Nr. 92. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements: Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monat lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit bem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschlandu.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bts 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Dienstag, den 21. April 1891. Brentano und Marx. der Times" vom 17. April 1863 sich finde, und in dem " Expedition: Benth- Straße 3. Engels hat in derselben sich wiederum als offiziellen Hansard'schen Parlamentsbericht nur deshalb der treueste Freund bewährt. Seine Schrift, ein MeisterWie ein gigantischer Leuchtthurm, der sein Licht über fehle, weil Gladstone auf Grund einer nicht nur in Eng- stück in der Sache wie in der Form, hat aber nicht nur die unendliche Fläche des Meeres hinausstrahlt, dem land gebräuchlichen Sitte die ihm nachträglich unbe- den schmutzigen, gegen die schriftstellerische Ehre von Mary Schiffer die sicheren Wege weisend, Trotz bietet den in quem gewordene Stelle aus dem stenographischen Protokoll geführten Angriff ein für allemal zurückgewiesen, darüber ohnmächtiger Wuth gegen ihn anstürmenden Wogen, so ausgemerzt habe. Und Engels, der in seiner eben er hinaus giebt sie ein in knappen Zügen entworfenes Bild fsteht in unerschütterlicher Größe das wissenschaftliche Werk schienenen Schrift) gegen die von Brentano neuerdings der englischen Zustände im Anfang der sechsziger von Mary da. Jahr für Jahr sucht eine wahre Sturm aufgewärmte Anklage**) Mary vertheidigt, ist in der Lage Jahre, das, an und für sich lehrreich, eine fluth wissenschaftlicher Makulatur dagegen anzukämpfen, nachzuweisen, daß fämmtliche acht im Jahre 1863 wichtige Stüße für die so sehr angefochtene Auffassung von hmmer vergeblich, und das Resultat aller Anstrengungen in London erschienenen Morgenblätter, von denen jedes Mary wird, wie sie in der Inauguraladresse zur Geltung ist allein, daß die Bedeutung des Werkes von Marr eigene, von einander unabhängige Parlamentsreporter kommt. In allem Uebrigen gehört der Anfall Brentano's auf selbst in den gegnerischen Kreisen zu unbestrittenerer Gel- hatte, ausnahmslos den hinzugelogenen" Satz enthalten, vier derselben genau in der Fassung von Mary, vier in Marr in die Kategorie des gegen die Sozialdemokratie getung und Anerkennung gelangt. Unter den schmähsüchtigen Pygmäen, die das wissen- einer ein wenig abweichenden Form, durch die aber der führten geistigen Kampfes". Wie dieser im Allgemeinen ein mit wuchtigen Waffen aus Pappe und Blech geführter schaftliche Verdienst von Marx zu verdächtigen und zu ver- Sinn nur noch verstärkt wird. Trotzdem auf diese Weise die eigentliche Anklage in Kampf ist, an dem wir Sozialdemokraten die helle Freude kleinern suchen, ist einer der beslissensten Herr Lujo Brentano, dem man gerade gerecht wird, wenn man ihm das Nichts zusammengefallen ist und trotzdem der inzwischen haben dürfen, so verhält sich's mit Brentano's gefähr wissen und die Intelligenz eines mittelmäßigen Ratheder zum Geheinien Sofrath avanzirte Profeſſor Brentano um lichem Angriff im Besonderen. Mary' literarische Ehre ptonemen zuerkennt, wobei man immerhin als ein Be- ienes Sages willen die Ehre von Marx mit Beschimpfungen und wissenschaftliche Bedeutung sind durch denselben unEine ihm zugestehen mag, daß besudelt hat von einer Zahl und Art, daß sich ein Fisch- versehrt geblieben. Und wenn die Flachheit und Dede, Honderes das er in der Selbstgefälligkeit und lächerlichen Ueberschägung weib ihrer schämen müßte, hat dieser von sittlichem Pathos welche, von sehr vereinzelten Vertretern der Katheberder eigenen Leistungen selbst von dem aufgeblaſenſten überfließende Herr bis heute die Nothwendigkeit nicht ver- ökonomie abgesehen, die ganze offizielle Wissenschaft der spürt, einzugestehen, daß er Mary eine Nichtswürdigkeit Nationalökonomie in Deutschland charakterisirt, zum volldeutschen Professor nicht übertroffen wird. kommenen Vergessen ihrer Leistungen geführt haben wird, Brentano nun versucht es seit zwei Dezennien ano- zugemuthet hat ohne allen Grund. Statt dieses einfachen Aftes von Ehrlichkeit fucht Mary' Ruhm wird desto heller strahlen und das nym und nichtanonym, selbst und durch Mittelsmänner das Ansehen von Marx dadurch zu schädigen, daß er ihn Brentano den Streitpunkt dadurch zu verdunkeln, daß er Kapital", ein Werk wahrhaft cyklopischen Gefüges, eines falschen Bitats beschuldigt. Unter den tausenden allerlei nicht zur Sache gehörige Details in die Debatte wird wie seine anderen Schriften von der Genialität von Bitaten in den Schriften von Mary eines falschen zieht und außerdem nunmehr den Nachdruck darauf legt, und unvergleichlichen wissenschaftlichen Größe von Mary Bitats! Immerhin, wir laſſen die Klage gelten; sehen Marr habe den Sinn der Gladstone'schen Rede verstümmelt ein unvergängliches Zeugniß geben. wir uns nach ihrer Begründung um. In der, von Marx verfaßten Inauguraladresse der thümer der Reichen seien kolossal gewachsen, aber die Internationalen Arbeiteraſſoziation von 1864 und wieder: Armen, die Arbeiterbevölkerung, seien höchstens weniger boch sage Gladstone mit Dolitische Uebersicht. Budgetrede vom 16. April 1863 zitirt, wonach der eng- dürren Worten, die Lage der Arbeiter habe sich in lifche Schazkanzler gesagt hat:" Diese berauschende Vers beispiellosem Grad gehoben. Auch hier handelt es sich mehrung von Reichthum und Macht ist ganz und wieder um eine durch Nichts begründete Insinuation. Berlin, 20. April. Heute kam der Reichstag erst um 12 Uhr zusammen oder richtiger, er fant nicht zusammen. Denn als der Saße behauptete Brentano in der Berliner Concordia" Inauguraladreffe die betreffende Aeußerung Gladstone's fein seinen Platz wieder eingenommen hat, die Sigung gut gar auf die besigenden Klassen beschränkt." Von diesem Denn Mary führt in der von Brentano beschuldigten Präsident v. Levehow, der nach mehrtägigem Unwohl vom 7. März 1872:„ er befindet sich nirgends in der wörtlich und an hervorragender Stelle an Gladstone'schen Rede. Gerade das Gegentheil ist in der= selben gesagt. Marx hat den Satz formell und materiell hinzugelogen." In dieser die tiefe fittliche Empörung schon in der unter den wuchtigen Hieben der Engels'schen Streitschrift. Landtag seine Sigung beendigt und die Doppelmandatare Wahl der fetten Lettern bekundenden Behauptung gipfelte 20 Minuten nach der festgesetzten Zeit eröffnete, waren nicht Wie diese so zerfallen auch alle anderen ebenso 20 Mitglieder im Saal, und während der ganzen Sizung bodenlosen und verleumderischen Beschuldigungen Brentano's war zu feiner Zeit mehr als ein Viertel der Mitglieder das freigegeben hatte. Unter solchen Umständen, bei solcher In Sachen Brentano contra Mary wegen Gleichgiltigkeit zu reden, erheischt in der That viel Muth Von Friedrich Engels. Hamburg, 1891, aufgenommen, welcher die Ausnahmebestimmung trifft, daß Arbeiterinnen von **) Meine Polemit mit Karl Mary. Zugleich über 16 Jahren seiner Ursachen. Berlin, 1890, Dauer von von 14 Tagen durch die Erlaubniß der unteren Verwaltungsbehörden- und für eine längere die ursprüngliche Anklage Brentano's. Mary war es ein angeblicher Bitatsfälschung. Geschichtserzählung und und Aufopferung. Die Debatte wurde bei§ 138a wieder Leichtes, in einer am 23. Mai 1872 an den Volksstaat" Dokumente, gerichteten Zuschrift zu zeigen, daß jene Stelle vor ihm Meißner. ebenso in einer ökonomischen Schrift: Theory of Exchanges, wie in der in derselben Nacht, in der die ein Beitrag zur Frage des Fortschritts der Arbeiterklasse und bei außergewöhnlicher Häufung der Arbeit auf die Gladstone'sche Rede gehalten wurde, gedruckten Nummer Walther& Apolant. Feuilleton. Nachdruck verboten.] Die Falkner von St. Vigil. ( 41 Von Lujo Brentano. Bestrebungen des Königs von den Frommen ohne Unter- von Rechts her zwischen Erlen, an denen noch das welke, schied gehaßt wurden und daß in ihren Augen Montgelas braune Laub raschelte, der Vigilbach geschossen und Hannes als der leibhafte Antichrist galt. In solchen Augenblicken schritt vorüber an den Häusern von Zwischenwasser: vergaß der Gelehrte den Geistlichen. den Gehöften, den Schneidemühlen mit ihren HolzEines Tages in der Weihnachtswoche wurde Hannes gärten, dem Kirchlein, die von den steilen Waldbergen durch e..en Boten zu einer Pfarrerkonferenz in der eingeschnürt waren. Frostnebel erfüllten die Schlucht; wie von Dechanei von Enneberg eingeladen. An dem bestimmten Silber übersponnen erschien das Gezweig des Buschwerkes Er wollte vor der Konferenz noch die Ahne in Pleiken be- Die Gipfel beschien bereits die Morgensonne und Hannes suchen. Seit den Mittheilungen seines Bruders hatten sich wandte sich bei den lezten Häusern des kleinen Ortes links Nun gab jener Stein noch nach ungezählten Jahr seine Gedanken wiederholt mit ihr beschäftigt. Auch hier und begann auf schmalem, steilem Fußpfade, der durch taufenben dieses tauſenben Kunde von einem erloschenen, Thiergeschicht der seinem Glücke die Ahne sicherlich ebenso pribros hatte in dichtes unterholz führte, aufwärts zu fliminen. Ueber ihm Menschen standen und ihre Heerden Sommers auf grünen Almen Bruder. Es mußte etwas für sie gethan werden. Zum Geäst. Jezt kreuzte er die Straße, die von St. Lorenzen der das jetzt starr zum Himmel aufragende Kaltgebirge eine in treten dürfen, daß ihre Enkel sie einsam und ohne Liebe trat er an dem Fuße eines steilen Ackerfeldes in den Sonnen weideten, einst Meeresboden, und daß es eine Zeit gegeben, in wenigsten sollte sie nicht mit der Anklage vor Gottes Thron kommend sich abwärts schlang, und nach einer kleinen Weile Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol Tage machte er sich schon beim Morgengrauen auf den Weg. am Bache, und Eiszapfen hingen an den Schindeldächern. von Robert Sa, weichel den Meeresfluthen gebundene Substanz gewesen war. So hätten sterben lassen. Er wollte sie zu sich nehmen; die schein hinaus. In der Tiefe dampfte der Vigilbach und von zeugte vielleicht das Werk, das er unter der Feder Stube und Kammer, welche Frau Carlotta bewohnte, waren Osten her blinkten die Schneehäupter der Dolomiten. Weiter dem Gefühl, das sich seinem Herzen tief eingedrückt hatte, und im Uebrigen würde ja der liebe Gott schon iveiter helfen, der ihn über das Schneefeld zu zerstreuten Höfen führte. hatte, wenn nicht der Nachwelt, so doch der Mitwelt von geräumig genug, um auch ihr ein Obdach zu gewähren, stieg Hannes nach kurzem Aufathmen auf gezacktem Pfade, von der Liebe, deren krystallisirter Niederschlag es war. tröstete er sich mit dem Sprüchlein der bona Uschina in Wie Schwalbennester hingen sie unter entlaubten Kirsch Bielleicht zog es Blicke der Kenner auf sich und dann-Hannes rieb fich die Stirn. Auch er hatte davon gehört, seiner Armuth. bäumen am Abhange. Höher hinauf mündete der Pfad in Den Hut nach seiner Gewohnheit tief über die Dhren einen schmalen Fahrweg, der den Wanderer nach einigen daß König Mar und Montgelas, sein Minister, fähige und gezogen, die hagere Gestalt in den schon recht fadenscheinig Minuten nach Pleifen brachte. Es war ein ärmlicher Ort. bedeutende Männer ohne Unterschied des Glaubens und gewordenen Mantel gehüllt, denn dieses Kleidungsstück hatte Eine Gruppe dürftiger Häuser drängte sich dicht um das Vaterlandes in die Verwaltung, an die Gerichtshöfe, die bereits mit Hannes die Universität bezogen, so maß er Kirchlein; die übrigen Hütten hingen hier und dort an den Universitäten und Schulen zogen, und daß bei der Auf- mit langen Schritten den Weg und es knirschte der hart Abhängen. Die Matten und Haferfelder, die ihnen ge hebung der Klöster gebildete Geistliche an die überall gefrorene Schnee unter den Sohlen seiner hohen blanken hörten, säumte tiefer unten ein Waldfranz. Verdeckt von neu gegründeten Schulen berufen worden. Hannes dachte Stiefel. Enger schoben sich auf beiden Seiten die Berge zu ihm zog die Landstraße das Gaderthal abwärts nach an die Möglichkeit, daß auch er, wenn seine Ar- sammen und ließen zuletzt nur noch Raum für den schmalen Palfrad, während frei von Süden her der Beitlerkofl grüßte und beit gelang, auf einen Lehrstuhl berufen werden könnte. Weg und den unmittelbar daneben tänzelnden Fluß, der gen Often das Auge des Kuraten, vorüber schweifend an der in der Enge die Eisfeſſeln kam Dauer, bis höchstens 40 Tage im Jahr, durch die Erlaubniß| der höheren Verwaltungsbehörden, täglich bis zu drei zehn Stunden befchäftigt werden dürfen. Angenagelt sei folgende Gemeinheit der National liberalen Korrespondenz", die in Bezug auf die Arbeiterschuh- Debatten des Reichstages also schreibt: werden lediglich die Konservative Korrespondenz" und das Konservative Wochenblatt"( Verlag von Wilhelm Jßleib) benutzt werden, Die Sozialdemokraten haben die Ablehnung des Paragraphen beantragt und wollen für den Fall der Ab- Arbeiterschutz- Gesetzes bis zum nächsten Dienstag zu be unwahrheit vor wegen unserer Behauptung, daß erst Der Geschäftsplan( die zweite Lesung des sogenannten Der Hannoversche Kourier" wirft uns bewußte lehnung nur auf 14 Tage die Erlaubniß bis zu 12 Stunden endigen) scheint durch die Sozialdemokraten vereitelt werden durch Liebknecht's entschiedenes Vorgehen in der Presse und täglich gestatten. zu sollen. Den Vertretern der Arbeiterklasse" gefällt es Stolle's Reichstagsrede die Auslieferung Winkelmann's Ein Kartellantrag läuft auf eine Verschlechterung der gar zu gut in Berlin, wo sie durch die Arbeiter zu erwirken ist. Wer weiß, daß schon fast 3/2 Jahre seit der Kommissionsfaffung hinaus, insofern als unter gewissen groschen in der Lage sind, ohne selbst au Flucht Winkelmann's verflossen sind, daß alle Hoffnung auf Voraussetzungen die Erlaubniß auch für eine längere arbeiten, ein behagliches Leben zu führen. gegeben war, die Auslieferung zu erzielen und daß jezt erst Frist als 40 Tage das Jahr gestattet sein soll. Sie suchen da her durch endlose Reden einerseits die De- bie Reichsregierung entschieden vorgeht, während früher be Der sozialdemokratische Antrag wurde von Singer batten in die Länge zu ziehen, andererseits nach außen zu fanntlich nur ein in der Form ungenügendes Auslieferungsbegründet, und nach kurzer Debatte der Verschlechterungs- agitiren und von sich reden zu machen." antrag des Kartells angenommen. Nachdem nun§ 139, Die Herren Unternehmer, deren Ring" die Sozial bewußt die unwahrheit geschrieben wird. verlangen gestellt wurde, der weiß auch, auf welcher Seite der von Unterbrechungen des Betriebes demokraten zu sprengen suchen, und mit der Zeit auch durch Natur Ereignisse oder Unglückssprengen werden, verstehen sich auf das Einfacken der„ Arfälle handelt, ohne Debatte in der Kommissions- beitergroschen" so gut, daß für die sozialdemokratischen umfassende Arbeiterschutz- Gesetzgebung, welche freilich Wie sehr uns eine einschneidende, alle Arbeitszweige faffung angenommen war, entspann sich eine ziem- Agitatoren" nichts mehr übrig wäre, wenn diese den nicht nur auf dem Papiere stehen darf, sondern auch ernstlich lebhafte Debatte über§ 139 a, der den Bundes- Herren Unternehmern Konkurrenz machen wollten. rath ermächtigt, für gewisse Fabrikationszweige im Inter lich und energisch durchgeführt wird, Noth thut, ersteht man esse der Gesundheit oder Sittlichkeit die Ver" Die freisinnig fozialdemokratische Opposition" Moorkultur", einem Blatte, von dem man annimmt, daß es aus einer Sprechsaal- Notiz in Nr. 6 der Mittheilungen für wendung von jugendlichen Arbeitern oder Frauen zu ver- ist ein unter jüdischer Oberleitung stehendes Ganzes" nie in die Hände der Arbeiter gelangen wird. Die Notiz, bieten oder von besonderen Bedingungen abhängig zu machen; verkündet die„ Kreuz- Zeitung" in ihrer letzten Politischen welche so charakteristisch ist, daß kein Wort hinzugefügt wer ferner bei Betrieben mit ununterbrochener Feuerung für Wochenübersicht". Herr Richter, wir sind nachbarlich genug, den braucht, lautet: Kinder und jugendliche Arbeiter in beschränkter Weise die Ihnen ein Fläschchen zu borgen. Nachtarbeit zuzulassen. Das amtliche Wahlresultat aus dem " Die Sozialdemokraten beantragen die Streichung des 19. hannoverschen Wahlkreise liegt nunmehr vor. Absatzes betreffend die Nachtarbeit. Dagegen hat das„ Kartell" Es wurden im Ganzen 17 510 Stimmen abgegeben.( Bahl auch zu diesem Paragraphen einen Verschlechterungsantrag der Wahlberechtigten 31 052.) Von den Stimmen waren eingebracht, der dem Paragraphen einen noch ausgesprocheneren 85 ungiltig, es erhielt Fürst v. Bismarck 7365, Schmalfeld Rautschut- Charakter zu verleihen bezweckt. Und in dieser 3810, Adloff 2576 und v. Plate 3308 Simmen; 6 Stimmen verschlechterten Form wurde der Paragraph denn auch mit zersplitterten sich. Es hat somit eine Stichwahl zwischen fast allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten ange- bem Fürsten Bismarck und Schmalfeld stattzufinden. Der nommen, trotz der scharfen und eingehenden Kritik Bebel's. Termin für die Stichwahl ist auf den 30. April festDieser meinte, das systematische Bestreben, die ohnehin so " „ Für Moorkulturen, welche mit einem Iosen Decksand ohne Thongehalt befahren sind, halte ich eine Hackmaschine mit Zug thieren überhaupt nicht für anwendbar, wenigstens nicht in den ersten Jahren. Für solche Kulturen sind nach meiner An ficht die besten Hackmaschinen Schultinder, oder wo solche nicht in genügender Zahl zu haben sind Frauen; ich ziehe die ersteren jedoch vor, und zwar, weil sie billiger, williger und leichter zu lenken sind, und bei der leichten Arbeit dasselbe, ja mehr leisten als ältere Arbeiterinnen. Wenn man dagegen einwendet, daß man zu dieser Arbeit sehr gern Kinder verwenden würde, wenn sie nur dazu kommen wollten, so möchte ich darauf entgegnen, man soll nur den Versuch damit machen, er dürfte bei einiger Ausdauer meist gelingen. Auch hier tam in den ersten Jahren dazu nur eine kleine Anzahl; erst nach und nach haben sich die Leute and zwar nicht nur die daran gewöhnt, ihre Kinder, weil sie dadurch einen hübschen und arbeiten lernen, fehr gern zu schicken. Schon seit mehreren Verdienst haben, andererseits aber auch gut untergebracht find Jahren habe ich, sobald das Hacken im Frühjahr beginnt, täg lich 30-50 folcher 11-14jähriger Kinder, in der Schule zeit zu halben, während der Ferien zu ganzen Tagen in Arbeit und ist der Andrang ost so groß, daß ich mitunter An Herrn Caprivis Rede gelegentlich der Unteroffiziers- nicht alle annehmen kann. prämien wird man durch des Kaisers Ansprache bei der Auf meinen älteren Rulturen, wo der Decksand schon fester letzten Fahnenweihe gemahnt. Diese Rede schloß mit folgeworden ist, würde ich ja auch eine Hackmaschine anwenden genden Worten: OG können, und werde mir vielleicht auch noch eine beschaffen, weil od sti nepasisted si So erwarte er, daß jeder Truppentheil sein neues Feld man dann eventuell mit der Maschine vor und mit der Hand nachhacken kann. Bis jetzt habe ich es jedoch unterlassen, weil zeichen hochhalten und es vor jedem Fleck bewahren werde, ich, wie gesagt, diefelbe nicht überall anwenden fann und auch sei es im Kampfe gegen einen äußeren oder inneren mit den Kindern und Frauen gut ausgekommen bin. An Lohn Feind!" zahle ich diesen Kindern 50-60 Pf. pro Tag und kostet mich der Morgen zu hacken, je nach dem vorhandenen Unkraut 2c., von 1,50 bis mitunter 3 M." dürftige Vorlage noch zu verschlechtern, erfülle geradezu mit gesetzt. Ekel; und stellte für den Fall der von König Stumm" an- Die Erfahwahl für den verstorbenen Reichstagsgekündigten Einbringung weiterer Verschlimmerungs- Anträge Abgeordneten Dr. Windthorst im dritten hannoverschen bei der dritten Lesung, die Wiederholung aller sozial- Reichstags- Wahlkreise( Meppen- Lingen) ist seitens des Re- Arbeiter, sondern auch die Roffäthen und kleineren Bauern demokratischen Anträge für die dritte Lesung in Aussicht. gierungspräsidenten von Osnabrück auf den 9. Juni angesetzt. Der folgende§ 139b trifft Bestimmungen über die Frhr. v. Hertling soll die Reichstags- Kandidatur abgelehnt Aussicht der Behörden( Fabrikinspektoren haben. Wie die Kreuz- 3tg." berichtet, ist für diesen Fall und so weiter). Die Sozialdemokraten beantragten ein- ber Jesuitenpater Frhr. v. Hammerstein- Gesmold als Kanheitliche Regelung durch das Reich, während die Vorlage didat in Aussicht genommen. modnojisanghom Sie Regelung den einzelnen Bundesstaaten überläßt. Dieser Paragraph giebt zu einer längeren Diskussion über das Institut des Fabrikinspektorats Anlaß. Bu einer Debatte gaben nur noch die Strafe bestimmungen Anlaß. Der Abg. Stadthagen beantragt Erhöhung des Strafmaßes, das in der Vorlage für die Unternehmer viel zu niedrig( Geldstrafen bis 600 W.) normirt sei; und die sozialdemokratische Fraktion beantragt, auch die Zeugnisse" ebenso zu schützen wie das„ Arbeitsbuch". 