster Form und stellt der Leitung der Konferenz eine ungemein schwere Aufgabe. E« handelt sich jetzt um die Entscheidung, ob die Roll« Kerenski» in der Führung der Geschicke Rußland» ausgespielt sein soll. Darauf weist folgende Petersburger Meldung Reuters bin: Während der Besprechungen des Bureaus der demokratischen Konferenz erschien gesletn abend KerenSki und wie? in einer Rede auf die Ge» fahren hin, die von einem rein iozialistischen Miuisterium fllr die innere»vie für die äußere Politik drohten. Er erklärt«, daß nur rine Koalitionsregierluig das Land retten könne. Wenn ein anderer Beichluß gciaßt würde, so würde er sich ihm unterwerfen. aber seine Entlassung verlangen, um die RegierungS- krisis nicht zu verlängern. Tic erste Avstimmung über die Koalition ergab ein Für von 7k!S. ein Geyen von OLK Stimmen. Bei der zweiten Abstimmung wurde die Koaliiionsldee mit 813 gegen 180 Stimmen venvoiscn. Kc:enSk! macht also einen Versuch, die Konferenz zu noch einer weiteren Abstimmung über die Frage zu veranlassen. Dem weiteren Beichluß der Konserenz. der aus der Mitte dieser Körperschost ein Organ gebildet wissen will, dem die Regie- umg verantwortlich sein soll, wird erhebliche Bedeutung beigemessen. Die Petersburger Telegraphen» Agentur mel- det gestern: Di- gestrigen Abendblätter glauben zu »oisien. daß das Vorparlament, dessen Bildung in der Aachlsiymig der demokraüschen Konferenz beschlossen wurde, kein« gesetzgebende, sondern nur rine beratende Körperichosl sein wird. (ei wird nötigenfalls auch Fragen der auswärtigen Politik prüfen können. Das Borparloment wird 231 MUglieder zählen, darunter 110 vectretcr der städtischen TemslwoS. Die Regierung wird dem Borporlament periodisch all« Auskünfte hinsichtlich der Lage des Landes geben umsien. Nach einer Meldung der„Voisiichen Zeitung" hat die demo- lratiiche Konferenz folgende Zusammensetzung: Der ZcntralauSschnß der Räte der Arbeiter und Soldatendelegierten hat 100 Vertreter. der Sowjet SO. der Zemralausschuß der Bauenidelegierten-Räle 100. die provinzialeu Bauernräte öO, der.Kooperative Verband" HS. die BerufSorganisalionei, 100. die Militärverbände 84. die Eisen- bohner 20. der Handels- und Jndustrieverband 20. der Post- und Telegrapbenverband 10. die Lehrervereine IS. die Semstwo-An- gestellten S, die Angestellten de» lriegSindustriellcn Komitees S, der ärztliche Stand ö. die Journalisten und Rechtsanwälte 4. die In- genienre und Architekten 3 die Semstwo-Jnstitulionen 50. die nationalen Gruppen öS und der Bauernverband 10 Vertreter. Die Wahlen zum finnischen Landtag. Hrlsingfors, 5. Ottober.«Petersburger Telegraphen- Ayentur.« Bei den Wahle» zum finnischen Landtag»urden abgegeben 30 706 Stimmen jnr den Block der vereinigten Bürgerlichen, 30106 für die Sozialdemokraten, 6304 für die Schwedische Partei, 2621 für die Partei der Landwirte und 1591 für die christliche Arbestervartei. Der sozialdemokratische Parteivorstand hatte die Arbeiter- orgauiiationen ausgefordert, an diesem Tage die Arbeit ruhen zu lassen. Tie wichtigsten Punkte des sozialdemokratischen Bahlpro- gramms lauten: Inner« Freiheit Finnland». Achtstündiger Ar- oeilstag. Allgemeines und gleiches Wahlrecht in den Gemeinden. Vollständige Rechtsgleichheit der Jnstleute. Generalstreik in Taschkent. Taschkent, 5. Oktober.(Meldung der Petersburger Telegraphen- Agentur.) Räch der gestern vormittag eingetretenen verhältnismäßigen Ruhe bat sich die L a g e plötzlich verschlimmert, da der Arbeiter» und Soldatenrat. um gegen die Entsendung der Straf- erpediiion zu protestieren, den General st reik prollamiert ba:. Straßenbahnen. BeleuchtungSweien und Druckereien sind außer Belrieb. Die Regierung hat den Belagerungszustand verhängt. Die Anklagen gegen Malvp. Der Minister a. T. als..Landesverräter". I» der französischen Kammer verlas DeSchanel am Donnerstag eine Interpellation Poncet über die Angelegenheit Bolo und fügte hinzu, es sei eine weitere Interpellation Malvy über den gleiche» Gegenstand eingegangen. Tie Kammer beschloß die iofor- lige Erörterung. Malvy sagte, er wolle die Ausmerlsamkeit der Kammer auf eine ernst« Tatsache lenken. Präsident Poincais habe einen Brief des CbcsredalteurS der»Aclion Franean'e". Daudet, mit den niedertröchtigsiW Verleumdungen gegen Malvy erhalten- Dieser Brief sei dem Miiiisierpräsidcnlen Painvels übermittelt worden, der ihn Malvy mitgeteilt habe. Malvy nehme ein Still- schweigen über diesen Brief nicht an. Painlevs sagte, die gegen Malvy vorgebrachten Anschuldigungen seien in der Tal aller- schwerster Art, Malvy sei beschuldigt, seit drei Jahren Drvtschland alle Geheimnisse ons«elicfert zu haben: er habe in daS Krieg«- komitee eintreten wollen, um der deutschen Armeeleiiung den Plan des Angriffs auf den Chemin des TamcS zu liefern. Die Kammer verlang:« die Verlesung de« Briefes, Painlevs entsprach dem Willen der Kanimer. Der Brie: Daudel« versichert, daß bezüglich Malvhs und LcyniarieS, des DireklorS der allgemeinen Sicherheit, Beweise für Hochverrat im Ueberfluß vorhanden seien, und sogt, daß et unumgänglich notwendig sei, Malvy sofort der Militäigerichls» barkeit auszuliefern. Malvy ergriff dann das Wort und erklärte, daß er an der Hand der offiziellen Schriftstücke die voll« Wahrheu sagen wolle. Er seyt« ausführlich feine Rolle in der Angelegenheit Almereydo ausemaudrr, ferner seine Beziehungen zum.Bonnet Rouge" und gab an. daß er vriond seinen Argwohn hin- sichtlich des.Lonne: Rouge" mitgeteilt habe. B r i a n d er« Härte ieinerseit«, daß er Malvy mit der Ueberwochung braus- tragt habe und in einem solchen Augenblick sagen müsse, daß Malvy, weit entfernt zu zaudern, angeordnet habe, mit der größten Strenge zuzupacken. Mehrere Abgeordnete, die früher am .Lonne! Rouge" milgeaibeilet halten, machten darauf entlastende Angaben, Malvy tagte, es seien auch im Kriegsministerium Fehler begangen worden. Man habe alle Sckuld auf seine Politik und lein Werk abwälzen wollen. Er werde sichdaS ober nicht gefallen lassen- Er gab ein« Schilderung seine« politische» Leben« seit dem Juli 1314. Als bei einem Zwischenruf der Rame JaursS genannt wurde, erhob sich Brviani und erinnerte unter Beisall daran, daß Jaius« ihn an einem Abend Ende Juli aufgesucht und ihm gesagt habe, es solle in dieser nagischen Stunde kein Abgrund zwischen dem Frankreich der Regierung und dem der Aibeiter gähnen. Malry setzt« seine Rolle während der Ausstände im Mai auseinander und schloß, er könne mit gutem Gewissen sagen, daß er seine Pflicht voll getan bab« und daß er seine Ausgab« in der Reihe seiner Freund« weiter verfolgen werde. Ministerpräsident Painlevs forderte die Kammer auf. die Sitzung in der gleichen Einigkeit zu beenden, die Frankreich seit dem Juli 1V14 gekannt habe. Ter Soziolist Poncet begründete die Jntcrpelation über volo und forderte von der Regierung Maßnahmen gegen die von Bolo unterstützten Zeitungen. Er äußerte sein Erstaunen über die Leichtigkeit, mit der man wohi Pässe nach der Schweiz erhalten habe, und kritisierte die Regierung, die den Sozialisten Pässe für Bern verweigert«, während sie den Geistlichen, vor allem Man- signore vaudrillard, der in Spanien einem iniernationalen Kon« gresse beiwohnte, gewährt wurden. R i b o t würdigte die von Bau- drillart der französischen Sache erwiesenen Dienste. S e m b a t schloß sich Ribots Worten an. Painlevs erklärte, was die Berner Konferenz betreffe, so würde die olleinige Sirwesen« beit der französischen Sozialisten wie«in« Verleugnung der Organi« sation der alliierten Sozialisten aussehen. Painlevs könne daher nicht versprechen. Pässe für Bern zu bewilligen. Justizminister P e r« t beleuchtete die juristisch« Seit« der Angelegenheit Malvy-Toudet und sagte, die Regierung werde die Mittel ptüsen, um dem vecleumdungsfeldzug ein Ende zu setzen. Painlevs erklärte, daß, wenn Daudet für seine An- klagen gegen Malvy nicht binnen 48 Stunden Beweise vorbringe. strenge Strafen verhängt werden würden. Tie Regierung werde eine GcsetzeSvorlage einbringen, um die Verleumder zu treffen. Die Kammer nahm nach Erledigung der Interpellation Poncet- Malvy über die Angelegenheit Bolo mit SüO gegen L Stimmen eine Tagesordnung an. in der der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wird. Englifiher Sericht über die Zlandernfihlacbt. Englischer Heeresbericht vom 4. Ottober nachmittags. Heule morgen um 6 Uhr griffen wir wieder auf breiter Front östlich von Npcrn an. Befriedigende Fortschritte werden gemeldet. Eine An- zahl von Gefangenen wurde bereits gemacht.— Abends. Unser aus einer Front von acbt Meilen unternommener Angriff war vollkommen erfolgreich. Alle Ziele wurden erreicht. Eine Stellung van großer Wichtigkeit wurde erobert. Heber 3000 Gefangene sind bereits in den Sommellagern eingetroffen. Wir sind jetzt im Besitz des HaupthüpelrückenS bis zu einem Punkte tausend?)arde von Broodseinde. Wir nahmen das Tünchen Polderboek und vertrieben den Feind au» zahlreichen Gehöften südlich und östlich vom Polygonwalde, eroberten Molen- arrelsthoei und Grave nStafel und erreichten die Ränder von Poelkapelle. Unser Vormorsch gegen unser Endziel war gst'cki- falls erfolgreich Wir nahmen das Dorf Ruetel. Noordemdehoel und die Hochfläche, die B e c e l a e r e und Broodse:nde über- ragt, und haben jetzt guie Stellungen aus dem Kamm des Hügel- rückens fünf Meilen östlich von Vpern. Wir nahmen den größeren Teil von Poelkapelle. Da» Torf sowie alle unsere übrigen Ziele waren, bevor es Mittag war, in unserem sicheren Besitz. Dsr Krieg auf den Meeren. Berlin, 4. Oktober. An der portugiesischen Küste und vor der Straße von Gibraltar haben unsere U-Boote neuerdings 13 srindliche Transporter und HaudetSsahrzcugc mit einem Gesamtrnumgchalt von rund 2�000 Tonnen vernichtet. llnlcc de» versenkten Schiffen befunden sich die bcwaffuctrn englischen Dampfer Polar Prince(3611 To.) mit 3601 To. Kohle» nach Gibraltar. Embleton(3377 To.) mit Kohlen für Italic» und Arcndal(1387 To.) mit Chcmilalien für Frautreich, der bewaffnete italienische Dampfer Goffrcdo Mometi(4124 T».