Nr. WS. Bezugspreis: MertclMrl. S.M monat!. 130 Mt. wöchentlich SO Vtg. frei inä Hans. dorauZzahidar. Swjcinc ZZochentagS» Nummer» 5 Pfz. EonntagSnummer mit illuftrtertcr Beiiagc.Die Nene Welt' 10 Vta. Pollbezug! MonaUich 133 211. Unter Kreuzbanb für Dcutlchtanb und Oesterreich» Ungarn L.KO ZW., für da? übrige Ausland 4 All. monatlich. Postbestellungen nehme» an Däneuiari. Holland, Luxemburg, Echwoden u. die Schweiz. Eingetragcu tu die Post-Zeitungb-Preististe. Erichein» täglich. Telegramm. Ädrefse: »Sozialdemokrat Berlin». Vevlinev Volksblatt. 34. Iatirg. Der Anzeigenpreis betrögt f. die ftebengcshaiicneNoionsl- zeste 00 Pig„Kleine Änzeigeu", das seitgedrnstie Wort 20 Pig lzu- lüstig 2 iellgedrucktc Wortes,>edez weitere Wort stO Psg. Slcllengejuche und Schlafstcllenanzeigcn da? erste Wort 10 Psg., jedes weuereWortöBrq. Worte über lö Buchstaben zählen für zwei Worte, Teuerungsziischtag SO0/» flomilien- Anzeigen Sit Pfg., bolitische u. gewnlschafrliche Vereins. 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Was sich nach diesen Präludien jedermann �an den fünf Fingern abzahlen konnte, ist nunmehr eingetreten: der Staatssekretär des Reichsmarineamts wird geopfert, um die 5tanzlcrschoft des Herrn Tr.' Michaelis zu retten. Der „Berliner- Lokal-Anzeiger" bringt in seiner Sonnabend» Abendaitsgäbc folgende Meldung: Ter Staatssekretär des Reichsmarineamts don Capelle hat sei»! Abschiedsgesuch unter Darlegung der Gründe ringereicht. Die von anderer Seite gebrachte Behauptung, daß. er in seinen Erklärungen im Reichstag über die mit dem Reichskanzler ge- trafsene Bevernbarung hinausgegangen sei, ist unrichtig. � Eine offizielle Bestätigung dieser Meldung liegt zur Stunde noch nicht vor, aber ihre Richtigkeit ist in höchstem Maße wahrscheinlich, da auch die oftmals offiziöse„kölnische Zeitung" in ihrer Somiabendnummer von einem wahrschein- lichen Rucktritt des Reichsmarinesekretärs und von einer „Capelle-Krisis" redet. Wir sind der kanzler-osfiziösen Darstellung der Vorgänge in der Tienstagsitzung des Reichstages schon mehrfach euer- gisch entgegengetreten. Einmal, weil sie nach unserer festen Heberzeugung, die sich auf persönliche Wahrnehmungen von Augen- und Ohrcnzeugen stützt, nicht den Ta t s a ch e n entspricht. Sodann, weil es uns als eine moralische und Politische Unmöglichkeit erscheint, daß in einer politi- schen Krise der Untergebene für den Vorgesetzten die Verant- Wartung übernehmen soll. Die Bemerkung des„Lokal-An- zeiger", daß das Abschiedsgesuch Capelles mit jenen Dienstag- Vorgängen nicht zusammenhänge, kann ohne weiteres ack acta gelegt werden. An Herrn v. Capelles Perjon liegt uns nichts� Wir kennen keine Handlung dieses Herrn, die ein besonderes Vertrauen der Sozialdemokratie zu ihm rechtfertigen würde. Aber wir wenden uns energisch gegen eine nicht den Verhält- nissen entsprechende Verschiebung der Vcrantwort- l i ch k e i t. Stach der Verfassung ist der Reichskanzler der Vorgesetzte der Staatssekretäre. Man mag dieses Ver- bältnis als sachlich unailgebrocht bekämpfen und die Schaffung von Reichsministerien fordern, aber jedenfalls bc- steht es zurzeit. Niemand anders als die Reichsregicrimg bat mit größter Zähigkeit jeden Versuch abgewehrt, das Verhält- nis zwischen Reichskanzler und Staatssekretären umzugc- stalten. Die Stellung eines Vorgesetzten hat aber ihre zwei Seiten. Sie bedeutet nicht nur, daß der Wille des Borge- setzten dem des Untergebenen vorangehe, sondern auch, daß der Vorgesetzte die Verantwortung für den Untergebe- nen trägt. Dieser Verantwortung, scheint es, will sich jetzt Herr Dr. Michaelis entziehe ir, indem er in einer für ihn und von ibm verfahrenen politischen Situation den Staats- sekretär preisgibt. Selbst alldeutsche Blätter haben in Vor- ohnilng des Komm«nden Herrn Dr. Michaelis bestätigt, daß eine solche Handlungsweise für die Beurteilung seines Cha- rakters nicht günstig wirken würde. Aber für uns handelt es sich nicht um den Charakter des Herrn Dr. Michaelis. Für uns handelt es sich um die Frage, ob durch die Ausschiffung eines mit seinem Vorgesetzten kom- promittierten Staatssekretärs nun endlich eine Klarheit der politischen Situation eintritt, ob ein unmöglich gewordener Leiter unserer politischen Geschicke dadurch möglicher wird. " Seit der Kanzlerschaft des Herrn Dr. Michaelis ist die Krise zwischen Regierung und Parlament chronisch geworden. Wir lassen es zunächst dahingestellt, ob die ständig hervor- brechenden Konflikte eine Folge der grundsätzlich e n Politik des Reichskanzlers oder einer hervorragen- den Ungeschicklichkeit seines Auftretens sind. In Zeiten wie den jetzigen gilt eins so schwer wie das andere. Ein Reichskanzler, der sich in ständigem Konflikt mit der Mehrheit der Volksvertretung befindet, sollte schon z u n o r- malen Zeiten eine Unmöglichkeit sein, er wird es vollends in einem Lande, das im Kampfe gegen die U e b e r m a ch t der gesamten Welt steht. Haben wir irgendeine Garantie dafür, daß nach dem Ausscheiden des Herrn v. Capelle die Krise zwischen Kanzler und Parlament gewil- dert sein wird, daß solche unverhofften Provokationen der Abeudbericht. Berlin, 13. Oktober l917, abend?. Amtlich. In Flandern wechselnd starke Fcucrtätigkcit, keine Znfanteriekämpfe. An den übrigen Landsrouten nichts von Bedentimg. In gemeinsamer Unternehmung von Teile» des Heeres und der Flotte haben wir auf der Insel Oese!(Nigaischer Meerbusen) Fuß gefaßt. Die Lanöung auf Oese! unö Dagoe. Petersburg, 13. Oktober. Meldung der Petersburger Trlegrapheu-Agentur. Unter dem Schutz von Sccstrcitlräften, dir uuseren Verteidigungsanlagen weit überlegen waren, führten die Deutschen am Vi. Ottober ein Landung in der Bucht von Tagelacht im Norden de» Insel Oesel und an den benachbarten User» ans. Andere jiräfte landete» bei dem Torfe Serroe im Südwesten der Insel Dagoe. Unsere Küsten- batterie» wurden durch das mächtige Feuer der feindlichen Groß- kawpfschiffe zum Schweigen gebracht. Die Unternehmung des Feindes wurde durch dichten Nebel und schlechte Sicht begünstigt. Die Garnison der Insel Oesel hat den Kampf gegen die LandnngStruPpcii aufgenommen. Alle möglichen Maßnahmen sind ergriffen, um die Landung zurückzuschlagen. Die Inseln Oesel und Dagoe liegen bor dem Eingang des Nigaischen Meerbusens, den sie bis aus zwei schmale Einfahrten versperren. Reichstagsmehrheit wie seiner Zeit im Haüptausschuß, dann in der Sonnabend-, zuletzt in der Dienstagsitzung ein Ende haben werben? Wir glauben es nicht, wir haben gewichtige Anzeichen für das Gegenteil. Ueber der sensationellen Wilhelms- havener Angelegenheit ist viel zu wenig beachtet worden, daß die Dienstagsitzung unweigerlich mit einem Konflikt hätte schließen müssen, auch wenn man sich die ganze Rede des Herrn v. Capelle aus den Verhandlungen gestrichen denkt Es war nicht Herr v. Capelle, es war der Reichs- kanzler, der den Ausnahmezustand gegen eine Partei proklamierte und damit glücklich wieder unsere politischen Verhältnisse auf das traurige Niveau hin abstieß, aus dem sie vor d e m K r i e g e g c st a n d e n hattem Nachdem eben erst von der erdrückenden Mehrheit des Reichs- tags aus das entschiedenste verurteilt worden war, daß die neugegründete Vaterlandspartei den gehässigen Gegensatz von nationalen und nicht nationalen Parteien wieder in die Politik hineinschleudern will, stellte sich der Reichskanzler hin und tat desgleichen. Unsere gesamte Neuorientierung hat außer Versprechun- gen und Reformen minderen Grades bisher nur ein einziges bedeutendes Resultat aufzuweisen: daß die Regierung seit dem 4. August 1914 aufgehört hat, die Parteien unterschied- lich zu behandeln und ihr unangenehme Strömungen mit dem großen Bannfluch zu belegen. Und dies Ergebnis hat Herr Dr. Michaelis in schroffster Weise wieder zunichte ge- macht, er hat sich offen als Mann des Ausnahmezustandes und der Ausnahmebehandlung bekannt. Das allein muß ge- nügen, um ihn als Leiter der deutschen Regierung für alle Zeit unmöglich zu machen. � Als bibelfester Mann wird ja Herr Dr. Michaelis zweifellos die Geschchte vom Propbeten Jonas kennen, der im Sturme übers Meer fuhr. Alles, was die Seeleute zur Er- leichterung ihres Schiffes über Bord warfen, nützte nichts, das Unwetter beruhigte sich erst, als der Schuldige, der Prophet Jonas selber, sich entschloß, den Sprung zu tun. Wir können Herrn Dr. Michaelis allerdings nicht versprechen, daß sein Abgang ohne weiteres ähnliche magische Wirkungen zei- tigcn wird. Das wird davon abhängen, ob man sich bei der Auswahl seines Nachfolgers vorher davon vergewissert, ob dieser das Vertrauen der Mehrheit des Paria- m e n t e s genießt. Das sollte jetzt jedermann in Deutschland erkannt haben, daß es nur den schwersten Schaden für die Ge- samtheit bedeutet, wenn mau aufs Ungewisse mit neuen Männern vor dem Parlamente experimentiert, anstatt sie'.n Uebereinstimmung mit dem Parlament in ihr Amt ein» zusetzen. Zum Parteitag. Von FricdrichStampfer. Aus dem Protokoll des letzten Fricdensparteitags der einigen deutschen Sozialdemokratie(Jena 1913), das 591 Seiten stark vor mir liegt, ersieht man, daß es damals zwei Fragen waren, die Herz und Hirn der Partei aufs stärkste bewegten: der Kampf gegen die Kriegs hetze und der Kampf um die d c u t s ch c D c m v k r a t i c, d. h vor allem um das preußische Wahlrecht. Wir lesen in dem Bericht des PartcivorstandeS von den gewaltigen Anstrengungen deS internationalen Proletariats, die Ausbreitung des damaligen Balkankrieges zu einem Weltbrande zu verhindern, von dem Eifer, mit den: sich die französischen Genossen an diesem Werke beteiligten, von den Berner internationalen Konferenzen und der großen Friedenskundgebung im ehrwürdigen Dom zu Basel.„Die vollkommene Einmütigkeit des klassenbewußten Proletariats Deutschlands und Frankreichs in der Bekämpfung des Militarismus war übrigens schon vorher eindrucksvoll dokumeniiert worden durch ein van den fvzialdemokratijchpn Fraktionen der französischeu Deputiertciikammer und des Reichstags gemeinsam unterzeichneten Manifest gegen den Rüstungswahnsinn. Das Manifest wurde in beiden Ländern in deutscher und französischer Sprache gedruckt und am I. März 1913 verbreitet." Auf anderen Seiten dieses Protokolls erleben wir noch einmal den Kampf der Geister um den Massenstreik als Mittel des Wahlrechts kavipfes. Frank, der ein Jahr später nicht mehr unter den Lebenden weilte, spricht:„Ich verstehe ganz gut. daß die Genossen vom Parteivorstand und von der Gencralkommissson von einem starken Verantwortlichkeitsgesühl beseelt sind und geneigt sind zu bremsen. Aber es müssen auch Kräfte dg sein, die vorwärts treiben. Wenn alle bremsen, dann kommt keine Bewegung heraus, die vorwärts führt. Wir müssen darüber Klarheit schaffen, eL bleibt dabei: in Preußen kommt entweder eine Wahlreform oder es kommt ein Massenstreik." Man hat uns. in einer früheren Phase des Weltkriegs geraten, diese alten Bücher zu verbrennen, und einzelne schienen zeitweilig sogar geneigt, diesen Rat zu befolgen. Aber heute lesen viele gern in ihnen,, die vordem unsere Sprache nicht verstanden hatten. Manche haben geglaubt. vir müßten uns schämen, daß wir vor dem Krieg an einem Wölkenkuckucksheim des Friedens bauten, Völkerversöhnung und andere wohlgemeinte Utopien predigten, und heute missen wir erst, wie stolz wir darauf sein können, vorausschauende Wegbereiter jener Gedanken gclvesen zu sein, die sich in diesem Völkersturm blutig Bahn brechen. Wir haben zeitweilig die Meinung vernommen, die Demokratie sei jetzt gleichgültig. jetzt gebe es nur eines: Siegen! Heute sind Millionen, die vor vier Jahren bei einem Massenstreik im feindlichen Lager gestanden hätten, davon überzeugt, daß die Demokratie ein unentbehrliches Mittel, der nationalen Selbstbehauptung ist. Im Sturm tanzen kleine Boote auf den Wellenkämmen, während das große Schiff, stampfend und keuchend, seinen Kurs durch die kochende See nimmt. Taue knarren, Ketten klirren, Regenböen waschen über Deck, es scheint verschwunden, aber da ist es wieder, ächzend, kämpfend— und es hält Kurs. Das Schiff der deutschen Sozialdemokratie steuert 1917 den Kurs von 1913! M e i n u n g S v e r s ch i e de n h e it e n hatten wir schon damals. Aber es mar nicht mehr der alte Gegensatz zwischen „Radikalen" und„Revisionisten". Der Streit zwischen Radi- kalen und Revisionisten war ein Streit um die Lehre. Ob die Entlvicklung zur Revolution oder zur Evolution führe, wollte man aus Gewerbestatistiken gelehrt ergründen. Auf die verschiedeucu Theorien baute mau dann eine verschiedene Praxis: Abwarten und Kräfte sainmet», bis die Zeit reif war, oder die Hoffnung auf das große Ereignis fahren lassen und mit kleinen Mitteln kleine Erfolge suchen. Das waren die alten„Richtungen". Ziemlich klar hob sich schon vor und zwischen ihnen eine Bewegung ab. die dem„radikalen" Quiekis- mus, der Politik des ewigen Uebermorgens ebensowenig hul- digte, wie sie in einer illusionslosen politischen Tageskleinkrämerei Geschmack fand. Die Partei bekam einen Schuß Aktivität, wie sie ihn vordem nicht gekannt hatte, als sie sich noch im wesentlichen auf die Propaganda undjüe politische Defensive — g e g e u Militärvorlagen, gegen Stenern, gegen Zoll- tarife usw.— beschränkte. Sie wollte nicht nur Abwehr übe», die praktisch meist sruchtloS blieb und im prinzipiellen Piotcst stecken blieb, sie wollte jetzt durchsetzen. Ziele erreichen, Erfolgs erzN'iugen und Macht nicht für vor- kommende stalle in Vorratskammern aufspeichern, sondern sie >m Gcbranch mehren sowie ein lebendiger Organismus 'ich stählt, wenn er seine Kräfte übt. Das erste Gesetz der Volitik: Handeln auch ans die Gefahr hin, Fehler zu begehen. Nie das große Ziel aus dem Auge verlieren, immer mit den gegebenen Verhältnissen rechnen. In der Sprache der Gegen- wart ausgedrückt: Unaufhaltsamer Vormarsch unter sorg- saftigster Anpassung an das Gelände. In alten Exerzierreglements kann man lesen:„Der Soldat verschmähe jede Deckung und biete seine Brust mann- lich dem Feinde dar.. Auch im politischen Kampfe ändern sich die Verhältnisse und müsien alte Reglements zur Makulatur wandern. Unser altes politisches Exerzier- reglemcnt schreibt uns für die meisten Fälle vor, Vorlagen abzulehnen und Protestresolutionen anzunehmen, und es gibt in der großen Armee der Arbeiterbewegung noch inimer Offiziere und Unteroffiziere, die in diesem Reglement das einzige Heil sehen pnd von seiner gewissenhaften Anwendung allein den Sieg erwarten. Wer aber die Entwicklung der Partei in den letzten Jahren vor dem Kriege verfolgt hat, der mußte wissen, daß 'ie schon zu reif gelvorden war, um sich während des Krieges auf eine bloße Demonstrationspolitik beschränken zu können. Die Viermillionenpartci konnte bei Kriegsausbruch nicht neutral bleiben. Entweder sie mußte, wie eS die Entente erhofft hatte, die Sacke Deutschlands im Stich lassen, was so viel hieß, wie den Sieg der Gegner sichern, oder sie konnte die Sache Deutschlands, indem sie sich ihrer annahm, zu ihrer machen. Aus der Wahl des zweiten Weges, des einzig möglichen, ergab sich ein völliger Bruch mit veralteten Methoden des politischen Kampfes. Jetzt führen wir Krieg, um Deutschland zu erobern. Wäre die Größe dieser Idee, Deutschland im Weltkriege der Demokratie und dem Sozialismus zu gewinnen, allen klar gewesen, so wäre mancher Widerstand ausgeblieben, der ihre Durchführung erschwert. Wir bekennen uns sonüt zu der UnVeränderlichkeit der so- zialdemokratischen Ziele. Die Unabhängigen bekennen sich zur Unbeweglichkeit der sozialdemokratischen Taktik. Nun hat das starre System, das sie verfolgen, unleugbar auch seine Vorzüge. Die Beweglichkeit, deren wir uns erfreuen, hat— gestehen wir es nur!