1190 Unsere Leser wissen, welche Stellung wir zu diesem " Dr. Hirsch sprach allerlei„ Wünsche" aus; OberStaatsanwalt Hartmann erklärt alles Bestehende für gut, und Bebel wies auf die jetzt noch bestehenden Mängel des Justituts hin, dem prinzipiell seitens der Sozialdemokratie- Sympathie entgegengebracht werde. Nur müßten die Inspektoren zahlreicher sein, größere Machtvollkommenheit und eine vollständige Unabhängigkeit von den Unternehmern befizen. Schließlich wurde, durch Ab- Standpunkt einnehmen. lehnung des sozialdemokratischen Antrags, die Kommissionsfassung mit einer, durch das„ Kartell" vorgeschlagenen der konservativen Parteileitung aus. Ein neuer Vorstoß gegen die„ Kreuz- Zeitung" geht von Nicht allein in der Metallindustrie, schreibt die hiesige Modifikation angenommen. Bolts Btg.", sondern auch unter den Handwerkers Dieselbe erläßt in der„ Konservativen Korrespondenz" vereinigungen scheint Kontrolle über bie unter den folgende Kundgebung: Gehilfen etwa vorhandenen " Das Eingehen des Deutschen Tageblatts" hat vielfach Sozialdemokraten geübt zu werden. So sind der die Auffassung hervorgerufen, als ob dieser Vorgang das Schlächterinnung in Spandau von Berlin aus mehrere Ge Resultat einer Verständigung dahin sei, daß die Vertretung sellen namhaft gemacht worden, welche als der Sozialdemos der konservativen Interessen in nur einer der größeren fratie angehörig bezeichnet sind. Die Kontrolle scheint von Berliner Zeitungen für erwünscht gehalten werde. Dieser Aus den Herbergen auszugehen. bisdati bila sis faffung gegenüber ist auf Beschluß des aus der Wahl der Das Komplott gegen die Arbeiter, wet joeben tonservativen Fraktionen hervorgegangenen Ausschusses des wetjoeben Wahlvereins der deutschen Konservativen Folgendes festzustellen: in Deutschland enthüllt worden ist, erregt wie wir Zei tungen und Briefen aus dem Ausland entnehmen- in der ganzen zivilifirten Welt berechtigtes Aufsehen, und findet, von vereinzelten Unternehmerorganen abgesehen, einstimmige Berurtheilung. Solche Intoleranz und ein so geringes Berurtheilung. politisches Verständniß hatte man den deutschen Unternehmern nicht zugetraut, und daß die Behörden eines 2. Zur Zeit ist nur die von dem Wahlverein der Deutschen Landes, dessen Regierungen auf ihre sozialreformatorische Konservativen herausgegebene und unter Leitung des von der Gesetzgebung so stolz sind, mit den Unternehmern gemeinparlamentarischen Vertretung der Partei bestellten Ausschusses schaftliche Sache gemacht haben, erregt peinliches Staunen stehende Konservative Korrespondenz" dazu bestimmt, über die und zerstört den Nimbus, welchen der deutsche Polizeiin der Partei bestehende Auffassung zu orientiren. " Stadthagen begründete seinen Antrag mit der unter den Unternehmern herrschenden arbeiterfeindlichen, selbst den ärgsten Gesetzwidrigkeiten geneigten Stimmung, wie sie in dem famosen Komplott" zu Tage getreten sei. Eine nähere Besprechung der in der Broschüre über das„ Komplott" mitgetheilten Attenstücke wird jedoch durch den Präsidenten verhindert. Die Wirkung der enthüllten Thatsachen ist aber eine so mächtige, daß das Kartell sich für den sozialdemokratischen Antrag ausspricht, der auch einstimmig angenommen wurde der erste sozialdemokratische Antrag zum Arbeiter schutz Gesez", welcher die Zustimmung des Reichstags erLangt hat. M Die Vorlage wird ohne weitere Debatte bis zu§ 151 erledigt und das Haus vertagte sich bis morgen 11 Uhr Vormittag, wo es sofort in die Besprechung des Koalitionsrechts eintreten wird. 1. Der Ankauf des Deutschen Tageblatts" hat stattgefunden, ohne daß die Parteileitung von diesem und von der Person des Räufers irgendwie in Kenntniß gesetzt worden ist. Zu einer Ver ständigung über den Besitzwechsel bezüglich dieses Blattes und die damit verbundenen Absichten lag für die Parteileitung weder eine Möglichkeit vor, noch ist von irgend einer Seite eine Wer anlassung dazu geboten worden. 8. Offiziell von der Parteileitung ausgehende Kundgebungen Sozialismus um sich zu verbreiten gewußt hat. Was aber werden unter den in dem vertraulichen Anschreiben vom 20. Mai der deutsche Polizei Sozialismus verliert, das ge1889 der Parteipreffe mitgetheilten Vorzeichen in dieser Kon- winnt die deutsche Sozialdemokratie. Und so hat die servativen Korrespondenz" erscheinen, und zu Mittheilungen an Enthüllung dieses Komplotts ihren Zweck nach jeder Richdie Mitglieder des Wahlvereins der deutschen Konservativen tung vollständig erreicht. ili " Wie das?" fragte Hannes erstaunt. " tigen Raltfelsen, welche St. Vigil umschlossen, aufgefangen Wenn Sie wegen Ihrer Großmutter hergekommen sind, Böses giebt es auf der Welt, das die Alte dem Klosterwurde. Die winterlichen Morgennebel, welche in der Tiefe dann kommen Sie zu spät, Herr Pfarrer." bauer nicht gewünscht hätte, von wegen ihrer Tochter. Ich wallten und wogten, ließen St. Vigil selbst nicht erkennen. Da mich der will's nicht wiederholen. Am Tag Allerseelen letthin ist Nur dann und wann ging von dem Bache ein Blinken gute Alte hier zu Euch geführt hat, so nahm ich an, daß sie nach St, Vigil, um das Grab ihrer Tochter noch einmal durch den Nebel. Auf der Nordseite trat der Wald dicht die Ahne bei Euch wohne." mizu sehen. Wie sie ist zurückgekommen, ist sie ganz anders an das Dorf heran und nacktes Gestein wies seine Zähne Freilich", sagte der Löffel- Franz. Sie hat auch hier gewesen als sonst. Still ist sie gewesen und in sich gekehrt dem Himmel. gewohnt, seitdem ihr Mann gestorben war; aber sie ist fort und hat mitten in der Arbeit auf ihre Spindel oder die Nadeln Hannes warf einen flüchtigen Blick um sich. Er war schon seit drei Wochen etwa." vergessen. Hat auch nicht davon geredet, was ihr etwan in erhitzt vom Steigen und empfand daher den scharf Der Alte auf der Fensterbank nickte, als wollte er St. Vigil geschehen ist. Und dann hat sie ihre wenigen über die Höhe streifenden Ostwind um so beißender. Die Mittheilung bestätigen, und Hannes rief mit noch größem Habseligkeiten zu Geld gemacht, und hat sich weder von Rasch wendete er sich der nächsten Hütte zu, unter deren Erstaunen: Fort?- und wohin? Wo hält sie sich mir noch von meinem Weib bedeuten laffen, daß in so Thür in demselben Augenblicke ein alter Mann erschien, gegenwärtig auf?" später Jahreszeit und bei so rauhem Wetter selbst ein der trotz der Kälte in Hämdärmeln war. An den Füßen Ja, wenn es Hochwürden nicht wissen, der doch ihr junger und träftiger Mensch sich bedenken würde, die weite trug er plumpe Holzschuhe. Er mochte den Geistlichen Enkel ist," äußerte der Löffel- Franz etwas scharf, lenkte Reise durch das Busterthal und das Ampezzothal zu untergenug, nach der Wohnung der Frau Strasser fragte, antwortete er Heimweh bekommen und wäre in ihr Geburtsdorf im die ihr beiständen, hat sie gemeint. Da ist sie denn gegangen. topfschüttelnd mit der Gegenfrage, was der hochwürdige Venetianischen zurückgekehrt. 295 200 illout Drei Wochen sind's her." Herr denn von ihr wolle? Setzte aber gleich hinzu:„ Ja, Die Nachricht erschien Hannes unglaublich, mußte die Hannes hatte den Bericht mit keinem Worte unters ja, die Frau Straffer, freilich. Da weiß der Bitscheit, der Ahne doch nach seiner ungefähren Schäzung wenigstens brochen. Beinlich genug war es ihm, zu hören, daß die Löffel- Franz Bescheid," und barhäuptig und ohne Rock, wie siebenzig Jahre alt sein. unerquicklichen Familienverhältnisse so allgemein bekannt er war, führte er Hannes um die Kirche nach einem ver-" Dennoch," bekräftigte der Löffel- Franz. Das Heimweh waren, doch konnte er darüber mit den Leuten unmöglich in fallenen Häuschen, in welches er voran hineinging, eine hätte sie schon seit dem Tode ihres Diannes gehabt. Jeden Erörterungen oder Erklärungen fich einlaſſen. Thür öffnete und sagte: Du, Franz, hier ist ein geistlicher Herbst und Winter hätte sie davon gesprochen, nach ihrer Wir wollen zu Gott hoffen, daß sie ihre Heimath Herr, und er fragt nach der Straffer." Hierauf setzte er sich füblichen Heimath zurückzukehren, wo die Menschen auch glücklich erreicht hat", sagte er nach einem furzen, nachdenk auf die Fensterbank, um in Gemächlichkeit zu erfahren, wes- im Winter nicht frören und es nur auf den Bergspigen lichen Schweigen, als der Löffel- Franz seinen Bericht beendet halb Hannes nach der alten Frau fragte. Schnee gäbe. Wann die dicken Herbstnebel auf den Bergen hatte, und erhob sich. schon vom Fenster aus beobachtet haben. Als ihn Hannes dann aber mit der Bemerkung ein, die Alte hätte das nehmen. Unterwegs träfe sie woh mpezzothal zu unterHannes mußte sich bücken, um in die Stube zu gelangen gelegen und es draußen gestürmt und geschneit hätte, dann" Ja, Hochwürden", versetzte dieser, indem er mit den die mit einer heißen Stickluft und dem Geruch von frischem wäre sie nie müde geworden, von ihrer Heimath zu er- Anderen gleichfalls aufstand." Es hat ihr ordentlich frische Holz und Tannenharz erfüllt war. Außer dem Löffel- Franz, zählen, wo es so schön wäre und die Sonne immer warm Kraft gegeben, daß sie endlich in ihre Heimath zurückkäme, den er von Jugend auf tannte, befanden sich dessen Frau schiene. Aber sie hat nicht fortgekonnt, es hat sie was und cine arme alte Frau findet in der ganzen Welt barm und Tochter in der Stube, alle Drei mit dem Anfertigen festgehalten!" Tai isdndous one. R herzige Seelen. Es wünscht sich jetzt auch mancher Andere der Holzwaaren beschäftigt, mit denen der Löffel- Franz Er begegnete dem fragenden Blicke des jungen Geist wohl aus Tirol fort, so lieb er es hat. Was gilt denn hausirte. Dieser, der eben einen Harkenstock glättete, stand lichen und sich auf die Kante der Schnizbank setzend sagte noch der Tiroler in seinem eigenen Land? Als einen Hund respektvoll von der Schnitzbank auf, und Frau und Tochter er:" Nichts für ungut, Herr Falkner! Wir wissen hier in estimirt ihn der Bayer," erhoben sich ebenfalls von ihren Sitzen. Hannes winkte Bleiten alle Bescheid, wie die Sachen zwischen ihr und dem Sier öffnete der Alte auf der Fensterbank zum ersten ihnen, daß sie sich in ihrer Arbeit nicht stören Lassen Klosterbauer gestanden haben." 1901 Male den Wund:" Ja, das sei Gott geklagt", seufzte er. möchten und sah sich nach einem Size für sich um. Die Der Gast auf der Fensterbank stimmte wieder durch ein( Fortsetzung folgt.) Frau brachte ihm einen Strohstuhl. Der Löffel- Franz blieb Kopfnicken bei und der Löffel- Franz, der sich eben so jedoch mit dem Schnitmesser in der Hand stehen und sagte: wenig wie die Anderen um ihn kümmerte, fuhr fort: Nichts 151419] sigur a bid d Haus eindringen, an dessen Thür ein solcher Better bes festigt ist." Die Getreidespekulation an der Börse ist der Korrespondenzen und neueste Nothanker, den das lecke Schiff der BrotvertheuerungsTitavalo Mit der Fr- ei- müthigkeit des amtlichen Kreisblattes für Politit ausgeworfen hat. Alles Andere soll Schuld sein an Parteinachrichten. Neuhaus a. d. O. und seiner Gesinnungsgenossen kann natürlich den hohen Getreidepreisen- nur nicht die Kornzölle. Früher waren es die Bäcker und Zwischenhändler, An die sozialdemokratischen Vertrauensmänner der lein sozialdemokratischer Arbeiter tonturriren. Ergößlich ist es, daß der größte Staatsmann aller Zeiten" gegen die Fürst Bismarck als Chef des Brotvertheuerungs- ländlichen Kreise. Seit längerer Zeit werden von Berlin ge- sich einer Stichwahl mit einem„ unbekannten Zigarrenmacher" Ringes die Volksleidenschaften abzulenten suchte jetzt gelesene Arbeiterblätter aller Art franko nach den ländlichen unterziehen muß. Bismarck hat nicht einmal die Stimmenwird gegen die Börse gehetzt, welche an der Brot- Orten behufs Verbreitung der sozialdemokratischen Lehre gefandt zahl erreicht, die 1890 auf Gebhardt fiel. Auch die sozialdemo da jedoch in letzter Zeit verschiedene Parteizeitungen in den länd pertheuerung Schuld sei. Wir sind gewiß keine Freunde lichen Streifen gegründet sind, so sind wir jetzt im Unklaren, ob die zahlreiche Schifferbevölkerung an der Elbe und Weser, welche fratischen Stimmen haben einen kleinen Rückgang erfahren, weil des„ Giftbaumes", und würden denselben, wenn wir die gesandten auch immer willkommen und nothwendig sind. bei der vorigen Wahl sich in der Heimath befand und sozial könnten, lieber heute als morgen mit Stumpf und Stiel Wir sind deshalb gewillt, die Zeitungen nur dahin zu senden, demokratisch wählte, diesmal an der Wahl nicht theilnehmen ausrotten; allein, wenn auch nicht zu leugnen ist, daß wo dieselben von den Vertrauensmännern gewünscht werden, da konnte, da die Schiffer außerhalb des Wahlkreises auf der Reise durch gewissenlose Börsen- Machinationen Preisschwankungen wir nicht beabsichtigen, den eigenen Organen Abbruch zu thun, begriffen waren oder in Hamburg 2c. lagen. Das Gleiche war mit vielen Bauhandwerkern u. s. w. der Fall, die im Sommer hervorgebracht und momentane Preissteigerungen bewirkt sondern nur die Agitation auf dem Lande unterstützen wollen. Bei Bedarf werden Bestellungen sofort ausgeführt von werden können, so steht für Jeden, der vom Wesen des mögliche Art und Weise gegen die Sozialdemokraten gewüthet. Handels auch nur das Elementarste versteht, doch das Emil Böhl, Schankwirth, Frankfurter Allee 74, Berlin O. Die nach den größeren Städten gehen. Außerdem hat man auf alle Sandels auch nur das Elementarste versteht, doch das Kommission für Verbreitung gelesener Arbeiterzeitungen im In der Bismarckgegend bei Neuhaus a./D., Freiburg u. f. w. fest, daß eine dauernde Preissteigerung durch Börsen IV. Berliner Wahlkreis. hatte man die schon oben erwähnten Zettel an die Hausthüren spekulationen nicht herbeigeführt werden kann. geklebt. Am Wahltage verwehrte man vielfach den sozialdemoNein es ist wieder der alte Kniff des Diebes, der Elberfeld, 17. April. Der verlotterte Amtsrichter" vor tratischen Kontrolleuren den Zutritt zum Wahllokal. Dieselben Saltet den Dieb! hinter einem anderen herruft, um den Gericht. Unsere Leser entsinnen sich wohl noch der Aufsehen er bekamen auch in den Bismarckorten weder Nachtquartier, noch eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Die Urheber der regenden Rede des Präsidenten v. Holleben vom 28. Januar im Speisen und Getränke. Bei den Knechten und Landarbeitern Brotvertheuerung sind und bleiben die Herren Agrarier, preußischen Herrenhause zu einer Regierungsvorlage, welche einem fonnte von freier Wahl keine Rede sein, sie wurden von den Bismarckbauern terrorisirt. die durch ihren Kornwucher" im Großen seit 12 Jahren Amtsrichter bie Dienstaufsicht über seine Kollegen übertragen sollte. fonnte von freier Wahl keine Rede sein, sie wurden von den dem deutschen Volk viele Hunderte von Millionen aus der Präsident v. Holleben führte dabei aus, daß heutzutage nicht felten Amtsrichter verlottern und der Trunksucht verfallen aus Solingen, den 16. April 1891. Sowohl in Wald wie in Tasche genommen haben. Das Volk fennt die Schuldigen Mangel an Aufsicht. Diese Rede gab der Presse im allgemeinen der Expedition der„ Bergischen Arbeiterstimme" hat die Polizei und wird sich nicht auf eine falsche Fährte bringen Anlaß zu anderweitigen Erörterungen über die Ursachen der nach dem Buche die" Religion des Kapitals von Baul Lafargue Lassen. hiltispin ofgerügten Erscheinung. Anfangs Februar brachte auch unser hiesiges Parteiblatt, die" Freie Presse", einen solchen Artikel. gesucht. In Wald wurde nichts gefunden, in der Expedition ein Darin fand die Staatsanwaltschaft zu Düsseldorf eine Verlegung Gremplar beschlagnahmt. des§ 181 des Strafgesetzbuches, welcher lautet: Mannheim, 18. April.( Privat- Depesche.) Bei der heute Wer erdichtete oder entstellte Thatsachen, wissend, daß sie vor dem Schwurgerichte stattfindenden Verhandlung gegen den erdichtet oder entstellt sind, öffentlich behauptet oder verbreitet, Redakteur der Boltsstimme", Thies, wegen Bergehens gegen um dadurch Staatseinrichtungen oder Anordnungen der Obrig§ 180 bes R.-St.-G.-B. wurde der Angeklagte für schuldig befeit verächtlich zu machen, wird mit Geldstrafe bis zu 600 W. funden und zu 100 m. Geldstrafe verurtheilt. Thies war ge legentlich der Einleitung der Untersuchung bekanntlich nach der oder mit Gefängniß bis zu zwei Jahren bestraft." Schweiz geflohen, wie der Ausgang des Prozesses jetzt zeigt, fehr ohne Grund. Die Korruption der deutschen Presse konnte man in den letzten Tagen genau studiren. Die Errichtung eines neuen großen Waarenhauses in Berlin hat den anständigen" Blättern einen großen Fischzug ermöglicht. Sie nahmen von den alten Häusern und dem neuen Konkurrenten in unparteiischster Weise Geld für Notizen, Artikel und Feuilletons im redaktionellen Theile. Herr R. Herzog ließ Zum 16. April war nun der Verhandlungstermin von der besonders stark die Reklametrommel für sich schlagen. In der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", im„ Hannover'schen Strafkammer zu Düsseldorf angesetzt. Der Angeklagte Grimpe Courier" und in anderen Blättern finden wir nicht im führte aus, daß in dem ganzen Artikel von Thatsachen, die der§ 181 verlangt, um angewendet werden zu können, Aus Hessen, 16. April. In einer jüngst in Groß- Gerau bei Inseraten, sondern im redaktionellen Theile ein gleich nichts enthalten sei, geschweige denn von„ erdichteten oder Darmstadt stattgehabten öffentlichen Sigung des Schöffengerichts Lautendes Feuilleton„ Ein Waarenhaus der Gegenwart und entstellten" Thatsachen. Der Artikel stelle vielmehr nur ergab die Verhandlung die interessante Thatsache, daß der BürgerZukunft. Frei nach Bellamy". Wer etwas dem Titel eine fritische Meinungsäußerung dar und diese könne noch so meister von Darmstadt aus brieflich aufgefordert war, dem Ge Gemäßes suchen würde, wird getäuscht, denn er findet nur scharf, ja sogar ungerecht sein, so lange nicht entstellte Thatsachen meindearzt zu kündigen, da dieser für die Wahl des freisinnigen eine plumpe Anpreisung des Geschäftes von Herzog. Daß behauptet seien, bliebe sie straffrei. Der Vertreter der Staats- Kandidaten Munkel agitirt hätte. Es ist dieser Vorgang beein wirklich anständiges Blatt Reklamen im Texte nicht anwaltschaft hielt die Anklage aufrecht, der Angeklagte müsse zeichnend für die Stimmung, die damals zwischen Kartellisten anfnimmt, weiß jeder vernünftige Beurtheiler der Presse. wissen, daß die freie Beweiswürdigung in dem richterlichen Be- und Freisinnigen bestand, er charakterisirt aber auch in treffender rathungszimmer statthabe. Die ganze Tendenz des Artikels gehe Weise den hessischen Freisiun, denn dieser nahm in edler Weise Freilich kann, wenn man diesen Maßstab anlegt, kaum ein darauf hinaus, die Rechtsprechung als einen Aft der brutalsten dadurch Rache an dem Kartell, daß er im Wahlkreis Darmstadt bürgerliches Blatt in Berlin anständig genannt werden. Willtür hinzustellen 2c. Er beantrage, von einer Geldstrafe abzu- geschlossen für den Nationalliberalen eintrat und dadurch dessen Wie wir dem Brüsseler„ Peuple" entnehmen, rüsten die stehen und auf eine Gefängnißstraße von zwei Wochen zu er- Wahl gegen den Sozialisten Müller ermöglichte. tennen. Der Angeklagte erwiderte darauf, daß die Beweiswür Arbeiter in ganz Belgien sich zur Maifeier, welche Digung in dem inkriminirten Artikel gar nicht in Abrede Raiserslautern, 17. April. In heutiger Stadtraths- Sigung dieses Jahr unzweifelhaft weit großartiger noch ausfallen gestellt sei, daß aber die meisten Urtheile, nament wurde der Umzug der hiesigen sozialdemokratischen Partei am wird als im vorigen Jahre. lich in politischen Prozessen, nicht einstimmig von den 8. Mai einstimmig genehmigt. urtheilenden Richtern gefaßt werden und daß selbst In einer Unterredung mit einem Journalisten erklärte der Führer der belgischen Arbeiterpartei Volders, wenn die Revision des Wahlrechtes unter den Bedingungen stattfände, welche in dem Bericht der Zentralsektion der Kammer aufgestellt seien, so so würde dies eine Täuschung und Herausforderung der Arbeiterpartei sein und ein allgemeiner Streit würde dann sofort angeordnet werden. " 502 über die Höhe des zu erkennenden Strafmaßes die Mei- Frankfurt a. M., 16. April. Die hiesige Ober- Postdirektion nungen oft auseinandergingen. Die Berathungen der Richter ist ebenso wenig wie die anderer Orte eine Gönnerin des Postfinden geheim statt, das habe für das große Publikum etwas Ge assistenten- Verbandes. Nachdem bei der vor einiger Zeit stattheimnißvolles, Mysteriöses, daher der Ausdruck im Artikel gehabten Gründung desselben eine Warnung von ihr erlassen war, er " Mysterien des Berathungszimmers", woran die Anklagebehörde lebten sämmtliche Borstandsmitglieder die übrigen waren nicht be Anstoß genommen habe, womit aber keineswegs eine„ erdichtete fannt gemacht- gleichwie an anderen Orten ihre sofortige Berfezung oder entstellte Thatsache" behauptet sei. Was die Tendenz des nach weit entlegenen Stationen. Das Schicksal ihrer Nachfolger Artikels anlangt, die der Herr Staatsanwalt hervorhebt, so steht war das gleiche. Es zeigt das Vorgehen in nicht mißzuverstehender davon im§ 131 kein Wort, Tendenzen" können nicht bestraft Weise, daß die Leiter staatlicher Anstalten über die Koalitions werden; er beantrage daher seine volle Freisprechung. Nach freiheit der Arbeiter nicht anders denken, wie andere Unternehmer. kurzer Berathung verkündet der Gerichtshof, daß die Publikation Der Erfolg wird freilich nicht der gewünschte, sondern der sein, des Urtheils am 28. Mai erfolge. daß manchem weit rascher als es sonst der Fall gewesen wäre, die Augen darüber geöffnet werden, daß die Sozialdemokratie ber einzige Hort aller abhängigen Existenzen, die einzige Interessenvertretung aller Lohnarbeiter ist, gleichviel ob ihr Werkzeug die Schaufel oder die Feder ist. * # " Der erste Lord des Schatzes, Smith, verkündete die Namen der 27 Mitglieder der Kommission des englischen Parlaments betreffend Arbeit und Kapital" und erklärte, die Kommission sei beauftragt, die Fragen über die Barmen, 17. April. Der Genosse Drechsler Karl Raue von Arbeitgeber und Arbeiter, die Vereinigungen von Arbeit hier hatte ein Gedicht verfaßt, betitelt„ Gin Traumbild", und gebern und Arbeitern, sowie die während der jüngsten drucken lassen. Bei Gelegenheit der Reichstags- Erfahwahl im Arbeitsstreitigkeiten im Vereinigten Königreiche aufgetretenen Wahlkreis Bochum hatte er einige Exemplare verbreitet. Hierin Arbeiterverhältnisse zu untersuchen und zu berichten, ob die und die Staatsanwaltschaft in Effen eine Aufreizung der ver- Polizei gegen unfere dortigen Genossen ist, geht aus folgender erblickte die Polizei in Herbede eine Gewerbesteuer- Kontravention Frankfurt a. M. Wie aufmerksam die Frankfurter Gesetzgebung mit Vortheil zur Abhilfe irgendwelcher ent- und schiedenen Klassen der Bevölkerung zu offener Gewalt. Des- Notiz der Frankf. 8tg." hervor. Die von der hiesigen sozialdeckter Uebel anwendbar und in diesem Falle, auf welche halb angeklagt hatte sich Genosse Raue am 15. April vor der demokratischen Partei niedergesetzte, aus den Herren Brühne, Weise sie anwendbar seien.