> mit 6000 Tonnen Erz für England, drr mit zwei 10-Zrntimctrr-Grschüt,e» bewaffnete inurrikaaische Tankdampfer Platuria(3443 T».), ferner ein durch Hochscrschlcpper geschlepptes Fahrzeug mit nach Mesopotamien de- stimmten Eismaschinen und Kühlanlagen. Ter Chef de» AdmiralstabeS der Marine. Meine Kriegsnackrichten. GrafLuxdurg. Buenos Srres. 4. Oktober.(Haoasmelbung.) Da dem Grasen Luxburg kein freies Geleit gewährt wurde, stößt er ckuf Schwierigkeiten bei der Einschiffung. Er bar daher, aus einer Farm im Innern des Landes bleiben zu dürfen, was die Regierung ablehnt« Man glaubt, daß Graf Luxburg morgen im Automobil nach Chile abreisen wird._ preußische Herrenhaus-Kefsrm. Gehemmter Fortschritt und beförderter Rückschritt. Die„Saale-Zeitung" bringt über die Reform des preußi- scken Herrenhauses aus angeblich bester Quelle stammende Mitteilungen, wonach die Regierungsvorlage(!?) eine Vertretung der Landwirtschaft mit 48 Sitzen, des Hand- Werks mit 12 Sitzen, der Arbeiter mit 24 Sitzen, der Universitäten mit 16 Sitzen, der Geistlichkeit mit 17 Sitzen. der Städte mit 36 Sitzen und der ländlichen Gemeinden gleichfalls mit 36 Sitzen vorsieht. Daneben sollen die Ober- Häupter der 24 größten Städte, 24 Vertreter des Großgrund- besitzes, die Minister und 120 durch königliches Vertrauen berufene Persönlichkeiten dem künftigen Hcrrenhause angehören, untrx letzteren 24 Prinzen und Vertreter früher regierender Häuser. Im roten„Tag" macht der freikonservative Führer Frei- Herr v. Zedlitz längere Ausführungen darüber, wie ein demokratisches Wahlrecht zum Abgeordnetenhaus durch die Zusammensetzung und die Befugnis des Herreuhauses wieder »llusorisch gemacht werden kann. Er schreibt u. a.: Soll da» Herrenhaus da» Gleichgewicht in der politischen Dagickale herstellen können, so werden seine Befugnisse, na.nen:- lich auf finanziellem Gebiet, insbesondere bei der Feststellung des Etat», wirksam zu erweitern sein. Auch verdient es ernjie Er- wägung. ob nicht in besonder» wichtigen Fällen nach dem Bor« gange anderer Länder eine gemeinsame Beratung und Beschluß- sossunz beider Häuser des Landtag? vorzusehen sein möchte. Dan: würde freilich gehören, daß. wie du Zahl der Mitglieder des Abgeordnetenhau'e« gesetzlich festgelegt ist, auch die Höchstzahl der Mitglieder des Herrenhauses durch da« Gesetz benimmt wird. Damit würde auch rndirekl die Forderung der Einführung«ine» Xumerus clausus erfüllt fein. Die Lerkoppelung der Wahlresorm mit der Reform de» Herrenhauses ist ein reaktionärer Unfug, der einen Sturm der Entrüstung hervorrufen muß. Die Wablresorm ist versprochen, sie und sie allein mutz jetzt durchgeführt werden. Hält man dann weitere Verfassungsänderungen für nötig, so mag man sie vom ersten Abgeordnetenhaus beraten lassen. das nach dem gleichen Wahlrecht gewählt ist, man soll aber den unehrlichen Versuch unterlassen, aus dem sterbenden DreitlassenhauS zu guter Letzt noch für die Reaktion heraus« zuschlagen, waS für sie herauszuschlagen ist. Eine Erste Kammer, wie das jetzige Herrenhaus, die kein eigentliches Etatsrecht besitzt und durch PairSschub in ihrer Zusammen- setzung unbegrenzt verändert werden kann, läßt sich noch eher ertragen als eine mit starken Rechten ausgestattete berusö- ständische Kammer, in der— Hohn und Spott!— gleich viel Vertreter der Prinzenschast wie der Arbeiterschaft sitzen sollen und in der das agrarisch- großkapitalistische Interesse vorherrscht. Die Regierung erfülle daS gegebene Versprechen und lasse daS Herrenhaus, wenn sie es schon nicht abschaffen will. einstweilen wie es ist. Sie sehe sich vor, daß sie sich nicht mit Glanz zwischen zwei Stühle setze, sie hüte sich, in» vierten Kriegswinter überflüssige innere Verwicklungen hervor- zurufen. Sie lasse vom HerrenbauS die Finger, wenn sie nicht von allen guten Geistern verlassen ist! DaS Volk würde eS sich nicht gefallen lassen, daß man eS um die Früchte der Wahlreform prellt, indem man ihm ein Zwinguri der Groß- agraricr und Scharfmacher vor die Nase fetzt! die Zukunft Etjbß-Lothnngens. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, wird beute den elsaß-lotbringiichen Abgeordneten die Frage über die Zukunft der politischen Gestaltung der Reichtlande beantwortet werden. Die Antwort dürste jedoch nicht in der Plenarsitzung de« Reichstag», sondern in einer besonderen Zusammenkunft erfolgen. Im Zusammenhang mit dieser Frage erscheint es wichtig, was der ehemalig« Kommandeur de» XV. Armeekorx», Herr v. Deim- l i n g. über die Haltung der elsaß-loihringrschen Truppen on der Westfront gegenüber unserem Srraßburger Partei- btalt geäußert Hai. Er sagte: „Tie längst« Zeit der ersten drei Kriegsjahr« bat das elsäsii'che Armeekorps gegen die Franzosen getämps». Wenn diese glauben, daß die Elsässer nur wrderwillrg in den Kamps gezogen find, so geben sie sich einer gründlichen Täuschung hin. Hr. 274» 54. Jahrgang Oeilage öes Vorwärts Sonkabenö, H.b Oberbürgermeister Dominicus unter allgemeiner Zustimmung hervor, daß der Kern die Betonung der Gemeinschaftsinteressen sei. Mit allen gegen eine Stimme wurde dann den Leitsätzen und Aufgaben zugestimmt. Sie sagen im wesentlichen fol- gendeS: Daß Berlin mit den Nachbarorten wirtschaftlich zu- sammengewachsen ist. macht sich auf allen wichtigen Verwaltungs- gebieten geltend, z. B. im Wohnungs-, Siedelungs- und Verkehrs- Wesen, in der Gas-, Elektrizitäts- und Wasserversorgung und in der Entwässerung, im Schullvcsen, in Arbeiisnachweiscn, Arbeits- lofenfürsorg«, Kriegsbcschädigtcnfürsorge, in Armen- und Waisen- pflege, in der Krcnikenvcrsorgung, im Steuerwesen, in der Lebens- mittel- und Kohlenversorgung. Der lvirt schaftlichen Ein- h e i t entsprickt aber nicht die jetzige Gemcindeverfassung G ro ß- Be r I i n S, der Versuch einer Lösung einzelner Gemein- sckaftsausgabcn durch den Zweckverband hat sich als untauglich er- wiesen, der Zweckverband verhindert eine Lösung im Sinne des Groß-Berliner GemeinschaftsinteresseS. Deshalb muß eine Form für die Gemeindeverfassung von Groß-Berlin gefunden werden, die die Befriedigung der Gemein ichaftsinter- essen voranstellt. Nötig ist ein« auf nnmsttclbarer Wahl der Groß-Berliner Bürgerschaft beruhende Gesamtgemeinde- Verwaltung für die Gcmeinsckaftsinterestcn, neben der zur Erfüllung der nichtgemeinfchaftlichen Aufgaben die Einzelverwaltungen bleiben sollen. Danach stellt sich der Büvgerans- schütz als Aufgaben eine Eimvirkuna auf die gesetzgebenden Körper- schasten zur Aenderung der Groß-Berliner Gemeindeverfassung, eine Einwirkung auf Reichs-, Staats- und Gemeindeverwaltungen zur schon vorher durchzusetzenden Geltendmachung des Groß-Ber- liner Gemeinschaftsinteresses, Verbreitung des Groß-Berliner Gc- dankens in der Bürgerschaft und Vertretung dieser Bestrebungen bei Wahlen. Nach Annahm« der Satzungen wurden V o r st a n d und enge- rcr Ausschuß gewählt. Vorsitzender ist Oberbürgermeister D o- minicuS, Siell Vertreter OberverlvallungsgerichtSrat Lindenau, Schriftführer Stadtrat Licht. Die Sozialdemokratie ist vertreten im Vorstand durch Direktor Kohn und Stadtverordneten H e i m a n n- Berlin, im engeren Ausschuß durch Stadtverordnete» Brückner- Berlin und Stadtrat Wu tz k h- Neukölln. GroßSerlln Kartoffelmi�wirtschaft. Der große Mangel an Futtermitteln und die dadurch erfolgte reichliche Verfütlerung der Kartoffeln an das Vieh hat bekanntlich dazu geführt, daß nicht nur größere Mengen kleinerer Schweine ab- geicklachtcl, sondeni außerdem auch noch tief in die Rindvieh- bestände eingegriffen werden mußte. Die leitenden Stellen ließen sick dabei von dem Bestreben teilen, die für die menschliche Er- nährung benötigten Nahrungsmittel unter allen Umständen sicher- zustellen. So sehr man bedauern kann, daß die durch diese Maß- nahmen hervorgerufene Fettknappheit noch erhöhl werden und die Bemessung der fettreichen Ausstrichmittel noch geringer werden wird, so muß man sich doch mit der Tatsache abfinden, da vor allem die hauptsächlichsten Lebensmittel, wie Brolfrucht und Kartoffeln, in genügender Weise für die Volksernährung be- reitgehalten werden müssen. Leider ist nicht alles geschehen. um in diesem Sinne vorzusorgen. Bei der Brotversorgung ist es die Gewährung der Druschpcämie gewesen, die nach den immer wiederkehrenden Lehauplungen der Landwirte dazu geführt hat. daß größere Mengen Getreide dumpfig geworden und somit nach der Verarbeitung zu Brot der VoUSgesmidhert weniger zuträglich gewesen sind. Viel trüber sieht es jetzt mit der Kartoffelversorgung aus. Das Kriegsernährungsamt hat bisher, so lange ein Ueber- blick der Eime noch möglich war. in vorsichtiger Weise bestimmt. daß die GemeindenJiöchstenS 7 Pfund pro Person und Woche ver- abiolgen dürsten. Seitdem ist einige Zeit vergangen. Die Ver- hältnisse aus