— mitunter auch zu recht seltsamen Erscheinungen geführt, die in den Massen die irrige Vorstellung erwecken konnten, wir gingen nicht nur einen ungewhnten Weg, sondern auch zu veränderten Zielen. Allzu eifrige„Umlerner" haben ein gnt Teil solcher Mißverständnisse auf ihrem Gewissen. « Daß die Gründung der Partei der Unabhängigen ein Unsinn und ein Schaden für die Gesanltbewegung ist. das wissen die Unabhängigen selber am besten. Denn sie recht- fertigen ihr Verhalten damit, daß sie von ihren Gegnern in der Partei zu diesem Schritt gezwungen worden seien. Sie hätten also in der Politik der Partei keinen Anlaß gesunden. sich von ihr zu trennen, woraus zu schließen ist, daß die Kritik, die sie an dieser Politik übten und noch üben, nicht tragisch genommen werden darf. Die Partei, sagen sie, hat alle Grundsätze über Bord geworfen, sie hat sich zur Handlangerin der herrschenden Klassen erniedrigt usw. Aber das alles ist nicht so gemeint. Wäre es so gemeint, so wären die Unabhängigen stolz darauf. auS freiestem Willen diese gänzlich verrottete Partei verlassen zu haben, und sie würden sich nicht bei den Arbeitern entschuldigen, sie hätten ja gar nicht heraus gewollt, man hätte ihnen aber brirtalerweise den Stuhl vor die Tür gesetzt. Man hat die Parteispaltung mit dem Krieg verglichen, und üi der Tat drängt sich dieser Vergleich ganz von selber auf. Wir haben eine Frage der Kriegsschuld, und der Wicdcrgutmachnugen und des Verständigungs- oder des Gcwaltfriedens. lieber all diese Fragen toird im engeren Kreise ebenso lebhaft diskutiert, lvie wenn es sich um die großen Weitereignisse selbst handelte. Aber ein großer Unterschied besteht, und darüber soll mail sich nicht täuschen: Den Arbeitern in ihrer großen Masse ist es vollständig gleichgültig, ob eine Zeitschrift von diesem oder jeneni redigiert wird und ob Hinz oder Kunz Bezirks- iekretär ist. Um sich für solche Fragen ernstlich zu intcr- essieren. muß man schon ein Gaul sein, der ein Viertel- jahrhundert oder länger im Parteigcschirr läuft. Bei den wirklichen Massen wird man nicht das geringste Interesse für solche Dinge erwarten dürfen. Desto stärker ist das Interesse der Massen an der Ein- l c i t der Bewegung, deren sie n a ch dem Kriege mehr denn je bedürfen werden, um ihre dringendsten Forderungen durch- zusetzen. Diese Einheit kann auf zweierlei Weise hergestellt werden: entweder dadurch, daß die abgespaltene Gruppe durch Mangel an Anhang bedeutungslos wird oder dadurch, daß die Anhänger beider Gruppen über den Kopf ihrer streitenden Führer hinweg miteinander Fühlung nehmen. Jedenfalls — wenn auch alle�EinigungSanträge hoffnungslos verfrüht sind — soll man sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß durch die Spaltung keineSlvegS ein endgültiger Zustand in der deutschen Arbeiterbewegung herbeigeführt ist und daß eS sich weder hüben nock drüben»im starre Gebilde handelt, die nun. so wie sie sind, in die Ewigkeit fortrollen müssen. Wenn der Parteitag von Würzburg, ohne nach rechts und nach links zu sehen, den Interessen des schaffenden Volkes dient, wenn dieser erste Kriegsparteitag ein weithin hallendes Bekenntnis wird zu Sozialismus. Demokratie und internationalem Völkerfrieden, dann wird er damit zugleich auch die Fundamente zum Wieder- gufbau einer großen geschlossenen Bewegung legen. Das schaffende Volk braucht Zukilnftsglauben, um sich an ihm aufzurichten, es braucht Klarheit über die großen Aufgaben der kommenden Zeit und gesammelte Kraft zu ihrer Lösung. Dazu helfe Würzburgl Rußland und die Cntente-Regierungen. Aus Stockholm drahtet unser Sonderberichterstatter unterm 13. Oktober: „M a k l a k o w S schon angekündigte Ernennung zum Pariser Botschafter wurde infolge der gegen ihn gerichteten Opposition in der russischen Demokratie fistiert. Auch die hiesige Sowjctbelegation hob in einem Telegramm nach Petrograd den traurigen Eindruck Kervor, den die Entsendung MaklakowS nach Paris auf die Anhänger eines PerständigungSfriedens machen würde. Zu Verhandlungen mit den Entrnteregierungrn wird al« Ber- tretcr der russischen Demokratie Zeretelli»der Stobelrff entsendet. Der Trick, den die rnglische Regierung mit den Depesche« des Slockholmex KonferenzkomiteeS an die Londoner sozialistische Konfe- renz verübte, wurde jetzt von der französischen Regierung wieder- holt, indem die Depeschen der Sowjets und des Mcnschewikischen Acntralkomitces an den französischen Tozialistcnkongretz in Bordcau*, in welchen der Kampf für die Ausfertigung der Stock- holmer Pzge empfohlen wurde, erst nach Schluß des Kon- g r e s s e s zugestellt wurden." Tie sozialistischen Parteien Englands und Frankreichs sind von ihren Regierungen nicht nur schlecht, sondern sogar schmählich behandelt worden. Lloyd George und Painlevck hätten sagen können: Ihr dürft nicht nach Stockholm gehen, denn das verträgt sich nicht mit den Interessen des Landes! Das war ihr gutes Rocht, wobei die Nützlichkeit einer solchen Taktik eine ganz andere Frage ist. Aber sie haben— was ein schlagender Beweis dafür ist. daß die Friedenssttmmung in England und Frankreich nur mit gewaltsamen und unsauberen Mitteln niedergehalten werden kann— sich damit nicht be- gnügt, sondern die sozialistischen Parteien schlecht und recht betrogen. Wenn diese den Mut und die Kraft nicht besitzen. sich gegen so schofle Methoden aufzulehnen, wird sich auch die russische Demokratie diese Fälschung ihres Willens ge-' fallen lassen?__ Die»Rjetsch" und die deutsche Mwortnote an den Papst. Der ruffische Mnister dcs Auswärtigen Herr M. T« r e- s ch t s ch e n t o, der reicher ist an Millionen als an Jahren seines Lebens und politischer Erfahrung, fühlte sich gedrungen, der russischen Presse einen Kommentar zur deutschen Antwortnote an den Papst zur Verfügung zu stellen. Seitdem das Ansehen der Ar- beiterdelegieiüenräte im Verlauf der Revolutionsereignisse abge- »ommcn hat, versucht Terescktschenlo sich„selbständiger" zu machen. In diesem löblichen Bestreben geht er soweit, daß er die deutsche Antwortnote in ganz origineller Weise interpretiert. Er will in ihr eine Bekräftigung der Forderung„des deuffchen Friedens" erblickt haben und stützt sich hierbei auf zwei Redewendungen der Note, deren Sinn nur gewaltsam die von ihm gewünschte Deu- tung erhalten kann. So heißt c3 am Schluß der deutschen Note, die Entente-Regierungen möchten in den Gedanken des Papstes eine geeignete Unterlage erblicken,„um unter Bedingungen, die dem Geiste der Billigkeit und der Lage Europas entsprechen, der Vorbereitung eines künftigen Friedens näher zu treten." Die zwei Worte„Lage Europas" deutet der Minister dahin, die deutsche Regierung habe dabei die berühmte„Kriegs- karte" im Auge! Es ist daher von großer symptomatischer Bc- deutung, daß ausgerechnet die„Rjetsch", das Zentralorgan der Kadettenpartei, die konsequenteste und unerschrockenste Befiirworte- rin des russischen Imperialismus, dem Minister eine gründliche Abfuhr erteilt. Im Hinblick auf die Bedeutung der Kadettenpartei und ihres Blattes im russischen politischen Leben wollen wir aus dem allem Anschein nach von Miljukow geschriebenen Artikel einige Sätze bringen. Es heißt darin u. a.: „Seit dem Sommer dieses Jahres, vom Augenblicke der Annahme der Friedensresolution durch den Reichstag an. vollzieht sich in Deutschland ein enorm wichtiger Prozeß der allmählichen Liquidierung des kriegerischen Annexionismus der ersten Jahre dcs Weltkrieges. Dieser Prozeß ist noch nicht abgeschlossen, aber es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Antwortnote an den Papst eine Etappe auf diesem Wege ist. Es ist Unverstand- lich, welchen Zweck für Rußland eine offenkundige Fälschung des Sinn»? des deutschen Dokuments gegenwärtig haben kann. ES ist ganz klar, die deutsche Antwort bietet keine UnteAage zur Beendigung des Krieges, jedoch aus welchen staatlichen Intern essen muß der wabre Inhalt des Schriftstückes vor der öfsent- lichen Meinung Rußlands vertuscht werden?" Dieser Stellungnahme der„Rjetsch" ist zweifellos größere Bedeutung beizumessen. Wenn sie auch keine Sinnesänderung der Hauptkriegspartei bedeutet, so zeigt sie doch, daß die Vorgänge in Deutschland hier- mehr Verstävdniz gefunden haben, als sogar in manchen sozialistischen Prcßorganen de» Auslandes. Das neue stbwedische Ministerium. Di« Ministerkrise in Schweden dürfte bald erledigt und die Er- nennung der neuen Männer, die Schwedens Geschicke in dieser ernsten Zeit zu leiten haben, vollzogen sein. Nach wiederholten Be- sprechungen deS König? mit den Führern der drei größten Parteien — der sozialdemokratischen, liberalen und konservativen— und mit den Präsidenten der beiden Kammern ist die Bildung eines liberal-sozialdemokrotischcn Ministeriums der. wirklicht werden, woran der Eiutrift des gemäßigt konservativen v. Shdow als Minister dcs Auswärtigen nichts ändern dürste. Sollten in letzter Stunde Äenderungen nicht vorgenommen worden sein, so wird das neue Ministerium folgende Zusammen- setzung haben: Ministerpräsident Vi den. Minister des Auswärtigen v. S Y d o w, Justizminister L ö v g r c n, Finanzminister Baron Adclsvärd, Minister des Innern Scotte, Kultusminister R Y d e n, Kriegsminister General Bergenzaun, Marineministcr Baron Palmstierna und Landwirtschastsminifter PetlerS- f o n. Hiervon gehören Viden, Lovgren, Adclsvärd, Scott« und PetterS- fon der liberalen Parter an, während v. Shdow als gemähigt kon- fervativ und General Bergenzaun al« gemäßigt liberal anzusehen sind, die Sozraldemokrari« ist durch die Genossen Ryden und Palm- stierna vertreten. Hierzu kommen noch zwei bis drei Minister ohne Portefeuille, deren Namen zurzeit hier noch nicht bekannt sind. Die neuen Minister sind alle, außer Bergenzaun, langjährige Parkamen- tarier, Viden auch Präsident der Zweiten Kammer. Er bekleidete bisher ein Amt als Landeshauptmann, wobei er sich für soziale Fragen einsetzte und ist seit mehreren Jahren Vorsitzender des Reichs- Verbandes der Armenpflege. Ebenso wie die Minister v. Sydow. Scotte, Adelsvärd und PetterSson ist der Ministerpräsident als Minister kein Neuling; bereits tm Jahre 1005 trat er als Minister des Innern in das Lundbergschc Kabinett ein, daS den Konflikt mit Norwegen abzuwickeln hatte.. Der neue Minister des Auswärtigen v. Sydow gehörte als Minister des Innern der Regierung Hammar- skjöld an und ging bei deren Rücktritt vor einem halben Jahre in daS jetzt scheidende Kabinett Swartz-Lindman über, um nach em paar Monaten nach Göteborg als Landeshauptmann zu übersiedeln. Von einem gewissen sozialen Sinn getragen, ist er als Minister den Bestrebungen der schloedischen Arbeiterklasse nicht fremd gegenübergestanden. Scotte Adelsvärd und PetterSson gehörten alle dem rein liberalen Ministerium Staaff an, das im Frühjahr 1014 Hammarfkjöld Platz machen mußte, und zwar in den gleichen Funk- tionen wie im neuen Kabinett. Ter erstete ist zuletzt Landeshauptmann einer nordschlvedifchen Provinz gewesen. Adelsvärd besitzt große Ländereien und Fabriken(Eisen und Metall) in Mittelschweden und PetterSson ist Landwirt. Von den Sozialdemokraten ist Ryden bisher Vollsfchullehrer in Makmö gewesen und Palmstierna>st früherer Marineoffizier. Beide haben in der Partei sowie im Reichstag eine sehr rege Tätigkeit entfaltet. Die Ausschaltung der beiden Parteiführer Branting und Professor Eden(liberal) sowie der Eintritt von Sydow» und deS Generals Bergenzaun in die neue Regierung deutet aus«inen in letzter Stunde doch zustande gebrachten Kompromiß hin. Kuhlmanns Rede im französisch-englisthen preffespiegel. Die Rede von Kühlmanns wird von der Pariser Presse nach- drücklich und einmütig abgelchni. Ohne llnterfchied der Partei- richlung verlangen alle Blätter, daß dem Kühlmcmnschen„Nein. niemals!" eins ebenso energische Absage Frankreichs gegenüber gestellt werde. Kühlmanns Aeußerung bleibt natürlich auch der Vorwurf des Manövers nicht erspart. Wie man seinerzeit den Alliierten nahegelegt habe, die Russen sich selbst zu überlassen, so lege man jetzt England nahe, sich nicht mehr weiterhin mit Frankreich solidarisch zu erklären, denn Frankreich sei allein Schuld an der Fortsetzung de? Krieges. Das Manöver sei aber aussichtslos" „Temvs" äußert im besonderen, daß die Forderungen Frank- reichs durch die Rede Kühlmanns an Berechtigung gewännen. Heute könne man sagen, daß Elsatz-Lothringen der Schild war. hinter dem der deutsche Gencralstab den Einfall in Belgien vorbc- reitet habe.' „Ouvre" meint, Kühl mann habe durch die Erklärungen die Parteien dcs Reichstages wieder einigen und. beruhigen wollen. DaS Manöver sei in dieser Richtung gelungen. Keine Partei habe wohl einen ernstlichen Konflikt mit der Regierung gewünscht. Die Kanzlerkris« scheine demnach auch beschwoven. Soweit dir Rede an das Ausland gerichiet sei, müsse das von Graf Czernin dem Papste gezollte Lob besonders beachtet werden. Das W. T. B. berichtet noch nichts über die Urteil« der sozia- listischen oder enffchieden demokratischen Blätter, wie der„Huma- nite" und dcs„Pays".. „Pall Mall Gazette" schreibt: Kühlmann hat von Lloyd George und Asquith seine Antwort in klaren Worten bekommen. Tie Wiederherstellung der verlorenen Provinzen ist für uns ein eben- solches Hauptziel wie für die Franzosen selbst. Wir werden, wie dies der Premierminister richtig ausdrückte, an der Seite Frank reichs stehen, bis fein« unterdrückten Kinder wieder, erlöst sind. ..Westminster Gazette" schreibt: Asquitb sagte gestern abend ganz richtig, daß das Schlimmste, was der Welt geschehen Tünte, «in z u s a m m e n g c f li ck t e r F r i ed e wäre,.der in sich dic Keime künftiger Unruhe trüge. Wenn der Friede kein Flickiried-' sein soll, so kann eine solche Frage wie die Elsoß-LothringenZ, die ,nur eine einzige von vielen ist, unmöglich in den. Umrissen der Kühlmannschen Erklärungen behandelt werden. Es ist selbstverständlich und es war auch gar nicht anders zu erwarten, daß sich die englische Presse auf seilen Frankreichs stell: und den Bundesgenossen nicht offen verleugnet. Daraus dürfen aber zu bestimmte Schlüsse nicht gezogen werden. Tischreden in Sofia. Der deutsche Kaiser hat mit dem Staatssekretär Kühlmann im Gefolge eine Reise zum Besuch. deS bulgarischen Zaren unter- »ommen. In. den Trinksprüchen auf dem Festmahl wurde von beiden Herrschern die UnlöSlichkcjt des.Bündnisse» gefeiert. Der Kaiser sprach die Hoffnung mis..in einer nicht zu fernen ftiedlichen Zelt" ein glücklich geeintes Bulgarien begrüßen zu können. Die franzö'fische Preßpropaganda ungenügend! Tie Folgen der Friedenspolitik, Die F r ie d e-n s p o l i t i k d e r d euts chen Re Fi e-. r u n g hat. mag sie auch für jene noch ungenügend sein, ihre klarste und-einleuchtendste Herausarbsttung- für.. dltz Mobilisierung der feindlicheu Völker gegen ihre kr-reAsßetzct- rischen Regierungen für notoendig halten, doch schon genügt. den englisch-französisch-italienischen Chauvinisten ihr schmutzi- geS Treiben erheblich zu erschweren. Der„Adanti" kündigt eine sozialdemokratische Interpellation über die notwendige Schlußfolgerung aus Kühlmanns Rede an: warum die Italiener den Krieg fortsetzen müssen, um Frankreich dos—7 gut deutsche— Elsaß-Lotbringen zu verschaffen. Da darf, es- nicht wundernehmen, daß die französischen Alldeuftchen eine rück. sichtslose Propaganda zur Beschwichttgung des eigenen Volke, und der verbündeten Nationen verlangen und mit den bis- herigen Erfolgen ihrer Knegspuhlizistik unzufrieden sind, obwohl die Entente ein Nachrichtenmonopol besitzt und jedes Kind in Deutschland die Wirkungen ihrer Propaganda kennt und fühlt. In der französischen Kammer interpellierte G e 0 r g e s L e y g u c s über die französische Diplomatie und führte dabei aus: „Das Jnlrigennetz, daS von den Deutschen um die Krieg- führenden gesponnen wurde, macht eS notwendig, das Land zu unterrichten und die internationale öffentliche Meinung aufzuklären. Vom ersten Tage an ließ Deutsch- land seinen Propagondadicnst arbeiten. Frankreich tat lange nichts, um diesem Bedürfnis nachzukommen.(?) Man schuf eine Presse, sirmo, die aber nicht die gewünschten Dienste leistete: Man muß den Feind nicht nur aus militärischem Gebiet bekämpfen, sondern aus allen Gebieten, auf denen man ihm beikommen kann. Zu diesem Ende müssen wir eine Kriegspokitik haben, und alle Verbündeten ebenfalls eine. KuegSpolitil haben. Leygue« setzte äuS- einander, daß Deutschland bis zum Dezember 1016 an einen Frieden durch den militärischen Sieg glaubte. Erst nach dem sieg- reichen Widerstand von Vevdun ließ eS seine Friedensvorschläge im Dezember los und eröffnete so die Zeit der dujlomatifchen Um, triebe. Der Redner ging weiter zudcrväpstlichenNote über. die den Hauptpunkt, die Ursachen und Verantwortlichkeiten des Krieges, vergessen habe. Bei Anführung der Rot« Wilsons be- zeichnete der Rebner den preußischen Militarismus als eine feudale Einrichtung, die man vernichten und dadurch Deutschland den Beweis liefern müsse, daß der Krieg keine Industrie sei, die sich stet? rentiere. Dies werde die Charte der modernen Völker fem; Leygues wies aus die Behauptung hin, durch die die deutsche Regierung sich bemühe, die Moral de« Volkes zu heben, intzqm sie ihm nämlich vormache, daß die Alliierten Deutschland vernichten wollen." Diese Interpellation ist der schlagendste Beweis, daß dem Kriegsioillen der Entente nichts so abträglich ist, wie eine. klare, aufrichtige und zäbe Friedenspolitik der deutschen Regierung. und daß die Iingoisten im Feindesloger nichts dringender brauchen, als einige Kundgebungen der deutschen Vaterlandspartei.