- 192201192 101 921 Straffammer des kgl. Landgerichts zu Essen zu verantworten. Bertram und Weinrich bestehende Kommission, welche Zeitungen Der Angeklagte bestritt, daß in feinem Gedicht eine Aufreizung und Beitschriften der sozialistischen Richtung zu sammeln und zur Die englische Armee wird immer unzuverlässiger, wo zum Klaffenbaß liege und widerlegte die Stellen, auf welche die Agitation auf das Land zu versenden hat, wurde am Donnerstag für neuerdings wieder ein neuer Beleg vorliegt. Eine Londoner Antlage erhoben war. Der Staatsanwalt beantragte drei Monat Abend, als sie eine derartige Versendung in der Wohnung des Depesche des Bureau„ Herold" meldet nämlich: Gefängniß, das Gericht erkannte auf 4 Wochen Gefängniß, Herrn Brühne vornahm, während der Arbeit von einem dazu 10 Mark Geldstrafe und die Kosten. Gegen dieses Urtheil ist beorderten Schutzmann überwacht." Mehr kann man nicht von Revision angemeldet. einer Polizei verlangen. Am Sonnabend weigerten sich einige Leute von der 34. Batterie der Königlichen Artillerie in Portsmouth zur Parade zu erscheinen. Sie zischten die Offiziere aus, liefen davon und zertrümmerten die Fenster der Kaserne. Die Artillerie wurde alarmirt, worauf mehrere Verhaftungen stattfanden. Es wird ein Kriegsgericht eingesetzt werden. Ge heißt, die Meuterei habe wegen übermäßigen Drillens stattgefunden.In der Frankfurter Beitung" findet sich folgendes merkwürdige Telegramm aus Wien: Nach polnischen Blättern wurde in Nowofielica ein russischer Deserteur Namens Ditrowski verhaftet, der nach Er hebungen und theilweisen Geständnissen in London vier Sozialisten ermordet hat. Unseres Wissens ist in London von diesem vierfachen Morde nichts bekannt. * E Arbeiterbewegung. Hamburg. Die Demonstration am 8. Mai zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages dürfte hier einen bedeutenden Umfang gewinnen. Sämmtliche Gewerkschaften, sowie die brei fozials demokratischen Vereine haben ihre Theilnahme erklärt und es dürften wohl ca. 100 000 Personen sich an der Demonstration betheiligen. Der Redakteur der Neuen Tischler- 3tg.", Richard Vom Rhein, 16. April. Die geringe Neigung der Schiffer, Müller, wurde vom hiesigen Landgericht wegen Wajestäts- sich mit den bisher gezahlten erbärmlichen Löhnen abfinden zu beleidigung zu vier Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Be- lassen, und ihr erfolgreiches Streben sich im Rahmen der modernen leidigung soll begangen fein durch Abdruck eines Artikels der Arbeiterbewegung zu organisiren, veranlaßt sofort auch das amerikanischen„ Cincinnati Arbeiterzeitung", der bereits in der Unternehmerthum, sich zu toaliren. Die Märt. Boltsstimme" ist Münchener Post" Aufnahme gefunden hatte unter dem Titel in den Besitz nachstehenden als„ streng vertraulich" bezeichneten Amerikanische Berichterstattung." hettographirten Schreibens gelangt: " Attien- Gesellschaft für Handel und Schifffahrt. H. A. Disch. Duisburg- Maing- Mannheim. " Mainz, 6. April 1891. Ottensen, 17. April. Die Reichstagswahl im 19. Hannoverschen Wahlkreis hat wieder merkwürdige Vorkommnisse gezeitigt. Herr Parnell wird nun doch in den saueren Apfel Im Kampfe mit geistigen Waffen" haben sich die echten Voll- sid beißen und sein Mandat nieberlegen müssen. Sein Gegner blut- Bismarcker stets in ihrer Art besonders ausgezeichnet. Ihre Um zu der, durch sozialdemokratische Agitation bewirkten Healy ist ihm im englischen Parlament so nachdrücklich geistigen Argumente waren von jeher der Knüppel oder Säbel und im Wachsen begriffenen Gährung unter dem Schiffsvolk, 6u Leibe gegangen, daß zwar nicht Herr Parnell selbst, der und Flinte. Das argumentum ad hominem der Drochtersener insbesondere den Heizern, im Voraus geeignete Stellung zu Bauern gegenüber den sozialdemokratischen Irrlehren" ist nehmen, möglichst in Uebereinstimmung mit den verschiedenen bis zur moralischen Unempfindlichkeit abgebrüht ist, aber ja noch in guter Erinnerung. So hat man auch bei Schleppfirmen, möchten wir Sie um geft. Mittheilung der von doch dessen paar noch übrig gebliebene Anhänger sich von der Wahlagitation in den letzten Tagen sich vielfach recht Ihnen gegenwärtig gezahlten Heizerlöhne einschließlich etwaiger der Nothwendigkeit überzeugt haben, die Erfüllung seines sonderbarer geistiger Waffen gegen die Sozialdemokraten Naturalbeiträge bitten, indem wir zugleich bemerken, daß wir Versprechens von dem„ ungekrönten" Er- Könige Irlands zu bedient, besonders im Bismarcklande, in den Kreisen Frei- unsern Heizern 20 Mark pro Woche außer Biergeld zahlen. fordern. Und dieses Verlangen wird er taum zurückweisen burg, Neuhaus a. D. und Otterndorf. Wohl auf die Meldung uch wäre es erwünscht, zu wissen, was Sie gegenüber der können. Ob er dann wiedergewählt wird, ist freilich sehr der Bourgeoispresse hin, daß noch am Wahltage selbst sich ein Forderung der Heizer wegen Lohnerhöhung sich eigentlich zu ver zu bezweifeln, da die Masse der Wähler sich immer mehr Schwarm sozialdemokratischer Agitatoren und Flugblattvertheiler halten gesonnen sind. aus Hamburg über den Wahlkreis ergießen würde," hat man sich von ihm abwendet. Und daß er bei der letzten Abstimmung gegen den Ansturm dieser gefährlichen Umstürzler dadurch zu verüber das irische Landankaufs- Geset, für die Tory barrikadiren versucht, daß man Zettel folgenden Inhalts an die regierung stimmte, hat seine Popularität gewiß Hausthüren klebte: nicht vermehrt. " leidigt König Milan oder der Hochstapler- folgende Instruktion: Hochachtend H. A. Disch." Dieser streng vertraulich begonnene Verkehr zwischen den Rhederfirmen wird streng vertraulich fortgesetzt werden und das Den Vertheilern sozialistischer Flugblätter und Stimm- Ziel ist, wie die Aktenstücke des deutschen Metallunternehmerverbandes beweisen, die Aushungerung des Arbeiters, der mit ,, Besonderes Kennzeichen". Unter dieser Rubrik zettel ist der Zutritt unterfagt." heißt es in einem gegen einen Hochstapler erlassenen Stedt- Diese Zettel wurden allen Bauern und Bürgern ins Haus legalen Witteln strebt, sich eine menschenwürdige Existenz zu erbrief: Sieht dem König Milan von Gerbien auffallend gebracht und Jeder, der als loyaler Staatsbürger gelten wollte, ringen. ähnlich". Preisfrage: Wer ist durch dieses Signalement be- mußte dieselben am Eingang seines Hauses anbringen. Das Effen a. d. Ruhr, 18. April. Die Meldung über ein anamtliche Streisblatt" für Neuhaus a. d. D. gab hierzu noch gebliches Komplott gegen das Leben des Grubenverwalters von Beche Langenbrahm" bei Werden a. d. Ruhr ist der RheinischVon der letzten Reichstagswahl her ist uns die Frechheit Westfälischen Zeitung" zufolge vollständig unbegründet. Wahr ist In der letzten Nummer hatten wir den Selbstmord einer in die Häufer eingedrungen sind, um sozialdemokratische Stimm der Belegschaft der Zeche beantragt worden war, bei dem russischen Großfürstin zu melden gehabt. Jezt wird aus zettel und Flugblätter zu vertheilen. Wer sich diese meistens ans Grubenvorstand ein Gesuch um Absegung des Grubenverwalters einen einen Bettel an seine Thür an, wonach sozialdemokratischen abgelehnt. Die Grubenverwaltung hat darauf 10 Bergleute, Michael auf ber" Fahrt nach Charkow die Depesche mit der Flugblatt- und Stimmzettel- Wertheilern der Eintritt ver- welche die Haupturheber des Antrags waren, am 15. April geNachricht vom Tode seiner Gemahlin erhielt, gerieth er in boten ist. Es wäre zu wünschen, daß die Fremden gleich beim Eintritt Auf Beche Eintracht Tiefbau" bei Steele dauert der Streit derartige Aufregung, daß ihm eine Halsarterie platte. Die Aerzte waren recht besorgt. Es scheint, daß es auch da in die Ortschaften darauf aufmerksam gemacht würden, deß sie fort. Auf Seche Sellerbeck sind heute 3 Mann unter Tage an sich des Hausfriedensbruchs schuldig machen, wenn sie in ein gefahren. nicht mit ganz natürlichen Dingen angenommen ist. In der russischen Kaiserfamilie gehen merkwürdige Dinge vor. Kein Tag fündigt. " Theater. Dienstag, den 21. April. Opernhaus. Tristan und Isolde. Schauspielhaus. Der neue Herr. Leffing- Theater. Die alten Junggefellen. Berliner Theater. Goldfische. Deutsches Theater. Die Kinder der Exzellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Saint Cyr. Wallner Theater. Des Teufels Weib. Residenz- Theater. Die Früchte der Bildung. Viktoria Theater. • Die sieben Raben. Bellealliance Theater. Der Giftmischer. Ostend Theater. Jm Bann der Schuld. Thomas- Theater. Der Registrator auf Reisen. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, den 21. April, Abends 8 Uhr, im Vereinshaus ,, Süd- Ost", Waldemar- Strasse 75: Grosse Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über:" Die Chartistenbewegung in England". Referent: R. Schmidt. 2. Diskussion. 8. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 339/8 Programme zu der am 1. Mai stattfindenden Feier werden in dieser Versammlung ausgegeben; desgleichen auf sämmtlichen Zahlstellen. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Die Zahlstellen des Vereins find bei folgenden Genossen: im SüdOften: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40( Rottbuser Plaz); F. Zubeil, Naunyn straße 86, p.; Karl Scholz, Wrangelstr. 32, part.; Benno Stabernack, Wrangelftraße 85( im Zigarrengeschäft; im Osten: G. Tempel, Breslauerstr. 27( Rest.); 0. Heindorf, Langestr. 70, part.; Lock, Friedrichsbergerstr. 11( Restaurant). Auch werden daselbst neue Mitglieder aufgenommen. Sozialdemokratischer Wahlverein Kaufmann's Variété. Große Gpe des VI. Berliner Reichstags- Wahlkreises. zialitäten- Vorstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Borstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direcion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. Bratweil'sche Bierhallen Täglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MusikDirektor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Opernfängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Empfehle zugleich meinen Frühstücksund reichhaltigen Mittagstisch, sowie 6 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Berfammlungen. 708 F. Sodtke. Castan's Panopticum. Jetzt: Friedrichstr. 165. Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Passage- Panopticum. Unter d. Linden 22/23. 11-1 u. 5-9 U. Knabe Dienstag, den 21. Februar, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn ,, Knebel", Badstraße Nr. 58: Große Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Herrn Förster. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. 341/13 Die Zahlstellen des Vereins, wo jeden Sonntag von 10-12 Uhr Beiträge entgegengenommen werden( auch werden neue Mitglieder aufgenommen) befinden sich in folgenden Lokalen: Franz Gleinert, Müllerstraße 178; Oskar Kleina, Gartenstr. 171; Julius Otto, Pantstr. 31; Louis Viek, Birkenstr. 24; Alex Linke, Beusselstr. 57; Joh. Gnadt, Brunnenstr. 38; Emil Schmidt, Tresdow und Diedenhofenerstraßen- Ecke; Berth. Warttig, Templinerstr. 12; Steinbach, Antonstr. 1( Bigarrengeschäft). Der Vorstand. Zentral- Kranken- u. Sterbe- Unterstützungskasse der d. Zimmerer ( E. H. K. Nr. 2) Siz Hamburg, örtliche Verwaltung Berlin, Versammlung am Donnerstag, den 28. April, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Abrechnung pro 1. Quartal 1891. 2. Bericht der Delegirten von der General- Versammlung in Dresden. 3. Revisoren Ersatzwahl. 4. Werschiedenes in Raffen- Angelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. 383b Verein der Klempner Berlins und Umgegend. Wir ersuchen die Mitglieder, welche Bücher aus der VereinsBibliothek entnommen haben, dieselben bis zum Sonntag, den 26. April 1891, an die Bibliotheks- Kommiffion abzuliefern. Bücher werden von heute ab nicht mehr ausgegeben. Zweck: Revision. 187/11 Ferner bitten wir diejenigen Mitglieder, welche noch mit ihren Beiträgen im Rückstande und welche noch Gelder abzuliefern oder Billets von Matinéen abzurechnen haben, dies schleunigst zu thun. Rechnungen, Liquidationen u. s. w. sind ebenfalls noch vor unserer Generalversammlung bei dem Rendanten Delcourt, Wienerstraße 28, einzusenden. Der Vorstand. J. A.: P. Selchow. Gan- Verein Berliner Bildhauer. Außerordentliche Generalversammlung Mai- Feier der Bildhauer Berlins am Sonntag, den 3. Mai cr., in den ,, Andreas- Festsälen", Andreasstr. 21. Anfang 4 Uhr Nachmittags. KERR Das Programm wird sich zu einem des Tages würdigen und inhaltreichen gestalten, bestehend aus Vorträgen, Konzert, Gesang und Tanz. Im ersten Theil des Programms: Festrede des Herrn Julius Türk. Aufführung einer vom Kollegen Stahl speziell zu dieser Gelegenheit verfaßten Dichtung. Im dritten Theil des Programm3: Auftreten des Kollegen William Rex als Schwarzkünstler. Die zu diesem Tag erscheinende Im zweiten Theil des Programm3: Fest- Zeitung wird an die Theilnehmer gratis vertheilt. 117/18 Billets à 20 Pf. sind zu haben bei sämmtlichen Kommissionsmitgliedern und im Vereinslokal Prinzentr. 87 allabendlich. Kollegen, welche nachweislich ohne Stellung sind, erhalten ihre Eintrittskarte unentgeltlich, um es Allen möglich zu machen, theil zu nehmen. Am 1. Mai, Abends 81/2 Uhr: Oeffentliche Versammlung bei Gaillard, Prinzenstr. 87. Tagesordnung später. Die Kommission der Bildhauer. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. Wir halten auf Lager und empfehlen den Männer- Gesangvereinen zur Anschaffung: Clem. Zahn. Aufruf". Gedicht von Georg Herwegh. Auch für eine Singstimme mit Pianofortebegleitung eingerichtet. Erschien zum 1. Mai 1890, wurde von vielen Arbeitervereinen gesungen und fand begeisterte Aufnahme. 1 M., jede Stimme 15 Pf., Lied 80 Pf. Part. u. Stim. La Marseillaise v. Rouget de Lisle. Deutscher Text. Arrangirt von E. Kirsch. Umdichtung von Andorf. Der Komponist hat hier den deutschen Arbeiter- Sängern einen längst gehegten Wunsch erfüllt und etwas Einheitliches und Klang volles geschaffen.- Part. u. Stimm. 1 M., jede Stim. 15 Pf. Clem. Zahn. Op. 12. Drei Lieder: a) Georg Herwegh: Das freie Wort. b) Heinr. Heine: Erleuchtung. c) Emanuel Geibel: Gondolera. Diese Lieder werden baldigst in Arbeitervereinen ihren Einzug halten. Part. u. Stim. 1 M., jede Stim. 25 Pf. Carl Hunger. Op. 13. ,, Tolle Streiche", Großes humoristisches Liederpoutpourri. Dasselbe hatte bei seiner erstmaligen Aufführung in Dresden einen durchschlagenden Erfolg und ist seitdem Repertoirnummer vieler Vereine. Part. u. Stim. 2 M. 60 Pf., jede Stim. 40 Pf. Eisen- und Stahlwaaren. Heute, Dienstag, den 21. April, Abends 8 Uhr, Werkzeuge für Schlosser, Töpfer u. Holzarbeiter. bei Gaillard, Brinzenstr. 87, Hof part. Tagesordnung: Statutenberathung. Geschäftliches und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. 116/16 Der Vorstand. mit 2 Köpfen. Verein der geistigen und materiallen Interessen der Arbeiter und Esau- Lady. JmSpezialitäten 联 雜誌 Theater 6-10 hr Neu! Minnie Caß, 10jährige Soubrette. Arbeiterinnen der Wäschebrauche. Mitglieder- Versammlung am Mittwoch, den 22. April cr., Abends 8 Uhr, in Seefeld's Salon, Grenadierstraße Nr. 33. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent Herr Dr. Christeller. Gebr. Forès, In- 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitalieder. 4. Verschiedenes und Fragestrumentalisten. fasten. Alle Arbeiter und Arbeiterinnen obiger Branche sind hiermit freundSgr. Rappe, Jongleur. Ilta Scherz. lichst eingeladen. Laura Zimmermann. Sigmund Stein. Mr. Wrighton. Rheinländischer Tunnel, gen. Die fidele Nagelkiste" Berlin M., Elsasserstrasse 73, gegenüber der Bergstraße. Ausschant von vory. Lagerbier à Seidel 10 Pfg. bei guter musikalischer Unterhaltung u. aufmerksamer Bedienung. Urgemüthliche Kneiperei. Oeffentliche 882b Bersammlung für Männer u. Frauen am Dienstag, den 21. April, Abends 8 Uhr, in. Schmiedel's Festfälen, Alte Jakobstr. 32. 380 L Haus- u. Küchen- Geräthe. E. Vogtherr, Berlin Erstes Geschäft: C. Landsberger Strasse No. 64. Zweites Geschäft: NW. Stephan- Strasse No. 27 a. ( Fernsprech- Verbindungen.) Freie Zusendung, nach außerhalb halbe Fracht oder Porto- Vergütung. Telephon Amt III 8521. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Sievers über Religion und Wissenschaft. Diskussion und Verschiedenes.- Zur Deckung der Unkosten E findet Tellersammlung statt. Um zahlreichen Besuch bittet 140/19 J. A.: G. Joch im, Geibelstr. 5. Große öffentliche Versammlung H. Schulze( mit'n 3). der in der Wirkerbranche beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen Bestellungen auf Musik für jedes Vorkommniß werden im Lokal entgegengenommen. 565L Schmargendorf, Priedrichs- Garten, Dahlemerstr. 6. Jeden Sonntag Ball. Anf. 4 Uhr. Meine Lokalitäten stehen zu Arbeiter versammlungen und Festlichkeiten zur Verfügung. Für ff. Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. 603L Achtungsvoll P. Kübler. Maitrankl. 0,75. 552L]. Beyer, Oranienstr. 154. Filiale: Elisabeth- üfer 47. am Dienstag, den 21. d. April, Abends 82 Uhr, bei Krüger, Große Frankfurterstr. 99. Tages Ordnung: 1. Bericht der Delegirten vom Tertilarbeiter Rongreß. 2. Diskussion. : 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Achtung! 388b Der Einberufer: G. Jan 3. Achtung! Achtung! Maurer und Zimmerer! Freitag, den 1. Mai, Abends 9 Uhr, findet eine Oeffentl. Bauhandwerker- Versammlung mit Frauen bei Lips, Attienbrauerei Friedrichshain, statt. Zages Ordnung: 1. Vortrag, betreffend die Bedeutung des Achtstundentages Taut der Barifer Resolution. 284/18 Nachdem: Gemüthliches Beisammensein mit Frauen. Verschiedene Gesangvereine werden Gefangsvorträge halten. Ach! wie brillante Farbel Und in so kurzer Zeit getrocknet? DIZED Ja das ist Sufer'sche FussbodenGlasur- Lack- Farbe und kostet nur 80 Pf.das Pfund. mit Pat.- Blechkanne. 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Mai würdig dessen zu machen, was wir uns zum Ziel gesteckt haben: VerMein Vereinszimmer, 40-50 Perf. faffend, ist noch einige Tage in d. Woche türzung der Arbeitszeit. 3. verg., auch als Zahlst. od. Kasse pass. A. Hüttrich, Gollnowstr. 5.[ 387 b Hoch lebe die Einigkeit im Baufach! Rarl Weiße, Tegelerstr. 27. 595L Man achte genau auf die an jeder Sohle angebachter Kontrollmarke. We Nähmaschine kaufen will, verlange eine Preisliste von anderweitig kauft. bevor man eine illustrirte C. Mahnkopf, Berlin W. Strasse 23. Diese seit 24 Jahren bestehende Firma ist die vortheilhafteste Bezugsquelle in Nähmaschinen, wie dies fortwährend von Tausenden von Kunden anerkannt wird. Echte Rathenower Brillen Pince- nez nur mit prima Kristall- Gläsern von 1,50 Mark an. Rudolf Reinhardt, Linden Straße Nr. 94, neben der Markthalle. We Sonntags geschlossen. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 92. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 104. Sigung vom 20. April. 12 Uhr. Am Bundesrathstische: von Berlepsch, 2ohmann. Die zweite Berathung des Arbeiterschutz- Gesetzes wird fortgefekt. = § 188a, welcher der geltenden Gewerbe- Ordnung neu eingefügt werden soll, bestimmt, daß wegen außergewöhn licher Häufung der Arbeit auf Antrag des Arbeitgebers die untere Verwaltungsbehörde auf die Dauer von 14 Tagen die Beschäftigung von Arbeitern über 16 Jahre bis 10 Uhr Abends an den Wochentagen außer Sonnabends unter der Boraussetzung gestatten kann, daß die tägliche Arbeitszeit 13 Stunden nicht überschreitet. Innerhalb eines Kalender jahres soll die Erlaubniß nicht für mehr als 40 Tage ertheilt werden. Ein von der Kommission eingeschalteter neuer Absatz knüpft die gleiche Befugniß für eine 14 Tage überschreitende Dauer und für mehr als 40 Tage im Jahre an die Erlaubniß der höheren Verwaltungsbehörde, und zwar nur für den Fall, wenn die Arbeitszeit so geregelt ist, daß ihre tägliche Dauer im Jahresdurchschnitt die regelmäßige gesetzliche Arbeitszeit nicht überschreitet. Der Antrag ist schriftlich zu stellen, der Bescheid der unteren Verwaltungsbehörde binnen 3 Tagen schriftlich zu ertheilen. Gegen die Verfagung der Erlaubniß ist die Beschwerde zuläffig. Nach dem letzten Absatz des§ 188a fann die untere Verwaltungsbehörde die Beschäftigung von Arbeiterinnen über 16 Jahre, welche keinen Haushalt zu besorgen haben und zum Besuch einer Fortbildungsschule nicht verpflichtet sind, bei nothwendigen Reparaturen und bei Arbeiten, welche zur Verhütung des Mißlingens oder Verderbens von Rohstoffen erforderlich sind, an Sonnabenden und Vorabenden von Festtagen über 51/2 Uhr Abends, jedoch nicht über 81/2 Uhr Abends hinaus gestatten. Auer und Genossen( Soz.) wollen den§ 138a ganz streichen, eventuell nur die Beschäftigung bis zu 12 Stunden gestatten und den von der Kommission beschlossenen Zusaz wie auch den letzten Absatz des§ 138a beseitigen. Die Volkspartei( Payer und Genossen) wollen den zweiten Absatz so fassen: Für 14 Tage überschreitende Dauer kann die gleiche Erlaubniß nur von der höheren Verwaltungsbehörde ertheilt werden. Von den Abgg. Gutfleisch, Hartmann und Genossen wird eine anderweite Fassung der ersten beiden Abfäße vorgeschlagen, wonach für eine 2 Wochen überschreitende Dauer die gleiche Erlaubniß nur von der höheren Verwaltungsbehörde und auch von dieser für mehr als 40 Tage im Jahre nur dann ertheilt werden kann, wenn die Arbeitszeit für deu Betrieb so geregelt wird, daß ihre tägliche Dauer im Durchschnitt der Betriebstage bes Jahres die regelmäßige gesetzliche Arbeitszeit nicht überschreitet. § 188 a wird mit dem Amendement Gutfleisch- Hartmann angenommen. Dienstag, den 21. April 1891. 