dem Kartoffelmarkt haben sich jedoch»n dieser Zeit gewaltig geändert. Die Kartoffeln rollen jetzt in io gewaltigen Mengen aus die Kommunen zu, daß sich diese der Fülle gar nicht mehr wehren können und den Veriuch gemacht haben, die Kar- toffelzniuhr einzudämmen. Damit sind sie jedoch auf den Wider- stand der Reichskarioffelstelle gestoßen, welche bestimmt hat, die zu- gerolllen Kartoffeln müßten abgenommen werden. Da nui? nicht nur auf dem Lande, sondern auch in den Großstädten, wie man übrigens an allen Stellen wissen sollte— Mangel an Gespannen vorhanden ist, so bildeten die init Kartoffeln be- ladenen Eisenbahnwaggons eine stattUche Reihe auf den Güterbahnhöfen, die so verkehrSerichwerend wirkte, daß sich die Eiienbahnverwaltung zu Zwangsentladungen ver- anlaßt sah. Daß die Karloffeln auf diesem Leidenswege nicht besser geworden, sondern stark gelitten und jetzt von besonders dazu von den Gemeinden eingestellten Frauen»sortiert" werden müssen, ist erklärlich. Noch dazu, da es sich nur zum geringsten Teil bei diesen Kartoffeln um die dauerhafte Winterware handelt, sondern um die ersten Spätkartoffeln. Der Bevölkerung wird man laum zumuten können, diese Ware sür die Winterversorgung lagern zu lassen deshalb wäre es notwendig gewesen, etwas elastischer zu sein und die Kopsquote rechtzeitig zu erhöhen, sobald einigermaßen das Ernteergebnis iestgestellr werden konnte. Die Ursache dieser Ueberfüllung des Marktes wird darin erblickt, daß die Landwirte von der kürzlich vorgenommenen Ermäßigung des Kartoffelpreises von 6,59 M. auf 5,59 M. noch rechtzeitig Kenntnis erhallen baben und nun draui los lieferten. Da sie von der Reichslartoffelstelle hierin unterstützt wurden, so war eine Desorganisation der ganzen Kartoffelversorgung die Folge. Große Mengen Kartoffeln konnten dadurch nicht in ihren, ursprünglichen Quantum d e r m e n s ch l i ch e n Ernährung zugeführt werden. Die Gemeinden und letzten Endes die Steuerzahler sind wieder die Leidtragenden dieier verfahrenen Kartoffelversorgung. Einen besonderen Anreiz zur Lieferuug bilden die immer noch be- stehenden Schnelligkeitsprämien, die nach vernünftigen Erwägungen doch wohl nur den Zweck haben sollten, fehlende Ware auf den Markt zu bringen, nichl aber die anrollende Warenmenge so zu ver- größern, daß die Ware nicht untergebracht werden kann und iomit dem Verderben ausgesetzt wird. Auch zu Trocknungszwecken können nicht allzu große Menge verwendet werden, da die Trocknungsstellen überlastet sind. Da die diesjährigen Erscheinungen nicht neu sind, sondern sich in pleichem Umfange• im Vorjahre bei der Lieferung der Herbst- kartoffeln gezeigt haben, so hätte erwartet werden dürfen, daß durch ein Hand-in-Hand-arbeilen vom Lieferungsverband, Eisenbahn und Verbrauchergemeinde die Wiederkehr der vorjährigen Mißstände vermieden worden wäre. DaS ist nun leider nicht der Fall gewesen. Hoffentlich lernen die in Betracht kommenden Stellen aus den bis- berigen diesjährigen Ersahrungen soviel, daß wenigstens bei der Wmlerversorgung alles klappt. Von den Gemeinden erwarten wir bestimmt, daß sie in allernächster Zeit'die jetzt bestehende hohe Spannung zwischen Erzeuger- und Klein- Handelspreisen herabsetzen. Regelung des Zsleischverbrauchs und Handel mit Schweinen. Der Staatssekretär des KriegSernährungSamtS erläßt eine am 15. Oktober in Kraft tretende Verordnung, der wir folgendes ent- nehmen: Die Veräußerung von Schweinen mit einem Lebendgewichte von mehr als 25 Kilogramm darf, auch wenn es sich nicht um Schlacht- schweine handelt, nur an die staatlich bestimmten Viehabnahmestellen oder deren Beauftragte erfolgen. Der Erwerb dieser Schweine durch anders' Stellen oder Personen ist nur mit Genehmigung der Landes- zentralbehörden oder der von dielen bestimmten Stellen zulässig. Der Selbstversorger hat von dein durch die Hausichlachiung von Schweinen gewonnenen Fleische an den Kommunalverband gegen Zahlung einer angemesienen Vergütung Speck oder Fett in folgenden Mengen abzugeben: wenn das Schlachtgewicht des Schweines be- trägt: mehr als 69 bis 79 Kilogramm einschließlich: 1 Kilogramm. mehr als 79 bis 89 Kilogramm einschließlich: 2 Kilogramm, mehr als 89 Kilogramm für weitere angefangene se 19 Kilogramm: weitere je 9.5 Kilogramm. Ist das Schwein früher zur Zucht be« nutzt worden, so sind 8 Proz. des Schlachigewichrs in Speck oder Fett abzuliefern. Die Aelpflichtung zur Abgabe von Speck oder Fett entfällt bei Hausschlachtungen von Schweinen in gewerblichen Betrieben, Krankenhäusern und ähnlichen Anstalten, und durch Selbstversorger, denen bei besonders anstrengender körperlicher Arbeit Fettzulagen gewährt werden können oder zu deren Haushalt solche Personen gehören. Der Selbstversorger hat anzugeben, innerhalb welcher Zeit er die Fleischvorräte verwenden will. Für diese Zeit erhält er sür sich und die von ihm verköstigten Personen nur so viele Fleischkarten, als ihm nach Abzug der Vorräte noch zustehen. Wildbret und Hühner werden mit der für die Reichsfleischkarte festgesetzten Höchstmenge angerechnet. Fleisch zur Selbstversorgung darf aus Hausichlach- lungen, die zwischen dem 1. September und 31. Dezember erfolgen, höchstens für die Dauer eines JahreS, auS Hausschlachtungen in der übrigen Zeit höchstens für die Zeil bis zum Schlüsse des Kalender- johrcs belassen werden._ KriegSteuerungszulagen der Provinz Brandenburg. Der Brandenburgische Provinzialausschuß hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, den Beamten und Dienstverpflichteten sowie den Ruhegehaltsempfängern der Provinz Kriegsteuerungszulagen im wesentlichen nach den staatlichen Grundsätzen zu bewilligen und für die Witwen von Beamten der an die Brandenburaischen Witwen- und Waiienversorgungsanstalt beteiligten Körperschaften in gleicher Weise Kriegsunterstützung aus Mitteln der Anstalt eintreten zu lassen._ Warum ein Privatmonopol? Man schreibt uns: Seil kurzer Zeit hat der Magistrat die Ver- teilung der Brotzuiatzkarlen neu geregelt und den Betrieben vor- geschrieben, zur Abforderung der Karten bestimmte Formulare zu benutzen. Dagegen ist kaum etwas einzu wenden, da dies die Arbeit sicher vereinfacht. Doch muß aus jeden Fall dagegen Einspruch er- boben werden, daß zum Berkauf dieser Formulare nur eine Firma bestimmt ist. Man bedenke doch, welche Zeilvergeudung dies Ver- fahren bedeutet: Sämtliche Betriebe sind gezwungen, die Formulare aus der Alexanderitraste 22 abholen zu lassen. Aber»ichl nur diese Art des Verkaufs fordert zum entschiedenen Widerspruch heraus, auch die P r e i S f e st s e tz u n g ist eine derartige, daß sie alle Grenze» des normalen Verdienstes überschreitet. Es werden für 25 kleine Zettel(Halboktav) mit wenig Text 49 Pf. verlangt. Bei einer größeren Auflage(wie sie hier in Frage kommt) sind diese Zettel sür einen halben Pfennig herzustellen. Rechnet man sür den Ma< gistrat noch einen Verdienst von 199 Proz. hinzu(doch kann man auch der Meinung sein, daß die Lieferung kostenftel zu erfolgen hat), so wären die Zettel für einen Pfennig verläuflich. Der jetzige Her- steller läßt sich beinahe das Dopvelre bezahlen. Da darf man doch wohl die bescheidene Anfrage stellen: Wer berechtigt die Firma zu dem monopolisierten Verkauf, und wer erlaubt, daß sie derartig unglaubliche Preise fordert?_ Wie helfen wir unseren Kriegsbeschädigten? In einer Versammlung von Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegsteilnehmern sprach Herr Dr. Bresin(Berlm-Wilmersdorf) über das Thema:.Wie helfen wir unseren Kriegsbeschädigten?'. Um einein dringenden Noisiand unter den Kriegsbeschädigten abzuhelfen. ist in Berlin, Lindenstr. 114, eine von Kriegsbeschädigten unter- haltene und geleiteie Aus kunftS- und BerglungSstelle cingerichlet worden, als deren ärztlicher Leiter der Vortragende fuligiert. Er hat bisher Gelegenheit gebavl, zahlreiche einschlägige Beobachlungen zu machen, und hat sich insolgedesseii mit dem Kriegsministerium in Verbindung gesetzt, um gewisse Verbesseruiigeit in dieser Hinsicht zu erreichen. Es muß mit Bedauern festgestellt werden, daß das Kriegsministerium bisher aus die Anregungen deS Vortragenden noch nicht die geringste Antwort erteilt hat. Aber auch weiterhin hat die AuSkunflS- und BeralungSstelle eine Reihe von Einzel- eingaben gemacht, welche durch ihre ständige Wiederkehr zeigen, daß dringende Aenderungen in dem bisherigen Verfahren notwendig sind. Es handelt sich im wesentlichen um die Gewährung der so- genannten Vcrstümmelungszulage. SEcc ou(5 In ve�ug auf Bewährung einer Ausahrenie Wege» -ilslasikkcit sind aus.crordenllicke Erschwerungen von seilen der zu- ändigen Slcllc» scsl�ustellcn. Im Interesse der Kriegsbeschädigte» und ebemoligen Kriegsteilnehmer liegt eS. dah den der AuSlunsts- und Veratungt stelle, von wo au» den Kriegsbeschädigten tatsächliche und proltische Hilfe gewährt wird, in umfangreicher Weife Gebrauch gemacht wird. Darauf erstallele Ncichstngsabg, Davidsobn einen mit grvßleili Interesse ousgenommenrn Bericht iibcr die Verhandlungen, die im Hartptausschuj; iiber die Kliegsbeschädigiensroge gc» Pflogen worden sind. Die„ftädtischc Aachschule für Gärtuer", ivclche von der Deutschen Gartenbou-Gcscllschaft und der Stadt Berlin gemeinsam unterhalten wird, wird wie im vergangenen �sabre in den Schuiräumen Ltnien» slrahe tSS an, Montag, den H. Oktober, abends 7 llbr. ihren II nie,- »'cht wieder ausnehnren. Sumetdunge» bei dem Dirigent»» der srachschule. Herrn Generalsekretär S, Vraun, verlin, Jnvatidenstr. 