__ Die holländische Regierung und die englische Telegrammsperre. In der amtlichen Mitteilung des holländischen Ministeriums des Aeußern über die Sperre der Hanlleistelegramme noch und von Holland über britische Kabel heißt es: Die niederländische Re- gierung ist der Anficht, daß sie dem Wunsche der blittschen Re- gierung. die Durchfuhr von Sand, Kie« und Schotter noch Belgien zu verhindern, nur dann nachkommen kann, wenn die britische Re- gierung erklärt, daß trotz der Zusicherungen der deutschen Behörden und der Erhebungen von niederländischen Offizieren die durch- geführten Materialien für Kriegszwecke vei wendet werden. Der niederländische Gesandte in London wurde beauftragt, die britische Regierung um eventuell in ihren Händen befindliche» Beweis- material darüber zu ersuchen. Nr. 2S2 ♦ 34. Jahrgang 1. Seilage ües vorwärts Sonntag, 14. Oktober 1917 UngenügenKe Herabsetzung öer Kartoffelpreise. In einem Rundschreiben des Staatssekretärs im Kriegs- ernährungsamt an die Bundesregierungen wird eine Ein- Wirkung auf die Kommunolverwaltungen nahegelegt, um das Berhältnis zwischen Erzeuger- und Verbraucherhöchstpreis für den Verbraucher erträglich und den Verhältnissen angemessen zu gestalten. Zunächst soll die Erstattung der Schnelligkeits- Prämie aus Reichsmitteln auch in einer Erinätzigung des Vcrbraucherhöchstpreises m die Erscheinung zu treten. Dann wird darauf verwiesen, daß nach Lage der Verhältnisse die Erhöhung der Kleinhandelshöchstpreise gegenüber dem Vor- fahre nicht mehr als höchstens l.ost'M. für den Zentner be- tragen dürste. Das Kricgsernährungsamt verweist in dem genannten. Rundschreiben dringlichst darauf, daß eine mög- tichst baldige Prüfung der von Komnmnalverwaltungen fest- geletzten Kleinhandelspreise für Kartoffeln sich erforderlich mache. Bedauerlicherweise hat sich das Kriegsernährungsamt nicht veranlaßt gesehen, den Mndesterzeugerpreis von 5 M. pro Zentner herabzusetzen. Wie aus allen Provinzen und Kreisen berichtet wird, ist die Kartoffelernte sehr gut aus- gefallen. Nach der sonst von Interessentenkreisen befürwor- teten Theorie von Angebot und Nachfrage müßte eine ganz wesentliche Gerabsetzung die- s e r P r e i s e erfolgen. Jetzt bei der guten Ernte wird aller- dmgs Weniger Gewicht auf diele Theorie gelegt. Für die Provinzialkartofselstelle der Mark Brandenburg besteht übri- gens immer noch ein Höchstpreis von 3, 30 M. Die Gemeinden Groß-Berlins sind nun ebenfalls der Anregung des Kriegsernährungsoints gefolgt und in eine Nachprüfung der Preise eingetreten. Leider ist dieselbe reckt dürftig ausgefallen, so daß energisch verlangt werden muß, eine nochmalige Prüfung vorzunehmen. Wir erleben hier wieder dasselbe traurige Schauspiel wie im Vorjahre. Damals betrug der Erzeugerpreis 4 M. Nachdem man ge- wissenhast alle Handelsstufcn eingeschaltet, kam man auf einen Zwischenhandelsgewinn von 2,50 M. und somit zu einem Kleinhandelspreis von 6,50 M. Dieser Preis erschien denn aber doch der Deffentlichkeit sowohl wie dem Kriegsernäh- rungsamt so hoch, daß schleunigst eine Nachprüfung vorgc- nommen und danach der Preis auf 3,50 M. bemessen wurde. Die Preisdifferenz teilten sich damals Reich und Gemeinde. Noch der neuen diesjährigen Preisbemcssung ist nun sogar die Zwischenhandels spanne von 2.5 0 M. au f •3,50 M. erhöht worden, denn das Nachrichtcnamt des Berliner Magistrats berichtet darüber: „Der Kleinhandelspreis für Kartoffeln, welche vom 45. Oktober ab ausgegeben werden, also zum Verbrauch für die Zeit ab 22. Oktober bestimmt sind, wird auf 9 P f e n n i g f ü r d a s P f u nd herabgesetzt. Diele Preisherobsetznn" die in Uebereinstimmung mit den sämtlichen Nachbargemeinden beschlossen ist, war dadurch möglich, daß in den Hanptliefe- rungsprovinzen Berlins»nd der Nachbargemeinden der Er- zeugerpreis jetzt um V- M. herabgesetzt ist und die Staats- behörde für den Fall der Ermäßigung des Kleinhandels- Preises die Erstattung der sogenannten Schnelligkeitsprämie von ebenfalls N', M. pro Zentner auf Staatskosten über- nommen hat. Der Kleinhandelshöchstpreis von 9 Pfennig für das Pfund Winterkartoffeln wird nunmehr den Winter über bestehen bleiben." Da dos Kricgsernährungsamt eine Erhöhung von 1,50 Mark zu dem vorjährigen Kleinhandelspreis, der 5,50 M. betrug, für ausreichend hält, so dürfte der diesjährige Kleinhandelspreis höchstens 7 M. betragen. Bisher ist man nur in der Gemeinde T e m p c l d o f diesem Preis einigermaßen nahegekommen, wo für die Winterver- wrgung pro Zentner 7,-40 M. erhoben wird. Jedoch auch in Groß-Berlin ist man bereits geneigt, ans diesem Gebiete Konzessionen zu machen. Wie wir aus einer Zuschrift erfahren, bekommen die Angestellten der Eisenbahn und der Post die Kartoffeln zur Wintervcrsorgung mit 6,70 M. pro Zentner geliefert. Ein Preis, der sicherlich auch die Zustimmung anderer Verbraucherkreise finden wird. Warum aber will man mit diesen Angestellten Der Vaterlandspartei und ihrer heuchlerischen, das politische Leben Deutschlands vergiftenden wüsten Agitation zum Trotz ist es Pflicht der arbeitenden Klassen, die Reihen dichter zu schließen und einig zu sein im Kampfe fürFriehen undFort- schritt. Darum werdet Mtglieder der SozialdemokratWenpartei 'Anmeldungen sind zu richten an das Bezirks- sekretariat Groß-Berlin(S. P. D.), Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, Eingang 3, 3 Treppen. eine Ausnahme machen? Haben die übrigen Bevölkerungs- schichten nicht dasselbe Anrecht? Warum sollen zi B. Krieger- fronen 9 M. zahlen? Hoffentlich gehen die Groß-Berliner schleunigst an eine nochmalige Prüfung heran, damit der Un- mut der Bevölkerung über diese verfahrene Preispolitik nicht noch größer wird.__ GroMerlm Der erste wagen. Noch che sich die blanken Sterne vor dem immer breiter werdenden Tagesstreifen verkriechen, erwacht die große Stadt. Schlaftrunken beginnt sie in allen Fugen zu knarren und zu ächzen; das Rollen der Milchwagen, das Schlagen der Türen und das Surren der Weckuhren hat um diese Zeit noch einen einsamen Hall, der desto mehr verschwindet, je allgemeiner sich der Chorus der Morgenfrühe erhebt. Daun holt die Stadt tief Äiem und brüllt mit aller Lungenkraft den mißtönigen Ruf zur Arbeit und schreckt ein Heer aus dem Schlafe, das sich eben in Morpheus' Armen mit allen Nöten des Daseins versöhnen wollte. Da kommt auch schon, unwillig stoßend und sich schüttelnd, der erste Straßenbahnwagen die Straße herunter, wo er vor- läufig nichts Verwandtem begegnet alS den fleißigen Wagen der Straßenreinigung; und die Straße ist ungeduldig still, Ivie ein Kind, das sich nicht gern waschen läßt... An der Haltestelle steht das Fähnlein Getreuer. daS fast jeden Tag das gleiche ist, und zu dem auch ich gehöre. Auch eine Gemeinschaft, eine ohne Satzungen zwar und kaum zum Gutcnmorgcngruß verpflichtet, aber doch ein Bündel Geschicke hier auf einem Schnittpunkte zusammen, um nach Minuten schon sich wieder zu verzweigen. Wütend kommt der Wagen hcrängestoben, tut gar nicht, als ivenn er von uns Notiz nehmen wollte, überlegt sich's jedoch im letzten Moment anders und steht auf einen Ruck. Wenn man beim Einsteigen Zeit hätte, könnte man Studien machen über Höflichkeit und Rücksichtslosigkeit und über Anmaßung— aber es ist nötiger, den Gesetzen des Gleichgewichts nachzuspüren, mit denen man in Konflikt zu geraten droht. Schließlich sitzt man doch glück- lich aus dem jeder Eigenwärme baren Holze und versucht, das Interesse, mit dem sich die noch halb traumdösigcn Ge- danken an die Umwelt hängen wollen, hinter einem leeren Gesichte zu verbergen. Da ist die kleine, immer adrett angezogene Maid mit der viel zu großen Aktenmappe. Wieste heute daS Haar hat! Die Schnecken standen ihr besser. Sie muß ein reiches Seelenleben haben oder rege Bekanntschaften; denn ihre Lippen bewegen sich immer, lvemi sie durch einen„hindurch- sieht". Uud schade ist es. daß mans nicht hören kann. nach ihrem Gesichtsausdruck ist es was ungeheuer Ge- scheites.— Gelindes Grauen flößt mir immer ein schon älterer Herr ein, der Tag für Tag einen schwarzen Schoßrockanzug trägt und wohl so was wie Beamter sein muß. Ich bin allemal hcidenfroh, wenn er nicht mir gegenüber zu sitzen kommt. denn er pflegt mit einer Peinlichkeit, die ihresgleichen suchen muß. meine— ich gestehe— meist flüchtige Toilette einer intensiven Würdigung zu unterziehen. Das brennt wie Feuer und verleitet zu instinktiven Nachprüfungen... Eine Zeitung wird aufgefaltet und schreit mich mit großen Lettern an: Eine Riesenschlachi in Flandern! Und die Fracht kleiner Alltagsgedanken versinkt vor der Ahnung des Grausigen, an dem fern vom heimatlichen Ge- mäucr der Völker Edelwuchs verblutet... A.Za. Tagung liberaler Gemeindevertreter der Provinz Brandenburg. Tie auf dem Boden der Fortschrittlichen Vottspartei stehen- den Gemeindevertreter traten am Sonnabend zu einer Tagung zusammen, um die großen kommunalpolitischen Fragen der Gegen- wart zu erörtern. Bürgermeister M a ch o w i c z- Schönebcrg sprach über die kommunale Finanzpolitik während und nach der Kriegszeit. Zur Deckung der durch den Krieg entstaN- denen Mchraustvendüngen verlangte er eine bessere Ausnutzung der bisherigen Enrnahmequellen. Dabei stehen im Vordergründe: Das Recht zur Erhebung kommunaler Steuerzüschläge zu den staat- lichen Zuschlägen zur Einkommensteuer, ferner die Erhaltung der Besteuerung des Grundbesitzes nach dem gemeinen Wert, Erbal- tung der Umsatzsteuer und Ausbau der Wertzuwachsstcuer. Tie Uiebergangswirtsebaft in den Gemeinden behmidelte Bankdirekior W ig I o w- Brandenburg, der als besondere Aufgaben der Ge- rnemden in der Uebergangszeit bezeichnete die Schaffung von pari- tätischen Arbeitsnachweisen in allen Gemeinden. Tie Arbeits- losenfürsorgc, bei der die Städte die Arbeit zu leisten hätten, wäh- rend der Staat-die Mittel bereitzustellen habe, ferner-die Wohnung?- fürs arge und die Vornahm« von Notftundsarheiten. Die Familien- untcrstiltzung müsse unbedingt solange gezahlt werden, bis der Ernährer eine gesicherte Stellung erhalten habe.— Stadtrat Prof Dr. Spiegel- Charlottenburg legte die kommunalpolitischen For- derungen des Liberalismus dar. Er forderte die Einführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts für die- Genwinde. Vertretungen, die Ausdehnung des Wahlrechts auf die Frauen uud auf die bisher ausgeschlossenen Berufsstände sowie die Beseitigung des HauSbesitzerprivilegS. Auch eine Aenderung der jetzt geltenden hemmenden Bestimmungen über das passive Wahlrecht zu den Magistraten, endlich verlangte der Redner besseren Schutz und Ausbau der Sclbswerwaltung dabin, daß das Genehm-igungsrecht der Aufsichtsbehörden fortfällt und den größeren Städten eine bessere Vertretung im Landtage der Monarchie eingeräumt tairo. Die Versammlung beschloß noch die Begründung eines Verbandes fortschrittlicher Vertreter von Stadt- Uirkd Landgemeinden öer Pro- vinz Brandenburg und wählte für diesen Verband einen gcschäfis- führenden Ausschuß. 'Noch schärfere Einschränkung im Kleider verbrauch! Die Knappheit der Web-, Wirk- und Strickwaren/ die bei der zweiten Bestaiidtzmifnahine sich gezeigt hat, bringt uns jept eine weitere Verbranchsbeschränkung. Die Reichsbcklei- dungsstelle hält für nötig, die Liste der bisher noch bezugscheinfrei gewesenen Gegenstände zu kürzen. Durch eine im.Reichsanzeiger" veröffentlichte und sofort in Die welfihe Nachtigall. Der Roman eines sterbenden Jahrhunderts. 11 j Von R. France. Dann blickte er stirnrunzelnd aus dem Aktenstück auf: „Er wurde also relegiert— wegen Pasquillen ärger- lichen Inhalts und Wucher an anderen Studenten— das sind böse Händel, die ihn nicht empfehlen, hm... Dann nach einer Pause: „Er ist Winkeladvokat und steht neuerdings im Verdacht, eine gewisse höchst miserable Schmähschrift im Dienste des seines Amtes enthobenen früheren Professors Weißhaupt der- faßt und verbreitet zu haben." „Das ist nicht wahr. Eure Gnaden," schrie der unter diesen Anwürfen taumelnde Sünder,„elende Verleumdung einer früheren Aufwärterin... „Er ist nicht befragt darum," unterbrach ihn der Graf, der als Chef der geheimen Polizei seinen Akt wohl zu beurteilen verstand. „Er ist auch zweimal vorbestraft, einmal wegen Ehr- obschneidung bösester Art, dann wegen Vorschubleistung einer Vagantin. so aus dem Hospital durch ihn entsprungen— was sind das für elende Geschichten?" Jede Rechtfertigung wurde durch eine kurze, herrische Handbcwegung abgeschnitten— der Zweck der Verlesung war ja erreicht, der Vorgeladene schien in seinem ganzen Selbst- gefühl gebrochen und zum lvillfährigcn Werkzeug der so un- begreiflich über ihm schwebenden Obrigkeit geeignet. Der Graf ging in der Stube gravitätisch und zufrieden auf und ab und dachte nach. „Mall kann ihn also mit Fug und Recht aus dem Lande weisen— wollen es aber aus Gnade vorläufig unterlassen, wenn er durch treue Dienste manches gutmacht.—" Michalansky verfloß in einer Krümmung voll ängstlicher und demütiger Bejahung. „Seme erste Pflicht ist vollständige Verschwiegenheit— das hat er in Amtseid zu nehmen." Der Winkeladvokat wollte dazu sofort vor ein an der Wand hängendes Kruzifix eilen, qber eine Geste hielt ihn zurück. „Das findet sich später. Jetzt hat er, da man ihn als geschickten Burschen für den Dienst der geheimen Polizei empfiehlt, die erste Probe seines Eifers dadurch abzulegen, daß er binnen-48 Stunden genaue Angaben über den Sekretär von Solms, aber verläßlich und unauffällig beschafft und nur mir allein berichtet. Ich meine den Umgang, Gesinnung, Conduite des jungen Mannes, alles mit Diskretion beschafft und in voller Verläßlichkeit berichtet. So er sich bewährt. soll er Ersatz aller rechtlich aufgewendeten Kosten und das Salair eines ordnungsgemäßen Digilantcn erhalten. Ertappt man ihn auf Treubruch, wird er kurzerhand aus dem Lande verwiesen, soll nicht noch Acrgeres vorliegen. Rechtfertigt er aber das ihm entgegengebrachte Vertrauen, soll es mir an manchem LouiSdor für sonderliche Auskünfte nicht liegen..." Das letztere war mit einem ermunternden, fast vertrau- lichen Lächeln gesagt und verfehlte auch seine Wirkung nicht. Michalanskys scharfer Verstand hatte sich sofort in die eigen- tümliche neue Lebenslage gefunden, die nichts anderes war als eine obrigkeitliche Belohnung seiner bisherigen zu Privat- erprcsserzwecken unternommenen Schnüffeleien. Und allso- gleich benützte er auch schon das gestern über den seiner Spionage ausgelieferten Solms Erfahrene zu einem Plan, der mit der bloßen Absicht begann, sich empfehlend im neuen Wirkungskreis einzuführen, sich aber während deS Redens zu einem festen Vorschlag verdichtcie: „Wenn ich Ew. Exzellenz sofortigen Bericht erstatten darf, so ist es, daß hochdcro Guadcn mit erhabener Erleuchtung selbst schon durchschaut haben, was mir zu erforschen ge- boten"— er fühlte selbst, wie verstiegen und übertrieben er begonnen hatte und fuhr einfacher fort: „Der Cavalier de Solms gehört, wie ich aus sicherster Ouellc. von seinem besten Freunde verschwiegen erfahren, einer geheimen Gesellschaft von antislaatlichen und demago- gischen Zielen an, und will dort in geheimem Konventikel demnächst eine Rede halten, an deren aufrührerischer Tendenz nicht zu zweifeln ist." Die von ihm improvisierte Bombe schlug ein. In maß- losem Erstaunen, nur schwer beherrscht durch Erziehung und vornehme Gewohnheit, trat Morawitzky auf ihn zu: „Ist das sicher?" „So gewiß, als mir mein Kopf auf den Schultern sitzt." „Und er wird Zutritt zu den Asfcmbleen dieses sekretcn Klubs haben? Und Verläßliches mit eigenen Ohren hören??" „Wenn ich so auftreten kann, um mich in der Gesellschaft eines Kavaliers zu zeigen, dann wohl", sagte schlau und bc- scheiden der Vigilant. „Er soll alles haben an Kleidern und Ausstattung, was er braucht. Nur volle Sicherheit, und wenn es ohne Auf- sehen zu erlangen, kompromittierendes Schriftliches von der verdächtigen Hand. Die Regierung muß Sicherheit haben.