8. Jahrg. von ihm mitunterstützten Antrage: für die Spinnereien unterlasse und der Arbeitgeber werden möchten, wird von mir getheilt, er, weitere Ausnahmen zu beantragen, da eine solche Erweiterung Widerspruch finde. Geh. Rath Königs erklärt sich mit dem Antrag Gutfleisch Möller einverstanden, durch welche eine ähnliche Regelung der Materie wie in England erreicht würde. aber zum Vertrauen gehören zwei, und die Arbeiter lassen bisher an diesem Vertrauen zu wünschen übrig. Vielleicht bringt es Herr Dr. Hirsch in den Arbeiterkreisen, auf die er Einfluß besitzt, dahin, daß dies sich ändert. Daß die Gewerbe- Inspektionsverhältnisse schlecht sind, kann ich für Sachsen nicht zugestehen. Abg. Bebel: Die Spinnereien, für die Herr Möller in Den Antrag der Sozialdemokraten, der nur die Ordnung der Uebereinstimmung mit der ursprünglichen Vorlage eintritt, gehören Zuständigkeitsverhältnisse der Gewerberäthe dem Reich übertragen zu den am besten rentirenden Betrieben, die am wenigsten noch will, kann ich gleichwohl nicht zur Annahme empfehlen, da man weiter gehender einseitiger Begünstigungen bedürfen. Es hat zu den Einzelstaaten auch in dieser Beziehung das Vertrauen mich mit wahrem Ekel erfüllt, wenn ich sehen muß, wie jeder haben muß, daß sie ihrer Aufgabe gerecht werden. Abg. Siegle( nl.) tritt für die Kommissionsfassung ein, fleinste Vortheil, der für die Arbeiter herauskommen soll, durch immer neue Wünsche der Unternehmer und durch immer neue welche es ermöglichen werde, genaue statistische Unterlagen für Anträge wieder verkümmert oder ganz beseitigt wird. Gerade die zukünftige Gefeßgebung zu schaffen. Abg. Bebel: Wenn die Handhabung dieses Gesetzes in ganz bei Betrieben anstrengender Natur, bei Nachtbetrieben, sollen jetzt die Kinder und jugendlichen Arbeiter in dieser argen Weise aus- Deutschland eine einheitliche sein soll, muß sie durch einheitlich gebeutet werden, zumal jede Kontrolle über die Innehaltung organisirte Behörden und einheitliche Organisation von Sachver dieser Vorschriften fehlt und der Fabrikinspektor doch nicht all- ständigen ausgeführt werden. Darum hatten wir unser Reichsgegenwärtig ist. Für solche grausamen Bestimmungen können wir arbeits- Amt vorgeschlagen. Das Bestreben aber, ijede wirksame und ausreichende Kontrolle abzuwehren, hat zur Ablehnung unseres unter keinen Umständen stimmen. Abg. Wöllmer: Auch ich halte die letzten Anträge Gutfleisch Borschlages ebenso wie desjenigen des Herrn Hirsch geführt. Wir und Genossen für zu weit gehend. Der Gewinn einer Stunde kommen darauf nicht wieder zurück, wollen aber die Ordnung der Arbeit in der Woche( 65 statt 64, 70 statt 69) fann für die Zuständigkeitsverhältnisse der Fabrikinspektoren durch das Reich Industrie selbst unmöglich von Bedeutung sein. Wir haben vorbehalten wissen. Das Fabrikinspektorat, wie es jetzt besteht, allen Anlaß, diesem fortgesetzten Verlangen der Unternehmer entspricht den bescheidensten Anforderungen nicht, sondern würde nach Ausnahmen und größerer Latitude in der Handhabung der die preußische Regierung nicht zur Vermehrung der Inspektoren einzelnen Vorschriften Salt zu gebieten. Bisher war dem Reichs- übergegangen sein. Auch Sachsen, welches allerdings in höherem tage die Befugniß gegeben, die betreffenden Bundesrathsbeschlüsse Grade dieses Institut organisirt hat, muß noch vielmehr außer Kraft zu sehen, wenn der Reichstag es verlangt; diese dafür thun, auch dort gehört zu den Obliegenheiten der Wir sind keine Befugniß läßt die Kommission jetzt fallen und macht damit Fabrikinspektoren auch die Reffelrevision. gegen das bestehende Recht einen Rückschritt. Nach dem Schicksal, Gegner, sondern energische Freunde derselben und wünschen welches ähnliche Anträge von unserer Seite bei früheren Gelegen die möglichst vollständige Ausgestaltung der Einrichtung, heiten gefunden haben, verzichten wir darauf, die Aufrecht- aber wenn sie nicht unparteiisch ihres Amtes walten, sonst ein seitig und feindselig gegen die Arbeiter auftreten, so können sie erhaltung der betreffenden Vorschrift vorzulegen. Abg. v. Stumm: Geben wir dem Bundesrath Voll- das Vertrauen der Arbeiter allerdings nicht finden. Zu Gunsten macht, dann müssen wir auch das Vertrauen haben, daß er die der Unternehmer sind sie doch nicht da, sondern zum Schutze der Bestimmungen dem Geist des Gesetzes entsprechend ausführt. Die Arbeiter; zum Schuße der Ersteren sind sie nicht nöthig. Die Fassung der Kommission mit ihrer genauen Angabe der Maximal- Berichte der österreichischen Fabrikinspektoren ergeben, daß zahl der Beschäftigungsstunden ist hauptsächlich im Interesse der von Jahr zu Jahr die Zahl der Arbeiter, welche sich an sie wenden, größer geworden ist, während sie bei uns darüber klagen, Arbeiter gewählt worden. Abg. Schmidt( Elberfeld): Der Wegfall resp. die Ab- daß die entsprechende Zahl nicht zunehmen will. In der Schweiz türzung der Pausen für jugendliche Arbeiter, wie sie der Antrag ist es trotz allem Kantönligeist gelungen, die Fabritinspektion einGutfleisch für gewisse Fabrikationszweige vorschlägt, ist schon heitlich zu gestalten, wie auch Herr Königs in seinem oft zitirten heute Brauch und kann unter Umständen für die Arbeiter Buche lobend erwähnt. Ist das in der Schweiz möglich, so muß von ganz besonderem Vortheil sein. Die Zahl 65 insbesondere ist es für Deutschland erst recht möglich sein. Mit dem Zusatz der deshalb gerechtfertigt, weil nach§ 137 die Arbeiterinnen täg- Kommission sind wir einverstanden. Bleibt die Bestimmung nicht lich 11, an Sonnabenden nur 10 Stunden, 65 Stunden pro auf dem Papiere, wird sie streng und energisch gehandhabt, dann Woche, beschäftigt werden dürfen. Wenn man eine Latitude wird sie die Nothwendigkeit noch viel tiefer greifender Aendegeben will für längere Beschäftigung, so tann man doch nicht rung der Gewerbe- Gesetzbung unfehlbar ergeben. unter die Normalzahl herabgehen. Einen Antrag auf Zulassung dieser Ausnahmen auch für Mädchen unter 14 Jahren und bis zu 16 Jahren, die in Spinnereien beschäftigt sind, würde ich befämpfen müssen, denn es handelt sich hier nicht um einfache Handreichungen, sondern um eine der schwersten Arbeiten, welche den Mädchen überhaupt zugemuthet werden können. Abg. Möller befürwortet einen inzwischen noch eingebrachten Antrag Gutfleisch Hartmann, wonach Ausnahmen von den Bestimmungen über die Frauenarbeit unter einer neuen Biffer 2b auch für Fabrikationszweige, in denen regelmäßig zu gewissen Zeiten des Jahres ein vermehrtes Arbeitsbedürfniß eintritt, auzulassen sind, mit der Maßgabe, daß die Arbeitszeit 18, an Sonnabenden 10 Stunden nicht überschreitet. Abg. v. Stumm: Der Antrag der Sozialdemokraten ist 1878 von mir eingebracht worden, ich kann also nicht umhin, meine Freude darüber auszusprechen, daß die Sozialdemokraten in dieser Beziehung meinen damaligen Standpunkt zu dem ihrigen gemacht haben. Ich werde aber heute gegen diesen Antrag stimmen, weil seit 1878 eine ganz erhebliche Vermehrung der Fabrikinspektoren eingetreten ist und wir Gelegenheit genug haben, an der Hand der einzelnen Berichte auf einheitliche Handhabung der geseßlichen Bestimmungen wenigstens zu dringen. Wenn aber die Wünsche des Abg. Hirsch sich realisirten, würde mein Lob der Institution sich bald in das Gegentheil verkehren. Abg. Hirsch erfläct, daß der Borredner ihn mißverstanden habe. Der Aufsichtsbeamte ist in erster Reihe doch zum Schutze der Arbeiter da, muß sich also um ihre Bedürfnisse, ihre Beschwerden bekümmern. Dies und nichts Weiteres habe ich befürwortet. Mit einer kurzen Gegenbemerkung des Abg. v. Stumm schließt die Debatte. In der Abstimmung wird§ 189b unverändert angenommen. Damit ist die Berathung des Titels VII der Gewerbeordnung ( Art. 1 der Vorlage) erledigt. Durch einen neuen Art. 1a wird die Befugniß der Regelung gewerblicher Gegenstände durch Ortsstatut auf die weiteren Kom munalverbände ausgedehnt. Der Artikel wird unverändert ange nommen, ebenso Artikel 3, welcher die Zuständigkeit der In nungen mit den Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung in Einklang bringt. Art. 2 betr. die Zuständigkeit der Gewerbegerichte wird als überflüssig gestrichen. Art. 4 enthält Abänderungen der Strafbestimmungen des Tit. X der Gewerbe- Ordnung. Abg. Stadthagen beantragt, mit Geldstrafe bis zu 2000 m. in Rede viel zu Abg. Wöllmer( dfr.) erklärt die Bestimmung des ersten Abfazes für vollständig ausreichend, um die durch die Natur des Betriebs gebotenen Ausnahmen von den Vorschriften des§ 137 zuzulassen. Der von der Kommission neu eingefügte Absatz, der wesentlich im Interesse der zahlreichen Saisonindustrien weitere Ausnahmen gestatten soll, ist geeignet, die ganze Wohlthat, welche den Arbeiterinnen erwiesen werden soll, wieder illusorisch zu machen, da dann die Ausnahme zur Regel werden könnte. Die Saisonbetriebe hätten sich rechtzeitig auf die außergewöhnliche Abg. Bebel: Wenn es dabei bleibt, daß, wie heute anHäufung der Arbeit einzurichten. Jedenfalls sei ein Mißbrauch gedeutet worden ist, auch in der dritten Lesung noch weitere Verdieser den Verwaltungsbehörden zu ertheilenden Befugnisse nicht schlechterungsanträge eingebracht werden, kann ich heute schon anausgeschlossen. Redner beantragt, den Absatz zu streichen. fündigen, daß auch wir unsere Anträge wiederholen und neue Abg. Singer( Soz.) kann auch die Befugniß, welche in dem stellen werden und die dritte Lesung dann auch 3 bis 4 Wochen beschränkteren Umfange der unteren Verwaltungsbehörde ertheilt dauern wird. Wenn der Bundesrath zu Verbesserungen der bewerden soll, als durch das praktische Bedürfniß gerechtfertigt nicht schlossenen Vorschriften durch besondere Bollmacht autorisirt wird, anerkennen und ist daher in erster Linie für die Streichung des fo sind wir allzeit dafür eingetreten, nicht aber für eine Befugniß, ganzen Paragraphen. Da aber dafür eine Aussicht im Hause welche dem Bundesrath Verschlechterungen des im Gesetze statuirten faum vorhanden ist, so beantragt seine Partei, eventuell die Be- Bustandes gestattet. Eine solche würde unzweifelhaft eintreten, schäftigung nur bis zu zwölf Stunden zuzulassen. Den Gründen wenn die die neuen Anträge Gutfleisch- Hartmann angenommen des Vorreoners gegen den Absatz 2 kann er sich vollständig an- werden. schließen. Mit diesem System von Ausnahmen würde einfach In der Abstimmung wird§ 139 a mit den Anträgen der relative Fortschritt, der durch§ 187 gemacht worden, wieder Gutfleisch- Hartmann angenommen. Nach diesen Anaufgehoben werden. trägen wird auch die Vorschrift, daß die Nachtarbeit in 2 Wochen Abg. Möller( natl.) tritt dagegen im Interesse der Saisons die Dauer von 60 Stunden nicht überschreiten darf, fallen geindustrie für den Beschluß der Kommissionsmajorität ein, laffen, dagegen sollen die Tag und Nachtschichten wöchentlich welche er in der redaktionell veränderten Fassung des Antrages wechseln. Gutfleisch- Hartmann anzunehmen bittet. Gerade bei den Saison-§ 139 b regelt die Aufsicht über die Ausführung der industrieen müßten sehr oft große Lieferungen mit äußerster Bestimmungen über die Sonntagsarbeit, Einrichtung und und mit Gefängniß bis zu 6 Monaten auch Denjenigen zu be Schnelligkeit hergestellt werden; ohne die Möglichkeit verstärkter Betrieb der Fabriken, Handhabung der Arbeitsordnungen, strafen, der der Aufforderung der Behörde ungeachtet den Be Heranziehung der Arbeitskräfte fönnten bedeutende Industrieen auf Kinder- und Frauenarbeit. Die Aufsicht ist besonderen stimmungen des§ 120, betreffend den Besuch der Fortbildungs dem Weltmarkte fonkurrenzunfähig werden. Landesbeamten( Fabrit- Inspettoren bezw. Gewerbeschulen, und des§ 120d und 120e( Ausführung von Anlagen zur rät hen) übertragen. Der Paragraph entspricht im Wesentlichen Sicherheit des Betriebes) zuwiderhandelt. Er führt aus, daß die dem geltenden Recht. bestehenden Strafmaße( Geldstrafen bis zu 300 m. oder Die Abgg. Auer und Genossen wollen die Fabrifinspektoren Haft) für die § 189( im Wesentlichen übereinstimmend mit dem geltenden kommenden Verstöße Gesez) läßt Ausnahmen von den in den§§ 135-137 vorgesehenen insofern als Reichsbeamte einsehen, als die Ordnung der Zu- niedrig sind, und daß nach der Fassung der Kommission Beschränkungen der Kinder- und Frauenarbeit zu, wenn Natur- ständigkeit zwischen ihnen und den Polizeibehörden durch das der Verstoß gegen§ 120a überhaupt nicht geahndet werden ereigniffe oder Unglücksfälle den regelmäßigen Betrieb einer Reich erfolgen soll. soll. Die Strafe muß nothwendig höher gesetzt werden, Fabrik unterbrochen haben. Er wird ohne Debatte unverändert Abg. Hirsch plädirt für ihre Bermehrung, mindestens nach wenn man sich vergegenwärtigt, wie fortgesezt die Unterdem Muster Preußens, und erkennt darin, daß diesen Beamten nehmer gegen diese Bestimmungen verstoßen, wie die Behörden a giebt dem Bundesrath die Ermächtigung: 1. die in Preußen auch die Kesselrevision übertragen ist, keine Ver- fogar fortgesetzt Verbrechen begehen, indem sie diese Verstöße Verwendung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern für besserung des bestehenden Zustandes; es werde vielmehr durch nicht sehen, wie sie sich sogar mit den Unternehmern zu diesem gewiffe mit besonderen Gefahren für Gesundheit und Sittlich diese neue Funktion die Wahrnehmung der Geschäfte der Ge- Zweck verbünden.( Präsident v. Leveßow rügt die letztere keit verbundene Frabritationszweige gänzlich zu untersagen oder werbe- Inspektion beeinträchtigt. Während nun die Gewerbe- Ausführung als ungehörig.) Redner kommt dann auf die jüngste von besonderen Bedingungen abhängig zu machen; 2. für Fabriken Ordnung für das ganze Reich die Materie einheitlich regelt, Veröffentlichung„ Ein Komplott gegen die Arbeiterklaffe" zurück, mit ununterbrochenem Feuerbetriebe oder regelmäßiger Tag- fann die Aufsicht nach ganz verschiedenen Anweisungen der Be welche den Beweis für seine Behauptungen enthielte. Der Verund Nachtarbeit und für Kampagnebetriebe Ausnahmen von hörden der Ginzelstaaten stattfinden. Darin liegt ein Wider band deutscher Metallindustriellen ist ohne Zweifel ein politischer den Beschränkungen der Frauen und Kinderarbeit nachzu- spruch und eine Gefahr. Fleisch und Blut gewinnen die Verein und wird trotzdem von der Behörde nicht behelligt, laffen. Vorschriften der Gewerbe- Ordnung erst durch die Ausführung, sondern unterstützt. Der Verband unterliegt demnach dem In den Fällen zu 2 darf die Dauer der wöchentlichen Arbeits- durch die Aufsicht. Es kann daher nicht erwünscht sein, wenn preußischen Vereinsgefeße und müßte aufgehoben werden, da zeit für Kinder 36, für junge Leute 60, für Arbeiterinnen 64, in die Beaufsichtigung der Ausübung dieser Vorschriften sich ver- seine Vereine mit einander zu politischen Zwecken in Verbindung Biegeleien für beide Kategorieen 69 Stunden nicht überschreiten, schieden gestaltet und die Aufsicht hier streng, dort lag gehandhabt treten. Das ist aber nicht geschehen, vielmehr haben die Nachtarbeit darf in zwei Wochen 60, in 24 Stunden wird: wir hätten dann gewissermaßen verschiedene Gewerbegesetze sich die Behörden ihm angeschlossen.( Präsident: Auch 10 Stunden nicht überschreiten und muß in jeder Schicht durch im Reiche. Dennoch ist ein Antrag von mir auf Einfegung einer das ist nicht zur Sache gehörig!) Ich muß das aber ausPausen von zusammen mindestens einer Stunde unterbrochen Reichs- Gewerbebehörde abgelehnt worden, und auch hier im führen, da die Unternehmer eine zu Gesetzesübertretungen fein. Plenum ist keine Aussicht dafür. Aber wenigstens wird der hinneigende Klasse sind.( Heiterkeit; Präsident: Ich mache Die Bundesrathsbestimmungen tönnen auch für bestimmte Bundesrath genaue Anweisungen über die Ausführung der Be Sie zum letzten Male darauf aufmerksam, zur Sache zu sprechen.) Bezirke erlassen werden, sind durch das Reichs- Geseyblatt zu ver- ftimmungen des Gesetzes an sämmtliche Fabrikinspektoren erlassen, Die Herren verstehen sogar die Behörden zu Gesetzesübertretungen öffentlichen und dem Reichstage zur Kenntnißnahme vorzu- worin denn doch wohl keine Ueberschreitung der Reichskompetenz zu verleiten.( Präsident ruft den Redner zur Sache mit Hinweis Tegen. erblickt werden fann. Es ist eine Anomalie, daß die Perfonen, auf die geschäftsordnungsmäßige Folge.) Dann bin ich nicht in Die sozialdemokratischen Abgg. Aner und Genossen wollen welche als Wächter eines Reichsgesetzes dastehen, gar nicht mit der Lage, meinen Antrag überhaupt hinreichend zu begründen; Biffer 2 und den Rest des§ 139 a streichen. einander in Berührung kommen, während erst vor einem Jahre ich nehme aber an, daß nunmehr als bewiesen gelten darf, die Die Abgg. Gutfleisch, Hartmann, Möller und Genossen sogar eine internationale Konferenz über die Frage des Arbeiter- Unternehmer sind Leute, die man nur durch hohe Geldstrafen wollen in einer weiteren Ziffer 2 a für gewiße Fabritationszweige, schußes stattgefunden hat. Zu begrüßen ist der dem§ 189b von dazu bewegen kann, dem Gefeße gemäß vorzugehen. Die lächer soweit die Natur des Betriebes oder die Rücksicht auf die Ar- der Kommission gegebene Zusatz, wonach die Arbeitgeber ver- liche Strafe von 1 m. als Minimum wird keinen Unternehmer beiter es wünschenswerth erscheinen lassen, die Abkürzung oder pflichtet sein sollen, den Fabrikinspektoren oder der Polizeibehörde abschrecken. Abg. Size: Ich bitte, diesen Antrag Stadthagen abzuden Wegfall der für jugendliche Arbeiter vorgeschriebenen Pausen statistische Mittheilungen über die Verhältnisse ihre Arbeiter in gestatten, für diesen Fall sollen die jugendlichen Arbeiter nicht bestimmten Fristen und Formen zugehen zu lassen. Es ist ein lehnen, dagegen den Antrag Auer und Genossen anzunehmen, länger als sechs Stunden beschäftigt werden, wenn zwischen den Anfang, aus dem sich vielleicht wirklich einmal ein Reichs- welcher mit der Strafe des§ 146 auch diejenigen trifft, welche das Arbeitszeugniß in verbotener Weise kennzeichnen. Arbeitsstunden nicht Bausen von mindestens zusammen einstündiger Arbeitsamt entwickelt. Abg. Hartmann( dk.): Der Antrag auf Schaffung von Die Abgg. Hartmann und Msee treten diesen AusDauer gewährt werden. Ferner solle die Dauer der wöchentlichen Beschäftigung für Arbeiterinnen bis auf 65, in Biegeleien bis auf Reichs- Gewerbe- Inspektoren hat, so oft er hier erschien, stets in führungen bei und empfehlen dem Hause, diesen Antrag, trotz der mir einen entschiedenen Gegner gefunden. Der Wunsch, daß die Rede des Abg. Stadthagen, anzunehmen. Abg. Bebel: Wir legen diesem legteren Antrag sehr große Abg. Möller empfiehlt die Kommissionsbeschlüsse mit dem Inspektoren in Wahrheit zu Vertrauenspersonen der Arbeiter l angenommen. 70 Stunden erhöht werden können. Bedeutung bei und glauben nicht, daß Sie den Antrag als noth- Inachzustehen." G3 wird dann erzählt, daß Fürstin Pauline J einrichtung", genannt Stellenvermittelung, zur Erhöhung der wendig jezt anerkennen würden, wenn Ihnen nicht die bewußte Metternich seit einer langen Reihe von Jahren in jedem Früh- Summen bei. Bei den Prämiirungsfesten müssen die Prämiirten Broschüre das Material in erdrückender Weise geliefert hätte. ling mit Hilfe des Hochadels und der künstlerischen Kreise Fest- für die Stiftung„ abladen". Sonach zahlt das einzelne Mitglied Die geheime Kennzeichnung der Zeugnisse muß mit hoher Strafe lichkeiten aller Art zu wohlthätigen" Zwecken zu arrangiren pflege, im Durchschnitt nicht Groschen, sondern nur Pfennige jährlich getroffen werden, weil sonst thatsächlich eine zahllose Menge von aber heuer durch die Vorbereitungen zu der von ihr zum Fonds. Da ist also wohl kein Grund vorhanden zum Arbeitern existenzlos gemacht werden würde. Wir haben Ursache, angeregten internationalen Mufit- und Theater Ausstellung Renommiren. diesen Erfolg als einen großen moralischen Erfolg zu betrachten. an der Veranstaltung von Festlichkeiten der vor= § 146 wird mit dem Antrage Auer angenommen, ebenso ohne Debatte§ 146 a, welcher mit Geldstrafen bis zu 600 M. oder Haft die Verlegung der Bestimmung über die Sonntagsruhe bedroht, und§§ 147-151( weitere Strafbestimmungen). Um 5/4 Uhr wird die Fortsetzung der Berathung Dienstag 11 Uhr vertagt. Abgeordnetenhaus. ind auf " : = Geh. Rath Lohmann bekämpft den Antrag Stadthagen, der erwähnten Art verhindert sei. Dies habe die Prinzessin Gegen hundert Schulkinder in einem einzigen Klaffen fich zunächst nur auf den dritten Absatz des§ 120 beziehen Hohenlohe Schillingsfürst, die Gemahlin des Ersten Oberhof zimmer unterzubringen,- dieses Kunststück wird auf der könnte, aber auch in dieser Beziehung nach der Umgestaltung der meisters des Kaisers Franz Joseph, benützt, um ihrerseits die so 66. Gemeindeschule, Friedenstr. 20, ausgeführt. Zweimal in der §§ 120 d und 120 e hinfällig sei. entstandene Lücke auszufüllen. Sie habe die Gelegenheit mit Woche, am Dienstag und Freitag, werden die Kinder von zwei Abg. Stadthagen hält seinen Antrag troß dieser Aus- Vergnügen und Eifer wahrgenommen", um an die Spige einer Klassen in einem Raume, der sonst nur die eine der beiden führungen aufrecht. Die höhere Strafe rechtfertige sich, da man erleſenen" Schaar von Herren und Damen zu treten, die sich Klassen mit 47 Kindern aufzunehmen hat und im Ganzen etwa die Uebertretung der gesetzlichen Vorschriften durch gebildete Per- bie Aufgabe gestellt habe, zu Gunsten gemeinnütziger Institute 60 Sitzplätze enthält, zusammengepfercht, um gemeinschaftlichen sonen höher strafen müsse als durch ungebildete. Theater zu spielen, zu fingen, sich in lebenden Bildern zu zeigen 2c. Gesangunterricht zu erhalten. Der Play wird durch ZusammenAuf diese Weise seien die heurigen aristokratischen Wohlthätig- rücken beschafft, wobei manchmal auf Bänken für vier Kinder feitsvorstellungen" zu Stande gekommen. sechs oder sieben sizzen müssen. Trozdem muß noch ein Theil Auf diese Weise kommt nicht nur in Wien, sondern auch bei der Kinder im Gange stehen. Dabei ist noch besonders hervor. wohlthätigen" Veranstaltungen zu Stande. uns und aller Orten ein großer Theil der gemeinnützigen" und zuheben, daß es sich nicht etwa um tleine Kinder handelt, bei denen das Zusammenrücken allenfalls noch erträglich wäre, sonEin anderes Bild! Die„ Saale- Zeitung" und nach ihr fast dern um die Schülerinnen der Klassen la und lb, also um fämmtliche Berliner Blätter" berichteten in diesen Tagen über Mädchen im Alter bis zu 14 Jahren. Der Aufenthalt in den eine Baronin von G., eine den vornehmsten Adelskreisen Schulräumen ist gesundheitfördernd", sagt der Stadtschulrath madangehörige Dame, welche sich um die Hebung der Kinderspiele Bertram. Die Eltern, welche Gelegenheit gehabt haben, die 71. Sigung vom 20. April, 11 Uhr. nachweislich große Verdienste erworben hat." Sie stehe an der Wirkung dieses Aufenthaltes an ihren Kindern zu beobachten, Am Ministertische: Herrfurth und Kommissarien. Spitze einer Gesellschaft, welche bei Schildhorn ein großartiges, werden anderer Ansicht sein. Auf der Tagesordnung steht die dritte Lesung der Land in antifem Stil gehaltenes Vergnügungs- Etablissement erbauen gemeinde Ordnung. und„ großartige, den Charakter veredelnde, den olympischen Spielen Einen gewissenhaften Berichterstatter haben„ Staatsb. Nach Schluß der Generaldebatte beantragt in der Spezial- nachgebildete Wolfsbeluftigungen, welche ihrer Natur nach auf 3tg." und" Kreuz- tg." Derselbe bringt einen Bericht über eine die Massen erziehend wirken", veranstalten wolle. Auch sollten Rede des Reichstags- Abgeordneten Schwarz bei den Droschken Abg. Richter zum§ 1, daß den Landgemeinden mit mehr bei Hermsdorf bedeutende Terrains zu einem großen Kinder- utschern. Herr Schwarz ist nun zwar als Referent für die als 5000 Einwohnern die Annahme der Städte Ordnung nicht Spielplatz erworben worden sein. Ginem hiesigen Blatt wurde betreffende Droschkentutscher- Versammlung angekündigt, am Erversagt werden kann; daß diefelben aber einen kollegialischen über die Frau Baronin aus Spandau, wo sie schon einmal scheinen in der Versammlung jedoch verhindert gewesen. Gemeindevorstand nicht einzurichten brauchen. Der Antragsteller mit ihrem„ das Wohl des Volkes fördernden" Unternehmen zu Eine eigenartige Neuerung im Postverkehr ist dieser verweist darauf, daß die Versuche, den großen Landgemeinden debütiren versucht hat, noch geschrieben:" Sie ist von der Idee in der Nähe Berlins und anderer großer Städte ein Abweichen beseelt, durch Zusammenführung der Jugend aus den verschieden von der Landgemeinde Ordnung zu gestatten, nicht gelungen sten Gesellschaftsklassen die soziale Frage lösen zu wollen; feien. Denn die Bildung eines kollegialischen Gemeindevorstandes und durch gemeinschaftliche Spiele der Kinder aller Stände wollte ohne befoldeten Gemeindevorsteher sei unmöglich; die Annahme der sie in den Kleinen den Keim zu dem späteren Klassenhaß unterdrücken." Städte Ordnung mit der Magistratsverfassung wird die großen Inzwischen hat ein Fabrikant, bei welchem sie Möbel auf Kredit Landgemeinden abschrecken, weil dadurch die Berwaltung kostspieliger bestellt hatte, festgestellt, daß das Ehepaar von G. auf dem Hof wird. Uebrigens kommen nicht blos Berlins Vorortgemeinden in 3 Treppen ein einziges Zimmer bewohnt und bereits feit längerer Betracht, denn