4Z i da» Teilnehmcrhonorar beträgt!i M. lklusstellung weiblicher Gescllrnstückc im Berliner Nathause, Die Kusslellung wird Sonnabend, den im Kreüe geladener Gälte feierlich ctöffnet. Von 12— ll Eintiilt 1 M. dann üi' 0 srcie Besichtigung. Sonntag: Freie Besichtigung von 1l bis Um s Uhr Prämtenvcrtcilung. Wirtschaftliche Bereinigung Neuköllns mit Brill. Die Stadl- verordneten Reutölln» genehmigten in geheimer Sihimg eine» Vertrag. durch den Neukölln die Versorgung der Nachbargrincinde Britz mit Ga» auf die Dauer von ü0 Jahren kibcrniinuil. Diesen, Ver- rrage dilrflen in der nächsten �eir noch andere folgen, die eine enge wirtschaftliche Verbindung der bciddn Gcinemden hcrbcisübrcn werden, wodurch die von beiden Seile» gewünschte völlige Bercinigung vor- bereitet werden soll. Schönebcrg. Gemtiniilltiiger Nachwei» von Schlusfiellen. Der städtische Wobnuiigsnnchwei» von Söneb«rg, der sich bisher auf Wohnungen jeder Grobe, leere und möblierte Limmer erstreckte, hat jetzt, einem Bedürfnis der Aeit entsprechend, die Vermittlung von Schlafstellen neu>n sein Tätigleitsbereich ausgenominen. Er will durch diese Einrichtung hauptsächlich den zahlreichen alleinstehenden Llrbeiterinnen der KriegSwirlschast dienen, und ihnen die Suche einer einwandfreien Schlafgelegenheit n> der Nähe der Ärbeilsstälte oder mit guter Verbindung zu denselben in jeder Weis« erleichtern. An- geböte von Vermietern und Nachfrage» von Mietsuchenden werden in der Sprechzeit des Städtische,, WohnungsnachweiieZ, Berlin- Schöneberg. Grunewaldstr. IS. täglich von V— l Uhr und noch be- sonders Moliiag und Donnerstag, abend« von 7—8 Uhr. entgegen« genommen. Die Vermittlung ist für beide Teile kostenlos. — Lebensmittel. Bon heule bis DienStag. den S. Oktober, findet Voranmeldung statt für: Pfund Kunsthonig auf Abschnitt Nr. 70 der Nährmiiteltarte und 2 Piund Geiiiüickoiljerven auf Äb- schnitt Nr. 21 der Nährmitlelkarl« für Jugendliche. Ferner ist bis znm Sonnlag, den 7. Oktober eintchlicblich für die Kinder bis zu 12 Jahien die Voranmeldung für«ine Tafel Schokolade zu be- wirken. Vom 8. bis 1s. Oktober findet in den Vnticrgefchäsieii eine Verteilung von I2ö Gramm ausländischem Slreichtäse auf Grund der Bulle, lundeiilistc obnc Vorannieldung statt. V.'ns.erbtii» werden in der nächsten Woche 200 Gramm Teigwaren ans Lbschn.ilt Nr. 00 der Nählmiuelkarte und 200 Gramm Kartofselsuppc aus Übschmlt Skr. 20 der Nährmittclkarte für Jugendliche ausgegeben. Die Frist iür die Nenciiilragung in die Zucketkundenlist« länit noch bis zum 10. Okiober. WilmcrSborf. Slusgabr der Znsattdrotkurten. In der Aufgabe der Zusatzbroltarlcil tmt vom 10. Otlober an eine Lenderung ein. Tie Karlen sind nicht mehr, wie bisher, am Montag und Dienstag. iondcr» alle 14 Tage Freilag. spätestens Soiinnbend regelmähig im voraus bei der VlttSgabestelle, Wilheliiisaue 114/1 IS, Eingang 1l, in der Zeit zwifchen 8 und 2 Uhr abzuholen. Bei nicht recht- zeitiger Äbbolung besteht die Befahr, dag eine Nachlieferung nicht erfolgen kann. Lichtenberg. Abgabe von Ziegenfleisch. Die Stadt hat veriuch?- weife lLö Slück junge Ziegen im Lebendgewicht von insgesamt SS Zentner z» Ptfiiei, von 1,40 und l.&O lvk. für das Pfund Lebend- gewicht gekauil. Das Fleisch soll an die Nüstungsindustrie uiw. verlei», der Kran, in den slädrischen FleiieiwerlanfSstelle» abgegeben ivcrde». Der Lillnenbeiger AabrnugSniillelauSichug har deschrossen, in möglichst groge»,!I»i!a»g« ivcilere Ziegen anzukauseu, nn, sie i» den slädlijcheir Fleischvcr'e'.ufssiellc» an die Bevölkerung abzugeben. KrciS Teltow. Anmeldepflicht für HanSschlnchtungeu. Ilm fest- stellen zu lönncn. ob der Kreis ohne Emgriss in die HouSfch weine ieine Verpflichtungen erfüllen kann, hält es der Aandrai des KreiieS iür erforderlich, mir grögter Befchieanigung festzustellen, wie viel HauSfchlachumgen fllr die Zeil von jetzt bis zum Frühjahr 1018 in Aussicht genommen sind. Er bat daher angeordnet, dag diejenigen, die beabsichtigen, in der Zeit von jetzt bis zum Frühjahr 1018 eine Hanksüilachlung vorzunehmeii. dies brS zum 8. Oklobcr der Orrs- behörde unter Angade der Zahl der zur Schlachtung bestimmten Schweine mitzuleilcn haben. Bei gemeinschaftlicher Mästung genügt die Anmeldung durch einen Beteiligten. Tie Anmeldepflicht be- steht auch für Krankenanstalten, gewerbliche Betriebe usw. Wer die Anmeldung bis zum 8. Oktober Unterlasten hat, läuft Gefahr, daß die HauSschlachlung nicht genehmigt wird. Reinickendorf. A»S der Gevieindevrrtrctunz. Kriegs- tcuerungSzu lagen neben den früher gewährten Kriegs. beihilien bewilligte dw Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung. E» erhalten Unterbeamte 040 M., miiilere Beamte 720 M., obere Beamte 000 M. und die besoldeten GemeindevorstandSmi'.glieder 1000 M. Für jedes Kind außerdem noch 10 Pcoz. Zuschlag. Die- selben Zulagen erhallen auch die Diätare und die Lehler und Lehrerinnen an den höheren Schulen. Die bisher 800 M. be- tragende Ortszulage für Lehrer an den Gemeindeschulen wird auf OOO M. und für Lehrerinnen von 250 auf 850 M. erhöht. Unverheiratete Beamte erhalten 420 Marl Teuerungszulage. Die Entschädigung der HllfSlebrerinnen an den Gemeindcschulen wird von 1440 M. auf 1800 M. eihöht. Auf die während de« Kriege? eingestellien Bureauhilfskräsie finden die Bestimmungen keine Anwendung. Die Arbeiter erhalten neben der früher ge- währten Teuerungszulage eine Lohnzulage von 2b Prozent. Tie S ck, ö f f c n>o a h l ergab die Richiwlederwahl dcS bis- beiigen Schössen Schmidt. An sein« Stelle wurde mir 14 gegen 4 Stimme» der Brarlercidireltor M i e l ck c gewählt.— Für die Arbeitslosen in der Schnhioarenindustrie iollen die lliltcrstützUiizS- grundiätze für die Textilarbeiter Anwendung flndcn. NowaweS. Lebensmittel. Auf Zusatz- Brotkarten dart bclciiS am Sonnabend und Sonntag der vor ihrer Gültigkeitsdauer liegenden Woche Roggen- lind Weißbio, emnomine» werden. Heule findet auf Karteimdiclmia 12 irot) der Lebensmittellarte der Verlauf von Räucherwaren in den süns VcrkansSftellen der Gemeinde slalt. Die Kartenabichnitte bebaltc» solange ih'.e Gültigkeil. bis alle Gin- wohner vcriorgl sind. Bei iSnnlicheu Fleischverkäufcrn findet heul« der Verkauf von Fleisch slalt. G?sß-Her!iner Varteinachrichten. tjöpeuick. Montag, den 8. Oktober, abend» 8 Ubr, spricht ReichSlagSabgcordncter Genoste Hermann o l k e n b u h r Im Stadttheater über:»Im Kampfe nir Frieden und Freiheit." Ein« triltSkarten sind bei de» Genofie» Wißler, Kietzer Str. 6, Neumaiin. Kaiier-Wilhelm-Ttr. 18. Fiebach, Müggelheiiner Sir. 1, Stippekohl. Schönerlinder Str. 5, und bei den BszirkSsührern zu haben. Da eS gilt, gegen die Agitation der Alldeutsch«» und deren Kampfe»« weise gegen den VersländigungSfrieden Protest zu erheben, wird reger Besuch erwartet.___ Jugenöveranftaltungen. Schönrderg. Arbeiter-Jugend. Zplelobend bei idcnkel, Bieininger Ztrafle 8. Tpieiab-.nd im Lokal. Anfang 8 Uhr. Sonntag, den 7. Oktober. Anfang 7 Uhr.— Mittwoch Ortsgruppe Berlin. Douriftenvercin»Tic Zkaturfrcundc» Morgen ftnden folgende Wanderfahrten st.rti: Äirlenwerder'Briefe Lehnltzlcc,(Srabowfee.— Fahrg. 1 M. Abf. 8 Ubr Tlett, Vorortbabnhos... � Melchow. Nonnenfließ. EberSwalde.— Fahrg. 1,80 M. Abs. Sonnabend 8.V4 Ubr Stell. Fenibabnhos. Erlner, Kaltberge. Sirausbeig.— Fahrg. 1,50 M. Abf. 7,02 Uhr Bohnboj Ehorlollenburg. Friedrichshigen, Klein-Schönebcck, Tasdorf, Kalkberge.— Fahrg. 110 M. Abf. Sonnabend 7 Uhr Bahn!,. Ebarlotteudurg. Melckow, Nonnenflietz, Schwärze.— Fahrg. 1,70 M. Abf. 8,04 Uhr Stell. Fernbahnbof. Cboriiicheil, Plagesenn.— Fahrg. 2.50 M. Abs. 5,50 Uhr Stettincr gcrnbahnhos.______ «.-«treranSüchten hir da» nrterlrre«orvötuifctilan"»>« Toiintaq initiag. Kühl, vielfach heiter, aber sehr veränderlich, im Binnenlande meist geringe, im Kllslengebicte elwaS flärtere Regenfälle. Verein »er frei» sfj de» denker»tnttanz. Silz B»rlin. Gegr. 1905. 910 infolge seiner schweren Verwundungen. In tieseni Schmerz vk-tno tllt«i»n un«! Kiowvrestei-Ii. Ein Jahr ist nun dahingegangen, seitdem Du starbst de» Heldentod. Wo Nachricht kam nach langem Bangen, daß Dich ereilt des Krieger« Los. Du ruhst nun sein in Deinem Arode mit tlameraden vereint. Wir schmücken unsere größte Gabe. Dein Bild daheim ganz still beweint. Zu stich bar Dich der Tod«reist, Das Schicksal traf uns schwer. Wenn auch die Zeit die Wunden heilt, vergefien. ach nein, nimmermehr. MTTLTDTMWDM Jeder kW» ümpttlkthk mlhllei! auch wenn er nicht über die nötigen Geldmittel verfügt, sobald er eine Kliegsanklhe- Versicherung bei der Dentsche» �ebensversicherungs-Hank Aktirn-G-sellfchaft, in Derlm eingebt. 43SL� Tkenzcitliche Bedingiioge». Niedrige Prämie». Kostenlose Berechnungen und AuStunst durch die Direktion m Berlin XIV 40, Kronprinz-nnier 18. 