— Er führt sich nicht übel ci». Er soll nicht schlecht fahren dabei." Die Noblesse übennamste ihn. Und trotzdem ihm auS den Geheimfonds der Statthaltcrei auch genügend Mittel zu Gebote standen, gab er nach der Angelobung des neuen Vigi- lauten und den ihm zugesicherten Anweisungen noch aus eigener Tasche ein erklecktiches Sümmchen dem Freude- strahlenden, der angeiviesen ivurdc, den freien Zutritt in wichtigen Fällen zur Statthaltcrei jeweils nur durch den Gang der Botench'rsstl zu nehmen, sich aber sonst im Kanzlei- stock nicht blicken zu lassen oder sich überhaupt zu verraten. Kaum war Michalansky verschwunden, schellte der Graf nach dem Kanzlisten. Mürrisch trat der alte Besl ein, der aus den höhnisch triumphierenden Blicken seines von ihm wieder in den Gang geleiteten Gegners längst die Vor- gänge im Kabinett erraten, die ihm an sich nichts Neues waren. „Nun, alter Murrkopf, warum so verdrießlich?" lachte ihn der Graf wohlgemut an. „Halten zu Gnaden," brummte der Alte,„übelbeleum- detcs Subjekt... dieser relegierte Student— er hatte heim- lich in den Akten geschnüffelt, als sie des Morgens sein Chef einforderte—, wird alle Welt beschwindeln, die ihm ver- traut..." Besl durfte sich solche Sprache erlauben. Seit drei Jahr- zehnten hatte er vier Statthaltern gedient und ivar wohl der einzige, der wirklich Bescheid wußte im vielverzweigten Ge- triebe der Polizeimaschlnerie, an deren Steuer er eigentlich heimlich saß. „Würde alle Welt beschwindeln, will er wohl sagen," antwortete der Graf mit Hoheit und voll Ironie.„Wenn die Regierung über ihn nicht Bericht erhielte vom alten Besl." »Das wäre, ei Sapperment," platzte der Alte los. (Forts, folgt.) Kraft tretende Be!anntmachung über die Nenderung der FreUiste wird die Bezugs Sei npflichr ausgedehnt auf bäum- wollene strümpfc jeder Art(bisher waren nicht olle bezug- scheinpflichtig), abgepaht« fertige Tn'chdechen, Matratzen, fertig gesüllle Inletts, einfarbige und bedruckte wollene, bauirr wollene und leinene Möbelstoffe. baumwollene VeldetS, Wachstuche, Wickelgamaschen, fertige Pracks, imitierte Pelz garnituren, fertige Säugliiigsbekleiduiig(für Kinder bis ein Jahr), gemusterte weihe Tischzeuge, Reise- und«chlasdecken, Kragen. Man ichelten. Vorhemdchen, Emsätze. Bezugscheinsrei bleiben alle übrigen Gegenstände der bisherigen Freiliste, darunter auch Serbe und Halb seide. AndererseilS kommen neu auf die Freiliste und werden bezugscheinsrei alle ungefütterten Sommerhandschuhe auS Baumwolle, au« Halbseide oder Seide ohne Rücksicht aus Gewicht «bisher waren nur gewisse Sorten Sommerhandschuhe frei), kon seklionierte Gardinen, Portieren, Fenster- und Wandbehänge und— die bi« zu einem Drittel bestickten, beinalten oder bedruckten Fahnen. Bezugscheinfrei werden ferner Holzschuhe, auch wenn sie m Ber- bindung mit einer Spange von höchsten» 2 Zentimeter Breite oder mit einem Kissen hergestellt find. Dagegen bleiven bezugscheinpflichtig Holzsandalen und Holzpantoffeln gleich allen sonstigen Schuhwaren au» Leder, Web-, Wirk-, Strickwaren. Filz, filzartigen Stoffen. Bezugscheinfrei sind künftig Flickmaterial und einige geringwertige Gegenstände bi» zum Kleinhandelspreis von 2 M. statt bisher 1 M. Zu den Einschränkungen der Freiliste kommt eine teilweise der- schäriende Aenderung des Perfahren« bei Bezug- i ch e i n e r t e i l u n g. Die Höchstmahe der Stoffe für Frauen- und Mädchenkleidung find eingeschränkt worden. Jir die Liste des Bestandes an Kleidung, über den hinan» kein Bezugschein ausgestellt werden soll, find aufgenommen worden Kragen, Vorhemden, Manschetten, KäuglingSbekleidung.SäuglinaSwäiche Künftig kann zu einem Sommer- mantel noch ein Wintermantel bewilligt werden, aber Bewilligung eine» Sommermontel« zu einem Wintermantel ist nur in Ausnahmefällen und gegen ärztliche« Zeugnis möglich. Die Gültigkeitsdauer ge- wohnlicher Bezugscheine, der neuen und der schon ausgestellten sioweit sie noch nicht zwei Monate alt find), wird auf zwei Monat« erhöht. Geändert wird das Verfahren der vezuascheinerteilung bei Abgabe getragener Kleidung. Alte Abgabebeschemigungen find bi« 15. November in Bezugscheine alter Art umzutauschen, die noch bi« >!!. Dezember gelten. Bezugscheine dürfen jetzt auch ausgestellt werden gegen Abgabe von Jünglings- undKnabenoberbekleidung. Unterkleidung, Bett-, HauS-, Tischwäsche oder Stoffen, aber nicht von Schürzen, Hand- schuhen, Taschentüchern. Strümpfen, bezugscheinfreier und solcher Klei- dang, die nicht als Gebrauchskleidung dienen kann. Gefordert wird für einen Waichebezugschein die Hingabe von drei Wäschestücken, für einen OberkleidungSbezugschein die Hingabe von einem gut erhaltenen Stück, sonst von zwei Stücken. In den gegen Abgabe- bescheinigung ausgefertigten Bezugscheinen werden PmSgrenzen nicht mehr festgesetzt. Die ReichSbekleidungSsteve hat alle diese Maßregeln getroffen im Einverständnis mit ihrem Beirat nach Anhörung des Handels und der Industrie und fo vei sichert sie— auch von Ber- brauchern. Neue Schweinesleischpreise. Der Berliner Magistrat gibt neue Kleinhandelshöchstpreise für frische«S 117. Brotkommisfion eingetragen ist. Der Preis für 125 Gramm Streichkäse(BuSlondSware) wird auf 0.65 M. fest- gesetzt. Wegen der bei den Verkaufswagen der Firmen: Bolle, Interessengemeinschaft Märkischer Milchproduzenten G. m. b. H., H-llersdorf, Bikloriapark und Schweizerhof eingetragene« Kunden ergeht binnen kurzem besondere Bestimmung. Zwangsleitung für die Haudwerkerkraukeukasse. Der Berliner Polizeipräsident hat al» Aufsichtsbehörde im Ein- vernehmen mit der Handwerkskammer zu Berlin durch Bersügmig vom 17. September 1917 die satzungsmäßig zur Leitung und Be- ausjichligung der»Kranken- Unierstützungs« und Sterbekajie selb- ständiger Handwerker a. G. im Bezirke der Handwerkskammern zu Berlin und Frankfurt a. O." berufenen Organe und Personen: den Vorstand, die Beschwerdekommission, daS Schiedsgericht, die SatzungS- prüfungSkommisfion und die Kossenrevisoren ihrer Obliegen- heiten enthoben und diese bi» auf weitere» dem Vorsitzenden der Handwerkskammer zu Berlin, Obermeister Rabardt, der sich zu ihrer unentgeltlichen Ausübung bereit erklärt bat, mit der Be- fugnis zur Stellung eines Vertreters Lbeltrogen. Der Bestand und die Wirksamkeit der in guter Vermögenslage befindlichen Kasse so- wie die sonstigen Rechte und Pflichten der Mitglieder werden hier- durch nicht berührt. DmziDii" Wer die Zeichen der Zeit versteht zeichnei Kriegsanleihe. Das Ergebnis der 7. Kriegsanleihe ist das mächtigste Kriedensmitiel, das einem jede« Deutschen in die Hand gelegt ist. Wenn sich also am Sonntag, dem-14. Oktober, alt und jung»«ermüdet und unent- wegt mit den Zeichnungsscheinen um die Tische drängen, an denen das Vaterland unsre Spargroschen in Empfang nimmt, dann ist dieser Nationaltag für die Kriegsanleihe zugleich die großartigste Friedens, kundgebung, die das deutsche Volk veranstalten kann. Me Zeichnungsstellen werden nach der Kirchzeit geöffnet sein! Auf zur Massenzeichnung! --«aollwl Paketsendungen an Kriegsgefangene in Rnhland und Sibirien. Vor einiger Zeit wurde durch die Presse bekannt gemacht, daß die zuständigen Roten-Kreuz-vereine und die Hilfen für krieg»- oefangen« Deutsche Bestellungen auf Lebensmittel und andere Pakete für deutsche Krieg»« und Zivilgeiangene in England zum Versand von Holland au« und für Gefangene in Frankreich zum Versand von der Schweiz au« entgegennähmen. Unter Mitwirkung de» FrouendiensteS der Deutschen KriegSgesangenenhilse, Berlin, ist ein gleicher Bestelldienst auf LebenSmiltetpakete zum Versand von Kopen- Hagen auS an die deutschen Kriegsgefangenen in Rußland und Sibirien eingerichtet. Nähere» über drn Preis und Zusammensetzung der Pakete erfahren die Angehörigen von den örtlichen zuständigen Roten-Kreuz- Verein oder der Hilfe für kriegSgefangene Deutsche, die ausschließ- lich die Bestellungen auf die Pakete entgegennehmen. Ihre Adressen sind beim nächsten Postamt zu erfragen. Die unter dem Zeichen de« Roten Kreuze» versandten Pakete gelangen schneller und sicherer in die Hände der Empfänger al» die, ouck im Interesse der Er- nährung in Deutschland unerwünschten Sendungen an» Deutsch- land. Um Mißverständnifien vorzubeugen, sei darauf aufmerksam ge- macht, daß dieser Paketdienst ausschließlich für Kriegsgefangene und nicht auch für die in Rußland und Sibirien zurückgehaltenen Zivil- Personen in Frage kommt.__• Kommunale Kirchturmpolitiker. Im Bürgersaal de« Friedenauer Rathauses tagten Freitag abend eine Anzahl Bürgermeister und Gemeindevertreter von fünfzehn größeren Gemeinden de» Kreise» Teltow, um über den Zusammenschluß zur Wahrung gemeinsamer Jnteteffen zu beraten. Sowohl in dem einleitenden Refera» des Bürgermeister« Walcher- Friedenau, wie in den Ausführungen der meisten Redner kam eine ausgesprochene Gcgnerichast gegen den Groß-Berliner BürgerauSichuß und die Angst vor einer Eingemein- dung nach Berlin zum Ausdruck. Roch zweieinhalbstündiger AuS- sprach« wählte man gegen wenige Stimmen einen au« 20 Herren bestehenden»VorbereitungSauSschuß*, der einen Organisationsrahmen aufstellen soll. Der KriegSauSschuß zu» Schutze ausfichtSloscr Linder veranstaltet im lammenden Winter ein« Reihe von Vorträgen. Diese Borträge, sowie die anschließenden Aussprachen werden den Leiterinnen und Helferinnen der Kinderhorte,-Bewahranstal�en usw. Gelegen« best geben, sich über wichtige Fragen der Kleinkinderfürsorge zu Unterrichten. Gästen ist d» Zutritt gern gestattet. Zur Besprechung kommen: 1.»Organisation der Jugendfürsorge", am 17. Oktober. abends 8 Uhr.(Frl. Kaniorowicz.) 2.„Hygienische Aufgaben für die Leiterinnen von Kinderbewahranstolien", am 31. Oktober, abends 8'/.2 Uhr.(Frau Dr. Szagunn.) 3.„Fragen der Ernährung der Kinder während des Krieges", am 14. November, abend» 8 Ubr. (Frl. Natter.) 4.„Notwendigkeit der Beschäftigung von Kleinkindern in Anstalten", am 23. November, abend« 8 Uhr.(Frl. Merbach.) 5.„Die Lebenslust im Tagesheim", am 12. Dezember, abends 8 Uhr. iFrl. Kotzenberg.) Die Borträge finden im Berliner Rathauss (Juden-, Ecke Königstraße). Zimmerstr. 100, statt. Ter„Wahre Jacob" Nr. 21 gelangt infolge Verspätung erst am Dienstag zur Ausgabe und kostet von dieser Rummer ab IS Pf. Wucher mit Sohlen. Dem Kohlenbändler Heinrich Schröder, Berlin 0. Langestr. 6 und seiner Ehefrau hat da« KriegSwucher- amt wegen Preissteigerung beim Verkauf von Kohlen den Handel mit Gegenständen de» täglichen BedariS untersagt. Bor Gericht »hielt Schröder außerdem eine Geldstrafe von 300 M. Die Endhaltestelle fär die Straßenbahnlinie 48 an der Kaiser- Friedrich-Straß« in Pankow wird vom 16. d. M. ab nach der Linden- Promenade verlegt. Die Wagen fahren von der neuen Endhalle- stelle 11 Minuten früh« als bisher ab. Ueberfall auf einen Wächter. Von Einbrechern überfallen, ge- fesselt und gelnebelt wurde in der Rächt zum Sonnabend der Wächter H e i d e r i ch von der Pumpstation in Reinickendorf. Al» die Arbeiter morgen? dorthin kamen, fanden sie Heiderich in seiner Wäckterstube an einen schweren Tisch angebunden, mit einem Knebel im Munde. Er war auf einem Rundgang plötzlich von einer Band« von 6—8 Mann, die mit einem Wagen vorgefahren waren, überfallen, geknebelt, in seine Stube geschleppt und don an- gebunden worden. Dann hatten die Einbrecher alle Treibriemen von den Maschinen abgeschnitten. Riemen im Werte von 20 bis 25 000 M.. darunter einen, d» allein 3 Zentner wog. Der mit vorgebaltener Pistole bedroht« Wächter lag hilflos da und mußls die Täter gewähre» lassen. Diese luden die Beute auf ihren Wagen und fuhren ungesehen davon. Die Gemeinde Sieinickendorf hat auf ihre Ermittelung und Ueberführung eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt.___ Neukölln, verkauf»nn Schokolade. Vom Montag, den 15.. bis Sonnabend, den 20. Oktober, dürfen an diejenigen Personen, welche sich zum Bezüge von Schokolad« angemeldet haben, in denjenigen Geschäften, in welchen die Anmeldung erfolgt ist. auf den unteren Teil de« Mittelstücke» der Kindnfleischkarte 100 Gramm Schokolade abgegeben werden. Nur solch« untere Teile des Mittelstücks der Kindnfleischkarte find zum Bezug« von Schokolade berechtigt, welcke iür die Zeit vom 3. bi« 30. September gültig waren. Falls die Anmeldung auf Grund einer früher oder später gültigen Kinder« fleischkarte vorgenommen worden ist, darf Schokolade auf keinen Fall abgegeben werden. Der Verkaufspreis beträgt für 100 Gramm Schokolade 1,15 M. — Kein Obstmarkt. Der von der LandwirtschaftSkammer für die Provinz Brandenburg am 17. und 18. Oktober in Aussicht ge- nommene Obstmarkt kann nicht stattfinden, da es den in Frage kommenden Obstpächtern infolge der bestehenden Schwierigkeit in der Erlangung der erforderlichen BesörderungSscheine, des Ber- pockungSmaterialS, Fuhrwerks usw. nicht möglich ist, den Markt zu beschicken. Weitzeilsee. Lebensmittel. In der Berkaufsstelle PistoriuS- straße 24 gelangen Heringe zum Verkauf. Gegen Vorlegung de« KopfftückeS der aufgerufenen Brotkarten der 138. Woche kann auf jede Brotkarte>/« Pfund zum Preise von 60 Pf. entnommen werden. Vom 18. vi» 20. Oktober werden in der Verkaufsstelle Cafelerstraße 2 Eier abgegeben. Auf Abschnitt 15 der aufgerufenen Eierkarte wird ein Ei zum Preise von 89 Pf. verabiolgt. Pankow. Etiefelsohlenverkaus. Vom Montag, de» 15. Oktober ab. werden im RalhauS. Zimmer 32. Stiefelsohlen für Herren- und Damenstiefel an die ortsanwesende Bevölkerung verkauft. D»Ber- kauf findet von 9—1 Ubr statt, als Ausweis dient die letzte Steuer- quittung. Die zu besohlenden Stiesel sind mitzubringen. An Kinder kann der Berkauf nicht erfolgen. Der Preis der Sohlen beträgt für Hemnstiefel 3,20 M., für Damenstiefel 2,95 M. Ein Paar Damen- äbsatzflecke kosten 70 Pf. — Lebensmittel. Auf den Bezugs» und OuittungSabschnitt 41 der Lebensmittelkarte gelangt Morgentrank und Hafer- mehl zum Verkauf. Es können Morgentrank oder Hafermehl entnommen werden, und zwar entfallen: auf einen Abschnitt 125 Gramm Hafermehl, aus zwei Abschnitte 250 Gramm Morgen- «rank, auf drei Abschnitte 250 Gramm Morgentrank und 125 Gramm Hafermehl. Ein Anspruch auf eine bestimmlo Ware besteht nicht, und wird Morgemrank nur in fertigen Packungen zu 250 Gramm abgegeben. Der Preis für 125 Gramm Hafermehl(lose) beträgt 11 P?., der für 250 Gramm Morgentrank(in'/�-Pfund-Packungen, SS Pf._ Johannisthal. Achtuhr-HauSfchluß. Im Interesse der Ersparung an Licht ist in der Gemeinde Johannisthal ein noch früherer Haus- schluß al« in Groß-Berlin jetzt üblich eingeführt worden. Der dortige HauS- und Grundbefitzervereln hör sich mit den Mietern auf einen HauSschluß um 8 Uhr abend« geeinigt. Hroß-Oerliner parteinachrichten. Berlin VI. Montagabend 8 Uhr bei Sachse. Lindower Str. 26.- Frauenversammlnng. Vortrag der Genossin Martha Hoppe über:»Die Pflichten der Frau im Kriege." Aussprache über Agitation. Spanbau. An die Leser de«.Vorwärts"! Infolge Mangel« an geeigneten Kräften zur Zeitungsbestellung waren wir leider gezwungen, die Spedition in Spandau aufzuheben und die Bestellung durch die Post ausführen zu laffen. Seit dem 1. Oktober dieses JahreS ist der bisherig« Spediteur Herr Bär. Moltkestr. 7. ausgeschieden und haben wir die Kassierung der AbonnementSgelder der Frau Götze, Pichelsdorfer Str. 43, Hinterbous II, übertrogen. Wir bitten unsere Leser, davon Kenntnis zu nehmen und Zahlungen nur noch an Frau Götze zu leisten. Wir hoffen, daß unsere Leser uns die bisherige Treue bewahren und weiter Abonnenten bleiben. Di« Feldpostabonnementsbeträge können entweder direkt an die Expedition des„Vorwärts" in verlin, Lindenstr. S, unter Angabe der genauen Adresie, oder aber im Bureau de» Transportarbeiter- Verbandes. Breiteftr. 64 I, Dienstag» und Sonnabend» abends in der Zeit von 6 Uhr ab bezahlt werden. Unsere Freunde im Felde machen wir aus letztere« besonder« aufmerksam und bitten sie, ihren Angehörigen davon Mitteilung zu machen, damit keine Unter- brechungcn in der Zustellung eintreten. FreberSborf-PekerShftgeit. Mittwoch, den 19. Oktober, 8 Uhr: Zahladend bei Heuer in PelerShagen. Tagesordnung: Fortsetzung der Diskussion über den Bortrag:„UebergangSwirtschast". Kassen- bericht deS 3. OuartolS 1917. LereinSangelegeaheiten.»Vorwärts"- Bestellung usw.„Vorwärtt"-Leser find freundlichst eingeladen. Serichtszeitung. Ein Bruderzwist. Die Beleidigungsklage de« Borfitzenden der Berliner Orts- gruppe de» Alldeutschen Verbände«, Justizrar Tkolre, gegen den Herausgeber der.StaatSbürger-Zeitung" tfrektion; Mas Heirihardt. l�entMchcs Tfieater. 7 Ohr: Oantons Tod. Xaohm. 2!/a U. fhalbo Preise]: Minna von ßarnhclm. Montag: Hamlet. KammerKpiele. S: Kine srliicklleite Khe. Xachm. S'/aU-lhalbe Preise): Gespenster. Montag: Gespenstersonate. Volksbühne. Theater am Bßlowplate. üntergrundb. Schönh. Tor. 7'/» Uhr; Othello. Xachm. o Uhr(ermäßigte Preise): Wettcrleucitten. iViontag: Was ihr wollt. Dir. C. Meinhard— R. Lernauer. Theatsr i, Königpizerstr. Kachm. ß Uhr: Kameraden. T1/, Uhr: Iphigenie auf Tauris. Komödienhaus Ta/< Uhr; Die beiden Seehunde 3 LTir: Die verlorene Tochter. Berliner Theater T'/jü.: Die tolle äioratoß. Xarhm. 8 Uhr: Filmzauher. Theater tür Sonntag, den 14. Oktober. Central-Thcater, ivomtnandanteustraCo 57, TV»: Die Csardasfürstin bonnt.-'i'� U.: D. Glück ImWinkel lUtlüi Sonntag, den 14. Oktober, nachmittags 3 Uhr: Volksbühne: Wetterleuchten, «chlller-TH. Cliarlottenburg: Ronella d'Slndrca. Schiller-Tb. 0: Hinter Mauern. 