nach der letzten Volkszählung giebt es 44 Gemeinden Zeit die Miethe schuldet. Der Bescheid eines Auskunfsbureaus in den sieben östlichen Provinzen, die über 5000 Einwohner haben, lautete:" Mit dem Inslebentreten dieses Unternehmens versucht davon 14 in der Nähe von Berlin. Man spricht so viel von der das Ehepaar sich eine Eristenz zu gründen." Wohnungsfrage; die einfachste, gründlichste Lösung der Wohnungs- Das ist die zweite Art, gemeinnützige" und wohlthätige" frage liegt darin, daß man es den Arbeitern erleichtert, außerhalb Unternehmungen ins Leben zu rufen." der Großstädte zu wohnen. Das ist abhängig von der billigen Eisenbahnfahrt nach dem Vororte, und die Vororte müssen ihre tommunalen Einrichtungen der wachsenden Bevölkerung entsprechend treffen können. debatte gewonnen. angenommen. Minister Herrfurth, daß die Gewährung von Beihilfen für Armen- und Schullaften noch nicht ats Leistungsunfähigkeit von Gemeinden zu betrachten sei. Eitelkeit und Gewinnsucht sind die beiden Triebfedern der Bethätigung„ praktischer Nächstenliebe", wie sie von den sogenannten höheren Volksklassen geübt wird. Um Erfolg zu haben, brauchen die Eitlen und Gewinnsüchtigen aber noch eine dritte Sorte von Menschen: Die Dummen, welche den Schwindel ahnungslos mitmachen. Tage probeweise auf der Güterstation Grunewald versucht wor den. Es handelt sich um die Beförderung von eiligen Postfachen durch Schnellzüge, ohne daß die Lehteren einen Aufenthalt an den betreffenden Stationen zu nehmen brauchen. Es wird ein Gestell über den Schienen gebracht, welches so hoch ist, daß jeder Bug darunter durchfahren fann. Ist der Schnellzug in Sicht, und sind auf der betreffenden Station Brieffchaften und Post pacete eilig zu expediren, so werden dieselben in einem Beutel an dem Gestell angebracht, welcher durch eine sinnreiche Vorrichtung abgehalt wird, sobald der Postwagen des Schnellzuges gespanntes Netz und von dort in das Innere des Wagens. Die Durchfährt. Die Postfachen fallen in ein auf dem Wagen aus funktionirt, hat sich auch hier bei der Probe auf Station Grune Einrichtung, die schon seit langer Zeit auf allen englischen Bahnen wald vorzüglich bewährt. thin dodaj a Frühlingsbotschaft. Aus der schönen Havelstadt Werder wird berichtet: Als am Donnerstag der bekannte Obstzüchter Frige in der Potsdamerstraße das große Aprikosenspalier an seinem Wohnhause, welches der Kälte und Nachtfröste wegen in diesem Jahre noch mit Röhricht verdeckt gehalten wird( im vorigen Jahre, wo man die Decke zeitiger lüftete, hat der Nachtfrost die Blüthe gänzlich vernichtet), bie Decke auf einige Stunden entfernte, zeigte sich das ganze Spalier bereits in Blüthe. Einige Dugend der herrlichen rosa Blüthen waren vollständig entwickelt und dies trotz der Absperrung der Sonnenstrahlen durch die starke Rohrdecke. der Jahresbericht der Orts- Krankenkasse der Sattler für 1890 geht uns zu. Derselbe enthält nichts, was ein allgemeines Interesse beanspruchen kann, ausgenommen die Liste der im Jahre 1890 verstorbenen Mitglieder, welche 22 Personen aufzählt, von denen 12 an Schwindsucht gestorben sind, und Mit einem Falle von Kleptomanie soll sich, einem Minister Herrfurth: Ich bin nicht in der Lage, den Anträgen namens der Regierung zuzustimmen, aus dem formalen Grunde, weil sie in die Städte- Ordnung gehören, und aus dem materiellen Grunde, weil durch die Umwandlung einer LandUeber den Eisenbahn- Verkehr auf dem Nordring ist gemeinde in eine Stadtgemeinde das Stimmenverhältniß auf dem bereits vor Jahren in der Presse Klage geführt. Morgens und Kreistage und dem Provinzial- Landtage verändert wird; deshalb Abends, namentlich zu den Zeitpunkten, wo der Beginn und der wird dazu die Anhörung des Kreisausschusses und des Pro- Schluß der Arbeitszeit in den Fabriken stattfindet, waren sämmt vinziallandtages fowie eine Kgl. Verordnung nothwendig sein. liche Züge überfüllt, der Zudrang zu den Wagen auf den HalteEine Aenderung kann nur bei der Revision der Städte Dronung stellen der Bahn oftmals lebensgefährlich, und allgemein wurde gefchaffen werden. die Befürchtung ausgesprochen, es möchte sich aus Anlaß dieser Abg. Bachem( Zentrum) schließt sich diesen Ausführungen Unzuträglichkeiten einmal ein Unglück ereignen, das dann in an, während Abgeordneter Richter sie nicht als zutreffend aner- seiner Tragweite unübersehbar sein müsse. Inzwischen sind diese kennt. Wenn diese Landgemeinden mit städtischem Charakter Klagen in der Presse verstummt und man hätte annehmen Landgemeinden bleiben, dann liegt die Gefahr nahe, daß die können, daß denselben endlich Berücksichtigung zu Theil geworden großen Hausbesitzer derselben als Großgrundbefizer die Mehrheit sei. Wer dies aber glauben wollte, befände sich in einem großen auf dem Kreistage bilden. Wenn die Annahme des Antrags nur Irrthum. Man schreibt uns Folgendes: ein Schönheitsfehler ist, dann ist es nicht der einzige Schönheits im Rücken hat, sich sagen kann, daß nun die schwere Arbeit Wenn jeder andere Arbeiter am Abend, sobald er die Fabrik darunter wieder 6 im Alter von noch nicht 25 Jahren. fehler. Abg. Cremer- Teltow: Den Berliner Vororten kann nur vorüber sei, und er hoffentlich nun bald mit gesunden Gliedern geholfen werden durch Einverleibung in Berlin. Was man sonst zu Hause sein werde, so trifft das für diejenigen Arbeiter, welche Gerichts- Berichterstatter zufolge, am Freitag die Straffammer des geplant hat, die Theilung der Kreise u. s. w., dadurch ist nichts mit einem Nordringzuge fahren müssen, nicht so ohne Weiteres Landgerichts I zu beschäftigen gehabt und ein freisprechendes zu. Des Morgens fowie des Abends ist auf diesen Nordring- Urtheil gefällt haben. Bekanntlich giebt es feine Kleptomanie Abg. Nichter( dfr.): Für die Einverleibung dieser Bor: Stationen, namentlich zwischen Jannowißbrücke und Gesund und auch für die Gerichte existirt eine solche nicht mehr. Die orte ist die Zeit jetzt noch nicht gekommen; sie wird zu sehr ver- brunnen, ein solcher Andrang von Arbeitern, daß man oft von Strafkammer hat in dem fraglichen Falle nicht Kleptomanie, von schiedenen Zeiten kommen. Jedenfalls können die Vororte aber Buschauern die Worte hört:„ Wenn hier einmal ein Unglück der während der Verhandlung überhaupt nicht die Rede war, darauf nicht warten. Wollte man sie jetzt einverleiben, dann passirt, dann muß es gräßlich werden!" Und in der That sondern allgemeine Unzurechnungsfähigkeit angenommen; für würde der Ausbau der Vororte erfolgen auf Kosten der Stadt zusammengepreßt, wie die Leute in diesen Koupees ſizen und diese würde der Grund in erblicher Belastung der Angeklagten Berlin, während die Grundbesißer der Vororte schon im Schlafe stehen, ist es nicht möglich, den Vorschriften, welche eine Anleitung gefunden. Nachdem die Kleptomanie aus den Gerichtshöfen ver. sehr viel gewonnen haben durch die Werthsteigerung ihres zur Vermeidung von Unglücksfällen geben, nachzukonimen. Um schwunden ist, sollte sie nicht durch verkehrte Berichte in den Grundbesizes. nun genau angeben zu können, wie sehr die Wagen überfüllt Köpfen von Zeitungslesern am Leben erhalten werden. § 1 wird unter Ablehnung des Antrages Richter unverändert sind, habe ich am Dienstag die Fahrgäste von Station Jannowitz- hing brüde ab gezählt. Es fuhren von Jannowitzbrücke bis Schlesischen Quruspapierfabrit von Albrecht u. Meister zu Charlottenburg eine Verschwundener Kassirer. Am Sonnabend erschien in der Bum§ 2 erklärt Abg. Graf Kanit, daß er für die Bestim- Bahnhof in einem Koupee 18 Personen, vom Schlesischen Bahn: Frau, welche sich als die Frau des dort seit dem 1. April anmung beffelben stimmen werde, obgleich er ein Kompromiß sei; hof bis Warschauerstraße 17 Personen, von Warschauerstraße bis gestellten Kassirers Hellmuth Georg Heyn vorstellte und diesen zu ob er für das ganze Gesetz stimmen werde, wisse er jetzt noch Rummelsburg 17 Personen, von Rummelsburg bis Friedrichs- sprechen begehrte. Man rief den Beamten, welchem gerade 5000 m. nicht. Auf eine Anfrage des Redners erklärt berg 19 Personen, von Friedrichsberg bis Weißensee 18 Per zur Auszahlung an die Lohnarbeiter übergeben worden waren, sonen und von da bis Gesundbrunnen 16 Personen in einem herbei, und dieser begab sich, indem er 2000 m. auf dem ZahlRoupee, und ich glaube, daß dies Koupee noch lange nicht am tische zurückließ, mithin 3000 m. bei sich trug, zu der Frau auf meisten besetzt war. Denn als wir die Thür zuhielten, wurde sie den Flur. Von diesem Augenblicke an ist Heyn nicht wieder § 2 wird angenommen; ebenso ohne Debatte§§ 8-13. wieder aufgerissen und uns gesagt: In den anderen Roupees ist § 14 ist in der zweiten Berathung hinzugefügt worden; da- es noch voller". Sollte sich hier nicht eine Abhilfe schaffen gefehen worden. Es hat sich herausgestellt, daß die Frau nicht seine Gattin war, und daß Heyn, welcher hier in dem Haufe nach sollen bis zum Inkrafttreten eines Rommunalsteuer- Gesetzes lassen? Bemerken will ich noch, daß die Wagen 2. Klasse in Marienburgerstr. 33 wohnte, sich am Freitag im 80. Polizeirevier eine Gattin war, und daß Heyn, welcher hier in dem Haufe bie bisherigen ortsstatutarischen Bestimmungen über die Gemeinde- diesen Bügen anf der erwähnten Strecke wirklich blos zum Ver- ein Attest ausstellen ließ, nach welchem er einen Baß nach Frankbesteuerung aufrecht erhalten werden können. gnügen mitfahren. Ich habe öfter auf Station Gesundbrunnen, reich zu lösen beabsichtigte. Wenn nun auch dies nicht geschehen Als Kompromis( Antrag v. Heydebrand und Genossen) wird wenn wir ausstiegen, gesehen, daß nicht ein einziger Fahrgast ist, so muß doch dem Verdacht Raum gegeben werden, H. habe Dorgeschlagen, unter Versehung dieser Bestimmung unter die Neber- darin faß. Natürlich läßt sich Abhilfe schaffen! mit der Unbekannten das Weite gesucht. Unerklärlich bleibt es, gangsbestimmungen die Aufrechterhaltung der Ortsstatuten auf höchstens 5 Jahre zu gestatten. Um die Feierabendzeit sollen nicht blos die Wagen in den daß er, welcher 5000 m. unterschlagen konnte, fast die Hälfte Abg. v. Huene beantragt, fie gelten zu laffen nicht bis zum laufenden Zügen vermehrt, sondern neue Züge eingestellt werden. zurückgelassen hat. Der Verschwundene ist 29 Jahre alt, hat eine Infrafttreten des Kommunalsteuer Gefeßes, sondern bis zum Wir begreifen nicht, weshalb die Bahnverwaltung diesem große, schlanke Gestalt, dunkles, graumelirtes Haar und trägt Infrafttreten eines die Ueberweisung von Grund- und Gebäude- feit Jahren beklagten Uebelstande gegenüber unthätig bleibt. Die einen furzgehaltenen dunklen Vollbart. Steuer regelnden Gesetzes. Der Antragsteller verweist darauf, daß Zahl der beförderten Fahrgäste muß ihr doch bekannt sein. Wenn Ein falscher Kriminalbeamter. Vorgestern Nachmittag im Herrenhause im Einkommensteuer- Gesetz bezüglich der Ueber ein Zeitungsblatt über solche Uebelſtände einmal ein scharfes hatte der Kutscher S. das Unglück, mit seinem Thorwagen ein weisung aus den Mehrerträgen der Einkommensteuer eine Aende- Wort gebraucht, so steht im Hintergrunde der Herr Staats vierjähriges Kind in der Elbingerstraße zu überfahren. Als er rung beschlossen sei; er bitte diese Fassung auch in den Kom- anwalt. nach Feststellung des Sachverhalts das Polizeirevier verließ, trat promißantrag aufzunehmen. Mit der Stener- Einschägung hat man es dem Anscheine ein unbekannter Mann auf ihn zu, welcher sich für einen Abg. Nickert erklärt sich mit diesem Antrag von Huene ein- nach bei den Einschätzungs- Kommissionen in diesem Jahre sehr Kriminalschuhmann ausgab und gesehen haben wollte, daß der verstanden, weil dadurch die Möglichkeit näher gerückt werde, die eifrig betrieben. Ob dabei das Bestreben maßgebend gewesen ist, Kutscher feine Schuld an dem Unfall trage. Als Ausweis zeigte ortsstatutarischen Bestimmungen aufzuheben. den vermuthlichen Ausfall wieder einzubringen, den die neue er eine gelbe Blechmarke. S. schrieb sich hocherfreut den Namen Abg. v. Heydebrand erklärt sich gegen den Antrag von Einkommensteuer herbeiführen wird, oder ob der Eifer auf einem feines Zeugen auf und wollte sich dankend entfernen, als der Huene. anderen Gebiet gelegen hat, wird schwer aufzuklären sein. Allein Beamte meinte, daß doch die Sache ein Töpfchen Vier werth fei Nachdem Abg. Krause sich für den Kompromißantrag aus für die Gründlichkeit der betreffenden Einschätzungs- Kommission und den Ersteren in ein Lokal der Elbingerstraße führte. Dort gesprochen, erklärt ist es jedenfalls fein besonderes Rompliment, daß sie den 9 Jahre gefellten sich noch ein angeblicher Schuhmann und ein BerichtMinister Herrfurth, daß er den Antrag v. Huene nur für alten Baul G., Stettinerstr. 47 wohnhaft, der als harm- und erstatter hinzu, welche nun Alle von dem Kutscher bewirthet eine redaktionelle Aenderung halte; denn die Ueberweisung der vermögensloser Knabe bei seinen Eltern wohnt, in die zweite wurden. Später stellte es sich heraus, daß der angebliche Beamte Grund- und Gebäudesteuer werde nicht ohne Kommunalsteuer- Steueritufe der Einkommensteuer eingeschätzt hat. Diese Steuer- ein vielfach vorbestrafter Schneider Jakobi ist, welcher auf diese Gesetz erfolgen und umgekehrt. Der Kompromißantrag ist eine stufe setzt ein Jahreseinkommen von 600 M. voraus, und man Weise sich und seinen Bekannten freie Beche zu verschaffen Verbesserung, wenn auch zu bedauern ist, daß die Frist so lang tann sich den freudigen Schreck der Angehörigen des Kindes bemessen ist. denten, als sie die Steuereinschätzung für ihren Sprößling er Ueber die muthige That eines braven Mannes meldet § 14 wird als Uebergangsbestimmung nach dem Kompromiß hielten, annehmend, daß der in Steuersachen immer gut unter eine hiesige Korrespondenz Folgendes: Als der Tischler Budach antrage( v. Heydebrand u. Gen.) angenonimen. richtete Magistrat boch auch wissen werde, wo dieses Einkommen Sonnabend Nachmittag die Elsafferstraße entlang ging, sah er Darauf wird um 33/4 Uhr die weitere Berathung bis Dienstag für das Kind vorhanden ist. Inzwischen hat allerdings diese plöglich aus einem Fenster des Hauses Nr. 22 Flammen hervor. Freude einer nüchterneren Auffassung Platz gemacht und es wird brechen. Sofort eilte er nach der gefährdeten Wohnung hinauf, den Angehörigen Nichts übrig bleiben, als rechtzeitig gegen die in der sich nur mehrere Frauen befanden, welche des FeuersBeranlagung zu reklamiren, wenn sie spätere Scherereien mit dem Gardinen waren in Brand gerathen nicht Herr werden Steuererheber vermeiden wollen. fonntent, und löschte nun selbst die brennenden Gegenstände ab, Der Deutsche Gastwirthe Verband" renommirt im bevor die unterdeffen alarmirten Löschzüge aus der Linien- und Der Deutsche Gastwirthe Verband" renommirt im Wohlthätige" Frauen in Wien und Berlin. Der Lokal- Anzeiger", feinem halbamtlichen Organe:„ Der Verband der Oberbergerstraße eintrafen. Dabei zog sich B. derartige () woselbst er einen Nothverband erhielt. Auf seinen Wunsch Wiener Korrespondent des„ Berl. Tagebl." schreibt: Die Be- hat nach der neuesten Zählung 194 Vereine zu seiner Mitglied Brandverlegungen an Gesicht und Händen zu, daß er nach der sefallen lassen, wenn eine der Triebfebern dabei bis zu einem zählen. Die dem Verbande vor 10 Jahren, also bald nach seiner wurde B. nach seiner in der Chauffeestraße belegenen Wohnung hätigung prattischer Nächstenliebe( fann man sich auch dann schaft, welche an sich insgesammt ziemlich 17 500 Mitglieder Sanitätswache in der Eichendorffstraße geschafft werden mußte, jewissen Grabe in der Rivalität oder im Wettbetriebe Begründung, gewidmete Theodor- Müller- Stiftung, aus welcher in gibbled nedir im Volksthümlich teit zu suchen ist. Dies gilt von den Noth gerathene, brave, bejahrte Fachleute Versorgung finden Eine höchst aufregende Szene spielte sich am Sonntag aristokratischen Wohlthätigkeits- Vorstellungen, die soeben im Palais sollent, hat jeht bereits einen Fonds von annähernd 50 000 Mr." Lichtenstein zu Wien stattfinden. Sie entspringen bem löblichen Die Stiftung wurde bei ihrer Gründung mit mehreren tausend Nachmittag gegen 6 Uhr auf der Spree in der Nähe der Moabiter Ehrgeiz einer hohen Dame, einer anderen im Wohlthun nicht Mark dotirt. Die Kellner tragen vermittelst der Wohlfahrts: Brücke ab. Eir Herr und eine Dame hatten von den Zelten aus 11 Uhr vertagt. AUTH Tokales. dim " gewußt hat. gebracht.org ein kleines Ruderboot bestiegen und„ gondelten", dem ,, Berl. Tgbl."| fam zu einem Wortwechsel und plötzlich führte Wende gegen das Bei der Stellungnahme zum Rongreß wurde zunächst der zufolge, mit demselben frohgemuth stromabwärts. Dicht vor der Auge des neben ihm figenden Helm einen wuchtigen Faustschlag. Wunsch laut, daß für den Verband Jemand fest angestellt und Moabiter Brücke kam dem Nuderboote der Schleppdampfer Otto" Der Getroffene war fofort widerstandsunfähig, Wende eilte hinauf befoldet werden müsse, damit er unabhängig wirken könne. entgegen, welcher eine beladene Zille mit sich führte. Dies schien in seine Wohnung. Er glaubte aber, seiner Wuth noch nicht genügend Nachdem verschiedene andere Wünsche von zahlreichen Rednern der Bootführer nicht bemerkt zu haben, denn er ruderte trotz der Ausdruck gegeben zu haben und ging nach wenigen Minuten ausgesprochen waren und nachdem auch in mehrstündigen VerhandWarnungsrufe, die von dem auf der Brücke aufgestellten Publikum wieder herunter nach Helm's Wohnung. Als er die Thür ver- lungen einzelne Mißstände im Beruf und in der Organisation be ausgingen, gerade in das Kielwasser des Dampfers, um sich von riegelt fand, trat er sie ein. Sofort trat er wieder auf Helm zu leuchtet waren, schritt man endlich zur Wahl der Delegirten zum Konden Wellen desselben schaufeln zu lassen. Da wurde aber die und führte noch fechs bis sieben wuchtige Fauftschläge gegen deffen greß, welcher während der Pfingstfeiertage in Stuttgart stattfinden junge Dame von dem Schlepptau des Dampfers gefaßt und mit Kopf, immer nach den Augen zielend. Eine Frau, die noch an- soll. Die Versammlung bestimmte, daß drei Delegirte hingesandt werden einem Ruck in das Wasser geschleudert. Schnell entschlossen wesend war, sprang vor Entsetzen zum Fenster hinaus. Helm sollten, daß jedem von ihnen für den Tag außer freier Eisenstürzte sich ihr Begleiter ebenfalls in die Fluthen, wurde nach der Charitee gebracht, wo er sich noch befindet. Als bahnfahrt in dritter Klasse 8 M. Diäten bewilligt werden sollten und es gelang demselben, die junge Dame zu erfaffen und zu er eingeliefert wurde, war die Sehkraft auf seinen beiden Augen und wählte dann in geheimer Abstimmung mittelst Stimmzettel veranlassen, sich an dem straffen Schlepptau, welches sie in so zerstört. Jezt hat das rechte Auge ein Siebentel der normalen die Kollegen Ahlecke, Scherz, Hempel. große Gefahr gebracht hatte, festzuhalten. So wurden nun Beide Schärfe erhalten, auf dem linken Auge wird Helm immer blind Beim nächsten Punkt der Tagesordnung:„ Gewerkschaftliches" in Todesängsten eine furze Strecke weit dahingeschleppt. Da bleiben. Wie der ihn behandelnde Arzt vor Gericht begutachtete, gab Roll. Jeschte als Verbandsvorsitzender einen Bericht über die wurde den Mannschaften des Dampfers zugerufen, anzuhalten, wird der Verlegte nie wieder für's prattische Leben tauglich werden. augenblicklich unternommenen Streits. Die Kollegen in Osterholz und diesem Rufe wurde auch Folge gegeben. Es wurde plötzlich Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten nach dem An- seien besiegt worden. Trotzdem ihnen 472,77 M. Unterstützungsgelder gestoppt, und hierdurch verlor leider das Tau seine Spannung trage des Staatsanwalts zu einer Buch thausstrafe von zugeflossen wären, sei der Streit doch resultatlos verlaufen, und die Verunglückten versanten vor den Augen der angesammel: vier Jahren. ten zahlreichen Menschenmenge. Doch inzwischen war schon der in der Nähe befindliche Rettungskahn bemannt worden, und es gelang, wenn auch nur unter großer Anstrengung, die mit dem Tode ringenden jungen Leute den Wogen zu entreißen. brachte diese nach dem nahe gelegenen Restaurant von Birkholz ( Café Gärtner), wo ihnen die erforderliche Hilfe zu Theil wurde. Auf Anordnung eines zugezogenen Arztes fuhren die Geretteten, nachdem sie ihre Kleider gewechselt, gegen 9 Uhr in ihre refp. Wohnungen. Auf vielseitigen Wunsch der Berliner Genoffen macht die Lokalkommission von Johannisthal, Nieder- Schönweide noch ein mal die Wirthe bekannt, welche ihre Säle zu Versammlungen verweigern. ihre Säle. ebenso aussichtslos sei der Streit in Oppach( Sachsen). Sebastiankirche hier. Er meinte, daß die Risaer Kollegen dort Koll. Hempel besprach hierauf die Verhältnisse an dem Bau der nicht unter dem Minimallohn arbeiten und daß man daher von nur „ Röschen hatte einen Piepmat in dem kleinen Vogel haus". Wer kennt es nicht, das einst so populäre konplet, an Man dessen Schluß die jetzt so unglückliche Marie Stolle so oft die ihnen nicht recht eine Aufgabe der Arbeit verlangen könne, Drum ihr weise Lebensregel in die Welt hinausträllerte: Mädchen, seid klug und weise, sonst tönt euer Ruf nachher: außerdem reichten die Mittel der Gewerkschaft auch nicht hin, Lieber Vogel, komm' doch wieder, doch der Vogel kommt nicht um dieselben im anderen Falle nach der Heimath zurückbefördern zu mehr!"