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Das Genre herrschte, die Freude am Gegeusrande, ver- bunden mit einer Naturnachahmung, die ihr Ideal in der Photo- graphischen Wiedergabe deS Wirklichen erblickte. DaS monumentale Nippes hatte die Oberhand: die Darstellung niedlicher, pikanter und grotesker Geschichten, die mit dem ausdringlichen Anspruch der un- bedingten Naturtreue fich darboten. Hildebrand befreite die Kunst auS dieser unwürdigen Dienerschaft fremder Gewalten: er stellte sie wieder auf sich selbst, eroberte ihr die ihr eigentümliche Sphäre als einer übernaiürlicken Gestaltung der Dinge im Raum nach eigenen tektonischen Gesetzen. Man kann sagend daß er die Eni- dcckung WinckelmamiS in der Antike wieder ausnahm, aber er ver- nachlässtgte nicht, wie die Klassizisten um die Wende des 13. Jahr- bnnderts, das Studium der Natur und die Technik, sondern er ging über die Antike und das Quattrocento auf das Handwerkliche ?urück, auf den Mutterboden jeder gefunden Kunst, aus dem PhidiaS und Donatello ihre beste Kraft gezogen. Der junge Hilde- brand hatte da« Glück, als er sich, angeekelt von dem Kuusibetrieb der Zeit, auf die Suche nach denr.Zeichen" machte, in dem alten Kunsiland der deutschen Sehnsucht, in Italien, zwei Gefährten zu finden, die dem gleichen Ziele zustrebten: den Maler Hans v. Maräcs und den Aeslhetiker Konrad Fiedler. Durch den grüblerischen Genius MaröeS, dessen reformatorischeS Werl für die deutsche Kunst heute allgemein anerkannt ist, empfing er sein tiefsteö Erlebnis, und es sind bauprsächlich die Gedanken dieses einsanien Kämpfers, die in den Werken Hildebrands wie in seiner Theorie ihre Auferstehung feierten. War es daS Lebensziel des MalerS, die Kunst wieder auf eine handwerkliche Tradition zu stellen und die Form von der Herr- schaft deS Inhalts zu befreien, so war es der Plastikcr, der diese Ideen zum ersten Male verwirklichte. Hildebrand ist einer der wenigen Meister, an denen daS sonst so wahre Wort:.Bilde. Künstler, rede nicht", zuschanden wird. Sein berühmtes ästhetisches Werk.DaS Problem der Form in der bildenden Kunst" bat nicht nur die Kunstphilosophie, sondern die Kunst selbst nachballig befruchtet, denn die hier aufgestellten Gesetze waren nur das Resultat einer im praktischen Schaffen erworbenen gedanklichen Klarheit. In wissenschafltich überlegener Form wurde bier bewußt ausgesprochen, was unbewußt sich dem Beschauer der HUdebrandsckien Werke von selbst aufdrängen mußte. So wirkten denn Theorie und Praxis in untrennbarer Einheit: in seinem Sinne, mit seinen Augen hat eine ganze Generalion dje Plastik geieben, und auch die Allerjüngstcn stehen unter dem Einflüsse Hildebrands, denn sie finden in der primitiven Kunst, der sie sich zugewendet haben, bei den alten Aeqyvtern wie bei den Negern seine Grundgesetze bestätigt." Daß Hildebrand mit seinen theoretischen Abhandlungen der Kunstgeschichte neue Bahnen gewiesen hat und ihr zu einer von anderen Wissen- schaften beneideten und nachgeahmten Methode verhalf, ist nur gleich- sam ein Nebenprodukt seines Schaffens. Wa» ist nun in kurzen Worten der Grundgedanke dieser Hilde- brandschen Entdeckung? Der Künstler schafft nicht die Natur ein- fach nacb. sondern er bebt auö der unendlichen Fülle der Dinge e i n Bild klar und deutlich heraus, macht so im höheren Sinne die Natur erst sichtbar, indem er statt der vcrivirrenden Vielheit vv.l Ansichien, die die Ding« im Raum bieten, eine einzige Ansicht be- tont, die durch seine Gestaltung NotwcndigkeitS- und Ewigkeitswert empfängt. Das plastische Werk erhält so ein ein einziges klares Fernbild, das im Raum fest fixiert ist und einen i» sich geschlossenen unver- geßlichen GesichlSeindruck vermittelt. Wird so das Kunstwerk im Raum gleichsam verankert, aus allem Zufälligen und Unruhigen zu einem bodenständigen Gewächs der Natur gemacht, so wird eS andererseits auf das engste mit der Persönlichleit des Künstlers verknüpft. Indem Hildebrand die Ausführung der Arbeiten mit eigener Hand verlangt. Wie die große» Meister der Antike und des Quattrocento, muß auch der moderne Künstler wieder Handwerker werden: die solange als neben- sächlich mißachtete Technil? wird als die Grundlage jeder wahren Kunst gefordert. Hildebrand ist der erste gewesen, der wieder selbst den Meißel in die Hand genommen hat, um die mensch- lichc Gestalt, die dumpf und formlos im Steinblock ruht, aus ihrer Gebundenheit zu lösen und zugleich in den notwendigen Engen deS ihr zugemessenen Raums sestzuhalten. Durch dieie Betonung deS Räumlichen und des Handwerklichen hat Hildebrand nicht bloß für alle Gebiete der Plastik, für das Relief, für die Medaille uiiv., eine feste Norm geschaffen, er hat auch daS Verhältnis von Architektur und Plastik allgemeingültig festgelegt und zugleich der kunstgewerb- lichcn Bewegung einen mächtigen Anstoß gegeben. Alles Lehren und Fordern Hildcbrands erhielt aber erst seine Geltung und seine Bestätigung auZ seinem Schaffen. Unendlich mehr bat er durch da? geleistet, was er tat, als durch daS, wa§ er aussprach. Auch seiner Kunst ist jene meistcrbafte Klarheit und Be- stimmtheit eigen, die in seinen Ideen zum Ausdruck kommt. Wie jedem Künstler, dein die strenge Form daS Höchste ist, hat man ihm Kälte und Temperamentlosigkeit vorgeworfen. Aber wie sinnlos ein solcher Vorwurf ist, zeigt ein Blick aus seine Werke, von denen ein so reiche» warmes Leben ausstrahlt. Freilich: dieser geistreiche Mann Ivar in seinen Erfindungen bewußt geistlos, dieser leidenschaftliche Gestalter wußte seine Formen zu einer vollendeten Harmonie abzuklären. Wenn eine in falschen Vorstellungen befangene Zeit dies nicht erkannte. so werden wir cS ihm heute, so wird cS ihm die Nachwelt um so mehr danken, daß er unbeirrt und einsam seinen Weg gegangen ist. Hildcbrand begann mit steinernen Menschenfigure», in denen zunächst eine Körperfunktion rein und überzeugend ausgedrückt werden sollte. Bon den genrehasten Motiven deS Trinkens und deS Schlascits in seinen ersten Figuren wendet er sich bald zu den ewigen Formen deS Stehens und KnienS. wie sie in seinen beiden Meisterwerken, der.Männlichen Figur" der Berliner National- galeric und dem„Kugrlipieler" so wundervoll ausgeprägt sind, Diese beiden Werke sind Marksteine in der Entwicklung der mo- dernen Kunst: die einfachste Form deS schönen.KörpergewächieS", wie Winckelmann sagen ivllrdc, ist so überzeugend dargestellt, daß alle spülereu Gestalter desselben Problems notwendig in seine Spuren treten mußten. Achnlich hat Hildebrand in seinen Porträts durch die Betonung der eigentlichen Strullur deS Kopfes den Gesichtern zugleich ein ganz neues individuelles Lebe» verliehen:« hat dem Relief durch die har- monische AuSsiillung de« Raumes die höchste Geschloffenheit und zugleich die größte Mannigsaltigleit in Licht und Schatten gegeben. Von dieser Reife des Könnens ans hat er dann auch große inonu- mentale Aufgaben bewältigt, besonders in seinen großartigen Vrunnenanlagen, dem Wittelsbacher Brunnen in München und dem Reinhardtsbrunnen in Straßburg; von den schlichten Denkmälern und Grabdenkmälern, die er für Brahin» und Otto Ludlvig, für Hans von Vülow und Hermann Levy geschaffen und so feinsinnig in die Natur gestellt bat, stieg er auf bis zu der Krönung seines monumentalen Schaffens, dem Bremer Reiterstandbild Bismarcks, deffcn gewaltige Umrisse so klar und hochragend sich von der dunklen Wand de» alten Domes abheben. Die größten Aufgaben zu er- stillen, har die Ungunst der Zeit, der er so vieles abgerungen, auch diesen, Künstler versagt. SS bleibr ein ewiger Schade für die deuische Kunst, daß sein Architektur und Plastik so vollendet ver- bindender Entwurf für das Berliner Nationaldenkmal zugunsten der effektvollen Thcaterkuliffe Reiuhold Begas' verworfen wurde. Paul Landau. Veutfthe in öer vobruöscha. Bei ihren: Borinarfche in der Dobrudscha stießen die deutschen Truppen auf Orischasien, tn denen sie mit deutschen Worten begrüßt wurden; hier herrschte deuische Ordnung und Sauberkeit, deutsche Gesinnung und Gesillung. So wenig wie unsere Feldgrauen wußien vor dem Kriege wohl die übrigen Deutschen, daß eS in der Do- brudscha eine große Anzahl deutscher Kolonie» gibt: ja die Ver- brettuug deS Deutschtum? in jenem Laude ist, wie sich jetzt heraus- gestellt Hai, noch weit größer, als selbst die Fachleute bislang an- nahmen. DaS neue Museum und Jnstiiut zur Kunde des AuSlandS- deutfchtumS(StuitgarO hat nun jüngst eine Forschungsreise in die Dobrudscha ausgesandt, deren Lelier Dr. Paul Traeger den unter deutscher Berwalwng stehenden Teil der Dobrudscha wie auch das Operationsgebiet der L. bulgarischen Armee nach allen Richtungen durchstreift hat, wobei er Geschichte, Zabl und kulturelle wie auch ivirtschaflliche Lage der deutschen Bevölkerung fesfflellte. Die.Deutsche Revue" ist in der Lage, die wesentlichen Ergeb- nisse der Forschungsreise nach Angaben des Stutigarter Museum» in einem vorläufigen Bcrichle zusammenzufassen. Danach ist die Zahl der Ortschaften in der Dobrudscha mit deutscher Bevölkerung wesentlich größer, als bisher angenommen wurde. 