5lilnstler-Th.: Der Herr Senator. Lessing-Th.: Das' Kind. Nachmittags 2V? Uhr: Deutsches Opernhaus: Die Fledermaus. iiiiliiiia 4 Uhr(lialbo Preise): Tirol einst um! Jetzt. 8 Uhr: Das Oherengadin und der Spüigen. Montag 8 Uhr; Das Oberengadiu und der tSpiügen. N AT BONAL- TH EUTER I"ägl.'/.« Das ist die Liebe. Mittwoch, den 17. Oktober er; Tägl. 3 ,8 i z- 5 O. M- Musik von V/aller Bromme\ |«rößicr I.acherfolar! Täglich aasverkauft 1 j Hauptdarüellcr; Karl Wessel, Marie Grlmm-Einödshofor, Mia Elis, Egon B rosig, Hans Saal, Edith Poska usw. Sonntag; nachm. 3';. Uhr..Die Grille", in eriter Belebung, l Sonntag: nachm. y'j, Uhr 21./10. er.„Was junge Mädchen I I Vörverlcanf: ab 10 Uhr ununterbrochen(A. Tietz). 1 Manerstr. 82. Heute: Zimmerstr. 90/91. des Berliner Konzerthaus-Orchesters Leiter: Komponist Franz von Blon. Anfang 4 Uhr. Sg: C|r. Konzert Chcrmcisler Deutscües Opernhaus ' �r: MIPOD. Friedrich-Wilhelmst. Theater 7'/, Uhr: HäS LfLVSljkI'ülM. 3 Uhr: Rigoletto. Kleines Theater 7'/. uhr: iürger Seiiippe!. o'/jU.: Paul u.Paula. Lottchens Geburtstag. Komisehe Oper 7'/, Uhr: Schwarzwaldmädel. 3'/, Uhr: Die Dose Sr. Majestät. Residenz-Theater 7'/. rar: ßyefceppotls Erim 3 U.: Die Warschauer Zitadelle. Pieh Uli er Theater O 3 Uhr: Hinter Mauern. 7V, Uhr: AWdMM Schllier-Th. Charl. 3 Uhr: Novclla d'Andrea. rar- AöföerSßienseile Thalia-Theater uhm Epn iißil seine Frauen. 3 Uhr: Die lustige Doppelehe. Theater am Nollendoriplatz 3"/, Uhr: Immer feste druff! 7 Uhr: Lustspielhaus ,3. m,,. Die blonden Mädels ' vom Lindenhof. 3'l, Uhr: Der Schwabenstreich. Metropol-Theater 3 Uhr: Die Kaiserin.. s/\ uhr: Die Bose mDM Neues Operetleniiaus'rhe»t«'-«tes Westens Kchiffbd. 4a. Kassent. Nd. 281 7 V.Uhr: M V6rli8!jl6 tPfZfljj 3 Ihr: Der Obersteiger. mit Guido Thielscher. / /«Uhr: Der Soldat der Marie. 3V, Uhr: Ein Walzerlraum MmtlmL Noüendorfplatz 5 Beute 2 fisteiiuaien 2 1 1 NEChträtSS!! | Xachm. S'/.U. Icl. Preise. Kinder die Hälfte, abends 7'/, Uhr. ( In beiden Yorsfellungen: Der große abwechslungsreiche Variete-Spielplan. Letzte Saison in Berlin. 2 sr. Yorstellnngen Xachm. ZV, u. abds. 8 U. In beiden Vorstellungen das groBa reichhaltige neue Zirkus-Sport-Programm. U. a.:.Vaiichura exotischer Dressur-Akt. 8 Franconis B u. d. übrig. 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Ron schwerem Ztsthmn befreit.— C. Frau'VI. Zafke, Berlin. Nollendorsstr. 49 1. Rheumatismus ,i::d steife Schulter geheilt.— 7. HerrZa. Chronisches Hnftgcleiitleiden wiederholt erfolgreich behandelt.— 8. Krau'S-. Ho dorff, Berlin, Colbergerslr. 28/29. Nerven»». Knochen- hautelltzülidung— bollftändig gelähiilt— geheilt.— 9. Frau Preust. Pankow, Damcrowstr. 54. Lungen- bluten in 4 Tagen voUständtg geheilt.— 19. Frau. (Sc. Herzinann, Tchonedcrg. Scurigitr. 81.<5iterilde I Distel»ach Biinddarinuperntioii geheilt.— il. verr iv. Ritter, Friedenau, Sponholzstr. 08. Von Knie- gelcnkleide» geheilt.— 12. Frau 31. Rohrmoser, Berlin, BrcZlauerstr. 1. 3l!tes fiinfzehnjährigeö Herz- leide» geheilt.— 13. Herr Nk. Rustner, Reinicken- dorf-West, Autonienstr. 8. ktreferiiereiternng geheilt.— 14. Frau H.. Hagel, Sactiscilhausen b. Oranienburq i. M. j iluterl.-Plntuiigeu nnd Siervenleideu geheilt.— 15. Frau Wlv. Fritichlcr, Berlin, Maricnburgerstr. 48. Taringeschwulst geheilt.— 16. Frau bei Herrn Iu- i speklors C. Heinrich, Per! in-Friedrichsfelde, Wigger- viehhos. Bon Geb.-Knickung geheilt.— 17. Herr Erich Boct, Berlin, Hnvelbergersir. 15, Van Nieren- und Blasrnleide», Wassersucht, aUgem. grosser Schwäche geheilt.— 18. Frau Restaur. Hering. Berlin, Scklöllhaliscr Allee 87, Van Vafedowicher Hrnätühcit geheilt.— 19. Heer A. Vrose, Bill.-Tenioelhos. Friedrich-Wilbelmstr. 14. Schioereö RtickenmarNcidei! mit Lähmung»crBeine vollständig geheilt.— 20. Frau <5. Popp, Pin.-Lichtenberg, Gärtnersk. 19. Bon chrou. Frauenleiden..Herzschwäche und Berstopsunff geheilt. — 21. Herr A. Schlabih, Berlin, Caprivistr. 24. Bon Gesichtsinpus geheilt: vorber' mit Ziadium rrsdlgloS behandelt.—.22. Herr 31. Heltjvig. Bln.-Borsigwalde, (irnflftr. 25. Bon SNagcngeschwulst. Berstopfnng und Sicrvenschwächejgeheilt.— 23. Herr Milchhändler(Schert, Berlin, Yreiseichagenerftr. SS. Vongichtlfch-rhenmättschen Eschmersen in Bein und Filtzgelenk geheilt.— 24. Hnr Gastwirt<£. Michaelis, Charlotte» bürg, EalMr. 87. Bon chronischem Lebcrlciden und Gelbsucht geheilt. — 25. Frau M. ttnorr, Bln.-Lichtenberg, S nu- wcberstr. 62. Bon Herzschwäche, Lebcransch>i>c'iiing und Magenkrebs geheilt.— LS. Sohl, Paul dc- WeidieiistellerS Herrn Wilhelm Halfnex, Bln.-Westeiid. Beamteuhaus.'Bon schwere«, Bcinleiden geliei:;. Bein sollte abgenommen werden:?49/'l'6' gfgf Briefliche Opigiitai-fliierkonnungen von uns geheilter Patienten stehen im Wartezimmer der Anstalt aui Wunsch zur Einsicht. ♦ Getrennte Behandlungseäumo für Damen und hcrren! ♦ Sprech- und Eehandlwagszeit: 0—1, 4— 7l/j.'— Sonntag und Feiertag: 9—1, Tie ärztliche Bustaltsleitung: Hcilanstaltsbcsister Professor HP. iSlsteisky approbiert tut Ausland Berlin SO.!6, Brückenstr. 10b am Rnlmliol JannotvUa-.bfticke. Die siegreiche Bereifung! „LOC" i flms 50 Mennig Z • Bei Einfelhcjug biffen mir um• ! fiufenönng des Betrages nebst: ; 10 Pfennig in Seuffcheil Brief«- Von Stettin üae-r Berlin Frankfurta. 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Ortsverwnltang Berlin. Dem Andenken unserer im Felde gefallenen nnd verstorbenen Kollegen gewidmet. Arbeitlsnx. Hugo, Maschinenbauer, geb. 16. 12. 84 In Berlin. Bartsch, Willi, Maschinist, geb. 2. 7. 92 in Pr. Börnicke. Boese, Richard, Klempner, geb. 19. 3. 89 in Berlin. Böhme, Paul, Schlosser, gib. 25. 3. 30 in Priessen. Falk, Willi, Arbeiter, geb. 14. 5. 94 in Bredow. de Fries, Ernst, Mechaniker, geb. 18. 9. 78 in Jülich. Qeckstat, Gustav, Schloffer, geb. 9. 9. 87 in Anslrebbcn. Gräfe, Franz, Schmied, geb. 28. 9. 77 in Cöthen. Heinze, Paul, Dreher, geb. 24. 1. 84 in Berlin. Hentscher, Wilhelm, Tilber-rbeiter, geb. 4. 10. 83 in Berlin. dohn, Fritz, Arbeiter. geb. 25. 7. 95 in Berlin. Kleinschmidt, Max, Arbeiter, geb. 22. 2. 92 in Berlin. Kneist, Otto, Schlosser, geb. 5. 2. 98 in Eilenberg. Matterne, Otto, Arbeiter, geb. 17. 7. 87 in BöberöhrZdors. Merker, Hugo, Silberarbeiter, geb. 9. 8. 76 in Berlin. Michel, Max, Mechaniker, geb. 27. 12. 85 in Pasewalk. Neuheisel, Emst, Klempner, geb. 23. 6. 97 in Berlin. Nitschner, Artur, Schloffer, geb. 28. 6. 90 in Niedervogelgesang. Probst, Max, Schlosser, geb. 28. 12. 94 in Neukölln. Schwebel, Paul, Former, geb. 18. 11. 82 in Lübben. Wiemer, Heinrich, Fräser, geb. 3. 1. 86 in Eberstadt. Ehre ihrem Andenkens 183/5 Die OrtSverwaltnng. veedsnä der Sattler und Portcleuiller. Ortsverwaltung Berlin. ÄlS Opfer deS Weltkrieges siel unser Mitglied, der Portcseuiller Georg Sielomelz 30 Jahre alt. Ehre seinem Andenken! 160/10 Die Ortevarwaltung. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und Kranzspenden bei der Bc- erdigung meines lieben Mannes spreche ich hiermit meinen innigsten Dank aus. lOlil Witwe Valeska Schulemann nebst Kindern. kauft Ball, Münzenhdlg'.. Berlin, Wilhelmstr. 46/47."* | ZeSlM ZMMk«« M«. Bczirksverwaltnna Grost-Berlin. Folgende Kollegen find im Felde gefallen: Isidor öapske, Müllschaffner. Johann Goerke, Rollkutscher. Hans Griel, Rollkutscher. Albert iiegert, GeschSftsdiener. Paul Kraft, Droschkenchauffeur. Gustav Kretschniann, Straficnbahner. Rudolf Kummer, GeschSftsdiener. Karl Mann, Industriearbeiter. Karl Marquardt, Industriearbeiter. Walter Müller, Industriearbeiter. Albert Sauer, Straßenbahuschaffner. Wilhelm Schneider, Lagerarbeiter. Karl Wittich, Geschäftsdieuer. Otto Ziebell, Industriearbeiter. Ehre ihrem Andenke«! 3/5 Bis Be�lslrwlsltnnK. MM der SchMer. äiüneiDetinnen M WchM»M MliflM. Filiale Berlin, SeballianltaBe 37—38. Ten» Andenken unserer auf dem Kriegsschauplat, gefallenen Kollegen! Am 8. Mai 1917 fiel der Herrenmahschneider, Kollege Gottlob Metzger geb. 6. Mai 1888. Am 9. August der Ääschezuschneider, Kollege miU Rabe geb. 31. Oktober 1886. Am 3. Juli 1917 der HerrenmaMueider, Kollege Georg Schuiwitz geb. 9. Dezember 1872. Am 14. September 1917 starb der Herrenmaßschneider, Kollege Tbomas Kocian geb. 31. September 1888. Am 15. September 1917 starb am Gehirnschlag der Herrentonlettionsschncidir, Kollege Karl Schiefelbein geb. 16. Mai 1880. Am 16. September 1917 starb am Malariafiebcr der Wäschezuschncidcr, Kollege iLriob Rudiger geb. 2. April 1896. 166/5 Bio Ortsvepwaltnng. KOnstl. Zahne mit echtem Friedenskautschuk, Goldkronen. Brucken. Plomben. Zähne ohne Platte, Zahnzieh. mit Betäubg., Umarbeitg., Kcparat. sofort. Bill. Preise, auchTeilz. ZMaxis M. Löser firunnenstraße ISS, nahe iDvalldenttr. Perebnl.zuspreeh.lO-?, Sonntl0-t2.Tel.Nd.l1S03 Deutfd/er Metallardeiter• Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, dab unser Kollege, der Gelbbrenner Gvstair Eckerl Giogaucr Str. 6 am 10. Oktober gestorben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. Oktober, nachmittag? 2 Uhr, von der Leichenhalle des Urban- Krankenhauses aus nach dem neuen Jakobi- Kirchhos in Neukölln, Hcrmanustrastc. statt._ 183/6 Den Mitgiiederki[ratet zur Nachricht, dag unser Kollege, der Schleifer Hermaim Kohl Kaulsdors am 10. Oktober gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Oktober, nachmittags 3'/< Uhr, von der Leichenhalle des Neu- köllncr GemeindesriedhoscS, Mariendorser Weg, aus statt. Ehre ihrem Andenken.' Ziege Beteiligung erwartet Die Ortsvcrwaltung. Deutscher Bauardeiter- verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Südost. Am 8. Oktober starb unser Mitglied, der Putzer Karl Ließ. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet morgen Montag, nach- mittags 3 Uhr, aus dem Emmaus-Kirchhos in der Hermannstrage statt. 147/6 Ter Borftand. Am Montag, 8. Oktober, Verstarb nach langem Leiden mein lieber Mann und guter Vater, der Putzer KaH Liess im Alter von fast 63 Jahren. Die trauernde Witwe Wtlkelnstn« Lileaa, geb. Lutze. Karl LiIchm, als Sohn, z. Z. vom Felde beurlaubt. Die Beerdigung findet am Montag, den 15. Oktober, nachmittags 3 Uhr. von der Leichenhalle des EmmauS- Kirchhofs aus statt. 142A Hiermit die traurige Nach- richt, dag meine iicbe Frau Marie Ämter verwitwete Pasch geb. Kuhn am 10. Oktober nach schweren Leiden verschieden ist. DieS zeigt ergebcnst an Albert Winter nebst Söhnen. Die Beerdigung findet am 15. Oktober, nachm. 2�/, Uhr, aus dem Friedhof i» Marzahn statt. 6815 Heues SeDcnien zum Sterbetage meines geliebten Mannes u. Vater«, des Grenadiers Otto Müller. Düster weht der Trauer- flor heut au Deinem Bilde nieder, düster ist mein ein- >am Herz, denn Du kehrst ja niemals wieder. Ruhst nun schon ein ganzes Jahr in der kalten, fremden Erde. In unserm Herzen lebst Du jort, wirst nie vergessen werden. Hab in Deine Augen ja. zun: letztenmal geblickt,— damals, als bei Deinem Abschied wir uns noch die Hand gedrückt. In trauriger Erinnerung Deine schwer geprüfte Gattin 48A kerta Müller nebst Sohn Nichard und Mutter. Berlin, Grüntaler Str. 19. Am 4. Oktober 1917 fiel mein lieber Mann und Vater seines einzigen Sohnes, der Landsturmmann fl46 Stanislaus Eis. Um stilles Beileid bittet Valeria bis geb. Stoinsha nebst Angehörigen, Boxhagencr Str. 24 o. Spezialarzt Br. med. Colomann f.Geschlechtskrenkh., Haut-, Harn-, Frauenleiden, nervös Schwäche, Beinkranke.* Khrllch. Hata- Kuren (Dauer 12Tage). Behandl. schnell, sicher u.schmerz- los ohne Berulsstömng in Dr. Momeyer dfc Co. konz.Labor. l.Blutunters., Fäden im Harn usw. Frieilrielistr.öl�Ä KöDigstr.5ß5lgÄ'er Spr.lO-l u. 5-8, Sonnt. 10-1. Honorar mäBig, a. Teilzahl. Separates Damenzimmer. Spezialarzt Br. med. Liaaba beh. schnell, grllndl.. mögl. schmerzlos u. ohne Berus» stör. Geschlechtskrankheit, geheime Haut-, Hern-, Frauenleiden, Schwäche. Erprobteste Methoden Ehrlich-Hata-Kuren. Harn- u. Blutuntersuchung.* KöDigstr. Uli ää. Spr. 10—1 u. 5—8. Sonnt. 10—1 Spezial-Arzt Br. med. Hasche, Frieilrichstr.90®tb!Ä. Behandl. von Syphilis. Haut-, Harn-. Frauenleiden, spez. chrott. Fälle. Ehrlich-Hata-Ku- ren, schmerzlo'e, lärzesle Be- bandlung ohne Berufsftörnng. Blutunterjuchung. Mag. Preise. Tellzahlung. Sprechstunde» 10 bis 1 und 5—8, Sonnt. 11—1. Skkanutmtlchitiig. Wichtige Slenderunge« im Schnell- nnd Eilzugderkehr. Vom 18. Oktober 1917 an wird aus den Strecken der deutschen Eisenbahnen bis auf weiteres bei Benutzung von Schnellzügen zu dem ta'.ii- mäßigen Schnellzugsahrpreise ewe ErgänzmigSgebühr erhoben. Sie beträgt bei einem Fahr- preis über bis M. 3 8 13 20 30 40 50 60 -70 SO 90 100 110 120 10 M. 5 5. 10 10. 15„ 15, 25„ 25. 35, 35. 45, 45, 55„ „ 55, 65, 65>-"05"-, „ 75 p 85„ 85. 95. 95. 105„ . 105. 115. , 115. 125. und so weiter um je 10 M. steigend. Die Ergänzungsgebühr wird durch Ausgabe von besonderen Ergänzungskorten erhoben. Die in den Allgemeinen Au?- sührungsbestimmungen 0 1 V, V und VI zu§ 12 E.B.O. im Deutschen Eisenbahn-, Personcn- und Gcpäcktarif Teil I für e.) Fahrten zu wissenschaslliche» und belehrenden Zwecken, sür Schulfahrten und sür Fahrten nach und von Ferienkolonien, h) �tivcndiaten des Deutschen MuieumS von Meister- werken der Raturwissen- schaff und Technik in München, o) Fahrten im Interesse der Jugendpflege vorgesehene FahrvreiSermäfii- gung wird vom 18. Oktober d. I. an sür Schnellzüge nicht mehr gewährt. Die für den Monat Oktober 1917 auSgesertigten MonatS- und MonalSnebenkarten sind von der ErgänzungSgebühr be- freit. Vom 1. November 1917 werden auf den prengisch-hessi- scheu StaatSbahnen 2 Arten von Monatskarten ausgegeben, solche sür Personenzüge zum bisherigen Preise und solche gültig auch sür Schnellzüge unter Zuschlag von 100 v.£>. des bisherigen Preises. Die nur für Personenzüge auSge- stellten Monatskarten dürfen in Schnellzügen nur benutzt wer- den gegen Lösung einer Er- gönzunaskarte sür die betreffende Fahrt. Die Bestimmungen über die Ausgabe von Schnellzug- zuschiagSkartcn bleiben mibe- rührt. Pom 18. Oktober 1917 an gelten alle Eilzüge als zu- ichlagpjlichkige Schnellzüge. Nähere Auskunft erteilen die Fahrkartenausgaben und Aus- kunftsstellen. 264/2 Berlin, den 14. Oktober 1917. Königliche Efienbahndirektwn. Heil- Magnetiseur Martin Schals, Kaiseretr. 36. neue, prima, heim Kürschner- meifter Fischer. PallaSstr. 6 I. Rudolf ScBtu-5 Beschäftigte noch einmal mebrere Stunden hindurch die 1. Slraftammer des Landgerichts I. Es handelt sich Bekannllich uni iehi kräftige Ausdrücke, die der Angeklagte LeBius gegen den Justizrat«tolle in vier Artikeln der.Staatsbürger- Zeitung"' geBrmicbr hat. LeBius ist in erster Instanz zu 200 Vi. Geldstrafe verurteilt worden und hat dagegen Berufung eingelegt. Dasselbe hat der Privaikläger getan. Der Angeklagte erklärte sich jetzt unter Umständen bereit, eine genau zit formulierende Erklärung abzugeben im Interesse des Burgsriedens, obgleich er sehr angegriffen und beleidigt worden sei. Justizrat S t o I t e hielt aber einen Vergleich mit diesem Gegner sür ganz uitinöglich, er würde sich auch nur vergleichen können, wenn dem Angeklagten eine Busie von mindestens 1000 Mar! auferlegt würde. Lebius sei infolge der vier Artikel aus dem Alldeutschen Verbände ausgeschlossen worden, auch die deutschvölkücke Partei habe ihn ausgeschlossen und es würde ein eigentümliches Licht auf ihn. dem Kläger, werfen, wenn er nach den vorgekoinmenen groben Beleidigungen mit dem Angeklagien einen Vergleich schliefen wollte. Der Angeklagte warf ihm u. a. Willkürherrschast und Tyrannei vor, weil er in einer Versammlung die Interessen der Ortsgruppe dadurch wahrgenommen habe, dah, als Graf Hoensbroech am Geburtstags des Reichskanzlers v Beihmann H o l l w e g den Antrag stellte, diesen in einem Telegramm zur Abdankung aufzufordern, weil seine Unfähigkeit doch klar sei, er dafür gesorgt habe, dafj in der Ortsgruppe Berlin nicht eine Torheit passiert«.— Der Angeklagte Lebius behauptet«, daß sein Ausschluß aus dem Alldeutschen VerBande wegen seiner national- demokratischen Gesinnung erfolgt sei. Im übrigen widersprach er in vieltn Punkten den Darstellungen des Klägers über Vorkommnisse innerhalb der Berliner Ortsgruppe deS- Alldeutschen Verbandes und über persönliche Angelegenheilen des Klägers. Es kam darüber zu lebhaften Wortgefechten, in welchen die verschiedensten Anträge auf Vernehmung von Zeugen gestellt wurden. Der Gerichtshof beschloß, über einzelne in den Artikeln behauptete Borgänge den Generalsekretär K ü n z e l, Herrn Dr. Hesse, Herrn Direktor K o r e y. Herrn Geh. Obcrregierungs- rat Bredow. Prof. I a e n s ch, Geh. Rat a.D. v, s r r a n tz, Major May u. a. als Zeugen zu laden. Bon einer Ladung des gleichfalls als Zeuge vorgeschlagenen Generals v. Liebe rt wurde Abstand genommen. Für die nächste Verhandlung, die nickt vor Ende November stattfinden kann, soll ein ganzer Tag frei bleiben. Kreireligtole wcuieiude. Heute Sonntag, den 14. Oktober, vor- mittags 9 Ubr, Pavpelallee 15/17;' Reukölln, Jcealtasino, Weichselstr. 