- Zu den Mädchen, welche diese weise Lehre unberück- 3u fönnen. Zu bedenken sei ferner, daß täglich so viele Stollegen ſichtigt gelassen, gehört das eben erst 16 Jahre alt gewordene nach Arbeit dort vorsprächen, daß es wohl am Zweckmäßigſten Röschen S. aus der Hochstraße, welche auch unendlich oft ge- sich zeigen dürfte, die Sperre über die Sebastiankirche aufzuheben. Nach längerem Für und Wider wurde die Sperre rufen hat:„ Lieber Vogel komm' doch wieder!" und nun, da er über die Sebastiantirche gegen wenige Stimnicht gekommen ist, als Hauptbelastungszeugin vor der ersten Strastammer hiesigen Landgerichts I zu erscheinen hatte. Röschen G. men aufgehoben. ist ein stattliches, schlank gewachsenes Mädchen mit feurigen Augen Da die Zeit inzwischen schon bis spät in den Nachmittag In Johannisthal: Koch, Waldkater. Kurhaus. Restaurant und dicken blonden Flechten und es ist begreiflich, daß sie in jenem binein gerückt war, und noch viele Angelegenheiten zu besprechen waren, wurde die Versammlung geschlossen, und es soll in Johannisthal, Lenze. Kleinschefski, früher Ludwig. Henneberg. beneidenswerthen Alter, wo die ganze Welt wie der schönste Senftleben giebt sein otal zu Versamm Frühlingsmorgen zu unseren Füßen liegt, sich mit Jubeln, 14 Tagen eine weitere öffentliche Versammlung einberufen werden Schwärmen und Hoffen beschäftigte und in ihr junges Herze als Iungen. Schönfließt. Am Sonntag, den 5. April, hielt der antisüßer Gast die Liebe einzog. Der Dreher Otto K. hatte es ihr semitische Verein Berlin Nord in unserer Ortschaft eine VerIn Rudow ist kein Lokal. QUE In Nieder- Schönweide giebt nur die Borussia- Brauerei angethan und sie überwand alle Hindernisse, um wieder und fammlung ab mit dem Thema:" Jude und Bauer!" Der Referent, immer wieder zu ihm zu gelangen. Aber auch hier wiederholte Herr Pickenbach, hielt es nicht für gut, auf angekündigte Neuer Krug; Mally, Schweizerhaus; und Tismer geben sich die alte Geschichte, die immer neu bleibt: eines Tages saß Thema cinzugehen, benn er beschränkte sich has anaeth, beat Röschen betrübt in ihrem Kämmerlein und weinte sich die Aleuglein weidlich die Sozialdemokratie zu beschimpfen. In der Diskussion ihre Lokale zu Versammlungen nicht her. Der Borwärts" liegt in Nieder- Schönweide bei Lieben- roth über die Treulosigkeit der Männer, die sie troß ihrer wurde Herr Pickenbach jedoch von den Genoſſen aus Reinidenund Kurt( Bigarrengeschäft) aus, in 16 Jahre nun auch schon hatte kennen lernen müssen. Ihr Vater dorf D. Knauf, R. Duchateau und Ad. Thal in gebührender baum( Restaurant), Johannisthal bei Senstleben( Restaurant) und im Bigarren aber begnügte sich nicht bei den Thränen, sondern nahm eife abgefertigt. Die schönen Erfolge, welche sich die Herren in Anwendung kommenden Antisemiten hier versprochen hatten, wurden nun zur ihrem Geschäft von Mielenz. Bemerken wollen wir, daß bei Mally seine Zuflucht zu dem so Der Vorwärts" ausliegen soll. Der Saal wird aber ver$ 182 St.-G.-B., welcher besagt, daß Derjenige, welcher ein un- größten Leidwesen zu Wasser. Während sich Herr Pickenbach den bescholtenes Mädchen, welches das 16. Lebensjahr nicht vollendet Beifall von seinen mitgebrachten Trabanten zollen ließ, stand die hat, verführt, mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft wird. anwesende Bevölkerung des Ortes hinter den sozialistischen Polizeibericht. Als am 17. d. M. Nachmittags der Maurer Und so mußte denn Röschen gestern vor Gericht einem examen Rednern. Hoffentlich haben sich die Herren Antisemiten bei dem hmittags der polier Tillack die Durchfahrt des Hauses Veteranenstr. 8/9 passirte, rigorosum über ihre innersten Herzenstriebe sich unterwerfen. ersten Besuch den Magen so verdorben, daß sie vorläufig au ein wurde er von einem herausfahrenden Wagen gegen die Wand Was da an zärtlichen Liebesbriefen und sinnigen Gedichten von Wiederkommen nicht denken werden. gedrückt und erlitt hierbei eine so bedeutende Quetschung der dem Angeklagten produzirt wurde, ließ erkennen, daß das BackBrust, daß er nach dem St. Hedwigs- Krankenhause gebracht fischlein die Stufenleiter der Erkenntniß schon bis zu einer erwerden mußte. Am 18. d. M. Nachmittags wurde ein 18 jäh- staunlichen Höhe emporgeklommen war und die Behauptung des riges Mädchen vor dem Hause 63/64 durch einen schleudernden Angeklagten, daß er der eigentlich Verführte war, gar nicht so Omnibus erfaßt, zur Erde geworfen und am linken Unterschenkel ungeheuerlich flang. Der Gerichtshof konnte auch nicht feststellen, so bedeutend verletzt, daß seine Aufnahme in das St. Hedwigs- daß es bei der Zeugin einer besonderen Verführung zum Bösen Krankenhaus erfolgen mußte. Zu derselben Zeit wollte ein bedurft hätte und sprach deshalb nach dem Antrage des RechtsTischlermeister vom Flurfenster im zweiten Stock des Hauses Anwalts Dr. Gotthelf den Angeklagten frei. Demminerstr. 6 einen auf dem Hof befindlichen Arbeiter anrufen, legte sich dabei zu weit aus dem Fenster, so daß er auf den Hof hinabstürzte und erlitt einen Schädelbruch, infolge dessen der Tod auf der Stelle eintrat. Vor dem Hause Lützowweigert. Ufer 14 wurde am 18. d. M. Nachmittags ein Arbeiter von Oranienburg. Hierselbst fand am Sonntag, den 12. April, eine für die hiesigen Verhältnisse außerordentlich stark besuchte Volksversammlung, in welcher auch Frauen anwesend waren, statt. Der Genosse Fr. Feldmann aus Berlin hielt einen ca. 1/2 stündigen Vortrag über Arbeiterschutz- Gesetzgebung, wobei er hauptsächlich die zur Zeit dem Reichstage vorliegende Gewerbegesey- Novelle in Betracht zog. Reichlicher Beifall lohnte den Referenten für seine Ausführungen. Nach dem Vortrage, an den sich keine Diskussion schloß, nahm die Versammlung zur Maifeier Stellung. Be stattfinden solle, in welcher der Genosse Feldmann über die BeBoziale Meberlicht.schoffen wurde, daß am 1. Wai Abends eine Versammlung Achtung, Glasschleifer. Wegen Lohndifferenzen haben einem in übermäßig schneller Gangart fahrenden Arbeitswagen überfahren und am Fuße so bedeutend verletzt, daß er nach dem die Kollegen bei der Firma Dito Grund u. Ko. die Arbeit einElisabeth Krankenhause gebracht werden mußte. Zu derselben gestellt. Wir bitten die Kollegen, den Zuzug fernzuhalten. Zeit glitt ein Droschkentutscher auf dem Bürgersteige vor dem Hause Lothringerstr. 23 infolge eigener Unachtsamkeit aus und erlitt anscheinend einen Bruch des rechten Oberschenkels. Der Verlegte wurde nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. Vor dem Hause Elbingerstr. 2 gerieth am 19. d. M., Versammlungen. Nachmittags, ein vierjähriges Mädchen unter die Räder eines STORS Lederarbeiter. Am Sonntag, den 12. April, tagte unter Thorwagens und wurde anscheinend schwer verletzt. Gegenüber dem Vorsitze des Kollegen 3ander eine öffentliche Versammlung dem Hause Tempelhofer Ufer Nr. 31 sprang zu derselben Zeit der Lederarbeiter, in welcher Herr Robert Schmidt über die Beein Dienstmädchen in den Landwehrkanal, wurde jedoch, an- deutung des 1. Mai referirte. Redner wies darauf hin, daß die scheinend ohne Schaden genommen zu haben, aus dem Wasser ungünstige wirthschaftliche Lage es für dieses Jahr unmöglich gezogen und nach der Charitee gebracht. Vor dem Hause macht, eine allgemeine Arbeitsruhe am 1. Mai durchzuführen Münzstr. 5 fiel Abends eine Frau beim Absteigen von einem und empfiehlt der Versammlung, dem Vorschlage der ReichstagsPferdebahnwagen und verlegte fich anscheinend bedeutend am fraktion gemäß die Feier auf den 3. Mai zu verlegen. Bein. Am 18. und 19. d. M. fanden fünf kleinere Brände statt. ye H lim3 Gerichts- Beitung. Ein recht eigenthümliches Licht auf die Wirksamkeit" der Gefängnißstrafe warf eine Verhandlung, die gestern vor der 2. Straffammer des Landgerichte II fich abspielte. Die unver ehelichte Ernestine Pauline Schneider war wegen Diebstahls zu worden. Sie bentung des Tages einen Vortrag halten soll. Weiter wurde befchlofien, daß sich die Oranienburger Genossen der Demonstration, welche von den Genossen des ganzen Kreises am 3. Mai in Hohen- Schönhausen inszenirt werden wird, anzuschließen haben. Hierauf ging die Versammlung, welche wiederum ein Beweis für die Verbreitung des sozialistischen Gedankens auch am hiesigen Drte war, begeistert auseinander. 1/2 midst Bund der geselligen Arbeiter- Vereine Berlins und umgegend Dienstag. Geselliger Verein Schönhauser Binde" Abends 8% Uhr, im teftaurant Petzold, Schönhauser Allee 46. mittwoch, den 22. April, Herren- Partie nach Johannisthat. Bersammlungs. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ort Görliger Bahnhof. Abfahrt 8 Uhr 35 Minuten. Für diejenigen, welche Arbeiterbillets benutzen( 7 Uhr 35 Minuten) und Nachzügler. Treffpunkt bet Senfileben( Bolts- Garten) in Johannisthat. Um recht zahlreiche Betheiligung wird gebeten. Gauverein Berliner Bildhauer. Außerordentliche General Bersammtung heute, Diensttag, den 21. April, Abends 8% Uhr, bet Gaillard, Prinzenstraße 87. Tagesordnung: Geschäftliches. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Vereinsversammlung polnischer Sozialisten findet am Mittwoch, den 22. April, Abends 8% Uhr, in Feuersteins Salon, Alte Jakobstr. 75, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Discussion. 3. Verschiedenes. Erd- und BauArbeiter, wenn sie auch nur kurze Zeit hier arbeiten, werden auch als MitDer Vorstand. An den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß fich eine lebhafte Debatte über die Frage, in welcher Weise die Feier am 3. Mai begangen werden soll, und es wurde schließlich folgende, vom Kollegen Georg Schmidt gestellte Resolution an- glieder aufgenommen. Gäste haben fretes Wort. Um rege Betheiligung ersucht genommen. Die öffentliche Versammlung der Lederarbeiter Berlins erklärt sich mit dem Vorschlage der Reichstagsfraktion, die Maifeier am 3. Mai stattfinden zu lassen im Einverständniß. Ferner be. schließt die Bersammlung: I. Von einer Versammlung unseres Berufes Abstand zu nehmen, um sich den in jedem Stadttheil stattfinden Volts den 28. April, Abends sy Uhr, in Grand Hotel, Alexanderplay( Eingang: Neue Verein Zukunft und seine Stassen laden hiermit zu der am Donnerstag, sönigstraße) stattfindenden Bersammlung von Mitgliedern ergebenft ein. Tagesordnung: Bericht über die intereffante General Bersammlung. Distuffton. Um pünktliches Erscheinen wird dringend gebeten. wurde wegen Schwangerſchaft auf einige Zeit aus dem Gefäng- II. Sich an der vom Fachverein zu veranstaltenden Feier am ab. Muerbach. 2. niß in der Barnimstraße entlassen. Vollkommen mittelIos findet sie bei einer bekannten Familie Aufnahme. Diese Familie, selbst arm, ist aber nicht in der Lage, ihr ohne Entgeld Aufenthalt und Verpflegung zu gewähren, und so greift das arme Weib, die eben nur auf Urlaub in Freiheit ist, abermals zum Diebstahl. Ein Zwanzigmarkstück ist das Objekt. Der Gerichtshof erkennt in Anbetracht der Mothlage für diesen neuen, Rückfall" auf" nur" drei Monate Gefängniß! 3. Mai zu betheiligen.mid 36 Seute Dienstag, den 21. april, Abends 8 Uhr, in Saale der Brauerei Bößow, Große öffentliche Versammlung allee kaufmännischen Angestellten. Brenzlauer Thor. Tagesordnung: 1. Die Arbeiterklaffe und der Deutsche clout Meichstag mit Berücksichtigung der faufmännischen Angestellten. Referent: Alb. Auerbach. 2. Disfussion. 3. Wahl eines Delegirten zum internationalen Lese- und Diskutirhlubs. Dienstag. Gerwegh", Abends 8% Uhr, im Lotale von Otto Binte, Forsterstr 45. Gäste willtommen. Proletarier" Safenelever", Abends ( Bantow), bei Borchardt, Schulzenstraße 28. Gäste willkommen. Sodann gelangte noch folgender Antrag zur Annahme: Beantrage hiermit, daß sich die Kollegen verpflichten, von ihrem Arbeitsverdienst am 1. Mai mindestens ein Viertel zu opfern. Von der zusammengebrachten Summe soll die Hälfte der General kommission der Gewerkschaften Deutschlands überwiesen werden, während die andere Hälfte der Agitations- Kommission der Lederarbeiter Berlins zufällt. Gesangverein 8 Uhr, im Restaurant Schola, Kastanien Allee 35. Agitationsverein Lassalle", bet Drigemüller, Wienerstr. 81. Spinoza", Abends 8% Uhr, bei Brandstahl, Oppelnerstr. 29. Gäste haben Butritt. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends uhr, uebungsstunde, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter- Gefangverein Morgenroth", Charlottenburg, Bismarckstr. 89, Restaurant. Gefang Arbeiter verein unverzagt", Moabit, Berlebergerstr. 28, Restaurant, Steinet che"( Böttcher), Lichtenbergerstraße 21 Gesangverein Vorwärts", Friedrichsfelde bet Momber. Gefangverein bet Seife. We fangverein" Norddeutsche Schleife", teftaurant Kaiser Franz Grenadierplay 7. Gesangverein Allegro", Staligerstraße 142 bet Greifer. Arbetter- Gefangverein Olympia", bei Schneider, Adalbertſir. s. Gefangverein" Fidelitas", Ackerstraße 18 bei Kummer. " Kreuzberg", Lichterfelderstraße Nr. 7-8 bet winter. te bertafer", Wilhelmshavnerftr. 23 bei Brosch. Männergesangverein " armonta", Abends 911hr Flottwellstraße 5 bei Barter Bruderherz" Birko, Straußbergerftr. 3. " Schild born", Usedomftr. 33, bei Miefe, Abends» Uhr. Gefangverein " albtapelle in Friedrichshagen, Reſtaurant Blank, Friedrichstraße, Abends 9 Uhr. Jhn'scher Gesangverein" umor", bet Birt, Strauß bergerstraße 3. Gesangverein, Cyboly" Urbanstr. 188, Ecke Blücherstraße bei Bollandt. Gefangverein Freundschaft" bet Oswald Berliner, Brunnenstr. 114. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mufitverein ,, Edelweiß" 9 Uhr im Restaurant Müller, Mariannenstraße 48. Gäste wiltommen. Gesangverein„ Anacreon", Abends von 9-11 ühr, bei Reßner, Annentraße 16. Gefangverein Ludwig'scher Männerchor, Abends 9 Uhr, Quartett- Berein, Wedding' m Restaurant Boppe, Lindenstraße 100. Theater- und Vergnügungsverein tagt Neue Hochstraße 49, bet Gundlach. Bulcania", in Meißner's Restaurant, Gartenstr. 162. Gaste, Damen und Herren, willkommen. Theaterklub Helmerding", Abends 9 Uhr, " Moabtter Gefangveretn Männergesangverein Hierauf erstattete Kollege Bander einen eingehenden Bericht Das Bewußtsein eines ihm zugefügten Unrechtes ver- über die seitherige Thätigkeit der Streit- Kontrollkommission, welcher anlaßte den Arbeiter August Mehnert zu Rixdorf, welcher er als Delegirter der Lederarbeiter angehört. megen groben Unfugs zu 6 Wochen Gefängniß verurtheilt war, Unter Verschiedenen berichtete Skollege Peutert über den Pährend der Verbüßung seiner Strafe bei der Gefängniß- Streit der Kollegen von Landes u. Ro. Ursache des Streits direktion zu melden, um den Beamten, der durch seine eidliche waren theilweise sehr erhebliche Lohnreduktionen. Die Kollegen. Aussage seine Verurtheilung veranlaßt hatte, des Falscheides zu gestärkt durch das Bewußtsein, die gesammten organisirten Lederbezichtigen. Mehnert gab eine diesbezügliche Erklärung zu Pro- arbeiter Berlins hinter sich zu haben, hielten jedoch einmüthig tokoll und hatte sich nun wegen der Abgabe dieser Erklärung vor zusammen, und so gelang es schon nach zweitägigem Streit, eine der 2. Strafkammer des Landgerichts II. wegen wissentlich befriedigende Einigung herbeizuführen. Es ist dies der erste Sieg, falscher Denunziation zu verantworten. Der betreffende Beamte, den unsere junge Organisation zu verzeichnen hat. ein Rixdorfer Gendarm, hatte ausgesagt, es sei bei der Sistirung Mehnerts, welcher aus Rixdorf ausgewiesen war, sich aber trotz- In einer am 10. d. Mts. stattgefundenen Versammlung dem dort aufhielt, ein Menschenauflauf entstanden, was M. be- Berliner Aerzte konstituirte sich der Verein für Einstreitet. Es werden zur Geststellung dieser Thatsache Zeugen führung freier Aerztemahl bei den Berliner vernommen, von denen 3 die Aussagen des Gendarmen bestätigen, rankenkassen. In den aus sieben Mitgliedern bestehenden während 2, nämlich die Fran und die Tochter Mehnerts den in Borstand wurden die Herren Gräfe, W. Heymann, Hoth, Nede stehenden Auflauf entschieden abstreiten. Troßdem selbst der J. Lehmann, Löwe, G. Müller, Wechselmann gewählt. Staatsanwalt die Ueberzeugung, daß Mehnert das Bewußtsein der falschen Angabe gehabt habe, nicht bekommen kann, daher Zu dem Bericht in Nr. 88 unseres Blattes über die in Sanf's Restaurant, Tempelhofer Ufer 18, Ecke der Großbeerenstraße. auch Freisprechung beantragt, mißt der Gerichtshof den Aussagen Versammlung aller in der Textilbranche beschäftigten Arbeiter Privat- Theaterverein ,, Georgina", Abends 9 Uhr, bet Meißner, Gartender Frau und der Tochter Mehnerts keinen Glauben bei und ver- und Arbeiterinnen, welche in Rixdorf stattfand, wird uns berichtigend mitgetheilt, daß beschlossen wurde, den betreffenden Deleurtheilt denselben zu 1 Monat Gefängniß. Ein Aft beispielloser Rohheit führte gestern den Handels- girten, Herrn Schmittler, als Vertrauensmann für Rigdorf mann Ernst Wende unter der Anklage der schweren Körper: wählen und in jeder Werkstatt ebenfalls einen Vertrauensmann verlegung vor die dritte Strafkammer des Landgerichts I. Wende, zu ernennen, der sich in Bezug auf die Markenfrage zum ber in einem Hause in der Petristraße wohnte, batte wie ge: 1. Mai an obengenannten allgemeinen Vertrauensmann zu wenden. Der Vorsitzende in jener Versammlung war Herr wöhnlich seinen Schlüssel vergessen, als er am Abende des Scranowitz. 2. Januar d. J. nach 10 Uhr nach Hause kam. Er war etwas wohnende Schuhmacher Helm. Da bei dem Letzteren noch Besuch angetrunken. Auf sein Klopfen öffnete ihm der zu ebener Erde bier und Schnaps. Auf dem Tische lagen eine Anzahl Photowar, so betrat auch Wende noch dessen Stube und erhielt Weißgraphien, sogenannte" Frauenschönheiten." Bei der Beurtheilung, welche von denselben die schönste sei, verrieth Wende eine Geschmacks richtung, die von derjenigen des Schuhmachers Helm abwich. Es zu Eine öffentliche Steinmetzen- Versammlung tagte Sonntag Vormittag unter dem Vorsiz des Kollegen Ahlecke. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde der Versammlung eine Abrechnung über den Generalfonds gegeben und für richtig befunden. Dann wurde angeregt, daß der Verband auch weiterhin die Zeitungen:„ Vorwärts"," Bauhandwerker" und„ Steinbildhauer" halten solle und demgemäß beschlossen. " straße 162. Gäste wiltommen. Bergnügungs- und Theaterverein„ Romeo", Abends 9 Uhr, bet Säger, Grüner Weg 29, Gäſte willkommen.- BergnügungsBerein Nordlicht", Abends 8-11 Uhr, bei S. Sperling, Görligerstr. 37. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Vergnügungs- Verein Fidele Brüder, Abends 9 Uhr bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Gäſte willkommen. Geselliger Verein Brüderschaft", Abends 9% Uhr, Wilsnackerstr. 63. Berein ehmaliger 37er, Abends 9 Uhr, im Königstadt- Kafino, HolzmarktRosenblätter", abends 8% thr, bet Beo= poldt, York- und Mannsteinstraßen- Ecte. Gäste willkommen. Rauchtlub traße 79. Rauchklub humoristische Pfeifenbrüder", Abends 8 Uhr, bet Suber, Klostertraße 63. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Borsig", Borsigstr. 27 bei Jentsch. Geselliger Verein„ GIimbim", bends 9 Uhr bet George, Großgörschenstraße 16. willkommen. Vergnügungsverein Reichstrone" Abends 9 Uhr, im Bittoria- Ballsalon, Berlebergerstraße 13.- Bergnügungsverein Glüc auf" Abends 8 Uhr im Restaurant Blant, Schönleinstraße 1. Gäfte willkommen. Rauchklub Herren als Gäste Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Braunschweig, 20. April. Dem„ Braunschweiger Tageblatt" wird aus Helmstedt gemeldet: Auf der Braunkohlengrube Henriette" bei Unfeburg ist ein Streit ausgebrochen; die Gruben verwaltung hat infolge dessen 270 Bergleuten gekündigt und 23 sofort entlassen. Wien, 20. April. Abgeordnetenhaus. Der Antrag Pernerstorfers, betreffend die sofortige Aufhebung der Ausnahmeverordnungen für die Gerichtssprengel Wien, Korneuburg und Wienerneustadt ist einem aus 18 Mitgliedern bestehenden Ausschusse überwiesen worden. Die Verhandlungen desselben wurden für öffentlich erklärt. Stockholm, 20. April. Nachdem seit acht Tagen im Bergwerks- Distrift Norberg( Vestmansland) die Arbeit seitens der Bergarbeiter eingestellt worden war, sind heute die entgegenkommenden Vorschläge der Grubenbesitzer von den Arbeitern zurückgewiesen worden. Die Anzahl der Streifenden, welche fich bis jetzt ruhig verhalten, beträgt ungefähr 1000 Mann. Eine Abtheilung Militär ist nach dem Ausstandsdistrikte abgegangen. Mons, 20. April. In verschiedenen Kohlen- Bergwerken des Rohlenbassins von Mons haben die Arbeiter wegen Lohnstreitig feiten die Arbeit eingestellt. Der Verband der Arbeiterpartei bietet Alles auf, um den Ausbruch partieller Streits zu verhüten. ( Depeschen des Bureau Herold.) Köln, 20. April. Die Köln. Zeitung" meldet, die Leiter des Zentralvorstandes der Bergleute hätten eine straffere OrganiNeue Walhalla. Sommer- Theater fation beschlossen, namentlich sollten die an einzelnen Zechen| 1. April eines Jahres vollendet, noch bis zum nächsten 1. Apri arbeitenden polnischen Arbeiter für die Sozialdemokratie gewonnen zum Schulbesuch gezwungen werden. werden. Dieserhalb sei an die Vertrauensmänner die Weifung 2. in Nebelschütz. 1. Theilen Sie der Amtshauptmanne ergangen, in der nächsten Zeit in den von den polnischen Kame- schaft mit, daß der Ortsvorsteher die erbetene Abhilfe troß er raden bewohnten Ortschaften Versammlungen abzuhalten, in folgter Anweisung noch immer nicht geschaffen hat. Ihren durch welchen jedes Mal ein polnischer Kamerad zu referiren hätte. Diese Unterlassung nachweislich erlittenen Schaden tönnen Sie unterstüßungs- Kasse habe recht ansehnliche Beiträge erhalten. Der einen dortigen Rechtsanwalt. 2. Wenn Sie den Sachverhalt der Auch der chronische Geldmangel sei geschwunden; die Haupt- von dem Ortsvorsteher ersetzt verlangen. Wenden Sie sich an Pariser Kongreß habe in die Bergarbeiter- Bewegung viel Leben dortigen Behörde mittheilen, so wird sicherlich gegen die Hebegebracht, so daß die sorgfältigste Beobachtung nöthig sei. amme das Verfahren auf Konzessionsentziehung eingeleitet werden. Hermannsplay W. Sie können gegen die neue Steuereinschäßung reklamiren. Briefkaffen der Redaktion. G. P. 1001. Die Ziffern und Zeichen auf den Losungsscheinen fennen wir nicht." Auswanderer. In Melbourne existirt der deutsche Verein Vorwärts". Näheres erfahren Sie bei M. H. Wetzel, Williamstreet 36, Collingwood, in Melbourne( Australien). G. 2. 33. Es giebt nur bei der Artillerie Obergefreite. Wenn wir recht unterrichtet sind, tragen diese eine Unteroffizierstroddel. K. S. Liebenwalderstr. Der Leipziger„ Wähler" bringt die sächsischen Lotterielisten nicht. H. N. Das wissen wir nicht. K. Sch. In Hamburg steht Militär. C. 2. Derartige Privatgeschäfte können wir nicht besorgen. Geben Sie doch ein Juferat auf. Wir haben vorläufig noch kein die Dauer der Schulpflicht regelndes einheitliches Gesez für Preußen, sondern nur verschiedene Verordnungen der Oberpräsidenten hierüber. Jn Berlin kann ein Kind, wenn es das 14. Lebensjahr nach dem im Ausstellungs- Park Hasenhaide. Allens im Loth. In 8 Tagen geht's los. Junkerstraße 1 u. KatzbachE. M. Wilschke, traße 1, Ede der Yorkſtraße. Cigarren und Tabake. Alle Sorten Cigarretten. Lebens- u. FeuerVersicherungs- Agentur. Allen Freunden u. Genossen bestens empfohlen.[ 365 b Den Hentschel'schen Eheleuten die besten Glückwünsche zum heutigen Tage. Nicht über den Durst! Todes Auzeige. Unentbehrlich für jeden Haushalt. R. F. Mittelstädt's Original Sonntag früh 3 Uhr starb nach furzem LÖWEN- BITTER. aber schwerem Leiden meine liebe Frau Therese Wandtke an den Geburtskrämpfen. 385b Die Beerdigung findet am Bußtag, Nachmittags 2 Uhr, von der FrauenKlinik, Artilleriestraße, aus statt. Um stille Theilnahme bittet Der tieftrauernde Gatte P. Wandke, Heizer, nebst Mutter und Schwester. Empfehle mein Geschäft in friscaen Blumen und Kränzen. 538 L Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu vermeiden, erkläre ich meinen Freunden und Genossen, daß ich mit J. Meyer, Wienerstr. 1, in feiner geschäftlichen oder verwandtschaftlichen Beziehung stehe. General- Versammlung Des Lese u.Diskutirver. ,, Herwegh" Tages- Ordnung: Abrechnung vom letzten Quartal und Vorstandswahl. 