22 Dörfer haben entweder ausschließlich deutsche Bewohner oder doch überwiegend deutschen Cbaraltcr; die meisten darunter besitzen eigene, zum Teil sehr stattliche deutsche Kirchen: in 6 Dörfern lebt eine tleiue Anzahl deutscher Familien zerstreut zwischen der fremden Bevölkerung: in mehr als 20 glbt es nur eine oder zwei deutsche Familien, und dazu kommen»och größere Bestandteile mehr städtischen CharalierS in Konstanza, Cernaboda. Mangalia und Tulcca und eiwa 12 Ortschaften im südlichen Teile der Dobrudscha, Alle? in allem handelt es sich um etwa 1ö5(> Familien mit rund S-tvö Köpfen-, die meisten dieser Deutschen, über 7300. gehören der ländlichen, ackerbau- treibenden Bevölkerung an. Die Dobrudichadeutschen wissen eigen- tümlicherloeise nicht sicher, Ivo in Deutschland ihre Heimat ist: sie nennen sich Schwaben, waS jedoch der bekannte Sammelname für die Deutschen und keine HerkunftSbezeichnung ist: außerdem unter- scheiden sie unter sich»och.Kaschuben" unö.Platte", das heißt Ptatldeutschsprechende. Die schriftlichen Zeugnisse sind größtenteils verloren gegangen, besonders im gegenwärtigen Kriege, doch ist es Dr. Traeger gelungen. einige ältere Urkunden aufzufinden, die über die Stammheimat einer größeren Anzahl von Familien Auskunft geben. Danach stammt die Mehrzahl der alten Auswanderer«n» Württemberg und Ost- und Westprcußen, ein weiterer beträchtlicher Teil aus Elsaß-Lothringe». In größerer Anzahl waren bei der Bildung des DobrudschadeutichtumS noch Hessen, Badener, Mecklenburger, Pommern und Rheinländer beteiligt, und ganz fehlt wohl keiner der deutschen Stämme. Die meisten Dobrudschadeutschen sind ans Ruß- land eingewandert: viele davon verließen ihre Heimat zur Zeit Katharinas II., die Mehrzahl jedoch jjuc Zeil der Napoleonischen Kriege. Nußland verließen sie in den dlerzigcr Jahren des vorigen Jahrhunderts: 1843 erfolgien die ersten Niederlassungen in der Dobrudscha, doch wurden die damals gegründeten Siedelungen bald darauf wieder verlassen. Eine zweite größere Abivandcrung aus Rußland nach der Dobrudscha fällt in das 8. und 9. Jahrzehnt: damals eniftanden die meisten Dörfer im Süden des Landes. Viele der deutschen Einwanderer haben jedoch in der Dobrudscha keine feste Scholle gesunden: in den letzten Jahrzehnten sind viele in die Neue Welt aüsgewanhcrt, andere sind in die alte deutsche Heimal zurückgekehrt, und wieder andere haben in der Dobrudscha selbst Wanderungen angetrelen. So hat Dr. Traeger eine deutsche Siede- lung in der Dobrudscha gefunden, die erst in diesem Frühiahr cnt- standen ist.__ Was öer Mensch im �ahr verzehrt. Den Bedarf des Menschen an den Hauptnährsioffen im all- gemeinen scstznstellen, ist eine sehr schwierige Aufgabe, zumal er- hebliche Verschiedenheiten nach Körperbau und Veranlagung des einzelnen Menschen, nach Jahreszeit usw. bestehen. Außerdem haben wir im Wohlleben der FriedcnSzeit sicher weit mehr geyeffen, als zur Aufrechterhaltung»er Gesundheit und deS Körpergewichts erforderlich war. Prof. Boruttau har in der .Umschau" mit möglichst großer Sorgfalt untersucht, wie oft in einem Jahr, nach dem Gewicht berechnet, der Mensch sich selbst ausißt, wenn sein Gcsamtbedarf zu 800 Wärmeeinheiten al« FriedenSkost angenommen wird. Dabei werden nur SO Gramm Feit, 90 Gramm Eiweiß und 450 Gramm Kohlenhydrate gcreckmet. Das Eiweiß kann etwa zur Hälfte aus tierische und pflanzliche Nahrungsmittel verteilt werden, ebenso da« Feit, während die Koblenhydraie fast ganz aus Pflanzenstoffen ge- deckt werden, zum größten Teil natürlick auS Sror und Kartoffeln. Daß Ergebnis ist, daß ein gesunder Menscb eiwa das Zehnfache seines Körpergewichts verzehrt, nämlich bei 70 Kilogramm Eigengewicht rund Söö Kilogramm Nahrungsmittel. Diese können sich zweck- mäßig folgendermaßen verteilen: ein tüchligeS Kalb, ein schwerer Dorsch eiir balber großer Laib Käse, sieben große Milchkannen von eiwa je 10 Liter, Eier im Gewicht von zwei ausgewachsenen Hühnern, ein Butlerfaß voll Butter<5 Ktlogramml. ein Faß Pflanzen- seit<12 Kilogramm), Fischfett in Form eines RiesenaalS(5 Kilogramm), die Füllung einer großen Anschlagsäule mit Broi und Kartoffeln(865 Kilogramm), eine Badewanne voll Gemüse, ein ordcnilichcr Sack voll Hülsenfrüchte und zwei Zuckcrhüte. Leider sind das die Friedensportionen, von denen wir uns jetzt nicht nur nach Art, sondern auch nach Menge der Nahrungsmittel manches abstreichen lassen müsien. Notizen. — Die LutherauS st eilung in der' Königlichen Bibliothel hat sich regen Besuches zu erfreuen. Sie wird aus mchriach ge« äußerten Wunsch auch an den Sonntagen von 12 bis 2 Uhr ge« öffnet sein, — Ein Gedächtnisbuch. Der Schutzverband Deutscher Schriftsteller beabsichtigt, ein Gedächtnisbuch zu Ehren der ge- fallenen deutschen Dichter und Schriftsteller herauszugeben. In diesem Buche sollen die Besten der für da» Vaterland Gestorbenen mit möglichst unveröffentlichten. Beiträgen vertreten sei». DaS Werk wird im Verlage S. Fischer, Berlin, erscheinen. Anregungen und Manufiripte nimmt das Bureau des Schutzverbandes. Wilmersdorf, Kaiferallee 173a, entgegen. Die weifthe Nachtigall. Der Roman eines st erbenden Jahrhunderts. Von R. France. Lainette steckte die Hand in die Tasche ihres koketten Schürzchens und spielte mit den harten Talern, mit denen sie der Graf zum Nedeu gebracht hatte. „Justemcnt dieserhalb, gnädigster Herr," beteuerte sie affektiert treuherzig,„den ganzen Tag heißt eS. Lainette sehe sie, ob Monsieur de Solms' Fenster offen stehen— das bedeutet nämlich, daß er dann zuhause, ist; seh' ste nach auf der Statthaltelei, od Monsieur für morgen Vorladungen hat, seh' sie nach da. seh' sie nach dort, aber immer um den Monsieur, von dem sie ein heimlich gemaltes Mignaturbildchen hat machen lassen— oder vielleicht auch bekommen." Gin lauernder Blick, geboren aus der natürlichen Freude der Frau an der Liebesintrige traf den Grafen, der mit keiner Wimper zuckte, meungleich es heiß, mit einem Gemisch von Empörung und Eiferjucht in ihm aufstieg. Da tönte die Schelle in Madames Gemach. Dienstfertig enteilte Lainette, nachdem sie noch dem Grafen die Türschlüssel in die Hand gedrückt hatte. Und während sich die ge- dämpften Schritte eines späten Wanderers auf dem Parade- Platz verloren, begann die gute Dienerin mit nicht ermüdender Geduld auf das kleinste von neuem alles zu erzählen, was ihr der junge Mann de Condnite, der neben ReginenS Garten wohnte, von dem nächtlichen Stelldichein gesagt hatte. Sie bewies dabei so viel Liebe und Mitgefühl für ihre Herrin, daß diese sie vertraulich an sich zog:„Sie ist eine treue Seele", sagte sie fast gerührt—„ich will ihr's gedenken, wie sie mein Vertrauen nicht getäuscht hat"... Und Lainette senkte bei dem Lob bescheiden den Kopf und wagte vor Ergebenheit nicht, ihrer Herrin in die Augen zu sehen... rr. Am anderen Morgen strahlte die Maisonne vom Wolken- losen Himmel schon hoch, bevor die grünen Jalousien am Hause des LluartlbräuS geöffnet wurden. Mit dem Dunkel der Nacht waren auch die Fäden des geheimen RanncnS verflogen, die seit der Dämmerung das Haus und seine Gäste umsponnen hatten und statt spähender, schleichender Neugier ging nur der Alltag seinen behäbigen Tritt als Milchfrau, Gemiiseverkäufcr und ihre Kunden. Nach dem Schwärm der Schulkinder kam oic Veamtrnschar, die sicheren Schrittes in die Statt- haltcrei am Paradeplatz strebte. Dann eilte nur manch' ein Nachzügler und danu setzte die große Stille des Vormittags ein. Ein paar Tauben flogen: sie trippelten hin und wieder, blinzelten schläfrig unb girrten leise. Zu dieser behaglichen Stille paßte auch der lässig schlendernde' Schritt eines jungen Mannes, der unschlüssig von der Donau herauf kam, langsam die Straße entlang ging, im Sieben- gäßchen verschwand und auf einmal den gleichen Weg wiederkam. Es ivar der Exstudent. Im hellen Sonnenlicht trat die schäbige Eleganz, mit der er gekleidet war, erst so recht'zu- tage, aber auch der lauernde Blick, der unauffällig die ge« samten Fenster der Straße absuchte und doch ständig auf das Pförtchcu gerichtet war, das zu der Wohnung der ihm so geheimni-Zvöll scheinenden Sängerin führte. Jetzt klinkte dort daS Tor und sofort bog der Späher um die Ecke, so geschickt, daß er eine Minute später rein zufällig Lainette fast in die Arme lief, die sittsani und mit niedergeschlagenen Augen einher wandelte. „Ah, er ist'S, Monsieur, fast Hütt' er mich erschreckt!" Sie erwiderte seinen devot übertriebenen Gruß und litt es gern, daß er nach Studentenart den Amoroso spielte und ihr daS Einkaufskörbchen abnahm. „Mais c'est trop! Hier vor aller Welt mich zu begleiten," wehrre sie trotzdem zum Scheine ab. Er aber hatte, ohne zu fragen, wohin ihr Weg führe, sofort die Straße nach der Statthalterci eingeschlagen, saß doch dort am Eckfenster des ersten Stockes der alte Besl, und der mußte es sehen, lvie Vertraut er mit den fremden Demotscllcs bereits war. „Ei wie sonderbar," sagte Lainette,„da sind wir just den Weg gegangen, der mir aufgetragen ist von Madame." Und nach vielen geheimnisvollen Umschiveifen und den heiligsten Beteuerungen ihres Vertrauten, wies sie ihm ein zart parfümiertes Brieschen. das sie mit strengster Vorschrift, um von Reinhard von Solms nicht gesehen zn werden, hier abzuliefern hatte. Michalanbky schlang vor Wonne in der dunklen Ecke der Einfahrt, in der sie standen, galant seinen Arm um das Zöschen, denn mit tinem Blick hatte er die Adresse erspäht: siel lautete an den Grafen Morawitzky. Und mit einem Schlag stand in ihm auch schon ein weitverzweigter Plan fest, der ihn endlich die Stufenleiter des Glückes Hinalifeilen lassen sollte. Mit überschwänglicher Beredsamkeit stellte er dem von seinen Huldigungen belustigten Mädchen die Gefahren vor, in die sie sich beim Eintritt in das Antichambre des Grafen begäbe: wie der alte Kanzleischreiber dort als biffiger Hos- Hund Wache halte und jeden einlangenden Brief zu keinem anderen als dem jungen SekretariuS Solms-unerbittlich zur Vorprüfung einliefere. Und wie nur gerade er, der Student Sebastian MichalanSkh allein, Dank seinen stadtbekannten Konnexionen, auch intim befreundet mit dem Kanzleischreibcr Besl, imstande sxi, eine so heikle Mission erfolgreich durchzu- führen. Eine Minute später war er im Besitz de" Briefes, drückte