8; Oöcricköncweide, Vithelminenhofiw. 13, bei Otto Pom?: Freireligiöse Vor- lesung.— Vormittag 10'/. Uhr, Kleine Frankfurter Straste K. Vortrag von Frau Marie Kriesche c Die Selbständigkeit der Jugend,— Gäste willkommen.________ rvetterauSftchten«ür das mittlere Rorddeuttchland bis Montag mittag. Zestweise heiter, jedoch noch kühl und vorwiegend' trübe, mit weiteren Regcnjällen. Srieftasten öer Reöaktion. F. I. Cöpenick. Habe» kriegsgetrantc Ehefrauen Anspruch auf Kriegsunterftiihuug? Diese Frage ist schon so oft bcontworlet worden. Wir wiederholen: Kriegsgetraut« Ehefrau?» Havert nur dann An- spruch aus Kriegsirnterstützurig, wenn durch die BerKciraturrg wesentliche Veränderungen in den Verhältnissen der Frau erntreten. Bleibt die junge Frau z. B. bei den Ellcrn rvobnen, gründet als» keinen eigenen Harisslaüd, so berleht ein Anspruch aus Untersmhrmg nicht. Ob die Kriegsgctraule keinen oder wenig Erwerb hat. ili ebne Einflug. Grundsatz des Anspruchs iit immer die HilsSbedäriligkeit, hcrvorzerujen durch die Einberufung des Ehemannes zum Heeresdienst. Tritt später eine Veränderung in den Ver- hälinissen ein, wie eigener Hausstand, durch Schwangerschaft hervor� gerufene Arbeitsrursähigkeit usw., so ist die Frage aus Antrag neu zu prüfen. Alsdann liegt Hilssbedürsiigkeit im Sinne des Gesetzes vor. — M. P. 377. Wahrscheinlich werden sie Urlaub bekommen, wenn der Dienst es irgend zuläßt. Wenn nicht, müssen Sie Vertagung des Termins beantragen, event. nachher noch.— R. R. ÄÄ. Klage aus Unterhalt gegen den Voter. Kleidung gehört zum Unterhalt.— B. P. 2, Kommen Sie zur Sprechstunde zwecks Rücksprache.— A. S. 8S. Zur Klarstellung des Sachverbalts müßten Sir bezw. Ihr Vater zur Sprechstunde lommen— ®. G. 153. Vcrpstichtet nur je einen. In Groß-Berlin ist es jedoch üblich zwei.— F. K. 3. Es zählt nur die aliive Dienstzeit vor und während deS Kriege», Solche Heerespstichiige, welche bereit» zum Landsturm ausgemustert waren, zählen nicht hierzu— M. S. 37. Wenden Sic sich mit aussührlichcr Begründung an den Kohlenverband Kroß-Bcrlin, W. Ö, Linkstratze. SGZiaiioM'scIier Mn II lo Beistags- !is Hiedertarnim. Heute Sonntag, den 14. Oktober» nachm. S Uhr: Frauenkonferenz im Saal 3 des Gewerkschaftshauses. Tagesordnung: 1. Die Frau als Staatsbürgerin»ud die Sozial- demokratie. 2. Kuust und Lektüre im Hause. Nach jedem der beiden Punkte stndet Aussprache statt. SOT' Die Konferenz ist mit einer Ausstellung von Partei- und Jugendliteratur sowie künstlerische« Wand- schmuck verbunden. Zutritt hat jede im Sozialdemokratischen Verein sür Ricderbarnim organisierte Genosfiu. Das Mitglieds- buch legitimiert. 246/16' vei- Voi-stand. MflflltflMeitet'Settiflnji. Verwaltungsstelle Berlin.\ 54, Lintenstratz« 83—85. Geschästszeit von 9—1 Uhr und von 4—7 Uhr. Telephon: Amt Norden 185, 128«, 1987, 9714. Montag, den 15. Oktober 1917, abends 8 Uhr: WaMislumilW für»le SMezltle im GewertschaftShauS, Engeluscr 15, Saal 4. Tagesordnung: Fortsetzung der Tagesordnung vom Ottober. SV* Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt!"WM Zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. 183/7_______ Die vrtsverwaltung. MM ttr»er«.HllMlel. Oktsverulaftvllg sisklin Achtung! Achtung l Portefeuilles- und Tasdien-Branclie! Montag, de» 15. Oktober 1917» abends pünktlich 8 Uhr, im Gewerktchaftshous, Engelufer 15: Verfamlulung llön la ö« SelmivdMie beslgMSgkev MM m MMinm. Tagesordnung: 1, Besondere Heimarbcstet fragen:») Die Regelung der Zu- taten in einzelnen Betrieben, d) Die neueste Bekanntmachung de» Bundesrats bezüglich der Lohnbücher für Heimarbeiter. c) Die Gewerbesteuer und die Heimarbeiter. 2. VerbandSanaeiegenheiten. In Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung erwartet zahlreiches und pünktliches Erscheinen 160/11 DieBrsnehenleltiing. I. A: Paul Hauptmann. SeWel LWM'SerM. Zsilltielle sierlin. Mittwoch, den 17. Oktober 1917, abcndS 8 Uhr. im»Tcnlschen Hof«, Luckaucr Straffe(Musen-Saal): VMM-SeleilttlN'SlllllWlM Tagesordnung: 31/4 1. Bericht über die Beschlüsse der Gauleiter- und Tarij« konic: enz betr. Teuerungszulage». 2. Die Erhöhung der Beiirags- und Unterstützungssätze. 3. BerbandSangelegenbeiten. Zu dieser Versammlung sind auch die Mitglieder der Arbeiterousschnfie der Betriebe geladen t Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Jeder Betrieb mutz vertreten sein. vi« Charlottenburg. Beratungsstelle für Geschlechtskranke. Die Sprechstunden der stäbtischen Beratungsstelle sür Ge> Ichlechtstrankc im Eharlottenburger Krankeuhaufe, Kirch- stratz» 19/20, finden von jetzt ab sowohl sür Männer wie sür ktzrauen, nach Geschlechtern getrennt, viermal ivöchenllich, und zwar Montags und Donnerstags von 8—9 Uhr abends und Mitwochs und Sonnabends von 12—1 Uhr mittags statt. Be- ratungsbedürstige werden hier unentgeltlich untersucht und de- raken: eine Behandlung findet nicht statt. 603S. Zähne Revaraturen sofort. ä5»h mit u. ohne Platte, mit eehlem FriedenskautscHuk. Goldkronen, Brücken. Plomben. Umarbeitung schleehtsiUender Gebisse.'4M ahnsielien in örtlicher Betäubung Reparaturen sofort.«.ininaieMcn in sruiunor oeiaununu Billige Preise, auch Teilzahlung. Teleph. Amt Nord. 10438 Zahn-fraxis 9. jLfiöserew: BisenMerslr. ff nahe Platz. Psrsänlieb zu sprechen von 9—7. Sonntags 10—12. Forderungen •n bösw. Schuld des In- u Ansl. kaufe u. übern, z.kostenfreien energ- Beitreibe. Oi,Giotlie,ÄÄ.,'- Kranzspenden iomie sämtliche Blumenarrangements liefert schnell und billig Paa) Oroae, Llndenttr. N, iti Mpl. 7303. WW'SMWssl Berlin ai Mittwoch, de» 31. Oktober, abends 8 Uhr,'im Lehrer-Vcreinshaus, Alexanderftratze 41: General-Bersammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht:») des Vorstandes, b) des Aussichtsrais. 2. Bericht über die durch den Derbsndsremsor vorgenommene Revision. 3. Entlastung des Vorstandes. 4. Genehmigung öer Bilanz. 5. Verteilung des Reingewinns. 6. a) Wahl von sechs AussichtsratSmilgliedern, d) Wahl von Asatzpersonen. 7. Anträge. 106/14 Konsttm-Genolfeuschofi Kerlm und Umgegend eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. veA> Aafefchtsrat. S 3t.; F. Güttier. Der Torstand. R Junger. 0 Schultze. W, Lamm. A. Miru*. P. Müller. WM- Der Eintritt kann nur de» eingetragene« Mitgliedern gegen Borzeignug der braune« Legitimationskarte gestattet werden.-WW Dr. med. ABmanns Kieosan Best. Milchz. 90,0. Anisöl 1,0 h. verd. Nieswurz tinkt. 2,0. Fench. 1,0. Sonnen tauextr. 2,0. Alkohol 4.0. U iffnlnogon Hosten, Katarrhe der Atmungsorgane, Asthma"1 HlvljCJCH In Berlin votuSbig: Radlauors K reiten- Apothake, Berlin W, Friedrichstr. 160; FUrat- Biimarek-Apolheke. Berlin SO. Wrangelstr. 47, Ecke Oppelner Straße; StrauB- Apotheke, Stralauer Str. 47; Friedrich Wilhelmstadt. Apotheke, Lnisenstraß» 19; Apotheke zum ge- krSnten Adler, AuguststraGe 60; Greiftsalder Apotheke, Oreifswalder Str 47. Mariannen- Apotheke, MBriannenplfttz 6; Fried rieh- Wilhelm- Apetheke. Charlottenburg, Leibimstr. 106. üm�iliiirniiimnmHnBaaiiiiwiiiniiimiirimiiiiiniiiiiiiininiiiiiiiiiiiimimwiniiiiieiiiiiiiiiiiiiiiig Pelze Silber-Luchse Blau-Füchse Kreuz-Füchse Alaska-Füchse Kragen Muffen R. M. Maaßen Oranienstr. 165 Q. m. b. H. 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Das Buch enthält Ueberfetzungen von Briefen russischer KriegSgesangener, welche diese der Schriftleitung des.Russiichen Boten- mit der ausdrücklichen Bitte um Verössetillichung über- fand: haben. 6312 In ihnen schildern die KiiegSgesaiigenen ihre Eindrücke, die sie von Deutschland, von seiner Landwirtschaft und von den deutschen Bauern gewonnen haben, da» Leben in den Gefangenen- lagern und aus Arbeitskominandos usw. Der Reiniiderschitß ist für dir BalkSspeude für deutsche Kriegsgefongeiic bestimmt Au haben in jeder Bnchhandittust sowie direkt vomBcrlaq. VerlevI«» 8le mmü ufid portofreif unten neue rtlchhtltii« Preisliste Aber BimdUariiiDnikB. Zliälumiooilas. BBcktr. ScsimiüS- uuIir.FsIM irfiUl vom Vertandhtus "Walter Schmidt& CöT 30/ lenii Stief. Klob. J. KI. M. 44.00p. Rmir. Klef. Rollen, von 7-14 cm stark. 40.00.. Klef. 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Xaeff einer im„Rcichsanzcigcr" erfolgten Beröffentlichung treten auf Grund kalferlichcr Verordnung nach erfolgter Zustimmung durch den Bundesrat am t. Januar INls die beiden wichtigsten Paragravstcn des feit dem t. April 19IZ gültigen Haus- arbeit'sgcseHes, die KK 3 und 4 in Kraft. Sie lauten: § 3. In denjenigen Räumen, in welchen Arbeit für Haus- arbeitcr ausgegeben oder Arbeit solcher Versonen abgegeben wird. mutz, soweit es sich nicht um Werkstätten der int§ 1 Abs. 1 Satz 2 bezeichneten Art bandelt, den Hausarbcitcrn durch offen? Auslage non Lobnvcrzeichn'sten oder Ausbänpcn von Lohntafeln die Möglich-! keit- gegeben fein, sich über die für die einzelnen in diesen Räumen zur Ausgabe gelangenden Arbeiten jeweilig gezahlten Löhne zu unterrichten. Für dos Ausarbeiten neuer Muster gilt diese Be- ftimmung nicht. Der Bundesrat kann zur Ausfübning dieser Bestimmung nähere Anordnungen erlassen, gegebenenfalls für einzelne Bezirke. Gr kann für bestimmte Gcwerbezweigc oder Betriebsarten auf Antrag Beteiligter Ausnahmen gewähren. Ter Bundesrat kann vorschreiben, daß, soweit das Arbeits- entgalt in Preisen zum Ausdruck kommt, die Preise gcmätz Abf. 1, 2 bekanntgegeben werden. Tie Bestimmungen des Dundesrais werden durch das Reichs- geietzblalt veröffentlicht und dem Reichstag zur Kenntnisnahme vorgelegt. § 4. Wer Arbeit für.Hausarbeiter ausgibt, ist. soweit nicht die Ausgabe in Werkstätien der im K l Abs. 1 Satz 2 bezeichneten Art stattfindet, verpflichtet, hierbei denjenigen, welche die Arbeit cnt- yegcnirchmen, auf feine Kosten Lohnbücher oder Arbcitszettcl auszuhändigen, welche Art und Umfang der Arbeit sowie die dafür feitgesepten Löhne oder Preise entbaltcn. Für dos Ausarbeiten neuer Muster gilt diese Bestimmung nicht. Für einzelne Gewerbezweige. Betriebsarten oder besondere Gruppen von Betrieben oder Hausarbeilern kann der Bundesrat auf Antrag 2K.teiligter Ausnahmen gewäbren. Soweit dei �Bundesrat auf Grund von§ 114-� der Gewerbeordnung Lohnbücher oder Arbeitszcttel vorgeschrieben hat, gelten die Vorschriften der Abs. 1, 2 nicht. Tieie Mitteilung wird alle mit den Verhältnissen in der Heim- arbeit vertrauten Personen mit Freude erfüllen. Ist doch der Ruf nach Inkrafttreten dieser Bestimmungen nie verstummt. Er wurde überall erhoben, wo die Loge der Heimarbeiter und Heimarbeite- rinnen von sachverständigen Leuten besprochen wurde. Als da? HausarbeitSgcietz nach jahrelangen Reichsiagsvcr- Handlungen endlich am 20. Tezemder 1911 zur Annahme gelangt war. war man sich darüber einig, datz nennenswerte Vorteile für die in der Heimarbeit tätigen Personen nickt berausspringen. Ter .Referent aus dem Deutschen Heimarbeitcrtag am 12. Januar 1911, Prof. Tr. Wilbrandt-Tübingcn. hatte den Entwurf des Gesetzes, dessen zweite Lesung damals bevorstand, folgendermatzcn ckarattcri siert:.. ein formell ganz geschicktes, aber materiell erst nock zu machendes, an wirklicher Hilfe arme? Werk. Eine neue Heim- arbeitauSilellung. etwa in 10 Jahren, so hat Gertrud Dnbrensurth diese? Gesetz treffend choroktcrisiert, würde zwar Marzipanschwein- ckcn au? Scklafräumen und ähnliche Appeiitlichkciten nicht mehr aufzuweisen haben, im übrigen aber dasselbe Bild wiederholen. Es war« alles wie bisher, lind um einen Tvpus, um den„vor-' bestraften" Heimarbeiter, würde die Ausstellung bereichert sein." Tie zweite und dritte Lesung habe» keine Aenderungcn her- beigesührt, die diese Kennzeichnung als unrichtig oder verfrüht er» scheinen lassen könnten. Sogar der..vorbestrafte" Heimarveikcr ist da. Die Berichte der Gewerveaussichtsbeamten über das Jahr 1913 weisen nach, datz eine Heimarbeiterin zu 8 Mk. Geldstrafe verurteilt worden ist, weil sie der auf Grund der Bestimmungen des HauS- orbeitsgesetzes kontrollierenden Beamtin die Auskunft verweigert bafte. Weitere Berichte sind nicht erschienen. Vielleicht würden sie weitere Verurteilungen nachweisen können. Und so konnte deshalb die Leiterin der AuskunftSstclle ftir Heimarbeitrcform des Bureaus für Sozialpolitik, Frl. Dr. Käthe Gacbel, in dem von ihr und MagistrotSrat von Schulz in diesem Jabre herausgegebenen Buch„Tie Heimarbeit im Kriege" ihr Urteil über die Wirksamkeit des Gesetzes nach fünfjährigem Bestehen in folgende Worte zusammensaffen:„Bei nüchterner Prüfung dessen, was das HauSarbcitSgeseb als wirklich greifbares, praktisches Ergebnis dem Heimarbeiter gebracht bat. bleibt so gut wie nichts übrig. In einigen Betrieben ist die Zeitversäumnis beim Liefern und Ab- holen der Arbeit verringert. In einigen Hansarbeitsbctrieben sind hygienische Mängel abgestellt. Das ist alles! Tas ist der bisherige Eriolg eines Gesetzes, das nach langjährigen Vorarbeiten sozial- politischer Kreise, nach vierjährige» Reichstagsvcrhandlungen ge- schaffen wurde zur Abstellung von Notständen, die so schreiend waren, datz sie im Jahre 1906 sanlätzlich der Deutschen Heimarbcit- AuSstellnng in Berlin) den Kaiser zu einem für sozialpolitische Fragen ungewöhnlichen Vorgehen, der Einbernfting de? KronratS, veranlatzt hatten. Tiefe ticfbedauerliche Taftache ist nicht allein durch die Mängel des Gesetzes bedingt, sondern auch durch das völlige Versagen der ausführenden Instanzen. Heute, fünf Jabre nach Erlatz des Gesetzes, ist noch so gut wie nichts geschehen, um seine wichtigsten Bestimmungen in Kraft zu setzen." Das ist nunmehr durch kaiserliche Verordnung herbeigeführt. Viel ist allerdings für die Lohnsrage der Heimarbeiter damit noch nicht getan. Aber der Weg ist doch geebnet, um in der Heimarbeit gewissermaßen zu einer Art Mindeftentlahnung zu kommen. Ta- mit wäre wenigstens ein Schritt nach vorwärts getan. Nirgends herrscht bekanntlich in der Entlohnung ein so grotzcs Durchein- ander wie in der Heimarbeit. In Betrieben können sich die arbeitenden Personen über die Preise, die gezahlt werden, leicht verständigen. Ta ist es nicht möglich, datz die Bezahlung ver- schieden hock ist. In der Heimindustrie, wo die Zlrbcitcndcn recht häufig einander nicht kennen und keinerlei Verbindungen mitcin- ander haben, lätzt sich unterschiedliche Bezahlung leicht durchsetzen. Umfragen haben denn auch ergeben, datz an einem Ort Unter- schiede in der Bezahlung um das Zehnfache vorhanden waren. Wissen die arbeitenden Personen, was sie zu beanspruchen haben, können Prcisdrückungcn auf Grund von Unterbictungcn nickt mehr so leicht vorkommen. Aus den offen ausliegcnden Lobnvcrzeich- nissen. aushängenden Lohntaseln oder auS den Lohnbüchern könnten sich die Arbeit nehmenden Personen jederzeit leicht über die Lohnhöhe informieren. Freilich ist damit noch lange kein Einslntz auf die Lohnhöhe ausgeübt. Es ist eben nur der Minderentlohnnng resp. der ver- schiedenariigen Bezahlung der einzelnen Arbeitskräfte, die sehr leicht zum. Lohndruck ausgenutzt werden kann, ein Riegel borge- schoben. Tas ist immerhin etwas, wenn auch nicht viel, zumal die Bestimmung für das Ausarbeiten neuer Muster nicht gilt. Auch kann der Bundesrat für bestimmte Gewerbezweige oder Betriebs- arten aus Antrag Beteiligter Ausnahmen gewähren, Heimarbeit ist nun in der Hauptsache in Berufen anzutrcsscn. in der die Muster schnell wechseln Es ist deshalb damit zu rechnen, datz die erwähnte Bestimmung dazu benutzt wird, um für eine ganze Anzahl von Arbeitsleistungen von der Verpflichtung, Lohnvcrzcichnissc, Lobnliften oder Lohnbücher zu führen, befreit zu sein. Darum ist es wichtig für die in der Heimarbeit tätigen Männer und Frauen, datz sie Einslutz ausüben können aus die Feststellung, was als „neues Muster" gilt und datz auch sie als„Beteiligte" bei An- trägen auf Ausnahmen ihr Urteil abgeben dürfen. Ebenso wichtig ist selbstverständlich auch ihr Einslutz aus die Festsetzung der Preise. Wie die Tinge jetzt liegen, wird in einer ganzen Reibe von Bc- trieben diese Funktion ganz allein Sache der betreffenden Unter- nehmer sein. Welcher Vorteil aber für die arbeitenden Personen hcraussprinyt, wenn sie den Lohn mitbestimmen können, hat sich den Heimarbeitern und Heimarbeiterinnen während des Krieges ans dem Gebiete der Hccrcsnähorbciten gezeigt. Tort sind die Preise nnicr Mitwirkung von Vertretern der Arbeitnehmer fest- gesetzt worden, die auch für die Jnnebaltung der