354/13 Jedes Mitglied wird hiermit ersucht au erscheinen. H. Tisselmann, Schriftführer. Achtung, Dreher! Am Bußtage, den 22. d. M.: Herrenpartie. Friedrichshagen. Abfahrt mit Arbeiterbillets Friedrichstraße 6,52 Uhr. Alexanderplatz 6,58. 144/7 Schlesischer Bahnhof 7,2.. Treffpunkt Friedrichshagen b. 10 Uhr Vormittags im Reichsgarten. Zahlreiche Betheiligung erwünscht. Für unseren Kollegen gef. in einer Fabrit 3,90, Freiheit Pollack II. 3 M., vom Rothen von Osten 8,45. E. Wohn., 2 St. u. K., weg. Verzieh. n. außerh. 3. 1. Mai 3. v. b. Jante, Münchebergerstr. 24 part. r. 881 b Geschäftshaus S. Heine. Chauffeestraße 14 Die schönsten( 588L Kinder- Kleider I für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenröde, Unterröde, Trikottaillen u. Blousen auch im Einzelverkauf sehr billig! I Massbestellungen u. Reparaturen werden prompt erledigt! Chausseestraße 14 Geschäftshaus S. Seine. Vorzügliches Verdauungsmittel. Das beste aller Kräuter- Elixire erfreut sich durch seinen angenehmen Geschmack seit Jahren einer beson deren Beliebtheit, stärkt vorzüglich den Magen und regt ganz außerordentlich den Appetit an. 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I. zum Abdruck gelangt ist, wurde Seitens der Staatsanwaltschaft als gegen die guten Sitten verstoßend angesehen und hat deshalb dem Verfaffer eine Anklage wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften zugezogen, die gestern vor der 11. Straffainmer des Landgerichts I zur Verhandlung gelangte. Die Novelle schildert, wie ein junger unverdorbener Provinziale zum ersten Male nach Berlin kommt, hier das Laster in jeglicher Form kennen lernt und zuletzt der Verführung erliegt. Staatsanwalt Dr. Benedig kennzeichnete das geistige Erzeugniß des Angeklagten als" Gift", welches den unteren Schichten des Volkes geboten würde, er halte hierfür nur eine Freiheitsstrafe am Plaße und beantrage 14 Tage Gefängniß. Der Angeklagte bestritt, daß es ihm darum zu thun gewesen sei, den Lesern etwas" Pitantes" zu bieten. Er habe durch die Schilderung abschreckend wirken wollen und deshalb das Lafter, wie es auf der Straße und in den und deshalb das Laster, wie es auf der Straße und in den Kaffee's fich breit mache, in unverblümter Weise schildern müssen. Dies Bestreben sei jebenfalls lobenswerther, wie dasjenige berühmter Schriftsteller, welche das Laster in überzuckerter Form in die Salons schleppen. Der Gerichtshof vertrat die Ansicht der Staatsanwaltschaft und erkannte auf 100 m. Geldstrafe oder 10 Tage Gefängniß. 90 Dienstag, den 21. April 1891. 190 1913 idualo grand stand on 8. Jahrg. Versammlungen.ie schwarze Liſte gekommen wäre, ber es nach dem Urtheil lucid " " der Die Versammlung beschloß nunmehr, den folgenden Rednern je 5 Minuten Redezeit zu gewähren, und verlängerte diese Beit später auf 10 Minuten. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Körsten ( Former), Hartmann( Schlosser), Stabernack( Schraubendreher), Guttheit( Maschinenbauer), Warnaten( Schloffer), Tausche( Former), Freiherz( Schlosser), Unger, Stubsack( Former), Knapp( Gas- und Wasser- Rohrleger) und Rörmes( Dreher) und führten Beispiele für die Handlungsweise der Arbeitgeber an; sämmtliche Redner konstatirten, daß gerade die sozialdemokratischen Arbeiter stets die besten seien. Sollege Rörsten fennzeichnete treffend die Art und Weise, wie Arbeiter als wüfte Agitatoren" auf die schwarze Lifte gefeßt werden können und führte als Beispiel an, daß ein Arbeiter als wüster Agitator" bezeichnet sei, weil er fein( bes Redners) Freund war, und ein anderer, weil er seinen Sohn als Lehrling aus einer Fabrik fortgenommen habe. 1. Die heute im Feen- Balast" versammelten Metallarbeiter Folgende drei Resolutionen tamen zur Abstimmung: Berlins sprechen ihren Abscheu aus über die Machinationen des Verbandes der Berliner Eisen- und Metallindustriellen, durch welche Arbeiter, deren einziges Verbrechen darin bestand, daß sie sich nicht zu willenlosen Sllaven des Kapitals degradiren lassen wollten, dem Glend überliefert werden. schläge ins Gesicht verfekt, so daß das Blut sofort aus Mund gegenhalten, daß das nur geschieht, um den einseitigen Lohns dmund Nase hervorquoll. Der Staatsanwalt nahm sofort den reduktionen ein Gegengewicht zu geben. Denn es ist Thatsache, Thatbestand auf und den frechen Subjekten steht nun noch eine daß jeder von den Arbeitern einseitig versuchten Lohnerhöhung jedenfalls schwere Strafe bevor. in diu de 100 von den Arbeitgebern einseitig durchgeführte Lohureduktionen sildbuis an 2 en nie od gegenüberstehen. Was nun die Behauptung der Herren, welche das Komplott for pollinetcoming bugs gegen die Arbeiter gebildet haben, betrifft, daß kein Arbeiter auf den achtbarsten Mitgliedern bestehenden Kommission nicht 29119d not word Metallarbeiter.d wirklich verdient habe, so läßt sich dem gegenüber stellen, daß schäftigten Arbeiter von Berlin wurde am vergangenen Sonntag Namen eines Arbeiters auf die schwarzen Listen zu feßen. As Eine Maffenversammlung aller in der Metallindustrie be- anfangs ein jedes Mitglied des Verbandes das Recht hatte, den Borinittag unter dem Vorsiz des Kollegen Petzold im Feenpalast dann später eine Kommission eingesetzt wurde, griff man zu dem plott der Metallindustriellen gegen die Arbeiter", führte Rollege aber wirklich Arbeiter gehört worden sind, steht sehr zu be abgehalten. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Das Kom Mittel, auch die Ansicht eines Bruder Arbeiters" zu hören. Ob Allwin Gerisch folgendes ausgelio ar sid zweifeln, und bevor man uns nicht nachweist, welcher Arbeiter der Maifeier wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß dereinst aber wirklich ein Arbeiter befragt worden sein, so gewiß nur In einer früheren Versammlung der Metallarbeiter betreffs gesprochen hat, halten wir die Behauptung für unwahr. Sollte einmal alle Fäden enthüllt werden würden, welche die Unter- ein solcher, den man als einen indifferenten kannte. Und wehe Schneller, als man gedacht, hat sich diese Hoffnung verwirklicht! Wunsche der Arbeitgeber lag! Der Ungludselige wäre ebenfalls für nehmer zur Hintertreibung dieser Feier gesponnen haben. demselben, wenn er etwa anders gesprochen hätte, als es im Heute ist das Netz sichtbar, mit dem die Arbeiterklasse vor Jahres einen wüsten Agitator" gehalten und demgemäß behandelt frist umstellt war; und heute, nachdem wir die Kampfesweise worden." Niederlage erklären, jene Niederlage, die gleichzeitig für uns einen industriellen gegen die Arbeiter sind nun für uns ein Mahnruf, unferer Gegner kennen gelernt haben, tönnen wir uns auch unsere Die neuesten Enthüllungen über das Komplott der Metallgroßartigen moralischen Sieg bedeutet. Denn in vollem Licht des das nachzuholen, was wir bisher versäumt haben. Wir stehen Tages haben die Arbeiter verhandelt, und klar und deutlich traten augenblicklich vor einem entscheidenden Wendepunkt in der Ar Der räuberische Einbench bei dem Schankwirth Schulz die Motive für ihre Handlungsweise hervor: es war das Mit beiterbewegung, da muß ein jeder die sträfliche Nachlässigkeit in der Schützenstraße 33, über welchen wir dieser Tage berichteten, leid, das innige Erbarmen mit Millionen von Arbeitsbrüdern, schwinden lassen und voll und ganz seine Schuldigkeit thun. beschäftigte gestern wiederum die II. Straffammer hiesigen Land- die durch das heutige Ausbeutungssystem um ihr Lebensglück be- 20 000 organisirte Metallarbeiter, das sei die Ant gerichts I, nachdem der vor vier Tagen angestandene Termin trogen werden. Unsere Gegner haben dagegen nicht offen, son- wort auf die Herausforderung des Unternehmerthums, und das zur Hauptverhandlung vertagt worden war. Auf der Anklage bern in geheimen Busammenkünften verhandelt; streng vertrau- wird auch die beste Antwort sein.( Stürmischer Beifall.) bant saßen der Buchbinder Gehrmann, der Arbeiter" lich" war ihre Losung, streng vertraulich" das Feldgeschrei, mit Blasig, der Steindrucker Meyler und der Schneider dem sie nicht einen offenen, ehrlichen Kampf begonnen, sondern Schröder, von denen die ersten drei in der Verbrecherwelt heimlich die Minen legten, welche die Arbeiter besiegen sollten. wohlbekannte gemeingefährliche Einbrecher sind. Wie erinnerlich Ein Jahrhundert ist verflossen, seit man gegen die geheimen sein wird, handelt es sich um die Nacht vom 2. zum 3. Dezbr., Verhaftsbefehle der feudalen Staaten kämpfte, aber trotzdem haben in welcher der erste Angeklagte bei dem Schankwirth Schulz fich unfere heutigen Großen nicht gescheut, jene alten Junker übernachtete. Bald nachdem dieser ins Bett gestiegen war, hörte nachzuahmen. Wer früher von einem folchen geheimen Verhaftser ein verdächtiges Geräusch im Gastzimmer und als er auf befehle betroffen wurde, bekam wenigstens ein Obdach, Speise und stand und in das betreffende Bimmer trat, tamen ihm zwei Trant, heute dagegen ist der also Betroffene vogelfrei und dem Männer entgegen, welche Messer in den Händen hielten Elend preisgegeben und irrt so lange umber, bis er durch die und Herrn Schulz derartig erschreckten, daß dieser sie nur Noth getrieben entweder zum Berräther an seiner Ueberzeugung himmelhoch bat, ihm nichts zu Zeide zu thun und sie ruhig mit oder zum Selbstmörder wird. ihrer Diebesbeute ziehen ließ. Herr Schulz hatte von dem ganzen Das Bedauerlichste an dieser Sache ist es aber, daß selbst Vorfall der Kriminalpolizei keine Anzeige gemacht, die Kunde die Behörden bei diefer Angelegenheit bie Hand im Spiele haben. davon kam vielmehr durch eine Beitungsnotiz. Die Kriminal- Der Staat, der der Inbegriff der gesammten Bürger ist, der aus polizei nahm vor allen Dingen den Angeklagten Gehrmann fest allen Gliedern besteht, hat sich nicht unparteiisch gehalten, sondern und erhielt aus Verbrecherkreisen die Mittheilung, daß Gehrmann Front gemacht gegen die Arbeiter, die für eine Besserung ihrer den Diebstahl ausbaldowert, Schröder Schmiere gestanden und traurigen Lage tämpften. Bon all den vielen Mittheilungen, Blasig und Mezler den Diebstahl selbst ausgeführt habe. Der die uns durch die neulichen Enthüllungen gemacht sind, berühren Kriminalkommiffarius Reßmann sagte dem Gehrmann auf uns am schmerzlichsten die, welche auf die Staatsbehörden hinden Kopf zu, daß seine drei Mitangeklagten schon weisen als Vorkämpfer des Kapitalismus. Wenn irgend Jemand entdeckt und festgenommen worden seien. Dies hatte den Erfolg, des Schutzes dringend bedürftig ist, so doch in erster Linie der daß Gehrmann nun pfiff" und in der That zugab, daß die drei Arbeiter, und dennoch haben die Behörden, so weit es sich Angeklagten in der bezeichneten Weise an dem Diebstahl betheiligt um Staatsbetriebe handelte, dem herrschenden Kapital die Hand waren. Er blieb auch vor Gericht bei dieser Beschuldigung, welche zum Bunde gereicht und an dem großen Kesseltreiben gegen die werflicher, weil sie ausgeht von Personen, die fich stets als die Die Versammlung hält diese Handlungsweise für um so ver übrigens durch einen Kaffiber des Schröder und andere Momente voll- Arbeiter thätig Antheil genommen. desired Airsdination Hüter und Schüßer der höchsten Güter der Nation aufspielen, auf bestätigt wurde. Trozdem wehrte sich Mezler in Verbrechertreifen als„ Stotter- Albert" befannt Besonders die Nachricht hat allfeitige Verwunderung hervor und weil sie sich richtete gegen Arbeiter, die für eine Verkürzung fo energisch gegen die gerufen, daß am 1. Mai 1890 Beamte über ihre Kräfte angestrengt und gesetzliche Firirung der Arbeitszeit manifeftirten, also für Beschuldigung, daß der Gerichtshof wohl oder übel brei von werden mußten. Wir waren bisher der Meinung, daß die Ar- eine Forderung eintraten, die, wie das Beispiel anderer Staaten demselben begehrte Entlastungszeugen noch vorladen mußte. beiter Mannes genug sind, selber jede Ordnung aufrecht beweift, ebenso leicht ausführbar wie von eminent fultureller Be Diese gestern vorgeführten Beugen waren von einem Kaliber, daß zu erhalten, und glauben auch jetzt noch, daß es dann deutung ist. ihnen der Gerichtshof überhaupt nicht glaubte, denn sie gehören am Besten stehen wird, wenn die Arbeiter sich selbst bewachen. gleichfalls zu der Verbrecherzunft und verkehrten mit den Alls vor längerer Zeit ein Fabrikant für die auf sein Eigenthum Unternehmer erhebt die Versammlung energisch Protest gegen die Angesichts solcher Vergewaltigung der Arbeiter durch die Angeklagten in einem der Polizei bekannten Verbrecher verwendete besondere Wachsamkeit ein Geschenk von 3 M. anbot, in der neuen Gewerbe- Ordnungs- Novelle enthaltenen Bestimmungen teller. Der Gerichtshof verurtheilte Gehrmann und weigerte die Polizei sich, das Anerbieten anzunehmen. Ist es der Bestrafung des Kontraktsbruches, sowie der Verschärfung des Blasig zn je fünf Jahren, Megler zu vier nun etwas anderes, wenn man diesem Gescheut noch drei Nullen§ 153 der Gewerbe- Ordnung. Die Versammlung fordert volles Jahren Zuchthaus, Ghrverlust und Polizeiaufsicht, angehängt hat, ändert das die Verhältnisse? Nie und nimmer! und uneingeschränktes Koalitionsrecht, als das natürlichste Recht den Angeklagten Schröder zu 6 Monaten Gefängniß. Den Alle aufreizenden Reden, all' die Bitterkeit, die in den Worten der Arbeiterklaffe.sms spa mad mania tim gulma Schluß der Verhandlung bildete eine sehr erregte Szene. Kaum der Vorkämpfer der Arbeit gegen das Kapital liegt, fie alle ver- Die Versammlung richtet aber auch zugleich an alle Metallwar das Urtheil gesprochen, als die drei letzten Angeklagten schwinden vor den aufreizenden Thatsachen der Kapitalisten. Man arbeiter Berlins den bringendsten Appell, sich fest zusammenzus über den ersten herfielen und durch Faustschläge ins muß sich wirklich sagen, daß man sich Jahrzehnte lang in der schaaren, um durch vereintes Handeln der drohenden Bersklavung Gesicht für dessen Angeberei Rache nahmen. Die Burschen fonn Person geirrt hat, da es die Kapitalisten gewesen sind, die den entgegenzutreten. Die Versammelten erklären und geloben, daß ten nur mit Mühe von der Anklagebant fortgebracht werden. Klassenhaß erzeugt haben und noch jetzt durch ihr Gebahren zum fie alle Kräfte einsehen und nie erlahmen wollen, die neu Nach wenigen Minuten tam der Gerichtsdiener Gerloff blutüber- Klassenhaß aufreizen.nom. strömt in den Gerichtssaal zurück; als derselbe die Verurtheilten Wenn nun unsere Gegner behaupten, die Unternehmer feien grüßte Organisation so stark und mächtig zu machen, bis ignal gegründete und allseitig mit ungetheilter Sympathie be abführen wollte, war der Angeklagte Blafing plößlich auf den gezwungen, derartig gegen die Arbeiter vorzugehen, da dieselben sie im Stande ist, die unwürdigen Zustände zu beseitigen, untes Beamten losgesprungen und hatte ihm mehrere Borer- eine einseitige Lohnerhöhung anstrebten, so tönnen wir dem ent- denen die Metallarbeiter selbst leiden, und die von allen denkenden Aber troh Herrn Kühnemann hat die Natur ein Ein nicht, so wird sie zuerst gerüffelt, und wenn das nicht hilft sehen gehabt, sie hat sich durch das weise Walten des Ver so wird sie gestürzt. Dieser Standpunkt ist nicht nur ton R. C. Rühnemann, geh' Du voran, Du hast die bandes der Metallindustriellen in ihrem Lauf fervativ, er ist sogar sehr bequem, und es ist begründet längsten Stiebeln an." So soll von jetzt ab der alte Vers, nicht aufhalten lassen. Vor einigen Tagen wurde uns, wie Aussicht vorhanden, daß er der ursprünglich auf einen gewissen Hannemann gedichtet an Beifalls sich des unseres Blattes von forg aller wirklich Edlen erfreuen wird. Andererseits aber war, heißen. Herr Kühnemann ist kommerzienrath, er hat samer Hand registrirt wurde, der erste Maitäfer präsentirt, wird es die Regierung nicht erst zu ungnädigen Rüffeln schon deswegen Anspruch auf eine höhere Ehrbezeugung, und das arme Kerlchen sah in seiner schwedischen Streich- kommen lassen, sie wird sich vertragen, und Latifundien und seitdem aus seiner freigebigen Hand die Tausendmark holzschachtel recht erbärmlich aus. Er hatte seine sämmt besitzer und Gouvernementale werden ein Herz und eine scheine für Schuhleute rieseln, dürfte er für strebsame Naturen lichen sechs Beinchen beinahe bis ans Rinn heraufgezogen Scele sein. Plauderet.*) anderer Stelle " ben Abglanz aller irdischen Herrlichkeit bilden. Es ist über- und seine Lebensgeister konnten nur durch energisches Pusten So will es der Lauf der Welt bei uns, und wer etwa haupt ein eigenes Ding um einen millionenbehafteten zu wirklicher Bethätigung erweckt werden. Er schien es leb- anderer Meinung sein sollte, der wird auf die schwarze Lifte Kommerztenrath, und die alte Sage von dem goldbelabenen haft zu bedauern, daß er vorzeitig den wärmenden Schooß gesetzt. Und ist man erst soweit gekommen, so ist man Efel, der unbeanstandet die bidsten Festungsmauern passirt, der Mutter Erde verlassen hatte, und wenn er den bis jetzt einem sanften Sungertode preisgegeben, gegen welchen auch gewinnt, in die moderne Sprache unseres Beitalters über erschienenen Radischenblättern keinen Geschmack abgewinnen tein Kraut gewachsen ist. Bei dem nothstandslosen Winter, febt, immer wieder greifbare Gestalt, und der dienstwillige kann, so dürfte er wohl einem vorzeitigen Hungertode preis der sich fast bis an den sogenannten Wonnemond fortsetzt, Eifer mancher Beamtenkategorien erscheint in einem eigen gegeben sein, da man ihm bei der zurückgebliebenen Bege- triumphirt der bessere Theil des Publikums, und die artigen, ganz besonders verklärten Lichte. Mag dem sein, tation nicht einmal anrathen kann, ins Gras zu beißen, wenigen, fadenscheinigen Sonnenstrahlen, die uns bisher wie ihm wollte; in einem kommerzienräthlichen Gemüth Es soll freilich einen ingeniösen Mann gegeben haben, beglückten spiegelt sich die Welt gewiß ganz anders wie in dem be- der seinem Pferde eine grüne Brille aufjeßte und hoffnungsfreudige Gefühle in uns wachzurufen. Selbst die find auch kaum dazu angethan, besonders schränkten Unterthanenverstand gewöhnlicher Nichtsbesitzer, dem Bierfüßler Hobelspähne vorlegte, die das Thierlein wildesten Bitate des Königs Stumm im Reichstage können und wo der Durchschnittsmensch vergeblich nach den wahren dann als saftiges Kraut verzehrte. Wenn der Waitäfer den Magistrat unserer Haupt- und Residenzstadt nicht zu Ursachen der Dinge forscht und grübelt, da sitzt der auf einen ähnlichen Scherz eingeht, müßte man ihn Gewaltthätigkeiten gegen den Fiskus aufreizen, sonst würde Kommerzienrath vergnüglich in der Ecke, klopft sich auf die nach dem Reichstag spediren und ihn auf den grünen doch einmal eine mit Spießen und Stangen bewaffnete Taschen und weiß Alles. Tisch setzen, wo bekanntlich die hohen Herren die Gesetze Schaar von blutgierigen Magistratsvertretern am letzten Mitwisser sind natürlich unangenehme Ronsorten, das machen. Ob aber selbst ein Mailäfer dabei gedeiht, wagen Ende der Zimmerstraße erscheinen, um den dortigen Engist klar; und ruchlos ist Der, welcher einem Kommerzienrath wir nicht zu entscheiden, schließlich ist es auch seine Sache. paß mit stürmender und siegreicher Hand zu nehmen. Bis eine unruhige Stunde bereitet. Es ist im Leben häßlich ein- Man thut soviel man kann, um seinen voreiligen, jugend- jetzt tobt der Kampf allerdings nur in den Zeitungen, aber gerichtet, daß neben unverfälschten Unternehmer- Organen auch lichen Fehltritt wieder zu repariren. Ser Fiskus fint als Leonidas im Engpaß und lacht und andere Zeitungen bestehen, und es wäre die höchste Beit, Aber wirklich hat die Natur ein Einsehen. Der ein- der Magistrat lacht mit, worüber weiß er nicht, vielleicht daß es nunmehr endlich Pech und Schwefel vom Himmel same Mann in Friedrichsruh hat seine richtige Anzahl von über sich selbst. regnete, damit alles Gelichter, welches sich nicht unterthänigst stiebigeiern erhalten, dafür aber fehlten ihm bei seiner Gut Ding will Weile haben, so sagt der Frühling auch. vor einem Kapitalistenverbande verneigt, vom Erdboden ver- Wahl umsomehr Stimmen. Deswegen grollt er natürlich; Die Kalendermacher sind etwas ins Gedränge gerathen und tilgt werde. Wurde schon Loth's Frau bei der Ratastrophe man fann es ihm weder verdenken noch verwehren, und es ein Stutzer Gigerl nennt man sie jest- soll neulich von Sodom und Gemorrha durch eine Salzsäule verewigt, soll schon öfter vorgekommen sein, daß aus einem Heros ein eine weiße Hose spazieren geführt haben, von der sich aber so liegt kein Grund vor, weshalb gleich große Berliner Heroftrat wurde. Der Heroftrat war echt, er blieb; aber herausstellte, daß sie inwendig mit Belz gefüttert war. Er Sünder vor einem ähnlichen Schicksal bewahrt bleiben sollten. der Heroenhafte hatte etwas Talmiartiges an sich, er hielt hätte sich das Herz wärmen tönnen, wenn es ihm hineinNur der besigende Theil der Bevölkerung, vielleicht vom ge- bem Sturm der Zeit nicht Stand. Nur den einen Vortheil gefallen wäre. Doch man soll die Hoffnung noch nicht ver wöhnlichen Kommissionsrath aufwärts, hat das Recht zu hat die Wahl in Geesteminde gehabt, man erfährt nunmehr lieren: vielleicht gehen wir doch noch, wenn auch mit rothen leben, und was darunter ist, das ist vom Uebel. wenigstens von fachmännischer Seite, was eigentlich kon- Nasenspitzen, einer warmen Zukunft entgegen. servativ" ist. Einem wirklich konservativen Manne muß Wegen Raummangels verfratrt bie Regierung jeden Liebesdienst erweisen; thut ste base Weis i gulds 2016 nuo galise Arbeitern aus eine tiefe Schmach für das 19. Jahrhundert empfunden werden.( Einstimmig angenommen.) einem kräftigen Hoch auf das Wachsen und Gedeihen des Vereins gesuch wurde dem Borstande zur Regelung überwiesen. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung. mußte die Versammlung wegen der vorgerückten Zeit geschlossen am 10. Mai stattfindet, vertagt werden. und verschiedene Sachen bis zur nächsten Versammlung, welche " 2. Die Versammlung spricht allen Berliner Firmen, die sich von dem alle sozialen Verhältnisse vergiftenden Treiben des VerArbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Am bandes der Metall- Industriellen ferngehalten haben, ihre Achtung 12. April tagte die fünfte Ausschußsihung. Vor Eintritt in die und Anerkennung aus.