der halb erstaunten, halb verdutzten Lainette einen Kuß seiner breiten schmatzenden Lippen mitten ins Gesicht und stürmte die Treppen hinauf. Mit der festen Hand eines Mannes, der da weiß, daß sich daS Tor seiner Zukunft vor ihm öffnet, klopfte er an die Türe des Vorzininiers, worin, wie er längst wußte, der alte Besl init einem Aktenkopiercr hauste. Dem Herrn Kanzlei- schreiber blieb das scharfe Herein zur Hälfte in der Kehle stecken, als er seines Beleidigers von gestern ansichtig wurde. Jetzt oder nie war der Augenblick der Vergeltung da. „Die Stunde für Bittsteller ist längst vorüber!" herrschte er den Eintretenden an. Der aber, statt eine geziemend ehr- sürchtigc Haltung anzunehmen, schritt selbstbewußt vor und sagte mit verächtlicher Miene: ,„Man melde mich in besonderer Mission bei dem Herrn Grasen." Besl schnappte nach Lust. Wagte dieses Subjekt ihn neuerdings, noch dazu vor seinem Untergebenen, zu be- leidigen'i Aber der selbstsichere Ton MichalanLkys verdutzte ihn doch und mit der Witterung jeder echten Bedientennatur wußte er das Benehmen seines Gegners einzuschätzen. Trotzdem gab er nicht locker und bestand darauf, den Grund der ihm schwer glaublichen Mission zu erfahren. So ging Rede und Gegenrede in sich steigernder Heftigkeit weiter. bis' sich die Türe öffnete und der Graf nach der Ursache deS rejpektwidrigen LärmenS fragte. (Loxtl. MflU jaui MorikpleZ 58a NiesenauSwahl in Pelz- .1, Skunks, Marder, Nerz, �skafüchsc», Pelerinen mo- rnstcr Ausführung, 40— 200 Mark. Angebot in Hcrren-Geh- J clzen, Wagen-, Reisepelzen.— t�roßc Auswahl in Rockanzügen, �akettanzügen, Paletots, lll- f>eril, teils auf Seide, prima Verardeitung. Ferner Tamen- koflüme, Ulster, Mäntel in ein- fachster bis elegantester Aus- führung.— Extraangcbot in Lombard gewesener Uhren, Ringe, Bnllanten, silbcnrer Taschen, Schmucksachen sehr billig._________ 183K* Tcppich-ThomaS. 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Armeekorps als deutsche Soldaten dcwahrt, und haben im Bewußtsein, Heimaterde gegen den gemeinsamen Feind zu verteidigen, i b r e Pflicht voll erfüllt. Di« vielen an Elsässer verliehenen Eisernen Kreuze sprechen eine beredte Sprache.' Hoffentlich verbleibt eS nun aber nicht bei dein bloßen Lob. Da! Entscheidende ist, daß diese Auerlennung auch ihren gesetzgeberischen Ausdruck findet. Der aUöeutfche tzunger-, Schmach- unö Sankrottfrleüe. Gegen nichts sind die Alldculichen so empfindlich als gegen die Umdrehung des Spießes. Die ganz« alldeutsche Presse leidet jetzt unter gelinden TobsuchtSansällen. weil Genosse Wolsgang Heine aus der Berliner Versammlung nachgewiesen hat. daß der AuS- druck Hungersriede, mit dem die Alldeutschen so gern den VersiändigungSfrieden belege», weit besser auf ihre eigenen KrkgSziele paßt. Denn der Gewaltfriede würde als notwendige Folgerung ein Höchstmaß gegenseitiger Rüstungen erzeugen und damit die Völker Europas zu dauerndem Hunger verurleilen. Wir find der Ansicht, daß auch die von den Alldeutschen geprägten Ausdrücke.Schmach« und Bankrotifriede' geradezu klassisch« Bezeichnungen ihrer eigenen Kriegsziele sind, die «ine Schmach für jedes über der nolkien Gewalt thronende Menschheit-ideal und«inen Bankrott de! seil anderthalb Jahr» tauicnden Europa angeblich beherrschenden.Christentums' dar« stellen. was lange währt, wird nicht immer gut. Vor einigen Monaten haben ioziaüstiiche Blätter, darunter der .Vorwärts' und die.Münchcner Pofi', die intimen Beziehungen der Deutschen Lichtbildgesellschafr zur Schwerindustrie enthüllt. Nu» auf einmal fällt der Lichtbildgesellschast die dringend« Not- wcndigkeit der Ehrenrettung ein. Sie versendet einen Waschzettel, tn dem es heißt: .Die Deutsche Lichtbildgetellichost veriolgt ausschließlich nationale gemeinnützige Zwecke, ist völlig unabhängig von stoat- lichen und sonstigen Behöiden oder einzelnen Firmen und Per- sönlichkeiren. Irgendwelche politische oder wirtschastlichc Richtung liegt ihr völlig sern. Einzelne bcstnninie Jntereiientengruppen baden auf die Wirksamkeit der Deutschen Lichtbildgesellschast keinen maßgebenden Einfluß. Und trotzdem wird au! der Tatsache. daß zu de» Gründern und Mit- gliedern der Deutschen Lichtbildgeiellickafl auch Berbände und Firmen der sogenannten Schwerindustrie gehören, der Schluß ge- zogen, daß diese einfach die Deutsche Lichtbildgesellschasr ge- gründet haben und maßgebend becinflnflen. Diese Behauptung wird zum Beispiel in Nr. der.Münchener Post' aufgesielll. Daß man ans diese Weise ein Unternehmen, das lediglich Be- nrebungen des seindUchen Auslands zum Nutzen des deutschen Volts und deS Dculscheii Reichs bekämpien soll, vor den Augen des Auslands in den Stand zieht und sein« Wirkung wenigstens zu beeinträchtigen sucht, ist sicherlich kein Zeichen der Einigkeit, die uns not tu:.' Nationale Einigkeit tut wohl not. aber sie ist zu gut. um parteiegoistische Ziele mildtätig zu verschleiern. Es gehört ein Ucber- maß von Vertrauen in die Dummheit der Menschen zur Versiche- rung, daß die deutsche Schwerindustrie ein aus öffeniliche Wirkung gestelltes Unternehmen begünstigen werde, ohne daß es sich Haimo- niich ihren eifrigen Bestrebungen eingliedert, Einfluß auf die öffent- liche Meinung in ihrem Sinn zu gewinnen. Der Kartoffelpreis. Beim Reichstag sind wieder eine Anzahl kleiner Anfragen und Antworten auf solche eingelaufen. Auf die Anfrage des Abg. Schmidt(Soz.), betreffend den zu hohen Erzeugerhöchstpreis für Herbstkartoffeln in den Provinzen Brandenburg und Pommern, teilt die Regierung mit, daß dieser in den Provinzen Brandenburg und Pommern inzwischen aus 5,00 M. für den Zentner, gültig vom l.-Lltober 1917 ab, herabgesetzt worden ist. Zuckerrüben für Viehfutter. Der Verein der deurlchen Zuckerindustrie empfiehlt, daß von einer um ungefähr 15 Proz. gelürzten Produltion der Rohzucker- erzeugung. die hierbei gesparten Rüben zu S5 Proz. für dt« Ber- fü'.lerung steizugeben sind. Die Kürzung der Produktion muß angeblich erfolgen, weil nicht genügend Kohlen für die Zuckerfabriken herbeigeschafft werden können. Hiergegen muß mit aller Eiitschieden- heil Einspruch erhoben werden. Bei unserer gegenwärtigen mangel- hasien Ernähru»g>auf die volle Ausnützung der Zuckerrüben für die Per« arbcitung zu Zucker verzichten, wäre ein Verbrechen. Für die Roh- zuckerfabritarion muß die nötige Koblenmeng« herbeigeichafft werden. Zucker ersetzt uns das mangelnde Fett und enthält einen hohen Nährwert. Erst werden die Rübenpreise auf 2.50 pro Zentner erhöht mit der Begründung, eS müsse der Liübenbau angeregt werden. damir die Zuckcrproduklion gesteigert werden kann und nun will man den guien Ertrag der Rübenernte zu einem Teil im Futter- trog verschwinden lassen. DaS würde die Ernährungkpolitik voll- kommen auf den Kopf stellen. Leste Nachrichten. Staatsanwalt gegen Frieden! Genf, 5. Oktober. Der französische Justizminister hat ein Rund- schreiben erlassen, in dein er ihnen vorschreibr, noch schärfer als vorher jede Friedensvcrsammlung zu unterdrücken, und in jedem einzelnen Falle nachzuforschen, ob es sich um eine vereinzelte Kund- aebung handle oder um Aeußerungen. die von feinblichen Einflüssen herrühren könnten. Jede Verbreitung von K r i e d e n S s ch r i f te ii, jede beunruhigende oder antlpatnotische Aeuß-vung sollen ausnahmslos Gegensiand einer Untersuchung werden. Lugano, 5. Oktober. Tie neue Gesetzesvorlage gegen die„Pessi. misien', die im vorgestrigen italienischen Ministerrat angenommen wurde, wird jetzt im LlmtSblatt veröfsentlicht:„Wer eine Handlung begeht oder eine solche anstiftet, die geeignet ist, die öffentliche Meinung flau zu machen, wer den Widerstand de! Landes vermindert oder irgendwie zur Verminderung beiträgt, lver die Landes- intercssen in bczug auf die Kriegführung, auf die innere Ordnung, auf die internationalen Verbindungen schädigt, wird mit Gcfäng» niz bis zu fünf Jahren und mit einer Geldbuße bis zu 10 000 Lire bestraft. Das„Giornale d'Jtalia' bestätigt den Rücktritt CanepaS. Für cine starke Monarchie! ' Sern, tz. Oktober. Lyrrn« Blätter melden noch über die gestrige Dchung der französischen Kammer: In seiner Verteidigung gegen die Beleidigungen Taude'S erklärte Malvv, diese rührten daher, daß er gewisse Besprechungen DaudetS über da! Thema, man müsse eine solide Armee schaffen,„um die Republik zu stürzen und unseren SSnig wieder einzusetzen", untersagt habe. Er müsse be- tonen, daß Daudet in Pnoatzusammenlünften Propaganda„zugunsten unsere» König», der allein da» Vaterland rette« könne", betrieben habe. EegkwitiflisIVagcn Zm Reichstag. 121. Sitzung, Freitag, den 3. Oktober, nach- mittags 2 N h r. Am BuildeSrat-tisch: Graf Roedern, Dr. Schwander, v. Krause. Zlnfraffen. Abg. Stahl,(Soz.) weist aus da» Hligiuck in Hennigsdorf hin und hebt hervor, daß»ob jetzt BetriebZabteilungen der A. E G, unmittelber in bewohnten Teilen von Hennigsdorf sich befinden, und fragt, toaS der Reichskanzler zu tu» gebeult, um solche Gefahren und Schäden der Einwohnerichaft in Zukunft zu verdinderu. Generalseldzeugmctslcr Cvupetle: Tie Betriebsabteilungen der A. E, G. liegen nicht im b e w o b n r e n Teile von H e n n i g s- dorf, sonder» an seinem Rand e, Luch bei noch weiterer Entfernung würde bei dem Iltniang der Epplojiou Sachschaden nicht zu vermeiden gewesen sein. Die' Fiillstellen für Sprengmittel bei der A. E.