getroffenen Ab- machungcn Sorge tragen. An den in der Heimarbeit beschäftigten .Personen, deren Mehrzahl Frauen bilden, liegt eS, sich diesen Einslntz zu Verschaisen. Zu erlangen ist er durch Beitritt zu den be- stehenden Berussver bänden. Bleiben die zahlreichen Heimarbeite- rinnen unorganisiert, dann wird die Verordnung aus Jnkrasttreien der 3 und 4 des HausarbcitSgesctzeS ein Stück Papier ohne praktische Wirkung bleiben. Znöustrie unö yanöel. Reue große Ausdehnung des Pctschek-KonzernS. Ter böhmische Braunkohlenindnstrielle Jgnaz Pelschek bat seinen Besitz an Braunkohlenfeldern in der letzten Zeil wesentlich ver- größer!. So haben z. S. die von Petschek behcnichle Eintracht, Braunlohlcnwerke und Btikettfabriken in Neu-Welzow, die Gräslich Oppersdoriichen Felder bei Praschma» erworben. Die Nieder- lausttzer Brannkoblenwcrle haben die Felder Fischer- Drochow gekauft, die mit der Grube Viktoria III markscheidcn. Das Ankaufs» objekt beträgt über 19 Millionen Mark. Ferner Hai der Petschek- Konzern die Grube Erla und Brikettsabrik, die letzte Aiißenieitenn im niederlousitzer Braunkoblenbezirk erworben. Schließlich steht der Petschek-Konzern auch noch in Unlerhandlnng wegen Uebernahme bedeutender Braunkohlengruben im ostdeutschen Braunkohleurcvier. Nalürtich verlangen die deutschen Brounkoblenindustriellen. die Regierung möge das..Monopol" des lästigen Ausländers verbieten, ob- wohl sonst Monopole nicht so verdammt werden. Wir Sozialdemokraten fordern, daß die Regierung jedem kapitalistischen Mißbrauch steuert. AuS dem Berliner Wirtschaftsleben. Die Verwaltung der Ern'i Engelhard l- Brauerei teilt mit, daß der Gencralveriaminlnug für das Ende September ab- gelaufene Geschäftsjahr 1916/17 etnc Dividende von 15 Proz, wie tut Vorjahre vorge>chlagcn werden wird. Leidliche amerikanische Ernte. Das Ergebnis von Frühjahr? Weizen wird auf 242 Millionen BushelS gegen ein endgültiges oinilichcs Ergebnis von 158 Millionen Bushels im Vorjahr geschätzt, von 21k a i S auf 3211 Millionen Bushels(2583 Millionen BushelS), von Haser auf 1581 Millionen Bitjhels(1252 Millionen Bushels), von Gerste auf 202 Millionen Bushels<181 Millionen BushelS) unö von Lein- saat auf 11 Millionen BuihelS(15 Millionen Bushels), ES wird abzuwarten sein, ob diese Schätzungen— amerikanische Erntcschätznngen dienten sogar schon spekulativen Böricnjchätzungen — durch die Erfahrung bestätigt werden oder ob sie lediglich die Mittelmächte über die tatjächhche LeistmigSjähigkett der amerikanischen Secker bluffen sollen. Tic deutschen Eisrnbahn.cn im Krieg. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet:„Ter Personenverkehr der deutschen Staatsbahncn baltc in den letzten, 12 Friedensmonaken(August 1913 bis Juli 1914) die höchsten bis dahin_ erzielten Einnahmen gevrackt. Im ersten Kriegsjahre (August 1914 bis Juli 19l5> blieb demgegenüber die Einnahme um 32,1 Proz., im zweiten Kncgsjahr um 21 Proz. zurück; dagegen bat sie in dem jetzt abgelaufenen dritten KricgSjabre jenes Hobe Friedensergebnis nicht nur wieder erreicht, sondern noch um 5,3 Proz, überschritten und einen Betrag von 1061 Millionen Mark erbracht. Der Güterverkehr, der im ersten KriegSjahr gegen das auch hier einen Höchststand zeigende letzte Friedensjahr um 16,3 Proz. zurückgeblieben war, holte da? Fricdensergebnis bereits im zweiten Kriegsjahr wieder ein, um e§ im dritten Krieg-.-jahr mit 2404 Millionen Marl um 8 Proz. zu überschreiten. In diesen Zahlen sind die Einnahmen aus dem Militärverkehr mit enthalten; sie betragen aber im Durchschnitt der drei Kriegsjahre nur ein flcktcl der Gesamteinnahmen. Welche Bedeutung der fortschrei- tendcn Entwicklung des Eisenbahnverkehrs in diesem Kriege bei- zulegen ist, zeigen besonders auch die Einnahmen des August 1917. In diesem Monat hat der Personenverkehr gegenüber August 1916 um 30,6 Proz., gegenüber August 1913— dem letzten zum Vergleiche heranzuziehenden Friedcnsmonatc— um 14,1 Proz., der Güterverkehr gegenüber 1916 um 11,6 Proz., gegenüber 1913 um 19,1 Proz. zugenommen. Das sind gewaltige Zahlen, die für die ungeschwächte Kraft unseres wirtschaftlichen Lebens efn vollgültiges Zeugnis ablegen."___ Tic österreichische« Kriegsschulden. Nach dem jetzt dem österreichischen Abgeordnetenhaus vorgelcg- tens StaatShausbalt für 19l7/l8 betragen die gesamten Staatsausgabcn 22,2 Milliarden Kronen, wovon 16,8 Mit- ltardcn auf vorübergehende Ausgaben entfallen. Tic Zinsen der Kriegsschuld betragen bereits 1,7 Milliarden. Für Kriegsbeschädigte und Kriegsflüchtltng« werden 338 Millionen Kronen verlangt. Tie Staatseinnahmen werden ans 4,2 Mil- liarden veranschlag!, wovon 3,9 Milliarden dauernde Einnahmen und 300 Millionen das Ergebnis der Kriegsstcuer darstellen, Unter den dauernden Einnahmen erscheinen 677 Millionen aus direkten Steuern, 102 Millionen aus Zöllen, 353 Millionen ans Verzchrungsstcucrn, 456 Millionen aus Gebühren, 649 Mil- lioncn aus Monopolen, 1560 Millionen ans Staatsbetrieben. Tie aus Oesterreich entsallenden reinen Kriegsausgaben haben betragen in den ersten drei Kriegsjahren zusammen 27 293 Millionen Kronen, für dao lausende vierte Jahr werden 12 0O0 Millionen angesprochen Am 30. Juni 1917 betrug die aus allen Kriegskrcditmatznahmen cnistc.ndcne Schuldsumme 41 257 Mil- lionen, dabou wurden 23 229 Millionen durch Kriegsanleihen, 18 028 Millionen durch andere Llnleihematzregeln, und zwar 86S0 Millionen durch Darlehen von der Notenbank, 6943 Millionen durch Tarlehen von österreichischen Banken und Sparkassen und 2405 Millionen durch AüslandSdarlähen ausgebracht. Schärfcrc Kontrolle des Zahlungsverkehrs mit Oesterreich- Ungarn. � Die ReichSbavk hat im Deviseninietefse eine strengere Richtschnur ausgestellt, in der diejenigen Gcpflogenheiteit einen sormulietten Ausdruck finden, die seitens unserer österreichisch-ungarischen Freunde seit langem im Verkehr mit uns praktisch angewendet werden. Vor- behaltlich der Prüfting des Einzelfalles gelten künftig zwei Grund- sätze: erstens Deutsche Effektenankäufe in Oestctreich-llngarn sind nur auf Grund vorhandener Kroncngutbaben auszuführen; zweitens der Verkauf von Wertpapieren für österreichisch-ttngarische Auftraggeber soll vorwiegend nur zur Bezahlung von Waren- oder Effekten- schulden an Deutschland etiolgen und darüber hinaus nur dann. wenn der Gegenwert in Mark bis 12 Jahre nach Friedensschluß bei einem deutschen Bankinstitut, unzugänglich für Käufer und Verkäufer angelegt wird. Bisher: wenn er der Berliner Devisen- Zentrale nur zur Verfügung gestellt wird. Eingegangene Druckschristen. 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In argenlinisiden Häfen sind jetzt vier Schiffe der Hamburg« Amerika-Linie in Gefahr, bei etwaigem Abbruch der diplomatischen Beziehungen in Ententedienste treten zu muffen. ES find das die Dampfer Granada<5144 Tonnen) in Buenos AireS, Patagonia i3016 Tonnen) und Sevilla<5156 Tonnen) in Bahia Bianca, und ?ceuplia<3g66 Tonnen) in Port Madrhn. Außerdem sind wertvolle Schiffe des Norddeutschen Lloyd!, der Hamburg-Südamerikanischen TampfschiffahrtSgesellschaft und einiger Heiner Linien bedroht. Die verhinüerte internationale Studien- tonferenz. Bern, 13. Oktober.(Meldung der Schweizerischen Depeschen- azcntur.) Die Internationale Studienkon ferenz, die vom 25. Oktober an in Bern stattfinden sollte, wurde wegen Paß- und Durchreise- sckwierigkeiten bis zum 12. November verschoben, vorausgesetzt, daß bis dahin die Schwierigkeiten behoben sein werden. Unter flm- ständen soll die Berufung von Persönlichkeiten nur ans neutralen Staaten erwogen werden. ES handelt sich um ein von Pazifisten ausgehendes Unternehmen. Die Schlacht in Zlanöern. Berlin, 13. Oktober.(Nichtamtlich.) Die nutzlose Mossenovferung englischen BluteS an der Flanvernfront hält an. Der f o r t g e- ietzte Ziegen der letzten Tage hat da? flandrische Kampfgelände völlig in eine« sumpfartigrn See verwandelt. Trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, die sich hieraus für die Angreifer ergeben, haben die Engländer ihre verzweifelten Anstrengungen fort- gesetzt, in Flandern an irgendeiner Stelle der Kampffront einen ent- icheidenden Erfolg zu erzielen. Durch Verringerung der Breite ihrer AngriffSfront auf 10 Kilometer versuchten sie durch massierten Einsatz ihrer artilleristischen und infanteristischen Kräfte zwiichen den Straßen Laiigemarck-Houthoulst und Zonnebekc-MorS- lede einen Entfcheidungsstotz zu führen, der jedoch auch diesmal an dem heldenhaften Widerstand der deutschen Flau- der n kämpfe? zerschellte. Die Feuervorbereitung zu diesem Stoß übertraf bei weitem die der letzten Tage. Wiederholt brachen die mehrfachen Angriffe der englischen Infanterie zwischen Bahnhof und Dorf Poeltapelle zusammen. Durch rülksichtSlosen Einsatz immer frischer Kräfte gelang es dem Fetnde schließlich, hier im Trichtergelände in unbedeutender Tiefe vorzukommen. Die erbitterten Kämpfe dauerten bis zum Abend an. Im Verlauf dieser Kämpfe gelang es unS, einen Teil des nördlich Poeltapelle verlorenen Geländes wieder zu nehmen und erneute feindliche Angriff« in Gegend Poeltapelle und nördlich davon abzuweisen. Auch bei Passchendaelc wurde bis zum späten Abend mit größter Erbitterung gekämpft. Die geringen Einbuchtungen unserer Front, die der Mafseneinsatz der englischen Kräfte als einzigen Gewinn erzielte, mußte der Feind wiederum mit den schwersten Blutopfern bezahlen. Außerhalb der verengerten Hauptkampffront versuchte der Gegner ebenfalls am Morgen des 12. Oktober einen Teilangriff bei Gheluvelt, der ver- lustreich zusammenbrach. Aus dem Kampffelde blieb das Feuer auch nachts sehr stark. Am rruhen Morgen de§ 13. Oktober setzte wiederum schlagartig von Marcken b,S Zandvoorde stärkste» Trommelfeuer ein. dem bisher keine neuen Jnfanterieangriffe folgten. Fm Artois und an der AiSnefront war tagsüber das feindliche Feuer lebhaft. Am Abend des 12, Oktober brachen nach kurzer Feuervorbereitung unsere Sturmtruppen westlich Eraonne in 400 Meter Breite und bis zu 500 Meter Tiefe in die feindliche Stellung ein, fügten dem Feind mehrere Verluste zu und kehrten mit zahlreichen Gefangenen zurück. Im Osten und Mazedonien wurden an mehreren Stellen feind- liche Patrouillen durch Feuer vertrieben. Englischer Heeresbericht vom 12. Oktober morgens. Heute morgen um 5 Uhr 25 griffen wir auf einer Front von ungefähr iechs Weilen nordöstlich Dpern an. Der Fortschritt unserer Trup- den ist, wie gemeldet wird, befriedigend. Während der Nackt siel heftiger Regen. Vom 12. Ottober abends. Trotz starken Regens, der während der Nacht niederfiel, gwigen unsere Truppen heute morgen 5 Uhr 25 Mm. mit Erfolg zum Angriff vor. Fortschritte wurden erzielt längs der ganzen Front, di« stck von der Bahn Vpcrn— R oul et? südwärts bis zu unserem Anschluß an die Franzosen an der Südspitze des.Houthmilstmaldes ausdehnt. An dieser gesamten Front wurde eine große Anzahl verteidigter Oertlichkeiten, bc- festigter Gehöfte und Waldstücke sowie befestigte starke Stellungen von uns genommen und zugleich eine Anzahl Gefangener gemacht. Ein besonders erbitterter Kampf entspann sich»m den Abhang des Höhenrückens westlich PaSschendael« und um den.Hübenrücken selbst südlich dieser Ortschaft. Morgans setzte heftiger Regen ein nach einer kurzen Zeitspanne sckünen Wetters und nahm den Tag über noch an Heftigkeit zu und binderte unseren Fortschrift. Infolgedessen wurde beschlösse«, kerne hveitercn Anstrengungen zur Erreichung der Endziel« zu machen. Die Zahl der von unS beut« gemachten Gefangenen ist annähernd 500. Krupp in Ungarn. Die braven Alldeutschen fühlten sich schon längst durch die Entschievenheit geniert, mit der Graf Czernin auf den Frieden losging, ohne sich im mindesten um die innigsten Wünsche der rheinisch-weftfälischen Kriegsgewinnler zu kümmern. Diese, nicht taul, bemühen sich dafür, dem Minister, dem sie leider im Augen- blick noch incht ihre„Meirmng" sagen können, eine Laus in den Pelz zu setzen, und verpflanzen um dieses Hochzieles willen ihre lieblichen norddeutschen Methoden an den Strand der blauen Donau. Unser Ludapester Parteiorgan, die.NepSzava", weiß zu de- richten, daß die politische Kur nach alldeutschem Rezept auch in Ungarn im— Inseratenteil beginnen soll. Diesefn löblichen Zweck dienten z. B. mächtige Anzeigen, in denen die deutschen Staatsangehörigen in Ungarn— zur Zeichnung von Kriegs- o n l e i h e aufgefordert werden. Daneben arbeitet die Deutsche �tichtbildgesellschaftz mit Filmen. In der Abteilung für den„Wirt- schaftlichen Nachrichtendienst" befinden sich auch schon genaue In- formätionen darüber, wie sich di« verschiedenen ungarischen Blätter in bezug auf den Krieg und auf die Deutschen verhalten. Ueberdies will auch das Unternehmen ein schon bestehendes ungarisches Blatt kaufen oder ein neues gründen. Angeblich sind, wie Di ner-DeneS in der„Wiener Ar b.- Ztg." schreibt, zur Finanzierung der Geschäfte mit der ungari- schen Presse zwei Millionen Mark bestimmt, von denen 100 000 Mark zum großen Teil jogar auch Englische Angriffe aus Lv Kilometer Breite— Kümmerlicher Geländegewinn der Engländer bei größten Verlusten— Erfolgreicher Sturmangriff am Chemin- des-Dames. Amtlich. Großes Hauptquertier, 13. Oftober 1917.n ihrem Dlktaturwahn endgültig bestärk- ten und anerkannten parlamentarischen Linken deren Geheiß in der inneren wie der äußeren Politik ausführen: dürfen, bis der als Konvent etablierte Reichstag ihm über kurz oder lang doch den Laufpaß gäbe." Dem Kanzler wird zugerufen, sich als Mann zu bewähren, eine Mahnung, tre sich in merkwürdiger Uebcreinsftmmung auch in der Nachmittag»- Ausgabe der„Post" und der„Deutschen Tageszeitung" ftndet.— Die alldeutsche Wut hat einen sehr diplomatisch überlegten Grund: man will den Anschein erwecken, als entspräche der Rücktritt Capelles einer Forderung der Reichstagsmehrijeit. Aber hier geht eS um den Vorgesetzten und nicht um den Untergebenen. Der zweite Krieg um Delgien! Um« der Ucberschrift.Die Verontwortlichkeit deS Zentrum»* richtet die.Kreuzzeitung" eine förmliche Drohnote an da» Zentrum, falls es sich nicht doch noch entschließt, die alldeutsche Politik mit- zumache». Ter Krieg wird herrlich ausgehen. Wehe aber, wenn e» dann heiß»: Trotz Euch und Eures ErzbergerS und seiner Ver- bindungen! Ginge er aber in Schwäche au», und da» deutsch« Volk muß in kurzer Frist noch einmal um Belgien kämpfe», da» fein Brustkorb und seine Luftröhre i jt. so wird eS vor» bcr in der N o t des Erstickens nach denen greifen, die ihre Lust zur Sibwäcke mochten. Erzberger wird dann nicht mehr da sein, eS werden dann aber einige für ihn bürgen und zahlen muffen. Belgien ist also Deutschlands.Brustkorb und Luftröhre". Es ist nur i'ehr merkwürdig, daß das Deutsche Reich 44 Jahre lang ohne Brustkorb und Luftröhre gelebt und dabei sehr kräftig geatmet hat. Aber da§ Tollste an dem ganzen Ge- schreibsel ist doch der Satz, daß das deutsche Volk, wenn wir jetzt Belgien nicht annektieren, in kurzer Frist noch einmal um Belgien kämpfen würde. Es bedarf keiner weiteren Darlegung, wie solche Aeußerungen auf das Ausland wirken müssen. Die Reichstagsmehrheit— Wegelagerer! Ter.Verband Westmark der Dcutschvölkischen Partei"-- aus normaldeutich: der Elberfeld« alldeutsche Verein— hat an den Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, das mit den erbaulichen Sätzen beginnt: „Erst dadurch, daß unsere Reichsleitung di« Zügel nicht mehr fest in der Hand hielt, tft die ReichSlagSmehrheit angespornt worden. nun ihrerseits die Zügel an sich zu reißen. Erst dadurch, daß unsere ReichZleitung glaubte, immer wieder nachgeben zu müssen, sind die politischen Wegelagerer in ihrem Größenwahn so sehr bestärkt worden, daß sie mit der Pistole in der Hand immer wieder Zugeständnisse erpreßten." Diese Ausführungen sind offenbar entstanden unter dem »einigenden" Einfluß der Deutschen BaierlandSpartei. Letzte Nachrichten. Amerika und Elsaß-Lothringen. Amsterdam, 13. Oktober.„Times" meldet aus New Dork, daß die amerikanischen Blätter anläßlich der Rede KühlmannS erklären, es könne von Frieden keine Rede sein, ehe die eroberten Provinze» Elsaß und Lothringen zurückgegeben seien. „New Fori Times" schreibt: Kühlmann hat recht. Elsaß-Lothrngen wird ein Hindernis für den Frieden bleiben, bis Deutsch- land besiegt ist und zustimmt, die Beute von 1871 zurückzugeben. ES muß diese Provinzen abtreten, denn Elsaß-Lothringcn ist die Bertörperuirg des Prinzips geworvea, für das die Allierten kämpfen, nämlich, daß solche Schrecknisse nicht tpieder vorkommen dürfen, SewerkschaDbewMng Serltn und Umgegcnü. Gcucralllersammlung der Holzarbeiter. In der am 12. Oktober abgehaltenen Generalversannnlung der Zahlstelle V e r l i n des HolzarbeiterverbandcS bcricktcte Maas; über den Abschluß der seit langer Zeil schwebenden Verhandlungen wegen Anschlusses des paritätischen ArbeusnachlveiseS an den städtischen Arbeitsnachweis. DaS Recht der Anstellung der ArbcitSvennittler war in der Haupt- sache der strittige Punkt, weswegen sich die Berhandlungen so lange hinzogen. Diese Angelegenheit ist jetzt so geregelt, das; das ans Vertretern der Arbeiter und der Arbeitgeber bestehende Kuratorium die Arbeitsvcrmittlcr vorsckilägt und Anstellung derselben durck die Stadtgemeiiide erfolgt.