( Gegen etwa 5 Stimmen angenommen.) Tagesordnung gedachte der Borsigende in warmen Worten des 8. Die heutige Versammlung der Metallarbeiter Berling verstorbenen Revisors Genossen Nürnberg, die Versammlung hielten am Freitag Nachmittag eine öffentliche Versammlung Die Zivil- Berufsmusiker von Berlin und Umgegend fordert alle denkenden Arbeiter auf, in großen Versammlungen ehrte sein Andenken durch Erheben von den Plägen. Im Bunde unter Vorsitz des Kollegen Schonert ab. Der erste Punkt der gegen die Vergewaltigung der Arbeiter zu protestiren, wie sie aufgenommen find wiederum 11 Vereine. Zu Grabgefängen sind Tagesordnung wird mit der Berathung der Statuten ausgefüllt. vom Verband der Berliner Metall- Industriellen und vom Ver- vier Lieder bestimmt, dem Charakter des Bundes angemessen, sie Der Verein trägt den Namen: Freie Vereinigung der bande der Metall- Industriellen Deutschlands systematisch betrieben werden den Vereinen durch den Bund zugänglich gemacht. An 3ivil- Berufsmufiter Don Berlin und Um wird. Die Versammlung hofft, daß, wenn die Unternehmer sich Stelle des verstorbenen Gen. Nürnberg ist als Revisor der Ver- gegend. Der Zweck des Vereins ist: Förderung der geistigen auch gegen alle anderen Borstellungen als blind und taub er- treter des Vereins Liedesfreiheit" gewählt. Als Leiter der und Berufsintereffen seiner Mitglieder und Aufklärung derselben weisen, sie doch die allgemeine fittliche Verurtheilung ihres nächsten Nebungsstunde ist der Dirigent Herr Oskar Loheit in allen fie intereffirenden Tagesfragen.§ 1, welcher die Mittel Treibens veranlaffen wird, den bisher betretenen Weg nicht gewählt und als Bundesdirigent in Aussicht genommen. Ferner zu diesem Zweck feststellt, die in Erzielung günstiger Beschäftigungslänger mehr zu verfolgen.( Diese Resolution wurde gegen eine ist der Beschluß gefaßt, im Monat Juni ein Sommerfest zu ver- bedingungen, Stellungnahme zu allen Tagesfragen der Musiker, fleine Minorität angenommen.) anstalten und zwar bei Lips, Friedrichshain. Das gewählte Abhalten von Versammlungen und Vorträgen, Eine vierte Resolution, durch welche die Versammelten Vergnügungskomitee wird das Weitere regeln. Bezugnehmend Beschäftigungsnachweis, Regelung von Zeit und Lohn in der Beaufgefordert wurden, einen Revers, der ihnen am 1. Mai auf den am 18. März vom Arbeiter- Sängerbund veranstalteten schäftigung, Ünterstützung von Kranken- und Beschäftigungslosen von den Arbeitgebern eventuell zum Unterzeichnen vor- Liederabend, welcher als gelungen bezeichnet werden muß, glaubt und gelegt werden könne, in keinem Falle zu unterschreiben, die Ausschußsigung die Sympathie aller zielbewußten Arbeiter unverändert angenommen. Ebenso§ 2, der jedem Beschäftigungsin der Stärkung des Klassenbewußtseins bestehen, wird wurde vorläufig zurückgezogen, da zur Verhandlung diefes erworben zu haben und richtet an dieselben die Aufforderung, nehmer und Geber, der in Berlin seinen Wohnsiz hat, AufAngelegenheit eine neue Versammlung einberufen werden soll, im Bedarfsfalle sich nur solcher Vereine zu bedienen, welche dem nahme sichert,§ 3 wird ganz gestrichen,§ 4 mit einigen Mendeund man ging zum zweiten Punkt der Tagesordnung über: Arbeiter Sängerbund angehören. Zum Schluß macht der Vor- rungen in der Fassung der Kommission angenommen. Derselbe Stellungnahme zu dem am 1. Juni in Frankfurt a. M. statt- ſizende, Gen. Neumann, noch bekannt, daß die nächste Uebungs- regelt die Aufnahme und den Austritt aus dem Verein.§§ 5-9 findenden Kongreß und Wahl der Delegirten. Der Referent, stunde jedenfalls am Sonntag, den 26. April, stattfindet, und bestimmen die Wahl und Funktionen des Vorstandes und werden Rollege Rörsten, bemerkte zunächst, daß die Zeit, während welcher bittet die Vereine vollzählig zu erscheinen. Das Nähere wird im mit geringen Aenderungen angenommen. Ebenso§§ 10 und 11. der Kongreß tagen solle, nicht günstig gewählt sei, und führte Vorwärts" noch bekannt gemacht. damu aus, daß die Berliner Metallarbeiter dem Kongreß nicht Bei 12, Vermehrung der Kaffenbestände, tritt Genosse Thierbach besonders sympatisch gegenüberſtänden und das auch nicht könnten. Arbeiter und Arbeiterinnen hatten sich am 18. April unter heiten und werden ohne große Debatte genehmigt. Nach§ 21 Die in Karton- und Albumfabriken beschäftigten ein.§§ 12-20 behandeln die Regelung interner Angelegenlebhaft für die thunlichst baldige Anschaffung einer Bibliothek Die Berliner Metallarbeiter hätten in den letzten Monaten ge- dem Vorsitz des Herrn Greiffenberg versammelt, um zur darf eine Veränderung der Statuten nur durch übereinstimmenden zeigt, daß sie sich einig seien und anerkannt, daß die Form der Maifeier Stellung zu nehmen. Das einleitende Referat hielt der Beschluß von zwei innerhalb vierzehn Tagen einzuberufenden Organise ion, wie sie gewählt fei, für Berlin die einzig richtige Organise ion, wie sie gewählt sei, für Berlin die einzig richtige Kollege Freudenreich. Die Bedeutung des 1. Mai klar- Versammlungen vorgenommen werden. sei. Der Stand der Delegirten, die von Berlin aus nach Frank- legend, empfahl derfelbe den Anwesenden, sich dem von den Buch die Auflösung der Freien Bereinigung nur durch überfurt gingen, würde deshalb auch ein besonders schwieriger fein, bindern in dieser Sache gefaßten Beschluß unterzuordnen. Dieser einstimmenden Beschluß von da die Berliner Metallarbeiter auf dem Standpunkt der lokalen Zentralisation ständen, während die Vertreter der übrigen Städte Beschluß geht dahin, daß am 1. Mai, Abends 8 Uhr, im Feuer- einzuberufenden Versammlungen vorgenommen werden darf. vorwiegend aus Anhängern der Branchen- Zentralisation über ordnung stattzufinden hat, sowie jeder Kollege verpflichtet ist, den tritt eine kurze Pause ein und sodann wird das ganze Statut überſteinſchen Lokale eine Versammlung mit entsprechender Lages- Beide Paragraphen werden in dieser Fassung angenommen. Es ganz Deutschland beständen. Redner beleuchtete hier die Nachtheile einer derartigen Zentrali- pierten Theil des Tagesverdienstes für die ausgesperrten Arbeiter mit den beschlossenen Veränderungen einstimmig angenommen. tation in längerer Ausführung und kam zu dem Schluß, daß die Ber- 3 opfern. Am 3. Mai haben sich die Kollegen den politischen liner Metallarbeiter an ihrer lokalen Zentralisation festhalten müßten. Vereinen anzuschließen. Nach Schluß der Diskussion, an welcher Berichte, die über die erste Versammlung von den hiesigen TagesUnter Verschiedenem geißelt Rollege Schonert die entstellten Es sei demgemäß eigentlich nicht absolut nothwendig, daß der sich mehrere Redner betheiligten, wurde folgende Resolution an- blättern gebracht wurden; es wären 2/3 der Mitglieder SozialFrankfurter Kongreß von Berlin aus beschickt werde, jedoch würde genommen:„ Die Versammlung der in Karton- und Albumfabriken demokraten genannt worden. es gut sein, wenn einige Delegirte hingingen, um die Interessen in Bezug auf die Maifeier gefaßten Beschluß der öffentlichen müsse, so sei darum doch die politische Ueberzeugung Sache beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen erklärt, sich dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehe, ja stehen Wenn auch der Verein auf dem der Berliner Metallarbeiter voll und ganz zu wahren und die Gesichtspunkte auseinander zu setzen, nach welchen die Berliner zur Regelung der Geldfrage wählt die Versammlung eine aus des Musikdirektor Wein. Versammlung der Buchbinder vom 23. März zu fügen, des Einzelnen. Redner wendet sich darauf gegen das Verhalten Kollegen handelten.( Beifall.) In der Diskussion sprachen die Kollegen Hartmann, Selchow, Herren Seyfelder, Gessinger und Frau Habertreiben. drei Personen bestehende Kommission." Derselbe beschäftige BeGewählt wurden die ante, die die nur Musit Niklas, Stabernack und Stubfack. als Nebenbeschäftigung Als Entschuldigung stro h. Hierauf verlas der Vertrauensmann der Kartonarbeiter, feine Folgende Resolution wurde gegen drei Stimmen ange Serr Schwarzburger, die Abrechnung über die von ihm verwal- läuft eine große Anzahl beschäftigungslos umher und müsse werde angegeben, es feien Musiker von Beruf zu bekommen und dennoch Die heutige öffentliche Versammlung der Metallarbeiter hält 9,85 M. vorhanden. Die Einnahmen vom 1. Januar ab intlu Wein aber brüste sich damit, seit 1878 in der Bewegung zu teten Gelder. Darnach war am 1. Januar ein Bestand von hungern, während jene doppelte Einnahme haben. Derselbe Herr die von den Vertrauensmännern einberufenen Spezialkongresse sive des Bestandes vom letzten Quartal 1890 betrugen bis jekt stehen!" Nach dem noch einige Redner das Verhalten der Tagesder verschiedenen Branichen für überflüssig und beschließt, nur 55,99 M., die Ausgaben 37,60 m., es bleibt somit ein Bestand blätter, sowie der Musiker- Zeitung der neuen Vereinigung gegen den allgemeinen Metallarbeiter- Kongreß beschicken zu wollen. nummen: mehrere Redner Er hatte § 22 bestimmt, daß drei innerhalb drei Wochen Zur Frage der Organisation erklären die Versammelten, daß von 18,39 M. in den Händen des Herrn Schwarzburger. Diesem über kritisirt haben, fordert Thierbach zu energischer Thätigkeit Zur Frage der Organisation erklären die Versammelten, daß fie nach forgfältiger Erwägung aller in Betracht kommenden wurde Decharge ertheilt. Da noch Gelder ausstehen, wird Herr für den Berein auf, unter Hinweis auf die Niederlagen der Ra Berhältnisse, sowie mit Rücksicht auf den derzeitigen Stand der Schwarzburger fein Amt weiter verwalten. Zu dieser Ab- pitalisten durch den Boykott und meint, daß sämmtliche Arbeiter Berliner Metallarbeiter Organisation für die nächste Zeit an der rechnung bemerkte der Vorsitzende, Herr Greiffenberg, daß, feste für die Zukunft nur noch durch Mitglieder der freien Verlokalen Zentralisation als der für Berlin besten Form der Drga- als sich die" Freie Vereinigung der Kartonarbeiter", welche einigung mit Musik versorgt würden und auf diese Art auch die nisation jesthalten müssen. die Schulden" Der Streit- Kommission übernommen hatte, gerechte Sache der Musiker zum Siege geführt würde. Die Versammlung hält es im übrigen für selbverständlich, lasjes der Freien Vereinigung gewählt wurde. auflöſte, Herr Schwarzburger als Verwalter des Nach daß die Berliner Metallarbeiter, wenn sie sich auch unter dem die ausstehenden Gelder einzutafsiren und eventuell Schulden zu druckschnellpressen hielt am 8. April eine Versammlung ab. Der Verein der Arbeiterinnen an Buch- und Stein Zwang der Verhältnisse gegen eine formelle Zentralisation aussprechen müssen, sich dennoch stets eins mit den Metallarbeitern bezahlen. Gerügt wurde, daß immer noch Kollegen da sind, Herr Koch sprach über: Wie verhält sich die heutige soziale GeDeutschlands fühlen und demgemäß handeln werden. welche ihren Verpflichtungen noch nicht nachgekommen. Von der sellschaft der Kirche gegenüber und fand lebhaften Beifall. An der Die Versammlung beschoß hierauf, den Kongreß mit drei Veröffentlichung der Namen dieser Kollegen wurde, da sie Diskussion betheiligten sich die Kolleginnen Cl. Bien und Antonie Delegirten zu beschicken und wählte als solche einstimmig die meistentheils bestrebt sind, mit der Zeit ihre Pflicht zu thun, bis Saafe. Die Letztere wies nach, daß in dem einen Jahre des Kollegen Rörsten, Gerisch und Behold. auf die eines derselben, Abstand genommen. Dieser eine hat er Bestehens unserer Organisation 490 Stellen durch unseren NachReise und den Aufenthalt in Frankfurt nöthigen Roften beschaffen der frühere Kassirer der Freien Vereinigung der Kartonarbeiter, ftatt. Desgleichen wurden zu einer Kommission, welche die für die lärt, von dem Ertrage zweier Tellersammlungen, der noch in weis besetzt worden sind, auch seien die Löhne etwas gestiegen. feinem Besige iſt, nichts herausgeben zu wollen. Es ist dies Die nächste Generalversammlung findet am 29. April bei Reßner soll, einstimmig die Kollegen Stabernack, Trittelwitz und Neu- der Kartonfabrikant T. Die Versammlung beschloß, nachdem mann gewählt. Die Graveure, Lithographen, Musterzeichner und ver Die Versammlung beschloß ferner gegen zwei Stimmen, den Schwarzburger zu beauftragen, den T. der Staatsanwalt sammlung ab. Die Leitung übernahm der Vorstand des Orts hierzu gesprochen, den Vertrauensmann wandten Berufsgenossen hielten am Freitag eine öffentliche Vers Ueberschuß der Tellersammlung dem neugegründeten Metallarbeiter- schaft zu überliefern. Her Freudenreich machte hierauf das vereins genannter Branchen( Hirsch- Duncker), welcher die Ver Verein zuzuwenden. Urtheil eines unter seinem Borsiz in Sachen Schüler stattge fammlung einberufen hatte. Das Referat über die Lage des in Nachdem der Vorsitzende noch mitgetheilt hatte, daß in der fundenen Schiedsgerichtes bekannt. Das Urtheil geht dahin, daß der den graphischen Gewerben Beschäftigten hatte Herr Redakteur Brauerei Tivoli" am 1. Mai eine öffentliche Metallarbeiter Kartonarbeiter Schüler nicht in allen ihm zur Last gelegten Fällen Goldschmidt übernommen. Versammlung mit einem dem Tage angemessenen Vortrag statt- ganz forrett gehandelt habe, daß die meisten gegen ihn erhobenen Ausführungen den Niedergang des Kunsthandwerks, welcher trob Der Redner zeigt in längeren finden werde, wurde die Versammlung mit einem dreimaligen Anklagen dagegen ein Produkt bloßer Klatscherei seien, er infolge des Umstandes, daß die Maschine nicht eindringen fönne, Hoch auf den Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten dessen als Kollege anerkannt werden müsse und ihm das Recht, sondern nur die Vervielfältigung eine der modernen Industrie Arbeiter geschlossen. in der Arbeiterbewegung thätig mitzuwirken, nicht vorenthalten entsprechende Aenderung erfahren habe, unleugbar zu verzeichnen Eine Mitglieder- Versammlung des Fachvereins der die Frage des Zusammengehens der Arbeiter bezw. Arbeiterinnen beleuchtet, auch eine Verkürzung der Arbeitszeit für nothwendig werden könne. Unter Verschiedenem" regte Herr Joff wiederum fei. Ganz speziell wird die Saisonarbeit und das Lehrlingswesen Tapezirer Berlins fand am 7. April statt. Herr Wach hielt aller zur Papierverarbeitungs- Jndustrie gehörigen Branchen an. erachtet. einen interessanten Vortrag über Sozialismus. Eine Distussion Nach einer sehr sachlich geführten längeren Distussion wurde fol- von dem Vertreter des Harmonieapostels Ursache und Wirkung Wie es nicht anders zu erwarten war, wird fand nicht statt. Unter Verschiedenem weist Kollege Freiwald gender Antrag angenommen:" Die Bersammlung er bunt durcheinander gewürfelt. Er empfahl die alte Harmonie bei dem jezigen Quartalswechsel auf das Lehrlingswesen hin und klärt, daß eine alle Branchen umschließende duselei zwischen Kapital und Arbeit. In der Diskussion wird Derliest aus dem Vorwärts" einen diesbezüglichen Artikel. Auch Organisation nöthig ist und beauftragt eine ihm von den zahlreich erschienenen Mitgliedern der freien BerKollege Bifter fritifirt das Lehrlingswesen, indem er anführt, daß Kommission von fünf Personen, die nöthigen einigung der Graveure, Biseleure 2c., eine Belohnung zu Theil, es mit 4 Jahren Lehrzeit oft noch nicht abgemacht sei, obgleich Schritte zu thun. In diese Kommission wurden gewählt wie sie ihm kaum alle Tage geboten werden dürfte. Anstatt sich der Kontraft dementsprechend laute; man hält die Lehrlinge oft die Herren Feldmann, Freudenreich, Drews und die dafür dankbar zu bezeigen, tlatscht der Referent einem noch einen Monat hin, bis sie ausgeschrieben würden, und bis zu Damen Frau Freudenberg und Frl. Bertha Artelt. dieser Zeit würden sie nicht als Gehilfen bezahlt. Daß diese Redner, der den mißlungenen Versuch macht, ihn zu unterstüßen, Ausnüßung über alles Maß gehe, leuchte ein. Weiter wird anhöchst eigenhändig Beifall! Die freie Bereinigung der Bauarbeiter Berlins hielt am gefragt, ob der Fachverein die am 1. Mai erscheinende Festschrijt Sonntag, den 12. April, ihre regelmäßige Mitglieder- Versammlung hin, vier Refolutionen werden eingebracht, drei im Sinne der Die Diskussion zieht sich nahezu zwei Stunden lang zum Verkauf an die Kollegen anschaffen solle. Es wird ab. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wurde, gedachte sozialistischen Arbeiter und eine jedoch beschlossen, den Verkauf den Kolporteuren zukommen zu Kollege Steinberg mit warmen Worten des Geburtstages unseres Duncker'schen, die jedoch so schlecht stylisirt ist, daß der im Sinne der Hirschlaffen. Dann wird bekannt gemacht, daß sich die Kollegen, welche Vorkampfers Ferdinand Lassalle und die Versammlung ehrte sein Vorsitzende aus ihrer Fassung selbst nicht flug wird. Der Re am 1. Mai feiern, dem sechsten Wahlverein anschließen sollen. Arheben von den Sigen. Sodann erhielt Genosse Hübsch das ferent bekommt das Schlußwort. Der Vorsitzende sieht ein, daß Dann werden einige Preise für Tapesirerarbeiten aus dem von Wort zu einem Vortrage über die kapitalistische Anarchie und die die Minorität für den Referenten stimmen würde, und schließt der Berliner Tapezirer- Innung aufgestellten Preiskourant ver- Stellung der Arbeiter, der allseitigen Beifall fand. In der Dis wegen einiger Zwischenrufe, ohne über die Resolutionen lesen; man ersieht hieraus, daß die Herren ganz gute Preise zu tussion sprachen Kollege Gutsch und Herr Neuhaus im Sinne abst im men zu lassen, bie Versammlung. Mit einem fordern wissen, wenn jedoch ein Gehilfe einen Lohn verlangt, des Referenten. Folgende Resolution fand einstimmige An- Soch auf die Sozialdemokratie lehrt sich der Saal. welcher den heutigen Bedürfnissen noch lange nicht entspricht, so nahme: seien die Herren Feuer und Flanume über folch hohe Forderungen. Bei dieser Forderung wird bemekt, daß in dem Markowicz'schen führungen des Referenten, sowie sämmtlicher Redner ein- Fraten, welche am 8. d. M. unter Vorsiß des Genossen MarDie Bersammlung der Bauarbeiter Berlins ist mit den Aus- In einer Versammlung der polnischen Sozialdemo Möbelgeschäft in der Friedrichstraße sehr schlechte Preise gezahlt werden, der Prinzipal dagegen ein sehr reicher Mann geworden sei. verstanden und verspricht, dahin zu wirken, daß der Vereinigung fowsti tagte, hielt Genosse Kurowski einen Vortrag über die Beimmer mehr Mitglieder zugeführt werden, um dadurch der Wacht deutung der Organisation. Die Versammlung spendete dem Der Arbeiter Bildungsverein für Mariendorf und des Kapitals einen Damun entgegenzufeßen. Umgegend hielt am 7. d. Mts. seine erste gut besuchte MitHierauf erstattete der Kassirer Abrechnung vom 1. Quartal 1891. Im weiteren Verlauf erstattete der Schriftführer Bericht über glieder Versammlung im Lokale des Herrn Oswald Schensch in Einnahme 357,40 M., Bestand vom 4. Quartal 1890 199,65 m., die Thätigkeit des Vereins im ersten Quartal, aus welchem sich Mariendorf ab. Das Bureau bestand aus folgenden Mitgliedern zusammen 557,05 M. Ausgabe 391,82 M. Bleibt ein Bestand nommen. 42 Bücher wurden für die Bibliothek angeschafft, folgendes ergab: An Mitgliedern wurden 114 Genossen aufge des provisorischen Vorstandes: Tannenberg, erster, Reisen, zweiter von 165,23 M. Da kein Widerspruch gegen diese Abrechnung Vorsitzender, und Schnella, Schriftführer. Zunächst wurde die erhoben wurde und die Revisoren die Richtigkeit befundet hatten, außerdem wurden mehrere Utensilien erworben. Hierauf verlas der Kassirer den Rassenbericht, welcher Geschäftsordnung des Vereins angenommen. Hierauf wurden wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Jetzt wurde zur Ersatzeine Einnahme die genehmigten Statuten verlesen und der von der Behörde be- wahl der Verbreiter des Fachorgans geschritten. Stengewählt von 84 Mark 30 Pf. gegenüber, mithin bleibt ein Bestand von 99 Mark 42 Pfg. ergab. Dem steht eine Ausgabe vergingen und dreimal die Statuten eingereicht werden mußten, und Stahn, Grüner Weg 41, v. IV; für den Südosten August von 15,10 M. Decharge konnte jedoch nicht ertheilt werden, da ehe sie die behördliche Genehmigung( Red.) erhielten. Der Gräß, Oppelnerstr. 88, v. IV, und' Wittmar, Wrangelstr. 83, die Revisoren bis dahin keine Gelegenheit gehabt hatten, sich von 3. Punkt der Tagesordnung, Vorstandswahl, nahm geraume Zeit v. III bei Sprenger; für den Norden Kohlmei, Invalidenstr. 19, III, der Richtigkeit der Rechnung zu überzeugen. Unter Ber in Anspruch, da bie angenommene Geschäftsordnung Wahl durch und Namotel, Gerichtstr. 41, Hof IV. Hierauf fanden folgende schiedenem" wurden zwei Anträge einstimmig angenommen, und Stimmzettel vorschreibt. Aus der Wahl gingen hervor: Tannen zwei Anträge Annahme: 1. Ich stelle den Antrag, daß den zwar besagt der erste Antrag, daß alle gelesenen polnischen berg, erster Borsitzender; Reisen, zweiter Borsigender; Rackau, jenigen Mitgliedern, welche bis zur nächsten Mitgliederversamm Beitungen gesammelt und dem Genossen Andrejewski zur weiteren erster Schriftführer; Senger, zweiter Schriftführer; Graf, lung ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen sind, fein Organ Verschickung übermittelt werden sollen. Der zweite Antrag lautet: erster Kassirer; Holldorf, zweiter Kassirer; Müller Rudolf, mehr zuzustellen ist. Gutsch. 2. Ich stelle den Antrag, den Da beschlossen wurde, am 1. Mai zu arbeiten, so verpflichten sich erster Beisiger; W. Wildt, zweiter Beifizer; Schütte- Borstand zu beauftragen, zum nächsten Monat eine Generalver- die Genossen, den vierten Theil ihres Verdienstes dem ZentralTopp, Bibliothekar. komitee der Sozialdemokratie zu überweisen. Außerdem wurden noch per Attlas fammlung einzuberufen mit der Tagesordnung: Aufhebung der mation zwei Rassen- Revisoren gewählt, und zwar Pohle und obligatorischen Einführung des Organs„ Der Arbeiter". Wernan. Der Verein der Eisen- und Metalldreher Berlins und August Wilhelm Müller. Nachdem noch verschiedene Angelegen Ein anderer Antrag, der Generalfommission der Gewerkschaften Umgegend hielt am 12. April eine Versammlung unter Borfiz heiten besprochen, wurde, da am Sonntag, den 3. Mai, bei Deutschlands eine Summe zu überweisen, wurde wegen des nie- des Kollegen Machatky ab. Herr Wach hielt einen Vortrag über Schensch der Verein zur Feier des 1. Mai ein Bergnügen ab- drigen Kassenbestandes bis zum nächsten Quartal zurückgestellt. Die Ziele der Sozialdemokratie und fand den Beifall der Ber halten will, ein Bergnügungs. Komitee von 7 Personen gewählt. Der Beschluß, welcher in der letzten Versammlung gefaßt worden sammlung. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Gewählt wurden hierzu Julius Wolf, Behmfe, Krüger, An- war, am 1. Mai eine Versammlung abzuhalten, wurde aufge- Unger und Gieshoid, die im Sinne des Referenten sprachen. dresczjewsky, Sydow, Graf, Leitner. Aufnehmen ließen sich hoben, desgleichen wurde ein Antrag abgelehnt, am 3. Mai einen unter Verschiedenem besprach Kollege Unger den schwachen Besuch 22 Mitglieder, und der Verein zählt jetzt 107 Mitglieder. Mit Ausflug nach Friedrichshagen zu machen. Ein Unterstützunge der Versammlung. W Redner reichen Beifall. Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthitraße 2. "