®. sind nicht wieder in Verrieb genommen worden. Die Heeresverwaltung hat selbst das größte Interesse daran, daß Exbloiioiien von Pulver- und Sprengstoffabriken möglichst vermieden werden und lucht dies durch Erlaß ent- sprechender Vorschriften ztt erreichen. Zur Ueberwachung dieser Vorschrrften besteht beim KriegSamt' ein Ausschuß von vier S a ch v e r st ä» d i g e ii. Für die Ueberwachung der Pulver- und Sprengstoffbetrirbe ist bei jeder Kriegsamtsstelle«in U e b e r- wachungsau» schuß errichtet. Es ist mtsduicklich angeordnet worden, daß nur die unbedingt notwendige» Mengen vonPnlver und Sprengstoffen in den einzeinen gejährdeien Betrieben vorhanden sein dürfen, Abg. Spiere! lSoz.) beschwert sich über eine Verordnung de» kommandierenden Generals in Münster über die Versendung von Drucks christeu, durch die e! den g e w e r k- schaftlichen Organisationen unmöglich gemacht wird, ihre sich im Rahmen der Gesetze haltend« Tätigkeit au»- zuübeu. Ein RegiernngSlommiffar sauf der Tribüne fast unverständlich): Der Reichslanzler har sich ivegen der Verordnung mit den betreffen- den militärischen Stellen in Veibindunq gesetzt. Abg. Kunert lll, Soz.) beschwert sich über Versammlung»- verbale gegenüber der Unabhängigen Sonaldemokratie. die ander» behandelt werde, als die bürgerlichen Parleien und die Sozialoemokratie Deutschlands. Mimsterialdtreltor Lewalb; Es sind nur Versammlungen ver« boten worden, bei denen die Gefahr einer Störung der öffentlichen Sicherheit vorlag. Seit Dezember 1916 steht gegen jede» Verbot der Beschwerdeweg offen. Abg. Kunert szur Ergänzung): Werden die Versammlungen der Unabhängigen Sozialdemokratie grundsätzlich ander» be- handelt, al» die anderer Parteien? Ministerialdirektor Lewald: Die Entscheidung liegt in den Händen der einzelnen Generalkommandos.(Lachen bei den Un- abhängigen Sozialdemokraten.) Ein grundsätzlicher Unterschied wird nicht gemacht. Abg. Vogthcrr sU Soz) weist auf einen auf der Kreissqnode in Dortmund bekanntgegebenen Erlaß des Evangelischen Ober- ltrchenrats hin. worin dce Pfarrer angewiesen werden, dt« Be- völkerung darüber autznklären. daß die zur Bierbereitung noch gebrauchten Gerstenmengeu unerheblich tvären, sowie daß da» Bier nicht nur Genußmittel, sondern an.b Nahrung»- >n.i r t e l sei. Die tfreiSttziiode Dortmund hat eS abgelehnt, bei dieser Act BolkSbelebrung Dienste zu leisten. Ist der Reichs- kanzler der Meinung, daß die Verbreiruug solcher Lehriueinuiigen über das Bier zu den Aufgaben de» Evangeltichen ObcrkirchenratS gehört? Unterstaatssekretär Freiherr v. Brau»: ES handelte sich nicht um eine Lehrmet nung de» Evangelischen KitcheitralS über da» Bier, sondern um die Stellungnahme der Regierung gegenüber zahlreichen Eingaben. Die Biererzeugung wird auch im nächsten Wirtschaftsjahr auf da» notwendigste beschräult werden, der Reichskanzler ist aber nichl bereit, sie noch weiter einzuschränken mit Rücksicht auf die Stimmung der Bevö lkerung. sgustnnmung rechts, Widerspruch links.) Abg. Vogtherr lU. Soz. zur Ergänzung): Ich frage den Reichs« tanzler, ob in seinen Augen die Stimmung der Bevölkerung wichliger ijt als ihre Ernährung.(Sehr gut I links.) Präsident Dr. Kaempf: Das ist keine Ergänzung, sondern«ine neue Aufroge. Abg. Held(naff.) führt Beschwerde über die Schließung der meisten Oelmüblen. Unterstaatssekretär Freiherr v. Braun: Die Zusammenlegung von Oelmühlen mußte an» Gründen der kohlenersparni» er- folgen. Abg. Bock sUnabh. Soz.) führt Beschwerde, daß die den Fa- Milien der Kriegsteilnehmer zustehende Unterstützung nicht von allen Gemeinden durch Zuschüsse ausreichend er- höht wird. Ministerialdirektor Lewald: Die Unterstützungen haben im Rahmen der aesetzlichen Bestimmungen zu erfolgen. Kommt ein Kommunalverband seinen Verpflichtungen nicht nach, so steht den davon betroffenen Familien der Weg an das Ministerium offen. Abg. Dittmann sUnabh. Soz.) führt Beschwerde, daß der amt- l che stenographische Bericht über die ReichstagSverhanblungen vom 19. und 20. Juli, den die„Leipziger BolkSzmung" als Broschüre herausgab, verboten wurde. Ob-.rst Waitz: Da» Verbot unterliegt zurzeit der Nachprü- f u n g des Oberbefehlebabers. Abg. Dr. Quarck inonate- lang arbeiten, um eine Vorlage zustande zu bringen: Wenn aber ein« feste Mehrheit sich gebildet Hat, aur die die Regierung sich dauernd stützen kann, dann ist sie diese Angst lo», dann ist auch d« ganze Art des Regiere ns eine weit einfachere. Die Losung fxr Reaktionäre ist: Während des Kriege» ket«e Neuorientierung. Aber auch die gegenwärtige Vorlage greift aufs tiefste in unsere Verfassung ein. Gerade der Krieg ist die Zeit für durchgreifende Neuordnung auch in der inneren Politik. Das ist immer so gewesen. Das ganze Deutsche Reich ist ja ein Kriegskind und der Kriegs- notbau des Deutschen Reiches muß noch während de? Krieges zu eurem modernen Organismus ausgebaut werden. Je durchgreifen- der und je rascher die Neuordnung geschieht, um so besser. Die Einführung des parlamcntarischcu Systems, hei dem die Regierung nichts anderes sein kann, als der Ter- traucnsauöschuh der Volksvertretung, der Völksmchrheit, ist unsere große Aufgabe. Ihre Lösung stellt ein VertrauenSverbält. niS zwischen Regier ung und Volk her und das ist der einzige Weg, uns nach innen und außen so zu kräftigen, daß wir mit Ehren aus diesem Kriege herauskommen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Herold(Z.): Wir sind gegen eine Dreiteilung des Reichsamts des Innern und gegen ein besonderes vom ReichswirtschaftSarnt getrenntes Reichsarbeitsamt. Auch das besondere beantragte Rcichswohlfcchrtsamt halten wir nicht für angebracht. Die Gründe, die der Reichskanzler für die Schaffung seines Stellvertreters dargelegt hat, konzentrieren sich in der Aus- nahmsstellung durch die Kriegsverhältuisse. Mit der Schaffung dieser Stelle als einer vorübergebenden Erscheinung b:S zum 31. März 1919 sind wir einverstanden. Ahg. Dove(Vp.): Zurzeit halten wir die Zweiteilung des Reichsamts des Innern für genügend. Die Meinung des Abg. David, daß wir ein besonderes Reichkarbeitßamt deswegen be- kämpfen, weil wir davon ein zu stürmisches Tempo der Sozial- Politik befürchten, ist irrig. Gerade für die gegenlvärtige Ueber- gangszeit ist das Zusammcngreifen von Wirtschaft und Sozial- Politik liotwendig. Ter Vizekanzler ist als Ergänzung für die Tätigkeit des Reichskanzlers in dieser Zeit nottvendig. Die Befürchtung, daß das RcichswirffchaftSamt in antisozialem Sinne wirken wird, teile ich nicht. Die Vorlage rst nur ein kleiner, aber doch der erste Schritt zur politischen Ausgestaltung und zur Schaffung geeigneter Grundlagen für den Wiederaufbau unserer Wirtschaftsverbältnisse.(Beifall bei der WolkSparici.) Abg. Graf Westarp(!.): Der Abg. David will dem Reichstag den ausschlaggebenden Einfluß auf die Geschicke des Reiches geben. Der Krieg ijt die ungeeignetste Zeit, um an den Grundlagen dcS Reiches zu rütteln. Die Voraussetzung unserer Zustimmung zu der Vorlage ist, daß nun nicht aus den neuen Staatssekretären neue preußische StaatSvlinistcr ohne Portefeuille werden.(Drado? rechts.) Den prakti- schen Gründen des R?. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. TerlagZanftall Paul Einger& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Vellage und llntcichnltmigsilatt. Direktion: ilsx Keinharät. fdeatBohea 1 nervter. 7 TJhr: Faust I. Sonntag: Oer leb. Leichnam. d'aohjn. 2'/j T7.(halbe Preise); Minna von Barnhelm. Kamm erspiele. 8 Uhr: Fasching;. Sonntagr Eine sIBckliche Ehe. di'aohm.-'/? U.(halbe Preise): Gespenster. Volksbühne. Theater am BPIowplaü. Untetgrnndb. Schönh. Tor. 71/, TThr: Othello. Sonntag; Nathan rior Weise. Theater Königgrützerstr. 7>;, 17.: Der Katzensteg. Komödienhaus 71/, Uhr: Stahl und Gold. I>le" beiden Seehande. Berliner Theater T'/.U.: Die tolle KomtcB. Theater für Sonnabend, 6. Oktober.! W Central-Theater, KommandantenstraSe 57. 71/,: Die Csardasfiirstln Sonnt. SV,. Das Glück im Winkel. ■■''•br-1''.V- � S'. Vivbv:' d' rv-r).......b:.... Dcutsclies Opernhaos Das goldene Kreuz. Die glückliche Insel. 7 Uhr: Fricdrich-Wilhelmst. Theater TV.TJhr: DgS VlMMMZ. Kleines Theater tv, uhr: Bürger Schippel. Lustspielhaus ... r_ Die blonden MSdels ' /-Uhr: vom Lindenhot. Stg. 3'lt: Der Schwaiiciisirelch. Metropol-Theater D& Die Rose von MM, Stg'. 3 Uhr: Die Kaiserin. Kcsldcnz-Thcatcr T'/eUhr: Dyckerpctts Erfeen. Komische Oper 1% u.: SchwraaliWel. Stg. 3','.; Die Dose Sr. Majestät. Neues Operettenhaus ßer Soldat flff Marie, j Stg. 8 Uhr: Der Obersfeiger, j SchUIer-Theatep O t«/, uhr: Johannes. Scblllcc-Th. Cbarl. Tv.uir: Vn andern Dfer. Thalia-Theater Epii nnd seine Franen.; Theater am Nollcndortplatz S1/,: DieGeschwist. Zerbr.Kruj. Erlitt: Drei alte SehaEhtein Theater des Westens rv.uhr: Der verliebte Berziig mit Guido Thielscher. Warsclsiief Ballett Anna Kaszcwska [ Prima-Ballerina von der| Grollen Oper in Warschau und Jan Trojanowskl | Hofballettm. von d. Kgl.| Oper in Dresden Dame iNcner Varictä-Spiclplan j 1.8 MTIOML-THEHTER 1.8 Die täglich ausverkauften Häuser beweisen don Grotten Erfolg I Bas ist die Sielte...! Operettenp. in 3 Akt. v. Döblin. Musik v. Walter Brumme. 1. Bild: Baron Fliegenleims Pleite. 2.,: Rennhahn KarlshorsL 3.,; Gorichlssaal in Kiekemal. Hauptdarsteller: Karl Wessel. Grimm-Einödshofar, Mia Elis, Egon Brosig. Hans Saal, Edith Poska usw. Sonntag nachm. 31/,; Die Grille in erster Besetzung. 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