— Dem Bericht folgte eine längere Diskussion. Die Versammlung beschloß, die Abstimmung über den Anschluß an den städtischen Arbeitsnachweis auszusetzen und beanslragtc die Per- waltung, wegen Einstellung der ArbeiiSvermiltlung bei einem nach Llündigung des Tarifvertrages möglichenfalls ausbrechenden all- geineinen Streik nochmals zu verhandeln.— Hierauf besprach Gütb die Lorlage des VerbandSvorstandcS. welche die Beiträge und das IlnterstützungSwesen neu regelt. Die Lorlage will die Lokal- beitröge sowie die von der Lvkalkasse gewährten Unterstützungen beseitigen. Nur die Hauplkaise soll Beiträge'erheben und Unter- slützungcn zahlen. Die Vorlage siebt sechs BeitragSklassen vor, die nach der Lohnhöbe abgestuft sind. Nach der Beitragshöhe soll auch die Höhe der Unterstützungssätze bemessen werden. Die Unter- stjztzungssäye sind im allgemeinen so iestgesetzt, dost die Mitglieder auch nach Fortfall der Lokaluntcrstützungen nicht benachteiligt werden. Wie der Redner bemerkte, sind die Funktionäre und die Ortsverwaltung für Beibehaltung der lokalen Beiträge und Unter- stützungen, weil sie durch den Fortsall derselben eine Beeinträchiigung der Bewegungsfreiheit der Zahlstelle hinsichtlich der Unterstützung bei Streiks befürchten. Sie schlagen vor. dast ein Beilrag von 1.20 M. für die Hauptkasse und 30 Pf. für die Lokalkassc erhoben werde und dast lö Proz. des LerbandSbcitrages zur Deckung der örtlichen Lerwalinngskosten Verwendung finden. Wenn auch die Vorlage für die Arbeitslosen höhere Unterstützungssätze auf- weise als die jetzt in Berlin geltenden, so würde durch die vor- geschlagene Zusalninenlegung der Arbeitslosen- und Krallkeiiunler- stützung hinsichtlich der Bezugsdauer eine Verschlechterung cinlreten. Dagegen bringe die Vorlage eure Erhöhung der Streikunterstützung. Wegen der vorgerückten Zeil vertagte die Versammlung die Aus- spräche über die Vorlage. Schliestlich wurden noch die Delegierten jzll der am 21. d. Mts. stattfindenden Gaukonferenz gewählt. Der Deutsche Tcxtilartcitcrvcrband sVerwoltungSstelle Berlin) hielt am 11. Oktober eine Generalversammlung ab. Nach dcnr Kassenbericht für daS 3. Quartal betrug seinschliestlich eines Bestandes von 4245.95 M.) die Gesamteinnahine deS Quartals 15 492,06 M. Dem stand eine GelamtauSgqbe von 11023,01 M. gegenüber, so dast am Schlust des 3. Quartals ein Bestand von '4469,05 M. verblieb. Das ist gegen das zweite Quartal eine Zu- nabme von 223,11 M.— Die rege gewerkschaftliche Tätigleit im 3. Quartal brachte einen erfreulichen Mitglicderzuwachs mit sich. Die Zahl der weiblichen Mitglieder stieg von 1083 auf 1508 und die Zahl der männlichen Mitglieder von 715 auf 85t. Der gesamte Mitgliederzuwachs im 3. Quartal betrug 561.— Den, Kassierer Schein wurde Entlastung erteilt. Der Vorsitzende G r u b l berichtete dann ausführlich über das Wirken der Organisation im 3. Quartal, das sich auf olle angeschlossenen Berufsgruppen erstreckte. In einer ganzen Anzahl von Betrieben kamen Lohnbewegungen in Gang, wovon verschiedene abgeschlossen sind und Erfolg halten. Besonders niedrige Löhne kamen in Färbereien vor, nämlich Stundenlöhne von 30 bis 50 Pf. Ileberall regte man sich aber, um zcitgemäste Löhne zu erlangen. Es sind auch in dieien Betrieben schon Erfolge zu verzeichnen. Bei Spindler in Eöpenick zum Beispiel wurden die Löhne um 40 Proz. erhöht und auch bereits einzelne Allordsätze verbessert. Schivierigksiten hinsichilich der Einführung ordnungSmähiger Arbeiterausschüsse gemäß§ 11 des HilfsdienstgesetzcS wurden namentlich von Unternehmern der Färbereien und chemischen RunigungSanstalten gemacht. Dem ist die Organisation an zu- ständiger" Stelle entgegengetreien.— Die Lohnbewegung der Ilniformstickeriiinen hat einen vorläufigen Abschlnst gesunden. Die Eheis haben sich bereit erklärt, für sämtliche Stickerinnen die Stücklöhne so zu setzen, dast pro Stunde 50 Pf. verdient werden.— Bei vier Lohnbeweguiigeii, die im dritten Quartal abgeschlossen wurden, waren 1112 Personen beteiligt, die eine Lohnaufbesserung von 10 898 M. pro Woche er- hielten, Die Zahlen für die Stickerinnen sind hierin noch nicht enthalten. Die Bersaminlung nahm mtt Genugtuung KennlniS von dein Wirken und den Forischritten der Organisaiion. Wintzen sprach dann über die Angliederung deS paritätischen Arbeitsnachweises für das Grost-Berliner Texiilgewerbe aii den städtischen Arbeitsnachweis. Er soll als.Fachabteilung für das Textilgewerbe für Grost-Berlin" dem städtischen Arbeitsnachweis ongegliedert werden. Das Statut unterbreitete Redner der Beschlust« fassung der Versammlung. Die Versammlung erklärte sich im all- gemeinen damit einverstanden, wünschte aber eine Acnderung des § 4 des Musterstatuts. Sie wählte dann die Mitglieder für das ArbeitsnachweiS-Knratorium. I Lohiwercinbarung für die Oel- und Bcnzinbehöltrr-Fabrikcn Berlins. Seit längerer Zeil befinden sich die auf Oel- und Benzin-> behMer für Flugzeuge arbeitenden Klempner in einer Bewegung zur Festsetzung einbeitlicher Löhne. Sie forderten einen Einstellungs- lohn von 1,75 M. sür die Stunde, einen Ausschlag von 10 Proz. auf höhere Lohnsätze. Akkordprcise. bei denen ein mittlerer Arbeiter 50 Proz. über den Stundenlohn verdienen kann. und einen Allordabschlag von 2,50 M. pro Stunde.— Die Verhandlungen über diese den einzelnen Unternehmern vor etwa vier Wochen Lbcrmiltelten Forderungen zogen sich in die Länge, weil die Oel- und Bcnzinbebälier-Fabnlanten keine Organisation ballen, die mit der Arbeiterorganisation Ver- cinbaruiigen hätte treffen können. Ncucrdinfls haben sich die be- treffenden Unlerehmer zu einer Jnlcressengemeinschast vereinigt und den Berlreicrn deS Metallarbetlerverbaudes" nach wiederholten Lerbaiidluiigeii ein Angebot gemacht, welches der am 11. Oktober abgeballclicn Klempnerversalnmlung unterbreitet wurde. Danach soll der Einstellung-Mohn für Klempner, die noch nicht in der Branche tälig waren, 1,40 M.. und für solche, die bereits 6 Monate in der Brauche gearbeitet haben, 1,60 M. bis 1,80 M. betrogen. Für Probebehältcr und Modells sollen höhere Löhne gezahlt werden. Ueberstunden sollen mit 25 Proz., Nacht- und Sonntagsarbeit mit 50 Proz. Aufschlag bezahlt werden. Die Llkkordpreife sollen so fest- gesetzt werden, dast ein mittlerer Arbeiter 30 Proz. mehr als den Stundenlohn bei bleut. Die Abschlagzahlung bei Akkordarbeit soll mindestens den jeweiligen Stundenlohn erreichen.— Wo bessere Lohnverhältnisse bestehen, darf keine Verschlechterung derselben ein- treten. Der Verbandsvertreier Dietrich empfahl die Annahme des Angebots, da die Kommission nicht mehr erreichen konnte. Nach längerer Aussprache stimmte die Versammlung dem Abkommen zu. Aus dem Kriegsausschutz für Grotz-Bcrlin. 30 Mechaniker der Firma S i e m e n s u. H a l S k e, Siemens- si a d t. rufen den KriegSauSschnst nach§ 13 an, und zwar ver- langen die Arbeiler, die im Akkord einen Verdienst von zirka 2 M. sür die Siunde haben, dast sie auch für die vielen Lohnstunden, für die ein Stundenlohn von 1,40— 1,70 M. gezahlt wird, Zulagen erhalten. ES wird festgestellt, dast die Lohnstuilden einen auster- ordentlich hohen Prozentsatz der wöchentlichen Arbeitszeit ausmachen, wodurch der DurchschimtSverdienst pro Stunde wesentlich herabgedrückt wird. Nach eingehender Verhandlung wird ein Schiedsspruch i» der Weise gefällt, dost die Lohnsätze, die bisher 1,50—1,70 M. betragen haben, lünftig auf 1,65—1,90 M. festgesetzt werden. 55 Monteure und Schloffer der Maschinenfabrik O. ver- langen eine Lohilerbohlmg. Der bisherige Verdienst sür Schlosser beträgt im Durchschnitt 1,65 M. und für die Monteure 1,90 M. Der SchllchtuligSäuSschuh steht auf dem Standpunkt, dast diese Lohn- sähe zu niedrig sind. Die Firma hatte nun schon 5 Pf. zugebilligt. Diese Lohnerhöhung ivurde aber vom KriegSauSichust nicht als ausreichend erachtet und in einem Schiedsspruch erliärt, dast eine Lohn- erhöbung von 10'— 15 Pf. sür die Stunde eintreten tolle. Auch wild der Firma aufgegeben, ein richtiges AkkordverhältniS zu schaffen, da das bisherige Sysiein nicht als regelrechtes Akkord- Verhältnis angesprochen werden kann. Der ArbeiterauSschust der F i r m a K. u. Co. Nieder- schöneweide, fordert sür die Gesamtbelegichast eine Perdiensi- erhöhmig von 10—25 Proz. Bei der Verhandlung wiid festgestellt, dast beide Parteien mit so lückenhaften Unterlagen erschienen sind, dast der Kriegsausschust nicht in der Sache Stellung nehmen kann. Die ganze Angelegenheit wird deshalb an den Betrieb zur erneuten Verhandlung zurückverwiesen, und zwar soll an dieser Verhandlung ein Vertreter der Arbeitgeber und ein Vertreter der Arbeitnehmer teilnehmen. Der ArbeiterauSschust der A. E. G., Hutten st raste, verlangt eine Entscheidung deS SchlichlungSauSichusieS, toeil die Akkordlöhne gekürzt werden sollen. An sich trifft die Beschwerde nicht zu. Vor einiger Zeil ist für das gesamte Werk eine Lohn- erhöhung gefordert worden, und hat sich auch der Kriegs- auSschust mit der Sache beschäftigen müssen. Damals wurde be- schloffen, die Teuerungszulage, die bisher 55 Pi. betrug, um 5 Pf. zu erhöhen, und wurde weiter festgestellt, dast der Verdienst der hier in Frage kommen den Dreher sich in der Weise zusammen- setzt, dast einmal der alte Alkordsatz gezahlt wird, dazu lam die Teuerungszulage von 60 Pf. und austerdcm, weil das Geld noch nicht ausreichte, haben die Meister besondere Zulagen sür alle möglichen Nebenarbeiten oder auch sür hartes Material gegeben. Die Arbeiter haben nun seit der letzten Verhandlung vor dem KriegsauSschust dahin gedrängt, dast diese besonderen Zu- lagen höher gesetzt würden und dadurch ist der Verdienst um etwa 20 Pf. pro Stünde größer geworden, als die Firma diese Zulage wollte. Nachdem die Sache einige Wochen ging, wollte die Firma npnmehr die Akkordpreise neu festsetzen, wodurch allerdings ein Mindervcrdienst von 15—20 Pf. sür die Stunde eintrat. Der KriegsauSschust steht auf dem Standpunkt, dast diese Verkürzung den Arbeitern nicht zugemutet werden könne. Wenn die Firma eine neue Festsetzung der Akkorde durchführen will, so könne es nur auf der Grundloge des Verdienstes geschehen, den die Arbeiter jetzt in der letzten Zeit gehabt haben. In diesem Sinne erfolgte' ein Schieddspruch. In der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft Hennigsdorf rief eine Abteilung den KriegsauSschust an, Iveil die Arbeiter sich durch Verkürzung der Arbeitszeil benachteiligt fühlen. Es wurden früher 10 Stunden gearbeitet und dann Ivurde die ZkrEestSzeft auf 9 Stunden herabgesetzt. Diese Arbeitszeit iil die normale. Nunmehr ist die Firma dazu übergegangen, in zwei Schichten a 8 Stunden arbeiten zu taiieli. Tie Arbeiter forderien für die Verkürzung der ArbeilSzeit von 9 auf 3 Stuiiden einen A u s g l c ich, damit sie den gleichen Verdienst be- halten können. ES wird nur in Lohn gearbeitet. Kleinere Zulagen hat die Firma gegeben, aber einen allgemeinen ÄuS- gleich lehnte sie ab. Der KriegsauSschust sieht aus dem Standpunkt, daß die Forderung der Arbeiler berechiigl ist. und deshalb hat er eiltschiedeil, dast aus die alten Lohnsätze, die bei iieunsiündigcr Arbeilszeit bestanden haben, ein Zuschlag von 10 Proz. gezahlt werden soll, als Ausgleich für die Verkürzung der Arbeits- zeit von 9 auf 8 Stunden. Es wird der Firma anheim gegeben, möglichst bald Akkordarbeit einzuführen, damit den Ärbeilcrn die Möglichkeit eines MehrverdiensteS gewährleistet wird. Von der Firma O. u. K. in Drewitz rufen 107 Arbeite- rinnen den KriegsauSschust wegen einer Lohnforderuilg an. Die Firma bat die Verdienste, die biSder im Lohn 45—58 Pf. betrugen, insofern erhöht, dast sie den Arbeilerinnen, die unter 50 Pi. haben, 8 Pf. Zulage, und die über 50 Pf. haben. 5 Ps. Zulage gewährt hat. Mit dieser Zulage sind die Arbeiierinnen aber nickn ein- verstanden. Im Alkord wird im Mittel 70— 75 Pf. sür die Stunde verdient. Der KriegsauSschust entscheidet, dast ein Mindestlohn von 55 Ps. sür die Stunde angemessen ist und dast die Firma die einzelnen Lohnsätze dementsprechend aufbessern soll. Auch ist die von den Arbeiterinnen geforderte Erhöhung der Akkorde von 15—20 Proz. vom SchlichtungSauSschust als angemessen bezeichnet worden. AuS demselben Betrieb erschienen 12 Arbeiter als Be- schwerdeführcr, weil ihnen eine Erhöhung der Akkordsätze abgelehnt ist. ES ist festgestellt, dast diese Arbeiler als Schlosser beschäftigt werden und einen Verdienst von 1,00—1,50 M. haben. Zwei Kolonnensührer verdienen 1,80 M. Ter KriegsauSschust hält eine Erhöhung dieser Verdienste um 20 Pf. für die Stunde sür an- gemessen. Dir Lohnzulage in der Blusen-, Kleider- und Wäschckoufcktion. Zu dem unter dieser Ueberschrist in Nr. 279 des.Vorwärts" ob- gedruckten VersominliliigSbericht wird unS vom Ärbeilgebei verband der genannten Branche mitgeteilt: Ter Beschluß deS Verbandes verpflichte nicht die Arbeitgeber, den Zwischemneistern eine Zulage von 25 Prozent zn gewähren, sondern er st e l l e e S jedem Arbeitgeber frei, diele Angelegenheit mit den von ibm beschäftigten Zwischenmeistern beliebig zu regeln, entweder in Form eines Aufschlages auf die einzelnen Stücklöhne oder in anderer Weise. parteinachrichten. Unabhängig von aller Vernunft. Die.Unabhängigen" Sozialdemokraten zeigen immer mehr däS Bedürfnis, aus reiner Verärgerung— wenn es gar absichtlich ge- scheheu sollte, so wäre das in der Tat ein unverständliches Ver- brechen an der Sache der Arbeitersckaft und des Fortschritts über- Haupt— mit den Konservativen zusanunen jede praktische Reformarbeit des Reichstags zu Verbindern. Zu den vielen bisherigen Beispielen bat die letzte große Debatte im Reichs- tag ein neues krasses Beispiel geliefert. Die Fraktion der Ilnabhän- gigen hatte einen Antrag eingebracht, der die radikale Aufhebung deS Belagerungszustands verlangte. Wie leider nicht anders zu erwarten, wurde dieser Antrag, für den auch die große sozialdemokratische Fraktion stimmte, von den bürgerlichen Parteien zu Fall gebracht. Dagegen stimmte diese zum Teil für die Abschaffung der p o l i t i- schen Zensur, entsprechend einem Antrage des Ausschusses. Der Antrag verlangte die Durchsührung wenigstens eines Teils von den:, Ivos die Unabhängigen selbst in ihrem Antrage gefordert haben. Trotzdem stimmten sie dagegen und hatten dieGe- nugtuung, dast sich ihnen und den Kons er- vativen noch genügend andere Reaktionäre bei- gesellten, um— so unglaublich es klingen mag— den Autrag auf Abschaffung der politischen Zensur niederzu stimmen. Es ist unter solchen Umständen begreiflich, dast nicht nur die anderen Parteien, sondern auch sonst mit den Unabhängigen ihm- palhisiercnde Kreise der Arbeiterschaft immer mehr den Respekt vor einer solchen Gruppe verlieren, die mit Hilfe der Scharfmacher jede politische Reform zunkchl« macht. Uns schien das neueste Helden- stück der aufrechten Bürger Schildas so unglaublich, daß wir die Mitteilung dieses glorreichen Erfolges der Haaseleute aus dem ReichstagSbericht si r i ch e u— weil wir an euren UebermiltelungS- fehler glaubten! Für die Zukunft sind wir gewarnt und werden ede neue Donquicholerie als selbstverständlich verzeichnen. Terantwortlich für Politik: Erich Sllttncr, Scrlin: für den übrigen Teil deS BlalteS: Alfred Schol«, Neukölln: für Inserate: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: WortvSrtS Buchdruckcrei u. VeriagSanstaU Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilage». A. WERTHEIM Damenhälte Ungarnierte Velvethiite.. 7.50 Ungarnierte Sammethute in neuen Formen 9.50,15.50, 21.00 H aarfilz-Zyl ind er- Vel o urs- H üte in modernen Formen und Farben in großer Auswahl Garnierte Seidenpluche-Schute mit gestecktem Kopf...... 19.50 Garnierter Sammet-Matelot mit gestecktem Kopf und Band 18.50 Garniert. Sammet- Frauenhut mit gestecktem Kopf und Band 21 00 Garn. Sammet-Matelot od.-Glocke mit gestecktem Kopf...... 35.50 Zylinderhüte garniert, in neuen Formen, mit gestecktem Kopf.. 39.50, 47.50 Kindermäntel Mädchenmantel LCovercoat ähnlich. Stoff m. herumgeh. 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